Giehener Anzeiger Die Abwehrschlacht südlich des Ilmensees Die Welt wünscht unsere Auflösung. Unsere Antwort kann nur der erneute Schwur zur grüßten Gemeinschaft aller Zeiten fein. Ihr Ziel ist die deutsche Zersplitterung — unser Glaubensbekenntnis die deutsche Einheit. Ihre Hoffnung ist der Erfolg der kapitalistischen Interessen, und unser Ville ist der Sieg der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft! Adolf Hitler. den feldgrauen Waffenröcken setzen sich nicht nur zur Wehr, sie treten sogar zu einem Gegenstoß an, und sie halten aus, Stunden, Tage, die sich zu Ewigkeiten dehnen. Hier beißt sich der Feind die Zähne aus, hier steht ein einziger gemeinschaftlicher Wille, den auch die wuchtigsten Stöße des Gegners nicht mehr zu übermäßigen vermögen. Was Fichte einst forderte, daß jeder so handeln solle, als stehe er stellvertretend für ganz Deutschland, das setzen diese Namenlosen in die Tat um. Und es findet sich wenig in der Weltgeschichte, was diesem Geiste vergleichbar sein wird. Und es ist nicht allein hier so, sondern dieser Geist, dieser Aufbruch der Seelen geht ohne viele Worte von einer Formation zur artbern, und jeder weiß von dem andern: der denkt nicht anders als ich, und auf den kann ich Berge bauen. Irgendwo im Morgenlicht steht wie ein fernes, leuchtendes Bild das Vorbild, das Männer an der Wolga gaben. Für immer sind diese Heroen zum Richtmaß geworden, das' jeder für fein eigenes Tun und Handeln anlegt. auch in den wachsenden Abwehrerfolgen an verschiedenen Stellen der Front. 'Ein erheblicher Druckpunkt des Feindes ist nach wie vor der A b f ch n i t t von Drei, wo der Gegner seit vielen Tagen immer wieder gegen unsere Stellungen anrennt. Der OKW.-Bericht vom Montag hebt den besonderen Abwehrerfolg eines deutschen Armeekorps hervor, das von 90 angreifenden feindlichen Panzern mit Unterstützung der Luftwaffe am Sonntag 74 vernichtete. Südlich des Ilmensees haben die Bolschewisten mit einem besonders starken Einsatz an Schlachtfliegern die Entscheidung zu ihren Gunsten zu wenden gehofft. Auch hier find ihre Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind liegen- Galatz, März 1943.1 Wie der Rhein der deutsche, so ist d i e Donau in besonderem Sinne der europäische Strom, denn sie fließt aus dem Herzen des Erdteils hierher in fernen äußersten Südostraum, und je mehr sich der innere und äußere Bau eines neuen Europa aus dem Gewölk der Zeit heraushebt, desto deutlicher wird uns, daß die Donau zu seiner wichtigsten Binnen-Verkehrsader bestimmt ist. Eben will die Eisdecke auf dem hier einen Kilometer breiten Fluß in Bewegung kommen; in Braila waren vor einigen Tagen Sprengkommandos am Werk, einige Schnellboote, die bei Beginn des Winters vom plötzlich aufkommenden Froste eingeschlossen wurden, noch rechtzeitig freizumachen. Merkwürdigerweise hat Rumänien im Mündungsgebiet der Donau, wo Seeschiffe bequem ein« laufen können, zwei Häfen von Bedeutung dicht beieinander, G a l a tz und Braila. Braila ist Hauptplatz für den Getreide-, Galatz für den Holzhandel. Korn und Hotz, neben dem Del die wichtigsten Erzeugnisse Rumäniens für den Außenhandel, werden hier vom Binnen- auf den Seetransport umgefchla- gen. Das Erste, was dem Besucher bei einer Fahrt durch Galcktz auffällt, sind die vielen durch Balken gestützten Häuser, die hier und da sichtbaren Ruinen und die zusammengebrochenen Kirchenkuppeln. Das sind die noch nicht ausgeglichenen Spuren des Erdbebens vom 10.November 1940. In Bukarest stürzte damals ein schlecht gebautes Hochhaus zusammen, wobei über hundert Menschen den Tod fanden. Braila wurde kaum berührt, weil es einen anderen geologischen Untergrund hat, es steht auf einem Kissen von weichen geologischen Schichten. Man fragt, warum die Schäden noch nicht ausgeglichen sind, und rpan hört: Am 28. Juni 1940 war das Moskauer Ultimatum abgelaufen, das die A b - tretung Bessarabiens an die Sowjetunion forderte. Zn der stillschweigenden Hoffnung auf baldige Wiedergutmachung fügten sich die Rumänen, ober nun lag die Sowjetgrenze dicht hei Galatz. Der Pruth, der aus den Karpathen hervorströmt und bei Galatz in die Donau mündet, bildete die Grenze, und hinter ihm standen die Bolschewisten in weiterhin drohender Haltung — wer mochte da bauen! Zrn folgenden Jahr trat Rumänien in den Krieg ein, auf den sich nun alle Mittel konzentrieren. Ich habe in Braila, wie auch hier in Galatz das Glück gehabt, liebenswürdigerweise in einem Auto zu einer raschen Rundfahrt mitgenommen zu wer« den. Im Winterhafen in Braila lagen nebeneinan« der das Schulschiff der rumänischen Marine, ein genau nach dem Muster unseres „Gorch Fock" in Deutschland gebauter Segler, und die königliche Jacht, ein Lurusfahrzeug mit einer etwas merkwürdigen Geschichte. Eine amerikanische Millionärin ließ sie sich-in Hamburg bauen, ärgerte sich über den enormen Zoll, den sie für sie den Vereinigten Staaten zahlen sollte, und ließ die Zackst jahrelang mit voller Bemannung in Hamburg liegen. Dann kaufte sie Kemal Atatürk und lag in seiner letzten Krankheit an Bord auf dem Bosporus. Nach feinem Tode kam die Jacht — sie soll eine fabelhafte Innen- einrichtung haben — nach Rumänien. Ein interessanter Punkt in Galatz ist eine Höhe binnenmärts von der Stadt, mit der Aussicht auf den großen Bratesch-See, die Mündung des Pruth Mr aus Härte und Entschlossenheit wachsen die Kräfte für den Sieg. einer verhältnismäßig schwachen Znfanterieverbände durch sehr starken Artillerie- und Schlachtfliegereinsatz größere Kraft zu geben. Die vorstoßenden Nahkampffliegergeschwader wurden jedoch von unseren Jägern abgefangen. Unter den abgeschossenen 59 Sowjetflugzeugen befanden sich 25 gepanzerte Schlachtflugzeuge und fünf zweimotorige Tiefflieger. Kampf- und Sturzkampflugzeuge trafen einen bereitgestellten Verband von etwa 80 Panzern. Die Bomben betonierten mitten zwischen den Stahl kolos- sen, die bald von den. dichten Oualrnwolken entfachter Brände und heftiger Explosionen überdeckt waren. Zahlreiche Panzer wurden vernichte,!. Der Wehrmachtverichi. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 8. INärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südwestlich Eharkow brachen unsere An- griffsdivisioneu den feindlichen Widerstand und trugen den Angriff bis in den Raum westlich der Stadt vor. Im Kampfabschnitt von Orel rannten die Sowjets an einzelnen Abschnitten immer wieder von neuem gegen unsere Stellungen vergeblich an. Ein seit Tagen in schwerem Abwehrkampf stehendes Armeekorps erzielte gestern einen großen Abwehr- erfolg, von 90 angreifenden feindlichen Panzern wurden 66 im Erdkampf und acht Panzer aus der Luft vernichtet. Im Wittelabfchnitt führte der Feind zahlreiche Angriffe, um die Bewegungen der deutschen Truppen zu stören. Er wurde überall blutig zurückgeschlagen. Im Zuge der seit Tagen im Gange befindlichen planmäßigen Verkürzung der Front wurde der Ort S y t s ch e w k a ohne feindlichen Druck geräumt. Die Abwehrschlacht südlich des Ilmensees hielt auch gestern in unverminderter Härte an. Trotz starker Artillerieunterstühung und Einsatz von Panzern und in dichten Wellen anflieoenden Schlacht- fliegern blieben die Angriffe der Sowjets im AbvlenNag.9.MSr;I943 Annahme von Ameisen > für die Mittagsnummer bis 8l/2 Uhr desBormittags Ameigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rpf. je mn> bei 22 mm Zeilenbreite, Stertteil 50 Rnk. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 AbschlüsseMengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25o,omehr Haß und Härte. Jedesmal noch, wenn unsere Feinde mit Besorgnis zu merken begannen, daß sie durch offenen, ehrlichen Kampf auf den dafür vorbehaltenen Schlachtfeldern und mit den Mitteln, die anzuwenden sowohl das Völkerrecht als auch das Menschenrecht gestattet, das Reich nicht zum Erliegen bringen können, haben sie zu Kampfmethoden gegriffen, so nichtswürdig und gemein, wie sie nur angelsächsische Gehirne in all ihrer Brutalität und Selbstgerechtigkeit auszudenken vermögen. War es im ersten Weltkrieg die Blockade, die, vor allem gegen Frauen, Kranke und Kinder gerichtet, durch Hunger das erreichen sollte, was die Waffen nicht erreichen konnten, so ist es heute der Bombenktieg gegen die Zivilbevölkerung, der ihnen den Sieg erringen helfen soll. Damals wie heute kalkulierten sie, daß, wenn erst einmal die innere Front des Reiches ins Wanken käme, die äußere Front daran zerbrechen werde. 