195. Jahrgang Nr. Yb Erschein, täglich, außer L>onntags tmb feiertags Beilagen: Gießener ftamilienblättet Heimat imNild DieScholle Bezugspreis: Monatlich NM. 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 ouch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanfchlutz 2251 Sr?KönJ?Kft ^Anzeiger" Postscheck 11686 ^rankf./M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'-, Uhr desBormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rpf. Je mm bei 22 mm Zeilenbreite, vTexttetl 50 Rvf. te mm oei 70 mm Zeilenüreits Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüsseAiengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25^. mehr w' d Donnerstag, 20. Mai 1945 Gießener Anzeiger General-Anzeiger sürGberhessen -Vsss- raum mit großem runden Steinbecken und vielen Duschraum sorgen für die nötigd LuropÄsche Vemntivoüung Bei Auch bei den heute noch abwartenÄen Menschen Volschewistenangnffe am Kuban-Brückenkopf und bei Äjum im Gegenstoß zurückgeschlagen Hähnen sowie ein Sauberkeit. An der Kanalfront. Eines der gewaltigen Geschütze, die drohend ihre Rohre zum Himmel erheben und den Feitid mit entsprechenden „Grüßen" empfangen werden, falls er einen Landungsversuch wagen sollte. (Scherl-Bilderdienst. sGarms.s) Oer Wehrmachtbericht. DAR. Aus dem Führerhauptquartier, 19. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront des Kuban-Brückenkopfes und im Raum von 3 5 j u m griffen die Sowjets mit Panzer- und Schlachtfliegerunterftühung nach starker Artillerievorbereitung die deutschen Stellungen an. Sie wurden im Gegenstoß zurück- geschlagen. Dabei verlor der Feind allein in einem Divifionsabschnitt am Kuban-Brückenkopf 15 Panzer. 3m Küstengebiet Sizilien, im Kanal und an der A t l a n t i k k ü st e schossen gestern deutsche 3äger, Flakartillerie der Luftwaffe und Sicherungs- fahrzeuge der Kriegsmarine insgesamt 25 feindliche Flugzeuge, darunter eine Anzahl schwerer Bomber ab. Auch in der vergangenen Rächt wurden militärische Ziele im Raum von London mit Bomben schweren Kalibers belegt. Lin Flugzeug kehrte nicht zurück. Die Flakartillerie der Luftwaffe meldet den Abschuß des 10 000. feindlichen Flugzeuges feit Kriegsbeginn. Zehn neue Eichenlaubträger. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh am 17. Mai das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: General bJ3nf. Paul Laux, Kommandierender General eines Armeekorps, als 237. Soldaten: General d. Inf. Gustav Höhne, Kommandierender General eines Armeekorps, als 238. Soldaten: General d. Inf Karl H ö l l i d t, Oberbefehlshaber einer Armee, als 239 Soldaten; Generalmajor Gerhard Graf im Arbeitseinsatz. Bon Ministerialrat Dr. Walter Ltothfang, Berlin. _ heute die Fortsetzung unseres M.-Berichtes aus Paris: „Lebendige Mauer Atlantikwall" in Nr. 114 des „Gieß. Anz." vom 18. Mai. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, im Mai 1943. Wir gehen üher die Baustellen der OT. am Kanal, am flachen Strand, auf den Höhenzügen der Steilküste, wir klettern über Eisenträger und Holzschwellen, stolpern über Geleise und kneten in der aufgewühlten Erde, die ein Landregen in Schlamm verwandelt hat. Hier wächst der Atlantikwall in atemberaubendem Tempo. Wir sehen die Kiesgewinnung am Strande zur Aufbereitung des Betons, Die Mischmaschinen, einen Schrägaufzug, der den Kies aus ein löO Meter hoch gelegenes Plateau bringt, auf dem Bunker neben Bunker und Geschützstellung neben Geschützstellung entsteht, und begreifen auf einmal, warum dieses Werk des verstorbenen Reichs- minlstes Todt den Namen Organisation Todt trägt, ja tragen muß. Denn nicht das Technische, die Arbeit an sich ist das Problem, das von der Bauleitung der OT. gelöst werden muß, — sie hat ebenso Schwieriges, wenn nicht Schwereres am Westwall und im Osten geleistet, — sondern das Organisatorische. Bon der Organisation hängt das ganze Ergebnis der Arbeit ab. Und wenn wir erfahren, daß sich in dem Bauabschnitt, den wir zu sehen bekommen, 41 Baustellen befinden, auf denen 24 000 Arbeiter aus 18 verschiedenen Nationalitäten arbeiten, so können wir uns einen kleinen Begriff davon machen, was hier das Wort „Organisatton" bedeutet. Das fängt bei der Beschaffung der Rohstoffe an und hört beim Urlaub des letzten Hilfsarbeiters auf. Um sich z. B. von der Kiesanlieferung unabhängig zu machen, ist bei den größten Baustellen eine eigene Kiesgewinnungsanlage am Strande errichtet worden, die den Kies aus dem Meer gewinnt, ihn siebt, zermahlt und ihn von dort aus den Baustellen in der Umgebung zuleitet. Dieser Transport geht * mit Lastwagen, Kleinspurbahnen und selbst mit Hilfe von Schrägaufzügen vor sich, die große Höhenunterschiede leichter überwinden und dabei kostbare Zeit und das mindestens ebenso kostbare Benzin sparen. Aber solche Anlagen kosten wochenlange Arbeitszeiten, und inzwischen müssen andere Mittel eingesetzt werden, ohne daß die Arbeit dabei ins Hintertreffen gerät. Der Zement aber kommt zum größten Teil aus den deutschen Fabriken, Holz und Eisen aus den- verschiedensten Teilen Frankreichs. Da ist nun vielleicht gerade die Bahnlinie, auf der das Material ankommen soll, ein paar Tage lang durch Heerestransporte gesperrt, oder bi? Geleise sind bei einem Fliegerangriff beschädigt, und das Holz oder die Eisenträger können nicht zu dem beftimmten Termin da sein. Wenn da nicht von der Bauleitung kluge Bor- ratswirtschast getrieben wird, muß die Arbeit ruhen, und wertvollste Zeit geht verloren. Aber es wird eben vorgesorgt, und trotz aller Schwierigkeiten werden die gesetzten Termine für die Fertigstellung der einzelnen Anlagen nicht nur eingehalten, sondern meist noch unterboten. Leistungssteigerung durch Menschenführung. Zur Organisation des Materials aber kommt die der Menschen, und sie ist gewiß nicht weniger kompliziert. Hier aber setzt die Menschenführung ein, die in jedem Bauabschnitt einem Frvntführer und seinen Mitarbeitern anvertraut ist. Bon ihrer allem Schweren, das dieser Krieg mit sich bringt, führt er doch die verantwortungsbewußten europäischen Völker stärker denn je zusammen. Wie immer im Leben erwachsen aus Not und Gefahr besonders starke Abwehrkräfte. Das erwachte Europa stemmt sich mit Macht gegen Plutokratie und Bolschewismus, davon überzeugt, daß dieser Kontinent und die auf ihm lebenden Völker in einer großen Wiedergeburt begriffen sind, die sie auf allen Gebieten zu hohen Leistungen befähigen wird. Voraussetzung für diese Wiedergeburt ist die Erkenntnis der Grundlagen völkischer Kraft und Leistung. Es gehören dazu nicht nur die geistigen und willens- mäßigen Kräfte eines Volkes, auch nicht nur feine Wehr- und Wirtschaftskraft, sondern vor allem auch Jeine Arbeitskraft. Ihre sinnvolle Ordnung, ihr Schutz, ihre Betreuung und Fürsorge und nicht zu- letzt ihre planmäßige Lenkung und Steuerung nach den jeweiligen staatspolitischen Notwendigkeiten sichert ein ungeheures Leistungsvermögen. Deutschland hat den übrigen europäischen Ländern gezeigt, was ein politisches geeintes Volk unter einer starken Führung auf dem Gebiete der totalen Mobilisierung seiner Arbeitskraft oermaa. Die Heber» Windung der Massenarbeitslosigkeit, Die Sicherung bes Wiederaufbaues und die Wehrhaftmachung, die Durchführung des Vierjahresplans und endlich die gigantische Leistungsentfaltung der deutschen Kriegswirtschaft sind weithin sichtbare und überzeugende Beispiele der hier gegebenen Erfolgsmöglichkeiten. Deutschlands Wiederaufstieg aus Not, Elend, tiefster Schmach und Ohnmacht ist fein Wunder, sondern das Ergebnis härtester, zielbewußter Arbeit, getragen von einem fanatischen Glauben an die unzerstörbare fiebenstrart des deutschen Volkes. Der Gedanke der europäischen Schicksalsverbundenheit will hier und da noch nicht in einige Hirne und Herzen der Menschen unseres Kontinents. Das ist an sich bei der politischen und ideologischen Fehlentwicklung des europäischen Raumes nicht verwun- derlich. Man kann eine solche Entwicklung nicht von h^ute auf morgen ungeschehen machen und ins positive Gegenteil kehren. Die Weidergeburt Europas braucht Zeit, wenn sie auf die Dauer Bestand haben oll. Sinnlos und unverantwortlich aber ist ein reines Zuwarten, geboren aus Angst, Unentschlossenheit und dem Wunsch auf Rückkehr der vermeintlich guten, alten Zeit, lieber geschichtslose Naturen, die die.große soziale Ummähung unserer Zeit nicht be= are»fen, geht die Entwicks'mg mitleidlos hinweg. Nicht zuwarten heißt die Parole, sondern anpacken, aufbauen, kämpfen ist die Losung unserer heroischen Zeitenwende. Das ist Organisation! Hier wächst der Atlantikwall in atemberaubendem Tempo. Von unserer E. M-Berichterstatterin. Lösung hängt mindestens das gleiche ab wie von der Lösung der technischen Probleme, denn ohne die willige Arbeitsleistung dieser nach Hunderttausenden zählenden Menschen wäre das giganttsche Werk des Atlantikwalles nicht zu schaffen. Darum ist auch das Hauptaugenmerk der Frontführung darauf gerichtet, in dieser großen Masse, in der nur noch die Facharbeiter Deutsche sind, den Willen zur Leistung zu stärken und zu erhalten. Es ist wichtig, daß diese Menschen, von denen viele ursprünglich nicht frei- willig gekommen sind, sondern bei der allgemeinen Mobilisierung der Arbeitskraft hier eingesetzt wurden, begreifen, daß sie hier nicht eine Fronarbeit leisten für Deutschland, sondern daß sie bauen fü r Europa, für die Sicherheit ihres Volkes, ja ihrer | eigenen Familie, die bei einer Invasion bedroht wäre. Und hie Franzosen, Flamen, Wallonen, Dänen, Tschechen, Rotspanier haben dies in ihrer überwältigenden Mehrheit begriffen. „Fälle von Unbot- i Mäßigkeit", so erzählt uns der Frontführer, „find nicht häufig und durch richtige Behandlung schnell W beizulegen.' Sabotageakte sind in meinem Abschnitt I bisher'fo gut wie überhaupt nicht 'vorgekommen." Vorbild und Beispiel spielen hier wie übearü eine große Rolle Wenn der ausländische Arbeiter steht, wie der deutsche Ingenieur im strömenden Regen V; oder bis tief in die Nacht hinein mit ihnen zusammen aushält, bis der Betonguß fertig ist, so tut auch er willig seine Pflicht. Dazu weiß er, daß bei solchen Gelegenheiten eine besondere Belohnung auf I ihn wartet: heute abend kommt bfeftimmt der Front- sichrer und bringt für jeden ein paar 3igaretten I extra oder es gibt einen doppelten Schluck Rum ij in den Tee, oder vielleicht gar beides? Und für mehr geleistete Arbeit gibt es Prämien. „Vuukersuppe" ist nicht zu verachten. Schließlich ist auch die „Bunkersuppe", die deut- ■ sche und ausländische OT.