193. Jahrgang Nr. 86 Erscheint täglich, nutzer sonntags und Feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.,.. .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.23 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlust 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Gietzener Anzeiger ««.rLLÄE-..,. General-Anzeiger für Oberhessen «letzen,S§chulstratze7-Y * Montag.l2.NprlIl44L Annahme von Anzeigen für bie Mittagsnummer bis 81/» Uhr desBormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, . Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°»mehr Oer kategorische Imperativ der Stunde. Die Rede, die Reichsminister Dr. G o e b b e l s am Freitag in Essen hielt, wird zweifellos in allen luftgefährdeten Gauen Großdeutschlands ein starkes Echo finden. Der Lustkrieg hat den alten Front- degrifs längst über den Haufen geworfen und weite Gebiete des Reiches bis in fein Herz hinein der Front einverleibt. Dies ist uns gerdae in den letzten Wochen erneut zum Bewußtsein gekommen. Deshalb ist die Entschlossenheit und Härte, mit der die deutsche Bolksgemeinschaft in der Heimat den britischen und amerikanischen Luftpiraten im Nordwesten und Westen des Reiches antwortet, dieselbe, wie die unserer Soldaten an der Ostfront, in Afrika und auf allen Weltmeeren. Für jeden Deutschen gilt er in diesen Stunden dec^Geführ, in solidarischer Verbundenheit mit allen Volksgenossen durch persönlichen Einsatz seinen Mann zu stehen. Immer wieder erleben wir, was die Künder des deutschen Idealismus seit vier Menschenaltern unserem Volke lehrten und was die nationalsozialistische Bewegung während der letzten zehn Jahre an Manneszucht und Pflichterfüllung allen Volksschichten anerzog. Der kategorische Imperativ erlebt heute wie nie seine Bewährung: „Handele so, daß die Maxime deines Handelns gleichzeitig als Grundsatz einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kann." Ohne Unterschied des Alters, des Geschlechts und des Standes setzt sich jeder für die Volksgemeinschaft ein. Die Feinde sollen es wissen und erfahren: Wie es für uns nur einen totalen Krieg gibt, so gibt es nur eine unteilbare Front. Das Wesen des Luftkriegs bringt es mit sich, daß durch ihn bald diese und bald jene Ortschaft, bald diese und jene Stadt, bald das Küstengebiet oder ein Jndustrierevier, bald das flache Land und bald unsere Großstädte heimgesucht werden. Jeder von uns weiß längst, was die Feinde damit bezwecken. Sie wollen die Heimatfront erschüttern. Sie täuschen sich und «irren gründlich. Die Gefühle, die von den anglo»amerikanischen Mordtaten gegen die Zivilbevölkerung ausgelöst werden, sind ganz anderer Art, als sich die Engländer und Nordamerikaner träumen. Nirgends herrscht Kleinmut, Schwäche, Verzagtheit, Hoffnungs« losigkeit oder gar Verzweiflung, aber überall Empörung, Verachtung und Haß, Hartnäckigkeit, Zähigkeit, Entschlossenheit. Seit vielen Jahren sind uns die britischen Kriegsmethoden gegen die Burenfrauen Südafrikas bekannt, und nie ist vergessen worden, daß die anglo-amerikanischen Plutokraten mit ihrer ÄushungerungspoMk 1918 uns einmal mürbe machten. Wir haben diese Rechnung mit ihnen noch zu begleichen. Ebenso frisch steht in unserer Erinnerung, wie die Briten die Inder in den Nordwestprovinzen dadurch auf die Knie zu zwingen suchten, daß sie erbarmungslos ihre Dörfer und Siedlungen bombardierten, ihre Frauen und Kinder mordeten, ihren Viehbestand und ihre Aecker verwüsteten. Jetzt versuchen sie dieselbe Methode gegen uns. Das kann in ganz Großdeutschland nur einen Entschluß «mslösen: Ausharren bis der Tag der Vergeltung kommt! 3m IW einer größeren deutschen Zukunst. Standfestigkeit und Charakterstärke gegen den britisch-amerikanifchenLustterror. Essen, 10. April. (DNB.) In seiner Rede vor dem Führerkorps der ^Partei sagte Reichsminister Dr. Goebbels, daß uns allen das Herz blute, wenn wir vernähmen, daß in den Luftkriegsge- bieten Heimstätten, Kulturzentten. und wertvolle Kunstdenkmäler, die in der ganzen Welt berühmt feien, unter dem Terror britischer Bomber verloren gingen. Aber noch wichtiger sei es, daß das deutsche Volk die von unseren Feinden aufgeworfene Frage beantworte, ob es in dieser Zeit d i e innere moralische Haltung aufbringe, solche Schläge im Interesse des Gesamtkriegsgeschehens und zur Erringung des endgültigen und totalen Sieges hinzunehmen. Selbstverständlich bedeute der Luftkrieg für das deutsche Volk nicht nur eine materielle, sondern auch eine psychologische Belastung, aber die moralische Haltung der Bevölkerung sei jeden Lobes wert. Was er hier in der Ruhr- metropole erleben konnte, habe ihn auf das Tiefste bewegt. An der inneren Standfestigkeit und moralischen Charakterstärke dieser Stadt und dieses Gebietes fei überhaupt kein Zweifel erlaubt. Die Schläge, die wir jetzt empfingen, seien nur im Rahmen des Gesamtkriegsgejchehens zu verstehen und richtig einzuschätzen. Man dürfe dabei nicht vergessen, daß, was die Bevölkerung heute in dieser oder jener Stadt oder in diesem oder jenem Fall zu erleiden habe, bald schon nach dem Kriege vergessen sein werde. Aus Ruinen würden sich neue Straßen und neu^ Stadtbilder erheben. Unvergessen aber würde die innere Haltung bleiben, die die Bevölkerung diesen Prüfungen entgegensetzte. Man müsse in einer so gigantischen kriegerischen Auseinandersetzung, aus der der Luftkrieg einen Teilabschnitt darstelle, den Kopf hoch behalten und sich nicht nur vergegenwärtigen, was wir dabei verlieren, sondern auch, was der Gegner dabei an Einbußen erleidet. Die Engländer seien in keiner Weise materiell, sondern nur vorübergehend psychologisch in einer besseren Situation als wir. Sie könnten uns selbstverständlich durch den Luftkrieg beachtlichen, aber nicht kriegsentscheidenden Schaden zufügen. Unser U-Boot-Krieg jedoch halte sie an der Kehle. Hier könnten sie tödlich getroffen werden. Er -schlage die Engländer schwerer als uns der Luftkrieg, trotz aller durch ihn angerichteten Schäden an Gut und Blut, treffen könne. Allerdings feien «die durch den U-Boot-Krieg im englischen Kriegspotential angerichteten Verheerungen v'cht unmittelbar sichtbar und deshalb für den Augenblick auch nicht so schmerzhaft, wenngleich sie auf die Dauer peinigender seien als die Wunden, die uns der Luftkrieg schlage. In einem gewissen Zeitraum werde auch der durch den U-Boot-Krieg den Engländern zugefügte Schaden sich materiell nachhaltiger auswirken, vorausgesetzt, daß unser Volk dem englischen Luftkrieg die moralische Haltung entgegenfetze, die die gegenwärtige Situation erfordere. Das zu gewährleisten, sei unsere politische Führungsaufgabe, sei andererseits aber auch die nattonalpolitische Pflicht des ganzen deutschen Volkes. In diesem Zusammenhang würdigte Dr. Goebbels eingehend die umfassende Arbeit und Fürsorge der Partei, vor allem in der zivilen Lustkriegführung, die dabei ihre hohen Volksführungseigenschaften wieder einmal auf das sichtbarste unter Beweis stelle. Zur gegenwärtigen Lage übergehend, führte Dr. Goebbels aus, daß die Probleme, um die es sich bei Beginn dieses Krieges gehandelt habe, nämlich um die Frage, daß die deutsche Stadt Danzig wieder in den Verband des Reiches zurückkehre und ein Korridor durch den sogenannten polnischen Korridor gelegt werde, zwergenhaft winzig erscheinen gegenüber den Problemen, die dieser über kontinentale Krieg mittlerweile aufgeworfen habe. Niemand von uns habe im ‘September 1939 auch nur in seinen kühnsten Träumen zu hoffen gewagt, daß es unserer heldenhaften Wehrmacht jemals möglich sein würde, die deutschen Verteidigungslinien so weit in den feindlichen Raum vorzutreiben, wie das in der Tat geschehen sei. Damit hielten wir eine einmalige Chance in unserer. Hand. Wir hätten deshalb als Volk die gefchichttiche Pflicht, die Leiden, die uns diese Zeit auch neben den großen Aufgabenstellungen beschere, imLichte einer größeren deutschen Zukunft zu sehen. Niemals dürften wir deshalb den Blick über die Gegenwart hinaus in die kommende Zeit des deutschen Volkes verlieren. Die nationalsozialistische Bewegung habe sich ja immer auf das rühmlichste dadurch hervorgetan, daß sie nicht nur die Gegenwart aus der Vergangenheit folgere, sondern auch die Zukunst aus der Gegenwart heraus bestimme. Damit fei es ihr in einem gigantischen Erziehungsprozeß gelungen, das deutsche Volk zu einer politischen Nation zu machen. Nur aus solcher inneren Einstellung heraus besitze es die Kraft, dem Befehl des Führers gehorchend den Auftrag, den die Geschichte ihm stelle, zu erfüllen. Wann die große Stunde des Sieges kommen werde, das vermöge im Augenblick niemand zu sagen. Man müsse sich nur darauf vorbereiten. Heute wie morgen und'für die fernere Zukunft gelte deshalb für die ganze deutsche Nation- mehr denn je das Wort: In Bereitschaft sein ist alles. 3m vordersten Graben der Heimatfront. Das Echo der Essener Goebbels-Rede. Berlin, 11. Aprll. (DNB.) Der Besuch des Meichsmi'nisters Dr. Goebbels in Essen hat ein lebhaftes Echo gefunden. Das beweisen vor allem ^Pressestimmen aus den luftgefährdeten Gebieten. Wer, so schreibt die „Nationalzertung tn »Essen, Gelegenheit hatte, Zeuge der mannigfachen svontanen Begrüßung zu sein, die Relchsmmi- fffer Dr. Goebbels' durch die Bevölkerung der so schwer heimgesuchten Gauhauptstadt Essen zutest wurde und wer die Ausführungen des Ministers mit oanhören konnte, muß davon überzeugt fein, daß Molk und Führung des Reiches auch m dieser Zeit schwerster Opfer miteinander ernig Zehen und sich gegenseitig mit einem Vertrauen gegenüberstehen, das einzigartig ist. Wir sind bereit, das, was der Krieg uns auferlegt, auch weiter* Zin in der Haltung zu tragen, die der Wurde unsres Volkes entspricht. Die „Essener Allgemeine Zeitung" versichert, daß Reichsminister Dr Goebbels sich zum Dolmetsch der Empfindungen der Ge- meinschaft aller Männer und Frauen machte, die Mer im vordersten Graben der Helmatfrvnt ihre Stellung halten. Das gleiche soldatische Pküchtgefuh «ei ihnen eine Selbstverständlichkeit und hohe Aufgabe, wie es unsere Kämpfer an den Fronten beseelt. Sie fühlen sich mit ihnen eins. Auch wir Yier 'Kämpfen um ein größeres und freieres ' Vas uns für alle Zukunft Lebensraum und Lebensinhalt bieten und verbürgen soll. Zu diesem Ziele setzten wir die gan'.ze starke Haltung ein, deren wir als Volk an der Ruhr, das immer schon die Härte des Lebenskampfes hat spüren müssen, fähig sind. Dabei dürfen wir das stolze Bewußtsein haben, daß sich die gesamte Nation mit unserem schweren Abwehrkampfe in dankbarer Verbundenheit solidarisch fühlt und auch an den materiellen Sorgen unserer Bevölkerung Anteil zu nehmen bereit ist. