(95. Jahrgang Nr. (08 Erscheint täglich, aufeet Sonntags und feiertags «Letlagen: (Siebener rtamilienblättet Heimat imRild DieScholle Ge-ugsvreis: Monatlich.. RM.1.80 Zustellgebühr,. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewqlt vkenrtag,NMai(y^3 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* 1 Uhr desBormittagS Anzetgen-Preise: Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Texttett 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreits Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüsseMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°'« meßt Fernsvrechanschluh 3251 Dmhtanschrift: „Anzeige^ Posts check 11 6sg r>rankf.,M. GiehenerAnzeiger vrühlsch« UniversttSUdnickttti 8. fangt General-Anzeiger für Oberhessen Sieben, Lchlllftratze 7-9 - Opfert für unsere Soldaten! Aufruf de- Führers für das Deutsche Kote Kreuz. Kote 3u? Dietfcn «rieg-hils-werk für das Deulsche Kote «reuz erlich der Führer nachstehenden Ausruf an das deutsche Volk: Deutsches Dolf! ..nnTXTruV! »" Öinl“ "ergangen, der unseren Soldalen schwerste Kämpfe Belastungen auserlegle. Und wieder ist es das Verdienst dieser Männer lm O'len, dah eine Krise erfolgreich überwunden wurde, an der jede andere wehr- macht der Welt zerbrochen wäre. wie groß die Anforderungen körperlicher und seelischer Art an sie gewesen ist, kann die Heimat nicht ermessen. So ist es allein ihrem Heroismus zu verdanken, wenn am Ende der Ansturm des Feindes nicht nur aufgehatten, sondern in härtesten Gegenangriffen zuruckgeworsen werden konnte. Auch von der deutschen Heimat wird im Arbeitseinsatz und an Opserbereitschast Schweres gefordert. Allem alle ihre Opfer verblassen dennoch gegenüber den Entbehrungen und Leiden, d»e unsere Soldaten nun zum zweitenmal im Osten zu ertragen hakten. 1 3 solche Leistungen sind aber nur denkbar durch die Liebe zum eigenen Volk, das gerettet, und zum eigenen Land, das vor den Schrecken des Krieges bewahrt werden soll. Denn: es ist das deutsche Volk, es sind seine Frauen und Kinder, für die unsere Vlanner immer wieder an allen Fronten des gewaltigen Ringens ihr Leben einsehen. Allein auch die deutsche Heimat ist tapfer geworden. Auch in ihre Städte, Märkte und Dörfer wird der Krieg getragen. Dennoch sind all ihre Entbehrungen und Opfer nicht zu vergleichen mit den übermenschlichen Härten, unter denen unsere Soldaten an den verschiedenen Fronten, besonders aber im Osten zu kämpfen haben. Es ist daher als Ehrenschuld die Pflicht der Heimat, ihnen zu zeigen, dah sie bei all dem Schweren, was sie selbst erduldet, in keiner Sekunde ihre Soldaten an der Front vergißt, dah sie vor allem nichts unterlassen wird, was geeignet ist, die Wunden ihrer Kämpfer zu heilen, um durch die Betätigung eines gemeinsamer. Opfergeistes die nationalsozialistische deutsche Volksgemeinschast auch praktisch zu erhärten. Ich rufe daher das deutsche Volk zum vierten Kale auf, im Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz seinen gemeinsamen Bund der Opferbereitschaft zu erneuern und damit an unsere Soldaten jenen Dank abzustatten, den sie in so überreichlichem Maße verdienen. So wie aber der deutsche Soldat in diesem Winker noch über sich hinausgewachsen ist, so erwarte ich, dah sich auch die Heimat im neuen Kriegshilsswerk des Roten Kreuzes selbst übertreffen wird. Führerhauptquartier, den 10.5.1943. Adolf Hitler. Freude am Helfen. Zum vierten Kriegshilfswerk für das Deutsche Kote Kreuz. Einen Appell von zwingender Kraft an jeden einzelnen von uns, mehr als die Pflicht zu tun, wenn es gilt, der kämpfenden Front den Dank der Heimat abzustatten, stellt der Aufruf unseres Führers zum vierten Kriegshilsswerk für das Deutsche Rote Kreuz dar, den er zum viertenmal in diesem Kriege an das deutsche Volk ergehen ließ. Die Heimat muß und wird über sich hinauswachsen, sich in ihren Leistungen, so gewaltig sie im Ablauf der letzten drei Kriegsjcchre waren, noch übertreffen — diese Erwartung des Führers und der Front werden wir nicht enttäuschen, weil jedem von uns klar ist, was wir denen -schulden, die in den bitter harten und schweren Kämpfen gegen die Koalition unserer Feinde ihre Gesundheit und ihre geraden Glieder eingesetzt haben. Die Worte des Führers, mit denen er feinen Appell an das deutsche Volk beginnt und die so schlicht und knapp gehalten sind, zeigen die namenlose Schwere der Winterkämpfe in diesem Jahre auf. Dem Heroismus jedes einzelnen unserer Männer, die eifern standhielten, obwohl die übermächtigen Feindheere und die entfesselte Wildheit der winterlichen Elemente auf sie eindrangen, ist es zu danken, daß heute nicht Schrecken und Auflösung, von den roten Banden diktiert, nicht henkerswut und Todesgrauen im heimatlichen Land und darüber hinaus in ganz Europa rasen. Der zäh verbissenen Kraft, mit der unsere Männer auch in Afrika dem oft zehnfach überlegenen Feinde stand- halt-en, so alle seine Berechnungen über den Haufen werfend, dem todesmutigen Angriffsgeist unserer U-Boot-Männer, die auf sich allein gestellt in den Weiten der Weltmeere dem Feinde Schlag um Schlag versetzen, der Bravour und einzigartigen Einsatzfreudigkeit unserer Flieger, unserer Panzermänner, der Pioniere ufw. verdankt die Heimat, verdanken olle deutschen Menschen, daß sie, abgesehen von den englisch-amerikanischen Terrorangriffen,'im Schutze der deutschen Grenzen unbehelligt vom Feinde leben können. Unmenschlich viel haben unsere Kämpfer ertragen, Schwerstes auf sich genommen, alle die, denen unsere Fürsorge, unsere Hilfsbereitschaft und Liebe, unsere Anstrengungen, sie zu heilen oder, wo dies nichts möglich ist, ihrem Leben einen neuen Inhalt zu geben, gelten. Wir wollen nicht bei den bisherigen Summen, bei dem bisher bewiesenen Maß von Fürsorge und Sorgfalt unseren Verwundeten gegenüber steh en- bleiben. Wir wollen der Welt beweisen, daß unsere Opferwilligkeit, unser Einstehen für die, denen wir Dank schulden, einer noch größeren Steigerung und Anspannung fähig ist, so wie wir es in diesem Jahre der Welt bewiesen haben, daß der Kraftstrom, über den unser Volk verfügt, nicht am SchwächenverDen, ja am Versiegen ist, sondern daß er im Gegenteil durch Heranziehung alles dessen, was ihn stärken konnte, einen gewaltigen Kraftzuwachs erfahren hat. Es liegt eine hinreißende Freude im Geben und helfen, es wiegt die Befriedigung, sein Bestes für d i e getan zu haben, die ihr Kostbarstes, ihr Leben oder ihre gesunden Glieder, für uns eingesetzt, jede, aber aud) jede Einschränkung der persönlichen Bedürfnisse, jedes Opfer, wenn man es so nennen darf, auf. Es ist ein stolzes und beglückendes Gefühl, zu wissen, daß man zu denen gehört, die namhaft dazu beitragen, die Wunden, die im Dienste des Vaterlandes empfangen wurden, zu heilen, daß man zu denen gehört, die helfen, jetzt hilflose zu vollwertigen Menschen wieder zu machen, neues Leben auf- zübauen und neuen Lebensinhalt zu neben. Das mache sich jeder klar, und ganz von selbst wird sich bei ihm die Bereitschaft ergeben, weit mehr noch als bisher zu tun im Dienste derer, die uns und unsere Kinder durch ihre Leiber vor einem grauenhaften Los schützten! Lleber 357 Millionen im Jahre 1942. Oie Verwendung der Spenden für das Deutsche Kote Kreuz. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Zu Beginn des Kriegshilfswerks für das Deutsche Rote Kreuz 1943 gab Oberbefehlsleiter Hilgen seidt vor den Vertretern der deutschen Presse in Berlin einen umfassenden Rechenschaftsbericht über die Spendenaufkommen und die Leistungen dieses segensreichen Hilfswerkes im vergangenen Jahr., Die Sammlungen und Spenden für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes erbrachten im Jahre 1942 den stattlichen Betrag von insgesamt 3 5 7412945,84 R M., ein beredter Beweis für die Opferwilligkeit und das Vertrauen des deutschen Volkes. Für den Geist, aus dem heraus das deutsche Volk seine Gaben darbrachte, spricht nicht zuletzt die Tatsache, daß gerade nach Abschluß t»es Heldenkampfes von Stalingrad em ungewöhnlich großes Sammelergebnis festzustellen war. Neben bem Dank, der all den opferwilligen Spendern gebührt, gilt der besondere Dank auch den vielen Sammlern und Sammlerinnen, die sich keme Muhe verdrießen ließen und durch ihren unermüdlichen Einsatz das stolze Ergebnis ermöglichten. Was geschieht mit dem Gelbe? Zunächst wird alles, was das Rote Kreuz an Mitteln für feine Drganifation braucht, aus diesen Mitteln aufgebracht. Mit Lob, Anerkennung und Dank sei hier der unermüdlichen und opferbereiten Arbeit und der unvergleichlichen Leistungen all der Schwestern, Aerzte und sonstigen Helfer gedacht, die oft unter den schwierigsten Verhältnissen, unter Verzicht vielfach auf Urlaub und Erholung, in den Lazaretten der Frontgebiete und der Heimat ihren ebenso harten und opservollen wie segensreichen Dienst tun. Der größte Teil der Mittel des Kriegshilfswerkes für das Rote Kreuz kommt aber unmittelbar der Wehrmacht zugute. So wurden allein W die Verwundetenbetreuung in Lazaretten und auf Transporten sowie für die Betreuung der Soldaten in Genesendeneinheiten 146 989 204,72 RM. aufgewandt. Dabei handelt es sich um die Lazarett- be'treuung der Soldaten in der Heimat und in den Ostgebieten bis in die Overationsgebiete hinein, um die Betreuung in den Derwundetenzügen irfm. Ueberaü, wo es Verwundete gibt, werben sie betreut. Auch zur Vermittlung der vielen kleinen Freuden und Annehmlichkeiten des Lebens, die den Verwundeten ^bereitet werden können, dienen diese Mittel. Oftmals ist' es so, daß der Verwundete, wenn er vom Verbandsplatz kommt, weder Brotbeutel noch Seife, weder Zahnbürste noch Rasierzeug noch Taschenmesser hat, und es ist wichtig, daß er diese Dinge so bald wie möglich wieder erhält. Auch dafür sorgt das Hilfswerk. 26 168 502,79 RM. wurden für Liebesgaben, für die Winter- betreuung der Soldaten und für die Sol- datenheime verwandt, die heute ebenfalls aus den Mitteln des Kriegshllfswerks für das Deutsche Rote Kreuz finanziert werden. Rund 37 Millionen RM. flössen der Feldpost Päckchen- Aktion zu. hier sei besonders auch an die letzte große Aktion vom 30. Januar erinnert, wo die Truppen des Ostens, bie in besonderen Kampfabschniten lagen, in großem Umfang zusätzlich betreut wurde. Auch das ist aus den Mitteln des Kriegshilfswerks geschehen. Für die ideelle Betreuung der Soldaten und Angehörigen von SoQaten durch Feldpostzeitungen, Heimatbriefe. Sonderveranstaltungen usw. wurden 24 300 000 RM. aufgewandt. Dieser Betrag wird sich für das kommende Jahr noch wesentlich erhöhen dadurch, daß z. B. in den Lazaretten und in den Genesungseinheiten noch mehr Kino- und Theaterkarten ausgegeben und in noch größerem Umfang kostenlose kameradschaftliche Veranstaltungen für Kriegerwitwen und Soldatenfrauen veranstaltet werden. Schließlich wurden für die Erholungsbetreuung genesender SoDaten 33 164 065 RM. und für sonstige Betreuung, u. a. für die Unterstützung Schwerstverwundeter, für die Beschaffung von Büchern und Broschüren usw. 928 350 RM. zur Verfügung gestellt. Zur Unterstützung Schwerstverwundeter gehören u. a. puch gelegentliche Beihilfen bei der Gründung einer Familie und eines eigenen Hausstandes. Aus all dem ergibt sich, daß der größte Teil der für das Kriegchilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes aufkommend en Mittel mittelbar der Truppe, dem deutschen Soldaten, zufließt und daß auch alle übrigen Mittel über das Rote Kreuz und seine Einrichtungen unmittelbar den deutschen SoDctten zugute kommen. Was ist erreicht? Die ganze Welt blickt auf die Kämpfe