»onntrsffl(|,25.$ebruar|945 Oie Parteigründungsfeier München, 24. Febr. (DNB.) Zum vierten Mat i dem gewaltigen Ringen um Deutschlands Leben nb Freiheit beging die NSDAP, ihre Parteigrün- ____TV. „ s;.. ... es Frau, sind heute mehr denn je felsenfest und ob Die Proklamation des Führers ir das schlichte Braunhemd. Die Sternecker-Gruppe, um. Er dem Mitkämpfer b( elegramms ai es Führers, gab den Inhalt eines rgeßlichen, alten, ich in diesen Moder nicht trügt, das ist der Führer. Achtbare Kampf n o t w e n d i schieren. Heinrich von Kleist. Sklaven leben! Oie Front sei dein Vorbild! deutsche Nation unentwegt mif juble Größe der Gefahren klarzu- heiligen Glauben an ihre Ikbcr- stärken, schwachen Naturen Kraft Saboteure ober rücksichtslos jn ‘in Führer marschieren, sind wieder an langen ischcn versammelt, soweit sie nicht fern von oer erfüllen: die rütteln, ihr machen, den Windung zu einzuflößen. Es ist Gott lieb, wenn Menschen ihrer Freiheit willen sterben! was aber ist ihm ein Greuel? Menn leiter Giesler ausgebrachten Sieg-Hell auf den Füh- rer klang der Gedenktag der Partei aus. il seinen Soldaten weilt. Dann nahm der Beaus- agte des Führers Staatssekretär Esser das Wort: Oie Ansprache Hermann Essers. E. ouptstadt der Bewegung im Dienste der Wehr- acht stehen. Die Männer im Saal tragen meist 0 rüber klar zu werden, was der Glaube zu »ringen vermag und was seine zum letzten ent- clossene Gemeinschaft durchsetzen kann!" Als erster betrat Gauleiter Giesler das Po- »rüßte die Versammlung der ältesten sie am Ende zu zerschmettern. Das Sturmlied unseres unoer» ungsfeier. Die Stätte, wo „die Thesen einer eu'en, besseren Welt", wie der Führer das Partei- .'legramms an den kranken Gauleiter Adolf Wag- r bekannt und teilte mit, daß der Führer heute sen und Partelgenofslnnen, die ersten Träger nickst nur nationalsozialistischer Weltanschauung, sondern auch der nationalsozial'istischen 5) a l t u n g gefunden zu haben, jener Haltung, die sich gerade in den Zei tcn schwerster Prüfungen so unerhört bewährt hak. Die Opportunisten unseres bürgerlichen Lebens haben diese Charaktertugend so wenig begri'ffen, wie die vom Judentum verhetzten Massen unserer alten Parteien. Ein Unterschied ist heut»' vorhanden: Me gigantische Masse des deutschen Volkes steht heute hinter dem neuen Reich. Sie ist entschlossen, der neuen Reichsidee und der sie erfüllenden nationalsozialistischen Gedankenwelt bedingungslos zuzustimmcn. Die Partei aber ist die unerschütterliche Verkörperung dieser Mackst geworden und heute der innere Garant nicht nur der Erringung de» Sieges, sondern damit der Erhaltung unseres Volkes für die Zukunft. Sie hak besonders in diesen Monaten und vielleicht in den kommenden Jahren ihre zweite große historlscheAusgabe zu Wer Glaube an Den Sieg wird alle Widerstände zerbrechen Das deutsche Volk wird wie einst die nationalsozialistische Bewegung aus jeder Krisis stärker hervorgehen. laus der Tag der nal , „ rnheii und Treue bis zum letzt ligen", so fuhr Hermann Esser fort, ük vor schweren Proben seiner - Annahme von Anzeigen für dir Mtttaaänummer bi» 8', Ubr dVormittag» Ünzctncil-Prrise: Anwiarnteil7Rus. ic mm bei '2'2 mm Neiiendreite, Tertteil fio Rvf. le mm bei 70 mm Scilcnbrcite Ölndiläffct Wiederholung Malstafsel I A bschlli si e Rengensta fsel v Platzvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25 * . mehr treuen Dietrich Eckart erweist sich in diesen Monaten wieder als eine Fanfare, die die Menschen aufwecken kann, um ihnep den Blick zu offnen für das Schicksal, das uns in der Gegenwart und unseren Kindern in der Zukunft — und darüber hinaus allen europäischen Völkern — drohen würde, wenn es nicht gelänge, den teuflischen Plan der jüdischen Weltverbrecher zum Scheitern zu bringen. Euch allen sind die Umstände bekannt, weshalb es dem Feind im Asten gelungen ist, ähnlich wie durch die Naturgewalten im vergangenen Winter auch in di-esem Winter einen Teil jener Erfolge aufzuheben, die durch das Heldentum unserer Soldaten im Sommer erkämpft worden sind. Allein Ihr wißt auch, daß der Weg unserer Partei ebenfalls kein sicherer oder gar bequemer Pfad zum Erfolg war, sondern daß uns zahllose Schwierigkeiten und Rück- schlage von den gleichen Feinden bereitet und zu- gefügt mmibcn sind, die wir heute, einer ganzen Welt gegenüber, bekämpfen müssen. Als ich im Jahre 1920 in diesem Saal das Parteiprogramm und den Entschluß, die Feinde unseres Volkes mit allem Fanatismus zu vernichten, ver- kündete, war ich ein einsamer Unbekann- t e r. Deutschland aber befand sich in seiner