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" stellt fest: Jeder in Essen weiß, daß er in der nächsten Nacht auf die äußerste Probe gestellt werden kann. Er ist sicher, daß er sie bestehen wird, wie andere vor.ihm sie bestanden haben. Genährt aus Erfahrungen und Beispielen, weiß er, daß er auf den Nachbarn vertrauen darf. Der Einzelne wäre leicht verloren, mit anderen gleichen Geistes und Willens wie er, weiß _er, daß aus ihren Kräften eine Macht erwächst, die auf der Waagschale des Unheils ein nicht geringes Gegengewicht einzusetzen hat. Die Seele ist fest, der Geist kennt keinen Ueberschwang, Jie sehen die Dinge mit der Nüchternheit, wie sie der Soldat anzuwenden pflegt, und sie tun das Notwendige mit Eifer und Zähigkeit. Leuchtende Tapferkeit zählt zu den Alltäglichkeiten, die in dieser Stadt Allgemeingut geworden sind. Das Kleinliche ist von ihnen gefallen. D i e Tat ist an den Anfang des Handelns geteilt. Zusammenkunft Führer und Duce. In umfassender Besprechung über alle Fragen der gemeinsamen Kriegführung wurde völlige stebereinstimmung über alle Maßnahmen zum totalen Einsatz aller Kräfte bis zum endgültigen Siege erzielt. DAV. Aus dem Führerhauplquartier, 11. April. Der Führer und der Duce hatten vom 7. bis 10.April 1943 eine Zusammenkunft. Der Duce war begleitet von dem Ches des italienischen Generalstabes, Armeegeneral Ambrosio, dem Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, V a st i a n i n i. sowie von Beamten des italienischen Außenministeriums und Offizieren des italienischen Oberkommandos. Mit dem Führer waren zu der Zusammenkunft erschienen: der Reichsmarschall Hermann Göring, der Reichsauhenminister von Ribbentrop, der Ches des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral D ö n i h, und der Chef des Generalstabes des Heeres, General Z e i h l e r. Der deutsche Votschaster in Rom, von Mackensen, und der italienische Botschafter in Berlin, Dino Alfieri, nahmen gleichfalls an der Zusammenkunft teil. 3n den umfassenden Besprechungen wurden sowohl die allgemeine politisch e O a g e als auch alleFragendergemeinsamenKriegführung behandelt. Ueber die auf allen Gebieten zu treffenden Maßnahmen wurde völlige Uebereinstimmung erzielt. Der Führer und der Duce gaben ihrer und ihrer Völker harten Entschlossenheit erneut Ausdruck, den Krieg durch den totalen Einsatz aller Kräfte bis zum endgültigen Sieg und bis zur völligen Beseitigung jeder zukünftigen Gefahr, die dem europäischen-asrikanischen Raum von Westen und Osten droht, zu führen. Die gemeinsamen Ziele, die die Achsenmächte zur Verteidigung der europäischen Zivilisation und für die Rechte der Rationen auf freie Entwicklung und Zusammenarbeit verfolgen, wurden aufs neue bekräftigt. Der Sieg der im Dreierpakt verbündeten Rationen soll Europa einen Frieden sichern, der die Zusammenarbeit aller Völker auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Interessen gewährleistet und eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Güter der Welt herbeiführt. Die Besprechungen zwischen dem Führer und dem Duce und die Unterredungen ihrer Mitarbeiter verliefen im Geiste großer Herzlichkeit. Die allgemeine deutsch-italienische Politik ist zwingend festgelegt. Eine Problematik gibt es nicht. Der Unterschied ist durch die sehr einfache, aber ebenjo fundamentale Tatsache bedingt, daß Deutschland als Land der festländischen Mitte die Berufung des Kontinents verkörpert, und Italien als Halbinsel der Mitte seinen natürlichen Schwerpunkt im Mittelmeer hat. Die Mittellage sowohl nördlich wie südlich der Alpen entscheidet sowohl den inneren Zusammenhang zwischen Italien und Deutschland, wie er sich in dem Achsenbegriff darstellt, als auch die gemeinsame Abwehr raumfremder Eingriffe, wie sie auf der einen Seite von dem Bolschewismus der Steppe, auf der anderen Seite von dem vom europäischen Kontinent abgewandt zum Atlantik blickenden Großbritannien und den ganz europafremden Bereinigten Staaten so eindeutig vertreten werden. Der jetzigen Begegnung von Adolf Hitler und Benito Mussolini gingen die Besuche des bulgarischen Königs in Deutschland, des ungarischen Ministerpräsidenten Kallay in Rom, insbesondere aber der Besuch Ribbentrops vom 24. bis 28. Februar voraus. Die Zusammensetzung der deutschen Abordnung, die dachals unter Ribbentrops Führung in Rom weilte, wies auf Besprechungen aller Fragen auf militärischem, allgemein politischem und wirtschaftlichem Gehiet hin. Es wurde damals schon ausdrücklich bervorgehoben, daß in den Besprechungen Ribbentrops mit dem Duce an den vier Tagen vom 25. bis zum 28. Februar aüe/ Fragen der europäischen Politik und der gemeinsamen Kriegführung der Dreierpaktmächte erschöpfend behandelt wurden. Nun ist dieser ganze Fragenkomplex bei einer persönlichen Begegnung zwischen 'Führer und Duce ih mehrtägigen Besprechungen vertieft und erweitert worden. Das darüber ausgegebene amtliche Kommunique fetzt an die Spitze den entschlossenen Willen zum kompromißlosen Kamps beider Achsenmächte bis zum totalen Siege. Dom ersten Tage des uns heimtückisch aufgezwungenen Krieges an kennen wir kein anderes Ziel als die Vernichtung unserer Feinde, die uns vernichten wollen und alles daran fetzen, die jungen aufstrebenden Völker des europäischen Kontinents an der freien Entwicklung ihres nationalen Lebens zu"hindern. Die Mächte, die sich mit der Anzettelung dieses Krieges wiederum in den Dienst des internationalen Judentums gestellt haben und in feinen) Auftrage den europäischen Kontinent, der im Begriff ist, eine Neuordnung seines natürlichen Lebensraumes vorzunehmen, in den Arm zu fallen, werden nach wie vor in Deutschland und Italien ihre kompromißlosen Gegner sehen. Beide Achsenmächte sind entschlossen, alle Kräfte für diesen Kampf zu moblifieren und sich durch keine Maßnahmen der Feinde daran hindern zu lassen, alle nationalen Kraftreserven einzusetzen, um in einem Kampf Sieger zu bleiben, der um Sein oder Nichtsein Europas geht. Es bedarf nur eines Blickes auf die in Deutschland und Italien und darüber hinaus auf dem im europäischen Kontinent noch vorhandenen militärischen und wirtschafttichen Schwere Abwehrkämpfe in Tunesien. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DRV. Aus dem Führerhauplquarrier, 10. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der O st f r o n t fanden gestern keine Kampfhandlungen von Bedeutung statt. An der tunesischen Front hält die schwere Abwehrschlacht gegen den mit immer neuen Kräften angreifenden Feind an. Zahlreiche Angriffe wurden von unseren unerschütterlich kämpfenden Truppen abgewiesen, mehrere Einbrüche abgeriegelt. An der Südfront gehen die planmäßigen Ausweichbewegungen weiter. Deutsch-italienische Kampfgruppen slelllen sich immer wieder zum Kampf und wichen erst nach harten und erbitterten Gefechten dem Druck des weit überlegenen Feindes. Die Luftwaffe unterstützte in unermüdlichem Einsatz die schwer kämpfenden Verbände des Heeres. Nachdem einzelne feindliche Flugzeuge in den späten Abendstunden des gestrigen Tages einen Störangriff auf we st deutsches Gebiet durchgeführt hatten, griffen britische Bomber in der Rächt erneut den Westen des Reichs an. 3n mehreren Orten entstanden Verluste unter der Bevölkerung und Gebäudeschäden. Rach bisher vorliegenden Meldungen wurden mindestens acht mehrmotorige Bomber abgeschossen. Vor der norwegischen Küste griffen sechs feindliche Torpedoflugzeuge einen deutschen Geleitzug ohne Erfolg an. Sicherungsfahrzeuge schossen zwei der angreifenden Flugzeuge ab. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge erzielten gestern bei einem Tiefangriff erhebliche Zerstörungen in einer südenglischen Kästenstadt, Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRB.Aus dem Führerhauptquarkier, 11. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront verlief der Tag bis auf erfolgreiche Säuberungskämpfe im Raum nordwestlich 3 sjum ruhig. Die Luftwaffe griff in verschiedenen Abschnitten mit starken Kräften sowjetische Stellungen an und bekämpfte den feindlichen Rachschub sowie 3ndustrieziele im rückwärtigen Gebiet des Feindes. 3n schweren wechsetvollen Kämpfen wurden s ü d- westlich Tunis und westlich Kairouan mit überlegenen Kräften geführte und durch starke Fliegerverbände unterstützte feindliche Durchbruchsangriffe abgeschlagen. Dem Feind wurden zum Teil im Gegenstoß schwere Verluste zugefügt und sechzig Panzer abgeschossen. 3m S ü d a b s ch n i t t gelang es unseren Truppen, sich vom Feind zu lösen und ihre Bewegungen in neue Stellungen planmäßig fortzusehen. Feindliche Flugzeuge warfen in der vergangenen Rächt in Südwest- und Rordo st deutsch- land planlos Spreng- und Brandbomben vorwiegend auf offene Landgemeinden. Bei diesen Angriffen und bei Tagesvorstößen schwacher britischer Fliegerkräfie in den Küstenraum der besetzten Dest- gebiete verlor der Feind 13 Flugzeuge. 3m Kanal kam es in den frühen Morgenstunden des 10. April zu einem kurzen Gefecht zwischen deutschen Vorpostenbooten und drei britischen Kanonenbooten, von denen zwei schwer beschädigt wurden. Die deutschen Schiffe hatten weder Schaden noch Verluste. Möglichkeiten, um uns die unerschütterliche Zuver- sicht zu geben, daß in diesem Kriege der Sieg unser jein wird. Für ihn auf allen Gebieten unseres völkischen Lebens auch die letzten Reserven mobil zu machen, ist der unerschütterliche Wille Deutschlands und Italiens. In knappen, scharf umrissenen Formulierungen, die wohltuend abstechen von den nebelhaften Zu- kunstsprogrcrmmen und der verwogenen Atlantik- Charta, mit den Männer wie Churchill und Roosevelt ihre tatsächlichen Kriegsziele tarnen möchten, beantwortet das Kommunique über die Begegnung zwischen Führer und Duce auch die Frage, wofür alle diese Anstrengungen der europäischen Völker unternommen werden und wofür die harten Opfer dieses Krieges gebracht werden müssen. Es sind klare revolutionäre Prinzipien, die hier aufgestellt werden, und für deren Verwirklichung Führer und Duce als die Repräsentanten der europäischen Revolution bürgen. England und die Vereinigten Staaten, die nach dem letzten Weltkriege Zeit genug gehabt hätten, jene revolutionären Grundsätze zu verwirklichen, die wir jetzt auf unsere Fahne geschrieben haben, haben in Wahrheit in diesen 20 Fahren das gerade Gegenteil von dem getan, was zur Befriedung des europäischen Kontinents not gewesen wäre. Wo gab es eine Zusammenarbeit aller Völker Europas auf der Grundlage chrer gemeinsamen nationalen Interessen, wo gab es eine soziale Gerechtigkeit, wo eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Güter der Welt und ein ftiedliches Leben der Völker untereinander? Nichts davon. 