Montag. 15 MrzIYH Annahme von Anzeigen für bie Mittaasnummer vis 8'/, Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Npf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: WiederholungMalstaffel! AbschlüsseMengenstaftelV Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25"»mehr 193. Jahrgang ttr.62 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.... .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Aernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franlf./M. Eichener Anzeiger vrühlsch« UniverWKdni ndaültig aufnehmen sollen oder auf die sie ab- lchnfttsweise zurückzu gehen hat. Die zahlreichen Zrücken werden mit Sprengladungen versehen. An b er Rollbahn selbst und den Zubringern werden an , ablreichen Stellen Sprenglöcher vorbereitet, In den Drren wird olles, was für den Feind wichtig lern Könnte, beseitigt. Auch dieses Werk ist in seiner Aus- übrung vollkommen. Der Feind, der hier emruckt, ötrb nichts mehr finden, was für ihn brauchbar oäre. Das Gesetz dieses unerbittlichen Ringens will 'S io. Es geht hier nur um „Ich oder Du". Die Sowjets müssen unsere Trupven sich ab legen lassen, ohne bisher mit größeren Maßnahmen va- feaen eingreifen zu können. Reibungslos und plan- Nößig laufen die Bewegungen ab und die Dolsche- taiften haben weder die Kraft noch die Macht, sie irgendwie zu beeinflussen. Nur zögernd folgen sie im allgemeinen nach. Erst in den letzten Tagen ra^ werden die Arbeitsgebiete fein, in denen die Jugend in Zukunft ihre Pflicht erfüllen und alles einsetzen werde, um so ihren Teil zur Erringung des Sieges beizutragen. Die Jugend whd mit der gleichen Härte, die sie jetzt im Kriege aufbringt, aber auch granaten und blanker Waffe aufgerollt. Dadurch konnte ein Brückenkopf über den Graben zum weiteren Vorstoß äuf der Hauptstraße gebildet werden. Am Roten Platz, am Bahnhof und im Zentrum der Stadt haben ---Panzergrenadiere ihren Einzug gehalten. Die Bolschewisten verteidigten noch den Südostteil der Stadt, wo bis jetzt erbittert gekämpft wurde. Auch im angrenzenden Raüm um Charkow herum und we ft lich von Bjelgorod setzten die Bolschewisten dem Angriff unserer Grenadiere und schnellen Truppen starken Widerstand entgegen. Brückensprengungen und Verminung sollten den deutschen Vormarsch aufhalten, doch überwanden unsere Regimenter alle Widerstände. Von Porden her stieß eine feindliche Gruppe vor. Sie wurde vernichtet. Im Nachstößen konnte trotz erbitterter Gegenwehr neben anderen Ortschaften die Stadt Borrissowka genommen werden. Bei der Einnahme dieser Orte und bei den Angriffen in diesem Gebiet wurden insgesamt 25 Panzerwagen der Sowjets abgeschossen. Japanische Stimmen zur Winterschlacht im Osten. Tokio, 13. März. (Europapreß.) Der Äormarsch der deutschen Truppen auf Charkow wird von mehreren japanischen Zeitungen zum Anlaß genommen, sich mit der Lage an der Ostfront zu beschäftigen. So schreibt „Tokio Schimbun", die Sowjets glaubten, einen großen Erfolg errungen zu haben, als die Deutschen vor wenigen Wochen Charkow räumten. Schon heute aber wende sich das Blatt. Die deutsche Wehrmacht hole zu einem neuen Schlage gegen die vorgestoßenen sowjetrussischen Abteilungen aus. Von höherer Warte aus betrachtet, ergebe sich, daß ihre Winteroffensive den Sowjets keineswegs jene erhofften Früchte gebracht habe, die strategisch und materialmäßig ihre Position wesentlich hätten verbessern können. In den vergangenen Monaten hätten sie zwar ihre Frontlinien in verschiedenen Abschnitten'vorschieben können. Entscheidend aber fei, daß sie weder das Donezgebiet noch die Ukraine zurückerobern konnten. Sie wären schon jetzt den Schlägen eines neuen deutschen Angriffs ausgesetzt. - > 2er große Lehrmeister Krieg hat uns schon so manche Umwertung der Werte, so manche neuen Maßstäbe für die' Ausrichtung unseres Tuns vermittelt. Der Ernst, mit dem jetzt frische Kräfte aus allen Volksschichten zur Verstärkung der äußeren und der inneren Front herbeiströmen, kennzeichnet eine neue Phase in dieser Entwicklung. Alte und teilweise liebgewordene Gewohnheiten, die im Frieden und selbst noch unter den bisherigen Kriegsbedingungen ihren Sinn hatten und dementsprechend anerkannt wurden, sind gegenüber der Schwere und der schicksalhaften Perantwortung des End- karnpfes um den Bestand nicht nur des Reiches, sondern ganz Europas untragbar geworden. Wer in diesen Tagen von seiner gewohnten Tätigkeit Abschied genommen hat, um fick an wichtigerer Stelle in die Kampfgemeinschaft her Nation einzureihen, der tat dies mit dem Blick auf die großen Vorbilder in unserer Geschichte, die seit jeher die unbedingte Abwehrbereitschaft unseres Volkes gegenüber jedem Angreifer bezeugt haben. Wer auf dem bisherigen Posten seine Pflicht tat, der wird auch bei der jetzigen Einschaltung in neue Aufgaben für feinen Leistungswillen reiche Betätigungsmöglich- ieit finden, und es wird keines langwierigen Ge- rvöhnungsprozesses bedürfen, um ihn die Freude des Produktiven Schaffens wiederfinden zu lassen. Gewiß mag der Anblick der äußeren und inneren 1 Umstellung nicht jedem leicht fallen. Das Gewohnte tft immer bequemer als das Ungewohnte, und die persönliche Neigung laßt uns den einstmals gewählten Beruf ober die Tätigkeit, in der wir uns B e r l i n , 14. März. (DNB.) In zweitägigem Ansturm und in harten Nahkämpfen war es Kampfgruppen der Waffen---" gelungen, in Charkow ein- zudringen und den Sowjets die wichtigsten Stadtteile zu entreißen. Der Weg dahin war schwer. Jc näher die ^-Grenadiere Charkow ' kamen, um so verbissener wurde die Abwehr der Sowjets. Sie versuchten besonders in den Fabrikgegenden der Vorstadt mit massierten Kräften, mit Hunderten non Geschützen und einer großen Anzahl von Kampfwagen, den deutschen Vormarsch aufzuhalten. Aus allen Häusern eröffneten sie ein rasendes Abwehrfeuer, Scharfschützen lauerten hinter Mauerresten und in Kellerlüken. Doch die Kompanien der Waffen-^ räucherten mit Maschinenpistolen, Handgranaten und Bajonetten die Widerstandsnester aus. Von entscheidender^ Bedeutung für die Erobe - rung des Stadtzentrums war die Waffentat eines ^-Pionierstoßtrupps.. Die Bolschewisten versuchten hinter einem mächtigen Panzergraben das Vordringen eines starken Panzerverbandes mit aufgesessenen ---Grenadieren aufzuhalten. Hier schlug den Angreifern ein pausenloses ueuiDj asLuvH ei(j u)ös6;us usftvFL asasaichj asnsZ nicht vorwärts, da der Gräben zu tief war und unter feindlichem Feuer lag. In der Dunkelheit überwand der Chef einer ---Pionierkompanie mit 21 Mann bei heftigem feindlichen Feuer den Graben und । drang in die. feindlichen Befestigungsanlagen vor. Die sowjetischen Stellungen wurden mit Hand- nach dem Siege den Aufbau in die Hand nehmen und so Wegbereiter für eine neue Welt fern. Mit der ihr eigenen Tatkraft wird die Jugend allen Widerwärtigkeiten trotzen, gerade ihren Weg gehen und dem Führer, der ihr seinen Namen gab, Garant dafür fein, daß eine Wölt, die sich die Versklavung Deutschlands zum Ziele gesetzt hat, vernichtend geschlagen wird. fen sie sich zu verstärkten und massierten Angriffen nach lebhafter Artillerievorbereitung mit Panzerunterstützung auf. Die geschickte Kampffühvung unserer Nachhuten läßt jedoch alle diese Versuche, die in die Absetzbewegungen hineinstoßen sollen und an Heftigkeit und Hartnäckigkeit zunehmen, unter außerordentlich hohen Verlusten für den Feind scheitern. Die Bolschewisten lassen sich täuschen, setzen aus der Bewegung heraus zu Angriffen an und treffen dabei auf neubesetzte Linien. Gegen die Front einer westfälischen Infanterie- droision stürmten stärkere Kräfte von drei sowjetischen Divisionen vor und brachen im vereinten Abwehrfeuer zusammen. In mehreren Wellen gegen den Abschnitt einer bayerischen Infanteriedivision vorgetragene Angriffe blieb en ebenfalls im Abwehr- feuer liegen. An einer Stelle wurden im Vorfeld 700 töte Bolschewisten gezählt^ Die Sowjets setzten ihre Vorstöße mit beweglich gemachter Infanterie auf Panzern und motorisierten Schlitten fort, ohne zu einem Erfolg zu kommen.. Auch die.Angriffe nach einem Feuerschlag der Artillerie und unter Einsatz von Schlachtfliegern im Tiefangriff setzten sich nicht durch. Allein vor den Stellungen eines Regiments verloren die Bolschewisten tausend Tote. Die , Bedienung eines einzigen schweren Maschinengewehrs zählte nach dem Kampf 52 Tote um sich herum. Als ein bolschewistischer Verband gegen einen von westfälischen Grenadieren besetzt gehaltenen Ort vorging, ließ man die Sowjets bis auf Handgranatenwurfweite herankommen und zerschLug den feindlichen Angriff dann im zusammengefaßten Feuer aller Waffen, ©renabiere einer ostpreußischen Infanteriedivision bekämpften einen bolschewistischen Angriff in Regimentsstärke und fügten dem Feind dabei 250 Mann blutiger Verluste zu. So wirken sich immer noch in diesem Raum die Erfolge aus, die die Rschew-Kämpfer in den schweren Abwehrschlachten eines Jahres in Rschew gegenüber dem bolschewistischen Massenansturm errungen haben. Die gewaltigen Verluste an Menschen und Material haben die Sowjets der Fähigkeit beraubt, die Kampfführung zu bestimmen. Aus freiem Entschluß, in Verfolg gesamtoperativer Pläne verlassen unsere Truppen einen Raum, den sie über ein Jahr mit bewunderungswerter Widerstandskraft und beispielloser Entschlossenheit verteidigt haben und den wiederzuerobern der Feind auch heute noch nicht in der Läge ist. Ohne Feinddruck räumen sie Städte, wie Rschew, Gshatsk, Sytschewka, Wjasma. In voller Kampfbereitschaft setzen sie sich ab. Auch hierbei noch sind sie ihrenv geschlagenen Feind überlegen und fügen ihm fortlaufend schwere blutige Verluste zu. Oen Bolschewisten bleibt nur, lügenhafte „Siegesmeldungen" über die „Eroberung" von Städten und Dörfern dieses Gebietes in die Welt hinauszuposaunen. Sie wollen Tausende von Toten und unübersehbare Beute an rollendem Material aller Art gemacht haben und sind doch nur unter neuen empfindlichen Opfern ins Leere gestoßen. Unsere Truppen, die sich unvergänglichen Ruhm in den Schlachten um Rschew erftritten haben, beziehen neue Stellungen. Diese Soldaten sind uner=- schütterlich und unüberwindlich. Sie werden die Bolschewisten dort stellen, wo es nötig sein wird und sie in alter, noch gesteigerter Schlagkraft weiter vernichtend treffen, wie sie es gewöhnt sind. Dafür bürgen sie als Rschew-Kämpfer mit ihrem Namen. Oer Arbeitseinsatz der Jugend Der Gauleiter sprach zu den Führern der Hitler-Jugend. