GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen mir btt lichen E x Deutschland d innt annt ?ÄTtin auch über dä- T-L7 L7- US Ml M “i. Hb ifeld nland 3 inun der Dtr« nmeD .Keil d ,8 B Zchristleitung und Geschäftsstelle: Siehen. Zchulstratze 7-9 N oll rrov, ’QUf; f ik Ton auf i Öl) ü(lS J Ä b/'I । V Deutschland verteidigt dreitausend Jahre europäischer Kultur Gegen die zersetzenden Mächte von Bolschewismus, Kapitalismus und Weltjudentum, ^ielchslerter Alfred Rosenberg sprach auf einer Kundgebung in Limburg. osetf | 1 AU1 M Denk d I Jäger üni^l dan^ S-er GiS -M wollten: Auflösung und Vernichtung des deutschen Volkes. Roosevelt verlangt die bedingungslose Kapitulation, und Stalin will das ganze deutsche Volk heranziehen, um die zerstörten Gebiete in seinem Lande wieder aufzubauen. Das bedeutet für uns die ewige Sklaverei. Der Bolschewismus, der Weltkapitalismus, das Weltjudentum haben sich also zu- sammengetan, um Deutschland zu vernichten. In England finden sich konservative Minister und christliche Bischöfe zusammen, um unter den roten Fahr'en für den Sieg des Bolschewismus zu beten. England erklärt sich damit für die bolschewistische Zersetzung. 9m Osten werden 3 0 0 0 Iah r e europäischer Kultur verteidigt. 9n diesem Kampfe ist der Begriff Europa nicht mehr eine Redensart, wie sie in Genf 14 Jahre lang geführt wurde, sondern er ist für uns eine reale Tatsache m diesem Ringen geworden. Der größte ^Schildträger in diesem Kampfe ist heute das nationalsozialistische Deutschland. Diesem Deutschland schlägt heute ein Haß entgegen, wie er schlimmer nicht gedacht werden kann. Liber auch im deutschen Volke wächst ein Gefühl heran, das es früher nicht kannte. Auch im deutschen Volke beginnt heute eine Welle des Hasses. Man kann seinem Gegner auch Achtung entgegenbrrngen, wenn er eine Größe hat. Aber gegenüber solchen Gegnern, mit denen wir eS letzt zu tun haben könüen wir keine Achtung auf- brmgen. Denn unser Haß ist heute mit Verachtung gepaart und mit Ekelgefühlen. Es gab einst eine 3eit in Deutschland, da die Staatsmänner zuviel Rücksicht auf das demokratische Paris und London nahmen. Dies führte zum weltanschaulichen Bankrott. Heute stehen wir anders da. Heute haben wir den Kampf gegen Demokratie und Marxismus und feine Zersetzungsteile siegreich bestanden. Zum erstenmal ist in der deutschen Geschichte Weltanschauung u n d staatliche Macht eine einzige Größe geworden. Deutschland, das stärkste und größte Volk in der Mitte Europas, war in Gefahr vom Osten überschwemmt zu werden. Wir aber werden es verhindern, noch einmal durch die jüdische Propaganda aus Neuyork und London uns im Innern zerreißen 3U lassen. Deutschland hat die Aufgabe, siegreich durch diese Prüfung hindurchzukommen. Deutschland hat auch für Europa die Aufgabe, seine Ernährungsbasis sicherzu st eilen. Wir erblicken gerade im Offen diese Aufgabe. Der Osten kann stellen. Finnen, Polen, Letten, Esten, Litauer und andere erfreuten sich angeblich des besten Wohlergehens. Das Echo war in den angelsächsischen Ländern durchaus das erwartete. Anglikanische Kirchenfürsten gerieten in fromme Verzückung, amerikanische Senatoren klatschten Beifall, die Mitglieder des englischen Oberhauses nickten wohlgefällig über diese neue Fassade des Bolschewismus. Ersparte sie ihnen nicht, sich zu schämen, wenn sie des neuen Verbündeten gedachten? Was aber war d i e Wirklichkeit? Sie unterscheidet sich durch nichts von dem, was zum Schrecken der ganzen Welt seit 2V-I ah r zehnten das Wesen des Bolschewismus ausmacht. Heute wie damals ist der Atheismus die Staatsreligion, heute wie damals sterben Priester durch Mord wie der Metropolit der Ukraine, der am gleichen Tage von Politruks erschossen wurde, als man in Moskau einen Aufruf mit feinem Amtssiegel herausgab. Heute wie damals steht der jüdische Spitzel hinter den Rotarmisten. Heute wie damals sterben jährlich zu Tausenden die Angehörigen von den Bolschewisten verschleppter fremder Nationalitäten. Heute wie damals ist das Massengrab das Denkmal bolschewistischer Kultur, der Hungertod die Fasson für diejenigen, die nicht gewaltsam aus dem Leben geschafft werden. Die Auflösung der kommunistischen Internationale ist das letzte Glied in der Kette dieser von Stalin auf Ratschlag der Juden verfügten Maßnahmen, die der Welt über das Wesen des Bolschewismus Sand in die Augen streuen sollen. Sie ist zugleich das raffinierteste Manöver, das bisher erdacht wurde. Die Auflösung der kommunistischen Internationale'fällt zeitlich mit dem Besuch des von Roosevelt in besonderer Mission nach Moskau entsandten ehemaligen Botschafters Davies .zusammen. Davies war der Träger eines persönlichen Schreibens des amerikanischen Präsidenten an Stalin. Die Vermutung liegt nahe, daß es der Roosevelt- Brief war, der Stalin die Anregung zur Liquidation der Dritten Internationale gab. Diese Vermutung wird zur Gewißheit, wenn man die Schwierigkeiten überbl'ckt, die Roosevelt daraus m erwachsen drohen, daß die amerikanischen Kommunisten dis einzige organisierte für kommende Zeiten seine Sicherheit geben. Unsere Soldaten kämpfen im Osten für diesen großen yiaum. Noch nie hat ein Krieg einen so positiven Sinn gehabt, auch für die Ostvölker selbst, wie - .fi . ~ , .. , . . dieser Krieg -im Osten. Die Nöte des Alltags sind uns auch ihrer tn der Gegenwart würdig zu er- in allen Dingen an uns herangetreten. Deshalb ist weifen. Wir wissen, was die Gegner uns zugedacht es Pflicht aller jener Menschen und Dienststellen die haben. Es ist dasselbe, was sie schon 1918 tun I in irgendeinem Vorgesetztenverhältnis stehen allen NSG. Die Kreisstadt Limburq stand am Samstag ganz im Zeichen des Besuches des Reichsleifers Alfred Rosenberg. Weit über 12 m Partei- und Volksgenossen, die aus dem Lahngebiet und dem Westerwald gekommen waren, füllten den Adolf-Hifler-Platz, um Zeuge einer einzigartigen Kundgebung zu sein Als Reichsleifer Rosenberg in Begleitung des Gau- leifers die Siatfe der Kundgebung betrat, wurde er. m!f begeistertem Jubel empfangen. Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger brachte feine Freude darüber zum Ausdruck, in Limburg, der Zentrale des Wesferwckldes, Alfred Rosenberg, E.,^frigsten Verfechter der nationalsozialistischen Weltanschauung, begrüßen zu können. In einem kurzen Rückblick erinnerte der Gauleiter an die Zeiten der inneren Zerrissenheit des deutschen Volkes, an eine Zeit, in der es von fremdem Geist zersetzt seine geistige und seelische Haltung verlohn hatte. Der Führer habe die fremde Gefahr rechtzeitig erkannt und es unternommen, die Wiedergeburt des deutschen Volkes herbeizuführen. Aus den besten völkischen Kräften schuf er seine Weltanschauung und gab so dem deutschen Volk wieder die Kraft zur Selbstbesinnung. Es gäbe niemanden, der in der Lage wäre, den Kampf um oie Seele des deutschen Menschen besser zu schildern als Reichsleiter Alfred Rosenberg, der engste Mitarbeiter des Führers. Bsrlkn, 22. Mai. (DRV.) In der bolschewistischen „P r a w d a" wird eine „Entschließung des Dollzugskomitees der Kommunistischen Internationale" veröffentlicht, die glauben machen will, daß . die Kommunistische Internationale als führendes Zentrum der kommunistischen Bewegung in den einzelnen Staaten a u f g e 1 ö ft werde. Mit jüdischer Rabulistik wird erklärt, daß die Organe der Kommunistischen Internationale „von ihren bisherigen Verpflichtungen befreit" wurden. Zll der Erklärung, die den feit langer Zeit größten Agitationstrick der Anti-Achsenmächte darftellt und offenbar aüf einen vor zwei Tagen in Moskau durch den Botschafter Davies übergebenen Brief Roosevelts zurückzuführen ist, teilt die - „Prawda" bezeichnenderweise mit, daß sie „mit Zustimmung" einer Reihe von Kommunisten aus zahlreichen von bolschewistischen Umtrieben inzwischen befreiten Ländern erlassen worden sei. Es wurden dabei eine Reihe meist jüdischer Namen aufgezählt, die „für Italien", „für Spanien", „für Rumänien", „für Finnland" und andere Länder in Moskau ausgehalten werden., Mit der Mitteilung solcher Beteiligung an dem Moskauer Schwindelmanöver wird dieses selbst als allzu dreiste jüdische Spekulation auf die menschliche Dummheit entlarvt und die unverrückbaren gemeinsamen jüdischen Vernichtungspläne der Plutokraten und des | Bolschewismus enthüllt. * Dazu schreibt die „D e u tsch e di p lo m a tisch e Korrespondenz": Dieser Vorgang kommt nicht i überraschend. Je länger der Krieg dauert, desto spür- I barer traten in der Sowjetpolitik Tendenzen zutage, den Bolschewismus salonfähig zu machen. Das internationale Judentum leistete dabei wirkungsvolle hilfsstellung. Schon längst waren die Juden dazu übergegangen, die Sowjetunion mit ihren Belangen zu identifizieren, vor allem was die außenpolittfchen Ziele des Bolschewismus anbetraf. Der Jude Litwinow war es, der die führenden Männer der Sowjetunion, vornehmlich aber Stalin, zu der Erkenntnis brachte, daß das bolschewistische Ausland selbst nach seinem Kriegseintritt an der Seite der angelsächsischen Plutokratien von der übrigen Welt durch eine breite Schicht des Miß - trauens getrennt wurde. Die doppelseitige Gestalt der östlichen Räterepublik als große Land- Jn dieser entscheidenden Auseinandersetzung haben sich ungeheure Möchte verbündet. Deutschland macht alle Anstrengungen, um nunmehr in diesem Endkampfe zu bestehen. In diesem Endkampf sind heute viele Völker Europas an seine Seite getreten. Wenn wir für ganz Europa kämpfen, bann, um ganz Europa für den Kampf gegen die zersetzenden Mächte zu gewinnen. Im übrigen stehen wir vor dem Abschluß eines geschichtlichen Experiments. Jahrhunderte ist Deutschland das Zentrum der europäischen Macht gewesen, bis es zerfiel und mit ihm die Struktur der europäischen Staaten. Während sich Deutschland in inneren Kämpfen zerriß, hatten die anderen Völker die Möglichkeit, ihre Kraft in Europa zu erproben. Frankreich wurde das führende Land. Mit dem Versinken bes französischen Experimentes begann bann der englische Aufstieg. Dann kam die Zeit des Völkerbundes, die uns noch in aller Erinnerung ist. Heute bedeutet der Bolschewismus den letzten Versuch, Europa zu zersetzen und niederzuwalzen. Wir sehen heute die Geschichte der Vergangenheit und der Gegenwart so, daß Deutschland unter Adolf Hiller nach den mißlungenen Experimenten nunmehr sein legitimes Erbe wieder antritt. Wenn das deutsche Volk den Sinn dieses Entscheidungskampfes begreift, wird auch die moralische Kraft der deutschen Nation nicht erlahmen, sondern im Bewußtsein seiner Sendung erst recht alles mobilisieren, und der deutsche Soldat wird das Banner des Deutschen Reiches hochhalten, um diesen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. politische Partei darstellen, die uneingeschränkt begeisterte Anhänger der Roosevel-Poli- tik