-Arbeiter täglich neben ß ihrer eigentlichen Ration bekommen, keineswegs 0 zu verachten, denn wir haben diese gute Bohnen- 8 suppe — einmal waren es auch Nudeln fribft jj.ju Mittag gegessen und uns von ihrer Nahrhaf- M- tigfeit überzeugen können. Und nach einem guten Mittagessen und einer Zigarette tragen sich die Zementsäcke dann wieder leichter „Jonny - sagt der Frontführer zu dem einzigen Neger der Baustelle bcr gerade wieder zur Mischmaschine zuruckkehrt „heute wird sich aber mal gewaschen! ' denn der Zement hat auf seiner Haut eine Helle Puderschicht Besondere Aufmerksamkeit ist der Ausschmückung des Gemeinschaftssaales gewidmet, der mit einer kleinen Bühne versehen zu Vorführungen aller Art geeignet ist und von französischen Künstlern — ober solchen, die sich dafür hielten — mit luftigen volkstümlichen Figuren und Versen ausgemalt wurde. Hier finden die Arbeiter nach ihrem anstrengenden Tagewerk Entspannung und Belehrung in einem Geiste, der sie zu einem Stoßtrupp macht, zu einem Vorbild und Ansporn für die anderen. Auch für den kranken Arbeiter ist gesorgt, der im Revier durch den OT.-Arzt die nötige Behandlung erfährt. Und auch hier, wie überall, werden die Einrichtungen ständig verbessert und rationeller gestaltet Da ist ein Revier umgezogen. Gestern erst ist ihm das neue Quartier angewiesen worden: ein herrliches altes Schloß, das unter Denkmalsschutz der deutschen Wehrmacht steht. Aus den Fenstern geht der Blick auf einen Teich, dahinter Park und Wald. Ein paar Schwäne ziehen über das grüne Wasser, hier draußen scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. 2(ber nicht drinnen, denn schon sind ein paar Zimmer eingerichtet, die Betten mit weißem Leinen bezogen, und das Behandlungszimmer steht fertig da, bis auf die letzte Pinzette. „Organisation" Todt, denken wir wieder und äußern dann dem uns führenden Oberarzt unser Bedenken, daß hier vielleicht mancher Kranke gar nicht so schnell wieder fort möchte. Aber er meint, dafür werde er schon sorgen, denn er habe sich gerade vorgenommen, hier auch Operationen zu machen, um die langwierige Verschickung ins Reich zu vermeiden und wertvolle Zeit zu sparen. So greift ein Glied ins andere, logisch folgt eine Maßnahme aus der anderen. Hinter dem Wall von Eisen und Beton steht ein zweiter, die lebendige Mauer der Einsatzbereitschaft aller derer, die ihn schaffen und die zu seiner Verteidigung angetreten sind. Und daß dieses Bollwerk Europas gegen jed- roeöen Angriff feiner Feinde standhalten wird, dafür werden sie schon sorgen. rung als nicht so hoch erwiesen haben, wie ursprünglich angenommen werden mußte. Die Zahl der Toten beträgt nach den nunmehr vorliegenden amtlichen Feststellungen 3 70 Reichsdeutsche. Außerdem kamen 341 Kriegsgefangene verschiedener Nationalität ums Leben. Auch die durch den ersten Wassersturz verursachten wirtschaftlichen S ch ä ö e n' für die betroffene Bevölkerung haben erfreulicherweise nicht das befürchtete Ausmaß erreicht und werden gegenwärtig durch umfassende Hilfsmaßnahmen ausgeglichen. Frankreich und Tunesien. Vichy, 20. Mai. (Europapreß.) „Tunesien wird in guten und in schlechten Tagen mit Frankreich vereint bleiben", erklärte der bisherige französische Generalresident in Tunis, Admiral Esteva, am Mittwochabend in seiner Rundiunkanfprache an die französische Bevölkerung. Admiral Esteva erinnerte die Bevölkerung daran, daß Marschall P 6 t a i n und seine Regierung die gesetzlich gewählten Vertreter Frankreichs, seien, denen alle Gehorsam schuldeten, und schloß seine Ansprache mit den aufrichtigsten Wünschen für das Glück und Wohlergehen Tunesiens. Meutereien in Südafrika. Rom, 19. Mai. (DNB.) Bei der Versenkung eines englischen 5000 BRT.-Dampfers au einem nicht genannten Ort durch ein italienisches U-Boot wurde als einziger Ueberlebenber ein von den Eng- länbern an der Alamein-Front am 18. Juni des vergangenen Jahres gefangener italienischer Militärarzt, der mit dem Dampfer nach England gebracht werden sollte, von seinen Landsleuten gerettet, der über seine Erfahrungen während der Gefangenschaft folgendes berichtet: In einem südafrikanischen Gefangenenlager, in dem er untergebracht war, brach wegen schwerer Mißhandlungen eine Meuterei der Neger- truppen aus. Der das Lager kommandierende englische Kapitän wurde von den Negern mit Stockschlägen getötet, und zahlreiche Öffhiere wurden schwer verletzt. Zur Unterdrückung der Meuterei wurde eine motorisierte südafrikanische Brigade eingesetzt, die auf Panzerwagen im Lager eintraf. Die meuternden schwarzen Truppen nahmen die ein- treffenden südafrikanischen Truppen unter Feuer. Hierbei wurden der Kommändierende General, zahlreiche Offiziere und Soldaten getötet. Es kam bann zu einer längeren heftigen Schießerei, in beren Verlauf mehrere Eingeborene getötet würben. Die übrigen meuternden Zulu-Sol- baten würben verhaftet, vor ein Militärgericht gestellt unb kurz darauf wegen Meuterei hingerichtet. Derartige Vorkommnisse ereigneten sich, wie der italienische Militärarzt berichtet, in verschiedenen Teilen Südafrikas und dauerten bis in den Januar 1943 hinein. Jedesmal wurden die Meutereien von den südafrikanischen Truppen blutig unterdrückt. Der südafrikanischen Presse war strengstens unterlagt, über die Meutereien zu berichten. von Schwerin, Kommandeur einer Infanterie- Division als 240. Soldaten; Oberleutnant Wilhelm Niggemeyer, Adjutant in einem Pionier- Bataillon als 241. Soldaten; Oberst Franz Griesbach, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, als 242. Soldaten; Hauptmann Erich Bären- länger, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment, als 243. Soldaten: Major d. R. Richard Grünert, Bataillons-Kommandeur in einem Panzer-Grenadier-Regiment, als 244. Soldaten: Oberfeldwebel Ernst Kruse, Zugführer in einem Panzer-Grenadier-Regiment, als 245. Soldaten; Oberst Karl Löwerick, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, als 247. Soldaten. Empfang beim Führer. x Hohe deutsche Auszeichnung für Frau Luuktonen. DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 19.217ai. Der Führer empfing heute die Präsidentin der finnischen Frauenorganisation Cotta Svaerb, Frau Fanni Luukkonen, die sich auf Einladung der Reichsfrauenführerin, Frau Sch 0 lh- klink, zur Zeit in Deutschland aufhätt. Anläßlich dieses Besuches überreichte der Führer Frau Luukkonen in Würdigung des hervorragenden Einsatzes der finnischen Frauenorganisation im gemeinsamen Freiheitskampf gegen den Bolschewismus den Stern des Deutschen Adlerordens. Oie Toten bei den Talsperren. 370 Reichsdeutsche und 341 Kriegsgefangene Berlin, 19. Mai. (DNB.) Zu dem Angriff auf die Talsperren, den der OKW.-Bericht vom 17. Mai meldete, erfährt das Deutsche Nachrichten- Büro, daß sich die Verluste unter der Zivilbeoölke- abgesetzt. Aber Jonny hat eine schone Ausrede: »Nix savon", sagt er und grinst, daß seine Zähne doppelt weiß blitzen. Auch sonst fehlt der Humor nicht. Da hat ein Franzose auf seinen Bretterverschlag, aus dem heraus er die Kontrollzettel an die Wahrer der mit Kies gefüllten Lastwagen verteilt, mit, Kxeide die Worte geschrieben „Villa Zugluft" denn der Seewind fegt gewaltig über die Hochfläche. Wie lebt der OT.-Arbeiter? Wie lebt nun der OT.-Arbeiter? Zum überwiegenden Teil in Lagern; die aus der unmittelbaren Umgebung stammenden Arbeiter aber auch bei ihren Familien. Die Aufsicht und Betreuung in diesen lagern ist ausschließlich ehemaligen Angehörigen der französischen Freiwilligenlegion, die sich schon im Osten bewährten, anvertraut, denn das Haupt- kontingent der Arbeiter stellen naturgemäß die Franzosen. Sie sind aber nicht nur die zahlreichsten, sondern im ganzen gesehen auch die besten Arbeiter, vielleicht weil sie die Notwendigkiet ihrer Arbeit am schnellsten und tiefsten erkannt haben. Sie erleben ja fast täglich, was das Ausgeliefertsein an die anglo-amerikanischen „Befreier" bedeutet. Um den Arbeitern aber einen weiteren Anreiz zur Leistungssteigerung zu geben, sind sog. Musterlager geschaffen worden. Die hier untergebrachten Arbeiter, die unter den besten ausgewählt werden, erhalten nicht nur erhöhten Lohn und noch bessere Verpflegung, sie bekommen auch die Uniform der OT. mit dem jeweiligen Wappen ihrer Landesangehärigkeit und leben in einer Umgebung, die sich von den allgemeinen Lagern dadurch unterscheidet, daß sie mehr bietet als nur das Notwendige. Wir haben in ein solches Musterlager an der Kanalküste einen Blick tun können: In Den sauberen Holzbaracken ist für jeden Arbeiter ein Spind vorgesehen, ein '200^= 5 wird früher ober später der Gedanke der Verantwortung für Europa wach werden, denn nur auf diesem Wege kann das Schicksal des eigenen Volkes zum Guten gewendet werden. Europa und die zu ihm gehörenden Völker müssen in sich gesund, stark und kräftig werden gleich einem Baum tnit starken und weitverzweigten Wurzeln, einem kräftigen Stamm und einem reichen Geäst. Wie nichts fehlen darf an diesem Baum, wie eines zum anderen gehört und jede Wurzel, der Stamm, jeder Zweig und jedes Blatt seine natürlichen Funktionen zu erfüllen hat, so muß es auch bei der europäischen Völkerfamilie werden. Sie braucht genügendes und gutes Erdreich, sie braucht genügend Licht und Lust, um atmen und sich entfalten zu können. Deutschland hat selbst zu lange am eigenen Leibe gespürt, was es heißt, verkümmert leben zu müssen, um nicht zu begreifen, daß das neue Europa nur auf aegs«seitige Achtung, Vertrauen und auch Freundschaft aufgebaut werden kann. Die Stellung der einzelnen Völker im europäischen Raum erwächst aus ihrer Leistung, die sie für diesen Raum bringen. Es gilt nicht das Recht des Stärkeren, sondern der begründete Anspruch des leistungsmäßig Tüchtigeren. Aus solchem Verantwortungsbewußtsein und Blickwinkel heraus muß auch die Mobilisierung der europäischen Arbeitskraft aesehen und beurteilt werden. Europa besitzt in seiner Arbeitskraft ein Leistungspotential, dessen geschlossener, zweckooller Einsatz einen wesentlichen Beitrag zum Sieg in diesem Krieg darstellt. Deutschland hat diesen Krieg nicht gewollt, er ist ihm aus dem Haß und dem Reid seiner Feinde aufgezwungen worden. Nun, wo wir mitten in dieser 'großen geschichtlichen Auseinandersetzung grundverschiedener Welten stehen, müssen die letzten Reserven eingesetzt werden, um den Kampf siegreich zu bestehen. Ein solcher Ausgang sichert die Grundlagen für friedliche Aufbauarbeit. Europa