1918 haben sie — knapp bevor sie selbst die Waffen hätten strecken müssen, da sie mit ihren milb tärischen Mitteln am Ende waren, in zwölfter Stunde also, Erfolg mit dieser Methode gehabt. Stur und stumpf, wie sie sind, bauen sie auch heute darauf, mit solchen Terrormitteln zum Ziel zu kommen. Sie vergessen dabei nur, Verschiedenes in ihre daß all die Elemente der Zersetzung und inneren Verrottung, die 1918 am Zusammenbruch des Reiches Schuld trugen, sie selbst nun zu ihrem Unheil in ihren eigenen Ländern haben. Sie vergessen, daß sie, die uns nicht mehr blockieren können, wie sie das im Weltkrieg konnten, und nun selbst — wie Großbritannien — blockiert sind, mit dem größten Bombenterror keine .so umfassende Wirkung erzielen können, wie sie das damals durch das Hungerverdikt, das sie über das deutsche Volk verhängten, tun konnten. Und sie vergessen vor allem, und das ist der wichtigste Punkt, daß sie ein anderes Volk vor sich haben als das war, das sie 1918 zu Fall brachten. Sie vergessen, daß das deutsche Volk heute willens ist, auch die schwersten Leiden des Bombenkrieges auf sich zu nehmen, um den Endsieg zu erringen, weil es durch die furchtbare Schule der Not und der bitteren Erfahrung hindurch« gegangen ist. Und sie unterschätzen die Arbeit, die der Nationalsozialismus am deutschen Volke geleistet hat, als er es einerseits herausführte aus all der Not und Schmach des Jahres 1918 und anderseits unablässig auf die grenzenlos schwere Schuld hlw- luften des Feindes zusammen. . Bei Sytschewka suchte sich der Femd durch rege Fliegertätigkeit ein Bild von der Lage zu verschaffen. Doch vertrieben unsere Jäger die femd- Lichen Flugzeuge. Die kampflose Räumung von Rschew, Gshatsk und Sytschewka hat den Femd offensichtlich verwirrt. Nur zögerlld wagt er zu folgen; an einigen Punkten verstärkte er fern Artilleriefeuer, um seinen nachstoßenden Truppen größere Sicherheit zu geben. Dabei beschoß er mehrfach völlig leere Räume oder bereits geräumte Ortschaften. Vordrm- ' «ende feindliche Panzer gerieten dagegen in Mmen- selder oder stießen überraschend auf *SPc_rf^ ins gen, deren Feuer sie vernichtete oder zum Abdrehen Swang. Zur gewaltsamen Erkundung vorgehende Kräfte stießen verschiedentlich ins Leere oder hatten, plötzlich von allen Seiten angegriffen, sehr schwere Verluste. Da unsere Truppen jeden Störversuch des Feindes verhinderten, ist das Gesetz des Handelns nach wie vor voll auf unserer Seite. Südlich des Ilmensees brachte der 12. Tag der Abwehrschlacht neue harte Kämpfe. -südlich C h o l m stürmte der Feind dreimal hintereinander, wurde jedoch blutig abgewiesen. Im Raum Staraja Ruß ja versuchte der Feind den Angriffen lungsdivisionen. Die deutsche Führung führt die in Aussicht ge- , nommenen Bewegunaen plamüäßig durch und ge- schritte, die unsere Angnsssdiviponen im Raum von minnt durch die Verkürzung der Front ein immer Charkow auch neuerdings wieder erzielt haben, größeres Maß an Handlungsfreiheit. Dies zeigt sich' ’ Das Vorbild der Front. Unsere Feinde haben so oft nach dem „Wunder" gerufen. Sie haben mit einer grotesken Verbissenheit alle äußeren Voraussetzungen geschaffen, unter denen einmal ein solches Wunder geschehen sein mag, und waren bitter enttäuscht, wenn es sich dann nicht wiederholte. Wir haben nie auf ein Wunder gewartet: wir arbeiten, schassen, kämpfen und dienen in Gemeinschaft — und bann ist plötzlich das große Wunderbare mitten unter uns. Ob es Narvik hieß oder Kreta, ob Westfeldzug oder Abwehr der an- rennenben feinblichen Wut im Osten, in jedem Fall war es einzigartig, wie hier der Organismus eines erstmals geeinten, im Kampf auf Leben und Tod stehenden Volkes auf alles reagierte, was ihm drohte. Und so ist, es denn auch geschehen, daß die Stunden härtester Prüfungen in diesem Winter — die wir wahrhaftig in ihrer ganzen Schwere erlebten — zu einen! ungeheuren Beweger und Antreiber aller deutschen Seelen und Kräfte wurden. Sehen wir uns um, bann können wir zu Tausenden und aber Tausenden allein bei Bekannten und Freunden diese Wirkungen entfalteter Energien und leidenschaftlichen Willens verspüren. Da steht irgendwo auf gefährdetem Vorposten eine kleine Schar von Männern, die nach allen Gesetzen bet Wahrscheinlichkeit außerstanbe sein muß, auch nur noch länger auszuharren. In wahren Rubeln rennen — unterstützt von stärksten Waffen — die Feinbe an: ftur, gepeitscht von Haß. Wilbheit und Terror. Und da geschieht etwas ganz Unerwartetes. Die Männer in geblieben. Die Leistungen der deutschen Truppen aller Waffengattungen in diesen schweren Abwehrkämpfen sind groß. Zwar haben sie nicht in dem gleichen Maße, wie im vorigen Winker, unter den Einwirkungen der Kälte zu leiden, zumal früher als im vergangenen Jahr namentlich im südlichen Teil der Ostfront das Tauwetter begonnen hat, aber die Kampfhandlungen werden durch den aufgeweichten Boden und die grundlosen Straßen erheblich erschwert und verzögert. Dies gilt selbstverständlich für den Feind ebenso wie für uns. Daß untere Truppen trotz dieser Schwierigkeiten auch im Angriff namhafte Erfolge erzielen, beweisen die Fort- Rumänien in der europäischen Front Von Dr.Paul Rohrbach. Oie planmäßigen Frontverkürzungen Von unserer Berliner Schriftleitung. wehrfeuer und unter dem vernichtenden Einsatz ber Luftwaffe mit schwersten Verlusten liegen. Jagdflieger und Flakartillerie schossea über diesem Frontabschnitt 60 Sowjetflugzeuge ab. • An der nordtunefischen Front nur Kämpfe von örtlicher Bedeutung. Iagdfliegerver- bände ryaren in zahlreichen Luftkämpfen erfolgreich. Deutsche Jäger schossen dabei neun Spltfire ab. Bei einem Angriff deutscher Kampfflugzeuge gegen das Hafengebiet von Tripolis wurden zwei Schiffe in Brand geworfen. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge bekämpften bei Tage die Stadt E a st b u r n e an der S ü d k ü st e E n g l a n d s. In der vergangenen Rächt wurde das Gebiet von Southampton mit Spreng- und Brandbomben belegt. Angriffe der feindlichen Luftwaffe gegen das Reichsgebiet und die besetzten Westgebiete fanden weder bei Tag noch bei Rächt statt. lieber der Rordsee verlor der Feind drei mehrmotorige Flugzeuge. Da« Eichenlaub für einen Ll-Doot-Kommandanten. Berlin. 8. März. (DRB ) Der Führer verlieh dem Kapikänleutnant Georg Lassen als 208. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. * Kapitänleutnant Lassen hat auf vier Fahrten 31 Schiffe mit 212 544 BRT. versenkt und zwei Schiffe torpediert.' 17 dieser Schiffe mit 101860 BRT. schoß er aus Geleitzügen heraus. Der kühne U-Boot-Kommandant ist Sohn eines Weltkriegskämpfers. Rach der Flensburger Schulzeit trat er 1935 als Seeoffizieranwärter in die Kriegsmarine ein. Die Bordausbildung auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock" wurde bei einer Auslandsreise mit dem Kreuzer „Karlsruhe" und auf dem Kreuzer „Leipzig" fortgesetzt. Dann kam er zur U-Boot-Waffe. Die deutschen Truppen haben in der letzten Zeit, namentlich an der mittleren Ostfront, durch Ausgabe vorgeschobener Brückenköpfe und Stellungen wesentliche Frontverkürzungen durchgeführt. Es sei erinnert an die Aufgabe des Brückenkopfes von Demjansk, südöstlich des Ilmensees, der vielumkämpften Stadt Rschew und der Stadt Gfhatsk an dem am weitesten gegen Moskau vorspringenden Frontbogen 60 Kilometer nordöstlich von Wjasma. Im Zuge dieser Bewegungen haben unsere Truppen etroa_40 Kilometer südlich von Rschew auch den Ort Sytschewka planmäßig geräumt. Alle diese Bewegungen sind ungehindert vom Feinde vor sich gegangen. Sie sind also in völliger Freiwilligkeit durchgeführt worben, und es ist nichts als Verlegenheitsgeschrei, wenn die Bolschewisten daraus jetzt große Siege machen wollen. Es handelt sich meist auch um Frontabschnitte, in denen der Ffmd in der letzten Zeit überhaupt keinen Druck pusgeübt hat. Für die Sowjetführung ergeben sich daraus zum Teil sogar erhebliche Unbequemlichkeiten, weil sie gezwungen ist, ihre Front nach vorn zu verlegen und ausgebaute Stellungen zu verlassen. Es handelt sich nämlich bei den sowjetischen Truppen, tbie in diesem Frontabschnitt liegen, meist um For- mationen minderer Beweglichkeit, also um Stel- 193. Jahrgang Nr. 57 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Aamilienblätter Heimat imBildDieScholle Bezugspreis: Monatlich.,... RM. 