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Sonntagnachmittag zu den Führern und Führerinnen des Bannes 115 „Peter Fries" der Hitler-Jugend in Darmstadt. In einer mit Begeisterung aufgenommenen Rede wandte sich der, Gauleiter an Die Iugendführer, denen er in umfassendem Ueberblick die von der Jugend zu erwartenden Aufgaben aufzeigte. Die deutsche Jugend stehe nun auch im total en,Kriegseinsatz. Vielfältig bieten zusühren, wo Oer Flaschenhals das Tonnageproblem Von unserer Berliner Schriftleitung. 1 Wie unseren Feinden die Schiffsraumnot auf den Nägeln brennt? hat der ehemalige USA.-Präsident Herbert Hoover, Roosevelts Vorgänger im Amt, auf einer Sitzung des Senatsausscyusses klar zum Ausdruck gebracht, der sich eigentlich nur mit den Schwierigkeiten des Arbeitseinsatzes in den Vereinigten Staaten beschäftigte. Das Tonnageproblem spielt aber auch in diesem Zusammenhang eine ausschlaggebende Rolle, denn mit den Schiften gehen auch'Menschen unter, die, wie man im Lager unserer Feinde immer mehr betont, am allerschwersten zu ersetzen sind. Hoover erklärte, daß die Vereinigten Staaten für absehbare Zeit mit einem Flaschenhals an ihrer militärischen Front rechnen müßten. Dieser Flaschenhals sei das Ton- nageproblem, der Mangel an Frachtern sowohl wie an Tankern. Offizielle Feststellungen ließen klar erkennen, daß die Anti-Achsenmächte trotz fieberhaften Anstrengungen ihrer Werften im Jahre 1942 fei» n erlei Tonnagegewinn erzielten. Statt dessen habe aber die Verschiffung von etwa einer Million Mann mit ihrer Ausrüstung die noch übriggebliebene Tonnage aufs äußerste beansprucht, was sich' besonders in einer geradezu gefährlichen Einschränkung der Küstenschiffahrt und ihrer Oel- und Nahrungsmitteltransporte bemerkbar gemacht habe. Im Zusammenhang mit Viesen unleugbaren Tatsachen kritisierte Hoover das gesamte Rüstungs- und Produktionsprogramm der Vereinigten Staaten. Er wandte'sich gegen die Absicht der Militärbehörden, immer neue Millionen unter die Waffen zu rufen, zum Beispiel der Landwirtschaft. _ . . gaüzen Produktionsprogramms „auf der Basis der durch den Topnagemangel bedingten Beschränkungen^ sei dringend notwendig. Diese Revision würde Körper und Geist zutückzuiühren. Es muß im Schlaf etwas erfolgen, was die Neuaufladung des Muskel- und Nervengewebes mit potentieller Energie ermöglicht. Wodurch aber die Umschaltung der Entladung auf Ladung verursacht wird, das können wir noch nicht entscheiden. Jedenfalls ist dem Schlaf diese noch so geheimnisvolle Fähigkeit zu^uschrewen. Die" täglichen Erfahrungen jedes einzelnen Menschen sagen uns, daß die Erholung und Erfrischung nach einem Schlafe wesentlich besser erfolgt als nach einem ebenso langen Ruhezustand ohne Schlaf. Und zwar wirkt der tiefe Schlaf sehr oiel nachhaltiger als ein oberflächlicher leichter Schlummer. Es scheint eben, daß eine-intensive Aufladung der Gehirnganglienzellen mit potentieller Energie die Bewußtlosgikeit tiefer sinken läßt, als ein leichter, nicht so erquickender Schlaf. Die erholende Wirkung des Schlafes ist mit der Ladung eines Akkumulators zu vergleichen. Die nervösen und die neuromuskulären Leistungen während der geistigen und körperlichen Arbeit des Tages können mit der Entladung eines elektrischen Kraftspeichers in Parallele gesetzt werden. Man muß darauf Hinweisen, daß durch den Schlaf nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Müdigkeit überwunden wird. Den seelischen Vorgängen entsprechen — daran kann man nicht zweifeln — bioelektrische Prozesse im Nervensystem, und wenn dieses durch einen guten Schlaf wieder neu mit potentieller Energie aufgeladen ist, dann werden auch die seelischen Erregungen wieder lebhafter sein. Daß freilich mit den zunehmenden Jahren die Lebensprozesse und damit auch die Aufladung des Nervensystems mit potentieller Energie weniger lebhaft werden, d. h. daß im Alter der Schlaf weniger tief und erquickend ist als in der Jugend, damit muh sich der alternde Mensch ebenso wie mit dem Nachlassen der Eßlust, der Geschlechtslust und der Lebenslust abfinden. Dankbar müssen mir geplagten und abgehetzten Menschen dem Schlaf dafür sein, daß er uns immer wieder neue Straft verschafft und frischen Mut gibt, die Arbeit am Morgen wieder froh aufzunehmen. Dankbar müssen mir dem Schlaf aber auch dafür es sein Umherschwimmen eine Zeitlang auf einen dreieckigen Bezirks Entsprechend verhielt es sich nach einer Uebertragung vcm kleineren Quadrat in den Kreis oder von einem Dreieck in ein Quadrat: Tiere, die sich in dem kleineren Dreieck aufgehalten hatten, schwammen nach Ueberführung in das größere eine Zeitlang nur in einem Gebiet, das ungefähr der Größe des kleineren Dreiecks entsprach. Durch diese Versuche wurde bewiesen, daß die Pantoffeltierchen nicht nur die Forin, sondern auch die Größe eines Raumes zu erfassen vermögen. Ebenso schwammen die Tiere, wenn sie aus einem der Dreiecke ober Quadrate in ein erheblich größeres Gefäß übertragen wurden, zunächst nicht in dem ganzen, ihnen dann zur Verfügung stehenden Raum umher, sondern sie hielten sich eine Zeitlang nur in einem Bezirk auf, der an Größe dem ersten "Meinen Dreieck ober Quadrat gleichkam. Dabei bildeten sie in beiden Gefäßen nicht etwa die Form genau nach, indem sie streng seinen Wänden entlanqschwammen, sondern sie hielten vielmehr nur allgemein dio Grenzen der Gefäßform inne. Noch höhere Leistungen als das Erlernen von Raumformen waren bei den Einzellern bisher nicht nachzuweisen, und sie sind auch wohl nicht zu erwarten. ^Verglich man das Lernvermögen der Einzeller mit dem der niederen Vielzeller, von denen man Strudelwürmer, Seesterne, Schlangensterne, See- igel und Asseln untersucht hat, so ergab sich allgemein, daß die niederen Vielzeller grundsätzlich in derselben Weise lernen wie die Einzeller, nur vollzieht sich der Lernvorgang bei ihnen rascher als bei den Einzellern, weil sie ein Nervensystem besitzen. Beanspruchte der Lernvorgang bei den Einzellern durchschnittlich zwei Stunden, so gelingt die Dressur der Vielzeller häufig in erheblich kürzerer Zeit, manchmal innerhalb weniger Minuten. Bei See» sternen zeigten die Versuche, daß die Erfahrungen, die das Tier mittels des einen Arms gesammelt hatte, auch für seine übrigen Arme, also für das Gesamttier galten; der Seestern bildet also nicht etwa eine lockere Vergesellschaftung von fünf Ar» men, sondern eine einheitlich gesteuerte Individua» lität "—* — Atz Gute Nacht. Bon der erholenden Kraft des Schlafes. In der „Münchener Medizinischen Wochenschrift" veröffentlicht der frühere Ordinarius für innere Medizin und Nervenheilkunde an der Universität Erlangen, Professor Dr. Ludwig Robert Müller, eine eingehende Untersuchung „Ueber die erholende Kraft des Schlafes", der wir folgende allgemein interessierende Gesichtspunkte entnehmen: Die Tatsache, daß die Ermüdung durch den Schlaf überwunden wird und daß der Schlaf uns Erfrischung und Erholung verschafft, ist uns so geläufig, daß wir gar nicht darüber nachzudenken pflegen, auf welche Weise denn der Schlaf diese erquickende Wirkung erzielt. Die naheliegende Annahme, es möchte der Verbrauch von Nahrungs- stoffen für die Ermüdung und ihr Wiederersatz während des Schlafes für die Erholung verantwortlich zu machen sein, kann dadurch widerlegt werden, daß eine Ermüdung durch Nahrungsaufnahme nicht behoben wird. Im Gegenteil, nach der Mahlzeit stellt sich vielfach die Müdigkeit erst recht ein. Nach einer Anstrengung kann man so müde sein, daß man zum Essen zu müde ist und die Mahlzeit verschläft. Ohne Nahrungsaufnahme wird man nach dem Schlaf wieder frisch und leistungsfähig. Man muh zwischen Ermüdung und Erschöpfung unterscheiden. Haben wir eine übermäßige, ungewohnt große körperliche Leistung, vielleicht einen anstrengenden Gepäckmarsch hinter uns, und haben wir vielleicht vorher ungenügend gefrühstückt, so können wir infolge des Verbrauches der zur Verfügung stehenden Kraftstoffe ausgepumpt und erschöpft fein. Durch die Verabreichung von Schokolade ober süßen Himbeerwassers, also durch die Gabe von rasch resorbierbaren Kohlehydraten, wird die Erschöpfung meist rasch behoben sein. Anders bei der Ermüdung, gegen diese gibt es nur ein Heilmittel, den Schlaf. Die erholende Kraft des Schlafes ist aber sicherlich nicht nur auf die durch die Schlafbewußtlosigkeit bedingte Ruhigstellung von telbaren oder sensationellen Ergebnisse zu erwarten. Um dem Außenminister aber wenigstens etwas Freundliches zu sagen, bezeichnet Reuter Edens Besuch in Washington als das diplomatische Gegenstück zur Casablanca-Konferenz. Es sei anzunehmen, daß diese Besprechungen vor allem m i l i t a r r s ch e Fragen zum Thema haben werden. Genau das Gegenteil hiervon behauptet „Exchange Telegraph". Auch er nennt die Besprechungen Edens eine Fortsetzung und Ergänzung der Casablanca- Konferenz, meint aber, dort seien vorwiegend mili- tärische Angelegenheiten besprochen worden, während Eden jetzt die politische Seite der Beziehungen Englands zu seinen Bundesgenossen behandeln dürfte. Im übrigen versuchen sowohl Reuter als auch „Exchange Telegraph" der Oeffent- lichkeit klarzumachen, daß Eben eigentlich schon längst an der Reihe war, endlich wieder einmal eine Reise zu machen, da er im Kriege überhaupt no nicht in den Vereinigten Staaten war» während Churchill Roosevelt schon zweimal in