193. Jahrgang Nr.N8 Dricherm täglich, außer Sonntags unb k>etertagS Beilagen; Gtekener?>amilienblättei Heimat imRild DieScholle Bezugspreis: Monatlich. . RM. 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 chrankf./M Annahme von 'Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8' ,Ubr desBormittagS Anzeig en-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf je mm bei 22 mm Zeilenvreite, Terttetl 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbfchlüsseMengenftaffel B Platzvorschrtft l vorherige Vereinbarung) 25°'• mehr vrühlsche Univetfitatrdruckerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen 6iefjen.9Sd>nlftrabe 7-9* f Samstag. 22. / Sonntag, 23. Mai (943 Gießener Anzeiger Die Achse von Stahl geschloffen dem Siege entgegen. Vierter Fährestag der Unterzeichnung des deutsch-italienischen Bündnispaktes. Vor vier Jahren, am 22. Mai 1939, haben sich Deutschland und Italien vertraglich gebunden, dem erwarteten Stoß des Weltjudentums und seiner Helotenstaaten, der Franzosen, der Yankees und der Briten, gemeinsam zu begegnen. Der Führer und der Duce wußten, wie auch ihre Völker, daß dieser lang vorbereitete und von England mit allen Mitteln der Jahre vor 1914 inszenierte Krieg ein Kamps um Sein oder Nichtsein der beiden Ordnungsnationen Europas sein würde. Der deutsch-italienische Pakt, durch den deutschen Reichsaußenminister von Ribbentrop und den damaligen italienischen Außenminister Grasen Ciano in Berlin unterzeichnet, besiegelte das aus der Wesensgleichheit der deutschen und der faschistischen Revolution entstandene Herzensbündnis. Er brachte die vollkommene politische und militärische Solidarität Deutschlands und Italiens. Was der Duce bei seinem Besuch in Berlin am 28. September 1937 mit den Worten umriß: „Wenn man einen Freund hat, um mit ihm zusammen bis ans Ende zu marschieren", jetzt wurde es Tatsache. Der Inhalt dieses Freundschafts- und Bündnisvertrages hat alle Kriegsstürme überdauert und wird auch für den letzten Teil dieses Entscheidungskampfes Gültigkeit behalten. Der Artikel II des kurzen Vertrages handelt von den Bedrohungen, die beide Staaten zur vollsten politischen und diplomatischen Unterstützung berechtigen. Der Artikel III bestimmt, daß, wenn einer der beiden Staaten in kriegerische Verwicklungen gerate, der andere sofort als Bundesgenosse ihm beispringen und ihn mit allen seinen militärischen Kräften zu Lande, zur See und in der Luft unterstützen werde; Artikel IV setzte die Zusammenarbeit auf militärischem und kriegswirtschaftlichem Gebiete fest und bestimmte, daß beide vertragschließenden Teile schon damals sich verpflichteten, im Falle eines gemeinsam geführten Krieges Waffenstillstand und Frieden nur in vollem Einverständnis miteinander abzuschließen. Aber nicht Vertragsworte sind entscheidend, sondern der Geist, aus dem sie geboren wurden, und dieser gemeinsame Geist bestand schon, als das Wort des Duce von der A ch s e , Jahre vor Abschluß dieses Vertrages, aufs Glückhasteste den Pakt umriß. Das Wort Achse war geprägt worden als Zeichen dafür, daß beide Staaten fest entschlossen waren, unverbrüchlich zusammenzuhalten, um dem Versailler Ungeheuer den Garaus zu bereiten. Beide Staaten wollten, nach den Worten des deutschen Außenministers, Europa einen gerechteren Frieden schaffen, und Graf Ciano hatte die Energie betont, mit der beide Staaten verlangten, daß „Äe Knoten gelöst werden, die das Leben Europas immer noch fesseln", um die Sicherheit ihrer Lebensräume zu gewinnen. Die sog. Demokratien unter Englands Führung hatten gerade damals den Höhepunkt ihrer Einkreisüngspolitik zum Zwecke der Niederhaltung der beiden maßgebenden europäischen Mächte erreicht. Immer wieder hatten die zum Kriege hetzenden französischen und englischen Regierungen versucht, die Achsenpartner gegeneinander auszuspielen und die Achse zu sprengen. Der Vertrag vom 22. Mai 1939 war die unmißverständliche Antwort. Er konnte zwar den Ausbruch des von Roosevelt und Daladier, von Chamberlain und Eden und Churchill und vor allem von den hinter ihnen allen stehenden Juden gewollten Krieges nicht hindern, aber er setzte den Feinden des Friedens einen geeinten Block entgegen, an dem alle Angriffe der Gegner zerschellten und zerschellen, auch nachdem diese Gegner die bolschewistische Pest, um die sie sich schon damals bewarben, in ihr System einbezogen haben. Die treue Waffenbrüderschaft zwischen Deutschland und Italien, heute vor vier Jahren geschlossen und besiegelt, hat sich in allen Stürmen, die über Europa bisher dahinbrausten, glänzend und leuchtend bewährt. Sie hat im Osten, dem Weltzer- slörer Bolschewismus gegenüber, die stärksten Erfolge errungen, unsere Heere Schulter an Schulter tief in das Herz des bolschewistischen Rußland hineingeführt und im Verein mit den anderen Verbündeten und den freiwilligen Legionen die bolschewistischen Horden verhindert, sich über Europa zu ergießen. Sie hat im Mittelmeer geleuchtet und in den Weiten des Atlantik. Und sie hat in Nordafrika gezeigt, daß sie imstande ist, selbst gegen eine mehr als zehnfache Uebermacht zuOreiten und solange zu । stehen, bis alle Berechnungen unserer Feinde, all ihr I Planen und ihre Zielsetzungen über den Haufen ge- i warfen sind. Die feindliche Welt, die vor vier Jahren lächelte, als ihr der Abschluß des Stahlpaktes bekannt wurde, weil sie es einfach nicht wahrhaben wollte, daß er für sie unheilvolle, ja tödliche Auswirkungen haben könnte, hat nun ihr Lächeln über, das deutsch-italienische Bündnis verloren. Sie versucht vielmehr, es mit allen Mitteln, allen Terrormethoden, die, jüdischen, angelsächsischen und bolschewistischen Hirnen entsprungen, ihr zur Verfügung stehen, zu brechen oder zu bewerkstelligen, daß es, von innen heraus angegriffen und an- aenagt, von selber zerfalle. Doch zeigt diese feindliche Welt mit diesem Beginnen nun einmal wieder, wie schlecht oder gar nicht sie sich in den uner= schütterlichen, gleichgesinnten Geist der beiden Volker Deutschland und Italien hineindenken kann. Sie kann es nicht begreifen, daß in unseren beiden Völkern die tiefe Üeberzeugung wohnt, daß unsere Stärke unser gegenseitiges Sichergänzen bildet, unser Dille zusammenzustehen, bis das schwere Werk vollendet und der Sieg errungen ist. Die feindliche Welt, die nur Zweckgemeinfchaf- ten, Zweck-„Freundschaften" kennt, die zusieht wie einer ihrer Staatsmänner den blut- und schuldbeladenen Feind der Demokratien Stalin seinen Freund nennt, kann auch die tiefe Freundschaft nicht verstehen und richtig werten, die die beiden Führer Deutschlands und Italiens nun seit Jahren Win* tnirhinhuh llnh üa fcuxa LL linß Olim nicht l nachfühlen, daß wir Deutsche und Italiens Volk über all das Gemeinsame, das gleiche Wollen, das Erstreben der gleichen Ziele hinaus gerade in dieser tiefen Freundschaft der beiden Männer, denen wir vertrauen und die uns führen, die Garantie dafür sehen, daß unser Wollen und Streben, unser Miteinandergehen geadelt ist und gekrönt werden wird vom großen endgültigen Erfolg. Wir Deutschen und das Volk Italiens haben in diesen vier Jahren unseres Bündnispaktes und unserer Waffenbrüderschaft viel Schweres miteinander ertragen, viel hinreißend Schönes erlebt. Der endgültige Sieg und all das Heil und Glück, das unseren Völkern aus ihm erblühen wird, wird das Schwere vergessen machen und tilgen, so wie die äußeren Bilder der Zerstörung und Vernichtung des Krieges in unseren Heimatländern durch den Wiederaufbau einst verschwunden sein werden. unauflösliche Gchicksalsgemeinschast. Am Ende dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung wird der ruhmvolle Sieg unserer gerechten Sache stehen. Berlin, 22. Mai. (DNB.) Aus Anlaß des vierten Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch- italienischen Freundschafts- und Bündnispaktes fand ein Telegrammwechsel zwischen dem Führer, König V i k t o'r Emanuel III. und dem Duce statt. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der Duce sowie der Staatssekretär im königlich-italienischen Außenministerium B a st i a n i n i tauschten gleichzeitig Telegramme aus. Oer Führer an König und Kaiser Viktor Emanuel: Zum heutigen Gedenktage, an dem sich die feierliche Unterzeichnung des Freundschafts- und Waffenbundes zwischen unseren beiden Völkern zum vierten Wale jahrl. bitte ich Euere Majestät mit meinen herzlichsten Grüßen meine und des deutschen Volkes aufrichtigste Wünsche für das Glück und die Zukunft Italiens und den Kampf seiner Waffen entgegennphmen zu wollen. Viktor Emanuel III. an den Führer: Am 4. Jahrestag des Vündnlspakkes, der unsere beiden Völker verbindet, möchte ich Ihnen, Führer, die lebhaftesten Wünsche übermitteln für die Größe und das Gedeihen des deutschen Volkes in der Gewißheit, daß der Tapferkeit und dem Wert unserer Waffen der Sieg nicht fehlen kann. Oer Rührer an den Duce: Duce! Anläßlich der Wiederkehr des Tages, an dem unsere beiden Länder vor vier Jahren durch den Abschluß des Freundschafts- und Vündnispaktes eine unauflösliche Kampf- und Schicksalsgemeinschaft miteinander eingingen, sende ich Ihnen zugleich im Namen des ganzen deutschen Volkes meine aufrichtigsten und wärmsten Grüße und Wünsche. Ich gedenke hierbei in dem Gefühl herzlicher Verbundenheit des heldenhaften Kampfes der italienischen Wehrmacht in dem gemeinsamen großen Ringen für die Freiheit und die Zukunft unserer Völker und verbinde damit den Ausdruck meiner unerschütterlichen Gewißheit, daß am Ende dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung der Einsatz und die Opfer, die gebracht werden mußten, in dem ruhmvollen Siege unserer gerechten Sache ihren höchsten und letzten Lohn finden werden. Der Ouce an den Führer: heute, bei der Wiederkehr des viertel» Jahrestages der Unterzeichnung des historischen Paktes, während unsere Heere und unsere Völker den heroischen Kampf gegen die gemeinsamen Feinde führen. möchte ich Ihnen, Führer, die unlösbare Solidarität der Waffen und der Gefühle des faschistischen Italiens für das nationalsozialistische Deutschland und unser vollkommenes Vertrauen in den Sieg der Achse und der Dreierpaktmächte von neuem bestätigen. Reichsaußenminister von Ribbentrop an b"n Ouce: Zum heutigen Jahrestag des paktabfchlusses, durch den sich Deutschland und Italien zur Wahrung und Sicherung ihrer Lebensrechle zu einem stählernen Block zusammengeschlossen haben, bitte ich Sie, Duce, meine aufrichtigsten und herzlichsten Grüße und Wünsche entgegenzunehmen. Ich weiß mich eins mit Ihnen in der Gewißheit, daß dieser uns aufgezwungene harte Kampf mit der Bezwingung unserer Gegner enden und zu einer glücklichen Zukunft für das deutsche und das italienische Volk und für die mit ihm verbündeten Rationen führen wird. Oer Ouce an R-'ichsaußenm'nister von Ribbentrop: Während Italien den 4. Jahrestag der Unterzeichnung jenes Paktes feiert, durch den Deutschland und Italien heute zu einer Waffenbrüderschaft, die durch die gemeinsamen Prüfungen noch gestählt wird, zusammengeschsossen sind, sende ich Ihnen meinen Gruß zusammen mit dem Wunsch für den Endsieg unserer Heere. Ribbentrop an Bastianini: An dem Jahrestage, an dem Deutschland und Italien zum vierten Male die Unterzeichnung des beide Länder unlösbar miteinander verbindenden Freundschafts- und Vündnispaktes begehen, übermittle ich Euerer Exzellenz meine aufrichtigsten Grüße und Wünsche. Gleichzeitig bringe ich Ihnen meinen unerschütterlichen Glauben zum Ausdruck, daß der gemeinsame Kamps unserer verbündeten Waffen zu einem vollen Siege-führen und damit die Freiheit und Zukunft unserer Völker endgültig sicherstellen wird. Bastianini an Ribbentrop: Am 4. Jahrestag des Abschlusses des Vündnispaktes, der unsere beiden Völker vereint, freue ich mich, Ihnen meinen kameradschaftlichen Gruß in der Gewißheit zu übermitteln, daß die Anstrengungen, die Deutschland und Italien mit hartem Dillen und festem Glauben vollbringen, vom Sieg gekrönt sein werden. