Fortschritte der japanischen Offensive am Aangtse Zwischen Giraud und -e Gaulle So- 23 er» Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Giehen. Lchulftratze 7-9 such unternommen, das Programm der Ernährungskonferenz umzuwerfen. Absicht der Briten und Nordamerikaner war es, auf dieser Konferenz die Ernährungsprobleme, die nachdem Kriege auftauchen werden, wenigstens auf dem Papier zu lösen. Mit dem Versuch der Sowjetdelegation, die Aufgaben der Konferenz auf d i e Gegenwart umzustellen, wird erstrebt, die (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ankara, Mai 1943. Kurz vor diesem Kriege schickt^ einmal ein Mann in London einen Brief an das „Sekretariat der panarabischen Bewegung in Bagdad, Irak". Die Adresse war tadellos geschrieben, in englischen und arabischen Buchstaben, die irakische Post galt allgemein als findig und tüchtig, mußte aber doch einen dicken Strich durch die Adresse machen, schickte den Brief jedoch vorsichtshalber nach Damaskus in Syrien. Dort klebte die Post nach einigen vergeblichen Nachforschungen ein Schildchen mit der Aufschrift „En Damasque inconnu" auf das Schreiben und setzte mit einem Fragezeichen „Jerusalem" hinzu. Die palästinensische Hauptstadt galt allgemein als Sitz aller möglichen Organisationen, warum könnte sich dort nicht auch das „Sekretariat" der „panarabischen Bewegung" befinden!? Mer nein, in Jerusalem sah sich die Post auch vergebens um, kam ober auf den Einfall, ihn an den Obersten Moslemischen Rat in Mekka weiterzuleiten. Aber auch diese Eingebung täuschte. Im Reiche Ibn Sauds wurde der Brief von. der Post geöffnet, festgestellt, daß der Inhalt „nicht für den Empfänger bestimmt" gewesen sei und eine „panarabische Bewegung" in Saudi-Arabien nicht bekannt sei! Der Brief ging nach England „unbestellbar" zurück. Aus dieser wahren Begebenheit erhellt, daß es klärte Innenminister Gadrowsky, daß die Juden- die Hauptnutznießer der schwarzen Börse seien und die Markt- und Preispolitik der Regierung gestört hätten. Die Juden seien stets die Elemente der Unruhe, der Gerüchtebildung und der politischen Un* sicherheit. Deshalb habe sich die bulgarische Regierung zu diesem Schritt entschlossen.'Man erfährt, daß sich die Juden, denen die Ausweisungsbefehls zugestellt worden sind, an einzelnen Stellen der Stadt zu Protestkundgebungen $ufammenrotteni wollten. Diesen Äersuchen trat die Polizei mit Energie entgegen, so daß sie im Keime erstickt worden sind. Äon der Ausweisung werden etwa 20 000 Juden betroffen. Die Gesamtzahl der in Bulgarien lebenden Juden beträgt etwa 60 000. Postscheck 11686 Wrankf./M. vrühlsche llniverfitätrdruckerer K Lauge Auf der Ernährungskonferenz von Hotsprings. Lissabon, 25. Mai. (Europapreß.) Die wjetdelegation in Hotsprings (USA.) hat den 193. Jahrgang Nr. uo Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gteßener Ramilienblättei Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich . RM. 1 80 Zustellgebühr. ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt rien eine starke Mittelmeerposition sichern solle. Nur Tunesien werde den Franzosen vorbehalten bleiben, die fortfayren könnten, sich mit dem heiklen Problem der italienischen Besiedlung dieses Raumes auseinanderzusetzen. Die Ausplünderung Rordafrikas. Genf, 24. Mai. (Europapreß.) Nach einem Neuyorker Bericht des „Petit Dauphinois" (Grenoble) geht der wirtschaftliche Ausverkauf in Französisch-Nordafrika weiter. Seit November 1942 sind über 350 000 Tonnen Rohstoffe und in Nordafrika selbst selten gewordene Lebensrnittel nach den Bereinigten Staaten und auch nad) Großbritannien gebracht worden. Dabei wird besonders betont, daß die Lieferungen mit Einwilligung des Generals Giraud erfolgt sind, womit bestätigt wird, daß der Ausverkauf in Französisch-Nord- afrifa mit Einverständnis der „französischen Patrioten" in Algier, Marokko und Tunesien vor sich geht. Bor allem wurden Phosphate, Eisenkobalt und Mangan ausgeführt. Moskaus Reserven nicht unerschöpflich. Britischer Korrespondent über die hohen Menschenverluste der Sowjets. Stockholm, 24. Mai. (DNB.) Nach Schätzungen des Moskauer Korrespond-nten des „Daily Expreß", Paul Huld, hat die Sowjetunion im Kriege gegen Deutschland 30 Millionen Menschen an Toten und Verwundeten auf den Schlachtfeldern, Kriegsgefangenen und an Hunger und Krankheit gestorbenen Zivilisten verloren. "Man dürfe deshalb nicht glauben, daß die sowjetischen Reserven an Soldaten unerschöpflich seien. Der Sowjeffoldat erhalte nie Urlaub. Der Lohn betrage 10 Rubel monatlich. Offiziere im Frontdienst verdienten bis zu 4000 Rubel monatlich. Die Familie des Soldaten werde, wenn er falle, offiziell nicht benachrichtigt, obwohl man erwarte, daß der zuständige Kommissar den Angehörigen ein Beileid zukommen lasse. Manchmal geschehe das, in den meisten Fällen aber nicht. Der Sowjetsoldat begnüge sich mit 1 Kilogramm Schwarzbrot und einem Becher Sauerkohlsuppe, sowie Einern Becher Grießbrei täglich. Wenn er sich innerhalb 15 Kilometer von der Frontlinie befindet, erhalte er außerdem etwas Wodka. Die Sowjets fordern sofortige Zufuhren. Die Alisemanderseßmig mit dem Bolschewismus war natumotwendig. Oer ehemalige deutsche Botschafter in Moskau, von Oirksen, über die Vorgeschichte des Krieges gegen die Sowjets. Von unserer Berliner Schriftleitung. Englands „arabische Föderation" s Von unserem ek.-Berichterstatter. Roosevelts Kommunistentrick. QUif) noch eine vierte Wahlperiode auf sich zu nehmen. Er hat bereits seliE geheimen Wahlapparat in Tättgkeit gesetzt, ^kch den er die Stimmung im Volk erkunden und geschickt geeignete Parolen verbreiten läßt. Seine 9T°^ePe Freundschaft mit dem Bol- schewlsmus ist aber keine gute Wahlparole für ihn, kommunistische Gefahr in weiten Krei- mnerpolitische Entwicklung des Landes sestgeftellt worden ist. Roosevelt mußte den kritisch gewordenen amerikanischen Wählermassen — und auch den vielen kleineren Staaten, die er sich untertan gemacht hat — den Beweis erbringen, daß es eine internationale Dolschewistengefahr nicht gibt K kam Brief an Stalin zustande mit der ein- dringlichen Mahnung, die Komintern als Generalstab für die kommunistische Weltrevolution aufzu- lofen. 10 2)er JBrief Roosevelts enthält vier Punkte, die an jK mchtfur die Weltöffentlichkeit bestimmt waren. Sie bestätigen, daß er diesen Kommunisten-Trick aus Gründen i n n er p oli ti sch e r Taktik dringend brauchte. Der erste Punkt bezieht sich auf die Finnland-Politik Roosevelts, mit der er eine völlige Niederlage erlitten hat, weil Finnland all die letzten Vorkriegs- und Kriegserfahrungen nicht außer acht lassen kann. Finnland weiß aus bitterer Erfahrung, daß ein Vertrag mit Moskau keine Gewähr für ständigen Frieden bedeutet, und daß die amerikanische Freundschaft nie selbstlos ist, sondern Gegenleistungen verlangt, die die Selbständigkeit der Unterwürfigen noch immer in Frage stellte. Finnland ist Roosevelt aber eine Messe wert, desDien$tag,25 mail94$ Annahme von Anzeige« . für die Mittagsnummer bis 81/, Ubr desBormittagS Anzergen-Breise: Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvs. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeU SlbschlüfseMengenstaffelV Vlatzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°'• mehr Schanghai, 25. Mai. (Europapreß.) Neun Tschungking-Divisionen wurden im. Verlaufe des japanischen Vormarsches am Südufer des P an gtse bereits vernichtet, bis am 22. Mai nachmittags die Stadt Buyangkwan in die Hände der Japaner fiel. Die japanischen Streitkräfte befinden sich gegenwärtig in schnellem Vormarsch auf die Stadt Wuseng, 90 Kilometer südwestlich von Jtschang. Offenbar richtet sich der Vorstoß der japanischen Truppen im Vangtse-Gebiet gegen das Ende der großen Stromschnellenzone des Pangtse mit seinen Bergen und Schluchten bei Santuping. Die Besetzung von S a n t u p i n g , das den östlichen Ausgang der einige 100 Kilometer langen Stromschnellenzone des Flusses beherrscht, würde bedeuten, daß der Nachschub für Tschungkings Zentralfront abgeschnitten wird. In Militärkreisen Tschungkings bezeichnet man daher diese Entwicklung als die ernsteste seit dem Burma-Feldzug, der zur Sper- rung der Burmastraße führte. Eine weitere Gefahr droht Tschungking von der Zwischen Burma und Tschungking gelegenen Provinz dünn an her. Hier traten die Japaner in der ersten Hälfte des Monats Mai vorn Oberlauf des Salwin-Fl'isses aus den Vormarsch an, wobei sie im Tale des Nu-Fluffes, eines westlichen Nebenflusses des Salwin, vorwärts marschierten. Die dort stehenden Tschungking-Truppen wurden eingekreist und am 19. Mai in Stärke von zwei Divisionen nach einem heftigen Kampf um den „Pstrdegesichtspaß" bei Mamienkwan vernichtet. Der geschlossene Widerstand der in diesem Abschnitt stehenden Tschungking-Verbände war damit zu Ende, die Javaner sind setzt dabei, die in kleinere Gruppen zersprengten feindlichen Streitträfte aufzureiben und das eroberte Gebiet zu säubern. eine „panarabische Bewegung" als polttische Orga« nisation im Vorderen Orient niemals gegeben hat. Sicherlich bestanden zwischen den einzelnen Völkern gemeinsame Bande der Rasse, der Religion, dec Weltanschauung, unzweifelhaft auch kulturelle und wirtschaftliche Bindungen und ein allgemeines Streben nach staatlicher Selbständigkeit und völkischer Unabhängigkeit, aber das, was man „Panarabismus" nannte, war eine rein britische Erfindung zu dem Zweck, die Selbständigkeitswünsche der arabischen Länder zu vertuschen und eine Organisation vorzutäuschen, die dazu dienen sollte, die englische Herrschaft in diesen Gebieten zu festige« und den jeweiligen Erfordernissen geschickt anzu- passen, mit anderen Worten: die Araber von ihren nationalen Zielen abzulenken! Aber kein britischer Agitationstrick aus imperialistischen Gründen ist so alt, daß er nicht auch in diesem Kriege wieder herhalten müßte, um Englands schwindende Mackst im Nahen Osten mit neuem Prestige zu versehen. Waren es seit dem ersten Weltkrieg wie vor 100 Jahren in erster Linie die Unabhängigkeitsbestrebungen der arabischen Staaten, so sind es jetzt nicht nur diese, font dern vor allem auch die Machenschaften des nord- amerikanischen Bundesgenossen, die machtmäßigen Ueberschneidungen der französischen, nordamerikanischen, britischen — und Mischen Ansprüche in LebensmittelseNdungen für die bolschewistische Armee schon jetzt sicherzustellen. Die Sowjetunion verlangt sofort Zufuhren für ihre Armeen und hungernden Völker. Der Führer der bolschewistischen Delegation, Alexej Krutikow, erklärte, die Sowjetunion brauche für den Wiederaufbau eine beträchtliche Zeitspanne, langfristige Kredite und Lieferungen an Nahrungsmitteln und anderen wesentlichen Produkten. Sofia wird judenfrei. Sofia, 24. Mai. (DNB.) Das bulgarische Innenministerium hat alle Juden der Landeshaupt- tadt aufgefordert, binnen drei Tagen Sofia zu verlassen. Die Juden sollen sich in die Provinz begeben und dort Wohnung nehmen. Der Presse er= Golfes an der australischen Westküste traf den südlichsten Punkt, der jemals in Australien angegriffen wurde. Er veranlaßte fieberhafte australische Derteidigungsmaßnahmen, vor Ellern eine Verstärkung der Küstenbatterien. Japanische Spezialkommandos räumen in kürzester Zeit alle von den Australiern angelegten Minenfelder. Japanische Erfolge im Aleuien-Gebiei. lo t i o, 24. Mai. (Europapreß.) Einheiten der japanischen Marineluftwaffe griffen am Sonntag im Gebiet von Attu nordamerikanische Kriegsschiffe an. Ein Z e r ö r e r wurde versenkt und ein Kreu- z er schwer beschädigt. An Bord eines weiteren Zerstörers, der von mehreren Bomben getroffen wurde, brach Feuer aus. Die Japaner erlitten keine Verluste. Ein japanisches U-Boot griff am 22. Mai feindliche Schiffe im Aleuten-Gebiet an. ®in Schlachtschiff und ein Kreuzen wurden schwer, zwei weitere Kriegsschiffe leichter beschädigt. Der japanische Angriff richtete sich gegen die gleichen Schiffe, unter deren Schutz die USA.