in Tunesien, wo eine kleine Schar deutscher und italienischer Soldaten einem weit überlegenen Feind zähesten Widerstand entgegensetzt. Wie gewaltig die feindliche Uebermacht ist, beweist die Tatsache, daß in Tunesien von Feindseite aufmarschiert finb die 8. (ägyptische) und 1. englische Armee, die 5. amerikanische! Armee und die von (Biraub zum Kriegsdienst gegen die Achsenmächte gezwungenen Franzosen. Mit gleicher Zähigkeit wehren deutsche und rus mänische Soldaten im Kuban-Brückenkopf die immer erneut in Massen angreifenben Bolschewisten ab. Auch im Kampfraum von Drei sind die Kämpfe an der Ostfront in den letzten Tagen wieder aufgeflammt, wenn sie auch nicht das Ausmaß der letzten Winterschlacht angenommen haben. Diese Kampfplätze in Tunesien und an der Ost« front, die rund 2500 Kilometer in der Luftlinie voneinander entfernt sind, stellen zusammen mit der 'Weite des Atlantiks zur Zeit die Brennpunkte des Krieges bar. Sie sinb, abgesehen von der Atlantik-- schlacht, die sich nach anderen Gesichtspunkten und anderen Kriegserfordernissen laufend entwickelt, räumlich eng begrenzt und nehmen nur einen geringen Teil der aus dem europäischen Kriegsschauplatz eingesetzten Truppen in Anspruch. Der oberflächliche Beurteiler könnte zu der Annahme kommen, daß sich der Krieg festgefahren hätte. Der Schein trügt, hinter der scheinbaren Ruhe an den einzelnen Kampffronten steht die geballte Kraft einer gigantischen Rüstung des zum Entscheibungs- kampf gegen Bolschewismus und jüdischen Welt- Machtanspruch entschlossenen neuen Europa. In dieser Tatsache liegt bereits ein Teil der Antwort auf die Frage: „Was ist erreicht?" Die Bedeutung dieser Feststellung wird klar, wenn wir uns die außenpolitische Lage in die Erinnerung zurückrufen, wie sie im Jahre 1939 war. Deutschland war durch die nationalsozialistische Revolution frei geworden von dem zersetzenden Geist einer jüdisch-demokratischen Weltauffassung, hatte sich zur sozialen und nationalen Weltanschauung zusammengefunden, hatte durch die Kraft seiner Einigung die Versailler Fesseln gesprengt und war auf dem Wege, sich die Weltmachtstellung zurückzu- Erneut hestige Durchbruchsversuche der Sowjets am Kubau-Vrüüenkopf abgewiesen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus demFührer Hauptquartier, 10. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Kuban-Vrückenkopf scheiterten auch gestern mit starken Kräften unter heftiger Artillerievorbereitung sowie mit starker Panzer- und Flieger- Unterstützung unternommene Durchbruchsversuche der Sowjets unter schweren Verlusten. An der übrigen O st f r o n t nur vereinzelte Kampfhandlungen von örtlicher Bedeutung. Kampfverbände der Luftwaffe griffen laufend in die Abwehrkämpfe des Heeres am K u - ban-Brückenkopf ein und vernichteten in den Gewässern von Temrjuk eine große Anzahl von Landungsb.ooten des Feindes. An anderen Frontabschnitten richteten sich schwere Luftangriffe gegen Rachschubstühpunkte, Truppenziele und Eisenbahntransporte. In den Gewässern des hohen Rordeus versenkten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Handelsschiff mittlerer Größe. In Luftkämpfen und durch Flakabwehr wurden gestern 41 sowjetische Flugzeuge abgeschos. sen, vier eigene Flugzeuge werden vermißt. 3tn Raum südlich Biz erta setzte der Feind neue weit überlegene Panzerkräfte, unterstützt durch starke Luftwaffenverbande, gegen unsere dort bis zur letzten Patrone kämpfenden Truppen ein. Rach Verschuß der letzten Munition kam der heldenhafte Widerstand unserer tapferen Soldaten zum Erliegen. 3m Raum südöstlich Tunis und am Sub» abschnikt der Front gehen die erbitterten Abwehrkämpfe weiter. Wiederholte schwere Angriffe des Feindes wurden verlustreich abgewiesen. Ein Rachlangriff schwerer deutscher Kampfflugzeuge auf das hafenqebiet von B o n e oerurfarbfe große Brände in Lagerhallen und auf Schiffen. Bei Vorstößen feindlicher Fliegerkräfke nach Sizilien vernichteten deutsche und italienische Jager und Flakartillerie 20 brilifch-nordamerikanische Flugzeuge. In Luftkämpfen gingen drei eigene Jagdflugzeuge verloren. Der Hewenkampf in Tunesien. Berlin, 10. Mai. (DNB.) In Tunesien führten die Briten am 9. Mai ihre Hauptangriffe südöstlich Tunis im Raum Hamman-Li f. Nachdem dort am Vortag der Nachstoß gegen unsere aus der Stadt Tunis zurückgezogenen Kräfte gescheitert war, letzte der Feind nochmals starke Infanterie- und Panzerverbände ein, um sich die zur Halbinsel Bon führenden Sttaßen zu öffnen. Er holte sich aber eine blutige Schlappe. Immer wieder versuchten die Briten durch Verlegen des Angriffspunktes, das Gebirgstor aufzubrechen. Pausenlos stürmten die feindlichen Flieger heran und warfen ihre Bomben auf die von Granateinschlägen erschütterten Bergflanken, aber die Riegel st ellung wider st and dem gegnerisch en Druck. Von den das schmale Sttaßental beherrschenden hängen schlug den Angreifern heftiges Feuer entgegen und vernichtete mehrere Panzer. Wenn sich britische Infanterie zusammenballte, stürmten unsere Soldaten zum Nahkampf vor und trieben den Feind zurück. Schließlich brach der Gegner seinen mißglückten Angriff ab. Bei diesen erbitterten Kämpfen vernichtete eine Flakeinheit der Luftwaffe, deren Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in den letzten 48 Stunden ununterbrochen hinter ihren Geschützen standen, am 8. und 9. Mai allein 51 feindliche Panzerkampfwagen und schaffen bei der Abwehr seinblicher Fliegerftaneln, die mit ihren Bomben die Geschütze außer Gefecht zu setzen versuchten, noch neun Flugzeuge ab. Südlich Bizerta ist das Ringen zum Abschluß gekommen. Von allen Seiten angegriffen, ünb die in diesem Raum bisher noch kämpfenden Gruppen einer gewaltigen Uebermacht erlegen. Bis zuletzt leisteten sie härtesten Widerstand. Sie legten ihre Waffen erst nieder, als sie sich völlig verschossen hatten und weitere Gegenwehr unmöglich wurde. Wettere Angriffe, tührte der Gegner gegen den mittleren Abschnitt unserer Verteidigungslinie. Auch dort versuchte er den Eintritt in das Gebirge, Degen Randhöhen fest in der Hand der deutsch-italienischen Truppen sind, zu erzwingen. Trotz erheblicher Kräfte aller Waffengattungen scheiterten die Vorstöße am zähen Widerstand der Verteidiger. Am südlichen Abschnitt blieb es dagegen bis auf Stoßtruppkämpfe ruhig. Hohe Auszeichnung für verdienten Wirtschastsführer. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Der Führer hat dem Staatsrat Paul P l e i g e r auf gemeinsamen Vorschlag von Reichsmarschall Göring und Reichsminister Speer als erstem deutschen Wirt« schastsführer das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen. Paul Pleiger, der Generaldirektor der Reichswerke ,,5)ermann Göring", der im 43. Lebensjahr steht, hat sich bereits im Frieden bei der Durchführung des Vierjahresplanes besondere Verdienste um die neuzeitliche Entwicklung des Bergbaues und den Ausbau der deuffchen Eisenindustrie erworben. Diese wehrwirtschaftlsch entscheidend wichtige Grundstofferzeugung hat er im Kriege mit hervorragendes Sachkunde und größter Energie weitergeführt und zu außerordentlicher Leistungsfähigkeit entwickelt. Seiner kraftvollen Persönlichkeit finb darüber hinaus in den letzten Jahren noch neue große Aufgaben verantwortlich übertragen worden, namentlich auf dem Gebiete der Kohle. In angespanntester Arbeit und mit starker Willenskraft hat Paul Pleiger in seinem gesamten Tätigkeitsbereich größte Schwierigkeiten überwunden und in der Erfüllung seiner Pflicht auch keine Gefahren gescheut. So hat er als besonders erfolgreicher Wirtschaftsführer wesentlichen Anteil an des gewaltigen Leistungskraft der deutschen Kriegs« unt( Rüstungswirtschaft. Oer Verteidiger von Demjansk gestorben. Staatsbegräbnis für General Graf Brockdorff-Ahlefeldt. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Der heldenmütige Verteidiger des im Winter 1941/42 monatelang vom Feind umschlossenen Brückenkopfes südlich des Ilmensees, der unter der Bezeichnung „Festung Demjansk" in die Geschichte eingegangen ist, General der Infanterie Graf Brockdorff- Ahlefeldt, ist seiner schweren Krankheit am 9. Mai erlegen. Der Führer hat für den im Frieden und in zwei Kriegen hochverdienten General Staatsbegräbnis angeordnet. General der Infanterie Walter Graf Brockdorff- Ahlefeldt war eine der markantesten Führerpersönlichkeiten des deutschen Heeres. Am ersten Weltkrieg nahm er zunächst an der Front, später in Generalstabsstellungen teil. Im gegenwärtigen Krieg führte er im Polenfeldzug und zu Beginn des Westfeldzuges die 23. Jnf.-Div., mit der er u. er. in schweren Kämpfen den Uebergang über die Maas östlich Eharleville-Mezieres erzwang und die Befestigungen der Maginot-Linie durchbrach. Am 30. Mai 1940 wurde er zum Kommandierenden General eines Armeekorps ernannt. Im Feldzug gegen die (Sowjetunion war es vor allem feinem rücksichtslosen persönlichen Einsatz zu verdanken, daß die Festung Kownv bereits am dritten Tage nach der Grenzüberschreitung in deutsche Hand fiel. Schon wenige Wochen nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion erhielt Graf Brockdorf-Ahlefeldt für die schnelle Inbesitznahme der Festung Kowno das Ritterkreuz. des Eisernen Kreuzes. Die Truppen des Generals drangen dann bis an den Lowat vor, nahmen die Stadt Cholm und bildeten einen Brückenkopf, den sie in wochenlangen Verteidigungskämpfen gegen alle Angriffe der zahlenmäßig weit überlegenen sowjetischen Kräfte behaupteten. Der weitere Stoß nach Osten führte das Korps im Herbst 1941 bis in den Raum der Waldai-Höhen. Hier stand es in breiter Front, als der Einbruch des Winters zur Einstellung der deutschen Offensive führte. Die höchste Bewcchrungsprobe ergab sich für die von General Graf Brockdorff-Ahlefeldt geführten Truppen im Winter 1941/42, als drei feindliche Ar- meen den Kampfabschnitt südlich des Ilmensees angriffen und schließlich die deutschen Truppen einschlossen. Aber alle Angriffe zerbrachen an der unerschütterlichen Tapferkeit der deutschen Grenadiere, die in enger Kameradschaft mit den unter Führung des am 26. Februar 1943 gefallenen Eichen- loubträgers ^-Obergruppenführer und General der Waffen-^ Eicke stehenden Verbänden der Waffen--- ihre Stellungen erfolgreich behaupteten. Es war General Graf Brockdorff-Ahlefeldt, der immer wieder auch die scheinbar hoffnungslosen Lagen meisterte. Als äußere Anerkennung für die überragenden Leistungen von Führung und Truppe bei der Verteidigung der Festung Demjansk verlieh der Führer im Juni 1942 an General der Infanterie Graf Brockdorff-Ahlefeldt das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Japan stärker Venn re. Von unserem W.B.