tiefsten Erniedrigung. Die Zahl derjenigen die an einen Wiederaufstieg glaubten, war verschwindend, die Menschen, die dies noch in unserer Generation erhofften, noch weniger. Den paar Anhängern, die sich mir damals anschlossen, stand eine geradezu erdrückende Uebermacht der Feinde gegenüber. Auf 100 Nationalsozialisten kamen zahlreiche Millionen teils verblendeter, teils haherlüll- ter Gegner, nicht zu rechnen die Zahl jener Klein- gläubigen, die stets den Erfolg abwarten, um dann tapferen Herzens an der siegreichen Seite zu mar- glichen Anlaß wie der EntscytUjz oes uumui» bekannten Adolf Hitler zur Proklamation eines äe- !ki iungsproaramms im Jahre 1920: Kampf gegen lei Angriff des jüdischen Weltbol chcwismus und ' ^'Itkapiwls, die den deutschen schäftender'Menschen ' nicht dulden wollen als Herrn auf seinem Boden, au Innern Platz an der Sonne, den er verdient andern Ur als Sklaven und Ausbeutungsobjekt! Nur ein \ Viulschland von 1918, ein neues Deutschland von L1V21 der Inflation, Verarmung und des Raubes, bt> Zusammenbruches seiner Wirtschaft, ein Deu s ) ! laib des Jahres 1923, abhängig von Anleihen, in litHter Verschuldung, enteignet in <5tabt unO Lano, ; torobt von Bürgerkrieg, Kampf pichen Arbei Kn, Bürgern und Bauern, ein solches Deutschland allerdings, würde nicht vom neuen Krieg de bbrse überzogen worden sein!" Die Nolwenüigkcit biefes L-frenskampses. die I>°u-w«ichl>chk-it der Aus-,nander> -l-hung. frittieren heute unser Handeln. „Wir, ii mir schon damals an den offenen ®rd r'erer als bolschewlstlsche Beiseln erscholl ‘itneraben gestanden haben, die wir unser i Freunde und Kameraden im Kamp, gegen den ischewistischen Terror verloren haben, d«e wir Ile unserer Besten ostmals Epster^ und Familien i« al- Trager der belretenfren Gesinnung haben liieren sehen, die in-diesem Kampf im ®^Q.0. teilen und Wunden --upsangen haben: wir haben He ein Recht und au* die Uflidjt, hier o e rteort unserer Weltanschauung aus dem deutschen fite zu versichern, datz es nichts anderes g ein in diesen Tagen als Einsatz - wenn es ein ttz - des Letzten und des Liebsten, wenn Ntch vers die Tage der deutschen Ration gezahlt sein len! Was einst von der Geschichtsschrewune, der etiona,sozialistischen Bewegung und ihrem Myrer te besonders grandios und entscheidend v oitben wirb, das wich die Art fein, wie l Staatssekretär Hermann Esser bezeichnete den I. Februar 1920 als den wirklichen Geburtstag |r natioyalsozialisttichen Bewegung, als den Aus- »ngsvunkt alles dessen, was die Partei an Not und lumpf, an Entbehrung und Niederlagen, an Er- fütterndem und Gewaltigem, vor allem aber an ote n erlebt habe. Der 24. Februar sei darüber iau3 der Tag der nationalsozialistischen Verdun- '' ■ *um letzten. „In diesen t, „in denen unser Bewährung steht „So glauben wir", fuhr Staatssekretär Esser fort, Jie mir heute An diesem Saale wieder versammelt ii d, auch ein Recht zu besitzen, in diesen Tageni ein i'ort zu unseren Volksgenossen zu sprechen. Kein Rutscher Volksgenosse möge veraessen, daß die er 8iieg ja nicht von uns gewollt ist, sondern daß dieser L • - - f notwendig war aüs dem «i.ichen Anlaß wie der Entschluß des damals un- rogramm im vergangenen Jahre nannte, vor 1 fahren verkündet worden sind, der Hofbräuhaus, estsaal, ist heute so schlicht wie damals: kein chmuck, nur die Fahne der deutschen Erneuerung n Rednerpult. Die Kämpfer, die seitdem hinter Inb trotz der Tapferkeit seiner Männer und des ^»fergeistes seiner Frauen harte Schläge eines Htenöcn, übermächtigen Gegners zu parieren und liszuhalten hat, ist es mehr denn je notwendig, sich ... _______x... x A , ra f n it h «* ui welch ein Unterschied gegenüber dem Kamps von heule! Venn wie groß auch die Koalition unserer Feinde sein mag, sie ist als Macht geringer, als die Kraft des Bündnisses der Völker, die sich der bolscheivistifch-plulokratischen Vernichtung entgegen werfen. Der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung befand sich oft in einem Stadium, daß nur die fanatischen Anhänger noch an einen Erfolg zu glauben vermochten, während die doch so gerissenen Gegner ichün felsenfest davon überzeugt waren, Idee und Partei getötet zu haben. Und dennoch ist die Beiveaung stets von neuem erstanden, hat jeden Rückschlag überwunden und kam aus jeder .Krise st ä r k e r heraus, als sie es vorher war. Immer war die Partei erfüllt von dem unbeugsamen Entschluß, unter keinen Umständen z u kapitulieren und auf keinen Fall den Kampf aufzugeben, ehe nicht die Verschwörung unserer Gegner im Innern zerschlagen und beseitigt sein