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Freitag zu höheren Beamten und Behördenleitern des Gaues, die zu einem Schulungslehrgang in der Gauschule Selters zusammengekommen sind. Der Gauleiter gab den Lehrgangsteilnehmern in einer alle Fragen des Beamtentums streifenden Rede einen umfassenden Ueberblick über die Aufgaben des Beamten, der als Diener des Staates eine hohe Pflicht zu erfüllen habe. Der Nattonalsozialismus habe sich die Aufgabe gestellt, dem deutschen Volk aus dem Grundgedanken einer allgemeinen völkischen Welt- vorstellung unter Berücksichtigung der praktischen Wirklichkeit der Zeit und des vorhandenen Menschenmaterials ein politisches Glaubensbekenntnis zu vermitteln. Heute gelte es, noch vorhandene Lücken zu schließen; daher sei auch die weltanschauliche Schulung eine unbedingte Notwendigkeit. In dem Neuaufbau und Ausbau des Staates sei das Beamtentum in starkem Maße beteiligt und müsse gemäß seiner Sonderstellung, die es im Volk einnehme, auch besondere Anforderungen erfüllen. Als Vertrauensmann des Volkes, als Verwalter der Geistes- und Kulturgüter und als Mittler zu Führer und Volk müsse der Beamte Nationalsozialist sein, da er sonst die ihm gestellten Aufgaben nicht erfüllen könne. Als einziger Gradmesser haben die persönliche Haltung, der Charakter und die Leistung zu gelten. Die Behördenleiter haben die hohe Ethik des Beamten vorzuleben, keine volksfremde Bürokratte zu dulden und ihre Gefolgschaft auf die Gegenwart auszurichten, damit jeder einzelne Beamte als Verwaltungssoldat des Führers in die Lage versetzt werde, seinen Aufbaubefehl in die Tat umzusetzen. Neues. Besseres ist an die Stelle des Alten, Vermorschten zu setzen. Der (Bauleiter behandelte dann weiter die Sraae des Beamtennachwuchses, der gesichert sei, wenn sich die gegenwärtige Beamtengeneration aus besten Nationalsozialisten zusammensetze. Der Werdegang des zukünftigen deutschen Beamten geht über Hitler-Jugend, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und Partei. Kampfgeübt und erprobt, fachmännisch und zielstrebig aus der Allgemeinheit herausgehoben, das wird die Prägung des nationalsozialistischen Beamten aus Berufung sein, die zu den höchsten Aufgaben befähigen wird. In einer Zeit höchster Bewährung, in einem gigantischen Kampf zweier Weltanschauungen wird der Beamte seine Pflicht erfüllen. In einer lebhaften Aussprache, die sich der Rede anschloß, konnte der Gauleiter als berufener Förderer des Beamtentums aus feiner praktischen Erfahrung heraus wertvolle Hinweise geben, die in der weiteren Arbeit ihre Auswirkung finden werden. öer Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhaupkquarkier, 21. Wai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront wurden mehrere örtliche Angriffe der Sowjets abgewiesen. Eigene Stoßtruppunlernehmen waren erfolgreich. Die Luftwaffe bekämpfte Truppenziele, Transportzüge und Versorgungsbetriebe des Feindes. Leichte deutsche Seestreitkräfte verfenklen vor der Kaukasus-Küste zwei Nachschubfahrzeuge der Sowjets und schossen hier sowie über der ö st - t i ch e n O st s e e sechs fowjettsche Bomber ab. Deutsche Kampfflugzeuge belegten in der Nacht zum 21.2Hal das Hafengeblet von Djldjelli an Der Beamte Vertrauensmann des Volkes Ser Gauleiter vor höheren Beamten. I Aachiraumkneg und GesanutkieMnmg. Von Vizeadmiral Friedrich Lützow. Am 7. April 1943 suchte der Rundfunksender Neu- york die Aussichten unseres U-Boot-Krieges durch die Erinnerungen an 1918 zu verkleinern und sagte dabei: „Ludendorff und Hindenburg erwachten nach 16 Monaten aus ihren U-Boot-Träumen." Eine solche Auffassung steht im Widerspruch zu den damaligen Aeußerungen der leitenden Männer in England. So schrieb Churchill am 12. 1. 1919 im „Sunday Pictorial": „Darf ich es sagen? Wir sind nur eben durchgekommen. Je mehr wir über den Krieg erfahren, um so mehr erkennen wir, an welchem kleinen, dünnen, gefährlichen Fädchen unser Erfolg hin. — Es war ein gleiches Wettrennen bis zum Ende." Der damalige Ministerpräsident Lloyd George sagte in einer Rede: „Wenn die Deutschen die Kraft ihrer U-Boote eher eingesetzt hätten — wer weiß, ob das Britische Weltreich dann noch bestünde." Churchill sowohl wie Lloyd George haben offenbar die U-Boot-Gefahr keineswegs für einen leeren Traum gehalten. Die Auffassung des Neu- yorker Rundfunks steht aber auch im Widerspruch mit dem Londoner Rundfunksprecher Thomas Ea- dett, ebenfalls vom 7 April 1943. Er sagte: „Im Jahre 1918 hatten wir dem deutschen uneingeschränkten U-Boot-Krieg endgültig das Rückgrat gebrochen. Können wir heute irgend etwas Aehnliches behaupten? Ganz bestimmt, wir können es nicht. Es wird gut für uns sein, die U-Boot-Bedrohung so ernst zu nehmen, wie sie es verdient. Hier stehen wir also bedeutend schlechter da als 1918." Zu demselben Urteil gelangt die „Sunday Times" von Anfang April 1943. Auf solche Widersprüche in den Urteilen der Feinde war schon Mitte Februar bin* gewiesen; es ist aber festzustellen, daß die sorgenvollen Aeußerungen in letzter Zeit, besonders nach dem guten Versenkungsergebnis im März überwiegen. In der Oberhaussitzung vom 24. März bezeichnete Lord Hankey den „Anti-U-Boot-Krieg" als „größten Mißerfolg Englands"; Lord Winster klagte die Regierung an, sie habe das U-Boot unterschätzt. Die „Daily Mail" vom 23. März 1943 gab aus Neuyork die Meinung wieder, im März 1943 würden ebensoviele Schiffe versenkt, wie früher in einer ganzen Frühjahrsoffensioe. Der „Daily Expreß" bezeichnete Anfang April die Seekriegslage als katafttophaler denn je, und Eden nannte in Kanada — nach Reuter — das U-Boot die größte Gkfahr. Aehnlich drückte sich nach „United Preß" Colonel Knox aus. Alle Stimmen aus dem feindlichen Lager sind sich darüber einig, daß man ein wirksames Abwehrmitte gegen U-Boote bis jetzt noch nicht gefunden habe. So ist es zu verstehen, daß unsere Feinde die Uebertragung des Oberbefehls über die deutsche Kriegsmarine von Großadmiral Raeder an den bisherigen Befehlshaber der U- Boote, den jetzigen Großadmiral Dönitz, als eine be- drohlicke Zusammenfassung aller Kräfte auf den Fracytraumkrieg auffassen. An welcher Stelle bei unseren Feinden sich di« U-Boot-Bedrohung am stärksten fühlbar macht, ist der algerischen Küste erneut mit Bomben schweren Kalibers. Im Mittelmeerraum schossen deutsche Jäger und Flakartillerie acht feindliche Flugzeuge ab, ein eigenes Flugzeug ging verloren. Einzelne leichte britische Bomber unternahmen in der vergangenen Nacht wirkungslose Stärangriffe auf das nördliche Reichsgebiet. Oer italienische Bericht. Rom, 21. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr« machtbericht vom Freitag meldet: Unsere Flugzeuge bonwarbierten in der vergangenen Nacht die Hafenanlagen von B i z e r t a und torpedierten in den tunesischen Gewässern einen Zerstörer. Die feindliche Luftwaffe führte gestern Einflüge auf Grosseto, Messina, Pantelleria und Orte auf Sardinien durch. Don den Batterien der Insel Pantei.lera wurden 7 Flugzeuge zerstört, ein weiteres Flugzeug, das ebenfalls vom Abwehrfeuer aetroffen worden war, stürzte bei Augusta ins Meer. lieber Sardinien schossen italienische Jäger in Luftkämpfen ein viermotoriges und zwei zweimotorige Flugzeuge ab. Zwei weitere feindliche Flugzeuge wurden von deutschen Jägern abgeschossen. Esteva wurde Offizier auf Lebenszeit. Dichn, 21. Mai. (Eurooapreß.) Admiral Esteva, Gencralrefident von Tunesien, ist durch Dekret des fianzösischen Staatschefs auf Lebenszeit zum aktiven Offizier ernannt worden. Diese Auszeichnung wurde in Frankreich bisher: nur den Generalen zugebilligt, die im Kriege eu\ militärisches Oberkommando führten. Durch dis Maßnahme wollte der Marschall öffentlich die bet« spielhafte Haltung Admiral Estevas anerkennen« die er im Laufe der Ereignisse in Tum- gqi zeigt bat pariser Brief. Der Zeanne-d'Arc-Tag. — Caillaux' Memoiren. Von unserem Er.-Korrespondenten. eine Frage, die von der Verteilung des ihnen zur Verfügung stehenden Frachtraums abhängt. Nach einer Rundfunksendung aus London vom 3. April 1943 klagt der britische Ernährungsminrster Lord Wootton darüber, das; Englands Lebensmittelreser- ven keinen Ueberschuß mehr aufweisen; der Bestand an Lebensmitteln werde immer kleiner, Lord Woolton fragt, wann die ganze Sache ein Ende nehme. Reuter berichtet Ende März von einer Ansprache des südafrikanischen Ministerpräsidenten Smuts, in der er die Kriegsmüdigkeit auf feiten der Briten die „große Gefahr" nennt. Als besonders beunruhigend wird anscheinend die hemmende Wirkung des Frachtraummangels auf die Pläne für eine angriffsweise Kriegführung empfunden. Wenn unter solchen Umständen die uns aus dem ersten Weltkrieg vertraute feindliche Hetze gegen den U-Boot-Krieg wieder auflebt, so kann das nur als Zeichen der Unsicherheit gegenüber dieser Gefahr aufgefaßt werden. Das U-Boot gilt dem Briten als unmoralisch und barbarisch, weil es ihm gefährlich ist. Daß Großadmiral Lord Fisher, 1914 Erster Seelord der Admiralität, während des ersten Weltkrieges erklärt hat, er würde gegebenenfalls die U-Boote genau so verwendet Haven wie die deutsche Kriegsleitung, wurde von der Propaganda natürlich übertönt. Auch nach dem Krieg von 1914/18 wurde öffentlich nichts von der Hetze gegen den U-Boot-Krieg widerrufen. Das geschah nur in vertraulichen Denkschriften. Eine solche wurde während des jetzigen Krieges erbeutet. Sie wurde im Jahre 1937 vom Auswärtigen Amt in London unter dem Titel „A History of the Blockade of Germany and of the Countries associated with her in the great war: Austria, Hungäry, Bulgäria and Turkey 1914—1918" verfaßt, sollte der Schulung von Offizieren und von Beamten des diplomatischen Dienstes für den damals schon ins Auge gefaßten zweiten Blockadekrieg gegen Deutschland dienen und wurde deshalb nur einem eng begrenzten Kreis von Lesern zugänglich gemacht. Im Laufe des jetzigen Krieges ist diese britische Dienstschrift in unsere Hand gefallen. Sie schildert die Vorbereitung, Eröffnung, Entwicklung und Wirkung der 1914 gegen das deutsche Volk aufgerichteten Hungerblockade und behandelt in einem Kapitel auch die Vergeltungsmaßnahme Deutschlands gegen sie, den U-Boot-Krieg. Bei dieser Gelegenheit nennt die britische Denkschrift den U-Boot-Krieg „eine der großen Operationen der Seekriegsgeschichte" und über die Hetze der britischen Regierung gegen den U-Boot-Krieg fällt sie wörtlich das folgende vernichtende Urteil: „Es ist eine alte Regel militärischer Ehre, niemals die Taten eines Feindes, der hart und tapfer gekämpft hat, zu verkleinern. Wenn diese Regel in England befolgt worden wäre, würde die Öffentlichkeit den Platz, den der U-Boot-Han- delskrieg in der Geschichte der Strategie und des Krieges einnehmen wirb, besser würdigen. Unglücklicherweise find die Schreckensschreie sowie die unangebrachten Beschimpungen der Presseleute von verantwortlicher Seite aus wiederholt worden mit dem Ergebnis, daß die Schlagworte von Piraterie und Mord in den Sprachschatz übergegangen sind und in den Herzen des Volkes entsprechende Gefühle ausgelöft haben." Diesem Urteil ist nur hinzuzufügen, daß die jetzt wieder einfetzende Hetze gegen den U-Boot-Krieg eine bewußte Lüge ist. Ein Wort ist noch über die Zahlenangaben unterer Versenkungen durch U-Boote zu sagen. Am 6. April 1943 wurde über den Sender Daventry folgendes geäußert: „Niemand leugnet, daß Adolf Hitlers U^Boot-Äommandanten noch immer eine ansehnliche Tonnage von Schiffsraum versenken, aber seit der Wendung, die der Krieg in Afrika und in Europa genommen hat, haben sich die deutschen Behauptungen immer weiter von der Wahrheit entfernt. Man kann ein für allemal die Regel aufstellen: Je schlechter es Hitler geht, desto wilder werden seine Uebertreibungen. — Es siebt so aus, als ob schlechte Zeiten den deutschen U-Boot-Komman- danten in einen Baron Münchhausen verwandeln." In Wirklichkeit veröffentlicht die deutsche Kriegsleitung nicht mehr, als was die U-Boote melden, und diese Meldungen besitzen heute denselben Grad der Zuverlässigkeit wie früher. Zu diesem Punkt gab es in der errpähnten Oberhaussitzung vom 24. März 1943 eine aufseh en erreg ende Enthüllung. In ihr entgegnete Lord Winster auf die Regierungserklärung, die deutschen Erfolge seien weit übertrieben, er wisse aus Schiffahrtskreisen, daß im Juli 1942 aus einem für die Sowjetunion bestimmten Geleitzug von 38 Schiften nicht weniger als 34 versenkt worden seien. Diese Angabe kam also der damaligen deutschen Meldung von 37 Schiffen bedenklich nahe und verstärkte den Eindruck der deutschen Sondermeldung vom 20. März, nach der in der Zeit vom 16. bis 20. März aus einem Geleitzug 32 Schiffe von 204 000 BRT. vernichtet worden seien. Mit Bezug auf sie erklärte das Oberhausmitglied Lord Strabolgi (der ehemalige Korv.