den USA. besucht, einmal in den Küstengewässern Amerikas und zuletzt in Casablanca getroffen habe. Das soll anscheinend den Eindruck erwecken, als ob es sich bei der Reise Edens nur um eine kleine Luftver- änberuna handele, die niemand dem britischen Außenminister verübeln dürfe. Dieser Versuch, Edens plötzliche Fahrt nach Washington in einem möglichst harmlosen Licht erscheinen zu lassen, wird aber lächerlich durch den Hinweis, daß er nach Besprechungen mit Roosevelt, Hüll und anderen, vor allem auch, wie immer wieder betont wird, mit Stalins Botschafter in Washington, Litwinow, eine ausgedehnte Rundreise durch die Vereinigten Staaten unternehmen wird. Die amtlichen Stellen in Washington haben bisher noch nichts zu Edens Reise gesagt. Vielleicht ist ihnen die Angelegenheit zu unbedeutend. Sie werden damit durchaus nicht so unrecht haben, was die zu erwartenden praktischen Ergebnisse der Besprechungen betrifft. Als Symptom ist die Reise immerhin bemerkenswert. an. Deutsche Jäger schossen sechs feindliche Flugzeuge, darunter zwei viermotorige Bomber, ab. Britische Flugzeuge führten in der vergangenen Nacht einen Angriff auf westdeutsches Gebiet, vor allem gegen die Städte Essen, Bottrop und Duisburg. Die Bevölkerung hatte Verluste. Ls entstanden besonders in Wohnvierteln erhebliche Schaden. Nachtjäger und Flakartillerie schossen nach bisherigen Meldungen 2 2 Bomber ab. Acht weitere Flugzeuge verloren die Briten am gestrigen Tage über den besetzten Westgebieten und an der Kanalküste. Die deutsche Luftwaffe griff am Tage einen Hafenplah an der englischen S ü d k ü st e an und führte in der letzten Nacht mit einem Verband schwerer Kampfflugzeuge einen erneuten starken Angriff gegen das Hafen- und Industriegebiet von N e w L a st l e. Lin eignes Flugzeug ging verloren. Vor der holländischen Küste bestanden Vor- postenboote eine Reihe erfolgreicher Nachtge- fechle gegen britische Torpedo- und Artillerieschnell, boote. Sie versenkten drei Schnellboote, schossen zwei in Brand und beschädigten ein weiteres schwer. Im Kanal wehrte eine andere Vorposten- flotülle einen Angriff von zwölf feindlichen Schnellbooten ab, von denen zwei versenkt und zwei in Brand geschossen wurden. Lin eigenes Fahrzeug ist gesunken. Von beiden Seiten des Kanals griffen Fernkampfbatterien in das Gefecht ein. „Gin satanisches Geschäft." K Die Hintergründe des anglo-amerikanischen Luftterrors. S o f i a, 14. März. (DNB.) Das Regierungsblatt „Dnes' weist darauf hin, daß die gesamte englische imperialistische Politik auf das Prinzip des Busineß aufgebaut sei. „Geschäft ist alles.' Das sei der Charakterzug der Engländer und der Yankees. Hinter allem ständen bei ihnen niemals ideelle Gründe, sondern lediglich Geschäftsinteressen. Das Geschäft erfülle die Seele des angelsächsischen Menschen und stille seine Gier nach Gewinn. „Heute verfolgen wir ebenfalls die Entwicklung eines großen Geschäfts, das einen satanischen Umfang hat", fährt das Blatt fort „Die Yankees haben sich vorgenommen, die europäische Industrie z u v e r n i ch t e n und Europa nach dem Sieg ihren Trusts zu unterwerfen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedienen sie sich der Hilfe der Engländer, die bereits gezeigt haben, daß sie nicht zu Europa halten. Für die Yankees spielen Kulturdenkmäler keine Rolle, denn wenn der Kölner Dom zerstört würde, werden sie versichern, eine Kopie in Neuyork aufzubauen. Wenn aber die Münchner Pinakothek in die Luft gesprengt wird, so tut das nach amerikanischer Auffassung auch nichts, denn der modernen Maler gibt es ja genug! Das Wichtigste für sie ist, daß Europa vernichtet wird und die Ueber- bleibsel zu einem Kunden der englisch-amerikanischen Industrie gemacht werden. Nach Jahren wird der Historiker sich schämen, diefe Ereignisse schildern zu müssen. Die Wünsche der Aktionäre in Washington und London werden aber nicht in Erfüllung gehen, denn der Endsieg wird denen gehören, die die menschliche Zivilisation geschaffen und auf- gebaut haben und die es verstehen werden, sie zu beschützen." Oie britische Luftwaffe um nur 1V Prozent vermehrt. Stockholm, 14. März. (Europapreß.) Die Vermehrung der englischen Luftstreitkräfte im vergangenen Jahr hat nicht den* Erwartungen entsprochen, heißt es in einem vost dem englischen Luftfahrtministerium herausgegebenen Bericht über die Operationen des Jahres 1942. Man habe damit gerechnet, daß Me englischen Luftstreitkräfte sich mindestens um 100 Prozent erhöhen würden. Diese Hoffnungen hätten sich auf die Lieferungen aus den Bereinigten Staaten gegründet, seien aber nicht in Erfüllung gegangen. Die nach England gesandten nordamerikanischen Bombenflugzeuge hätten zum Schutz Englands an das englische Küsten - kommando abgegeben werden müssen, nord amerikanische leichte und mittelschwere Bombenflugzeuge hätten entweder nach dem Osten oder nach der Sowjetunion weitergeleitet werden müssen, und die bereits in England stationierten USA.-Flieger- dwisionen seien an die Nordafrikafront entsandt worden. Unter diesen Umständen habe sich Das gelehrige Pantoffeltierchen. Während man bei den vielzelligen niederen Tier- formen bis herab zu den Würmern schon länger eine gewisse Lernfähigkeit festgestellt hatte, hat man bisher bei den einzelligen Tieren, bei denen alle Lebensleistungen durch eine einzige Zelle vollbracht werden, keine genauen Untersuchungen gemacht. Erst in den letzten Jahren hat Professor Dr. Friedrich Alverdes an der Universität Marburg mit seinen Mitarbeitern Bramstedt und S o e ft Versuche mit Einzellern begonnen und gezeigt, daß auch diese über ein Lernvermögen verfügen. Er berichtet über seine Untersuchungen in den „Forschungen und Fort- schritten". Die niederste Form des Lernens ist die Assoziation, bei der das Individuum zwei Reize miteinander verknüpft, die mehrmals gleichzeitig oder fast gleichzeitig auftreten. Bei den einzelligen Wimper- tierchen, Vie eine Körperlänge von unter 1 mm haben, gelangen bisher 15 ^verschiedene Formen solcher Assoziationsversuche. Als Beispiel seien die Versuche an Pantoffeltierchen angeführt, bei denen es sich erwies, daß diese Tiere fähig sind, sowohl die Form wie auch die Größe bestimmter Räume zu erlernen, was schon eine höhere Leistung als eine einfache Assoziation darstellt. Zur Verfügung standen dabei fünf Glasgefäße, ein kreisförmiges von 1 cm Durchmesser, zwei gleichseitige Dreiecke von 8 und 18 mm Kantenlänge und zwei Quadrate von 8 und 10 mm Kantenlänge. Ließ man nun eins dieser Pantoffeltierchen, die häufig in fauligem Wasser zu finden sind und schon einen verwickelte- ren Bau mit organähnlichen Bildungen haben, im kleineren Dreieck schwimmen und Übertrag es nach etwa -wei Stunden in den Kreis, Jo beschränkte as will Eden in Washington? Von unserer Berliner Schriftleitung. nährung "von den starken Belastungen befreien, die thr sonst unter Umständen das Rückgrat brechen und zu innerer Zersetzung führen wurden. Mit dieser Erkenntnis steht Hoover durchaus nicht allein. Sie ist ein neuer Beweis dafür, daß auch in den Vereinigten Staaten die Bäume nicht in den Himmel wachsen, ganz abgesehen davon, daß sie den Leistungen der deutschen U-Boot-Besatzungen bas dankbar beste Zeugnis ausstellt. Wirrwarr in der USA- Kriegsproduktionsbehörde. Buenos Aires, 14.März. (Europapreß.) Die Hintergründe des wachsenden Zwistes innerhalb der USA.-Kriegsproduktionsbehörde beleuchtet die Zeitschrift „Time". Die Heeres- und Flottenmunitionsbehörde habe Friedrich E b e r st a d t vor wenigen Monaten an die Kriegsproduktionsbehörde abgegeben. Dieser habe einen Plan ausgearbeitet, wie man knappe Rohstoffe den hierfür am geeignetsten erscheinenden Fabriken zukommen lassen könne. Charles Wilson, der andere Vizedirektor der Kriegs- prodpktionsbehörde, befürchte aber die Ueberhand- nahme der Militärs und habe beschlossen, Eberstadt mit Hilfe von Donald Nelson auszubooten. Militärkreise forderten nun immer lauter den Rücktritt Nelsons und seins Ersetzung durch Bernard Baruch, der ein Freund des hinausgeworfenen Eberstadt sei. „New York Herold Tribüne" schreibt angesichts dieses Durcheinanders, weitere Zusammenstöße seien unvermeidlich, solange nicht die.Quelle des Uebels, nämlich Donald Nelson persönlich, die Treppe hinuntergestiegen sei. 1 John Pierpont Morgan gestorben. Lissabon, 13. März. (Eurovapreß.) Der nord- amerikanische Bankier John Pierpont Morgan starb im Alter von 76 Jahren- in seinem Heim in Bocagrande (Florida). Er war der Sohn seines gleichnamigen Vaters, der die Bankfirma John Pierpont Morgan & Co. gründete und mit ihrer Hilfe den Stahltrust „United-States Steel Corporation“ und den Schiffahrtstrust „International Mer- cantil Marine Company“ ins Leben rief und beherrschte. Pierpont jun. brachte seit 1914 die Kriegsanleihen der Entente-Mächte in die Zahl der England zur Verfügung stehenden i, - ___________ ... Bombenflugzeuge im vergangenen Jahr um nur die Vereinigten Staaten auf den Gebieten der Fi- 10 Prozent erhöht. 