Samstag, 16-/Sonntag, l7.ZanuarI9V ÄHH Q d Samstag, t6/S Gietzener Anzeiger »nrfMAöertey Schwere Abwehrkämpfe vernichtete er erneut 17 bewaffnete Handelsschiffe andauernde schwere Avgrisse des gelnbes. K Swhnjt 84-600 ML LaMnleutnmit Mohr bewies das ge- obwohl es sich eine Frist von 24 Stunden für die Ueb ergäbe des Ultimatums reserviert hatte, zwölf Stunden vor Ablauf dieser Frist dieses Ultimatum aus. Die zweite Episode spielte sich im Juli 1940 ab, jetpauzer wurden vernichtet, davon 35 bei Stalin. grat>. Auch bei Welikije Luk 1 scheiterten feindliche Angriffe. Südöstlich des Ilm en- und südlich des Ladogasees wurden die Sowjets in harten Kämpfen abgewiesen. Lin deutsches Armeekorps vernichtete in den letzten drei Tagen 141 feindliche Panzer. Die Luftwaffe unterstützte bei Tag und Rächt die Verbände des Heeres. Der Feind verlor 67 Flugzeuge bei vier eigenen Verlusten. Bei auflebender Lufttätigkeit In Libyen schossen deutsche Jagdflieger in heftigen Luftkämpfen 28 Flugzeuge ab. Starke feindliche Vorstöhe in Süd- tnnesien wurden unter schweren Verlusten des Gegners abgewiefeu. Bei einem Luftangriff verlor der Feind zwei Flugzeuge. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge beschädigten im Hafen von Bone einen Zerstörer. Vach einem Bombenangriff auf einen feindlichen Flugstützpunkt wurden ausgedehnte Brände festgestellt. Das Eichenlaub zum ZRttterfrcut. Berlin. 15.Ian. (DRB.) Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Kapitänleutnant Johann Mohr. Kommandant eines Unterseebootes, als 177. Soldaten der deutschen Dehrmacht. kapitänleutnant Mohr wurde 1916 als Sohn eines Stadtbaurats in Hannover geboren und trat 1934 in die Kriegsmarine ein. Als Kommandant eines U-Bootes versenkte er den britischen Kreuzer „Dunedin" (4850 Tonnen) sowie 16 bewaffnete HaiÄels schiffe mit 103 405 BRT. Nach der am 27.3.1942 erfolgten Verleihung des Ritterkreuzes 195. Jahrgang Nr. 15 j^ricöeini täglich au feer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter Heimat lmBild* DieScholle Be-ngSvreiSr Monatlich RM.1L0 LuftellgebÜbr... „ -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummer« infolge böberer Gewalt Annahme von ziiueioen für die Mittagsnummer bi» 8»/, Uhr desBormittagS Anzeigen-B reise für die Btttlirneter-Zeile wn 22 Millimeter Breite: 7Nvf. für Fmnilienan- zeigen und private GelegenbeitSmrz eigen 14Rvf, f. Werbeanzeige« und geschäftliche GelegenbeitSan zeige« Vlatzvorichrtft (vorherige Vereinbarung) 25*/.mehr haltende, das Maßvolle verwirklicht worden — und der Ausnahmen sind so wenige, daß sie kaum auffallen, und zudem fallen sie dann meist noch nicht einmal Ankara zur Last. Maßvoll ist auch das Auftreten des einfachen Mannes. Kaum ein lautes, unbeherrschtes Wort fällt auf der Straße und in den Häusern, und wo man in Istanbul aufgeregte Gestikulation, einen Aufwand von lauten Worten wahrnimmt, da zieht man hier die ruhige Klärung, oft auch das maßvolle Schweigen vor — das aber auch beim einfachsten Lastenträger voll Disziplin und keineswegs ein Ausdruck von Stumpfheit und bloßer Ergebenheit ist. Dieser Geist des Maßes, das alles Leben dieser eigenartigen und einzigartigen Stadt durchdringt, ist eine bewußte und überlegte Züchtung, die allerdings der ruhigen, geduldigen und maßvollen Veranlagung der wertvollen und sauberen Rasse des inneren Anatoliens entgegenkam. Dieser Geist ist um so bewundernswerter, als er von sinem Manne geschaffen und gezüchtet wurde, dessen geniale Züge zutiefst im Ueberschwang zu einer Ueberschreitung , des Maßes führen mußten, wie von jeher das Genie die Barrieren der Konvention und des Maßes Überstieg. Es gelang aber diese Selbstüberwindung; und so war und ist die Türkei durch maßvolle Haltung jener „facteur de la Stabilisation du Proche- Orient“, der sie sein will und sein muß, wenn ihr das schwierige Unternehmen der Aufrechterhaltung der Neutralität gelingen soll. analysiert, filtriert; und wenn man dann, oft erst nach zwei oder drei Tagen, Stellung nimmt, ruhig, zurückhaltend, weise, bann ist das Sensationelle, das Beunruhigende, oft auch das Gefährliche bereits verrauscht. Die sprudelnde und sich schäumend gebärende Kohlensäure vom Bosporus ist ein klares, steriles, nicht mehr irritierendes Wasser geworden. Wieviele bedenkliche, richtige und falsche Parolen und Gerüchte Istanbuls erlebten in dem Filter Ankare ihre Auflösung in nichts. Das gleiche Maß findet sich in dem persönlicheren Leben und Auftreten der Politiker und leitenden Beamten des Staates. Nichts von Pathos, korrekt, unscheinbar, gepflegt, unaufdringlich treten sie in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Das Parlament tagt ohne viel Pomp und Aufsehen; ein stilvolles, aber im Grunde bescheidenes Gebäude, ein Militärposten davor, angenehmes Licht, ein paar Autos im Hintergrund, mehr bedarf es nicht für die Repräsentanz der Volksvertretung. Zurückhaltend und maßvoll auch der architektonische Stil der Stadt, die in ihrem größten und neuen Teil in kurzen anderthalb Jahrzehnten aus dem Boden gestampft wurde, hier ist aus der Verwirrung der Baustile dieser letzten 25 Jahre im Grunde das Solide, das Zurück- Berlin, 15. Jan. (DNB.) Im südlichen Abschnitt der Ostfront hielten die Bolschewisten ihren Druck gegen die deuffchen Stellungen und Stützpunkte mit erheblichen Infanterie- und Panzerkräften aufrecht. Die unter Bildung mehrerer Schwerpunkte vorstoßenden feindlichen Verbände trafen in der Tiefe des Hauptkampffeldes auf den hartnäckigen Widerstand der deutschen Truppen, die jeden Wasserlauf und jeden Hügel, jede Straße und jeden Waldrand zäh verteidigten, mit ihren schnellen Gegen schlügen dem Feind böse lieber» raschungen bereiteten, seine Angriffsspitzen im System ihrer Stützpunkte absingen unb, wo die Ge- fechtslage es zuließ, zu Gegenangriffen antraten, bei denen sie u. a. em sowjetisches Regiment aus seinem Stützpunkt herausschlugen. Auch i m R a u m Stalingrad setzte der Feind seine starken Angriffe fort. Die hier seit Wochen schwer kämpfenden deutschen Soldaten leisteten erbitterten Widerstand. Im nördlichen Abschnitt haben die Verbände eines deutschen Armeekorps in den nun seit drei Tagen tobenben Kämpfen südlichdes Ladogasees die feindlichen Angriffe zuruckgeschlagen. Das wolkenlose, klare Wetter ließ auch unsere Flieger zu ungewöhnlichen Erfolgen kommen, als die Bolschewisten versuchten, ihre weiteren Vorstöße durch starke, von Jägern begleitete Nah kämpf fliegerkräfte zu unterstützen. Oer Wekrmachiberichi. D7lB. Aus dem Führerhauptquarlier. 15. Jan. Das Oberkommando der Dehrmacht gibt bekannt: Die schweren Abwehrkämpfe im Süden der Ostfront halten in unverminderter Heftigkeit an Im Raum von Stalingrad verteidigten sich die deuffchen Truppen in erbttterten Kämpfen gegen Britische Erkenntnisse. Keine entscheidenden Ergebnisse der sowjetischen Winterfeldzüge. Paris, 16. Jan. (Europapreß.) Der Chefredakteur des „Mattn", Stephane Lauzanne, erzählte einem Mitarbeiter von Europapreß zwei Episoden, die er als charakteristisch für den Krieqs- willen Roosevelts bezeichnete. Arn 3. September 1939 befand sich der französische nationalistische Abgeordnete Philippe Henriot bei dem damaligen polnischen Botschafter in Paris. Dieser fragte, warum Frankreich zögere, den Krieg an Deutschland zu erklären, henriot erwiderte: „Man hat uns gesagt, daß Polen sechs Monate Widerstand leisten würde. Unter diesen Umständen sollte es Polen auf 48 Stunden mehr oder weniger nicht ankommen." In diesem Augenblick läutete das Telephon. Es mar der nordamerikanische Botschafter Bullitt, der ebenfalls seinem lebhaften Erstaunen darüber Ausdruck gab, daß Frankreich noch nicht den Krieg erklärt habe. Er werbe Daladier sagen, daß Frankreich entehrt werde, wenn es nickst sofort den Krieg erkläre. Tatsächlich telephonierte er mit Daladier, und Daladier rief seinen Außenminister Georges Bonnet an, um ihm den Befehl zu geben, nicht mehr zu warten. Frankreich händigte, Genf, 16. Jan. (DNB.) Der englische Militär- tritrfer Cyrill Falls schreibt, daß die Sowjets mit der ihnen noch verbliebenen Offenfwkraft es niemals mehr vermöchten, die ver- lorengegangenen Gebiete zurückzuerobern und Deuffchland zu bedrohen. Wie hoch man auch ihre winterlichen Gegenangriffe veranschlagen möge, so reichten sie doch nicht dazu aus, den Gegner vom russischen Boden zu vertreiben. Ein solcher Erfolg werde keiner ihrer Offensiven beschieden sein. Die Deuffchen hielten nach wie vor wertvollste Telle der Sowjetunion im Besitz. Sie hätten schon bedeutende Ernten in der Uframe erzielt, wichtige Ankara, die Stadt des Maßes Von unserem R.-Korrespondenten. Rohstoffe für sich sichergestellt und die sowjettschen Öltransporte ernstlich gestört. Die Winteroffensiven der Sowjets stellten sich im Endergebnis ko st so ie liger für die Sowjets als für die Achsenmächte. Nichts deute darauf hin, daß die deutsche Verteidigung im Osten an irgendeiner Stelle der langgestreckten Front erlahme. Der U • Boot-Feldzug bleibe jedenfalls nach wie vor die e r n ft e ft e Gefahr, der sich Großbritannien gegenübersehe. Wolle man die zur Abwehr ergriffenen Maßnahmen verstärken, gehe das zweifellos auf Kosten anderer militärischer Planungen. bereits auf ferner ersten Fahrt gegen den Feind im Angriff gegen zwei Geleitzüge, die sich unter starkem Schutz auf der Fahrt nach Gibraltar befanden, kühnes und geschicktes Anfetzen des Boote« sowie Beherrschung der Lage. * Der Führer verlieh ferner das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generaloberst Paulus, Oberbefehlshaber einer Armeee, als 178. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Oie Gchiffsnot. Stockholm, 15.Jan. (DNB.) ,Menn der einzelne Engländer in feinem Land irgend etwas nicht mehr kaufen kann, was er früher kaufen konnte, so denkt er sofort a n die Schiffe", erklärte der Londoner Korrespondent des Columbia Bro ad« casttng Systems. Der Handelsschiffsbau auf den englischen Werften sei unbefriebigenb. England habe in diesem Kriege rund 100 000 Arbeiter weniger auf den Werften als im letzten Kriege. In englischen Reederkreisen mache man sich auch bereits Sorge wegen der Nachkriegsentwicklung. England werde dann, selbst wenn der Krieg günftig verlaufe, vor einem katastrophalen Mangel an Tonnage stehen. Der Korrespondent verweist weiter auf den hinter den Kulissen stattfindenden Kampf um den besten S ch i f f s t y p. Einige Sachverständige Englands stehen auf dem Standpunkt, daß die Tage dex Geleitzüge endgültig vorüber seien, da die langsam fahrenden Konvois ein leichtes Spiel der raschen und modernen deutschen U-Boote würden. Sie befürworten den Bau von Schiffen mit größerer Höchstgeschindigkeit. Diese könnten auch im Geleit besser den H-Booten entgehen als die langsam fahren Schiffe, die man in England und den USA. baute. Heute bestehe der größte Teil ihrer Handelsflotte aus diesen Schiffen. Sie seien wegen ihrer geringen Geschwindigkeit eine viel zu leichte Beute für U-Boote. Es sei nur klug, wenn die Alliierten so schnell wie möglich schnellere Handelsschiffe bauten, selbst wenn es dabei auf Kosten der Ladefähigkeit gehe. Demgegenüber wird in Kreisen der Admiralität erklärt, daß beinahe ebenso viele schnelle Schiffe torpediert worden seien wie langsame. Die „Daily Mail" erklärt offenbar sei Deutschland fest entschlossen, England auf See vernichtend zu schlagen und es damit zur Kapitulatton zu zwingen. Das fei eine Gefahr, die. man nicht nur erkennen, sondern mit der npan auch rechtzeitig fertig werLeu. müjfe. Roosevelts Botschafter drängte Frankreich znm Kriege L Ankara, Januar 1943. 