sind. Selbst die politische Naivität des amerikanischen Volkes geht nicht soweit, um nicht durch diese Zustimmung mißtrauisch zu werden. Das amerikanische Volk frag! sich heute, ob eine Politik, die vorbehaltlos nur von derjenigen Partei in den USA. unterstützt wird, die auf ihre Fahnen den internationalen Umsturz geschrieben hat und ihre Direktiven zugegebenermaßen aus Moskau, d. h. vom Ausland empfängt, mit dem amerikanischen Interesse identtsch ist. Roosevelt droht —# bas hat sich vor allem beim Bergarbeiterstreik gezeigt— über der begeisterten Zusttmmung der amerikanischen Kommunisten mehr und mehr das Vertrauen der übrigen amerikanischen Arbeiter zu verlieren. Aus diesem Dilemma soll ihn die von Stalin dekretierte Auflösung der Kommunisttschen Internationale, d. h. die Aufhebung des internattonalen Charakters der amerikanischen Kommunistenpartei, befreien. Für Stalin ergab sich die Zweckmäßigkeit einet? solchen Maßnahme um so eher, als er dadurch auch d i e Stell un g der Kommuni st en in England wesentlich erleichtert. Dort hat die britische Labour Party das zweimalige Gesuch der englifchen Kommunisten um Vereinigung der beiden Organisationen mit dem Hinweis auf die internationale Bindung der englischen Kommunisten abgelehnt. Dieser Vorwand entfällt jetzt. Der britischen Labour Party wird durch die Auflösung der Kommunistischen Internationale die einzige Waffe aus der Hand geschlagen, mit der sie sich gegen den Versuch der britischen Kommunisten wehren konnte, durch eine Parteifusion die britische Labour-Bewegung in kommunistische Hände zu bringen. Aehnliches gilt für alle übrigen Länder, in denen kommunistische Bewegungen ober Parteien existieren. Die Auflösung der kommunistischen Internattonale gestattet den Kommunisten aller fiänber, nunmehr im nationalen Gewände aufzutreten. Das Stali.N'sche Dekret ist also letzten Endes nichts anderes als ein Trojanisches Pferd, um die Kommunisten anderer Länder um so leichter in den Sattel zu heben. An die Stelle der Dritten kommunistischen Internationale tritt bie Vierte Internationale des Stalinschen Bolschewismus, die sich auf ein weit verzweigtes Netz nationalfrifierter Kommunistenparteien stützt. Wie diese Maßnahme gegenüber dem Vollzugsausschuß der kommunistischen Internattonale in Moskau begründet wurde, ist nicht schwer zu erraten. Man braucht nur an die vom französischen Gesandten Gcmssen in Stockholm ausgezeichnete, über die Sowjetgesandtin Frau Kollontay erhaltene Erklärung des stellvertretenden Sekretärs der Kommunisttschen Partei Kaganowitsch zu erinnern, der den Mitgliedern des Polit-Büros des Zentralkomitees der KP. und des Exekuttvkomitees der Dritten Internationale im März 1933 zurief: „Es ist ebenso verbrecherisch wie lächerlich zu erklären, daß die Sowjetregierung Versprechungen ober Garantien für bare Münze nimmt. Genossen, glaubt doch nicht, daß wir Papierfetzen, Abmachungen, Verträgen ober Verpflichtungen irgendeine Bedeutung zuerkennen." Damit wäre über die Auflösung der Dritten kommunistischen Internattonale genügend gesagt. Sieändertnichts, aber auch gar nichts an dem Doppelgesicht des bolschewistischen Rußland. Die einzige Lehre, die die übrigen Völker aus dieser Maßnahme ziehen können, ist die einer erhöhten Wach samteit, durch eine Begrüßungsansprache von Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger eingeleitet wurde, diente der Ausrichtung des Führerkorps der Partei im Kampfe für Großdeutfchland. Am Samstag hatten auf einer Tagung des Gauschulungsamtes der Stabsleiter des Reichsleiters Rosenberg Dr Stellrecht, sowie die Bereichsleiter Otto und Schmidt gesprochen. Angriffe gegen die Kaukasus-Küste. Angriffe leichter deutscher unb italienischer See- ftreitf raffe gegen die sowjetische Versorg gungsschiffahrt an der Kaukasusküste des Schwarzen Meeres werden in den Wehrmachtberichten der letzten Tage wiederholt gemeldet. Dies« Vorstöße gegen eine von den der deutschen Wehrmacht zur Verfügung stehenden Stützpunkten recht entfernte Küste weist auf eine besondere Bedeutung der sowjetischen Versorgungsschiffahrt gerade in diesem Teil des Schwarzen Meeres hin. Dabei spielt Transkaukasien für bie sowjetischen Streitkräfte südlich Noworossijsk die Rolle einer Versorgungs* basis. Die Erzvorkommen Armeniens und die Kohlenlager im wesllichen Georgien waren die Grundlage für den Ausbau einer transkaukasischen! Rüstungsindustrie. Ferner kommen über den Ira» und Baku nach den Schwarzmeerhäfen Transkaukasiens Bakum und Pott die Kriegslieferungen, bie Großbritannien und bie USA. über die Sudroute, also um bas Kap der Guten Hoffnung unb durch beii Persischen Golf, den Sowjets zukommen lassen. Die ganze Kaukasusküste zieht sich über eine Entfernung von über 500 Kilometer von Nordwesten nach Südosten hin. Davon befindet sich der nord- weslliche Teil seit dem Herbst vergangenen Jahres in deutscher Hand. Südlich von Noworossijsk, dem größten Hafen dieser Küste, befindet sich der süd- lichste Punkt der Ostfront. Das übrige Gestade, bis zur türkischen Grenze, wird von den Sowjets beherrscht. Etwa von Anapa bis südlich Suchum drängt sich das mächtige Kaukasus-Gebirge bis hart ans Meer^ So schmal ist der Küstenstrich, daß die Küstenstädt- chen zuweilen auf den Bergabhängen nisten. Das mag vielleicht sehr malerisch aussehen, ist aber höchst unbequem unb unwirtschaftlich. Zahllose Gebirgsbäche unterbrechen die Küstenlinje und erschweren den Landverkehr längs der Küste. Noch vor eineyi Menschenalter gab es keine durchgehende Straße zwischen den Kurorten und Hafen- städtchen Tuapse und Suchum — so schmal ist eben der Küstenstrich unb so groß bie Schwierigkeiten, bie ber Straßenbauer zu überwinden hat. Heute freilich zieht sich eine enge Straße entlang der Küste. Sie überspannt bie Mündungen ber Bäche, bie im Frühjahr unb im Sommer oft zu reißenben Strömen werden, unb bohrt sich in ben dunklen Fels ein. Aber eine durchgehende Eisenbahn bestand längst der Küste bis Kriegsausbruch nicht. Zwar soll der macht unb als Trägerin der auf den internationalen Umsturz hinarbeitenden, von Moskau gelenkten kommunistischen Bewegung warf einen Schatten, ben zu überspringen selbst biejenigen schwierig fanden, die das Kriegspotential der Sowjetunion für ihre eigensüchtigen Zwecke zu nutzen hofften unb es darum an offiziellen Freundschaftsbeteuerungen für Moskau nicht fehlen ließen. । Nach dem Scheitern des ursprünglichen Planes von Stalin, der der Sowjetunion im Kampf der Weltmächte die Rolle des lachenden Dritten zuwies, dssr seine Kräfte bis zu dem Augenblick spart, wo die der übrigen erschöpft sind, mußte bie Sowjetpolitik neue Wege suchen. Sie wußte beweisen, daß der bolschewistische Reoolutionsstaat, ber von seinem Gründer Lenin als die Zelle des Weltumsturzes proklamiert worben war und dessen außenpolitischen Ziele sich darum niemals auf internationale Zusammenarbeit richteten, sondern immer nur auf Unterwerfung aller übrigen Mächte, bündnis- fähig war. Dies bedingte Veränderungen vor allem in der Fafsade des Bolschewismus. Die jedermann sichtbaren Schönheitsflecke im äußeren Bild des Sowjetstaates mußten beseitigt werden. Daß dies nichts mit einer echten Wandlung zu tun hat, liegt auf der Hand. Auf eine solche konnten die Machthaber des Sowjetregimes um so eher verzichten, als bie hermetische Äbschließung^des riesigen Landes Berichte über die inneren Verhältnisse nur äußerst spärlich hinausließ. Im Zuge dieser von Stalin aus rein außen- politischer Zweckmäßigkeit befohlenen Tarnung der wahren Natur des bolschewistischen Staates wird die Welt seit Monaten mit Nachrichten überschüttet, die die Sowjetunion in einem neuen Lichte zeigen. So ist die Rede von Seelenmessen in überfüllten Kirchen, von patriotischen Aufrufen orthodoxer Mettopoliten, von Gebeten für die Rote Armee, von Schenkungen, die Klöster der Roten Luftwaffe machen. So ist berichtet worben über bie Abschaffung des Kommissarwesens in der Sowjetwehrmacht, über die Wiedereinführung von Orden unb Achselstücken unb anderer Traditionen aus der Zarenzeit. Hierhin gehört die Ernennung von Stalin zum Marschall der Sowjetunion. Endlich wurden von Moskau Beschreibungen in alle Welt gesandt, die bie Sowjetunion als Wohltäterin fremder Nationalitäten dar- I Raffiniertes Tarnungsmanöver ändert nichts am wahren Charakter des jüdischenBolfchewifienstaates An die Stelle der Komintern tritt die vierte Internationale national frisierter Kommunistenparteien. - Erhöhte Wachsamkeit Europas. Unterbau seit langem fertig sein, aber die technischen Schwierigkeiten waren so groß, daß diese strategisch wichtige Schwarzmeerbahn unvollendet geblieben ist. Den Sowjets bleibt allein die über Baku verlaufende Bahn als einzige Schienenoerbindung des Nordens mit dem landwirtschaftlich und rohstoffwirtschaftlich reichen Transkaukasien. Lnnehrnen muß man allerdings, daß sie inzwischen alles darängesetzt haben, um diese Verbindung benutzbar zu machen. Das gesegnete Klima der Schwarzmeerküste ließ an ihr zahlreiche Kurorte entstehen, die durch das Kaukasus-Massiv vor den Nordwinden geschützt sind. Da die meisten von diesen Kurorten vom Lande her schwer zu erreichen sind, befindet sich bei jedem von ihnen ein Hafen. Freilich sind das meist Häfen ohne Hinterland, die zu Fri^)enszeiten nur von Küstendampfern benutzt wurden und daher größeren Dampfern, zumal bei den im Winter herrschenden Stürmen, kaum Schutz zu bieten vermögen. Nur Noworossijsk, am Ende einer ziemlich tief in die Küste einschneidenden Bucht — neben Sewastopol der beste Naturhafen des Schwarzen Meeres im im Norden —, Tuapse etwas in der Mitte und Poti sowie Batum im Süden haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu ansehnlichen Häfen entwickelt. Noworossijsk war der große Exporthafen für das Getreide aus dem Kuban-Gebiet und dem nördlichen Kaukasus. Tuapse ist seit einiger Zeit der Endpunkt der von Maikop führenden Oel- leitung und einer Eisenbahn. Poti hat die gesegnete Landschaft Georgiens, das sagenhafte Land Kolchis, zum Hinterlande, während Datum der Endpunkt der von Baku führenden großen Erdölleitung sowie der Transkaukasischen Eisenbahn ist. Der sowjetische Abschnitt der kaukasischen Schwarz- meer-Küste bietet somit einer Aufmarschbewegung größeren Ausmaßes keine Möglichkeit. Daher sind Die Sowjets bei der Versorgung ihrer vorgeschobenen Stellungen südlich von Noworossijsk auf den Nachschub auf dem Seewege angewiesen-, eine direkte Versorgung der Sowjets an diesen Stellungen aus dem Hinterlande, etwa aus dem Kuban-Gebiet, ist infolge des unwegsamen Charakters dieser Mittelgebirgslandschaft und der Unterbindung der einzigen zuführenden Eisenbahn und der Landstraße durch die deutschen Truppen unmittelbar bei Noworossijsk unmöglich. Von der früher beträchtlichen Schwarzmeerflotte aus der Zarenzeit