würde. Meine Parteigenossen! Viesen Fanatismus habt Ihr von mir gelernt. Nehmt die Versicherung entgegen, dah mich selbst aber der gleiche Fanatismus auch heute genau fo beseelt. daß er mich nie verlassen wird, so lauge ich lebe. Auch den Glauben habt Ihr von mir empfangen und seid versichert, dah auch dieser Glaube heute In mir noch stärker als je zuvor Ist. wir werden die Macht der jüdischen Wellkoalition zerbrechen und zerschlagen und die um ihre Freiheit, das Leben und nm das läglichc vrol ringende Menschheit wird sich In diesem Kampf den endgültigen Sieg erkämpfen. So wie mich in der Zeit des Ringens um die Macht jeder Anschlag unserer Gegner und jeder Ihrer scheinbaren Erfolge nur noch verbissener machte in meiner Entschlossenheit, auch nicht einen Schritt vorn Wege abzuweichen, der früher oder später zum Ziele führen mußle, so bin ich auch heute vom gleichen Wil- t len erfüllt, die mir vom Schicksal übertragene Aufgabe bis zur letzten Konsequenz zu löseq. Ich 'habe ein Recht zu glauben, daß mich die Vorsehung bestimmt hat, diese Aufgabe zu erfüllen, denn ohne ihre Gnaide hätte ich nicht als untiefannt-cr Mann den Weg aus diesem Saale antreten können. Durch alle Hindernisse und Anschläge hindurch bis zur Uebemahme der Macht und endlich weiter bis zu diesem Kampf, gekrönt von Siegen, rok* sie die Weltgeschichte noch nicht erlebt hat, allerdings auch belastet mit Sorgen, an denen vielleicht zahllose schwächere Charaktere zerbrochen wären. Ich habe aber von der Vorsehung auch das Glück erhalten, in solchen Stunden um mich stets eine verschworene G e m e 1 n s ch a f t zu besitzen, bbe mit hingebender Gläubigkeit ihr Schicksal als ein einziges gemeinsames an sah und mir als Führer in diesem Kampf immer treu zur Seite stand und stehen wird. Wenn ich diese Botschaft an Euch richte, dann geschieht es wie im vorigen Jahr aus tiefer Dankbarkeit heraus, in Euch, meine lieben Parteigenost unbeirrbar davon überzeugt, daß dieser Kampf so ausgehen wird wie alle unsere bisherigen Kämpfe: m 11 unserem r e st l o s e n Sieg! Uns kann auch in schwersten Stürmen nichts und niemand erschüttern. Wir bekennen uns und wir glauben an den Sieg unseres großdeutschen Vaterlandes, das wir mitgeschaffen haben, und das wir nun wie alles auf der Welt, nur immer neu erwerben müssen, um endgültig au besitzen." Mit den Liedern der Nation und dem von Gau- ?r Stoßtrupp Adolf Hitler und zahlreiche '21 nackige der ältesten Garde des Führers sind unter iien, mit dem Blutorden und dem Goldenen Par- iabzeichen. Manch einer fehlt freilich in ihren leihen, fehlt für immer, ist vor dem Feind geblie- m, gefallen für die Idee, die er im Herzen trug, r bie er kämpfte. Eine An,zahl der Männer, die h mit herzlichem Händedruck begrüßen, trägt den Ibgraucn Rock. Die Brust schmucken hohe Ehren- ichen des Krieges neben denen der Partei, ater den Ehrengästen sind auch Hinterbliebene der efallenen. mehr verbreitert. Neue Arbeitskräfte sind ihr aus r großen Kraftreserve des deutschen Volkes, aus den Reihen der Frauen und der älteren Jahrgänge, zugeströmt. Bisher nicht berufstätige Frauen und Mädchen haben sich zu Hunderttaufenden mit ihrer Arbeitskraft zur Verfügung gestellt. Im Ruhestand lebende Beamte, Arbeiter und Angestellte sind an ihrem alten Arbeitsplatz wieder erschienen. Sie arbeiten im Geiste der Front für den deutschen Sieg. Der Ansturm unserer Feinde zur letzten Entscheidung verlangt neue Soldaten, neue Arbeitskräfte. Sie müssen von der Heimat gestellt werden. Es wird in Deutschland deshalb keine verantwortungsbewußte Frau und keinen ehrenbasten deutschen Mann geben, die jetzt, wo sie wissen, daß es auch auf ihre Arbeitskraft ankommt, noch zögern, ihre Verbundenheit mit der Front dadurch zu bekunden, daß sie ihren Arbeitswillen für den deutschen Sieg einsetzen. Denn durch ihren Arbeitswillen beweist die Heimat ihren festen Siegeswillen. —U- Arbeitswille ist Giegeswitte. Aus dem Kampfwillen unserer Soldaten formte sich der überragende deutsche Sieg an allen Fronten. Dieser Kampfwille schließt alle die soldatischen Tu genden ein, bie im Geiste jahrhundertealter deutscher Soldatentradition sich auf den Schlachtfeldern auch dieses Krieges offenbarten. Dazu tritt noch etwas, was man als seelische Erfassung der Zeitenwende bezeichnen könnte. In dem Frontkämpfer von heute schwingt neben seiner soldatischen Hingabe im Kamps um den Sieg die Erkenntnis über die Kraft ber Idee, die sich heute im Aufbau einer neuen Weltordnung immer stärker durchsetzt. Er weiß, daß er nicht nur Waffenträger der Nation, sondern