-Kpt. Kennworthy) von der Labour-Partei, es sei eine Schande, daß „12 000 seekranke Landratten den Bestand des britischen Weltreiches gefährden dürften". Alle diese erfreulichen Anzeichen und Aeuße- rungen können uns indessen nicht über die Erkenntnis täuschen, daß der U-Boot-Krieg ein harter und härter werdender Kampf ist. Gerade weil der Feind die Gefahr hoch einschätzt, setzt er alle Hebel in Bewegung, um ihr zu begegnen. Infolge des überaus reichlichen Gebrauchs von wirksamen Wasserbomben bedeutet jeder Angriff auf Geleitzüge den vollen Einsatz der U-Boote und erschwert ihre Tätigkeit außerordentlich. Die dauernde Beaufsichtigung breiter Seegebiete vor den europäischen und nordamerikanischen Küsten sowie der Ansatz von Bordflugzeugen in freier See erzeugt weitere Erschwerungen. Die U-Boote müssen deshalb nicht selten gegen feindliche Flugzeuge kämpfen; der Abschuß von fünf großen F^nd- bombern in der Biskaya durch die U-Boot-Flak ist ein Zeichen dafür. Dennoch haben wir keinen Grund zur Verminderung unseres Vertrauens auf weitere Erfolge unserer U-Boote. Sie wirken sich auch auf den Kriegsschauplatz im Stillen Ozean aus. Nach Andeutungen der „Sun- day Times" von Anfang April 1943 ist auf der bekannten Besprechung in Casablanca im Herbst 1942 der Entschluß gefaßt worden, unter Hintansetzung der Kriegführung gegen Japan zunächst die Kräfte zu einem Erfolg auf dem europäischen Schauplatz zusammenzufassen. Dieser Entschluß hat in Australien lebhaften Widerspruch hervorgerufen. Der australische Ministerpräsident Curtin nannte am Jahrestag der Eroberung der Halbinsel Bataan au; den Philippinen durch die Japaner die Kriegführung der Alliierten im Stillen Ozean eine ,Kette verpaßter Gelegenheiten".' Der australische Außenminister Evatt hielt kürzlich in San Franzisko eine Rede, in der er die sofortige Notwendigkeit einer Niederringung Japans mit den Worten betonte: „Jeder, der die Lage im Pazifik nicht nur als zweitrangig ansicht, sondern sogar mit einer weiteren Verzögerung vereinbar hält, täuscht sich. Wir müssen uns darüber klar fein, daß, wenn wir Javan gestatten, genügend lange im Besitz der Geoiete Paris, im Mai 1943. Auch in diesem Jahre ist in Frankreich das Fest der Jungfrau von Orleans gefeiert worden. Traditionsgemäß gedenkt das offizielle Frankreich seit einigen Jahrzehnten jeweils am zweiten Sonntag des Monats Mai der Jeanne d'Arc, denn in den ersten Maitagen des Jahres 1429 hat sie die Stadt Orleans von der Belagerung der Engländer ent- etzt. Erklärlicherweise ist während der Kriegszeit )er äußere Rahmen irgendwelcher Kundgebungen aufs äußerste eingeschränkt. Soweit dieser Rahmen offizielle Reden zugelassen hat, hat man selbstver- tändlich nicht versäumt, zu betonen, daß die Jungrau von Orleans ihren Kampf gegen die Engländer geführt hat, von denen sie ja auch schließlich in Rouen verbrannt worden ist. Die entsprechende Parallele für die heutige politische Konstellation zu ziehen, in der das amtliche Frankreich dem franzö- ischen Volke feine Stellung in dem neuen kontinentalen Europa gegen den kontinentfeindlichen englisch-amer i k a n i f ch e n A n - türm anweift, lag selbstverständlich nahe. In Paris wurden nur von wenigen offiziellen Persönlichkeiten vor dem golden leuchtenden Denkmal der Jeanne d'Arc an der Rue de Rivoli gegenüber den Tuilerien und dem Louvre Blumengebinde niedergelegt. In. den Friedensjahren türmten sich dort am zweiten Marsonntag die Blumen berghoch, von den teuersten Blumenarrangements der nationalistischen Verbände bis zu den bescheidensten, für einen Franken von einer Blumenfrau erstanden, von unbekannten Händen niedergelegten Maiglöckchensträußchen. Damals hatten sich die zylinder- tragenden Vertreter des amtlichen Frankreichs der Dritten Republik nur für kurze Augenblicke mit dem nationalistischen Volk von Paris ein Stelldichein gegeben. Unmittelbar auf die Nieüerlegung der Blu- menfpenden durch die. Minister war der Vorbeimarsch der Truppenabteilungen mit den Offizierschülern von St. Cyr und den Zöglingen der Ecole Polytechnique an der Spitze gefolgt. Dann hatten die Minister schleunigst in ihren Autos die Abfahrt anaetreten und das Feld dem Vorbeimarsch der nattonalistischen Verbände überlassen. Zu all diesen lärmenden Kundgebungen ist es in diesem Jahre nicht gekommen, ebenso wenig wie in den vorangegangenen Jahren seit dem Waffenstill- tand. Immerhin haben tausend französische Kriegsiefangene, die einen 14tägigen Osterurlaub in Frankreich verbringen durften, ""dem Jeanne-d'Arc- Tag eine zweitägige Verlängerung ihres Urlaubs verdankt. Ihre Abreise wurde um zwei Tage hinausgeschoben, um ihnen Gelegenheit zu geben, den Tag ihrer Nationalheldin im Kreise ihrer Familie zu verbringen. Jetzt sind die tausend Urlauber wieder nach Deutschland zurückgekehrt, und man erwartet weitere Transporte mit Kriegsgefangenen, die jetzt zu Zivilarbeitern erklärt worden find und damit ebenfalls das Anrecht auf einen Heimaturlaub wenigstens im Prinzip erlangt haben. * Eines der interessantesten Werke auf dem an Neuerscheinungen seit dem Waffenstillstand gewiß nicht armen politischen Büchermarkt in Frankreich ist der zweite Band der Memoiren des achtzigjähri-. gen Staatsmannes Joseph Caillaux. A'bge- verbleiben, die es den Alliierten geraubt hat, wir im Pazifik einer dunklen Zukunft entgegensehen." Die etwa gleichzeitig einlaufende japanische Meldung vom neuesten Erfolg der japanischen Marineflugzeuge, die am 7. April 1943 bei den Florida- Inseln (dicht bei Guadalcanar — Salomon-Inseln) einen Kreuzer, einen Zerstörer, 10 Transporter und 37 Flugzeuge des Feindes vernichteten, war geeignet, die Sorgen der Australier zu verstärken. Es zeigt sich eben, daß die Wechselbeziehungen zwischen den deutschen, italienischen und japanischen Erfolgen besonders eng sind und die Aussichten für die gemeinsame Seekriegführung günstig beeinflussen. Oie Juden in Palästina. Sofia, 22.Mai. (Europapreß.) Eine jüdische Nachrichtenagentur meldet aus Jerusalem, daß in den letzten vier Monaten des Jahres 1941 und im Jahre 1942 insgesamt 38 000 Juden nach Palästina eingewandert seien, davon die Hälfte illegal. Trotz der Wirtschaftskrise haben die palästinensischen Behörden darüber hinaus für 1943 weiteren 5000 jüdischen Flüchtlingen aus Europa und 6000 Juden aus Polen den Zutritt ins Land gestattet. Im Jahre 1939 hatte das Einwanderungsamt das Kontingent bis März 1944 auf 29 000 Personen festgesetzt. Dieses Kontingent ist also schon jetzt bedeutend überschritten worden. Große Erregung unter den Arabern verursachte ein Artikel der Londoner „Times", der sich unter dem Titel „Ein Rat a n d i e Araber" mit der arabischen Frage beschäftigte und bezüglich Palästinas erklärte: „Die Araber müssen dafür Verständnis zeigen, daß P a l ä st i n a zu einem jüdischen Land geworden ist und daß weder England noch Amerika von dieser Auffassung äbgehen werden." Die ägypttsche Zeitung „El-Misri" schreibt hierzu: Wenn die „Times" wirklich den politischen Willen Englands repräsentiert, so muß man daran zweifeln, daß die Atlantik-Erklärung ehrlich gemeint war. In der Zeitung „Mokkatarm heißt es zum gleichen Thema, daß man nach der Erklärung der „Times" annehmen müsse, daß die Atlantikerklärung nur ein Lockmittel gewesen sei. Bon den Sowjets verhaftet. Ankara, 21. Mai. (Europapreß.) An der sowjetisch-iranischen Grenze sind zehn Mitglieder der polnischen Botschaft in Kuibyschew auf ihrer Reise nach Teheran von den sowjetischen GrenZbehörden verhaftet worden. Es handelt sich um das restliche polnische Botschaftspersonal, das nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und der Sowjetunion ausgewiesen wurde, nachdem die Sowjetbehörden einen Teil der Botschaftsmitglieder wegen Spionage schon in Kuibyschew verhaftet hatten. Australiens Verluste in Tlordafrika. Schanghai, 21. Mai. (Europapreß.) Nahezu ein Drittel ihrer Totalverluste bei den Feldzügen in Nordafrika erlitten die Australier hei den Durchbruchskämpfen von El Alamein. Der australische Kriegsminister Forde veröffentlichte am Donnerstag Die Zahlen über den Gesamtausfall an Menschen bei den Mittel-Ost-Feldzügen. Die Australier geben zu, daß sie 1012 Offiziere, 17 701 Unterofti- sehen von dem noch etwa zehn Jahre älteren Akademie-Mitglied Hanotaux wohl der älteste noch lebende Kronzeuge, der aus eigener verantwortlicher Tätigkeit aus der an Keimen zu den späteren Verwicklungen so reichen Zeit vor dem ersten Weltkrieg zu berichten weiß. Weniae Politiker jener Jahrzehnte haben in ihrer Persönlichkeit so viele interessante Züge aufzuweisen wie gerade Caillaux, der schon in seiner äußeren Erscheinung die Autorität der Persönlichkeit zur Schau trug. Bestimmt klaffte zwischen der liberalen Ideologie, auf die er sich berief, und die das eigentliche Milieu seiner politischen Herkunft war, und seinem Respekt erzwingenden, hier eben nur als „autoritär" definierbaren Habitus ein Widerspruch. Schon die Titel der beiden bisher erschienenen Bände von Caillaux' Memoiren geben in dieser Hinsicht gewisse Fingerzeigte: „Jeunesse orgueilleuse“ (Stolze Jugend) heißt der erste Band, der die Jahre 1863 bis 1909 behandelt; der zweite Band, vom Jahre 1909 bis 1912 führend, behandelt „Les audaces“ (Kühnheiten) und die Krise von Agadir. Schon der Name Agadir läßt einen Höhepunkt der langen Laufbahn von Caillaux aufleuchten; zu welchen Verheißungen schien damals nicht die glückliche Beilegung des deutsch-französischen Konfliktes mit der seinerzeit schon drohenden europäischen Kriegsgefahr wegen Marokkos zu berechtigen! Wie sehr war damals Caillaux bis zum höchsten Triumph als Erhalter des europäischen Friedens inmitten einer mit Zündstoff gefährlich , geladenen Atmosphäre emporgestiegen! Und wie rasch folgte der Stur^ in dunkle Tiefen, wie vielen Anfeindungen war Der schwerreiche Bankmann Caillaux aus allerlei Finanzgeschäften ausgesetzt, wie sehr lastete auf ihm der Druck der Hetze, die die kriegslüsterne Meute des „Figaro" gegen ihn entfaltet hatte! Aber das führt in das Gebiet, dessen Behandlung dem folgenden, noch nicht veröffentlichten Band von Caillaux' Memoiren vorbehalten ist. Der jetzt erschienene Band beschränkt sich nicht auf die Darstellung van Caillaux' Rolle in der glücklichen Entwirrung der Agadir-Krise, wo der Ministerpräsident Caillaux sich nicht scheute, feinem der Routine des Quai d'Orsay hörigen Außenminister d e S e l v e s in die Zügel zu fallen und den Ausgleich mit dem kontinentalen Nachbarn Deuftchlanü auch gegen die Wünsche Englands herbeizuführen. Caillaux hat neben alledem ein ganzes Dkizzenbuch mit Zeichnungen der damals vor oder hinter der Kulisse tätigen französischen Politiker geliefert, und diese Galerie erschöpft sich nicht in der Nennung etwa der drei bekannten großen Namen Poincarö, Cl6° menceau und Briand. Freilich, all das ist auch über das Menfchliche hinaus rettungslos dem Untergang verfallen, das Regime der Dritten Republik hat sich selbst überlebt, und es wird sich niemals mehr aus dem Grab erheben. Noch steht nicht genau fest, was an seine Stelle treten wird. Zu viele Ereignisse, die noch in Fluß sind, werden darauf Einwirkung haben; aber es ist nicht