ist zur sowjetischen Zeit kaum etwas übrig geblieben. Die meisten Schiffe sind nämlich während des Bürgerkrieges 1918 bis 1920 entweder versenkt (meistens von den Mannschaften selbst) oder nach dem tunesischen Kriegshasen Bizerta entführt worden, wo ihre Reste verkosteten. Die «Bolschewisten hatten daher eines ihrer drei Linienschiffe aus der Ostsee in das Schwarze Meer über« kgeführt, sie haben mehrere alte Kreuzer ebenso wie dieses alte Linienschiff modernisiert und andere Schiffe, darunter namentlich sehr schnelle leichte Kreuzer, Zerstörer, Torpedobodte, Schnellboote und U-Boote auf den Werften von Nikolajew neu erbaut. Die Sowjets legten auf den Ausbau einer starken Schwarzmeerflotte nie großen Wert, obwohl ste in letzter Zeit an einem 35 W0-Tonnen-Schlachtschiff auf den Werften von Nikolajew zu bauen begonnen hatten. Trotzdem war die Sowjetunion die bei weitem stärkste Seemacht von allen Anliegerstaaten des Schwarzen Meeres. Nur die Türkei hat eine Flotte, die diesen Namen überhaupt verdient. Aber bei den Türken ist das alte deutsche Schiff „(Soeben" (heute Parviz) die stärkste Einheit. Rumänien und Bulgarien besitzen dagegen nur Einheiten vom Torpedoboot abwärts. Um so mehr zu bewundern sind die Unter- nchmun-gen der deutschen und italienischen Seestreitkräfte im Bereich des Schwarzen Meeres, insbesondere an der kaukasischen Küste, der letzten Zufluchtsstätte der sowjetischen Schwarzmeerflotte. Die Sowjets hatten im Verlaufe des jetzigen Krieges von dem Bestand an Kriegsschiffen im Schwarzen Meer — einem Linienschiff von 23 500 t, vier Kreuzern von 6000 bis 8000 t, zahlreichen Torpedobooten, Schnellbooten und Unterseebooten — bis jetzt nur verhältnismäßig wenig verloren. Gegen diese Streitmacht vermochten aber die Deutscherr und Italiener nur leichte Einheiten einzusetzen. Der Vertrag von Montreux (1936) hat das Schwarze Meer nämlich für die Kriegsschiffe der Nichtanliegerstaaten praktisch gesperrt, so daß die Achsenmächte an Seestrei tkräften in das Schwarze Meer nur das bringen konnten, was sich über die Donau oder mit der Eisenbahn befördern läßt. Aus der Erfahrung des Weltkrieges weiß man, daß man mit der Eisenbahn zerlegbare Unterseeboote und auch Schnellboote zu befördern vermag. Wenn die deutschen und italienischen Seestrei- kräste die sowjetische Versorgungsschiffahrt an der Kaukasusküste trotz des Vorhandenseins einer kampfkräftigen sowjetischen Schwarzmeer flotte angreifen, so zeugt das von einem wahren Wikingergeist, den deutsche und italienische Seeleute auch hier an den Tag legen. Im Kampfe gegen einen weit überlegenen Gegner wird feine Handelstonnage vernichtet und seine Versorgung empfindlich gestört. < Oer Wehrmachiberrcht vom Sonntag. DMB. Aus dem Führerhaupfquartier, 23.2Uai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der O st f r o n t keine wesentlichen Kampf. Handlungen. Die Luftwaffe vernichtete mehrere sowjetische Nachschubfchiffe vor der Kaukafusküste und führte schwere Bombenangriffe gegen Eisen- bahntransporte und wichtige Ausladebahnhöfe der Sowjets. Leichte deutsche Kampfflugzeuge versenkten in den Gewässern des hohen Nordens ein feind- liches Handelsschiff von 3000 BRT. 3m Mittelmeerraum wurden durch deutsche 3äger und Flakartillerie dar Luftwaffe am 22. Mai 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNB. Aus dem Führerhauptquartier. 22. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Oertliche Angriffe der Sowjets im Raum nördlich Lisfitfchanfk und südwestlich Sucht - nitschy scheiterten teilweise im Nahkampf unter hohen blutigen Verlusten des Feindes. Die Luftwaffe unterstützte die Abwehrkämpfe des Heeres durch laufende Angriffe von Sturzkampf- und Schlachtflugzeugen. 3m rückwärtigen Gebiet des mittleren Abschnittes der Ostfront wurden 15 Banden- lager zerstört, die Banden vernichtet und zahlreiche Beute an Waffen und Vorräten eingebracht. An der übrigen Ostfront nur beiderseitige Späh- und Stotztrupptätigkeit. 3n den Gewässern der Fischer-Halbinsel wurde ein feindliches Frachtschiff von 4000 BRT. durch Bombenwurf versenkt. 3m Mittelmeerraum vernichtete die Luftwaffe gestern 18 feindliche Flugzeuge. Anter 3agdschuh angreifende schnelle deutsche Kampfflugzeuge bekämpften bei Tage mit guter Wirkung Flugstützpunkte auf der 3 mfel Malt a. Bei einem Tagesluftangriff des Feindes in die D e ust f ch e Bucht Halle die Bevölkerung Verluste. 3n den Stadtgebieten von Wilhelmshaven und Emden entstanden größere Schäden. Durch 3äger fowie durch Flakartillerie der Kriegsmarine und der Luftwaffe wurden 17 der angreifenden viermotorigen Bomber abgefchof- f e n. Zwei deutsche 3agdflugzeuge gingen hierbei in Lufttämpfen verloren. Bei Einflügen in die besetzten Westgebiete wurden vier feindliche Flugzeuge vernichtet. 3n der Nacht zum 22. Mai bekämpften schnelle Bombenflugzeuge erneut militärische Einzelziele im Gebiet von London und an der S ü d k ü st e Englands. Ein Flugzeug ging verloren. Einzelne feindliche Slö'rflugzeiwe überflogen nachts das westliche und nördliche Reichsgebiet. Schwere britische Flugzeugverluste über Sizilien. In Reggio 33 Säuglinge durch britischen Luftterror umgekommen. Rom, 23. Mai. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht gibt bekannt, daß an der algerisch-tunesischen Küste ein 8000-DRT.-Dampfer von Torpedos der Luftwaffe getroffen wurde und sank; ein Tanker von gleichfalls 8000 BRT. explodierte und versank. Ferner wurden ein 7000-DRT.-Darnpfer und ein Torpedojäger im zentralen Mittelmeer getroffen. Feindliche Einflüge auf Zentren in Sizilien verursachten Opfer und Schäden von geringem Umfange, lieber der Insel wurden sechs- undzwanzig feindliche Flugzeuge a b - geschossen. Am Vortage hatten feindliche Flugzeugoerbande an der Straße von Messina, auf Sizilien, Sardinien und auf Pantelleria angegriffen. In Messina und Reggio Calabria entstand beträchtlicher Schaden in Wohnvierteln. In Reggio Calabria erhielt das Findelhaus einen Bombentreffer. 33 Säuglinge, 14 Ammen und eine Nonne wurden getötet. Die Ammen hatten versucht, die Wiegen an einen geschützteren Platz zu bringen. Dabei fanden alle durch einen Volltreffer den Tod. Das Findelhaus trug deutlich erkennbar die Schutzzeichen der Internationalen Konvention. Der Feind verlor 27 Flugzeuge.. Auf Anregung Roosevelts. Roosevelts Brief an Stalin. Lissabon, 22. Mai. (Europapreß.) Erste Andeutungen über Roosevelts Brief an Sta - l i n werden hier aus Kreisen der Achsengegner ae= Macht, nachdem der Akt der Ueberreichung dieses Briefes an Stalin durch Roosevelts Sonderbotschafter Davies zwei Tage zurückliegt. Hiesige Nordamerikaner, die mit Senatoren in Washington Fühlung haben, machen kein Hehl daraus, daß Roosevelt konkrete Forderungen an Stalin gerichtet hat. 1. Roosevelt richtet das eindringliche Ersuchen an Stalin, in der politischen Taktik mit größerer Vorsicht als bisher vorzugehen, da durch die frühzeitige Veröffentlichung der polittschen und militärischen Zielsetzung Moskaus die beabsichtigte Herauslösung Finnlands aus der Front der Gegner der Sowjetunion gescheitert sei. 2. Roosevelt empfiehlt Stalin ebenso nachdrücklich besondere Vorsicht in der Bekanntgabe von sowjetischen Kriegszielen gegenüber den anderen westlichen Nachbarn der Sowjetunion, insbesondere gegenüber Polen, den Balkan- Mächten und der Türkei, da auch hier die Gefahr bestehe, daß diese Staaten durch eine vorzeitige Enthüllung sowjetischer Annektionspläne in ihrem Abwehrwillen gestärkt und immer größeren Widerstand leisten würden. 3. Roosevelt ersucht Stalin um einen wirksamen Beitrag zur Entlastung der mnerpolitischen Spannung in England, und den USA. Zu diesem Zweck schlägt er eine sofortige zumindest formale Auflösung der internationalen Organisation des Kommunismus und die Liquidierung der kommunistischen Internattonale vor. 4. Als Gegenleistung für die Erfüllung dieser Forderungen ist Roosevelt bereit, sich zu verpflichten, bei Friedensschluß Stalin völlig freie Hand in allen jenen Gebieten in Europa zu lassen, an denen die Sowjetunion interessiert ist. Roosevelts Sonderbotschafter Joseph Davies las das Handschreiben des USA.-Präfidenten an Stalin im Arbeitskabinett Roosevelts im Weißen Hause, ehe es dort sorgfälttg versiegelt und ihm mit auf die Reise gegeben wurde. Die Behauptung, Davies kenne den Inhalt des Schreibens nicht, geht auf die Befürchtung Roosevelts zurück, ein vorheriges Durchsickern wesentlicher Punkte feines Briefes könne den Erfolg der Mission Davies' gefähr- oen. In dem Roosevelt-Brief wurde auch die Frage der „globalen Kriegs st rategie" angeschnitten, wenn auch in ganz summarischer Form. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Errichtung einer zweiten Front in Europa wird — als Verbeugung von Stalin — wiederholt. Zugleich aber werden hemmende Momente, wie der U-Boot-Krieg und die Schwierigkeit, ein größeres Offensivheer zu konzenttieren, aufgezählt. Vor allem wird auf das Drängen Tfchiangkaifcheks, der austtalischen Regierung und der nord amerikanischen Opposition hingewiesen, noch in diesem Sommer größere Offensivhandlungen gegen Japan zu unternehmen. Roosevelt schlägt unter Hinweis darauf vor, daß die Sowjetunion den USA. Stützpunkte in Sibirien, insbesondere auf der Halbinsel Kamtschatka, einräume für den Luftkrieg gegen Japan und zur Sicherung eines neuen Nachschubweges. Der Brief schließt mit der erneuten Anregung einer Konferenz zwischen Stalin, Roosevelt, Churchill und Tschiangkaischek, auf der die Fragen der „globalen Strategie" und der politischen Taktik geklart werden sollen. Es wird sich nicht« ändern. Oie Tarnung erkannt. - Eine Erklärung Lavals. V ichy, 23. Mai. (Europapreß.) Zu der Auflösung der Dritten Internationale erklärte Minister- Präsident Laval am Sonntagoormittag vor seiner Abreise nach Paris gegenüber deutschen Pressevertretern in Vichy, Stalins Maßnahme überrasche keineswegs, da es im Wesen des Bolschewismus liege, sich an eingegangenen Der-pflichtUngen nicht zu halten. Als Beispiel nannte Laval den 1932 zwischen Frankreich und der Sowjetunion geschlossenen Nichtangriffspakt. Dieser enthielt die Klausel, daß Sowjetrußland jede Einmischung in innerftanzö- sche Angelegenheiten vermeiden wolle. Die weitere Entwicklung in Frankreich habe aber gezeigt, daß Moskau sich nicht im entferntesten an diese' Abmachung gehalten habe. Es fei sogar vorgekommen, daß man eine Abstimmung in der französischen Kammer um einige Stunden habe verschieben müssen, weil die kommunistischen Abgeordneten noch Weisungen aus Moskau hätten einholen wollen. Ein klareres Beispiel für die EinmschungMoskaus könne es wohl kaum geben. Man könne mit Sicherheit annehmen, daß die Auflösung der Komintern keineswegs die kommunistische Propaganda in den einzelnen Ländern zum Erlöschen bringen werde. Oie Londoner