20 Jahre lang haben unsere Gegner sich über diese Grundsätze eines natürlichen Zusammenlebens der Völker mit zynischer Brutalität hinweggesetzt. Sie haben die Freiheit des einzelnen verkündet, um schrankenlos herrschen zu können. Sie haben die Freiheit der Meere proklamiert, um den Handel 'aller übrigen Völker an sich zu reißen, den Weltmarkt zu beherrschen und damit den sozialen Lebensstandard der Völker Europas zu einem Helo- tendasem herabzudrücken. Sie haben die freie Wirtschaft proklamiert, um damit die Herrschaft des jüdischen Kapitalismus zu errichten. So haben England und die Vereinigten Staaten stch als Mächte der finstersten Reaktion auf allen Gebieten der Kultur, des politischen und sozialen Lebens erwiesen. Sie finden heute nirgends mehr Glauben, wenn sie mit Hilfe von durchsichtigen Proklamationen sich als Schristmacher des sozialen Fortschritts hinstellen möchten. Nicht diese sind die Träger neuer zukunftsträchtiger Gedanken, sondern tzrie Führer der jungen revolutionären Völker des europäischen Kontinents sind es, die unserem Erdteil und der Welt neue Wege in eine bessere Zukunft weisen. Diese uns frei zu kämpfen, das ist ein Ziel, aller der Opfer und Anstrengungen wert, die der totale Krieg von den Völkern Deutschlands ‘uni) Italiens fordert. Nie britische Niederlage , am Mayu. Tokio, 10.AprÄ. (Curopapreß.) Die völlige Vernichtung der seit Ende März unweit der Mayu-Mündung aus engem Gebiet zusammengedrängten britisch-indischen Truppen melden Berichte des kaiserlichen Hauptquartiers am Samstagmittag. Der Kommandant der 6. britischen Brigade, General Cav en di sh, ergab sich mit dem Rest seiner Truppen. Nachdem die japanischen Truppen mit Durchstoßung der Mayu-Halbmsel bis. an den Rand des Golfes von Bengalen dieEintrei« s u n g der im Südteil der Landzunge stehenden britisch^indischen Truppen vollzagen hatten, wurde der Ring seit dem 5. April langsam verengt. Der eingeschlossene Feind versuchte immer wieder, den Ring zu durchbreche», doch blieben alle Angriffe vergeblich. Am 6. und 7. April fanden wiederholt blutige Kämpfe Mann gegen Mann statt, in denen die Engländer immer wieder Durchbrüche versuchten. Am 8. April ergab sich der Feind in der Nähe des Ortes Jndin bedingungslos. Keine Hilfe für Tschungking. Selbst die Brrrrnastratze würde nicht ausreichen. G e n f, 11. April. (DNB.) Der Manchester Guardian-Korrespondent in Tschungking, der sich in Indien aufhält, erklärt, in Tschungking,sei man außerordentlich an der Frage interessiert, welche Hilfe von Indien zu erwarten sei. Schon eine Flugzeugreise über das Himalaya-Gebirge genüge, um einen jeden von den ungeheuren Transportschwierigkeiten zu überzeugen. Diese Flugstrecke sei selbst bei günstigem Wetter d i e schwierigste der Welt. Die Transportslug- zeuge müßten nämlich, um die Gebirgskette zu überwinden, sehr hoch stiegen und seien- deshalb nicht hi der Lage, schwere Güter zu befördern. Landdienst — Ehrendienst am Volke. Oer Gauleiter verabschiedete Ostlandfreiwillige für den Landdienst. NSG. «Gauleiter und Reichsstatthalter S p r e n - ger verabschiedete am Sonntagvormittag im Pau- linenschlößchen in Wiesbaden 800 Jungen und Mädel, die sich zum Landdienst der Hitler- Jugend freiwillig gemeldet hatten. Mit festlicher Musik, Liedern und Sprechern wurde die erhebende Feierstunde eingeleitet. K.-Gebietsführer Oberbannführer Dr. Gau hl begrüßte mit herzlichen Worten Gauleiter und Reichsstatthalter' Sprenger, Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht, die Eltern der Landdienstfreiwilligen und die Ortsbauernführer, Bauern und Bäuerinnen der Dörfer, in denen die Landdienstfteiwilligen ihren Dieyst ableisten werden. Er wies auf die Beoeutung des Londdien- stes hin und konnte dem Gauleiter die Meldung machen, daß sich auch in diesem Jahre die Zahl der Landdienstfreiwilligen wieder bedeutend erhöht habe. Die unermüdliche Aufklärungsarbeit der Hitler-Jugend, die Jugend aus der Stadt zum Lande zurückzuführen, beginnt ihre Früchte zu tragen. Die bisher erzielten Erfolge beweisen, daß der eingeschlagene Weg der richtige ist. Mit herzlichen Worten dankte Oberbannfuhrer Dr. Gauhl dem Gauleiter für sein immer wieder bewiesenes Interesse für die Landdienstarbeit und die hochherzige Förderung, die er ihr stets zuteil werden ließ. Dann ergriff der Gauleiter das Wort zu einer hinreißenden Rede, in der er den Jungen und Mädeln die politischen Hintergründe darlegte, die zu einem regelrechten Kampf des Händler- tums gegen das Bauerntum- in den Jahren vorder Machtübernahme geführt haben. Dieselben Kräfte, die uns jetzt im Kampfe gegenüberstehen, wollten das deuffche Landvolk vernichten und von seiner Scholle vertreiben. Durch verbilligte Einfuhren sollte Deutschland in ein Ab- hängigkeitsverhältnis zu unseren Gegnern gebracht und ihm hierdurch die Möglichkeit genommen werden, seine Ernährungsfreiheit sicherzustellen. Diesen teuflischen Plan, jüdischen Gehirnen entsprungen, hat der Führer grüiGlich zunichte gemacht. Ihm blieb es vorbehalten, das Bauerntum vor seinem Untergang zu bewahren, es aus seiner Verarmung zurückzuführen, und ihm wieder den gebühre n de n Platz einzuräumen; der Forderung des Führers, die Ernährung des deuffchen Volkes zu sichern, ist das deutsche Landvolk in der klaren Erkenntnis, dem Dolksganzen zu dienen, getreuttch nachgekommen. Der Drang , zum Lande trete immer stärker in Erscheinung. Die Hitler-Jugend habe an dieser Entwicklung besondere» Anteil. Sie wird das Problem der Landflucht lösen. Daher sei auch die gesamte Arbeit auf diesem Gebiete restlos in ihre Hand zu legen. — Der Gauleiter wies weiter darauf hin. daß der Jugend die Bedeutung des Bauerntums vermittelt werden müsse, damit sie sich jederzeit der ^Verantwortung bewußt sei, die sie durch ihren Entschluß, Bauer zu werden, auf sich genommen habe. Hart und schwer wird der Weg sein, den die bäuerliche Jugend zu gehen habe. Er führe aber auch in eine gute, gesicherte Zukunft. Es gelte, den Willen des Führers zu erMen, das deuffche Volk zu einem Bauernvolk zu machen. Die Jugend wird diesen Weg unbeirrt gehen. Sie wird als Wehrbauer das Reich, das von unserem Führer und seiner tapferen Wehrmacht erkämpft wurde, nach allen Seiten sichern. Dem Schwert folgt der Pflug in eine große Zeit. Mit Handschlag verabschiedete der Gauleiter 85 Jungen und Mädel, die nach Abschluß ihrer Landdienstzeit im Osten des Reiches eingesetzt werden. In eindringlichen Worten führte er ihnen die hohe Verpflichtung vor Augen, die sie durch ihren Einsatz im Osten zü erMen haben. Nachdem Ober- bannsührer Dr. Gauhl die neuen Landdienstfreiwilligen verpflichtet hatte, nahm der stellvertretende Landesbauernführer, Landesobmann W e i n tz, die Landdienstfreiwilligen im Namen der Bauern in ihre Reihen auf. In ihrem neuen Wirkungskreis werden die Jungon und Mädel neue Erlebnisse aufnehmen, sich einfügen in das bäuerliche Leben und mit Lust und Liebe an ihre gewiß nicht leichte Arbeit gehen. — Die Feierstunde wurde mit. der Füh- rerehrung geschlossen. Oer Einsatz der Studierenden für die Neichsverteidigung. Der Rerchserzrehungsminffter und der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz haben Anweisungen für den Einsatz der Studierenden der H o ch - s ck u l e n für Aufgaben der Reichsverteidigung ek- lassen. Sie gehen davon aus, daß alle wehrfähigen deuffchen Studenten und damit der weit überwiegende TeA der Hochschuljungend im Waffendienst stehen. Da der noch verfügbare Nachwuchs trotz der Zunahme des Frauenstudiums nicht ausreicht, um den in allen akademischen Berufen immer mehr steigenden kriegswichtigen Bedarf zu decken, ist möglichst schnelle Ausbildung der nutzvollfte und somit richtige kriegswichtige Einsatz dieses Nachwuchses. Es wird deshalb von einem allgemeinen Aufruf der Studierenden für den Arbeitseinsatz abgesehen. Damit wird den Sturüerenden in noch höherem Maße die Pflicht auserlegt, ihr Studium unter äußerster Anspannung zu intensivieren, um so schnell wie möglich berufseinsatzfähig zu werden. Wer sich diesen erhöhten Anforderungen Nicht gewachsen.zeigt, wer insbesondere das Studium nur als ein Ausweichen vor einem anderen Arbeitseinsatz gewählt bat, gehört während des Krieges nicht auf die Hochschule. Neben das Studium tritt, wie bisher, Kriegs- emsatz in der unterrichtfreien Zeit und Heranziehung zu kriegswichtigen Aufgaben. Zum Arbeitseinsatz sind diejenigen Studierenden zu melden, die nach Leistung und Haltung für ein Studium unter den erhöhten Anforderungen nicht geeignet erscheinen, insbesondere Stüdiereiü>e, die bereite ein Studium abgeschlossen haben und ohne zwingenden Grund ein weiteres betreiben, sowie solche, die nicht ernsthaft den alsbaldigen Abschluß und die Derufsausübung anstreben, z. B. wenn das Studienfach bereits ein« oder gar mehrmals ohne zwingenden Grund gewechselt wurde. Die Entscheidung darüber trifft ein aus dem Rektor, dem zuständigen Dekan bzw. Lehrer und dem Gau- studentenführer bestehender Ausschuß. Die lieber® Prüfung erstreckt sich aus alle Studierenden deutscher Staatsangehörigkeit — mit Ausnahme der von der Wehrmacht zum Studium Abkommandierten und Beurlaubten — und die Protektoratsangehörigen und Staatenlosen. Die Mellmng zum Arbeitseinsatz ist keine Strafmaßnahme und bedeutet nicht den Ausschluß vom Studium. Vielmehr werden die Gemeldeten von der Hochschule als Beurlaubte geführt. Die Hochschulen dürfen Studierende jeweils nur in der Zahl aufnehmen, als genügend Lehrkräfte und ausreichende Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Aber, so fährt der Korrespvlckent fort, selbst wenn es den Achsenfeinden gelänge, Burma zurückzuerobern und die Burma st raße wieher zu eröffnen, könne Tschungking nicht viel Hilfe erwarten. Um das einzüsehen, brauche man nur einmal zu beobachten, welch ein gewaltiger Nachschub zur Unterhaltung der verhältnismäßig begrenzten brittsch- indischen Streitkräfte an der burmesischen Grenze erforderlich sei. Sie allein verschlängen ein Mehrfaches dessen, was Tschungking je über die Burmastraße erhalten habe. Es wäre also völlig fatsch, wenn man cmnehme, daß es nur der Wiedereröffnung der Burmastraße bedürfe, um durch die nach China gelangenden Materialien Tschiangkai- scheks Truppen wieder voll einsatzfähig zu machen. Schätzungsweise könnte Tschiangkaischek günstigstenfalls monatlich nur einige wenige Tausend Tonnen Kriegsmaterial erhalten. Erft wenn Japans Flotte derart geschwächt wäre, daß sie die Totalblockade Tschungking- Chinas nicht mehr aufrechterhalten könnte und dadurch die Häfen Jndochinas und Südchinas wieder frei würden, ergebe sich für die Achsengegner die Möglichkeit, Tschungking-China in einem Maße Hilfe zukommen zu lassen, wie es sie zu einer einigermaßen erfolgreichen Kriegführung gegen Japan braucht. Daran könne aber vorläuft g nicht gedacht werden. Wachsende Unruhe in Iran. Ankara, 10. April. (Curopapreß.) Die Aufstandsbewegung in den ostiranischen Provinzen dauert an. Sie wird dadurch charakterisiert, daß in zunehmendem Maße reguläre Truppen der iranischen Armee wegen ausbleibender Besoldung und ungenügender Verpflegung zu den Freffcharen der Prooinzgouverneure übergehen, so daß die Exekutivgewalt der Teheraner Regierung in fast allen Ostprovinzen Irans mehr und mehr schwindet. Die Aufstandsbewegung hat allmählich einen derartigen Umfang angenommen, daß - man sie nun auch von britisch-nordamerikanischer Seite mit zunehmender Besorgnis verfolgt. Offenbar ist geplant, zur Offenhaltung gewisser Verkchrsverbindungen Truppen aus Britisch-Belutschistan nach Ostiran zu entsenden, um wichtige Wege und Ortschaften unter Kontrolle zu nehmen. Alliierte Rivalität in Aegypten Ankara, 11. April. (Curopapreß.) Die Stellung des neuen Beauftragten des USA.