ohne Reiz, die Meilensteine einer Vergangenheit abzugehen, in der ein Mann wie Caillaux, dessen Aktivität oft bis zum Dämonischen gesteigert war, ein entscheidendes Wort zu sprechen hatte, ein Wort, das zum Schluß nicht mehr gehört wurde. . ziere und Mannschaften verloren haben. Von diesen insgesamt verlorenen 18713 Mann sind 3147 tot, 8317 verwundet und 7249 gefangen oder vermißt. Neuer Hiß im britischen Empire. Schanghai, 21. Mai. Europapreß.) Dem Parlament des britischen Dominions Neuseeland wurde soeben ein Gesetz vorgelegt, das die Schaffung eines Außenministeriums vorsieht. Es wird verlangt, daß Neuseeland in Zukunft die Angelegenheiten seiner Beziehungen' zu den ausländischen Staaten selbst in die Hand nimmt. Es gab zwar bisher schon die Funktion eines Außenministers, der jedoch in Personal-Union mit dem Ministerpräsidenten sich nur mit dem Mandatsgebiet Samoa befassen durfte. Tschungking-Ehma in der Krise. Schanghai, 22. Mai. (Europapreß.) Etwa 9 0 0 0 0 Soldaten der 29. Tschungking-Armee- gruppe und 29 Divisionen der 10. Armeegruppe sind von den japanischen Streitkräften in den letzten Kämpfen vernichtet worden. Diese Erfolge sind das Resultat von japanischen Angriffsoperationen, die in der Hup eh-Provinz durchgefuhrt wurden. Diese Operationen währten 20 Tage und wurden am 18. Mai abgeschlossen. Die japanische Front erstreckt sich nun in einer Ausdehnung von über 200 Kilometer zwischen Ansiang in der Provinz Hunan und T s ch u k i a n g in der Provinz Hupeh. lieber Zerfallserscheinungen in den tschungking-chine fischen Armeen äußerte sich der japanische Sprecher Nakagawa am Freitag vor ausländischen Pressevertretern. Der Sprecher erinnerte an die große Zahl von Ueberläufern aus den Reihen der tschungking-chinesischen Offiziere und Soldaten, die sich der Friedensbewegung der Rang- king-Regierung angeschlossen haben. Diese Erscheinungen würden sich, so sagt Nakagawa voraus, in der Zukunft mehren. Die Kampfkraft der Armeen Tschingkaischecks nehme fdjneü ab. Nach Meldungen aus Tschungking stößt eine japanische Armee südwestlich von Jchang in achtzig Kilometer breiter Front am Südufer des Pangtfe vor. Die japanische Infanterie wird von der Luftwaffe unterstützt, südlich von Tscheking seien Fallschirmjägertruppen eingesetzt worden. Kleine politische Nachrichten. Die Präsidentin des Lotta Soaert, Fanni Luuk- tonen, hat Deutschland wieder verlassen. Neben Besichtigungen einiger ihr bisher unbekannten Einrichtungen diente der Besuch vor allem einem Erfahrungsaustausch. Im Vordergrund standen Fragen her Truppen- und Verwundetenbetreuung und des Einsatzes von Frauen für die Zwecke der Wehrmacht. * Das politische Amt der Deftur-Partei, der Partei der tunesischen Nationalisten, hat seinen Sitz von Tunis nach Rom verlegt. * Der schwere wirtschaftliche Druck Englands auf Indien kommt besonders zum Ausdruck durch die Tatsache, daß Indien allein, -einer Meldung aus London zufolge, für den afrikanischen Feldzug der. Admiral Hamamoio. Mit Admiral Damamoto, der, wie gestern be, reits von uns gemeldet, den Heldentod gestorben ist, hat Japan einen seiner größten und fähigsten Flottenchefs verloren. Sein Name ist untrennbar i)ert bunden mit den großen Erfolgen der japanischen Marine im gegenwärtigen Kriege, mit der Vernichtung der amerikanischen Flotte in Pearl Harbour, der Versenkung des >,Prince of Wales" und der „Repulfe" und mit den zahlreichen Seeschlachten, die in allen Teilen des Pazifik erfolgreich für Japan ausgefochten wurden und unvergänglichen Ruhm an die Fahnen der japanischen Marine hefteten. Der „schweigende Admiral", wie er mit größter Ehr-, furcht genannt wurde, hat selbst diese Pläne ausgearbeitet, die unter seiner Führung verwirklicht wurden. Der erfolgreiche Anteil der Marineluftwaft« an den japanischen >seesiegen ist unmittelbar ein Verdienst des Admirals $amamoüh Er trug den Namen „Vater der Seeadler" mit Recht, denn sei- ner Initiative und ermüdlichen Sorge hat die japanische Marinelustwaffe — deren erster Kommandeur und Instrukteur Damamoto war — die Ausbildung zu verdankem welche sie, wie Admiral Pamamoto einmal im Reichstag erklärte, zur ersten Marine- luftmaffe der Welt machte. Im August 1940, also knapp ein Jahr vor Aus« bruch des Krieges gegen England und Amerika, übernahm Damamoto den Posten des Oberbefehls- Habers der vereinigten japanischen Flotte, nachdem er bereits bis zu diesem Zeitpunkt eine glänzende Karriere als Offizier hinter sich hatte. Er trat 1904 in die Marineakademie ein und erhielt noch im gleichen Jahr im japanisch-russischen Krieg als junger Offizier an Bord des Kriegsschiffes ,,Nisfchin" die Feuertaufe, wurde schwer verwundet und werter zwei Finger seiner linken Hand. Nach dem Weltkrieg weilte Pamamoto von 1921 bis 1925 als Ma- rineattachö in Amerika, war 1929 Vertreter Japans auf der Flottenkonferenz in London, wo er als der große „Radikalist" Japans galt, bekleidete von 1936 bis 1939 den Posten des Vizemarineministers und leitete gleichzeitig die Luftwaffenabteilung der Marine.' Das gesamte japanische Volk brachte feinem obersten Flottenchef unbegrenztes Vertrauen entgegen, das er, als es zum Kampfe kam, bis zu seinem Tode vorbildlich rechtfertigte. Seinen Mannschaften und seinen Offizieren war er das unerreichte Vorbild eines Führers. So ereilte ihn auch der Heldentod, als er im April dieses Jahres an Bord eines Flugzeuges selber wichtige militärische Operationen befehligte. Der Tenno hat für Admiral Pamamoto ein Staatsbegräbnis angeordnet. Der Tenno bestimmte ferner, daß Aamamoto zum Großadmiral ernannt und ihm der höchste staatliche Verdienstrang zuerkannt wird. Außerdem ist ihm der Orden I. Klasse des Goldenen Geier verliehen worden. * Pamamotos Nachfolger K 0 ga war vor feiner Berufung auf den höchsten Posten der japanischen Marine feit Dezember 1942 Kommandeur der Flottenstation Pokosuko. Der im Mai 1942 zum Admiral beförderte Offizier hat sich auch an verschiedenen ausländischen Posten und unter anderem 1926 als Attache an der japanischen Botschaft zu Paris die nötige Erfahrung geholt. Briten und Nordamerikaner 1,5 Millionen Tonnen Versorgungsgüter hat liefern müssen. * Auf Londoner Anweisung beschloß der ägyptische Ministerrat die Errichtung einer diplomatischen Vertretung in der Sowjetunion. Also auch Aegypten liebedienert vor dem Bolschewismus! Kunst und Wistenfchast. hochschulnachrlchlen. Dieser Tage vollendet der Professor der Landwirtschaftslehre an der Universität Leipzig, Hofrat Dr. phil. Wilhelm Müller-Lenhartz, fein 70. Lebensjahr. Er wurde 1873 auf der Domäne Marienthal (Hannover) geboren und widmete sich zunächst her praktischen Landwirtschaft, um dann in Leipzig Landwirtschaft und Naturwisseuschasten zu studieren. Fast 25 Jahre lang war er Leiter des Landwirtschafllichen Instituts in Leipzig und zugleich Dozent an der Tierärztlichen Hochschule Dresden. 1921 erhielt er ‘bic Professur für Landwirtschaft an der Leipziger Universität. 1938 wurde er wegen Erreichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden, befindet sich aber noch im Dienst. Durch zahlreiche Schriften über Ernährung, Landwirtschaft, Haustiere, Milchhygiene und Agrarpolittk ist er weiten Kreisen bekannt geworden. — Der Dozent für Mathematik an her Universität Breslau Dr. phil. habil. Georg Tautz wurde zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Professor Tautz wurde 1901 geboren und habilitierte sich 1930 in Breslau, wo er 1937 zum Dozenten ernannt wurde. Unterhaltungsmusik ernster Komponisten. Einer Anreaung des Rundfunks folgend, hat eine Reihe ernsthafter Komponisten sich in neuen Werken der unterhaltsamen Musik gewidmet. Die Kom^ Positionen stammen von dem ehemaligen Dirigenten des Reichssenders Hamburg, Gustav Adolf Schlemm, dem Konzertmeister der Wiener Symphoniker, Emanuel Seidl-er, dem durch Sinfonien hervorgetretenen Armin Kaufmann, her ebenfalls den Wiener Symphonikern angehört, dem Kompositionslehrer an der Wiener Akademie, Walter Andreß. Dazu Alois Pachernegg/ her sich neuerdings besonders der Bearbeitung alter Musik (Bach, Wagenseil) angenommen hat, der junge Otto Walter, der Musikbeaustragte her DAF. Walter Hammer schlag, ein Schüler von Hermann Unger, schließlich her durch «Sinfonien und Opern bekannte Hans. Pullekigin. 3n der Bretagne. Von Dr. Paul Rohrbach. Brest, Mai 1943. , I)or Dohren zur Friedenszeit die Bretaqne besuchte, nannte ich sie das Land des Ginsters und ^Dolmen. Nirgends auf der Welt ist das leuchtende Gelb des Ginsters vom Frühjahr bis in den Sommer eine solche Dominante in der Landschaft, wie hier in der Bretagne. Es gibt auch kaum ein zweites Land, das so voll ist von den vorgeschichtlichen Stenunalen, öie man hier Dolmen nennt und die ytMem Namen auch in die Wissenschaft der Prähistorie emgeaangen sind. Ein Volk — es mag Huch em Volkerkröis gewesen sein — hat sie gebaut, das die östlichen Mittelmeerländer, Nordafrika und das atlantische Europa bewohnte. Die Dolmen sind eigentlich Grabbauten, aus rohen Steinblöcken ähn- lich unseren norddeutschen Hünengräbern gefügt. Gelegentlich nennt man aber auch eine Steinschich- dle mehr wie ein Opfertisch oder sonst ein kultisches Mal aussieht, einen Dolmen. Nach den Funden, die man bei ihnen gemacht hat, stammen sie aus der jüngeren Steinzeit, haben also vier bis fünf Jahrtausende an sich vorüberziehen sehen. Die Bretagne ist ozeanumschlungenes Land. Zahl- los sind die scharfen fjordähnlichen Buchten, mit denen das Meer in das von Schiefern und Graulten aufgebaute Felsgerüst des Landes eingreift. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt an der See und von der See. Im Jahre 1935 waren in der französischen Handelsmarine von rund 50 000 Seeleuten fast die Hälfte Bretonen, in der Kriegsmarine waren es von 59 000 Mann nicht weniger als 27 000 und von 11000 Seeoffizieren sogar 8000! Frankreichs Seefahrt und Seemacht ruhte auf der Bretagne noch ausgesprochener, als die unfrige auf der Beteiligung der Anwohner der deutschen Küsten. Die Schule der Bretonen für die Seefahrt ist die Fischerei. Auf den „großen" Fischfang ging es im Frieden nach Neufundland, wo die Inselchen St. Pierre und Miquelon noch französischer Besitz sind, nach Grönland, Island und Spitzbergen zum Kabeljaufang; der „kleine", in den Küstengewäs« fern, liefert in ungeheurer Menge (1935 waren es 9,7 Millionen Zentner) Sardinen, Hummern, Langusten und Krabben. Dazu kommt als halbe Hochseefischerei der Thunfischfang. Jetzt ist gerade Hummersaison — täglich kann ich für erschwinglichen Preis einen Hummer essen! Brest ist Frankreichs Hauptkriegshafen am Ozean, heute ein wichtiger Stützpunkt unserer Küstenverteidigung in Frankreich. Nie hätte ich mir träumen lassen, daß ich die Bretagne als deutsches Okkupationsgebiet Wiedersehen würde. Ich darf in unfern Flakbatterien Vorträge halten und mache die Erfahrung, daß von den angebotenen Themen meist „Rußland" verlangt wird; an zweiter Stelle steht Japan, an dritter Afrika. Kürzlich kam ich zu einer Batterie, die in der Nacht vorher einen amerikanischen Bomber aus gewaltiger Höhe abgeschossen hatte. Die Bombenlast wurde getroffen, eine Explosion riß die Maschine in Stücke, und die Trümmer tagen über einen weiten Raum zerstreut in der Ginsterhalde. Ein Teil, zu einem formlosen Gewirr von Blech, Panzerplatten, Dräyten und Röhren zerknäult, lag dicht neben einem Geschützstand. Fast unglaublich war es zu hören, daß fünf Mann der Besatzung noch lebend, einige sogar unverletzt, mit Fallschirmen heruntergekommen waren. Einem wurde, noch im Heranschweben, der Fallschirm von einem brennenden Trürnmerstück getroffen, der Schirm brannte auf, und der Mann stürzte wie ein Stein ab — natürlich tot. Alle waren Offiziere, einer der Gefallenen ein Jude. Unsere Leute gaben den lebend Herabgekommenen erst mal eine mit Dank empfangene Zigarette; dann wurden sie zum Verhör abtransportiert. Drei Tote waren schon auf dem Friedhof des benachbar- !