1 nanz, des Bergbaus, der Landwirtschaft und der Er- sein, daß er uns in der Nacht die Sorge und den Jammer des Tages für einige Stunden vergessen läßt. Auch dadurch trägt er zur Erholung bei. So ist es verständlich, daß wir den Menschen, die wir liebhaben, und denen wir Gutes zukommen lassen möchten, abends wünschen: „Gute Nacht" und „Schlaf gut". und erklärte es für unsinnig, mehr Leute einzuziehen, als man an die Front verschiffen könne. Auch in der Herstellung von Munition müsse man von vornherein auf den Flaschenhals in der Schiffahrt Rücksicht nehmen. Im Augenblick produziere man aufs Geratewohl, ohne daran zu denken, wieviel überhaupt verschifft werden könne. Man solle daher die Produktion, die überflüssig sei, herabsetzen uno die dadurch frei werdenden Arbeitskräfte Ge- sie dringend gebraucht werden, ndwirtschaft. Eine Revision des den USA. unter und betrieb mit Erfolg den E i iv> tritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg, als er fürchten muhte, daß die euro* päischen Westmächte im Kampf gegen Deutschland unterliegen würden. Nach dem ersten Weltkrieg hat sich das Bankhaus Morgan an der wirtschaftlichen und finanziellen Ausbeutung des zusammengebrochenen Reiches führend beteiligt und ist später wieder entschieden für die Kriegspolitik Roosevelts eingetreten. Oie Bremse der Ll-Booie. Stockholm, 14. März. (DNB.) „ßife" schreibt, die von den Deutschen auf dem Atlantik eingesetzten U-Boote müßten als Super-U--Boote bezeichnet werden. Die Technik habe einen derartigen Fortschritt gemacht, daß ein Teil der Ausrüstung der Achsengegner praktisch unmodern geworden sei. Die Super-U-Boote seien größer und schneller als gewöhnliche U-Boote und könnten schnell auf große Tiefe gehen. Es sei daher außerordentlich schwer, sie mit Wasserbomben zu vernichten. „Life" verlangt mehr Geleitschiffe. Die Verluste der Geleitzüge seien gleichsam eine riesenhafte Bremsvorrichtung an allen Offensivplänen Englands und der USA. gegen Europa. Der U-Boot-Krieg sei besonders vorteilhaft für Hitler. Mit dieser Waffe könne er seinen Feinden genügend Schäden zufügen, um dadurch eine Erweiterung ihrer Angriffe zu verhindern. Oie britischen Korvetten verfehlte Lt-Bootjäger. Rom, 15.März. (Europapreß.) Der Bau der für den Geleitschutz bestimmten Korvetten hat sich als ein Fehlschlag in den britischen Anstrengungen zur Bekämpfung der U-Boote erwiesen, stellt „Voce d'Jtalia" fest. Die von den Briten konstruierten Korvetten liefen zwar schneller als die Frachter, die sie zu bewachen haben, bei schwerem Seegang müßten sie jedoch infolge ihrer leichten Bauart auf kleine Fahrt gehen, so daß der Geleitzug seinen Weg ohne die Korvetten fortsetzen müsse, während die U-Boote fast ohne Geschwindigkeitsverlust weiter operieren könnten. Die neuen U-Boot- Typen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 Knoten hätten die Korvetten noch mehr in Nachteil versetzt. Mit ihren 18 Knoten Geschwindigkeit fönn» ten sie die U-Boote nicht mehr jagen. Wenn die Engländer eine vollwertige Waffe besitzen wollten, müßten sie nunmehr Schiffe mit mindestens 25 Knoten Geschwindigkeit bauen, die jedoch wenigstens 2000 Tonnen groß sein müßten. Diese Schiffe aber könne man nicht mehr im Serienbau Erstellen. Churchill habe deshalb bereits angekünd'igt, daß der Bau neuer Abweyrmittel gegen die U-Boote nur noch auf Kosten des Frachtschiffbaues gehen könne, Bolschewisten-Pfychofe in England. Stockholm, 14. März. (Europapreß.) Ueber die in England herrschende Bolschewisten-Psychose berichtet ein aus der englischen Hauvtstadt zurück- gekehrter Korresoondent von ^Social-Dernokraten", hie englische Oeffentlichkeit betrachte heute die Sowjetunion mit äußerst romantischen und — man könne wohl sagen — völlig wirklichkeitsfremden Augen. In allen Londoner Lichtspieltheatern liefen sowjetische Filme. Wenn einmal in den Wochenschauen in irgendeinem Zusammenhang das Bild Stalins auftauche, so rase dasselbe Publikum, das vor wenigen Jahren Stalin noch ausgepfiffen habe, vor Begeisterung. In den Buchläden gebe es schon längst keine Bücher über die Sowjetunion mehr, weil alles seit Monaten vergriffen sei. Man sammle heute in England nicht nur für das sowjetische Rote Kreuz, sondern sogar für an der Ostfront verletzte russische Pferde, deren Leiden mit überschwenglichen Worten geschildert würden. So wurde ein ganzes Volk hysterisch. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem slowakischen Staatspräsis benten Dr. Tiso das goldene Großkreuz des Deutschen Adlerordens verliehen. * Anläßlich einer längeren Dienstreise stattete der Reichsleiter für Jugenderziehung und Reichsstatthalter in Wien, Baldur von Schi r a ch, der Ersatz-Brigade der Division „Groß-Deutschland" in Koitbus einen zweitägigen Besuch ab. Als ehemaliger Angehöriger der Truppe, in deren Reihen er den Osfiziersrang erworben und am Westfeldzug teilgenommen hatte, verbrachte er im Kreise seiner früheren Kameraden und Vorgesetzten einige Stun« den und gab dem Offizierkorps aus den Erfahrun- Englands Außenminister ist über Nacht in Washington auf getaucht. Reuter beeilt sich zu versichern, daß er sich auf Einladung der USA. dorthin begeben habe. Das heißt, die Verantwortung für den Mißerfolg der Besprechungen, die Eden in Washington führen soll, versucht England von vornherein den USA.-Machthabern zuzuschieben. Daß Roosevelt sich den britischen Außenminister hat kommen lassen, entspricht durchaus den tatsächlichen Beziehungen, wie sie sich zwischen England und den Vereinigten Staaten in diesem Kriege entwickelt haben. Bei dem Versuch, der englischen Oeffentlichkeit klarzumachen, was Eden in Washington eigentlich soll, verstricken die britischen Agitationszentralen sich in Widerspräche. So erklärt der amtliche britische Pressedienst, die Notwendigkeit, die Ansichten Englands und der USA. auszutauschen, sei um so dring-- kicher geworden, als die Anti-Achsenmächte von der Defensive zur Offensive übergegangen seien. „Daher ließ seit einiger Zeit die Lage einen derartigen Besuch als wünschenswert erscheinen." Im übrigen fei, so beeilt man sich in London mit einer tiefen Verbeugung vor Moskau zu versichern, Stalin im voraus über den Besuch Edens in Washington unterrichtet worden. Mit anderen Worten: England wagt außenpolitisch keinen Schritt mehr zu unternehmen, ohne Stalin vorher davon in Kenntnis zu setzen. Eden werde, so versicherte der brittsche Pressedienst weiter, bald die Gelegenheit benutzen, den Sowjetbotschafter Litwinow aufzUsuchen. Die Besprechungen würden ein großes Feld umfassen, auch das Problem des Wiederaufbaus nach dem Kriege. Edens Besuch werde einige Wochen dauern. Man nehme an, daß er auch in Kanada vorsprechen werde. Anderer Auffassung ist Reuters diplomatischer Berichterstatter. Er behauptet, für die Besprechungen in Washington sei gar kein formelles Programm aufgestellt worden, „weil es zwischen England und den USA. keine politischen Probleme großen Ausmaßes" gebe. Aus dem gleichen Grunde — so baut Reuter heute schon vor — seien auch keine unmit- Wie bekämpft man Entstehungsbrände? oben!) mit: yolung folgen, um den frischen Eindruck beim Publikum zu befestigen. Die Studien, die stilistisch Das Handelsgesetzbuch gibt (§ 63) einem des Eintritts der Verhinderung voraus. (Nachdruck verboten.) ^1. Fortsetzung. Oer rassische Aufbau der hessen-darmfiädtischen Bevölkerung „Ich weiß nicht, was Sie damit sagen wollen, 5 Fräulein Reni. Ich habe in Köln nichts zu suchen. Aber trotzdem — ich bringe Sie sehr gern Yin . sagte er einfach. „Das heißt, wenn Sie wollen." „Angenommen. Aber warum hat sich Ihre Reise wch Essen inzwischen erledigt?-Waren Ihre Ge- schäste dort nicht so wichtig?" ' „Im Gegenteil! Lebenswichtig sogar. Ich wollte Dort die Spur eines gewissen Fräulein Reni auf- lehmen. Aber wie gesagt — das hat sich jetzt er- Glück auf, Renate! Roman von Ernst Srau. „Nein, das natürlich nicht. Ich bin im Hannoverschen zu Hause. Aber als es mir damals wahrend meiner Studienzeit so hundsmiserabel schlecht ging, da habe ich mir als Werkstudent auf Hammerkott mein Brot verdient und meine Studiengelder dazu. „Auf Hammerkott? Als Bergmann?" Immer neue Neberraschungen erlebte sie cm diesem „Ich kann mir beinahe denken, um was es Ihnen jetzt geht, Fräulein Reni —" Sie hob den Blick. Ein frohes Leuchten lag in den braunen Augen. „Sagen Sie es", bat sie, und ihre Blicke lagen fest ineinander. „Sie möchten einmal einen Blick in das Leben unter Tage tun — ist es so?" Seine Worte atmeten eine wohltuende, natürliche Zärtlichkeit, die ganz rückhaltlos und ohne Absicht zu ihr kam., „Ja", gab sie freudig zurück, und es überfiel sie überströmend wie eine heiße Welle, als sie sah, wie gut der Mann an ihrer Seite in ihren Gedanken zu. lesen wußte. „Aber ich weiß -nicht — geht es überhaupt?" „G^wiß. Wenn Sie sich mir anvertrauen wollen. Die Verantwortung übernehme ich schon. Es ist so wenig alltäglich, daß eine Frau einen solchen Wunsch äußert — Sie konnten mir keine größere Freude machen." „Und Sie werden keine Unannehmlichkeiten dadurch haben? Es ist doch offiziell verboten?" „Sie denken an Terbrüggen" Er lachte herzlic' auf. „Keine Sorge. Wir sind die besten Feinde unter der Sonne. Warum? Ja, das könnte ich Ihnen nicht einmal so genau sagen. Reine Gefühlssache. Beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Als Fachmann ist er vielleicht nicht zu übertreffen, das gestehe ich ihm gern ehrlich zu. Aber als Mensch halte ich ihn für einen nicht so ganz einwandfreien und uneigennützigen Charakter. Ihn und seinen Freund Meinders dazu." „Die beiden sind befreundet miteinander? Ich hätte eher das Gegenteil angenommen." Hellingrath hob die Schultern. Er wußte jetzt, daß Hammerkotts Tochter diese Frage gestellt hatte. „Freund ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort für dieses Verhältnis. Ich, kann eben das Gefühl nicht loswerden, daß die beiden irgend etwas Gemeinsames in ihrer Vergangenheit haben, das vielleicht nicht ganz stubenrein ist. Nun, mich geht's nichts an, uni) Sie werden das wahrscheinlich bald 0er Arbeitseinsatz muß bestätigt werden. NSG. Das Landes arbsitsamt Hessen teilt zu befestigen. Die Studien, die stilistisch auf t)er ßtnic der letzten Klavierstücke, op. 47, liegen, stellen zugleich jeweils ein technisches Problem in den Mittelpunkt des Interesses, wie den wechselnden Anteil beider Hände an der Melodielinie, die Heranziehung des dritten bis fünften Fingers zum Ak- bordspiel, die Uebung des Trillers und des figuralen Üankwerks. Don solchem Erziehunaszweck bleibt aber die künstlerische Bekenntniskraft der Stücke anberührt. Wie in den vergangenen Werken der rüngften Schaffensepoche Pfitzners macht sich auch hier die Altersklärung der Vereinfachung geltend. Roland Tenschert. sich in der Nähe des