-Korrespondenten. (Nachdruck, ckuch mit Quellenangabe, verboten.) Tokio, Mai 1943. Die nicht abreibende Kette der Hilfeheischenden aus dem südwestlichen Pazifik, mit MacArthur, Cur- tin, Evatt und den Neuseeländern an der Spitze, ist auch in Japan nicht unbemerkt geblieben. Ihre Reisen nach Washington, ihre Warnrufe und offen verkündeten Sorgen über eine mögliche japanische Offensive hat man hier allerdings nicht selbstgefällig, sondern lediglich als eine Rückkehr der feindlichen Militärs und Politiker zur Wirtlichkeit hingenommen. Im übrigen hat ja gerade in der letzten Zeit die japanische Luftwaffe den notwendigen Kommentar zu diesen Aeußerungen geschrieben. Der Schlacht bei den Florida-Inseln folgte der schwere Angriff auf Port Darwin und die Meldung, daß im April von den Japanern in diesem Gebiet allein 220 000 BRT. feindlichen Schiffsraumes versenkt wurden. Außerdem haben die hiesigen Militärs in erstaunlicher Offenherzigkeit nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß der Krieg in Ostasien durchaus nicht im jetzigen Stadium der Vorbereitungen und des Ausbaues der strategischen Stellungen in den eroberten Gebieten verharren würde, daß Japan vielmehr entschlossen sei, die Offensive a u ergreifen. Die überraschendste Erklärung dieser Art stammte vom Chef des japanischen Armee- Presseamtes, Generalmajor Y a h a g i, selbst. Er sagte in der vergangenen Woche in einer großen Rede, daß Japan im großen Stil Offensivvorberes- lungen treffe, eine Aeußerung, die hier um fo mehr Eindruck machte, als derartige Ankündigungen bei der japanischen Wehrmacht bisher völlig ungewohnt waren. Wenn Yahagi dazu die Autorität besaß, so spricht das für ein beträchtliches Sicherheits- und Stärkegefühl der Ivpaner, das wieder korrespondiert mit den Besorgnissen in Austtalien und den gegnerischen Geständnissen, daß Japan strategisch im S üd w e st p a z if i k der unumschränkte Herr sei. Diese Tatsachen lagen für jeden, der klar zu sehen vermochte, zwar auf der Hand, aber die Gegenseite hatte es durch ihre alberne Agitation vermocht, sie doch länger zu verschleiern, als es dem eigenen Vorteil dienlich sein mochte. Denn MacArthur hatte ja bekanntlich bei Guadal- canar einen „großen Sieg" errungen, um den es inzwischen allerdings nicht nur sehr still geworden ist, sondern den man in aller Form durch keinen Geringeren, als den australischen Ministerpräsidenten selbst zurückpfiff. C u r t i n erklärte kürzlich in einer feiner zahlreichen Reden, daß MacArthur im Salomonengebiet „nichts Entscheidendes" erreicht habe. Das ist nicht nur das Geständnis einer Niederlage, sondern gleichzeitig die Bestätigung dafür, daß die von uns bereits in einem früheren Artikel 'beschriebene A b n u tz u n g sst r a t e gi e der Japaner Erfolge erzielt hat, die man in den Vereinigten Staaten zunächst mit dem hochmütigen Hinweis auf den „wachsenden Strom" des Materials, auf die „gigantische Produktion" an Flugzeugen und die unerschöpflichen Hilfsquellen beiseite schieben wollte. Die letzten Ereignisse haben die Yankees eines besseren belehrt. Sie oürsten ihnen auch das Nachdenken darüber beigebracht haben, daß Generalmajor Yahagi nicht wie MacArthur aus Ruhmsucht und einem Bedürfnis nach Prahlerei solche schwerwiegenden Aeußerungen macht wie die, daß Japan sich auf eine Offensive vorbereite, sondern daß hinter diesem Wort Tatsachen stehen, die man ebenfalls auf der Gegenseite bei allen Erwägungen geflissentlich außer acht ließ. Zumindest in der Öffentlichkeit und in den Reden des Herrn Knox, der noch vor einigen Monaten „eine Insel nach der anderen" den Japanern entreißen wollte, ein Ausspruch, der dann von Roosevelt selbst nach seiner Rückkehr von der Casablanca- Konferenz mit dem unwirschen Hinweis an dis ihn bestürmenden Pressevertreter dahingehend berichtigt wurde, daß er keineswegs die Absicht habe, den Japanern den Gefallen zu tun, von einer „verdammten" Pazifik-Insel zur anderen zu springen, um so vielleicht in 50 Jahren nach Japan zu kommen! Was auf der Gegenseite in den Diskussionen nie berücksichtigt wurde, ist also die Tatsache, daß nicht nur die USA. in der Lage sind, ihre Produktion „ungeheuer" anschwellen zu lassen, sondern daß vor allem Japan über ein Heer verfügt, das nach dem ersten siegreichen Hinweqfegen der gegnerischen Stellungen — also zeitlich seit der Eroberung Singapurs, Birmas, Niederläydisch-Indiens und der Festsetzung auf den Salomonen und an der Nordküste Neuguineas — genügend Zeit hatte, sich auf kommende Dinge vorzubereiten.. Man weih heute sowohl in Washington als auch in London — und erst recht natürlich in Australien und Neuseeland —, daß die Japaner die Zeit eifrig zur Konsolidierung ihrer Stellungen und zum Ausbau vyn Flug- und Seestützpunkten benutzt haben, die auf der Gegenseite wachsende Besorgnis erregen. Diese Besorgnis wird in ihrem ganzen Ausmaß aber erst verständlich, wenn man berücksichtigt, daß den Yankees und Briten inzwischen ein Licht aufgegangen sein muß, daß Japan in der Tat ungeheure Reserven an Menschen und Material besitzt, und zwar — einsatzbereit!' lieber die Schlagkraft, über die Anpassungsfähigkeit und die militärisch-strategische Ausbildung dieser Truppen wird man sich im feindlichen Lager nach den grandiosen Landungen und dem einzigartigen Siegeszug der Japaner wohl kaum Täuschungen bin geb en. Und außerdem weiß man in Washington sehr wohl, daß die japanische Flotte im Verhältnis zur nordamerikanischen geradezu verschwindend geringe Verluste erlitten hat, also bei den kommenden gewinnen, die ihm feiner politischen, wirtschaftliche.! und kulturellen Bedeutung nach zukommt. Der Führer hattte durch feine kluge und geschickte Staatsführung den deutschen Namen wieder zu Ehren und zur Geltung gebracht. Aus einem Volk der Hoffnungslosigkeit, des kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Zerfalls war ein Volk der Arbeit, des Glaubens an feine Zukunft und des selbstbewußten Stolzes auf seine wiedergewonnene Freiheit geworden. Wohin wir auch in Deutschland blickten, überall machte sich die Wandlung zum Aufstieg, zu einem neuen Geist bemerkbar. Im friedlichen Aufbau wandelten sich Städte und Dörfer, wandelten sich Arbeitstempo und Arbeitsethos. Die deutschen Menschen steigerten sich in ihrem Tun und Denken, im Sinn einer neuen Lebensauffassung im Rahmen der deutschen Volksgemeinschaft. Das ganze private und öffentliche Leben, die Beziehungen oer Menschen zueinander formten sich immer mehr zu einem neuen Glauben, zu einer neuen Weltanschauung, die den Menschen, Blut und Boden in den Brennpunkt des Daseins stellte und den Gedanken vom ewigen Deutschland mehr und mehr vertiefte. Der deutschen Jugend wurde ein neues Ziel gegeben, sie trat in den Mittelpunkt des Dolksinter- effes und der staatlichen Betreuung. Und wenn wir heute unsere Jugend sehen, erfüllt von einem geradezu heiligen Idealismus im Dienst für da4 Volk und feine Zukunft, dann begreifen wir wohl am besten die Wandlungen, die sich im deutschen Volk vollzogen haben. Was uns sonst heute im deutschen Vaterland als selbstverständlich erscheint — Arbeitsdisziplin, Arbeitssicherung, saubere Verwaltung, sozialer Aufbau von in keinem Land der Welt ereichtem Ausmaß, Berufserziehung, Begabte nfördernng, staatliche Wirtschaftslenkung unter Förderung der privaten Wirtschaftsinitiative, Volks- gesundheitswesen, Bekämpfung des Verbrechertums und der asozalen Elemente und so vieles andere — ist doch in Wahrheit eine ans Wunderbare grenzende Entwicklung unseres staatlichen und privaten Lebens innerhalb eines kurzen Zeitraums von knapp sechs Jahren. Alles das war erreicht, als von jüdisch-demo- kratisch^bolschewistischer Seite ein großes Kessel- treiben gegen das neue Deutschland einsetzte. Der Bolschewismus hatte z. B. — das sollten wir nie vergessen! — feinen politischen Einfluß bereits bis in das Herz Europas trorge tri eben, indem er mit den damaligen tschechischen Machthabern einen Ge° heirnvertrag abschloß, nach welchem der Sowjetarmee die Einrichtung von Flugplätzen auf tschechischem Boden zugestanden worden war. England hatte mit der damaligen polnischen Regierung seit langem konspiriert mit dem Ziel, Polen zum Mittelpunkt einer neuen Einkreisung gegen Deutschland zu machen. Je mehr sich Deutschland auf sich selbst und seine große Menschheitsmission besann, je augenfälliger die politische und geistige Neuordnung sich in der ganzen Lebensgestaltung des deutschen Volkes ausprägte, desto aktiver wurden diese jüdisch-demvkratisch-bolscbewisttschen Kräfte, die bisher die Welt und die Völker nach ihren politischen und wirtschaftlichen Interessen beherrschten. Der Krieg, feit langem von den Mächten der Gewalt und Unterdrückung dorbereitet, war ihre Antwort an den neuen Geist, der von den jungen Völkern ausging. Jedermann in Deutschland sollte sich über die Hintergründe des jetzigen Krieges klar fein. Er wäre gekommen, auch wenn wir dis zum Weißbluten die in Versailles diktierten Reparationen weiter gezahlt hätten und Sklaven für die internationale Judencligue geworden wären. Das beütfdK Volk ist oll diesen verbrecherischen Elementen für ihre Weltmachtpläne hinderlich. Welches ihre Pläne sind, haben Moskau durch feinen Herr- schaftsanspruch über Europa und Washington durch die Zerschlagung des britischen Imperiums klar bewiesen. Die Frage: „Was ist erreicht?" gewinnt unter Berücksichtigung dieser hier kurz skizzierten, innerund außenpolitischen Entwicklung ein besonders in- tereffantes Gesicht. Drei Weltmächte, jede mit ihren eigenen Plänen zur Weltbeherrschung, sind gegen die jungen Völker an getreten. Deutschland mar am Beginn des Krieges allein, Italien stand ihm zunächst freundschaftlich, dann mit den Waffen zur Seite. Von Monat zu Monat wurde die Zahl der Achsenfreunde größer, und heute steht |m Grunde bas ganze Europa im Kampf gegen den Bolschewismus und anglo-ameri konischen Imperialismus. Europa hat die Gefahr des Judentums überall erkannt. Die Kampffronten aber liegen sämtlich außerhalb (Europas. Zwischen ihnen voll- zieht sich, unberührt von diesen militärischen Aktionen, der Aufbau der neuen Ordnung Europas in immer eindrucksvollerer Form. Das, was erreicht wurde, verbürgt den Endsieg der Achsenmächte mit ollen seinen Zukunftsentwicklungen für eine bessere, für eine neue Zeit. Das ist Erreicht. R. P. Kriegseinsatz der Geisteswiffenschasten. Bon Dr. Hans Hartmann. Der Satz aus Ciceros Rede „für Milop": inter arma silent leges (im Waffenlärm schweigen die Gesetze) wird auch gelegentlich umgemünzt in den Satz inter arma silent musae. Daß die Musen im Kriege schweigen, ist bis auf die jüngste Gegenwart traurige Tatsache gewesen. In diesem zweiten Weltkrieg aber ist es anders — eine Wahrheit, die aller- dings im wesentlichen auf Deutschland und, wie die itallenische Buchausstellung in Berlin gezeigt hat, Italien beschränkt ist. Unter den neun Musen sind zwei, die es mit der Forschung zu tun höben: Klio, die Muse der Ge- schichte, und Urania, die Muse der Himmelskunde. Klio steht stellvertretend für die Gesamtheit der sogenannten Geisteswissenschaften, Urania für die Naturwissenschaften. Ader es gibt Wissenschaften, die beiden 'Bereichen an gehören und keineswegs nur etwa an der Grenze stehen; solche Wissenschaften sind Psychologie, Rasfenkunde, große Teile der Me- dizin, theoretische Physik, Geographie in ihrer heutigen Gestalt, die die Tlenfdjen und ihre Kulturen zu den geographischen Lebensräumen rechnet und ebenso gut zum Gegenstand hat wie Gebirge uh'ti Flüsse. Der Unterschied ist also grundsätzlich überlebt. Immerhin: sehr alte Ueberüeferungen und Denk- gewohnheiten fallen nicht von heute auf morgen, selbst nicht, wenn die ganze Welt im Lärm der Waffen steht. So ist kein Zweifel, daß sich die meisten beim Begriff Geisteswissenschaften etwas denken, etwa den Umkreis, der durch die folgenden Begriffe bezeichnet ist: Philosophie, Philologie, zu der auch die Erforschung der Kulturen zu rechnen wäre, Geschichte und politische Wissenschaften und verwandte, die der Neuordnung der Dinge dienen, bis hin zu Rechts- und Lebensraumfragen. Auf dem Wege zu dem Ziele, die Geisteswissen, schäften unmittelbar mit der Gegenwart zu verbinden, Ist nun ein Vorgang von hoher Bedeutung, der sich vor den Augen her Zeitgenossen ab spielt, den meisten aber noch verborgen geblieben ist. Wir meinen den Kriegseinsatz der Geistes» Wissenschaften. Er ist ein Werk, von dem die kommenden