« Truppen am 12. Mai auf Attu gelandet waren. Das Schlachtschiff und der Kreuzer, die Torpedotreffer erhielten, sind so schwer beschädigt roorben, daß der Untergang nicht ausgeschlossen ist. Die japanische Marine im Seegebiet um Attu hat zahlreiche Minenfelder gelegt. Es kann daher angenommen werden, daß den Nordamerikanern auch durch Minen Verluste beigebracht worden sind. Wie also imitier auch der Kampf um Attu ausgehen wag, Japan fügt den Nordamerikanern Verluste zu, die in keinem Verhältnis stehen zu der strategisch keineswegs entscheidend wichtigen Position von Dordringenanden australischen Küsten. 2e.r eftir die Japaner bedeutsamere und vor , q . qy. . . ollem wirkungsvoller ausgebaute und gesicherte Stockholm. 24. Mai (DNB.) Em Angriff der Stützpunkt in der Inselkette der Meuten ist die japanischen Luftwaffe im Gebiet des Exrno uth- Insel Kiska Lissabon, 24. Mai. (Europapreß.) Die letzten Vorschläge, die General C a t r 0 u x als Beauftragter des franzosistschen Nationalkomitees aus Algier von feinen Verhandlungen mit Giraud nach London am Montag mitgebracht hat, wurden an- jeblich von de Gaulle akzeptiert. Catroux, 0 erfährt man aus diesen Kreisen weiter, werde sich wieder nach Algier zurückbegeben und Giraud eine „freundliche Antwort" von de Gaulle übermitteln. De Gaulle werde noch in dieser Woche in Algier ein treff en. Man hält es für ausgemacht, daß zwi- cyen England und Amerika eine Verständigung in dem Sinne erzielt worden sei, Algerien und Tunis enffprechend ihrer stark links orientierten Bevölkerungsmehrheit künftig als Einfluß- phäre de Gaulles zu betrachten, während Marokko und Französisch-Westafrika mit ihrer mehr konservativ gesinnten Beamten- und Offiziersbevölkerung sich unter Nordamerika n i s ch e m Schutz jeder politischen Veränderung enthalten. Nordamerikanische Korrespondenten in Algier behaupten, daß künftig die atlantischen Gebiete, also Marokko und Westafrika, der wirffchaft- lichen und politischen Durchdringung Nordamerikas überlassen würden, während England sich in Alge- halb rät er Stalin für die Zukunft Vorsicht für seine polttische Taktik an. Dasselbe tut er hinsichtlich der Kriegsziele «talins. Er möchte chn für die plutokratifche Taktik gewinnen: mit dem Gebetbuch in der Hand ewigen Frieden zu predigen, um damit die Opfer um so dichter für sich einzufangen. Stalin ist den offeneren, brutcüeren Weg gegangen, sein Ziel ist die bolschewistische Weltrevolution, er hat es nie verleugnet und sah deshalb auch keinen Anlaß, dieses letzte Ziel auch des jetzigen Krieges zu verschleiern. Das hat ungünstige Wirkungen auf die politische Gesamtlage der jüdisch-plutokrattsch-bolschewistischen Kriegshetzer gehabt. Den Punkt, der ihm am meisten zu schaffen macht, nennt Roosevelt zusetzt: die innerpolitischen Spannungen, die sich aus seinem Bündnis mit den Bolschewisten ergeben haben. Er weiß, daß er durchschaut ist und versucht deshalb, seinen politischen Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mit der scheinbaren Auflösung der'Dritten Internationale, mit der Erklärung: es gibt keinen internationalen Bolschewismus, will er seine Gegner entwaffnen. Der vierte Punkt des Roosevelt-Briefes an Stalin ist die Parallele zu Churchills Erklärung, daß Europa nach dem Kriege ohne Einschränkung den Bolschewisten ausgeliefert werden soll. Vielleicht hofft Roosevelt, damit den Bolschewismus auf Europa und Asien beschränken zu können, um den Rest der Welt für sich in Anspruch nehmen zu können. Das würde bedeuten, daß Stalin das Programm des Bolschewismus einschrankt. Stalin müßte nicht Stalin sein, wenn er sich nicht ein solches Opfer, selbst wenn es nur scheinbar ist, teuer bezahlen ließe. Führers vom März 1933 und durch sonstige posttioe. Einstellung seine friedliche Gesinnung bekundet habe, hätten in Moskau die radikal-bolschewistischen und die jüdischen Einflüsse die Oberhand gewonnen über die gemäßigte Richtung und eine Erkaltung herbeigeführt. Trotz aller Schwierigkeiten sei es aber gelungen, den Frieden zu erhalten, bis ein neues Moment dazu kam, das die beiden Staatssysteme mit solcher Wucht und Unversöhnlichkeit aufeinanderprallen ließ, daß der Krieg unvermeidlich wurde: das Wiedererwachen der russischen Ländergier in der Form des Sowjet-Imperialismus. Nach durchgeführter Aufrüstung Ende der dreißiger Jahre habe die sowjetische Staatsführung auf einen Augenblick gelauert, wo sie den Vorma.rschnach W e st e n wieder würde antreten können. Diesen Augenblick habe sie nach Ausbruch des Krieges 1939 für gekommen erachtet. Da habe sie die Baltenstaaten, Bessarabien, das Buchenland erobert, Finnland sich ganz einoerleiben und ihren Machtbereich auf Südosteuropa ausdehndn wollen. Ihre Angriffspläne gegen Deutschland habe sie an dem Tage demaskiert, als sie im April 1941 ein Bündnis mit der jugoslawischen Putschregierung des Generals Simowitsch geschlossen habe. Sie habe damit gerechnet, daß Serbien einige Monate dem deutschen Ansturm würde standhalten können, bis Moskau selbst zum Angriff gegen Deutschland bereit war. So sei eine lebensgefährliche Bedrohung für Deutschland entstanden und der Krieg unvermeidbar geworden. Am Montagvormittag hielt Boffchafter a. D. v 0 n Dirksen, der in den Jahren 1928—1933 das Deutsche Reich in Moskau vertrat, vor der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwisfen- schaften einen Vortrag, in dem er aus seiner, besonderen Kenntnis der sowjetischen Politik den Nachweis -führte, daß der Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion unvermeidbar war, weil es auf Grund der dem Sowjetstaat und dem Bolschewismus innewohnenden Tendenzen und Eigenschaften mit innerer Notwendigkeit zu einem Zusammenstoß mit dem nattonalsozialistischen Deutschland kommen mußte. Dieser Nachweis wurde von der wehrpolitischen wie von der staatspolitischen Seite her geftihrt. In wehrpolitischer Beziehung waren es insbesondere zwei Tatsachen, die Konfliktsmöglichkeiten in sich trugen: zunächst der Aufbau einer g e - wattigen Armee, die durch eine gleichzeitig durch geführte Industrialisierung mit den modernsten Kampfmitteln ausgestattet wurde und ihre Quartiere zum größten Teil längs der Westgrenze i der Sowjetunion bezog, sodann aber vor allem der Geist und die Zielsetzung der Roten Armee. Sie diente nicht in erster Linie der nvtio- ' nalen Verteidigung, sondern der Verbreitung der Weltrevolution in anderen Ländern. Diese Zielsetzung ist auch nie verheimlicht worben, sondern wurde durch Hunderte von Aeuße- ' rungen verantwortlicher Bolschewistenführer und Mttitärs belegt. Für Deutschland ergab sich somit die bedrohliche Tatsache, daß es in der Sowjetarmee einem einmaligen Sonderfall gegenüberstand, nämlich einem offensiven militärischen Instrument von Gewaltiger Kraft, das in. dem Augenblick zu einer schweren Gefahr werden mußte, wo die Absichten der Sowjet-Staatsführung Deutschland gegenüber bedrohlich oder offen aggressiv wurden. Ein einmaliger Sonderfall ist die (Sowjetunion auch oonderstaatspolitischenSeiteher, weil kaum je in der Geschichte eine kleine Minder- ■; heit die Überwiegende Mehrheit eines Volkes so ■ lange brutalisieren konnte wie die Bolschewiken, und weil ferner in der Sowjetunion die Regierungs- ; gemalt von Stellen aus geübt wird, die nach außen hin gar nicht in Erscheinung treten, während die / Volkskommissare und anderen Beawten nur Mari rionetten in der Hand dieser vier Organisationen -! sin-d: des Politbüros, der Komintern, der GPU. und der Zentralen Kontroll-Kommission. Auch vom staats- I politischen Gesichtspunkt aus wirkte die welt- revolutionäre Zielsetzung des Sowjet- | ftaates höchst bedrohlich, weil die Lehre von der ' Weltrevolution nichts anderes bedeutet als die zum Prinzip erhobene Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder mit der Tendenz der Herbeiführung eines inneren Umsturzes. I Der Botschafter untersuchte sodann das Wesen und j die Gestaltung der deutsch-sowjetischen Beziehungen, Er wies nach, daß die Hoffnung auf eine N0 r ma - lisierung des Sowjefftaates, auf der die Begehungen ' beider Länder zu einem guten Teil beruhte, sich als trügerisch erwiesen hatte: trotz aller Ansätze zu einer Normalisierung wahrend Ser Nep-Periode, während der Durchführung des ersten Fünffahresplans und bestn Eintritt der Sowjetunion in die Genfer Liga habe sich immer wieder der radikal-bolschewistische Kurs durchgesetzt. Deuffcherseits sei während der zwanzigjährigen Dauer der beiderseitigen Beziehungen keine Muhe •. gescheut worden, um mit einem so gefährlichen ötaat in zufriedenstellende Beziehungen zu gelangen. 21ber vergeblich. Die Periode des Rapallo- V e r träges habe ihr Ende gefunden durch die ständigen . weltrevolutionären Einmischungsversuche des Bolschewismus: die wirtschaftliche Zusammenarbeit I während des ersten Fünfjahres p l a n s sei von Moskau aus unterbrochen worden: und als das J mitt0nalfozialistifche. Deuffchland durch tue Rede des Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Syrien und Libanon, die man durch eine Auffrischung der panarabischen Idee und durch Propagierung einer „arabischen Föderation" aus^u- schatten und zu entwirren sucht, um selbst wieder die Oberhand zu gewinnen. Den Auftakt zu diesem, im wesentlichen britisch-nordamerikanischen Machtkampf bildete eine Erklärung Edens vor dem Unterhaus Anfang März, daß eine möglichst starke Annäherung der arabischen Staaten und Gebiete untereinander, ja, wenn möglich, eine Föderation der arabischen Länder sich mit „den Wünschen Eng- lands" decke. Im Irak lief bald darauf.die britische Agitationswalze auf Hochtouren, aber die Araber merkten sofort, daß es sich bei diesem „britischen Wunsch"' in erster Linie darum handelte, die arabischen Länder in den Krieg zu treiben, um ihre Versklavung dann vollständig zu machen. Und als die England botmäßige Presse, vor allem das Blatt „El Irak", in höchsten Tönen die Vorteile einer solchen „zukünftigen arabischen Selbstbestimmung" zu loben begann, fand man vollends ein Haar in der Suppe. Man wollte zwar auch die „Freiheit der arabischen Staaten", aber man wollte nicht von Englands Gnaden jene plötzlich versprochenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verträge, die mit einem Mal das nationale Gefühl, die Gemeinsamkeit der Religion und der Geschichte ausdrücken sollten, nachdem die Erinnerung an den Verrat der Briten nach dem ersten Weltkriege durchaus noch nicht verblaßt war. Aber die Briten ließen selbstverständlich nicht locker. Je mehr wirtschaftliche Positionen sie an die Pankees abgeben mußten, je mehr ihr Einfluß und ' ihre Monopolstellung beispielsweise in bezug auf das Mossul-Oel, auf die Bäumwolle in Aegypten und auf die Beherrschung der strategisch wichtigsten Bahnlinien entschwand, desto verbissener klammerten sie sich an die „arabische Föderation", um mit ihrer Hilfe dem nordamerikanischen Imperialismus