-Präsidenten Roosevelt für den Nahen Osten, des Generals Patrick H u r l e y , der vor kurzem in Kairo cintraf, wird in ägyptischen Kreisen lebhaft diskutiert. Patrick Hurley soll, so fordert Roosevelt, dem britischen Kabinettsminister für den Nohen Osten, Casey, aleichgeordnet sein. In ägyptischen Regierungskrei- fen, wo man zunächst die nordamerikanische Infiltration in Aegypten vielfach nicht ungünsttg beurteilte, weil man davon ein politisches Gegengewicht gegen den britischen Einfluß erhoffte, ist man seit der Ankunft Patrick Hurleys, dessen Stellung über den Kopf der ägyptischen Regierung hinweg geschaffen wurde, in Aegypten nun besorgt, daß der USA.-Einfluß zu stark werden könnte. Hurley begegnet daher in ägytischen Kreisen kaum verhüllter Abneigung, woran wiederum die britische Diplomatie nicht ganz unbeteiligt sein soll, denn gerade ihr wäre eine Stärkung des USA^ Einslusses in Aegypten durchaus unangenehm. Richard Casey hat in Patrick Hurley einen mächtigen Gegenspieler bekommen. „Die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen zwischen Kairo und dem Kreml erscheint ausgeschlossen angesichts der konservattven Haltung des ägyptischen Hofes und der orthodoxen Einstellung der maßgeblichen geistlichen Kreise um die muselmanische Hochschule in Kairo", erklärte der neue ägyptische Gesandte in Ankara, Abdura- him, in einem Gespräch mit dem iranischen Botschafter in der türkischen Hauptstadt. Abdurahim fügte hinzu, daß besonders der Rektor der muser- maniscyen Hochschule in Kairo, Scheich el Maraghi, seinen bedeutsamen Einfluß gegen die Wiederaufnahme der Beziehungen zü Moskau geltend macht, während London eine Annäherung Kairos an Moskau gern sähe. Zwei Jahre bulgarisches Mazedonien. Gesandter Beckerle sprach in Zkopljo. Sofia, 12. April. (Curopapreß.) Mazedonien feierte am Sonntag den zweiten Jahrestag seines Anschlusses an Bulgarien. Der Höhepunkt der Feier war ein Besuch des deuffchen Gesandten in Sofia, SA.-Obergruppenführer Beckerle, in der maze-, donischen Kreishauptstadt S k o p l j e, die ihm das Ehrenbürgerdiplom überreichte. Der Gesandte zeichnete die zwei Wellen, die sich im jetzigen Krieg gegenüberstehen: auf der einen Seite England, das niemals einen' Krieg aus idealistischen Motiven führte, und die USA., deren Judentum und Kapitalismus zur Weltherrschaft trieben, auf der anderen Seite das Deutschland eines Goethe, Kant und Wagner. Italien mit seiner glanzvollen Vergangenheit, das tapfere japanische Volk und die übrigen Verbündeten in einem Europa mit feiner jahrhundertealten Kultur. Zu diesen Völkern gehöre auch Bulgarien mit seiner ruhmvollen Geschichte voll Heldentum und Freiheitsdrang. Der Gesandte erinnerte an hie Verbundenheit zwischen dem deutschen und bulgarischen Volke und zeigte, wie diese Verbundenheit Lurch die besten Wirt- schastsbziehungen ergänzt werde. Staatenlose Juden müssen Rumänien verlassen. 53 u t a r e ft, 11. April. (Curopapreß.) Sämtlichen staatenlosen Juden in Rumänien, darunter auch den jüdischen Emigranten aus Deutschland, denen die deutsche Staatsangehörigkeit längst entzogen wurde, teilte das-rumänische Kontrollamt mit, daß sie Rumänien bis zum 1. Mai verlassen müssen, widrigenfalls man sie in das von rumänischen Truppen besetzte ehemalige Sowjetge- biet jenseits des Dnjeftr, d. h. Transnistrien, schaffen würde. Die Zahl der von der Ausweisung be» troffenen Hebräer soll sich auf etwa 3000 belaufe^ Kleine politische Nachrichten. Die britischen Flugzeugverluste bei ihren erfolglosen Angriffen in der Nacht zum Sonntag gegen das Reichsgebiet haben sich nach neuen Feststellungen auf 20 erhöht. * Die Stadt an den drei Flüssen. Von Richard Gerlach. Eine der Städte, in denen man das deutsche Herz jam vernehmlichsten schlagen hört, ist Hanno- bersch-Münden. Der Kessel des Tales birgt die Kostbarkeit der alten Gassen mit ihren stattlichen Fachwerkhäusern und malerischen Winkeln, und diese Gassen blicken alle gegen die bewaldeten Berge, welche den frischen Atem der Natur von allen Seiten heranbringen. Zwei Flüsse, Fulda und Werra, vereinigen sich hier 3um Strom, der Weser. Das lebendige Wasser gibt der Stadt selbst etwas Lebendiges. Das Wort des Philosophen, daß alles im Fluß ist, gewinnt hier Anschauung. Auf den Flüssen berühte schon immer der Wohlstand der Bürger. Die Frachtschiffe trafen aus drei Richtungen zusammen. Bereite im 13. Jahrhundert besaß die Stadt das Stapelrecht. Alle mit Schiff ober Wagen gebrachten Waren mußten ausgeladen werden. Die Mündener aber hatten das Privileg, zollfrei durch das Herzogtum Braunschweig-Lüne- durg fahren zu dürfen. Drei Tage lang mußten alle Waren tn Münden liegen bleiben und neunmal zum Verkauf ausgeboten werden. Die Mündener konnten sich also von allem das Beste aussuchen. Der Handel blühte. Im Jahre 1253 wurde der Grundstein zu der St.-Blasii-Kirche gelegt, die von dem allen Bürgerstolz noch heute zeugt. Kurz vorher war Münden herzogliche Residenz geworden und blieb es jahrhundertelang. Doch ging das Schloß 1561 in Flarymen auf, wurde wieder auf- gebaut und später in einen Kornspeicher und dann in eine Kaserne verwandelt, und wenn es am Ende des vorigen Jahrhunderts auch in seinem alten Zustande hergestellt wurde, so liegt die fürstliche Vergangenheit doch lange zurück und gibt der Stadt nicht mehr das Gepräge. Die Lage des Schlosses über der Werra ist sehr schön, aber es nimmt im Stadtganzen keine beherrschende Stellung ein. Nicht nur glückliche Tage hat Münden erlebt. Diese Stadt ist im Dreißigjährigen Kriege wie kaum eme andere verheert worden. Arn 30. Mai 1626 eroberte Tilly sie, und die Plünderung und das Mordbrennen brachte großes Elend über die Einwohner, die nur zum geringen Teil mit dem Leben davonkamen. Das gerade fertiggewordene Rathaus blieb unangetastet, und wir bewundern heute noch diesen Renaissancebau um seiner schlichten, edlen Verhältnisse willen. Nicht selten haben die Flüsse, auf denen sonst die Güter herankamen, auch Not und Verderben mit» gebracht. Besonders bei Tauwetter im Winter und Frühjahr schwollen Werra und Fulda sehr an und überschwemmten die ganze Stadt, brachten Häuser zum Einsturz und rissen Menschen und Vieh mit sich fort. An einem Pfeiler ber St.-Blasii-Kirche wird an die Wasserflut des Jahres 1342 erinnert, die tm Juni eintrat. Die Geschichte der Stadt kennt in jedem Jahrhundert ähnliche Verwüstungen, und oft genug wurde der Marktplatz in einen See verwandelt. An der Aegidii-Kirche steht - ein mit zwei pausbackigen bengelhaften Engeln verzierter Leichenstein, welcher der Nachwelt kundtut: „Allhier ruhet in Gott ber weiland hochedle, hochtzrfahrene, berühmte Herr Johann Andreas Eisenbart. Königlich Groß- brittanffch-Churfürstlich-Vraunschweigisch-Lüneburgi- Icher Privilegierter Landarzt, wie auch Königlich- Preußischer Rath und Hof-Oculiste von Magdeburg. Geboren anno 1661. Gestorben 1727, am' 11.November Aetatis 66 Jahr.^ In dem Gasthofe „Zum wilden Mann" war der Arzt gestorben, der die Leute auf seine eigene Art kurierte, indem er von ber Tribüne des Marktplatzes, angetan mit einem scharlachroten Rock, seine Wundermedikamente an» pries. Er wohnte in Magdeburg, brachte aber vor feinem Tode eine geraume Zeit in Münden zu Man lächelt über diese barocke Berühmtheit, und man erinert sich zugleich, daß nicht weit von hier, m Bodenwerder cm der Weser, der Lügenbaron von Münchhausen zu Haufe war» und daß Hameln seinen Rattenfänger hatte. Auch das Schnurrige und Phantastische ist an dem' Strom beheimatet, der durch die Waldberge dahinfließt, in -denen so viele Märchen zuerst erzählt worden sind. So reich die Vergangenheit Mündens ist, em Spiegelbild des gesamten deutschen Lebens im kleinen, so bezaubernd ist feine Gegenwart, und wenn man auf eine der Höhen steigt und dann hinunterblickt in das Tal, so wird man sich immer ryieder gern an dies innige und reizende Gemälde erinnern. Zeitschriften. — Im letzten Heft der Monatsschrift >;,& u n ft dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) werden Leben und Werk Georg Ferdinand Waldmüllers aus Anlaß seines 150. Geburtstages im Januar d.J. an Hand ausgezeichneter farbiger Bild- mi eher gaben einer Würdigung unterzogen. Besonders schön gelang die farbige Reproduktton von Landschaften des Nürnbergers Hermann Gradl, dessen zartes, pastellarttges Kolorit hier zu bestechender Wirkung^ kommt. Andere, ebenfalls bebilderte Beiträge befassen sich mit wenig bekannten Handzeichnungen Claude Lorrains und mit dem Schaffen des Münchner Bildhauers Richard Klein. — Das Frühlingsheft der „M 0 d e n w e l t" (im Deutschen Verlag, Berlin) bringt viele zeitgemäße Ratschläge und Winke. Da findet man beispielsweise, wie man aus alten Kleidern neue zaubern kann: es gibt schneidertechnische Ratschläge, Vorschläge zum Umarbeiten; Winke, wie man seine Wasche erneuert usw. Daneben gibt es Vorlagen für praktische, tm Stoffverbrauch sparsame Kleidung und für Kinderkleidung, die man aus alten Bestäw den arbeiten kann. Interessant für die Hausfrauen ist auch die mit Bildern erläuterte Beschreibung, wie man Herrenhemden ausbessern kann. Mit einem Aufsatz der bie Aufbewahrung von Kleidern mt Keller schildert, schließt das interessante Hetz, Tücken -er Filmkamera. Film-Regisseure und Film-Architekten haben es nicht leicht. Sie müssen sich den Wünschen des Publikums anzupassen suchen, aber auch an die Erfordernisse der Kamera denken, die nicht immer so will, wie der Mensch sich das vorstellt. So kam kürzlich, anläßlich eines Gesprächs mit dem Film« bildner Robert H e r l t h, der zur Zeit an den bauten zu dem Terra-Film „Scherzo" arbeitet, zur Sprache, daß immer wieder Briefe aus dem Publikum ein treffen, in denen die geringsten Kleinigkeiten Moniert werden. So teilte beispielsweise ein aufmerksamer Filmbesucher mit, man könne es nicht glauben, daß die Frau des Bildhauers Andreas Schlüter, bie in dem gleichnamigen Film als besonders gute, eratte Hausfrau dargestellt werde, so nachlässig fei, ihr Zinngeschirr nicht zu putzen. Und tatsachllch, tm Film wird man es blind und beschlagen finden, wenn man genau hinsieht. Selbstverständlich hatte der Requistteur das Geschirr vor den Aufnahmen in blankgeputztem Zustande auf den eims gestellt; da machte die Kamera den Sttich durch die Rechnung. Es erwies sich nämlich als unmöglich, die glitzernden Zinngefäße ohne Spiegelung zu photographieren. Die hellen Lichter an einem nebensächlichen Requisit aber hätten den Eindruck des Ganzen gestört, und so mußte man sich entschließen, die Krüge und Teller mit einem graueh Lock zu üb erftreichen, durch den die Reflexe aufgehoben wurden. Dieses kleine Beispiel zeigt uns, daß die Frage „echt oder unecht?" beim Film mit Rück- stcht auf die künstlerische Qualität nicht immer zugunsten der völligen Echtheit beantwortet werden kann. Aber es find meist nur kleine Veränderungen der zu photographierenden Wirklichkeit vonnöten, im ganzen versucht man mit einer dem Unbefangenen schon übertrieben scheinenden AkribiH im Atelier alles so natürlich wie möglich zu mache» W Gesallenenehrungsfeier -er NSDAP. Eindrucksvolle Feierstunde in der Aula der Universität. NSG. Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger sprach am Samstagvormittag auf einem weiteren Betriebsappell im Kreise Hanau zu der Gefotzschast eines Werkes über die politische Lage und über die Aufgaben, die der Heimat in diesem Kriege gestellt sind. Auf einer Kundgebung in Luxemburg sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg über den' Reichs- 'gedanken und über die Aufgaben der Bewegung. Am Sonntag fand in Paris die Vereidigung von 6000 Angehörigen der neuen französischen Miliz statt, die sich den Kampf gegen die kommunistische Gefahr im Innern üls Ziel gesetzt hat. Marcel Deal und der Schriftletter de Chateaubriant sprachen auf der Veranstaltung. Der Führer hat dem bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenminister Bogdan F i l o f f zu seinem 60. Geburtstag mit einem in herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche übermittelt. * Der in London eingetroffene General Catroux batte mit de Gaulle eine Besprechung über die Lage in FranMsch-Rordafrika. General Eisenho- wer soll den Wunsch de Gaulles, in Gibraltar eine Konferenz abzuhalten,' abgelehnt haben. Aus dem Reich. Gebrauchte Schulbücher _ werden weiter verwendet. Auch im neuen Schuljahr ist es an den Höheren Schulen nicht möglich, daß jeder Schüler in allen Fächern ein neues Schulbuch erhält. Der Reichser- ziehungsminifter hat deshalb die Schulen für die Dauer des Krieges angewiesen, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß gebrauchte Schulbücher, die noch verwendbar sind, im Unterricht weiter verwendet werden. In besonderen Fallen empfiehlt sich ein A u s t cutl s ch von Büchern auch zwischen verschiedenen Schulen. Stärkerer Gchuleinsah der Lehranwärter. Rach einem Erlaß des Reichserziehungsministers werden aus Kriegsgründen die Anwärter und Anwärterinnen, die 1943 in das 5. Ausbildungsjahr der Lehrerbildungsanstalten gehen, zum Schuljahr- beginn im Herbst 1943 den Volksschulen zu Oinem verlängerten schulpraktischen Einsatz zugewiesen. Der Einsatz erfolgt nur an mehrklassigen Schulsystemen und nach einer unter Kürzung der Sommerferien erzielten verstärkten berufspraktischen Ausbildung. Aus aller Wett. „ Neue Erdstöße in Süd- und Mtlelamerika. Seit dem letzten schweren Erdbeben in Chile geht über ganz Süd - und Mittelamerika eine Welle vulkanischer Erscheinungen und leichter Beben. Vor allem aus Chile, Peru und Mexiko werden ständig Erdstöße gemeldet. In Mexiko hat der vor wenigen Wochen in einer Ebene entstandene Vulkan Paricutin inzwischen den Umfang eines Berges von mehreren hundert Metern Höhe angenommen. Die Laoa- masfen wälzen sich immer weiter an die umliegenden Ortschaften heran, der Himmel ist in weitem Umkreis durch Aschenwolken verdunkelt. Auch eine größere Anzahl von mittelamerikanischen Vulkanen, die bereits als erloschen galten, ist wieder in Tätigkeit getreten. Wiedersehen am Billard. Ein überraschendes Zusammentreffen gab es dieser Tage in einem Hotel in Gentofte nahe der dänischen Hauptstadt. Ein Handwerksmann begab sich in dieses Hotel, um sich in der Billardstube ein wenig die Zeit zu vertreiben. Dabei sah er einigen jungen Spielern zu, unter denen ihm besonders ein junger Mann wegen seiner hervorragenden Fertigkeiten imponierte. Er sprach ihn an, und bei der Vorstellung ergab sich, daß beide gleichen Namens waten. Es war ein Sohn des Handwerksmannes, von dem er 17 Jahre lang nichts mehr gehört hatte. Das Altenburger Schloß der Stadl geschenkt. Durch einen Scheäkungsakt des Herzogs ging das Altenburger Schloß samt Marstall, Forsthaus und Gärtnereien in das Eigentum der Stadt Altenburg über. Gleichzeitig mit der Schenkung wurde der Stadt Altenburg eine Summe von 250 000 RM. für bauliche Erhaltungsmaßnahmen überlassen. Für die Betreuung des Schlosses wird ein Schloßhauptmann eingesetzt. Nach dem Kriege plant die Stadt als neue Eigentümerin des 1000jährigen Fürstenschlosses die Wiederaufnahme der Freilichtspiele, die Ausgestaltung des Thronsaals als Stätte für Kon- zertveranstalttlngen und den Ausbau der Sammlungen. ______ Aus der Siadi Gieße«. Altpapier als Rohstoff. Zu Beginn des Krieges hat es manche Leute gegeben, die glaubten, über den Wert der Sammlung von Allpapier sich skeptisch äußern zu dürfen. Sie konnten gerade im Altpapier nicht einen Faktor sehen, der im Dienste des Kriege» nicht nur brauchbar, sondern notwendig sein würde. Heute ist wohl jedermann davon überzeugt, daß das Altpapier ein kriegswichtiger Rohstoff' ist, der der Erfüllung großer kriegswichtiger Aufgaben dient. Das Altpapier wird gerade für Kriegszwecke in der Hauptsache benötigt. Ein großer Prozentsatz dient der deutschen Wehrmacht unmittelbar, ein weiterer noch größerer Prozentsatz wird von den Lieferanten der Wehrmacht benötigt, der Rest kommt anderen kriegswichtigen Aufgaben zugute. Die technischen Verwendungsmöglichkeiten des Alk- papiers haben gerade während des Krieges eiye bedeutende Vervollkommnung erfahren. Infolgedessen kann der Rohstoff Altpapier heute zur Herstellung von Gegenständen verwendet werden, wie man es früher nicht für möglich gehalten hätte. So gibt es beispielsweise Jsolierrohre, die steinhart sind und aus Sttohpapier als Grundstoff angefertigt werden, Umhüllungen von Staubsaugergeräten, Kanister, Büchsen, Flaschen, Hüllen und Schachteln, die ebenfalls als Rohstoff Altpapier haben und bann nach dem Füllgut oder Verwendungswerk mit Kunstharz oder einer Imprägnierungsflüssigkeit zurecht gemacht werden. Auch Fahrradgriffe, Fässer, Tüten aller Art und viele andere Gebrauchsgegenstände liefert uns heute der Rohstoff Altpapier. Welche Bedeutung der Einsparung und Ablieferung auch der kleinsten Mengen von Altpapier zukommt, kann man am besten an einem Zahlenbeispiel ersehen. Wenn beispielsweise in jedem deutschen Haushalt täglich nur eine einzige gebrauchte, nicht mehr verwendungsfähige Papiertüte aufbewahrt würde, so würde das nach 14 Tagen bei 20 Millionen deutschen Haushaltungen die Summe von 280 Millionen alten Papiercküten ergeben. Nimmt man das Gewicht einer Tüte nur mit zwei Gramm an, so erhält man 560 000 Kilogramm Altpapier, mit denen man rund 1850 Raummeter Holz ersparen kann. Allein für den Transport dieser Menge Holz brauchte man nahezu zwei normale Güterzüae. Es kann also durch sinnvolle Spar- samkett noch sehr viel Altpapier herausgeholt werden, und es muß noch sehr viel mehr Altpapier zur Ablieferung kommen, damit sowohl für kriegswichtige Zwecke als auch für den zivilen Sektor die Herstellung wichttger Gegenstände verbreitert werden kann. Um unnütz lagerndes Altpapier für diese Zwecke freizumachen, sind verschiedene Maßnahmen getroffen worden, u. a. ist die Aufbewahrungsfrist für kaufmännische, Schriften von zehn Jahren auf fünf Jahre herabgesetzt worden; dadurch wird schon sehr viel Altpapier frei. Aber auch die Haushaltungen müssen noch einmal eine gründliche Musterung in ihren Papierbeständen vornehmen. Die „Altpapiersammlung 1943" muß ein noch größeres Ergebnis haben als die bisherigen Altpapiersammlungen. Also' sammelt Altpapier! Kür Tapferkeit vor öem Keinüe. Der Oberarzt Dr. Eitelkraft Müller aus Gießen, Liebigstraße 39, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz IL Klasse ausgezeichnet. Zugendfilmstunde des Bannes 116 im Lichtspielhaus. Die Hitter-Jugend des Bannes Gießen (116) veranstaltete am gestrigen Sonntagvormittag im Lichtspielhaus eine feierliche Jugendfilmstunde, zu der die Jungen und Mädel des Jahrganges 1932/33, die jetzt in das Jungvolk bzw. in den Jungmädel- bund aufgenommen werden, als Ehrengäste des Bannes 116 eingeladen waren. Im Auftrage des dienstlich verhinderten K.-Bannführers des Bannes Gießen (116), Hauptgefolgschaftsführers Wolf, begrüßte Oberscharführer H a l l b r o t h die jungen Kameradinnen und Kameraden des Aufnahmejahrgangs mit einer kurzen Ansprache, in der er sie auf das große Erleben ihrer Aufnahme in die Kameradschaft der Hitler-Jugend besonders hinwies und sie herzlich willkommen hieß. Diese festtiche Jugend- filmstünde solle ihnen dazu einen schönen Austakt vermitteln und sie auf die Aufnahmefeier am Montag, 19. 'April, vorbereiten. Mit diesem Tage roerbe für sie ein neuer Lebensabschnitt beginnen, auf den sie jetzt schon ihre Blicke richten sollten. Im Anschluß an die kameradschaftliche Begrüßung wurde der Film „Robert Koch" vorgeführt, der die Jungen und Mädel mit dem Leben und dem Wirken eines großen Deutschen bekannt machte. Die Gießener Ortsgruppen der Partei veranstalteten am gestrigen Sonntagvormittag in der Aula der Universität eine Gedenkstunde für die Gefallenen dieses Krieges, insbesondere für die Gefallenen aus dem Bereiche der Gießener Ortsgruppen. Zu der eindrucksvollen Feier waren die Angehörigen der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kämpfer, außerdem zahlreiche Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden sowie Abordnungen der Iugeyd erschienen. Die Stirnseite der Aula war in schöner Weise mit frischem Grün und Blumen geschmückt, während an der Wand ein von Tannew arün eingefaßtes Eisernes Kreuz an den heldenhaften Einsatz unserer Gefallenen erinnerte. Die Feierfolge der weihevollen Stunde leitete das Streichquartett des Städtischen Orchesters mit dem Spiel von Franz Schuberts langsamem Satz aus dem nachgelassenen Streichquartett d-moll eist. Dann lenkte der Kreiskulturhauptstellenleiter Alwin Rüffer in einer Lesung aus dem Tagebuch eines Gefallenen „Der Brückenschlag über den Tod" von Herbert Lange die Gedanken der Feiergemeinschast hin zu dem kraftvollen und blühenden Leben des Soldaten und zu seinem heroischen Sterben für Volk und Heimat, für Frau und Kind, zu seinem letzten Wünschen und Hoffen auf die Fortführung seines Werkes durch feine Kinder im Dienste feines Volkes, für das er den Opfertod in der Schlacht auf sich nahm und dadurch in die Unsterblichkeit unserer Helden veinging. Das Ave verum von Mozart bildete den feierlichen Nachklang dieser Lesung. Dann hielt Kreispropagandaleiter Zinser die Feieranspräche, in der er die Gedanken seiner Hörer auf das gewaltige Problem Krieg und Sieg richtete, in dem es nicht nur auf Ueberlegen und Handeln, sondern vor allem auf die Tat ankommt. Unsere Gefallenen haben die irdische Hülle abgeftreift und stehen jenseits unserer engen Begrenztheiten, sie starben in der Blüte ihrer Jahre, das große Ideal frei und ungetrübt vor Augen. Unsere Gefallenen sind höher gestiegen, als wir zu steigen vermögen. Denn wer sein Blut für sein Volk, für seine Kinder gibt, der vollbringt damit das größte Wunder der Volkwerdung. lieber unser Begriffsvermögen hinaus wird er