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Franks. M. und das Donauknie von Reni, wo der Strom end° gültig die Richtung zum Schwarzen Meer ein= chlägt. Etwas unterhalb liegt die Deltagabelung. Jenseits des Pruth zeichnet sich der erhöhte Rand Bessarabiens gegen den Horizont ab. Don dort kamen von September bis November 1940 bie Wagenzüge der deutschen Umsiedler, viele Tausende von Bauernfamilien, an hunderttausend Seelen, mit ihren Gespannen und allem fahrbaren Hausrat. Sie passierten durch Galatz und wurden hier von einem tausend Personen starken Umsiedlungskom-- mando betreut. Das Auffanglager auf dem Flugplatz von Galatz faßte 16000 Mann. Von Galatz wurden die Umsiedler auf der Donau nach Belgrad und von da mit der Bahn ins Reich gebracht. Bessarabien ist nun wieder rumänisch, und soweit es die Landwirtschaft betrifft, ist mit der Bestellung der Wintersaat im vorigen Herbst der Wiederaufbau ungefähr geschafft. Leider hat der Anbau der Sojabohne noch nicht wieder auf die frühere Höhe gebracht werden können. Die Einführung der Sojakultur in den Balkanländern — Bessarabien ist für sie besonders geeignet — haben wir einer deutschen Frau zu danken, Helene Herb in Bukarests genannt die Soja-Helene. Sie hat in jahrelanger Arbeit im Auftrag der ZG.- Farben durch immerwährende Kultur- und Kreuzungsversuche einen Typ der an Oel und Eiweiß überaus reichen, in Ostasien heimischen Bohne geschaffen, der für Boden und Klima des unteren Donaugebiets besonders geeignet ist. Auch in Bulgarien hat man mit dem Anbau begonnen. Die Sojakultur in Bessarabien war kräftig im Gang und versprach einen guten Beitrag zur Schließung der europäischen Fettlücke. Die Bolschewisten haben aber alles ruiniert, und es muß wieder von vorn angefangen werden. Wer heute Rumänien besucht, fühlt die Verpflichtung, daran zu erinnern, was dieser gemeinsam mit Deutschland geführte Krieg an Leistungen vom rumänischen Volk fordert. Neben den Menschenopfern ist die hemmungslos anwachsende Teuerung die härteste Kriegsfolge für alle Minderbesitzlichen. Früher aß man hier das beste Weißbrot der Welt, gebacken aus Mehl von dem berühmten Hartweizen, jetzt gibt es für jeden nur ein weniger schmackhaftes Gebäck aus Gerste und Roggen. Aber damit gibt man sich noch zufrieden. Die Finanzen find angespannt, die Lebensrnittel und das Erdöl, der große Schatz des Landes, der auch uns zugute kommt, find in den Dienst des Krieges gestellt, und immer neue Jugend wird zu den Fahnen gerufen. Gleichviel — jedermann muß wissen, daß es um Sein oder Nichtsein geht. Das Schicksal Bessarabiens in der kurzen Zeit der Bolschewistenherrschaft ist eine Warnung, und nur mit Beklemmung kann daran gedacht werden, daß zu den Forderungen Stalins an seine „demokratischen" Verbündeten auch die Abtretung der rumänischen Dobrudscha und der „maßgebende Einfluß" am Balkan gehören. Das bedeutet Sowjetisierung: für den Bauern den Raub der Scholle und die Zwangsarbeit für den „roten Zaren", und das Schicksal der Gebildeten und Besitzenden wäre in Rumänien dasselbe, wie in Lettland und Estland nach der gewaltsamen Angliede- rurfg an die Sowjetunion: blutige Dezimierung und Deportation. vrühlfcheUnlverfitätrdruckereiV. La» ge General-Anzeiger für Oberhessen 6ie6tn,9$*ulftra6e7-9 Im Raum von Drei führten unsere Truppen *bei heftigem Schneesturm an der O k a einen «Gegenangriff. Sie zerbrachen den hartnäckigen feindlichen Widerstand im Nähkampf und stellten die in Diesem Abschnitt vor einigen Tagen eingedrückte alte Hauptkampflinie wieder her. Nordwestlich Orel griffen vier Schützendivisionen, eine Schützenbrigade nmd drei Panzerbrigaden des Feindes den Abschnitt ! .eines deutschen Armeekorps an. Obwohl der Masfen- angriff durch das Feuer von über 150 Batterien und 50 Salvengeschützen sowie zahlreichen Schlachtfliegern unterstützt wurde, brach er an der Zähigkeit unserer Soldaten unter sehr hohen blutigen Ver- B e rlin, 8. März. (DNB.) Die nach der Vernichtung der 3. sowjetischen Panzerarmee im Raum -südlich und westlich Charkow ihren Angriff fortsetzenden deutschen Truppen sind am 7.3. trotz stark aufgeweichten Geländes zügig vorwärts- aekommen und haben eine Reihe Ortschaften zurück- -gewonnen. Der Feind leistete zunächst zähen Wl^r- ftand, der aber im weiteren Verlauf der Gefechte immer mehr nachließ. Unter Nachhutkämpfen wichen die Bolschewisten zurück. Weiter nördlich setzten sie sich am Nordufer eines kleinen Flusses fest und -verstärkten die Abwehrstellung durch Artillerie, Panzerabwehrkanonen und Salvengeschütze. Gegen diese Widerstandslinien stehen unsere Truppen im neuen Angriff. Die LlL>A. fordern eine „kleine Geste". Befehl der Verantwortungsfreudigkeit. Neue Borschristen für den Nechtsanwaltsberuf. Der Reichsmimster der Justiz kann künftig Rechtsanwälte, die das 65.Lebensjahr erreicht haben, in den Ruhestand versehen, wenn sie nicht mehr die geistige und körperliche Beweglichkeit besitzen, die zu einer volksnahen Ausübung des An- waltsberufs erforderlich ist. Für den in den Ruhestand versetzten Anwalt bzw. seine Hinterbliebenen wird je nach wirtschaftlichen Bedürfnissen aus Mit teln der Reichsrechtsanwaltskammer eige Altersversorgung gewährt. Die Ehrengerichtsbarkeit über Rechtsanwälte und Anwaltsastessoren wird für die Dauer des Krieges an Stelle der rein berufsstän- dischen Ehrengerichte von den staatlichen. Dienststrafgerichten ausgeübt. Diese entscheiden in erster Instanz mit dem Oberlandesgerichtspräsiüenten als Vorsitzenden sowie einem Richter und einem Rechtsanwalt als Beisitzer. Damit ist zugleich eine einheitliche Ausrichtung der Anwaltsehrengerichtsbarkeit auf die Ziele der Staatsführung gewährleistet. Das bisherige Recht des Präsidenten der Anwaltskam- mer, kleine Strafen zu verhängen (Warnung, Verweis, Geldstrafe bis 500 RM.) bleibt bestehen. Vereinfachungen bei der Arbeitsfront. Im Bereich der DAF. werden alle Arbeiten sofort eingestellt, die nicht ausschließlich dem Ziel des totalen Arbeitseinsatzes dienen. Als kriegswichtig gelten nur noch Arbeiten zur Erhaltung der Schaffenskraft, zur Stärkung des Leistungswillens, zur Aufrechterhaltung des Arbeitsfriedens und der Arbeitsdisziplin-und Maßnahmen lohnordnender Art. Die Betreuung wird möglichst in die Kreise verlagert; die Gaue, Dienststellen und das Zentralbüro werden mit einem geringen Personal nur noch wirkliche Führungsaufgaben übernehmen. Ein in Personalunion mit dem Geschäftsführer der DAF. neu zu bildendes Führungsamt faßt die Arbeitsgebiete des Organisationsamtes, Schulungsamtes, Presseamtes, Propagandaamtes und Personalamtes, zusammen. Das Jugendamt wird mit dem Amt für soziale Selbstverantwortung vereinigt, das Amt Berufswettkampf mit dem Amt für Leistungsertüchtigung. Die Fachämter werden zu einem „Amt für Betriebsgestaltung" zusammengeschlossen. Es wird durch den Leiter des Amtes für soziale Selbstverantwortung mitverwaltet, Die Aemter von „Kraft durch Freude" werden mit den Arbeitsgebieten KdF.-Truvpenbetreuung und DAF.-Betreuung der Werkschaffenden vereinigt. Das Arbeitswissenschaft- liche Institut wird nur in kleinstem Umfang weiter- treffe zu, warum mache England die kleine Geste nicht den USA. als kleine Kompensation für ihren Edelmut diese Stützpunkte ganz zu überlassen. In dieses Stützpunktthema U^A. — England pastt auch eine die wahre Absicht der USA. vorzüglich illustrierende Erklärung des Vorsitzenden des Marineunterausschusses des Repräsentantenhauses, des Abgeordneten Magnussen. Dieser erklärte ganz offen: „Wir brauchen diese Stützpunkte; wir werden uns keine Kopfschmerzen machen, wie mir sie bekommen. Wir werden sie einfach nehmen. Magnussen fügte hinzu, daß es immerhin „möglich" sei, alle Vereinbarungen auf einer vernünftigen und das Gleichgewicht berücksichtigenden Basis zu treffen. Der Stille Ozean müsse nach dem Kriege, ein „Nordamerikanischer See" werden. Im ganzen Pazifik müßten die USA. Inselstütz- punkte als Brücke besitzen. Die Regierung des. britischen Dominions Neuseeland habe durch ihren Gesandten in Washington bereits wissen lassen, daß sie bereit sei, die Benutzung neuseeländischen Gebietes durch die Vereinigten Staaten zu diskutieren. heißen Empfang gerechnet hatten. Hauptsturmführer Eichhorn hatte mehr getan als seine Pflicht, denn er war nicht der Führer einer dieser Kompanien. Niemand hatte ihm einen Befehl hierzu gegeben, es fei denn die. Verantwor- tungsfreüdigkeit seines soldatischen Gewissens. - ---Kriegsberichter Kurt Dittwald. Aus dem Reich. Fünf Jahre NS -Neichslriegerbund. Vor fünf Jahren bestimmte.der Führer den damaligen Deutschen Reichskriegerbund als NS.