(95. Jahrgang Nr. 60 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich...: .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanscbluß 2251 Drahtanschrift: Anzeiger" Postscheck 11688 Frankf./Di. Giehener Anzeiger vrühlscheUniverfitatrdruckereiv. Lange General-Anzeiger für Oberhessen * «iebchrg-bi-i. "boats->rupp- den Befehl, gegen diese G-leiWge zu ** ..... - _ AHKriwn« 7M n OfWtnMiSW WltTrlOM m tr m \ m m T P Helfer der Landsronten Krise des Geleitschuhsystems | Alle unsere Krast für den totalen Krieg 3n der Zeil vom 1. bis 10. Wärz 1943 wurden 6n der Ostfront 773 Sowjetpanzer durch Verdis 61 Friedrich der Große an Voltaire, 12. Juni 1740. Von der tunesischen Front wird nur örtliche kampftätigkeit gemeldet. Durch Angriffe der Luftwaffe wurden motorisierte Kräftegruppen und Arttlleriestellungen des Feindes schwer getroffen. Deutsche Jäger schossen zwölf feindliche Flugzeuge ab. bände des Heeres und der Waffen-^ zerstört, beutet oder bewegungsunfähig geschossen. Am gestrigen Tage vernichtete deutsche Luftwaffe bei fünf eigenen Verlusten feindliche Flugzeuge. Ivie U-BootÄZersenkungen haben eine Höhe er- cht, daß von einer. Krise des Geleitschutzsystems prochen werden kann. Das Geleitschutzsystem ist e uralte Erscheinung des Seekrieges. Seekrieg d Handelsschiffahrt gingen durch viele Jahr- ndsrte ineinander über: schon wegen der Gefahr : Seeräuber. Neben den Seeräubern aus eigene uff gab es nach Kaperschiffe, die unter staatlichem ivileg Seeräuberei trieben. Die englische Flotte im Kaperkrieg gegen die Spanier unter Hawkins, obisber, Drake und unzähligen anderen groß ge- irben. Dieser Seeraub war eine der wichtigsten undlagen für die englische Reichtumsbildung, aus ren Hintergrund siä) erst die industrielle Eniwick- operieren. Die Aktionen wurden durch schwere S ch n e e st ü r m c , die die Sicht von Stunde zu Stunde laufend veränderten, sehr erschwert. Die Kampfboote mußten feststellen, daß ste lediglich ein kleines, aus 5 Schiffen bestehendes Geleit vor sich hatten, das, von Zerstörern und Korvetten gesichert, bei Seegang 8 bis 9 ohne feste Formation gegen den schweren Sturm andampfte. Durch Rudelan- griff wurden am 7.3. kurz nach Einbruch der Dunkelheit drei Schiffe versenkt. Die Nachsuche n-ach weiteren Daistpferpulks im gleichen Seegebiet ergab eine Reihe kleinerer Schiffskolonnen, die vermutlich infolge des unsichtigen Wetters den Anschluß an den Geleitzug verloren hatten. Im Verlaust der nächsten 5 Tage wurden diese einzelnen Gruppen in ein?m Seegebiet von 800 Seemeilen Länge und 120 Seemeilen Breite verfolgt und 16 Schisst mit 92 500 BRT. torpediert, davon wurden 13 Schiffe Mit 73 000 BRT. versenkt. Für die drei torpedierten Schiffe besteht bei der herrschenden schlechten Wetterlage keine Aussicht, aus der Mitte des Nordatlam fit heraus noch einen rettenden Hafen zu erreichen. Bei der Versenkung von acht Munittonsd ampfern mit 65 000 BRT. wurden die Schiffe im Augenblick des Torpedotreffers vollständig zerrissen. Damit haben über .100 000 Tonnen Munition und Sprengstoff das englische Mutterland nicht erreicht. schiedene vollbeladene Schiffskolonnen aus der Mitte des Nordatlantik einliefen, erhielt eine Unterste- es will. Wer dem Ereignis zum erstenmal beiwohnt, glaubt, es fei ein Spiel und empfindet gar nicht, wie ernst der Torero um sein Leben kämpft. Der stierkampferfahrene Spanier aber weiß genau, daß sich alles nur wenige Millimeter von den Hörnern, des zum Tode gereizten Tieres abspielt. Die Grazie Madrids ist mehr als Firnis. Der Fremde, der durch die Straßen geht, bewundert die Frauen, weil sie unsagbar schön sind. Abends zwischen 5 und 7 Uhr ereignet sich hier der „paseo“. Dorthin kommen alle, die wissen, was vor sich geht. Es ist der Spaziergang der Anmut persönlich, begleitet von der Schicklichkeit. Es lächelt aus jedem Frauenmund und blinkt aus jedem Mädchenauge- Die junges Männer machen Bemerkungen. Me niuero (ich sterbe), sagt einer, und das ist etwas mehr als eine Huldigung, denn es drückt Wünsche aus, aber es ist auch viel weniger als eine Anzüg- lichkett, denn er weiß, daß die Wünsche nicht erfüllt werden. „Piropos“ nennt man das auf spanisch. Und gerade diese Bemerkungen sind es, die den spanischen Frauen Gelegenheit geben, das ganze Maß ihres natürlichen Anstandes an den Tag zu legen. Der Fremde, der dieses Spiel betrachtet, ist ge<- neigt, von der Grazie auf die Herzensgute zu schließen, und von der Schönheit auf Vollendung und Seelenharmonle. So geht er trunken durch die Stadt und wird jäh aufgescheucht, wenn der spanische Freund geschichtliche Stätten zu zeigen beginnt. Dort ist die Puerta del Sol, wo 1808 die Madrider im Aufstand von den Soldaten Napoleons niedergemacht wurden, dort die Stelle, wo Cana- lejas unter den Kugeln seiner Mörder zusammenbrach, drüben das Kirchenpvrtal, wo 1936 die Mumien der Nonnen an der Wand lehnten, der Eingang zur Tscheka, wo Rotspanier als gelehrige Schüler der Sowjetrussen ihre eigenen Landsleute zu foltern pflegten, und schließlich die Universitätsstadt, wo im Bürgerkrieg die kastilische Härte ihre edelsten Beweise erbrachte. Madrid ist für den Fremden wie ein Buch mit sieben Siegeln. Wie soll man sammetweichen Mäd chenaugen im voraus ansehen können, daß ihre Besitzerinnen beim Stjerkampf in frenetische Begeiste- Nachschub braucht neuen Schiffsraum und setzt diesen Schiffsraum zugleich neuer Gefährdung durch U-Boote und Flugzeuge aus. Trotz des Ueber- raschungsmomentes haben die Engländer und Pankees vor den Toren Tunesiens Halt machen müssen, ja dort empfindliche Rückschläge erlitten und waren gezwungen, von den Vorräten Nordafrikas zu leben. Und nun müssen wir die U-Boot-Versenkungen in diesem Zusammenhang, der Landoperationen sehen und gewinnen damit erst den Maßstab dafür, daß sie über den Rahmen des reinen Seekriegs hinaus ein bestimmender Faktor der ganzen Kriegführung werden. Am 22. Februar wurden 103 000 BRT., am 24. Februar 104 000, am 26. Februar 107 800, am 5. Myrz 97100, am 10. März 134 000 und am 11. März 73 000 BRT. in dem knappen Zeitraum von 18 Tagen, also mehr als 600 000 BRT. wertvolle Muni- tions-, Tank- und Versorgungsdamper versenkt. Von dem Verlust der Seeleute ganz zu schweigen, der immer mehr zu Buche schlägt.-Aber sehen wir ab von der Eigenbedeutung der Schiffsversenkungen. Sehen wir auch ab von den besonderen Rückwirkungen auf die tunesische Front. Das Wichtigste ist die ^Verbindung der ozeanischen und der Ostfront! Die ,,'horkshire Post" — eine englische Provinzzeitung, die aber von altersher Einfluß hat und dem Schwiegervater des Außenministers Eden gehört —. schreibt ganz unmißverständlich: „Weniger als je zuvor kann sich England in diesem Jahr Schiffsverluste leisten. Auch nicht einmal vorübergehend darf unser Gegner mit seinen U-Booten besondere Erfolge erzielen. Denn England muß die hohen Versprechungen von Casablanca einlösen, und das kostet Schiffsraum." Wir waren in diesen Tagen Zeugen recht erbitterter Presiefehden zwischen Engländern und Amerikanern auf der einen, den Kremlleuten auf der anderen Seite. Der geheime Motor dieser bitteren Auseinandersetzungen sind unsere U-Boote, die das Unvermögen der Engländer und Amerikaner zur Errichtung der zweiten Front von einer Sondermeldung zur anderen erhöhen. Immer wieder haben englische und amerikanische Staatsmänner ange» deutet, daß es keinen Sieg gebe, solange die U-Boot- Gefahr nicht überwunden sei. Sie sind heute von. diesem Ziele weiter entfernt denn je. Das mußte auch der britische Marineminister Alexander im Unterhause zugeben. Er mußte sich angesichts der Kritik, die an den Maßnahmen der Regierung geübt wurde, zu dem Eingeständnis bequemen, daß die Deutschen immer noch mehr U-Boote bauten, als von englischer Seite vernichtet werden können. Das ist der schlagendste Beweis dafür, wie wenig die Engländer und ihre Bundesgenossen heute in der Lag« sind, dem Angriffsgeist unserer U-Boot-Männe- etwas Gleichwertiges entgegenzustellen» Einige in Westdeutschland abgeworfene Bomben verursachten unbedeutende Gebäudeschäden. Vier feindliche Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, sind unsere Unterseeboote weiter im Angriff. Seit Tagen hielten sie Fühlung an einem von Nordamerika nach England steuernden Geleitzug. Unterseebootrudel schlossen heran und schossen in vielfach wiederholten Angriffen 13 voll mit Kriegsmaterial beladene Schiffe mit 73 000 VRT. heraus. Drei weitere Dampfer wurden torpediert. Damit konnte die llnterseeboolwaffe innerhalb 2 4 Stunden insgesamt die Versenkung von 36 Schiffen mit zusammen 207 000 VRT. melden. Unter diesen Scksiffen befanden sich acht Munitionsdampser, die bei der Torpedierung in die Luft flogen. stens durch einzeln fahrende Fracht-Schnelldammer ergänzen^ wollen. Die Fracht-Schnelldampfer sollen dank ihrer Geschwindigkeit sich den UBootangriffen entziehen können. Das U-Boot ist eine der langsam- sten Seewaffen, auch wenn seine Geschwindigkeit durch den großen technischen Fortschritt in den Ma- schinenanlagen gegenüber 1914/18 wesentlich erhöht wurde. Sehr bezeichnend ist, daß die Forderung nach schnellfahrenden Frachtschiffen vor allem von den Seeleuten vorgebracht wird, die durch die U- Bootversenkungen enorme Verluste erlitten haben. Das schnellfahrende Frachtschiff ist aber viel schwerer als Serienfrachtschiff zu bauen als die langsamen Kästen. Eine Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 auch auf nur 28 Stundenkilometer bedeutet einen Mehraufwand an Material und insbesondere an fachkundiger Arbeitskraft um 50 v. H. Die englischen Reeder fürchten außerdem, daß diese sehr viel teuereren Schiffe nach dem Krieg im Frachtgeschäft nicht rentabel sein werden, we-il auch ihre Betriebskosten wesentlich höher sind. Auch erklärte der Marineminister Alexander bezeichnenderweise, daß schnelle Schiffe zwar ein Ideal seien, daß aber England dem Verhängnis ausgeliefert wäre, wenn man versuchen würde, nur schnelle Schiffe zu bauen, weil der E i n f u h rb ed ar s des Landes zu groß sei. Es bleibt also dabei/daß auch weiterhin der Versuch gemacht werden muß, die für England notwendige Einfuhr mit Hilfe der Geleitzüge auf die Insel zu schaffen. Infolgedessen werden Dfe deutschen U-Boote auch weiterhin lohnende Objekte für ihre Torpedos finden. 1OOOOO Tonnen Munition vernichtet. Berl in, 11. März. (DNB) Zu dem erfolgreichen Angriff eines U-Boot-Rudels auf einen von Nordamerika nach England laufenden Geleitzug teilt das OKW. noch folgendes mit: Am 7. 3., als die ersten Sichtmeldunc^n über ver» Der Wehrmachtbericht. DNV. Aus dem Führerhauptquartier, (1. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront des Kuban-Vrücken- kopfes lebte die Kampftätigkeit wieder auf. 3n mehreren Wellen vorgetragene Angriffe des Feindes wurden in schweren Kämpfen verlustreich abge- Ichlagen. * Im Raum von Charkow warfen unsere Angriffsdivisloyen den Feind auf die Stadt ; u r Ü ck. Am nördlichen und westlichen Stadtrand wird gekämpft. Durch umfassenden Angriff wurden zwei Sowjetregimenter vernichtet. Kampf- und Rahkampfgeschwader zerschlugen zu- i-ückweichende feindliche Kräfte. Im Frontabschnitt von O r e l führte der Gegner mehrfach wiederholte starke Angriffe. Die deutschen Truppen errangen einen großen Abwehrerfolg. Alle Angriffe der Sowjets wurden unter schwersten blu- igen Verlusten abgeschlagen. 26 Panzer blieben zer- tört vor unseren Stellungen liegen. Die Bewegungen unserer Truppen im mittleren Frontabschnitt verliefen ohne Störung durch den Feind planmäßig. Südlich L h o l m griff der Feind mit starken In- santerie- und Panzerkräften nach heftigem Artil- ierietrommelfeuer unsere Stellungen an. Die An- (iciffe brachen im Abwehrfeuer zum Teil in har- ien Nahkämpfen zusammen. Im Kompfgebiet von Staraia Rußja ist die Angriffskraft des Feindes erschöpft. Madrider Atmosphäre Von unserem U.-Korrespondenten. dert als der Entschluß des Anführers: zu siegen oder zu sterben. Dieser allein entscheidet nun zwischen Unterjochung und Freiheit." Festigkeit des Charakters, Treue und Kraft des Herzens. Aufopferung bürgerlicher Ruhe vor den Notwendigkeiten des Krieges — diese moralischen Kräfte müssen in einem entscheidenden Kampfe aufgebracht werden. Mit einem Mute, dessen Weite und Kraft selbst die Zögernden mitriß, schuf Schornhorst in den Jahren der Schmach das Heer der Freiheitskriege. Ungebeugt von der scheinbar hoffnungslosen politischen Entwicklung schrieb er aus Memel im November 1807 an Clausewitz: „Man muß der Nation das Gefühl der Selbständigkeit einflößen, man muß ihr Gelegenheit geben, daß sie mit sich selbst bekannt wird, daß sie sich ihrer selbst annimmt. Erst dann wird sie sich selbst achten und von anderen Achtung zu erzwingen wissen." Im Frühling 1813, in dem Aufbruch des ganzen Volkes erwies sich, was Scharnhorst von der Erziehung der Nation zu Wehrwillen und Opfergeist erhofft hatte, woran er seine ganze Kraft gesetzt. „Tapferkeit, Aufopferung, Standhaftigkeit sind die Grundpfeiler der Unabhängigkeit eines Volkes — wenn für diese unser Herz nicht mehr schlägt, so sind wir schon verloren auch selbst in dem Laufe der großen Siege." O. G. F. Madrid, im März. Madrid ist eine Stadt, die den Fremden betrügt Sie legt Grazie an den Tag und trägt Härte im Herzen. Beides findet man in dem, was die Spanier „ambiente“ nennen. Der deutsche Kunsthistoriker I u st i hat diesen Begriff einmal mit der „Luft zwischen den Dingen" übersetzt. Sie zu sehen und zu begreifen, dazu gehört in Spanien sicher so viel wie in der übrigen Welt nötig ist, um ,has Gras wachsen zu hören". Man weiß, daß die Gegend, in der sich Madrid befindet, Kastilien genannt wird. Das war früher das Grenzland zwischen dem christlichen Teil Spc/niens und demjenigen, der noch von den Mauxen besetzt war. Man hatte £)ort zahlreiche Burgen errichtet, die das Grenzgebiet sichern sollten. Auf spanisch heißt Burg castillo, und das Land hat danach den Namen Kastilien erhalten. Damit ist zunächst einmal der militärische Ursprung dieser Gegend und seiner Hauptstadt gekennzeichnet. Tatsächlich darf man, um Madrid zu begreifen, die Stadt niemals allein sehen, sondern immer nur im Zusammenhang mit den anderen Städten Kastiliens. Die Vergangenheit Madrids steht in Toledo, Valladolid und Burgos an den Wänden der Häuser geschrieben, und Madrid selbst ist nichts anderes als eine Gemeinde, die durch die Gunst der Könige in die Lage versetzt wurde, den kastilischen Städten mit großer Vergangenheit Gegenwart und Zukunft zu nehmen. Aber die heutige Hauptstadt Spaniens ist tatsächlich die organische Fortsetzung der anderen. Die männlichen und heroischen Züge von Burgos und Valladolid haben sich in das Charakterbild Madrids eingefügt, wenn man auch Leichtigkeit und Grazie zur Schau trägt Es gibt ein Volksspiel, das wie /fein anderes die wirklichen Regungen der spanischen Hauptstadt offenbart. Wir meinen den Stierkampf, der gerade hier sakralen Charakter annimmt. In dem Stierkampfplatz von Madrid haben sich kastilische Grazie ebenso wie kastilische Härte ein verblüffendes Stelldichein gegeben. Es ist nicht wichtig, ob dem Fremden die Stierkämpfe gefallen oder ob er sie ablehnt. Sie sind ein Volksvergnügen, und jedes Volk hat das Recht, .sich so zu vergnügen, wie seine Tradition Selten ist die enge Verbindung zwischen See- und Landkrieg so augenscheinlich gewesen wie in den letzten Tagen. Der Kampf der U-Boote hat eine unmittelbare Rückwirkung auf die Landfronten, auch auf die allgemeine politische Lage. Nicht umsonst war zu der Besprechung zwischen Roosevelt und Churchill in Casablanca Lord Leathers, der britische Minister für Kriegstransporte, zugezogen. Denn worüber gingen die Besprechungen in Casablanca? In der amtlichen Mitteilung, die Churchill und Roosevelt Herausgaben, heißt es: „Völliges Einvernehmen wurde zwischen dem Präsidenten und dem britischen Erstminister und ihren Stabschefs üb$r die Kriegspläne erreicht sowie über die Unternehmungen, die im Laufe des Jahres 1943 gegen Deutschland, Italien und Japan geführt werden sollen, mit dem Ziel, den größtmöglichen Nutzen zu ziehen ... Der Präsident und der Erstminister anerkennen in vollem Umfang die ungeheure Kriegslast, die die Sowjetunion an der ganzen Landftont trägt, und betrachten es als ihr Hauptziel, so viel Truppen wie möglich von dem sowjetischen Kriegsschauplatz dadurch abzuziehen, daß der Feind an den bestgewählten Punkten so schwer wie möglich in den Kampf verwickelt wird." Hier gefttert die zweite Front. Aber die Pläne von Casablanca hängen von der Größe des verfügbaren Schiffsraumes ab. Well der feindliche Schiffsraum schwer in Mitleidenschaft gezogen worden ist, riskierten Engländer und Pankees nicht die zweite Front im Jahre 1942. Sie gaben sich Rechenschaft darüber, daß ein solches Unternehmen — ohne Gewähr eines glücklichen Ausganges — nach den verunglückten Probelandungen von St. Nazarre, Boulogne, Dieppe usw. einen Schiffsraum von- Millionen Bruttoregistertonnen kosten würde. Dieser Schiftsraum steht den Engländern und Amerikanern einfach nicht zur Verfügung. Darum verfielen sie gegen Ende 1942 auf die Wahl nicht des bestmöglichen Landeplatzes zur Errichtung einer zweiten Front, sondern des bequemsten Landeplatzes. Sie bewegten sich auf der Linie des geringsten Widerstandes und versuchten ihr Glück in Französisch-Nordafrika. Für dieses kleine Unternehmen, bei dem höchstens 200 000 Mann zu befördern waren, brauchten sie zwei Millionen BRT., wovon sie mehr als ein : Viertel auf den ersten Anhieb hin verloren haben! Aber mit Der Landung ist es nicht getan. Es muß । dauernd Nachschub herangeführt roerbep. Dieser Auf die moralischen Kräfte kommt es an. „Wenn mir die Geschichte der Kriege durchlaufen, so sinden wir, daß zu allen Zeiten nicht nur die vhysischen Kräfte entschieden, sondern daß es ebensosehr auf die moralischen ankam " Mit diesen Worten beginnt die Denkschrift, die Scharnhorst im April 1806, sechs Monate vor Jena und Auerstedt, dem preußischen König übergeben ließ. Sie war der letzte tapfere Versuch, die drohende Katastrophe 31F lerhindern und das Gewissen der Nation aufzuvüt- eln. Was d^r große Soldat in diesem Mahnruf aus der Tiefe seines starken, -durch nichts zu ent- nuttgenben Herzens schöpfte, ist bis in unsere Zeit gültig geblieben. Es sind die großen Forderunaen res totalen Volkskrieges um Freiheit und Ehre oer Ration, die Scharnhorst 1806 und in den folgenden Jahren der Not und des Aufstiegs prägte. „Bewaffnung der ganzen Volksmasse", Schaffung einer Nationalmiliz, Weckung des militärischen Geiles in der ganzen Nation — das verlangte Scharnhorst zur Rettung des Vaterlandes. Ader nicht al- ein die bewaffnete Armee hat den Kampf zu führen. „In einem Kriege, wo ein jeder einen großen Anteil an dem glücklichen Ausgang desselben hat, wo die Nation für ihre Freiheit und Unabhängig-. 'eit ficht, wo sie mit Unterjochung oder Beraubung *unq vollzog. * • . . , Im 19. Jahrhundert hielt man das Geleitschutz- 'pstem für überwunden. Aber schon tm ersten Welt- irieg kam England darauf zurstck, um die Gefahren bes U-Bootes abzuschwächem Der Versuch war mchl «tanz erfolglos, denn die deutschen U-Boote operieren im ersten Weltkrieg nur aus dem engen .Kaum ter Deutschen Bucht. Schon damals zeichneten sich :ber Nachteile des Gelettschutzsystems ab: Die Schifte mußten sich erst sammeln, was erhebliche Zeit beanspruchte, und die Fahrgeschwindigkeit eines (8e= eitzuges wurde durch das langstunste Schift be- timmt. ' \ . . 1 «.■ In diesem Weltkrieg nahm England losort die Erfahrungen von 1914/18 auf und betrachtete das üeleitschutzsystem als eines der wichtigsten 'vchutz- Ttittel gegen Die U-Bootgefahr. Die stimmen der iritik häüfeii sich aber in den letzten Monaten. Die ^chutzwirkung des Geleitschutzsristems ist oiel genn- wr als im ersten Weltkriea. Die deutschen U-Boote *aben die aanze Atlantikküste als Ausgangsbasis iur Verfügung. Ihre Reichweite und ihre Schnelllg- 3eit ist gestiegen. Die von Großadmiral Dönitz emge- führte „Rudeltaktik" läßt nicht mehr em U-Boot operieren,- sondern veranstaltet ein regelrechtes Kes- Jeltretibeu auf Den Gegner. Die Erfolge der U-Boote Info enorm und Die verstärkte Bewaffnung der Han- elsschiffe, ihre Begleitung durch IPBootjager uno Korvetten, ihre verstärkt^ Sicherung durch Flug- euge haben die U-Bootgesahr nicht bannen können. So mehren sich Die -Stimmen, die Das Geleit- ichutzsystem, wenn nicht aufgeben, so doch nnnde- oedroht wird, da vertritt Der allgemeine „ Wille das, wozu unter anderen Umständen Die >ch diene. Weine Pflichk ist mein höchster Gott, zrößte Weisheit erfordert wird. Ist die Notwendig- kett eines Krieges einmal von einem Volke erkannt, so wird nichts weiter zu unsterblichen Taten erfor- Liebeneiners erste Hörspiel-Regie. „2034 zum dritten Mal!" Und wieder gibt Michael I a r y dem Orchester dort auf der Buhne das Zeichen zum Besinn. Nun werden die nüchternen Zahlen Musik, zündender Rhythmus, einschmeichelnde Melodie, werden aufgefangen von den Mikrophonen und lausen die schwarzen Kabel entlang zu dem Tonwagen draußen, in dem Prof. Wolfgang Liebe n e i n e r sitzt und selbst das musikalische Finale zu seinem neuen Film „Großstadtmelodie abhört. Diesmal scheint er zufrieden und nach den vielen, immer frisch angesetzten Proben, den Besprechungen mit Dirigent, Sänger und Tobsetzer aus der Bühne, im Parkett und neben dem Aufnahmewagen, legt er jetzs eine kleine Pause ein, in der es uns gelingt, ihn für ein Gespräch zu gewinnen, bei dem er von seiner er st en Regiearbeit vor demMikrophon berichtet. Es handelt sich um das Hörspiel „Kunersdorf" von Eckart von Na so, das kürzlich vom Reichsrundfunk gesendet worden ist. Liebeneiner betont, daß ihn, genau wie bei der Behandlung von Filmstoffen und Schauspielen hier das rein Menschliche ergriffen habe. Bei allen Darstellungsformen kommt es ihm auf den Menschen an. Er will spüren lassen, wenn das Menschenherz ganz still wird oder ganz laut zu schlagen beginnt, denn das Menschliche ist für ihn das eigentlich Göttliche. Der Mensch Friedrich der Große mit seinem Willen des heroischen Einzel-Jchs gegenüber der Welt stand im Mittelpunkt des Hörspiels, das Zurückfinden aus tiefster Verzweiflung zu sich selbst, das letzte Zurück- finden m die große Gemeinschaft, die da Leben heißt, war sein eigentlichster Sinn. Dies herauszuarbeiten hat Liebeneiner als das Wesentliche betrachtet. Dabei galt es Schwierigkeiten zu überwinden, die sich grundlegend unterscheiden von denen, die bei einer Theater- oder FilmiNsze- nierung auftreten. So kommt es, wie er klarlegte, beim Hörspiel fast ausschließlich auf die plastische G e st a l t u n g des Wortes an, um dem Hörer die Unmittelbarkeit des Erlebnisses bildgerecht zu machen, d. h. um seiner Phantasie im weitgehendsten Maße entgegen zu kommen. Erst die Verbindung von Bild und Ton lieh dem Zuschauer bereits beim stummen Film die Welt auf der Leinwand glaubhaft werden, daher damals die uns jetzt primitiv' erscheinende Klavierbegleitmusik. / Beim Hörspiel nun ist der Zuhörer nur vom Akusti - schen her zu beeinflussen, und man muß das fehlende Bild daher neben dem plastischen Wort durch die rundfunkeigenen Sendemittel gestalten. Genau wie ein Drehbuchautor nur dann Erfolg haben wird, wenn er mit den filmischen Gestaltungsmitteln völlig vertraut ist, so muß, meinte Wolfgang Liebeneiner, auch der Hörspielautor die rundfunkeigenen Mittel und Möglichkeiten „weitgehend beherrschen, um ein einprägsames Hörspiel zu schaffen, denn vieles, was auf dem Papier eine ungeheure Wirkung ausstrahlt, erweist sich bei der Sendung als pathetisches Wort und macht es dem Hörer schwer, sich aus der privaten Atmosphäre seiner Umgebung zu lösen. Professor Liebeneiner führte weiter aus, daß es wichtig sei, ein Hörspiel nicht am Tisch, sondern g rb i ch vor dem Mikrophon zu proben. Dabei feien unendlich viel Proben notwendig, eine Intensität und eine, Präzision, die vielleicht noch stärker sein müsse als beim Theater oder beim Film. Mit großem Interesse sei er an seine erste Regiearbeit beim Funk herangegangen, die ihm aus diesem Gebiet neue Wege gewiesen habe, um auch hier zu zeigen, was er schon in seinen großen Filmwerken so überzeugend därgestellt hat, daß erst, wenn der Mensch ganz zu sich selbst gefunden hat, er einfach, tief und frei werde. Dieter Fuss. cung ausbrechen? Die soll man den grazilen Männererscheinungen die Härte ansehen, von der General Munoz Grande sprach, als er sagte: „Hart ist der russische Winter, aber härter noch ist unsere Rasse!"? Wie will man bei Bankettreden, die höflich und konventionell formuliert werden, die politische Idee erkennen, die unzweifelhaft dahintersteht und kompromißlos durchgeführt wird? „Die Luft zwischen den Dingen" in Madrid ist gefährlich wenn man sich von ihr einnehmen läßt. Das gut auch wörllich genommen von der Luft in Madrid, und das darf als Symbol dieser Stadt angesprochen werden. Hier herrscht eine Bergluft, zart und sein. Abends kommt ein leichter Wind von dem Guadarrama-Gebirge her. Davon sagen die Leute, er sei jo leicht, daß er keine Kerze zu löschen imstande lei, 'wohl aber das Leben der Menschen. Hsidengedenktag am 21. März. Berlin. 11. ffiärj. (DJIB-) Der Helden- gedevktag wird in diesem Jahr am,*Sonntag, dem 21.März, begangen werden. Der lag der Wehrmacht findet am 28.März statt. Am Helden* gebentfag find bis 24 Uhr abends alle öffentlichen Veranstaltungen rein unterhaltenden Charakters verboten. Darbietungen ernsten Charakters bleiben erlaubt Mit festem Willen und äußerster Kraft. Eine Tagung des Führerkorps der Partei. 71SG. Das Führerkorps der Partei und ihrer Gliederungen halte sich am Donnerslagnachmittag im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt a. M. zu einer Arbeitstagung versammelt. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger nahm in einer umfassenden Rede zur Durchführung des gegenwärtigen totalen kriegseinsahes der Heimat Stellung. Er kennzeichnete dabei die verantwortliche Aufgabe der Partei, die sich in der Führung und Betreuung der notwendigen Maßnahmen mit ihrem unbestech- Nchen, gerechten, allein von der kämpfenden Front bestimmten Urteil, das Vertrauen und die bereitwillige Unterstützung der Bevölkerung gesichert habe. Aktuelle volksführende Aufgaben erfuhren in der Rede ihre richtungweisende Behandlung und wurden dem Führerkorps als vordringliche Einsatzgebiete der Partei vermittelt Der Gauleiter schloß seine Ausführungen mit Worten festester Siegeszuversicht, deren Begründung er in dem festen Willen und der äußersten Kraftanstrengung des Volkes herausfiellte. Auch ein „VeveridgePlan" Roosevelts. Nachahmung nationalsozialistischer Sozialmaßnahmen. Von unserer Berliner Schriftleitung. 600 Seiten umfaßt die Denkschrift, die R o o s e = velt jetzt dem USA.-Kongreß zugeleitet hat, um endlich einmal mit einem Sozialprogramm aus- warten zu können. Roosevelt ist immerhin zchn Jahre lang Präsident. Er hat also ausreichend Gelegenheit gehabt, sich über seine sozialen Absichten schlüssig zu werden. Wenn 600 Seiten notwendig sind, um sie zu Papier zu bringen, ist das nur em Beweis dafür, was in den Vereinigten, Staaten auf sozialem Gebiet alles noch zu tun ist. Höchst blamabel ist das für die Machthaber eines Landes, das von der Natur wie kaum ein anderes mit Schätzen gesegnet ist und dessen Oberschicht im Reichtum schwimmt. Zehn Jahre'lang hat Roosevelt die breiten Massen des Volkes im Elend verkommen lassen und die Finanzen des Staates zerrüttet, bis er schließlich, um seine Fehler zu vertuschen, das Land in den Krieg zerrte. Jetzt spielt er den sozialen Mann. Don Staats wegen müsse, so erklärte er, dafür gesorgt werden, daß jeder Bürger das Recht auf einen Arbeitsplatz und im Falle von Arbeitsunfähigkeit auf ein Einkommen habe. Der Bericht empfiehlt also ein umfassendes Programm ständiger öffentlicher Arbeiten. Jedem ein Arbeitsplatz!, war die Parole, die der Nationalsozialismus 1933 nicht nur verkündet, sondern auch verwirklicht hat. Seitdem gibt es in Deutschland keine Arbeitslosigkeit mehr. Dafür gab es aber einen wirtschaftlichen Aufschwung, wie ihn die Welt noch nicht erlebt hat, und soziale Einrichtungen, die den anderen Völkern von ihren Machthabern ängstlich verheimlicht werden. Die Plutokraten sowohl als auch die Bolschewisten befürchten, daß die von ihnen verführten Völker rebellisch werden, wenn sie erfahren, wie in Deutschland unter dem Nationalsozialismus der wahre Sozialismus in die Tat urn- gesetzt wurde, während man in Moskau, London und Washington bestenfalls leere Versprechungen zur Hand hatte. Eine Wiederholung solcher Versprechungen ist das, was Roosevelt seinem Volke jetzt bietet. Die Juden, von denen die Pläne des USA.-Präsidenten stammen, genieren sich dabei nicht, beim nattonalsozia- listischen Programm, das sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit als höchst verwerflich in Grund und Boden verdammt haben, wieder einmal eine, geistige Anleihe zu machen. So verkündet Roosevelt jetzt das Recht auf Arbeit, auf ausreichende Sozialversicherung, auf Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit auf Erziehung, auf Erholungsmöglichkeiten . und soziale Einrichtungen für die zahlungsunfähigen Massen. Im Eifer des Gefechtes unterläuft Roosevelt-und seinen Ratgebern ein Geständnis, das ihre soziale Rückständigkeit in besonders krasser Weife in Erscheinung treten läßt. Es wird nämlich festgestellt, daß die Kosten für die neuen Vorschläge bei voller Wirtschaftstätigkeit und normalem Einkommen von der Volkswirtschaft leicht getragen werden können. Warum, so muß man bapn wohl fragen, haben die USA.-Machthaber ihre sozialen Pläne nicht schon längst verwirklicht? Es lag also nur an ihnen, daß das alles unterlassen wurde, was jetzt als unbedingt notwendig herausgestellt wird. Daß es herausgestellt wird, ist nicht etwa ein Zeichen ihres sozialen Gewissens. Die soziale Revolution, die die jungen Völker durch ihr Vorbild eingeleitet haben, wird durch diesen von den Feinden Deutschlands leichtfertig heraufbeschworenen Krieg über die ganze Erde getragen. Das spüren auch die USA.-Machthaber, daher stehlen sie dem Nationalsozialismus geistiges Eigentum und verkünden einen verwässerten Aufguß unserer Ideen als Roosevelts Programm. Das amerikanische Volk braucht sich nur ähnlicher Versprechungen früherer Zeiten zu erinnern, um zu wissen, daß es sich dabei wieder um plumpen Schwindel handelt, denn die Plutokraten denken selbstverständlich nicht daran, die oziale Lage der breiten Massen grundlegend zu bessern. ' Die englischen Konservativen und der Beveridge-plan. Stockholm, 11. März. (Europapreß.) Das „Komitee von 1922"; in welchem der rechte Flügel der englischen konservativen Partei vertreten war, und dem bisher nur die Back-Benchers, d. h. diejenigen konservativen Abgeordneten, welche keine Regierungsämter haben und daher auf den Hinteren Bänken des Unterhauses sitzen, angehörten, wird in Zukunft allen Abgeordneten einschließlich der Minister offenstehen. Damit verliert das Komitee den Charakter einer exklusiven Vereinigung und wird praktisch zur konservativen Unterhausfraktion. Man betrachtet diese Maßnahme in parlamentarischen Kreisen als ein Zugeständnis an die Labour-Partei, die seit den heftigen Zusammenstößen in der Beve- ridge-Debatte das „Komitee von 1922" mit großem Mißtrauen betrachtet hatte. In einem Antrag von 41 konservativen Unter* Hausabgeordneten unter Führung von Lord Hi- chingbrooke wirh die sofortige Errichtung eines Ministeriums für soziale Fürsorge gefordert. Wie schwedische Korrespondenten hierzu melden, dürfte die englische Regierung dieser Forderung kaum ftattgeben, da sie unter dem Druck reaktionärer Kreise nach wie vor bemüht ist,, den Beveridge-Plan aufdielangeBankzu schieben und jeder neuen Debatte darüber auszuweichen. „Oer Wolf in Schafskleidern.'" Genf, 11.März. (DNB.) Der'Londvner Daily Telegraph ist äußerst besorgt über die Bemühungen der englischen Kommunisten, auf dem Umwege ü b e r d i e Labour-Partei zu erhöhtem Einfluß zu gelangen. Zwar haben sie durch den Exe- kuttv-Ausschuß der Arbeiterpartei eine scharfe Zurückweisung einstecken müssen, aber sie geben sich, nachdem sie offenbar von Maisky, dem Sowjetbotschafter in London, Weisungen erhalten haben, damit noch nicht geschlagen, führen vielmehr einen heftigen Feldzug gegen den Exekutivausschuß, um ihn durch die