und den unterminierenden Wirkungen des Leih- und Pachtgesetzes Schach zu bieten. Es wurde also der ägyptische Mnrsterpräsi- dent Nahas Pascha eingeschaltet, den man durch die außerordentlich geschickte Schwarzbuch-Affäre Makram Ebeid Paschas sowieso in der Hand hat. Nahas Pascha kündigte im ägyptischen Parlament plötzlich ,/aktive Schritte" zur Herbeiführung einer engeren Zusammenarbeit der arabischen Staaten an, .wobei er gleichzeitig mitteilte, daß er dem ebenfalls englandhörigen irakischen Ministerpräsidenten Nuri Said bereits entsprechende Vorschläge unterbreitet habe. Und mit dem Emir Abdullah von Imrans Jordanien hatten die Briten einen besonders zuverlässigen Vertreter ihrer „Wünsche" bei der Hand, den sie auch prompt für ihre Agitation einsetzten. Der Emir Abdullah ist wohl der gerissenste und skrupelloseste Vertreter der anglo- philen arabischen Politiker. Er äußerte zunächst, daß das Thema von der arabischen Union „bis zum Ueberüruß" von den Briten abgedroschen worden sei, schwieg aber, als sich in der ägyptischen Oeffent- lichkeit eine Reaktion auf diesen neuen alten Trick der Briten bemerkbar machte, die man wohl nicht vermutet hatte. Die Aegypter gingen dem Phantom nämlich auf den Grund und stellten konkrete Fragen, beispielsweise welche Länder dieser Födera- tton angehören sollten, welche Interessen gemeinsam verwaltet und welche Regierungen bestehen bleiben sollten. S o war es nätürlich nicht gemeint, und England zog sich zunächst einmal zurück, zumal das Vordringen'des Zionismus in Palästina, die unoerhüllt geäußerten Begehren dec Juden nach Teilen Syriens und Libanons und die gesamte wirtschaftliche Lage im Nahen Osten, die durch die schamlose Ausbeutung der Besatzungsmächte entstanden ist, es ratsam scheinen ließen, das Thema nicht allzusehr zu vertiefen. „Nach dem Kriege", das war das Schlagwort, mit dem man allen unbequemen Fragen ausw>ich, was die Araber natürlich erst recht mißtrauisch machte» Aber der Emir Albdullah muß sich seines Auftrages entledigen, und so hat er jetzt erneut in einem Aufruf an das „Volk von El Schem" Reklame für die arabische Union gemacht.' El Schem — das ist die Zusammenfassung von Syrien, Libanon, Palästina und Transjordanien, also gerade das, was die Briten erstreben, nicht um ihre nie gehaltenen Versprechungen gegenüber den Arabern einzulösen, sondern um die internationalen Gegensätze in diesem Gebiet, entstanden durch das Vordringen der Pankees, durch die Hartnäckigkeit des Generals Catroux und die Ansprüche des Zionismus, nach den „Grundsätzen internationaler Gerechtigkeit" zu 'bereinigen. Der Emir schwang sich zu der lächerlichen Behauptung auf, daß er die Interessen „Südsyriens^ — damit meint er Palästina! — „auf diplomatischem Wege" verteidigen werde, woraus allein die ganze Der- loaenheit dieser Agitation hervorgeht, denn die Juden werden auf diesem Wege niemals etwas anerkennen oder hergeben, was der arabischen Sache nützen könnte. Zudem ist tm ganzen vorderen Orient bekannt, daß der Emir Abdullah nichts anderes als ein bezahlter Agent der Briten ist, und zwar der schäbigsten und verlogensten einer! Seine Versprechungen und Ausrufe zielen also bei den Arabern ins Leere, um so mehr, als diese sehr wohl wissen, datz England gleichzeitig seine besten Ara- bienkenner ausgeschickt hat, um auch in Teheran durch Sir Ronald Store und durch Bertram Thomas am Hofe Ibn Sauds die von den Vereinigten Staaten errungenen imperialistischen Stellungen zu neutralisieren. Da die Pankees sich mit aller Unbefangenheit der wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Positionen bemächtigen, versucht England durch Agitation der arabischen Föderation und durch Verhandlungen, die auch auf wirtschaftlichem Gebiet eine Annäherung der arabischen Staaten unter Englands Obhut einleiten sollen, Ott Weßrmachtbericht. DNB. Aus demFührerhauplquarNer, 24.21lai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront fanden nur Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung statt. Im Mittelmeerraum griffen deutsche Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Schiffs- ziele und militärische Anlagen des Hafens Djid- jelli an. Unterseeboote versenkten in schweren Kämpfen aus stark gesicherten Geleitzügen im Nordatlantik und bei Linzeljagd zehn Schiffe mit 55OOO BRT. Bier weitere Schiffe wurden torpediert. Ihr Sinken konnte wegen der starken Abwehr nicht mehr beobachtet werden. Lin Kampfflugzeug beschädigte ein feindliches Handels- Königsberg, 24.Mai. (DNB.) Die alte preußische Krönungsstadt gedachte des großen Astronomen Nikolaus Kopernikus in besonders feierlicher Weise. In der Aula der Albertus-Universität, die das Erbe des Domherrn von Frauenburg zusammen mit dem Nachlaß des großen Philosophen Kant wahrt, hieß der Rektor der Universität, Professor Dr. von Gründ erg, den Reichsmin-ister R u st und die Gäste aus Italien und Finnland willkommen? Nach einem Vortrag über Kopernikus und den Wandel im Weltbild, den der Direktor der Universitäts-Sternwarte, Professor Dr. Przyblick, hielt, sprach Reichsminister Rust zu der Versammlung. Nikolaus Kopernikus, so sagte er, bedarf heute, 400 Jahre nach dem Erscheinen seines großen Werkes über die Kreisbewegungen der Himmelskörper, dessen Vollendung nahezu auf Tag und Stunde mit der Vollendung seines Lebens zusammenfällt, keines Sprechers mehr, weil Widersacher seines großen Geistes auf dieser Erde nicht mehr sich zu zeigen wagen. Deutschland blickt auf Kopernikus mit den Gefühlen des Stolzes und der Verpflichtung als einen der Großen, der deutsche Art und deutschen Geist mit am klarsten und erfolgreichsten verkörpert. Kopernikus war deutschen Blutes, Er war sich seiner Zugehörigkeit zum deutschen Volkstum voll bewußt. Und es gibt kein einziges Zeugnis gegen sein Deutschtum und kein einziges Zeugnis für eine irgendwie geartete Zugehörigkeit zum Polen- tum, das vor dem Urteil echter Forschung bestehen kann. Eine große Klarheit spricht aus seinen Werken. Groß und still wie das ewige Firmament, in das sein Blick sich versenkte und dem er jene Erkennt- nis-abrang, die einem neuen Zeitalter Bahn brechen sollte, bleibt sein Denken. Die harmonische W e l t o r d n u n g ist die tieffte geistige und seelische Triebfeder des kopernikanischen Forschens. Er empfindet die gleiche Geistesrichtung bei den Pyta- goräern und bei Platon, und darum ist sein Humanismus lebendig und schöpferisch. Es ist der Geist sozusagen in letzter Minute zu retten, was noch zu retjjen ist. Auch Sir Casey in Kairo ist ja sehr tätig, aber die Pankees lassen sich nicht einschüchtern, und die Araber wissen, was sie von britischen Versprechungen zu halten haben. 40 Britenbomber beim Terrorangriff auf Dortmund abgeschossen. Berlin, 24. Mai. (DNB.) Die Zahl der beim Terrorangriff auf Dortmund abgeschossenen feindlichen Flugzeuge hat sich von den im Wehrrnachtbe- richt vorn 24. Mai gemeLbeien 33 nach weiteren Fest- mn auf insgesamt 40, meist viermotorige brr- omber der Typen Halifax, Stirling, Lancaster und Wellington erhöht. Eichenlaubträger Major Lent errang bei diesen Kämpfen seinen 60. Nachtjagdsieg. schiff im Atlantik durch Bombentreffer schwer. Lin Unterseeboot schoß über der Biskaya einen feindlichen Bomber ab. Feindliche Bomberverbände warfen in der vergangenen Nacht zahlreiche Spreng, und Brandbomben auf Dortmund. Es entstanden Verluste unter der Bevölkerung und erhebliche Sachschäden. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden 33 der angreifenden Flugzeuge, hauptsächlich viermotorige Bomber, abgeschossen. Schnelle deutsche Kampflugzeuge führten gestern einen überraschenden Tagestiefangriff gegen die süd eng tische« Hafenstädte Bournemouth und h a st i n g s. In der Nacht zum 24. Mai griff die Luftwaffe wieder den Schiffsbau- plah Sunderland mit starken Kräften an. 3m Stadl- und Hafengebiet entstanden nach Bombentreffern große Brände. der königlichen Geister in den Jahrtausenden arischer Geschichte. Erst allmählich wurden die Gegner dessen inne, daß mit der Darstellung von der Bewegung der Erde auch ein Zeitalter sich zu bewegen begann. Diese Bewegung ist mit unserer Generation in einen neuen bedeutsamen Abschnitt eingetreten, und darum gerade sehen wir im nationalsozialistischen Deutschland Adolf Hitlers auf Kopernikus als einen siegreichen Führer der Vorhut, mit dem wir uns in dem großen Kampf um eine neue Welt lebendig verbunden fühlen und dem wir nachkämp- fen wollen mit derselben ruhigen Gewißheit, daß auch unsere Vorstellung von einer vollkommenen, geordneten Welt bei gleicher "Beharrlichkeit der Durchbruch nicht versagt bleiben wird. Was Goethe von Kopernikus sagte: „Unter allen Entdeckungen und Ueberzeugungen möchte nichts eine größere Wirkung auf den menschlichen Geist hervorgebracht haben als die Lehre des Kopernikus. Kaum war die Welt als rund anerkannt, so sollte sie auf das ungeheure Vorrecht Verzicht tun, der Mittelpunkt des Weltalls zu fein. Vielleicht ist noch nie eine größere Forderung an die Menschheit geschehen ... kein Wunder, daß man sich auf alle Weise einer solchen Lehre entgegensetzte, die diejenigen, die sie annahmen, zu einer unbekannten, ja ungeahnten Denkfreiheit und Graßheit der Gesinnung berechtigte und aufforderte." Was Goethe hier von Kopernikus sagt, das gilt auch vom Bahnbrecher unserer' Zeit, um den sich nicht nur in Deutschland, sondern in Europa die alte Kulturwelt zur Verteidigung ihrer großen Tradition und zur Eroberung einer neuen Zeit geschart har Der Minister erwähnte dann Keplers Eintreten für des Kopernikus großes neues Weltbild. Seine Wetterführung kann nicht genannt werden, ohne eines italienischen Heroen gleichen Geistes auf gleichem Kampffeld zu gedenken, der mit ihm in engster Verbindung forschte und kämpfte, Galileo Galilei. Und wenn wir nun überhaupt dieser großen Männer gedenken und auch nur bei ihren Zeitgenossen beginnen uns umzusehen, so tauchen Oer neue „Nautieus". Schiff auf Schiff verschlingt der U-Boot-Krieg. Die amerikanischen Werften produzieren Notstandsschiffe. Werden sie es fertigbringen, mehr Schiffe von den Helligen zu lassen, als die U-Boote versenden? Washington und London möchten das die Welt glauben machen; hält aber ihr aufgeregtes Reklamegeschrei einer nüchternen Ueberprüfung stand? Eine Handhabe dazu bietet der „N auti c u s", das Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen (herausgegeben auf Veranlassung des OKM. von Admiral z. V. Gottfried Hansen), dessen 26. Jahrgang jetzt vor- liegt. Hier finden wir in einem Aufsatz von Prof. Dr.