2n bestimmten Zeiten zwischen den Kriegen liebten es manche Franzosen, ihr Vaterland als „le pays de la moderation", als das Land des Maßes zu bezeichnen. Es soll dahingestellt bleiben, ob die französische Republik diesen Titel für sich mit Recht in Anspruch nehmen konnte und ob nicht mit ebensoviel oder mehr Recht vieles ins Feld geführt werden könnte, das dem mittelalterlichen Ideal der „mäze" im Frankreich der dreißiger Jahre kaum entsprach. Es bleibt aber, daß das Maß, das Maßvolle, die Mäßigung in unserem Kulturkreis seit vielen Jahrhunderten als bewundernswert und groß gilt und daß sich von jeher viele Gemeinschaften und Individuen, ja — wie man sah — auch Staaten um dieses Maß bemühten. Wenn man längere Zeit in der Türkei, diesem Lande zwischen zwei Welten, lebt, wenn man besonders in Ankara seinen Aufenthalt hat und die verschiedenen Phasen des Auf und Ab und des scheinbaren Stillstandes der Politik erlebt, dann drängt sich einem mehr und mehr der Eindruck auf, daß die Hauptstadt dieses jüngsten Staates der europäischen Familie gewollt oder ungewollt, wahrscheinlich aber gewollt, dem Ideal des Maßes, der maßvollen Beschränkung und Vorsicht, der zurückhaltenden Disziplin in fast 'allen feinen Äußerungen nahe kommt; näher als mancher Staat, der )em europäischen Kreis seit Jahrhunderten angehört und sich nicht erst durch den Willensakt eines klugen Mannes vor zwanzig Jahren zu ihm bekannte. Diese Erscheinung ist um so erstaunlicher und bewundernswerter, als dieses Land auf Grund seiner historischen Vergangenheit wie auf Grund seiner geographischen und klimatischen Gegebenheiten eigentlich >u allem anderen als einer maßvollen Zurückhal- ung prädestiniert ist. Seit vier Jahrtausenden und änger lösten sich auf diesem blut- und kulturen- lebüngten Boden die Rassen, die Herrscher, die Systeme, die Zivilisationen, die Religionen und jeiftigen Ueberzeugungen ab, und wenige von deren Persönlichkeiten und Erscheinungen sahen in der mäze" der Weisheit und Vollendung Schluß, tüma und geographische Lage haben zudem das !and zwar für die reiche Geschichte der Menschheit geeignet gemacht, spenden dem Lande heute wie Hedem Fruchtbarkeit und Segen der Götter; von Näßigung, von Ausgeglichenheit kann aber bei iesem Klima keine Rede fein, das ganze Land- 'haften dieser Halbinsel d erb rannt, das in Abständen -rie mit unerträglicher Sonnenglut so mit Erd- >eben und Erschütterungen Land und Menschen eimsucht. So kann denn auf dieser Dölkerbrücke Maß und Näßigung im allgemeinen nicht Ideal und Kri- crium sein. Istanbul, das zwar glänzende, märchen- iafte, das dabei aber nur gar zu unzuverlässige, leroöfe, hastige, levantinische, das von einem )utzend Rassen und ihren Mischungen und Ver- chlechterungen Verwirrte, kann nie dieses Maß für ich in Anspruch nehmen, könne in tausend Unklareren und noch mehr Skandalen nie solchem Ideal uflreben. Auch dies ist sicher ein Grund dafür, daß le Gründer dieses Staates, der Disziplin und Maß rauchte, dem zauberhaft-lasterhaften Istanbul en Charakter einer Hauptstadt nehmen mußten nd das Zentrum des Staates in das wirkliche fentrum des Landes verlegten. Denn hier in An - ar a, das durch das weite Band der Steppe nd der Hochebenen wie mit einer Isolierschicht egen alle unerwünschten und krankhaften Ein- lüffe und Beunruhigungen geschützt und gesichert >t, war der Geist des Maßes leichter und eher u züchten und zu halten, den der junge Staat auch n Zeiten nötig hatte, als die unerhört schwierige Situation einer bewaffneten Neutralität inmitten iuten Kriegslärmes diese Haltung noch nicht als 'nzig mögliches Mittel zum Fernbleiben aus dem Lcltenbrand anfehen ließ. Nichts an dieser Stadt, an ihrem Geist, an ihrer frf, an der Haltung der Männer, der schwierigen Etischen Probleme Herr zu werden, läßt dieses ftafj vermissen; nichts ist unbeherrscht, unüberlegt, unbedacht, ohne Maß. Vielleicht hat dieser Geist er Zurückhaltung der positiven Diskretion um eben Preis, der unbedingten Disziplin diese ffaatsmetropole ein wenig langweilig gemacht — trie es ihr oft vorgeworfen wird. Es gibt in ihr l'ine besonderen Sensationen, weder auf politischem Gebiet noch im privaten Bereich, an Festen, Der- Siügungen, Betörungen. Das einzige, was man er zur Ablenkung, zur Erbauung geschaffen hat, t die kultivierte Pflege einer kulttvierten Musik — und ist nicht die Musik, wenigstens da, wo sie den donysischen Rausch verlassen hat, fast das Sinn- bild der „mäze"? Aber diese Nüchternheit, diese kisziplin — eine Art von nach Kleinasien verpslanz- tkm Potsdam wird diese Stadt von manchen genannt — stellt die Voraussetzung für die Möglich- feit dar, diese delikate Politik in einer noch delika- ttren Situation zu betreiben und aufrechtzuerhalten, tiefe Nüchternheit, mit Konsequenz gepflegt, führte auf einem anderen, aber nur scheinbar unpolitischen Gebiet dazu, daß Ankara die Großstadt mit der geringsten Kriminalitätsziffer der ganzen Welt I wurde. In einer Welt, in der „verba docent, exempla trahunt", dürfte das ein absoluter Beweis fir die Disziplin dieser Stadt sein. Wenn Istanbul — das heute nicht mehr das ausschlaggebende Wort zu sprechen hat, das oftmals gar nicht mehr gehört werden kann — von „rumeurs" nervös zittert, wenn es feine unruhigen uni) alarmierenden Informationen durch den Draht schickt, dann antwortet der hastigen, gepeitschten Frage vom Bosporus eine ruhige, maßvolle Stimme. Ss ist, als ob alles hier ein anderes, klareres, ruhigeres, gemäßigtes Aussehen bekäme. Vielem wird durch die hiesige beherrschte Betrachtungsweise b e Spitze abgebrochen; anderes wird bjer mit gleichem wissenschaftlicher Methode geprüft, rmtersucht. General-Anzeiger für Oberheffen WanMingweis Entschluß. Der Eintritt der chinesischen Nationalregierung an der Seite Japans in den Krieg gegen die beiden anglo-amerikonischen Plutokratien stellt für den> bedeuffamen Teil des chinesischen Volkes, der heute in Wangffchingwei seinen politischen Führer sieht, nun endlich die Kampffront her, die aus der Geschichte des modernen Chinas sich allein begründen läßt. Denn die letzten hundert Jahre der chinesischen Geschichte waren ein einziges verzweifeltes Sich- aufbäumen gegen das Eindringen der Fremden in das Reich der Mitte und vor allem gegen die rücksichtslose wirtschaftliche Ausbeutung durch Briten und Amerikaner, die zur Sicherung ihres ertrag« reichen Geschäfts auch vor schwerwiegenden politischen Uebergriffen nicht zurückschreckten^ Die gewaltsame Deffnung Chinas für den fremden Handel begann mit dem Opium-Krieg, den England in den Jahren 1840 bis 1842 gegen China führte, um die Opiumeinsuhr aus Indien nach China zu erzwingen. Das Monopol des Handels mit China besaß damals die Britisch-Ostindische Kompagnie. Als es 1834 abgelaufen mar, übernahm die britische Regierung selbst den Schutz der Interessen der vor allem in der großen südchinesischen Stadt Kanton ansässigen britischen Kaufleute. Einer ihrer Haupthandelsartikel war das Opium, dessen Rauchen die chinesische Regierung als die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit untergrabend ihren Untertanen verboten hatte. Als der Gouverneur eine große Ladung Kisten mit dem entnervenden Gift verbrennen ließ, erschienen britische Kriegsschiffe auf dem Perl-Fluß, bombardierte« Konton und landeten Truppen auf der Insel Hongkong. Zwei Jahre dauerte der Krieg, dann mußt- China, das den modernen Waffen der Engländer nichts Gleichwertiges entgegensetzen Fannie, sich zn dem schändlichen Verttag von Nanking verstehei>, der die Opiumeinfuhr erlaubte, die Insel Hirngkong den Engländern überließ, die hier die starke See- feftung anlegten, die fast genau hundert Jahre später so überrafchend schnell dem Sturm japanischer Truppen erliegen sollte, und fünf Häfen, darunter Schanghai, dem brittschen Händel öffnete. Das war der Auftakt zu einer Politik der Konzessionen poI-U tischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Art, mit der vor allem England, später in geringerem Umfang auch andere Nationen sich einen maßgebenden Einfluß im chinesischen Handel sicherten und die vom chinefischen Volk um so schimpflicher empfunden wurde, als sie mit dem Niedergang der Mandschu^ Herrschaft einherging, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts die Ming-Dynaftie abgelöst hatte, das Reich, das für Fremde streng verschlossen war, noch einmal zu großer geistiger und wirtschaftticher Blüte emporgeführt und seine Grenzen bis nach Turkestan, Tibet, Nepal, Burma und Ann am ausgedehnt hatte, dann aber durch Untüchtigkeit und Schwäche immer mehr verfiel. Der Opiumkrieg, mit dem sich Englands brutale Ausbreitungspolitik ein Denkmal ewiger Schande gefetzt hat, war der erfte Stoß gegen die von den Mandfchus bis dahin geübte Ab schließ ung Chinas von fremden Einflüssen, die in der alten konfuzia» Nischen Kultur des chinesischen Volkes begründe^ durch dis geographische Lage des Landes, die ein« autarke Wirtschaft erlaubte, begünstigt worden war. Eine weitere Etappe war der T ai p i n g-> A uf- stand, der aus Unzufriedenheit mit dem politischen und wirtschaftlichen Niedergang unter bet Mandschu-Herrschaft in Verbindung mit religiös- als Paris schon von den Deutschen besetzt war. Damals war Murphy, der jetzige Vertreter Roosevelts in Nordafrika, noch als Geschäftsträger der USA. in Paris und betrieb eine scharfe Hetze gegen die Franzosen, die den WassensMstand mit Deuffchland unterschrieben hatten. Murphy zeigte Lauzanne einen Bericht an seine Regierung, den er gerade abgefaßt hatte. Einige Tage vorher war Laval nach Paris gekommen und hatte bei einem Frühstück eine Ansprache an die amerikanischen Pressevertreter gehalten. Murphy nahm an diesem Empfang teil, und es kam dc»ei zu einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen ihm und Laval, als Murphy diesem erklärt hatte, dessen Pvlittk fei unerträglich. Schon in diesem Augenblick hätten die USA. dies getan, um Frankreich wieder in Blutbad hineinzustoßen,, aus dem es gerade kommen fei. hängigen Staatswesen bildet. Beide, Wangtschingwei und Tschiangkaischek, sind eine weite Strecke ihres Weges als führende Politiker des modernen China gemeinsam marschiert. Denn auch Wangtschingwei war, wie der Tschung- king-Marschall, ein Dünger Sunyatsens, dem er sich 1906 angeschlossen hatte. Auch er, der 1884 in Kanton geboren wurde und eine gründliche altchinesische Bildung genossen hatte, hat in Japan studiert und wurde dort unter dem Einfluß Sunyatsens zum glühenden Revolutionär, der sich als glänzender Redner schnell eine führende Stellung in der Er- Neuerungsbewegung errang. 