zu- aleich Vollstrecker der Idee des neuen Deutschlands ist, bei der es um die Größe, Freiheit und Zukunft de« Reiches geht. ~ Unsere Volksgemeinschaft umschließt Front und fleimat in ihren wechselvollen Beziehungen völkischer sozialer und kultureller Art. Sie ist der In- beari'ff deutscher Schicksalsverbundenheit. Die Front kämpft die Heimat arbeitet. Beide setzen sich für den Sica ein Die Front der schaffenden Menschen in der Heimat hat sich im Laufe des Krieges immer mit ihr das deutsche Volk über Schwierigkeiten, ja auch über schwerste Schläge hinweggekommen ist und schließlich und trotz allem gesiegt hat!" Am Schlüsse seiner Ausführungen verlas 5)ermann Esser d i e B o t s ch a f t d e s F ü h r e r s, die immer wieder von begeisterten Kundgebungen unterbrochen wurde. Die alten Parteigenossen stimmten Hermann Ester begeistert zu, als er erklärte: „Wir wollen heute dem Fühver nach dem Osten den Gruß und das Gelöbnis schicken, das er besonders von uns erwarten kann. Wir, seine alten Kampfgenossen, ob Mann, Bürge für den Sieg. Wenn überhaupt jemals ein Mensch den mit)rieften Velchältnlssen und schwersten Anfeindungen trotzend, unbeirrt ein Ziel an gestrebt und erreicht hat, dann ist eo der Fühivr. Sein Lveg ist nicht mit gewöhnlichen Maßen zu m cf feit Gerade in einer Zeit, in der das deutsche Volk sich mit härtester Entseylos« senheit zum totalen Kriege wappnet, ist das Bewußtsein, daß ee einen Führer besitzt, den jeder Anschlag der Olegner und jeder ihrer fdielnbarcn Erbfolge genau so wie in 'der Zelt des Ringens um die Macht mir noch verbissener macht in feiner End schlosseirheit, auch nicht einen Schritt vom Wege abzuweichen, ber früher oder später zum Ziele führen niuß, der Garant, daß die gemeinsame Anftrengung des Volke» zum Siege führen wird. Mit Recht har der Führer in der großen Proklamtion, die er seinen alten Mitkämpfern zmn Erinnerim'astage der Verkünbung des natlomrlfozialistischen Parteiprogramms sandle, an die schweren Jahr» des Kampfe» um bbe Macht, zu dessen Anfang, wie es hi der Proklamation heißt, auf lyimbert Nationalsozialisten zahlreiche - Millionen teils verblendeter, teils haß er füUtcr Gegner tarnen, erinnert und batwui das Recht abgeleitet zu dem Glauben, daß ihn die Vorfelm-ng bestimmt hat, die ihm vom Schicksal übertragene Aufgabe bis zur letzten Konsequenz zu lösen. Mit unbengfamer Härte kann mag aber einen Kampf nur dann bestehen, wenn man den Gegner kennt und weiß, was der (Wegner will. Der Führer bat darum in feiner Proklamation neuerdings die Zufainmeichänge aufgezeiat und die unermeßliche todyulb des Judentums in der Allianz zwischen Wallstreet (litt) und Kreml angeprangert und seherisch darauf bin gern! efen, daß sich im La-ufe dieses Krieges auch die anderen Völker immer mehr auf sich besinnen und endlich gemeinfauf gegen jene Rasse Front machen werden, die sie alle gernednfa-m zu vernichten trachtet. Vor allem der Partei weist der Führer erneut die-besondere Aufgabe zu, „ihre zweite historische große Ausgabe", wie er sagt. Sie besteht darin, die deutsche Nation unentwegt auszurütteln, ihr bk Größe der Gefahren klarzumachen, den heiligen Glauben an ihre Uebenvlndung zu stärken, schwachen Nakuren Krast elnzuslößen, Saboteure abei rücksichtslos zu vernichten. Dav heilige Feuer unenk megter Kampfen 1-sckstofsenheit und unerschütterlichen Siegeswillens, von dem das ganze deuisck-e Volk ergriffen ist, darf nicht verlöschen. Die Partei wlrh es hn Sinne dieser Proklamaüoen als teuerste betrachten, di [dfüren, wo Immer es notwendig ist. Wie unsere tapferen Soldaten an der Front, die vorbildliich ihre Pflicht erfüllen, fo ist heul-e das ganze deutsche Volk als eine verschworene Gemein schäft um den Führer geschart, entschlossen, ihm zu folgen, wohin er es auch führt. Front und 5>e1mal stehen In Treue zusammen, sie wissen, daß ihre Anstrengungen und ihre Opfer den Sieg bringen wer- oen, denn sie haben einen Bürgen für diesen Sieg, Irchsetzen werden und ber Sieg der Bewegung fere Treue lohnen werde. Jeder von uns aber hat limer an diesen Sieg geglaubt und in al den Jahren der Prüfung und der Leiden, me in iHen 23 Jahren an uns vorübergezoaen sind, hat uns der Glaube an den Sieg nie verlassen / vernichten. Aufklärend sott sie wie clnst wirken dort, wo man willig Aufklärung entgegen- nlmml, Terror mil zehnmal größerem Terror brechen, Verräter aber ausrotten, wer immer sie sein mögen und ganz gleich unter welcher Tarnung sie ihre volksfeindlichen Absichten verwirklichen wollen. Wenn auch die Blüte der Männer der national- sozialistischen