Parteikonferenz desavouieren zu lassen. Daily Telegraph versucht, der Labour-Partei den Rücken zu stärken, in dem er auf die Unzuverlässigkeit der englischn Bolschewisten hinweist, die während des Krieges einen „Rekord an Meinungsänderungen" ausgestellt hätten. Die Arbeiterpartei würde „politischen Selbstmord" begehen, wenn es „diesen Wolf in Schafskleidern" aufnehme. Den britischen Plutokraten wird also nun doch langsam vor den Expanfionsgelüsten Moskaus bange, denn daß Stalin hinter den Machtansprüchen der englischen Kommunisten stcht, scheint jetzt selbst in der Oefsentlichkeit Englands zu dämmern. Britische Lockungen für Ibn Saud. Ankara, 11. März. (Europapreß.) Aus Kairo werden Versuche der britischen Diplomatie bekannt, Ibn Saud „an der Lösung der s y r i s ch e n F ra g e zu interessieren". Durch Einschaltung der saudischen Dynastie in die syrischen Jnteressenkämpfe hofft die britische Diplomatie offenbar, Saudisch-Arabien aus feiner Neutralitätspolitik herauszumanövrieren und es den unter britischer Kontrolle stehenden vorder- asiattschen Araber-Staaten zu nähern. Ibn Saud, der offenbar die Hintergründe dieser britischen Machenschaften erkannte, lehnte indessen jede Erwägung der britischen Anregungen ab. Montgomery wartet auf gutes Wetter. Genf, 11. März. (Europapreß.) Der Untted- Pretz-Vertreter nn Hauptquartier General Montgomerys verbreitet die Meldung, die Lage in Tunesien sei so, daß Montgomery mindestens sechs bis acht Wochen gutes Wetter haben müßte, um in Südtunesien eine Offensive „größten Sttls" auslösen zu können. Zapanifche Fortschritte in Mittel-China. Schanghai, 11. März. (Europapreß.) Nach Überschreitung des Jangtse-Flusses besetzte die japanische Vorhut H w a j u n g, eine wichtige Stellung des Feindes im Norden der Provinz Yünnan, nahe der Grenze zwischen Mnnan uno Hopeih. Weiter wurden Tschiangpotu, ein strategisch wichtiger Platz des Feindes am Zusammenfluß des Wangtfchia-Flusses,mit dem Jangtse, von japanischen Truppen genommen, die vorher Schi schau in Süd-Hopeih besetzt hatten. Kleine politische Nachrichten. Aus einem feindlichen Geleitzug wurde von einem Verband italienischer Torpedoflugzeuge zwischen Bougie und Algier ein 15 OOO-BRT.-Dampfer versenkt, ein weiterer großer Dampfer uyd ein Zerstörer schwer beschädigt. Damit versenkte die italienische Luftwaffe seit Kriegsbeginn eine Million BRT. feindlichen Schiffsraumes. * In Essen überreichte Stabschef Lutze zahlreichen SA.-Männem, die sich bei her Abwehr britischer Luftangriffe besonders bewährt haben, die ihnen von Reichsmarschall Göring verliehenen Kriegsverdienstkreuze und das Eiserne Ki'euz und sprach ihnen seine Anerkennung aus. * Im Rahmen der vom Auswärtigen Amt durchgeführten Heimkehreraktion trafen mit dem Dampfer „Magallanes" 330 Deutsche aus Guatemala in Lissabon ein. Sie wurden von dem deutschen Gesandten von Hoyningen-Hühne begrüßt und werden voraussichtlich am Samstag die Weiterreist antreten. Britische Flugzeuge überflogen in der Nacht zum Donnerstag erneut schwedisches Gebiet. Die schwedische Luftabwehr trat in Tätigkeit. Das Repräsentantenhaus der USA. hat mit 407 ■ gegen 6 Stimmen die Dauer des Leih- und Pachtgesetzes um ein Jahr verlängert. Der Moskauer USA.-Botschafter Standley hatte am Mittwochnachmittag im Kreml eine längere Besprechung mit dem Sowjetaußenkommissar Molotow. Aus dem Reich. Kein Einkommensteuerbescheid für 1942. Sötinifterialbirigeni Dr. Haußman n teilte mit. daß die Finanzämter für das Steuerjahr 1942 feine Steuerveranlagungen vornehmen und keine Steuerbescheide erteilen würden, um die Arbeitsbelastung der Beamten zu vermindern. Im Frühjahr 1944 sollten die beiden Bescheide für 1942 und 1943, nach Zahlen getrennt, aber auf dem gleichen Formular, erteilt werden. Jedoch werde bei Wegfall der Steuerpflicht durch Todesfall oder Wegzug im Jahre 1942 , eine Veranlagung stattfinden, ebenso wenn der Steuerpflichtige im Laufe des Jahres 1942 von beruflicher Selbständigkeit in* ein Arbeitnehmerverhältnis übergegangen fei, und schließlich auch dort, wo an Hand der Steuererklärung große Unterschiede zwischen dem Einkommen von 1942 und 1941 fest- gestellt würden, um den Steuerpflichtigen nicht für 1944 eine zu große Abschlußzahlung aufzuerlegen. Sei das Einkommen 1942,geringer gewesen als 1941, so sei zur Herabsetzung der weiteren Vorauszahlungen ebenfalls eine Veranlagung notwendig. Berufsnackwuchü'enkung im Kriege. Zum Abschluß der Berufsaufklärungsaktton führten das Reichsarbeitsministerium und die Reichsjugendführung unter dem Vorsitz von Stabsführer Möckel eine Arbeitsbesprechung durch. Die Berufsaufklärung wendet sich nicht allein an die dic Schule verlassende Jugend, sondern ebenso an die Eltern, um sie über die augenblicklichen, gegen früher oft veränderten Berufsverhältnisse zu unterrichten. Die Einsicht, daß die Jugend heute kriegs- . wichtige und nachwuchsbedürfyge Berufe ergreifen muß, hat auch in diesem Jahre alle Ueberlegungen zur Berufswahl bestimmt. Der Jugendliche muß eine feinen natürlichen Neigungen und Interessen entsprechende Berufswahl Nation im Freiheitskampfe. Der Aufruf „An Mein Bott" vor 13v Jahren. Schon einmal hat wie in diesen Tagen unser Volk vor einem Kampfe gestanden, bei dem es sich im wahrsten Sinne um Sein oder Nichtsein handelte, und nicht ohne tiefe Bewegung lesen wir heute die Worte, mit denen es damals zum Kampf aufgerufen wurde. In den erregten Märztagen des Jahres 1813 sanden in Breslau, wo König Friedrich Wilhelm III. sich aufhielt, an jedem Abend im Amtszimmer des Staatskanzlers von Hardenberg Besprechungen der Lage statt, an denen außer diesem selbst Schamhorst, Gneisenau, Thiele und andere führende Männer teilnahmen; auch der Regierungsrat von Hippel war dabei, dem die Aufgabe übertragen wurde, den Aufruf zu entwerfen, mit dem sich der König an das Volk wenden sollte, um es zum Kampfe aufzufordern. Ein von Ancillon sehr Gründlich ausgearbeitetes Manifest, durch das der Jrieg öffentliche Tatsache werden sollte, war viel zu umständlich, und Hippel hatte dazu bemerkt, „Preußen befinde sich nach allen der Welt bekannten Vorgängen, in so augenscheinlichem Recht, daß eine einfache öffentliche Anrede an das Volk genügen werde". Dieser Vorschlag traf das Richtige und wurde vom König genehmigt, und so entwarf auch Hippel den Wortlaut des Aufrufs, der am 17. März veröffentlicht wurde; er faßt in feiner monumentalen, ergreifenden Sprache alles zusammen, was das ganze Volk damals bewegte und was in vielem auch jetzt gesagt sein könnte. Der vom König unterzeichnete Ausruf lautet: „An mein Volk. So wenig für Mein ireues Volk als für Deutsche bedarf es einer Rechenschaft über die Ursachen des Krieges, welcher jetzt beginnt. Klar liegen sie dem unverblendeten Europa vor Augen. Wir erlagen unter der Uebermacht Frankreichs. Der Frieden, der die Hälfte Meiner Untertanen Mir entriß, gab uns feine Segnungen nicht; denn er chlug uns tiefere Wunden, als selbst der Krieg. Das Mark des Landes ward aufgesogen, die Haupt- festungen blieben vom Feinde besetzt, der Ackerbau ward gelähmt so wie der sonst so hoch gebrachte Kunstfleih unserer Städte. Die Freiheit des Handels ward gehemmt, und dadurch die Quelle des Erwerbs und des Wohlstandes verstopft. Das Land ward ein Raum der Verarmung. Durch die strengste Erfüllung eingegangetier Verbindlichkeiten hoffte Ich Meinem Volke Erleichterung zu bereiten und den französischen Kaiser endlich zu überzeugen, daß es sein eigener Vonheil sey, Preußen seine Unabhängigkeit zu lassen. Aber Meine reinsten Absichten wurden durch Uebermuth und Treulosigkeit vereitelt, und nur zu deutlich sahen wir, daß des Kaisers Verträge mehr noch wie seine Kriege uns langsam verderben mußten. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo alle Täuschung über unfern Zustand aufhört. Brandenburger, Preußen, Schlesier, PoMmem, Litthauer! Ihr wißt, was Ihr seit fast sieben Jahren erduldet habt, Ihr wißt, was euer trauriges Loos ist, wenn wir den beginnenden Kampf nicht ehrenvoll enden. Erinnert Euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürsten, den großen Friedrich. Bl^bt eingedenk der Güter, die unter ihnen unsere Vorfahren blutig erkämpften: Gewisfenfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissen- schatt ... Große Opfer werden von allen Ständen gefordert werden; denn, unser Beginnen ist groß, und nicht geringe die Zahl und die Mittel unserer Feinde. Ihr werdet jene lieber bringen, für das Vaterland, für Euren angeborenen König, als für einen fremden Herrscher, der wie so viele Beispiele lehren. Eure Söhne und Eure, letzten Kräfte Zwecken widmen würde, die Euch ganz fremd find. Ber- trauen auf Gott, Ausdauer, Muth, und der mächtige. Beistand unserer Bundesgenossen, werden unseren redlichen Anstrengungen siegreichen Lohn gewähren. Aber, welche Opfer auch von Einzelnen gefordert werden mögen, sie wiegen die heiligen Güter nicht auf, für die mir sie hingeben, für die wir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu seyn. Es ist der letzte entscheidende Kampf, den wir bestehen für unsere Existenz, unsere Unabhängigkeit, unfern Wohlstands keinen andern Ausweg giebt es, als einen ehrenvollen Frieden oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr getrost entgegen gehen um der Ehre willen, weil ehrlos der Preyße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Allein wir dürfen mit Zuversicht vertrauen: Gott und unser fester Willen werden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen, mit ihm einen sicheren glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklichen Zeit." * Am gleichen Tage erschien auch ein Aufruf zur Bildung der Landwehr; jetzt war die Zeit erfüllt, da Scharnhorst den seit langen Jahren gehegten Gedanken, die Errichtung einer Landwehr und eines Landsturms, ausführen konnte, und er hatte die Landwehrordnung bereits im Februar vollendet. „Mit Rührung werde ich die Beweise des Wunsches, den Ihr hegt, vom fremden Druck Euch zu befreien, gewahr", heißt es darin, „in dem Eifer, mit welchem alle Stände, Alter und Geschlechter wetteifern, ihre Vaterlandsliebe an den Tag zu legen. Ein mit Muth erfülltes Heer steht mit siegreichen und mächtigen Bundesgenossen bereit, solche Anstrengungen zu unterstützen. Diese Krieger werden kämpfen für unsere Unabhängigkeit und für die Ehre des Volkes; gesichert aber werden beide nur werden, wenn jeder Sohn des Vaterlandes diesen Kampf für Freiheit und Ehre theittl" C. K. 42 Jahre quf dem Eiffelturm. Nach einer Tätigkeit von 42 Jahren hat sich im Alter von 82 Jahren Madame Pouchois, die Wirtin des Restaurants auf dem Eiffelturm und als solche eine in Paris bekannte Persönlichkeit, in das Privatleben zurückgezogen. Als Inhaberin des höchsten 'Ausschanks in Europa hat sie alljährlich etwa eine Million Besucher in Friedenszeiten an ihrem Schanktisch vorüberziehen sehen und ihnen Schnäpse, Kaffee und Brötchen, außerdem aber auch ^Reiseerinnerun- gen verabreicht. Es konnte nicht ausbleiben, daß - Mme. Pouchois bei diesem Anlaß von Vertretern der Presse ausgesucht wurde und ihnen von ihren Erinnerungen erzählte, die eine der bewegtesten Zeiten in der Pariser Geschichte umfassen. Sie hat der ersten Verlobungsfeier auf dem Eiffelturm beigewohnt, die vor vielen Jahren zwischen dem Theaterdirektor Quinson und der Schauspielerin Suzette' Nelson- stattfand.