als geschichtliches Werkzeug gelten. Es ist nicht leicht, aber doch ehrenvoll, für das Vaterland zu fterben. Die Hingabe des eigenen Lebens ist die Krönung alles Opfersinns. Durch die höhere Ethik des Krieges, die uns die richttge Auffassung von Volk, Reich und Staat gab, haben wir gelernt, was es heißt, als Angehörige einer großen natto- Die britische Äabbrandbombe ziett in der weniger bekannten modernen Form darauf ab, die Selbstschutzkräfte von der rechtzeitigen Bekämpfung abzuschrecken. Hauptmann (W) Walter Reichmuth vom Reichsluftfahrtministerium berichtet hierzu in der „Sirene", wie auch dieses Ziel der britischen Mordbrenner' nicht erreicht werden wird, da es sehr wohl möglich ist, auch die neuen Stabbrand- bomben wirksam zu bekämpfen. Erzeugt der Gegner mit seinen Brandbomben unangenehmen Qualm, so setzt man die Gasmaske auf; als er glühende Brocken Herumfliegen ließ, hielt man einen Schutzschild oder ein Möbelstück vor sich. Neuerdings erzeugt er mit Sprengköpfen Splitter mit größerer Durchschlagskraft. Da legt man sich hinter eine Mauer oder einen gemauerten Schornstein und bekämpft von dort das Feuer mit dem Wasserstrahl der Lustschutz-Handspritze. Zpm Abwurf der Stabbrandbomben verwenden die Briten einen rechteckigen Abwurfbehälter, der unten offen ist und dessen Oberseite eine Aufhängeöse enthält. Zum Einsatz von Phosphorbomben 14 kg wird der Behälter in zwei Fächer eingeteilt; in jedes Fach kommen vier solcher Bomben. Für Stabbrandbomben werden drei Fächer mit je 30 Bomben geschaffen. Bei Auslösung des elekttischen Haltebügels können sich alle drei Blechkästen mit ihren insgesamt 90 Stabbrandbomben entleeren. Dabei haben diese Bomben eine Streuwirkung von etwa 120 bis 150 Meter in der Länge und, bei mittlerer Abwurfhöhe von etwa 2000 Meter, von 30 bis 75 Meter in der Breite. Es kommen hiernach auf ein gewöhnliches Großstadthaus in den meisten Fällen kaum mehr als drei bis fünf Stabbrandbomben. Selbst in großstädtischer Bebauung bedecken die Gebäude höchstens 15 bis 25 v. H. der Gesamtfläche. Danach werden also voraussichtlich etwa 80 v. H. der im Streuwurf abgeworfenen Brandbomben auf die Straße, die Hinterhöfe» nalen Gemeinschaft dem Schicksal des Reiches so nahe zu fein. Aber noch wichtiger ist die große Umarmung an der Front. Dort kämpft, blutet und tirbt der Arbeiter und Dauer neben dem Reprcst en tanken des alten deutschen Schwertadels. Damit vollzieht sich eine soziale Umgruppierung in unserem Volke, die im tiefsten Wesen dem Nationalsozialis« mus entspricht und den Krieg zu einem gewaltigen geschichtlichen Gemeinschaftserlebnis macht. Damit vollbringt die Front einen stärkeren Durchbruch zum sozialen Gemeinschastsbewußtsein als alles Wirken in der Heimat. Das. Heer unserer Gefallenen tjat die Waffen nicht niedergelegt. Unsere Gefallenen marschieren mit uns weiter, sie sind mitten unter uns, sie werden nicht veraessen sein, ihr Leben und Tod ergänzen sich, denn Leben und Tod lösen sich einander ab, um immer wieder neues Leben zu gebären. Die Nation ehrt und achtet die Hinterbliebenen als Träger eines schweren und herben Schicksals. Den Toten aber haben wir allezeit zu danken und immer wieder zu danken dafür, daß wir leben dürfen und daß sie durch ihren Opfertod Heimat, Hof und Vaterland und uns alle vor der Invasion durch den brutalen und tierischen Feind Bolschewismus schützten. Für dieses Heldenopfer ist Stalrngrad dem deutschen Volke ein besonderes Fanal geworden. Unsere Gefallenen verlangen von uns, baß wir ihr Werk fortsetzen und uns mit allen Kräften für unser Land, für Europa und für die von uns er strebte europäische Neuordnung einsetzen, daß wir in der Heimat den Kameraden an der Front mit allen Kräften beistehen und uns stets der Größe dieser verpflichtenden Aufgabe bewußt sind. Wenn mir dieser Forderung entsprechen, sind wir des großen Opfers unserer Gefallenen wert, und damit danken wir chnen und vor allem auch dem Fübrer, bem wir mit aller Kraft und und zu jeder Svunde helfen wollen, den Sieg zu erringen, um damit bem Opfertod unserer Gefallenen tiefften Sinn und höchste Krönung zu geben. Anschließend folgte bei gesenkten Fahnen das pacfenbc Gedenken an die Gefallenen der Gießener Ortsgruppen und zugleich mit chnen an alle Gefallenen unseres Volkes an den verschiedenen Fronten, an denen sie ihre Treue und ihren Einsatz für Führer, Volk und Reich mit der Hingabe ihres Lebens besiegelten. Dann beschloß das Streichquartett des Städtischen Orchesters die denkwürdige Stunde mit dem Spiel der Variationen über das Deutschlandlied aus dem Kmserquartett von Josef Hayd-n. Grünanlagen fallen. Hiernach stehen also gewöhnlich zur Bekämpfung jeder Stabbrandbombe eine oder mehrere Personen zur Verfügung. Kleine Häuser, in denen weniger Leute wohnen, bieten auch nur kleinere Zielflächen und haben mit weniger Bomben zu rechnen. Bei Ausnutzung famt- licher Aufhängevorrichtungen für Brandbomben ist es einem viermotorigen Flugzeug möglich, etwa 20 Behälter zu je 90 Stabbrandbomben einzu- bauen. Ab ex das wird nur selten vorkommen, weil der Gegner immer eine geroiffe Anzahl von Sprengbomben mitnimmt. Die Stabbrandbombe gibt bei ihrem Einschlag und ihrer Entzündung nur ein sehr geringes Geräusch ab, was bei starkem Flakfeuer kaum gehört werden kann. Deshalb sind häufig Kontrollgänge 'durchzuführen. Zweckmäßig wird ein Angehöriger der Luftschutzgemeinschaft im Kellereingang so aufgestellt, daß er die Straße oder den Hof beobachten kann. Wenn auf Straße oder Hof Brandbomben brennen, sind fast sicher solche auch in das Haus gefallen. Dann alarmiert der Beobachter schnell die Selbstschutzkräfte des Hauses. So ist es möglich, in spätestens 1 bis 1% Minuten die Brandbomben im Haufe zu finden und rechtzeittg zu bekämpfen. In den meisten Fällen bedeutet ein ausgebrannter Dachstuhl oder eine ausgebrannte Wohnung eine sichtbare Anklage gegen die Lustschutzgemeinschaft, die die Bekämpfung der Brandbomben entweder zu spät oder unsachgemäß durchgeführt hat. Sicherung der Kleidung und Haushaltswäsche gegen Fliegerschäden Es liegt im eigenen Interesse jedes Volksgenossen, dafür zu sorgen, daß bei Fliegerschäden der Verlust an Kleidungsstücken und Haushaltswäsche vermieden oder möglichst klein gehalten wird, da bekanntlich bei einem Totalschaden nicht die gesamte Kleidung Der Umgang mit der britischen Stabbrandbombe Selbstschutz ist nicht abzufchrecke«. (Nachdruck verboten.) 2. Fortsetzung., Vom Schicksal verweht Roman von Holla Gutkelch Forster spürt hinter dem undurchdr ingl i che u Lächeln des Gouverneurs die drohende Gefahr, 'aber er bleibt fest. „Verzeihung, Exzellenz, das ist absolut möglich, aber Sie dürfen von uns keine Wunder erwarten, wir können nicht mehr tun, als unser Leben einsetzen. Dr. Wilder ist beim letzten llebersall auf die Dschungelstation ermordet worden. Das wissen Sie. Dr. Lewis und Gomez arbeiten trotzdem auf dieser Station. Wir tun mehr als unsere Pflicht, aber solange man uns nicht die notigen Machtmittel zur Verfügung stellt ..." , „Wir wollen uns doch nicht im Kreise drehen, lieber Professor", fällt der Gouverneur ungnädig em. „Ick) habe Ihnen gesagt, das ist unmöglich. Mit «Zynischem Unterton wendet er sich seinem anderen Besucher zu: „Es sei denn, daß Mr. Sedgewick auf seine Kosten ..." . , Sedgewick ist ans Fenster getreten durch die -Lücken in her Jalousie blickt er -auf hie ©trafje, ’M-her ein Obstverkäufer mit viel Stimmaufwand 'feine Waren anpreist. Erschrocken fährt er bei den Worten Parkers herum. „Den Deibel werde ich ■tun. Ich habe genug durch diese verdammte JKa° llaria verloren! Jetzt haben Sie dafür zu sorgen, 'M ich nicht noch mehr verliere." Plötzlich verzerrt fstch sein Gesicht, er greift nach dem Herzen, sinkt in ffich zusammen. Mühsam rafft er sich wieder auf mnd hält sich krampfhaft an der Kante des Schreib- liisches fest. - . n. „Mr. Sedgewick!" kommt es entsetzt von den Lip- ll>en des Gouverneurs. .... , Auch Professor Forster eilt herbei er fuhrt den Wankenden zu einem Sessel und prust leinen P Malaria, Sie müssen sofort ins Hospital. ,Hch hätte es nicht für möglich gehalten, daß man hier mitten m der Dschungel schwerer zu einer Orchidee kommt, als in den Hauptstraßen der großen Städte! Dort geht man einfach in ein Geschäft, fragt: Meines Fräulein, ich möchte die drei Blüten aus der Vase ganz links im Fensters, hier dagegen — verdammt noch mal ..." Aergerlich schlägt Dr. Bob Lewis, Arzt am Hygiene-Departement Punta- marra, mit seinem Buschmesser in das Lianen- qestrüpp des Baumes, auf dem er und fein Kollege Dr. Gomez sich einen Tierfänger-Hochsitz errichtet haben. Ihre einzige Unterhaltung in der Einsamkeit der Dschungelstation ist die Jagd auf seltene Schmetterlinge. Aber so sehr sich auch Bob Lewis um dep Orchideenzweig mit den handgroßen, bizarr geformten rosa Blüten bemüht, der seine Luftwurzeln mit Harzpech auf einen Ast des Baumes gekittet hat, er erreicht ihn nicht. „Was wollen Sie mit dieser Kostbarkeit der Natur?" lacht Gomez. „Unseren .fürstlichen' Bungalow schmücken, oder die Blüten einer dicken schwarzen Dschungelschönheit überreichen?" Mit freundlichem Spott betrachtet der aus einet seit Jahrhunderten auf der Insel ansässigen Kreolenfamilie Stammende den Jüngeren, der sich den weißen Tropenhelm abgenommen hat und "sich mit einem seidenen Tuch das schweißnasse Gesicht wischt. Das Tuch riecht nach Juchten-Parfüm. „Ach, ich will doch morgen nach Puntamarra fahren, um Professor Forster Bericht zu erstatten, und da werde ich auch unsere Kollegin Dr. Larsen sehen. Virgin liebt Orchideen." „Soso. Aber bis Sie in der Stadt sind, wäre der ganze Blütenzauber längst verdorrt. Steigen wir hinunter, mir ist nach einem Bad zumute." Bob Lewis folgt zögernd dem Kreolen. Seine blauen, ein wenig schwärmerischen Augen hängen noch immer an dem Orchideenbüschel tn der Baumkrone. Der für einen Mann fast zu schöne und weiche Munh lächelt halb. Während er sich mit der einen Hand an der Strickleiter feschält, schnippt er ein Stäubchen von den tadellos weißen Leinenshorts. „Ich glaube, Lewis, Sie wollen nicht begreifen, daß das Leben in der Dschungel Kampf bedeutet", philosophiert Gomez im Abwärtssteigen. „Das ist hier fy: Denken Sie sich einen großen Tropenfrosch, der behaglich eine eben gefangene Fliege verzehrt. Schon entdeckt ihn eine Schlange unter seinem Blätterdach, und er verschwindet in ihrem Rachen. Dabei beobachtet sie ein Raubvogel, senkrecht stößt er hinunter, seine Fänge schließen sich um die zuckende Schlange .. Plötzlich senkt Gomez den Kopf, ihm ist, als habe er das Schwirren eines Pfeiles gehört. Unter sich sieht er einen Dschungelneger, der nach einem Geier schoß, dessen Körper jetzt durch die Zweige des Baumes zur Erde poltert. Eine Schar kleiner Sittiche stiegt kreischend auf. Eine Affenherde linzt herunter. Lachend bückt sich der Schwarze, um seine Beute aufzuheben. Da bemerkt Lewis, einen Panther, der durch das hohe Gras schleicht. Fast