(95. Jahrgang Nr. 64 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags ' Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild DieScholle Be-ugsvreiS: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr,.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlnß 2251 Drahtanschrift: Anzeiger" Postscheck 1168k Franks./ M. MMwoch.(7.Mr;(945 GietzenerAnzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagönummer bis 81/« Uhr devÄormittagS Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Beilcnbreitc, Tertteil 50 Rpf. je mm bei 70 mm Bcilenbreitc Nachlässe: WiederbolungDtalstafseH SlbschlÜsseMengenstaffelV Platrvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°'• mebr vrühlsche Unioerfitätrdrnckerel 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Hießen, Schnlftraße 7-9 gruppe. Das Eichenlaub Das Opfer an der Front rüst die Heimat zur Tat Oberst HörGein wurde 1893 Westpriegnitz) als Sohn eines in Bluethen (Kr. Superintendenten Berlin, 16. März. (DRB.) Der Zührer verlieh dem ^Obergruppenführer und General der IDaf- fen-ff Sepp Dietrich, Kommandeur der ff-pan- zer-Grenadier-Division „Leibstandarte-^-Adolf Hiller" das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte ihm folgendes Telegramm: „3m Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen als 26. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Tapferkeit, Standhaftigkeit und Aufopferung find die Grundpfeiler der Unabhängigkeit eines Volkes. Scharnhorst. einigten Staaten zu Hause sei, aber auch bei den Juden, den Hindus, den Mohammedanern und den Anhängern des Konfuzius, sei die demokratisch christliche, die behaupte, daß die Menschheit auch ohne Krieg und Klassenkampf auskomme, weil für sie letzten Endes der Friede unvermeidlich sei, da alle Menschen Brüder sind und Gott ihr Vater. Wallace umgibt sich mit einem Schein der Sachlichkeit. Aber schon mit seiner ersten Philosophie, die er als die nationalsozialistische vorgibt, präsentiert er uns eine glatte Fälschung. „Macht geht vor Recht" — wo, Herr Wallace, steht dieser Satz in der nationalsozialistischen Doktrin? Wohl aber finden wir ihn an der Spitze der britischen Lebensgrundsätze. Er lautet: „Right or wrong my country“, das heißt „Tue unrecht, wo es England nützt". Weiter erklärt Wallace, die „nationalsozialistische Philosophie" strebe dahin, daß eine Herrenrasse die Welt beherrscht. Selten ist eine Lüge dreister ausgesprochen und hartnäckiger wiederholt worden als diese. Im Gegensatz dazu vertritt der National- sozialismus die Lehre des in sich geschlossenen Volksstaates. Er ist v o n G i? u n d a u f a n t i imperialistisch und lehnt jedes Weltherrschaftsstreben ab. -Obergruppenführer und General der Waffen- jj Sepp Dietrich wurde 1892 in hawang in Bayern geboren. 1911 trat er als Freiwilliger in das 1. Ula>- nen-Regiment ein, mit dem er 1914 ihs Feld rückte und sich hohe Auszeichnungen erwarb. Nach dem Kriege gehörte er von 1920 bis 1926 dem Freikorps Oberland an. In den Jahren 1920/23 tat er Dienst in der Landespolizei in München. Der 9. November 1923 sah ihn im Sturm-Bataillon Oberland. Am 1. 5.1923 trat er bereits in die NSDAP, und gleichzeitig in die Schutzstaffel ein. 1928 war er zum Führer der ^-Standarte 1 München aufgerückt, 1929 wurde er Brigade-Führer der ^-Brigade Bayern und 1930 ^-Oberführer Süd. Später wurde er mit der kommissarischen Führung des ^-Abschnittes IV „Nord" beauftragt. Ende 1931 wurde er ^-Gruppenführer und 1932 Führet der Gruppe „Nord". 1932 wurde Dietrich im Wahlkreis 24 „Oberbayern-Schwaben" als Reichstagsabgeordneter gewählt. Seit März 1933 gehörte er zur per- sörckichen Begleitung des Führers und wurde noch im gleichen Jahre Führer der ff Gruppe „Ost". 1934 zum ff-Obergruppenführer befördert, wurden ihm in den folgenden Jahren die Aemter eines Ratsherrn der Reichshauptstadt Berlin sowie eines Ehrenrichters für den Obersten Ehren- und Diszspli- narhof der Deutschen Arbeitsfront übertragen. Seit 1933 widmete er sich dem Aufbau der Leibstandarteff „Adolf Hitler". Als Kommandeur dieser Truppe zog er in den Polenfeldzug, nahm an den Feldzügen im Westen und Südosten teil und führt nun im Kampf gegen den Bolschewismus gleichfalls die jetzige ff^Zänzer-Grenadier^Dioifion „Leibstandarteff „Adolf Hitler" gegen den Feind. Das Eichenlaub für Generalfeldmarschall von Manstein. Der Sieger in der Winterschlacht. Berlin, 16.März. (DRV.) Dem Generalfeld- marfchall Erich vonlHanftein, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, die den hauplansturm der sowjetischen Winteroffensive 1942/43 auszuhatten hatte, wurde vom Führer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Der Führer sandte ihm folgendes Telegramm: „3n dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 209. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Generalfeldmarschall v. Manstein, 1885 in Berlin als Sohn eines Generals geboren, trat 1906 in das 3. Garderegiment zu Fuß ein. Im ersten Weltkrieg stand er in vorderster Front, bis er 1917 in den Generalstab versetzt wurde. 1935 wurde er Abte,- lungschef und ein Jahr später Dberquartiermeifter im Generalstab des Heeres, 1937 Kommandeur der 18. Division in Liegnitz, 1938 Genera utnant. Am Feldzug gegen Polen nahm er als Chef des General > stabes einer Heeresgruppe tsil, in dem Krieg gegen Frankreich führte er ein Armeekorps. Im September 1941 trat er als Oberbefehlshaber an die Spitze einer Armee, die unter feiner tatkräftigen Führung nach harten Kämpfen den Sowjets die Festung Sewastopol entriß. Am 1.1.1942 wurde er Generaloberst und sechs Monate später Generalfeldmarschall. Als solcher steht er jetzt an der Spitze einer Heeres- sahes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 213. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Li- ernen Kreuzes. Adolf Hitler." für Generalleutnant Hörnlein. Berlin, 16. märj. Der Führer hal dem Kommandeur der Infanteriedivision „Großdeutschland". Generalleutnant Walter Hörnlein, als 213. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und folgendes Telegramm an ihn gecichlet: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Lin- Der Sieg gehört den jungen Völkern Der Gauleiter auf einem Betriebsappell. geboren. Nach der Erziehung im Kadettenhaus Ploen und in der Hauptkadettenanstalt Großlichterfelde wurde er 1912 Fähnrich im I. R. 140. 1914 geriet er verwundet in französische Gefangenschaft. Als Oberleutnant im 100 000-Mann-Heer mar er Kompanieführer, wurde 1927 Hauptmann, 1934 Masor im Jnf.-Regt. 69, 1937 Oberstleutnant und 1939 Kommandeur eines Inf.-Regiments. Am 16.3.1940 wurde er Oberst. Generalleutnant Hörnlein ist jetzt Kommandeur der Infanteriedivision „Großdeutschland". Beklommenheit in London Zürich, 16. März. (Europapreß.) Zur Wiederbesetzung von Charkow durch die Deutschen schreibt die Londoner „Times": „Man darf nicht verschweigen, daß der Rückschlag, den die sowjetischen Truppen durch den Fall von Charkow erlitten, bei unseren Verbündeten im Osten eine Enttäuschung auslösen muß. Vom militärischen Gesichtspunkt aus betrachtet, muh der Belitz von Charkow stets eine wichtige Quelle der Kraft darstellen. Das Unternehmen, das im Februar zur Eroberung der Stadt durch die Sowjets geführt hatte, erweist sich jetzt als ein Wagestück. Es erscheint jetzt als möglich, daß sich die deutsche Offensive mit der Einnahme von Charkow noch nicht erschöpft hat. Der Druck des Gegners ist nach wie vor schwer, beispielsweise gegen den verletzbaren Frontvorsprung vor Kursk. Man muh daher damit rechnen, daß weitere Gebiete, die die Sowjets vor kurzem zurückerobert hat. ten, preis gegeben werden. Die Menschenreserven der Sowjetunion sind durchaus nicht unerschöpflich, so warnt der frühere Moskauer Korrespondent der „Daily Mail" seine Landsleute und stellt fest, daß alle, die dieser Täuschung zum Opfer gefallen sind, einen jähen Schreck erlitten, als sie von den neuen militärischen Erfolgen der deutschen Wehrmacht erfuhren. Die totale Mobilmachung Deutschlands, ja ganz Europas habe für die Sowjets zur Folge, daß sie sich wieder einmal einem zahlenmäßig überlegenen Feind gegenüber- gestellt sähen. Denn die Menschenverluste, die die Bolschewisten in den letzten Monaten erlitten hätten, seien „fast untragbar" gewesen. Noch mehr leide man in der Sowjetunion unter den westlichen Verbündeten, die „stets nur in verzehrender Bewunderung machten". So seien die vom englischen Rundfunk veranstalteten Freundschaftssendunqen kaum mehr erträglich, alle in England veranstalteten „Siegesfeiern" täuschten lediglich über die gewaltige Größe oer Gefahr hinweg, in der sich die Sowjetunion in Wirklichkeit befinde. Der Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhaupkquarlier, 16. Wärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Raum Eharkow—Vjelgorod und nordwestlich Kursk gewann unser Angriff weiter Raum. Südöstlich Charkow wurde eine feindliche Kräftegruppe elngeschlofsen. Starke Gegenangriffe der Sowjets westlich Vjelgorod schaiterten. Im Kampfabschnitt des Ilmensees versuchte der Feind gestern unter Einsatz starker Kräfte die deutschen Stellungen zu durchbrechen. Die Angriffe wurden im wirksamen Feuer aller Abwehrwaffen, zum Teil In erbitterten Rahkämpsen, zerschlagen. Die Sowjets verloren gestern 56 Flugzeuge: vier davon wurden durch flowakische Jäger abgeschossen. Vier eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. An der nordafrikanischen Front verlief der Tag ruhig. Einzelne feindliche Flugzeuge überflogen am gestrigen Tage westdeutsches Gebiet, ohne Bomben zu werfen. ' In der vergangenen Rächt griffen schwere deutsche Kampfflugzeuge den bedeutenden britischen Versorgungshafen und Marinestützpunkt Grimsby erfolgreich an. und Besiegte, sondern allein Ueberlebenöe und Vernichtete gäbe. Dieser Entscheidung könne sich niemand entziehen. Die alte Welt habe abgewirtschaftet, ihr Ziel, Europa zu versklaven, werde sie nie erreichen. Es bestehe keinerlei Zweifel darüber, daß der Sieg auf der Seite der jungen Völker sein werde. Die unerhörte Kraft, die dem deutschen Volke gegeben sei, und der unbändige Glaube zueinander seien in der Well nirgends mehr anzutreffen. Eine verschworene Gemeinschaft werde sich allen Anstürmen entgegenstellen, jeder, der die Hände regen könne, werde in Zukunft in den Betrieben stehen, jede Kraft werde positiv nutzbar gemacht werden und so der Front die Waffen in einem Ausmaße schmieden, das die Entscheidung erzwingen werde. Der Gauleiter schloß seine Ausführungen mit Worten /ber festesten Zuversicht auf den Endsieg, der von den jungen Völkern zur endgültigen Rettung Europas erkämpft werden wird. Das Bündnis von Demokratie und Bolschewismus Reichspreffechef Or. Dietrich antwortet dem LlGA.-Vizepräsidenten Wallace. DasGichenlaub mitSchweriern fürSeppDieirich Für die Wiedergewinnung von Eharkow. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenge r sprach am Dienstagnachmittag in Ober- Ramstadt zu den Arbeitern und Arbeiterinnen mehrerer Betriebe, die sich zu einem gemeinsamen Appell versammelt hatten, über die Aufgaben, die der Heimat durch den totalen Kriegseinsatz gestellt sind. Nach einer ausführlichen' Darlegung der weltanschaulichen Hintergründe unseres Frecheitskamp- fes hielt der Gauleiter scharfe Abrechnung mit dem internationalen Judentum als dem eigentlichen Drahtzieher des gegenwärtigen Völkerringens. Von Neid und Haß erfüllt haben die Juden in den plutokra tischen M ä ch t ^n gleick- gesinnte Partner gesunden, die in ihrem Vernichtungswillen gegen alles Deutsche keine Grenzen kennen. Für das deutsche Volk gebe es nur einen Weg, die Zusammenfassung aller Kräfte und die Erhärtung absoluter Siegeszuversicht. Es gelte, klar zu erkennen, daß es am Ende dieses Ringens zweier Welten nicht Sieger Berlin, 16. März. (DNB.) In einer Ansprache über die deutschen Kurzwellensender hat Reichspressechef Dr. Dietrich dem amerikanischen Vizepräsidenten Wallace auf dessen mit philosophischen Thesen getarnte Agitationsrede eine schlagende Antwort erteilt. In der Ansprache des Reichspressechefs heißt es: Wallace hat in feiner Rede den Versuch unternommen, den Bolschewismus von feinen blutigen Untaten reinzuwaschen. Er hat der Menschheit auch noch einen dritten Weltkrieg angedroht, falls es beiz. Demokratien nicht gelinge, eine Atmosphäre des Vertrauens zu den bolschewistischen Methoden, zu schaffen. Wallace hat für feine Zwecke drei Philosophien erfunden. Von der ersten — die er die preußische nennt — sagt er, sie huldige dem Grundsatz, daß der Krieg zwischen den einzelnen Nationen unoerpieibbar sei, bis es nur eine einzige Herrenrasse gebe, die die ganze Welt beherrscht. Als zweite Philosophie bezeichnete er die marxistische, die dem Grundsatz huldige, daß der Klassen- kämpf unvermeidlich sei, bis das Proletariat überall in der Welt die Oberhand hat. Die dritte Phi-lo- fchhie, von der Wallace sagte, daß sie in den Ver- groß, und nicht geringe die Zahl und die Mittel unserer Feinde. Aber welche Opfer auch von einzelnen gefordert werden mögen, sie wiegen die heiligen Güter nicht auf, für die wir sie hinge'ben, 'für die wir siegen und streiten müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu seyn. Es ist der letzte entscheidende Kamps, den wir bestehen für unsere Existenz, unsere Unabyängigkeit, unseren Wohlstand; keinen anderen Ausweg gibt es, als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr getrost entgegengehen um der Ehre willen, weil ehrlos der Preuße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Allein, mir dürfen mit Zuversicht vertrauen: Gott und unser fester Wille werden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen, mit ihm einen sicheren glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklichen Zeit." Der 47. März vor430Lahren Am 17. März 1813, vor nur vier Menschenaltern, begannen die Freiheitskriege. Der Startschuß wurde gegeben mit den königlichen Aufrufen ,,2ln' Mein Volk" und „An Mein Kriegsheer". Ihr Verfasser war Theodor Gottlieb von Hippel, der sich in einer glücklichen, gnadenreichen Stunde mit diesem einzigen Akt in die Geschichte des deutschen Volkes unb der deutschen Sprache eingeschrieben hat. Die Aufrufe sind gedrungen und wuchtig, einfach und leidenschaftlich. Sie gehören zur wahr' haft klassischen Literatur der Deutschen. Untere eigene Zeit ist viel zu ernst, auch viel zu zukunftsträchtig, um uns bei bloßen geschichtlichen Erinnerungen aufzuhalten, so bedeutsam sie auch sein mögen. Deutsche Millionenheere, an die fein Zeitgenosse von 1813/15 auch nur im entferntesten zu denken wagte, -machen Geschichte in einem Stil, der alle Vorbilder zurückläßt, und an Kampffronten, die über den geistigen Horizont der Kämpfer in dem Deutschen Befreiungskrieg einfach hinausgehen. Und trotzdem: Der Befreiungskrieg uon 1813/15 gehört zu unserer Zeit. Wenn unsere Zeit in ihren stofflichen Abmessungen so unendlich viel größer ist als der Umkreis, in dem sich der Freiheitskrieg bewegte, so ist es ddch nicht minder wahr, daß in dem Freiheitskrieg die geistigen Grundlagen für die Entfaltung des deutschen Volkes in allen folgenden Jahrzehnten bis auf unsere Tage gelegt wurden. Wer die unmittelbaren Zeugnisse der Freiheitskriege mii offenem Herzen und bereitem Verständnis auf sich wirken läßt, findet Vergleichspunkte in Hülle und Fülle, oft bis in die Einzelheiten des täglichen Lebens, des sprachlichen Ausdrucks, ja selbst der mili- tärifchen Verhältnisse. Mag der äußere Umfang des Freiheits krieg es hinter unseren heutigen Kriegsvor- ftellungen zurückbleiben, fo war doch die geistige Kraft, die sittliche Energie, mit der er geführt wurde, gleichwertig den höchsten Anstrengungen, die das viel geprüfte deutsche Volk in seiner tausend' jährigen Geschichte hinter sich gebracht hat. Das deutsche Volk? In den 165 Jahren vom Westfälischen Frieden bis 1813 war der Begriff eines deutschen Volkes überhaupt verlorengegangen Erst die außerordentliche Tat Friedrichs des Großen wirkte weit über die preußischen Landesgi'enzen bin aus und gab dem Deutschgefühl einen um so mächtigeren Auftrieb, als sich gleichzeitig in den Künsten. Wissenschaften und in der Literatur alle guten fruchtbaren Geister unseres Volkes regten. Goethe selbst erzählt davon eindringlich in „Dichtung und Wahrheit". Aber dieses Deutschgefühl schwebte über der Erde. In den Freiheitskriegen wurde es auf die Erde heruntergeholt: aus der dünnen Himmelsluft der schonen Künste in den Pulvergeruch der Schlachten, mit denen Geschichte gemacht wurde. Der Ausruf vom 17. März 1813 greift schon in seinem ersten Satz über den preußischen Bereich hinaus. Da heißt es: „So wenig für Mein treues Volk als für Deutsche, bedarf es einer Rechenschaft, über die Ursachen dieses Krieges, welcher jetzt beginnt." Und im Schlußabsatz wird dieser Appell an alle Deutschen wieder ausgenommen: „Aber welche Opfer auch von einzelnen gefordert werden mögen, sie wiegen die heiligen Güter nicht auf, für die wir sie hingeben, für die wir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu seyn." Diese Anrufung des deutschen Volkes war damals unerhört kühb und mobilisierte die Sachwalter sämtlicher „legitimer" Fürstenrechte. Darum wurden die eigentlichen Träger der preußisch-deutschen Erhebung — die Schamhorst und Gneisenau, die Stein unb Arndt und unzählige andere — als „Jakobiner" verschrien, die nichts anderes als französische Revolutionäre, nur mit umgekehrten Vorzeichen seien. Die „Demo gogenverfolgungen" der nachfolgenden Jahrzehnte, unter denen selbst ein so liebenswürdig-humoriger Mensch wie Friß Reuter schwer leiden mußte, haben in dieser Anrufung des ganzen deutschen Volker. durch die geistigen Erwecker und Führer der Freiheitskriege ihre Wurzel. • Wenn Deutschland heute an den Grenzen Europas mit dem Aufgebot feiner ganzen Volkskraft einen wahrhaftigen Volkskrieg führt und durchsteht, fo dankt es da?Lern,©eift, der in den Freiheitskriegen zum erstenmal feine weiten Schwingen regte, jenem Geist, den auch die Demagogenverfolgungen nicht verkümmerten, sondern vielmehr zur höchsten und zugleich innersten Entfaltung brachten. Dr Ho. Daher allerdings steht er in fundamentalem Gegensatz zum Welt-Raubstaat England, zur Weltrevolution der* Sowjets und zum Weltimperialismus Roosevelts, der sich bereits heute Hunderter von Stutzpunkten in allen Erdteilen bemächtigt hat. Wallace unterstellt der nationalsozialistischen Weltanschauung, sie lehre, daß Kriege für alle Zeiten unvermeidbar seien. Auch hier ist das Gegenteil der Fall. Der Nationalsozfplismus will ja gerade einen Zustand beseitigen, der immer neue Kriege dadurch hervorbringt, daß schrankenlose Wilü für und kapitalistische Machtgier sich das Faustrecht nehmen, die Schwachen zu unterdrücken und auszu- beuten. Demgegenüber hat der nationalsozialistisck)« Volksstaat eine wirtschaftliche und soziale Ordnung gegründet, in der das Wort gilt: „Recht geht vor Macht." In ihr ist jedes Vorrecht der Geburt, des Standes und des Besitzes beseitigt, und jeder einzelne besitzt entsprechend seiner Leistung die gleiche Chance des Erfolges. Auch im Leben der Volker untereinander läßt sich eine Harmonie ihrer Interessen auf friedlichem Wege nur Herstellen, wenn sie Gleichheit der Bedingungen schafft, unter denen sie miteinander im Wettbewerb stehen. Eine gemeinsame Ordnung freier Nationen ist deshalb nur möglich, wenn an Stelle der Bevorrechtung einzelner Volker das Prinzip der gleichen Chance aller tritt, wenn nicht nur wenige Gott und unser fester Witte. Aus dem Aufruf Friedrich Wilhelms HI. „An mein Volk". „So wenig für Mein treues Volk als für Deutsche bedarf es einer Rechenschaft, über die Ursache des Krieges, welcher jetzt beginnt. Wir erlagen unter der Ueberrnacht Frankreichs. Der Frieden, der die Hälfte Meiner Untertanen Mir entriß, gab uns feine Segnungen nicht; denn er schlug uns tiefere Wunden, als selbst der Krieg. Das Mark des Landes ward ausgesogen, die Hauptfestungen blieben vorn Feind besetzt, der Ackerbau ward gelähmt so wie der sonst so hochgebrachte Kunstfleiß unserer Städte. Die Freiheit des Handels ward gehemmt und dadurch die Quelle des Erwerbs und des Wohlstandes- verstopft. Das Land ward ein Raub der Verarmung. Bleibt eingedenk der Güter, bje unsere Vorfahren blutig erkämpften: Gewissensfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft. Große Opfer werden von allen Ständen gefordert werden: denn, unser Beginnen ist ,'e Charkow erstürmt wurde. Die Bezwingung des Panzergrabens. — Der Kampf um die Stadtmitte und die Loban-Llebergänge. die sich durch Gewalt in den Besitz des größten Teiles der Schätze der Erde gesetzt haben, ihren Anteil an den Entwicklungsmöglichkeiten besitzen, sondern alle nach Maßgabe ihrer Leistung. Die Tatsache, daß diese Fundamente einer neuen Weltordnung, in der Kriege keinen Platz mehr haben, vom Nationalsozialismus bereits gelegt sind, oerschweigt Wallace seinen Zuhörern. Und ebenso wie mit seiner Philosophie steht es auch mit der Politik. Während er die konstruktiven Ideen des Nationalsozialismus, die allein Kriege für die Zukunft verhindern können, bewußt fälscht, möchte er f ü r d i e bolschewistische Klasse n ka m p fd o k t r i n in der Welt eine „Atmosphäre des Vertrauens" schaffen. Das wundert uns bei Herrn Wallace nicht, denn wer den Kapitalismus bejaht, kann den Klassenkamps nicht verneinen. So muß er schließlich als der Weisheit letzten Schluß ein Abkommen zwischen Kapitalismus und Bolschewismus propagieren, wobei die kapitalistischen Ausbeuter die eine Hälfte der Welt und die Bolschewisten die andere erhctlten sollen, damit sie sich nicht in einem neuen Weltkrieg gegenübertreten. Aber die Hoffnung, daß der Bolschewismus dadurch, daß man ihm Europa zum Fräße vorwirft, bewogen werden könnte, auf seine Meltrevolution zu verzichten, dürfte schnell von der rauhen Wirklichkeit aufs furchtbarste zerstört werden. Denn die Idee der Weltrevolution ist die Grundlage i^s Bolschewismus überhaupt. Wer sich mit ihm verbündet, wird ;um Handlanger dieser Weltrevolution und kann sie nicht mehr aufhalten. Diese furchtbare Gefahr des Weltbolschewismus kann nur durch die Kraft einer Idee gebannt werden, die sowohl den kapitalistischen wie den marxistischen Klassenkampfgedanken auf der Ebene einer höheren Ordnung des menschlichen Zusammenlebens überwindet. Der nationale S o - zialismus hat den klassenlosen Staat praktisch verwirklicht. Und wie er dem deutschen Volk den inneren Frieden gegeben hat, so wird auch