- Sie hat den Erbauer des technischen Wunders, den Ingenieur Eiffel, persönlich gekannt, der als Sechzigjähriger es sich nicht nehmen ließ, die vielen hundert Stustn hinaufzuklettern, um Paris aus der Höhe zu bewundern und mit der liebenswürdigen Wirtin zu plaudern. Sie war auch zugegen, als kurz vor dem Weltkrieg die erste Rundfunkstation auf dem Turm eingerichtet wurde. Dreißig Jahre lang verschmähte Mme. Pouchois es durchaus, den Fahrstuhl zu benutzen, und zog es vor. Tag für Tag zu* ihrem Restaurant hinaufzu- fteigen, bis schließlich die Gebrechen des Alters sie doch zwangen, sich der bequemen Beförderung zu bedienen. Heute ist der Lift jedoch ftiügelegf, und fo mußte auch Mme. Pouchois nach 42 Jahren von der Höhe ihres Restaurants herabsteigen, in dem sie so beliebt war, um die letzten Lebensjahre in Frieden auf ebenem Gelände zu verbringen. treffen. Sie ist die Grundlage für eine erfolgreiche Berufsausbildung; auf beiden aber gründet sich eine spätere berufliche Höchstleistung. Besonders hat sich die praktische Berufsbesichtigung für Eltern und Jugendliche bewähri. Ministerialrat Dr. Stets beleuchtete die Anforderungen der totalen Kriegführung an die Berufsaufklärung, -nachwuchslenkung und -ausbildung. Die Ergebnisse aus den vergangenen Jahren zeigen, daß es bei sinnvoller Nachwuchslenkung möglich ist, in nachwuchsarmen Berufen den Nachwuchsschwierigkeiten zu begegnen, wenn es gelingt, das allgemeine Bild dieser Berufe zu verbessern. Oberbannführer Dr. Fricke stellte heraus, daß eine erfolgreiche Berufnachwuchslenkung voraussetze, daß die einzelnen Berufsgruppen ihre Wünsche den Gesamtanforderungen unterordnen. Rückführung jugendlicher weiblicher Angestellter au« dem Generalgouvernement. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz gibt bekannt, daß alle deutschen weiblichen Arbeitskräfte unter 21 Jahren, die aus dem Reichsgebiet zur Berufsausübung in das Generalgouvernement eingereist sind, bis zum 31. März in das Reichsgebiet zurückzukehren haben, sofern sie nicht bei Eltern, nächsten Verwandten oder Ehegatten wohnen. Behörden und Betrieben ist aufgegeben, die in das Generalgouvernement zur Dienstleistung abgeordneten bzw. von ihren» Stammbetrieben entsandten weiblichen Jugendlichen unter 21 Jahren in das Reichsgebiet zurückzuführen und, soweit erforderlich, die Gestellung von Kräften über 21 Jahre im Austauschwege zu veranlassen. Kunst und Wissenschaft. Musikalische Geburtstagsgrüße. Am 13. März bringt der Deutschlandsender von 17.10 bis 18.30 Uhr eine Geburtstagssendung mit zeitgenössischer Musik. Der 50jährige Joseph'Su- d e r, gebürtig aus Mainz, Verfasser von Opern, Kammermusik und Chören, dirigiert drei Sätze aus seiner Kammersinfonie in A-dur. Reinhold Mdrten dirigiert unter solistischer Mitwirkung von Trude E i p p e r l e und Gerhard Münch die „Sin-- ionietta für Klavier und Orchester mit Sopransolo" aus der Feder des 50jährigen Joseph Meßner, Domkapellmeister in Salzburg. Das Konzert schließt mit der „Minna-von-Barnhelm-Suite", die der 65jährige, ehemals Städtische Generalmusikdirektor von Krefeld, Rudolf Siegels interpretiert. Paris feiert Richard Wagner. Paris gedenkt mit zwei großen Konzerten im Palais Ehaillot des 60. Todestages von Richard Wagner. Der französische Pianist Alfred C o r t o t hat ^zum Dirigentenstab gegriffen und brachte mit ; gern Konservatoriumsorchester das erste von ihm zusammengestellte Konzert zu Ehren Wagners, für den er schon früher bahnbrechend in Frankreich gewirkt hat. Auf dem Programm stand die Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer", den Wagner vor über einem Jahrhundert in dem kleinen Villenort Meu- don bei Paris komponierte, sowie der ganze erste Akt von „Tristan und Isolde". Die Isolde sang Germaine Lubin, die mit dieser Rolle in Bayreuth schon großen Erfolg hatte. Der Santforscher Paul Menzer 70 Jahre all. Der o. Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Halle, Dr. Paul M e n z e r, vollendet sein 70. Lebensjahr. Geborener Berliner, studierte er in Berlin und Straßburg. Von seinen Lehrern beeinflußten seine Entwicklung besonders Dil- they, Paulsen und Stumpf. 1897 promovierte er in Berlin. Seine Arbeit „Der Entwicklungsgang der Kantischen EHik" stellt ihn in die erste Reihe der Kant-Forscher. Daher wurde ihm auch später die Herausgabe der „Kant-Studien" anvertraut, ferner wurde er Mitherausgeber der Kant-Ausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Als Men- zer sich 1900 in Berlin habilitierte, war er bereits sine Autorität auf dem Gebiete der Kant-Forschung. 1906 wurde er außerordentlicher Professor in Mar- burg und 1908 Ordinarius in Halle. Er veröffentlichte „Kants Lehre von der Entivicklung", „Natur und Geschichte im Weltbilde Kants", ein „Philosophisches Lehrbuch" und eine „Einleitung in die Philosophie", ..Weltanschauungsfraaen", „Lebens- werte", „Persönlichkeit und Philosophie", „Das Wesen des deutschen Geistes". „Deutsche Metaphysik der Geaenwart" und „Metaphysik". wertvolle Zuwendung an die Münchener Puppentheatersammlung. Der Stadtbibliothekar i. R. Georg Zink, Heidelberg, hat der Münchener Puppentbeatersammlung 300 Figuren, 30 Dekorationen, 120 Theaterzettel und ' Plakate und 640 Druckschriften über das Puppen- piel geschenkt. Glück auf, Renate! Roman von Ernst Erarr. Ist. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Hier ... einen kleinen Brief möchte ich gerne nod) geschrieben haben ... da ist die Adresse: Norddeutsche Seeversicherung in Bremerhaven. Schreiben Sie den Leuten, daß sie das zweifelhafte Vergnügen haben werden, mich am Montag bei ihnen zu Ishen ..." r r. Er deklamierte das so todernst, daß sie nun doch nieder lächeln mußte. ,T)H, Sie verreisen?" „Der Not gehorchend." „Das sollten Sie nicht sagen. Ich fahre über das Wochenende auch fort und freue mich sehr darauf. „So, etwa auch nach Bremerhaven?" fragte er Ivelustigt und zugleich gespannt. „Nein ... wie kommen Sie darauf? Ich fahre iber Sonntag nach Köln." „Aber solch ein Zufall! Das trifft sich ja ganz ’ großartig", rief er, blitzschnell überlegend. Alter Erschrocken fuhr sie auf. ,Hch störe, hoffentlich nicht?" Meinders pfiffiges Komödiantengesicht sah zur Tür herein. , „Wieso?" Ihre Gedanken schienen von weither iurückzukommen. Mit einer luftigen Grimasse trat er ein. „Sie waren eben so in Gedanken versunken ... ts sah beinahe so aus, als ob Sie Kummer hätten." Unwillkürlich mußte sie lächeln. Dieser Meinders ivar mitunter wie ein großer Junge. Man konnte ihm so leicht nicht böse sein. — aber was bringen Sie denn? i£ine fühlbare Abwehr lag in den letzten Worten. Er ging sofort darauf ein. Aus der Stadt Gießen. Oer Tauber rüst. Weit draußen hinter dem erst flachwelligen und dann hügeligen Lande liegt die große Höhe und der große Forst. „Vogelsberg" nennen ihn die Leute, sie wissen meist nur wenig von ihm, und die meisten finden sich damit ab, daß er dahinten am Horizont, fernab von ihrer Feldmark liegt. Still ist es an den kahlen Berghängen und einsam in den meilenweiten Wäldern. So aber wollen es nicht nur die Tiere haben, die in dieser Waldwelt leben, culch die Bergbauern sind es zufrieden, und so bleibt der Vogelsberg in manchen Bezirken oft für sich allein. Seine Tierwelt lebt so abgeschieden ihr Leben in den Bergwäldern, wie die Bauern, deren Gemarkungsgrenze in ihrem Bergbachtal jeweils dort verläuft, wo der abendliche Glockenklang der Dorfkirchenuhr gerade noch zu hören ist und dann am nächsten Waldhang schon erstirbt. So ist es gerade dort für jedes menschliche Empfinden, das einer ungestillten Sehnsucht harrt, als sei die Stille dieser Wälder das eigentliche Klima, das von diesem Bergland heilend ausgeht, und als sei die Einsamkeit der Höhen der Wunderquell, der Lebensbrunnen, der die Menschen segnet. Noch steht das Wipfelmeer der Buchenwälder violettbraunkahl auf seinen Kämmen, noch wagt sich aus dem bräunen Laubhang nur schüchtern tastend an den frostgeschützten Hängen der erste grüne Hauch der nackten Lärchen durch, verstohlenes- Blühen regt sich hier und da an allen Rinnsalrändern und dringt behutsam sichernd vor. Der Seidelbast, wagemutiger im Vorwärtsdrängen, hat schon .seit Tagen lila-rosenfarbig den braunen Haselstrupp beiseitegeschoben. Das Scharbockskraut beleuchtet gelb die jaftnaß-moosverfilzten Wiesen, und in dep Buschwindröschen auf dem laubbedeckten Buchenboden und in den Leberblümchen an den Heckensäumen schlägt der Frühling seine Augen auf. In großen Höhen streben hastig Tauben. Sie fliegen frei und hoch und sind etwa ihrer zwanzig: Wandergesellschaften auf der Heimreise. Das Leben fließt in seine Hochwaldwelt zurück, die lange Zeiten ausgestorben war. Schon ist der Buchfink über den ersten zaghaft rollenden Wirbel hinaus; das Geläut der Kohlmeise wird voller; der Zaunkönig bringt sich an allerhand verlassenen Orten wieder in Erinnerung, obwohl er auch heuer noch nicht weiß, wo er „nun sein Nest bauen soll und lustig weitermacht mit seinen Bauplätzen, die nie so ganz vollendet werden; das Rotkehlchen knickst und schnickert wieder an den vergrasten Waldwegen; die Stare haben der Stadt Valet gesagt und begrüßen sich auf der Wohnungssuche schwatzend und flirrend in den hohen Bäumen. Und drüben, in den nassen Bruchflächen, in denen alte Stubben modern, neue Laubholzjugend sich nach der Sonne drängt, und wo sich um die Dämmerstunde, die Ulenflucht, die Amseln und die Singdrosseln am ausdauerndsten zu Worte melden, gab es inzwischen ganz auserlesenen Besuch. Die Schnepfe ist aus Afrika zurück-gekehrt und wurmt mit Emsigkeit in den versumpften Rischgraskuhlen, die noch vor einer Atemlänge richtige Eisglasspiegel waren. Dort aber in der dunkelgrünen Insel, die sich am Laubwaldsaume finster abhebt, sitzt der alte Tauber reisemüde und plustert die blaugrauen Federn auf, um den jungen Sonnenstrahlen seiner neuen Heimat weiten Einlaß zu gewähren. Er spreizt die Flügel weitab von sich und dreht sich hundertmal im warmen Schein. Und diese.Wärme, die in ihn dringt, weckt Verborgenes und längst entschwundene Gefühle: plötzlich strafft sich das Gefieder, das erste Frühlings-Rucksen hallt weit durch den Wald. Dann schlagen Flügel klatschend in den Fichten, die Wipfel bäumen sich und fuchteln