-Reichs- kriegerbund zur alleinigen Organisation aller ehemaligen Soldaten der alten Armee und der neuen Wehrmacht. Alle soldatischen Bünde — mit Ausnahme der NSKOV. und des Reichstreubundes — gingen im NS-Reichskriegerbund auf. Von den drei Millionen Männern der 42 000 Kameradschaften des NS.-Reichskricgerbundes stehen über 300 000 Kameraden wieder bei der Wehrmacht. Von ihnen tragen 132 das Ritterkreuz, zehn das Eichenlaub und ein Kamerad, Mäjor Graf, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten, lieber 2Vs Millionen Männer des Reichskriegerbundes bilden ein Rückgrat der Landwacht, der Heimatflak, stehen im Dienste des Roten Kreuzes, des Luftschutzes oder -sind bei Bewachungs komm andos eingesetzt. Oer Urlaub im öffentlichen Dienst. Der Reichsminister des Innern hat eine weitere Kürzung des Erholungsurlaubs der Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst für das Urlaubsjahr 1943 angeordnet. Erholungsurlaub wird nur gewährt, wenn nach Ansicht des Dienstvorgesetzten eine Urlaubsbedürftigkeit vorliegt und die Geschäftslage der kriegswichtigen Arbeiten den Urlaub zuläßt. Der Erholungsurlaub beträgt stärkt werden. Auch im ycmen amerikanische Fühler Rom, 8.März. (Eüropapreß.) Auch im arabischen Staate fernen, so meldet „Piccolo", beginnt die Durchdringung des Landes durch die USA. Unter dem Vorwand wirtschaftlicher Hilfeleistung fei es der USA.-Regierung gelungen, Wir'tschasts- d e l e g i e r t e bei der Verwaltung des Landes unterzubringen. Auch feien bereits einige technische militärische Berater eingetroffen, die die Truppen des fernen in der Handhabung des Kriea«- , Materials ausbilden sollen, dessen Lieferung die USA. in Aussicht gestellt hätten. Neuer Hilferuf aus Tfchunking. Schanghai, 9. März. (DNB>Funkspruch.) Die tschungking-chinesische Zeitung „National Herald" fordert in einem dringlichen Hilferuf erneut eine sofortige und tatkräftigere Unter st ützung Tsänmgkings durch die Vereinigten Staaten und England. Das Blatt verlangt vor allem eine „Intensivierung des Feldzuges in Burrn a", um die Wiedereröffnung der Burma- Straße zu ermöglichen. grundsätzlich höchstens vierzehn Werktage unb für Beamte und Angestellte, die vor dem 1. April 1894 geboren find, grundsätzlich höchstens zwanzig Werktage. Eine Übertragung von Urlaubsresten aus dem Urlaubsjahr 1942 über den 31. März 1943 hinaus findet nicht statt, ebensowenig eine Abgeltung nicht erhaltenen Erholungsurlaubs. Der Urlaubsbeginn ist während der Zeit vom 1. Mai bis 30. September grundsätzlich" aus die Wochentage Dienstag bis Freitag festzusetzen, es sei denn, daß* eine Reise nicht beabsichtigt oder der Antritt der Reise nicht rn der Zeit von Samstag bis Montag erfolgt. Unberührt bleiben die Sondervorschriften über Erholungszeit nach Entlassung aus dem Kriegswehrdienst für beschädigte Beamte und Angestellte, bei Arbeiten mit besonderer gesundheitlicher Gefährdung und für abgeordnete verheiratete Beamte und Angestellte bet Reisen zum Besuch der Familie. Auf Beamte und Angestellte der Wehrmacht findet die Anordnung keine Anwendung. Neue Richtlinien zur Fremdenverkehrslenkung. Die dritte Reichskleiderkarte ist für ‘Öen Eintrag der Aufenthaltsdauer biszum 31. März 1943 befristet. Ab 1. April 1943, dem Beginn eines neuen Urlaubsjahres, gilt für die Eintragung von Kur- und Erholungsaufenthalten ausschließlich die vierte Reichskleiderkarte; der Eintrag in diese hat auf der Innenseite des Stammabschnittes auf den mit den Nummern 1 und 2 gekennzeichneten Feldern, bie"1 für diesen Zweck bestimmt sind, sofort nach der Ankunft zu erfolgen. Wer die Reichskleiderkarte nicht sofort bei der Ankunft vorlegt, darf zum Zweck des Erholungs- und Kuraufenthaltes nicht beherbergt werden. Aekztlichc Zeugnisse gelten nur für eine Heilkur in Heilbädern und heilklimatischen Kurorten; sie sind zwecklos als allgemeiner Ausweis bei reiner Erholungsbedürf tig'keit. Wer gegen die Bestimmungen der Frem- denverkehrslenkung verstößt, wird bestraft und muß an seinen Wohnsitz zurückkehren. Es ist daher erforderlich, vor Antritt eines notwendigen Erholungsoder Kurauenthaltes sich der Zulässigkeit des Aufenthaltes zu vergewissern. In Zweifelsfällen erteilen die Reisebüros und die örtlichen Fremdenverkehrs- stellen Auskunft. Stockholm, 8. März. (DNB.) Der den, Staat Maryland im USA.-Kongreß vertretende Senator Millard Tyd ings lieferte zur Politik Roosevelts, das britische Empire zu beerben und den Engländern sowie auch anderen Staaten in der westlichen Hemisphäre möglichst viele wichtige strategische Stutzpunkte wegzunehmen, einen bemerkenswerten Beitrag. Tadings verlangt die Umwandlung d e r Leih- und Pachthilfe m eine „«ttaße des wechselseitigen Verkehrs" und fordert daß die Empfänger der USA.-Hilfe, besonders Großbritannien, jetzt einen Gegendienst leisten sollten, indem sie den USA. strategisch wichttge Stützpunkte end- gü l t i q ü b e r l a s s e n, sollten. Der Senator nennt als Beispiel gewisse Inseln im Karibifchen Meer — die England den USA. als Gege^^^usi.9 für die Lieferung von 50 veralteten USA.-Zersto- rern auf 99 Jahre verpachtete — und meint ironisch, Elmrchill persönlich habe festgestellt, daß die Politik der Pacht- und Leihhilfe der USA. den e d e l mutig st e n A k t darstelle, der je von einer Regierung in der Geschichte her Welt unternommen wurde. Wenn diese Feststellung Ehurchills zutreffe, und sie NSG. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des s Eisernen Kreuzes an ---Hauptsturmführer Hugo < Eichhorn im Pionier-Bataillon einer Panzergre- i nadier-Division der Waffen---. Eichhorn stammt aus 1 Weilmünster im Taunus. Dor dem Kriege ' war er Ordensjunker der NSDAP, und Hauptamt- lich im Parteidienst des Gaues Hessen-Nassau tätig, j Als nach Tagen des heftigsten Schneesturmes die trübe Wintersonne mit ein paar verheißungsvollen Strahlen wieder die weiße Steppe erfüllte, zogen zwei Kompanien eines ---Pionier-Bataillons nach O. Mit den zurückgelgeten Kilometern versank die Erinnerung an die schweren Kämpfe der letzten Wo- ; chen, denn vor ihnen lag die neue Ortsunterkunft, die, bereits im rückwärtigen Kampfgebiet liegend, als Ruhequartier beide Kompanien für ungewisse Zeit aufnehmen sollte. Todmüde und zerschlagen sanken die Männer, dicyt zusammen gedrängt, in ihre Decken. Draußen pendelten die Posten Stunde um Stunde durch die Schneewehen. Don Zeit zu Zeit lauschten sie ange- pannt in die Nacht hinaus, denn wenn sie auch weit hinter der eigentlichen Front lagen, auf Ueberra- schungen muhte man ständig gefaßt sein, ßängft mar hier am Rande der schier grenzenlosen Steppe aus der starren Front, der festen Hauptkampflinie, der „Bewegungskrieg" der einzelnen Kampfgruppen geworden, geren Aufgabe vornehmlich der Kampf um Stützpunkte war. Hierbei lag das Schwergewicht, bedingt durch den unerbittlichen russischen Winter, in der Beherrschung der größeren Ortschaften. So waren auch im Abschnitt dieser ---Panzergrenadier- division die vorderen Kampfgruppen nicht im üblichen Sinne angelehnt. Die Verbindung zwischen ihnen wurde meist durch pendelnde Spähtrupps auf- genomnien. Diesen Umstand nutzten die Kommissare eines sowjetischen Regimentes, um ihre Truppen rücksichtslos vorzutreiben, die keuchend eine ganze Nacht lang durch den Schnee stapften, um den südostwär- tigen Flügel des Divisionsabschnittes zu umgehen und in feine fast offene, tiefe, rechte Flanke einzufallen. Die Bolschewisten wußten auf diesem Marsch, daß denjenigen, der unterwegs liegenblieb, ein anderer, unheimlicherer Politruk faßte. Freilich war er gnädiger, er trieb sie nicht mehr weiter, sondern zwang sie mit eisiger Hand nieder, um sie nicht mehr loszulassen: der Frost. In O. aber winkten warme Quartiere, wo sie vielleicht auch noch einige Lebensmittel und eine warme Mahlzeit erbeuten würden. So hatten die Kommissare gesagt... Die Stille des ersten Morgengrauens wurde durch heftiges Gewehr- und MG.-Feuer zerrissen. Die Männer der beiden Pionierkompanien fuhren aus schwerem Schlaf. 