Generationen sprechen und auf das sie, wie wir hoffen dürfen, stolz sein werden. Professor Paul R i t t e r b u s ch hat am 7. Dezember 1941 in der Berliner Technischen Hochschule die Ausstellung „Deutsche Wissenschaft im Kampf um Reich und Lebensraum" eröffnet, deren beide Brennpunkte der Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften und die Raumforschung waren. Nachdem Reichsminister Rust bei der Eröffnung der Straßburger Universität Ende 1941 den Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften, vor aller Welt angekündigt hatte, klärte Ritterbusch in seiner Eröffnungsrede dessen Anliegen näher. Heute sind die Geisteswissen, schäften aus eigenem Entschluß angetreten, um an einer positiven Sinndeutung des Weltkrieges und an der geistigen Vorbereitung der politischen Neuordnung Europas mitzuwirken. Die Wissenschaft ist in die kämpferische Totalität des Volkes hinein- gestellt. ' Diese Deutung dessen, was da vor unseren Augen geschieht, diese Mobilisierung der Gelehrtenstuden, die Aktivierung feinster Erforschung bisher ungeklärter Zusammenhänge ist ohne Zweifel einer Miß- beutung seitens derer ausgesetzt, die nicht seyen und die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen. Sie werden schnell bereit sein zu sagen: jetzt wird also auch die Geisteswissenschaft, die man fo hochherzig dem Land der Dichter und Denker zubilligte, in den Kriegsdienst eingestellt. So ist es nun ganz und gar nicht. Die deutsche Geisteswissenschaft ist angetreten, um das riesige Geistesgut und die Unsummen an Erkenntnis, die sie in jahrhundertelanger Arbeit erworben hat, mit in hie Waagschale der aktuellen Stunde und Entscheidung zu werfen. Sie fühlt mehr als je, daß die bloße Aufstapelung dieses Geistesgutes einer leben- hrgen Haltung widerspricht. Die dauernde Arbeit an diesem Gut und seine Mehrung bringen es nach den eigenartigen Gesetzen, die nur durch Verwirklichung eines Neuen sinnvoll werden, mit sich, daß nun alle Kräfte auf den Plan treten, die als Schöpfer, Verwalter und Mehrer dieser Kenntnisse und Erkenntnisse ihr Wort zur Stunde in die Waagschale werfen. Das geschieht allerdings nicht planlos und in einem leichtsinnigen Vertrauen, daß von her großen Masse dieses Geistesgutes schon irgendwo irgend etwas fruchtbar werden müfje. Würde man so ver- fahren, so könnte es gehen wie im Gleichnis vom vielfachen Acker, und manche Saat würde nicht auf- gehen. Vielmehr werden alle, insbesondere die jüngeren und elastischen Strafte, zusammengerufen, um im Rahmen einer sorgsam überlegten Planung ihren 'Beitrag zu leisten. Es sind zur Stunde bereits etwa 30 Bände, zum Teil sehr starke Sammelbände, erschienen, die dem Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften dienen. Es hat aber keinen Sinn, sich auf Zahlen festzulegen; denn es ist möglich, daß morgen schon einige weitere Bände vor- liegen. Das ist auch kein Wunder: wenn Hunderte von Forschern, die zum Teil nur in den Schatz ihres Erarbeiteten zu greifen und es hervorzuholen brauchen, den Anruf der Stunde verstehen, fo kann Arbeit geleistet werden wie sie nötig ist: Arbeit fo gründlich wie nur möglich, so tragfest und probe- haltig wie nur möglich, aber zugleich — das ist das Neue daran — so aktuell wie nur möglich — Aktualität allerdings im entgegengesetzten Sinne von sensationell und verblüffend verstanden. Aktualität in einem tieferen Sinne kann ja immer nur bedeuten: den Sinn einer Wandlung und alles sich „Ereignenden" so klar und leidenschaftlich zugleich zu verstehen, daß davon wirklich Kräfte der Neugestaltung ausgehen können. So treten denn die Philosophen mit einem großen Plane hervor» Sie haben bereits in einem Operationen eine entscheidende Rolle spielen tohb, zumal die Japaner vor einiger Zeit äußerten, daß nicht nur die USA. Schiffe bauen, sondern auch die eigene Flotte stets schlagkräftiger unb großer werde. Von all diesen Dingen ist in den gegnerischen Kriegsberichten natürlich nicht die Rede, und gerade dieser Umstand mag zur Nervosität in Australien beitragen. Man hat die Japaner noch nirgends entscheidend fassen können, man mußte dagegen selbst schwerste Einbußen allein im Salomonen-Raum hinnehmen, und man hat bis vor kurzem immer noch so getan, als handele es sich um ein einfaches Rechenexempel, das von her USÄ.-Rüstungsproduk- tion allein gelöst würde. Dagegen ist zu sagen, daß die japanische Schiffsbaukapazität nicht geringer als did nordamerikanische und englische ist, ja daß die japanischen Werften ungleich weniger durch Reparaturen belastet find. Weiter stehen Japan alle Rohstoffe zur Verfügung, die drüben — eingestanden oder sorgfältig verschwiegen — mehr oder mim der große Engvässe bilden, ob man nun an Gummi, Zinn ober andere wichtige Metalle denkt. Zudem hat Japan in der Zeit der „großen Pause" zwischen den ersten (Eroberungen und den kommenden Ereignissen wahrhaft genial die Wirtschaft der besetzten Gebiete organisiert, es hat seine Bedürfnisse völlig auf die Kriegs-wichtigkeit umgeschaltet und sieht sich im Südwestpazifik jederzeit in her Lage, auf einer Rochadelinie zu operieren, die allein das Kopfzerbrechen der Gegner bildet. Die Frage nach dem Wo der japanischen Flotte, nach den möglichen Schwerpunktbildungen in der Zukunft beweist allein, wie unsicher man auf der Gegenseite im Dunkeln tappt, daß man aber sehr deutlich das Gefühl hat, vor einer neuen entscheidenden Phase zu stehen, bei der die Japaner die Entscheidungsfreiheit allein in der S>anb* haben. Toio beim Tenno. Tokio, 10. Mai. (Europapreß.) Ministerpräsident Io jo wurde am Sonntag vom Tenno in einer Sonderaudienz empfangen, in der Tojo ausführlich über seine Reise nach den Philippinen berichtete. Neue Erfolge der japanischen Truppen. Tokio, 10. Mai. (Europapreß.) Nach einer amtlichen Meldung des Kaiserlichen Hauptquartiers haben japanische Heeres verbände in Burma einen neuen großen Erfolg errungen. Sie erstürmten am 8. Mai Buschidon am Oberlauf ves Mayu-Flusses. Der Gegner habe seine Stellung zäh verteidigt, mußte aber dem Ansturm der japanischen Truppen nachgeben. Die japanischen Streitkräfte sind dabei, das Kampfgetänbe von den Resten der fendlichen Einheiten zu säubern. Nachrichten von der H o n an - Front besagen, daß die japanischen Eliteverbände in diesem Gebiet weiter in Richtung auf Schishao nördlich des Tungting- Sees vordringen. Es ist den japanischen Truppen gelungen, die Derteidigungslinien der 15. Tschung- king-DiVision zu durchbrechen. ? 20 Kilometer vor der indischen Grenze. Tokio, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mit der Einnahme von Bushidon (Buthidaung) hat der Feind, wie Domei ergänzend meldet, seine letzte befestigte Stellung am Oberlauf des Mayu-Flusses auf burmesischem Boden verloren. Die japanischen Truppen befinden sich jetzt nur noch 20 Kilometer von der indischen Grenze entfernt. Rumäniens Gtaaisfeiertag. Bukarest, 10. Mai. (Europapreß.) Das rumänische Volk stand heute im Zeichen des (Staatsfeier- tages, her alljährlich am 10. Mai zum Gedenken dreier Marksteine in der Entwicklung Rumäniens festlich begangen wird. Am 10. Mai des Jahres 1866 traf Prinz Carl von Hohenzollern-Sigmarin- Sals erwählter Landesfürst auf rumänischem en ein, um die Regierung der beiden vereinten Fürstentümer Moldau und Walachei zu übernehmen. Am 10. Mai 1877 proklamierte das rumänische Parlament die Unabhängigkeit von der bis dahin getragenen osmanischen Oberhoheit, und am 10. Mai 1881 fand die Krönung des Fürsten zum ersten König Rumäniens statt. Die Tatsache, daß sowohl die Unabhängigkeit Rumäniens als auch die Königswücde seines Herrscherhauses auf den rumänischen Waffentaten in der Schlacht von Plevna beruhen, bringt es mit sich, daß an diesem Staatsfeiertag seit jeher die militärische Feier im Vordergrund steht. Das gilt heute ganz besonders. Die Ereignisse an den Kampffronten im Osten haben dem rumänischen Volk die Verbundenheit seines nationalen Schicksals mit der Wehrmacht und ihren Daten zum lebendigen Erlebnis werden lassen. Ein Parademarsch rumänischer Truppen, einer gemischten deutsch-rumänischen Abteilung und ein Sammelband das Deutsche in der deutschen Philosophie herauszuarbeiten vermocht. Sie stehen unter Leitung des bekannten Gestaltphilosophen und Verfassers einer „Metaphysik Goethes", Professor Ferdinand W e i n h a n d l, Kiek. In gleicher Weise ist bas Bild des Krieges in) deutschen Denken zum wahchaft großartigen Thema eines Sammelbandes geworden. Werke zur systematischen und politischen Philosophie, ebenso wie zur Kunstphilosophie und Psychologie, vor allem auch ein Band zur neuen europäischen Zusammen- arbeit her Philosophie Europas, nacydem die frühe» ren internationalen Philosophenkongresse innerlich wie äußerlich unmöglich geworden sind, werden vorbereitet.- Eine weitere große Planung gilt der deutschen Kunst und ihrem Wirkungskreis unter Pinder und Sedlmaier, Kiel, sie wird in zrv'lf Abteilungen alles Wesentliche, was zur europäischen Kunst zu sagen ist, zu sagen versuchen, aber auch in einer Reihe von Bänden die Sonderleistungen der deutschen Kunst behandeln. Diesen Bänden wird man mit besonderer Spannung entgegensehen, denn das wissen zu wollen fühlen wir alle unser besonderes ureigenstes Recht zur Stunde: wie sich deutscher Geist in Schöpfungen von ihm und nur ihm eigentümlicher Art offenoart habe. Es ist zu hoffen, daß,aud> die Musik noch als Gegenstand der Kriegseinsatz-Forschung ausgenommen wird. Romanistik und Anglistik werden die Auseinandersetzung mit Westeuropa tragen; das neue Bild her Antike soll herausgearbeitet werden. Geschichte, Völkerrecht und Germanistik haben sich umfassende Aufgaben gestellt, die Lebensraumfragen europäischer Völker treten ebenso wie her Orient um der ferne Osten in den Blickpunkt, und alle Arbeit gipfelt schließlich in den Forschungen, die der Idee und Ordnung des Reiches, unter Einbeziehung her rechtlichen Neugestaltung und Volksordnung, und dann der Nouschöpfung Europas Neuen. Gchießwehrkämpfe -er SA. 1943 Der Novelle von Theodor Storm (Nachdruck verboten.) 2. Fortsetzung. keine Privatgespräche am Fernsprecher, damit lufEschutz wichtige Gespräche durchkommen l über das Srenzr. Mit der l) hat btr 'ine lO )U-Flusle- ipanW 0 Kilo. ! entfernt sterpch. nno in 4)j0 QU;, ’itien bh Aus der (Statt Gießen Brichst du Blumen, sei bescheiden! Zum 250jährigen Bestehen der Leipziger Oper. Reichsminister Dr. Goebbels sandte der Stadt Leipzig anläßlich ihres seltenen Jubiläums einer 250jährigen Opernpflege seine herzlichsten Glückwünsche und sprach dem Intendanten und seinem Ensemble seinen Dank und seine Anerkennung für die erfolgreiche Wahrung dieser Tradition der alten Musikstadt aus. „Michael Hely , der sich durch scharfe Beobachtung und urwüchsigen Humor auszeichnet, stellte sich Karrillon in hie Reihe der besten deutschen Heimatdichter. 85jährig starb er in Wiesbaden. In Gießen und Würzburg hatte Karrillon Medizin Itutriert. ** Grüße aus dem Felde an die Heimat senden durch uns die Arbeitsmänner Alb. Wetzel, Gießen; Willi Schmidt, Bollnbach bei Saasen; Walter Köhler, Großen-Linden; Otto Heuß, Lich; Berthold K n e t s ch, Gießen; Alfred Münch, Wilhelm Müller, Großen-Buseck; Karl Scheid, Queckborn und Erich Kaufmann, Merlau. — Wn.tch rbiet wti- lungim Irupptn lschung. Inwischen hatte Kapitän Kirch feine Jacht verkauft. Mit einem stattlichen Schoner, der auf der heimischen Werft gebaut worden war, brachte er für fremde und mehr und mehr für eigene Bei den Schießwehrkämpfen der SA. 1943 am vorigen Sonntag in Gießen wurden folgende Ergebnisse festgestellt: Lmzelschiehen: » (Schützenverein Gießen) 194 Punkte; 2. Wessels (Schützenverein Gießen) 183; 3. Georg «chützenoerein Gießen) 178; 4. Reiber (Nachrichten- Uurm 116) 178; 5. Flach (Nachrichtensturm 116), 173; 6. Vaupel (Schützenverein Gießen) 168; 7. Schwarzenberg (Gren. Ers.