durcheinander, ein kurzer Prahlflug setzt hochaufsteigend zu inniger Begrüßung ein: auch seine Taube ist soeben eingetroffen. Natur ist rundherum erwacht, und es wird Zeit, daß man auch in der, Einsamkeit von Berg und Wäldern ans neue Frühjahr denkt! K. R. F. Zur Meldunq aufgerufen. Das Arbeitsamt Gießen ruft in einer Bekanntmachung in unserem heutigen B^tte einen weiteren Personenkreis ;ur Vorlage des Meldebogens zwecks Entscheidvna über den Arbeitseinsatz auf. Die Meldung muß bis zum 18. März erfolgt fein. Der Kreis her neuaufgerufenen Personen ist in dem Aufruf des Arbeitsamtes gekennzeichnet. Ran an die Bomben! Die Bekämpfung der von den Engländern vielfach abgeworfenen Phosphorbrandbombe läßt sich genau so sicher und er'olgreich durchführen wie die der bekannten Stabbrandbombe. Bei entschlossenen disziplinierten Vorgehen mit Sand und Wasser wird jeder mit allen Brandabwurfmitteln der britischen Flieger fertig. Wichtig ist die.Volksgasmaske. Freund, dachte er dabei, also deshalb soll ich schon am Samstag fahren. „Ja wirklich ... Fräulein Schmidt", fuhr er auf ihren zweifelnden Blick fort, „ich habe nämlich in Köln vorher noch eine private Sache zu regeln, die mir febr nm Herzen liegt. Wenn Sie wollen, nehme ich Sie auf meinem Motorrad mit/' Sie sah ihn zögernd an. Diese Einladung kam ihr eigentlich) sehr gelegen. Es war ja nichts dabei und verpflichtete auch zu nichts ... aber ... irgend etwas schien ihr dagegen zu sprechen. Ihr Zögern entging ihm nicht. „Fräulein Schmidt", bat er mit komischer Geste, „Sie machen mir wirklich ein" große Freude. Ja, ^"stimmt' Pnh fi* teil 't auch, denn Sie ersparen sich die umständliche Bahnfahrt." Er brachte das mit so gewandter Sorglosigkeit heraus, daß sie vergeblich nach einem glaubwürdigen Grund zu einer Ablehnung suchte. „Also abgemacht", sagte sie zustimmend. „Morgen nachmiftaa am Buhnhof Hammerkott. Wenn Sie nicht pünktlich find, nehme ich den Fünf-Uhr- Zug. Einverstanden? Gut. Aber nun muffen Sie hier verschwinden, sonst werde ich heute nicht mehr mit meiner Arbeit fertig." Hoffentlich ist er nicht pünktlich, mußte sie gleich darauf denken. Sie hätte diese Einladung wohl lieber doch nicht annehmen sollen. Nie in meinem Leben werde ich pünktlicher sein als morgen, dachte er, während er in das Privatkontor hinüberschlenderte. Schweigend setzte er sich Terbrüagen gegenüber und vertiefte sich in seine Ar- Veit. 'Aber er war nicht so recht bei der Sache. Wiederholt schielte er zu dem anderen hinüber und mußte sich zusamm"nnehmen, um seine innere Heiterkeit nicht allzu deutlich zu zeigen Was für ein' blitzdummes Gesicht würde der gute Terbrüagen wohl machen, wenn er morgen sehen mußte, daß seine schöne Rechnung doch nicht so glatt awfoing. Denn daran zweifelte Meinders nun nicht mehr, daß es mit diesem Fräulein Schmidt eine besondere Bewandtnis haben mußte, und daß Terbrüggen Oer Kriegseinsah der Hitler-Jugend. Da« Arbeitsprogramm für den kommenden Gommer. Entsprechend der vom ReichsjugendführFr Axmcmn für 1943 ausgegebenen Parole „Kriegseinsatz der Hitler-Jugend" ist von der Reichsjugendführung jetzt der Sommerdienstplan herausgegeben worden, der das Arbeitsprogramm der Jungen und Mädel bis einschließlich August umfaßt. Neben dem planmäßigen Pflichtdienst kann danach aus kriegsbedingten Gründen auch ein zusätzlicher Pflichtdienst der Gebiete von Fall zu Fall angeordnet werden. Großer Wert wird darauf gelegt, daß die HJ.-Führer und BDM.-Führerinnen laufend Verbindung mit den Eltern halten. In jedem Bannbezirk ist allmonatlich eine Elternsprechstunde anzu- setzen. Die zuständige Stelle für schriftliche Vorstellungen von Eltern ober Lehrherren und Betriebsführern ist der Führer des Bannes bzw. die Mädelführerin des Bannes. Der Kriegseinsatz der Jugend vollzieht sich auf acht reichseinheitlichen Gebieten: Osteinsatz und Erntehilfe, Erweiterte Kinderlandverschickung, Wehrertüchtigung, Feldscher- und Gesundheitsdienst- Mädelausbildung, Werkarbeit, Sammlungen, Elternbetreuung und Stoßaktionen. Außerdem werden zwölf örtliche Einsatzmöglichkeiten aufgeführt: Haushalts-, Kindergarteneinsatz, Geschäfts-, Nachbarschaftshilfe, Einsatz bei der Wehrmacht, Wehrmacht- und Lazarettbetreuung, Einsatz bei Luftschutz, Feuerwehr, Reichspost, Verkehr und Transport, in den Fabriken, bei her Schädlingsbekämpfung und Gartenhilfe. Jungen, die in der Wehrertüchtigung stehen, sind vom allgemeinen Kriegseinsatz weitgehend freigestellt. ‘ Den kulturellen Einsatz in Lazaretten, Krankenhäusern ober Altersheimen Haden die Jungmäbel, Mädel und BDM.-Werk-Mädel durchzuführen. Jungen und Mädel, die in ihren Ferien ober im Urlaub freiwilligen Kriegseinsatz leisten, werben zum Abschluß in befonberen kulturellen Veranstaltungen, z. B. Theaterbesuch, zusammengefaßt, wo ihnen für den Einsatz gedankt wird. Die in den großen Ferien vorgesehenen Leisiungs- wochen bilden den Höhepunkt im Sommer-Pflicht- bienst des Jungvolks und der Jungmäbel. Für die Leistungswochen, über deren Termin die Eltern rechtzeitig verständigt werden, sind nur die Stadteinheiten vorgesehen. Einmal im Jahre werden hierbei Pimpfe und Jungmäbel zu ganztägigem Dienst erfaßt, um ein besseres Ergebnis ber Erziehungsarbeit der HI. zu erreichen. Pimpfenprobe, Jungmädelprobe, verstärkter Kriegseinsatz, Unfertigen von Spielsachen usw. sind Aufgaben für die Leistungswochen, deren Schlußkundgebung dem Heldentum der Front gewidmet ist. In jedem Gebiet erfolgt ferner im Sommer 1943 eine „Woche der schaffenden Jugend", die gemeinsam mit den Jugendbienststellen ber DAF. unter ber Parole: „Unser Kriegseinsatz heißt Disziplin und Leistung" durchgeführt wird. Jugendbetriebsappelle, Berufskundgebungen, Ausstellungen von Werkstücken Jugendlicher sind dabei vorgesehen. Besondere Veranstaltungen sind u. a. Frühjahrsge- länbelauf, Hallenkampfspiete, Reichssport- und Reichsschwimmwettkämpfe. Die Mietbeihilfe für den Handel. Durch die jüngste Entwicklung hat das Mietbeihilfeverfahren, das für die Handelskreise schon im Dezember 1939 eingerichtet wurde, erhöhte Bedeutung für niete selbständige Kaufleute erhalten. Im Januar hat nun der Reichswirtschaftsminister neue Bestimmungen über die Handhabung des Mietbeihilfeoerfahrens erlassen. Die Mietbeihilfen sind bald nach Kriegsbeginn eingeführt /Dorben, um die ordnungsgemäße Erfüllung ber Mietverpflichtungen gegenüber den Grundbesitzern seitens der Handelsbetriebe, deren Tätigkeit eingeschränkt werden sollte, sicherzustellen. Während früher bestimmt war, daß der Antrag auf Gewährung der Mietbeihilfe nur bann gestellt werben konnte, wenn der Miet- unb Pachtvertrag bereits am 1. September 1939 bestan- ben hatte, spielt jetzt biefer Termin keine Rolle mehr. Die Anträge können nunmehr auch gestellt werden, wenn die Miet- und Pachtverträge später abgeschlossen worden sind. Die Beihilfe kann gewährt werden, wenn ber Antragsteller infolge eines Umsatzrückganges aus Anlaß des Krieges seine laufenden Miet- und Pachtverpflichtungen nicht im vollen Umfange mehr allein tragen kann, so baß dadurch bte Weiterführung oder spätere Wiedereröffnung des Geschäftes in Frage gestellt wird. Die Beihilfe kann auch gewährt werden, wenn der Betrieb infolge der Dienstverpflichtung des Inhabers, einer Notdienstverpflichtung ohne Anspruch auf Familienunterhalt ober Mangels an Arbeitskräften oder Waren vorübergehend geschlossen werden muß. Eine umfassende Klarstellung erfahren die Bestimmungen über die Beihilfe durch die Klärung ber Frage, mann eine Beihilfe nicht gewährt werben bars, die in dem Runderlaß enthalten ist. Danach darf die Beihilfe nicht gewährt werden, wenn a) ber Hanbeltreibende in der Zeit vom 1. Januar 1937 bis zum 1. September 1939 währenb mindestens dreier, auch nicht zusammenhängender Monate Wohlfahrts- ober Arbeitslosenunterstühung. bezogen hat, weil aus dem Unternehmen eine selbständige Existenz nicht gewährleistet ist, ober b) der Hanbeltreibende schon vor dem 1. September 1939 nicht in der Lage war, ohne Gefährdung des Unternehmens den steuerlichen Vervflichtungen aus dem Handelsbetrieb und den laufenden Verpflichtungen der Gefolgschaft gegenüber regelmäßig nachzukommen, ober von der Gewerbe- ober Einkommensteuer freigestellt war, ober c) für ben Betrieb des Handeltreibenden auf Grund der Vorschriften des Familienunterhalts- rechis WirFchaftsbeihilte gewährt wird, und d) wenn das Unternehmen, unabhängig von den Auswirkungen des Krieges, wirtschaftlich nicht gesund ist. Als wirtschaftlich nicht gesund sind insbesondere Unternehmen anzusehen, die eine selbständige Existenz n-cht gewährleisten. lieber die Höhe der Beihilfe wird gesagt, daß ein Zuschuß bei fortgeführten Betriebenen der Höhe gezahlt wird, daß 80 v. H. ber vertraglichen Miete oder Pacht gebeckt sinb. Bei Schließung des Betriebes wirb die Beihilfe vom Zeitpunkt ber Antragstellung ab soweit gewährt, daß ebenfalls 80 v. H. ber vertraglichen Miete ober Pacht gedeckt sind. Die Beihilfe kann an alle Mitglieder der Wirt- schafts- und Fachgruppen gezahlt werden, die zur Reichsgruppe Handel gehören. Anwendung findet die Vorschrift auch auf gewerbliche Garagenbesitzer und Autowäschereien sowie bei Betrieben des Saatgut-, Satnen- und Futtermitteleinzelhandels, obwohl diese nicht Mitglieder der Reichsgruppe Handel sind. Betriebe des Reichsnährstandsgroßhandels werden ebenso behandel^ desgleichen die Unternehmungen des Auskunfts- und Jnkafsogewerbes. ,Der Antrag ist über den Leiter der zuständigen Wirtschaftsgruppe (bezirkliche Stelle) an die Verwaltungsbehörde erster Instanz, also an die Landräte, zu richten. Die Reichsnährstandsbetriebe haben ihre Anträge bei den zuständigen Fachschaften einzureichen. Die Beihilfe wird meist dem Antragsteller selbst ausgezahlt, kann aber auch dem Vermieter oder Verpächter überwiesen werden. Bei Besserung der wirtschaftlichen Lage des Antragstellers ist der Antragsteller verpflichtet, davon Mitteilung zu machen. Unter einer Reihe von Voraussetzungen kann später die Beihilfe zurückgefordert werden. Beihilfen, die während der Dienstverpflichtung des Inhabers gewährt worden sind, brauchen nicht zurückge-- zahlt zu werden. ExpreßgugendunaenmitLebensimiteln an Wehrmachtanqehörioe. Vielfach können Erpreßgutsendungen mit Lebens. Mitteln an die als Empfänger angegebenen Wehr- machtangehörigen in der Garnison nicht abgeliefert werden, weil der Empfänger inzwischen zum Front- einsatz gekommen ist. Wenn auch solche Sendungen, soweit sie das Gewicht von 5 Kilo nicht überschreiten, unverzüglich an den Absender zurückgefandt werden, so ist doch in vielen Fällen zu befürchten,' daß empfindliche Lebensrnittel während ber Rückbeförderung verderben können. Ueber solche Lebensmittel wird hoher, wenn keine anderweitige Anweisung von dem Absender vorliegt, im Einvernehmen mit dem zuständigen