^u Dorfes bestattet, unter Assistenz des katholischen Geistlichen und mit militärischen Ehren, nur ohne ble drei Salven natürlich, die nur dem deutschen Soldaten gebühren. Ich fahre mit einem russischen Chauffeur durch den bretonischen Frühling und unterhalte mich mit tpm in seiner Sprache. Im Weltkrieg war er Student in Charkow, trat dann in die Armee des „weißen" Generals Wrangel gegen die Bolschewiken em, rettete sich mit den Trümmern dieser Armee nach Konstantinopel, schlug sich von dort durch bis nach Frankreich, wurde Taxichauffeur in Paris, meldete sich während dieses Krieges zum Dienst nach Deutschland, ist nach Königsberg, Stettin, Erfurt gekommen und jetzt Fahrer beim Marinekommando in Brest. Er hat in Paris eine russische Frau geheiratet, schickt ihr seine Löhnung zum Leben, und seine Sehnsucht ist, jetzt, nach 23 Jahren, in öie befreite Heimat zurückzukehren. Sein ruhiger Fahrerernst bricht in leidenschaftliche Worte aus, wenn er ein vom Bolschewismus erlöstes Rußland vor seinen Augen aufsteigen sieht. Es ist ein seltsames Gefühl, so von Geschick zu Geschick auf diesem Boden geführt zu werden. Ich habe drei Jahre Eingeborenen-Aufstand in Südwestafrika erlebt, vier Jahre Weiirrieg damit zu- gebracht, über die feindliche und neutrale Presse ZU berichten, nun ist ein russischer Emigrant mein Fahrer im besetzten Frankreich, vor den Ueberrcften des amerikanischen Bombers höre ich unsere Bat- terieoffijiere sagen: „Kann fein, daß unter diesem Trümmerhaufen auch noch ein Toter liegt, mir konnten noch nicht nachsehen, der Bericht über den Abschuß und das den Gefangenen abgenommene Material ging vor", — und in der Offiziersmesse in den Batterien höre ich von Fahrten ins Eismeer, in die Südfee, nach Japan, nach Afrika, und dann kreuzen sich die Fragen: Waren Sie dort? Haben Sie den und den getroffen? War ein braver Kerl, den deckt die Erde, den der Ozean, — und Deutschlands Söhne in der Feme denken der Heimat. Aus aller Welt. 250 Jahre Leipziger Oper. Die Leipziger Oper kann auf ein 250jähriges Bestehen zurückblicken. Nikolaus Adam Stvungk übernahm am 8. Mai 1693 die Leitung der ersten Leipziger Opernaufführungen und ließ auf dem Brühl ein eigenes Opernhaus erbauen. Kuriositäten aus der ärztlichen Praxis. Mit welch merkwürdigen Fällen sich die Chirurgen befassen müssen, zeigen die beiden folgenden in Schweden vorgenommenen Operationen: In der Stadt Oerebro passierte einem Schwertschlucker das nicht gewöhnliche Unglück, daß er beim Mittagessen — vielleicht aus Berufsgewohnheit — die Gabel mit verschluckte. Obwohl eine „Größe" in feinem Fach, gelang es ihm doch nicht, die Gabel selbst wieder ans Tageslicht zu schaffen, sondern er mußte sich unter Gefährdung seiner Schwertschluckerehre zum Arzt begeben, um die im Vergleich zu seinen In einer deutschen Panzerschmiede. In langen Reihen stehen Sturrngeschütze in der riesigen Montagehalle eines deutschen Rüstungs- _______________ wertes zur Fertigstellung bereit — (Scherl-Bilderdienst-M.) H '-«kl Zum 400. Todestage von Nikolaus KopernikuS. Der große deutsche Astronom Nikolaus Köper* n i k u s wurde am 19. Februar 1473 in Thorn geboren und ist vor 400 Jahren, am 24. Mai 1543, gestorben. Seinem Wirken, das ein neues Weltbild begründete, ist ein Beitrag im heutigen Familienblatt gewidmet. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Schwertern so kleine Gabel entfernen zu lassen. — Don einem anderen eigenartigen Fall wird in der schwedischen Aerztezeitung berichtet. An der Bauchwand einer Frau, die im Lazarett in Landskrona wegen Ischias geröntgt wurde, stellte man bei der Aufnahme eine Geschwulst von der Größe eines Eies fest, welche die Aerzte für eine verkalkte Drüse hielten und auf operativem Wege entfernten. Bei näherer Untersuchung des Tumors wurde jedoch die erstaunliche Entdeckung gemacht, daß die vermeintliche Geschwulst eine bei einer vor 24 Jahren gemachten Operation vergessene Kompresse mar. Die Frau hatte während der ganzen Jahre nicht die geringsten Beschwerden gehabt. Gewaltiger Fischzug. Die Fischer von Esbjerg haben in den letzten Wo- dien Rekordfänge gemacht. Nach Mitteilungen aus Kopenhagen sind etwa 43/< Millionen Kilogramm Schollen eingebracht worden und etwa 130 000 Kilogramm andere Fische. Kein (Esbjerger erinnert sich, einen so großen Fischertrag in so kurzer Zeit erlebt zu haben. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittags geschlossen. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich WUhelm Lange. Stellvertreter de- Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetu. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange K.G. BerlagSleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann, z. fi. Wehrmacht. Anzetgenleiter: Hans Beck. — AnzeigenpreiSlifte Nr. 6. ■ BAUER&CIE ADOX l/l I r "i -"MS und Uebung VMsfüksorge VERSICHERUNGEN d,AMQm HAMBURG °.10m FOTO Schollt Zifio-f«id nehmen Sie mögliche! noch ßaekfinn Dann legen Sie mit Ihrem Backwerk überall Ehr» ein. Beachten Sie aber auch die angegebene Backaeit dabei gibt e» keine Enttäuschung und Sie »parendabeiuodi Kohle ode* Gar Stenieplp, kostenlos divuft Hurtt äemQefiild täten iat heute an teuer, gehe» Sie lieber aicher. halten Sie eich «d di« erprobten eeitgemkDen Zweischneider Anweisung zum tpor- tarnen Gebrauch» Mit Schneide Nr. 1 /orrasien und mit Schneide Nr. 2 tauber nach- msien fßürobedarf Franz Vogt & Co. Gießen jetzt Goethestr. 32 (Vokohaus) 2730 X * Z Achtung! Achtung! Coca-Cola 1597 D drfl” Gäste willkommen. 1602D G E HA-WERKE HANN OVE R (03377 sucht. Rodheim, im Mai 1943. 1586D 1659 A Hörnsheim, im Mai 1943. 03360 aller Leidtragenden. 03280 Weisel. Heuchelheim, den 22. Mai 1943. 1578 V 2 Zimmer u. Küche AUERGESELLSCHAFT A. 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Darum: Kleinan- zeigen in die Hei« matzeitung, den Für die herzliche Teilnahme und die Kranzspenden beim Tode unserer lieben Entschlafenen herzlichen Dank. Lehrer Franz Demi, Hauptmann. Gießen, im Mai 1943. Heute nacht entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber, bis zuletzt sorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Müllermeister Heinrich Christ Inhaber des Eisernen Kreuzes, der Hessischen Tapferkeitsmedaille und des Verw.-Abzeichens im 64. Lebensjahr. Im Namen aller trauernd Hinterbliebenen: Anna Christ, geb. Christ Wilh. Friedrich u. Frau Anni, geb. Christ Otto Beck, Reg.-Baurat, u. Frau Hertha, geb. Christ Margarete Christ, geb. Blumschein und 5 Enkelkinder. Lollar (Holzmühle), Brünn (z. Z. im Felde), Stettin, 22. Mai 1943. Die Beerdigung findet am Montag, 24. Mai, 15 Uhr, auf dem Friedhof in Lollar statt. Wadimänner 4isv auch gesetzten Alters, für besetzte Westgebiete und Inland sofort gesucht. 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Die Gesichter tragen noch die Spuren des Ernstes mit dem sie vor wenigen Tagen erst ihren Posten irgendwo draußen verteidigten, das verschwim- mende Dunkel 8er Nacht mit wachsamem Auge ourchspahend, Schlag mit Gegenschlag parierend, lwmer bereit, ihr Letztes zu geben, wo immer die Pflicht ste ries. Und auch jetzt, da der Befehl sie für eine kurze Zeitspanne entläßt, sind sie auf dem Bo- ocn öer Heimat noch immer nichts anderes als Re- praientanten der großen, nach Millionen zählenden Wehrmacht, Soldaten ohne persönliches Gesicht Da aber wandelt sich plötzlich unser Eindruck. In der nicht abreißenden grauen Schar haben wir den einen entdeckt: „unseren" Urlauber! Gewiß, auch seine vertrauten Züge haben sich verändert, angeglichen dem großen und geheimnisvollen Phänomen Front, das keinen unbeeindruckt läßt. Die Freude des Wiedersehens aber verschafft uns ein ahnungsvolles Bewußtsein von der Persönlichkeit, die hinter der rauhen Außenfront nicht nur dieses einen, sondern aller schlummert. Jedoch nur langsam löst sich der Bann, der auch über diesem liegt. Erst daheim zwischen den vertrauten Wänden, ledig der Bürde des mitgeschleppten Ballastes,' wird er wirklich der, als den wir ihn kennen. Es werden da wieder alle die kleinen persönlichen Dinge lebendig, die er so lange entbehren mußte: der Lieblingsplatz in der gemütlichen Wohneck-e, ein manchmal ganz bescheidenes Leibgericht und vieles andere mehr. Strahlende Augen blicken ihn an, und ungezählte Male am Tage offnen sich ihm in überströmender Herzlichkeit die Arme der Mutter, der Frau und der Kinder, wie um sich ganz seiner Anwesenheit bewußt zu werden. Der Frohsinn und das Lachen woll-en kein Ende nehmen; so meinten eben noch alle — aber dann ist plötzlich der letzte Tag, die letzte Nacht gekommen. Die harte Pllicht steht plötzlich wieder auf seinem Gesicht, und rückwärts vollzieht sich die Verwandlung. Gewiß, noch ist er bei uns, derselbe, der er gestern und vorgestern war. In seinem Bewußtsein müssen noch die gleichen Erlebnisse dieser Tage nachschwingen wie in uns, die wir um ihn sind. Und doch hat ihn innerlich die Front schon wieder, die in den Jahren des Ringens gewissermaßen eine veite Heimat für ihn wurde und kein längeres Verweilen duldet, ehe nicht der Kampf siegreich entschieden ist. Stahlhelm, Brotbeutel, Feldslasche usw. liegen wieder bereit, und der Mensch in ihm wird wieder klein und bedeutungslos im Vergleich zu dem Soldaten, der nun wieder hinousgcht, um oie Heimat, Haus und Hof und Sippe zu'schützen. Ein-em Verwandelten drücken wir die Hand. Es ist schon die gleiche Faust, die draußen wieder eine Handgranate abziehen oder den Steuerknüppel eines Flugzeuaes halten wird. Und sein Auge geht über die Menschen der Nähe hinweg in den schwebenden Nebels seines Frontabschnitts. Ps. Oie Me b Führers. NSG. Die Wa'ff.n-^ rührt am 27. Mai im Burghof in Gießen. Burggraben 9, um 8 Uhr eine An- n^hmeuntersli--'u".g durch und fordert damit zur Fr.''willigenm '^ung qul Meldungen werden durch ,die Annalimeuntersuchunaskommission entgegengenommen. Näheres in der heutigen Anzeige. 71 ure^eltrnq im ofloerfebr der Ostfront. Für den Lustfeldpostverkehr der Ostfront gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: Dom 1. Juni 1943 ab sind Lurtseldpos.karten nach dem Osten mit einer Luft'eldpostmarke, Lu'tfeldpostbriese mit zwei Luftseldpostmarken zu versehen. Die Luft- feldvostmarken werden in entsprechend erhöhter Anzahl an der Front ausgegeben. Gieszen-r TBodicnmflrftprrile. * Gießen, 22 Mai Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vs kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Sttick 8, Kartoffeln, 5 kg 58, Spinat, Vs kg 10, Römischkohl 14 bis 17, Vohnen, gelb, 80 Rpf. bis 1 20 RM., Salatgurken 56, Salat 32 bis 35. Oberkohlrabi, das Stück 18 bis 20 Rpf. Verdnnkelunqszeik: 22. Mai von 22.20 bis 4.45 Uhr. 23. Mai von 22.21 bis 4.44 Uhr. ♦ * * Goldene Hochzeit. Das Fest der goldenen Hochzeit feiern heute, am 22. Mai, in geistiger und körperlicher Frische die Eheleute Konrad Weber und Frau Katharina, geb. Momberger, Grä- benstraße 4. Herzlichen Glückwunsch! * * Die Ausgabe der Lebensmittelkarten und der Seifenkarten betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. * * DieAusgabeder Zusatz-, Zulage- und Wochenkarten für den 50. Dersorgungs- abschnitt betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. * * Viehzwischenzählung a m 3. Ium. Eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil betrifft die Vornahme einer Viehzwischenzählung am 3. Juni. Die Auskunftspflichtigen können alle Einzelheiten aus der Bekanntmachung ersehen. Landkreis Gießen. ♦ Großen-Buseck, 22. Mai. Gestern starb hier die älteste Mitbürgerin Margarethe Wag- ner, geb. Münch, Alten-Busecker Weg 1, im Alter von 89 Jahren. , * Albach , 22. Mai. Der Landwirt Karl Bahr feiert am morgigen Sonntag, 23. Mai, in guter Gesundheit seinen 8 2. G e b u r t s t a g. Der alte Herr ist immer noch in der Landwirtschaft seines ^chwle- gersohns, des Bauern Kissel, tätig. Unsere Gluck- vünsche. = Lich, 22. Mai. Am morgigen Sonntag, 23. Mai, kann der Landwirt Ludwig Walz mit seiner Ehefrau Marie Philippine, geb. Groß, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Unfern