-Batl.) 161; 8. Schlst ling (NSKK. 1/M147), 160. Mannfchaftsschießen. 1. Betriebssportgemeinschaft Bänmnger 568 P.r 2. Schützenverein Gießen 520; 3. Stab Standort 116 511; 4. Grenadier-Ers.-Bat. 482 ; 5. Nachrichten- Sturm 116 474; 6. Kriegerkameradschaften 471; 7. Pionier-Sturm 1/116 468; 8. Sturm 11/116 456. Die beste Mannschaft im Standortgebiet stellte der SA.-Sturm 25/116 mit 587 Punkten. Rationsverlagemng in derLebensmitleWeilung Verringerung der Fleifchration. - Erhöhung der Zett- und Brotration. Zusätzliche Nährmittel- und Käsezuteilungen. rtag. es rumä' I taatsseier. I Oebenten ■ tumäniens I •s Jahns I TigmaM' I manischen! I i vereinten ■ i überne^ I ms rM' I m der te I t, und NN! | irsten F I ligteit I herrsch«' I en t« JJII 5 mit A I • die V | i gilt W I Äaim#* I tt die I > mit Ml ndigen w I M II chen II t* * I n II ; Hi;J! "4 di, y ''.■««16t Niu|. >015 'M & * hie >V IL Vt SZ ft il>4 « 6=*f •f» uvM ner ami. Quartiers it a einer Sie & Dberlain lbe feine Ansdim Mischen von den Qn alle Jn Dicken den (ft. 'besetz uchHe jet Loge, lern bo6 ’fle noch glichen ü allein Dunteln UM*, ■it allein Vorbeimarsch motorisierter Waffen vor Tanks und Flat, fand am Somittar,i„4r °?r,K°ni g Mi^a ° - und°'Sfichr^M°j fchall Antonescu statt. An der Parade nahm Zum erstenmal der junge rumänische Arbefts^entt U der von seinen deutschen Snftrattoren geföhrt und mit seinen blitzenden Spaten beoeifkrt- lml1 jubeü wurde. König Michael, Konialnmut er tieleni und Staatsfuhrcr Antonescu, Sie“ Mitglieder de, R-S'-rung mit dem stellvertretenden MiniswrnrM d°nt°n Pr°s°Ift>r Mihai Antonescu an der SpE der Vertreter der verbündeten TOilitärmillinnm ' nh die Mitglieder des Diplomatischen L- ^urd^ vom Volt stürmisch begrüßt P I0urilen Bukarest und da- Land sind au- Anlaß des Nationalfeiertage- m ein festliches Kleid gehüllt Uebe?. all wehen von den Haufern die Fahnkn Rumäniens uni) der verbündeten Nationen. en9 Glückwünsche des Führers. Der Pastor war des Segens eines Sohnes'nicht :ellhaftig geworden; nur zwei Töchter besaß er, ^iiftge Jahre jünger als Heinz' und von nicht tt>lem Aussehen; aber Heinz kümmerte sich nicht sie, und man hätte glauben können, daß auch '5 der Bubenregel folge, ein tüchtiger Junge dürfe ■ch nicht mit Dirnen abgeben, wenn in dem Hause 'em Pastorgarten gegenüber nicht die kleine Wieb Mesen wäre. Ihre Mutter war die Frau eines Natrosen, eine Wäscherin, die ihr Kind sauberer hielt £«, leider, ihren Ruf. „Deine Mutter ist auch eine Amphibie!" hatte einmal ein großer Junge dem Mädchen ins Gesicht geschrien, als eben in der schule die Lehre von diesen Kreaturen vorgetragen ^Qr. „Pfui doch, warum?" hatte entrüstet die kleine Lieb gefragt. — „Warum? Weil sie einen Mann U Wasser und einen zu Lande hat!" — Der Ver- sieich hinkte; aber der Junge hatte doch seiner bösen Mt genuggetan. . Of , Gleichwohl hielten die Pastorstöchter eine 21 rt pn Spiel käme rads Haft mit dem Matrosenkinde; ftei- V meist nur für die Werkeltage, und wenn die Achter des Bürgermeisters nicht bei ihnen waren; benn sie ihre weißen Kleider mit den blauen Scharen trugen, spielten sie lieber nicht mit der kleinen ^eb. Trafen sie diese dann etwas still und schüchtern vor der Gartenpforte stehen oder hatte gar die Ängste, gutmüti ge Bürgermeisterstochter sie herein» «cholt, dann sp-achen sie wohl zu ihr sehr ftewid- th, aber auch sehr eilig. „Nicht wahr, kleme Wi^ kommst doch morgen zu uns m den Garten. Nachsommer steckten sie ihr wohl auch einen ^fel in die Tasche und sagten: „Wcwt, wir wollen noch einen mehr suchen!" und die kleine Med '^lich dann mit ihren Aepfeln ganz begossen aus Die Heimat erwidert die Grüße in herzlicher Verbundenheit. ** Ein Einundachtzigjähriger. Reichsbahnzugführer i. R. Johannes Geo Nach seiner Konfirmation mußte Heinz ein paar Fahrten auf seines Vaters Schiffe machen, nicht mehr als „Spielvogel", sondern als ftteng gehaltener Schiffsjunge; aber er fügte sich, und nach der ersten Rückkehr klopfte Kapitän Kirch ihm auf die Schuller, während er seiner Frau durch ein kurzes Nicken ihren Anteil an seiner Beftiedigung zukom- men ließ. (Fortsetzung folgt) dem Garten auf die Gasse. Wenn aber Heinz darüber zukam, dann riß er sie wohl wieder fort und warf sie zornig in den Garten zurück, mitten zwischen die geputzten Kinder, daß sie schreiend ins Haus, stoben; und wenn dann Wieb über die Aepfel weinte, wischte er mit seinem Schnupftuch ihr die Tränen ab. „Sei ruhig,. Wieb; für jeden Apfel hol' ich dir morgen eine ganze Tasche voll aus ihrem Garten!" — Und sie wußte wohl, er pflegte Wort zu halten. Wieb hatte ein Madonnengesichtlein, wie der kunstliebende Schulrektor einmal gesägt hatte, ein Gesichtlein, d^s man nicht gut leiden sehen konnte; aber die kleine Madonna aß gleichwohl gern des Pastors rote Aepfel, und Heinz stieg bei erster Gelegenheit in die Bäume und stahl sie ihr. Dann zitterte die kleine Wieb; nicht weil sie den Aepfel- diebstahl für eine Sünde hielt, sondern weil die größeren Kostgänger des Pastors ihren Freund dabei mitunter überfielen und ihm den Kopf zu bluten schlugen. Wenn aber nach wohlbestandenem Abenteuer Heinz ihr hinten nach der Allee gewinkt hatte wenn er vor ihr auf dem Boden kniete und seinen Raub in ihre Täschä)en pftopfte, ^dann lächelte sie ihn ganz glückselig an, und der kräftige Knabe hob seinen Schützling mit beiden Armen in die Luft: „Wieb, Wiebchen, kleines Wiebchen!" rief er jubelnd; und er schwenkte sich mit ihr im Kreise, bis die roten Aepfel aus den Taschen flogen. Mitunter auch, bei solchem Anlaß, nahm er die kleine Madonna bei der Hand und ging mit ihr hinunter an den Hafen. War auf den Schiften alles unter Deck, dann löste er wohl ein Boot, ließ seinen Schützling sacht hineintteten und ruderte mit ihr um den Marder herum, weit in den Sund hinein; wurde der Raub des Bootes hinterher bemerkt und drangen nun von dem Schiffe zornige Scheltlaute über das Wasser zu ihnen herüber, dann begann er hell zu singen, damit die kleine Wieb nur nicht erschrecken möge; hatte sie es aber doch gehört, so ruderte er mir um so lustiger und rief: „Wir wollen weit von all den schlechten Menschen fort!" «— Berlin, Ist.Mai. Der Führer hat aus An- fa& de- rumamtoen Nationalfeiertages bem König von Rumänien und Staatssicki-pc Marschall Antonescu in herzlichen WoAen ae halten« Glückwunschtelegramme übersandt. 9 Deutsch-Rumänische Gesellschast. Berlin Ist. Mai. (DNB.) Im Vortragssaal de- R-lchsarbeitsimnistermms fand am lv. Mai dem rumänischen Nationalfeiertag, die feierliche Crün- dun-l ernerJD ° u ts ch - R „ m ä n i s che n Gesell- Hi« deren Präsident Botschafter Graf n dchu l e n bürg ernannt wurde. Das Shrenprasidum übernahm Reich-krieg-opserführer Oberlindober außerdem wurden zu Vize- i,rtete’n Ä1?" Leit-r de- Deutschen Wissen- Ichaftftchen Institut- in Bukarest, Professor Ga- millscheg, und der Wehrwirtschaftsführer von H e n r r g. Jude verübte Mordanschlag in Sofia. Sofia, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Am Mo» tag früh wurde in Sofia von bolschewistisch verseuchten Elementen wieder ein Mordversuch unter« nrnnmen. Ein Mann und eine Frau erschienen an der Wohnung eines Technikers, der im Fahndungs- rnenft tätig war. Als ihnen nicht geöffnet wurde, schossen die Verbrecher durch die Tür und verwun- deten den Techniker. Es kam zu einer wilden Ver- solguna durch mehrere Straßen, bei der die Täter dank der energischen Mithilfe der Bevölkerung dingfest gemacht werden konnten. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, daß der an dem Mordanschlag beteiligte Mann ein 19jährigerIude ist- der einen gefälschten Ausweis bei sich hatte. Im vorigen Jahre ist er bereits wegen Sabotage in Abwesenheit zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden. Auch dürste er an der Ermordung eines bulgarischen Polizisten beteiligt gewesen sein. Auf Grund der Aussagen der beiden Allen- toter konnten bereits vier ihrer Helfers Hel. fer fest genommen werden. Sowjetische Eisenbahnen unter Ausnahmezustand. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Wie von der sowjetischen Presie bekanntgegeben wurde, hat sich Stalin gezwungen gesehen,'durch eine Verfügung des Obersten Präsidiums der Sowjetunion den Ausnahmezustand über sämtliche sowjetischen Eisenbahnen zu verhängen. Die Verfügung enthält ferner Einzelheiten über die Einrichtung besonderer Kriegstribunale auf sämtlichen sowjetischen Eisenbahnfllecken. Gleichzettig wird den Eisenbahnern der Sowjetunion mit der Strafoerschickung oder Liquidation gedroht, falls die offenkundig chaotftchen Zustände auf zahlreichen Strecken nicht ein Ende finden würden. Kunst und Wifsenschast. , Wenn der Lenz durch die Felder geht und über- all mit liebender Hand seine Gaben verteilt, welche frohen Ueberraschunaen harren da des Wanderers, oer feinen Fuß in das Reich des geheimnisvollen • m%n5 un$ wunderseligen Schweigens setzt. Wie ein Märchen ist das Leben im Frühlingswalde. Auf oer weichen Moosdecke hat die reiche heimische Flora einen farbigen Blütenteppich ausgebreitet. Ein Füll- horn lieblichster Blumenpracht ist ausgeschüttet unter dem wogenden Blätterdach. Ueberall leuchten die Hellen Schälchen, Tellerchen, Sternchen und Glöckchen. Tausende, hell lila geäderte Anemonen erheben sich auf ihren schlanken Stengeln, flaumig- violette Waldoeilchen bilden mit dem rosig-blauen Lungenkraut eine schillernde Farbenpracht. Und Daneben blüht die großblumige Sternmiere, die hochftenaellge Primel. Doch die Sucht, diese Lenzkinder in Schälchen und Töpfchen hei sich zu Hause zu haben, hat seltenere ärten ausgerottet, ließ vieles unwiderbringlich oer« »«e"2ehen. Darum laßt die Natur, das junge Leben, unbeschädigt. Pflückt keine Bukette von Anemonen, wandert voll stiller Bewunderung genießend weiter, laßt euch von dem Reichtum der Natur aufs neue überraschen, nehmt das blühende Leben süßen Friedens in euch auf, der euch fres Alltags Mühseligkeiten hinweghebt uns Herz mit neuer Lust und Kraft erfüllt. Eines Nachmittags, da Hans Kirch mit seinem Schiffe auswärts mar, wagten sie es sogar, drüben bei der Insel anzulegen wo Wieb in dem großen Dorfe eine Verwandte wohnen hatte, die sie „Möd- dersch" nannte. Es war dort eben der große Michaelisjahrmarkt, und nachdem sie bei Möddersch eine Tasse Kaffee bekommen hatten, liefen sie zwischen die Buden und Lin den Menschendrang hinein, wo Heinz für sie beide mit tüchtigen Ellenbogensttißen Roum zu schaffen wußte. Sie waren schon im Karussell gefahren, hatten Kuchenherzen gegessen und bei mancher Drehorgel stillgestanden, als Wiebs blaue Augen an einem silbernen1 Ringlein haften blieben, das zwischen Ketten und Löffeln in einer Goldschmiedsbude ouslag. Hoffnungslos drehte sie ihr nur aus drei Kupferfechslingen bestehendes Vermögen "Zwischen den Fingern; aber Heinz, der Festem alle seine Kaninchen verkauft hatte, besaß nach der heutigen Verschwendung noch acht Schillinge, und dafür und für die drei Sechslinge wurde glücklich der Ring erhandelt. Nun freilich waren beider Taschen leer; zum Karussell für Wieb spendierte Möddersch noch einmal einen Schilling — denn soviel kostete es, da Wieb nicht wie vorhin in einem Stuhle fahren, sondern auf dem großen Löwen reiten wollte —; dann, als eben alle Lampen zwischen den schmelz- und goldgesttckten Draperien angezündet wurden, waren für sie die Freuden aus und auch die alte Frau trieb jetzt zur Rückfahrt. Manchmal, während Heinz mit kräftigen Schlägen seine Ruder brauchte, blickten sie noch zurück, und dos Herz wurde ihnen groß, wenn sie im zunehmnden Abenddunkel den Lichtschein von den vielen Kamsiellampen über der Stelle des misicht- baren Dorfes fchweben sahen; aber Wieb hatte ihren silbemen Ring, den fre nun nicht mehr von ihrem Finger ließ Neichsvaynzugfuhrer i. R. Johannes George, Bruchfllaße 10, kann am heutigen 11. Mai in ausgezeichneter geistiger und körperlicher Rüstigkeit feinen 81. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn unseren herzlichen Glückwunsch! ** Ein Achtzigjähriger. Morgen Mittwoch, 12. Mai, begeht der frühere Bäckermeister Ernst Muth, Ludwigsllaße 42, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ftt als Bäckermeister in Gießen und darüber hinaus bekannt geworden. Er versieht heute noch an Stelle seines eingezogenen Sohnes täglich den umfgngreichen Versand im Geschäft. Dem alten Herm unsere herzlichen Glückwünfche. ** Ingenieuroffizier-Laufbahn tar der Luftwaffe. Im heutigen Anzeigenteil er» scheint eine Bekanntmachung über Bewerbungen für die Ingenieuroffizier-Laufbohn in der Luftwaffe. Interessenten seien auf die Bekanntmachung verwiesen, der alles Nähere zu entnehmen ist. ** Werkheilgehilfen werden in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil auf drei in Bad Homburg stattfindende Lehrgänge mit staatlicher Abschlußprüfung hingewiesen. Jahre im Rahmen der Heilkräutersammelaktion des Gaues Heffen-Naffau in Starkenburg erstmals 7600 Kilogramm Bärenlauchkraut gesammelt werden konnten, hat sich nun auch der Kreis W e t te r a u in diese Sammelarbett eingeschaltet. Auf Veranlassung des Kreissachbearbetters der RfH., Lehrer Oßwald (Bad-Nauheim), werden an Orten mit Massenvorkommen der Pflanze in einem Sondereinsatz der Schulen große Mengen der oberirdischen Teile des wilden Knoblauchs geerntet, um damit der Konservenindustrie ein wertvolles Ausgleichsgewürz für Knoblauch xu beschaffen. Später sollen auch noch die Zwiebeln der Pflanze für den gleichen Zweck gesammelt werden. Oie Ausbildung der Dolk-pflegerinnen. Das Aufnahmealter für den Eintritt in eine Fachschule für Volkspflegerinnen ftt reichseinheitlich auf 19 Jahre festgesetzt worden. Das 19. Lebensjahr muß bei Bewerberinnen für die Osterlehr- gänge bis spätestens 30. Juni, für die Herbstlehr-' gange spätestens Äl. Dezember des laufenden Kalenderjahres vollendet fein. Verdunkelungszeit: 11. Mai von 22.03 bis 5.02 Uhr. Durch den soeben im „Reichsanzeiger" veröftent- uchten Erlaß über die Durchführung des Kartensystems für Lebensmittel für die 50. Zuteilungsperiode vom 31. Mai bis 27. Juni 1943 werden ab 31. Mai 1943 die Rationen der Derforgungsberech- ttgten aller Altersstufen an Fleisch ober Fleischwaren um wöchentlich 100 Gramm gekürzt. Die Zulagen für Lang-, Nackt-, Schwer- und Schwerstarbeiter bleiben unverändert. Diese Arbeitergruppen unterliegen also nur der Fleischkürzung von wöchentlich 100 Gramm. Die von der Fletschkürzung betroffenen Verbraucher eri)alten laufend je Kartenperiode 300 Gramm Brot und 50 Gramm Fett zusätzlich, ferner in der Zeit von Juni bis September 1943 neben ihren laufenden Rationen .zusätzlich 500 Gramm Gerstengrütze, 250 Gramm Kartoftelstärke-- mehl oder Sago, 125 Gramm Reis und Sonderzuteilungen an Käse. Außerdem erhalten alle Verbraucher einmalig eine Sonderzuteilung von einem Kilogramm Zucker für Einmach- und Einkochzwecke. Dazu wird von zuständiaer Seite mitgeteill: Als vor einem Jahre, hn Frühjahr 1942, die Brot- und Fleischrattonen gekürzt wurden, stand Deutschland vor einer sehr ernsten ernährungspolitischen Lage: der außergewöhnlich harte Winter 1941/42, der selbst die ungewöhnlichen Kältegrade der beiden vorherigen Jahre weit übertraf, hatte au Auswinterungen beim Brotgelleide geführt, wie sie in diesem Ausmaße Deutschland noch nicht kannte. Darüber hinaus waren neben dem Totalverlust der Winterölfrüchte auch noch lehr hohe Verluste bei den eingemieteten Kartoffeln entstanden. Sc^ieß- lich hatte diese ungewöhnliche Witterung auch noch zu einer schlechten Versorgung auf dem Gemüse- gebiet geführt, teils durch Auswinterung der Samenpflanzen infolge der ftrengen Kälte, teils durch späte Aussaat. Diese ungewöhnliche Lage erforderte zum elften Male, daß fast zwei Millionen Tonnen Gerste der Tierernährung entzogen werden mußten, um im Herbst einen Ausgleich auf dem Brotsektor herbei- Brichst du Blumen, fei bescheiden. Nimm nicht gar so viele fort! Nimm ein paar' und laß die andern In dem Grafe, an dem Strauch. Andre, die vorüber wandern, Freu'n sich an den Blumen auch. Ritterkreuzträger sprechen in unserer engeren Heimat. 8n diesen Tagen sprechen im Kreise Gießen Zwei Ritterkreuzträger über ihre Äampferlebnisse •an der Ostfront. Am heutigen 11. Mai werden sprechen Ritterkreuzträger Hauptmann P f i tz e r in G a rck e n t e i ch, Wirtschaft „Zur weißen Rose", um 21 Uhr, und Ritterkreuzträger Leutnant Albrecht in Rödgen, Saalbau Balser (Deutsches Haus), um 21 Uhr. Am morgigen Mittwoch, 12. Mai, ebenfalls um 21 Uhr, wird Hauptmann Pfitzer in Ober» Bessingen, Saal Jakob, und Leutnant Albrecht in Annerod. Lokal Wallbott, zur Bevölkerung sprechen. Das Kriegsverdienstkreuz. Der Sanitäts-Feldwebel Arthur Wallbvtt aus Gießen, Grünberger Sllaße 75, wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Am Muttertag fei« HZ -Oienst. Um der Jugend Gelegenheit zu geben, dem Muttertag hn Kreise ihrer Familie zu verleben und den eigenen Müttern eine Freude zu bereiten, hat R-eichsjugendführer Axmann angeordnet, daß der 16. Mai für alle Formationen der Hitter-Iugend dienstfrei zu halten ist. Ausgenommen sind lediglich die Spieleinhettem die zur AusgestÄtung der Feierstunden der NSDAP, zu Ehren der Mutter, sowie die Mädel, die zur Hilfeleistung in kinderreichen Familien herangezogen werden. Die deuftche Jugend wird gerade in diesem Jahr, da chre Mütter in vielen Fällen noch außerhalb ihrer Familien an einem Arbeitsplatz ihren Beitrag zum Sieg leisten müssen, den Muttertag als einen Tag des Dankes an die eigene Mutter empfinden. Wetterauer Jugend sammelt ein Ausgleichsgewürz. Im feuchten Laubwald ist der Boden oft dicht bedeckt mit Blättern, die bei ■ flüchtigem Hinsehen täuschend der Maiblume gleichen, durch ihren starken Lauchgeruch sich aber verraten: der Bärenlauch oder wilde Knoblauch (Allium nosinum). Schneeweiße Blütensterne sitzen, zu doldiaen Büscheln vereint, zur Zeit am Ende der blattlosen, leicht gebogenen Stengel, die bis einen halben Meter Höhe erreichen. Die Pflanze führt ätherische Oele mit schwefelhaltigen Kohlenwasserstoffen, die ihren oft widerlichen Geruch verursachen. In der Volksbeilkunde stand der Bärenlauch schon stütz in hohem Ansehen. Er wird gleich anderen Laucharten gern gegen Arterienverkalkung, Darm- und Leberstörungen verwendet. In der Kriegswirtschaft kommt der Bärenlauch als Ersatz für den echten Knoblauch (Allium oati- vum) wieder zu Ehren. Nachdem im vergangenen Rechnung Korn nach England und nahm als Rückfracht Kohlen wieder mit. So war zu bem Korn- nun auch ein Kohlenhandel gekommen, und auch diesen mußte gleich der Milchwirftchaft die Frau besorgen. Um feinen Heinz, wenn er bei seiner Heimkehr auf die kurze Frage: ,^at der Junge sich geschickt?" von der Mutter eine bejahende Antwort erhalten hatte, schien er sich im übrigen nicht groß zu kümmern; nur beim Quartalschlusse pflegte er den Pastor zu besuchen, um zu erfahren, wie der Junge lerne. Dann hieß es allemal, das Lernen sei ihm nur ein Spiel, es bleibe dabei nur zu viel unnütze Zeit ihm übrig; denn wild sei er wie ein Teufel, kein Junge ihm zu groß und keine Spitze ihm zu hoch. Auf Hans Adams Antlitz hatte sich, nach Aussage des Schulrektors, mehrmals bei solcher Auskunft ein recht ungeeignetes und fast befriedigtes Lächeln gezeigt, während er mit einem kurz heroor- gestoßenen „Na, na!" zum Abschiede ihm die Hand gedrückt habe. Wie recht übrigens auch Heinzens Lehrer haben mochten, so blieb doch das Schutzverhältnis zu der kleinen Wied dasselbe, und davon wußte mancher frevle Junge nachzusagen. Auch sah man ihn wohl an Sonntagen mit seiner Mutter nach einem dürftigen, unweit der Stadt belegen en Wäldchen wandern und bei der Rückkehr nebst dem leeren Proviantkorbe sein Schwesterchen auf dem Rücken tragen. Mitunter war auch die allmählich aufwachserrde Wieb bei dieser Sonntagswanderung. Die stille Fron Kirch hatte Gefallen an dem feinen Mädchen und pflegte zu sagen: Laß sie nur mitgehen, Heinz; so ftt sie doch nicht bei der schlechten Mutter." Ausühren. Um die Rückwirkungen der knappen Früh- lahrs- und Sommerversorgungsmonate auszugleichen, war es außerdem notwendig die Fleischration wieder zu erhöhen, zumal der Entzug der Gerste ein Anpassen der Viehbestände an di-e Futterlage erzwang. Hierdurch erfolgte ein stärkerer Eingriff in die Viehbestände. , In zwei.Monaten beginnt nun die neue Ernte. Der Anschluß an sie ist gesichert. Darüber hinaus ist erreicht worden, daß die Versorgung auf dem. Kartoffel- und Gemüfegebiet im letzten Winter nicht nur die günstigste seit Kriegsausbruch war, sondern daß auch über das Frühjahr und den Sommer bis zum Anschluß an die neuen Ernten diese günstige: Lage anhalten wird. Diese Lage macht es möglich, aber aud) erforderlich, den zeitweilig notwendigen Eingriff in die Viehbestände zur Vermeidung von Substanzeingriften auszugleichen. Das bedeutet eine Senkung der Fleischrattost um 100 Gramm je Kopf und Woche. Diese Kürzung der Fleischration sichert für die Zukunft die ausreichende Versorgung auf dem Brot- und Kartoffelgebiet. Denn hierdurch wird einerseits em weiterer Abbau der'Viehbestände zu Lasten der zukünfttgen Fleisch- und Fettversorgung, anderseits eine die ^Versorgung gefährdende Perfütterung von Getreide und Kartoffeln im Tiersektor verhindert. Entscheidend für diese Maßnahme ist, daß dadurch die Versorgung des Volkes mit pflanzlichen Nahrungsmitteln gesichert wird. Die aus dem ungewöhnlichen Witterungsverlauf des vorigen Jahres entstandenen großen Gefahren smd darntt für die Zukunft gebannt. Um die Kürzung um 100 Gramm Fleisch je Kopf und Woche auszugleichen, wird je Versorgungs- Periode (vier Wochen) die Fetllatton um 50 Gramm und die Brvllatton um 300 Gramm' erhöht. Außerdem werden für die nächsten vier Versorgungs- Perioden zusätzlich Nährmittel und Sonderzuteilungen an Käse ausgegeben werden, und es erfolgt eine einmalige Zuteilung von einem Kilogramm Zucker je Kopf. Adam Sarrillons 90. Geburtstag. Im Schulhause zu Watdmichekbach (Odenw.) wurde «m 12. Mai 1853, vor 90 Jahren, der meisterhafte Darsteller Odenwälder Landschaft und Odenwälder Volkstums, der Arzt und Dichter Adam Karrillon, geboren. Mit feinem 1904 erschienenen Roman „Michael Hely", der sich durch scharfe Beobachtung Lichtspielhaus: „Wien 1910". nung in Gießen. )47gV Elke Schillerstraße 9, aus statt. 1 485 D Skiktie' Urlauber verlor feine Lebensmittelkarten auf dem Wege Seltersweg - Bahnhofstraße - Neustadt. [03106 Wiederbr. erhält Belohn. Abzug, auf d. Fundbüro Statt Karten! Wir danken allen recht herzlich für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten Otto Göbel II. und Frau Gießen -Wieseck, Alicestr. 87 . 