Emährungsamt verfügt. Es besteht aber die Möglichkeit, diese unanbrin glichen Lebensmittel- fentgingen kostenlos einem Lazarett oder Webrrnacht- krankenhaus zuzuführen, wenn der Absender Hn Einverständnis damit auf der Expreßgutka^te erklärt hat Die Rüchsbahn bittet, von dieser Möglichkeit weitgehend Gebrauch zu machen. llr'aub für uktenifcke Arbeiter. NSG. Diejenigen Betriebsführer, die ukrainische Arbeiter (aus der Westukraine, Regierunas- bezirk Lemberg) beschäftigen, werden, falls für letztere Urlaub in Frage kommt, gebeten, sich mit dem mehr davon wußte, als er nach außen hin zuaab. Um was es dabei ging, nun ... das würde sich schon Herausstellen. • * Das Heulen der Werksirene hallte dumpf und herrisch über das weite Gelände der Zeche. Feierabend! Der Ton ber Sirene war heute derselbe wie an allen anderen Wochentagen. Aber für die Menschen ber Gruben lag an den Samstagen etwas Festliches, Befreiendes in diesem Aufheulen, es war wie ein Signal der Freude, denn heute rief die Sirene nicht wie sonst die Menschen zur Nachtschicht herbei, heute kündete sie den Abschluß einer arbeitsreichen Woche unb gleichzeitig ben Beginn eines unendlich langen und schönen Feierabends an. Heute verstummte auf ihr Geheiß bas Lärmen der Maschinen, erstarrten Silhouetten, blieben die För- berbarme leer auf der Hängebank stehen, verlöschten die Feuer in den sonst so lebendig ratternden Lokomotiven der Grubenbahnen. Kein arbeitender Mansch wußte diesen Ruf zum Feierabend so zu schätzen wie der Bergmann. Eine schier endlos lang dünkende Reihe von Stunden lag nun vor ihm. die er in Licht unb Sonne unter den Seinen verleben bürste, ehe hie Sirene ihn am M-mtagwornen unerbittlich aufs neue hinabrief zu seiner harten Arbeit in Nacht unb Dunkel. Karl Meinders hatte sich heute unter Hinweis auf seine ReisevlTrbereitungen schon am Vormittag von Terbrüaaen verabschiedet, und dieser hatte ihn mit grober Genugtuung wecwehen sehen. Meinders hatte also genügend Zeit, sich selbst und seine schmucke Maschine so vorteilhaft und einnehmend herzurickten, daß alles nur so blitzte und blmterte, als er eine reichliche Viertelstunde vor ber festgesetzten Zeit vor bem kleinen Bahnhofsgebäude ber Station Hammerkott ftanb und erwartungsvoll Umschau hielt. Renate sah ihn schon von weitem, unb sie war verstimmt über sich selbst, daß sie sich zu dieser gemeinsamen Fahrt hatte überreden lassen. Sie hatte im geheimen noch immer gehofft, daß im letzten Augenblick doch noch etwas dazwischenkommen würde. Viel lieber hätte sie jetzt den Zug nach Essen genommen, um ihre noch dort stehende Masch'.ne abzuholen und bann allein weiterzufahren. Vielleicht wollte es der Zufall, daß sie auf der Landstraße bann wieder ein kleines, grünes Auto traf ... vielleicht ... Aber damit war es nun nichts. Sie mußte sich in das Unvermeidliche schicken. Meinders hatte sie ebenf-iHs schon erspäht unb winkte ihr zu. er kam ihr sogar entgegen und bot ihr freundschaftlich die Hand. „Wirklich furchtbar nett von Ihnen, daß Sie Wort gehalten haben, Fräulein Schmidt", strahlte er. „Sie sind die pünktlichste Frau der Welt." „Finden Sie etwas Besonderes dabei? Ich hab's Ihnen doch versprochen ..." Ein lautes Huven unterbrach sie. Beide sahen sich überrascht um. Neben ihnen fuhr rafch eine große, blaue Limousine an und hielt mit jähem Ruck. Der Schlag sprang auf, unb Terbrüggen stand jpor ihnen. Die drei Menschen sahen sich an. „Ich denke, Sie sind auf bem Wege nach Bremerhaven?" fuhr er bann Meinbers erregt an. Der verzog keine Miene. „Das bin ich ja auch, wie Sie sehen", gab er mit Gemütsruhe zurück. In den etwas tieftiegenben Augen Terbrüggens glomm es brohenb auf. „Lassen Sie bitte biefe dummen Scherze!" Er war außer sich über diesen unerwarteten Streich. „Ich verlange, daß Sie fetzt sofort eine Fahrkarte lösen und den nächsten Zug benutzen!" Meinders hob die Schultern. Er wollte in Gegenwart des Mädchens nicht zuviel sagen, aber er wollte auch bem anderen gegenüber nicht klein beigeben. (Fortsetzung folgt) Der Einsatz des Rundfunks hat besonders im Kriege durch seine praktisch grenzenlosen Wirkungs- möglichkeiten vielseitige Bedeutung erlangt. Die nu- litärischen und politischen Sendungen haben neben den Nachrichtendiensten die kämpfende und die schassende Front zu einer unlösbaren Gemeinschaft verbunden, und das reichhaltige Unterhaltungsprogramm schenkt dem einzelnen Erhebung oder Entspannung, durch die er Kraft schöpfen kann zum Bewältigen der harten Kriegsaufgaben. Dennoch aber gibt es eine große Anzahl von Hörern, die ihren Empfänger sinnlos anstellen, Hausfrauen, die ihn vom frühen Morgen bis in die spaten Abendstunden spielen lassen, oft ohne von den einzelnen Sendungen etwas in sich aufzunehmen. Sendepausen, Zeitzeichen und Wasserstandsmew'un- gen tönen dabei genau so in das meist leer^ Zmi' mer, wie Nachrichten in fremder Sprache oder der Kinderfunk. Abgesehen davon, daß ja schließlich der Aufnahmefähigkeit unseres Gehörs Grenzen gesetzt find und ein Abstumpfen eintritt, das den Wert der weisen. Wenn wir uns nun bemühen, nur noch planmäßig ein zustellen, d.h. nach den täglich veröffentlichten Rundsunkprogrammen, so ist damit nicht nur uns und unserem Empfangsgerät gedient, sondern wir stärken ganz nebenbei nicht unerheblich unsere Kriegswirtschaft. Also: „Hören — aber mit Verstand!" Bedlngttzesten des melodischen Verlaufes erwach» send, verband sich mit stärkstem Gefühlserleben un- plastischer Ausprägung des Eigenlebens der Linie. Solche Gaben mußten die Hörerschaft zu begeistertem Beifall hinreißen. Er galt wohl in erster Lini-t dem Konzertgeber; aber ebenso verdient Hermann Loux aus Stuttgart (am Flügel), der in. letzter Stunde seinen Part übernommen hatte, für sein immer bereites Mitgehen und feinsinniges Nachschaffen volle Anerkennung. Dr. Hermann Hering. Rundfunkhören — mit Verstand! Zahlen sprechen eine eindringliche Sprache. Gießener Konzertring. Violinkonzert Vasa prihoda. einzelnen Sendungen nicht mehr erkennen laßt, wird eine erhebliche elektrische Energiemenge willkürlich vergeudet. Daß diese ganz beachtlich ist, ergibt sich aus einer statistischen Angabe des Jahres 1939, wonach der Gefamtverbrauch für Rundfunkzwecke sich in der Welt auf über 5 Milliarden Kilowattstunden belief. Davon entfielen rund vier Fünftel auf Emp- fanqszwecke, nur ein Fünftel wurde für den Betrieb der Sender und für die Rundfunkindustrie verwandt; pro Einwohner sind das in Europa 4 Kilowatt- oder 80 Betriebsstunden. Diese Zahlen sind bei dem deutschen Hörer noch entsprechend höher, da mir in Europa die stärkste Rundfunkempfangs gemeinde auf- Es liegt etwas ungemein Zwingendes in dem Eindruck, den Vasa Prihoda auf seine Hörer ausübt. Sobald er den Bogen ansetzt, muß man ihm folgen, und man-tut es willig und gern; denn sein Ton erhebt sich über den rein instrumentalen Klang hinaus in jene Sphäre, wo das Innenleben sich ausspricht und das Seelische sich ausschwingt. Man wird nie bei ihm den Eindruck haben, nur einen Geiger an sich zu hören; an seinem Beispiel könnte man vielleicht die Märchen von der Zauberkraft der Geige begreifen und nachempfinden. Denn bei ihm ist auch der letzte Rest des rein Instrumentalen überwunden; sein Klang wird zum berufensten Ausdrucksträger. Gewiß wird man auch bei chm ein geradezu unermeßliches Können auf dem Instrument immer wieder bewundern müssen; man kann nur staunen über diese Bogenbeherrschung, der die größten Schwierigkeiten selbst m stärkster Anhäufung spielend sicher gelingen; dasselbe muß von dor Durchbildung der linken Hand gelten mit den frappanten Kühnheiten der Doppelgriffe, in sauberster Klanggelöstheit wirklich schwingend und tönend. Glanzvollste Virtuosität ist hier aber nicht Selbstzweck geblieben, sondern sie ist die Voraussetzung für die Entfaltung musikalischer Gestaltungskräfte aus den Belangen des Geigerischen heraus geworden. So vielfältig auch das Programm sich in seinen Stil- bedinatheiten gab, nie blieb hier die nachschaffende Eindringungsfähigkeit hinter der gestellten Aufgäbe zurück. Und was man aus solch einem Abend von Vasa Prihoda mitnimmt, ist innere Bereicherung, Bewunderung und Freude, Das gewinnende Mittel dazu ist der Ton, den Vasa Prihoda auf seinem Instrument entwickel^; sinnlich schön, klangvoll in Unmittelbarkeit cms- blühend zu großartiger Pracht und Stärke, ohne jedoch dabei die geringste Spur des Gewollten erkennen zu lassen. In allen dynamischen Abstufungen ist er willig und nachgiebig und paßt sich je Transportstab der Deutschen Arbeitsfront, Gauwak- tung Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Bürger- straße 69/77, in Verbindung zu setzen. Da neue Merkblätter für die Beurlaubung ausländischer Arbeitskräfte erschienen sind, können diese ebenfalls bei dieser Dienststelle angefprdert werden. Kraftfahrzeuge Schwerstbeschädigter. Um die Kraftfahrzeuge von Schwerstbeschädigten für die anderen Verkehrsteilnehmer und die Polizei kenntlich zu machen, hat sich eine Regelung als zweckmäßig erwiesen. Nach einem Erlaß des Reichsverkehrsministers dürfen Kraftfahrzeuge wehrdienst- beschädigter Körperbehinderter beim Parken und Halten durch ein gelbes Schlld -mit drei schwarzen Punkten und einem Eisernen Kreuz, die Kraftfahrzeuge anderer Schwerstbeschädigter durch ein gelbes Schild mit drei schwarzen Punkten kenntlich gemacht werden. Das Schild ist so anzubringen, daß es beim Fahren entfernt oder von außen unsichtbar gemacht werden kann. Einheitlicher Lehrvertrag für kaufmännische Lehrverhältniffe. Im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums ist ein Erlaß veröffentlicht, der ein Vertragsmuster für den Abschluß eines kaufmännischen Lehr- Vertrages enthält. In dem Erlaß wird es den Gau- Wirtschaftskammern bzw. Industrie- und Handelskammern zur Pflicht gemacht, darauf hinzuwirken, daß dieses Vertragsmuster allen kaufmännischen Lehrverhältnissen zugrunde gelegt wird. Eintragungen in die Lehrlingsrolle dürfen nur erfolgen, wenn der Abschluß des Lehrverhältnisses unter Verwendung des reichseinheltlichen Lehrvertragsmusters erfolgt. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß die Frage der vorzeitigen Zulassung zur Kaufmannsgehilfenprüfung bei vorangegangenem Schulbesuch besonders geregelt werden wird. * **EineAchtzigjährige. Frau Lina Hahn, geb Erb, Ederstraße 14, kann am heutigen Freitag in körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag begehen. Der Jubilarin herzlichen Glückwunsch. *♦ „Von Sonnen und Atomen ist das Thema des' Lichtbildervortrages, den der Schriftsteller Robert Henseling am kommenden Montag auf Einladung der im Gießener Vortragsring zusammengeschlossenen Gießener Ksilturverbände — Kulturelle Vereinigung, Goethe-Bund ünd uSous= bildunqsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude" — halten wird. Der Vortragende ist m Gießen von seinen früheren Vorträgen her bekannt. Landkreis Gießen. * Watzenborn-Stein der g,11. März. Dieser Tage wurde Frau Wwe. Sch'mandt in guter Rüstigkeit 98 Jahre alt. Die Jubilarin ist eine der ältesten Frauen Hessens. Aly heutigen Donnerstag konnte Balthasar Happel IV., Hindenburg- straße 24 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Trotz seines hohen Alters hilft der Jubilar feinen Angehörigen noch eifrig bei der Arbeit. Beiden Jubilaren unsere herzlichen Glückwünsche. Kreis Metzlar * Hörnsheim, 11.März. Der Zimmermann Anton Althen aus Dornholzhausen konnte dieser Tage auf eine 40jährige Tätigkeit in der hiesigen Zimmerei mit Sägewerkbetrieb von Engel zurückblicken. Im Rahmen einer schlichten Betriebsseier wurde der Jubilar in verdienter Weise geehrt. Ein Frauenberuf der AS.-Volkswohlfahri. NSG. Der Beruf der Haushaltshelferin bei der NSV. ist leider noch viel zu wenig bekannt, obschon er mit zu den schönsten und verantwortungsvollsten Frauenberufen überhaupt gehört. Schon ist Frie° denszeiten, erst recht aber heute, kommt es in zahl» lasen. Fällen vor, daß ein Haushalt, dessen Führung sonst in den festen Händen der Hausfrau lag, vorübergehend verwaist, da diese durch Krankheit oder Wochenbett Tage oder auch Wochen abwesend sein muß. - . .. Für solche Fälle eine einsatzbereite lind auch fähig«' Helferin zur Führung des Haushaltes bereit zu haben, ist eine vordringliche Aufgabe der NSV. geworden. Sie ist deshalb bemüht, einen Stamm von weltanschaulich einwandfreien, und zur Führung eines Haushaltes fähigen Frauen heranzubilden, die einem Haushalt vorstehen können, um vorüber» gehend die Hausfrau und Mutter zu ersetzen. Herz-. Haftes und bereitwilliges Zupacken sowie die Begabung zur Wartung und Anleitung von Kindern sind neben der Begabung zur planvollen Führung eines Haushaltes die Grundbedingungen und Vor» aussetzungen für diesen Beruf. Die Haushaltshelfe? rin der NSV. ist eine hauptamtliche und durch dis NSV. festbesoldete Kraft, entsprechend der felbfiuer? stündlichen Stellung, die sie in dem ihr arroertraufeft Haushalt und Wirkungskreis einnimmt. Frauen, die sich für den Beruf der Haushalts» Helferin interessieren, wenden sich an die nächste Dienststelle der NSV. Sie erhalten dort auch Aufklärung über alle damit zusammenhängenden FragerL- «Sportsperre aufgehoben. Wegen Verlegung des Heldengedenktages ist dis Anordnung des Reichssportführers vom 5. März auF Absetzung der sportlichen Veranstaltungen für kommenden Sonntag, 14. Mürz, auf gehoben worden. Kurze «Sportnoftzeu. In Bad Pyrmont, wo er in einem Lazarett Heilung von einer im Osten zugezogenen Krankheit suchte, ist Ludwig Leinberger, einer der bekanntesten deutschen Fußballspieler, plötzlich geftor* den. Mit Ludwig Leinberger hat der deutsche Fußballsport einen seiner besten Spieler früherer Jahre verloren. nach der seelischen Lage selbst in der Klangfärbung an. Glutig, temperamentgebunden kann ihm etwas Hinreißendes zu eigen sein; dann ist er wieder versunken, hingegeben, in sich gekehrt, und auch wiederum abgeklärt, leuchtend in mattgoldenem Schimmer. Es mar durchaus angemessen »und wohl zu verstehen, daß die blutsmäßige Veranlagung Prihodas in der Vortragsfolge ihr Auswirkungsfeld finden konnte. Dvoraks Sonatine mußte in ihrer impulsiven Frische den Hörer ansprechen mit der individuellen Ausprägung der beiden Themen des Kopfsatzes, ihren Temperamentsaufschwüngen und der Schmiegsamkeit der Linienführung; im 2. Satz die seelenvolle Wärme der Moll-Sphäre und im Finale die Mannigfaltigkeit der Situationen im Lichte slawischer Rhythmik. — Verhaltene Leidenschaftlichkeit und Musikantenseligkeit durchzogen Smetanas Stücke „Aus der Heimat", mündend in zündenden Lebendigkeit des Tänzerischen. Wenn Prihoda dann in einer eigenen Komvosition „Sla- wische M elodie" fein eminentes Können in den Dienst persönlicher Ausdruckskräfte stellte, so konnte die Wirkung nicht ausbleiben. Dem reihte sich Sara s a t e s .„Joba Navarra" mit geigerischen Hexenkünsten und dem Orchestralen zuneigenden Klangevolutionen an. Franz Schub erts große Fantasie in C- dur (op. 159) ist vielleicht die schönste seiner Dio- linkompositionen. In der Einleitung läßt er hier sein Lied „Die Gestirne" (Klopstock) anklingen, den Gipfel musikalischer Schönheit aber bilden die Variationen über sein Lied „Sei mir gegrüßt". Wie hier die beiden beteiligten Instrumente mit fast unerschöpflich scheinenden, immer wieder neuen Ausdrucksmitteln den lyrischen Urgrund des Themas ausschöpften, das steht einzigartig da. Zu einem Moment der Weihe wurde B achs „Air" aus der v-dur-Suite, hier auf der O-Saite vorgetraaen. Pastose Klan gli cht eit, in ihren Stärkegraden aus den Verdunkelungszeik: ________12. März von 19.19 bis 6.13 Uhr.________ Hauptschristletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lauge. Stellvertreter de- Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlags'eiter: Tr.-Jng, Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Montag, den 15. März 1943, abends 7.30 Uhr [sisD Neue Aula der Universität 01611 Treis (Hessen), den 11. März 1943. 0161» 01613/ Gießen eingetr. We. fr 814D > & y GuHall*.Fobrtk K5I* TitL 2.30.4.45,7.30; So. 2.00. 4.30,7.80 UM, Dr. jur. Walter Rumpf t. Z. Uffz. in einer Art.-Abt. Emil H. Müller K..G. Holzwarenfabrik, Gießen Fernsprechsammel-Nr. 4545. [8qiD Für die Aufmerksamkeiten u. Glückwünsche anläßlich der Konfirmation unsererTochter Hedwig danken wir herzlich Heinrich Ulrich und Frau Gießen, im März 1948 Jahn st raße 33 Bei dem Heimgang unseres teuren Entchlafenen sind uns soviel Beweise aufrichtiger Teilnahme, sowie eine große Fülle von Kranzspenden zugegangen,daß es uns nicht möglich ist, jedem einzeln nen zu danken. Wir bitten deshalbauf diesemWege unseren innigsten Dank entgegen zu nehmen. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Schmidt für die trostreichen Worte, der Reichsbahn-Direktion Frankfurt M., den Vereinen für die Ehrung und Kranzniederlegung. im Namen der trauernden Hinterbliebenen :Luise Henrich, geb. Heinz. Ifadimänner für die besetzten Westgebiete und f. d. Inland laufend gesucht. Geeignet auch für Rentenempfänger u. Pensionäre. Einstell.- Bedingungen und Auskunft Wachdienst Niedersachsen Frankfurt a. HL, Kaiserstraße 18 Fernsprecher 29214. [5Mv | Mietgesuche") Berufstät. jung. Mädchen sucht z. 1. April 1943 Ml.3iniMr in Gießen. [sioD JngeJohmmtzen, Westerdeich bei Marne in Holstein. Jung. Kraftfahrer sucht Betätigung in Industriewerk in Gießen oder Umgebung. Angebote unter F. BI. 235 an Ala Anzeigen-B.m.h.H., Frankfurt/Main Kaiserstraße 15. sieV Die Verlobung ihrer Tochter Irene mit Herrn Dr. jur. Walter Rumpf geben bekannt Dr. jur. Georg Gail und Frau Irena geb. v. Benislawski Gießen, Bahnhofstraße 71 Statt Karten! Für die uns in so zahlreichem Maße erwiesene Anteilnahme, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. In tiefem Schmerz: s Adolf Thielmann und Frau Ria, geb. Günther. Gießen, den 12. März 1943. Meine Verlobung mit Fräulein Irene Gail beehre ich mich anzuzeigen Butzbach Professor - Werner-Straße 3 - ________821 D/ . Statt Karten! Die Verlobung ihrer Tochter Ilse Maria mit Herrn Oberarzt Adolf Achenbach geben bekannt Dr. med. G. W. Spruck u. Frau Louise, geb. Waege IhreVerlobung geben bekannt Ilse Maria Spruck Oberarzt Adolf Achenbach [Verschiedenes| Diejenige d. am Donners- tagnachmittag ein Paar neue iDomen- tzMWhe i.Ladenv.Geiße mitgenomm.hat, ist erkannt u.wird dringend ersucht, dies, dort wieder abzugeben, öioao Nitht tede Schuhcreme itt GuHahn Ccht nur mit dem Aufdruck Guttalin" Nur in Fachgeschäften , Lichtbilder-Vortrag von Robert Henseling Von Sonnen und Atomen Die Mitglieder des Goethe-Bundes, (Kontroll-Abschn, Nr. 1 der neuen Mitgliedskarte), der Kulturellen Vereinigung und der Volksbildungsstätte Giefien (Kontroll« Absehn. Nr. 10) haben freien Eintritt. Die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Kontroll-Abschnitt Nr. 10 Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von RM. 0.75 auf Sammel« bestellung, Nichtmitglieder zum Preise von RM. 1.25 bei Challier, Neuenweg, Kartenverkaufsstelle detf KdF., Seltersweg 60. Die Angehörigen des Veran* staltungsringes der H J. erhalten Eintrittskarten zum Preise von RM. 0.80, Studenten u. Militär zu RM. 0.40» Hansen Samstag, den 13. März 1943, 20.00 Uhr Darmstädter Hof Konzert der Jugend Gestaltet vom Chor und dem Orchester der Bannspielschar des Bannes Gießen 116. Eintrittskarten zum Preise' von 75 Pf. an der Abendkasse. S20D GiefienerVortragsring Kulturelle Vereinigung / Goethe-Bund Volksbildungsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude“ oder Garten- anteil zu pachten gesucht. Schristl. Angeb. unter Angabe d. Gröhe u. Lage des Gartens unt. 01625 an den Gießen. Anzeig. Aufruf zur Vorlage des Meldebogens für die auf Grund der „Verordnung über die Meldung von Männern und Frauen für Ausgaben der Reichs- verteidkgung" vom 27. Januar 1943 (Rüchsgesehblatt I, Seite 67) meldepflichtig gewordenen Personen. MS weiterer Personenkreis werden hiermit öffentlich aufgerusen: a) Männer und Frauen, die in abhängiger Beschäftigung stehen, deren Arbeitszeit jedoch weniger als 48 Stunden beträgt; d) selbständige Berufstätige und Heimarbeiter, die keine oder nicht mehr als 5 Äefolgschaftsmitglieder beschäftigen, jedoch vorläufig nicht die im Handwerk und Handel, sowie die im Gaststätten- und Behec- bergungsgewerbe selbständigen Berufstätigen. Personen, die dem obigen kreis angehören und denen bisher von 4>en politischen Leitern noch kein Fragebogen zugestellt wurde, werden hiermit aufgefordert, sich einen Meldevordruck beim Arbeitsamt oder seinen Nebenstellen oder beim Blockletter der NSDAP, zu besorgen. Dieser ist gewissenhaft auözüfüllen und bis zum 18. 3.1943 dem Arbeitsamt oder seinen Nebenstellen wieder zuzuleiten. Nach § 5 der angeführten Verordnung vom 27. 1. 1943 kann das Arbeitsamt von den Melt^pstichttgen die Meldung und daS persönliche Erscheinen durch Zwangsgeld bis zu RM. 1000,— erzwingen. Zur Arbeitsberatung und zum Arbeitseinsatz erfolgt besondere Arbeiter, 60 Jahre alt, mit schuldenfreiem Heim und etwas Verm., wünscht eine liebe Frau zwischen 50 und 60 Jahren, möglichst vom Lande, die den Haushalt gut füllten kann, kennenzulernen, zwecks baldiger Heirat Zuschriften unt. 01575 an den Gießen. Anzeig. Tausche schwarze ~ Pumvs und Schlangenhaul-- Schuhe, Gr. 40, gegen Pumvs, Gr.39,u.schwarz. Soinrnermantel, Gr. 48, gegen helleren, Gr. 46 bis 48. [oi62i Moltkestr. 8 p, Selbst hauchdünnes Aul- trogen genügt. Erst trocknen Ionen. Dann ent bunten u. polieren. Der Glanz wird «chöner und man epgrl | Kaufgesuche"] Suche einen gut erhaltenen Fahrrad- anhänger zu kaufen. Sehr. 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