I herzlichen Glückwunsch! Immatrikulation an der Universität. Am gestrigen Freitagmittag fand in der Aula die feierliche Immatrikulation der Studenten für das Sommersemester 1943 statt. Der Rektor, Professor Dr. Brüggemann, wies in seiner Ansprache zu Beginn nach kurzen Begrüßungsworten darauf hin, daß es eine schöne, alte akademische Sttte sei, die neuen Studierenden in einem feierlichen Aktion der Universität aufzunehmen. Die nationalsozialistische Hochschule, so führte er u. a. weiter aus, sei eine große Gemeinschaft des deutschen Geistes; ihr falle heute im Kriege die Aufgabe zu, all ihr Wissen und Können dem deutschen Volke zur Verfügung zu stellen. Auch die Universität stehe heute mitten im Lebenskämpfe unseres Volkes, und dieser Kamps werde hier vorwiegend auf geistigem Gebiet ausgetragen. Es gelte heute mehr denn je, unsere Studenten zu verantwortungsvollen, leistungsbewußten und einsatzbereiten Männern zu erziehen, die gewillt sind, sich jederzeit mit ihrer ganzen Kraft für ihr Volk einzusetzen. Im Sinne eines Wortes des Führers in seinem Buche „Mein Kampf" von der Wissenschaft als einer Quelle nationalen Stolzes wollen wir, so sagte der Rektor, alle unsere Arbeit dem deutschen Volke widmen. Es sei ein großes Glück, im Kriege studieren zu dürfen, eine verpflichtende Auszeichnung. Wer als Soldat nach kämpferischen Erlebnissen von der Front kommt, sei ruhiger, nüchterner als der junge Student in normalen Zeiten, gehärtet und gereist durch das Leben; Pflichtgefühl und Wille zur Arbeit beseelen ihn; dabei brauche studentische Fröhlichkeit nicht zu kurz zu kommen, aber die Freude gedeihe nur auf dem Boden ernster Arbeit. Die Hochschule biete dem Studierenden eine Fülle der Möglichkeiten, seinen Geist zu bilden, auch über das Fachstudium hinaus; eine Ausdehnung des geistigen Blickfeldes bewahre vor Einseitigkeit. Die UniversitWt wolle empfänglich machen für die Probleme und die Lebensaufgaben des deutschen Volkes. Der Student, der von der Front kommt, habe es oft schwer, daheim den Anschluß zu finden, aber das sei bald überwunden. Die Hochschule habe auch die wichtige politische Mission, den Führernachwuchs heranzubilden. Die politische Gemeinschaft der Kameradschaften brauche Aktivisten, keine Mitläufer. Das deutsche Studententum sei stets eine Kraftquelle des deutschen Idealismus gewesen. In bedingungsloser Hingabe an den Führer wollen wir, so schloß der Rektor, an die Arbeit gehen, den Blick in die Zukunft eines neuen, großen Deutschland gerichtet. Nachdem Studentenführer Ruckelshausen mit kurzen Worten aus den Semestereinfatz und auf die bevorstehende Schlageter-Feier aus dem Gleiberg hingewiesen hatte, die als Feier mit Reichscharakter eint Zusammenkunft der gesamten Studentenschaft von Hessen-Nassau bringen und Gießen wieder einmal in den Mittelpunkt des studentischen Lebens rücken werde, wurde die feierliche akademische Verpflichtung vorgenommen. Volkstum und Raffe bei Johannes Brahms. Der erste Vortragsabend dieses Semesters in der NS.-Dozentenakademie der Universität brachte einen Vortrag von Prof. Dr. Gerber über „Volkstum und Rasse in der Persönlichkeit und Kunst von Johannes Brahms". Wie das gesamte Geistesleben, so ist auch das musikalische Schaffen des 19. Jahrhunderts von starken Gegensätzen durchzogen und von schweren Erschütterungen erfüllt. Als Reaktion auf klassizistische Verflachung und biedermeierliche Verniedlichung erwachte um die Jahrhundertmitte mit Wagners „Kunstwerk der Zukunft" ein neuer Wille zu monumentaler künstlerischer Gestaltung und im besonderen zu ausdruckshaster Intensivierung der musikalischen Sprache. Mit der Lisztschen Programmsinfonie distanzierte sich die junge Generation von der klassisch-romantischen Formenwelt, strebte nach neuen Formlösungen, wobei sich zwangsläufig eine Literarisierung der Instrumentalmusik an- oahnte. Gegenüber all diesen revolutionären Strömungen ist Johannes Brahms als menschliche und künstlerische Erscheinung Hüter der TroMtion, aber auch Vermehrer des arvßen künstlerischen Erbes, das dem deutschen DvA m der Hochblüte der deutschen Musikkultur in tzaröck und Klassik beschert wordey war. Wie Brahms hier in geschichtlichem Boden wurzelt, so senkt er auch als Mensch seine Wurzeln tief in den Boden des niedersächsischen Volkstums, dem er entstammt. Das Wesen seiner Persönlichkeit und Kunst erschließt sich weitgehend aus den volklichen und rassischen Merkmalen des niedersächsischen Menschentypus. Als fälischer „Derharrungsmensch" prägt er in hohem Grade den bäuerlichen Typus aus, besonders sichtbar in einem gesunden, rüstigen Tätig- keitstrieb, der in sich selbst Genüge findet, nicht nach außen wirken will, ferner in phrasenloser Schlichtheit, verstandesklarer Willenszucht, wortkarger Keuschheit und Verschlossenheit usw. Auch sein Humor trägt Züge des niedersächsischen Volkstums. In weltanschaulich-religiöser Hinsicht distanziert sich Brahms von der kirchlichen Dogmatik und verkörpert eine Weltfrömmigkeit, die nordisch-germanisches Gepräge hat. Wie als Mensch, so ist er auch als Künsller weitgehend aus dem Charakter des niedersächsischen Stammestums zu verstehen. In seiner Melodik, Harmonik, Rhythmik, in der Gesamtformung des Kunstwerks finden sich stilistische Eigentümlichkeiten, die letztlich in der niedersä chsisch- fälischen Artung seiner Persönlichkeit, in der bäuerlichen Schwere, aber auch in der zarten Keuschheit seines Wesens begründet sind. Am sichtbarsten zeigt sich sein« Dolkstumsverbun- denheit bi fehwm Verhältnis zum Volkslied, das sein gesamtes Schassen, teils unmittelbar stofflich, teils ideell durchdringt. Hier wirkt Brahms über seine entwurzelte Zeit hinaus beispielgebend und bestätigt die heute wiedergewonnene Erkenntnis, daß wahre Kunst nur in Verbindung mit den Kräften eines gesunden Volkstums entstehen und gedeihen kann. Oer Gleiberg und -er Gießener Student „... Wer nie von Gleibergs Mauerkranz erschaut das weite Land ..." Wer auch nur flüchtig Gießen und feine Um» aebung kennenlernt, immer wird ihm das landschaftlich so reizvolle Bild der beiden Burgen, des Gleibergs und des Vetzbergs, die sich malerisch von dem dahinterliegenden Dünsberg abheben, in der Erinnerung haften bleiben. Nimmt man Gießener Studentenbilder aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts zur Hand, so findet man im Hintergrund der zwanglosen Gruppen im Flausrock und Kanonenstiefeln, in Band und Zerevis meist dieses Landschaftsbild, bisweilen den Gleiberg auch allein, der gewissermaßen das Wahrzeichen unserer Alma mater Ludoviciana geworden ist. Dank seiner günstigen Lage hat er immer im Leben der Gießener Musensöhne eine Rolle gespielt, trotzdem er außerhalb der Lanüesgrenzen liegt. Als es noch keine Studentenverbindungen im späteren Sinne gab, und ihre Vorläufer, die Studentenorden der Amicisten, Hessen usw., den Ton an der Gießener Universität angaben, etwa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, erwähnt der „berühmteste" Student Gießens, der Theologe Lank- Hard, in seinen Erinnerungen schon den Glei- bergals Zufluchtsort der ausziehenden Gießener Musensöhne. Von da ab bis in die Jetztzeit sah der Gleiberg Generationen von Gießener Studenten in seinen altersgrauen Mauern weilen, und immer fester wurde im Lause der Zeit die Verbundenheit zwischen der inzwischen wiederhergestellten Burg und den Gießener Studenten. Meist waren es wohl fröhliche Anlässe, die den Musensohn zur Burg hinaufführten. Es fanden Ausflüge bei Stiftungsfesten und sonstigen Zusammenkünften statt, oder man traf sich mit befreundeten Verbindungen der Nachbaruniversität Marburg. Oft verlockten mondhelle Nächte zu einer Wanderung aus die Purg und zu fröhlichem Umtrunk am Fuße des „dohlenumflatterten" Bergftieds. Man stellte sich auch, wie die Chronik der „Starken- burgia" meldet, zum ritterlichen Waffengang der Mensur dort oben ein. Bei festlichen Gelegenheiten, wie anläßlich des 300. Jubiläums der Ludoviciana, erstrahlte der Gleiberg in bengalischer Beleuchtung und bot sich so den Blicken der Festteilnehmer dar. Manche Naturkneipe versammelte die Gießener Burschen oben an der Burgmauer, von der man den prachtvollen Mick auf das weite Land des Gießener Beckens zu Füßen des Berges hat. Aber nicht nur zum „Schwärmen und zum Trinken" kam man auf dem Gleiberg zusammen, sondern es waren auch ernste Feiern und besinnliche Stunden, die man da erlebte. Der Student Karl Chrffttan Sartorius, Mitglied der alten Gießener Burschenschaft und Freund Karl Feilens, erzählt in seinen Erinerungen, die in der Fesffchrift ’um 80. Stiftungsftst der Gießener Germanen veröffentlicht sind, wie die aus den Freiheitskriegen zurückgekehrten Gießener Studenten, zu denen er mblte im Frühling des Jahres 1815 mit dem ersten erwachenden Grün hinaufgezogen zu der Ruine, sich dort lagerten und die Erinnerungen an die Freuden und Leiden des Feldlebens wieder aufleben ließen. Wie sie begeistert von den Schriften einesArndt, Jahn und Körner von einem „einigen deutschen Vaterlan d" sprachen, und wie die von vaterländischen Ideen erfüllte akademische Jugend von damals nach neuen Formen und Wegen suchte, sich an dem Geist mittelalterlicher Ritterlichkeit erbaute, wie die Ideen der Romgnttk die Geister bewegte und wie man bestrebt war, sich zu ertüchtigen, um dereinst für des Vaterlandes Wohl wirken unb kämpfen zu können. Für den Gießener Wingolf hatte der Gleiberg eine besondere Bedeutung. Die Burg war der Gründungsort,' und die Mitglieder begingen alljährlich dort in einer ernsten Stunde der Einkehr und des Gedenkens den Stiftungstag im Geiste der Gründer ihres Bundes. ^Eine besondere Rolle spielte der Gleiberg bei den S t u d e n t e n a u s z ü g e n, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhurckerts wie an anderen Universitäten so auch in Gießen stattfanden, wenn sich die Studenten in ihren Rechten geschmälert und in ihrer Ehre verletzt glaubten. Fünfmal wanderten die Gießener Musenföhne auf den Gleiberg aus, wo sie solange ausharrten, bis die Zwistigkeiten beigelegt waren und man zur großen Befriedigung der Universität und Einwohner nach Gießen zurückkehrte. Laukhard schildert in seinen oben erwähnten Erinnerungen in anschaulicher Weise den Auszug von 1777. Trotzdem der Senat die Forderungen der Studenten bewilligte, konnten sich viele derselben nicht so schnell zur Rückkehr entschließen, fordern Zogen es vor, auf dem Gleiberg zu bleiben, wo sie m übermütigfter Stimmung eine neue Universität gründeten und auch sonst allerlei Unfug trieben. Der Auszug von 1826 ist von Wilhelm F l e g l e r in seiner Geschichte der ,^Hassia" beschrieben und durch eine ausgezeichnete Wiedergabe der Zeichnung E. Bielers in der 1939 erschienenen Geschichte der „Teutonia" trefflich illustriert. Es war ein bunt« bewegtes Leben und Treiben, das sich auf dem Burghof abspielte und das in den Studentenstammbüchern jener Jahre öfter erwähnt wird. Auch die neue Zeit ließ die Verbindung zwischen Gleiberg und Gießener Studentenschaft nicht ab» reißen, zumal manche Verbindungen dem Gleiberg- verein beitraten und dessen Bestrebungen tatträftig Als sich nach der Machtergreifung die Studentenschaft andere Formen beilegte, war der Gleiberg wieder der £>rt häufiger Zusammenkünfte. Man richtete den Albertusbau zu einem Lager für studentische Schulungszwecke ein, das im Frühjahr 1934 in feierlicher Weife in Gegenwart vieler Gäste ferner Bestimmung übergeben werden konnte. Wenn in den nächsten Tagen der Gleiberg wieder in den Mittelpunkt des Interesses tritt, wenn sich wieder Gießener Burschen, jetzt in der neuen Form der Kameradschaften, auf historischem Boden ZU ernster vaterländischer, dem Andenken Albert Leo Schlageters geweihter Feierstunde zusammenfinden, dann können sie sich bewußt sein, eine alte Tradition weiterzuführen. Unsere von jeher für historische Ueberlieferungen sehr empfängliche und aufgeschlossene studierende Jugend aber wird