-Jng. Georg Schnabel über „Die Entwicklung des Handelsschiffsbaues im Ausland während des Krieges" alles Wissenswerte, um ein sachlich abgewogenes Urteil in der für den Ausgang dieses Krieges so wesentlichen Frage zu gewinnen. Wir erfahren, daß das Bauprogramm der USA. zu einem großen Teil nur auf dem Papier steht, daß es drüben hinsichtlich Material und Arbeitskräften an manchen Ecken hapert, — daß aber die pluto- kratifchen Kriegsgewinnler auf jeden Fall ihr Schäfchen ins Trockene bringen; denn der Dreis für dis primitiven Standardschiffe, deren Massenherstellung die Schlacht auf dem Atlantik für England und die USA. gewinnen soll, ist so hoch, daß in normalen Zetten solche Schiffe für die Hälfte und sogar ein Drittel des jetzigen Preises zu kaufen sind. Nach bewährter Art bringt her neue „Nauticus" wieder eine Vielfalt von Aufsätzen aus den Gebieten der Marinepolttük, der maritimen Technik, der Handelsschiffahrt, der Luftfahrt' und des Welthandels und spiegelt damit den weiten Horizont des deutschen Seefahrers. Dem Ueberblick über den Verlauf des Seekrieges von Oktober 1941 bis Ende September 1942 von Konteradmiral Gadow treten ergänzend zur Seite ein Aufsatz von Vizeadmiral Giuseppe F i o r a v a n z o über die italienische Marine im zweiten Kriegsjahr und eine „Geschichte des Kampfes der japanischen Kriegsmarine im großost- asiatischen Krieg" (bis Ende August 1942) von dem japanischen Marineattachä in Berlin, Konteradmiral Pokoi. Vizeadmiral 216mann behandelt „Wandlungen der Seskriegführung", wobei die Rolle des U-Bootes und der Luftwaffe im Seekrieg der Gegen- Namen auf wie Luther und Paracelsus, Dürer und Hutten, Kolumbus und Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael, und in ihnen erleben wir die ganze Größe der abendländischen Kultur, deren Schicksal von dem Verantwortungsbewußtsein und dem ehernen Durchhaltungswillen unseres Geschlechts abhängt. Das gewiß sagenhafte Wort, das Galilei in den Mund gelegt worden ist, als die Inquisition in ihm die gefährliche Lehre des Kopernikus treffen wollte: „U n d fiebewegtsichdo ch!", soll als Schlachtruf gegenüber einer geift- und gottlosen Welt unserer Gegner auch der unsrige sein. Und die Zeit bewegt sich doch, und wir wollen als ihr Bannerträger und als Schwertträger zugleich gegen den Ansturm her Feinde bestehen und siegen. Im Anschluß an die von stürmischem Beifall oft unterbrochene Rede des Reichsministers nahm der Rektor der Albertus-Universität die Verleihung von drei Kopernikus-Preisen vor. Der Preis des preußischen Ministerpräsidenten Reichsmarschalls Hermann Göring wurde dem Professor Dr. Francesco Severi (Rom), dem hervorragenden Vertreter der algebraischen Geometrie, verliehen. Die Kopernikus-Preise der Universität Königsberg fielen an Professor Heisenberg vom Kaiser-Wilhelm- Jnstitut in Berlin-Dahlem und an Professor Un- söld (Kiel). Professor Heisenberg hat sich durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der theoretischen Physik einen Namen gemacht, während Professor Unsöld besondere Ergebnisse bei seinen aftro-physikalischen Messungen erzielte. Am Nachmittag begab sich Reichsminister Rust in Begleitung von Professor Przybylick, Landesbaurat Friesen, dem Schöpfer der Kopernikus- Schausammlung nach der alten Bischofsstadt Frauenburg am Frischen Haff, um sich an Hand des Modells die geplante Gedächtnisstätte für Kopernikus erklären zu lassen. In der Aula her Königsberger Universität sprach am Montagnachmittag der Kopernikus-Preisttäger Prof. Alfred Kühn vor einem Kreis geladener Gäste. Unterfeeboote versenkten in schweren Kämpfen und bei Einzeljagd zehn Schiffe mit55000 MT. „Llnd sie bewegt sich doch." Neichsminister Nust feiert de« großen deutschen Astronomen Kopernikus als Bahnbrecher einer neuen Zeit. Gulbransson. Zu seinem 70. Geburtstage am 25. Mai. Wie oft hat uns schon das berühmte Ei des Kolumbus auf den verschiedensten Gebieten überrascht. In der Karikaturenzeichnung löste uns das Rätsel Olas Gulbransson, ein Mann von größter Ruhe und Gelassenheit, einem lyrisch zarten Gemüt und einet strotzend gesunden Konstitution und Lebensauffassung. Was er erst mühsam auf her nor- , wegischen Zeichenschule gelernt und noch als Mitarbeiter der Zeitschrift „Transvilsposten" verwandt, was er in der Prioatkunstschule des Bildhauers Colarossi in Paris um 1900 geübt hatte: die durch Stricheln und Schattierungen gewonnene Plastik einer Flächendarstellung — das ließ der merkwürdige, seit 1902 ganz auf München und den „Sim- plicissttnus" versessene Norweger fort und behielt nur noch die Umrihlinie So fing er in diese Umrißlinie alles ein, was ihm in den Weg kam, Zeitgenossen und die Zeitgeschichte selbst; ab anno 1902 bis zu diesem Jahre, dem siebzigsten seines Lebens. Er wurde her stärkste deutsche Karikaturist der Zeichenfeder, und wie er die Weltpolitik in seine Umrißlinien spannte, das war so voll Verbissenheit, Humor und. Philosophie, daß man einfach perplex war. Wie es Gulbansson mit der Politik trieb, wie er die Größen im Lager unserer Feinde 1914—1318 und auch dieser Kriegsjahre alles Flitters entblößte, so trieb er's — etwas freundlicher gesinnt — auch mit den Literaturgrößen seines eigenen Herkunftslandes. Sonst hat er im allgemeinen mehr für höllische als für himmlische Figurinen Verständnis und hat mehrmals auch für dgs Münchener Marionettentheater Entwürfe zu Charaktermasken entworfen, Kasperln, gehörnten Teufelchen usw. Er ist gut verheiratet, und von seiner Frau wie von seiner Tochter Inge gibt es ein paar sehr schöne Umrißzeichnungen aus seiner Hand. Am meisten ist -er mit München verheiratet. Dort, wo einst Wilhelm Buschs zeichnerische Philosophie so ertragreich wucherte, war auch für Gulbranssons philosophierende Wahrheitsliebe die richtige Humuserde. So hat er das Nordische mit dem Münchneri- schen, die Kristiania-Boheme mit der Dult in Einklang gebracht. Gunnar Heiberg, der norwegische Kritiker, hatte einst als erster in der Zeitschrift „Verdens Gang" auf den jungen Gulbransson in her Heimat aufmerksam gemacht, doch dessen Heimat wurde bald Europa. Heute freuen wir uns an der Jugend seiner klassischen Zeichenkunst. Rudolf Adrian Dietrich. 3«t Tuileriengarten. Von Theodor Heinz Köhler. Hinter schwarzem Gitter lockte die schattige Kühle der Kastanien, weiß brachen die Blütenkerzen daraus hervor, und der junge Mann betrat, jäh angezogen und von einem plötzlichen Taumel des Entzückens befallen, den Jardin des Tuileries, nach dem VielgefchauteiN ein wenig in die Stille des Gartens zu verweilen. Auch hoffte er wohl, im Jardin seine Gedanken ordnen zu können, als gäbe es ein Loslösen von dieser Stadt innerhalb ihrer Mauern, das ihm erlaubte, sich besinnend, zurückzutreten; jene Bilder wenigstens im gröbsten zu scheiden, die angesichts der königlich erhabenen Plätze, Straßen in niege- sehener Breite und Prächtigkeit, Gebäude in einer düster-schönen Schrecklichkeit, aber mehr noch vor dem Unaussprechlichen, das alles gemeinsam ausatmete und verdichtete, auf ihn eingeströmt waren. Es war die Stunde des frühen Nachmittags, an einem Sonntag im Mai, und arbeitsbefreite Pariser ergingen sich dort, hatten die Bänke lesend ober auch nur vor sich hinsehend belegt, das heitere, lichtdurchwirkte Bild zu genießen, das sich hem (Ein- getretenen in einem tanzenden Sonnenflimmern bot. Auch saß man auf kipplichen CiseKstühlen, die scheinbar ohne jede tiefere Einfügung, indes die Ordnung des Schönen nicht störend, aufgestellt waren. Betroffen sah der junge Mann die Zufälligkeit, in der sie standen, und er glaubte, sie als ein Zeichen des Gefühls zu erkennen, mit dem die Menschen dieser Stadt Besitz ergreifen von dem, das ihnen liebenswert ist: nicht so, daß sie es unangetastet lassen im Willen, zu schonen, sondern daß sie ihr Leben in seine Mitte stellen. Aber der Garten, von dem er sich Klärung erhofft hatte, svrach,selbst in seiner leichtlebkgen Heiterkeit ihn als ein Bild in solch zwingendem Ein- ftrömen an, daß es davor kein senkendes Bestehen mehr gab. So sah er, an das Bassin herantretend, dessen Fontänen ihr Wasser zerstäubend gegen das Licht warfen, die Kinder im Spiel mit weißbesegelten Booten, ungestört, ja von den Erwachsenen, unter denen der Polizist nicht fehlte, umstanden. Sie ergötzten sich an dem eleganten Gleiten der Segler, als sei es ihr Spiel und gäbe es nichts sonst in ihrem Leben, das sie forderte. Lange stand der junge Mann so, sah, wie ein prächtiges Boot königlich mit geblähten Segeln sich unter dem Sonnensprühregen der Fontäne seitwärts neigte, fah chas sanfte Grün des Wassers, hörte die lebhaften Rufe der Zuschauer und wurde von einem Jungen mit Baskenmütze im Eifer zurückgedrängt, her sein an der diesseitigen Ufereinfassung glücklich gelandetes Schiff in Empfang nehmen wollte. Entschuldigendes Lächeln des weißhaarigen Herrn, der den „Paris midi“ in der linken Tasche seiner schwarzen Jacke trug, kühl und doch von einem Zauber bestrickender Höflichkeit erfüllt. Und der Himmel war makellos rein, von dem hellen, ätherhasten Blau, unter dem wie das Unnennbare, das über einem Glas Champagner auf- steigt, der prickelnde, sich verlierende Hauch der Stadt lag. Betörend strömte den Kastanien der Duft ihrer Blüten aus. Dort, in den Alleen wanderten Menschen auf und nieder, beschwingt und gelöst von allem Schatten-, den die Welt birgt. Kopernikus-Bildnisse. Heber die Frage, wie Kopernikus ausgesehen habe, stellt der frühere Direktor der Danziger Städt« bibliothek, Dr. F. Schwarz, eine Untersuchung an in der Gedächtnisschrift „Kopernikus, Persönlichkeit und Werk". Er weist darauf hin, daß bei den Künstlern, die zur Zeit des Kopernikus gelebt haben, das Gefühl für Lebensnähe und Ähnlichkeit nicht sehr ausgeprägt gewesen sei und daß ungünstige Umstände es nicht oft dazu hätten kommen lassen, daß Kopernikus gemalt worden sei. Das älteste Bildnis, ein Holzschnitt von 1587 aus einem Sammelwerk „Contrafakturbuch", stammt von Tobias (»immer. Es ift angefertigt nach einem Bildnis an her Uhr des Straßburger Münsters, für das ein Brudersohn von Kopernikus' Freund Giese ein Bild von Kopernikus besorgt hatte; „Autographon" wird es genannt. Gassendi berichtet, Kopernikus habe in seiner Krakauer Zeit auch Malstudien betrieben und sich mit Hilfe eines Spiegels gemalt. Schwarz hält das für eine erfundene Erzählung, weil sie nirgendwo sonst eine Andeutung dieser Art fände. Er möd)te das „Autographon" auch nicht mit Selbstbildnis übersetzen, sondern deuten als „Bild mit eigenhändiger Unterschrift" oder so ähnlich. Jedenfalls war Giese derjenige, her es verschaffte und dem Künstler lieh, der das Bildnis an der Uhr des Straßburger Münsters malte, und das gibt dem Verfasser die Gewißheit, das das Straßburger Bild wirklichkeitsnah gewesen sei. (»immer, der ein guter Künstler war, habe also sein Bild nach einem Original gemalt, das nach dem Leben geschaffen mal* Die große Reihe von Kopernikusbildnissen, die es gibt, seien auf Grund des Holzschnittes im Contrafakturbuch von Nikolaus Reusner geschaffen worben. Das Autographon ist leiber verschwunden. Ein mehrfach erwähntes repräsentatives Oelgemälde in Frauenburg ist ebenfalls verschollen, und das im 18. Jahrhundert von Bischoff Kromer geschafft Denkmal wurde zerstört. DKD- idt. A Kopernikus-Feier der Llniverfität her Pfychologi wurde 18! ;ie und Pädagogik ernannt worden. Eckle .99 in Blaubeuren (Württ.) geboren, wirkte (Nachdruck verboten.) 14. Fortsetzung. k 'm n? ht. int hr. »en r unb lidjeb ir die beten i uni . Ge- zunächst im Schuldienst und war später Assistent in Dresden und Gießen. 1938 wurde er Dozent an der Reichsschule für Arbeitsführung in Stuttgart, 1939 an der Universität Tübingen Dozent für Psychologie und Pädagogik, 1940 a. o. Professor in Breslau. — Der außerplanmäßige Professor Dr. techn. habil. Johann Kreutz ist zum ordentlichen Professor an der Universität Breslau unter Ueber- tragung des Lehrstuhles für landwirtschaftlichen Pflanzenbau ernannt worden. 1892 in Forchheim geboren, promovierte er 1924 in München und habilitierte sich ebenda 1940 für Acker- und Pflanzenbau; 1941 erhielt er einen Lehrauftrag für Ackerbau an der Universität München. Professor Kreutz hat eine große Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht, die zum Teil von einschneidender Bedeutung für die Landwirtschaft waren. 