braucht Ruhe und Frieden. Die Sinnlosigkeit der europäischen Selbstzerfleischung in ewigen Kriegen, von denen nur Die Feinde der europäischen Einigung profitieren, muß ein Ende finden. Deutschland hat nicht dabei Haltgemacht, seine eigene Arbeitskraft zu mobilisieren, sondern es ist daran gegangen, auch die in Europa noch vorhandenen Kräfte res erven zu erschließen. Hierbei ist es gerade bei den befreundeten Nationen, allen vorgn bei Italien, auf besonderes Verständnis und Entgegenkommen gestoßen. Die großen Erfolge dxr deutschen Wehrmacht haben überdies in den besetzten Gebieten neue Möglichkeiten geschaffen. Es geht, das kann nicht oft genug betont werden, bei der Mobilisierung der europäischen Arbeitskraft nicht allein um Deutschland, sondern das, Schicksal aller europäischen Volker steht auf dem Spiel. Entweder siegen sie mit Deutschland und schaffen damit die Grundvoraussetzungen für die glückliche Zukunft auch ihrer Länder; oder sie trifft alle ohne Ausnahme die Vernichtung. Deutschland ist kraft seiner Größe und Leistung Bannerträger in diesem größten aller Kriege. Es führt dabei diesen Kampf nicht nach englischer Methode mit dem Blut seiner Verbündeten, sondern es nimmt selbst die größten Opfer an Gut und Blut auf sich. Deutschland mutet keinem europäischen Volk Belastungen zu, die es nicht selbst schon trägt. Wenn aber Deutschland in dieser Weise besondere Vorleistungen erbringt, dann ist es aus der ihm zugefallenen führungsmäßigen Verantwortung nicht nur berechtigt, sondern gegenüber deM Schicksal verpflichtet, auch von den übrigen europäischen Nationen einen angemessenen unmittelbaren Beitrag zu verlangen. Das gilt insonderheit von den besetzten Gebieten, denn auch für ihre gesicherte Zukunft kämpfen Deutschland und die mit ihm verbündeten Nationen diesen Kampf. Keine europäische Staatsführung kann sich der Verantwortung im Arbeitseinsatz entziehen, nicht Deutschland zu Liebe, sondern «aus Liebe zum eigenen Volk, das allerdings nicht für sich allein gesehen werden Fann, sondern als Glied einer größeren Gemeinschaft, der europäischen Völkerfamilie, deren Schicksal auf dem Spiele steht. So ergeben sich aus dieser Stellung vornehmlich im Krftge erweiterte Pflichten, die wiederum nach ihrer Erfüllung auch erweiterte, weil durch Leistung erworben, Ansprüche nach sich ziehen, lieber diese Zusammenhänge muß völlige Klarheit bestehen. Die Lasten im Kriege müssen einigermaßen gleichmäßig verteilt werden. Noch einmal sei es klar herausgestellt: Die Mobilisierung der europäischen Arbeitskraft ist eine wesentliche Voraussetzung für den Sieg, und je schneller und umfassender sie gelingt, um so schneller geht der Krieg zü Ende, um so schneller können wir uns dem Wiederaufbau und 'der Ausgestaltung des europäischen Großraumes zuwenden. Europa muß feine gesamte Arbeitskraft einsetzen, um zunächst das Nahziel, den Sieg in diesem Kriege, und anschlie- zend das Fernziel, hie laufende Steigerung des Lebensstandards aller europäischen Völker in friedlicher Arbeit zu erreichen, lieber das Fernziel darf edoch das Nal)ziel niemals vergessen werden; es wäre mehr als sträflicher Leichtsinn. Daß unseren Feinden die damit verbundene gewaltige Verstärkung des europäischen Kriegspotentials nicht paßt, daß sie mit allen Mitteln diese Konzentration der Kräfte zu stören bzw. zu verhindern suchen, merkt man an dem Gift und der Galle, die sie aus ohnmächtiger Wut in ihren verlogenen und mehr als durchsichtigen Hetzsendungen Tag für Tag spritzen. All dies ist Ausfluß einer einzigen Tatsache: sie mißgönnen den europäischen Völkern, allen opran Deutschland und Italien, das Berlin, 19. Mai. (DNÄ.) Reichsstudentenführer Dr. Scheel hielt am Mittwoch über den Groß- deulschen Rundfunk eine Rede, in der er u. a. ausführte: Vor wenigen Wochen hat die Führung des Reiches die Entscheidung getroffen, daß auch im totalen Kr i e g das Studium an den deutschen Hochschulen weitergeführt wird. Ausgehend von dieser Tatsache werden sich viele über die Bedeutung der Hochschule, der Wissenschaft und des Studiums im Kriege Gedanken gemacht haben. Eines ist sicher: diese Entscheidung bekundet eindringlich die Bedeutung der Hochschule für das Leben unseres Volkes und chre Bedeptung für den gemeinsamen Kampf um eine größere Deut» sche Zukunft. Denn eine gründliche Überprüfung hat ergeben, daß Hochschule, Wissenschaft und Studium für die (Erringung unseres Sieges in diesem Kriege wichtig sind. Aus der Hochschule und dem Studium geht laufend der Nachwuchs für eine Reihe von Berufen hervor, die unmittelbar im Dienste wichtigster Aufgaben der Kriegführung stehen, z. B. der Arzt, der Techniker, der Chemiker. In allen diesen Berufen ist der Bedarf an jungen Kräften schon jetzt sehr groß und wird nach dem Kriege noch steigen. Es bedarf keiner weiteren Erläuterung, daß im Unterschied zum Frieden, wo nur der jährliche Altersausfall durch den Nachwuchs ersetzt werden mußte, um diese Berufe auch zahlenmäßig auf der Höhe zu hatten, jetzt im Kriege noch eine erheblich größere Zahl von anderen Ausfällen hinzukommt. Denken wir aber auch daran, wie viele solcher Kräfte nach dem Kriege benötigt werden, wenn Adolf Hitler nach (Erringung von Freiheit urtb Brot in Erfüllung des sozialistischen Programms den modern- st en Sozial st a a t vollenden wird. Das deutsche Volk vermag also im Krieg und im Frieden nur mit einem ausreichenden Nachwuchs seiner hochschulberufe die Aufgaben seines Daseinskampfes voll zu meistern. Schon deshalb müssen die Hochschulen des Großdeutschen Reiches auch jetzt im Zeichen des totalen Krieges geöffnet bleiben. Es wäre aber ein schwerwiegender Irrtum, wenn angenommen würde, daß der Wert der noch nicht erwähnten anderen Studiengebiete für unser nationales Leben kleiner sei. Ihr Nutzen für unser Volk tritt nicht in so direkter und anschaulicher-Weise zu Tage, ist aber im Ergebnis genau so groß. Es liegt im Wesen der Wissenschaft, daß — im Unterschied zu den meisten anderen beruflichen Tätigkeiten — ihre Arbeit oft nicht sofort produktive und sichtbare Früchte trägt, sondern erst auf lange Sicht. Hochschule und W i s- s e n s ch af t sind eine Einheit, deren einzelne Gebiete in vielfältiger Wechselwirkung einander ergänzen und gegenseitig trage«. Da also aus höchstem Volksinteresse im Kriege das Studium weitergeführt werden muß, so fragt sich, wer jetzt studieren soll und in welcher Form das Studium in einer Zeit überhaupt durchgeführt werden soll, in der gerade die jüngeren Jahrgänge in der Wehrmacht stehen. Es gibt wohl auf Grund der Jahrgangslage der Studenten keine Gruppe des deutschen Volkes, deren Männer wie bei uns im Studententum heute zu praktisch 100 v.H. Soldaten sind. Das Studententum wahrt damit Recht zum fiebert, das diese Völker nur über das dauernd gesicherte Recht auf Arbeit erreichen können. Sie widersetzen sich der Einigung der europäischen Völker, um sie ewig in der früheren Bevormundung und Abhängigkeit zu erhalten. Die Völker Europas aber sind selbständig und leistungsfähig genug, um ihr Schicksal aus eigener Kraft zu gestalten. Sie spüren es von Tag zu Tag mehr, daß der Weg zu diesem Ziel nur über den Weg der Wiedergeburt und des Neuaufbaues einer gesunden Völkerordnung unseres ehrwürdigen Kontinents geht. Der europäische Arbeitseinsatz, der sich im Kriege zwangsläufig in einer stärkeren Beteiligung an der europäischen Waffenschmiede in Deutschland abspielt, ist ein notwendiger Weg zu diesem großen Ziel. seine beste Tradition, die von den Freiheitskriegen über das Wartburgfest der Burschenschaften, den Kampf für Großdeutschland und den Opfergang bei Langemarck bis zu dem Freiburger Studenten S ch l a g e t e r und dem Berliner Studenten Horst Wessel führt und in diesem Kriege tausendfache Bestätigung gefunden hat. . Wehrhaftigkeit ist höchstes Vermächtnis der deutschen Studentengeschichte, und mit Stolz sehen wir, wie diese Gesinnung sich in den vielen Taufenden unbekannter Studenten, die teilweise seit drei, vier, fünf Jahren und mehr bei der Wehrmacht stehen, ebenso erfüllt wie in den 68 Wannern aus unseren Reihen, denen der Führer das Ritterkreuz verliehen hat. Von diesen Frontstudenten wurde bisher ein Tell derer, die längere Dienstzeit hinter sich haben, in gewissen Zeitabschnitten für ein falbes Jahr zum Studium beurlaubt. Unsere männliche Studentenschaft besteht heute fast vollständig aus beurlaubten, kommandierten oder verwundeten Soldaten. Eine weitere Gruppe bilden die Studentinnen, die sich ihren berechttgten Platz im Hörsaal längst erkämpft haben, lieber die normale Studienpflicht hinaus leisten unsere Studentinnen während des Studiums und während der Ferien genau so wie unsere Studenten Arbeitseinsatz für Volk und Rüstung, der nach Möglichkeit in einer denk Berufsziel des Studierenden entsprechenden Beschäftigung Durchgeführt wird. Die Entscheidung des Reiches über die Weiterführung von Hochschule und Studium im totalen Krieg ist mit der Bestimmung verbunden, daß eine allgemeine Überprüfung aller Studierenden darüber einseht, ob sie nach Leistung und Haltung für ein Studium im Kriege würdig sind. Von den Hochschulen entfernt werden alle diejenigen, die sich einem strengen Maßstab nicht g e w a cd s e n zeigen. Ausgemerzt werden insbesondere alle, die nicht ernsthaft Den alsbaldigen Abschluß ihres Studiums und eine Berufsausbildung anstreben, ferner die Elemente, die vielleicht nur deshalb die Hochschule besuchen, um sich vom Arbeitseinsatz zu drücken. Durch lausende Ueberprü- fung werden wir sichern, dah sich solche Menschen, die "eine schwere Belastung für die Hochschule darstellen, nicht drücken können. Es sind zum Glück nur wenige, die von der Hochschule verwiesen werden müssen; aber gerade diese wenigen sind es, die das Bild Der Hochschule stören. Die Front- studenten werden für diese Ausmerzung sorgen und auch in allen anderen Fragen die Verantwortung dafür tragen, daß in unserem Studententum jener achte Idealismus lebendig bleibt, Der eine feiner wertvollsten Eigenschaften ist. Diese Frontstudenten erfüllen als Studentenführer den großen Auftrag, Den der Nationalsozialistische Deutsche Stüdentenbund jetzt verstärkt innerhalb der gesamten Studentenschaft besitzt. Gerade sie wissen, daß nur Der ein wirklicher Student ist, der sich bemüht, über, sein fachliches Können hinaus zugleich ein Glaubensträger feines Volke s, d. h. ein begeisterter Glaubensträger des Führers zu sein. Der Soldatendienst Der Reichsstudentenführung hat es sich zur Aufgabe gestellt, daß kein Kriegsteilnehmer mehr sinanzlelle Sorgen für oder WÄhrentz seines Studiums haben soll. Es ist unser großes Ziel, daß jeder begabte junge Deutsche, ohne Rücksicht auf Herkunft und väterlichen Geldbeutel, studieren kann. In den Hochschulferien aber werden alle Studenten und Studentinnen, Dafür habe ich die Verantwortung vor der Nation übernommen, auf den verschiedensten Arbeitsplätzen stehen und fick) restlos für Deutschlands Rüstung und derv Sieg einsetzen, Schulter an Schulter mit Den kämpfenden und schaffenden Millionen in leidenschaftlicher Pflichterfüllung verbunden. Der Führer wird sich in dieser Schicksalsstunde voll und csanz auf seine Studenten verlassen können. Die Lebensmiitetteuerung in Aegypten. 