Bewegung heute am Feinde steht und dort vorbildlich als Soldat ihre Pflicht erfüllt, so sind doch selbst die ältesten Kampfer heute noch immer Die stärksten Fanatiker der Behauptung des deutschen Lebenstvil- l e n s, und zu ihnen stößt Jahr für Jahr ein neun Jahrgang der deutschen Jugend, völlig erzogen In nationalsozialistischen Grundsätzen, zusammen geschweißt in den Ideen unfercr Volksgemeinschaft und willens, gegen jeden vorzuaehen, ben sind. Professor Dr. Georg Popp f. 3m Alter von 81 Jahren starb in Frankfurt der wannte Gerichtschemiker Prof. Dr. phil. Dr. rer. nat. Horg Popp. Popp hatte sich durch die Schaffung Mer Untersuchungsmethoden auf dem Gebiet der Mturwissenschaften, Botanik, Zoologie, Geologie, Bernie und Physik einen angesehenen Namen ge- Wcht, namentlich durch die praktische Anwendung yweren Erdstößen heimgesucht, die die Bevölkeruna cm e 4 • • fim Verlassen der Städte veranlaßt hat. Es eu£ AUS btt (SfdD< ©IC»«!* anden Erdrisse, denen Schwefelgase entströmten. ianae Häusergruppen verschwanden in Erdspalten, n Lorica ist ein ganzes Viertel am Stadtrand »«gestürzt. Die Vulkane Tofirna und Morelu sind _____ ...__________,_________ ____________ Uisgebrochen. In der Umgebung des Vulkans Mo-1 ler. Er ist als Anschauungsmittel im Unterricht (tlu wurden an einem einzigen Tag 150 Erdstöße r-:i »rzeichnet. ;er Begabungen auf dem Gebiete der Tonkunst irfoe dem Wiener Tonschöpfer Alfred Uhl zuer- nnt. Er war Äompositionsschüler von Franz hmidt in Wien. Dann folgten entbehrungsvolle ‘ihre, die den Künstler weit in der Welt herum- zrten, nach Zürich, Berlin, Amsterdam, Paris, j ihen, Konstantinopel. In dieser Zeit entwickelte sich frei) Uhl zu einem Spezialisten in der Vertonung Kulturfilmen, in Aufnahme, Synchronisierung d Tonschnitt. Der Film „Symphonie des Was- ks" bracht Uhl die goldene Medaille auf der Bien, le Venedig. Im Dezember 1941 wurde Uhl an I 7 Ostfront schwer verwundet. Seit November 1942 t er an der Reichshochschule für Musik das Lehr- ®tt in Harmonie- und Formenlehre aus. Don Al- ArSe'is- und Berufskleidung. Oie Unterschiede. — Neue Richtlinien. Nach zweijähriger Erprobung der bisher gültigen Richtlinien für den Bezug von Arbeits- und Be- rufskleidung hat man sich entschlossen, neue Richtlinien zu erlassen, in denen alle bisherigen Erfahrungen ihre Verwertung fanden. Diese Richtlinien sind den beteiligten Dienststellen zugelettet worden. Was ist Arbeits- und was ist Berufskleidung? Arbeitsbekleidung ist Bekleidung, die vornehmlich bei der Arbeit getragen wird, aber auch außerhalb der Arbeit getragen werden kann. Berufsbeklei- dung dagegen ist solche Bekleidung, die ihrer Bestimmung nach nur bei der Ausübung der Berufs- tätigteit getragen wird. Beide Bekleidungsarten sind bezugsbe'schränkt. Beide Arten werden, wie bisher, entweder auf Punkte der Reichskleiderkarte wie jede andere Zivilkleidung zum vollen Punktwert oder auf Bezugscheine bezogen, die die Kartenstellen ausge- den, wobei die in den Richtlinien vorgeschriebene ermäßigte Anzahl von Kleiderkartenpunkten (bei Ar- beitsbeflerbung etwa ein Drittel, bei Berufsbekleidung etwa ein Fünftel der normalen Punktzahl) ab- getrennt wird, sofern nicht ausdrücklich Ausnahmen zugelassen sind. Die Richtlinien sind als Anlage mit einem Beritts, gruppenverzeichnis, das alle Berufsgruppen für Männer und Frauen aufführt, die überhaupt Be- zugscheine für Arbeits- und Berufsbekleidung erhalten können, sowie mit einem Warenverzeichnis ausgestattet worden, das die als Arbeits- und Be- rittsbekleidung in Betracht kommenden Bekleidungs- stücke aufzählt. In diesen Anlagen zeigt sich die Erfahrung der beiden letzten Jahre. Die Dienststellen sind auf Grund dieser Erfahrungen genau darüber im Bilde, wer Arbeits- oder Berussbekleidung benötigt und unter welchen Voraussetzungen si" gegeben werden darf. Es hat deshalb gar keinen Sinn, wenn der Einzelverbraucher sich und den Dienst- stellen das Leben schwer macht, sofern er schon von vornherein erkennen kann,- daß seine Anträge nutzlos sein müssen. Einmal ist zu bedenken, daß ebenfo wie bei der zivilen Bekleidung auch bei der Berufs- und Arbeitskleidung im vierten Kriegs'ahr das zur Ver- fügung stehende Kontingent nicht überreichlich groß fein kann, da in erster Linie die Wehrmacht zweckentsprechend gekleidet werden muß und wir in der Heimat uns mit dem durchhelfen müssen, was wir eben haben. Zum andern füllte jeder daran denken, daß in erster Linie diejenige Berufskleidung herge- stellt werden muß, die die Berufe benötigen, die besonders starken Verschleiß an