1910 verübt« er in Peking ein Attentat auf den damaligen Prinz- reaenten, wurde zum Tode verurteilt, aber noch rechtzeitig von der Revolution aus dem Gefängnis befreit und war nun bis zum Tod« Sunyatsens 1925 dessen engster Mitarbeiter namentlich auf dem Gebiete der Volksaufklärung, die die wichtigste Vorarbeit für die von Sunyatsen geplanten Reformen leisten mutzte. Während des Bürgerkrieges ist es dann häufig zu Konflikten mit Tschiangkaischsk gekommen, der ihn 1926 zwang, ins Ausland zu reifen, aber nach dem siegreichen Feldzug gegen die reaktionären Generale des Nordens, Wupeifu und Tschangtsolin, im folgenden Jahre schon wieder zurückholte und an die Spitze der Regierung der Kuomintang stellte. Sehr bald kam es sedoch wieder zum Bruch. Wangtschingwei floh 1927 abermals nach Europa, kam jedoch 1929 zurück und versuchte, eine Gegenregierung in Kanton zu bilden, die nach dem Einmarsch japanischer Truppen in der Man- dschürei 1931 eine wilde japanfeindliche Kriegs- agitation entfesselte und damit die Volksstimmung hinter sich brachte. Aber die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Wangtschingwei söhnte sich mit Tschiang- kaischek aus und wurde dessen Außenminister. Nach einem Attentat, das wegen seiner Verhandlunas- bereitschaft mit Japan auf ihn in Nanking verübt wurde, trat er Anfang 1936 eine Erholungsreise nach Deutschland an, die ihn auch nach Bad-Nauheim führte. Nach seiner Rückkehr wurde er Vorsitzender des Politischen Rats der Kuomintang und ist als solcher in engem Zusammenwirken mit Tschiangkaischek diesem von Nanking nach Hankau und Tfchungking gefolgt. Dm Dezember 1938 trennte er sich endgültig von dem Marschall, nachdem er erkannt hatte, daß sich dieser auf dem falschen Wege befand und eine- Rettung Chinas mir durch einen Ausgleich mit Japan möglich sein werde. Damals veröffentlichte die japanische Regierung ihre Grundsätze für eine Neuordnung Ostasiens und einen Frieden mit China. Die Wiedergeburt Chinas und die enge Zusammenarbeit zwischen China, Mandschukuo und Japan unter Wahrung ihrer individuellen Verschiedenheiten zur Gewährleistung des Friedens in Dftafien wurde als Ziel der japanischen Bemühungen bezeichnet. Einen sich darauf gründenden Friedensappell Wangtschingweis beantwortete Tschiangkaischek mit dessen Aechtunq als Landesverräter. Wangtschingwei suchte daraufhin in dem oppositionellen Flügel der Kuomintang, der die Diktatur der Familie Sung ablehnte, die Grundlage für eine eigene politische Macht. Nachdem er die Japaner davon überzeugt hatte, daß ein selbständiges China innerhalb der ostasiatischen Wohlstandssphäre nur auf dem Boden der Grundsätze Sunyatsens und der Kuomintang möglich sein werde, Der Jude JRofenman. Die poWsche Laufbahn eines Präsidentenberaters in den US«. Von unserer Berliner Schristleitung. konnte er am 30. März 1940 in Nanking die chme- ische Nationalregierung ausrufen, mit der am 30. November des gleichen Jahres Japan einen Friedensvertrag schloß, in dem es feinen Willen kundtat, die dem Tschungking-Regime entrissenen chinesischen Gebiete, soweit dies mit den Geboten der Kriegführung vereinbar ist, der Selbstoerwal- tuna der chinesischen Nationalregierung zuruckzu- geben. Der nun einsetzende Konsolidierungsprozeß in diesen Gebieten war deshalb schwierig, weil die Fronten nicht klar verlaufen und Tschungking einen Bandenkrieg entfesselt hat, der unterstützt von der ungeheuren Weite des Raumes oft auch im Machtbereich der japanischen Truppen auflodert. Zudem bedurfte es großer Derhandlungskunst Wangtlching- weis, um sich auch in Nordchina, wo sich schon 1937 eine japanfreundliche Regierung gebildet hatte, und in den großen Wirtschaftszentren Lankau und Schanghai, deren Finanzgewaltige noch vielfach tm Banne anglophiler Vorstellungen stehen, durchzu- "6b"5 sind vermutlich auch di- Grund- weshalb Wangtschingwei, der schon am 25. November 1941 nach 9ber Anerkennung durch Deutschland, Italien und ihre Verbündeten dem Antikominternpakt b getreten war, erst jetzt zur Kriegserklärung Natto- nalchinas an England und die Vereinigten Staaten entschlossen hat. Heber die Bedeutung dieses Ent- fchlusses haben wir hier schon gesprochen. Japan fängnis brachten. Er und Rosenman waren Person- lich und beruflich jahrelang eng befreinwet diejenigen, die die Nuancen und die Psychologie solcher'Freundschaften kennen, werden verstehen, daß der junge Rechtsanwalt und Politiker ein wertvoller Mitarbeiter für Hines war, der ihn zum Stimmenfang in den besseren Kreisen benützte." Das ist nun ein klassisches Eingeständnis und spricht beredt für die Unbefangenheit, Die sich Duden in den Vereinigten Staaten erlauben zu rönne nglauben. In denselben Vereinigten Staaten, die die Welt mit ihrer Kultur begnaden wollen. Zu dem Bild gehört es, daß Rosenman und Hmes in dem- selben Haus am Central Park West wohnten. Dann aber trennten sich die Geschicke. Jimmy /M es sitzt heute in dem Zuchthaus Sing-Sing. Er hatte Pech. Gr wurde von dem jungen Staatsanwalt Dewey, der unlängst zum Gouverneur von NeUyork gewählt worden ist, als Helfershelfer des Gangsters Dutck Schulz angeklagt. Sami Rosenman aber wurde Ober* richter und Präsidentenberater. Er war einer der Verfasser der Kominreden des Präsidenten und seiner Kongreßbotschaften, gleichzeitig auch Heraus geber der bisherigen Memoiren Roosevelts. hat in Wangtschingwei, der erst tm Dezember 1942 zu einem Staatsbesuch in Tokio weilte und dabei von dem Tenno besonder- Eg-z-ichn-t wurde den Mann erkannt, unter dessen Führung sich das chinesische Volk in einem neuen unabhängigen Staatswesen zusammenfinden wird. Japan ist deshalb gewillt, seine Autorität mit allen Mitteln zu stärken und also von sich aus den wesentlichsten Beitrag zu leisten, damit dieser wichtigste Schritt Chinas zur Beendigung der anglo-amerikanischen Vormundschaft und.zum Beginn eines neuen Ze - alters der politischen Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Prosperität ein endgültigerem^ Chinas Abkehr vom amerikanischen Erziehungssystem. Dtanting, 16.San. (DNB.i Präsident Wang, tschingwei erklärte auf einer tiigung ber Kuo- mintang, dah die Chinesen zur W.ederherstellung Chinas aus Gedeih und Verderb mit Sapan verbunden seien. Eine Entschlteßung der gartet besagt die Abkehr vom amerikanischen Er- z i e h u n g - s Y st - m. Lehrfächer werden der Pano- siani-mu-, die drei Dvlksprinzlp.en Sunyatsenr. bi- R-d-n und Schristen Wangtsch'ngw-i, und die Richtlinien der „neuen Burgerbewegung . dagegen nicht gewillt ist, die jetzt zertrümmerte Vorherrschaft der anglo-amerikanischen Plutokratien in Ostasien durch eine japanische zu ersetzen, vielmehr jedem Volk Ostasiens die seinen Anlagen und Möglichkeiten entsprechende Stellung zuzuweisen, das hat es durch fein Verhalten gegenüber Thailand und Indochina sowie eben erst durch den Verzicht auf die bisher innegehabten Konzessionen in China bewiesen. Auf diesem Vertrauen zu Japans Großzügigkeit und Weitblick beruht Wangtschingweis Friedenspolitik. Tschiangkaischek hingegen, der erste Repräsentant des Tschungking-Negimes, hat sich trotz aller Bemühungen Japans, ihm Brücken für eine Versöhnung zu bauen, zu dieser Auffassung nicht durchzuringen vermocht. Nachdem er einmal von den radikalen Nationalisten der Kuomintang, der von Sunjatsen gegründeten chinesischen Einheitspartei, gezwungen war, die Führung des Krieges gegen Japan zu übernehmen, dem er gerne ausgewichen wäre, um fein Werk der inneren Befriedung Chinas und her Errichtung eines modernen chinesischen Einheitsstaates fortzusetzen, ist er, der seine militärische Ausbildung zu einem guten Teil in Japan empfangen hat und eine Politik der engen Zusammenarbeit mit Japan auf sein Programm geschrieben hatte, unter dem Einfluß der mächtigen Bankiersfamilie Sung, der seine Frau entstammt und die ganz im Banne des amerikanischen Finanzkapitals steht, zum Festlandedegen der angelsächsichm Plutokratien geworden, der offenbar völlig den Blick dafür verloren hat, daß er damit die Geschäfte der erbittertsten Feinde feines Volkes besorgt und mit seinem Starrsinn das einzige Hin« dernis für eine Einigung Chinas in einem unab- Die wahre ßeitung der Bereinigten Staaten lieat nicht beim Kongreß liegt auch nicht bei verantwortlichen Ministern. Sie liegt bei hem Gebeimklib. Das sind die persönlichen Berater des Präsidenten. Wäre etwas annähernd Gleiches in emer Monarchie europäischen Zuschnitts geschehen, so hatten die Judenblätter von der unkontrollierbaren Hinter- treppenpolitik einer eigensüchtigen „Kamarilla große Töne geredet. Da es sich aber um einen Geheimklub jüdischer Berater des amerikanischeni Präsidenten handelt, sprechen dieselben Judenblatter nicht von einer unverantwortlichen Kamarilla, son- derp von einem „Gehirntru st". Eine der Hauptfiguren in dieser Gehirntrust-Ka- marilla ist Samuel Rosenman. Roosevelt, der eine fast kindliche Vorliebe für Spitznamen hat, hat ihn “Sammy the Rose” getauft, was sich ins Deutsche etwa mit „Rosen-Samuel" oder „Rosen-Sami übertragen läßt. Er ist einer der Juden, die den Präsidenten Roosevelt dahin gebracht haben, aus den innerpolitischen Schwierigkeiten in die Kriegs- politik zu flüchten. Unsere Leser kennen den Zusammenbruch der Rooseveltschen Wirtschaftspolitik des New Deal im Jahre 1935. Daftn folgte das Riesen- Programm öffentlicher Aufträge, um den Schandfleck der 13 Millionen Arbeitslosen hinweqzubrinqen. Die Staatsschulden stiegen bergehoch. Ein Zusammenbruch drohte über kurz ober lang. Vielleicht schon vor den Präsidentenwahlen von 1940. Wenig Phantasie gehört dazu, sich die Aengste Roosevelts oorzustellen. So lieh er den aalglatten Worten von Samuel Roseman und Felix Franksurther ein williges Ohr, die ihn zugleich der unbedingten Un- terstühung des Weltjudentums versickerten, wenn er sich zum Vorkämpfer der „Demokratie" gegen Hitler und Mussolini aufwerfe. Juden haben ein unbezähmbares Geltungsbedürfnis. Und so kommt es, daß soeben Josef Israel, ein Rassegenosse von Samuel Rosemann, jetzt in der „Saturday Evening Post" ein Bild des „großen jüdischen Mannes" Rosenman entwirft. Die reinen Sachangaben sind schnell erzählt. Rosenman wurde 1896 als Sohn eines orthodoxen Juden in San Antonio (Texas) geboren, der in der Kon- sektionsbranche tätig war. 1920 ließ sich der junge Rosenman als Rechtsanwalt in Neuyork nieder. 1928 unterstützte er als Führer der Neuyorker Demokraten die Wahl Roosevelts zum Gouverneur und wurde seither der Skatfreund Roosevelts, der ihn 1932 zum Oberrichter im Staat Neuyork mit dem Gehalt von 25 000 Dollar ernannte. Aber der Biograph des Rosen-Sami erzählt mit listigem Augenzwinkern seinen Rassegenossen auch die G e h e i m q e s chi ch t e dieser Karriere des Oberrichters und Präsidentensbeundes. Rosenman war der Verbindungsmann Roosevelts zur amerikanischen Unterwelt, die nirgends mächtiger als m Neuyork, ^hikago und San Franzisko ist. Führer der amerikanischen Unterwelt war in Neuyork ein gewisser Dimmy Hines, der eigenttiche Wahl-Macher der Demokraten. ,Hines, der ein hervorragendes politisches Führertalent befaß, unterhielt sehr anrüchige Beziehungen zu Gangstern und Racketeers, die ihn später ins Ge- rnystischen Vorstellungen halb kommunisttscher, halb i nationaler Deheimgesellschaften entstanden war. Er ' konnte nur mit Hilfe der Fremden niedergeworfen i werden. Amerikanische Offiziere und der später im i Sudan als Verteidiger von Chartum gegen den Mahdi berühmt gewordene britstche Oberst Gordon i retteten Schanghai und Nanking vor den Verwüstungen der Rebellen. Ihre Hilfe mar nicht un- , eigennützig. Sie forderten neue Rechte und als ihr anmaßendes Auftreten bei der gereizten Volks- । ftimmung zu Zwischenfällen führte, tarn es 1857 zum Krieg mit England und Frankreich, deren Truppen Kanton und die Takuforts unterhalb von Tientsin stürmten und die herrlichen, mit unschätzbaren Kost- barfeiten altchinesischer Kunst gefüllten Kaiserpalaste vor den Toren Pekings auf barbarischste Art brandschatzten. Im Frieden von Tientsin wurde China zur Oefsnuna weiterer sog. Verttagshäfen gezwungen. Es mußte fremde Gesandtschaften in Peking zulassen, freie Schiffahrt auf dem Jangtse, der großen Verkehrsader Mittelchinas und vor allem eine der einschneidendsten Eigentümlichkeiten der den Fremden gewährten Konzessionen, die Konsulargerichtsbarkeit, zugestehen. Sie entzog alle Streitigkeiten zwischen Fremden und Chinesen den chinesischen Gerichten. In den Vertragsbäfen. bereit Zahl mit der Zeit auf 58 anstieg, durften die Fremden Grundstücke erwerben und eigene Handelsfirmen unterhalten. . .... Eine weitere starke Einschränkung der chinesischen Staatshoheit zugunsten der Fremden, in erster Linie natürlich der Briten und Amerikaner, war die Gründung des Seezollamts 