1477 D/ Biete in Wiesbaden, oder Frankfurt a.Main, oder Berlin je eine herrlich im Grünen gelegene 3-Zimmer- Vollkomfort-Wohnung mit Bad, Diele, Balkon, Telefon. Suche möglichst gleichwertigeWoh- Gnt möbliertes Zimmer von verh., geb. Herrn z. 1.6. ges. Schr. Ang. unt. 14790a.d.G.A. Laufende Buchführungen Abschlüsse und Buchrevisionen übernimmt Fachmann. Schriftl. Angebote unter 14.4dl) an den Gießener Anzeiger erbet. Schön wär’s . Wenn uns der Traum einmal in Erfüllung ginge, daß plötzlich alle Frauen mit sämtlichen angesammelten leeren Bierflaschen ankämen, könnten wir bestimmt so manche tausend Flaschen „Ihring- Me^chior“ mehr rausschaffen. — Denn Bier haben wir, aber keine Flaschen. — Ob nicht die Männer dafür sorgen können, daß dieser Traum in Erfüllung geht ? Brauerei Ihring-Melchior 1416 D kE ÄJJlfltl m1 ts S Heute morgen entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, Mutter, Schwiegermutter, unsere liebe Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Kröll geb. Müller im Alter von 68 Jahren. In tiefer Trauer: Im Namen aller Angehörigen Jakob Kröll Familie Ernst Sack. Heuchelheim, Troisdorf,. Offenbach, Aßlar, Burg b. Magdeburg, den 10. Mai 1943. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 12. Mai, nachmittags 4 Uhr, .vom Sterbehause, Wir suchen für einen unserer Kraftwagenführer (verheir., mit Kind) sofort 2 Mllette Zimmer mit Küchen- benutzung, mögl. in der näheren Umgebung der Hauvtvoi't. Eilangebote an Postamt Gießen erbeten. [03092 Dr. Gerster Nervenarzt praktiziert wieder Wilhelmstra6e9 • Tel. 3830 03037 Schwer traf uns die Nachricht, daß unser edler, sonniger, hoffnungsvoller Sohn, Enkelsohn, Bruder, Neffe und Cousin Heinrich Röhrig Schütze in der Waffen-^ im blühenden Alter von 18 Jahren im Osten den Heldentod fand. In unsagbarem Schmerz: Wilhelm Röhrig sen.u. Frau, geb. Wagner Frau Haubach Wwe., geb. Röhrig, Mutter Hermann Röhrig und Frau Anni, geb. Rohrbach Wilhelm Röhrig, z.Z. im Felde, u. Frau, geb.Heck Karl Röhrig. Gießen, Frankfurt a. M., Großen-Buseck, Rödgen, Gimbsheim b. Worms, den 10. Mai 1943. 6 03082 Achtung! Werkheilgehilfen! Den Werfheilgehilfen des Gaues Hessen-Nassau ist Gelegenheit gegeben, demnächst an folgenden Lehrgängen mit staatlicher Abschluß- Prüfung teilzunehmen: Erster Lehrgang in der Zeit vom 27. 5. bis 9.6.1943, zweiter Lehrgang in der Zeit vom 17. 6. bis 30.6.1943, dritter Lehrgang in der Zeit vom 7. 7. bis 20. 7.1943. Die Lehrgänge finden jeweils in Bad Homburg vor der Höhe statt. Zu den Lehrgängen werden alle Werfheilgehilfen zugelasscn, die eine fünfjährige ununterbrochene Berufsausübung als solche nachweisen können. Die Teilnahme an den Lehrgängen ist kostenlos. Dre Prüfungsgebühr beträgt RM. 18,—. Meldungen haben zu erfolgen bei der Gau- fachabteilung Freie Berufe / Gesundheit, Frankfurt am Main, Bürgerstraße 69/77. Folgende Unterlagen sind einzureichen: LebenSlauf, Zeugnisse, Zeugnis des Betriebsführers, auS dem hervorgcht, ob als Betriebs- sanitäter im Haupt- oder nur im Nebenamt beschäftigt, ärztliches Gesund- heitsattest, polizeiliches Führungszeugnis, Staatsangehörigkeitsnachweis, Ariernachweis. 1,82D Griechisch und Lateinisch Heute noch wertvolle Unterrichtsfächer. Von Oberstudienrat Dr. H. Butz. Ute Unsere Christa hat ein Schwesterchen bekommen! Ilse Habrich A.,Habrich. Apotheker Oberleutnant Tieferschüttert erhielten wir die unfaßbare traurige Nachricht, daß in den Kämpfen südlich des Ladogasees unser innigstgeliebter, braver Sohn, unser lieber Bruder, Pate, Neffe, Cousin, mein lieber Enkel Karl Heuser Gefr. in einem Gren.-Regt. im Alter von 21 Jahren den Heldentod fand. Nun ruht er, unvergessen, fern von seinen Lieben, auf einem Heldenfriedhof. Wer ihn gekannt, weiß, was wir verloren haben. In tiefer Trauer: Georg Heuser und Frau Katharine, geb. Klös Wilhelm Heuser, Elli Heuser Sophie Klös Wwe. u. alle Verwandten. Watzenborn-Steinberg, den 11. Mai 1943. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, 16. Mal, 14 Uhr, statt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Sange; für oas Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtsche'' und Sport: Ernst Blumscheiu. Druck und Verlag: Brühlsche Un rlitätsdruüeret R.Lange ft.®. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. ilnzeigenleiter: Hans Beck — AnzeigenpreiSlitte Nr. 6 Schwarzschlachtung und Preiswucher. Lpd. Darmstadt, 8. Mai. Schmarzschlachhmg, Schwarzhandel und Preiswucher sind die Kenn« Zeichen der Straftaten der Ehefrau Marie Mar. gras in Rommelhausen, die von dem Sondergericht in Darmstadt wegen dieser Kriegs- Wirtschaftsverbrechen und Preisverfehlungen zu einer Zuchthausstrafe von 2Jahrenund 6 Monaten verurteilt wurde. Die gewissenlose Täterin kaufte Ende 1942 zwei Schafe zu fe 40 RM., ließ die Tiere durch einen Hausschlächter schwarzschlachten und verkaufte den größten Teil des Fleisches für insgesamt 350 RM. nach Frank« furt a. M. Reben der Strafe wurde auf Einziehung des erzielten Ueberstreifes erkannt. Der zur Schwarz- schlachtuna zugezvgene Hausschlächter erhielt für diese Beihilfe 3 Monate Gefängnis. Ein gewissenloser Betriebsleiter. Lpd Darmstadt, 8.Mai. Vertrauensunwürdig und gewissenlos handelte der Betriebsleiter Georg Schön Herr aus Darmstadt, als er im letzten Jahre die für die Arbeiter seiner Firma bestimm- ten Zusatzkarten für Lang- und Schwerarbeiter zum Teil für sich verwendete und zur Verdeckung dieser Straftaten Empfangsbescheinigungen fälschte. Der Täter, dem außerdem zum Nachteil seines Betriebes auch noch der Diebstahl von über 200 Stück Kern« seife zur Last fällt,. wurde im Hinblick apf seine Vorstrafen und seinen rücksichtslosen Eigennutz zum Schaden der ihm unterstehenden Lang- und Schwer, arbeitet von dem Sondergericht in Darmstadt zu einer Gesamtzuchthausstrafe von drei Jahren und zu 5000 RM. Geldstrafe sowie zu dreijährigem Ehrverlust verurteilt. dann in gutes Deutsch umgebildet werden. Diese Arbeit ist ein Ringen mit dem Stoff; dieses macht den Charakter, der Charakter aber macht den Führer. An dieser Stelle muß der irrigen Meinung ent- aegengetreten werden, als ob eine solche Arbeit nur von hochbegabten und besonders vorgebildeten Schülern bewältigt werden könne. Jeder Schüler mit normaler Veranlagung wird die klaren Gesetze der alten Sprachen erkennen und mit Erfolg dem Unterricht folgen. Vorbedingung ist nur aufmerksame Mitarbeit und stetiger Arbeitswille. Bei der Behandlung der alten Sprachen, besonders der griechischen Sprache, sieht der Schüler aber auch das Wunder der Sprachschöpfung überhaupt. Durch Abstufung und Abtönung entstehen aus gemeinsamer Wurzel eine Fülle von neuen Normen und Wörtern. Durch Vergleiche mit der Muttersprache erkennt er, wie im Deutschen dieselben Gesetze wirken. Und oft schauen wir im griechischen Sprachgebilde die eigenen Züge p)ie im Antlitz eines Bruders. . Diese Urverwandtschaft mit den Griechen und Römern wird uns zur vollen Gewißheit, wenn wir auf die inhaltliche Seite des altsprachlichen Unterrichts blicken. Stunde für Stunde begegnen wir den hohen Kulturwerten Europas. Wir bewundern den durch strenge Gesetze und harte Zucht festgefugten römischen Staat, wir lernen das seßhafte und wehrhafte Bauerntum Altroms kennen, das von höchstem Nationalstolz erfüllt ist und auch in den schwersten Schicksalsschlägen nicht kapituliert. Vor uns treten die Gestalten des Homer und des Sophokles, in denen höchste Mannesehre und Frauenwürde verkörpert sind. Und alle Menschheitsfragen, die je die europäischen Völker beschäftigt haben, sind von den Griechen zum ersten Male gestellt und beantwortet worden. Die Griechen sind sozusagen die Gründer und Stifter Europas. Noch heute baut die Wissenschaft auf den Erkenntnissen und Leistungen der Griechen auf, und selbst die Fachsprache der-Medizin und Naturwissenschaft setzt die Kenntnis der griechischen Sprache voraus. Doch die Griechen waren nicht nur die großen Dichter und Denker. Ebensogut wußten sie auch das Schwert zu führen. Wenn ihrer Heimat Gefahr drohte, dann eilten sie ohne Ausnahme zu den Waffen So hat sich der große Denker Sokrates auch Gerhard Wenzel, dem man bereits eine ganze Reihe von brauchbaren Drehbüchern verdankt, hat in diesem letzten das Bild der Stadt Wien im Jahre 1910 nicht kulturhistorisch angelegt, was zweifellos außerordentlich reizvoll gewesen wäre, sondern kammunalpolitijch, womit er sich ein viel spröderes Thema ausgesucht hatte, zumal es bemerkens- werterweife in diesem Film nur eine angedeutete, ganz unsinnliche Liebesszene gibt und die wenigen Frauenrollen durchaus episodisch behandelt werden. Man kann auch kaum von einer zusammenhängenden Handlung sprechen, sondern es werden hier einige der auffälligsten und interessantesten Ereignisse aus den drei letzten Lebenstagen des von 1897 bis 1910 amtierenden, ungemein volkstümlichen Bürgermeisters Dr. Karl Lueger ausgezeichnet —: in einer Weise, die den Eigentümlichkeiten und Möglichkeiten des Films entgegentommt, und die, worauf ein entschiedener Akzent zu legen ist, im Kommunalpolitischen ein Bild des allgemein Politischen spiegelt. Daß Lueger nicht nur eines der populärsten, sondern auch eines der begabtesten, tüchtigsten und originellsten Stadtoberhäupter war, ein Sozialreformer und Neugestalter des ihm anvertrauten Gemeinwesens, das würde die Figur kaum als Helden eines Filmbuches legitimieren; aber es entwickelt sich in den letzten Lebenslagen dieses schon vom Tode gezeichneten, nahezu erblindeten Mannes, der noch immer mit einer großartig patriarchalischen Gebärde über feine Wiener regiert, das Bild der Zeit mit ihren Strömungen und Gegenströmungen, wie es sich im alten Oesterreich darstellte. Luegers Bild war, was bei feiner exponierten Stellung kaum erstaunlich scheint, von der Parteien Haß und Gunst verwirrt: in den Sympathien, die ihm zuteil wurden, in den Feindschaften und Kämpfen, die er auszutragen hatte bis zu seiner letzten Stunde, spiegeln sich Klassen, Stände, Parteien. soziale und politische Programme. Man hat, wenn man diesen Film betrachtet, den Eindruck, als ob die Hersteller hätten dartun wollen, wie schon damals, Wien 1910, Entwicklungen' sich anbahnten, die wir heute abgeschlossen oder ihrer endgültigen Lösung nahegebracht sehen, und der Spielleiter E. W. Emo hat in dem bewegten Panorama, das er hier entrollt, besonders scharfe Schlaglichter auf jene Kreise fallen lassen, in deren Neben- und Gegeneinander sich die politische und gesellschaftliche Struktur' der damaligen Residenz (und bis zu gewissem Grade der gesamten alten Donaumonarchie) am deutlichsten kontu- riert: in einer Gememderatssitzung, auf einem großen Ball, in blutigen Studentenkundgebungen, in den Szenen kommerziellen Spekulantentums, des Wiener Ghettos und der jüdischen Revolverjournalistik Viktor Adlers, mit besonderer Betonung endlich in der großen Auseinandersetzung Mischen Lueger und Schönerer als dem unerschütterlichen Vorkämpfer des Antisemitismus und des großdeutschen Gedankens in Habsburg. — Den Lueger spielt, nach langer Pause wieder im Film auftauchend, Rudolf F o r st e r: mit einer merkwürdig anmuten- den Mschung aus müder, vom nahen Ende be- fchMeter Melancholie und den überraschenden Temperamentsausbrüchen eines unverwüstlich vitalen ,- österreichischen Menschenschlages, in den wirkungs-' es muß schrittweise planvoll aufgeschlossen und Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren gefallenen Arbeitskameraden. Betriebsführung u. Gefolgschaft der Fa. Wilh. Gail’sche Tonwerke A.-G.» Gießen. _____.