am Boden kriecht die große Katze. In den Schrei des Negers kracht ein Schuß. Fassungslos blickt Gdmez auf Dr. Lewis, der, das Gewehr auf der Wange, bereits den zweiten Schuß abgrbt. Die beiden Männer gleiten vom Baum, denn der Schwarze mach: ihnen ein Zeichen, daß dex Pancher zu Tode getroffen ist. „Donnerwetter, Lewis, ich nehme mein Urteil von vorhin zurück. Sie sind doch ein ganzer Kerl", meint Gomez anerkennend. Der Kreole wendet sich dem Neger zu. „Und du, mein Junge, hast Glück gehabt!" Aber statt irgendwelcher Dankesbezeugungen starrt der wohlwollend Angesprochene die beiden Aerzte mit angstvoll aufgerissenen Augen an. Als Lewis ihm freundlich die Hand auf die Schulter legen will, entwindet sich ihm der glatte Körper und sagt mit schnellen Sätzen tn das Gewirr der Dschungel. „Ich möchte wissen, warum die Kerle immer aus- reißen, wenn man sie mal allein antrifft!" murmelt Bob verdrossen. Gomez lächelt. „Dschungelgesetz — der Schwache muß immer laufen, sonst wird er vom Stärkeren gefressen!" „Na, daß wir ihn nicht fressen wollten, konnte er sich doch wohl denken!" schüttelt Lewis den Kops. „No ~ in der Dschungel heißt es erst laufen, dann denken. Wenn man erst denkt, kommt man nicht mehr zum Laufen — bann ist man schon gefressen!" „Na, da bin ich nur gespannt, wer uns frißt!" In diesem Augenblick reiß Gomez schnell den Kollegen zur Seite. Ein Speer zischt haarscharf an Lewis vorbei, bohrt sich in den Boden, der Schaft zittert'noch von der Gewalt des Wurfes. Und nun erklingt plötzlich der abgehackte Rhythmus einer Lckkoki, der Signaltrommel der Schwarzen. „Die Lokoki sagt: N'gombi n* fu m'komba! Der weiße Teufel, der uns krank macht?" übersetzt Gomez mit bitterem Lächeln. Bob Lewis ist erregt. „Und dabei will man diesen Idioten helfen. Gomez, wenn ich wüßte, daß die Weißen an der Küste verrecken, sollte es uns nicht gelingen, die Neger zur Impfung gegen Malaria zu bewegen, bann ...", er macht eine Bewegung, als wollte er am liebsten die Arbeit hinwerfen. „Die Malaria sitzt hier in den Negersiedlungen, und solange das der Fall ist, wird sie immer wieder nach Puntamarra geschleppt werden. Uebrigens, unter diesen Umständen", er beutet auf den Speer, „lasse ich Sie keinesfalls mit den paar Hausnegern hier allein. 2ldieu, Sektabend mit Virgin im Country- Club." Mit schnellen Schritten, sich immer wieder vorsichtig umsehend, gehen die beiden "^rzte zur Dschungelstation zurück. x (Fortsetzung folgt.) Aeuer Erfolg der heimischen Schafzucht SJl.-tfport der £ Schuhcreme einsparen! Z •ingetr, Wi. ;en trauern Betriebsführer Mit den der Ludwigs-Universität Gießen. 1183V GuRolin-Fobrik Köln L •bizyckv^h 1194 D STREUDÖS6 <3 Pf BEUTEL 40 Pf. Marburg, Großen-Buseck. 1193b NIVEA Elise ihren die Nr. 5701—5900 die Nr. 9701-10600 beschickt. Es kosteten 40 bis 50 RM., 8 55 RM., 10 bis 12 pro Stück. Bei sehr Auftrieb rasch völlig von Fa. 21. Kock Nachf. von Fa. Nordsee..... starker Nachfrage wurde verkauft. 6 bis 8 Wochen alte Tiere bis 10 Wochen alte 5Oi bis Wochen alte 55 bis 60 RM. Wir haben uns verlobt Margot Becker Egon Kunkelmann Feldwebel der Luftwaffe KINDER PUDER Danksagun&.Für die vielen Beweise der Anteilnahme bei unserem schweren Verluste unseres lieben, treusorgenden Vaters Kaufmann Wilhelm Jun# VIII. sowie für die letzten Ehrungen am Grabe danken wir allen herzlichst. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen-Klein-Linden (Ecke Frankfurter Straße und Wetzlarer Straße), im April 1943. 02390 und Gefolgschaft der Fa. Georg Diener, Hofheim/Ts. um ihren unvergeßlichen Arbeitskameraden. 1192 D Bon der Börse. Unveränderte Aktienmärkte. Frankfurt a. M., 9. April. An den Aktienmärkten hat sich die Situation nicht geändert Die Nachfrage ist weiterhin so groß, daß bei dem mangelnden Angebot selbst Rationierungen nicht mehr möglich sind. Der Kursstopp wird — nachdem am 31. 3. bei einigen wenigen Aktien eine gewisse Auflockerung zugelassen worden war, so bei Siemens und Hoesch — straff gehandhabt. Am Rentenmarkt standen die Reichsschatzanweisungen weiterhin im Mittelpunkt des anlagesuchenden Kapitals, zumal auch in Jndustrieobli« gationen nur geringfügiges Material verfügbar ist. Es scheint, daß die u. a. durch die Hauszinssteuerablösung seinerzeit freigewordenen Bestände inzwischen schon weitgehend wieder placiert sind und daß mit der Auflegung einer neuen Folge doch in Bälde gerechnet werden kann. Bemerkenswert ist, daß auch bei Industrieobligationen schon zu Rationierungen geschritten werden mußte. Treffer wußten jedoch Kraft und Mainz, die sich mit ganzem Können dem Ansturm entgegenstellien, zu verhindern. Nach dem Wechsel war es der Linksaußen Schmidt, der durch eine Täuschung Wimmler und Leuning ausschaltete und auf 2:0 erhöhte. Der Sportverein schaltete jetzt einen Gang höher, doch die Blau-Weißen gingen mit. Dem vermehrten Angriffswillen der Gäste wurde mit geballter Verteidigung begegnet mit dem Erfolg, daß lediglich ein Lattenschuß von Dietsch die einzige Gefährlichkeit hervorrief. Beim Fußballsportverein merkte man die Schule im Spiel. Dietsch und May, sowie der gut eingeschlagene van Rhoden waren die Träger der Abwehr, Kohler und Weber sorgten für den Aufbau, und der Sturm operierte nach der Leitung der Halbstürmer, das Toreschießen dem Mittelstürmer und den Außenstürmern überlassend. 1900 mußte sich bei dieser Mannschaft lediglich auf eine defensive Spielanlage beschränken. Die Höhe des Resultats ist deshalb auch ein Erfolg der Abwehr, wobei Kraft und Mainz ein besonderes Verdienst gebührt. Bei allen übrigen war der Eifer lobenswert. Schiri Ruhmann war ei» aufmerksamer Leiter. Handball der HZ. Spiel um die Gebielsmeislerfchaft. Bann 88 Wetzlar — Bann 116 Gießen 1 4 : 1 0 (9 : 4). Im ersten Spiel um die Gruppenmeisterschaft der Bann-Auswahlmannschaften mußte die Vertretung des Bannes 116 Gießen eine knappe Niederlage einstecken. Dadurch wird man den Vorjahreserfolg wahrscheinlich nicht wiederholen können. Durch Ausbleiben zweier Spieler mußte die Mannschaft umgestellt werden, wodurch die Schlagkraft der Elf gemindert wurde. Besonders standen Verteidigung und Außenläufer in der ersten Hälfte mancher Situation hilflos gegenüber. Immer wieder ließ man den bekanntesten und besten Spielern des Gegners zu großen Spielraum. Diese nutzten selbstverständlich solche Gelegenheiten jedesmal aus. Der Schlußmann der Gießener vereitelte hier noch manchen Torerfolg. Im Sturm beging man die früheren Fehler, das Spiel nicht genügend auseinanderzu- ziehen. Mit dem Wind spielend eröffneten die Wetzlarer den Torreigen. Gießen gelang es jedoch, sofort auszugleichen. Nach einigen Minuten wiederholte sich dieses Bild. Allmählich übernahmen die Gastgeber das Spielgeschehen und verschafften sich einen klaren Vorsprung, ehe Gießen noch zu zwei Gegentoren kam. Nach der Pause wurde die Mannschaft vollkommen umgestellt. Die Gäste zeigten nun eine ganz andere Leistung. Innerhalb kurzer Zeit wurden zwei Tore aufgeholt, was der Elf großen Antrieb gab. Obwohl auch der Gegner seinen Vorsprung zeitweise vergrößerte, gaben die Gießener nicht auf. Ihren Anstrengungen gelang es, bis auf 10:9 Toren heranzukommen. Der Kräfteverbrauch dieser Drangperiode hatte die Mannschaft allerdings zu sehr erschöpft. Dem Gegner, der nun nochmals zum Endspurt ansetzte, gelang es, den Sieg sicherzustellen. gen, während an zweiter Stelle mit dem Ib-Preis die Stammherde von Otto Rinn, Utphe, stand. Die Böcke waren entsprechend den Bestimmungen in vier Wertklassen eingeteilt, und zwar 16 in Wertklasse I, 19 in Wertklasse II, 56 in Wertklasse III und 6 in Wertklasse IV. Bei lebhafter Nachfrage wurden alle Tiere abgesetzt. U. a. wurde in die Gebiete der Landesbauernschaften Ostpreußen, Rheinland und Moselland verkauft, ein neuer Beweis dafür, daß die Schafzucht in Hessen-Nassau auch außerhalb ihres engeren Zuchtgebietes sich immer mehr durchsetzt. Verschiedene Böcke erreichten die festgesetzten Stopp-Preise, so daß Auslosung stattfinden mußte. Am Vorabend der Absatz-Veranstaltung fand im Gasthaus „Hindenburg" ein Züchter-Abend statt, bei dem durch Dr. Möller, Kassel, offene Kritik über den Stand der Schafzucht und der aufgetriebenen Vatertiere gegeben wurde. Der Vorsitzende des Landesverbandes der Schafzüchter von Hessen-Nassau, Bauer Schuster, Häuserhof, konnte als Vertreter der Landesbauernschaft Hessen-Nassau den Oberlandwirtschaftsrat G r a e b e r begrüßen, der den von dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gestifteten Siegerpreis für die beste Gesamtleistung auf dem Gebiete der Schafzucht dem Züchter Fxhr. Fritz Riedesel zu Eisenbach mit einer Ehrenurkunde des Reichsministers überreichen konnte. Die Sonderkörung war der Körstelle (Tierzuchtamt Gießen) übertragen und wurde von dem Vorsitzenden des Landesverbandes, Schuster, Häuserhof, Tierzuchtinspektor Menges, dem Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes der Schafzüch- ter, und dem Körkommisfionsmitglied Heinr. Bach, Lang-Göns, durchgeführt. Die Gedächtnisfeier für Ludwig Fink Unteroffizier in einem Panzerjäger-Regiment findet am Sontag. dem 18. April, nachmittags 3 Uhr in Großen-Buseck statt. Hausgehilfin 44 Jahre, sucht in Gießen Stellung. Schriftliche Angebote unter 1187D an den Gießener Anzeiger erbeten. Fischverteilung! Am Dienstag, dem 13. April 1943 werden beliefert: von Fa. Fischhaus Cuxhaven die Nr. 1831—2340 Hart und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht,, daß unser geliebter, guter, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber, guter Bruder, Schwager und Onkel, mein innigstgeliebter Bräutigam Ernst Kempf Feldwebel und Zugführer in einem Gren.-Regt. bei den schweren Abwehrkämpfen bei Orel in soldatischer Pflichterfüllung, im Alter von 25 Jahren den Heldentod starb. Er ruht, von uns allen unvergessen, auf einem Heldenfried- bof. In tiefer Trauer: Heinrich Kempf und Frau Elisabeth, geb. Wagner ^-ScharfUhrer Heinrich Kempf jr., und Frau Mathilde, geb. Gerhardt Obergefreiter Helmut Kempf, z. Z. Wehrmacht Erna Helmecke, seine Braut und alle Verwandten und Bekannten. Lieh, Hungen, Pabianice, Gelnhausen, Hödingen, im April 1943. Nach schwerer Krankheit entschlief am 9. April mein lieber unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vati seines Kindes, unser einziger, guter Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn u. Neffe Walter Pieh im Alter von 29 Jahren. In tiefer Trauer: Lina Pieh, geb. Fuchs und Töchterchen Helga Georg Pieh u. Frau Christina, geb. Müller Franz Otto und Frau Anni, geb. Pieh Marianne Pieh Lina Angermann u. alle Verwandten. Gießen (Wetzlarer Weg 55). yie Beerdigung findet Dienstag,' 13. April, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 02392 2)onau- SYlelodien mit Maria Andergast Wolfgang Liebeneiner Georg Alexander Joe Stöckel Oskar Sabo Regie: Willy Reiber Wochenschau • Kulturfilm Heute Montag Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30, 4.45, 7.30 bis einschließl. Mittwoch Jugend hat keinen Zutritt. 