Fußbodens immer noch die beste Luft befindet. Nach Möglichkeit Fenster und Türen öffnen, damit der Qualm abzieht. Hierbei ist jedoch Vorsicht zu üben, da durch den Luftzutritt das Feuer stark angefacht werden kann. Also vorher das Löschgerät zum sofortigen Angriff bereichalten. Die Luftschutzhandspritze wirkt bei richtigem Einsatz oft Wunder. Einer hält das Strahlrohr, ein zweiter pumpt, andere tragen in Eimern Wasser herbei. Der Löschstrahl darf nicht ziellos m die Flammen gespritzt, sondern muß besonnen auf den eigentlichen Brandherd gerichtet werden. Ist Wasser nicht ausreichend oder gar nicht vorhanden, so muß versucht werden, das Feuer mit Feuerpatschen auszuschlagen oder mit Sand zu ersticken. Gelingt es nicht, das Feuer zu bekämpfen, so darf nicht gleich die Flinte ins Korn geworfen werden. Türen zum Brandraum schließen und beobachten, wie sich das Feuer weiter entwickelt. Das Uebergrekfen des Feuers in andere Räume nebenan oder ober- und unterhalb muß unter allen Umständen verhindert werden. Dazu müssen die Nachbarräume Übermacht, leicht brennbare Gegenstände in Türnähe fortgeschasst, und, wenn die Fenster im Drandraum zerstört sind, im Zimmer darüber die Vorhänge, Derdunkelungseinrichtungen usw. ent- fynt werden, damit das Feuer nicht auf das nächste Äockwerk üb ergreift In der Regel gehen bereits nach zehn Minuten die Flammen im Brandraum zurück, so daß man nun erneut einbringen und ablöschen kann. Der Einsatz der zahlreichen meldepflichtigen Männer und Frauen in den Betrieben und die weitere Zuweisung Meldepflichtiger durch das Arbeitsamt kann nur bann reibungslos vonftatten gehen, wenn die Betriebsführer die von den Zugewiesenen überbrachten Zu weisungs karten sofort mit dem Vermerk über die Einstellung ober die Mchteinstellung dem Arbeitsamt übersenden. Dies muß auch dann unverzüglich, in der siegel am gleichen Tage, geschehen, wenn die zugewiesene Arbeitskraft aus persönlichen oder betrieblichen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt di§ Arbeit ausneh- men kann. Betriebs führ er, die das Arbeitsamt nicht rechtzeitig über die Besetzung des freien Arbeitsplatzes unterrichten, hemmen den Fortgang der Aktion, weil unter Umständen weitere Meldepflichtige dem Betrieb zugewiesen werden, obwohl die Stellen bereits besetzt sind. Um den Meldepflichtigen unnötige Gänge und Enttäuschungen zu ersparen, ist es deshalb notwendig, daß die Bestätigung der Einstellung oder die Mitteilung von der Ablehnung dem Arbeitsamt noch am gleichen Tage zugesandt wird. / f Das „Kranlenqehatt" de« entlassenen Soldaten. hcn seines Gaues Einblick in die Probleme, die mit 'Ser totalen Mobilmachung der Heimat zusammen- ■)ängen. Den hohen Ausbildungsstand der Truppe gewiesen Feldübungen der Ersatz-Brigade mit den neuesten Waffen. In einer Ansprache vor der Brigade sprach der Reichsleiter über den Sinn des Ringens und den Auftrag der Division „Groß- Deutschland". Verhandlungen zwischen dem deutschen und dem ünnischen Regierungsausschuß haben zu einer Vereinbarung über den Warenverkehr im Jahre 1943 owie über den Warenverkehr zwischen den lesetzten belgischen, niederländischen und norwegischen Gebieten und Finnland geführt. Sie stellen icher, daß weiterhin die sich ergänzenden wirtschaft- ichen Kräfte beider Länder für die Kriegführung auf das wirksamste eingesetzt werden. Dies gilt sowohl für industrielle Rohstoffe, Chemikalien, Ma- fchinen usw. als auch auf landwirtschaftlichem Gebiet, wo durch die deutschen Lieferungen die finnische Ernährungslage für das Erntejahr 1942/43 nls gesichert angesehen werden kann. Andererseits konnte auch die Ausfuhr hochwertiger finnischer Rohstoffe und industrieller Erzeugnisse trotz- Der aurd) die Kriegsverhältnisse bedingten Schwierigkeiten aus beträchtlicher Höhe gehalten werden. Der japanische Ministerpräsident Tojo hat in Nanking den Staatsbesuch des Präsidenten Wangtsching- wei erwidert und ihm den Dank Japans ausgesprochen für den Kriegseintritt der nationalen Regierung gegen England und Amerika. Tojo hatte Besprechungen mit Wangtschingwai und besichtigte japanische Einrichtungen in China. berüfung zur Wehrmacht den Bestand des Veschäft tigungsverhältnisses nicht berührt. Es ruhen nur die beiderseitigen Rechte und Pflichten; sie leben erst wieder auf mit der Entlassung aus dem Wehrdienst. Im Augenblick der Entlassung, in dem der Gefolas- mann sich wieder auf seinem zivilen Arbeitsplatz meldet, hat auch die Fürsorgepflicht des Unternehmers wieder einzusetzen. Das bedeutet, daß dann auch wieder das Gehalt für sechs Wochen bei Erkrankung fällig wird, und zwar unabhängig von der während des Wehrdienstes erfolgten Betreuung. Der Angestellte hat sich auf diesen Gehaltsanspruch auch nicht anrechnen zu lassen, was er an Versehrtengeld usw. als Wehrdienftbeschädigter bekommt. selbst merken. Sie haben ja die beiden dauernd um sich." Papa hält aber sehr viel von Terbrüggen, dachte sie und hätte es in ihrem Eifer beinahe auch ausgesprochen. Die plötzliche Gefahr, sich zu verraten, jagte ihr das Blut ins Gesicht. „Wie ich gehört habe", versuchte sie, immer noch etroas unsicher, einzuwenden, „hat ihm Hammerkott eine Generalvollmacht gegeben. Das bedeutet doch, soweit ich mich darin auskenne, ein grenzenloses Vertrauen. Vielleicht tun Sie ihm also doch unrecht?" Energisch schüttelte er den Kopf. „Walter Hammerkott ist ein viel zu geradliniger Charakter, aber er chat anderseits wieder viel zu wenig übrig für uns hier auf der Zeche. Er kennt von Terbrüggen nur die glatte Außenseite und sieht nur seine Erfolge, die ihm auch niemand abstreitet. Wir, die wir unter ihm stehen, wir wissen, daß er noch ein anderes Gesicht hat. Auch Sie werden das schon noch erfahren. Doch ich will Sie an diesem schönen Nachmittag nicht mit diesen unerfreulichen Dingen behelligen. Sagen Sie mir lieber, wann Sie mit mir einfahren wollen, Können Sie sich an ein<*m der nächsten Vormittage, sagen w»r am Dienstag, auf ein paar Stunden frei machen?" „Sicher." Er sah sie etwas erstaunt an. „Sagen Sie das nicht so siegessicher, Fräulein Reni. Bei Terbrüggen kann man oas nie. Vor allem dürfen Sie gegen ihn oder Meinders nichts davon verlauten lassen. Denn nach Dem heutigen Auftritt werden vermutlich alle beide nicht sonderlich gut auf mich zu sprechen sein und würden die Sache ganz einfach verbieten ..." Er sah auf bje Uhr. »Uebri- gens — haben Sie heute lange in Köln zu tun?" Sie verstand diese Frage. „Ich fahre voraussichtlich erst morgen am spaten Abend wieder zurück — natürlich mit der Bahn", setzte sie lächelnd hinzu. „Schade —" (Fortsetzung folgt) die Tribvker in Rheinhessen, die später von den germanischen Dangionen und Nemetern in das Ober- elsaß abgedrängt wurden. Um Wiesbaden saßen die chattischen Mattiaker. Diese germanischen Stämme wurden von Cäsar aufgehalten. Es scheint durchaus möglich, daß von der keltischen Besetzung unseres 1 Gebietes, die in der Zeit von 600 bis 400 v. d. Z. , ftättfanD, Reste auch in der frühgermanischen Zeit sitzen biteben. Ferner sind auch in der etwa 300- ^ährigen Besetzung des Rhein-Main-Gebietes durch die Römer die obengenannten germanischen Stämme somatisch nicht ganz untergegangen. Waren doch die 1 Mattiaker um Wiesbaden während der ganzen Zeit der römischen Besetzung vorhanden und die frühet eingewanderten Sueben als Civitas im Zehntland am Neckar angesiedelt. Dadurch war rassenmäßig nordisch-fälisches Blut vorhanden, u. a. durch die Kelten auch teilweise ostisches und etwas dinarisches, wohl weniger westisches. Weiterer nordischer Zustrom kam, als die Alemannen etwa um 200 n. d. Z den Limes durchbrachen und das rechtsrheinische1 In der NSD.-Dozentenakademie der Universität Gießen hielt der Geograph unserer Ludoviciana Professor Dr. Klute, als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Landeskunde einen Lichtbildervortrag über das Thema „Untersuchungen über den. rassischen Aufbau der hessen-darmstädtischen Bevölkerung". Die Darlegungen des Vortragenden sind wie folgt zusammenzufassen. Das hessen-darmstädtische Gebiet war mit seinen fruchtbaren Landschaften, der Wetterau, Rheinhessen und der Rheinebene schon in vorgeschichtlicher Zeit dauernd ein Gebiet starker' Besiedlung. Wenn wir nur die wichtigsten Siedler nennen, so waren in der jüngeren Steinzeit die Bandkeramiker von bet Donau gekommen und hatten hier gesiedelt, in'der Bronzezeit die Urnenfelderleute und zwischen diesen jeweils Volker anderer Kultur als Hirten und Iägernomaden. Mit der Koberstädter Kultur, die Anklänge an die späteren Kelten hat, zeigte sich ein mehr kriegerisches Element. Die keltische Kultur hat bis zum Jahre 200 v. d. Z. hier gesessen, und um diese Zeit drangen die ersten Germanen gegen das Gebiet vor. Es waren die Sueben in der Wetterau, Gebiet besetzten, während die Romer noch etwa 150 Jahre lang das linksrheinische Ufer hielten. Schon aus dieser Zeit wissen wir, daß die Alemannen bei diesen Kriegen die Gefangenen als Hörige bei sich verwendeten, und dies war auch der Fall, als die Franken durch ihren Sieg über die Alemannen im Jahre 476 in unferm Gebiet herrschend waren und besonders in Rheinhessen - sich nieder- ließen. Nördlich der Wetterau saßen durch die ganzen Jahrhunderte. die Chatten-Hessen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nordisch-fälischen Stammes waren. Aus der Stadi Gießen. „Reich schlafen ... * Dow, das gibt es; freilich nicht in der Form/ daß man sich mit dem besten Anzug ins Bett legt, ober das durch ersparte Kleiderkartenpunkte bereicherte Sparkassenbuch unters Kopfkissen schiebt — nein, es ist sozusagen etwas Ideales. Ich hatte nämlich eine Jugendbekpnnte, die pflegte ehedem, wenn sie einmal so richtig mollig zu Bett lag, zum Lesen.zu müde, zum Schlafen noch zu wach, das Licht im Schlafzimmer brennen zu lassen. Sie nannte diesen sacht beleuchteten, zwischen Schimmer und Schlum- mer schwebenden Zustand