1863 unter ausländischer Verwaltung. Ursprünglich diente es nur der Sicherstellung der -Kriegsentschädigung aus dem Frieden von Tientsin, dann wurde es jedoch durck die Ausdehnung auf die Binnenzölle, auf die Hafenverwaltungen, auf die Post unter der Leitung des britischen Generalinspektors Sir Robert Hart zu einer drückenden Vormundschaft für die gesamten chinesischen Staatsfinanzen, zumal mit ihm em ganzes System fremder Monopole für Bergwerke und Eisenbahnen einberging. Gegen diese Demütigung wandte sich der Unwille der chinesischen Volksmassen in dem bekannten Böxeraufstand von 1900. Aber erst nach dem Sturz der Mandschu-Dynastie 1911 und dem Werden eines einheitlichen - chinesischen Nationalgefühls durch die Reformbewegung Sunyatsens wurde der Widerstand gegen die Fremdherrschaft zum politischen Programm des chinesischen Do'kes. Freilich waren die Wirren der Revolution nur dazu angetan, England und die Vereinigten Staaten zu ermuntern, ihre wirtschaftlichen und politischen Positionen immer mehr auszubauen. Lediglich D e u t sch- land verzichtete in dem Friedensabkommen mit China vom 22. Mai 1921 auf eigene Konsularge- richtsbarkeit und Zolloorrechte, nachdem es schon 1917 seiner eigenen Niederlassungen in Tientsin, Hankau und anderen Orten verlustig gegangen war. England dagegen beanspruchte mehr und mehr das ganze untere und mittlere Jangtsetal als seine eigenste Interessensphäre, und die Amerikaner suchten auf älmliche Weise in Nordchina Einfluß zu ge- winnen. Schon hieraus erhellt, welch leere Geste es ist, wenn beide nun der Tschungking-Regierung gegenüber auf ihre Konzessionen verzichteten, die sie tatsächlich längst verloren haben, denn sie lagen im Machtbereich der japanischen Waffen, die die nordchinesischen Provinzen, das untere Jangtsetal und sämtliche ehemaligen Dertragshäfen beherrschen. Japan hingegen und zur gleichen Zeit auch Italien haben am Tage des Kriegseintritts Nationalchinas zu dessen Gunsten auf Rechte verzichtet, die noch sehr erhebliche praktische Bedeutung besaßen. Sie haben der chinesischen Nationalregierung damit wesentlich geholfen, einen bedeutsamen Sckritt zur Wiederherstellung der vollen chinesischen Souveränität zu vollziehen, womit gleichzeitig einer der 1 wichtigsten Programmpunkte der Erneuerungsbewegung Sunyatsens erfüllt ist. Dies festzuhalten, ist deshalb notwendig, weil sich in diesem Punkte die Einstellung des chinesischen Volkes zum gegenwärtigen großen Weltkonflikt merklich scheidet. W a n g t s ch i n g w e i, der Staatspräsident der chinesischen Nationalregierung in Nam ding, sieht in dem Krieg Japans gegen die beiden anglo-amerikanischen Plutokratien die einzigartige Gelegenheit für das chinesische Volk, die Vormund' schäft des westlichen Kapitalismus für alle Zeiten abzuschütteln und in einem vom fremden Imperialismus befreiten Ostasien die Stellung einzunshmen, die ihm nach seiner Volksstärke, seiner alten Kultur und immer bewiesenen inneren Tüchtigkeit wie nach den großen wirtschaftlichen Reichtümern seines Landes zukommt. Wangtschingwei weiß, daß China dies Ziel niemals aus eigener Kraft, sondern nur als Verbündeter Japans erreichen kann, das mit ungeheuren Energien daran geht, die Fundamente für eine Erneuerung Ostasiens zu legen. Daß es babti als einzig modern getüftete und straff organisierte Macht "unter den ostafiatifchen Völkern die Fichrung beansprucht, ist selbstverständlich. Daß es Eine Afrika-Konferenz der Alliierten. Lissabon, 15.Ion. (Europapreß.) Als Ergebnis des in den letzten Wochen fieberhaft geführten Meinungsaustausches zwischen Washington und London steht eine nordamerikanisch»englisch-franzö- ische Schlichtungskonferenz bevor, von der sich be- anders die Gaullisten eine Klärung der Lage ver- prechen. Mmi will den Versuch unternehmen, die ür die gegenseitigen politischen Beziehungen recht abträglichen Reibungen, die sich in zunehmendem Maße auch auf den militärischen Einsatz in Nordafrika negativ auswirken, zu beseitiben. Die Initiative zu der Konferenz, an der möglicherweise Churchill selbst teilnehmen will, scheint von brttischer Seite ausgegangen zu sein, da die letztem Monate das britische Prestige am meisten belastet zu haben scheinen. Man hält es für nicht ausgeschlossen, daß die Konferenz in Afrika stattfindet. Unter der Ueberschrift „Frische Luft ist nötig" fordert „New York Herald Tribüne, daß „der undurchdringliche Mantel mißtrauiscker Geheimnistuerei und Verwirrung, der über die nordafrikanische Entwicklung geworfen wurde", endgültig gelüftet werde. Großbritannien und die USA. seien Demokratien. Man könne „nicht vom demokratischen System der Aufklärung der Oeffentlichkeit abweichen, ohne eine Katastrophe zu riskieren". Gegen den persönlichen Botschafter Roosevelts und Berater des USA.-Oberbefehlshabers in Französisch-Nordafrika. Murphy, wendet sich „Washington Post". Das Blatt sagt, daß man mit diplomatischen Intrigen die Schwierigkeiten in Nordafrika nicht meistern könne. Nordafrika sei ein hochexplosives Gebiet, und mit den von Murphy angewendeten Maßnahmen komme man dort nicht zum Ziel. • AUFMÖNCKEBERG ist det "Taumel los. ROMAN VON OLAF BOUTERWECK 16 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Solange aber derartige Widersprüche bestehen, muß ich den Fall als ungeklärt betrachten. Meine Gewissenhaftigkeit läßt es nicht zu. irgendwie voreilig zu handeln und einem möglicherweise unschuldigen Menschen Unannehmlichkeiten zu bereiten. Und keiner würde es mehr begrüßen als ich, wenn Ihre Schuldlosigkeit sich Herausstellen foUfe!" Axel ergriff in einer warmen Aufwallung Raucheisens Hand und drückte sie kräftig. „Ich danke Ihnen für diese Worte, Herr Kommissar!" sagte er herzlich. „Ich ersehe zwar daraus, daß Sie gewissermaßen mit einem Auge immer nach nach mir als dem mutmaßlichen Täter sehen — das ist ja auch Ihr Recht und wohl auch Ihre Pflicht! — aber Ihre Ehrlichkeit fordert mich zu der Die gewiß beruhigenden Erklärung heraus, daß ich sehr wohl ein hieb» und stichfestes Alibi, habe!" „Na also!" sagte Raucheisen mit erleichtertem Aufatmen. Aber aus dem Klang seiner Stimme war auch zugleich eine leise Enttäuschung herauszuhören. „Wo waren Sie also in der fraglichen Zeit, Herr Holm?" Axel schüttelte lächelnd den Kops: ' „So habe ich es nicht gemeint, Herr Kommissar. Wenn es wirklich zum Aeußersten kommen sollte, dann werde ich Ihnen persönlich und ganz im Vertrauen meinen Aufenthalt während der kritischen Stunden bekanntgeben. Aber vorläufig betrachte ich es noch als meine Pflicht, über diesen Punkt strengstes Stillschweigen zu bewahren!" Raucheisen hatte schon den Mund zu einer energischen Erklärung geöffnet, als plötzlich laut und misdr-ngUch her Fernsprecher zu läuten begann. Axel wandte sich um und wollte den Hörer abnehmen, aber der Kommissar kam ihm mit einer schnellen Bewegung zuvor, wobei er zugleich eine abwehrende Geste machte. „Bitte?" fragte er, indem er den Tonfall und die heisere Stimme des Dieners Friedrichfen nachzuahmen suchte. Eine Frauenstimme meldete sich. „Hier spricht Sigrid von Mönckeberg. — Sind Sie am Apparat, Herr Friedrichsen?" „Bitte? Gnädiges Fräulein?" antwortete Rauch- eisen in dem gleichen heiseren Tonfall, während er vorsichtigerweise die halbe Sprechmuschel mit der Hand verdeckte. .^Zunächst mein herzliches Beileid zum Verlust Ihres Herrn, Herr Friedrichsen! Ich las heute früh in der Zeitung von dem schrecklichen Unglück. Es tut mir so leid um den Herrn Professor. Er war stets so nett und liebenswürdig zu mir und hat mir sehr genützt." Sigrids Stimme schwankte ein wenig, und einen Augenblick schwieg sie. Dann fuhr sie mit fester Stimme fort: „Hören Sie, Herr Friedrichsen, ich rufe auch noch aus einem anderen Grunde an: Sie wissen doch, daß der Herr Professor vor fünf Monaten etwa fünfzig Bucher aus meiner Bibliothek übernahm. Professor Beierfeld hat bann später davon fünfunddreißig Bücher fest gekauft und auch gut bezahlt, während er sich für die übrigen fünfzehn ober sechzehn Bände poch eine längere Frist erbat, um die ihm unbekannten Werke in Ruhe prüfen zu können. Do ich nun nickt weih, was jetzt mit dem Nachlaß des Herrn Professors geschieht, möchte ich Sie bitten, dafür zu sorgen, daß diese Bücher sichergestellt werden. Sie haben nämlich zum Teil einen beträchtlichen antiquarischen Wert, wie mir der Herr Professor damals erklärte —" „Hm — Augenblick, bitte!" murmelte Rauckeisen. Er schwieg eine Weile und sagte bann in feinem normalen, schwingenden Bariton (be$ ihm POtt sei« ten feiner Frau den Spitznamen „Brummbär" eingetragen hatte): „Ja — hier ist Kriminalkommissar Raucheisen!" Sigrid war offenbar vor Ueberraschung einige Sekunden lang völlig stumm. „Nein, welch ein Zufall!" rief sie dann verwundert. „Hier spricht Sigrid von Mönckeberg ... Wissen Sie, Herr Kommissar, daß ich Sie bereits vor einer halben Stunde im Polizeipräsidium anrief? —1 Leider vergeblich!" „Nein!" bekannte Raucheisen und war nun seinerseits ein wenig verwundert. „Darf ich fragen, aus welchem Grunde Sie mich angerufen haben?" „Ich — habe Ihnen eine Mitteilung zu machen, die vielleicht für Sie von Wichtigkeit fein könnte!" „Hm!" machte Raucheifen, indem er aus den Augenwinkeln einen schnellen Blick zu Axel hinüberwarf. Axel, der ganz in der Nähe stand, hielt den Kopf etwas vorgeneigt; er schien angestrengt mit auf das quäkende Summen in der Hörmuschel zu lauschen. „Hm!" machte Raucheisen noch einmal. „Ist es Ihnen recht, wenn ich Sie jetzt sofort aufsuche?" „Natürlich, Herr Kommissar!" antwortete Sigrid. „Das heißt: Lieber märe es mir eigentlich, wenn ich zu Ihnen hinauskommen könnte, weil ich nämlicy ohnehin eine Kleinigkeit in der Villa Beierfeld zu erledigen habe. Da ich hier in Steglitz unmittelbar an der Dahlerner Grenze wohne, kann ich in acht Minuten dort fein; wenn ich schnell gehe, auch in sechs! — Ist es Ihnen recht, Herr Kommissar?" „Sehr sogar!" rief Raucheisen vergnügt. „Also, es ist gut, Herr Kommissar! Ich werde mich jetzt sofort auf den Weg machen." Raucheisen antwortete nicht. Mit der Hörmuschel am Ohr, hielt er den Kopf etwas vorgeneigt. Sein Gesicht zeigte den Ausdruck angestrengten Lauschens, obwohl es in der Leitung nichts weiter zu hören gab als nur ein leises Summen. Dann, als er sicher war, daß Sigrid angehängt hatte, brach er plötzlich in ein dröhnendes Gelächter aus. ^Hahaha! Ausgezeichnet Netzer Kollegel" rUf er fröhlich. „Aber ich glaube nicht, daß Sie auf diesem Wege wirklich etwas erreichen werden! — Wie? — Jetzt sofort? — Leider nicht möglich Herr Kollege!" Er setzte das Scheingespräch noch eine Weile fort, bis er mit diesem Trick den beabsichtigten Zweck erreicht hatte: Axel war über den Sinn des geführten Gespräches nun gänzlich im unklaren und völlig verwirrt, wie sein enttäuschtes Gesicht den Kommissar erkennen ließ. Mit einigen passenden Worten ,-verabschiedete" Raucheisen sich dann von dem angenommenen .Herrn Kollegen" und legte den Hörer auf die Gabel. „Der Mann hätte eigentlich längst penftoniert werden müssen!" brummte er kopfschüttelnd, indem er nach seiner Meerschaumpfeife griff, um die kurze Wartezeit bis zur Ankunft Sigrids angenehm auszufüllen. 