90 Prozent der Bevölkerung hungern. A n t a r a , 19. Mai. (Europapreß.) Die fi e b e n s« Mittelteuerung hat in Aegypten jetzt der- artige Ausmaße angenommen, daß in den beiden Kammern des ägyptischen Parlaments über diese Frage erneut sehr erregte Diskussionen ftattfinben. Der Senator Dr. Abulakikselim wies darauf hin, daß 90 v. H. derBevölkerung nicht mehr imstande sind, das Lebensnotwendigste zu kaufen. Unter dem Dtuct der Parlamentskritik verkündete der Wirt- schaftsminister, daß er dem Kabinett einen neuen Gesetzesoorschlag zur Bekämpfung des Lebensmittelwuchers unterbreiten werde. Der ägyptische Handelsminister warnte vor dem Optimismus, zu glauben, daß nach der Besetzung von Tunis durch die „Alliierten" die Schiffahrt im Mittelmeer wieder normal fei und Aegypten nunmehr große Mengen von Waren über das Mittelmeer erhalten werde. Der Minister erklärte, Die amerikanischen und englischen Streitkräfte benötigten im Gegenteil jeden Schiffsraum für den Transport von Kriegsmaterial. Aegypten müsse sich daher noch für längere Zeit auf die eigene Produktion verlassen. Iudenboylott gegen Antisemitismus. (Senf, 19. Mai. (DNB.) „Durch die Welle des Antisemitismus, die zur Zeit über England hinweggeht, fühlen sich die Dort lebenden Juden „arg bedroht, teilt die englische Pressefachzeitschrift „Worlds Preß News" mit. Den Jude« passe diese Seite der demokratischen Redefreiheit in England nicht, von der weite n icht j Üd i sch e Kre ise Gebrauch machten. Die Juden seien jetzt zur „Gegenoffensive" übergegangen, indem sie auf die jüdische Geschäftswelt einen Druck ausüben, keine kleinen. Anzeigen an solche Zeitungen und Zeitschriften zu geben. Die sich irgendwie einmal judenfeindlich eingestellt haben. Schon vor einigen Wochen hätten zwei Manchester Zeitungen, Die einen „offenen Brief an die Juden" veröffentlichten, die Rache der Juden zu spüren bekommen. Denn gleich nach Erscheinen dieses „offenen Briefes" habe eine große Elektrizitätsgesellschaft unferbem Druckdes jüdischen Kapitals diesen beiden Blättern die Anzeigen-Abonnements gekündigt. Jüdische Schieberpraxis in LIGA. Auch der Mariueminister war dabei. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Washington steht im Mittelpunkt eines Äriegsgeroinnlerffan» Dais. Ein Sonderausschuß des Abgeordnetenhauses hat sich mit Der Affäre befassen inüssen und hat einen gewissen John P. Monroe vernommen, der ein Jude ist. Er heißt gar nicht Monroe, sondern Kaplan und ist aus Galizien Mach Den USA. eingewandert. Monroe-Kaplan hat zugegeben, daß in Dem Roten Haus in der R-Straße, das er gemietet hat, üppige Gelage mit hohenUSA.-Beamten und nach Kriegsgewinnen hungernden Fabrikanten stattgefunden hätten. Das Peinlichste an der ganzen Sache ist, daß sich auch Der U S A.- M a r i n e m i n i° ft er Knox an diesen (gelogen beteiligt hat. Monroe versuchte sich als Vertreter von großen Fabrikunternehmungen auszugeben, der sich bemühe, für feine Klienten Kriegsaufträge hereinzuholen. Er meinte, dazu müsse man schon gute Beziehungen zu hohen Beamten und Offizieren haben, sonst fei es bei den in Washington herrschenden Verhältnissen nicht möglich, auch nur einen Auftrag zu erhalten. Der Jude gestand weiter. Das Hochschulstudium im totalen Krieg. Eine Rede des Reichsstudentenführers. Die Gchlaffameraden. Von Johann Peter Hebel. Eines Abends kam ein frember Herr mit feinem Bedienten im Wirtshaus zu Der „Goldenen Linde" in Brassenheim an und ließ sich bei Dem Nachtessen beiderlei wohl schmecken, nämlich Das Essen selbst und Das köstliche Getränk. Denn Der LinDenwirt hat Guten. Der Bediente aber an einem anderen Tisch Dachte: Ich will meinem Herrn keine Schande machen, und tränt wie im Zorn ein Glas und ernt Bouteille nach der anderen aus, sagend zu sich selbst: „Der Wirt soll nicht meinen, daß wir Knicker sind." Nach Dem Essen sagte Der Herr zu Dem LinDenwirt: ,j)err Wirt, ich hab' an Euerem Roten sozusagen eine gefährliche GntDeefung gemacht. Bringt mir noch eine Flasche voll in das Schlafstüblein!" Der Bediente hinter Dem Rücken des Herrn winkte Dem Wirt: „Mr auch eine!" Denn fein Herr ließ sich vieles von ihm gefallen, weil er auf Reisen auch sein Leibgardist war und immer mit ihm in Der nämlichen Stube schlafen mußte, und je einmal, wenn er sich zuviel Freiheit herausnahm, war der Herr billig und dachte: Ich will nicht wunderlich sein. Es ist ja nicht Das erstemal, daß er es tut. Also trank an seinem Tisch Der Herr und fas die Zeitung, und am anderen Tisch dachte der Bediente: Es ist ein harter Dienst, wenn man trinken muß anstatt zu schlafen, zumal so starken. Gleichwohl, als er Dem Herrn Die zweite Flasche holen mußte, nahm er für sich auch noch eine mit vom nämlichen. Der Herr fihg endlich an, laut mit Der Zeitung zu reden, Und Der Bediente nahm wie ein Echo zwischen Der Tür und Dem Fenster auch Anteil daran, aber wie? Der Herr las von dem großen Mammutknochen, Der gefunden wurde. Der Bediente, Der eben Das Glas zum Munde führte, lallte für sich: „Soll leben. Der Mohammedknochen!" Oder als der Herr von Dem Seminaristen las aus dem Seminarium in Pavia, Der mit Lebensgefahr eines Schristgießers KinD aus den Flammen rettete, ergriff er das Glas, und „Bravo" sagte er, „wackerer Seminarist?" Der Bediente aber stammelte für sich: „Soll leben, Der wackere Seeminister!" und goß richtig das halbe Glas über Die Liber ei hinab. „Hast du es gehört, Anton? So eine Tat wiegt viele Meriten auf", fuhr Der Herr fort. „Sollen auch (eben, die Minoriten!" erwiderte der Diener; und so oft jener zum Beispiel sich räüsperte oder gähnte, räusperte sich und gähnte der Anton auch. Endlich ägte Der Herr: „Anton, jetzt wollen wir ins Bett." Der Anton sah seine Flasche an und erwiderte: „Es wird ohnehin niemand mehr auf fein in der Wirtschaft." Denn seine Flasche wax leer. Aber in der Flasche des Herrn war noch ein Restlein. Früh gegen zwei Uhr weckte es Den Anton, daß noch ein Restlein in Der Flasche des Herrn sei. Also stand er auf und trank es aus. „Sollst vernecht es", sagte er. Als er aber sich wieder legen wollte, kam er ein wenig zu weit rechts an das Bett seines Herrn. Denn beide Betten standen an Der nämlichen Wand mit Den Fußstätten gegeneinander. Also legte sich Der Anton neben seinen Herrn, mit Dem Kopf unten und mit Den Füßen oben, neben Des Herrn Gesicht, weil er meinte, er liege wieder in feinem eigenen. Eine Stunde vor Tag aber, als der Herr erwachte, kam es ihm vor, er wußte selbst nicht recht wie. „Soll ich Denn gestern abend haben Backsteinkäs heraufkommen lassen?" Als er sich aber umdrehen wollte^ ob ein Schränklein in Der Wand sei, fühlte er auf einmal neben sich etwas Lebendiges und Warmes, und das Warme und Lebendige bewegte sich auch. Jetzt rief er: „Anton, Anton!" mit ängstlicher und letfer Stimme, daß der unsichere Schlaf- tameraD nicht aufwachen sollte, und Derjenige, den er wecken wollte, war doch Der Schlafkamerad. „Anton!" schrie er endlich in Der Herzensangst, so laut er konnte. „Was befehlen Ihrs Hochwürden?" erwiderte endlich Der Anton. Jomm mir zu Hilfe! Es liegt einer neben mir." — ,Zch kann nicht, neben mir liegt auch einer", erwiderte Der Bediente und wollte sich strecken, so zwar, daß er mit dem linken Fuß unter des Herrn Kinn kam. „Anton, Anton", rief der Herr, „meiner reißt mir Den Kopf ab", und suchte ebenfalls mit den Füßen eine Habung. „Meiner will mir Die Nase aufschlitzen", schrie noch viel ärger Der Anton, „Wirf Deinen hinaus", schrie Der Herr, „und komm mir zu Hilfe!" — Also faßte der Bediente seinen Mann an den Beinen, und dieser als er ernst sah, faßte feinen Mann ebenfalls an den Beinen und rangen also Die beiden miteinander, daß keiner Dem anderen konnte zu Hilfe kommen; und Der Bediente fluchte wie ein Türk, der Herr aber fluchte zwar nicht, doch rief er Die unsichtbaren Mächte an, sie sollten feinem Gegner Den Hals brechen, was auch fast hätte geschehen können; Denn auf einmal hörte unten Der Wirt, der schon auf mar, einen Fall, daß alle Fenster zitterten und Der Perpendikel an Der Wanduhr sich in Die Ruhe stellte. Als er aber geschwind mit Dem Licht und Dem Hauptschlüssel hinaufgeeilt war, ob ein Unglück sich zugetragen habe, Denn er kannte seinen Roten, lagen beide miteinander ringend auf Dem Boden und schrien Zeter Mordio um Hilfe. Da lächelte Der Wirt in feiner Art, als ob er sagen wollte. Der Rote hat gut gewirkt, die gefährliche EntDeckung. Die beiden aber schauten einander mit Verwunderung und Staunen an. „Ich glaube gar, Du bist es selbst, Anton", sagte Der Herr. — „So seid nur Ihr es gewesen?" erwiderte Der Diener, und legten sich wieder jeder in sein Bett, worein er gehörte. Geschichten um Max Reger. „Als der liebe Gott Den Humor verteilte, habe ich halt zipeimal „Hier" geschrien, hat Max Reger oon' sich selbst gesagt. Besonders gern machte er seine eigene Person zum Gegenstand seines Spottes. So trug er sich einmal in Das Fremdenbuch eines vornehmen Hotels als „Akkord- arbeiter" ein und amüsierte sich köstlich über das entsetzte Gesicht Des Portiers. Verhaßt war ihm jebes’ An geschwärmt- oder auch nur Angestarrtwerden. Als einmal in Der «ommerfrische an den Nachbartischen alle Leute jede seiner Bewegungen beobachten, sprang er wütend auf, pflanzte sich in ganzer Größe und Breite in die Mitte Des Saales und schrie: „Jawohl, ich bin's" Eine Herzogin, Die ihn als Den „großen Mann" vorstellte, unterbrach er mit Den Worten: „Ja, ein Meter unD achtzig." Eins Prinzessin des Meininger Hofes, Die ihn besonders verehrte, äußerte eines Tages bedauernd zu ihm, es fei so schade, daß sie während Der Aufführungen immer nur seinen Rücken bewundern könne. Reger, auf seinen Namen an= spielend, Den man rückwärts