Kommunisten zufrieden. Sern, 23. Mai. (DNB.) Der Londoner Korrespondent der „Suisse" berichtet zu dem „Moskauer Szenenwechsel": Die Maßnahme komme zur rechten Zeit. Aus dem Gebiete der englischen Innenpolitik ist große Genugtuung bei den Kommu- nisten festzustellen, sie sind der Ueberzeugung, daß diese Maßnahme es der Labour Party sehr schwie- rig machen wird, ihre Einwände gegen die Ausnahme der KomTnunistischen Partei aufrechtzuerhalten. Die Kommunisten erklären, daß jetzt die Eisenbahner, die für die Aufnahme waren, von der wichtigsten Gewerkschaft, den Metallarbeitern, Zi;zug erhalten werden. Moskauer Taschenspielerei. Das Echo in Spanien. Madrid, 23. Mai. (Europapreß.) Die spanische Zeitung „A r r i b a" stellt fest, daß sich der Welt- kommunismps stets den Umständen und dem Zweck der Komintern angepaßt habe. Das Blatt bezeichnet die Moskauer Beschlüsse als Taschenspielereien. Es sei sicher, daß der Kreml feine Entscheidung nicht getroffen hätte, wenn er nicht davon überzeugt gewesen wäre, daß die kommunistischen Zellen in allen Ländern weiter tätig sein würden. Praktisch werde die Existenz der Dritten Internationale durch das Dekret nicht berührt. -„Die ganze klägliche und traurige Geschichte der Sowjets und der Dritten Internationale", schreibt „ABC.", „ist ein Gewebe von Falschheit und-Betrug gewesen. Der Kreml benutzte feine Internationale als Instrument, um die Welt anzugreifen und zu beherrschen. Nun löst sich ia Dritte Inter. nationale auf Befehl der gleichen Falschspieler und Derwandlungskünstler auf. Das soll den Eindruck erwecken, als verzichte der Kreml auf die Weltrevolution. Aber wie kann man im Ernst an diesen Frontwechsel glauben? Die Geschichte der komnru- nistiscken Partei war in ihrem Verlauf nichts weiter als eine Anhäufung von Verrat. Man kann daher nicht an ihren guten Willen glauben. Die Auflösung der Dritten Internationale ist eine belanglose und lügnerische Angelegenheit wie hundert andere vorher." BedeutungsloseGesteStalins Schwedische Pressestimmen. Stockholm, 23. Mai. (Europapreß.) Die Stellungnahme der Stockholmer Presse beweist, daß es auch in Schweden kaum jemand gibt, der daran glaubt, daß die Auflösung" der Komintern gleichbedeutend sei mit dem Verzicht auf Einmischung in die innenpolitischen Verhältnisse anderer Länder. „Die 'Geste, die wir jetzt erleben, kann für Stalin nicht sehr kostspielig gewesen sein", schreibt,/Svenska Dag- bladet". „Dagens Nyheter" schreibt: „Die Kommunisten sind darin geübt, alle Dinge, denen sie huldigen oder die sie planen, glatt zu leugnen." Die Zeitung „Allehanda" schreibt: „Daß diese Maßnahme irgendwelchen realen Inhalt hat, können wir schwerlich glauben. Es gibt gewiß keine Veranlassung, daß die Sowjets plötzlich bereit sein sollten, den Einfluß aufzugeben, den sie sich durch ihre sklavisch ergebenen, mehr oder minder legalen Parteien in verschiedenen Ländern verschafft haben. Die kommunistische Agitation erleichtert Genf, 23. Mai. (Europapreß.) „Wer an die wirkliche Auflösung der Internationale glaubt, der kennt nichts von den in kommunistischen Kreisen üblichen Tarnungsmethoden", kommenttert die Zeitung „La Suisse" die Auflösung der kommunistischen Internationale. Vielleicht glaubt Stalin, daß die Lage nach fast vier Kriegsjahren schon schwer genug ist, um jeder kommunistischen Agitation eine günstige Entwicklung auch ohne Unterstützung aus Moskau zu ermöglichen. Indem er der kommunistt- scheu Partei jedes Landes den Schein der Unabhängigkeit gibt, e r 1 e i d)teA:t er ihre Agitation, den« er befreit sie von der schweren Belastung, die in ihrer Moskauer Herkunft lag. Empfindliche Folgen der Schiffsverluste Brasiliens. BuenosHlüres,23. Mai. (Europapreß.) Ein Viertel des Bestandes der brasilianischen Han- desflotte vor Eintritt Brasiliens in den Krieg ist bisher verloren gegangen, die Verluste konnten nur zum Teil ersetzt werden, gab der brasilianische Wirtschaftskommissar Barros in Rio de Janeiro bekannt. Die Folgen des Mangels an Schiffsraum feien Ei n- schränk ungsmaßnahmeninderErnäh- rungswirtschaft. Neben der Butter- und ZuLercknapphvtt müsse ibie brasilianische Bevölkerung damit rechnen, daß in Kürze auch Schweineschmalz knapp werde. Die Käseherstellung müsse völlig oert boten werden, um alle verfügbare Milch für dis Butterprodukttvn zu verwenden. Oer Kampf auf Atiu. Tokio, 22. Mai. (Europapreß.) Auf der Ale* uten-Jnsel Attu hat die kleine dort stationiert^ Einheit der Japaner an der Ostküste der Insel feste Positionen bezogen und greift den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner immer wieder an. Der int Keim erstickte Landungsversuch der USA.-Truppeni an der Ostküste wurde bisher noch nicht wiederholt. Hingegen werden die im Süden von Attu gelang beten Einheiten täglich verstärkt. Ihnen ist anscheinend die Hauptrolle bei dem Kampf zugedacht. Seit dem 16.Mai haben sie Tanks und schwere Artillerie landen können, dank der starken Unterstützung durch See- und Luftstreitkräfte. In der Nackt zum 16.5. haben die Japaner ihre vorgeschobenen Küstenpositionen im Süden aufgegebem und sich nach Osten in die Berge zurückge, zogen. Die im Norden von Attu gelandeten amerifai nischen Truppen werden ebenfalls ständig vermehrt. Sie planen anscheinend, die Verbindung mit dem im Süden stehenden Einheiten aufzunehmen. Nach japanischen Schätzungen beläuft sich die Stärke der Nordamerikaner im Augenblick auf eine mit schweren Waffen ausgerüstete Division. Ihr wurden be; trächtliche Verluste an Menschen und Material durch heftige japanische Gegenangriffe zugefügt. „An die Erde gefesselt." Kein Treibstoff für die USA.-Flieger in Tschungking-China. Nanking, 24. Mai. (Europapreß.) Die im Tschungking-China stationierten Bomberkommandos der USA.-Luftwaffe werden immer mehr an bia Erde gefesselt, heißt es in einem Bericht von gut unterrichteter Seite. Benzinmangel zwingt sie sogar zur Einschränkung ihrer Mwehrtättakeit. Die japanischen Flieger machen Tagesangriffe auf wichtigs Stützpunkte, ohne wesentliche Behinderung durch bid gegnerische Luftwaffe. Benzin-Nachschub kommt feit der Sperrung der Burmastraße nur noch auf dem Luftwege. Die Flugstrecke von Indien über die 5000 Meter hohen Berggipfel ist aber die gefährlichste der Welt. Die USA.-Piloten, die die schweren Transportflugzeuge von Indien nach Tsck>ung- king-China steuern, nennen sie die „Milchstraße . Die ungünstigen Wetter Verhältnisse sind auf dieser Strecke ein fast ebenso gefährlicher Feind, wie die japanischen Jagdmaschinen vom Zero-Typ, die von. ihren Horsten am Sattveen-Fluß in Burma aus operieren. Luftangriffe von den Tschungking-Basen aus gegen Japan, die mit Hin- und Herflug die Bewältigung einer 5000 Kilometer langen Strecke erfordern würden, hält man unter diesen Umständen in japanischen Militärkreisen für kaum durchführbar. Tschungking fordert Offensive im Pazifik. Schanghai, 23. Mai. (Europapreß.) Eine Stärkung der japanischen Position befürchtet Tschun- king, wenn die Alliierten Japan weiterhin uie Festigung seiner Erfolge und die Ausbeutung der besetzten Gebiete gestatten, erklärte Schao Pulin, der Leiter der Informationsabteilung des Außenministeriums in Tfchunking. Die Zeit, so sagte er, arbeite unter den gegenwärtigen Umständen für Japan. Die Alliierten sollten keine Zeit verlieren und ihre abwartende Strategie durch eine Offensive im Pazifik und auf den ostasiatischen Kriegsschauplätzen ablösen. Unter Hinweis auf die japanische Lustoffensive betonte er den Bedarf Tschun- kings an weiteren Flugzeugen und die Notwendigkeit, die Lieferungen zu beschleunigen. Das Lustfahrtmonopol der LlSA. in Afrika. Stockholm, 23. Mai. (Europapreß.) Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer Intensivierung der zivilen Luftfahrt Englands und der bitteren Kritik, die in diesen Tagen von allen Seiten an der Regierung geübt wird, berichtet Ward P r i c e, der soeben von Nordafrika nach England zurückgekehrt ist, in der Londoner „Daitq Mail", daß er m den letzten Monaten weit über 10 000 Meilen über Afrika in der Lust zurückgeleegt habe, dabei aber nicht ein einziges Transp ort- oder Bombenflugzeug englischer Herkunft gesehen hätte. Die Nordamerikaner hätten England längst den Rang abgelaufen, und man könne sagen, England habe schon jetzt seine Nachkriegsposttion in der zivilen Luftfahrt verloren. Volksdeutsche aus Rumänien bei der Waffen-tt Bukarest, 22. Mai. (DNB.) Mit großer ®e* geifterung stellen sich in den deutschen Siedlungsgebieten Rumäniens, in Siebenbürgen, dem Banat und dem Bergland die Männer der Volksgruppe zur Musterung für die ©offen« ff. Der erste Transport von ff-Rekruten wurde auf einem Bahnhof bei Kronstadt von Volksgruppenführer Andreas Schmidt bereits verabschiedet, in einer Ansprache wies er darauf hin, daß die Deutschen Rumäniens bisher im Rahmen der rumänischen Armee an der Ostfront ihre Pflicht in höchstem Maße erfüllt haben und die meisten von ihnen auf dem feldgrauen Rock die rumänischen Tapferkeitsauszeichnungen tragen. Die Volksdeutschen in den rumänischen Fronteinheiten, ein Teil der Offiziere und Unteroffiziere und die für Spezialaufgaben ausgebildeten Volksdeutschen verbleiben auch weiterhin in den Reihen des rumänischen Heeres. Oeichbruch am Mississippi. Lissabon, 23. Mai. (Europapreß.) Ein unerwarteter Deichbruch des Mississippi hat die Gegend von St. Charles am Missouri überschwemmt, lieber tausend Menschen sind dadurch von der Umwelt abgeschnitten worden. Ihre Rettung erscheint, zweifelhaft. St. Charles liegt etwa 30 Kilometer oberhalb der Mündung des Missouri in den Missisi sippi. An dieser Stelle nähert sich der Mississippi in großem Bogen feinem Nebenfluß bis auf wenige Kilometer. Hier hat der Mississippi die Dämme durchbrochen. Seine Fluten haben Eisenbahnen und Straßen unterbrochen, so daß Bergwerken und wichtigen Rüstunasbetrieben die Weiterarbeit unmöglich wurde. Petroleum-Kommissar Ickes schätzte den Verlust durch Brüche der Del* leituna von Taxas nach Illinois, als Folge der Überschwemmungskatastrophe, auf 200000 Fis täglich, im «KST STTÄ-ÄÄ’ Ä^6,,erun6 *bicfe Spende ftanfenmei-f; tag Streichquartett des Städtischen -------—-----—____________________________ Starker, freudig«: Be^tt daL b°neLrbf"^J ÄSÄSSSS L-H^"mchts7 »ol? m“ 63 solchen Gaden hatte zukommen müssen rauche ULtveqttLUdruckerei «.Lange - ■ Dr. Hermann Hering. (Nachdruck verboten.) 13. Fortsetzung. Kundgebungaufdem Gleiberg DerReichSstudentenführerDr.Echeel spricht. Anläßlich des 20. Todestages des Studenten und! Freiheitskämpfers Albert Leo Schlag eteq findet am kommenden Mittwoch, 26. Mai, nadh mittags eine feierliche Kundgebung der studentischem Kameradschaften des Gaues Hessen-Nassau auf beit Studentenburg Gleiberg bet Meßen statt. Bog der Kundgebung wird der Reichsstudentenführer. Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Scheet sprechen. Der Schuh des Lustschuhraums. HmSMöWiyMch riovtlle von Theodor Ätorm Oer neue Leiter des Gießener Theater- Intendant Anton Ludwig au- Hanau. Aus d«r CM Gießen. Wohlmeinende Anfrage. Verraten Sie mir, bitte, Ihr System oder Ihren Trick. Verzichten Sie auf die kalte Abreibung? Essen Sie Ihr Frühstück auf dem Weg ins Geschäft? Wo rasieren Sie sich? Lassen Sie sich von einem Gutgesinnten faaen, daß eins wie das andere zwar in Ausnahmefällen fortaelassen werden kann, aber auf monatliche und jährliche Dauer doch nicht dazu angetan ist, Ihren Körper frisch zu erhalten, so wie es besonders heute unbedingt nötig ist, um leistungsfähig zu bleiben. Warum so geizen mit den Viertelstunden früheren Aufstehenr? Das alte Sprichwort ist zwar reichlich abgedroschen, aber für die Nerven wie die Haus« liche Gemütlichkeit und damit für die gute Laune im Umgang mit den Mitmenschen hat die Morgen- stunde wirklich Gold im Munde, wenn man sie nicht als Auftakt zur täglichen Hetzjagd stempelt. Sie aber, Herr Nachbar, haben mich gestern morgen saft umgeworfen und noch nicht einmal „Hoppla" 1 leidt gum Haus heraus zum Dienst gehend Moder 'e-JT- «ann aufstehen? Auchich schlafe wie bei offenem Fenster, und da hört man in der ^be vernehmlich die Wecker rasseln. Junten brauchen Sie zum Waschen Anziehen und Frühstücken? Oder machen Sie auch' noch ein paar gymnastische Uebungen in der kurzen 3cit9 N-hmen Sie nur die Kritik nicht Übel - aber non Nittteleuropäer nun einmal noltncnbin w fn’X3 eJ er körperlichen Betreuung, muß etwas Theater -er Llniversität-sta-t Gießen Morgenfeier: Kammermusik. msgetst des neuen Intendanten nicht lähmen ~- Gegenteil: Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden, und die Vielfalt der ihn hier erwartenden Aufgaben muß für den neuen SXrrn der lebhafteste Anreiz zur (Entfaltung oller A"er persönlichen Gaden und schöpferischen Fähig, reiten sein. sftb. Es war dankenswert, daß zum Schluß doch Mozarts Klarinettenqutntett kn seiner Orrginalform erklang, nicht, wie erst vorgesehen, m der Gestalt als Klavierquartett: denn es liegt em eigener Reiz in der Gegenüberstellung des Kla- nnettentones zum Streichquartett, zumal dieses ™ ffJrclnß eueren Antriebskräfte mehr aus dem Melodischen als aus der Thematik schöpft. Es war em frisches, vom Musikantischen gespeistes Klang. werden mit Versunkenheit und Wärme im Larg. hetto dem Urtümlichen im Menuett (besonders im zweiten Trio!) und den charakteristtschen Variationen !3\VlHa e' ^mundend in die gelöste Beschwingtheit des Schlusses. Heinrich R o t t m a n n blies mit schönem BIPIfhl’m Tnn ntwh ^5.>X..« _ : '«■ r « * m^EEAuß des Derzierunaswerkes im Andante. Im Wwerschem der dezent und mit feinster Anpassung unter Otto S ö l l n e r begleitenden Orchestergruppe lieh das Rondo in unmittelbarer Frische seine wechselnden Gedanken mit beschwingendem Humor voruberAiehen. Die Einleitung der musikalischen Feierstunde gab Beethoven' non Frohsinn erfüllte Sonate tn:xx iur ^^bhlingssonate"), von Konzert, merster Franz K e r z i s n i k (Violine) und Otto Zöllner (Flügel) in ihrer Spielfreudiakest erweckt, mit schwingendem Geigenton und durchgebil. detem thematischem Anteil, prachtvoll in dem Heber- Zang zur Reprise im ersten Satz mit seinem ge- heimnfsvollen Raunen: mit klangedler Feingliedrig- schalkhaft betonter, verschobener Rhythmus im Scherzo und anmutiges Spiel der Themen im Rondo. Es gehört zur erweiterten Aufgabe der Morgenveranstaltungen, sich jenem zum Teil Vergessenen, zum Teil weniger Berücksichtigten zuzuwenden, das sich in di« laufende Programmgestaltung aus irgend- einem Grunde nur schwer oder gar nicht einsüaen laßt. Um so mehr kommen dann solche Werke in diesem Rahmen 3u? Gestung, und so bot auch die gestrige Veranstaltung in Auswahl und Darbietung Wertvolles. Wohl nur wenigen dürste Johann Christoph Vogel (1756—1788) bekannt ftfn, jener in Nürnberg gebürtige Lauten- und Geigenmachersohn, der sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt nach Paris wendet und sich dort an seinen engeren Landsmann Gluck anschließt. In Armut und im Kampf um die Existenz vollendet sich dort das Schicksal des 32jährigen, noch ehe er zur vollen Entfaltung seines Talents gelangt ist. Wenn auch Gluck semen zwei Opern Vorbild war, so zeigt doch seine Instrumentalmusik Züge, die auf Mozart verweisen und auch wohl zeitgenössische italienische Musik widerspiegeln: weitere Entwicklungsjahre hätten vielleicht manchen persönlichen Ansatz bei ihm zu- kunststtachtta ausreifen lassen können. Das be- zeugte sein KonzertsürOboeund Fagott mit Orchester, das wahrscheinlich im Winter 1786 in Pans zur ersten Aufführung gelangte. Ein liebenswürdiges Werk, dem man gern wieder begegnen wird, wenn es so sorgsam betreut wird wie hier. Oboe (Willi Heer) und Fagott (Franz D i t t e r t) ernten sich mit innigster Schmiegsamkeit des Klanges im gegenseitigen Wetteifern an Tönschönhöit und Ausdruckswillen im Durchgestalten der melodischen Linie in der Solopartie; sich ablösend, sich beant- wartend und sich findend im schönsten Zwiegesang; sauber und perlend in den Passagen und stets getragen von jener feinen Empfindsamkeit, die diesem Werk stilgemäß zukommt; die Kadenz als Höhepunkt des Kopfsatzes (Allegro) sei ebenso hervorge- hoben wie die duellierende Gesanglichkeit und der Das D-eater der Universitätsstadt Gießen wird vom 1. Juni ab m der Person des Intendanten d" gegenwärtig die Theater in Hanau, Offenbach und Aschaffenburg leitet, seinen neuen Leiter «chatten. ^?">ndant Anton Ludwig entstammt einem su- detendeutschen Geschlecht; im Jahre 1888 wurde er Wien als Sohn eines Ministerialbeamten geboren Frühzeitig kam er m Wien mit dem bekannten Hof- opernsanger Anton Schittenbelm in Berührung, und dadurch wurde sein Interesse für das Theater geweckt. Er studierte dann an der Staatlichen Aka- demie in Wien alle Fächer, die für seine Theater- iaufbahn von Bedeutung waren. Zunächst wirkte er als Schauspieler, später wandte er sich als Sänger auch der Oper zu, ebenso betätigte er sich in der Regie und der Dramaturgie. U. a. war er am Me- ttopolitan-Theater in Neuyork tätig, weiter als erster Tenor am „Theater an der Wien" in Wien, an- Meßend mehrere Jahre als erster Spieltenor an ber Münchener Staatsoper. Mit dem Schauspiel hat er sich immer in lebendiger Verbundenheit ge- suhlt und in diesem Zweig der Theatertätigkeit an Katzen Buhnen auch Regie geführt. Lange Jahre war er in Aachen als Oberspielleiter und Dramaturg tätig, dort versah er auch kommissarisch die Jnten- dantenstelle, ferner setzte er sich tatkräftig für die Aufwärtsentwicklung der Oper ein mit dem Erfolg, oafj er für seine Verdienste um die Hebung des Aachener Theaterwesens, insbesondere der Oper, zum Operndirektor ernannt wurde. Frau Jule hatte sich in Positur gesetzt. „Warum, Hans? — Als er am Mittwochnachmittage mit der Lina bei mir saß — wir waren schon bei oer dritten Tasse Kaffee, und noch nicht einmal hatte er ,Tante' zu mir gesagt! — ,Warum , frug ich, ,nennst du mich denn gar nicht Tante?' — ,9a, Tante', sagte er, Hu hast ja noch allein gesprochen!' Und, siehst du, Hans, das war beim erstenmal denn schop gelogen; denn das soll mir keiner nachsagen: ich lasse jedermann zu Worte kommen! Und als ich ihn dann nahe zu mir zog und mit der Hand und mit meinen elenden Augen auf seinem Gesicht - herumfühlte — nun, Hans, die Nase kann doch nicht von Ost nach West gewachsen sein!" Der Bruder saß mit gesenktem Kopf ihr gegenüber; er hatte nie daraus geachtet, wie seinem Heinz die Nase im Gesicht gestanden hatte. „Aber", sagte er — denn das Gespräch von vorhin flog ihm durch den Kops; doch schienen ihm die Wort« schwer zu werden — „sein Brief von damals; wir redeten darüber; er hat ihn in San Jago selbst zurückerhalten!" Die dicke Frau lachte, daß der Stock ihr aus den Händen fiel. „Die Briefgeschichte, Hans! Ja, die ist seit den vierzehn Tagen reichlich wieder aufgewärmt; davon konnte er für einen Dreiling bei jedem Bettelkinde einen Suppenlöffel voll bekommen! Und er mußte dir doch auch erzählen, weshalb der echte Heinz denn all die Jahre draußen blieb. Laß dich nicht nasführen, Hans! Warum denn hat er nicht mit dir wollen, als du ihn von Hamburg holtest? nicht anzunehmen; es müßten denn die Mattern ihm den Arm zerrissen haben." Eine Pause entstand, während Frau Jul« ihre gestrickten Handschuhe anzog. „Nun, Hans", sagte 17 "tä) "uh nach Haus; aber du hast nun oie Wahl: den Anker oder die Blatternarben! Was hat dein neuer Heinz denn auszuweisen? Die Lina hat nichts von beiden sehen können; nun sieh du selber zu, wenn deine Augen noch aesund sind!" — — Bald danach ging Hans Kirch die Straße hinauf nach seinem Speicher; er hatte die Hände Uber dem Rucken gefaltet, der Kopf hing ihm noch tteser als gewöhnlich auf die Brust. Auch Frau Lina hotte das Haus verlassen und war dem Vater nach- gegangen; als sie in den unteren, dämmerhellen Kaum des Speichers trat, sah sie ihn in der Mitte besfclben stehen, als müsse er sich erst besinnen, weshalb er denn hierher gegangen sei. Bei dem Ge- rausche des Kornumschaufelns, das von den oberen Boden herabscholl, mochte er den Eintritt der Toch. ter überhört haben, denn er stieß sie fast zurück, als er sie jetzt so plötzlich vor sich sah: „2hl, Lina! Was hast du hier zu suchen?" Die junge Frau zitterte und wischte sich das Ge- sicht mit ihrem Tuche. „Nichts, Date?', sagte sie; „aber Christian ist unten am Hafen, und da litt es mich nicht so allein zu Hause mit ihm, — mit dem fremden Menschen! Ich fürchte mich; o, es ist schrecklich, Vater!" Hans Kirch hatte während dieser Worte wieder aAnen ?opf gesenkt; jetzt hob er wie aus einem Abgrunde seine Augen zu denen seiner Tochter und blickte sie lange und unbeweglich an. „Ja, ja, Lina", sagte er dann hastig: „Gott Dank, daß es ein Fremder ist!" Hieraus wandte er sich rasch, und die Tochter horte, rote er die Treppen zu dem obersten Bodenraum hinaufflleg. (Fortsetzung folgt) SU kurz kommen dabei. e(bfie6liA inb Gie 7^n £L?