der äußere Friede unter seinen Prinzipien gesichert sein. Herr; Wallace scheut sich nicht, selbst die christliche Religion für seine Geschäfte zu mißbrauchen. „Die Demokratie" — so erklärt Herr Wallace, ohne mit der Wimper zu zucken — „ist der einzig wahre Ausdruck des Christentums." Welch ungeheuerliche Blasphemie! Welch ein Mißbrauch religiöser Begriffe zu politischen Zwecken und welche Zumutung an das menschliche Denkvermögen! Die christliche Religion also gebietet es, sich mit dem Bolschewismus zu verbrüdern? Mit dem gleichen Bolschewismus, dessen Grundsatz lautet: „Religion ist Opium für das Volk", mit dem gleichen Bolschewismus, der alle verbrecherischen Instinkte des Menschen gegen das Göttliche entfesselt hat, gegen den gleichen Bolschewismus, der die christlichen Priester gemordet, 'die Altäre' geschändet und die Kirchen niedergebrannt hat und an die Stelle des Kreuzes den lUziferischen Sowjetstern gesetzt hat. Und zu solchem „christlichen" Beginnen hat das Edelchristentum der nordameritanischen Dernokratte Beifall geklatscht. „Wo der Kommunismus", so heißt es in der päpstlichen Enzyklika vom 19.3.1937, ,Hie Möglichkeit hatte, sich feftzufetzen, da hat er sich mit allen Mitteln bemüht, die christliche Kultur und Religion radikal zu zerstören. Die erste, größte und allgemeinste Gefahr ist der Kommunismus in allen seinen Formen und Abstufungen. Er bedroht und bekämpft und.belauert hinterlistig die Würde des einzelnen Menschen, die Heiligkeit der Familie, die Ordnung und die Sicherheit der bürgerlichen Gemeinschaft. Mele lassen sich täuschen oder wollen den Feind nicht sehen. Ja, viele unterstützen chn durch Gleichgültigkeit oder stillschweigendes Einverständnis." Das ist aus autorattvem christlich-kirchlichem Munde das eindeutige Urteil über die Politik der Demotrate Ihrer Art, Herr Wallace, gegenüber Ihrer Zusammenarbeit mit dem Bolschewismus! Vielleicht darf man Sie — zur Steuer der Wahrheit — bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß in Ihrem Staat, den Sie eine christliche Demokratie zu nennen belieben, Staat und Kirche streng voneinander getrennt sind, ja daß sogar die nord- amerikaniscke Bundesverfassung ausdrücklich unterlagt, irgendein Gesetz zu erlassen zur Errichtung einer Staatsreligion, während in dem angeblich so unchristtichen Nazideutschland die christlichen Kirchen jährlich rund 600 Millionen Reichsmark Zuschüsse vom Staat beziehen! In Deutschland ist von den Nationalsozialisten auch keine Kirche zerstört worden. Die Ruinen der Kirchen und Klöster; die heute ihre randgeschwärzten Mauern anklagend zum Himmel recken, p1? wurden von Ihren „christlichen Soldaten" im AuftraHe Ihrer „christlichen Dernokratte" in Schutt und Trümmer gelegt. So sieht die Praxis der „christlichen Grundlage der Weltordnung" aus, die Sie, Herr Wallace, mit falscher Zunge predigen. Und nicht anders steht es mit Ihrer zweiten Behauptung. 3n einei^ Augenblick, in dem die Kriegführung Ihrer Demokratie wahre Orgien der Barbarei feiert, wie sie in der mensckAchen Geschichte noch nicht dagewesen finb&le einem Augenblick, in dem Sie bewußt und-fMematisch Ihre Bomber auf die Jahrtausende alten, ehrwürdigen Kulturstätten Europas ansehen, und die unsterblichen Werke europäischer Kultur der Vernichtung preisgeben, in einem Augenblick, in dem Sie IHbrb und Brand in die Wohnstätten wehrloser Menschen tragen, sinnlos die Heimstätten von grauen und Kindern zerstören, Krankenhäuser und Schulen vernichten, in einem Augenblick also, in dem Ihre Demokratie die unmenschlichste Barbarei vollbringt, die in der menschlichen Geschichte gewütet hat, in einem solchen Augenblick haben Sie die Stirn, den Sah auszusprechen: „Die Demokratie ist die. Hoffnung der Zivilisation." Um ein solches Maß von Unwahrhaftigkeit und Heuchelei zu brandmarken, dafür fehlen der menschlichen Sprache bisher die Worte. Aber , die Steine werden reden, und die hingemordeten Frauen und Kinder sind die stummen Zeugen Ihrer Schande! Sie, Herr Wallace, mögen das christlich und demokratisch nennen, die Welt weiß, daß es sich in nichts unterscheidet von dem bolschewistischen Mordbrenner- tum, mit dem Sie sich verbündet haben. Um dieses satanische Bündnis zu verewigen, drohen Sie, Herr Wallace, der Menschheit einen dritten Welt- t r i e g an. Aber Sie möaen versichert sein, die Katastrophe eines dritten Weltkrieges wird über die Völker nicht mehr hereinbrechen. Die heute im Kampf gegen den Bolschewismus vereinigten Nationen, die für das Leben ihrer Völker und die Zukunft Europas zu den Waffen gegriffen haben und sich Schulter an Schulter den heranflutenden Horden der Steppe entgegenstemmen, sie werden diese Gefahr durch-ihren heldenhaften Einsatz für immer beseitigen und durch ihren Sieg allen Völkern einen Frieden her Gerechtigkeit und Dauerhaftigkeit erkämpfen. Berlin, 16. März. (DNB.) Mit dem Sturm a u f W a l k i am 6. März war der Weg nach Charkow frei gemacht. Der Kampf um Charkow begann am 10. März. In tiefer Nacht stießen auf vereisten Feldwegen schnelle Abteilungen nördlich an der Stadt vorbei. Als der eigentliche Angriff auf die Stadt begann, operierten diese Kräfte bereits tief im Rücken der Bolschewisten und hinderten den Feind am Heranführen von Verstärkungen. Im Morgengrauen des 10. März griffen die Divisionen des ---Panzerkorps die Stadt an, deren brennende Hochhäuser durch die Sömerung leuchteten. In zwei großen Sturmkolonnen führten sie den Angriff von Norden und Westen her. Die Bolschewisten verteidigten die zur Festung ausgebaüte Stadt zäh und verbissen. , Bis zu dem mächtigen Panzergraben am Stadtrande waren unsere Panzer bereits vorgedrungen. Dort schlug ihnen jedoch pausenloses Feuer schwerer Waffen entgegen. Die Panzer konnten, von dem tiefen Graben behindert, nicht weiter vorwärts. In der Dunkelheit trat der Chef einer Pionierkompanie mit 21 ---Männern an, um jenseits des Grabens einen Brückenkopf zu erkämpfen. Im heftigsten feindlichen Feuer arbeiteten sich die Pioniere an den Panzergraben heran, obwohl ihnen im Schein der Leuchtkugeln unaufhörlich Granaten und MG.-Garben entgegenschlugen. Um die steile Böschung zu überwinden, stiegen sich die ---Männer gegenseitig auf die Schultern und gewannen die andere Seite. Trotz des feindlichen Sperrfeuers mit lauten „Hurra"-Rufen vorwärtsstürmend, dtangen sie bis an die feindlichen Befestigungen vor, rollten sie mit Handgranaten und blanker Waffe auf, entrissen den Sorgtets mehrere Häuser und sicherten so den Brückenkopf. In mühevoller Arbeit sprengten sie die steilen Wände des Grabens, der zwei Stunden später von den folgenden Panzern glattgewalzt wurde. So entstand die Bresche, durch die der Angriff weiter vorgetragen werden konnte. Den ganzen Tag über tobte der Kampf zwischen den Häuserreihen, um Widerstandsnester und Barrikaden, um Bunker und schwere Sowjetpanzer. Langsam schlugen sich unsere Panzerverbände weiter zum Stadt- innern durch und nahmen dort die Verbindung mit den vonNorden vorstoßenden Truppen auf. Von dieser Seite aus bietet das auf Hügeln liegende Charkow mit seinen großen Betonhäusern ein nahezu amerikanisches Stadtbild. Der Kampf um diese Betonkästen war hart. Nur als Ruinen kamen sie in unsere Hand. Die am weitesten östlich vordringenden Abteilungen unterbrachen zunächst die Rückzugsstraße des Feindes nach Tschugukew. Gleichzeitig drangen die Panzergrenadier-Reg'l'menter von Nord westen in die Straßenschluchten em und gewannen an Boden. Kurz vor Erreichen des Platzes im Stadtinnern gelang es den zum äußersten entschlossenen Bolschewisten, eines der angreifenden Bataillone durch überraschenden Stoß aus der östlichen Flanke heraus anzugrelfen. Blitzschnell wandelte sich der Angriff der ©renabiere in erbitterte Abwehr. Das Bataillon geriet \in Gefahr, abgeschnitten zu werden. In diesem Augenblick durchstieß ein weiteres Bataillon weit westlich ausholend die feindlichen Häuserstellungen und Barrikaden und erreichte für den Feind vollkommen überraschend den Platz von Süden her. Von hier brachen einige Panzer nach Norden durch und lösten ihre bedrängten Kameraden aus der drohenden Umfassung. Im gemeinsamen Angriff gelang es dann, die in die Flanke eingedrungenen Bolschewisten zu vernichten. Damit war der Platz gewonnen und die Schlüsselstellung zum weiteren Vorgehen in unserer Hand. Aus ebenso erbitterten Widerstand trafen weitere Einheiten der nördlichen Stoßgruppe, die zunächst in kühner Umfaffung einen sowjetischen Regimentskommandeur und 400 Mann gefangennahmen. Sie stießen dann am 13. März unter Zusammenfassung des Feuers aller verfügbaren schweren Waffen aus den nächsten Stadtteil weiter zum Lob an - Fluß vor. Sämtliche Flußbrücken waren gesprengt. Um den in der Nacht notdürftig . hergestellten Brückensteg entspann sich am nächsten Morgen ein erbitterter Kamps. Die Bolschewisten schossen aus allen Fensterhöhlen, sie kämpften oft in Zivil, um nach Eroberung des Häuserblocks in Hinterstuben scheinbar harmlos beim Kartenspiel zu sitzen. Nach Erstürmung des großen Platzes in der Stadtmitte stieß die Waffen--- weiter nach Süden vor. Noch einmal entstand in der Nähe des Panzergrabens eine schwierige Lage. Da die Nacht den weiteren Häuserkampf unmöglich machtzss und die Bolschewisten immer stärker gegen die westliche Flanke der Angriffsfront drückten, igelte sich die am weitesten vorgedrungene Stoßgruppe ein, zog die Troßfahrzeuge durch die Bresche bis in den Panzergraben hinein nach und verteidigte während der Nacht mit Panzermännern und Troßfahrern die gewonnenen Häuserblocks. In den frühen Morgenstunden bragen die Panzer von neuem los und schlugen in 24stündigem ununterbroHenen Kampf den immer wieder aufflackernden Widerstand nieder. Der zurückweichende Feind setzte sich am 14. März im Süden der Stadt noch einmal in einem Traktorenwerk und am Bahnhof fest, bis schließlich am Abend die in dem neuen erbitterten Ringen zum Trümmerfeld gewordene Stadt völlig in unserer Hand war. Sepp Dietrich und Oie Leibstandarte. Von ---Kriegsberichter Alfred Langenberger DNB. .. 