genau so lesen konnte wie vorwärts, erwiderte gemütlich: „Das hat nichts auf sich, Hoheit: Es ist nämlich eine Eigentümlichkeit von mir, daß ich von hinten grab so aus- schau wie von vom." * ' Reger mußte auf einer feiner Konzertreisen in einem kleinen Dorf bleiben, in dem die Dorfkirche gerade von Dem Gutsherrn ein Geschenk erhalten hatte, nämlich eine neue Orgel. Der Kanwr war aber mit Der Klangfülle Des Instrumentes nicht recht zufrieden, und da er nicht wußte, ob Die Unzulänglichkeit vielleicht nur auf feine mangelhafte Kunst zurückzuführen fei, so eilte er zu Reger, als er von Der Anwesenheit des berühmten Organisten erfuhr, und klagte ihm fein Leid. Reger war sofort bereit, Die Orgel zu prüfen. Er ging mit Dem Kollegen in Die Kirche und spielte. Aber so sehr er sich anftrengte, auch ihm gelang es nicht, Dem Instrument eine befriedigende Klangfülle zu entlocken. Da kletterte er von Der Orgelbank herunter, klopfte dem Kantor tröstend auf Die Schulter und sagte: „Es ist nun mal nicht anders, lieber Freund: Einer geschenkten Orgel sieht man nicht in die (Borget!" e Reger fuhr an einem wunderschönen Juitttag von Jena nach Leipzig. Mit ihm saßen zwei ältere Damen im Abteil. Reger ließ sich durch Das geöffnete Wagebfenster den Sommerwind um Die Nase wehen. Plötzlich erhob sich Die eine Dame und schloß Das Fenster. „Ich friere- in diesem Luftzug!" Schon sprang Die andere empört hoch und ließ das Fenster wieder nieDerglerten. „Ich ersticke ohne frische Luft!" Dieses Auf- und Zumachen wiederholte sich vor Dem immer erstaunter dreinblickenden Reger mehrere Male. Schließlich schlug Reger Den beiden vor Wut zitternden Kämpferinnen für und wider Die frische Luft vor: „Meine Damen, vielleicht machen wir es so: zuerst bleibt Das Fenster solange zu, bis die Lufthungrige von Ihnen erstickt ist, dann öffne ich Das Fenster und lasse Die aiwere erfrieren." • Ms Reger in ^Meiningen einmal ein Wagner- Konzert Dirigierte, war Der Saal völlig aus verkauft. Reger kam erst im letzten Augenblick vor Beginn, und Der Pförtner, Der ihn nicht kannte, keinen Platz mehr bekommen!" „Nur keine Angst", rief ihm zu: „Alles ausverkauft! Sie können sagte Reger lächelnd, „ich habe schon meinen festen Stehplatz und fetzte feinen Weg zum Podium fort. C.K* Ion Aus der Stadt Gießen Gründung eines OberheUchen Künstlerbnndes Albert-Lesionek-Krankenhaus nordamerikanische U-Boote ober norü- amerikanische Kampfflugzeuge seit Beginn dieies Jahres bis Ende April a n g eg r i f f e n. Bon den sieben Schiffen wurden drei, nämlich die „Aribia Maru", „Rual Maru" und „Buenos Aires Maru", beschädigt und erlitten Verluste. Eine Notifikation, daß sämtliche vorerwähnte Schiffe Lazarettschiffe sind, war dem Feind durch die neutrale Macht, welche die japanischen Interessen vertritt, zugesandt worden." Lustwaffenoffensive gegen Tschungking-Stühpunkte. Schanghai, 20. Mai. (Europapreß.) Die L u f t- waffenoffensive der Japaner gegen wichtige Stützpunkte Tschyngking-Chinas wurde auch am Mittwoch weitergeführt. Besonders schwere Schäden wurden an drei Zielen in der Provinz F u k i e n angerichtet. Auch in Nordhunan hatten die japanischen Flugzeuge großen Erfolg. Die von tschungking-chinesischem Militär besetzte Stadt T s ch a n g t e h wurde schwer bombardiert. Militärische Anlagen im Stadtgebiet und in der Umgebung von Tschangteh wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Flakfeuer schlug den japanischen Flugzeugen nirgends entgegen, heißt es. Alle Maschinen kehrten zu ihren Stützpunkten zurück. Angriffe gegen japanische Lazarettschiffe Tokio, 19. Mai. (Europapreß.) Das Kaiserliche Hauptquartier teilte am Mittwochmorgen mit: ,/Sieben. japanische Lazarettschiffe wurden bei neun Gelegenheiten entweder durch. schäften Gerstengrütze nicht vorhanden ist, können auch andere Nährmittel bezogen werden, jedoch nicht Teigwaren. Die Sonderzuteilung von Käse wird noch durch Erlaß geregelt werden. Die für Einmachzwecke vorgesehene Sonderzuteilung von einem Kilogramm Zucker bedarf einer Vorbestellung. Zu die- sem Zweck wird die Reichszuckerkarte für die 51. bis 54. Zuteilungsperiode bereits jetzt mit ausgegeben. Sie enthält einen entsprechenden Bestellabschnitt, ..r. Man mit den übrigen Bestellscheinen in her nächsten Woche abzugeben ist. Am (Sonntag Haussammlung für das NSG. Die zweite Haussammlung für das Kriegs- hilfshllfswerk für das Deutsche Rote Kreuz, die am Sonntag, 25. Mai, zur Durchführung kommt, soll ** Feierliche Immatrikulation ait der Ludwi gs-Universität. Am Freitag. 21. Mai, 12 Uhr c. 1., findet in der Neuen Aula der Universität die feierliche Immatrikulation der Studierenden für das SS. 1943 statt. nommen. Jetzt hat die Klinik 130 Betten. Man mag schon aus diesen kurzen Zahlenangaben ersehen, welche außerordentliche Entwicklung das Gießener- Institut, das heute unter der Leitung von Professor Dr. Walther Schultze, des Direktors der Universitäts-Hautklinik, steht, seit seiner Begründung genommen hat. Die Heilstätte, die von Patienten aus dem ge» k samten Reichsgebiet wie auch aus dem benachbarten Auslande besucht wird, hat im Laufe der Jahre ihre Behandlungsmethoden außerordentlich verfeinert und verbessert. Vor allem wird heute der Nachdruck darauf gelegt die Patienten in einem möglichst frühen Stadium ihrer Krankheit zur Behandlung zu erfassen, während in den früheren Jahren in der Heilstätte zum größten Teil bereits sehr fortgeschrittene Fälle behandelt werden mußten. Es liegt auf der Hand, daß die Wirksamkeit 6er ärztlichen Behandlung und damit die Aussicht auf eine gründ- liche und dauernde Heilung um so größer sind, je Aus Anlaß der gestrigen 30. Wiederkehr des Tages der Gründung (19. Mai 1913) fand in der Gießener Lupus-Heil st ätte eine schlichte Feierstunde statt, in deren Verlauf die Lupus-Heit- tätte den Namen Albert-Jesionek-Kran- • e n h a u s erhielt. Mit dieser Umbenennung soll der Gründer der Heilstätte, der inzwischen verstorbene langjährige Gießener Dermatologe Professor Dr. Albert Iesionek, auf sinnvolle Weise tfn der Stätte seines segensreichen Wirkens geehrt werden. Die 1913 gegründete Lupus-Heilstätte war seinerzeit die erste Licht-Heilstätte in Deutschland. Sie war anfänglich nur für eine Belegung mit 30 Betten eingerichtet. Der erste Bau erwies sich schon bald als zu klein. In der Kriegszeit 1914/18 und der Nachkriegszeit war die Heilstätte vielfach uber- belegt, und schon 1926 mußte die Bettenzahl durch einen Erweiterungsbau auf 110 gebracht werden; 1937 wurde durch weitere bauliche Veränderungen auch noch eine eigene Kinderstation in Betrieb ge»; bildenden Künste als der zuständigen und verant-, wörtlichen kulturellen Aufsichtsbehörde. Die Gründer und Leiter des Oberhessischen Künstlerbundes legen besonderes Gewicht auf das Prinzip der Qualität, das für "die Arbeit der Vereinigung maßgebend und für die Aufnahme von Mitgliedern allein entscheidend sein soll. In diesem Sinne sollen di^ Arbeiten eines jeben um die Aufnahme als Mit- glred in den Künstlerbund sich bewerbenden Schaffenden einer an strengen Maßstäben und hohen Anforderungen orientierten Prüfung unterzogen werden. Für die Aufnahme in den Ob erh esst scheu Künstle rb und kommen Maler, Graphiker und Bildhauer in Betracht. Es ist, wie wir hören, beabsichtigt, im kommenden Herbst zum ersten Male mit einer Ausstellung an die Oeffentlichkeit zu treten: sie wird auf sinnfällige Weise zu dokumentieren haben, was mit der Gründung beabsichtigt wurde, und Auskunft geben über die künstlerische Arbeit und Zielsetzung der neu geschaffenen Vereinigung; daß diese Arbeit unter einem glücklichen Stern stehe, daß sie Bereicherung, Förderung und Erziehung im Bereiche des kulturellen Lebens unserer Heimatprovinz bedeute, ist im Interesse der Künstlerschast wie der kunst- liebenden Bevölkerung zu wünschen. hth üjm hergestellte Weste. Aquarelle und Zeichnungen zeigen Mottve aus der Waldheimat. Eine originelle Ausstellung. Die Stadtbücherei in Großenhain (Sachsen) zeigt in ihrem Schaufenster am Frauenmarkt eine Samm- Don Gegenständen, die sich in zurückgegebenen Buchern als „Lesezeichen" fanden. Es fehlt dabei nicht an ganzen Romanheften, an Streichhölzern, Nadeln und Geldstücken. Den Gipfel dieser originellen kleinen Ausstellung bilden jedoch Kämme, die ja wohl so wenig in ein Buch wie । neben die Butter gehören. Neues vom Film. Marte H a r e l l spielt eine Hauptrolle ifi dem neuen Wien-Film „Verzauberte Brautnacht", mit dessen Aufnahmen der Spielleiter Leopold Hainisch in Prag begonnen hat. Die männliche-Hauptrolle verkörpert Wolf Albach-Retty. * ^.Gustav Ucicky, der Spielleiter des Wien- Films „Am Ende der Welt", hat die Atelieraufnahmen zu dem Film, dessen Drehbuch Gerhard Menzel verfaßte, beendet. Hauptdarsteller sind Attila Hörbiger und Brigitte Horney. wiederum eine unseren Feinden gebührende Antwort auf ihre Terrorangriffe gegen Frauen und Kinder sein. Schon die erste Haussammlung 1943 brachte im Gau Hessen-Nassau gegenüber der gleichen Sammlung im Vorjahr eine Steigerung von 34,55 v. H., nämlich die stattliche Summe von 2152196,40 NM. Die Bevölkerung unseres Gaues wird auch bei der zweiten Hausfammlung die Gelegenheit ergreifen, durch ihre erhöhte Opferbereit-- schäft ihren Willen zum Sieg zu beweisen. Gibt es einen eindeutigeren Ausdruck für das unbedingte Vertrauen unseres Volkes in seine Führung und für die allgemeine Siegeszuoersicht als die noch ftänt big wachsende Spendefreudigkeit? Jeder weiß, auch auf seinen Beitrag am Schicksalskampf des deutschen Volkes kommt es an! verdunkelungszett: 20. Mai von 22.17 bis 4.48 Uhr. Da« heimliche Päckchen. Es gibt Menschen, die immer froh und tapfer daherkommen. An solche wenden sich gern die Schwächeren, laden all ihren Jammer ab und lassen sich von ihnen trösten mit Rat und Tat. Und das ist so in Ordnung. Denn der inwendig Starke hat die Kraft, des andern Lasten mitzutragen, er besitzt den lebhaften Geist, Auswege zu ersinnen, dazu ist ihm der Wille eingeboren, helfend den Schwächeren zu führen. Nun geschieht es aber nicht fetten, daß diese Starken geradezu magnettsch die Schwachen an sich ^ehen und dabei in Gefahr sind, über ihre Kräfte belastet zu werden. Am häufigsten erlebt man das wohl bet den Müttern, von denen man gewöhnt ift, daß sie immer Rat wissen, immer noch eine Arbeit auf sich nehmen, immer bereit sind, zu Gunsten anderer auf etwas zu verzichten. Und da fafin es leicht fein, daß die Umgebung es verlernt, darauf zu achten, ob nicht