mit einer gewissen selbst- ironie „Reich schlafen .. Beinahe hätte ich diesen reizvollen Kindskopf geheiratet; aber sie machte zur Bedingung, daß sie des öfteren „reich schlafen" dürste; und da ich lieber arm schlafe, sah ich zu viele techmsche Schwierigkeiten voraus. Und warum soll die Dunkelheit, die nächtens wohltuende, Gedanken beruhigende Dunkelheit eigentlich „arm" fein? Kurzum, ich war da anderer Ansicht; außerdem bin ich überzeugt, daß sie es sich längst abgewöhnt hat. /Von heute will ich erst gar nicht reden; denn das wäre ja noch schöner, so mit der wertvollen Stromkraft umzugehen, wenn jede ersparte Schippe voll Kohlen sich anders nützlich machen kann. Dennoch: Laßt uns einander auf den hohlen und nur teilweise plombierten Zahn des Ge- Lpd. Beim Abwurf von Brandbomben wird durch Wachsamkeit und rasches Zugreifen der Selbstschutz- kräfte in den meisten Fällen die Entstehung oder Ausbreitung eines Brandes verhindert werden. Trotzdem gibt es noch genug Fälle, in denen der Einschlag erst später entdeckt wird oder bei denen nur ein Teil abgelöscht werden kann, da die Zahl der Einschläge zu groß ober die baulichen oder be- ttieblichen Verhältnisse ungünstig sind. Man denke nur an die mittelalterliche, verschachtelte Bauweise der Altstadtgebiete vieler Großstädte, an die Hinter- Hofüberbauungen, fehlenden Brandmauern, Notwohnungen in Dachgeschossen usw. Hier erwächst für die Selbstschutzkräfte in Wohnhäusern, für den erweiterten Selbstschutz in Büro-, Geschäfts- und Lagerhäusern, für Werkluftschutzkräfte in Fabrikbetrieben und für Brandwachen in Wehrmacht- und Ver- kehrsanlagen die wichtigste Aufgabe: Planmäßige Bekämpfung von Heineren Branden (Entstehungsbrän - den), Verhinderung von Großdsrän- den und Brandübertragungen von Haus zu Haus mit allen Mitteln! Die anfängliche Scheu vor einem ungewohnten Feuer muß dabei überwunden werden und tatkräf- tigem Einsatz weichen. Die Bekämpfung des Feuers ist aus möglichst geringer Entfernung vom Brandherd vorzunehmen. Zum Schutz gegen Rauch und Hitze benutze man die Volksgasmaske ober ein an= gefeuchtetes Tuch vor Mund und Nase. Außerdem gehe man tief gebückt in den Brandraum vor, da Aus dieser Sachlage hat das Reichsarbeitsgericht (RAG. 104/42) eine Folgerung zugunsten der Wehrmachtangehörigen gezogen. Ein Wehrmachtangehöriger, her bei der Wehrmacht erkrankt war, wurde wegen unverschuldeter Dienstunfähigkeit aus der Wehrmacht entlassen. Seine ärztliche Behandlung muhte aber weiterhin erfolgen. Infolgedessen war der Angestellte nicht in der Lage, sofort wieder in seinem Zivilberuf die Arbeit auszunehmen. Er meldete sich jedoch bei seinem Arbeitgeber zurück und beanspruchte die Zahlung des Gehaltes für sechs Wochen auf Grund der erwähnten gesetzlichen Bestimmung. Es kam darüber zu einem Rechtsstreit, bei dem der Angestellte mit feinem Anspruch in allen Instanzen durchdrang. Das Reichsarbeitsgericht stellt fest, daß die (Ein« Manne. Welch ein zäher Wille, welche Fülle an Kraft mußten dahinter stehen, wenn er Das alles auf sich genommen und dabei sein Ziel nicht aus den Augen verloren hatte. Er sah, wie seine Worte sie bewegten und nickte ihr mit frohem Lächeln zu. „Ja, als ganz gewöhnlicher Kumpel habe ich dort unten gestanden. Tag für Tag zwei lange Jahre hindurch. Und jeden entbehrlichen Pfennig auf Pfennig beiseitegelegt. Glauben Sie mir, Fräulein Reni, ich weiß heute, was es heißt, unter Tage arbeiten zu müssen. Kein Mensch verdient sich fein Brot so schwer und unter so vielen Gefahren, wie der Bergmann, der unten vor der Kohle liegt." Sie fand im Augenblick nicht gleich die rechte Antwort. Wie wertlos und unwichtig erschien ihr vor diesen einfachen Worten ihr eigenes Tun, mit Dem sie bisher ihre Tage ausgefüllt hatte. „Es hätte sich doch aber vielleicht auch eine leichtere Arbeit für Sie gefunden?" sagte sie verlegen i^nb empfand gleichzeitig das Bangle ihrer Worte. „Mag sein", nickt er. „Warum nicht. Aber gerade dieser Arbeit verdanke ich etwas, was ich heute allen meinen Kollegen voraus habe: ich kenne Die Menschen, Die jetzt unter mir arbeiten, ich kenne ihr Denken, kenne ihre Seele, ihr ganzes Wesen und Sein. In Diesen Jahren gemeinsamer Arbeit bin ich einer Der ihren geworden. Und ich bin es heute noch. Auch wenn ich heute chr Vorgesetzter bin." Wieder war es eine Weile still zwischen ihnen, während sie auf der glatten Straße rasch dahin- qlitten. „Ich habe eine große Bitte an Sie, Herr Hellmg- rath", sagte sie nach dieser Pause, und wie aus einem tiefen Sinnen heraus. Er vernehm sofort den scheuen, etwas befangenen Ton, der über diesen Worten lag unb wußte, was sie in Diesem Augenblick bewegte. Er ließ den „Laubfrosch" in ein gemächlicheres Tempo fallen und wendete sich zu ihr hinüber, die wieder tn Gedanken versunken geradeaus sah. Der Vortragende vertrat dann Die Ansicht, daß auch in Der alemannischen und fränkischen Zeit Reste Der gallo-romanischen Bevölkerung sitzengeblieben seien, und Durch diese fei im wesentlichen Das raf« sisch-dunklere Element schon damals in Der Bevölkerung vorhanden gewesen. Wenn diese, ursprünglich als Hörige verwendeten nichtgermanischen Volks- te'ile auch anfänglich nicht so zahlreich gewesen sein mögen und auch nicht in Den fränkischen Reihen- gräbem auftreten, so waren sie Doch vorhanden und gaben weiterhin Den dunklen Einschlag in unserer Bevölkerung. Slawische Einwanderung, wie sie etwa in Thüringen und dem oberen Maingebiet vorhanden ist, und Damit neue ostische Zuwanderung, ist im Mittelalter für unser Gebiet kaum nachweisbar. Daß Die dunklen Volksteile etwa durch Einwanderungen Der Hugenotten oder Der Schweizer, Die nach Dem 30jährigen Kriege in einigen Dörfern des Odenwaldes nachzuweisen sind, yervorge- rufen wurden, erscheint unmöglich. Da beide Einwanderungen zahlenmäßig viel zu gering waren. Der Vortragende zeigte die Verbreitung blonder, brauner und schwarzer Typen anhand einer Karte, welche Die Haar- und Augenfarbe von 85 000 Schulkindern von 6 bis 14 Jahren wiebergab, und zwar nur in dörflichen Gemeinden, die gegenüber Den Städten das rassische Erbgut besser erhalten haben. In einer größeren Zahl Lichtbilder wurden möglichst reine Typen aus allen drei Provinzen sowohl der nordischen, wie auch der Mischen, ostischen, dinarischen und westischen Rasse gezeigt. Auf einer Konferenz der Auslandspresse in Tokio gab Der Sprecher Der Regierung Die Unterzeichnung des Abkommens zwischen Japan und China bekannt, wonach die Rückgabe Der japanischen Konzessionen bzw. Sonderrechte in China bereits am 30. März dieses Jahres verwirklicht wird. I Der Kommandeur Des rumänischen Arbeitsdienstes, Generaladjutant Palangeanu, weilt auf Einladung Des Reichsarbeitsführers, in Deutschland. Er besichtigte einen Lehrgang für rumänische Ar- beitsdienstftihrer. Die Anregungen für ihre spätere Erziehungsarbeit an der rumänischen Jugend erhalten. * Der von Der bulgarischen Regierung geplante Heiratszwang für alle Junggesellen bis zum 50. Lebensjahr ist aus Dem vom Parlament angenommenen Gesetz zur Förderung Des Kinderpeichtums heraus- gestrlchen worben. Das Geseß sieht jedoch Die Unter« ftützung kinderreicher Familien und Die Förderung der Eheschließungen aus Mitteln der neuen Jung- tjefeöenfteuer vor. Kunst und Wistenschast. Tttls Petersen gestorben. Der dänische Schriftsteller Nils Petersen ist in Seiner jütländi chen Heimat im Alter von 45 Jahren i ejeftorben. Petersen gehörte einmal zu Den Hoff- | üiungen der jungen dänischen Literatur, als er vor H5 Jahren mit seiner „Sand alsnmacher- ; y a f f e" herauskam, einem Roman, der im alten Rom spielt und gleich ein Welterfolg war. Aber Petersen hatte nicht das Sitzfleischs seine starke Begabung in fleißiger Arbeit sich ausmirten zu lassen. Er war ein letzter Nachfahr Der 23agantenDid)ter, öes „Erzpoeten", dem seine ganze Liebe gehörte. Nach der „Sandaienmachergasse" ist nur gelegentlich etwas von ihm erschienen, .nie mehr ein großer Wurf. Der Roman „Verschüttete Milch" ist in (feiner Formung fragmentarisch. Gedichte und Novellen sind Beweise seines großen Talents, aber nicht mehr. Petersens „Sandalenmachergasse"^ ist auch in deutscher Uebersetzung erschienen. Jteue Klavierstücke von Pfihner. äbrigt" Seine Antwort gefiel ihr. „Finden Sie nicht, daß Sie das auf Hammerkott viel bequemer hätten haben können? Warum wählen Sie eigentlich nicht im Beamtenhaus? Sie hatte sich bisher gescheut, noch einmal Danach Bu- fragen, Denn sie fürchtete Die 2lntmort. Nur Die Verheirateten wohnten ja außerhalb. Aber jetzt fiel Diefe Frage ganz wie von selbst. I„Ja — Fräulein Reni — ich Darf Sie doch so nennen, ja?" UnD auf ihr Nicken fortfahrenD: ,Sehen Sie, ich bin nun schon einmal ein anhang- icher Meüsch. Ich hatte früher schon einmal Drüben | in der Kolonie gewohnt und Da —" „Früher?" fragte sie verwundert. „Sind Sie hier n Hammerkott ausgewachsen?" wissens fühlen. Ich sah neulich eine Frau, die „reich" bügelte. Während sie nämlich ihr Bügeleisen zischend über einen Kragen gleiten ließ und irgend einem zarten Gewebe die duftigen Kummerfalten vertrieb, muhte Das Rundfunkgerät eine Klaviersonate von Beethoven Darüberstreuen. War es nicht Die Mondscheinsonate, junge Frau? Ober nicht Doch Die Bügelsonate? In Der Musik rangen alle ernsten und heiteren Lebensmächte miteinander; Der Mondschein Dämmerte mit allen Rätseln ... Frau Ppsilon aber bügelte Herrn Beethoven zu Tode und den Hemd- freigen ihres Sohnes spiegelglatt. Später kam Frau Zett und berichtete über Den letzten Stand Der Marktgemüse; cs war eine Unterhaltung, wie sie Ä Hausfrauen durchaus ersprießlich sein kann, uhte — so erhebt sich Die Frage Des bekümmerten Zeitgenossen, Der hier einen Standpunkt wahrzunehmen hat — Dieses Korridorgespräch durchaus „reich" sein? Mußte im Zimmer Drinnen Der Herr Mozart höchstpersönlich aus dem Rundfunkgerät dringen, von niemand wahrgenommen als von den geschälten