16. März. (PK.) Sepp Dietrich gilt, seit im Polenfeldzug zum erstenmal sein Name weit über die Kreise der -- hinausdrang, als ein Typ des politischen Soldaten, der unbeirrt durch zahlen- oder waffenmäßige Ueberlegenheit des Gegners für das als einzig richtig erkannte Ziel mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und unter Einsatz des eigenen Lebens unerschrocken eintritt. Wer aber glaubt, daß hier die Siege einfach einem Draufgänger jn den Schoß fielen, verwechselt die Kühnheit des verwegenen Soldaten mit der Skrupellosigkeit eines Hasardeurs. Die Siege waren nur Krönung einer jahrelangen zähen Arbeit. Die Leib- tanbarte war die ureigenste Schöpfung des Panzerwagenführers des ersten Weltkrieges, des ersten Sturmführers der -- und ältesten Mitarbeiters des Reichsführers -- überhaupt^ Er hatte sie aufgeftellt, hatte in langen Jahren des Aufbaues ihre Ausbildung überwacht, er hatte mit mancher Tradition gebrochen, um dann in der schweren ProbS dieses zweiten Weltkrieges eine neue Tradition zu schaffen. Es ist nicht feine Art, sich mit Problemen herumzuschlagen. Aus feinem naturnahen Instinkt handelnd, packt er rasch zu und ergreift das Richtige. Und so wurde es zur Tradition, daß überall dort, wo die Lage schwierig war und nur rasches Handeln sie lösen konnte, auch die Ceib ft anbarte in den Kampf geworfen wurde. Sie durchstieß Polen, oftmals von ihren rückwärtigen Verbindungen völlig abgeschniiten, bis Modlin und stiftete Verwirrung in den Reihen der Feinde, die auf eine derartige Kampfführung nicht gefaßt waren. Als stählerne Spitze des deutschen Angriffskeiles eilte sie i m Westfeldzuge den Truppen voraus und entsetzte die in Rotterdam kämpfenden Fallschirmjäger. Dann wandte, sie sich jäh nach Süden. Hier traten ihr in Flandern britische Eliteregimenter entgegen. Sepp Dietrich setzte sich an die Spitze. Durch die Weygand-Linie über die Marne bis Dichv, Riom und Clermont-Ferrand führte er die Leiv- stand arte. Damals erhielt er das Ritterkreuz. Wenige Monate später schon stand der Obergruppenführer mit seiner in der Zwischenzeit zur Brigade ausgebauten Standarte in Griechenland. Der für uneinnehmbar gehaltene Klidipaß wurde, überwunden, die Panzer brausten mitten in das britische Aufmarschzentrum von Kozani. Und wenige Tage später kapitulierte die griechische Nordarmee. Während man die Leibstandarte noch mit ihrer Entwaffnung beschäftigt wähnte, stieß sie bereits über den Golf von Patras und beschloß den gesamten FeD- zug mit der Säuberung des Peleponnes von den Ueberreften der flüchtenden Engländer. Auch im Ostfeldzug waren die Manner Sepp Dietrichs in erster Linie wieder beteiligt. Nach den Kämpfen um’bie Rollbahn Nord begann ihr Siegeszug durch die Südukraine. Noch sind die'Tage, die sie in ihrem Vormarsch oft bis 100 km täglich über Cherson und Melitopol bis Taganrog und Rostow führten, in aller Gedächtnis. Seit damals trägt Sepp Dietrich das Eichenlaub. In dem darauffolgender- furchtbaren Winter bewies er, daß er mehr war als ein schneidiger Draufgänger. Auch in den Ab wehrkänipsen blieb die Leibstandarte der Schrecken der Feinde. Als es in diesem Winter den Bolschewisten gelungen war, ihre Angriffskeile mit einem ungeheuren Aufgebot an Material und Menschen- maffen in die deutschen Linien zu treiben, und die Gefahr aufs höchste gestiegen war, betrat die Leib- standarte, die inzwischen im Westen eingesetzt war, wieder den östlichen Kampfplatz. Die Wiedereinnahme von Charkow durch Verbände der Waffen-4-, das, drei Wochen in den Händen der Bolschewisten gewesen war, steht auch als Markstein für die Leib- ftandarte--- „Adolf Hitler" am Beginn dieses Einsatzes. Man darf aus der Schnelligkeit, mit der dieses Ziel erreicht wurde, nicht auf die Schwierigkeit des Kampfes schließen, der auf beiden Seiten erbittert geführt wurde. Der Angriffsschwung, beh Sepp Dietrich seinen Männern verleiht, und ihr todesmutiger Einsatz brachen die. Befestigungen, die die Bolschewisten in der Zwischenzeit in und um diese Stadt errichtet hatten. Das ist die neue Tradition, die Sepp Dietrich seinen Männern gab. Sie ist der Dank des politischen Soldaten an seinen Führer' für das in ihn gesetzte Vertrauen. willig auf sich zu nehmen. Böhmen und Mähren gehört auf- Grund seiner tausendjährigen Geschichtc unlöslich zum Deutschen Reich und zu Europa. Die deutschen Waffen haben bisher yon den Ländern Böhmen und Mahren jede unmittelbare Kriegswirkung ferngehalten und damit Ihre vorausfchau- ende politische Entscheidung vom 15. März 1939 im höchsten Maße gerechtfertigt. Möge damit gerade der heutige Gedenktag- jedem Tschechen eine erneute Mahnung fein, Ihrer und Ihrer Regierung Politik vorbehaltlos und mit letztem Opfer zu dienen. Kleine politische Nachrichten. In der Reichsschule Donndori bei Bayreuth trafen sich in Anwesenheit von Stabsführer Möckel die Schulbeauftragten für die erweiterte Kinderlandverschickung. Nach den Erfahrungsberichten der Schul- beauftragten gab Gauleiter Wächtler als Reichsbe- auftragter für die schulische Erziehung in den KLV.° Lagern gemeinsam mit Stabsführer Möckel Richtlinien für die zukünftige Arbeit der Erzieher in der erweiterten Kinderlandoerschickung. Eine unter Führung von Ministerialrat Dr. Sato stehende Delegation des kaiserlich-japanischen Innenministeriums weilte in der Reichshauptstadt, um Einrichtungen des deutschen' Hochschul-, Schul- und Unterrichtswesens zu besichtigen. Der direkte Telephcmverkehr zwischen Lissabon und Buenos Aires rmrd am Montag aufgenommen. Dieser drahtlose Transatlantik-Sprechverkehr wird wird von der portugiesischen Radio-Marconi-Gesell- schäft abgewickelt werben. Kunst und Wissenschaft. Rudolf Siegels komische Oper „Herr Dandolo*. Rudolf Siegels Oper ,^)err Dandolo", unter Hermann Abendroth 1914 auf dem Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Essen uraufgeführt und später umgearbeitet und durch Furt- wängler in Mannheim zum Erfolg gebracht, erlebte eine Wiederauferstehung in Wiesbaden, Darmstadt und Düsseldorf. Die Oper, aufgebaut auf einem -Stoffe des Goldonischülers (Tonte Giraud, behandelt einen Unglücksvogel, der aus Uebermaß an Herzensgute in tolle und uns belustigende Verwicklungen tommt, die ihn völlig zur Verzweiflung treiben. Am Mittelpunkt steht das Testament seines Freun« des, den er aus Uebereifer totgesagt hat, und sSs Sie politischen Ausgaben des deutschen Beamten. Oer Gauleiter bei der Einführung NSG. Gauleiter und Reichsstatchalter Spren ge r sprach bei der Einführung von Reichsamtsleiter Wo wertes in sein neues Aufgabengebiet als Landrat des Kreises Oberlahn in Weilburg über die politische Aufgabe des deutschen Beamten. Nach der amtlichen Einführung durch den teUoer tretend en Regierungs p räfid enten Ministerialrat Storz begrüßte der Gauleiter in dem Land rat Woweries einen alten treuen Gefolgsmann aus der Kampfzeit und den Aufbaujahren des Gaues Hes- en-Nassau. Dabei erinnerte er daran, daß Woweries in führenden polittschen Stellen des Gaues feine nationalsozialistische Schaffenskraft bewiesen habe, und daß er daher Gewähr biete, sein neues staatliches Aufgabengebiet in der gleichen Halttmg zu bearbeiten. Mit eindeutigen Ausführungen zeigte der Gauleiter dann auf, daß der Beamte, und hier vor allem der Landrat, ein umfangreiches Aufgabengebiet zu erfüllen habe, das ei(ie einwandfreie nationalsozialistische Haltung voraus- etze. Als vom Führer eingesetzter Treuhänder und Hamit als Mittler zwischen Führer und Volk habe er eine wesentliche politische Aufgabe zu erfüllen. Sie bedinge das engste Einvernehmen mit den Hoheitstvägern der Partei. Die dauernde Wechselwirkung zwischen den staatlichen und den parteiamtlichen Dienststellen sei die erste Voraussetzung für eine gedeihliche Zusammenarbeit, die angesichts des umfangreichen Kriegsaufgabengebietes besonders notwendig fei. Der Gauleiter kennzeichnete dabei die große Aufgabe, die Partei und Staat bei der Durchführung des totalen Kriegseinsatzes zu- des Landrats Woweries in Weilburg. fallen Landrat Woweries gab er für seinen Einsatz auf dem staatlichen Sektor den alten Wahlspruch des Gaues Hessen-Nassau mit auf den Weg, nach welchem der Gefolgsmann des Führers seine Treue täglich aufs neue durch die Tat zu beweisen habe. Landrat Woweries dankte dem Gauleiter für das in ihn gefetzte Vertrauen und behandelte eingehend die Grundlagen des deutschen Beamtentums. Er habe vom Gauleiter in dessen Eigenschaft als Leiter der Nationalsozialistischen BeamteNabtei- lung während der Kampfzeit der Bewegung gelernt, daß sich Aktivismus und Beamtentum nicht unbedingt auszuschließen brauchen. Auch das Beamtentum habe den dynamischen Menschen unbedingt notwendig. Diese vom Gauleiter vermittelte Erkenntnis werde ihn deshalb auch in feinem Aufgabengebiet in der gleichen Haltung sehen wie vordem in wichtigsten Aemtern der Partei. * Landrat Woweries ist im Gau Hessen-Nassau kein Unbekannter. Iy der Kampfzeit wie in der Zeit des Aufbaues war er maßgeblich an der Durchsetzung des Nationalsozialismus im Rhein-Main- Gebiet beteiligt. Als Redner und Journalist, und hier vor allem als Gaupresseamtsleiter, ist er weiten Beoölkerungskreisen durch seine kämpferische Haltung bekannt geworden. Seit 1935 leitete er das Amt „S ch u l u n g s b r i e f e" im Hauptschulungsamt der NSDAP. Sein Tatbekenntnis zur Bewegung legte er erneut im Einsatz des gegenwärtigen Freiheitskampfes als Oberleutnant und Führer einer Vorauskompanie ab. Seine soldatische Tat wurde mir dem E. K. ausgezeichnet. Giraud und de Gaulle. 1 Tanger, 16. März. (Europapreß.) Die von de Gaulle geforderte „Säuberung" der franzö- ischen Verwaltung in Nordafrika hat mit dem Rücktritt von General Bergeret ihren Anfang genommen. Bergeret, ©iraub5 Stellvertreter, ehemals Staatssekretär für Luftfahrt im Kabinett Darlan, wurde von de Gaulle als einer feiner schärfsten Opponenten betrachtet. Aber Giraud ist anscheinend bereit, noch einen weiteren Stein des Anstoßes aus dem Wege zu räumen. Auch der Generalresident von Marokko, N o g u e s , soll veranlaßt werden, seinen Posten zur Verfügung zu stellen. Der 67jährige Jurist und Artillerie-General, ein Schwiegersohn Del- cassss, des Schöpfers der französisch-englischen Entente cordiale von 1904, hatte sich nach dem Waffenstillstand sofort Marschall Petain zur 'Berfügung gestellt. Er war es, der den Versuch Dalabiers, in Marokko eine Emigrantenregierrrng zu errichten, vereitelt hatte. Aber auch die Skalpe der kleineren Beamten sind nicht sicher. Jean R i ga ub , ein Mitarbeiter Berge- rets, wurde bereits vor einigen Wochen als Pro- pagandachef abgesetzt. Er soll nun völlig verschwinden. In Presse und Rundfunk Algiers ist die Wendung bereits ganz offentunbung. Radio Algier bezeichnete die de-Gaulle-Verbände Montagabend als „Helden-Legionen", General Catroux, de Gaul- les Militärchef in Syrien, soll — wie der Sender weiterhin meldete — einen wichtigen Verwaltungs- Posten in Norbafrika erhalten. Girauds schrittweises Zurückweichen vor den For- derungen de Gaulle, führt man in Algier in erster Linie auf die mangelnde Unterstützung durch Washington zurück. Staatssekretär Cordell Hüll lobte zwar die Rundsunkansprache Girauds, die die Zusammenfassung aller ftanzösischen Gruppen unter ferner militärischen Führung ermöglicht habe. Es ist jedoch ausgefallen, daß Hüll den allgemeinen Führun gsanspruch Girauds ein schränkte, indem er bas Wort „militärisch" einflocht. Eröffnungssitzung der spanischenEortes Madrid, 17. März. (Europapreß.) Die neuen spanischen Cortes traten zu ihre? konstituierenden Sitzung zusammen. Der Präsident der Cortes, Esto- ban Bilbao, betonte, daß die Cortes den lebendigen Ausdruck - des heutigen Spaniens darstellen. In ihnen seien sämtliche Institutionen des polittschen und sozialen Lebens der Nation vertreten. Die Grundidee der neuen Cortes fei die Solidarität mit der Regierung. Hierin läge der wesentliche Unterschied gegenüber dem vergangenen Regime. Dieses Regime werde niemals wiederkehren. Der alte Parlamentarismus sei einer der Gründe des spanischen Niederganges gewesen. Er habe es. gestattet, daß die Büros der Minister sich in Vorzimmer von Perbrechern verwandelt hätten. Vier Jahre Protektorat. Prag, 16. März. (DNB.) Aus Anlaß der vierten Wiederkehr des Jahrestages der Errichtung des Protektorates empfing der Stellvertretende Reichsprotektor ---Oberstgruppenführer und Generaloberst der Polizei Daluege den Staatspräsidenten Dr. Hacha und dankte ihm für das Bekenntnis unbedingter Ergebenheit und unerschütterlicher Treue zum Führer. „Das Ausland", jagte Daluege, „hat davon Kenntnis nehmen müssen, daß die tschechische Bevölkerung von Böhmen und Mahren unter Ihrer Führung gewillt ist, angesichts der Bedrohung der gesamten europäischen und somit auch der Kultur der Länder Böhmen und Mähren durch den verbrecherisches Bolschewismus den Ernst der Lage endgültig und wirklich zu erkennen, danach zu handeln und auch die vorübergehenden Einschränkungen und Opfer Buben und Mädchen suchen Pflege-Eltern Frauenhilfsdienstmädel im Betrieb. Helfer des Arztes—Helfer des Volkes. Forschungsinstitute des Gaues arbeiten im Auftrage der OAF. Anzahl kinderloser Ehepaare oder Kleinfamilien bereit ist, ein Pflegekind aufzunehmen. Oft fehlt vielleicht nur die Gelegenheit, ein beiden Eltern zusagendes Kind zu finden, manchmal wissen Eheleute auch nicht, welchen Weg sie zu beschreiten haben, um ein Pflegekind zu bekommen. Ueberall in unserem Gau sind'deshalb Plakate ausgehängt, die darauf Hinweisen, daß an einem Pflegekind interessierte Eltern sich an die N S V.