8 R nto $ Oll ibit ölen ein n btt n ihm Dellte; hlacht- lt un< ib dir Is ihi gegen all oil m der | eihunz is des Ichallr Fran- i Ba- ii. Die , fielen ilhelm- t Un- dutld etW tofelisl r N !ande^ rnitus- nfsstadi i N ür V icr Kö' hmittti Küh- Schlagetrr-Gedenkfeierauf-emGleiberg Der Neichsstudentenführer Dr. Scheel spricht. , 3“» 20. Todeskage des Ireiheiiskämpfers und Skudenken Alberk Leo Schlageker findet am morgigen Mittwoch, 2ö. Mai 1943, nachmittags, eine '£te“W Grobkundgebung der studentischen Kameradschaften des Gaues heffen- Rassau auf der Siebener Skudenlenburg Gleiberg in Anwesenheit des Reichs- studenkensührers Dr. Scheel, Reichsslatlhalters Sprenger und des Amlschefs de» NS.-Allherrenbnndes Dr. p a l l m a n n statt. Programm: 12 Ahr: (Empfang der schwerverwundeten Studenten Siebens und Zriedbecgs In der Zeughauskaserne durch den Reichsstudentenführer. 15.30 Ahr: Schlageter-Gedenkseier aus Gießens Studentenburg Gleiberg. Auf der Fahrt von Atlantik City nach Neuyork entgleiste aus nicht genannten Gründen ein Personenzug. Das Unglück forderte 18 Todesopfer und weit über 100 Verletzte. Der bolivianische Staatspräsident Penaranda traf in der mexikanischen Hauptstadt zu einem Staatsbesuch ein und betonte vor der Presse erneut Boliviens Ansprüche auf einen PaziMhasen. Kunst und Wissenschaft. Hochschulnachrichlen. Der a. o.Professor Dr. Christian Eckle in Breslau ist zum ordentlichen Professor an der Universität Posen unter Uebertragung des Lehrstuhls für (US* .der hon- d« Bn. reift nirti K. ebte W dem nira! land' ! dtt egen. HansunöWnzMch üovkllt von Meodor Storm befreien, und trat jetzt an den Tisch des neuen Gastes. „Was soll es sein?" frug sie höflich; aber als er ihr Bescheid gab, schien sie es kaum zu hören; er sah verwundert, wie ihre Augen starr und doch wie abwesend auf ihn gerichtet waren und wie sie noch immer vor ihm stehenblieb. „Kennen Sie mich?" sagte er und warf mit rascher Bewegung seinen Kopf zurück, so daß der Schein der Deckenlampe auf fein Antlitz fiel. Das Weib tat einen tiefen Atemzug, und d'e Gläser, die sie in der Hand hielt, schlugen hörbar aneinander: „Verzeihen Sie", sagte sie ängstlich; „Sie sollen gleich bedient werden." Er blickte ihr nach, wie sie durch eine Seitentür hinausging; der Ton der wenigen Worte, welche sie zu ihm gesprochen, war ein so anderer gewesen, als den er vorhin von ihr gehört hatte; langsam hob er den Arm und stützte seinen Kopf darauf; es war, als ob er mit allen Sinnen in eine weite Ferne denke. Es hätte ihm endlich auffallen müssen, daß seine Bestellung noch immer nicht ausgeführt fei; aber er dachte nicht daran. Plötzlich, während am andern Tisch die Karten mit den Würfeln wechselten, erhob er sich. Wäre die Aufmerksamkeit der übrigen Gäste auf ihn statt auf das neue Spiel gerichtet gewesen, er wäre sicher ihrem Hohne nicht entgangen; den der hohe, kräftige Mann gitterte sichtbar, als er jetzt mit auf den Tisch gestemmten Händen dastand. Aber cs war nur für einige Augenblicke; dann verließ er das Zimmer durch dieselbe Tür, durch welche vorhin die Aufwärterin hinausgegangen war. Ein dunkler Gang führte ihn in eine große Küche, welche durch eine an der Wand hängende Lampe nur kaum erhellt wurde. Hastig war er eingetreten; feine raschen Augen durchflogen den vor ihm liegenden wüsten Raum; und dort stand sie, die er suchte; wie unmächtig, die leeren Gläser noch in den zusammengefalteten Händen, lehnte sie gegen die Herdmauer. Einen Augenblick noch; dann trat er zu ihr; „Wieb!" rief er; „Wiebches kleines Wiebchen!" (Fortsetzung folgt») Und jetzt erhob das Lärmen sich von neuem, nur daß auch eine Frauenstimme nun dazwischen kreischte. — Ein finsteres Lachen fuhr über das Antlitz des Mannes; heim Schein der roten Laterne und den wilden Lauten hinter den verhangenen Fenstern mochte allerlei in seiner Erinnerung aufwachen, was nicht gut tut, wenn es wiederkommt. Dennoch schritt er darauf zu, und als er eben von der Stadt her die Bürgerglocke läuten hörte, trat er in die niedrige, aber geräumige Schenkftube. An einem langen Tische saß eine Anzahl alter und junger Seeleute; ein Teil derselben, zu denen sich der Wirt gesellt zu haben schien, spielte mit beschmutzten Karten; ein Frauenzimmer, über die Jugendblüte hinaus, mit blassem, verwachtem Antlitz, dem ein Zug des Leidens um den noch immer hübschen Mund nicht fehlte, trat mit einer Anzahl dampfender Gläser herein und verteilte sie schweigend an die Gäste. Als sie an den Platz eines Mannes kam, dessen kleine Augen begehrlich aus dem grobknochigen Angesicht hervorschietten, schob sie das Glas mit augenscheinlicher Hast vor ihn hin; aber der Mensch lachte und suchte sie an ihren Röcken festzuhalten: „Nun, Ma'arn--, habt Ihr Euch noch immer nicht besonnen? Ich bin ein höflicher Mann, oersichre Euch! Aber ich kenne die Weibergeographie: Schwarz oder Weiß, ist alles eine Sorte!" „Laßt mich", sagte das Weib; „bezahlt Euer Glas und laßt mich gehen!" Aber der andere war nicht ihrer Meinung; er er ergriff sie und zog sie jäh zu sich heran, daß das vor ihm stehende Glas umftürmte und der Inhalt sie beide überftrömte. „Sieh nur, schöne Missis!" rief er, ohne darauf zu achten, und winkte mit seinem rothaarigen Kopf nach einem ihm gegenübersitzen- den Burschen, dessen flachsblondes Haar auf ein bleiches, vom Trünke gedunsenes Antlitz herabfiel; „sieh nur, der Jochum mit feinem greifen Kalbsgesicht f)at nichts dagegen einzuwenden! Trink aus, Jochum, ich zahle dir ein neues!" “ Madame gesehen: 5töü‘ M.1 . Aus' ien, d)t f# l? Lildnö tiefet rillig $ -eD Aoptl> es r n («J? E 'S I"? 5? 'S- Ein trüber Abend war auf diesen Tag gefolgt; fein Stern war sichtbar; feuchte Dünste lagerten auf der See. Im Hafen war es Ungewöhnlich voll von Schiffen; meist Jachten und Schoner; aber auch $in paar Vollschiffe waren dabei und außerdem der Dämpfer, welcher wöchentlich hier anzulegen pflegte. Alles lag schon in tiefer Ruhe, und auch auf dem Hafenplatz am Bollwerk entlang schlenderte nur ein einzelner Mann; wie es den Anschein hatte, müßig und ohne eine bestimmte Absicht. Jetzt blieb er vor dem einen der beiden Barkschiffe stehen, auf dessen Deck ein Junge sich noch am Gangspill-^ zu schaffen machte; er rief einen „guten Abend" hinüber und fragte, wie halb gedankenlos, nach Namen und Ladung des Schiffes. Als ersterer genannt wurde, tauchte ein Kopf aus der Kajüte, schien eine Welle den am Ufer Stehenden zu mustern, spie dann wett hinaus ins Wasser und tauchte wieder unter Deck. Schiff und Schiffer waren nicht von hier; der am Ufer schlenderte weiter; vom Marder drüben kam dann und wann ein Vogelschrei; von der Insel her drang nur ein schwacher Schein von den Leuchtfeuern durch den Nebel. Als er an bieeteUe kam, wo die Häuserreihe näher an das Wasser tritt, schlug von daher ein Gewirr von Stimmen an sein Ohr und veranlaßte ihn, stillzustehen. Don einem der Häuler fiel ein roter Schein m tue .Nacht hinaus; er erkannte es wohl, wenngleich fein tfuß Die 'Schwelle dort noch nicht überschritten hatte; das Licht kam aus der Laterne der Hasenschenke. Das Haus mar nicht wohl beleumdet; nur fremde Matrosen und etwa die Söhne von Setzschiffern verkehren dort; er hatte das alles schon gehört. — 2i Eine bewegliche Welle, um den Anker auszu- winden« Kleine politische Nachrichten. Der Reichsfinanzminister und d^r Reichsinnen- mmrster haben bestimmt, daß die Vorschriften über ©en Kriegszuschlag zur Einkommensteuer nunmehr auch in den eingegliederten Ostgebieten und im Memelland in Kraft treten. 3n Thorn wurde ein Standbild des Ko- pernikus aufgestellt, 'fteilich noch nicht das Werk selbst, sondern das Modell in den Größenverhält- nissen des Originals, das 4,50 Meter hoch ist und auf einem Sockel von 1,30 Meter Höhe stehen wird. Das von Gauleiter Reichsstatthalter Forster geftiftete Werk des Bildhauers Joseph Thorak zeigt den Schöpfer einer neuen Weltanschauung, die Kugeln der Sonne und der Erde h’agenb, um ihr Verhältnis gegeneinander sichtbar abzuwägen. fen, Bürgermeister und Burggrafen stellte, wie a>.ch den bewußt deutschen Bischof Lucas Watzenrode von (frmlanD, der als Oheim des Kopernikus dessen Studium in Bologna, Padua und Ferrara förderte und Kopernikus dann zu seinem engsten Mitarbeiter wählte. Er war, wie später Kopernikus, in Bologna Mitglied der Natio Germanorum, der deutschen Landsmannschaft, die mit den Polen auf gespanntem Fuße stand. Zahlreiche Briefe und Aufzeich- nungen des Kopernikus beweisen, daß er deutsch als Umgangssprache gebrauchte; kein Wort von ihm ist in polnischer Sprache nachzuweisen. Sein Deutschtum wird noch unterstrichen durch den Bries seines Amtsbruders Sculleti, als Kopernikus 1520 im Kriege mit diktatorischer Kraft die Belange des Ermländischen Kapitels in Allenstein führte: daß unter keinen Umständen ein Pole in die Burg Allen- ftein gelassen werden dürfe. Kopernikus steht vor uns als die Gestalt eines deutschen Mannes, bereit zur Führung im Geiste wie im Kampf ums deutsche Dasein, ein hohes Bild deutschen Mannestums. Nach dem außerordentlich fesselnden, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vorttage wurde die Kopernikus-Feier mit der Führer-Ehrung und den Liedern der Nation beschlossen. * In der Eingangshalle des Vorlesungsgebäudes hatte das Mathematische Institut gemeinsam mit der Universitäts-Bibliothek interessantes Anschauungsmaterial zur Kopernikus-Feier zur Schau gestellt: so einen kostbaren Erstdruck der grundlegenden Schrift „De revolutionibus orbium Coelestium“ von Kopernikus, das Faksimile eines eigenhändigen Briefes und mehrere Bildnisse des großen Astronomen, auch Exemplare Der im Zusammenhang erwähnten Schriften von Kepler, Tycho Brade und Gatllei. MDMM ääfSs'aS “yjotten oer bedeutendsten Seemächte. So aibt auch der neue Band des „Nauticus" 9fntmnri- m.t vMe 6rafien di- sich im Ä Kben intonierten Beobachter Tag für Der italienische Wehrmachtbericht. Rom, 24. Mai. (DRV.) Der italienische W°br° madjtber^t flibt bekannt: Die Häsen von Birerta Ä D'idj.lli wurden von de? &Öe be? ?nmaälte mit guter Wirkung angegriffen. Feind- .iche Luftverbande führten wiederholte Bombardir- ßamanplhnHf 3"seln Pantelleria und Lampedusa sowie auf die Stadt Messina durch. Im Zentrum der Stadt wurden beträchtliche Schien verursacht. Die Zahl der Opfer unter Der ^beüolferung wird zur Zeit festgestellt Die der beiden Inseln vernichtete sechs Flugzeuge Ferner wurden von deutschen Jägern Mei Spttftre über Malta und ein zweimotoriges Flugzeug südlich von Sardinien ab geschossen. Vom Feindeinsatz der letzten Tage kehrten vier unserer Flugzeuge nicht zu ihrem Stützpunkt zurück. Der kleine Mann muß Roosevelts Krieg finanzieren. Vigo 24. Mai (DNB.) Der FinanzmiM« Roo,eoelts, der Jude Morgenthau, erklärte d?