8. Kapitel. Raucheisen hatte Axel Holm unter einem glaubhaften Vorwand in die Bibliothek gebeten, während der Hilfskommissar Stobbe inMischen vom am Gartentor stand, um Sigrid gleich in Empfang zu nehmen. Raucheisen versprach sich sehr viel von diesem unerwarteten Zusammentteffen, dieser Gegenüberstellung, denn er glaubte, daß Axels hartnäckiges Schweigen über seinen nächtlichen Aufenthalt irgendwie mit Sigrid in Verbindung stehe. Wenn Mischen den beiden irgendwelche Beziehungen bestanden — und nach Sigrids Anruf nahm Rauch- eisen es ttotz Axels gegenteiliger Behauptung als gewiß an — dann würden sie sich auch befhmmt in der ersten Ueberraschung verraten. Die Hauptsache war nur, daß es mit der „Vorführung" richtig klappte! — Und Raucheisen zeigte sich als geschickter Regisseur, denn es klappte in der Tat vorzüglich. Stobbe, der sich streng an die ihm erteilten Anweisungen hielt, öffnete die Tür der Bibliothek und ließ Sigrid hinein — gerade m dem Augenblick, als Raucheisen m Begleitung Axels den Raum Verlage« wollte Fortsetzung folgt.). Verzweifeltes Wagnis - planvoller Angriff Bon Kriegsberichter Dieter Diemann. 165SA PARFÜMERIE 00342/ Kassel hrf-Güll Leihgesterif 17. Januar 1943 S 0275 Z IMjeumafianfc! eumaplaft KNORR 155D/ So Watzenborn- Steinberg den 16. Januar 1948 Mündlich können Siee^nurwenlBto sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen ©ie es allen Dann genügt oft schon ein halber KNORR . Soßenwürfel/ um die elga* ne Soße zu verlängern und zu ver* feinem. Sie brauchen den ’/a Würfel nur fein zu zerdrücken, mit reich» lieh Ve Liter Wasser glattzurühren und 3 Minuten mitkochen zu lassen. Er- M< unb Als Verlobte grüßen Anni Frey Karl Kreiling rrindrichstr.7 Lipfprant' aller Kassen Spezialhaus größten Stils für feine Parfümerien Seifen kosmetische Präparate Toilette- und Geschenk- artikel Sanitärer Damen bedarf Damenbedienung Zufolge behördlicher Genehmigung bleibt mein Geschäft bis auf weiteres jeden Montag geschlossen! H. Beppler, LancGöns Manufakturwaren und Bekleidung | Ihre Kriegstrauung geben bekannt Otto Schäfer Unteroffizier, z. Z. im Felde Udia Schäfer, geb. Weiss Allen, die bei Vollendung meines 70. Lebensjahres meiner aus nah und fern so liebevoll gedachten, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank Frau Anna Spaar Wwe. Ruttershausen Einlagen Leibbinden Gummi- strümpfe 1295 A J. Frohn Marktplatz 10 Lieferant aller Krankenkass. Wir geben unsere Vermählung bekannt Ludwig Benner Wachtmeister Gertrud Benner geb. Körber Für die zu unserer Vermählung erwiesenenAufmerksamkeiten danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst Karlheinz Walter,z.Z. Unterarzt I.Felde und Frau Waltraut, geb, Siegfried Gießen, Kaiserallee 66 Januar 1943 Statt Karten! Für die freundlichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst Hertl Brehm Erich Gilbert,Oberleutnant Besorgen Sie aus der Apotheke ein Rheumaplast und kleben es auf die schmerzhafte Stelle (Hüfte, Knie, Schuhet, Ellenbogen usv.). Sogleich dringt frisches Blut dort hin und spült die Krankheitsstoffe fort Sie verspüren wohlige Wärme und Ihre Schmerzen lassen nach. 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Werkatatte Kurt Kling iora.He|er Nicht ßaodaßlsteniceiit. Markt*tr.l6 Lieferant der Krankenkassen Damin-Bedlonung. Gießen -Wieseck am 16. Januar 1943 0200/ ver« , die recht nbem Korfr iritla« lhur« ischer onatc laben , daß wlig" «ber mnis- ifrib' n. 8- io« ng in= igt •t» la» nr. dir Lollar 00329/ W1 e kurze in aui' ten »ms lich der Aussprache muß man sich unzählige Ausnahmen emprägen. Auch di« Behauptung, mit den „Asiaten" werde englisch gesprochen, ist unrichtig. Die englische Sprache macht allen Bewohnern fremder Länder solche Schwierigkeiten, daß sich im Verkehr mit diesen ein stark vereinfachtes Idiom, das Pidgin-Englisch, herausgebildet hat. Zugunsten dieses Slangs aber sollen alle europäischen Völker ihre urwüchsigen Sprachen vergessen und sollen englisch kauderwelschen! Sie sollen ihre eigenständige Kultur aufgeben, um widerstandslos englischen Änflüfsen zu verfallen. Wir beglückwünschen uns, daß für die Verwirklichung solcher englischen Pläne auch nicht die geringsten Zukunfts- aussichten gegeben sind. Bomben auf mohammedanische Kultstätten in Tlordafrika! Rom, 15. Jan. (Europapreß.) Unter den heiligen Stätten, die die Anglo-Amerikaner inTunis bombardierten, befindet sich außer der Stadt Kairuan auch das berühmte Heilige Grab des Sidi bet Hassan Schadli auf dem Gipfel des Gellaz - Hü - gels. Auch die Höhle bei dem Heiligen Grab, ein bekannter Wallfahrtsort der tunesischen Mohammedaner, ist bombardiert worden. Zahlreiche Brandbomben wurden ferner gegen die große Moschee in der Mitte von Medina geworfen, wo jeden Freitag viele Mohammedaner zum Gebete zusammenkommen. Der Bey von Tunis hat in dem Araberviertel der Stadt Lebensmittel an die durch die englischnordamerikanischen Bombenangriffe geschädigten Haushalte verteilen lassen. Auch in seiner Winterresidenz in Hamman-Lif hat der Bey an die notleidende Bevölkerung das Fleisch der anläßlich des Atd-Festes geopferten Hämmel zur Verfügung gestellt. __ MARK€ r€€KAJW€ Eine knappe Stunde nach dem sowjetischen Tiefangriff auf unseren Flugplatz starten unsere Flug- zeuae zum Einsatz. Wir überfliegen einen anderen Einsatzhasen, über welchem sich uns eine Gruppe He 111 anschließt. Als wir uns der Front nähern, gesellt sich Jagdschutz zu uns. Ein Dorf ist erkundet worden, von dem die Sowjets allnächtlich Bombenangriffe starten. In der schluchtenreichen Umgebung des Dorfes verbergen sich viele sowjetische Dampfmaschinen tagsüber in guter Tarnung. Das Dorf selbst dient den Besatzungen als Unterkunft. Schlagartig setzt auf dieses Dorf der deutsche Anariff ein und rollt dann pausenlos, bis nach menschlichem Ermessen dort unten nichts mehr leben kann. Fast in der gleichen Stunde decken viele hundert Spreng- und Brandbomben mehrerer gleichzeitig angreifender He-lll-Verbände das Dorf ein. Wenige Minuten später lösen die folgenden su-88-Verbände ihre Gießen-Wieseck .1 F-bcnauer Str.66 Gießener Str.26 z. Z. im Felde 16. Januar 1948 Statt Karten! F ür die Glückwünsche undAuf- merksamkeiten, die uns anläßlich unsererVerlobung zugegangen sind, danken wir, auch im Namen unserer Eltern,herzlich Brigitte Scheid / Heinz Rau Gießen, Liebtgstr. 67 Roonstr.24 Januar 1943 । war n Apfonfl diese»' MÜbel° nE senth^ fielt JT w fflI# E Brandmunition abgestreut, die am Boden in Hellen Stichflammen aufzischt und verlischt. Letzt prescht über die staub- und pulverdampf- umwölkten Bamnspitzen das Gros der angreifenden sowjetischen Flugzeuge in dichtgedrängtem Verband heran. Plötzlich zieht dis Führermaschine in steiler Steige hoch, dreht sich wie in kunstvoller Rolle und stürzt bohrend zur Erde hinab. Jäh stiebt der Verband auseinander, löst sich in verwirrtem Schrecken auf, schwirrt nach allen Seiten ab. Doch noch ein zweites Flugzeug fällt einem Flakvolltresfer zum Opfer, und auch die Geschütze an der anderen Seite des Rollfeldes haben aus der ersten Angriffskette eine Maschine herausgeschossen. Unvermittelt wie er losbrach, verstummt auch der Lärm des Kampfes. Als die Oberwerkmeister der Staffeln zu den Gruppengefechtsständen gehen, um Meldung darüber zu erstatten, welche Flugzeuge durch den Angriff beschädigt wurden, kehren unsere beiden Läger von der Verfolgung des bolschewistischen Zerstörer- verbandes zurück. Fünfmal kreisen sie wackelnd über dem Flugplatz. Don fünfzehn angreifenden bolschewistischen Maschinen erreichen nur sieben wieder Gebiet der UdSSR., ohne daß dieses Opfer an Maschinen und Menschen einen nennenswerten Erfolg gebracht hätte. Denn mag es für uns auch schmerzlich sein, einen Kameraden verloren zu haben und zwei schwerverwundet zu sehen, so steht dieser Verlust doch in keinem Verhältnis zu dem des Gegners, zumal die Bekämpfung unserer Kampfmaschinen fast gänzlich wirkungslos blieb. Bombenlasten aus. Schlachtflieaer und Stukas kommen uns entgegen, als wir abfliegen und stürzen sich raubvogelgleich auf die Schluchten hinab, um den Angriff, den wir mit der Bekämpfung der gegnerischen Besatzungen begannen, durch Vernichtung der feindlichen Maschinen zu vollenden. Bald mischen sich Aufklärer unter die ständig über dem Zielgebiet kreisenden Jäger, um den Erfolg des Angriffs fest-- zustellen. Dieser Erfolg ist so, wie er bei dem Kräfteeinsatz und der genauen Ausarbeitung der Angriffsdurchführung fein muhte: ohne eigene Verluste ist der Gegner im Zielraum schwer getroffen worden. Es soll hier fein billiger Vergleich angestellt werden, denn nicht jeden Tag versteigt sich die sowjetische Luftwaffe zu einem solch verzweifelt hoffnungslosen Wagnis wie dem geschilderten Tiefangriff, und auch wir starten nicht alle Tage Großeinsätze. Es soll auch kein allgemeiner Vergleich gezogen werden zwischen den bolschewistischen Luftstreitkräften und unserer Luftwaffe, deren lieber* legenheit so unvergleichlich ist. Aber welch trauriges Los ist es, auf verlorenem Posten für eine schlechte Sache kämpfen zu müssen, welche Kraft hingegen gibt das Bewußtsein, über sich eine Führung zu wissen, deren Befehle zu vollstrecken, siegen heißt und vor einem Volk zu stehen, dessen Wille uns die besten Waffen gab und uns zu dem schuf, was wir heute sind: siegreich gegen jede Macht der Erde, bie unser Feind fein will! Kunst und Wissenschaft. Ein neues Orchesierwerk von Gerster. Im ersten Sinfoniekonzert der Stadt Düsseldorf gelangte das neueste Orchesterwerk Ottmar Gersters zur Uraufführung. Huao Balzer brachte die Verzüge des erhebend aufrauschenden Stückes so zur Geltung, daß der anwesende Komponist einen starken Erfolg für sich zu buchen vermochte. Gerster erstrebt und in der „Festlichen Toccata" (wie der Werkname schon andeutet) eine ausgeglichene Synthese zwischen klassisch begründeter formaler Gesetzmäßigkeit und einem allgemeingültigen Kunstgefühl, das für eine neue deutsche Kulturauf- fassung typisch wird. Hier — wie auch in allen früheren Werken — erhebt Gerster das Männlich- Kraftvolle einer germanisch beseelten Daseinsbewei> tung zum Grundmotiv seines Schaffens, das getragen wird von einer technisch überaus verfeinerten Thematik, einer glanzvoll prunkenden orchestralen Farbigkeit und von der stets edlen und großformatig gefaßten Hoheit des musikantischen Ausdruckes. Wilhelm Raupp. Neues vom Film. Kirsten Heiberg werden wir unter Paul Verhoevens Spielleitung in Dem Tobis-Film „Philharmoniker" als Darietöfängcrin Heddy Lindt sehen. Sie gehört zu dem Ensemble des Kapellmeisters Alexander Schonath (Will Quad flieg), der mit seinem Orchester in aller Welt größte Erfolge feiert, schließlich aber doch von der Unterhaltungsmusik zur ernsten Musik zurückfindet und Mitglied des Philharmonischen Orchesters wird. — Mady Rahl ist in dem Bavaria-Film „Tonell i", der unter der Spielleitung von D. Tourjanfky entsteht, die Frau des großen Drahtseilartisten Tonelli. — Rolf Weih spielt in dem unter der Spielleitung von Hubert Marischka in den Holland-Ateliers entstehenden Berlin-Film „Ein Mann für meine Frau" einen jungen Bonvivant.