5ßar plötzlich der Feind im Ort? Im Hinausstürmen ergriffen sie ihre Waffen, schoben die Handgranaten in die Stiefel und zwischen das Koppel, Spannschieber und Sicherungsflügel nackten. Draußen knallte es von allen Seiten, aber noch war vom Feind nichts zu sehen, und die Kameraden erkannten sich nur schwer im noch ungewissen Licht. Jetzt krachten die ersten Einschläge der sowjetischen Artillerie. Einige hundert Meter noch, dann mußten sie mit den Bolschewisten zu- i fammenlaufen. Dann würde der Kampf — Mann » gegen Mann — du oder ich —' entscheiden müssen. > Der Stützpunktkampf um O. hatte begonnen. Noch « kannte man die Stärke des so überraschend aufge- ; tauchten Gegners nicht, doch mußte es sich, schon nach dem ersten Gefechtslärm zu schließen, um wies, die diejenigen haben, die ein Versailles über das deutsche Volk verhängten. Wir haben Versallles nicht vergeßen. Wir haben nicht vergessen, wie es den Abgesandten des Reiches ging, als sie kamen, den Worten eines Wilson ver- trauenb, den Schlußstrich unter das vierjährige Dölkerringen zu ziehen. Wir Deutschen vergeben aber auch nicht, was nach diesem Versailles kam. Wir vergessen es nicht, wie sie dann kamen und uns alles nahmen, was ihnen nehmenswert schien. Wir vergessen es nicht, wie sie unsere Industrien zerschlugen, unseren Handel unt). Verkehr an sich rissen, wie sie uns unserer Kolonien beraubten, die deutscher Fleiß aufgebaut hatte. Mir vergessen es aber auch nicht — unverwischbar liegt es in unserer Erinnerung, was dann kam. Wie an allen Ecken unsere jungen Menschen standen und nicht mehr arbeiten konnten, weil sie es verlernt hatten, weil sie nicht mehr arbeiten durften. Wir vergessen nicht die Züge der Not und Verelendung, der Verlotterung und inneren Verwahrlosung in den Gesichtern derer, die da nor ben Arbeitsämtern standen und dort, wo mildtätige Hände ihnen etwas zu essen reichten. Grausam ist der Bombenkrieg, gemein fmb die Terrorangriffe des Feindes gegen Menschen, Die gar nichts mit dem militärischen Geschehen zu tun haben. Beklagenswert sind Die, Die Heim und Herd und oft auch ihre Lieben verloren haben. Bitter weh tut es, die schönen, unersetzlichen alten Städte des Reiches in Trümmern liegen, von ehrwürdigen Domen nur noch Ruinen gegen den Himmel ragen m sehen. Diese wecken die Gefühle, die das deutsche Volk sonst kaum kannte, heute aber braucht: pte Gefühle, diejenigen abgrundtief zu hassen, die zu feige und zu schwach, auf ehrlichem Kampfplatz sich dem Gegner zu stellen, das nun zerstören, was aufzubauen sie nie imstande gewesen wären. Noosevelts Imperialismus in Nordafrika. Tanger, 9.mär». (DNB. Funkspruch.» Die Ab- schlußkagunn des Obersten Kreditrates IN Alp.er qibt der Z-itunq „Echo de Tanger" Anlab, die Auf. gaben dieser Institution einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. In Wirklichkeit, so schreibt das Blatt, ist die Schaffung des Kreditrates nur em Beweis Dafür, daß die Bevölkerung Nordafrikas in wachsendem Maße herangezogen werden solle, die Krieg s- kosten der Achsengegner auf sich zu nehmen. Don ihr werde nicht nur verlangt, ihr Leben für den USA.-Jmperialismus zu opfern, sondern man wolle ihr auch un geh e ure f i n anzi elle Last e n auferfegen. Alle diese Opfer wurden der Bevölkerung Nordafrikas zugemutet, ohne daß eine Aussicht dafür bestände, daß die Yankees jemals das Land wieder verlassen. ttSA.-Kommissionen in Nahost verlangen neue Zwangslieferungen. Istan bul, 9. März. (DNB.Funkspruch.) Nach einer Meldung des Senders Bagdad hat eine der Zahlreichen USA.-Kommissionen, die die nahöstlichen Länder nach Möglichkeit zur Produktion und Le- bensmittelbeschafiung durchforschen, ihre Ausgabe im Irak beendet und ist nach Iran roeiterge= reift. Vor ihrer Abreise sei sie von Nuri Said, dem irakischen Ministerpräsidenten, empfangen worden. Dabei sei davon gesprochen worden, wie der Irak seine Zwangslieferungen an die Militäreinheiten der USA. und der Briten zu steigern habe. Dom 11. bis 17. April soll im Irak und Iran eine „Sammelwoche zugunsten der britischen Wehrmacht" durchgeführt werden. Die Auspressung der Bevölkerung, die schop erheblich unter der Ab- gäbe ihrer Lebensmittelvorräte an die Besatzungstruppen leidet, soll nUn auf diese zynische Weise verstärk überlegene Kräfte handeln. Es konnte also ein erfolgreicher Kampf nur gelingen, wenn ein entschlossener Wille Die überraschten und noch zerstreuten eigenen Kräfte schnell und wuchtig zum Gegenstoß zusammenzwang^ Und es fand sich der Mann, der den Willen und die Besonnenheit zu solchem Wagnis besaß: der ---Hauptsturmführer Eichhorn vom Stabe des ---Pionier-Bataillons, der mit einem dienstlichen Auftrag zufällig in O. weilte und wußte, daß zwei schwache Kompanien des Bataillons in O. Ruhequartier bezogen hatten, vih in diesem Augenblick die Führung an sich. 3n die erste Verwirrung dieses ungleichen Kampfes fuhren klar und beruhigend seine Befehle und faßten die zwei Kompanien zusammen. Inzwischen waren aus den umliegenden Quartieren auch die letzten Männer herbeigeeilt. Unter dem ordnenden Willen dieses Führers vollzog sich die Bereitstellung schnell und reibungslos. Bei allem Schneid, den Hauptsturmführer Eichhorn nun seinen Männern voranstürmend bewies, war er besonnen genug, von noch im selben Ort untergebrachten Teilen der ---Aufklärungsabteilung seiner Division einige Panzerspähwagen und schwere Waffen anzufordern, mit deren Hilfe er den Gegenstoß dann zu einem vollen Erfolge führte. Don sechs Uhr morgens etwa bis zum frühen Nachmittag tobte der Kampf, der zur restlosen Vernichtung der überraschten Sowjets führte- die mit geringem Widerstand und warmen Quartieren, aber nicht mit einem so Licht des Vorfrühlings. Von Hedwig Forstreuter. Erster Morgenglanz strahlt vom blauen Himmel und verheißt einen vorfrühlinghcrften Tag, wenn auch die Dächer der Schuppen und Lauben weiß- bereift schimmern. lieber den Feldern ist ein ver- schwimmendes Licht, Kirchturm und Mühle des fernen Dorfes stehen scharf abgegrenzt über den Dächern und Wipfeln und wo weiterhin die Sonne ein Stück Ackerland beleuchtet, glänzt es auf in sanften Farben. Da erwacht Sehnsucht, die Stadt zu verlassen, ins Freie zu wandern. Wir nehmen die Gartenschlüssel vom Haken und gehen frohgemut los, Tüten und Einschlaapapier in der Tasche, denn man kann draußen jetzt schon bescheidene Ernte halten. Mit uns laufen die Kinder der Siedlung, die sich auf dem Kriegspfad mit den Jungen der nächsten Straße befinden. Die feindlichen Gruppen treffen sich auf der Wiese und stoßen wildes Geheul aus, als sie gegeneinander gehen. Wir streben eilig von diesem Lärmen fort. In dem kleinen Reich der Gärten ist dann nichts als Hühnerkakeln aus den Stallanbauten der Lauben. Ammern rufen dazwischen, und ab und an klingt das feine Schwirren der Insekten auf, welche Die Sonne heroorgelockt hat. Es sind Fliegen mit florfeinen Flügeln, eine zarte Mottenart und wirklich schon ein paar verfrühte Bienen, deren tiefer Summlaut für Augenblicke eine Vision des Frühlings in den Garten zaubert. Und bann sind da an den Beetkanten Reihen von Schneeglöckchen, unterbrochen von Leberblümchen und Winterdluhern, die fonnengelb strahlen. Auch zwischen den Büschen und an der Hecke stehen geheimnisvoll anqesiedelt ganze Trupps von Schneeglöckchen und Märzbechern. In vollkommener Reinheit und Weiße stehen sie da, fall unwirklich zart über der dunklen Erde, neben ihnen Krokus und frühe Szillas. Und es ist jedes Jahr das gleiche, daß dieser Anblick des überraschenden Blühens in dem foult noch winterlichen ©arten uns säst zu Tränen rührt. Denn es ist etwas von Einsamkeit um diese Blumen in der unwirtlichen Nachbarschaft sperriger kahler Büsche, umgegrabener Beete, leerer Obstbäume und zerzauster Sträucher. Kein freundliches Grün schimmert zu ihnen herüber, kein knospender Zweig neigt sich schattend über sie; nur von den Beeträndern grüßen die aufgereckten Spitzen der Tulpen und Hyazinthen herüber, und im „Kinderwinkel" blühen Stiefmütterchen und Tausendschön kurzstielig und bunt durcheinander. Die Muskat- hyazinthen stecken mit den blauen Trauben noch halb in der Erde, und die Zitronenmelisse hat schon zarte grüne Blätter getrieben. Wir pflücken eins und erquicken uns an dem frischen reinen Duft, der schon Sommer verbeißt. An den Gemüsebeeten halten wir dann Ernte beim Rosenkohl, schöne dicke Rosen häufen sich in unserem Korb. Gerade ausgerichtet stehen die Ra- pun.zel auf ihren Beetstreifen; wir nehmen eine Handvoll mit, auch die jungen Blätter der Pimper- nellftaube, die so gewürzig den Salat verfeinert und mit Kerbel und Kresse zusammen delikate Frühlingsbrote oder Soßen gibt. Jedes noch so bescheidene Abendbrot wird dadurch bereichert. Um die Laube herum sieht es noch sehr winterlich aus, die Vögel haben im Komposthaufen nach