ß weitere 45 Milliarden Dollars tn diesem Jahr zur Finanzierung des Krieges aufgebracht werden müssen. Die Barmitel hierzu müßten durch den Verkauf von Kriegsanleihescheinen und d u r ch B e sie uerung aufgebracht werden. Der größte Teil des Geldes müsse von Personen auf. gebracht werden, die weniger als 5000 D ol- lars pro Jahr verdienten. Zu Ehren des großen deutschen Astronomen Ni- kolaus Kopernikus fand aus Anlaß der 400. Wiederkehr feines Todestages (24. Mai 1543) gestern vormittag in der Aula eine akademische Feierstunde statt. Oer Prorektor Professor Or. Rauch hi^ß, nach einem einleitenden Musikvortrag, Vertreter der Partei, der staatlichen und der städtischen Behörden sowie der Wehrmacht als Gäste willkommen und dankte ihnen für das durch ihr Erscheinen bekundete Interesse an der Arbeit der Universität. Diese Arbeit sei, wie schon der Rektor Professor Dr. B r ü g g e m a n n, gelegentlich Der Immatrikulationsfeier betont habe, kriegswichtig und nationalsozialistisch wichtig. Dozenten und Studenten der Universität verbänden sich in dem Gelöbnis, ihre Schuldigkeit zu tun; die kriegsversehrten Ka- meradey seien uns allen dabei ein Vorbild. Diese Feierstunde sei zugleich als eine Arbeitsstunde gedacht: am 400. Todestage des Kopernikus wolle man ein Bekenntnis oblegen zu einem deutschen Gelehrten, Der eine neue wissenschaftliche Weltanschauung begründete, Der Die Erde entthronte und Die Sonne in Den Mittelpunkt Des Weltbildes rückte in einer Zeit, in Der Die ErDe an sich bedeutend größer wurde, im Zeitalter nämlich der Entdeckungen, der Erdumsegelungen, in der religiös- politisch bewegten Epoche Der Reformation. Ein echt deutscher Gelehrter habe damals ein weltbewegendes Werk geschaffen, über ein Menschenalter an Dem gewaltigen Gedankenbau arbeitend. Dieses Werk, von dem das erste gedruckte Exemplar Dem Verfasser auf dem Sterbebette überreicht rourDe, sei für Mathematiker geschrieben, also erteile er, Der Prorektor, nun Professor Ullrich Das Wort zur akademischen Rede und wissenschaftlichen Belehrung über Den deutschen Gelehrten Nikolaus Kopernikus. Professor Or. Ullrich beschrieb zunächst anschaulich Die Himmelserschei- nungen, um Deren Erklärung sich das kopernikanische Werk bemüht. Er führte Dann Die Hörer in raschem Zuge durch Die Geschichte Der Sternkunde, soweit sie Dem gleichen Ziele diente, und hob Die Astronomie, Dor 20 Jahren: Schlageters letzte Fahrt. Anläßlich Der morgigen Schlageter-Gedenkfeler auf dem Gleiberg bei Gießen sei daran erinnert, daß die sterbliche Hülle dieses am 26. Mai 1923 von der damaligen französischen Besatzungsarmee in Düsseldorf ermordeten deutschen Freiheitskämpfers auf der letzten Fahrt in die Heimat am 8. Juni 1923 auch in unserem Bahnhof mit Ehrfurcht empfangen wurde. Wie wir im „Gießener Anzeiger" Nummer 133 vom Samstag, 9. Juni 1923, berichteten, hatte sich an jenem Freitag, 8. Juni, abends gegen 11 Uhr eine riesige Menschenmenge auf dem Bahnsteig 1 unseres Bahnhofs eingefunden, um dort Den Märtyrer des deutschen Abwehrkampfes gegen Die französische Eroberungssucht und Die Bedrücker der Deutschen Bevölkerung im Ruhrgebiet und im Rheinland noch einmal zu ehren. Als Der v-Zug, der einen besonderen Packwagen mit der aufgebahrten Leiche Albert Leo Schlageters mit sich führte, einlief, wurde dem unvergeßlichen Toten in ehrfürchtigem Schweigen Dank und Gruß der Gießener Bevölkerung dargebracht. Es wurden keine großen Reden gehalten, sondern mit einem schlichten und kurzen Gedenkwort zu Den vielen Kränzen und Blumen, Die schon auf Der bisherigen Fahrtstrecke Dieses Zuges in den Packwagen hineingereicht worden waren, auch hier weitere Kränze an Der Bahre des gefallenen Kämpfers niedergelegt. Unter diesen Kränzen befand sich auch ein großer und schöner Kranz der Universität, mit Dem unsere Alma mater und die Studentenschaft ihre enge kameradschaftliche Verbundenheit mit Dem Märtyrer der deutschen Sache im Rhein- und Ruhr- gebiet zum Ausdruck brachten. Die schlichte Gedenkfeier wurde mit dem Lied „Ich halt' einen Kameraden" und mit Dem Deutschland-Lied abgeschlossen. Lichtspielhaus. „Abenteuer im Grandhotel". Dies ist eine Produktion der Styria-Film, etwas zeitig im Jahr erscheinend, mehr für Die Hundstage geeignet: ein Schwank mit haarsträubenden Verwechslungen und wahrhaft grotesken Situationen. Das Abenteuer im Grandhotel, das Dem Ganzen Den Namen gab, bildet nur Den Auftakt und Die Einleitung, Die besseren Pointen ereignen sich erst später in einem idyllisch gelegenen Schloß, wo man nächtlicherweile mit Kerzen bewaffnet über Die Gänge geistert und natürlich im verkehrten Zimmer und sogar im falschen Bett neben jemandem ankommt, der auf solchen Besuch nicht gefaßt war. Immerhin ergeben sich nach Dem oft bewährten Rezept Des Rollentausches — Der Graf als Chauffeur, der Diener als Graf, — etliche Momente von schlechthin entwaffnender Komik, so etwa, wenn sich Hans Moser, der in einen Grandseigneur verwandelte Diener, einen lebendigen fyatyi als Wecker auf den Nachttisch stellt. Als ein rechter Hahn im Korbe erweist sich hier wiederum Wolf Alb ach- Retty, der unwiderstehliche gräfliche Chauffeur, Zeit ist, andererseits Staub und Schmutz Des Tages nicht mit ins Bett genommen werden, was aus hygienischen Gründen sehr wichtig ist. Diese gründliche Reinigung bildet zusammen mit Zähneputzen und Säubern der Finger- und Fußnägel weitgehenden Schutz gegen Infektionskrankheiten. Die Mutter sollte diese Reinigung überwachen und dabei Den Körper Des Kindes unauffällig mustern, Damit Hautausschläge, Entzündungen usw. rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Das Zimmer, in dem die Kinder schlafen, soll völlig dunkel sein. Wie Schlafenszeit und Ausstehen stets zur gleichen Stunde erfolgen sollen, müssen auch die Mahlzeiten regelmäßig eingenommen werden. Zum Früh, stück statt eines Dünnen Getränks am besten einen Haferflocken- oder Grießbrei und unbedingt nur Vollkornbrot, Das wegen seines höheren Gehalts an Kalorien und Mineralsalzen, und Da es kräftig gekaut werden muß, zur Kräftigung der Zähne und zur Verhütung von Verdauungsbeschwerden bei- krägt. Daß die Hauptmahlzeit aus frischem Gemüse und Kartoffeln und nur wenig Fleisch zu bestehen hat, versteht sich von selbst. Durch straffe Zeitord- nung, genügend Schlaf und vernünftige Ernährung wird auch die Nervosität verhindert, die man oft an Kindern beobachten kann, deren Tag dieser Ordnung entbehrt. das reine Wissen, ab gegen Die aus Babylon stammende und unserem Wesen fremde Sterndeuterei. Er umriß hierauf Die griechischen Weltsysteme, wies hm auf Den Versuch Des Aristarch von Samos, Der als Vorläufer des Kopernikus gelten muß; Aristarch stellte Die Sonne in die Mitte und ließ Venus' und Erde um sie auf Kreisen laufen; auch Die Achsen- Drehung Der Erde war Den Griechen Damals bekannt. Doch wurde Das Werk Des Aristarch nicht durchge- führt, es blieb im Bereich der reinen Spekulation und verfiel rasch Der Ablehnung. Den Höhepunkt Des antiken Weltsystems bildet das Werk Des Ptole- maios. Das im wesentlichen unerschüttert blieb bis ins späte Mittelalter, wo Regiomontanus, Johannes Müller aus Königsberg in Franken, zuerst Den Plan Zu einem großen Neubau faßte. Was Der Tod ihm verwehrte, hat Kopernikus geleistet: er hat das Weltsystem ausgebaut, das Die Planeten um Die Sonne kreisen läßt, und in strengen mathematischen Durchführungen seine Theorie den Beobachtungen angepaßt, soweit das damals möglich war. Prof. Ullrich las einige Stellen aus Der Vorrede an Den Papst Paul Illi., Die Kopernikus feinem Werk voranstellte. Daraus spricht Bescheidenheit ebenso wie berechtigter Stolz, und es entsteht vor uns Das Bild eines deutschen Renaisfancegelehrten im besten Sinne: er unterwerfe sich Dem Urteil Der Mathematiker — Denn Mathematik wird nur für Mathematiker geschrieben. _ Prof. Ullrich zeigte Dann in großen Zügen Kampf und Durchbruch Der Lehre, vor allem durch das Lebenswerk Johannes Keplers, Der auf Den Beobachtungen Tycho Brahes Das Problem Der Marsbahn bezwang und damit Den schlüssigen Beweis für die Richtigkeit des ko perni konischen Systems zugleich unter gewissen, jetzt erst möglichen Verschärfungen brachte. Schließlich zeichnete Der Vortragende ein Bild Des Deut.schen Kopernikus, desftn Leben so genau bekannt ist, wie nur bei wenigen Gelehrten "feiner Zeit. Die Familienforschung hat Den klaren Nachweis der deutschen Abstammung von väterlicher wie mütterlicher Seite längst erbracht; in zahlreichen Dokumenten ist zudem erwiesen, daß Die Familie Dem Deutschen StaDtadel von Thorn angehörte und Schöf- Der Mensch, zu Dem er gesprochen hatte, goß mit blödem Schmunzeln sein Glas auf einen Zug hinunter und schob es Dann zu neuem Füllen vor sich hin. Einen Augenblick ruhten Die HänDe des Weibes, mit Denen sie sich aus Der gewaltsamen Umarmung zu lösen versucht hatte; ihre Blicke fielen auf Den bleichen Trunkenbold, und es war, als wenn Abscheu und Verachtung sie eine Weile alles andere vergessen ließen. Aber ihr Peiniger zog sie nur fester an sich: 'Siehst du, schöne Frau! Ich dächte Doch, Der Tausch wär' nicht so übel! Aber Der ist's am Ende gar nicht! Nimm dich in acht, daß ich nicht aus Der Schple schwatze!" Und Da sie wiederum sich sträubte, nickte er einem hübschen, braunlockigen Jungen zu, Der am unteren Ende des Tisches saß. „He, du Gründling", rief er, „meinst du, ich weiß nicht, wer gestern zwei Stunden nach uns aus der roten Laterne unter Deck gekrochen ist?" Die hellen Flammen schlugen Dem armen Weibe ins Gesicht; sie wehrte sich nicht mehr, sie sah nur hülfesuchend um sich. Aber es rührte sich keine Hand; der junge, hübsche Bursche schmunzelte nur und sah vor sich in sein Gla?. Alls einer unbesetzten Ecke Des Zimmers hatte bisher Der zuletzt erschienene Gast Dem allen mit gleichgültigen Augen zugesehen; und wennn er jetzt die Faust erhob und dröhnend vor sich auf'Die Tischplatte schlug, so schien auch dieses nur mehr wie aus früherer Gewohnheit, bei solchem Anlaß nicht Den bloßen Zuschauer abzugeben. „Auch mir ein Glas!" rief er, und es klang fast, als ob er Händel suche. Drüben war alles von Den Sitzen aufgesprungen. ..Wer ist Das? Der will wohl unser Bowiemesser schmecken? Werft ihn hinaus! Goddam, was will der Kerl?" „Nur auch ein Glas!" sagte Der andre ruhig. „Laßt euch nicht stören! Haben, denk' ich, hier wohl alle Platz!" Die Drüben waren endlich doch auch dieser Meinung und blieben an ihrem Tische; aber Das grauen« zimmer hatte Dabei Gelegenheit gefunden, sich zrr Aus -er Stadt Gießen. Oie Gesundheit des Schulkindes. Wichtig für die ungestörte Entwicklung des Kindes ist vor allem eine genaue Zeiteinteilung, Die Aufstehen und Zubettgehen sowie bei den Schul- kmdern Arbeits- und Freizeit regelt und nur ganz ausnahmsweise unterbrochen werden Darf. Ein Kind braucht zehn bis zwölf Stunden Schlaf, für Dessen pünktlichen Beginn und ungestörte Dauer die Mut- ker zu sorgen hat. Bei einem ausgeschlafenen Kinde wird das Aufstehen ohne große Schwierigkeiten vor sich gehen. Je nach Der Länge Des Schulweges sollte das Aufstehen ein- bis anderthalb Stunden vor Den Schulbeginn gelegt werden. Auf alle Fälle muß so viel Zeit sein, Daß das Kind sich ohne Hast anziehen und in Ruhe frühstücken kann. Die Vier- telftunDe mehr Schlaf, die manche Mutter sich morgens immer wieder abringen läßt, bringt dem Kmde nicht den geringsten Nutzen, wohl aber oer« r$l5’.enen -Schaden. Das nur mangelhaft gewaschene, m Eile sein Frühstück verschlingende Kind itt halb verschlafen, unlusttg und daher unfähig, in Der schule Dem Unterricht zu folgen. Die gründliche Körperreinigung Des Kindes mit ^seifen von Kops bis zu Fuß findet besser abends vor dem Schlafengehen statt, weil einerseits mehr Das Rätsel des Großen-Lindener Portals. der zuguterletzt mH Carola Höhn unter freiem Himmel Verlobung feiern darf. Unter Ernst Mari f ch k a s Spielleitung machen sich weiterhin Maria A n d e r g a st, Erika von Thellmann und Theodor D a n e g g e r um das erstaunliche Abenteuer verdient. — Im Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau, eine Luftschutz-Belehrung und Bilder von den westfälischen Wildpferden in einem Kultursilm „Rosse im Rieb". Hans Thyriot. Oie^en-Wieseck. Die Bereinigte Spar- und Darlehnskasse e. G. m. b. H. Wieseck hielt am Samstagabend bei Gastwirt Adolf Scheppers ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzer des Aufsichtsrats August Lotz gedacht zunächst der im Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder, besonders des verstorbenen Rechners Aug. Schmitt. Dann gab er den Bericht von der Revision im Oktober v. I. bekannt. Der Vorsitzer der Kasse, Adolf Weller, erstattete hieauf den Geschäftsbericht, dem wir folgendes entnehmen Nachdem im vergangenen Jahre die beiden Wiesecker Kassen unter der Firma „Vereinigte Spar- und Darlehnskasse" zufammengeschlossen wurden, hat sich die vorherige günstige Entwicklung weiterhin aufrechterhalten. Die Spareinlagen stiegen im Geschäftsjahr um 363 000 RM. und betrugen am Ende des Jahres 1 207 000 RM. Auch im gegenwärtigen Geschäftsjahr ist eine weitere Steigerung um 160 000 RM. zu verzeichnen. Die Guthaben in laufender Rechnung sind, um 39 000 RM. qeftiegen und betrugen am Ende des Jahres 1710r3 RM. Die Ausleihungen waren nur gering und betrugen 10 300 RM. Die Schulden in Darlehen und Hypotheken gingen weiter zurück und betrugen am Ende des Jahres noch 200 000 RM. Der Wertvapier- oeftand der Kaffe betrug am Bilanztüg 217100 RM. Der Gesamtumsatz' belief sich in 1942 auf 4 583 863 RM., der Reingewinn auf 2870 RM. Der Reingewinn wird zur Auszahlung von 4 v. H. Dividende verwandt, der verbleibende Rest den Reserven zugeführt. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die Ergänzungswahl für den verstorbenen Rechner Schmitt ergab die einstimmige Wahl von Heinrich F r a n k für den Vorstand; in den Aufsichtsrat wurden die ausscbeiden- den Mitglieder Karl Schäfer XIII., Karl Kreiling I., Ernst Bierau «und Heinrich _ E u l e r wiedergewählt. Nachdem noch einige geschäftliche Angelegenheiten bekanntgegeben waren, schloß der Vorsitzer des Aufsichtsrats die Generalversammlung in üblicher Weise. Gießener Vochenmarktpreste. * Gießen, 25. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Kartoffeln, 5 kg 58 Rpf., Spinat, r/r kg 10, Spargel 50 Rpf. bis 1,09 RM., Salat ' 30 Rpf., Blumenkohl, das Stück 80, Oberkohlrabi 18 Rpf. Verdunkelungszeit: 25. Mai von 22.24 bis 4.42 Uhr. * ** Silberne Hochzeit. Am heutigen Dienstag kann das Ehepaar Wilhelm Schmidt und Frau Christine, geb. Lang, Kirchenplatz 15 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. Der schlichte dörfliche Steinmetz, der um 1200 die geheimnisvollen Gestalten und Szenen für das Portal der Kirche in Großen-Linden meißelte, ahnte gewiß nicht, wie sehr sein Werk noch nach Jahrhunderten die Phantasie des Volkes und den Scharsi'inn der Gelehrten beschäftigen werde. Prof. Dr. K o e - Niger (Bonn), der gestern abend im Oberhesstschen Geschichtsoerein über die Deutung der Bilder sprach, knüpfte an die Studien unseres ausgezeichneten heimischen Kenners, Pfarrer O. Schulte an, der sicher mit Recht in den Szenen über dem Torbogen die Wenzellegende enDeckte: Herzog Wenzel, der deutsch- und christenfreundliche böhmische Herzog, wird vom König Heinrich I. am Reichstag empfangen (1. Bild); er zieht als Holzfäller in den Wald, um den Bedürftigen Holz zu holen; feine Rabenmutter reizt den Bruder zum Morde auf, wozu der Leibhaftige mit dem Höllenwolf als Helfer kommt; der Tote wird nach Prag übergeführt und (5. Bild) eine Kirche, vielleicht der spätere Veitsdom, zu feiner Ehre gegründet. Auch die Bilder des inneren Bogens gehören diesem Sagenkreise an: In Wenzels Wäldern schweifen Hund, Hirsch, Eber und Drache, und der Förster mit dem Hifthorn sucht nach den Spuren des vermeintlichen Holzdiebs. An den Pfeilern links — von der Kirche aus gesehen, ist's die rechte, vornehmere Seite — sieht Koeniger außen den Missionar der hessischen Lande Winfrit-Bonifaz mit dem Beil im gefällten Eichstamm und dem T-förmigem Kreuz; dann nach innen hin den Vogt Aus dem Schatz der reichen Erinnerungen/ die die Gießener Studentenschaft mit der Burg Gleiberg verbinden, ragt die denkwürdige Langemarck- Feier des Kampfjahres 1932 hervor. Hatten sich die Gießener Studenten bisher immer nur zu Anlässen der Freude und des Lebensgenusses auf der tradi- tipnsreichen Burg versammelt, so handelte es sich damals um ein ernstes, symbolhaftes nationales Bekenntnis in einer Zeit, da Wellen des Hasses gegen die immer mächtiger anwachsende nationalsozialistische Bewegung und ihren Führer schlugen, und es ein politisches Wagnis war, mit einer solchen Feier an die Oeffentlichkeit zu tretest. Aber die national gesinnten Gießener Studenten ließen sich nicht beirren, obwohl alles versucht wurde, die Veranstaltung, wenn nicht unmöglich zu machen, so doch zumindest empfindlich zu stören. Selbst die damaligen Behörden hatten die Feier zwar genehmigt, ließen aber durchblicken, daß für einen Schutz der Teilnehmer nicht garantiert werden könne. In Scharen strömten denn auch verhetzte Massen, Kommunisten, Eiserne Frontler, von Rhein und Main zum Gleiberg. Dort hatten sich etwa 200 Studenten in mustergültiger Ordnung und Disziplin aufgestellt und grüßten die Studentenfahne mit der Kirche mit der Lehnsfahne, vielleicht den Herrn von Merenberg, der vom Kaiser ja auch das Gericht im Hüttenberg als Lehen befaß; den für unsere Gegerü) zuständigen Bischof von Trier; die Schlange neben ihm warnt vor Auflehnung gegen die gesetzten Obrigkeiten, drei Heilspunkte neben ihr schirmen den Beschauer vor ihrer schlimmen Einwirkung. Auf der anderen Seite stehen die niederen Gewalten, ein, schmächtiger Geistlicher, der einen symbolischen Drachen mit dem heiligen Wasser abwehrt, der Pfarrherr von Großen-Linden mit dem Kreuz, der Türhüter mit dem Schlüssel am Gurt. Die zwei Adler oben an den Torpfellern sind die Symbole des Sendgerichts, das in Großen-Linden ab geh alten wurde. Professor Koenigers Deutungen beruhen auf klarer, scharfer Beobachtung der Skulpturen und eingehender Kenntnis der ZeitverhÄltnisse, zumal der Rechtsgeschichte und des volkstümlichen und kirchlichen Brauchtums; sie greifen nicht ins Weite, nicht zurück zu Kain und Abel, nicht hinauf zu St. Peter und dem Himmelsstreiter St. Michael, sondern geben den Darstellungen eine schlichte, natürliche Bodenständigkeit. Auch die Wenzellegende war in Großen- Linden volkstümlich, worauf Pfarrer Schulte in der anschließenden Besprechung eindrucksvoll hinwies. Warmer Beifgll brachte dem Vortragenden den Dank zum Ausdruck, den Studienrat Dr. G l ö ck n e r in herzliche Worte faßte. dem Hakenkreuz, die auf dem Bergfried wehte. Auch viele SA.» und ^-Männer aus Gießen und aus den umliegenden Orten hatten trotz aller Bedrohungen den Weg nach dem Gleiberg gefunden. Keiner der verhetzten Gegner wagte es, sie anzutasten. Eisern hielt der Ordnungsdienst der Studenten Wacht, und so konnte denn die Feier ihren ungestörten Verlauf nehmen. Edler von G r a e v e stellte den Teilnehmern das Vermächtnis der Helden von Langemarck, die mit dem Deutschland-Lied auf den Lippen in den Tod gegangen waren, eindrucksvoll vor Augen. Die Stunde wurde zu einem tiefgehenden Erlebnis für alle. Sie lieferte den Beweis, daß man mit Mut und Entschlossenheit auch einem zahlenmäßig vielfach überlegenen Gegner imponieren kann. Beim geschlossenen Abmarsch der Studenten durch Gleiberg und Krofdorf zeugten Steinwürfe, die hier und da leichtere Verletzungen heroorriefen, wüstes Schreien und Anpöbeleren von dem traurigen Grad der Verhetzung, die die damalige Zeit charakterisierte. Heute sind wohl alle gutwilligen. Deutschen, auch soweit sie damals eine andere Haltung einnahmen, zu der Gewißheit gelangt, wessen Werkzeug sie damals gewesen sind. Es war auch hier der Jude, der überall Zwietracht säte, um Deutsche durch Deutsche besiegen zu können und der auch die trei« bende Kraft zu diesem Kriege i£t Ihn zu besiegen, dafür starb auch Albert Leo Schlageter, der erste Soldat des großen Deutschen. Reiches. Und deshalb hat die Erinnerung an jene Lange« marck-Feier auf dem Gleiberg ihre Berechtigung, wenn wir uns morgen zu Ehren dieses Vorbildes an traditionsreicher Stelle vereinen. Deutsche Hondball-Meisterfchaff. Ohne große Ueberraschungen. Die zweite Vorrunde um die deutsche Handballmeisterschaft brachte alles in allem die erwarteten Ergebnisse. Folgende Mannschaften bestreiten in 14 j Tagen die nächste Runde: SGOP. Hamburg, SV. , Waldhof Mannheim, MTSV. Schweinfurt, TV. Milbertshofen, Berliner HLC., SG. Dresden, LSV. I Reinecke Brieg, SGOP. Recklinghausen. Lediglich ! der Erfolg des Mainfrankenmeisters MTSV. Schweinfurt mit 10:5 Toren über Eßlinger TSV. । und auch der Erfolg des Münchner TV. Milbertshofen mit 12:10 über die stärker eingeschätzte SGOP. I Wien kamen nicht ganz erwartungsgemäß. Auch Tura Gröpelingen vermochte mit 7:11 gegen SGOP.. Recklinghausen nicht zu bestehen, während LSV. Reinecke Brieg erst in der zweiten Verlängerung seinen 9:8-Erfolg sicherstellte. Aber auch diese Ergebnisse lagen von vornherein im Rahmen des Möglichen. Klare Angelegenheiten waren die Erfolge von SV. Waldhof mit 12:6 über LSV. Straßburg, SGOP. Hamburg mit 17:7 über Kieler MTV., Berliner HLG. mit 12:10 über LSV. Rahme! und SG. Dresden mit 11:6 über Dessau 98. llniversiiäts-Handballelf in Hochform. Universität Gießen — Universität Bonn 14:4 (5:3). Wie schon in der Vorschau angeküüdigt, behielten die Gießener klar die Oberhand. Besonders vorteilhaft machte sich die Umstellung im Sturm bemerkbar. Es kann ohne Uebertreibung gesagt werden, daß die Universitätself heute schon gute Gauklasse darstellt. Nach 20 Minuten führt Gießen bereits 5:1. Dann aber kommen die Gäste auf und verringern auf 5:3. Es folgen weitere bange Minuten, die aber von der vorzüglichen Gießener Hintermannschaft mit viel Geschick überstanden werden. In der zweiten Hälfte ist der Gießener Sturm nicht mehr zu halten. Neun weitere Treffer gegenüber einem der Bonner sind die Ausbeute. Die Toi^e erzielten: Günther 5, Loy 3, Burriß 2, Stölting 2, Orth 1 und Kogler 1. Für Gießen spielten: Kreider; Willett, Rennighoff; Schoch, Kögler, Hill; Loy, Stölting, Burriß, Günther und Örth. Schiedsrichter Beyer (Luftwaffe) hatte bei der anständigen Spielweise beider Gegner kein allzu schweres Amt und leitete mit viel Geschick. Hauvttchrislletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter 6c8 Hauptscynftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr: W. Lange; für das Feuilleton:- Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Untversitätsdruckerei R. Lange K.G. DerlagSleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. Anzetgenleiter: Hans Beck. — Anzeigenpreisliste Nr. 6. Langemarckfeier 1932 aus -em Gleiberg Eine ehrenvolle Erinnerung für die Gießener Studenienschast. 1618V Montag, 24. Mai 1943 U 16 Montag, 31. Mai 1943 l b) Fami ienname beginnend mit Buchstabe L bis Z: Reich. 1576c 1615V Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen — Ernähruugsamt Abt. B. 03425 1614V Seltersweg 77. [03418 Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen — Eruahrungsamt Abt. B. 1613V Ernährungsamt Abt. B. Impfung Nachschau Impfung Nachschau II. im Kalenderjahr 1942 geboren, a) Familienname beginnend mit Buchstabe A btt K: Impfung Nachschau abzuliefern. Gießen, den 25. Mai 1943. Aufruf der Abrechnung. Gießen, den 24. Mai 1943. 