— Otto Pitterrnann inszeniert den Bavaria-Film „Die schwa ch e^ Stunde", mit Hannelore Schroth, Hilde von Stolz, Paul Richter, Hilde Hildebrandt, Fritz Odemar, Waller Janssen in den Hauptrollen. Besuchen Sie die Gaststätte Württemberger Hof Gießen, Bahnhofstraße 15 Mittag- und Abendessen Angenehmer Aufenthalt 0318 PK. „Stopp! Hall an, Mensch! Runter von der Karre! Laß die Mühle liegen!" Roch ehe das Krad steht, springt der Beifahrer ab, schmeißt sich in den flachen Straßengraben. Der Fahrer läßt das Mo- torrab umkivpen, preßt sich gedankenschnell in die dürftige Deckung. Ruckartig hat der Lastkraftwagen, der das fliegende Personal zum Rollfeld bringt, gebremst. Hastig drängen sich Männer in braunen Kombinationen herunter, ducken sich schutzsuchend hinter den großen Kasten, in den Graben ober liegen flach auf den Bohlen der Ladefläche. Mit langen Sätzen eilen die Warte, die gerade an den Maschinen arbeiteten, den Splittergräben zu. Die Besatzungen, die bei den Flugzeugen standen, haben sich hinter irgendeine kleine Deckung oder einfach auf die Erde geworfen. Rur jeweils derjenige, der die Situation am schnellsten erfaßte, ist in die Maschine gesvrungen und hat sich im Funkersitz hinters MG. geklemmt. Jeder andere wirft sich in Deckung, macht sich ganz klein, unsichtbar. Keine Alarmsirene hat das Zeichen dazu gegeben. Hier im Felde gibt es keine warnenden Sirenen. Mit dem wachen Instinkt des ständig vom Tode umlauerten Kämpfers haben alle im ersten Flakschuh die plötzlich nahende Gefahr erkannt. Jäh den Frieden zerreißend, gab dieser Knall den Befehl: Kopf in den Dreck, wer jetzt nicht schießen, nicht helfen kann, den Feind abzuwehren! So blitzartig schnell nun der sowjetische Angriff erfolgt, so blitzartig bringt er die Maschinerie deutscher Abwehr in Gang. Im Augenblick, da die erste Kette feindlicher Zerstörer über die Baum- spitzen des Waldstückes springt, das den Flugplatz auf dieser Seite begrenzt, belfert, dröhnt, hämmert es rings um das Rollfeld aus leichten Kanonen, mittelschweren Geschützen, aus ratternden MGs in den Heckständen der abgestellten Kampfflugzeuge. Glücklich, wer jetzt am Flakgeschütz steht oder durch das Kreiskorn eines Maschinengewehrs den heranjagenden Angreifern entgegenblickt. Kämpfend beherrscht der Mensch die Gefahr. Kein widerlicheres Gefühl jedoch gibt es, als bet einem Tiefangriff in spärlicher Deckung am Boden zu liegen, sich nicht wehren, nur abwarten zu können, ob eine Kugel trifft. Heulend jagt Motorenton heran, zerhackt vorn Knattern der Bordwaffen. Dreck einschlagender Geschosse spritzt auf, Körper krümmen sich pressend an die Erde, Gesichter verzerren sich in Trotz und Wut. Zwei Ketten leichter Kampfmaschinen und Zerstörer sind über den Platz gefegt. Sie haben keine Bomben geworfen, sondern nur geschossen und Statt Karten! Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir, auch 1. Namen uns.Eltem, recht herzlich Richard Strauch, Rog.-Insp.der Luftw. Marie Strauch, geb, Rinner Gießen Lieber Str. 57 Marburger Str. 23 00337/ der schwedischen Presse gibt es ein Blatt, das M durch unverhüllte Deutschfeindlichkeit, durch Si^en- und Sensationsmeldungen fast den gleichen Mm erworben hat wie in London z. B. die Jfülg Mail", die selbst von den Briten Daily Lier, Hücker Lügner, genannt wird. Daß dieses Organ, Die „Göteborgs Handels och Sjoefarts Tidende", aus dm englischen Äorruptionssonds gespeist wird, sei mir nebenbei erwähnt, ein Artikel in diesem Winkel- birtchen aus der Feder eines gewissen Soederberg b k et den Gipfel unfreiwilliger Komik. Allen Ernstes inecht nämlich dieser den Vorschlag, das Sprach- jtmirr westlich von Moskau zu entwirren und kchch eine allgemein anerkannte europäische Sprache, setstverständlich die englische, zu ersetzen. Zwar sei b>t deutsche Sprache in Europa die größte und Oralste, aber die deutsche Sprache verdanke ihr Eltzes Verbreitungsgebiet vorwiegend den „gewalt- fätßen Germanist erungsmethoden. An einer anderer Stelle seines Elaborats wird sogar von einer .stanisch bewußten Germanisierung" gesvrochen. Dir wollen nur einige Ausländer anführen, um ber Wert der deutschen Sprache zu charakterisieren. Dü Franzose Charles Ioret nennt 1875 die beut- chk Sprache in einer Schrift über Herder ,chieses änderbare Werkzeug, das unter den neueren Spachen vielleicht ohnegleichen ist" und fein La-dsmann Henry Lagrand „die reichste, bieg- atfte und brauchbarste der Welt", der große Kul- uphilosoph Houston Stewart Chamberlain, äH geborener Endländer, sagte: „Unter den leben- )er Sprachen steht fraglos die deutsche einzig da, in einer Majestät und einer Lebensfülle, die jeden Ke gleich ausschließen... Kein Völkergebilde der Si!enwart und Vergangenheit — nufeer dem Helen ch en — kann sich ber reichen Mannigfaltigkeit )ef;n, was Deutsch ist, veraleichen... Die Men- 'H? müssen einsehen lernen daß, wer nicht Deutsch Iein Paria ist". Von Deutschen sei nur > penhauer zitiert, der sagte, gegenüber der hen Sprache seien alle europäischen Haupt- «n „nur patois. Daher eben hat, mit diesen chen, das Deutsche etwas so ungemein Edles Erhabenes". ?r was weiß dieser Schreiberling des schwedi- Winkel- und Hetzblattes von Edlem und Erlern! Man sieht daraus, was die Juden und traten alles mit uns vorhaben, falls sie diesen gewinnen würden. Dann mühte der Rest des hen Volkes, soweit es nicht massakriert, füji- sterilisiert und evakuiert wird, noch Englisch i. Kaum ein anderer Plan, den der Haß unse- einde ausgeheckt hat, läßt klarer den absoluten chtungswillen gegen alles Deutsche erkennen. die Muttersprache ist nun einmal ber sinn- ste Ausbruck gleicyen Blutes unb gleicher (Seng. Die verlieren, hieße Verzicht auf unser tum. Jahrhundertelang haben deutsche Men- chn in fernem fremden Land an ihrer Sprache efb-haften, haben dank diesem Erbgut ihrer Ahnen hkDeutschtum erhalten. ■föute macht ein nichtswürdiger Schreiberling in inm von London gekauften Blatt den Vorschlag, M der deutschen Heimat ihre Sprache zu rauhen. Er solche Idee kann nur angelsächsischer Arroganz flCringen. Lächerlich ist die Behauptung, das Mische sei „einfacher und geschmeidiger". Schon fff) ihre zweifache Wurzel im Angelsächsischen und stcnzösischen ist die englische Sprache unorganisch Utadyfen, so daß es heute für unzählige Begriffe M W^rte mit gleicher Bedeutung gibt, ohne daß ipirit eine Vermehrung der Ausdrucksmöglichkeit ;ec affen würbe. Weber in der Schreibung noch iflier Grammatik gibt es klare Regeln, hinsicht- Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Hirz ^-Oberscharführer Elli Irmgard Hirz geb. Mohr Karten! Für die zahlreichen ückwünsche und Aufmerk- nkeiten anläßlich unserer £ lobting sagen wir, auch im umen unserer Eltern, recht liehen Dank Elisabeth Lang Willi Prlemer Mtldiinen-Miat bei der Kriegsmarine Gießen, im Januar 1943 0320/ fcffubttörifHeiter: St. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter dek tauptschristleiterti: Ernst Blumlchein. Verantwortlich für Politik und Uber: Dr. Fr. W. Lange: für daü Feuilleton: Dr. -ans T-yrtot: für Ltadt ®lehen, Provinz. Wirtichast und Lvort: Lrnst Blum>chetn. Trud unb Verlag: Brühljche UniverlitütSdruckere, R- Lange ft. ®. BcrlagSletter: Dr.-Hng. Erich Hamann: Llnzeigeuleiter: Hans Beck. -ln,etgenpret-liste Nr «. Statt Karten ' Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer silbernen Hochzeit danken wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege recht herzlich Friedrich Leuning UhrmachermeHter und Frau Olga, geb. Abel Gießen, Kaiserallee 64 0323/ Für die erwiesenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unsererVerlobung danken wir herzlich Marie Fleischmann Heinrich Rinn Gießen, Januar 1948 . 0281 / Statt Karten! Für die lieben Wünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich meines 90. Geburtstages danke ich herzlichst Margarete Kühl Gießen, Fröbelstraße 18 00339/ | M * Schuhcreme einsparen! 0258 Steinbach, Albach, im Januar 1943. Nttht jede Schvhcreme itt GuHalin Krofdorf, Vetzberg. 0282 GvttollfiJabrik Köln 162 D [0215 fen? MEDOPHARM | Arzneimittel Hl 0327 Juliusstraße 6. 1»V 1823 D/ 165V haben, finden ibsD g. unt. 0268 d. Gieh. Anz. 10. 10, LICHTSPIEL-TH EATEB An an sind treue Helfer Ihrer Gesundheitl Gloria-Palast, Seltereweg - Der große Schatten Kavclle Älter Friedhof. Walther; 11.15 KG. Kavelle Wetzlarer Weg. Medianiker und Elektro -Techniker die für Auto-Elektrik Interesse Medopharm-Arzneimittel sind nur In Apotheken erhältlich. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße; Einmal im Jahr «0 Selbst houchdünneiAuf- trogen genügt. Erst trocknen lotsen. Dann erst bürsten v. polieren. Der Glanz wird schöner und man spart Zum Zwecke fortlaufend wechselnden Erholungsaufenthaltes von jeweils 5 bis 15 Gefolgschaftsmitgliedern kleines bis mittleres Anwesen evtl. Jagdhaus od. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Friedrich; Else Schmitt, Braut, u. alle Angehörigen. MEDOPHARM Pharmazeutische Präparate Gesellschaft m.b.H. Münchens Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren verstorbenen Arbeitskameraden BetriebsfUbrung und Gefolgschaft der Firma Schunk & Ebe __141 D der Universitätsstadt Gießen Sonntag, den 17. Januar 18.30 bis 21.30 Uhr Die tolle Komteß. Danksagung. Für die vielen Beweise der Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlichst. Luise Schäfer Karl Schäfer und Familie. Rodheim a.d.B., Hof Schmitte, Januar 1943. _____________________________169 D Statt Karten. Für die wohltuenden Beweise herzlichster Teilnahme, sowie für die Kranzspenden, die uns bei dem Heimgang unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters zu teil wurden, und allen, die ihm das letzte Geleit gaben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen aller Angehörigen: Wochenübersicht: Dienstag, 19. Januar, 19.00 Uhr 17. Dienstagmiete u.HalbmietcB Das letzte Abenteuer. Mittwoch, 20. Januar, 15.00 Uhr König Drosselbart. 18.30 Uhr 17.Mittwochmiete u.HalbmieteA Die tolle Komteß. Freitag, 22. Januar, 19.00 Uhr 16.Freitagmiete u. Halbmiete A Der Schwarzkünstler. Samstag, 23. Januar, 15.00 Uhr König Drosselbart. 18.30 Uhr: Liselott. Sonntag, 24. Januar, 14.30 Uhr König Drossel bart. 18.30 Uhr: Liselott. Ab Samstag, den 16. Januar, bis einschließlich Freitag, den 22. Jan., versieht den Macht- und Sonntags-Dienst sowie den Mittwoch-Nachmittags-Dienst (ab 13Uhr) i68P die Hirsch-Apotheke. TML 2.30,4.45,7.30; So. 2.60,4.30.7.30 TOT Bfamis. . .ss=g—— _ Laborantin für technisch - physikalisches Laboratorium für ein interessantes Aufgabengebiet nach Wetzlar zum baldmöglichsten Eintritt gesucht. Schriftliche Angebote unter 159D an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Januar 1943, 20 Uhr pünktlich, im Großen Hörsaal des Kunstwissenschaft!. Instituts, Ludwigstr. 34, ein. Herr Prof. Dr. Thierfelder hält einen Vortrag über: „Die neue Komödie der Griechen11 Der Dekan: von Blumenthal- Tierschuftverein Frankfurt a. M. Adressenangabe, auch von Angehörigen. Hohe Belohnung. Trauring gezeichnet WLl.22.I0.I905 [Stellenangebote lelae üriprui»- lewgalsse, Edern nur ZeugnU. db)d>rtften dem öe iverbungslchreibeu beilegen! — Lichtbilder lmdBewerbungsunter- K8«i müften jin Betreibung von SSethiftoi Juf der «fifleite me» und A,|chrtft bei tnmi SZimmer und Küche zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0129 an den Gieb. Anz. Aeltere Witwe sucht kleine r-Z'Mmer- moOnung f. jetzt od. später. Schr. Ang. unt. 0299 a. d. G. A. Zn Gietzen oder Umgebung sucht ältere Dame 2-3 Simmet und Küche in gutem Hause. Schr. Ang. unt. 0245 a. d. G. A. Möblierte SBftimmet mit ein od. zwei Bett., evtl, auch unmöbl. Zimm., zu miet, gesucht (ohne Frühstück). 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Günter Rangiermeister Friedrich Müller; Ludwig Bach; Familie Wilhelm Löffler; Ernst Nesseldreher, z. Z. im Felde, und Familie; August Bach, z. Z. Im Felde, u. Familie; Hans Bach, z. Z. im Felde, und Familie; Familie Otto Bach u. Elli Bach sowie alle Verwandten. Gießen-Klein-Linden. Gießen, Heuchelheim, 1 Paar gut erh. üeihliefel Gr. 38, gegen gleichw., Gr. 40 is 41, sowie 1 Paar gut erh. SkiWel Gr. 38, gegen gleichwertige, Gr. 40—41, zu tauschen gesucht. Schr. Ang. unt. 0324 a. d. G. A. Mita* Welcher Soldat fjat Mitte Dezbr. im Walde bei Hungen einen Hund angetrof- 2Zimmer mit Küche von alleinsteh., älterer Frau baldigst gesucht. Schr. Ang. unt. 0338 a. d. G. A, Junges Ehepaar sucht kleine 2-ZimmerwohDung in oder bei Giehen. Schr. Ang. unt. 0288 a. d. G. A. Beamter sucht sofort od. später schön möbliertes Zimmer Schriftl. Angeb. unter 0308 an den Gieh. Anz. Medizin- Studentin sucht für 1. Avril 1943 gut möbliertes Zimmer mit Tel.