Futter gesucht, und Spreu und Blätter verstreut, in den Weinranken über der Laubentür haben sie gesessen und große Palaver abgehalten; man sieht es an der Losung, die in weißen Streifen das braune Gerank berunterläiift und auch im Lauben- innem Tisch und Bretterboden bedeckt, denn das durchbrochene Gegitter über dem Ejngang erlaubt das Ein- und Ausfliegen. Auf dem Rasenplatz nehmen wir den großen Rechen vor und Harken das welke Laub aus dem Grün. Die Sonne brennt uns dabei auf Kopf und Schultern, daß mir die Wärme wie eine Liebkosung spüren, — ein zarter Vorgeschmack des sommerlichen Glücks auf der Liegewiese. Die Birke im Rasenwinkel läßt ihre schwebenden Zweige spielen, sie ist von biegsamer, federnder mir streicheln ihren ichlarstes Stamm und freuen un$ schon jetzt auf die Aziriltage, an denen er aus einem Nest von Veilchen emporfteigen wird wie die leibhcrfttge Verkündigung des Fühlings. Heute gehen wir noch ohne Veilchen nach Haus, doch mit Rosenkohl, Kräutern und einem Strauß halb weiß, halb blau von Schneeglöckchen und Leberblümchen. Neben uns laufen Kinder und sehen verlangend/ auf die Blumen, und französische und ' belgische Landarbeiter in ihren Holzschuhen kommen gegangen und summen ein Lied leise und sehr schnell und rhythmisch. Wir verstehen nur den Refrain: „Attention, Gaston!“ Die fremden Worte klingen so sanft und frühlingsselig, daß sie uns nicht stören, sie werden eingeschmolzen jn das große Wunder, das eben zwischen Himmel und Erde geschieht und in dem Sonne, blauer Himmel, Felderweite und ftisches Gras, erste Blumen, Vogelrufe und frohe Menschenstimmen sich so wunderbar vermischen und der Seele ein Paradies vorgaukeln, das nur in Träumen existiert. Doch wie dankbar sind wir, einen Abglanz davon zu haben. Jede Blume trägt ihn in ihrem Kelch. Zeitschriften. — Im jüngsten Heft der Monatsschriftu n st dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) findet man an der Spitze zu einem eindringenden, erfreulich orientierenden Aufsatz von Heimo Kuchling über Bildnisse Hans Holbeins d. I. eine Anzahl meist ganzseitiger, z. T. farbiaer, technisch ganz vor- flüglkber Reproduktionen. Sehr interessant, auch technisch aufschlußreich, liest sich ein Beitrag von Dr. Hans Ankwicz von Kleehoven, der einen lieber» blick über die europäischen Meister der Radierung gibt; das vielseittge, gut gewählte Abbildungsmaterial reicht etwa von Ostade und Trepolo bis zu Leibl und Thoma. Weitere Beiträge des äußerst gehaltvollen und sorgfältig ausgestatteten Heftes befassen sich mit den „Zwei Hexen" von Hans Baldung Grien und mit dem trefflichen Wiener Porträtisten Friedrich non Amerling (1803—188%, Allgemeiner Glelscherrückgang. Einem Bericht des Beauftragten für die wissen^ schaftlichen Forschungen des. Alpenvereins, Rektor von Klebelsberg (Alpen-Universität Innsbruck), über die im Sommer 1942 an 56 Gletschern in allen Teilen des deutschen Alpenraumes durchgeführten systematischen Gletscherfoxschungen des Alpenvereins entnehmen wir folgendes: Im Dachsteingebiet: Der kleine unterirdisch absließendc See, der sich 1941 vor der linken Zunge des Hallstätter Gletschers gebildet hatte, ist wesentlich größer geworden; der Gletscher kglbt in ihm, d. h. größere Eisblöcke brechen ab und stürzen in das Wasser. In der Silvretta wies den stärksten Rückgang der westliche Dermunth-Ferner mit 53 Meter auf; die Randkluft dieses Gletschers gegen den Piz Duin ist kaum mehr überschreitbar. In den Oetztaler Alpen ist der Hintereisferner besonders stark zurückge- gangen (schon Anfang September um 54 Meter)-, auch eine Dickenabnahme der Gletscherzunge bis zw 11 Metern wurde sestgestellt. Die Fließgeschwindig feit des Gletschers hingegen hat von 16 Meter im Jahre 1941 auf 21 Meter im Jahre 1942 zugenommen. Der Torfstich vor dem Rotmoos-Ferner deckr interessanterweise bereits zwei Drittel des Brenn- stoftbÄarfs der Schönwies-Schihütte, ein Beispiel dafür, wie vorteilhaft solche hochgelegene Tor'vor- fommen ausgenützt werden können. Im Großglockner-Gebiet hat die Pasterze, der größte Gletscher der deutschen Alpen, einen besonders starken Schwund zu verzeichnen. Der große Elisabeth-Felsen ragt jetzt mehr als 20 Meter als hohe apere Kuppe über das Eis, während ditzfe Kuppe im Jahre 1924 noch in einer Dicke von mehreren Metern von Eis überzogen war. In der Somtblick- Gruppe ist das Freiwerden einer alten Knappenstube (Felsstollen) im Reiterkar (Rauris) zu Der zeichnen, die bisher unter dem Eis begraben war In dem Stollen fanden sich Geräte und Werkzeuge, wie sie seinerzeit beim Goldberschau verwendet mürben. Kleine politische Nachrichten. In den frühen Nachmittagsstunden des 8. März flogen feindliche Bomber unter Jagdschutz in den Küstenraum der besetzten französischen Westgebiete ein. Jäger und Flakartillerie zwangen sie, nach Westen abzudrehen. Hiebei wurden in 90 Minuten sechs Flugzeuge, darunter viermotorige Bomber, abgeschossen. geführt. Jeder entbehrliche hauptamtliche Mitarbeiter der DAF. wird für andere kriegswichtige Aufgaben freigegeben. Parfümerien, Filme und Kerzen. Dom 6. März an ist die Herstellung sämtlicher Rieche und Schönheitsmittel verboten. Ausnahmen gelten nur für Zahnpflegemittel, Fußpflegemittel und Kinderpuder. Weiter ist die Herstell"ng von künstlichen Quellfalzen, Badesalzen und sonstigen Badezusätzen verboten, jedoch nicht künstliches Karlsbader Salz und sonstige künstliche Quellfalze. Lichte und Kerzen dürfen zur Verwendung in öffentlichen Lokalen und Gaststätten sowie bei gemeinschaftlichen Veranstaltungen, wie Kameradschaftsabenden, weder abgegeben noch bezogen werden. Die Bestimmungen gelten nicht, wenn Lichte und Kerzen beim Versagen normaler Lichtquellen als Notbeleuchtung dienen. Verboten ist weiterhin die Herstellung von Wachsblumen, Wachsfiguren und Wachsfrüchten sowie von Gelatineblättern, -füttern und -folien, Feuer- werkskörpern, mit Ausnahme solcher, die für Signal- und Wehrmachtszwecke Verwendung finden. Filme, Photoplatten und Photopapier dürfen für nicht berufliche Zwecke nicht mehr abgegeben oder verbraucht werden. Ebenso ist das gewerbsmäßige Entwickeln und Kopieren von photographischen Filmen und Photoplatten für nicht berufliche Zwecke verboten. Siegellack darf nur noch für behördlich oorgeschriebene Zwecke sowie für Postverschlußsachen (Gel>eim- und Wertbriefe und -pakete) verwendet werden. Das erste Ritterkreuz für einen niederländischen Kriegsfreiwilligen erhielt vom Führer der ^-Sturm- mann Gerades M o o y m a n, Geschützführer in der Panzerjäger^Kvmpanie der Freiwilligen-Legion „Niederlande", der südlich des Ladogasees am 13. Februar mit seiner schweren Pak vormittags sieben Sowjetpanzer als Richtschütze und nachmittags weitere sechs Panzerkampfwagen als Geschützführer abgeschossen hat. Er stammt aus Apeldoorn (Provinz Gelderland). An der Ostfront fanden den Heldentod der Kommandeur des 52. italienischen Artillerieregiments, Oberst Rosati, und der Kommandeur des 82. Infanterieregiments, Oberst de Gennaro. Er hatte einen Sonderurlaub wegen des Todes seiner Frau erhalten, diesen aber abgelehnt, weil er seinen Truppenteil während der Kämpfe nicht verlassen wollte. / * Die neugewählte türkische Nationalversammlung bat nach ihrer konstituierenden Sitzung Ismet I n ö n ü einstimmig für die Dauer von vier Jahren 3um Staatspräsidenten wiedergewählt. Der Präsident des dänischen Reichstagen verlas im Parlament ein königliches Handschreiben, das die Wahl zur' zweiten Kammer des Reichstages, dem Folketing, für den 23. März anordnet. Waylmänner zum Landesting, her Ersten Kamer, werdeck in Süd- Jütland, Lolland-Falster und Seeland, die zusammen Ine Hälfte der Wahlmänner für den Landesting wählen, gewählt werden. Kunst und Wissenschaft. Deutsches Soldatentum bei Kunersdorf. Eckart p o n Naso hat das Hörspiel „Kunersdorf" geschrieben, das in soldatischer Prägnanz Schlachtenglück und Niederlage, Friedrichs erschütternde Verzweiflung und das neue Aufleben all seiner Energie schildert.' Das einprägsame Werk wurde von Professor Liebeneiner mit der Abstellung auf das Wesentliche, die Herausarbeitung des heroischen Sinnes dieser Stunde der Bewährung, inszeniert. Günther Hadank, Erich Ponto, Albert Florath urib andere halsen ihm, seine Regie- emfälle zu verwirklichen. Sehr schön ist die Musik in das Geschehen eingebaut. Zur Einleitung die Dritte Symphonie in B-dur Friedrichs des Großen, die Militärmusik der Regimenter,Jbie furchtbare Re- traite, als dem König von 48 000 Soldaten nur noch 3000 geblieben waren. Als er sich von dem Zusammenbruch zu neuer Krastentfaltung erholt, spielte er einen schlichten Kanon auf seiner Flöte, und seine Offiziere wissen, daß er nunmehr wieder der Alte, der auch in der Notzeit Unbesiegliche ist, ein großartiges Beispiel im Lauf wechselvollen Schicksals. Greta Daeglau. Aus der Stadi Gießen. ■ÄV er Hilst hier mit? Daumenhallen. Daumenhalten! Von welchem Alter an halten sich gute Freunde den Daumen? Beginnt es / mit der Schulzeit, bei der ersten Prüfung, beim Sport? Wer kann sich daran erinnern, wann er zum erstenmal krampfhaft den Daumen eingeklemmt hatte für einen guten Freund, wann er zum erstenmal eindringlich gebeten: „Halt mir den Daumen!"