die Mutter auch einmal überlastet ist, Schmerzen hat oder der Ruhe bedarf, daß sich von neuem ihre Kräfte sammeln können! Zuweilen findet man auch Aerzte, denen vom Morgen bis zum Abend Leiden des Leibes und der Seele anvertraut werden, und von denen erwartet wird, daß sie bei Tag und Nacht bereit sind, sich für ihren Beruf zu opfern. Ob sie sich einmal krank fühlen oder überarbeitet sind, danach fragt keiner; denn der Kranke ist in den meisten Fällen nur mit sich selbst beschäftigt. Die eignen sorgenvollen Angelegenheiten sehen wir immer groß und vergessen darüber, daß der andere, der uns nur feri und stark erscheint, vielleicht auch seine Lasten mit sich schleppt, denn ohne Leid ist keines Menschen Leben. Oft ist sogar die Kraft des Starken erst entstanden, weil er Herr wurde über das eigene Ich mit allen Schmerzen des Leibes und der Seele. Deshalb denk an des andern Sorgen, wenn er den deinen willig fein Ohr leiht. Auch ihm wird es wohltun, einer Aufmerksamkeit zu begegnen, am meisten dann, wenn er es nicht gewohnt ift. Meine Großmutter, die eine kluge Frau mar, sagte einmal zu mir: „Kind, eins vergiß nie: jeder Mensch ohne Ausnahme trägt sein heimliches Päckchen!" H.B Die neuen Lebensmittelkarten. Die Lebensmittelkarten für die 50. Zuteilungsperiode vom 31. Mai bis 27. Juni werden in diesen Tagen verteilt. Die wesentlichen Veränderungen sind bereits bekannt. Auf Grund der neuen Bestimmungen erhalten Normalverbraucher über 18 Jahre jetzt wöchentlich 250 Gramm Fleisch, Kinder und Jugendliche von sechs bis achtzehn Jahren 300 Gramm, Kinder bis zu sechs Jahren 100 Gramm. Die Ration der Lang- und Nachtarbeiter beträgt 450 Gramm, der Schwerarbeiter 600 Gramm und der Schwerstarbeiter 850 Gramm. Wie bereits gemeldet wurde, fehlen die gleichzeitig vorgesehenen Monatszulagen von 300 Gramm Brot und 50 Gramm Fett auf den neuen Karten noch und erscheinen dafür auf den Lebensmittelkarten der 51. Zuteilungsperiode doppelt mit entsprechender Borgriffsmöglichkeit. Die zusätzliche Verteilung von Nährmitteln erfolgt in den vier nächsten Kartenperioden, so daß in der 50. Periode zunächst 250 Gramm Gerstengrütze verteilt werden. Die 216gäbe erfolgt auf einen besonders gekennzeichneten Abschnitt der Reichsfleischkarten. Soweit in den Ge- Ritterkreuz für einen Oberheffen. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Führer oer« lief) auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Rittern kreuz des Eisernen Kreuzes "an Major Lau§ Kommodore eines Kampfgeschwaders. Major Heinrich Lau, am 15. 9. 1911 in Nie« der-Erlenbach (Kreis Friedberg) get boten, ift ein hervorragender Kampfflieger und vorbildlicher Geschwaderkommodore. Auf nahezu zweihundert Feindflügen im Kampf gegen Frankreich, England und die Sowjetunion errang er große Erfolge, die oft eine wirksame Unterstützung der Operationen des Heeres bedeuteten. Seinen Besatzungen voranfliegend, gab er ihnen stets ein leuchtendes Beispiel persönlicher Einsatzbereitschaft und Tapferkeit. n°|/r $ontßn bei zwei Washingtoner Banken unter- halte und monatlich dort 28 000 Dollar einzahle Als £afr^n fhQ9te' ?°her er das Geld habe, antwortete G-dÄni- 6r nid,t' er ein schlechte- J?er Juden ein- und aus- h n9 ^a.mnJfmkn,ftCxr Oberst Knox konnte nicht um- hin, emzugestehen, daß er am 26. März zu ammen nieht eumr & be‘ gespeist habe. Natürlich 3rmhmhnH lT5itDlwen' sondern weil er einen tfregnö dort habe treffen wollen, der aber merk- nKU .gekommen ist. Auch der Ches L/nin^ssn^^e-Feldzeugmeisterei, Generalmajor ! Aborte zu den Gästen Mon- orn Jj x n3te H b*1 seiner Vernehmung hin- ter der 2lusrede, er habe die Einladung durch einen anderen Offizier erhalten und habe dort den Erz ° c.?:9 ? ' den berüchtigten Habsburger R?s?biing, der sich in Judenkreisen besonders wohl- fuhlt, treffen wollen. Die Vernehmung vor dem Unterausschuß endete damit, daß der Vorsitzende er- f aIte/ tx werde der Sache auf den,Grund gehen. ex vermutlich bleiben, denn es ist nicht Sn £ & ö,c ^cn und höchsten Weißen Hauses noch weiter zu blamieren ^vvsevelts Hausjuden werden schon dafür breitgetreten mirb.Cm"*e nicht weiter _ Sowjetspionage in Schweden. ys ckholm, 19. Mai. (Europapreß.) Großes mprhpnh1 €r®9£ ^ier ein neuer Fall in der endlos n Spionagefällen, die der S o w j e t r c g i e r u n g ge- leitet und finanziert werden. Verhaftet wurden in Olejem Zusammenhang bisher der Schwede Jssak x V c^vnd die Schwedin Sylvia Lindberg, beide 21 Jahre alt, sowie ein nicht namhaft gemach- £x 1 aIs Verbindungsmann zwi- Itpen Edvall und Lindberg und der sowjetrus- fi chen Spionaaezentrale tätig war. Ed- oall, der trotz feiner Jugend bereits eine äußerst be= megte Vergangenheit hinter sich hat, besuchte regelmäßig schwedische Werften und Industrieanlagen .viußte sich auch sonst gewisse ausländische Machte interessierende Angaben zu verschaffen. Unterstützt wurde er hierbei von Sylvia Liiwberg, mit ocr zusammen er auch einige Einbrüche verübte. Die von diesem Paar gemachten Beobachtungen und aus ausländischen Quellen zusammengetragenen Tat- lachen wurden durch Vermittlung des ungenannten Auslanders an die sowjetrussische Spionagezentrale m Stockholm weitergeleitet. Tfchungking-China in schwerer Krise. ,S ch an gha i, 19. Mai. (Europapreß.) Tschung- k i n a - C h i n a ist in eine lebenbedrohende Krzse geraten, so wird von gutunterrichteter Seite erklärt. Die seit längerer Zeit immer wieder aufs neue an die britische, vor allem aber an die nord- amerikanische Regierung gerichteten Hilferufe sind bitter ernst zu nehmen. Auch die Reise von Frau Tschiangkaffchek ist nur als Ausdruck der großen Besorgnisse zu werten über die entscheidenden japa- nischen Erfolge der letzten Zeit? Briten und Nordamerikaner schweigen sich aus, weil sie zur Zeit außerstande sind, den durch sinnlose Versprechungen m den selbstmörderischen Krieg gehetzten Tschung- kl»tg-Chinesen wirksam zu helfen? Marschall Tschiangkaischek rief am Diens- i rag in höchster Eile feine Generalstäbler zusammen. U. a. nahmen daran der Krieqsminister Hoying- : Uch'ng und General Peitsunghsi teil. Wie roentq . Marschall Tschiangkaischek sich auf seine Truppen verlassen kann, beweist die Tatsache, daß im Anschluß an die Generalstabsbesprechung für alle Korn- 1 manbeure schärfste Ueberwachungsrnaß- nahmen eingeleitet worden sind. Kunst und Wissenschafi. Rofegger-Ausslellung in Krieglach. w^."^^eglach, wo Peter Rosegger seine letzte Ruhestätte fand, wurde zum Gedächtnis des Heimatdichters eine mit viel Liebe und Sorgfalt be- reitete Ausstellung Eröffnet. Der Eröffnungsfeier wohnte auch der Sohn des Dichters Dr. Sepp Rosegger bei. In mehreren Zimmern der Krieg- lacher Volksschule ist die Ausstellung aufqebaut. oic enthält u. a. eine Plastik Roseggers, Manu- ftripte, Urkunden und Gebrauchsgegenstände des Dichters, darunter auch das von dem Schneidergesellen Rosegger benützte Bügeleisen und eine von Auf Anregung des Landesleiters der Reichs- kammer der bildenden Künste wurde dieser Tage der „Ob erhessische Künstlerbund" mit dem Sitz in Gießen gegründet und vom Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste bestätigt. Der Zweck des Vereins ist nach den Satzungen, die deutsche Kultur im Gefühl der Verantwortung vor Volk und Reich zu pflegen und zu fördern, in "erster Linie durch Ausstellungen und sonstige künstlerische Veranstaltungen, ferner den Zusammenhalt unter seinen Mitgliedern sich angelegen sein zu lassen. ^Weitere Ziele des Bundes sind die Zusammenfassung aller qualifizierten, schöpferisch ausübenden Kräfte im Bereiche der bildenden Kunst Oberhessens, endlich die nachdrückliche Pflege einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit allen kulturellen Stellen der Partei, des Staates unö* des öffentlichen Lebens. Die organisatorische Zusammenfassung aller schöpferischen und durch einwandfreie Leistung qualifizierten Kräfte auf dem Gebiete der bildenden Kunst geschieht für den Umkreis unseres engeren Heimatgebietes Oberhessen mit innerer Begründung und ausdrücklich im Sinne und mit Zustimmung der Landesleitung der Reichskammer der rlovtllt von Theodor Storm 10. Fprtsetzung. (Nachdruck verboten.) In einem aber schien er, zur Beruhigung des jungen Ehemannes, der^Schilderung zu entsprechen, die Frau Lina an jenem Vormittage von ihrem Bruder ihm entworfen hatte: an einer Ausnutzung feiner Sohnesrechte schien der Heimgekehrte nicht zu denkend Und noch ein Zweites war dem Frauenauge nicht entgangen. Wie der Bruder einst mit ihr, der so viel jüngeren Schwester, sich herumgeschleppt, ihr erzählt und mit ihr gespielt hatte, mit ihr — und wie sie von der Mutter wußte — ftüher auch mit einer anderen, der er bis jetzt mit keinem Worte nachgefragt, und von der zu reden sie vermieden hatte, in gleicher Weise ließ er jetzt, wenn er am Nachmittage draußen auf dem Beischlag saß, den kleinen Sohn des Krämers auf feinem Schoß umherklettern und sich Bart und Haar von ihm zerzausen; dann konnte er auch lachen, wie Frau Lina meinte es einst im Garten ober auf jenen Sonntagswanderungen, mit der Mutter von ihrem Bruder Heinz gehört zu haben. Schon am zweiten Tage, da sie eben in Hut und Tuch aus der Haustür zu ihm treten wollte, hatte sie ihn so getrop fen. Der kleine Bube stand auf seinen Knieen und hielt ihn bei der Nase: „Du willst mir etwas vor- lügen, du großer Schiffer!" sagte er und schüttelte derb an ihm herum. „Nein, nein, Karl, by Jove, es gibt doch Meer- sraue-n; ich habe sie ja selbst gesehen." Der Knabe ließ ihn los. „Wirklich? Kann man die benn heiraten?" „Oho, Junge! Freilich kann man das! Da drüben in Texas, könnt'st allerlei da zu sehen bekommen, kannte ich einen, der hatte eine Meerfrau; aber sie mußte immer in einer großen Wasser tonne schwimmen, die in feinem Garten stand." Die Augen des kleinen Burschen leuchteten; er hatte nur einmal einen jungen Seehund so gesehen, und dafür hatte er einen Schilling zahttn müssen. „Du", sagte er heimlich und nickte seinem bärtigen Freunde zu, „ich will auch eine Wasserstau heiraten, wenn ich groß geworden bin!" Heinz sah nachdenklich den Knaben an. „Tu das nicht, Karl; die Wasserfrauen sind falsch; bleib lieber in deines Vater Store" und spiel' mit deines Nachbarn Katze." Die Hand der Schwester legte sich auf seine Schuller: „Du wolltest mit mir zu unserer Mutter Grabe!" Und Heinz setzte den > Knaben zur Erde und ging mit Frau Lina nach dem Kirchhof. Ja, er hatte sich später auch von ihr bereden lassen, den alten Pastor, der