-Benutz. Schr. Ang. unt. 154D a. d. G. A. 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Bei ihrer Durchführung sind noch manchs Schwierigkeiten zu überwinden, da die Tuberkulose und die Bangsche Krankheit unter den Rindern sehr stark verbreitet sind. Eine Gesundung der deutschen Rinderbestände kann nur schrittweise erfolgen. Dahin« gehende Bestrebungen der Verwaltungsbehörden und der Landwirtschaft, die schon seit Jahrzehnten im Gange sind, werden in Zukunft unter neuen, erfolgversprechenden Gesichtspunkten in Angriff geq nommen werden. Soweit Rohmilch aus einwand« frei gefunden Beständen noch nicht zur Verfügung steht, muh den Gefahren durch Erhitzung der Milch — in den Molkereien oder im Haushalt — begegnet werden. An einer Verbesserung der Erhitzungsq verfahren in den Molkereien wird ständig gearbeitet. Don großer Wichtigkeit ist auch Sauberkeit un8 Kühlhaltung der Milch auf dem Wege von bet Kuh bis zum Verbraucher. Auf diesen letzten Punkt wiesen auch in der anschließenden Besprechung besonders der Direktor des Hygienischen Instituts, Professor Dr. Haag, und der Direktor der Kinderklinik, Professor Dr. Keller, hin. An der reger, Aussprache beteiligten sich außerdem Professor Dr. B ü r k e r , Professor Dr. Brüggemann, Direktor Wrede, Schlachthofdirektor Professor Dr.- Ke l l e r. 3n einem Schlußwort betonte der Präsident de« Dozenten-Akademie, Pg. Professor Dr. Beller, die Bedeutung dieses ganzen Fragenbereiches fütf die Volksgesundheit, zu dessen Bearbeitung sich dis Professoren Beller, Haag, W. Keller, Standfuß und Vogel im „Arbeitskreis Milch* zufammengeschlossen haben. Dieser Tage hielt Pg. Professor Dr. S t a n d f u ß im Rahmen der Veranstaltungen der Dozenten- Akademie Gießen einen Vortrag über „Milch und Milchhygiene" als Einführung in den Bereich des Arbeitskreises „Milch" der RSD. - Dozenten-Akademie Gießen. Der Vortragende wies zunächst auf die große Bedeutung der Milch für die Volksernährung und für die Volkswirtschaft hin. 25 Milliarden Kilogramm Milch werden jährlich in Deutschland gewonnen, was einem Umsatz von rund 5 Milliarden Reichsmark entspricht. Mehr als ein Drittel des Nahrungsfettbedarfs von 80 Millionen Menschen kann durch die Milch gedeckt werden, und der Gehalt der Milch (auch der sog. Magermilch!) an Eiweiß beträgt das Mehrfache der nach Erhebungen des Jahres 1935 in Deutschland in Gestalt von Eiern verzehrten Eiweihmenge. Aufgabe der M i l ch h y gi e n e ist es, gesundheitliche Gefahren abzuwenden, die durch Aufnahme von Milch entstehen können, die Krankheitskeime enthält oder die mit Schmutzbakterien durchsetzt ist. Als aus den Menschen übertragbare Tierkrankheiten kommen hauptsächlich die Tuberkulose und in geringerem Umfang die Bangsche Krankheit in Betracht. Auch als Zwischenträger von anftecfenben Krankheiten des Menschen (z.B. Typhus) kann die Milch unter Umständen Bedeutung erlangen. Die hygienischen Abwehrmaßnahmen gegen diese Gefahren bestehen in Schaffung gesunder Rinderbestände, ärztlicher Ueberwachunq des mit der Milchgewinnung unb -Verarbeitung beschäftigten Personals und Erhitzung der Milch in Molke- Aus dem Ruhestand zur Arbeit zurück Hochbetagte Arbeiter der Stirn und der Faust eifrig am Werk. Milch und Milchhygiene. Vortragsabend in der TISO.-Oozenten-Akademie Gießen. mann unb Reger. ** Vom Theater der Universitätsstab t G i e ß e n wird uns mitgeteilt: Am Dienstag, 19. Januar, findet die Erstaufführung des Schau- fpiels „Das letzte Abenteuer" von Alexander Marai statt. Mit diesem Autor kommt hier erstmalig einer der erfolgreichsten lebenden ungarischen Bühnendichter zu Wort. Mit dem Aerztedrama „Das letzte Abenteuer" hatte Marai in Budapest einen Sensationserfolg zu verzeichnen. Die Gießener Aufführung wird von W. M. M u n d in Szene gesetzt. In den Hauptrollen: August Wilhelm Funke als Professor Petersen, Friedl Gollmann als seine Frau Nora. In weiteren Rollen: Bianca Blacha, Hella Henzky, Herbert Köchling, Karl Dolck. Gießener Fußball. Die für den morgigen Sonntag auf dem Waldsportplatz vorgesehene Doppelveranstaltung läßt sich nicht in der vorgesehenen Form durchführen. Das Spiel Luftwaffe — Büdingen findet deshalb auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 statt, das Spiel 1900 — Reichsbahn wird auf dem Waldsportplatz ab gewickelt. * In der Reihe der Kriegsmeisterschaftsspiele im Fußball der Staffel V im Kreis Wette rau-Nord war für den kommenden Sonntag die Begegnung Wölfersheim gegen Luftwaffensportverein Gießen angesetzt. Im letzten Augenblick hat der Staffelleiter aber eine Änderung vorgenommen und dis Sportgemeinde Büdingen zum Rückspiel gegen die LS V. Gießen nach hier verpflichtet. Infolge Mannschaftsschwierigkeiten mußte Büdingen für einige Wochen um Spielabsetzung nachsuchen, sa daß diese Mannschaft längere Zeit nicht in den Tabellenstand eingreifen konnte. Dieses Aussetzen hat natürlich zur Folge, daß die augenblickliche Spielstärke der Mannschaft auch nicht annähernd bekannt ist. Das Spiel findet auf dem Platz bet Spielvereinigung statt. Es sollte dem Luftwaffen« sportverein möglich fein, mit diesem Spiel weitere; Punkte zu gewinnen. Handball -Gauklasse. Die Handballmannschaft des Luftwaffensportver« eins Gießen fährt am Sonntag nach Frankfurt und spiell dort gegen die SA. Das Vorspiel konnten dis Flieger mit 8:3 Toren gewinnen. Ob die Wieder* holung des Sieges möglich ist, muß abgewartet wer* den. Die neue Reichskleiderkarte vom kommenden Montag ab bis einschließlich Freitag nächster Woche in Gießen ausgegeben, wie das Wirtschaftsamt der Stadt Gießen heute bekanntgibt. ** Das nächste Solistenkonzert des Gießener Konzertringes 194 2/43 findet am Sonntag, 24. Januar, statt. Professor Johs. Hobohm, der bereits in früheren Konzerten mit Erfolg bei uns gespielt Hot, veranstaltet einen Klavierabend mit Werken von Bach, Mozart, Schu« Oie Front spricht zur Heimat! Am Sonntag, 17. Januar 1943, 20 llhr, findet in der llniversilatsaula in Gießen eine Kundgebung der Kreisleitung Wetterau statt. Es spricht Ritterkreuzträger IHajor 2Neiners über den heldenhaften Einsatz unserer tapferen Infanterie. z Der Eintritt ist frei. Besondere Einladungen ergehen nicht. Es ist dafür Sorge getragen, daß jeder Besucher der Kundgebung Gelegenheit hat, den Bortraq selbst bei Uebersüllung der Aula zu hören. Nicht nur im Behördendienst ober in der Wirtschaft wird der Arbeitseinsatz der Alten besonders geschätzt, sondern auch in d e m Teile unseres Lebens als Volksgemeinschaft, der als ehrenamtlicher Dienst den vollen Einsatz aller körperlichen Energien und der geistigen Kräfte täglich, gegebenenfalls auch nachts erfordert, nämlich im Reichsluftschutzbund. Wir unterhalten uns mit einem der Gießener Re- viergruppenführer, der 46 Jahre als Staatsbeamter im Dienst war und trotz seiner 71 Jahre immer noch in unermüdlicher Schaffensfreudigkeit für die Aufgaben des Reichslustschutzbundes arbeitet. Nebenbei bemerkt ist ein anderer Reviergruppenführer in Gießen in ähnlicher Lage, denn auch er hat der Allgemeinheit jahrzehntelang als Beamter gedient, er hat sogar zwei Kriege mitgemacht und ist jetzt im Alter von 66 Jahren unermüdlich im Dienste des Reichsluftschutzbundes mit dabei. Mit diesen Re- viergruppensührern arbeiten viele Amtsträger des Reichsluftschutzbundes zusammen, die als frühere Beamte oder Lehrer nach ihrem Ruhestand zum Tell auch wieder im beruflichen Dienst stehen und außerdem in den dienstfreien Stunden ihre Kraft für die Luftschutzarbeit zur Verfügung stellen oder die weiter als Ruheständler Tag für Tag der ehrenamtlichen Luftschutzarbeit gerecht werden. Daß es sich hierbei um ein gerüttelt Maß von Aufgaben Han« delt, die alle mit peinlichster Gewissenhaftigkeit erfüllt werden müssen, erkennen wir in der Unter» Haltung mit dem Reviergruppenführer. Da gibt es z. B. täglich laufende Aufgaben wahrzunehmen, in den Abendstunden oder auch an Sonntagvormittagen Ausbildungslehrgänge durchzuführen und darüber hinaus eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Vervollkommnung unseres Luftschutzes in die Tat umzusetzen. Man erkennt, daß auch diese Männer und mit ihnen die Frauen, die als Amtsträgerinnen des Reichsluftschutzbundes mithelfen, trotz hoher Lebensjahre Verpflichtungen erfüllen, die namentlich jetzt im Kriege für unsere Volksgemeinschaft von größter Bedeutung sind. Daher können diese Männer ebenso Anspruch auf die dankbare Anerkennung aller Volksgenossen erheben wie die Alten, die im Behör« benbienft oder in der Arbeit der Wirtschaft ihre Kraft für das große Ganze einfetzen. In der Reihe der Schaffenden der Heimat kommt auch den hochbetagten Volksgenossen als Mitarbeiter besondere Bedeutung zu. Während die jungen Männer vor dem Feinde ober an anderer Stelle der Wehrmacht im Dienst stehen, sind die Alten neben den nach in der Heimat weilenden Männern der jungen und mittleren Jahrgänge hervorragende Faktoren der Arbeit. Wie stark erfüllt von dieser Verpflichtung und wie froh diese Männer über ihre Aufgabe sind, konnten wir in Unterhaltungen mit einer Reihe von alten Volksgenossen feststellen. Bei diesen Männern handelt es sich um Angehörige der verschiedensten Berufsschichten, die bereits im Ruhestand gelebt hatten unb in ben letzten Jahren roieber zur Arbeit zurückgekehrt sind. Wir sitzen im Büro eines Beamten der Justizverwaltung in einem Gerichtsgebäude am Hitlerwall. Unser Gegenüber ist ein Mann, der vor einigen Wochen seinen 70. Geburtstag begangen hat. Nach nahezu 56 Jahren der Arbeit, vyn denen allein fast 35 Jahre auf den Gerichtsdienst bei verschiedenen Gerichten in Hessen in den verschiedensten Dienststellungen entfielen, trat er 1934 in den wohlverdienten Ruhestand, den er in Gießen verlebte. Aber schon bald nach dem Ausbruch des jetzigen Krieges hielt es ihn nicht mehr in der behaglichen Ruhe zu Hause. Er erkannte, daß die jungen Männer bei der Wehrmacht gebraucht und damit erneute Schaffensmöglichkeiten für die Alten erschlossen wurden. Daher rückte er gleich nach dem Feldzug in Polen wieder in fein früheres Amt beim Gericht in Gießen ein, in dem er nun erneut feit über drei Jahren unermüdlich und gewissenhaft Dienst tut. Mit Stolz bekennt er: „Ich freue mich sehr, daß sie'mich alten Mann wieder gerufen haben und ich meinen Dienst wieder versehen kann. Dadurch kann ich der Bevölkerung immer noch dienen und vielen Ratsuchenden behilflich sein." Neben der Leitung des Bürodienstes sieht es der Hochbetagte als eine besondere Verpflichtung an, durch seine Ratschläge den Volksgenossen auf schiedlich-friedlichem Wege zu ihrem Recht zu verhelfen unb baburch unnötigen Prozessen, der sog. Prozeßhansetei, von vornherein vorzubeu- gen. Im übrigen ist es ihm eine besondere Genugtuung, daß er gerade auch in der jetzigen Kriegszeit sein Amt zur Zufriedenheit feiner Vorgesetzten fuhren kann. Ein Richter in Gießen, der im Jahre 1937 nach 42jähriger Dienstzeit in den Ruhestand trat, versieht trotz seiner 70 Jahre seit Ende 1939 ebenfalls roieber seinen Dienst. Bei feiner großen körperlichen unb geistigen Rüstigkeit behagte ihm der Ruhestand noch gar nicht. Er stellte sich daher schon bald nach Kriegsausbruch wieder zur Verfügung unb erhielt denn auch kurz darauf seine Wiedereinberufung m ben Dienst. Mit voller Hingabe an das ihm durch langjährige Tätigkeit vertraute weite Aufgabengebiet des Jugend- und Vormundschaftsrichters hilft der verdiente Richter in nie erlahmender Tatfreudigkeit bei ben verantwortungsvollen Aufgaben für unsere Jugend. Wer diesen Mann im grauen Haar und mit seinen gestrafften körperlichen und geistigen Energien kennt, der weiß die ihm anoertraute Jugend