-D i e n st st e l l e n, die nächste Ortsgruppe oder Kreisamtsleitung der NSV. wenden können. Dort wird ihnen Auskunft gegeben und fachliche Beratung zuteil, wie sie eine so wichtige und nicht immer einfache Angelegenheit wie die Vermittlung eines Pflegekindes erfordert. Gerade heute, mitten im Kriege, werden manche Mütter, deren Söhne vielleicht schon draußen an der Front kämpfen, eine beglückende Aufgabe in der Erziehung eines Kindes sehen und mit der Aufnahme eines Pflegekindes nicht nur einem kleinen Menschen, sondern überhaupt dem Volke, dem sie angehören, und das in seinem schwersten Kampfe steht, einen großen Dienst erweisen. Will ein Mädel einen sozialen Frauenberuf ergreifen, so hat es stets eine gute Vorbildung .für diese Berufe, wenn es zuvor die hauswirtschaftliche Lehre ableistet. Für viele soziale Frauenberufe beginnt die Ausbildungszeit erst mit 18 Jahren. Es bleibt dem Mädel also noch eine Zeit auszufüllen. Stellt es sich dem Frauenhilfsdienst für Wohlfahrt- und Krankenpflege 2 Jahre zur Verfügung, so hat cs hier in jedem Falle eine gute Möglichkeit der Vorbildung. In allen sozialen Berufen wird diese Zeit mit einem halben Jahr auf das Praktikum an- gerechnet. Der Frauenhilfsdienst wurde von der Reichs- frauenführerin als ein Ehrendienst geschaffen. Er ist es bis heute geblieben, und wir werden ihn in Zukunft in wachsendem Maße zur Unterstützung aller Stellen benötigen, die zur Betreuung der schäft senden Volksgenossen eingesetzt sind. Auskunft über den Frauenhilfsdienst erteilen die Kreisdienststellen des Deutschen Frauenwerkes des Gaues Hessen-Nassau. Folgen, die sich aus solcher Voreiligkeit ergeben. Die Ueberraschungen sind kontrastreich eingeführt und ergeben sich ohne jeden Zwang. Die Figuren sind die Typen der Stegreifkomödie. Musikalisch ist das Werk anspruchsvoll und verlangt wie die echte Komische Oper in besonderem Maße darstellerische.Fähigkeit. Das Schwergewicht liegt bei den Sängern. Gesangslinie, Intervall und Rhythmus charakterisieren deutlich den gutmütigen Dandolo, den sanguinischen Notar, den trottelhaften Diener. Es gibt nicht das, was wir Leitmotiv nennen, aber jede Szene hat doch ein kurzes Motiv, eine kleine Melodie oder ihren eigenen Rhythmus. In dem Sprechaesang erinnert die Oper oft an den „Rosenkavalier , mit dem sie nach ihrer Entstehungszeit auch zeitlich zusammenfällt. Das reiche kontrapunktische Gewebe der Musik ist ohne Zugeständnisse an einen billigen Geschmack. „Die Dell dankt Behring." Zur Erinnerung an die 50-Jahrseier der Entdeckung der Jmmuntherapie hat das Behring-Archiv in einer kleinen Auflage ein wertvoll ausgestattetes Werk herausgegeben, das im Verlag Bruno Schultz, Berlin-Grunewald erschienen ist: „Die Welt dankt Behring." Nach einem Vorwort des Leiters des Behring-Archivs, Dr, med. A, von Engelhardt, und einer Einführung von Oberregierungsrat Fritz Imhoff, bringt das Buch eine tabellarische Uebersicht der hauptsächlichsten Daten aus dem Leben Emil von Behrings. Es folgen dann Auszüge der bei der Marburger Erinnerungsfeier und der wissenschaftlichen Tagung 1940 gehaltenen Reden und Vorträge, Berichte der Gedenkfeiern des Jahres 1940 in Deutschland und im Ausland und Auszüge der Jubiläums- artikel der wissenschaftlichen Presse Deutschlands und der wissenschaftlichen Presse des Auslandes. Die Ju° ibiläumsartikel der deutschen und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften, sowie die Veranstaltungen des Rundfunks und des Films anläßlich.der 50= Jahrfeier schließen sich an. Das reich illustrierte Werk ift eine wertvolle Erinnerungsgabe. Friß Rhein 70 Jahre all. Einer der besten Berliner Porträtmaler, Professor Fritz Rhein, vollendet sein 70. Lebensjahr. Entscheidend für die Berufswahl des jungen Rhein wurden öre engen Beziehungen feiner Familie zu dem Kasseler Schlachtenmaler Louis Kotitz, der an der Kasseler Akademie Direktor war. 1889 bezog Rhein die Akademie. Vier Jahre später siedelte er nach München über, besuchte dort die Malschule des Ungarn Hollussy, und ging später zu Paul Höcker, einem Schüler von Dietz, der die Freilichtmalerei an die Münchener Akademie gebracht hatte. Nach vierjähriger Studienzeit wandte sich Rhein nach Berlin, o)o es ihm gelang, einen Preis der Berliner Akademie zu erringen, der ihm ein Studium in Rom ermöglichte. 1911 erhielt Rhein den Dilla-Romana- Preis, 1912 ging er nach Florenz. 1914 zog er als Kriegsfreiwilliger ins. Feld. Hier entstanden die ersten Bildnisse großer Heerführer, besondere Leistungen seiner Porträtkunst. Er gehört zu den hervorragendsten Gesellschaftsmalern, er ist niemals banal «oder konventionell, sondern ihn interessiert das Be- ffondere der Physiognomie. Mele Galerien und Pn- Matsammlungen besitzen feine Werke. Alljährlich I hingen seine Bilder im Haus der deutschen Kunst in München. Für das Museum in Linz wurden verschiedene angekauft. Der Künstler steht heute auf der .Höhe seiner Schaffenskraft, eine Reihe neuer Por- iträts sind entstanden. Von zwei Jtalienreisen brachte .er Bildnisse und Landschaften heim. A. v. Oertzen. Zeitgenössisches Konzert der Berliner Philharmoniker. Um die zeitgenössische Musik nachhaltig zu fördern, veranstaltete das Berliner Philharmonische Orckiester unter der Leitung von Leo B o r ch a r d ein Sonder- lkonzert, das ausschließlich Werken lebender Tonsetzer gearibmet war. Der Abend bewies aufs neue, mii welcher Zielstrebigkeit die junge Komvonistengenera- tion einen prägnant stilisierten geistigen Ausdruck unserer Zeit sucht und findet. Das zeigte sich besonders in dem Klavierkonzert op. 32 des Stuttgarter Hochschulprofessors Hans B r e h m e (geboren 1904). Der straffgehämmerte erfte Satz und das fnaierte Finale drängen mit ungestümer rhythmischer Wucht vorwärts. Die geballte Kraft besänftigt sich im lang- fromen Mittelsatz einer ruhig und sicher schreitenden Sarabande, und auch der Humor fehlt nicht: das Scherzo hüpft prickelnd und grotesk dahin. Wir hörten bann eine Partita von Goffrebo Petr asst (geb. 1904), eine dreisätzige Suite, die sehr herb und aggressiv klingt, mit formbewußter Polyphonie auf- pebaut ist (Ciaconna) unb in der abschließenden lGigue eine mitreißende motorische Energie entfesselt . Als jüngster Komponist des Abends war sodann der 1918 geborene Gottfried von Einem, ein sehr begabter Schüler Boris Blachers, mit einem Capriccio vertreten einem munteren Stück, dessen asymmetrische Akkordzüge und großbogige Streicher- metobien echtes Musikcmtentum verrieten. Abgerundet wurde bas Programm burch zwei effektvolle Stücke aus Werner E g k s Ballett „Joan von Za- t'iffa" sowie durch die schmissig-eleganten Tänze aus . .Galanta" von ZoltLn K o d a l y. Aus der Giadi Gießen. Das Streichholz. Wenn man Berichte darüber liest, wie umständlich unb schwierig es in früheren Zeiten war, ein Feuer zu entfachen, so müssen wir uns heute glücklich preisen, burch das Streichholz dieser Nöte enthoben zu sein. Das Zündholz ist für uns zu einem sü wichtigen unb selbstverständlichen Gebrauchsartikel geworden, daß man es sich zunächst nur schlecht vorstellen kann, baß es noch keine 150 Jahre alt ist.' Im allgemeinen wird bas Jahr 1832 als das Geburtsjahr des Zündholzes angesehen. An sich waren auch schon vor dieser Zeit ähnlich konstruierte Zündkörper bei verschiedenen europäischen Völkern bekannt. Jedoch erst im Jahre 1832 war deren Entwicklung soweit abgeschlossen, daß man sie als wirklich gebrauchsfähig bezeichnen konnte. Da die Zündhölzchen damals überall fast gleichzeitig auftauchten, läßt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, wer ihr eigentlicher Erfinder ober zumindest das Ursprungsland gewesen ist. Nach 1832 wurde das Zündholz fortlaufend weiter verbessert und auch bald schon fabrikmäßig herge- stellt. Trotzdem hafteten ihm noch immer schwerwiegende Mängel an. Entzündete man z. B. so ein Streichholz damaliger Herstellungstechnik, so explodierte es mit heftiger Feuerwirkung unb lautem Knall. Auch Selbstentzündungen waren damals an der Tagesordnung. Außerdem war die seinerzeit gebräuchliche Verwendung von weißem Phosphor als Zündmasie überaus gesundheitsschädlich. Es ist ein Verdienst des deutschen Professors Böttger, diese Mängel beseitigt zu haben, Er ersetzte 1848 den gesundheitsschädlichen weißen Phosphor der Streichholzkuppe durch den ungefährlichen roten Phosphor. Der Vorgang beim Entzünden der Hölzchen spielt sich dabei folgendermaßen ab: Durch die Reihwärrne beim Anstreichen wird ein Teil des roten Phosphors in weißen umgewandelt, der sich unb bas Hölzchen enzr ndet. Wenn auch im Laufe der Zeit noch weitere kleine Verbesserungen hinzukamen, so haben sich die Streichhölzer seitdem doch nicht mehr wesentlich verändert. Die Zündmasse besteht heute aus einer Mischung von Kaliumchlorat, Schwefel, Lehm usw. unb ist absolut gesundheitsunschädlich. Zur Herstellung der Hölzer benutzt man meistens Pappel-, Linden- ober Weidenholz, das möglichst frisch ift. Wenn man bedenkt, oaß allein im Jahre 1928 in Deutschland 132 Milliarden Streichhölzer her- gestellt wurden, so kann man sich leicht ein Bild von den gewaltigen Holzmengen machen, die jährlich für die Zündholzproduktion bereitgestellt werden müssen. Diese Zahlen sollen aber nicht allein unsere Hochachtung vor der wirtschaftlichen Bedeutung des Zündholzes wecken, sie sollen zugleich jedem Verbraucher deutlich vor Augen führen, wie berechtigt die Mahnung ist: Seid sparsam — auch mit den Streichhölzern! Sprechstunde des Kreisteiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 18. 3., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Amt für das Landvolk. Die Sprechstunde des Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, 18.3., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, .Alicenstraße 10, statt. Buchhandlungen verleihen Bücher. Auf Vorschlag des Leiters des deutschen Buchhandels hat der Präsident der Reichsschrifttumskammer angeordnet, daß künftig alle Buchhandlungen einen Teil der Buchvorräte für Ausleihzwecke bereithalten müssen. Damit ist allen Volksgenossen Gelegenheit gegeben, sich in Buchhandlungen auch neuerschienene Bücher auszuleihen und auf diese Weise das weltanschauliche und schöngeistige Schrifttum unserer Zeit kennenzulernen. Soweit der Buchhandel von einzelnen Büchern größere Bestände vorrätig hat, wird der Buchverkauf weiterhin aufrechterhalten. Schulbücher und Fachbücher sind von dieser Regelung ausgenommen. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 41 Rpf., Bullen 35 bis 50, Kühe 19 bis 44, Färsen 27 bis 50, Kälber 28 bis 57, Schafe 32 bis 44 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg unb mehr) 1,45 NM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,43, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,41, c (100 bis 119,5 kg) 1,37, d (80 bis 99,5 kg) 1,31, e bis f (unter 80 kg) 1,25, gl (fette Specksauen) 1,45, i (Alischneider) 1,41, g2 (anbere Sauen) 1,31, h (Eber) 1,31 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. NSG. Es sind neben der Unehelichkeit häufig schicksalhafte Umstände, durch die zahlreiche Kinder die erzieherische Betreuung ihrer Eltern einbüßen. Nicht immer ist es möglich, solche Kinder in Der- wandtschaftskreisen unterzubringen, da .diese oft wirtschaftlich nicht in der Lage sind ober burch bie Erziehung eigner Kinder, vielleicht auch durch Berufstätigkeit, als überansprucht angesehen werden müssen. Die NSV. hat deshalb für alle Kinder, die nicht in \ber eigenen Familie auf wachsen können, die Vermittlung von Pflegeeltern übernommen unb ist bemüht, solche Kinder in eine geordnete Fa- mil-rengemeinschaft einzureihen. Den Kindern gilt es eine vollwertige Heimat zu schaffen, wo sie zu einem wertvollen Glied der Volksgemeinschaft heranreifen können. Als Pflegefamilien kommen natürlich nur solche in Betracht, von denen erwartet werden kann, daß ein Pflegekind wie ein eigenes Kind behandelt und betreut wird. Erbgesundheit und Erziehungsfähigkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen bei den Pflegeeltern. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß eine große NSG. Der Frauenhilfsdienst für Wohlfahrt- und Krankenpflege, den bie Reichs fr auen führerin zur Entlastung von sozialen unb pflegerischen Frauenberufen vor einigen Jahren schuf, hat hn Gau Hessen-Nassau für viele Einrichtungen der NSV., für Krankenhäuser usw. Entlastung bringen können. Durch den oerftärkten Kriegseinfatz der Frau und die wachsenden Anforderungen, die dadurch an bie sozialen Detriebsarbeiterinnen größerer Werke gestellt werben, hat es sich als besonders erfolgreich erwiesen, Frauenhilfsbien st mädel den sozialen ^Betrieb5arbeitertnnen als Helferinnen beizugeben. Die Mädel hoben hier gute Möglichkeit, sich in soziale Fragen praktisch einzuarbeiten. Sie Häfen der sozialen Betriebsarbeiterin bei Hausbesuchen der Betriebsmitglieber, sie übernehmen manchen Fall ber Nachbarschaftshilfe für bie Mitglieder des Betriebes, helfen nebenbei bie schriftlichen Arbeiten der sozialen Betriebsarbeiterin erledigen unb lernen manchen Handgriff in der Krankenhilfe bei ber Behandlung von leichten Betriebsunfällen. NSG. Arzt fein heißt nicht allein leidenden Menschen zu helfen, chre Schmerzen zu lindern, oder ihnen bie vorübergehend verlorene Gesundheit zu> rückzugeben. Arzt sein heißt vor allem auch, zur 'Gesunderhaltung des Volkes beizutragen und darüber zu wachen,' daß alle irgendwie auftretenden schädlichen Einflüsse auf ein Mindestmaß herabgesetzt werben, daß der Mensch eben gesund ist und bleibt. Mit unermüdlichem Forschergeist, oft unter Hintansetzung des eigenen Lebens, haben bie Aerzte sich bemüht, ihre Erkenntnisse über die Zusammenhänge des menschlichen Organismus zu vertiefen. Jede neu errungene Erkenntnis barg zugleich eine Fülle neuer Probleme in sich, und so mutzte bald eine Spezialisierung auch des Aerzteberufes eintreten. Aus dem Wundarzt wurde der praktische Arzt, dem jedoch bei besonderen Fällen der Spezialarzt zur Verfügung steht. So bildeten sich neue Arzttypen; einer ber letzten hierbei ist wohl der Betriebsarzt. Die Aerzte finden in ihrem täglichen Aufgaben-' bereich oft eine Fülle von Problemen vor, bie sie als -Praktiker nicht allein zu lösen imstande sind. Es muß dabei berücksichtigt werben, baß auch die Aufgaben des Betriebsarztes im wesentlichen ganz neu sind. Um ihm aber über sein akademisches Studium unb seine betriebliche Erfahrung hinaus bas notwendige wissenschaftliche Rüstzeug zur. Verfügung zu stellen, schuf die Deutsche Arbeitsfront bei ihrem Amt „Gesundheit und Volksfchutz" eine Reihe von Instituten für Arbeits- und Leistungsmedizin. So besteht in Frankfurt a. M. und Wiesbaden ein „Forschungsinstitut für Arbeitsgestaltung, Altern und Äusbrauch", in dem unter Leitung von Professor L. Brauer die praktische und wissenschaftliche Bearbeitung von Aufgaben der Gemeinschaftsverpflegung behandelt werden. Hinzu treten dort noch die Forschungen über Alters- unb A*'- brauchserscheinungen unb bie Forschungen über Wege zu frühzeitiger Erkennung von Berufskrankheiten. Im Auftrage des gleichen Amtes führt die Dermatologische Universitätsklinik Gießen Untersuchungen auf dem Gebiete ber Reinigungs- und Hautschutzmittel für Betriebe durch, wobei es in erster Linie darum geht, jegliche Hauterkrankungen durch gefährliche ober gefährdende Jn- bustrieerzeugnisse zu vermeiden. Die gleiche Aufgabe, wie sie hier Professor Dr. W. Schultze übertragen wurde, hat das „Institut für Kolloid- forschung, Abteilung Hautumweltforfchung" in Frankfurt a. M. zu erfüllen, wobei vor allem bie Versuche zur Schaffung guter Reinigungsmittel in Stuckform das Hauptziel find, bas außer den Untersuchungen ber chemischen Einflüsse von Staub auf bas Lungengewebe erreicht werben soll. In enger Zusammenarbeit mit diesem Institut ift ber „Ausschuß zur Verhütung gewerblicher Haut- erkrankungen" tätig, ber alle in dieser Hinsicht gewonnenen Erfahrungen zusammenfaßt und gleichzeitig bie für bie Schaffenden bestimmten synthetischen Reinigungsstoffe überprüft, eine gerade jetzt sehr Wichtige unb verantwortungsvolle Aufgabe. Die Deutsche Arbeitsfront hat außerdem im Gau Hessen-Nassau zwei weitere für bas Gesamtreich arbeitende wissenschaftliche Forschungsstellen festgelegt. Es sinb dies das „Kaifer-Wilhelm-Jnstitut für Biophysik", das vor allem für den Uran-Pechblenden- Bergbau arbeitet sowie das Institut für vegetative Physiologie" an der Universität Frankfurt, wo unter Leitung von Professor Felix in einem Sonderauftrag gewisse Leberfunktionsprüfungen vorgenommen werben. Alle diese Arbeiten, so sehr sie sich auch im stillen abwickeln mögen, tragen in einem Maße ihre unmittelbaren Früchte, wie es ber einzelne kaum zu überschauen vermag. Erhält doch der gesundheitliche Berater und Betreuer der Schaffenden, ber Betriebsarzt, burch sie bie notwendigen Unterlagen in absolut einwandfreier unb vor Zufälligkeiten bewahrter Form, bie es ihm ermöglicht, an der Gesunderhaltung aller Schaffenden nicht nur jetzt im Kriege, sondern zukunftweisend auch für später maßgeblich mitzuwirken.__ Glück auf, Renate! Roman von Ernst Grau. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dann stand. sie in einem kleinen, gemütlichen Salon, dessen gediegene, alle Möbel sicher noch aus iem Hamburger Patrizierhause des Senators Hagendröm stammten. Doch Renate, bie sich sonst gern mit vlchen Dingen abgab, hatte jetzt keine Augen bafur. Sie trat ans Fenster unb sah auf bie fonntagsftme Straße hinunter, wahrend sie noch einmal au es aberdachte, was sie sich zu sagen vorgenommen hatte. Aber als sie sich bann nach kurzen Minuten des üöartens auf bas Geräusch ber sich öffnenben Tur amroenbete unb sich einer durchaus nicht ablehnend ireinbüdenben Frau gegenübersah, bie ihr sogar iad) kurzem Zögern mit einem herzlichen Lachem He Hanb entgegenstreckte, ba war alles, was sie sich ben noch zurechtgelegt hatte, wie ausgelojcht. Sie and kein Wort. Sie sah nur bas vergebende Lächeln, bas alles Ungemach vergessen zu haben schien, )'Q5 biefe Frau während eines langen Jahres willig -eingenommen hatte. „Es ist schön von Ihnen, Renate, daß Sie nun ) och noch ben Weg zu mir gefunden haben , jagte Thora Kersten frohen Blickes, das Mädchen mit einer freundlichen Bewegung zum Sitzen einladend. Renate blieb beschämt unb verwirrt bei ihr stehen. Sie hatte sich diese erste Begegnung anders gedacht, ire hatte geglaubt, schenken zu können, und mußte es tun hinnehmen, daß sie selbst bie Beschenkte war. „Ich weiß — ich hätte früher kommen sollen —", intgegnete sie enblich. „Ich habe ja so unenblich viel oteber gutzumachen, Frau Thora." „Aber nun sind Sie ja ba, Renate. Unb damit ft boch alles gut." Was sie unter der Mißachtung dieses Mabchens auch gelitten haben mochte, in diesem Augenblick hatte sie alles vergessen. „Nein?" Renate schüttelte hefttg ben Kopf, als wollte sie es sich selbst nicht leicht machen. „Es war ja alles so grenzeiilos bumm von mir, Frau Thora. Ich bin doch kein Kind mehr —" „Doch, Renate", sagte Thora voll Güte unb Verstehen. „<$ie sinb ein Kind, ein Kind, das feinen Vater zu verlieren glaubte." Der warme, mütterliche Ton in diesen Worten bezwang das Mädchen. „Ja —", kam es nach einer Welle leise. „Sie haben recht — so war es wohl. Und es reizte mich manchmal sogar, daß Sie es so einfach Hinnahmen —", gestand Renate fast gegen ihren Willen. Mit einem nachsichtigen Lächeln stand die Aeltere neben ihr unb ihre betben Hände lagen auf den Schultern des Mädchens. > ,Lch habe bas alles sehr gut verstanden, Renate. Aber was sollte ich tun? Ich liebe ben Kampf nicht. Katnpf ist nun einmal Sache bes Mannes. Und ich bin eine Frau, nichts weiter, unb will auch nichts weiter sein. Ich habe sehr früh lernen müssen, zu verzichten. Es ist schon lange her, und ich habe dann später gesehen, daß man auch darin ein wenig Glück zu finden vermag." . Renate sah zweifelnd zu ihr auf. Emen geliebten Menschen aufgeben unb dennoch — „Glück im Verzicht —?" fragte sie verwundert. „Da kann ich Ihnen nicht folgen. Frau Thora." Sie saßest nun einander gegenüber und jede schien in ben Augen der anderen zu suchen. „Doch. Es ist so. Renate", nickte Thora nach einer kleinen Paufe. „Mehr als uns bas Schicksal geben will, erreichen wir auch im Kampfe nicht. Denn jedem ist sein Quäntchen Glück zugemessen, unb ber Kampf würde bann nur mit einer Niederlage enden. Aber jede Niederlage verbittert den Menschen nur und macht ihn unglücklich, treibt ihn zu neuen Kämpfen unb damit zu neuen Niederlagen. „Ich sehe es anders, Frau Thora", gab Renate rasch zurück. „Alles Leben ift Kamps ..." „Sie sind noch jung", warf die andere voll Nachsicht ein. „Das Leben läßt uns nicht immer die Wege gehen, bie wir gern gehen möchten." „Gewiß. Aber sich im voraus besiegt geben ... nein, das kann nicht ber rechte Weg fein." . Der Helle Eifer des Mädchens gefiel Thora. Sie ist ganz Hammerkotts Tochter, dachte sie. „Für Sie auch nicht, Renate. Aber wir Menschen find nun einmal verschieden. Unb das ift gut so. Für manche aber gibt es keinen anderen Weg, wenn sie sich im Kampfe nicht nutzlos zerreiben wollen, weil sie noch andere Pflichten haben. Sehen Sie, Renate, Ihnen ist jetzt der Vater das Liebste. Aber Sie würden vielleicht auf ihn verzichten, wenn ein Mann in Ihr Leben träte, ber Ihnen mehr bedeutete ..." Thora