Kartoffeln und einem schon leise Jengerid) riechenden Bügeleisen? „Reich" bügeln, „reich" kochen, „reich" plaudern, „reich" staubsaugen ... es gibt noch so viele Varianten merkwürdiger Lebensgewohnheiten; aber eins, ihr lieben Gefährten und Gefährtinnen dieser Zeit, wollen wir bedenken: Seid reich an Gemüt und Nettigkeit, aber sparsam, sparsam mit dem «Strom; Denn jede ersparte Schippe voll Kohlen ... (Siehe ' ’ O. W. Friedrich Wührer, dem Hans Pfitzners neuestes Werk, sechs Studien für das Piano forte, op. 51, zugeeignet ist, hob in Der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Diese jünßste Komposition Des Mei- i rters in dessen Anwesenheit aus Der Taufe und ließ Der Wiedergabe nach der Pause gleich eine Wieder- Das Handelsgesetzbuch gibt (§ 63) einem Angestellten, Der durch unverschuldetes Unglück an Der Leistung seiner Dienste verhindert wiro, Anspruch auf Fortzahlung seiner Bezüge für sechs Wochen. Der Anspruch ist unabhängig davon, ob Die Erkrankung jfber das Unglück mit Der Dienstverrichtung im Zusammenhang steht oder nicht. Er setzt nur das Bestehen Des Dienstverhältnisses zur Zeit Gloria-Palast: „Du gehörst zu mir*. Das dreiaktige Theaterstück „Das letzte Abenteuer" von Alexander Marai, das wir vor kurzem hier auf der Bühne sahen, ist nach dem Drehbuch von Walter von Hollander und Richard Riedel in einen Film verwandelt und, wie man gleich zusammenfassend hinzufügen darf, erfreulich vereinfacht und unter Weglassung überflüssiger Komplikationen und verdunkelnden, andeutenden und retardierenden Rankenwerkes auf jenes Grundproblem ausgerichtet worden, das den Film neuerdings so nachhaltig beschäftigt: in der „Geliebten Welt" war es 'her Generaldirektor und große Industrielle, hier ist es der berühmte Arzt, der vor lauter Beruf keine Zeit für feine Frau findet. Obwohl er eine sympathische und neuzeitliche Ganzheitsbetrachtung empfiehlt und dafür plädiert, daß sich der Arzt nicht nur um seine Patienten, sondern auch um die Gesunden zu kümmern habe, muß es erst dahin kommen, daß seine Frau, schon im Begriffe, ihn mit seinem ersten Assistenten für immer zu verlassen, schwer erkrankt und selber seine Patientin wird; durch die ärztliche Kunst ihres Mannes gerettet, beginnt sie daran zu glauben, daß seine Liebe sie immer begleiten und umgeben wird, auch wenn er, wie so oft, zu spät aus der Klinik kommt oder allzu früh wieder von daheim fort muß. Der Film endet mit einer klaren und versöhnlichen Lösung, an deren spätere Bewährung und Beständigkeit zu glauben freilich dem Empfinden jedes Besuchers überlassen bleiben muß. Der Spielleiter Gerhard Lamprecht hat sich alle räumlichen Ausweitungsmöglichkeiten, die der Film vor dem Theater voraus hat, zunutze gemacht, im übrigen aber auch sich viel Zeit gelassen mit Ausmalung, Anspielung, betonten Pausen und deutlichen Symbolwirkungen. Lotte Koch gibt die Frau mit einer schönen, einprägsamen Intensität des Gefühls und dürfte mit ihren sparsamen Mitteln die Sympathien vieler Besucherinnen in diesem Konflikt auf ihrer Seite haben. Birgel in seiner männlichen Sachlichkeit und seiner noblen, herren- mäßigen Haltung war für die Rolle des bedeutenden, ganz in seiner Arbeit aufgehenden Chirurgen der gegebene Darsteller. Viktor St aal, als Assistent, anfangs etwas spröde und farblos, wirkt später in der Verhaltenheit seines bedrängten Gefühls recht überzeugend. Im großen Ensemble heben sich Paul Bildt und Erika von Thellmann (mit einer humorvoll getonten Randfigur) heraus. — (Ufa.) Im Vorprogramm sieht man die neue Wochenschau, eine aktuelle Luftschutzbelehrung und einen gut geratenen Farbenfilm mit hübschen Aufnahmen aus der märkischen Landschaft. Hans Thyriot. Kür unsere Verwundeten. Die RS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" führte im Lause der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" tzn Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Mit der Vortrags- solge „Frühlings-Erwachen" wurden die -Verwundeten in zwei Lazaretten erfreut. Die Konzertsängerin Erna Stoll (Alt) sang Frühlingsfieder von Schubert, Brahms und H. Wolf. Ottfried Ries (Violine) brachte in Begleitung von Gisela Sott (Klavier) Konzertstücke zum Vorttag. Frühlings- gedichte von Uhland, Goethe und Claudius brachte ie Sprecherin Gerda Vachfeld zu Gehör. — Eine große Zahl Verwundeter nahm an einer Veranstaltung „Zwei frohe Stunden" der Studenten-Kom- panie (Mediziner) teil. Die Kapelle mtt Harra (Violine), Adami (Akkordeon), d'Brahe (Gitarre), Ortwein (Zupfbaß), Helms (Schlagzeug), am Flügel Carstens spielte frohe Melodien und Tänze, darunter auch eigne Kompositionen von Carstens. Fräulein Leonore Humburg vom Theater der Universitätsstadt Gießen hatte sich als Gast in den Dienst der guten Sache gestellt und zeigte ihre Kunst in verschiedenen Tanzaufführungen. Als Exzentriker trat stud. med. Haymach auf, stud. med. Kulas erfreute durch seine Parodien. Großen Lacherfolg hatte stud. med. Ammonn, der den komischen und humoristischen Teil übernommen hatte. Die Ansage besorgte stud. med. Feustel. — Ein Schulungskursus für Versehrte veranstaltete eine Schlußfeier. Eine Gruppe des BDM. unter Leitung der BDM.-Füh- rerin Adolph unterhielt mit Lied und Lesung. Die Kreisfrauenschaft hatte Kuchen zur Verfügung gestellt, während die RSV.-Kreisamtsleitung mit Liebesgaben erfreute. Die schönen Stunden werden den in ihren Beruf zurückkehrenden Versehrten, in guter Erinnerung bleiben. — In einem Lazarett hielt Professor Dr. Wehekind (Marburg) einen lehrreichen Vortrag über das Thema: „Der Kamps um das Erdöl." Heber „Die englischen Soldaten und ihre Führet sprach Professor Dr. Vollrath (Gießen) in einem Lazarett. Die Verwundeten folgten aufmerksanl dem interessanten Vortrag. — Zu den Vorstellungen im Laufe der Woche hatte die Intendanz des Theaters der Universitätsstadt Gießen wieder Verwundete eingeladen. Entlassung in der Langemarckschule. Am Samstag fand in der Langemarckschule eine schlichte Entlassungsfeier der Abiturienten und der Luftwaffenhelfer der Jahrgänge 1926/27 in Anwesenheit je eines Vertreters der Luftwaffe und der Polizei sowie in Gegenwart der Elternschaft statt. Oberstudiendirektor Ä n g e l b e r g e r richtete nach herzlicher Begrüßung packende Mahnworte an die scheidend en Ab iturienten, die nun ihren 38 schon entlassenen Kameraden im Ehrendienst für das Vaterland und im Kampf für Deutschlands Freiheit Nachfolgen. Sie sollten dem Namen Langemarck, der reich an Verpflichtung sei, und wohlvorbereitet durch die Schule dem stolzen Ideal des deutschen Soldaten jederzeit Ehre machen, getreu dem Wahlspruch: Seid furchtlos und treu, treu gegenüber Schule, Elternhaus, deutscher Art, Gott, Führer und Volk! Aus der Stiftung eines ehemaligen 'Schülers, des Sanitätsrates Dr. Becker (Sprendlingen), konnte der Leiter der Anstalt einige Abiturienten wegen hervorragender Leistung und Haltung mit' Buchpreisen auszeichnen. Nach der Verabschiedung der Abitu- rienten wandte sich Oberstudiendirektor Angel- berger an die Luftwaffenhelfer unb forderte sie auf, iin diesem totalen Kriege, der die geballte Kraft des gesamten deutschen Volttrs zur Erringung des Sieges verlange, ihre Doppelaufgabe als Luftwaf- fenhelser der Heimat und weiterhin als schulisch Betreute mustergültig zu erfüllen, zum Schutze der Heimat und eingedenk der Tatsache, daß aus ihren Reihen vollwertiger Nachwuchs der geistig führenden .Schichten erstehe. Im einzelnen gaben dann die Vertreter der Luftwaffe und der Polizei Richtlinien über die Unterbringung, Verpflegung und Dienstleistung der Luftwaffenhelfer. Eine Aussprache mit den Eltern schloß sich an. Die Feier, die von musikalischen Darbietungen und Vorträgen in gebundener und ungebundener Rede umraljmt war, hinterließ einen starken Eindruck. Verdunkelungszeit: 15. März von 19.25 bis 6.07 Uhr. er Wind trieb Montag,fsie ein Feuerchen, beachtete dabei aber nicht, daß kn der Nähe eine Fichtenschonung war. Der Wind trieb die Flammen dem Melde zu, wobei mehrere Morgen des jungen Fichten b.e st andes vernichtet wurden. Ein gehöriger Denkzettel dürfte für die Frau, die den Brand durch ihren Leichtsinn verschuldet hat, nicht ausbleiben. 78 Bahre aff. Am heutigen 15. März, vollendet Frau Katharine Schmitt Wwe., geb. Sinn, Friedensstraße 19, ihr 75. Lebensjahr in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Herzlichen Glückwunsch. ** Anja Rau, die jugendliche Salondame des Theaters der Universitätsstadt Gießen, gastierte in Bremen auf Einladung von Schauspieldirektor Tau- nert als Gigetta in der Uraufführung der Komödie „Die fremde Jacht" von Milan Begovic. ** Gießener Vortragsring. Im Rahmen des Gießener Vortragsringes (Kulturelle Der-' einigung, Goethe-Bund und Dolksbildungsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch FreUde") wird am heutigen Montag Robert Henfeling in einem Licht- bilderoortrag über das Thema „Don Sännen und Atomen" sprechen. ** Handarbeitsgarne auf einen halben Punkt. Nach dem Katalog zur 4. Reichskleiderkarte ist für Handarbeitsgarne in metrischen und Gewichtsaufmachungen unter 50 g (mit Ausnahme von abgepacktem Material) bei Lieferungen an Verbraucher bis je 60 Rpf. Kleinverkaufsvreis 1 Punkt zu berechnen. Die Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete teilt hierzu mit, daß für Verkäufe dieser Handarbeitsgarne an Verbraucher bis zu 0,30 RM. Ladenverkaufspreis ein halber Punkt berechnet werden darf. Aus der engere« Heimat. Landkreis Gießen. A Kesfelbach, 14.März. Die Spar- und Vorschußkasse hielt am Samstag ihre ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß im Jahre 1942 eine 30prozentige Steigerung der Einlagen und der Bilanzsumme zu verzeichnen war. Die Bilanzsumme beträgt jetzt 1 887 447 RM. An Stelle des verstorbenen Aufsichtsratsmitglieds Schäfer wurde Genossenschaftsrechner Dietz in den Aufsichtsrat gewählt. Nach Erledigung der Tagesordnung