jetzt mit einer Magd im großen Pfarrhaus wirtschaftete, und sogar auch Tante Jule zu besuchen, um die der Knabe Heinz sich wenig einst gekümmert hatte. ♦ So war der Sonntagvormittag herangekommen, und die jungen Eheleute rüsteten sich zum gewohnten Kirchgang; auch Heinz hatte sich bereit erklärt. Hans Kirch w.ar am Abend vorher besonders schweigsam gewesen, und die Augen der Tochter, die ihn kannte, waren mehrmals angstvoll über des Vaters Antlitz hingestreift. Jetzt kam es ihr wie eine Beruhigung, als sie ihn vorhin den großen Flurschrank hatte öffnen und wieder schließen hören, aus dem er selber seinen Sonntagsrock hervorzu- hölen pflegte. Als aber bald danach die drei Kirchgänger in bas untere Zimmer traten, stand Hans Kirch, die Hände auf dem Rücken, in feiner täglichen Kleidung an dem Fenster und blickte auf die leere Gasse; Hut und Sonntagsrock lagen wie unordentlich hingeworfen auf einem Stuhl am Pulte. „Vater, es ist wohl an der Zeit!" erinnerte Frau Lina schüchtern. Hans Adam hatte sich umgewandt. „Geht nur!" y Ladea. sagte er trocken, und die Tochter sah, wie feine Lippen zittterten, als sie sich über den starken Zäh- nen schlossen. „Wie, du willst nicht mit uns, Vater?" .Heute nicht, Lina!" »Heute nicht, wo Heinz nun wieder bei uns ist?" „Nein, Lina", er sprach die Worte leise, aber es war, als müsse es gleich danach hervorbrechen; ,/ch mag heut nicht allein in unfern Schisferstuhl." „Aber Vater, du tust das ja immer", sprach Frau Lina zagend; „Christtan sitzt ja auch stets unten be i mir." „Ei was, dein Mann, dein Mann!" — und ein zorniger Blick schoß unter den buschigen Brauen zu seinem Sohn hinüber, und feine Stimme wurde immer lauter — „dein Mann gehört dahin; öder die alten Matrosen, die mit sünfunddreißia Jahren noch fremde Kapitäne ihres Vaters Schiffe fahren lassen, die längst ganz anderswo noch sitzen sollten, die mag ich nicht unter mir im Kirchstuhl sehen!" Er schwieg und wandte sich wieder nach dem Fenster, und niemand hatte ihm geantwortet; bann aber legte Heinz bas Gesangbuch, das seine Schwester ihm gegeben hatte, auf das Pult. „Wenn's nur das ist, !ßater", sagte er, „der alte Matrose rann zu Hause bleiben; er hat so manchen Sonntag nur den Wind in den Tauen pfeifen hören." Aber die Schwester ergriff des Bruders, dann des Vaters Hände. „Heinz, Vater! Laßt das ruhen jetzt! Hört zusammen Gottes Wort; ihr werdet mit guten Gedanken wiederkommen, und dann redet miteinander, was nun weiter werden soll!" Und wirklich, mochte es nun den heftigen Mann beruhigt haben, baß er, zum mindesten vorläufig, sich mit einem Worte Luft geschafft, — was sie selber nicht erwartet, hatte, sie brachte es dahin, baß beide in die Kirche gingen. Aber Hans Kirch, während unten, wie ihm nicht entging, sich aller Blicke auf den Heim gekehrten richteten, saß oben unter den andern alten Kapitänen und Reedern und starrte, wie einst, nach der Marmorbüste des alten Kommandeurs; das war Uruch ein Stadtjunge gewesen, ein SchulmeistersMn, wie Heinz ttn Schulmeistersenkeft wie anders war der heimgekommen! — — Eine Unterredung zwischen Vater und Sohn fand weder nach dem Kirchgang noch am Nachmittage statt. Am Abend zog Frau Lina den Bruder in ihre - Schlafkammer: ,‘9lun, Heinz, hast du mit Vater schon gesprochen?" Er schüttelte den Kopf: „Was soll ich mit ihm sprechen, Schwester?" „Du weißt es wohl, Heinz; er will dich droben in der Kirche bei sich haben. Sag' ihm, daß du dein Steuermannsexamen machen willst; warum hast du es nicht längst gesagt?" Ein verächtliches Lächeln verzerrte fein Gesicht: „Ist bas eine Gewaltsache mit/ dem alten Schiffer- stuhl!" rief er. „Todos diabolos16, ich alter Kerl noch auf der Schulbank! Denk' wohl, ich habe manche alte Bark auch ohne das gesteuert!" Sie sah ihn furchtsam an; der Bruder, an den sie sich zu gewöhnen anfing, kam ihr auf einmal fremd, ja unheimlich vor. „Gesteuert?" wiederholte sie leise; „wohin hast du gesteuert, Heinz? Du bist nicht weit gekommen." Er blickte eine Weile seitwärts auf den Boden; dann reichte er ihr die Hand. „Mag sein, Schwester", sagte er rubig; .„aber — ich kann noch nicht wie ihr; muß mich immer erst besinnen, wo ich hinzu- treten habe; kennt das nicht, ihr alle nicht, Schwester! Ein halbes Menschenleben —, ja, rechne nach, mehr als ein halbes Menschenleben kein ehrlich Hausdach überm Kopf; nur wilde See oder wildes Volk oder beides miteinander! Ihr kennt das nicht, sag' ich, das Geschrei und das Gefluche, mein eignes mit darunter; ja, Ja, Schwester, mein eignes auch, es lärmt mir noch immer in die Ohren; laßfs erst stiller werden, sonst — es geht sonst nicht!" Die Schwester hing an (einem Halse. „Gewiß, Heinz, gewiß, wir wollen Geduld haben; o. wie gut, daß du nun bei uns bist!" 10 Alle Teufel! Gortktzung foMi Theater der Universitätsstadt Gießen. W. M. Espe und K. G. Külb: „Liebe will gelernt sein". frühzeitiger das Leiden erkannt und der Patient einer sachgemäß durchgreifenden Behandlung zugeführt wird. Professor Dr Jesionek, zu dessen ehrendem Gedächtnis in der gestrigen Feierstunde mit einer kurzen Gedenkansprache von Professor Dr. Schultze die Umbenennung der Lupus-Heilstätte stattfand, hat im Laufe seiner hiesigen Tätigkeit überaus fruchtbar und segensreich gewirkt; es ist unter seiner Leitung im Laufe der Jahre immer wieder angestrebt worden, die Behandlung zu verbessern und jede erfolgversprechende Methode einer gründlichen praktischen Prüfung zu unterwerfen. Von jeher wurde in der Lypus-Heilstätte größter Wert auf vorzügliche Allgemeinbehandlung des Patienten gelegt; Ernährung, Freiluft- und Sonnenbehandlung spielen daher in der Heilstätte eine gewichtige Rolle. Künstliche Bestrahlung, Hydrotherapie, Massage, Sport, Spiel und Arbeit ergänzen die Heilmethode, die auch auf ein kosmetisch gutes Ergebnis der Behandlung beim Lupuskranken gerichtet ist. Zahlreiche Patienten, nicht nur aus unserer engeren Heimat, sondern auch aus dem ganzen Reichsgebiet und weit darüber hinaus, werden sich dankbar der Gießener Heilstätte und ihres verdienten Begründers und ersten Leiters erinnern, dessen Name von nun an auch äußerlich für immer mit der Heilstätte verbunden bleiben wird. Ariilleristen-Kameradschast Gießen. Bei zahlreicher Beteiligung ihrer Mitglieder hielt die Artilleristen-Kameradschaft Gießen unter Leitung des Kameradschaslsführers Müller am Sonntag ihren Jahres-Hauptappell im „Burghof" ab. Zu Beginn ^des die tlichen Teiles wurde mit herzlichem Gruß der deutschen Mütter, namentlich aller Soldatenmütter und der unter den Waffen stehenden Kameraden, insbesondere der Kämpfer an der Front, gedacht. Sodann machte der Kameradschaftsführer eiye Reihe von Mitteilungen, wobei er u. a. auf die vom Führer angeordnete Aufhebung der Reichs-, sowie der Gau- und Kreiskriegerführungen des NS.- Reichskriegerbundes hinwies und zugleich heroorhob, daß die örtlichen Kriegerkameradschaften weiterhin ihren Aufgaben erhalten werden und für die Fortführung der soldatischen Tradition wirken sollen. Nähere Einzelheiten über diese Neugestaltung sind bisher noch nicht bekannt geworden, die Dinge sind vielmehr noch vollkommen im Fluß. Aus dem vom Schriftführer, Kam. H^as, vorgelegten Jahresbericht über die Tätigkeit der Kameradschaft im verflossenen Geschäftsjahr war,zu entnehmen, daß auch dieses Jahr auf mancherlei Gebieten der Kameradschaftsarbeit rege Tätigkeit gebracht und zu einer weiteren Vertiefung der Verbundenheit zwischen den im Felde stehenden und den in der Heimat wirkenden Kameraden geführt hat. -Für die Aufgaben der Kameradschaft im Dienste unseres Volkes ist stets rer r und freudiger Einsatz geleistet worden. In der Pflege und Ausbreitung soldatischer Haltung und Gesinnung und des vorbehaltlosen Eintretens für die den alten Soldaten in der Heimat gestellten Aufgaben hat die Artilleristen-Kameradschaft ebenso wie in den Vorjahren auch in der Berichtszeit mit aller Kraft gewirkt. Der vom Rechner, Kam. Stephan, Wenn es sich nicht um eine so arglose und fteund- lich-vorsommerliche Abendunterhaltung handelte (in drei Akten, nach einer Idee von K. G. K ül b), dann könnte man an Hand dieses Lustspiels, das es übrigens auch schon mal als Film gegeben hat, allerlei tiefsinnige und lehrreiche Betrachtungen über Dramaturgie anstellen: über die Frage beispielsweise, wie man eine Figur, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, unauffällig und mit einleuchtender Begründung von der Bühne schafft ... und umgekehrt; oder über die verhängnisvolle und schlechterdings unersetzliche Funktion des Telephons oder der Dorplatz- klingel im modernen Lustspiel. Für die Einheit des Ortes und der Handlung (die Aristoteles und Lessing so sehr am Herzen lagen, und über die sich heute kaum noch jemand den Kopf zerbricht) ist jedenfalls schon viel gewonnen, wenn man die Hauptbeteiligten in einer Art von Symbiose miteinander leben läßt, wie man fie für gewisse Tiergruppen gefunden hat, wenn also beispielsweise ein Schriftsteller und ein Tenor sticht bloß dieselbe Wohnung, sondern auch dieselbe Sekretärin haben: das ergibt eine praktische Vorbedingung für dje Geschichte von dem Mädchen mit den beiden Chefs und mit den beiden Halbtagsstellungen. Dem einen dient sie vormittags, dem anderen nachmittags, das Arbeitsamt hat nichts dagegen, überhaupt ist aus verschiedenen Anzeichen darauf zu schließen, daß das Ganze mehr im Frieden spielt, und daß sich die Heiden Chefs in die eine Sekretärin verlieben, braucht eigentlich kaum noch ausdrücklich notiert zu werden. Da sie ihrerseits zum Glück bloß einen liebt, bedarf es zur Schürzung des dramatischen Knotens nur noch geringer Komplikationen, wofür die enge Wohnung, die Vorplatzklingel und das Telephon abwechslungsreiche Gelegenheiten bieten. Für den Schriftsteller gibt es einen Verleger, für den Tenor den Theaterdirektor, der zwar nur fernerstattete Rechnungs- und Kassenbericht zeigte einen geordneten Stand der Finanzwirtschaft, so daß dem Rechner mit herzlichem Dank für seine gute' Führung der Kassengeschäfte Entlastung erteilt werden konnte. Im Anschluß an den dienstlichen Teil blieben die Kameraden noch einige Zeit in kameradschaftlicher Geselligkeit beisammen. Wahrheitsgemäße Begründung bei Urlaubs- und EntlaffungSgesuchen. Lpd. Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Urlaubsgesuche und Eingaben um Entlassung aus dem Wehrdienst, die zuweilen durch Angehörige von Soldaten bei den zuständigen Wehrdienststellen eingereicht werden, müssen auf jeden Fall wahrheitsgemäß begründet werden. Jeder Versuch, durch unzutreffende Darstellung der Familienverhältnisse oder durch die Angabe fonftiger unrichtiger Gründe das erstrebte Ziel mit täuschenden Mitteln zu erreichen, ist als Wehrkraftzersetzung auf Grund der Kriegssonderstrafrechtsverordnung strafbar, die in schweren mündlich bemüht wird, aber dafür haben wir noch ein neckisches Mädchen, das zur Bühne will, sich im Bett des Tenors versteckt und von ihrem stotternden Bräutigam mit schnaubender Eifersucht verfolgt wird. Nachdem die Dinge solchergestalt der Katastrophe zugetrieben sind, ist es im letzten Akt an der Zeit, auf eine' Entwirrung des Knotens zu sinnen. Dies geschieht auf der Alm, in einer einsamen Hütte, dort wird die vorläufig letzte Lektion in der Schule der Liebe erteilt, und so einsam es da oben ist: es gibt'eine Maus, eine Schreibmaschine und ein geräumiges Bett, und diese drei Dinge, die doch gar nichts miteinander zu tun haben, tragen, jedes für sich, dazu bei, zu dem Ende zu kommen, das in allen Lustspielen (auch wo kein Bett steht) das gleiche ist. Unter Herrn Sauerlands beweglicher, fräftig pointierender Führung wurde munter und gut gelaunt gespielt. Käte Jaenicke war die geplagte Sekretärin Fräulein Hanni Weber, und sie machte es mit Geschick, mit Humor und einer drolligen Treffsicherheit. Herr Köchling, der Tenor, schwebte mit fröhlicher Gelassenheit über den Dingen und nahm seine Niederlage nicht weiter krumm. Den Schriftsteller stattete' Herr Schmidt mit einer aparten Mischung von Melancholie, Zerstreutheit und heftiger Gemütsbewegung aus. Herr V o l ck war ein freundlich menschenkennerifcher und väterlicher Verleger, Herr B o s n y der hartnäckige Figaro auf den Spuren des theaterbesessenen Mädchens, dessen sich Anja Rau annahm: teils schwärmerisch, teils angst- verstört, zuletzt hochbeglückt. — Herr Löffler hatte hübsche und zweckdienliche Dekorationen gestellt. — Die Leute unterhielten sich, hatten was zu lachen und spendeten dankbar ausdauernden Beifall. Hans Thyriot. Fällen der Wehrdienstentziehung die Todesstrafe oder angemessene Zuchthausstrafen, bet minder schweren Umständen aber gleichfalls mehr oder weniger lange Gefängnisstrafen androht. Eine Angeklagte, die gegen die selbstverständliche Wahrheitspflicht bei Einreichung einer solchen Eingabe verstieß, muß diese Verfehlung nach dem Urteil des Sondergerichts in Darmstadt mit drei Monaten Gefängnis büßen, wobei lediglich ihre bisherige Unbescholtenheit und andere mildernde Tatumstände die geringe Strafhöhe zu rechtfertigen vermochten. Gießener Docheumarktpreise. 1 * Gießen, 20. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Kartoffeln, 5 kg 58 Rpf., Spinat, % kg 10 bis 12, RömisckMhl 14, Salat 35, Oberkohlrabi, das Stück 20 Rpf. * \ ** Dienstjubiläum. Am 18. Mai waren es 40 Jahre, daß der Pflegeoorsteher Jakob Mit sch, Gießen, Lichcr Straße 82, im Dienst der Landes- Heil- und Pflegeanstalt stand. Der Bettiebsführer, Direktor Schneider, der Vertrauensmann der Beamten und der Betriebsobmann sprachen dem Jubilar Dank und Anerkennung für seine treue und tadellose Dienstzeit aus. ** Kammermusik-Morgenveranstal, tun g’im Theater. Vorn Dramaturgischen Büro wird uns mitgeteilt: Am Sonntag, 23. Mai, 11.30 Uhr, findet als 9. Morgenveranstaltung unter Leitung von Otto S ö l l n e r die Aufführung von Kammermusikwerken von Beethoven (Frühlingssonate). Vogel (Konzert für Oboe, Fagott und Streichorchester) und Mozart (Klarinettenquintett A-dur) statt. Es wirken mit die Solisten: Dittert, Gaubatz, Heer, Kerzisnik, Kottmann, Landgraf, Schneider; Ausführende: das Stteichquartett und das Streichorchester des Städtischen Orchesters. ** Oeffentliche Impfung. Im heutigen Anzeigenteil fordert der Oberbürgermeister zur Impfung der in Gießen (ohne Wiefeck und Klein- Linden) wohnhaften Kinder, die im Kalenderjahr 1941 und in früheren Jahren geboren, jedoch nicht geimpft sind, sowie der im Kalenderjahr 1942 geborenen Kinder auf. Eltern und Pflegebefohlene seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. G. A -Sport. Ergebnisse der Leichtathletik vom Sonntag. Bei dem Leichtathletik-Wettkampf Universität Gießen gegen Luftwaffenspvrtverein am Sonntag waren folgende Ergebnisse zu verzeichnen: 1.0 0 Meter: 1. Zeidler, LSV., 12,5 Sek.; 2. Litzmänn, LSV., 12,6; 3. Stengel, LSV., 12,9; 4. Köhlinger, U. v. H., 13,1; 5. Kreider, Alemannia, 13,1; 6. Widoski, LSV., 13,8; 7. Hill, U. v. H., 13,9. . 1500 Meter: 1. Münzner, LSV., 4:28,5 Mm.; 2. Becker, LSV., 4:29,2; 3. Lieb, LSV., 4:33,6; 4. Kilian, LSV:, 4:36,0; 5. Ruckelshausen, U. v. H., 4:51,5; 6. Hessel, U.v.H., 4:52,8; 7. Scharf, LSV., 4:52,8 Min. Weitsprung: 1. Litzmänn, LSV., 6,16 Meter; 2. Stengel, LSV., 5,94; 3. Zeidler, LSV., 5,78; 4. Kreider, Alemannia, 5,44; 5. Widowski, LSD., 5,40; 6. Köhlinger, U. v. H., 5,18 Meter. Kugelstoßen: 1. Litzmänn, LSD., 11,14 Meter; 2. Zeidler, LSD., 10,74; 3. Ammonn, U. v. H.» 10,23; 4. Stengel, LSD., 10,02; 5. Kreider, Ale- mannia, 9,77; 6. Runte, U. v. H., 9,55 Meter. 4X 100-Meter-Staffel: 1. Luftwafsen- sportverein 49,1 Sek.; 2. Universität 49,9 Sek. Gesamtpunktzahl: LSD. 5554,15 Punkte; Universität 4593,25 Punkte. Diesem ersten Versuch um die DKDM. werden sich weitere anschließen. Darüber hinaus ist zu erwarten, daß in Abendsportfesten der Leichtathlettk- betrieb noch erheblich gefördert wird. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich WUhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschrtftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für oas Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; kür Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K.G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. vnzeigenleiter: Hans Beck. — Anzeigenpreislisto Nr. 6. Durch abwechselnden Gebrauch der Schneiden Wird die Klinge voll ausgenutzt. Für diesen Zweck tragen unsere Klingen Merkzahlen. Gut rasiert - gut gelaunt 'M Alpina Deutsche Uhrmacher- Genossenschaft entschlossen hat, ihren Namen zu ändern in Alleinvertrieb der Marken: Alpina-Festa-Tresor Genossenschaft d e u tscher Uhrmacher Den vielen Freunden der jahrzehntelang erprobten Alpina • Uhr wird hierdurch mitgeteilt, daß sich die löldJIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIJIIIIIIIIII"lllllll""ll"lllllll"lll£ |^||||||||IIIIIHIIIHIIIIIIIIIIIIIIIII"llllllll"llllll"ll^l°i 03311 1575 D 03298 03314 Gießen, Stephanstraße 26. Nach Gottes Willen erhielten wir die schmerzliche Nachricht von dem Heldentod unseres lieben, unvergeßlichen JSrL, Danksagung. Für die überaus zahlreichen Be- weise herzlichen Gedenkens bei dem Heldentode Z—meines innigstgcliebten, unvergeßlichen Mannes, Vaters, Sohnes, Schwiegersohnes Karl Schleichert, Oberfeldwebel und Zugführer in einem Gren.-Regt., sei hiermit herzlich gedankt. In tiefem, unsagbarem Schmerz: Hedi Schleichert, geb. Dietz, und alle Angehörigen. Unser innigstgeliebter, unvergeßlicher und braver Sohn, Bruder, Schwager, Onkel, Pate und Neffe August Glatthaar Unteroffizier in einem Grenadier-Regiment Inhaber des E.K. 2, des Verwundetenabzeichens und des Westwall-Ehrenzeichens starb im Alter von 35 Jahren in Afrika den Heldentod fürs Vaterland. Nun ruht er fern der Heimat, von seinen Lieben unvergessen. In tiefer Trauer: Peter Glatthaar und Frau Marie, geb. Stein Karl Glatthaar und Familie Wilhelm Glatthaar und Familie Hch. Glatthaar,z. Z. i. Felde, u. Farn. Gustav Glatthaar und Familie Otto Glatthaar und Familie Walter Sturm, z. Z. im Felde, und Frau Anna, geb. Glatthaar und alle Angehörigen. Saasen, Berlin, Gießen, den 20. Mai 1943. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, den 23. Mai, in der Kirche zu Saasen statt. Gott der Herr erlöste unsere geliebte, teure Mutter, Schwiegermutter, unsere gute Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Rinn Wwe., geb. Jung im Alter von 83 Jahren, nach einem langen Leben reich an Arbeit und Müh’ von ihrem schweren Leiden. । In stiller Traüer: Friedrich Luh und Frau Elisabeth, geb. Luh Philipp Rinn und Frau Margarete verw. Eiff, geb. Jung Wilhelm Rinn und Frau Luise, geb. Luh. Gießen-Klein-Linden, 19. Mai 1943. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 21. Mai, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Lützellindener Straße 4, aus statt. Pflegesohnes Karl Obermann Unteroffizier in einem Grenadier-Regiment. Er fiel kurz vor seinem 24. Geburtstag im Osten und fand seine letzte Ruhestätte auf einem Heldenfriedhof, fern von uns. In tiefer Trauer: Kßrl Stein I. und Frau, geb. Finkernagel und alle Angehörigen. Unter-Seibertenrod, im Mai 1943. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 23. Mai, 13 Uhr, in der Kirche zu Unter- Seibertenrod statt. LtICHTSPlEL-THEATER -------— Bloria-Palest, Seltersweg 141#C Nacht ohne Abschied Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Liebeskomödie ThL 3.00, 5.15.8.00: So. 2.30. 5.00.8.00 üHr und doch gutbadzen !Das sägen 1576c 8. Bitte Behälter mitbringest! | Verschiedenes | 03283 | Kaufgesuche | MMM IKAIMMDfEIIOIlA (K (DSM IE TT QM Impfung Nachschau von Fa. A. Koch Nachf. von Fa. Nordsee..... die Nr. 4981—5430 die Nr. 7101—8500 Aeltere Dame sucht 1-2 leere Räume evtl. Abstellraum dazu. Sehr. Ang. unt. 03310 a. d. Gieß. Anzeiger. Studentin höh. . Semesters sucht zu sofort gut möbliertes Zimmer Sehr. Ang. unt. 03295 a.d.G.A. 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In der Stadt Gießen lohne Klein-Linden und Wieseck) wohnhafte Kinder werden aufgerufen: I. im Kalenderjahr 1941 oder in früheren Jahren geboren, noch nicht geimpft, seither zurückgestellt oder ungeimpft zugezogen: Montag, 24, Mai 1943 r 15 6t3 16 nSl Montag, 61. Mat 1943 i Haus- schneiSerin für einige Tage gesucht. Schr. Ang. unt. 03286 a.d.G.A. Bekanntmachung. Betr.: Stadt. Nahverkehrsbetriebe. Um den Nahverkehr von Kurzstreckenfahrern zu entlasten, werden ab l.Juni d. I. Jahrscheinheftchen zu RM. 1,—, sowie Monatskarten für 2 Teilstrecken zu RM. 4,— nicht mehr verausgabt. [1574D Stadtwerke Gießen. Runde silb. Anstecknadel (Andenken) am Samstag, 19.45 Uhr, v. Schanzenstr. b. Gloria- Palast verloren. Geg. gute Bel. abzug. bei Neu- bert, Schanzen- str. 16, b. Hengst. Tauschgesuch. Angeboten wird: 3,30 m Anzugst., 1 Paar Damenschnürschuhe, 1 P. Theatersch., schw., fast neu, Gr. 40. [03278 Gesucht wird: 1 Kostüm 46/48 od.p.Stoff,lDa- menkofferu.lP. Somm.-od.Sp.- Schuhe, 39/40. 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