^™rfcn Un” no Hexenmeister von Beruf, sondern ein kauimönnis^ Ä Sie wie em Amokläufer ganz außer Angestellter. kaufmännischer Atem angesaust kamen und mit einem lebensge- t sahttichen Satz um die Ecke schossen. G. K-H. gensart einen schönen Anker auf den Unterarm gcagt und sich dabei weidlich zuaerichtet." Hans Kirch fuhr mit seinem Kopf herum; denn die ihm derzeit unbeachtet vorübergegangene Unter- Haltung bei der ersten Abendmahlzeit kam ihm plötzlich, und jetzt laut und deutlich, wieder. Aber der alte Doktor wiegte das Haupt: ,Lch be- sinne mich nicht; ich hatte in meinem geben so viele Jungen unter Händen." „Rum so, mein Herr Iustizrat", sagt« Tante Jule; „aber Sie kennen doch dergleichen Iungensstreiche hier bet uns; es fragt sich nur, und das möchten wir von Ihnen wissen, ob denn in zwanzig Jahren solch em Anker ohne Spur verschwinden könne?" ,^n zwanzig Jahren?" erwiderte jetzt der Justiz- ohne Zögern; „ei, -as kann gar leicht ge- Ichehen! Aber Hans Kirch mischte sich ins Gespräch: „Sie denken, wie fit'g jetzt machen, Doktor, so mit blauer dusche; nein, der Junge war damals nach der alten gründlichen Manier ans Werk gegangen; tüchtige Nadelstiche und dann mit Pulver eingebrannt" Der alte Xrtf rieb sich die Stirn. ,£a, ja; ich entfmne mich auch jetzt. Hmm! — Nein, das dürfte wohl unmöglich fein; das geht bis auf die Kulis'"- der alte Heinrich Jakobs läuft noch heut mit feinem Anker. Tante Jule nickte beifällig; Frau Lina stand, die Hand an der Stuhllehne, blaß und zitternd neben ihr. ,Llber", sagte Hans Kirch, und auch bei ihm schlich V°) die Stimme nur wie mit Zagen aus der ^ehle. „Sollte es nicht Krankheiten geben? Da drüben, in den heißen Ländern?" Der Arzt bedachte sich eine Welle und schüttelte dann sehr bestimmt den Kopf. „Nein, nein; das ist 10 Die tiefere Haut an Gegensatz Epidermis. Lpd. Mainz, 2>3.Mai. Zum Geburtstag des Führers hatte di« Kompanie einer rhein-maiirischen -nvision im Geiste der Verbundenheit der Front zur Heimat und in Anerkennung des tapferen Durch- -altens und der stolzen Haltung der Eimvohner- chaft von Mainz bei den britischen Terrorangrif- en den ihr am 21. April 1943 zustehenden Wehr- alb als freiwillige Spende zugunsten der bet den Fliegerangriffen verwundeten Volks- genossen gezeichnet und der Stadt Mainz den Sam- rnelbetrag von 2035 RM. überwiesen, uberbürger* meister Ritter hat der Einheit den Dank der Marnzer Bevölkerung für diese hochherzige Spende Das Theater muß heute noch mehr und mit dringenderem nationalen Anspruch als in Friedens- feiten eine Quelle der Kraft fern für den Menschen oor dem Vorhang. Mehr als je zuvor soll heute der Deutsche im Theater die innere Erhebung und fee« mdje Betreuung, die tiefe Bereicherung und Be- gluckung, die stille Freude und auch die befreiende Entspannung finden, die wir heute so nötig brauchen und immer wieder an den Stätten der Kunst zu finden gewiß sein dürfen. Aus solchen Erwägungen lassen fid) unschwer die Richtlinien ableiten, die für die Führung eines Theaters im vierten Jahve des Krieges maßgebend sein müssen. Wir zweifeln nicht daran, daß der neue Intendant mit uns über solche grundsätzliche Forderungen einig ist und sie zur Richtschnur seiner künftigen künstlerischen, volksbildenden und volks- erzleberischen Arbeit in Gießen machen wird. Da« mit sind die Maßstäbe gegeben, nach denen sowohl die Auswahl der am Ifjeater wirkenden Kräfte als auch die Zusammenstellung der Spielpläne zu er« folgen haben wird. Dem neuen Intendanten geht ein guter Ruf vor- aus. Da er bisher unter Verhältnissen tätig war, öie ben für uns geltenden nicht unähnlich sind, darf erwartet werden, daß er neben allen sonst für Posten eines Intendanten zu fordernden Eigenschaften vornehmlich jenes unerläßliche Maß an Ein- suhlungsfahigkeit mitbringt, das für eine auf lange oert hlvaus segensreiche Leitung unserer theatra- lischen Geschichte wesentlich erscheint: wir meinen öas sichere Gefühl für di« richtige Behandlung und Betreuung einer vielschichtig zusammengesetzten Be- sucherschäft mit ihren mancherlei, oft recht unter« schiedlichen Ansprüchen, Erwartungen und Hoff- nungen —, wie für d-ie Führung eines nicht min- der differenziert zusammengesetzten Stabes fünft« erT?Cr technischer Mitarbeiter und eines En- embles, das Schauspiel, Oper und Operette neben- emanber (unb mit häufigen Gastspielabstechern) Zu bestreiten hat. Welche Bedeutung der Aufftellüng eines für uns brauchbaren, so vielseitigen wie gediegenen Spiel- nanes zukommt, braucht kaum ausdrücklich unter- ">^den; welche Fülle von zeitbedingten technischen und personellen Schwierigkeiten und Widerstanden dabei heute immer wieder zu über- winden ist, mag immerhin bei dieser Gelegenheit roieöer einmal hervorgehoben werden. Das kann und darf die Derantwortungsfteudigkeit, die planende Phantasie und den künstlerischen Unterneh- mungsgeift des neuen Intendant»?, wirbt _ Dah vorschriftsmäßig ausgebaute Luftschutzräum^ weitgehenden Schutzes gegen Luftstoß, Luftsog, Trümmer, Splitter und einstürzendes Haus gewähr ren haben die Erfahrungen dieses Krieges tausende fach bewiesen. Höchstmaß an Schutz bieten Raume unter Erdgleiche. Aber solche günstigen Verhältnisse sind nicht überall vorhanden. Häufig mußten Keller verwendet werden, die an den Außenwänden bed Gebäude liegen und deren Umfassungswände üben die Erdgleiche herausragen. Solche Anlagen schützen zwar, wie die „Sirene^ stbrewt, bis zu einem gewissen Grade gegen bid Wirkungen der früher üblichen Abwurfmunitio-u durch schwere Bomben jedoch sind sie unter Um« ganben gefährdet. Hier gilt es nun, die baulicheit Schutzmaßnahmen so gut und so schnell es geht zi, andern und ihre Leistungen der gesteigerten Wof^ fenmtrfutrg anzupassen. Wie dies geschehen kann, ist in einem Erlaß besj Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber^ der Luftwaffe festgelegt. Er zeigt wirkungsvoll ei Losungen durch Erdanschüttungen, Mauerwerk, Be« tonmänbe und Holzverstärkungen. Die Anspan« ""ag aus dem Werkstoff« und Arbeitsmarkt sowiej die Belastimg des Transportwesens erlauben «3 naturgemäß nicht, diese Maßnahmen sofort durch« zuführen. Der Erlaß bestimmt daher,, daß sie je! nach den örtlichen Verhältnissen und der Bauwirt« schaftslage anzuwenden sind. Luftgefährdung und Luftempfindlichkeit der Anlagen bestimmen die Reihenfola« der Maßnahmen. Es braucht aber nichtz in allen Fällen auf Fachkräfte und Werkstoffe gewartet zu werden; die Erdanschüttungen z. B. kon« nen dort, wo Platz dafür vorhanden ist, also z. D. bei Lufffchutzräumen, die nach Gärten, geräumigen, püfen usw. zu liegen, von jeder Hausgemeinschrft selbst erstellt werden. Die „Sirene" veröffentlicht! dafür einige bebildert« Vorschläge und Beispiele. u,n Kunst des Theaters unzweifelhaft erreicht und behauptet werden können. Der Sorge um ein volles Haus, die in früheren Jahren wie man sich erinnern wird, fast.überall das wichtig st 6 und schwierigste Anliegen des Theater, direktvrs war, wird sich unser neuer Intendant aller- meift enthoben sehen; er wird sich aber auch, dessen |inD wir gewiß, darüber im klaren fein, daß dieser S v ßit?e die Kriegsverhättnisse bedingte Zustand nicht etwa einen billigen Freibrief aus» stellt und eine bequeme Entlastung für die Theater- leitung bedeutet: sehr im Gegenteil, gerade der im Kriege überraschend erweiterte künstlerische Aktions« radius legt dem Theaterleiter mit doppeltem Nachdruck die B^pflichtung auf, fein künstlerisches Gewissen zu scharfen und die vielfältige Derantwor- tung die sich mit seinem Amte verbindet, hellhörig und den Forderungen der Zeit aufgeschlossen, immer ?^?c1ieue?U216crprufen- Bei uns in Deutschland schweigen im Kriege die Musen mit Nichten, das ist ?ufs neue in diesen Jahren der großen Auseinandersetzung, Bewährung und Ent« scheidung nachdrücklich betont worden. Die Kunst U k öas Theater find hellte eine kriegfüh- renöe Macht — nicht im Sinne tagespolitischer Pro- paganba, sondern im Sinne einer ständigen Aktivierung, Stärkung und Erneuerung der seelischen und geistigen Kräfte, deren das Volk in feinem Schickialskampfe von Tag zu Tag auf^neUe bedarf. ** „Dis Rätset der Bilder des röm. Bortals zuGroßen-Linden." Seit hundertz Jahren haben die Skulpturen am Portal der Großen «Lindener Kirche die Aufmerksamkeit des Volkes! und der Gelehrten, ber Einheimischen und Auswäi - tigen, immer wieder erweckt. Der Vortrag von Prost Dr Koeniger (Bonn), zu dem der Oberhessischa Geschichtsverein für heute abend ins Kunsttvisfen- schaftliche Institut einläbt, wird sich noch einmal mit dem interessanten Stoff beschäftigen und ent« scheibende Schritte zur Deutung ber Bildwerke tun« Aufstieg-runde vor dem Abschluß. Mit nur zwei Treffen wurden am gestrigen Sonntag bi« hessen-nassauischen Aufstiegspiele ge« orbert; die Begegnung der Gruppe III zwlstAn CS®. Urberach und Hanau 1860 wurde durch den Gaufachwart adgesetzt. Die Gruppe 1 wird ihren Sieger wohl erst nach der Begegnung Wiesbaden — Mainz (je 4:2 Punkte) nennen können. Die Mainzer kamen mit 4:2 (2:0) kn Bürstadt zu einem glatten Sieg. Erst beim Stand von 4:0 kam ber VfR. zu feinen (9egen* treffern, bit beide aus Elfmeterbällen resultierten. 3n der Gruppe II gab es zum Abschluß ein Un« entschieden zwischen dem LSV. Gießen und dem Gruppensieger Df D. O f f end a ch mit 1:1, das je- dock) an dem Gesamterfolg ber Offenbacher nichts mehr ändert. Opfersinn einer Feldeinheit. War's denn so schlimm, wieder einmal an bi« volle Krippe und ins warme Nest zp kommen? — Ich will's dir sagen; das istts: er hat sich so geschwind nicht zu dem Schelmenwagstück resolvieren können!" Hans Adam hatte seinen grauen Kopf erhoben, aber er sprach nicht dazwischen; fast begierig horchte er auf alles, was bi« Schwester vorbrachte. „Unb dann", fuhr diese fort; „die Lina hat davon erzählt";--aber plötzlich stand sie auf und suhlte sich mit ihrer Krücke, die Lina ihr dienstfertig aufaehoben hatte, nach dem Fenster Hin; von draußen hörte man zwei Männerstimmen in leb« Hafter Unterhaltung. „O Lina", sagte Tante Jule; „ich hör's, der eine ist der Iustizrat; lauf doch und bitte ihn, ein paar Augenblicke hier herauszukom« men!" Der Iustizrat war ber alte Physikus; bei dem früheren Mangel passender Alterstitel hierzulande waren alle älteren Physiei Iustizräte. Hans Kirch wußte nicht, was feine Schwester mit diesem vorhatte; aber er wartete geduldig, und bald auch trat der alte Herr mit der jungen Frau ins Simmer. „Ei, ei", rief er, „Tante Jule und Herr Kirch beisammen? Wo ist denn nun der Patient?" ,^)er da", sagte Tante Jule und wies auf ihren Bruder; „er hat den Star auf fteiden Augen!" Der Iustizrat lachte. „Sie scherzen, liebe Madameick wollte, ich hätte selbst nur noch die scharfen Augen unseres Freundes." „Mach fort, Jule", sagte Hans Kirch; „was gehst du lange um den Brei herum!" Die dicke Frau ließ sich indes nicht stören. „Es Ht nür so sinnbildlich, mein Herr Iustizrat", erklärte sie mit Nachdruck. „Aber besinnen Sie sich einmal darauf, wie Sie vor so ein zwanzig Jahren hier auch ins Haus geholt wurden; die Lina, die groß« Frau jetzt, schrie damals ein Zetermord io durchs Haus; denn chr Bruder Heinz hatte sich nach Jun- Mit Beginn der Spielzeit 1940 wurde ihm die Leitung des Hanauer Stadttheaters übertragen, die er jetzt noch innchat und die durch die Leitung der Theater in Aschaffenburg unb Offenbach erweitert wuicke. Neben seiner Tätigkeit als Intendant unseres Gießener Theaters wird er die Leitung der Theater in Hanau, Offenbach und Aschaffenburg kommissarisch zunächst