Berufskleidung haben (z. B. bestimmte Kategorien von Metallarbeitern, Bergbau usw.). Deshalb ist die Ausstellung von Bezugscheinen zum Bezug gegen ermäßigte Punktzahlen auch an oerhättnismäßig strenge Voraussetzungen geknüpft. Die Gründe^ die die Anschaffung erforderlich machen, müssen 'in jedem Fall durch eine Bescheinigung des Betriebsführers ober seines Stellvertreters und, soweit vorhanden, des Betriebs- ob mann es nachgewiesen werden. Diese wissen, da sie entweder selbst im Besitz der Richtlinien sind ober sich bei ihrer Fachgruppe bzw. dem Obermeister beim Handwerk schnell erfunbigen können, für welche Berufsgruppen überhaupt Arbeits- ober Beruisbe- kleidung vorgesehen ist und welche Bekleidamgsstücke im einzelnen in Frage kommen. Für Arbeitsschutzdekleidung ist eine Sonderregelung vorgesehen. Diese Bekleibung fällt daher n'cht unter die Bestimmungen der Richtlinien, kann aber ebenfalls nur gegen Bezugscheine bezogen werben. Aehnlich verhält es sich mit ben aus hygienischen Gründen vorgeschriebenen Bekleidungsstücken, z. B. Bäckermützen, für die keine V unkte ab getrennt werden. Neu ist die Regelung für bestimmte Wäschestücke. Nach den alten Richtlinien gehörte Wä'che mit aanz wenigen Ausnahmen nicht zux Arbeits- und Berufsbekleidung. Nach der neuen Regelung sind Hemden, die bann stets als Berufsbekleibung gelten, für eine bestimmte Anzahl von Berufstätigen in die neuen Richtlinien einbezoqen worben. Selbstverständlich erfolgt die Bewilligung von^ Bezugscheinen auch hier nur für die notwendigsten Fälle und dann auch nur gegen 2tbtrennuna der vorgeschriebenen, allerdings beschränkten Tlnzahl von Punkten. Eine nur vorübergehende kurzfristige Betätigung in einem Berufe genügt nicht zur Begründung eines Anspruchs auf Arb"tts- ober Berufsbekleidung, sondern es ist dauernde Tätigkeit Voraussetzung. Dagegen können bei Berufswechsel Kleidungsstücke bewilligt werden. Für die Bewilligung weiterer Bezugscheine über gleichartige Bekleidungsstücke sind jetzt Min« destzeitabschnitte vorge schrieb en worden, die bei Be« ritisbet’Ieibimg mindestens vier Monate und bei Ar* beitsbekleidung mindestens acht Monate betragen. wird, beide von ihrem Wohnort so entfernt arbeiten, daß sie nicht täglich nach Hause zurückkehren können. Ob sie im gleichen Betrieb oder in verschiedenen Betrieben und Orten arbeiten, ist hierfür unerheblich. Voraussetzung ist jedoch, daß der gemeinsame HaushM aufrechterhalten wird. Ist der Haushalt dagegen aufgelöft worden, so ist die Zaylung eines Trennungsgeldes nicht zulässig. " Zur unsere Verwundeten. Die NSG. „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesige« Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter der Programmfolge Weiteres aus Spielopern" hatte ein Lazarett eine fröhliche Unterhaltung. Ans den schönsten Opern kamen Arien, Duette, Quartette und Terzette durch die 5künstler Alexander Rosalewicz (Baß), Christian Hufnagel (Tenor), Elisabech Geiße (Alt), Gerda Brühl (Koloratur-Sopran) und Käthe Armbrust (Sopran) zu Gehör. Die Begleitung am Klavier lag bei W. Wem- heuer in besten Händen. Die Sprecherin Katrin Burghardt gab kurze Einführungen zu den Opernpartien und erfreute durch nette Geschichten. Reicher Beifall dankte den Künstlern für die genußreichen Stunden. — In drei Lazaretten wickelte sich eine Variets-Programm „Die Klamottenkiste" ab. Die Tänzerinnen Maja und Griet erfreuten mit verschiedenen Tänzen, wobei der indische Tempeltanz besonders charakteristisch war. Der Kopfspringakt von Dechnik und der komische Jongleur „Original Resch" zeigten beste Artistik: letzterer erzielte starke Lachsalven. Der Elastikmusikalakt von Atra war gleichfalls eine sehr gute akrobatische Leistung. Irene Weitzmann zeigte mit ihrer Partnerin einen Taubendressurakt mit erstaunlichen Leistungen. Den Schluß bildete akrobatische Arbeit der „3 Renz", welche, wie das gesamte Programm, reichen Bei- fall fand. — Die Kapelle des „Caf6 Wien" hatte sich in einem Lazarett mit musikalischer Unterhaltung zur Verfügung gestellt. Die schöne Vortragsfolge fand dankbare Zuhörer. In einem Lazarett hielt Oberst a. D. von Hayner einen interessanten Vortraa über „England im End kämpf". Die Verwundeten folgten den Ausführungen des Redners mit großer Aufmerksamkeit. — Bei den Vorstellungen des Theaters der Universitätsstadt Gießen waren wieder Verwundete zu Gast geladen. — Zu dem farbigen Lichtbilderoortrag von Kuno Schweers über „Südseeforschung" in der Aula hatte die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" im Rahmen der Vortragsvereinigstng eine