1186C ** 75 Jahre alt. Heute begeht Frau Sperling, Mühlstraße 10 wohnhaft, 75. Geburtstag. Der Jubilarin M unser herzlicher Ein eigenes Haus Jetzt durch steuerbegünstigtes Bausparen planmäßig vorbereiten I Verlangen Sie kostenlos den Ratgeber W von Deutschlands größter Bausparkasse Am 11. April entschlief sanft unsere liebe Mutter und Großmutter Frau Elisabeth Leichtweis geb. Bender im 75. Lebensjahre. In stiller Trauer: Anni Leichtweis Ernst Rosenberger u. Frau Tilly, geb. Leichtweis Ilse Rosenberger. Gießen (Sonnenstraße 18), Wiesbaden, den 12. April 1943. . Die Beerdigung findet in der Stille statt. .02396 An alle berufstätigen,ganztagsbeschäftigten Frauen des Kreises Gietzen. Die Deutsche Arbeitsfront gibt bekannt, daß die grünen Einlaufs- ausweise nicht mehr ausgegeben werden, da durch den neuen Fraueneinsatz zu viel Anträge gestellt würden und damit keineswegs den Berufstätigen beim Einkauf gedient wäre. Es wird vielniehr in Kürze eine Aenderung der Verkaufszeiten der Einzelhandelsgeschäfte geben, so daß den Berufstätigen in jeder Hinsicht Rechnimg getragen wird. Vorläufig haben die auSgegebenen Ausweise noch ihre Gültigkeit, die Einziehung wird rechtzeitig bekanutgegeben. 1191D Die Deutsche Arbeitsfront. — Stelle: Frauen. Gießen Karlsruhe i. B. Schwarzlachweg 24 Durlacher Str. 41 10. April 1943 rJrLi Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Heldentodes meines innigstgeliebten Mannes, unseres lieben Bruders und Neffen Willi Dambmann, Uffz. in einem Gren.- Regt., unseren innigsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Müller. In tiefer Trauer: MarthaDambmann, geb.Weitzel und alle Angehörigen. Nicht jede Schuhcreme u» GuHalin Echt nur mit dem Aufdruck. „Guttalin” L Nur in Fodigeithöfte« * Suche 2-3 leere Zimmer m. Kochgelegenheit. - Schriftl. Ang. unt. 02391 an b. Gieß. Anz. Dauermieterin (berufst.), sucht gut möbliertes wimmer, evtl. Wohn- und Schlafzimmer. Schr. Ang. unt. 02299 a.d.G.A. \02387/ Fräulein 29 Jahre, techn. Angestellte, mit guter Vergangenheit, lebensfroh und mit gutem Charakter, wünscht mit einem netten Herrn (auch Witwer) in Bekanntschaft zu treten zweks späterer Heirat. Strengste Diskretion zugesich. Bildzuschrift unter 1199D an den Gieß. Anzeiger. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich WUhelm Lange. Stellvertreter deS Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtotr für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckeret R. Lange K.G. BerlagSleiter: Dr.°Jng. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. Anzeigenleiter: Hans Beck. — Anzeigenpreislifte Nr. 6. VM. Unerbittlich hart traf uns das Schicksal n?it der Nachricht, daß unser innigst- geliebter, treuer, braver Sohn, Bruder, Bräutigam, Neffe, Vetter und Pate August Müller Unteroffizier in einer Panzerjäger-Abtl. Träger des E. K. 1 u. 2, der Rumänischen Tapferkeitsmedaille, des Verwundetenabzeichens, des Sturmabzeichens, der Ost- medaille, des Krimschildes und anderer Auszeichnungen am 11. März 1943 im Alter von 28 Jahren in einem Feldlazarett an seiner Verwundung gestorben ist. Auf einem Heldenfriedhof im Osten fand er seine letzte Ruhestätte. In Treue zum Führer gab er sein Leben für unser Vaterland. In tiefem Schmerz: Familien August Müller und Jentzen Monika Schäfer, als Braut. Gießen (Schiffenberger Weg 39), Gießen-KIein- Linden, Berlin-Dahlem. Mit den Angehörigen des gefallenen jungen Helden trauern Direktor und Gefolgen der Bibliothek | Mietgesuche | 2-3 Zimmer teilweise möbl., mögl. mit Bad, Telephon, i. gut. Wohnl.l Gartenvorstadt), vorl. für 12 Monate v. gebild. Dame gesucht. Schrift!. Ang. unt. 1154D an o. Gieß. Anz. Schön möbliert. Zimmer ob. Teilwohn., «in der Nähe Kaiserallee oder ähnliche Lage, v. gut situiertem Beamten sofort zu mieten gesucht. - Schrift!. Ang. uns. 02362 an d. Gieß. Anz. | Verschiedenes | Fleischkarte, auf den Namen Abel laut., SamStag- früh gefunden. 02386 Abzuholen: Wieseck. Weg 40 bei Kettner, iw. 12u.l4 Uhr. Herr.-Svortuhr m.br.Led.-Armb. am 8. April von Bahnhofstr. 30, Seltersweg, Kaplansgasse verloren. - Der Find.w. geb.,die Uhr geg. Bel. w. abzug., da sie ein And. ist. Wwe. Else Boßveter, 02389 Gießen, Bahnhofstr. 30, bei Rüsing. Zuchthaus wegen Abhörens von Auslandssendern. Lpd. Darmstadt, 10. April. Obwohl ihm auf Grund seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit der Sinn und die kriegswichtige Bedeutung der Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnah- men besonders bekannt und geläufig waren, hörte der 36jährige Gustav Liedme aus Darmstadt mehrmals di^Hetz- und. Nachrichtensendungen des feindlichen Rundfunks ab. Das Sondergericht in Darmstadt verurteilte ihn zu. 1 Jahr 6 Mona t e n Zuchthaus und zu 2 Jahren Ehrverlust. Beine ürsprugn* xengBlne, loitbero nur Zeu^nt» abschrtften dem Br wrrbungSschretben beilegen I — LichtbUder undBewerbungsunter» lagen müssen zur Vermeidung von Verluste« auf der Rückseite Ra. men und Anschrift bei Bewerber« tragen! Da meine gute, ehrliche WsWerln die fast 20 Jahre bei mir war, sich zur Ruhe seht, suche ich baldigst eine tüchtige Hafflolgenn. Bin alt. Witwe tu. klein. Haush. Grobe Wäsche wird auSgegeb., Gartenarbeit ist auch nicht. nsaD Familienanschl. Zuschriften an FrauA. Gubba, Büdingen (Hessen), Bahnhofstr. 31. MeiueAnz eigen im Gießener Anzeiger werden von Dauienden beachtet und gelesen, Am 6. April 1943 erlag in einem Reserve- Lazarett an den Folgen' seiner schweren Krankheit mein innigstgeliebter Mann, der immer liebevolle Vater seines einzigen Söhnchens, unser braver, lebensfroher Sohn, lieber Schwiegersohn, guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Karl Theodor Schwalb Obergefreiter in einem Gren.-Regt. im blühenden Alter von 26 Jahren. In unsagbarem Schmerz: Minna Schwalb Wwe., geb. Leib und Kind Hans-Theo Wilhelm Schwalb u. Frau, geb. Schaum Eugen Schwalb und Frau und alle Angehörigen. Gleiberg, den 12. April 1943. Mit den Angehörigen trauern um einen lieben, fleißigen Arbeitskameraden Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Franke & Co., K.-G., Optische Werkstätten. Ein- oder ZweiMlieohaoe z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 118^D a.d.G.A. Teppich, 300/450, 200/300 U. 400/550 cm, u. 3teil. Bettumrand., Wäscheschrank, weiß, elektr. Eisschr.. 1 kpl. Bett, 1 Kleiderschrank, gut erh., neuw., gegen sof. Kasse z. lauf. ges. Habe 1 Klavier abzug., evtl, tausche gegen Obiges. 1153D lofef Wiesner, Korb« sabrik,Frankfurt a. M. Senckenberg-Anlage 3. Telephon 72641. Rechnungen bei Brühl, Gießen Salbt» hauchdünnes Auf. »ragen genüg». Er*» »rechnen Ionen. Dann er*» bunten u. polieren. Der Glanz wird * ebener und man *por» Dom Fußball. 1900 — F.-Sp.-V. Frankfurt a. 7N. 0:2 (0:1). Mit diesem Ergebnis dürfen die Blau-Weißen mehr als zufrieden sein, zumal Kraft II. und Weniger nicht zu erwarten waren und Löser diensüich verhindert war. Dafür erschienen zwar Lippert und Gans- ersterer mußte jedoch infolge noch nicht ausgeheilter Verwundung zuschauen, während Gans für Löfer einsprang. Man mußte also ohne die erhofften Verstärkungen antreten. Der Sportverein hatte an der angekündigten Aufstellung ebenfalls Aenderungen vornehmen müssen. Für Rückel führte Schlagbauer den Sturm, und am rechten Flügel stürmte Görlach für Feige. Dies bedeutete weiter keine Schwächung. Der Spielverlauf bestätigte die Annahme in unserer Vorschau. Dem technischen Können der Gäste war unser heimischer Vertreter nicht ganz gewachsen. Die Blau-Weißen mußten sehr viel laufen. Dadurch erreichten die Sportler jederzeit eine deutliche Feldüberlegenheit. In der 18. Minute kam dies durch den Rechtsaußen Görlach mit dem Führungs- 'treffer auch zahlenmäßig zum Ausdruck. Weitere Der Landesverband der Schafzückter in Hessen- Nassau hielt am Samstag.seine 6. Absatzoeranstal- tung von Schafböcken des deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes in der Zuchtvieh!)alle Rhein-Main in Gießen bei großer Beteiligung von Kauflustigen ab. Bereits an den beiden Vortagen erfolgte die Sonderkörung der Schafböcke und das Richten der Da- tssrtiere durch Dr. Möller, Kassel, und Admini- strator Hold, Waitzrodt. (Bez. Kassel). Insgesamt waren 97 Schafböcke aufgetvieben. An dem Auftrieb waren beteiligt die Frhrl. Riedeselsche Gutsverwaltung Eiseizbach mit 19 Böcken, die Gutsverwaltung Herborn mtt 5 Böcken, die Genossenschaftsherde Lang-Göns mit 14 Böcken, die fürstliche Gutsverwaltung Lich mit 9 Böcken, die Genossenschaft sh erde Niederkleen mit 5 Böcken und die Stammzuchten Heinrich Wicke, Rudlos, mit 16, und Otto Rinn, Utphe, mit 29 Böcken. Die aufgetriebe- nen Schafböcke haben auch in diesem Jahre im allgemeinen gut gefallen. Den la-Wollsammlungspreis konnte die Genosfenschaftsherde Lang-Göns erzielen, die mit dem Bock Katalog-Nr, 77 (Züchter Karl Müller I I I., Lang-Göns) den Sieger-Bock stellte, der zum festgesetzten Stopp-Preis an Wilhelm Breithaupt, Mülheim (Puhr) ausgelost wurde. Mit dem Ib-Wollsammlungspreis konnten die Böcke der Stammzucht Rinn, Utphe, ausgezeichnet werden. Mit zweiten Preisen folgten in dieser Sammlungsklasse die fürstliche Gutsverwaltung L i ch und die Frhrl. Riedeselsche Gutsver- w a l tu n g, Eisenbach, während mit dem III. Preis die Genossenschaftsherden Niederkleen und Herborn ausgezeichnet wurden. Bei den Der- erber-SammlUngen konnte ebenfalls die Genofsen- schaftsherde Lang-Göns den Siegerpreis errinnnb Haushaltswäsche ersetzt werden kann, die als Vorrat vorhanden war. Es empfiehlt sich, nicht in Gebrauch befindliche Kleidung und Haushaltswäsche, auch schmutzige Wäsche, in einem besonderen Koffer oder Paket, wenn eine sichere und pflegliche Dauerunterbringung im Keller nicht möglich ist, bereitzuhalten, um sie bei Fliegeralarm mit in den Keller zu nehmen. Die Kleidung y und Haushaltswäsche, die nicht laufend benötigt wird, also z. B. im Winter die Sommerbekleidung und die Reserven in Bett- und Haushaltswäsche, sollten bei Verwandten oder Freunden in nichtlustgefährdeten Gebieten untergebracht werden. Bei Fliegeralarm sind die Gardinen aufzuziehen, allerdings darf dadurch die Verdunkelung nicht aufgehoben werden. Jeder Vosks- fienoffe muß in eigener Verantwortung mit dafür orgen, daß Verluste an Spinnstoffwaren vermieden oder so klein wie möglich gehalten werden. Verdunkelungszeit: 12. April von 21.1’4 bis 6.01 Uhr. Glückwunsch. ** Absender in Feldpostsendungen. Erneut wird an alle Volksgenossen die dringende Mahnung gerichtet, daran zu denken, daß Feldpostsendungen die genauen Angaben des Absenders tragen sollen. Feldpostsendungen ohne Absenderangabe müssen bei Unzustellbarkeit vernichtet werden. Soweit es sich um Warensendungen handelt, werden sie als Webesgaben behandelt. Landkreis Gießen. * Ke sfelba ch, 12. April. Unser Mitbürger Heinrich Schnell I. kann am morgigen Dienstag, 13. April, in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 2. Geburtstag begehen. Der Jubilar nimmt