die Bereitwilligkeit der neuen Zeit, solche Ueberlieferungen weiterzupflegen, dankbar anerkennen. Dr. Rehmann. I OerArzi ist nur für wirklich Kranke -a! NSG. Die Aerztekarnmer Hessen-Nassau teilt mit: Mit Rücksicht auf den Bedarf der Wehrmacht an Aerzten ist die Durchführung einer geregelten ärzt-. lichen Versorgung der Zivilbevölkerung nur bann gewährleistet, wenn die hilfesuchende Bevölkerung jetzt mehr denn je sich der Tatsache bewußt ist, daß der Arzt, der infolge der gestiegenen kriegsbedingten Ausfälle im ärzttichen Arbeitsgebiet einen äußerst angestrengten und verantwortungsvollen Dienst zu versehen hat, nur von wirklich kranken Menschen in Anspruch genommen werden kann. Es kann nicht gebilligt werden, daß Aerzte mit geringfügigen Anliegen in der Sprechstunde ausgesucht und um wertvolle Arbeitszeit geprellt werden. Die Notlage aus dem ärztlichen Arbeitsgebiet verlangt überdies von jedem einzelnen Volksgenossen eine psteqliche Rücksichtnahme auch in sonstigen Dingen. Soll der Arft über die ihm zur Verfügung stehende Zeit richtig verfügen können, so müssen vor allem die erforderlichen Hausbesuche rechtzeitig, und zwar vor 9 Uhr vormittags angemeldet werden. Zweckmäßigerweise sind dabei gleichzeitig kurze Erläuterungen (Art der Erkrankung, Fieber, Schmerzen und dergleichen) telephonisch mit durchzugeben. Bei verspätet eingehenden Bestellungen wird der Arzt nur ausnahmsweise in der Lage fein, den gewünschten Besuch noch am gleichen Tage auszuführen. Es muß demnach von den Volksgenossen soviel Einsicht verlangt werden, daß sie zum Eigenen Vorteil diese Rücksichtnahme auf den Arzt üben. Ein weiteres liebel, über das in Aerztekreisen in letzter Zeit besonders oft geklagt wird, ist die mißbräuchliche Anrufung des Arztes dzw. feiner Praxis durch den Fernsprecher. Es gibt Aerzte, die berichten, täglich 30- bis 40mal und öfter nur durch die Anfrage belästigt zu werden, in welcher Zeit sie Sprechstunde haben, oder wann die Anfragenden mit möglichst wenig Zeitverlust zur Sprechstunde kommen können. Es darf in der augenblicklichen, für unsere Aerzte mit äußerster Beanspruchung ihrer Arbeitskraft einhergehenden Zeit nicht vorkommen, daß durch derartige Anfragen die Aerzte und ihre Helferinnen in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden. Dies kann unter Umständen dazu führen, daß in lebensgefährlichen Fällen die erforderliche ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig erfolgt oder gar unterbleibt. Der Arzt ist für alle da, er kann aber feinen Angaben nur dann gerecht werden, wenn feine Arbeitsfreude nicht durch überflüssige und leichtfertige Zumutungen beeinträchtigt wird. Kreis Friedberg. * Friedberg, 21. Mai. Gestern ereignete sich in der Ferdinand-Werner-Straße ein schwerer Un- gl ü ck s s a l l. Ein Pferdefuhrwerk stieß dort mit einem Lastkraftwagen zusammen. Der Beifahrer wurde schwer verletzt und ist später im Krankenhaus g e ft o r b e n. &. A-Gport. Dom Fußball. 1900 — Sportfreunde Wetzlar. Die Mau-Weißen empfangen morgen im Anschluß an das Aufstiegspiel LSV. — Offenbach die Sportfreunde Wetzlar. Im Vorspiel eine nicht ganz verdiente Niederlage hinnehmend, vertrauen die Gastgeber diesmal auf ihre Mannschaftsaufstellung. Neben den Gebrüdern Kraft ist auch Dinges anwesend, so daß diesmal das Mannschaftsgebilde ein weit günstigeres Aussehen hat als beim Spiel in Wetzlar. Daubringen. Am Sonntag empfängt die 1. Jugend von Dau« bringen die 1. Jugend von Großen-Linden zum fälligen Rückspiel. Vorher treffen sich die 2. Jugendmannschaften beider Vereine. Handball der HI. Bann 116 Gießen — Gebietsmeister Bann Kassel. Auf dem Universitätssportplatz empfängt morgen die Bannmannschaft die des Bannes Kassel zu einem Vergleichskampf. Die Kasseler errangen im vergangenen Spieljahr den Titel „Deutscher Jugend- meister". In dieser Spielzeit haben sie m überlege« ner Weise wiederum die Gebietsmeisterschaft errungen und die besten Aussichten, in den weiteren Spielen den vorjährigen Erfolg zu wiederholen. Die Gießener werden daher wohl die stärkste Prüfung zu bestehen haben, zumal die Mannschaft in etwas geänderter Aufftellung antreten muß. Es gilt jedoch nicht, in diesem Treffen unter allen Umständen zu siegen, sondern das Spiel soll ein weiterer Ansporn und zu gleicher Zeit Werbung sein. Die Gießener Mannschaft: Mohn (Orüningen), Müller (Holzheim), Vecker (Lang-Göns), Schürmann (Mtv. Gießen), Bentheim (Mtv.), Ohly (Holzheim), Brückel (Lang- Göns), Becker (Mtv.), Menges (Heuchelheim), Ohly (Lang-Göns), Klotz (Holzheim). Ersatz: Hübner und Mchner (Mtv.). mit den alten Spinnstoffen und Schuhen Was an Spinnstoffen und Schuhwerk in Schränken und Truhen ungenutzt lagert, muß für die totale Kriegführung mobilisiert werden. Für unsere Soldaten an der Front und die Millionen Rüstungsarbeiter in der Heimat wird Bekleidung in großem Umfange gebraucht. Darum spendet jeder zur Spinnstoff- u. Schuhsammlung 1943 VOM23.MAI BIS 12. JUNI MÄWCNSUMJflÄAGIE ft/ F0Ä MXMÄTBlMBtfASSUNO (Nachdruck verboten.) 12 Fortsetzung. lange. (Fortsetzung folgt.) Ihre Vermählung geben bekannt Ihre Vermählung geben bekannt 03289/ 1595V *3 Auch ein Sieg über ,,Kohlenklau . 159 2D 1596D 2et Oberbürgermeister der Stadt Gieße« — SrmthrungSamt Abt. B Gießen, 22. Mai 1943 GEBR Marburger Str. 32 CHEMISCHE 23. Mai 1943 03287/ anns rot Puddingpulver 03232/ GUNGSWER^ 24. Mal 1943 25. Mat 1943 26. Mai 1943 KOSMETISCHE WELTMARKEN Schönfeld Sudetenhmd A—<9 am Motttag, fy—A am rienstag, L—Q am Mittwoch, Neukirchen x. Z. G icben Zaunhof Pitital Schwaningen Kreis Posen Markt 12 19 Stadt im Innern von Honduras in Mittel- amsrika. Gießen Lieber Strait 103 Küchenwäsche, Leibwäsche, Berufskleidung, diese arg verschmutzten Stücke sind die ,;Sorgenkinder" der Hausfrau am Waschtag. Dafür spart sie heute Burnus auf. Burnus löst den schwierigen Schmutz schon beim Einweichen. Also halbe Arbeit beim Waschen und Ersparnis an Waschmitteln und Feuerung*). Gießen Hultscbiner Str. 4 für Spiunswffware« und Schuhe nicht angenommen. Gienen, den 22. Mai 1943. ErgäuzungSamt der Waffen-fL, (krg.-Ltelle gulda-Werra (IX), Kassel-Witz., Löwenburgstr. 10.—Tel. 36683 und 3444L zurüklzugebcn. Gieben, den 22. Mat 1943. Statt Karten! Die glückliche Geburt eines gesunden Stammhalters zeigen in dankbarer Freude an Lieselotte Barth, geb. Angermann Heins Barth, Berichtsassessor t. Z. Oberleutnant und Batterieführer 10 Eine Goldmünze im Werte von nicht ganz zwanzig Mark. Für die lieben Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir herzlichst, auch im Namen unserer Eltern Irmgard HOßmer, geb. Werner Obergeireiter Sepp Möflmer am 27. Mai 1943, um 8.00 Uhr, in Metzen, Rest. Burghof, Burggraben 9. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. Bedeutendstes fechunttrnehme* Süddeutxhlarcto_______ Hans Leuning Hildegard Leuning geb. Vellmete Unsere Ursula hat ein Schwesterchen bekommen Wir haben uns verlobt Frieda Fuchs Karl Gengnagel Unteroffizier in einem Fla.-BatT. in OiaDen, Seltersweg 63 In Friedberg, Kaiaerstrafle 99 in Bad-Sauheim, Karlatraße 10 Statt Karten I Für die In so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir. auch im Namen unserer Eltern, herzlichst LntcrofHaler Haue Wild und Frau Else, geb. Schade Gießen (Mäusburg 16), Im Mal 1943 ___________________ 03318/ Ter Oberbürgermeister der Ttadt Metzen — Srnährungsamt Abt. B unv Wirtschaftöamt. PERI KHASANA Die Verlobung unserer Tochter Frieda und unseres Sohnes Karl geben wir hiermit bekannt Heinrich Fuchs VI, Fahrzeugbau u. Frau Marie, geb. Geißler Jakob Gengnagel und Frau Lina, geb. Reinhardt Annahmeuniersuchung sür die Waffen-^. Tie Waffen--- stelU ein Kriegsfreiwillige, Freiwillige mit Dienstzeitverpslichtong vom vollendeten 17. bis 45. Lebensjahr. Ter Dienst in der Waffen--- gilt als Wehrdienst. Körpergröße mindestens 1,70 Meter (bis 20 Jahre 1,68 Meter). Nähere Ausführungen im redafttvnellen Teil dieser Zeitung, ferner im Merkblatt der Ergänzungsstelle und durch die UntersuchungSkom- nlisston. Von der Wehrn,acht Gemusterte können sich melden, dürfen aber nicht auügehoben sein. Nähere Auskunft erteilt die Annahmeuntersuchungttom Mission. Die Annahmeunterstuhung findet statt Betr.: Ausgabe der Ansatz-, Zulage- und Wochenkarten f. d. SV.BerFrgungSabschnitt. Auf Zimmer 16 des ErnührungSamteS werden die Zusatzkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter, die Zulagekarren sür Lang, und Nacht- arbelter sowie Vie Wochenkarten für ausländische Zivilarbeiter nach folgendem Plan au-gegebeu: Für Betriebe mit den Anfangsbuchstaben Die Verlobung unserer Tochter Gabriele mit tierrn cand. med. Paul Feller geben wir bekannt Prof. Dr. med. Gg. Herzog und Frau Berta, geb. Brochier Gießen Für die Glückwünsche u. Aufmerksamkeiten zu unsererVer- lobung danken wir, auch im Namen unserer Eltern,herzlich Hedwig Huber Karl Volk Obergefreitcr bei d. Luftwaffe Großen-Buseek, im Mai 1943. _________________________03370/ Munde. „Piraten?" rief er. „Glaubt nur, Hans Kirch, es sind auch dabei brave Kerle! Aber lafct das: das Gespinst ist gar zu lang, mit wem ich all zusammen war!" Der Alte sah ihn mit erschrockenen Augen an. „Was sagst du?" frug er so leise, als vb es niemand hören dürfe. Aber bevor eine Antwort darauf erfolgen konnte, wurden schwerfällige Schritte draußen auf der Treppe laut; die Tür öffnete sich, und von Frau Lina gefolgt trat Tante Sule in das Zimmer. Wäh. rend sie pustend und mit beiden Händen sich auf ihren Krückstock lehnend stehenblieb, war Heinz an ihr vorüber schweigend aus der Tür gegangen. ,Hst er fort?" sagte sie, mit ihrem Stocke hinter ihm herweisend. „Wer soll fort sein?" frug Hans Kirch und sah die Schwester nicht eben allzu freundlich an. „Wer? Nun, den du seit vierzehn Tagen hier in Kost genommen." „Was willst du wieder, Äule? Du pflegst mir sonst nicht so ins Haus zu fallen." „Ja, ja, Hans", und sie winkte der jungen Frau, ihr einen Stuhl zu bringen, und setzte sich darauf; ..du bast's auch nicht um mich verdient; aber iry bin nicht so, Hans; ich will dir Abbitte tun; ich will bekennen, der Fritze Reimers mag doch wohl gelogen haben, oder wenn nicht er, so doch der andre?" „Was soll die Rederei?" sagte Hans Kirch, und es klang, als ob er müde wäre. — „Was es soll? Du sollst dich nicht betrügen lassen! Du meinst, du hast nun deinen Vogel wieder eingefangen; aber sieh nur zu, ob's auch der rechte ist!" ,Kommst du auch mit dem Geschwätz? Warum sollt's denn nicht der rechte sein?" Er sprach dos unwirsch, aber doch, als ob es zu hören chn ver« Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unsrer Vermählung danken wir, auch im Namen unsrer Eltern, herzlichst Felix Wlnzek, Uffz. der Luftwaffe und Frau Elli, geb. Kambeltz Dortmund-Huckarde L Ich/Ober h. im Mal 1943 Ihre Verlobung geben bekannt Liesel Bingel Karl Röhm, stud. jur. Leutnant In einem Pi.-Ball, Ihre Verlobung geben bekannt Linny Reitz Hans Göbel Feldwebel bei der Luftwaffe Für all die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir, auch im Namen der Eltern, herzlich Ewald Velten, Obergefr. u. Frau Ottilie, geb. Boller z.Z.i.Felde, Lang-Göns, Mai 43 16010/ Bekanntmachungen. Betr.: Ausgabe der Lebensmittelkarten für den Sv.Bcrsorgungsabschnitt und der Seifenkarten für djeMonateJurri1S43 bis Januar 1944. I. Die Ausgabetage werden wie folgt festgesetzt: 1. Ausgabetag: Montag, 24. Mai 1943 2. Ausgabetag: TienStag, 25. Mai 1943 3. Ausgabetag: Mittwoch, 26. Mai 1943 4. Ausgabetag: Tonnerätag, 27. Mai 1943 5. Ausgabetag: greitag, 28. Mai 1943 x AuSgabezeit: von 7 30 biS 13 und vou 14.30 bi4 17.30 Uhr. (M liegt im eigene« Auterefse der Abholer, die frühen Morgen- stunden zu nutzen, damit eine reibungslose Abfertigung ohne langes Warten gewährleistet wird. Tie Karten werden nur an Erwachsene au-gehändigt. Für die Altpavierverwertung müssen sämtliche Reste der Karren deS 48. Der- forgungsabschnttteS zurückgegeben werden. II. Sofort bei Yntgegenuahme sind alle Karten auf Zahl und Richtigkeit der Altersstufen nachznprüsen; spätere Beanstandungen sind zwecklos. 