? Nur das eine weiß jeder gewiß, dieses Daumen- Halten hat ihn durch sein ganzes Leben begleitet. Allerdings mit zunehmendem Alter wird die Bitte seltener, uns den Daumen zu halten, um so öfter aber kommen die Anforderungen junger Menschen an uns heran: mir den Daumen!" Woher mag diese symbolische, besser noch diese sympathische Handlung stammen? Was hat der Daumen mit Erfolg, was mit Glück zu tun? Nun, unser Daumenhalten stammt aus uralten Zeiten, aus Zeiten, in denen jeder Finger seine Bedeutung, seinen Namen erhielt. Der Daumen, „der starke Finger", zum Beispiel war Wotan geweiht. Wotan, dem Gott de- Glückes! Und den „Daumen halten" kam also einer eindringlichen Bitte an Wotan gleich, Erfolg, Glück zu spenden. Und wenn zum Beispiel eine liebevolle Mutter ihrem Sprößling ein von ihm begangenes Unrecht in das Gesicht zu sagt, mit der Erklärung, der „kleine Finger" habe es ihr verraten, ahnt sie gewiß nicht, daß dieser kleine Finger als Ohrenbläser und Angeber von altersher gegolten hat, nicht nur in den Kindersprüchen vom pflaumenschüttelnden Daumen ober von bem ins Wasser gefallenen Fingergenossen. Die Meinung in alten Zeiten war. baß ber kleine Finger die Gabe ber Weissagung aus den Hand- linien besaß. X So spinnen sich in kindlichen Spisslen und in unseren Alltagsgebräuchen die Fäden weiter aus ber Vergangenheit über Jahrtausende, oft unsichtbar, aber unzerreißbar. L. V. Oie aktive Offizierslaufbahn in ber Lustwaffe. Der Reichsmimster der Luftfahrt und Oberbefehlshaber ber Luftwaffe gibt bekannt: Angehörige des Geburtsjahrganges 1926, die sich für die aktive Of- fizierslaufbahn in der Fliegertruppe, einschließlich Jngenieur-Offizierslaufbahn, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe, Fallfchirmtruppe und Division Hermann Göring, bewerben wollen, müssen ihr Gesuch bis spätestens 1. 4. 1943 an die ihrem Wohnort nächstgelegene Annahmestelle für Offiziersbewerber der Luftwaffe einreichen. Bewerbungsgefuche für die Sa mtätso fftzi erst au fb ahn in der Luftwaffe sind bei dem für den Wohnort zuständigen Luftgmrkom- mando vorzulegen. Das Merkblatt „Die Laufbahn des Sanitätsoffiziers in 'ber Luftwaffe" ist bei Wehrbezirkskommandos sowie bei den Luftgauärzten erhältlich. lieber die Einstellungsbedingungen, die Bewerbung ufw. gibt das Merkblatt „Der aktive Offiziersnachwuchs der Luftwaffe im Kriege" Auskunft. Dieses Merkblatt ist bei den Annahmestellen für Offiziersbewerber der Luftwaffe und allen Wehrbezirkskommandos erhältlich. Oie Reifeprüfung bestanden. Unter bem Vorsitz des Oberschulrats Dr. Mal- z a n als Regierungsvertreters fanb am gestrigen Montag im Landgrckf-Lubwigs-Hymnasium bie Reifeprüfung ftatL Nachdem schon im Verlaufe des Schuljahres acht Abiturienten mit bem Reifevermerk bie Schule verlassen hatten, um bei ber Wehrmacht einzutreten, unterzogen sich gestern acht weitere Schüler ber Prüfung, bie sämtlich bestauben. Ebenfalls unter bem Vorsitz des Oberschulrats Dr. M a l z ä n fand gestern in der Justus-von-Liebig- Sckmle, Oberschule für Jungen, bie rnünbliche Reifeprüfung stgtt. Alle noch in der achten Klasse ver- hliehenen sieben Schüler bestanden die Prüfung. Auch den bereits im Laufe des Schuljahres in die Wehrmacht ein getretenen 26 früheren Schülern wurde die Reife zuerkannt. Stäft Havdelslehranstalt Gießen. Am 2. und 6. März fanden an ber Städtischen Handelslehranstalt die Aufnahmeprüfungen für die Zweijährige Handelsschule statt. Prüfungstage, Prüfungsaufgaben und Prüfungsbewertungen waren wie in den Vorjahren von dem Reichsstatthalter für ganz Hessen einheitlich festgesetzt. Die Zahl der Anmeldungen an der Gießener Handelsschule war ungefähr bie gleiche wie in den früheren Jahren. An der Prüfung haben teilgenommen: 133 Jungen, 96 Mädchen. Bestanden haben: 75 Jungen, 60 Mädchen; probeweise bestanden: 25 Jungen, 22 Mädchen; nicht bestanden: 33 Jungen, 14 Mädchen. Für die Oberwirtschaftsschule findet keine Aufnahmeprüfung statt. Hier ist am 7. April Schluß für die Anmeldung. Kriegskinderstuben < NSG. So manche Mutter kommt in diesen Tagen an einen Arbeitsplatz, der sie zwingt, ihre Kinder tagsüber in eine Kindertagesstätte oder in einen Kindergarten ber NSV. zu schickes. Dort sind die Kleinen stets gut aufgehoben, und die Mutter braucht sich keinerlei Sorgen zu machen. Aber nicht überall ist es möglich, die Kinder in eine Kindertagesstätte zu bringen. Auch gibt es Kinder, die besonderer Pflege bedürfen. So mancher Mutter wäre eine große Sorge genommen, wenn sie ihr Kind durch eine Mutter betreut und tagsüber in einer Häuslichkeit untergebracht wüßte. Um hier den Müttern den Arbeitseinsatz zu erleichtern, ruft das Deutsche Frauenwerk alle jungen Mütter mit Kindern sowie ältere Frauen, die zum Arbeitseinsatz nicht mehr die Eignung zu haben glauben, auf, sich in Öen Dienststellen des Deutschen Das Erbe des 1 Vortragsabend in der 7!SO In der vergangenen Woche ttat die im Rahmen der Dozenten-Akademie Gießen neugegründete Arbeitsgemeinschaft der Vertreter der Geisteswissen, schäften zum ersten Male in die Erscheinung. Es besteht die Absicht, eine Reihe von besonders interessanten, weil auch für die Zukunft des deutschen Kulturschaffens bedeutungsvollen Problemen in An- griff zu nehmen. Folgende Hetren werden folgende Themen behandeln: Professor von Blumenthal „Die Altertumswissenschaft an der Jahrhundertwende", Professor B o l l n o w „Die Auseinandersetzung mit dem 19. Jahrhundert in der Pädagogik", Professor Borries „Bismarck und der 6taat", Professor Fischer „Geschichte und nationale Bedeutung ber deutschen England- und Amerikawissenschaft", Professor Gerber „Das Problem der Sinfonie im 19. Jahrhundert", Professor Götze ,-Familiennamen-Forschung im 19. Jahrhundert", Dozent Lassen „Neukantianismus", Professor Rauch „Die Wertung ber Kunst bes 19-Jahrhunderts", Professor Rehm „Nietzsche und Wagner". Der Einleitungsvortrag war Professor Glöckner übertragen worden. Dieser stellte sich die Aufgabe, an Hand einer projizierten stammbaumähnlichen Uebersicht in bie philosophischen Gedanken- Zusammenhänge des 19. Jahrhunderts einzuführen. Es wurde besonderer Wert darauf gelegt, die innere Einheit dieser mannigfaltigen und auf den ersten Blick höchst verschiedenartigen Erscheinung hervortreten zu lassen. Als gemeinsamer Stammvater der gesamten neueren deutschen Philosophie wurde Leibniz bezeichnet, der sowohl in seinem Unwersalismus wie auch in einzelnen'Wesenszügen feiner Metaphysik gewis- sermahen eine Wiedergeburt des Aristoteles barstellt. Gewiß ist Leibniz ohne seinen Vorgänger Descartes schwer denkbar; aber auch von dem deutschen Mystiker Jacob Böhme, der in jeder Hinsicht ein Antipode Descartes gewesen war, zeigt er sich beeinflußt. Während in Nord- und Süddeutschland das Philosophieren durch Kant eine entscheidende neue Wendung erfuhr, gewann dieser mächtige Vollender und Ueberwinder des 18. Jahrhunderts in dem katholischen Oesterreich so gut wie gar keine Anhänger. Der Vortragende wies auf diese Tatsache mit besonderem Nachdruck hin, weil er im weiteren Verlauf seiner Darlegungen zu zeigen hatte, daß die söge- nannten Phänomenologen (Husserl, Scheler, Heidegger) sämtlich aus der österreichischen Schule Franz Brentanos hervorgingen, deren Tradition über Bernhard Bolzano direkt auf Leibniz zurückqeht, ohne sich jemals irgendwie entscheidend vom Kan- tianismus berührt zu zeigen. Die geisttge Nachfolge Kants dagegen entwickelte sich in einer dopelten Richtung. Kant hatte Glauben und Wissen für immer kritisch geschieden und durch diese Leistung sowohl dem Wissen wie dem Glauben den bedeutendsten Dienst geleistet. Ihm selbst war es dabei vor allem um die Wissenschaft zu