Kersten schwieg, ohne den Satz zu vollenden. Sie sah, wie ein heißes Gefühl dem Mädchen Helle Röte in die Wangen trieb. Sie verstand dieses jähe Aufflammen und lächelte mütterlich. „Du brauchst mir nicht zu antworten, Kind", sagte sie und zog das große Mädchen zärtlich an sich. „Nun verstehe ich erst ganz, warum du heute zu mir kommst. Du konntest ja gar nicht eher kommen. Aber nun wird alles gut." „Thora, du beschämst mich mit jedem Wort ..." „Du großes Kind, du." „Unb- ber Vater ...? Er erwartet mich heute abend zurück ... was soll ich ihm sagen ...? „Daß er mich am Dienstag sehen wird, wenn er auf dem Nürburgring startet." * Werner Hellingrath sollte sich nicht getauscht haben, als er sich sagte, baß Meinders ober Ter- brüggen bei allernächster Gelegenheit auf bie Ereignisse des vergangenen Samstags zurückkommen würde. Er hatte sie durch fein Dazwischentreten doch in eine zu komische Rolle gedrängt, als baß sie bas so ohne weiteres vergessen würden. Es er- hetterte ihn im füllen jetzt noch, wenn er die beiden vor sich sah. wie sie in grenzenloser Verblüffung feinem „Laubfrosch" nachstarrten, dessen plötzliches Auftauchen ihrem Streit ein so unerwartetes Ende gemacht hatte. So saß er bann am Montagvormittag in seinem kleinen Werkbüro neben dam Maschinensaal der Förberanlage beim Frühstück, als Terbrüggen ejn= trat. Daran war zunächst weiter nichts Auffälliges, denn auf feinen Kontrollgängen durch das Werk kam er sehr häufig hierher. Ungewohnt war nur seine betont freundliche Miene, die erkennen ließ, daß er diesmal nicht ohne besondere Absichten kam. „Sie wollen einfahren, Herr Direktor?" fragte Hellingrath nach kurzer Begrüßung. „Ja. Ich habe ba eben Ihren letzten Wochenbericht vorgehabt und sehe, daß Sie mit dem Streckenvortrieb auf Sohle fünf nicht recht vor- wärtskommen." „Leider. Aber es ist fo. Wir find da auf eine sehr brüchige Stelle im Hangenden gestoßen, so daß die Zimmerleute mit ihrer Arbeit verschiedentlich ..." „Gut. gut", fiel Terbrüggen unterbrechend ein. ,Zch will mir bas einmal selbst ansehen." Hellingrath packte fein Frühstücksbrot zusammen und wollte sich erheben. „Aber nein, so ift bas natürlich nicht gemeint, lieber Doktor", wehrte Terbrüggen leutselig ab. Er zog sich einen kleinen Hocker heran und ließ sich neben Hellingrath nieder. „Ich will Sie beileibe nicht um Ihre Frühstückszeit bringen. So sehr brennt es mir nicht." Der ungewohnt freundliche Ton erfüllte ben andern mit Mißtrauen. Doch er verrnieb jede Gegenrede und wickelte fein Brot wieder aus. „Also, wenn Sie nichts dagegen haben, Herr Direktor", meinte er mit einem halben Lächeln. „Essen unb Trinken hält bekanntlich Leib und. Seele zusammen." Der andere nickte verstehend. „Unb nicht zu vergessen: die Liebe", bemerkte er mit vertraulichem Zwinkern. (Fortsetzung folgt' In einem (Bria1 Ihr Berater in allen Punktfragen Danksagung. Statt Karten. Heuchelheim, im März 1943. 881 D Gießen, den 16. März 1943. 01721 Statt Karten. Danksagung. Abzug, bei Lutz Der Hochtourist UiiC T86L 2.30,4.45.7.30; 80. 2.00, 4.30.7.30 ÜHr -KÖHLER FS«' Das ist Kohlenklau) Wollen Sie ihm die Schadenfreude gönnen? Nein? Also dann das nächste Mal besser aufgepaßt: Den Gashahn kleinstellen, rühren und so leichtquellent de Nahrungsmittel wie z. B. Mondamin oder Puddingpulver nicht länger als 2 Mi- nut kochen lassen) Arbeitsplatzwechsel und Meldepflicht-Aktion. Der Reichsfo.rstmeister nimmt Veranlassung, auf die Wichtigkeit der Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden in diesem Jahre ganz besonders hin- zuweisen. Bei weiterer Verringerung der zur Verfügung stehenden Abwehrträfte ist es um so not» wendiger, die verfügbaren Kräfte im Ernstfälle auf Grund einer gut vorbereiteten und eingespielten Organisation wirksam einzusetzen. Der Reichsforst, meister bittet, unter diesen Gesichtspunkten die bisherigen Maßnahmen zu überprüfen. Auf enge Zusammenarbeit mit den Dienststellen der inneren Der- Verloren Bunter Seidenschal a. Sonntag zwisch. 7-8 Uhr auf dem Wege Bismarckstraße - Stadttheater verloren. Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme an dem schweren Leid, das uns durch den Tod unseres lieben Sohnes und Bruders Werner Schneider, Gefr. in einer Eisenb.- Pionier-Einheit, get/offen hat, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Weisel fist die schönen Worte anläßlich der Gedächtnisfeier. Ludwig Schneider, Baumeister nebst allen Angehörigen. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme, für die Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unsres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters sagen wir auf diesemWege unsem herzlichsten Dank. Besonderen Dank der Schwester Emma für die liebevolle Pflege, Herrn Missionar Walther für die trostreichen Worte bei der Beerdigung, dem Kameradschaftsbund der Deutschen Polizei, Ortsgr. Gießen, der NS.-Kriegerkameradschaft 1874 Gießen und der Luthergemeinde für die Kranzniederlegungen und ehrenden Nachrufe. 876 D Die Familien Karl Schäfer und Georg Karn. Mannheim, Bad-Nauheim und Gießen, 16. März 1943. Für die Aufmerksamkeiten und vielen Glückwünsche anläßlich unserer Vermählung sagen wir hiermit, auch im Namen unserer Eltern, recht herzlichen Dank Ernst Stockheim Frau Margot, geb. Buch berget Gießen, 17. März 1943 s 01700 z | Verkäufe | Achtung! Futter- Kohlraben für Pferde, Kühe und Kleintiere, in großen und kleinen Mengen, je Zentner NM. 4,50 empfiehlt [oi72o Ella Helferich, Walltorstr. 39. das große Spezial-Haus für gute Herren-und Knaben- Kleidu ng Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag -Vormittag geschlossen! 29QD Am 16. März wurde mein lieber Mann, mein treusorgender Vater und Schwiegervater, unser herzensguter Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Buttron Finanzamtmann i. R. im 77. Lebensjahre von seinem schweren Leiden erlöst. Die trauernden Hinterbliebenen: Ferdi Buttron, geb. Lehmann; Hedwig Heß, geb. Buttron; Studienrat Otto Heß; Erika und Waltraud Heß. Gießen, den 17. März 1943. Die Beerdigung findet Freitag, den 19. März, 14.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 01738 Witwe, 48 I., katholisch,möchte mit Herrn zwecks Heirat bekannt werden. Zuschriften uni. 01726 a. d.G.A. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrOhl'schen Druckerei Kirchliche Nachrichten. Lick, 18. März, 20 Uhr: PassionS» Andacht, Naumann. Unerbittlich hart traf uns das Schicksal mit der uns allen noch unfaßbaren, schmerzlichen Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater unseres Kindes, unser aller unvergeßlicher, immer hilfsbereiter, in Liebe und Treue nimmermüder lieber Bruder,-Schwager, Pate, Onkel und Neffe Otto Hahn Uffz. in einer Panzerdivision, Inh. des E. K. 2, des Panzersturmabzeichens, der Ostmedaille und des Königlich Bulgarischen Ehrenkreuzes, bei einem schweren Gefecht im Osten, in höchster soldatischer Pflichterfüllung, im Alter von 30 Jahren, den Heldentod erlitten hat Er folgte seinem Bruder, der 1916, sein Leben für das Vaterland gab. In unsagbar tiefem Schmerz: Anna Hahn, geb. Becker und Söhnchen Willi Rottenführer Fr. Hahn und Familie; Gefr. Karl Hahn und Familie; Familie Wilhelm Becker; Familie Karl Becker; Frau Dönges,geb. Becker nebst allen Verwandten. Rödgen, Marburg, Heuchelheim, Großen - Buseck, Waldeck, Rodheim, im Felde, im März 1943. Die Gedächtnisfeier findet am 21. März 1943, um 14.30 Uhr, in der Kirche zu Rödgen statt. Mit den Angehörigen trauern auch wir um den Verlust unseres Mitarbeiters. Poppe & Co., Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen i.H. >884 D Die Förderung von Kleingärten Aenderung der Bestimmungen. Bekanntmachung. Die Anordnung, wonach der Avfelsmenbezug an den Eintrag in eine Obst-Kundenliste gebunden ist, wird mit Wirkung vom 16. 3. 1943 aufgehoben. Ab 16. 3. 1943 vormittags müssen die Verteiler auch solche in Gießen wohnhaften Verbraucher gegen Abgabe der aufgerufenen Abschnitte beliefern, die nickt in ihre Kundenliste für Obst eingetragen sind. Dies gilt auch für die Händler des Wochenmarktes. . ~ [sesD Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ernährungsamt, Abt. B. ♦ Tieferschüttert und für uns kaum faßbar erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser innigstgeliebter, herzensguter, braver, jüngster Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel, Pate, Neffe u.Vetter Fritz Arnold Unteroffizier bei der Artillerie, Inhaber des E. K. 2 und des Artillerie-Sturmabzeichens am 24. Febr. im Alter von 30 Jahren sein hoffnungsvolles Leben bei den schweren Abwehrkämpfen im Osten für sein Vaterland hingab. Im großen Schmerz: Christian Arnold und Frau Lina, geb. Schmidt Dr. Ludwig Arnold; Willi Arnold,z.Z. im Felde, und Frau Erna, geb. Hamel; Elisabeth Arnold. Gießen, Bahnhofstraße 31. Von Beileidsbesuchen bitten wir höflichst Abstand ztf nehmen. __01725 an das Arbeitsamt stellen. Die Verordnung des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz über die Meldepflicht von Männern und Frauen für Aufgaben der Reichsoerteidi- gung bezweckt, zusätzlich Kräfte für die Kriegswirtschaft einzusetzen. Durch diese Verordnung werden aber die vor ihrem Erscheinen schon bestanden, den Arbeitseinsatz im Kriege regelnden gesetzlichen Bestimmungen nicht berührt. Einstellung von Arbeitskräften sowie Lösung von Arbeitsverhältnissen ist also, von den gesetzlich festgelegten Ausnahmen abgesehen, nach wie vor an die Zustimmung des Arbeitsamts gebunden. Auch können die Arbeitsämter weiterhin nach den bestehenden Bestimmungen Dienstverpflichtungen für kriegswichtige Aufgaben aussprechen, und zwar auch dann, wenn die betreffenden Personen nicht zum Kreis der Meldepflichtigen gehören. Bei Entscheidungen der, Arbeitsämter über Anträge auf Zustimmung zur Lösung des Arbeitsoerhältnisses sind die Merkmale, die für die Meldepflicht bzw. für die Befreiung von der Meldung maßgebend sind, nicht zugrunde zu legen. Die Neulinge im Betrieb und die Reichsunfallversicherung. Für die in diesen Tagen zahlreich in die Betriebe eintretenden Neulinge, besonders die Frauen; ist es wichtig zu wissen, daß sie in ihrer Betriebsstätte von der. Reichsunfallversicherung betreut werden. Träger der Reichsunfallversicherung sind hauptsächlich die gewerblichen und landwirtschaftlichen Be- xufsgenossenschaften. # , Jedes Gefolgschaftsmitglied ist ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens kraft Gesetzes gegen die Folgen von Arbeitsunfällen, Unfällen auf dem Wege nach und von der Arbeits- oder Ausbildungsstätte und gegen bestimmte Berufskrankheiten versichert. Verbotswidriges Haydeln schließt den Entschädigungsanspruch nicht aus, es fei denn, daß der Schaden vorsätzlich herbeigeführt worden ist. Bei Unfällen auf dem Wege nach und von der Arbeitsstätte kann der Schadenersatz ganz oder teilweise, Hinterbliebenen jedoch höchstens zur Hälfte versagt werden, wenn eine grobe Fahrlässigkeit des Veri letzten bei der Entstehung des Unfalls mitgewirkt hat. Die Mittel für die Durchführung' der Reichsunfallversicherung bringen allein die Betriebsführer als Mitglieder der Derufsgenossenschaften auf. Die Versicherteb haben keine Beiträge zu entrichten. COMMERZBANK Gießen gib t Hawwk *p a r b ü c*h <*r au* nicht entschieden