Anzahl Verwundete eingeladen. Die Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau ließ für die Verwundeten Gebäck und Bonbons durch die Setreuerinnen aus der Frauenfchaft und den Lazarettbetreuer der NSKOV. verteilen. — Bei der Großkundgebung der NSDAP, in der Aula mit Reichsredner Prinz zu Schaumburg-Lippe waren Verwundete anwesend. Die Musikgruppe der Volksschule Gambach untet Leitung von Lehrer Lahm bot in zwei Lazaretten frohe Volksmusik. Eine Schülerkapelle spielte mit Harmonikas, Flöten, Gitarren und Schlagzeug Märsche, Lieder und Tänze. Zwanzig Blockflötenspieler ließen Volkstänze erklingen. Marga Stork sang mit guter Stimme Lieder aus Filmen und Volkslieder. Karl Heinz Stork und Karl Heinz Holler spielten auf dem „Schifstrklavier" frohe Weisen. Als Sprecherin wirkte Gerturd Beck, die auch die Ansage übernommen hatte. Reicher Beifall dankte den Misizierenden. KameradschastehemaliaerLeibgardiffen Arn Sonntag hielt die Kameradschaft ehemaliger Leibgardisten in Gießen ihren Jahreshauptappell ab. Kalneradschaftsführer Kreuter gedachte zunächst der für Deutschlands Freiheit und Größe gefallenen und der im letzten Jahve in der Heimat verstorbenen Kameraden, wobei er ermahnte, sich der Gefallenen und dep im heldenhaften Kampfe für Deutschland stehenden Soldaten' allezeit würdig zu erweisen und auch in der Heimat mit allen Kräften zur (Erringung des Sieges beizutragen. Nach dem Bericht des Kassenwarts und dem Bericht des Rechnungsprüfers wurde dem Rechner mit Dank für seine Mühewal« tung Entlastung erteilt Nach einer Ergänzung des Führerbeirats wurden verschiedene kleinere Ange- legenhetten und vor allem der Schießdienst besprochen, wobei auf die große Bedeutung der Schießaus- (Nachdruck verboten.) Fortsetzung. lück auf, Renate! Roman von Ernst 6rmi. ,Du denkst an Thora Kersten", fragte er mit einem fftchenden Blick. .,2Iber ich bitte dich, Papa", versuchte sie feinen Iuvurf abzuwehren. t „Steine Widerrede, Renate", sagte er ernst, aber Äie Bitterkeit. „Ich sollte dich dock einigermaßen wen. Aber selbst, wenn ich Thora Kersten heiraten Me, die Zeche kommt in keine anderen Hände, als pie deinen. Das möchte ich dir heute schon gesagt Wen." .Sie stand auf und trat ans Fenster. Diese Aus- imndersetzung machte ihr keine Freude. . tine Weile war es still zwischen ihnen. Sie ,ah f! ben Park hinaus. Fast unheimlich still ging es H diesem Hause mit feinen weißen Korridoren zu. »^Zunächst lebst du ja noch, Papa, und wirst das WF entlief) noch recht lange tun. Warum sollen mir [Jis heute schon das Herz schwer machen? Und was 1 Kl‘e ich wohl mit einem solchen Werk an fangen, tu hatte wirklich noch niemals ernstlich darüber Iuhgedacht, wie es werden würde, wenn ihr dieses Erie einmal zufiel. „Ich bin em Mädchen —" L,Stimmt!" fiel er wieder gutgelaunt ein. „2Iber [tken Einwand lasse ich nicht gelten. Du bist em kluges Mädchen, und du hast überdies Zeit Ifiug, dich genügend in Harnmerkott.umzusehen. gleicht hast du Glück und findest mal einen Mann, |*r etwas von der Sache versteht, bann wäre alles F schönster Ordnung." f.. ä < I Cie sah sich um und mußte nun unwillkürlich auch piöer lachen. . [ »Dann kann ich ja gleich deinen Direktor m ^mmerkott heiraten." . Gi tat, als nahm er diesen Vorschlag durchaus ernst. Eigentlich doch ein recht erfreuliches Mädel, meine kleine Renate, dachte er schmunzelnd. „Derbrüggen —? Ja — warum nicht — es wäre eine Möglichkeit, die man erwägen könnte. Ich bin weder für, noch gegen ihn eingenommen. Soweit ich ihn bisher kennengelernt habe, scheint er ein ganz tüchtiger Kerl —" Ihr Helles Lachen flatterte leicht durch das kleine Zimmer. „Aber Papa", sie trat wieder zu ihm ans Bett, „du glaubst dock nicht etwa im Ernst —" Doch er ließ sie jetzt nicht zu Worte kommen. Nach feiner Meinung hatte man schon viel zuviel nutzloses Zeug geredet. „Also nun höre einmal, Reni. In allem Ernsi möchte ich dir setzt folgendes sagen: ich will, daß du möglichst bald nach Hammerkott gehst und dich dort in den Betrieb einlebst. Du bist jetzt alt und vernünftig genug, dich nutzbringend zu betätigen, und das kannst du nirgends besser als in Hammer- fott, das du morgen ober übermorgen einmal zu verwalten haben wirst —" Es würbe noch manches Für unb Wider in biefer Stunde besprochen. Renate kam her väterliche Befehl völlig überraschend, aber als sie bann ben Vater verließ, schieben sie in vollem Einvernehmen. Sie fühlte sich innerlich reich beschenkt, baß er sie nicht als Mädchen, sondern als einen vollwertigen Partner betrachtete. Ein frohes Leuchten stand in