fand eine Ehrung des verdienstvollen Rechners Jakob Becker statt, der die Kasse jetzt 25 Jahre verwaltet. Dorslandsmitglied S ch o m b e r II. würdigte die großen Verdienste des Jubilars, dem der Aufstieg der Spar- und Vorschußkasse alleih zu verdanken sei, und überreichte Becker ein Geschenk. Kreisstellenleiter Hartmann überbrachte die Glückwünsche des Ländlichen Genossenschaftsverbandes, dessen Ausschuß Becker lange Jahre angehörte, und überreichte dem im ganzen Hessenland als vorbildlichen Genossenschaftler bekannten und geschätzten Jubilar die Verbandsehrenkunde für langjährige treue Dienste. Herr Hartmann überbrachte auch die Glückwünsche der Volksbank Gießen, deren Aufsichtsrat Rechner Becker seit langen Jahren angehört. Die Feierstunde klang aus in' dem Wunsche, das es Rechner Becker noch lange Jahre vergönnt sein möge, die Spar- und Dorschußkasse Kesselbach in der seither gewohnten Weise zu führen. Todessturz durch scheuende Pferde. Lpd. Büdingen, 14. März. Bei der Rückkehr vom Feld mit der Ackerwalze, auf der der 17jährige Herbert Klink aus Calbach saß, gingen die Pferde durch. Die Tiere rannten mit der schweren Walze über einen Straßengraben, wobei der Junge von feinem Sitz geschleudert und auf der Stelle getötet wurde. Leichtsinn beim Abbrennen von rvieseugrcjsern. > Lpd. Schotten, 14. März. Auf einer Wiese bei Sichenhausen wollte eine Frau altes Gras durch Feuer vernichten. Zu diesem Zwecke entfachte G. A -Sport. Vom Fußball. Cuffroaffen-Sporfoeretn Gießen — Viktoria Vidda 11:0 (7:0). Viktoria Nidda hatte gestern die Verpflichtung, gegen den LSV. Gießen das während der Meisterschaftsrunde angesetzte Spiel in Form eines Freundschaftsspieles nachzuholen. Auf Niddas Wunsch wurde dieses Spiel gleichzeitig als Kriegserinnerungsspiel gewertet. Für die Meisterschaft in der Gruppe Wetterau haben sich also keinerlei Veränderungen ergeben. In diesrr führt nach wie vor der Luftwaffen- Sportverein vor dem VfB.-R. Gießen. Da nach-der Entscheidung des Gaufachwartes das Spiel Büdingen — VfB.-R. wegen Nichtantretens des VfB.-R. für Büdingen als gewonnen gewertet wurde, hat VfB.-R. 5, des LSV. 4 Verlustpunkte. Damit ist praktisch die Meisterschaft entschieden, zumal der LSV. seine sämtlichen Spielverpflichtungen erfüllt hat. Noch ist nicht bekannt, wie die Aufstiegsspiele zur Gauklasse durchgeführt werden. In jedem Falls aber ist der Kreis Wetterau durch den LSV. gut vertreten. Die Mannschaft hat wohl einige Schwächen überwinden müssen, zeigte aber gestern wieder ansprechende Leistungen. Bis zur Pause gelang es den Fliegern, sieben Tore zu treten, Nidda verteidigte stark, und es gelang ihm nur selten, aus der eigenen Hälfte herauszukommen. Nach dem Seitenwechsel spielte Nidda mit dem starken Wind im Rücken» Es gelang ihm aber nicht, diesen Vorteil auszus werten. Dagegen konnte der LSD. das Endergebnis von 11:0 Herstellen. In der Mannschaft des LSV. sah man wieder einige neue Leute. Erstmals versuchte sich Müller im Sturm. Man hat den Eindruck, daß sein Platz doch in der Läuferreihe wäre. Die neuen Leute konnten gut gefallen. Bei einigen weiteren Spielen wird die Mannschaft wieder in der seither gewohnten Spielform sein. Kurze Sportnotizen. Ein Veteran der Schwerathletik. Am 15. März begeht der Pionier des Schwerathlettk- Sports Ludwig Sälzer in Bingen feinen 65» Geburtstag. Sälzer hat sich vor 50 Jahren in Gießen bei dem damaligen, „I. Kraft- und Spoüb» Club 1893" dem Sport des Ringens, Gewichthebens und Gewichtjonglierens zugewandt und ist feifbent ein eifriger Förderer des Schwerathletik-Sports ge-- blieben. Das Hallenhandballturnier inFrank- furt a. M. endete gestern mit dem überraschenden Sieg der Frankfurter Flak, die im-Endspiel den Tv. Griesheim 7:6 bezwang und damit dsn Wanderpreis des Gausportführers gewann. Meister Ord- nungspLüzei Frankfurt sowie LSD. Wiesbaden, TG. Offenbach und DG. Dietzenbach blieben vorzeitig auf der Strecke. Houptfchrtftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de- Hauptschriftleiters: Ernst Vlumschcin. Verantwortlich für Politik und VUder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Tkidriot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein Truck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G. \ Derlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hanc- Beck. Anzetgenpreisliste Nr. 6. Am 18. Märt ist unser liebes Kind, Enkel- chen, Nichtchen, Cousinchen und Patchen Erika im Alter von 2 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit von uns gegangen. In tiefer Trauer: Josef Langhans und Frau Marie Langhans Karl Langhans und Frau. Gießen, Radonitz (Sudetengau), den 15. März 1943. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. März 1943, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ,________________’__01692 Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden beim Heimaanc unserer lieben Mutter Jlarle Schwing;, geb. Franz sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Trommershausen für die tröstenden Worte am Grabe, u. allen, die unserer lieben Mutter die letzte Ehre erwiesen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Annß Odenwälder, geb. Schwing. Gießen, den 15. März 1943. 013M Danksagung. Für die vielen Beweise [BSsj herzlicher Anteilnahme an dem schmerz- liehen Verlust, den wir durch den Heldentod meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers, Paten und Onkels Wilh. Zöller, Grenadier, erlitten haben, sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Keusch für die trostreichen Worte bei der Gedächtnisfeier. im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Zöller, geb. Preis und Kipder. Leihgestern, im März 1943. 01688 Meine, liebe, treubesorgte Mutter, unsere Schwiegermutter u. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Elisabeths Kreiling, öeb. Reascblinß ist nach einem arbeits- und sorgenvollen Leben am Sonntagvormittag, im Alter von 63 Jahren, von ihrem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst worden. In tiefer Trauer: Familie Paul Kreiling Frau Gretchen Kreiling, geb. Rinn und alle Verwandten. Heuchelheim-Gießen, Darmstadt upd Frankfurt, den 15. März 1943. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 16. März, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Ludwigstraße 1, aus statt. 803o Oeffentliche Mahnung. Die 12. Rate Grundsteuer 1942 wird hiermit Sur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung emgeleitet werden muß. [86iC Gießen, den 15. März 1943. Der Oberbürgermeister (Stadtkasse). 862D/ | Verkäufe | z. iute »em Mündlich können Sieesnurveaigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sieesnllen Fa. MehrFreude an der Natur durch Äermühler-Bücher! Silberne Nadel .Samstagabend in d. Karserallee verloren. Ehrl. Finder w. gebeten, diese geg. Belohnung auf d. Fundbüro abzugeben, oieoi Mit großer Freude und Dankbarkeit geben wir die Geburt unseres Töchterchens Monika bekannt MargotZimmer,geb.Kübel Arnold Zimmer Hauptmann der Luftwaffe Neu-Brandenburg den 24. Februar 1943 Siegertstraße 3 Für erwiesene Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich der' Geburt unseres Herbert danken herzlichst Willy Hofmann und Frau Erna, geb. Wecht Gießen, im März 1943 __________' ___________01686/ Trächtiges Rind (Rotscheck) verkauf. [bdoD Annerod, Abzug, geg. m Belohn, auf bi Fundbüro. Ein eigenes Haus Jetzt durch steuerbegünstigtes Bausparen plBnmÄfjig vorbereltehl Verlangen Sie kostenlos den Ratgeber W von Deutschlands größter Bausparkasse Behörde sucht männliche oder weibliche Hillskraft für leichte Tätigkeit, ganz- oder halbtägig. Schreibmaschine und Stenographie nicht erforderlich. Einstellung über das Arbeitsamt. Bewerbungen unter 866D an den Gießener Anzeiger erb. MtSvevtettunsr Am Dienstag, 16. März 1943, werden beliefert von: Bunter l 01685 GMoiMol am Mittwochabend i.Theater abhandengekommen- tisenfässer auch einzelne, gesucht. W. Jancke Schädlingsgroßbekämpfung WolfstraßB 18 01087 Rn! 44öS .. 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[Verschiedenes | Dunkelrote KindeFStriGKjacke auf dem Wege von Goethe- schule nach Wetzlarer Weg verloren. Wieüerbr. erhält Belohn. [01693 Rosenbach, Wetzlar.Weg 65. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heü Äatzeitung, den UmrÄiMlHi “ Schuhcreme eii >• ittGuHolin Heute Montag den 15. März 1943,19.30 Uhr, in Gießen, Gloria-Palast *7e5tlicliQ5 Vatiete Mitwirkende: Lamouret, der berühmte Parodist mit seiner Ente „Dudula“ - Duo Cereda, die große akrobatische Tanzsensation - Reny Jensen, die beliebte Sopranistin vom Kabarett der Komiker-Die3Rhythmas, das herrliche Gesangs- und Musikal-Trio - Dorothee- Ramon, das moderne Tanzpaar - Kurt Grundmann, der originelle sächsische Komiker - «Carla - Sydow- Ballett, die herrliche Tanzschhu ' Eintritt: RM. 3.60, 2.80, 2.20,1.30,. Karten im Vorverkauf in der NSG.-„Kraft durch Freude“, Gießen, Seltersweg 60, Fernruf 3961. -■ ___________840 D Die Deutsche Mslront HA NSG. M durch Freude Kreis dienststeile Wetterau GiefeenerVortragsring Kulturelle Vereinigung / Goethe-Bund Volksbildungsstätte Gießen dfcr NSG. „Kraft durch Freude“ Montag, den 15. März 1943, abends 7.30 Uhr Neue Aula der Universität1 [813jj Lichtbilder-Vortrag von Robert Henseling Von Sonnen und Atomen Kartenverkauf Saalkasse. Ein Bavaria-Film mit ■ . Joe Stöckel, Alice Treff, Trude Hesterberg, Charlott Daudert, Margot Hielscher, Kurt Müller-Graf, Josef Eichheim Musik: Leo Leux - Regie: Adolf Schlyßleder Produktionsleitung: Oskar Marion Ein erfolgreicher Bilhncnschwank, mit vergnügter Laune ver- jllmt — das lockt auch den Griesgrämigsten ins Lichtspielhaus Kulturfilm / Wochenschau Heute Montag Erstaufführung Lichtspielhaus Tägl. 2.30, 4,45, 7.30 So. 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugendliche haben keinen Zutritt. Gloria-Palast Orst.eUll"ßf heutc abend 7.30 Uhr «illt aus! (KdF.■Vera«**1