111. Tie Bestellscheine der Eier-, Fett-, Marmelade- und Zucker- karten (für die Sonderzuteilung) sowie der Bezugsausweise für entrahmte Frischmilch müssen bis spätesten» Samstag, den 29. Mai 1943 bet den Warenverteilern eingereicht werden, da sonst nicht mit einer Belieferung der entsprechenden Abschnitte gerechnet werden kann. Tie Bestellabschnitte der Kartoffelbezugsausweije für den 51. Der- sorgungsabschnitt sind bis zum 7. Juni 1943 bei den Kleinverteilern einzureichen. IV. Die Zuteilung vou Spargeln erfolgt auch während des 50. Der- sorgungSabschnitte« nur auf Abschnitt 32 der Nährmittelkarte 49, die zu diesem Zwecke sorgfältig oufzubewahren ist. V. Lebensmittelkarten ohne deutlichen Eintrag von Name und Wohnung des Inhabers sind ungültig und dürfen nickst beliefert werden. VI. ES wird nachdrücklich darauf hingewtesen, daß verlorene Lebensmittelkarten nicht ersetzt werden; dahingehende Anttäge sind zwecklos. VII. Tie Warenverwiler werden wiederholt darauf hingewtesen, daß alle LebeiiSmittelkmtenabjchnitte nur während der ausgedruckten Gültig- keitsdauer beliefert werden dürfen; die Warenabgabe vor Fälligkeit und nach Verfall der Abschnitte ist unzulässig. VIII. Während der Ausgabetage werden Anttäge auf Bezugscheine gewürzte Futterkalkmischung ZWERG-MARKE sparsam verwenden; deshalb nie in das Tränkewasser geben,sondern stets unter das Futter mischen. Lollar, im Mai 1948 Adotf-Hltler-Straie 64 Adolf-mder-StTaie 113 x. Z. In Urlaub ____________03300/ Gießen, den 22. Mai 1943 _____________________03333/ Liesel Nikolaus, geb. Keil Uffz. Kurt Nikolaus z. Z. im Felde Heinz Kurt Gnau Franziska Gnau geb. Feiler Wekola-Leim 1598 V der Klebstoff für alle Zwecke, insbesondere zur Reparatur v. Säcken, Planen, Bindetüchern, Leder, Filzschuhen, sowie allen Stoffart., denn Sie reparieren jedes Garderobe .- stück garantiert unlöslich und wasserfest! Dosen zu RM. 2.30, 3.50 und 6.20 gegen Nachnahme zuzüglich Porto. Allcinhersteller: Weber & Koch,Langenchursdorf/Sa. z. Z. Bad-Nauheim Privat-Frauenklinik _______________________03351 / Hans unö Heinz Mich Novelle von Theodor Storm Schon mit RM 30.- im Monat ersparen Sie ein Eigenheim von RM 12000.- Der Wohnbedarf nimmt Immer noch zu I Sichern Sie sich daher jetzt schon durch einen Bausparvertrag Ihr Bau- oder Kaufgeld. Bausparen Ist auch $teu e r begünstigt! Fordern Sie sofort Prosp. 40 an Leonberger Bausparkasse 8G Leonberg bei Stuttgart Vertngsbestand: lieber 230 Millionen RM. Burnus ... nur für die „Sorgenkinder"! Wer wenig Krem auf seine Schuhe streicht, hilst dadurch mit, daß es für alle reicht. Gießen, den 22. Mai 1943 Kaiser alle« 64 i. Z. Wehrmacht Osten PlockstraSe 10 heuteseltenpi, abrrtibfti immer ein wundervoller Nadi fisch. Reese-Geselßthäft. Hameln / MARYLANV zfv sfr K Jetti mit / 1 gesteigerter Feltwlrknng ff ■ doher ist sie ousgiebiger B n — und muß sparsamer U ff gebraucht werden! ■ ff Pw*eU 1.80 HM ■ Meine Verlobung mit Fräulein Gabriele Herzog med. techn. Assistentin beehre ich mich anzuzeigen Paul Feller Sanitäts-Feldwebel und K.O.A. in einer Schülerkompanie der Luftwaffe Frankfurt a. M. 28. Mai 1943 s 1579p/ R, S, Lch, 8t am Tounerstag, 27. Mai 1943 T—Z am Freitag, 28. Mai 1943 Uußgabeteiten: vou 8 blt 12.36 und von 14.30 bis 17 Uhr. Tie im 49. Äersorgungsabschnttt nicht verausgabten Karten sind Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir herzlichst Ernst Ringwald und Frau Anni, geb.Fischer Lieh, im Mai 1943 C33M/ Bewerbungen für die Jngenieuroffizier- Laufbahn in der Luftwaffe. Bewerber für die Jngenieuroffizier-Laufbahn in der Luftwaffe reichen ikir Gesuch nicht mehr an die ihrem Wohnort zuständige Annahmestelle für Offi- zierbewerber der Luftwaffe, sondern an die Annahmestelle 5 für Offizierbewerber der Luftwaffe in Blankenburg/Thür. ein. Die bisher eingegangenen Gesuche werden dieser Annahmestelle zugeleitet. , , Angehörige des Geburtsjahrganges 1926 reichen ihr Gesuch sofort, spätestens aber bis 30. 6.1943 ein; auch Angehörige des Geburtsjahrganges 1927 können sich bereits bewerben. [itstV Der Neichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Luftwaffenversonalamt. möcht' Euch schon den Gefallen tun, wenn ich mich selbst noch mal zu schaffen hätte." Hans Kirch war zurückgetreten: „Wer hat dir das erzählt?" sagte er, „du kannst nicht behaupten, daß ich dergleichen von dir gesagt hätte." „Aber Euer Gesicht sagt mir's; und unjre junge Frau, sie zuckt vor meiner Hand, als sollt sie eine Kröte fassen. Wußte erst nicht, was da unterwegs sei; aber heut nacht, da drüben, da schrieen es beim Tanz die Eulen in die Fenster." Hans Kirch erwiderte nichts; der andre aber war ausgestanden und sah auf die Gasse, wo in Stößen der Regen vom Herbstwinde vorbeigetrieben wurde. „Eins aber", begann er wieder, indem er sich finster 3ii dem Alten wandte, „rnöat Ihr mir noch sagen! Warum damals, da ich noch jung war, habt Ähr das mit dem Brief mir angetan? Warum? Denn ich hätte Euch sonst mein altes Gesicht wohl wieder heimgebracht." Hans Kirch fuhr zusammen. An diesen Vorgang hatte seit dem Tode seines Weibes keine Hand gerührt; er selbst hatte ihn tief in sich begraben. Er fuhr mit den Fingern in die Westentasche und biß ein Endchen von der schwarzen Tabaksrolle, die er daraus hervorgeholt hatte. „Einen Brief?" sagte er dann; „mein Sohn Heinz war nicht für das Briefschrerben." „Mag fein, Vater; aber einmal — einmal hatte er doch geschrieben; in Rio hatte er den Brief zur Post gegeben, und später, nach langer Zeit — der Temel hatte wohl sein Spiel dabei — in San ^ago'". in dem Fiebernest, als die Briefschaften für die Mannschaft ausgeteilt wurden, da hieß es: »Hier ist auch was für dich/ Und als der Sohn vor Freude zitternd seine Hand ausstreckte und mit den Augen nur die Aufschrift des Briefes erst verschlingen wollte, da war's auch wirklich einer, der von Hause kam, und auch eine Handschrift von zu Hause Iheringstr. 10 03317/ Richtige l&tyfwättüe: Vorwäsche: Hälfte des angerührten Schaumpons auf das stark angefeuchtete Haar, gut durchmas- Steren und ausspülenI — Hauptwäsche: Mit dem Rest Haar einschäumen, dann ordentlich nachspülen So haben Sie den größten Mutzen aus dem nicht-alkal^chen flb SCHWARZKOPF y SCHAUMPON Gießen Henselstraüe 3 x. Z. Im Felde _______03332/ Wenn Hans Kirch oder die jungen Eheleute in die Harmonie gegangen waren, um dort nähere Aufschlüsse über jenes unheimliche Gerücht zu ci» halten, so mußten sie sich getäuscht finden; niemand ließ auch nur ein andeutendes Wort darüber fallen, es war wieder wie kurz zuvor, als ob es niemals einen Heinz Kirch gegeben hätte. Erst am andern Morgen erfuhren sie, daß dieser am Abend bald nach ihnen fortgegangen und bis zur Stunde noch nickst wieder da sei; die Magd teilte auf Befragen ihre Vermutungen mit, die nicht weit vom Ziele treffen mochten. Als banr endlich kurz vor Mittag der Verschwundene mit stark gerötetem Antlitz heimkehrte, wandte Hans Kirch, den er im Flur traf, ihm den Rücken und ging rasch in seine Stube. Frau Lina, der er auf der Treppe begegnete, sah ihn vorwurfsvoll und fragend an; sie stand einen Augenblick, als ob sie sprechen wolle; aber — wer war dieser Mann? — Sie hatte sich besonnen und ging ihm stumm vorüber. Nach der schweigend eingenommenen Mittags- mahlM hatte sich Hein3 oben in der Wohnstube des jungen Paares in die Sofaecke gefetzt. Frau Lina ging ab und zu; er hatte den Kopf gestützt und war eingeschlafen. Als er nach geraumer Zeit erwachte, war die Schwester fort; statt dessen sah er den grauen Kopf des Vaters über sich gebeugt; der Erwachende glaubte es noch zu fühlen, wie die scharfen Augen in seinem Antlitz forschten. Eine Weile hafteten beider Blicke ineinander; bann richtete der Jüngere sich auf und sagte: ,Laßt nur, Vater; ich weiß es schon, Ihr möchtet gern, daß ich der Hasselftitze aus der Armenkate wäre; stand daraus; aber — es war doch nur sein eigener Brief, der nach sechs Monaten uneröffnet an ihn zurückkam." Es sah fast aus, als seien die Augen des Alten feucht geworden; als er aber den trotzigen Blick des Jungen sich gegenüber sah, verschwand das wieder. „Viel Rühmliches mag auch nicht darin gestanden haben!" sagte er grollend. Da fuhr ein hartes Lachen aus des Jüngeren Munde und gleich darauf ein fremdländischer Fluch, den der Vater nicht verstand. „Da mögt Ihr rechl haben, Hans Adam Kirch; ganz regulär war's just nicht hergegangen; der junge Buriche wär' auch bo« mals gern vor seinem Vater hingefallen; lagen aber tausend Meilen zwischen ihnen; und üb erb em — das Fieber hatte ihn geschüttelt, und er war erst eben von seinem elenden Lazarettbett aufgestanden! Und später dann — was meint Ihr wohl, Hans Kirch? Wen Vaters Hand verstoßen, der fragt bei der nächsten Heuer nicht, was unterm Deck geladen ist, ob Kaffeesäcke oder schwarze Vögel, die eigentlich aber schwarze Menschen sind; wenn's nur Dublonen" gibt; und fragt auch nicht, wo die der Teufel holt, und wo dann wieder neue zu bekommen sind!" Die Stimme, womit diese Worte gesprochen mürben, klang so wüst und fremd, daß Hans Kirch sich unwillkürlich frug: „Ist das dein Heinz, den der Kantor beim Amensingen immer in die erste Reihe stellte, oder ist es doch der Junge aus der Armen- täte, der nur auf deinen Beutel spekuliert?" Er wandte wieder seine Augen prüfend auf des andern Antlitz; die Narbe über Stirn und Auge stammte brandrot. „Wo hast du dir denn das geholt?" sagte er, an seines Pastors Rede denkend. „Bist du mit Piraten im Gefecht gewesen?" Ein desperates Lachen fuhr aus des Jüngeren Bekanntmachung über die Vornahme einer Biehzwijchenzahlung am 3. Juni 1943» Auf Anordnung de» Herrn ReichSministerö für Ernährung und Land- wirtschaft findet am 8. Juni 1943 im Deutschen Reich eine Zählung bet Rindviehs, der Schweine und der Schafe statt. Die Erhebung dient stattsttfchen und volkswirtschaftlichen Zwecken. Jedermann ist zu wahr- beitSge master Auskunft gesetzlich verpflichtet. Tie Erteilung falscher Auskünfte oder Ruskuuftsverweigerung wird strafrechtlich verfolgt. Um einen reibungslosen Slblauf der Zählung zu gewährleisten, müssen die Biehhatter dafür sorgen, daß am Tage der Zählung (3. Juni 1943) in feder viehbesihenden Haushaltung eine Person anwesend ist, die dem Zahler die verlangten Auskünfte erteilen kann, und die sich über den genauen Viehbestand am Zählungstag vorher unterrichtet hat, so daß sie die Richtigkeit der vom Zähler getroffenen Feststellungen durch Unter- sck-rift tu der Zählbezirksliste bestätigen kann. Falls eine viehbesitzende Haushaltung am Tage der Zählung nicht ausgesucht sein sollte, ist der Haushaltungsvorstand verpflichtet, entweder persönlich oder durch einen von ihm Bemrfttagten sogleich am nächsten Tage (4. Juni 1913) die Angaben zur Zählung im StabthauZ, Bergsttaße 20, Zimmer S, zu machen. Im Anschluß an die Zählung findet wieder eine Nachkonttolle statt. Für falsche Angaben ist eine sttenge Besttafung vorgesehen. (stießen, den IS.Mai 1S4S. 1699C Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Nicolau». Gießen Neuenweg S2 03328/ Statt Karten! Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank Karlheinz Gerhard und Frau Irmi, geb. Jäger Gießen, im Mai 1943. ________ 03389/ W3 w MM Wbe' Ma Aonoi von kl infolge Aernsv Posticb Je S Sainsta Reichste ' 12000 : Lahngel waren, einer '< Reichste leiters i er mit und R< Freude Zentrnle den eifr Weltanf! kurzen Zeiten t kes, an zerfetzt . loren hc , rechtzeiti dergebur den heft' anfchauu ' die Kro niemand^ die Seel dem als . Mitarbei Dann Wort zu [ haftem ■ ! leiter fül fche Volk entscheide Kampfe eigene R lich Sie! Schicksal- sind. Do Taten d großen L niemals entstehen und Mä< fchen We , Ms IS nationalfi einem un Kit ist d Stärke n land um Auseinan die Tater uns auch ' «chn. A haben. E Ben „ Somn ^ntnini Meinen Ar Rabi ?°chmunis hengen V S'MUng, ynstrid b d--> 2'mmun Kt" Meru Ns-zsch- letLMe: '^br< NU