______________________________________03081 geben. Ausgehen müssen wir von dem Erziehungsziel, das für alle höheren Schulen gleich ist. Die höheren Schulen sind keine Fachschulen, d. h. sie bereiten ihre Schüler nicht für praktische Berufe vor. Ihre Aufgabe ist vielmehr, bei ihren Schülern die guten Charakteranlagen zu pflegen und zur Entfaltung zu bringen, die schlummernden Geisteskräfte zu wecken und zu stählen und eine möglichst breite und vielseitige Wissensgrundlage zu vermitteln. Wer mit dem Reifezeugnis die höhere Schule verläßt, muß, ausgerüstet mit einem soliden Wissen, mit klarem Blick für das Wesentliche und mit zähem Willen auch die schwersten Aufgaben meistern, die ihm das Leben stellt. Die charakter- und geiistesstarke Persönlichkeit wird aber nur in einer harten Denkschule herangebildet. Immer wieder müssen die Schüler vor Aufgaben gestellt werden, die nur durch den vollen Einsatz ihrer Geistes- und Willenskräfte gelöst werden können. Für solche Ausgaben eignen sich neben der Mathematik in erster Linie die alten Sprachen. Infolge des zeitlichen Abstandes besitzen sie in ihrem Aufbau Bausteine, die es in der deutschen Sprache nicht gibt. Sie haben eine Fülle von Formen in der Beugung aller Wortarten. Eine jede Beziehung wird besonders, aber eindeutig und klar ausgedrückt. Haupt- und Nebensätze sind auf das kunstvollste miteinander verbunden. Ein solches Sprachgebilde läßt sich nicht erfühlen und erraten, * oc irntG idi.rtt-tffnoiifp nfrmnnff rnffaeichloffen und großem Takt gibt Lil Dagover der episodischen Szene der Frau Anschütz Profil. Dom großen En- semble nennen wir weiter O. W. Fischer, Otto T r e ß l e r, Eduard Köck, Herbert Hübner und Harry Hardt. — (Wien-Klm.) .* Im Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau, die wir schon angezeigt haben, und einen Kulturfilm von den Wundern des menschlichen und des tierischen Auges. Hans Thyriot. Wiedereröffnung: Mittwoch, den 12. Mai, 10 Uhr 1.1*18 imckMMmW Aktiengesellschaft Neustadt1,EckeBahnhoL/jaße 1483 D Bewerbungen für die Jngenieuroffizier- Laufbahn in der Luftwaffe. Bewerber für die Jngenieuroffifter-Laufbahn in der Luftwaffe reichen ihr Gesuch nicht mehr an die ihrem Wohnort zuständige Annahmestelle für Offizierbewerber der Luftwaffe, sondern an die Annahmestelle 5 für Offizierbewerber der Luftwaffe in Blankenburg/Thür. em. Die bisher eingeaangenen Gesuche werden dieser Annahmestelle zugeleitst.' „ , Angehörige des Geburtsiahrganges 1926 reichen ihr Gesuch sofort, spätestens aber bis 30. 6.1943 em; auch Angehörige des Geburtsiahrganges 1927 können sich bereits bewerben. [i484V Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Luftwaffenversonalamt. Fischverteilung! Am Mittwoch, dem 12. Mai 1943, werden beliefert , von Fa Fifchhaus Cuxhaven.. die Nr. 271— 690 von Fa. 91. Koch Nachf........ die Nr. 4721—4980 von Fa. Nordsee............bie Nr.63ol 7100 Einwickelvavier bitte mitbringen. Die Fische find bis 19 Uhr abzuholen.________03105 Bekanntmachung Betr.: Bodenbenutzungserhebung 1943. Auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und mit Zustimmung des Reichsforstmeisters ist im Mai 1943, wie alljährlich, eine Bodenbenuhungserhebung durchzuführen. Bis zum 13. Mai 1943 erhält jeder Betrieb mit einer Bodenfläche von 0,50 und mehr Hektar von mir 1 BetriebSbogen (Druckjache Bo 1) zur Feststellung und Eintragung der Betriebsfläche sowie der Anbau- flächen. ErwerbS-Gartenbaübetriebe sowie Erwerbs-Obst- und Weinbaubetriebe haben die Vordrucke auch auszufüllen, wenn ihre Bodenfläche kleiner ist als 0,50 Hektar. Auch Bewirtschafter, die fine Fläche von weniger als 0,h0 Hektar landwirtschaftlich nutzen, können in besonderen Fällen veranlaßt werden, die entsprechenden Angaben zu machen. Außerdem werden Fragebogen über die Arbeitskräfte der Landwirtschafts- usw. Betriebe (Drucksache Bo 9) ausgegeben. Die Bogen sind sorgfältig auLzufüllen und-spätestens bis zum 26. Mai 1943 im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 5, abzugeben. Betriebsinhaber, die bis 13. Mai 1943 die Bogen noch nicht erhalten haben, müssen sie im Stadthaus, Bergstr. 20, Zimmer 5, sofort anfordern. Die Betriebstnhaber oder ihre Vertreter sind nach der Verordnung über Auskunstspflicht vom 13. Juli 1923 (RGBl. I, S. 723) gesetzlich verpflichtet, die erforderlichen Angaben zu machen. Die Bodenbenutzungserhebung blldet die Grundlage für Maßnahmen zur Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes und dient damit wichtigen kriegswirtschaftlichen Zwecken. Es wird deshalb erwartet, daß alle Betelltgten ihre Bogen wahrheitsgemäß und sorgfältig ausfüllen und vünktlich an mich zurückgeben. Es ist damit zu rechnen, daß im Anschluß an diese Erhebung Kontrollerhebungen stattfinden. Wer falsche oder unoollständige Angaben macht, hat nach Maßgabe der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine strenge Bestrafung zu gewärtigen G i e tz e u, den 8. Mai 1943. 1475C Ter Oberbürgermeister. I. B.: gez. Nicolaus. L« $ I wn J Wlick M Ze I an die i erinnert« ZanW gennani 1 Stöße, < deit der Segemvl joitben i Mols aufsucht, i schulden j Mein nad) Du nieder t Demut jjfanberr .eines ni schäft un .■Sine & sLmpfäno unerlöfte i Verweile । flmdern Mance heute ar Jage Verden I > Manch lernte di Unerlösth Herne, i: Fragen hüten ir 3enn „b «Mche Mn" eine Skai rÜIt ron Jnb Mei Mn dem Amen Seh r r techalb c iirmirflu 'her flam sonnen i H und Md Kult R der Aichgült - chrer d iie sich ni chlgreict veitern . ? Flaut MM, h schon Wen , w otaat, Hen, 's Sechen k Wiener eiter der Mkreilt S bell Wwn A fIäl •Wer F «w iN bri, 'flunn 1 Wri Jibiis E ™Mr 'd«r *Mel ? bis & »° K°»h Ns; ! Wlihe - Mts1 > to ßt i M 5 «Wi S Jd6 ? W1 fe INI ~e,l 4 °tQ St, fe *4. “’s !Ä 19 fe Ä) | Mietgesuche | Alleinst. Witwe, Rentnerin, sucht n. VüWllg ob. 2 leere Zimmer zu mieten. Würde a. z. ält. Dame ob. Herrn ziehen. Schriftl. Ang. unt. 03084 an d. Gieß. Anz. Ruhiges, saub. Ehepaar sucht Zimmer mit ober ohne Kochgelegenheit, sofort ob. spater. Bettwäschevorh. o3osi Kavellmftr. 1 „CafL Wien". als Frontkämpfer unsterblichen Ruhm erworben. Als ungeheure Persermassen aus Asien Griechen, land überfluteten, da nahm ein Volk in Waffen den ungleichen Kampf auf, zerschlug in kühnem Angriff die feindlichen Massen und rettete so Volk und Heimat vor asiatischer Barbarei. Griechen und Römer haben jahrhundertelang um Werte gekämpft unb gerungen, zu denen auch wir uns heute noch bekennen. Ihr Kampf ist im großen und ganzen auch unser Kampf. Sie können unsere Lehrmeister sein. Das ist nun nicht so zu verstehen, daß die Griechen einmalige Vorbilder sind, die wir nach, ahmen müssen, um zu den Höhen eines reinen, all« gemeingültigen Menschentums emporzusteigen. Wenn wir sie in ihrem Schaffen und Kämpfen begleiten, dann werden wir uns unserer eigenen Anlagen be« wußt, unser- Blick wird geschärft, und neue Kräfte werben geweckt und befeuert. Griechische und latei« nische Stunden sind deutsche Stunden. Sie alle dienen der Erziehung des zukünftigen Führers in unserem heutigen Staat. Von allen Untettichtsfächern der höheren Schule sind die alten Sprachen bei Eltern und Schülern am wenigsten beliebt. Für den einen sind sie zu schwer, für den anderen sind sie überlebt. Der Gegenwart, die von der Technik und dem Motor beherrscht wird, können sie nichts mehr geben. Ja, man schreibt ihnen sogar einen schädigenden Einfluß zu. Lateinische Ausdrucksformen sollen den deutschen Satzbau überwuchern und die eigenen Sprachkräfte lähmen, und die Schüler eines Gymnasiums sollen in der Gedankenwelt eines fremden Volkes aus längst vergangener Zeit leben und dabei nicht ihre heutigen nationalen Pflichten und Aufgaben sehen. Und so lehnen weite Kretze unseres Volkes die alten Sprachen und damit das Bildungsgut des Gymnasiums ab. Tun sie dies mit Recht? Auf diese Frage sollen die folgenden Ausführungen eine Antwort bewußten Formen virtuosen Komödiantentums und in-der feigneuralen Haltung des väterlichen Gemeindeoberhauptes wie des großzügig überlegenen Derwaltungsbecrmten. Heinrich George gibt dem Schönerer die massive, stiernackige Wucht des unbeugsamen, kämpferischen Idealisten und den an- greiferischen Impuls des in vielen Meinungsschlachten gehärteten Dialektikers. Carl Kuhlmann zeichnet mit scharfen Umrissen das Porträt eines hemmungslosen Spekulanten und wurmstichigen kommunalpotilischen Intriganten. Anmutig und mit Statt Karten! Wir danken allen recht herzlich für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Verlobung Besäte Zlllgen Dipl.-Iog. Heiss Edward Schlesk Raitz/Zwittawa (Mähren) __________________________03080/ ] $tellenangebote| Aushilfe 2 Stunden täglich gesucht. [03086 Kaffee Schwarz. | Kaufgesuche") Gebrauchtes Woln-,Etz-od. Herrenzimmer z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03083 a.b.G.A. Gut erhaltenes cosigewetzr z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03011 a.b.G.A. 8. 5. 43 Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen in dankbarer Freude an Erika Lippert, geb. Eohmass Ernst Lippert, Oberleutnant z. Z. im Felde Gießen, Ederstraße 18 z. Z. Ev. Schwesternhaus s 03097/ Wir danken allen recht herzlich für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unsrer Vermählung Ferdi Hillenbrand 9 u. Frau Ria, geb. Nauheimer Gießen, im Mai 1943 ______________________03087/ Für die vielen Glückwünsche u. Aufmerksamkeiten zu meinem 90. Geburtstage danke ich recht herzlich Peter Geßner I. Dachdec kermeister Gladenbach, Kr. Biedenkopf ____________________. 03077/ Zwei elektrische Lampen 4 unb 6 RM., 1 Vogelkäfig, 5 RM., zu verk. JnLöbers Hof 8 I. Stock. | Verschiedenes j Reinrass.,ostfries. Müchschaflamm smännl.),geb.17. 3. 43, zur Zucht geeign.,geg.rein- rassiges Mutter- lamm zu tausch, gesucht. [1473D H. Kraffert, Butzbach/Hess. MlkiWM gegen Gartenschirm mit Gelenk zu tauschen. [03090 Liebigstr. 80 p. Gut erhaltene ittnhaital* Grütze 34, gegen gleichw., Gr. 35, zu tauschen gesucht. [03076 Ludwigsvl. IIP Facharbeiter, 46 Jahre alt, 1,72 gr., evang., geschieh., Vernr. vorhanden, auch Möbel, wünscht Witwe, 35 bis 40 Jahre alt, kennenzulernen zwecks Heirat 1 Kinb angen. Zuschriften unt* 03085 a. b.G.A. L1CHTSPIEL-TH KATER Bloria-Palait, Seltersweg 1419C Heute letzter Tag Vom Schicksal verweht Lichtspielbaas, Bahnhofstraße Wien 1910 TI6L 2.30. 4.45,7.30: So. 2.00, 4.30,7.30 Mir Regensburg, Krankenhaus . am Emmeransplatz ________________________03075/ Gesucht gut erh., kompl. Damenfahrrad. Biete: 8fl. Prismenleuchter (150,-) ober zweitürigen Eisschrank, Anstrich bebürft. (20,-) ob. venez. Facettensvieael (80,-).-Schriftl. Ang. u. 1471D an b. Gietz. Anz. Berufst. Dame sucht ein taen-FaM Schriftliche Angebote u. 03093 an bett Gießener Anzeiger. Zu kaufen gesucht: I Zinkbadewanne u. eine Waschwanne. Schr. Ang. unt. 03054 a.b.G.A. Gebrauchter Kinder-Sporlwagen z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03088 an ben Gietz. Anz. drolllksitzlihe Gr. 38-39, unb Llbendkleid, Große 42 bis 44, z. kaufen gesucht. Sckr. Ang. unt. 03098 a.b.G.A. | Verkäufe | 15 Monate altes Vogelsberger Rind z. verkauf, [ososo Königsberg Nr. 69. Bioloncello RM. 300,- zu verkauf, ob. geg. gutes Herrenoder Mädchen- Fahrrad zu tauschen gesucht. Schr. Ang. unt. 1474Pa-b.G.A. Biete neues, braungestr. Kostüm Gr. 44. Suche: gleichw., Gr. 42. Schr. Ang. unt. 03073 a.b.G.A. Friederichs, Berlin-Wilmersdorf ______Eberbacherstraße 30.______ Dame mit S^jährig. Kind sucht freundlich möbl. Zimmer für 4 bis 5 Wochen (mögl. Nähe der Kliniken). Schriftliche Ange- bote unt. 1472D an d. Gieß. Anz. Suche 2 Lämmer oder hornlose Ziege zu kaufen. [i4?eV Karl Schaake, Wuppertal-Ba. Hagener Straße 55. Wir haben untere Geschä.tträume zusammengelegt