in guter Obhut. Er ist kein bürokratischer Federfuchser, der über Zwirnsfäden stolpert, sondern er ist ein Mensch unb Jurist, der bei aller Respektierung der Gesetze Herz und Verstand immer auf dem rechten Fleck und zum rechten Einsatz zur Stelle hat. Die Freude, trotz seiner mehr als sieben Jahrzehnte des Lebens nun schon feit über drei Jahren wieder mitarbeiten unb dabei auf einem sehr verantwortungsvollen Poften stehen zu können, ist dem bewährten Richter deutlich anzumerken. Er spricht sich denn auch sehr zuftieden über seinen Kriegseinsatz an der Heimatfront aus, der es ihm ermöglicht, wieder mit dabei zu fein" und ben Eltern ober aüeinftehenben Frauen mit feinen Erfahrungen und feinem Rate zur Seite zu stehen, damit die zu betreuende Jugend den geeigneten Weg in das Leben einfchlagen kann. In einem Gießener Fabrikbetrieb. Um uns herum sitzen in ihren Arbeitsanzügen im Dienste der Arbeit ergraute Männer, ferner Arbeitskameraden vom Büro, darunter auch ein bekannter früherer aktiver Offizier aus Gießen, der nach in diesem Kriege Wehrmachtsdienst tat, bann aber in den Ruhestand kam, für den er sich jedoch durchaus noch nicht reif fühlte, so daß er nun seine Kraft und feine Erfahrungen auf geeignetem Posten in diesem Betrieb nutzbar macht. Die Unterhaltung mit dem großen Kreis der Arbeitskameraden ergibt zunächst, daß der Aelteste von ihnen 72 Jahre, der Jüngste 65 Jahre alt ist, die übrigen 67, 69, 70 unb 71 Lebenslenze gezählt haben. Die meisten sind seit nahezu fünfzig Jahren, zum Teil sogar darüber in dem Betriebe tätig. Nach jahrzehntelanger treuester Pflichterfüllung haben sie einige Jahre im Ruhestand gelebt. Als aber der bedeutende wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland begann, hielt es sie nicht mehr untätig zu Hause, und besonders jetzt im Kriege denkt keiner von ihnen auch nur mit einem blassen Schimmer an das Vertauschen der Arbeit mit dem Ruhestand Sie alle fühlen sich in dem täglichen regen Schaffen wohl, unb sie sind sich ihres Wertes als erfahrene Facharbeiter unb in jahrzehntelanger Tätigkeit erprobte Werkangehörige burchaus bewußt Mit ihrem fachlichen Wißen unb Können unb mit ihrer körperlichen Leistungskraft stellen sie noch voll unb ganz ihren Mann, dessen Arbeit auch bei der strengsten Prüfung als vollwertig besteht. Unb Aus der Stadl Gießen. Steigende Sonne. Es ist noch nicht sehr zu merken, aber der Aufmerksame stellt es dennoch mit Genugtuung fest: bie Sonne steigt wieder höher. Freilich, in der Frühe muß man schon genau aufpassen, denn bann handelt es sich nur um halbe unb ganze Minuten, daß die Morgenröte im Osten zeitiger erscheint. Am Nachmittag ist die Zunahme spürbarer, besonders an klaren Tagen; es läßt sich ganz gut wahr-- nehmen, daß wir bann das künstliche Licht immer wieder um eine kleine Spanne später anknipsen können. Natürlich sind es noch keine imponierenden Zeiträume, bie dazwischen liegen, im ganzen aber läppert es sich schon nett zusammen. Seit dem dunkelsten läge, dem 22. Dezember, haben wir bis jetzt wieder eine halbe Stunde Licht gewonnen, und bis zum Ende des Monats beträgt dieser Zuwachs bereits eine unb eine viertel Stunbe. Dann geht es immer besser vorwärts, bis schließlich im März bie Tag- unb Nachtgleiche roieber erreicht unb damit zugleich der Beginn des Frühlings markiert wird. Vorerst sind wir aber noch nicht so weit. Jetzt verspüren wir erst noch die Wirksamkeit des Januars. Feld unb Walb scheinen erstorben, unb doch ist draußen nicht alles so tot, wie man meinen möchte. Im Gegenteil, insgeheim regt es sich. Zwar zunächst noch auf ganz stille Weise, aber „an Fabian unb Sebastian (20.) fangen bie Bäume zu saften an". Damit ist das Stichwort gegeben, unb immer mehr lassen sich Anzeichen dafür wahrnehmen, daß mitten im Winter Kräfte am Werke sind, die Vorarbeiten für den Frühling zu leisten. Um so mehr Bedeutung kommt der steigenden Sonne zu. Wenn sie an Hellen Tagen in ben Mittagstunden mit ihrer blitzenden Pracht die Landschaft' verschönt, zaubert sie eindrucksvolle Bilder, bie bei allen empfänglichen Gemütern bie choffnungsfreu- bigfeit entfachen. Auch in den Straßen der Stadt, auf den Plätzen und in den stillen Winkeln vermag sie Wunder zu wirken. Die Sonne bleibt das Element des Lebens, dessen Kraft wir vor ollen im Winter erst recht schätzen lernen. Arn 2. Februar (Mariä Lichtmeß) wurde früher vom Landvolk die eigentliche Winterarbeit beendet. „Lichtmessen ist der Winter halb vergessen", hieß es deshalb, unb von diesem Zeitpunkt an stellte man sich bereits allmählich auf ben Frühling ein, bem hier unb ba die Dagelwelt schon Anfang Februar ben ersten Tribut zollt. H. W. Sch. Zuchtvieh-Absatzveranstattung in Giehen. Die Landesverbände der Rinder- unb der Schweinezüchter Hessen-Nassaus veranstalteten am gestrigen Freitag in der Zuchtviehhalle Rhein-Main auf bem Diehmarkt in Gießen bie erste bie5-jährige Absatzveranstaltung von Höhenfleckviehbullen, schwarz-, bunten Niederungsbullen unb Zuchtebern. Bei der am Vortage durchgesührten Sonderkörung wurden 45 Höhenfleckmehbullen gekört. Ein Bulle (Züchter Konrad Eibt, Schwarz, Kreis' Alsfeld) stellte den Spitzenbullen bar, der mit Recht der Wertklasse I zugeteilt werden konnte. Der überaus gut entwickelte typische Bulle ist ein Sohn des vor drei Jahren in Süddeutschland angekauften Stationsbullen „Bergland" des Züchteroereins für Fleckvieh Obelchessen, dessen Eltern auf Reichsnährstandsschauen mit ersten Preisen ausgezeichnet waren. Der Bulle verfügt auch über eine sehr gute Milchleistungs-Abstammung. Er wurde von dem Züchterverein Lahn (Geschäftsstelle Der,zuchtamt Limburg) erworben. Einen zweiten „Bergland"- Sohn stellte der Züchter Lorenz Stieler, Schwarz (Kreis Alsfeld), zum Verkauf, der von dem Züchterverein für Fleckvieh Oberhessen für die Station Brauerschroend angekauft wurde. Dieser noch nicht vollständig entwickelte Jungbulle verspricht für bie Zukunft sehr viel, er wurde neben 11 anderen Bullen der Wertklasse II zugeteilt. In Wertklasse III wurden insgesamt 26 Bullen unb in Wertklasse IV 6 Bullen gekört. Bei verhältnismäßig guter Nachfrage wurden 38 Bullen verkauft, .zum Teil zu den festgesetzten Stoppreisen. Dabei wurde eine Anzahl Tiere an benachbarte Zuchtgebiete abgegeben. Ferner erfolgte bie Körung von 9 schwarzbunten Niederungsbullen, van denen 2 der Wertklasse II, 4 der Wertklasse III unb 3 der Wertklasse IV zugeteilt wurden Auch diese Bullen wechselten bei lebhafter Nachfrage und guten Preisen ihren Besitzer. Der Bedarf' konnte restlos befriedigt werben. Bei der Absatzveranstaltung von Zuchtebern des deutschen veredelten Landschweins waren die vorgestellten Datertiere, wie bei den Bullen, überdurchschnittlich gut. Ein Eber aus der Zucht von Karl Luh, Lang-Göns, wurde der Wertklaffe i zugeteilt und zum höchsten Tagespreis von der Gemeinde Dorf-Güll gekauft. Ferner wurden 10 Eber der Wertklasse II. 16 Eber der Wertklasse III und 6 Eber der Wertklasse IV zugeteilt. 30 Eber wurden bei guten Preisen verkauft, so daß hier ein geringer Üeberftanb verblieb. Die erste Absatzveranstaltung in diesem Jahre war für die Züchter und die Zuchtleitung ein schöner Erfolg. Für den 5. Mörz ist bie große Früh- jahrs-Absatzveranstaltung von Höhenfleckvieh-Lei- stungsbullen und Zuchtkalbinnen, sowie eine Absatzveranstaltung von Zuchtebern in Gießen vorgesehen. (Biefcener Bodienmtirffpreife. * Gießen, 16. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, H kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 9 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 52, Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 7 bis 10, Rotkraut 10, gelbe Rüden 15, rote Ruben 8, Unterkohlrabi 7, Grünkohl 10 bis 12, Lauch 15 Rpf. * * * D i e feierliche Immatrikulation der Studierenden des Wintersemesters 1942/43 findet am Samstag nächster Woche, 23. Januar, 11 Uhr pünktlich, in der Aula der Universität statt. ** Eine Grimm-Feier der Universität, veranstaltet von der Philosophischen Fakultät, I Abt findet am heutigen Samstagabend "N Kunstwissenschaftlichen Institut statt. Professor Dr Thierfelder spricht über „Die neue Komodie Der ehrwissenschaftliche JBortrage der Universität. Im Rahmen dieser Veranstaltung spricht am kommenden Donnerstag 21. Januar, Professor Dr. Schultze über „Wasch- und Reinigungsmittel im Kriege". Der Vortrag findet , im großen Hörsaal des Physikalischen Instituts, Stephanstraße 24, statt. ** Die Kartoffelversorgung ist Gegenstand zweier Bekanntmachungen in unserem heutigen Anzeigenteil, jetzt im Kriege sind sie sich besonders bewußt, daß sie den jungen Kameraden draußen an der Front keinen, besseren Dienst leisten können als den, auf ihrem Posten durch unermüdliche Mitarbeit dazu beizutragen, daß die Verpflichtungen der Heimatfront stets pünktlich und vollkommen erfüllt werden. Daß sie aber nicht nur aus Erwägungen des nüchternen Verstandes unentwegt bei der Arbeit sind, sondern trotz ihres hohen Alters ihr Schaffen auch aus innerer Freude leisten, geht daraus hervor, daß einer der Arbeitskameraden uns erklärte, wenn er an der Arbeit keine Freude habe, wäre er schon lange nicht mehr in den Betrieb gegangen; ein anderer betonte, er könne einfach nicht ohne Arbeit sein, wieder ein anderer sagte, er fühle sich bei der Arbeit entschieden wohler als beim Spazierengehen, alle miteinander sind sich einig in dem Bewußtsein, daß es gerade im Kriege auch auf sie unb ihr Schaffen gnfommt, und daß sie mit ihrem Einsatz nur eine selbstverständliche moralische Verpflichtung gegenüber den im Felde stehenden Kameraden erfüllen. In diesem Geiste gehen sie täglich an ihre Arbeit, und sie wissen dabei, daß ihr Schaffen von der Betriebsführung gebührend gewürdigt wird. Der frühere Offizier, der als Sachbearbeiter für besondere Aufgaben in dem Betriebe wirkt, bemerkt schlicht als eine Selbstverständlichkeit, er bringe es nicht fertig, in dieser Zeit im Zivilleben untätig zu bleiben, seine materielle Versorgung sei auch ohne diese Arbeitsaufgabe durchaus gesichert gewesen, ihm komme es vor allem daraus an, durch die weitere Nutzbarmachung seiner Arbeitskraft mit beizutragen zur' Erfüllung Der großen Aufgaben, die in diesem Kriege von jedem Volksgenossen zur Erringung des Sieges versehen werden mühten. Und ein 67 Jahre alter Mann vom Büro fügt kurz und bündig hinzu, er fühle sich für seine Jahre noch viel zu jung zum Herumbummeln. Aus unserer Unterhaltung mit Persönlichkeiten der Leitung des Betriebs konnten wir die erfreuliche Feststellung mitnehmen, daß der vortreffliche Arbeitsgeist der Alten an maßgebender Stelle des Unternehmens mit dankbarer Anerkennung vermerkt wird und die Betriebsführung stolz darauf ist, solche Männer in ihrer Gefolgschaft zu sehen, denen bie Arbeit ein ideelles Bedürfnis unb eine mit peinlichster Gewissenhaftigkeit erfüllte Selbstverständlichkeit ist. An Hand einiger Ausschnitte ist hier in großen Zügen ein Bild des Kriegseinsatzes der Alten skizziert worden, das durch eine große Reihe anderer Beispiele aus vielen Zweigen unseres Gemeinschafts* lebens beliebig erweitert werden kann. Auch diese Volksgenossen bekunden mit ihrem Einsatz, daß sie sich der großen Verpflichtungen bewußt sind, die der Heimat aus den heldenhaften Leistungen unserer kämpfenden Front erwachsen, und daß sie an ihrem Teile gern unermüdlich beitragen zum Sieg unserer Waffen, zur Erringung einer großen Zukunft unseres Vaterlandes und zur Sicherung Europas vor ‘ Nie^ r Backwunder nach w/e.-Vor gu/, aber, jetzt sparsam verwenden. Reese Gesellschaft, Hameln Stadttheater-Platzmiete. 1430 PUMMI oder Mäntefr bei flMögen, m O$RAM-D-IAMPE MIT DER DOPPELW^, U