gewesen ist, durch die städtebaulichen Pläne der Gemeinde zur klemgartnenschen Nutzung bestimmt, so kann dem Derfahrenstrager für den Erwerb des Landes ebenfalls ein Reichs- darlehen bis zu der eingangs angegebenen Höhe gewährt werden; ein Darlehen zur Hemchtnug und Einrichtung der Einzelgärten bis zu der vorerwähnten Höhe darf jedoch nur in dem Falle zugebilligt werden, in dem die etwa erforderliche Umwandlung der Anlage tatsächlich und kostenmäßig einer Neuanlage gleichkommt. Gemeinden, die kleingärtnerisch genutzte Grundstücke veräußern, erhalten Reichsdarlehen zum Landerwerb erst dann, wenn sie den bei der Veräußerung erzielten Erlös für den Erwerb von Kleingartenland und für Auslagen verwendet haben, durch die das Land zur Daueranlage ausgestaltet wird/ Die Darlehen füt? die Herrichtung von Kleingartenanlagen sind zu versagen oder in entsprechend geringerer Höhe zuzusprechen, soweit die Bewerber aus eigenem Vermögen die entstehenden Kosten decken können. Die Reichsdarlehen sind unverzinslich; sie sind in spätestens 30 (bisher 20) Jahren zu tilgen. Die Tilgung beginnt am 1. Oktober des auf den Abschluß des Darlehnsvertrages folgenden Jahres. Die Tilgungsbeträge sind von den Darlehnsnehmern halbjährlich nachträglich am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres zu entrichten. Die erste Zahlung hat in der Höhe zu erfolgen, daß die Schuld in den folgenden 29V- Jahren in gleichbleibenden, auf volle Reichsmark abaerundeten Beträgen getilgt werden kann. Der gesamte ungetilgte Restbetrag des Reichsdarlehns ist vorzeitig zurückzuzahlen, soweit das Land für einen anderen Zweck verwendet werden soll. efr&ttttr Vochenrrmrflprelse. « Gießen, 17. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Weißkraut, % kg 9 bis 12 Rvß, Rotkraut 14, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10, MeK» rettich 75, Unterkohlrabi 8 Rpf. Verdunkelungszeit: 17. März von 19.28 bis 6.02 Uhr. Statt Karten! Allen, die uns beim Heimgang unseres lieben, stets unvergessen bleibenden Entschlafenen Karl Magnus Becker, durch Wort und Schrift, sowie durch Kranzspenden ihre Anteilnahme bewiesen haben, sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Ebenso danken wir der Vereinigung der Gieß. Kohlenhändler für ihr ehrendes Gedenken. Marie Becker, geb. Schomber, u. Kinder. Arbeitsunfälle sind solche Unfälle, die bei der Beschäftigung in dem betreffenden Unternehmen entstehen bzw. mit dieser Beschäftigung Zusammenhängen. Bei tödlichen Arbeitsunfällen und bei Arbeitsunfällen, die voraussichtlich eine mehr als drej,- tägige völlige oder teilweise Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, ist vom Unternehmer des Betriebes Unfallanzeige auf vorgeschriebenem (gelbem) Mu» ster zu erstatten. Krankengeld für alle Unfallverletzten. Unfallverletzte mit einem Jahresoerdienst von mehr als 3600 RM., die nach einem Arbeitsunfall in ambulanter Heilbehandlung stehen, haben nach dem bisherigen Recht nur einen Anspruch auf ein tägliches Unfallkrankengeld von 5 RM., während die Unfallversicherten bis zu 3600 RM. Jahresarbeitsverdienst, die der reichsgesetzlichen Krankenversicherung angehören, als Unfallkrankengeld den halben Grundlohn, also in der Regel die Hälfte ihres täglichen Arbeitsentgelts erhalten. Um auch den Unfallverletzten mit mehr als 3600 RM. Jahresar- beitsverinenst ein Unfallkrankengeld in Höhe ihres halben Arbeitsverdienstes zu sichern, werden die Der Reichswohnungskommissar hat ab sofort die Bestimmungen vom <$2. März 1938/11. Oktober 1939 über die Förderung von Kleingärten in wesentlichen Punkten zunächst auf Kriegsdauer abgeändert. Für neue Kleingarten-Daueranlagen können danach ie Kleingarten folgende Reichsdarlehen gewährt werden: a) für den Erwerb von Land aus Privatbesstz bis zu 300 RM. (bisher 250 RM.), bei höheren Erwerbspreisen auch darüber hinaus bis zu 70 v. H. (bisher 50 v. H.) der tatsächlich entstehenden Kosten; neu ist, daß Beträge, die früheren Nutzungsberechtigten als Entschädigung zu zahlen sind, hierbei den Erwerbskosten zuzurechnen sind; b) für die Herrichtung und Einrichtung der Einzelgärten bis zu 550 (bisher 300) RM. mit der Maßgabe, daß für den Laubenbau bis zu 300 RM., für die übrigen Kosten bis zu 250 RM. vorgesehen werden dürfen. Die Darlehen für den Landerwerb werden guch bei der Beschaffung von Ersatzland aus Prioathand für gekündigte Kleingärten unter der Voraussetzung zur Verfügung gestellt, daß die Stelle, welche die Kündigung der Kleingärtner für eine dringend notwendige Maßnahme veranlaßt, 20 v. H. der Er- werbskosten als Zuschuß bereitstellt und der Verfahrensträger den Restbetrag aus eigenen Mitteln deckt. Soweit das Kleingartenland für Wohnungsbauten in Anspruch genommen wird, welche unter Einschaltung zugelassener Bauträger aus öffentlichen Mitteln auf Grund der Bestimmungen oder Weisungen des Reichswohnungskommissars gefördert werden, sind die Bauträger von der Verpflichtung, einen Zuschuß für die Ersatzlandbeschaffung zu gewähren, befreit. Dafür kann das Reichsdarlehen auf 90 v. H. der Erwerbskosten erhöht werben. Wird bereits kleingärtnerisch bewirtschaftetes Privatland, das bisher für eine andere Zweckbestimmung vorgesehen oder über dessen endgültige Zweckbestimmung noch | Mietgesuche | 3-4-3imnier- Mnung in gutem Pause, zum 1. Avril oder später, a. Nähe Gießen, von älterem Ehepaar gesucht. Schristl. Angeb. unter 01732 an den Gieß. Anz. Dauermieterin sucht 1—2 gut möblierte Zimmer Schr. Ang. unt. 01733 a. d.G.A. 9etten- üNNlMiW verloren am Freitag oder Samstag von Rödgener Str. bis Stadt. [oi735 Wiederbr. erhält höchste Belohn. Abzug, auf dem Fundbüro. Donnerstagabend v. Gloria- Palast bis Horst- Wessel-Wall antike, goldene Brosche (lieb. Andenken) verloren. Abzugeben geg. Belohn. [885D Horst-Wessel- Wall 46 I. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters Johann Ludwig Nesseldreker sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Ganz besonders danken wir Herrn Pfarrer Weisel für die trostreichen Worte am Grabe sowie dem Gesangverein Teutonia für die letzte Ehrung und Kranzniederlegung. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Nesseldreher II. Heuchelheim, im März 1943. 883 D matzeitung, den Abzug, bei Lutz, OMenerAnxelgei Bismarckstr. 28. *♦ 7 0. Geburtstag. Am morgigen Donnerstag, 18. März, kann der Rentenempfänger Georg S ch e l l h a a s , Ludwigsplatz 3, bei guter Gesundheit und Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag begehen» Der Jubilar ist als Rassekaninchenzüchter weit übe» Hessen-Nassau hinaus bekannt geworden. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag ** Dom Theater der Universitäts« stadt Gießen wird uns mitgeteilt: Am Freitag, 19. März, kommt unter der Spielleitung von W. M, Mund als Neuinszenierung Schillers Trauerspiel ,L)ie Verschwörung des Fiesko zu Genua" zur Aufführung. Es wirken mit: Bianca Blacha, Friedl Gollmann, Käte Jaenicke, Josefine Lenzen, Anja Rau; Kurt Bosny, Leopold Fischer, Willy Fuhrmann, August Wilhelm-Funke, Lenz Klein, Herbert Köchling, Ottmar Mayr, Kurt Sauerland, Peter Paul Schade, Carl Bruno Schmidt, Beruh. Schmitz, Heinz Schommer, Hans Seitz, Kari Volck, Carl Maria Zeppenfeld. — Die von Intendant Klein von der Volksoper Wien nach Gießen verpflichtete dramatische Sängerin Hildegard Jonas wurde nach ihren erfolgreichen Dresdener Gastspielen als Leonore in „Troubadour" und Elisabeth in „Tannhäuser" für die nächste Spielzeit an die Staatsoper Dresden verpflichtet. G. A -Sport. Handball der HI. Mtv. Gießen 3gb. — Lang-Göns 3gb. 17:3 (8:2)* In einem rückständigen Freundschaftsspiel mußt» Lang-Göns eine überraschend hohe Niederlage hinnehmen. Die Gäste, nur mit 10 Spielern antretent^ konnten den Gießenern nie gefährlich werden. Don Beginn beherrschten diese das Spielgeschehen. In regelmäßigen Abständen erzielten sie ihre Erfolgend verschafften sich bis zur Pause schon einen klaren Vorsprung. Auch nach der Halbzeit trat bei dsp Gästemannschaft kein Wechsel in ihrer Spielauffassung ein. Immer wieder versuchte sie durch unzweckmäßiges Einzelspiel zu Erfolgen zu kommen» scheiterte aber jedesmal an der Gießener Hintev« Mannschaft. Diese hatte noch Gelegenheit, ihrem eignen Sturm Aufbauspiel zu leisten, wodurch dieser durch gutes Stellungsspiel jede Torgelegenheit zu Erfolgen verwerten konnte. Mlo. Gießen Schüler — Lang-Göns Schüler 7:2. Beide Schülermannschaften traten nicht vollzählig an. Durch größere Spielerfahrung konnten die Gie» ßener sicherer Sieger bleiben. In einem Erlaß zur Frage des Arbeitsplatzwechsels und der Meldepflicht-Aktion stellt der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz fest, daß zur Einstellung von Arbeitskräften und .zur Lösung von Arbeitsverhältnissennach wie vor die Zustimmung des Arbeitsamtes nötig ist. Gerade jetzt müssen die Arbeitsämter solche Anträge besonders genau nachprüfen, damit nicht neue Arbeitskräfte falsch eingesetzt werden und damit nicht eingearbeitete, erfahrene Volksgenossen ohne zwingenden Grund ihre Stellung verlassen. Da die Arbeitsämter zur Zeit stark belastet sind, wird von den in Arbeit stehen- oen Volksgenossen erwartet, daß sie nur in ganz dringenden Fällen Anträge auf Arbeitsplatzwechsel Junge, zugfeste Fahrkuh z. verkauf. [ssoD Heuchelheim, Mittelste. 1. | Verschiedenes! Wer übernimmt CataM? Frau [882D Karolilie Bemard Blockstraße 161. Wer fährt in Richtung Duisburg u. kann von dort Möbel mitbringen? Schr. Ang. unt. 01728 a. d.G.A. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Hei- gewerblichen Berufsgenossenschaften künftig in geeigneten Fällen dem Verletzten über den gesetzlichen Betrag von 5 RM. hinaus eine besondere Unter- stützung gewähren- Diese wird so hoch bemessen, daß der Verletzte im Rahmen der Leistungshöchstgrenze der Unfallversicherung (7200) RM. den halben Tagesverdienst als Krankengeld aus der Unfallversicherung erhält. Verstärkter Feuerschutz der Wälder. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Freundin Else Marie Brückel im 22. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. In tiefer Trauer: Familie Konrad Brückel I. Familie R. Sauerbier Hugo Bepler, z. Z. im Felde. Lang-Göns, Ludwigshafen, Großen-Linden, den 15. März 1943. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 18. März, nachmittags V/2 Uhr statt. 01724 Da es uns nicht möglich ist, allen denen einzeln zu danken, die anläßlich unserer Diamant-Hochzeit unser gedacht haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Konrad Meckel und Frau, geb. Schäfer Wettsaasen, 16. März 1643 s 01727 / Houptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» bauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik imb wilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot; ür Stadt Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumichetn LICHTSPIEL-TH E ATER Hlerla-Palllt, Seltersweg: Du gehörst zu mir Iilclitsjilelhaas, Bahnhofstraße MeMM gut erhalten, sowie Biedermeier- Kommode z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 01599 a. d.G.A. Gut erhaltener Korbkinderwagen z. kaufen gesucht. Schristl. Angeb. unter 01731 an den Gieß. Anz. Gesucht ÄüWtö UNd |869D 1YMM Ang. m. Preis an Ziegenhain, Bez. 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