noch beibehalten. . Intendant Ludwig ist vom Dräsidenten der Reichstheaterkammer als Bühnenlehrer für Gesang und dramatische Darstellung für Over, Operette und Schauspiel anerkannt und zugelassen. Als Beisitzer gehört er dem Bezirks-Bühnenschiedsgericht in Frankfurt a. M. an. * Die Zeit des Interregnums neigt sich ihrem Ende zu. Ein neuer Intendant wird in Kürz« die Leitung unserer Bühne übernehmen. Im Interesse des Theaters und der theaterfreudigen Bevölkerung der Stadt mit ihrer näheren Umgebung ist zu hoffen und darf man darauf vertrauen, daß die für die Berufung veranwortlichen Stellen bei ihrer Wahl eine glückliche Hand bewiesen und den rechten Mann gefunden haben: eine menschlich gereifte, künstlerisch qualifizierte, daneben auch organisatorisch und verwaltungsmäßig befähigte Persönlichkeit, deren das Theater der Universitätsstadt Gießen zu seiner stetigen und gedeihlichen Entwicklung dringend bedarf. Es ist ein schwieriges, mit mancherlei Verantwortung beladenes Amt, aber auch eine schöne und dankbare Ausgabe, die der neue Intendant bei uns vor sich sieht. Zu feinen vornehmsten und nächstliegenden Pflichten wird es, wie wir glauben, gehören, das allgemeine öffentliche Interesse am Theater allmählich der ungesund überhitzten, Gerede und Gerüchte nährenden Sphäre des Sensationellen zu entrücken und wieder zu jener ruhigen, stetigen Anteilnahme zurückzubilden, itie eine Sache des Herzens ist, einem v tiefen Kulturbedürfnis entspricht und stets mehr auf die sachlichen (also künstlerischen) als auf die persönlichen Erscheinungen des Theaters : gerichtet bleibt. Das aeht nicht von heute auf mor« ' gen und läßt sich nicht erzwingen, wird aber durch ernsthafte und im besten Sinne volksnahe Be- 7, eingetr. Wt. \ln Lud wlgsburg/Würf fern berg hat 03393 Mitfi 1608D Gießen,Jm Mai 1943. 03404 Kavalier der Srhmutxlöser im Haushalt mit weniger nus behelfen und weicht die schmutzigsten Stücke Burnus, dem Schmutzlöser, Bur- nur mit ein. Zur Die erst auf die Wo verwendet man heute Burnus? So spart man Burnus und — ohne langes Kochen*) klare Wäsche. ruchssinn zur Paarung. Die Nachkommenschaft eines solchen Paares aber geht bereits in einem Jahre in die Zehntausende, die in dieser Zeit bis zu einem Zentner Wolle vernichten können. Der allbekannte, scharfe Duft des Mottenpulvers übertönt den Geruch der Mottenweihchen und verhindert so Paarung und Vermehrung. mit Drvnthekm und den noch nördlicher gelegenen Städten her. Diese emsige Tätigkeit macht jedoch nur einen Teil von Oslos Leben aus. Der andere Teil hat Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang unserer teueren Entschlafenen Frau Wilhelmine Neider!, geb. Drinnenberi! danken wir auf diesem Wege recht herzlich. Franz Neidert u. Kinder Gisela u. Elke. Selbst hauchdünn«, Auf. trogen genügt. Ent trocknen lassen. Dann erst bunten u. polieren. Der Glantwird schöner und man spart Am 22. Mai 1943 entschlief sanft unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin, Tante u. Gote Frau Marie Diehl, geb. Ruppenthal. kurz vor ihrem 85. Lebensjahre. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Diehl. Gießen (Asterweg 9), Essen/Ruhr, Nierendorf/ Rhld., Gießen-Wieseck. Trauerfeier: Mittwoch, 26. Mai, nachmittags 2.80 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. 03397 Der Herr erlöste unsere liebe Mutter, Groß* mutter und Schwiegermutter Frau Elisabeth Daubertshäuser geb. Diehl von ihrem schweren Leiden. Wir haben sie auf Wunsch in aller Stille zu Grabe gebracht, und danken herzlich für alle Beileidsbezeugungen und Kranzspenden. Die trauernden Hinterbliebenen: E. Daubertshäuser und Familie M. Gombert und Familie. Krofdorf, den 24. Mai 1943. Nr*f jede ScAubczeme rtf GuHo/m Ml nur mi» dem Aufdruck „Guttalin” t Nur In FodigesdräNen J tofo, Ovflell*-Fabrik JWn JH Mein edler, aufrechter Lebenskamerad, mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, mein über alles geliebter Papa, unser lieber, guter, hoffnungsvoller Sohn, mein 1b., herzensguter Bruder, unser lieber Schwager, Pate, Onkel und Neffe Pg. Karl Vogel wurde Freitag abend von seinem schweren, stets tapfer und mit bwunderswertcr Geduld ertragenem Leiden, nach kaum vollendetem 32. Lebensjahr, erlöst. Sein Leben war Liebe, Fleiß und Aufopferung für die Seinen. In tiefer, stiller Trauer: Frau Marie Vogel, geb. Becker, und Sohn Horst; Friedrich Vogel II. und Frau Luise,geb. Lotz; Mime Vogel; und alle Angehörigen. Gießen-Wieseck, Alten-Buscck, z. Z. Berlin, Bad Homburg, Herborn, im Felde, 24. Mai 1943. Von Kranz- und Blumenspenden bitten wir Abstand zu nehmen. Die Trauerfeier findet am Dienstag, den 25. Mai, 16 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren lieben, stets einsatzfreudigen Arbeitskameraden. Betriebsführung u. Gefolgschaft der Bezlrkssparkasse Gießen. 1606 D Ihre Verlobung geben bekannt Hanni Hausner Karl Luh Obergefreiter, z. Z. in Urlaub Verdunkelungszeit: 24. Mai von 22.23 bis. 4.43 Uhr. weniger mit dem Materiellen zu tun. Man muß ihn kennen lernen im täglichen Umgang mit einer Bevölkerung, die aus allen Landesteilen zusammengewürfelt ist, die sich gegenüber allem Neuem gleichen Zeit kritisch und wohlwollend verhall: Stadt hat ihren eigenen Ton. Hat man ihn gefunden, so gefällt es einem gut hier. Sowohl den Fremden wie auf de-n Einheimischen wirkt Stadt wie ein Gemisch von Stadt und Land. Abenteuer im Grand-Hotel Der Film der lustigen Situationen! mit Carola Höhn Maria Andergast \ Hans Moser Wolf Albach-Retty Georg Alexander Regie: Ernst Marisohka Wochenschau — Kulturfilm Heute Montag Erst aufführung Lichtfpielhaus TägL 3®°, 5", 8W. So. 2'°, 5". 8" Jugend hat keinen Zutrittl 'El iiterung, Gesang und Liebe Von Dr. Alexander Richter. Ein eigenes Haus jetzt durch steuerbegünstigtes Bausparen planmäßig vorberelfenl Verlangen Sie kostenlos den Ratgeber W von Deutschlands größter Bausparkasse Burnus für alle Wäsche — für allen Schmutz, das gilt dann, wenn Burnus unbeschränkt zu haben ist. Heute muß man sich Die Hauptstadt Norwegens Bon unserem Mö.-Korrespondenten. Es ist eine der reizvollsten Fragen der Biologie, \ wie sich bei den Tieren die Hochzeiter zusammen- । finden, zugleich ist sie auch eine der wichtigsten. । Alles Leben auf der Erde wäre schon längst erloschen, wären nicht die sorgfältigsten Vorkxhrimgen dafür getroffen, daß zur Zeit des Paaruilg^triebes : jedes Tier zu seinem Partner kommt. Die männlichen Tiere suchen die weiblichen auf, und bei 1 sehr vielen Arten ist dies sogar ihr einziger Lebenszweck. Das meiste von allem Getier, das auf der Erde oder im Wasser sich tummelt, wächst einsam auf und lebt einsam, und die Paarungszeit ist die einzige im Leben, in der die Lebenswege zweier Artgenossen für eine kurze Zeit sich kreuzen. * Eine Schmetterlingsraupe hat ihr ganzes Leben in völliger Einsamkeit auf ihrer Nährpflanze zu- gebracht und sich um nichts anderes gekümmert als darum, sich recht vollzufressen. Zur Verpuppung ist sie dann irgendwo in die Erde gekrochen, noch einsamer als zuvor. Wenn dann im Frühjahr der männliche Falter die Puppenhülle sprengt, ist ihm I Hcu4c nacht entschlief plötzlich und unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Weißbindermeisrer HeinrichVogelhöfer im Alter von 70 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Emma Vogelhöfer Familie Friedrich Reitz Familie Otto Schupp Familie Adolf Seibert Familie Adolf Vogelhöfer Familie Heinrich Vogelhöfer Hilde Laib, Witwe, und Söhnchen Wilhelm und alle Verwandten. Wieseck und z. Z. im Felde, den 23. Mai 1943. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Mai, nachm. 2 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße 48, aus statt. Bekanntmachung. Betr.: ReichSsportabzeichen; hier: Radfahren. Am Dvunerdtag, dem 27. Mai 1943, kann die Prüfung int Radfahren abgelegt werden. Start und Ziel: Gasthaus Feldschloßchen an der Straße nach Heuchelheim. Abfahrt 18 Uhr. Bewerber können sich vor der Prüfung noch melden. Urkundcnhefte mit Lichtbild und beg aubigter Unterschrift sind mitzubringen. Gießen, hen 84.Mai 1948. 1612D Der Landrat des Landkreises Gießen zugleich fiir den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Or. Lotz. Allen Freunden und Bekannten die tiefschmerzliche Nachricht, daß es dem Herrn übe^ Leben und Tod gefallen hat, am 21. Mai meiiie liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, meine herzensgute Tochter, Schwester und Schwägerin Frau Martha Auriga geb. Happel im Alter von 38 Jahren, nach kurzer, schwerer Krankheit aus der Zeitlichkeit in die Ewigkeit abzurufen. In stillem Schmerz ergeben in Gottes Willen: Heinrich Auriger und Kinder Georg Happe) Familie August Weber Familie Karl Luh II. Bonbaden, Watzenborn-Steinberg, 24. Mai 1943. Die Beerdigung findet am Montag, dem 24. Mai, nachmittags 2 Uhr, in Bonbaden statt. __________________________________________________03398 Dies kommt nicht etwa von einem altmodischen Aeußeren. Die Stadt hat sogar ganz im Gegenteil ein sehr modernes Gesicht, das Zentrum ist im Laufe der letzten zehn Jahre radikal verjüngt worden und weist jetzt eine Reihe von großen, zweckmäßigen Geschäftshäusern auf. Die Stadt hat auch ihre Untergrundbahn — die einzige im Norden — die der Osloer Bevölkerung das stolze Gefühl von „Großstadt" gibt. Was aber bewirkt, daß ein Fremder die Stadt nicht so sehr als Stadt fühlt, sondern mehr als Zwischenglied zur umliegenden Landschaft, ist Hie gute Gelegenheit zum Leben im Freien und zur sportlichen Betätigung. Eine kurze Fahrt mit dev Straßenbahn nach Kol- saas bringt den jungen Bergsteiger in ein Gelände, wo er seine Kletterfertigkeit auf die härteste Probe stellen kann, im Sommer warten die waldigen Höhen der Ost-, Nord- und Westmark auf den Wanderer. In den vielen Waldseen und im Fjord hat die Jugend Gelegenheit zum Baden, Segeln und Rudern. Im Winter lädt die Umgebung zum Schiläufen und Schlittschuhfahren ein. Obschon Oslo unter dem Kriege fast nicht zu leiden hatte, mag seine Zukunft heute doch zweifelhaft erscheinen. Aber viele Pläne sind bereits fertig und warten nur auf friedliche Tage, um verwirklicht zu werden. Große, neue Bauwerke sollen errichtet werden, neue Maßnahmen auf sozialem Gebiet sind beschlossen und warten auf den Tag ihrer Durchführung. Unter den „Schlangen", die natürlich in diesen Zeiten auch in Oslo zu sehen sind, stutzt man über diejenige vor dem Standesamt: Das junge Oslo steht Schlange, um getraut zu werden! Auch dies ist eine Gewähr für. die Zukunft der Stadt ustd ein Beweis dafür, daß die Bevölkerung trotz der kriegsbedingten Schwierigkeiten die Fröhlichkeit im Ernst behalten hat. Für die mir erwiesenen Auf« merksamkeiten anläßlich meines 80. Geburtstages danke ich allen lieben Bekannten und Freunden herzlichst Eduard Cordes, Lollar. 