4. Ausländische Zivilarbeiter, die im Besitze von Wochenkarten für ausländische Zivilarbeiter sind, können die. Anmeldung auf Grund des Abschnitts W 16 der IV. Woche der A.Z.-Karte 49 vornehmen. Im übrigen findet das zu Ziffer 1 und 3 Gesagte sinngemäße Anwendung. 5. Urlauber der Wehrmacht, der SchutzgUederungen außerhalb der Wehrmacht, der Organisatton Todt usw., sowie Verbraucher, die nach Abschluß der Vorbestellung der Süßwaren geboren werden, zuziehen oder aus einer Sammelverpflegung (z. B. Wehrmacht) entlaßen werden, erhalten Süßwaren gegen einen bet den Kartenstellen zu erhaltenden Sonderausweis. Dieser Sonderausweis gilt für die Verbraucher bis 1.9. ip43 und ist von denselben ebenfalls sorgfältig aufzubewahren, da er bet jedesmaligem Aufruf von Süßwaren dem Kleinverteiler vorzulegen ist. Der Kleinverteiler versteht bei jeder Ausgabe von Süßwaren den Sonderausweis mit Datum und Firmenstempel und gibt ihn an den Ausweisinhaber zurück. Die Kleinverteiler haben bei den jeweiligen Süßwarcnverteilungen die aufgerufenen Abschnitte des Sonderausweises abzutrennen und aufzukleben und zum Zwecke späterer Kontrolle aufzubewahren, 6. Der Aushang von Plakaten über die Entgegennahme von Anmeldungen zum Bezug von Süßwaren in den Schaufenstern oder an der Außenseite der Kleinverkaufsstellen hat zu unterbleiben. 7. Die Kleinverteiler haben die von ihnen abgetrennten Abschnitte der Nährmittelkarten, Haushaltsausweise, A.Z.-Karten und die etwa vorliegenden Bezugscheine des Ernährungsämts in der Zeit vom 7. bis 12.6.1943 bei den zuständigen Bezugscheinstellen der Ernährungsämter in einen Bezugschein A umzutauschen, der nicht auf eine Gewichtsmenge, sondern die Anzahl der zugrundegelegten Anmeldungen zuzüglich eines Zuschlags von 10% ausgestellt wird. Die Abschnitte sind von den Kleinverteilern zu je 100 Stück aufgcklebt einzureichen, wobei die Abschnitte von Personen bis 18 Jahren von solchen der Personen über 18 Jahren auf gesonderten Bogen aufzukleben sind. Die Bezugscheinstellen der Ernährungsämter stellen dem Kleinverteiler neben seinem Bezugschein eine Bescheinigung aus, aus der hervorgeht, wieviel Anmeldungen von Personen bis zu 18 Jahren und von solchen über 18 Jahren vorgelegt wurden. Diese Bescheinigung hat der Kleinverteiler sorgfällig aufzubewahren. 8. a) Die Kleinverteiler, die'seither ihre Süßwaren ganz oder vorwiegend beim Großhandel bezogen haben, haben die ihnen ausgestellten Bezugscheine bis zum 16. 6.1943 an ihren Großhändler weiterzugeben. b) Die Äleiuverteiler, die seither ihre Süßwaren ganz oder vorwiegend durch den Hersteller bezogen haben, geben, sofern sie weiterhin vom Hersteller beziehen wollen, ihre Bezugscheine bis zum 16. 6.1943 an die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksfachgruppe Nahrungsund Genußmittel, in Frankfurt a. M., weiter. Bei Weitergabe der Bezugscheine an die Bezirksfachgruppe ist von dem Kleinverteiler anzugeben, durch welche Hersteller seicher die Süßwaren bezogen wurden. Voraussetzung für den Bezug beim Hersteller ist jedoch, daß Süßwaren in einer Menge von 50 Kilogramm und darüber bei einem Hersteller im Bezirk des Landesernährungsamts Rhein-Main oder von 200 Kilogramm und darüber bei einem solchen außerhalb des Bezirks des Landesernährungsamts Rhein-Main bezogen werden sollen. Kleiuverleiler, die diese Menge nicht erreichen, haben, auch toeiut mer 16 des Ernährungsamtes anzufordern. Gießen, den 25.Mai 1943. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Anweisung. Gießen, den 24. Mai 1943. zu miet, gesucht. Sehr. Ang. unt. Im Namen aller trauernden Angehörigen: Lehrer Debus und Familie Familie Ludwig Schneider I Impf- und Nachschau-Lokal: Alte Pestalozzischule in Ließen, Werner- woll 18 (Eingang auch von der Kirchstraße). Eltern und Pflegebefohlene werden aufgefordert, ihre Kinder pünkt, sich zu obigen kostenlosen Impfterminen zu bringen, andernfalls nach Ablauf des Kalenderjahres Strafanzeige erfolgt. Die Kinder haben mit sauber gewaschenem Körper, reiner Wäsche und Kleidung zum Impftermin zu kommen. Dagegen sind kranke Kinder und solche aus Häusern, in denen z. Z. ansteckende Krankheiten bestehen, nicht zugelassen. In letzteren Fällen ist ärzlliche Bescheinigung dem staatl. Gesundheitsamt, Wilhelmstraße 59, alsbald vorzulegen. Gießen, den 17.Mai 1943. Ter Oberbürgermeister (Jmpfpolizeibehörde). I. V.: Dr. Hill, Bürgermeister. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Der Landrat des Landkreises Gieße«. Dr. Lotz. Ruppertsburg, Bersrod, Reiskirchen, Großen- Buseck und Geilshausen, den 24. Mai 1943. Die Beerdigung findet zu Bersrod am Mittwoch, dem 26. Mai, nachmittags 2% Uhr statt. 03424 S0"!00, 3i* % 1 ti0“ 16 fr18 17 w. Montag, 7. Juni 1943 j Dsenstag, 25. Mai 1943 15 btt 16 Uhr. Drenstag, 1. Juni 19431 Betr.: Spargelzuteilung. I. Die in Gießen wohnhaften Verbraucher erhalten im Rahmen des Wareneingangs auf den Abschnitt 32 der Nährmittellatte 49 je Abschnitt y2 Kilogramm Spargel. Der vorgenannte Abschnitt 32 gilt bis auf weiteres auch im 50. Zuteilungsabschnitt (vom 31. Mai bis 27. Juni 1943). Die Nährmittelkarte 49 muß daher von denjenigen Verbrauchern, die eine Zuteilung noch nicht erhalten haben, sorgfältig aufbewahrt werden. Die Nährmittellarte 49 gilt auch bis auf weiteres zum Empfang der zum Aufruf gelangenden Süßwaren. Verlorengegangene Nährmittellarten werden nicht ersetzt. Antragstellung ist zwecklos. II. Die Verteiler verwahren die vereinnahmten Abschnitte btt zum Betr.: Verteilung von Apfelsinen. Sofort nach Wareneingang erhalten in den nächsten Tagen Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren sowie werdende Mütter je 750 Gramm Apfelsinen. Die Slbgabe erfolgt gegen Abttennung des Abschnittes N 36 der entsprechenden Nährmittclkarten für den 49. Versorgungsabschmtt. Es dürfen nur Karten mit dem Aufdruck „Gießen-Stadt" beliefert werden. Werdenden Müttern wird ein besonderer Berechttgungsschein übersandt. Gemeinschaftsverpflegungsstätten erhalten^ auf Anttag für die von ihnen verpflegten Kinder und Jugendlichen Bezugscheine auf Zimmer 4 des Ernährungsamtes. Die Verteiler haben alsbald nach Beendigung der Ausgabe die vereinnahmten Marken und Berechttgungsscheine an das Ernährungsamt sie fiüher beim Hersteller bezogen haben, ihre Bezugscheine bis 16. 6.1943 an einen Großhändler weiterzugeben. 9. Ostarbeiter, Kriegsgefangene, Justizgefangene, Zivilpolen, Juden und Zigeuner sind von einer Anmeldung zum Bezug von Süßwaren ausgeschlossen. 10. Wegen des Aufrufs von Süßwaren und der Besfimmung der Abschmtte, auf die sie abgegeben werden, ergeht demnächst besondere Betr.: Sonderzuteilung v. Trinkbranntwein f. Lang-, Schwer-u.Schwerstarbeiter. Diejenigen Betriebe, die für ihre anerkannten deutschen, über 18 Jahre alten Lang-, Schwer- und Schwerstarbeiter die Bezugsberechtignngen noch nicht abgeholt haben, werden ersucht, diese noch heute auf Zim- Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Betr.: Abgabe von Süßwaren. An die Verbrauchetschaft und die Kleinhändler der obengenannten Streife. Die Verteilung von Süßwaren soll auf eine neue Grundlage gestellt werden. Künfttg werden Süßwaren im Kleinverkauf nur abgegeben von dem Lebensmitteleinzelhandel, den Konditoreien u. Bäckereien sowie sonsttgen Verkaufsstellen, die zur Zeit berechtigt sind, Süßwaren an Verbraucher abzugeben. Süßwarenspezialgeschäfte kommen für die Ver- tellung von Süßwaren künfttg nicht mehr in Frage, da sie im Zuge der Sttllegungsattion geschlossen werden. Zur Lenkung der Süßwaren wird künftig eine Anmeldung erforderlich, um die ungefähren Anteile der Kleinverkaufsstellen am Süßwarenvertrieb festzulegen. Hierzu ergeht folgende Anordnung: 1. Die Verbraucher haben sich in der Zeit vom 27.5. bis 5.6.1943 bei einer der obengenannten Verkaufsstellen (Lebensmittelhändler, Konditorei, Bäckerei usw.) anzumelden, wobei der Kleinverteiler den Abschnitt N 35 der blauen und rosa Nährmittelkarte 49 abzutrennen und die Rückseite des Stammabschnitts dieser Karte mit seinem Firmenstempel unter Hinzufügung eines möglichst großgeschriebenen „S" zu versehen hat. 2. In Gemeinden, in denen die Abschnitte N 35 der im Besitze von Jugendlichen bis zu 18 Jahren befindlichen blauen Nährmittellarten noch nicht — wie vorgeschrieben — mit dem Dienststempel der Kartenstelle versehen sind, sind diese Karten vor der Anmeldung bei einem Kleiuverteller der Kartenstelle zur Wstempelung dec Abschnitte N 35 und 36 vorzulegen. Eine Abstempelung der im Besitze von Personen über 18 Jahren befindlichen blauen Nährmittellatten findet nicht statt. 3. Die Verbraucher werden ausdrücklich ausgefordett, den abgestempelten Stammabschnttt der Nährmittelkatten 49 gut aufzubewahren, da er bei jedesmaligem Aufruf von Süßwaren bis auf weiteres den Äleiuvetteilern vorgelegt werden uiuß. Bei Verlust des Stammabschnitts wird die Ausstellung eines Ersatzausweises abgelehnt, so daß sich die Berbraucherschast den ihr entstehenden Nachteil selbst zuzuschreiben haben wird. Nach langer, schwerer Krankheit, viel Trübsal und Leid rief der Allmächtige gestern abend meine gute Schwester, unsere liebe Schwägerin, Tante und Gote Elisabete Damm, geb. Debus Witwe des Schreinermeisters Willi. Lud. Damm im 82. Lebensjahre zu sich in sein himmlisches Bekanntmachungen. Oeffentliche Erstimpfung gegen Pocken. In der Stadt Gießen (ohne Klein-Linden und Wieseck) wohnhafte Kinder werden aufgerufen: I. im Kalenderjahr 1941 oder in früheren Jahren geboren, noch nicht geimpft, seither zurückgestellt oder ungeimpft zugezogen: Aus geschichtlichem Interesse suche ich das Buch: „Das Volk und seineTreiber“ von Pfarrer R. L. Öser aus Gießen genannt Otto Glaubrecht. Suche für mich und meine 8jähr. Tochter dringend eine 2-ins 4-Zimmer-Wohnung und Küche Frau M. Hardt z. Z. in Gießen | Vermietungen | Laden Kreuzplatz 11 zu vermiet.__[03407 | Mietgesuche | Möblierte MlWg 2 bis 3 Zimmer, mit allem Komf. evtl.Einf.-Haus, Der Herr über Leben und Tod hat unsere liebe Schwester Emmy Schaaf nach langem Leiden gestern heimgerufen. Luise und Hedwig Schaaf. Gießen (VVilhelmstr. 36), den 24. Mai 1943. Beerdigung findet statt Mittwoch, 26. Mai, um 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Wir bitten von Kranzspenden und Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. V4.uu. um. Schriftliche Angebote unter 03485 03437 a. d. G. A. * an den Gießener Anzeiger erbeten Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten, herzensguten Mann, unseren treubesorgten Vater, liehen Schwiegervater, unseren guten Großvater, lieben Bruder, Schwager und Onkel ' Heinrich Stein, Landwirt nach einem arbeitsreichen Leben und nach kurzem, schwerem Leiden, im Alter von 70 Tahren, in die Ewigkeit abzurufen. In unsagbarem Leid: Frau Lina Stein, geb. Maurer Familie Robert Lotz Familie August Hofmann Familie Wilhelm Stein Familie Karl Lang. Rödgen, Wieseck, den 24. Mai 1943. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Mai, nachmittags 2 Uhr, in Rödgen statt. 16170 Wohnungstausch! Biete: sonn., kl. 5-Zimrrr.-Wbn., 3. St., sch. Lage. Suche: kl. 4- ob. ger. 3-Zimmer- Wohnung, 1. ob. 2. Stock. Schrift. Angeb. unt. 03427 a. b. Gieß. Anzeiger. Schöne,a.Stadt- ranbgeb. geleg. 2 - Zimmer- Wohnung geg. gleiche ob. größere zu tauschen ges. [08413 Baum, Gleib. 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