ihren Augen, als sie sich in der geöffneten Tür noch einmal zu ihm zurückwendete. Aber dieses Frohsein schwand, als sie auf dem weißen Korridor neben der Schwester die große, schlanke Figur einer Frau auf sich zukommen sah. Vertraulich hatte sie schon lange hier gewartet, bis Renate das Zimmer wieder verlassen würde. Als sie einander nahe waren, zögerte sie mit einer unbe- stimmten Semegung^ats wollte sie Renate die Hand reichen. Doch bas Mädchen übersah diese Geste, und mit einem kurzen, flüchtigen Kopfnicken gingen sie aneinander vorüber Den Blick geradeaus gerichtet, ging Renate ben Korridor hinunter. Hinter sich hörte sie bas Geräusch einer Tür. Die Schwester hatte die Frembe in bas Zimmer bes Vaters geführt. Thora Kersten — vielleicht bald Thora Hammer- kott. Renate liebte ihren Vater über alles — aber dieser Frau gönnte sie ihn nicht. * So eng auch Werner Hellingrath mit ben Dingen um sich her oerbunben unb verwachsen war, mit feiner gewiß nicht leichten Arbeit, mit ber Grube, mit ben in ber Tiefe schaffenden Menschen, so sehr sehnte sich sein junges, ungestümes Blut an manchen Tagen auch hinaus aus dem zermalmenden Einerlei des Alltäglichen, aus der düsteren, sonnenlosen Welt ber Kohle, bie alles mit ihren schwarzen Schleiern von Staub unb Rauch überzog. Menschen unb Tiere, Häuser unb Straßen, Bäume und Sttäucher, in weitem Umkreise war alles an Leib und Seele von ber Kohle gezeichnet, ber unumschränkten, tyrannischen Herrscherin biefer Stätte. An solchen Tagen überkam ihn ein heftiges Verlangen, biefen strahlend blauen Himmel einmal ohne die dort oben hängenden Rauchfahnen zu sehen, bann brängte es ihn, über faftiggrüne Wiesen zu gehen, statt über bie wenigen, armseligen Halme, bie sich zwischen ben Schienenschwellen ber Grubenbahnen hervorwagten ober im Schatten ber Färber- türme und Werkhallen ein kümmerliches, unbeachtetes Dafein fristeten. Dann träumten Auge und Ohr von hohen, musikerfüllten Räumen, und alles in ihm gierte nach sorglosen, unbeschwerten Menschen, nach lockenden Frauen mit Märchenaugen unb weißen, weichen Hänben. Wenn biefes Drängen und Wünschen ihn überkam, bann waren alle seine Gedanken auf ben fommenben Sonntag mit seiner Feierschicht gerichtet, unb bie letzten Stunden der sick neigenden Woche wurden ihm zu endlosen Ewigkeiten. Denn diese Sonntage brachten wenigstens einem Teil seiner Wünsche (Erfüllung. Er besaß seit einiger Zeit einen kleinen, billigen Wagen, ein leichtes, grünlackievtes Wägelchen, das aus den Namen „Laubfrosch" getauft war unb bas ihn an solchen Tagen in kurzer Zeit aus dem Bereich von Ham- merkott I) in aus führte. In einer guten Stunde konnte er ohne Mühe ben Rhein bei Düsseldorf erreichen, konnte er unter einem freundlicheren Himmel inmitten frohbeschwingter Menschen auch die lebten Spuren bes schwarzen Staubes von seiner Seele schwinden fühlen. Werner Hellingrath stellte ja keine unerfüllbaren Ansprüche an das Leben. Eine harte Jugend, eine noch härtere Studienzeit hatten ihn genügsam gemacht, hatten ihn gelehrt, nur nach erreichbaren Dingen zu greifen. Es war schon ein herrliches, unsagbar kostbares Gottesgeschenk, nach Tagen unb Wochen angespannter, verantwortungsvoller Arbeit hier einmal für em paar kurze, flüchtige Stunden sorgenlos im weichen Gras liegen zu Dürfen unb ohne zu denken in die Sonne blinzeln zu können, ben beiten, stolzen Strom zu Füßen, auf dem die vollbesetzten Ausflüglepdampfer nach Köln und weiter hinauf nach Koblenz vorbeirauschten, umtanzt von Schwärmen kleiner Boote, weißen Seglern und fünfen Motorbooten. (Ein buntes, lebensprühendes Bild für ben Mann, dessen Augen sonst nur gewohnt waren, in das Reich ber Kohle zu blicken, dessen Ohr keine andere Musik kannte, als bas ewige Keuchen und Rasseln der Förderwagen, das Kreischen ber Bohrhämmer unb Schrämeisen. Den Heimweg pflegte Werner Hellingrath an solchen Tagen schon rechtzeitig anzutreten, wenn es ihm meist auch recht schwer fiel, biefe lichten Stunden freiwillig zu verkürzen, aber einesteils liebte er bas unfinnige Dahinrafen auf der Landstraße nicht, andererseits mußte er ausgeschlafen haben, wenn er Montag beim Einfahren der ersten Sckicht pünklich zur Stelle fein wollte. Unb Unpünktlicykeit hätte er sich persönlich übelgenommen. Außerdem war er felsenfest davon überzeugt, daß Terbrüggen mit Vergnügen jede Gelegenheit benutzen würde, ihm eins auswischen zu können. Da hieß es also, auf ber Hut fern, um sich keine Blöße zu geben. (Fortsetzung folgt.) 1943 verö' Gießen, im Februar 1943. 01219 * Schuhcreme einsparen! eingetr.Wt. Ni