1609D/ Wer es nicht zuvor weiß, braucht nur einen Blick auf die Karte zu werfen, um gleich darüber klar zu werden, wo die Hauptstadt Norwegens liegen muß, nämlich dort, wo der Fjord breit und tief vom Skagerrak ins Land hinein schneidet und Boote und Schiffe an fruchtbaren Gegenden vorbei bis ins Herz des südöstlichen Norwegens trägt, wo ein tiefer, ausgedehnter Hafen von jeher bereit war, aus einem großen Umland die Erzeugnisse einer intensiv betriebenen Landwirtschaft und einer vielseitigen Industrie entgegen zu nehmen und wo Verkehrswege in alle Himmelsrichtungen ausstrahlen. Da' muß die Hauptstadt liegen — und eben hier hat Oslo, oder Kristiania, wie die Stadt früher hieß, seit undenklichen Zeiten gelegen. Wenn sie auch nicht immer die Ehre hatte, Norwegens erste zu sein und erst in jüngerer Zeit die größte geworden ist. Wie so oft bei alten Städten der Fall, ist ihr Anfang in Dunkel gehüllt. Aber schon in grauer Vor- st eit war hier ein Wohn- und Handelsplatz, der für alle die Menschen, die rund um „Viken" (die Buch) herum an beiden Ufern des Fjord hausten, von Bedeutung wurde. Nach dem Bericht des norwegisch-isländischen Geschichtsschreibers Snorre fand die Gründung der Stadt im Jahre 1047 oder 1048 statt und als Gründer wird Harald Haardraade genannt. In den folgenden Jahrhunderten entwi?elte sich Oslo zur größten Stadt am Oslofjord und erhielt bald das Gepräge eines geistigen Zentrums. Der große Grundbesitz der Kirche gab der Stadt zuerst ihre wirtschaftliche Bedeutung. Aber so offen wie die Stadt dalag — den Blick gegen den Kontinent gerichtet — war es natürlich, daß auch mit den südlichen Ländern bald ein lebhafter Handel zustande kam. Seit 1280 kam ein regelmäßiger Zustrom von Kaufleuten aus Dänemark und Deutschland — besonders aus Rostock — nach Oslo, um hier mit Korn und Mehl, Salz und Tuchen, Äier und Waffen Handel zu treiben, während Häute und Felle, Talg, Butter und Holz die Ausfuhrgüter der Stadt darstellten. Damals war Oslo ohne Zweifel die bedeutendste Stadt Norwegens. Als aber der europäische Handel sich mehr nach Westen orientierte, verlor d e Stadt an Bedeutung und Ausdehnung, und wurde von Bergen weit überflügelt. Der Wald — Norwegens „grünes Gold" — brachte jedoch im 16. und 17. Jahrhundert wieder einen Aufschwung und die Wasserfälle und Stromschnellen des Ackerselv wurden von Sägewerken und anderen Betrieben ausgenutzt. Aufs neue trat Oslo in Verbindung mit dem Ausland, besonders durch die Holländer, die sich eifrig mit dem Holzhandel befaßten. Die Bürgerschaft war fleißig und fortschrittlich. Auch war es natürlich, daß die Stadt Mittelpunkt der Verwaltung wurde, dank der geringen Entfernung von Kopenhagen, wo die gemeinsamen Könige Norwegens und Dänemarks ihre Residenz hatten. Die Stadt erhielt dadurch auch eine gewisse militärische Bedeutung und tat sich besonders in den zahlreichen Kriegen mit Schweden hervor. Einer dieser Kriege war auch die Ursache des Untergangs des alten Oslo und der von Christian dem Vierten befohlenen Anlage der neuen Stadt, die ganz, modern, mit quadratischen Vierteln geplant war. Die Schweden schossen im Jahre 1624 Oslo in Brand und der König beschloß, die Stadt nicht an der alten Stelle, sondern im Schutze der Mauern der Festung Akershus wieder aufzubauen. Die alten Wälle, Mauern und Türme dieser Festung wirken auch heute noch wie das Profil der Stadt, wenn man sich vom Fjord her der Stadt nähert. sofort die Aufgabe gestellt, ein Weibchen feiner Art aufzusuchen und sich mit ihm zu paaren. Wie macht er das? — Wer in einer Sommernacht durch den Wald geht, wird bald von Hunderten von Nachtschmetterlingen umschwärmt, von denen es Dutzende verschiedener Arten gibt. Für den Laien sehen sie sämtlich gleich aus und sogar für den Fachmann sind sie zuweilen schwer zu unterscheiden. Daß sie sich, Art für Art,- aus diesem Getümmel herausfinden, ohne „Eheirrungen", die fast niemals vorkommen, verdanken sie nur ihrem außerordentlich feinen Geruchssinn. Die Waldluft ist neben anderen Düften erfüllt von Hunderten von „Artgerüchen". Trotz unüberwindlich scheinender Schwierigkeiten findet nun jedes liebestrunkene Männchen mit Hilfe feiner oft gewaltig entwickelten Fühler, in denen der Geruchssinn sitzt, in kurzer Zeit das Ziel seiner Wünsche. — Diese Bedeutung des Geruchssinnes für die Vermehrung diefer Tiere hat sich der Mensch in höchst prosaischer Weise zunutze gemacht. Auch die Motte, dieser gefährliche Feind der verpackten wol- I lenen Winterkleidung, findet sich durch den GeDie „neue" Stadt entwickelte sich bald zur fiihrenden Stadt Norwegens. Vom Ende des 17. bis hinein ins 18. Jahrhundert wurde ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung immer größer und als die norwegische Opposition gegen die von der Regierung in Kopenhagen verfolgte Politik nach und nach an Kraft gewann, war es natürlich, daß sie, trotz der großen Zahl von Beamten, gerade in Oslo in erster Linie Fuß faßte. Von hier aus wurde auch das Land verwaltet, als Norwegen und Dänemark während des Krieges des Kontinents gegen Napoleon voneinander getrennt waren. Hier wurde auch nach jahrelangem Kampf 1813 die norwegische Universität gegründet, als „ deutliche Kundgebung dafür, daß hier das geistige Zentrum des Landes lag. Schon noch einem Jahr trat Kristiania nach der Auflösung der dänisch-norwegischen Union als Hauptstadt der neuen, freien Nation hervor. Aber erst 1830 überstieg die Einwohnerzahl diejenige von Bergen, und Oslo wurde auch zur größten Stadt des Landes. In den Jahren 1858 und 1877 wurden die Stadtgrenzen erweitert, man spricht auch jetzt wieder von einer Erweiterung, durch Zusammenschluß mit der Nachbargemeinde Aker, von der Oslo ganz umgeben ist. Dadurch würde die Einwohnerzahl — die man heute mit 271000 angibt — um 100 000 vermehrt werden. Mit ihren Vororten zählt die Hauptstadt etwa 13 v. H. der Gesamtbevölkerung des Landes. Oslo ist unter normalen Verhältnissen die größte Schifffahrtsstadt des Nordens mit einer Tonnage von 1,8 Millionen Bruttoregistertonnen. Oslo ist auch der größte Umschlagplatz und die bedeutendste Industriestadt Norwegens. Ungefähr die Hälfte der Einfuhr des Landes erfolgte über Oslo, vor dem Kriege herrschte täglich ein reger Betrieb im Hafen, der mit seinen gegen 15 Kilometer langen Kaianlagen selbst den größten Transportschiffen Gelegenheit zum Löschen bietet. Ein engmaschiges Netz von Verkehrsadern verbindet Oslo mit seinem Umland, dem reichsten und höchst entwickelten, das eine norwegische Stadt hat. Straßen und Eisenbahnlinien stellen die Verbindung mit Kristiansand in Südnorwegen, Bergen in West-Norwegen und Während bei den niederen Tieren und den höchstentwickelten, den Säugern, der Geruchssinn wesent« lief) zur Fortpflanzung beiträgt, so ist es bei vielen: der dazwischen liegenden Arten die Stimme. Die Sprache der Liebe ist die erste Sprache der Welt gewesen, und das erste Ohr der Welt war nur geschaffen, um das Liebesquarren oder Zirpen eines abenteuersüchtiaen Freiers zu hören. Von diesem elementarsten Anfänge aus hat sich das Ohr der höheren Tiere ein immer weiteres Gebiet erobert, während gleichzeitig die Stimme zum immer viel, fettigeren Mittel der Verständigung wurde. Frösche, GrUen, Heuschrecken und Zikaden zeigen uns Menschen das Problem in der einfachsten Form. Bei ihnen und ihren Verwandten verfügen nur die Männchen über die Gabe des Gesanges. Dies wußte schon der sehr ungalante griechische Dichter, der Schöpfer des Verses: „Glücklich leben die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber." Die Weibchen sind stumme aber um so aufmerksamere Zuhörer. Erschallen die Laute der männliche« Sirenen, so verlassen sie, einem unwiderstehlichen Zwange folgend, ihre Schlupfwinkel und eilen dem Männchen zu. Dann kann es vorkommen, daß sich ein ganzer Kreis liebenswürdiger Anbeterinnen um einen solchen Sänger schart. * So eng bei diesen Tieren noch die Bindung des Hörsinnes an das Liebesleben ift, so gibt es doch schon bei ihnen eine Lockerung dieses Gefüges. Der auffallende Wettgesang der Männchen untereinander erfolgt zwar nur zu Zeiten der Werbung, hat aber direkt nichts mit ihr zu tun. Bei den höheren Wirbeltieren ist die Loslösung der Stimme und des Gehörs vom Liebesleben schrittweise zu verfolgen. Zwar darf man erst bei den Vögeln anfangen, denn die nächsten Verwandten der Frösche, die Kriechtiere: Schlangen, Eidechsen, Schildkröten, Krokodile haben beides miteinander im Laufe der Entwicklung wieder verloren. Die meisten von ihnen sind stumm und taub zugleich. Bei den Vögeln steht der Balzgesang natürlich noch im Vordergründe, und auch bei ihnen gibt es daher noch viele, im weiblichen Geschlecht stumme, oder wenigstens „wortkarge" Arten. Daneben wächst jedoch bereits der Gebrauch der Stimme, besonders bei den geselligen Arten, sehr in die Breite. Schließlich ist auch noch bei den Säugetieren eine enge Verbindung des Stimmgebrauchs mit dem Liebesleben festzustellen, wie beispielsweise beim Brunftschrei des Hirsches. Aber schon hier hat sich der Schwerpunkt wesentlich verschoben. Die Stimmentfaltung ist in erster Linie Herausforderung des Gegners. Bei den meisten Säugetieren sind Stimmentfaltung und Liebesleben vollkommen voneinander gelöst. Viele von ihnen sind stumm, wie Hase und Kaninchen. Andere brauchen ihre Stimme zur Warnung ihrer Artgenossen bei nahender E fahr, wie die Murmeltiere oder ihre Verwandten in der Steppe, die Pfeifhasen, deren Verständigung also schon einen wesentlichen Fortschritt bedeutet. Wieder andere, wie der Löwe, benutzen ihre Stimmkraft zum Erschrecken und Aufscheuchen ihrer Beute ober sie dient dem Ausdruck heftiger Erregung, wie das unheimliche Knurren aller großen Raubtiere. So steht beim Hörsinn am Anfang die engste Zweckbegrenzung: die Liebe! wwawwiwj. ne.iiu nimm Schuhcreme tinsparen! Zu kaufen ges. sofort Metallbettstelle (Rohr), weife, braun ob. schwz., nicht üb. 1,80 m lg., ttt Auflag e- matrahe. [03371 K. Sdialdis-Raffael Mundrnaler WieseckerWeg40 (Wohnwagen) ZlvIlllW- SDorftünoen z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 1607Da.d.G.A. Kindersportwagen z. kaufen gesucht ob. geg. Kinderwagen zu tauschen. [08400 Fr.Ockel, In Löbers Hof 5 | Verschiedenes) Wer ert. Schüler Nachhilfe in Französisch? Stockmeier, Sckottstrafee 47 b. Schäfer. 03395 Heirat Witwer, Anfang 60er I., ev., sehr rüstig, m. schön, ein. Besitztum i. Rhein!., Nest., Bäckerei, Kolo- nialw.-Geschäft, neuzeit. gestalt., wünscht wirtsch. gutaussehenbe Lebenskamerad. 48-54 Ihr. alt, auch Wwe. ohne Anhang. Zuschr. u. 1611V an den Giefe. Anzeiger. •) Auch rin Sier über ..A"ohlenklau“ Wohnhaus in (rieben oder Umgebung zu kaufen gesucht. Verkäufer kann eventl. weiter bewohnen. 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Mai 1943 Bergwerk-Oberhof ______________________03406/