tun gewesen; diese Richtung a u f d i e W i s s e n s ch a f t behielten sowohl die Realisten (Fries, Herbart) wie die Idealisten (Fichte. Schelling, Hegel) unter Kants Schülern bei. Der Theologe Schleiermacher jedoch verfolgte den anderen Weg: Die Richtung auf d e n G l a u b e n. Unter Zuhilfenahme seiner lieber- sichtstafel brachte Prdf. Glöckner diese wichtige Gabelung der Kantnachfolge einprägsam zum Bewußt- sein; er legte besonderen Wert darauf, weil Wilhelm Dilthey seinerzeit von Schleiermacher ausging und in seiner noch heute nachwirkenden Psychologie ntlasten die Mütter. Frauenwerks zu melden und ein ober mehrere Kim ber zu übernehmen, für beren Betreuung sie Sorge tragen wollen. Vielleicht findet sich in ber eigenen Wohnung ein Raum, in dem sich bie Kinder beschäftigen können. Wo bas nicht angängig ist, wird durch bas Deutsche Frauenwerk, gegebenenfalls in leerst eh enb en Geschäftsräumen, eine entsprechende Möglichkeit geschaffen .werben. Diese Kriegskinderstuben sollen vor allem dazu bienen, jebes Kind unter beste Obhut zu bringen, so daß sich die arbeitende Mutter nicht sorgen muß, ihr Kind wachse auf der Straße auf. Manche junge Frau wird gern zu ihrem Kleinen noch ein Äinb hinzunehmen, unh für manche ältere Frau wird es eine Freude fein, den Kleinen ein Heim bieten zu können. Jede Frau, die sich hier zur Verfügung ftellf, leistet damit einen Beitrag zum Kriegseinsatz. 9. Jahrhunderts. -Oozenten-Akademie Gießen. b^s Verstehens den Zusammenhang mit der Thco- loaie des 19. Jahrhunderts niemals verleugnete. Mit besonderer Ausführlichkeit wurde alsdann das Schicksal des Hegelianismus beham beit. Der Vortragende zeigte, wie sich hier zwei philosophisch-geschichtliche Entwicklungsregeln bestätigen, deren Geltung sich auch sonst vielfach nachwei- sen läßt. Erstens pflegt eine philosophische Lehre zunächst immer in der Gestalt fortzuwirken, welche sie von ihrem Urheber zuletzt erhalten hat; nur in die ser Altersfvrm wird sie auch überwunden, und es bedeutet allemal eine Renaissance der betreffenden Philosophie, wenn die ursprünglichen Triebkräfte bzw. die der späteren Systembildung vorängegange-' nen Jugendschriften entdeckt werden. Und zweitens gestaltet sich die Auswirkung jedes bedeutenden Philosophen allemal so, daß die Erörterung mit den Prinzipienfragen beginnt, sich aber weiterhin mehr und mehr ausbreitet und schließlich über alles Menschliche erstreckt. Auch der Hegelianismus nahm in diesem Sinne eine anthropologische Wendung, und zwar sowohl im Naturalismus Feuerbachs wie im Idealismus Weißes, des jüngeren Fichte ober des in Gießen wirkenden Joseph Hillebrand. Weißes Schüler Lotze war der Lehrer Windelbands, und damit ist bereits der sogenannte Neukantianismus erreicht, der sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ausbreitete. Etwa gleichzeitig gelangt Schopenhauer, der eigentlich ein Zeitgenosse Schellings, Hegels, Herbarts und Bolzanos war, zu seiner bekannten, so eigentümlich verspäteten Berühmtheit. Seine glänzend geschriebenen Werke erleichterten den Zugang zu Kant, drängten aber freilich die Kantauffassung vielfach in eine falsche -Richtung. Insbesondere erwies es sich auf die Dauer als verhänanisvoll, daß Nietzsche die Phi' losophie Kants, Fichtes, Schillers. Schellings und Hegels lediglich mit den Augen Schopenhauers zu sehen vermochte. Zum Schluß charakterisierte Professor Glock n e r noch einmal zusammenfassenb die etwa zu Beainn des Weltkrieges gegebene philosophische Situation. Wenn man von den Vertretern eines philosophisch unbelehrten naiven Materialismus, Positivismus und Pragmatismus ebenso absieht, wie von den Ver- tretem einer wissenschaftlich ebenso indiskutablen, naiv oder religiös unterbauten Metaphysik, so standen sich damals etwa folgende Gruppen gegenüber. Zunächst die vom Neukantianismus herkmnrnenben Denker; zweitens die Schüler Dilteys und drittens die aus der österreichischen Schule hervorgegangenen Phänomenologen. Sie alle lassen sich in einen umfassenden Traditionszusammenhang einordnen, wenn man bis auf Leibniz zurückgeht, und die Einordnung in diese Stammtafel führt zugleich auch die bedenkliche Einseitigkeit der Dilthey- und Brentano- Schüler überzeugend vor Augen. Der nicht zu leugnenden Gefahr einer Erstarrung, welche dem Neukantianismus auf die Dauer aewiß gedroht hätte, leistete der ständig wachsende Einfluß Nietzsches ein wirksames Geaenaewicht. Der Präsident der NSD.-Dozenten-Akademi'' Pg. Professor Dr. Beller, schloß die Sitzung mit Sieg- Heil auf Führer und Front. Oer Kindergärtnerin-Beruf. NSG. Die Kindergärtnerin ist Erzieherin. Sie ist mütterliche Führerin ber Kinder in Kindergärten, Horten, Kinderheimen oder auch in ber Familie. Ihre Arbeit ist Dienst am Kinde und damit zugleich Dienst an Familie und Volk. Da laufend eine große Glück auf, Renate! Roman von Ernst Grau. 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Aber was konnte er nun tun, baß sie ihn auch fanb? Gewiß, er hätte zu Meinders gehen und ihn bitten können, etwaige Briefe für Herrn Werner an ihn auszuhändigen. Das wäre immerhin eine Möglichkeit gewesen, und zwar die hier einfachste. Aber Meinders — nein, irgend etwas in ihm wehrte sich dagegen, diesem Manne mochte er sich nicht anvertrauen, obgleich er ihn aus unbekannten Gründen Terbrüggen gegenüber erst neulich wieder in Schutz genommen hatte. Nein, so ging es also nicht. Und so grübelte er denn über diese, Frage weiter, und im Laufe des Tages war ihm dann bas beschädigte Motorrad wieder eingefallen. Ja — das war ein Ausweg, jubelte er bei sich. So mußte es gehen. In ber Garage würde man schon wissen, wem das Rad gehörte und wd der Besitzer wohnte. Gleich am nächsten Sonntag wollte er hinüberfahren und ber Sache nachgehen. Und in der zuversichtlichen Gewißheit, daß sich nun noch alles zum Guten wenden würde, war er des Abends wieder heiter und guter Laune heimgekomm^n. | Die Alte hatte ihm zugesehen, wie er sich abmühte, die Dinge zu meistern, wie die Gedanken hinter feiner Stirn arbeiteten. Aber sie sagte nichts mehr. Sie wußte, paß er nun selbst sprechen würde. Sie hatte sich in dieser Voraussicht auch nicht getäuscht. Mutter Hühnlein kannte das Leben und kannte die Menschen. „Nun —", begann Werner nach einer Weile, indem er den Teller wegschob und sich behaglich zurück- lebnte, „da Sie ja doch alles schon wissen, will ich Ihnen nun auch erzählen, wie es wirklich gewesen ist. Mutter Hühnlein." Er stopfte sich die'kurze Pfeife und fuhr habet fort: „Also hören Sie einmal gut zu —" Er setzte die Pfeife in Brand und begann zu berichten. Als wenn er zu seiner Mutter sprach, froh, sich mitteilen zu können, erzählte er nun von seinem Sonntagserlebnis, und bie Alte hörte ihm zu, ohne ihn mit einer Silbe zu unterbrechen. Er zeigte ihr zum Schluß das kleine, weiße Tuch und ihre zerfurchte Greisenhand fuhr liebkosend über das feine Spitzenoewebe hin. Nur, als er ihr die beiden Buchstaben N. H. zeigte, stutzte sie. „Wie nannte sie sich?" fragte sie dann wie beiläufig. Aber sie hntte große Mühe, ihre Erregung nicht merken zu lassen. „Reni, ganz einfach Reni. Aber aus den beiden Buchstaben sieht man ja klar und deutlich, baß es auch bei ihr nur ber Vorname mar, ben sie mir nannte. Aber ich werde das schon herausbekommen, Mutter Hühnlein." Sie nickte still vor sich hin. Reni — das hieß Renate — Renate H., sann sie. Unb es mar, als ob dieser Name plötzlich einen Vorhang beiseiteriß. Eine andere Zeit stand mit einem Male vor ihrem inneren Auge. Eine Zeit, die viele Jahre zurücklag. Ihr Mann lebte damals noch, unb auf der Zeche regierte ber alte Hammerkott. Unb drüben in der Villa wohnte die Familie Hammerkott, der Alte mit seinen beiden Söhnen und Walters junaer Frau, die von ihrem ersten Kindbett nie wieder genesen sollte, unb bie sie bann bald zu Grabe tracren mußten. Damals mar es gemefen, daß der alte Hammerkott die Mutter Hühnlein hatte rufen lasten unb in seiner barschen Art gefragt hatte, ob sie „den Balg" betreuen wollte. Unb unter ihren sorgenden Händen mar die kleine Renate bann größer gemorben. unb als sie aus bem Gröbsten heraus mar. hatte sie ber Vater hier weggeholt. Man hatte sie nie roieber auf Hammerkott gesehen. Reni — Renate Hammerkott — wenn das zutraf, was sie sich hier zusammenreimte — armer Junge. Mit deinen Hoffnungen unb deinem Fröhlichsein mürbe es bann wohl balb ein rasches Ende haben. Denn Hammerkotts Tochter war nichts für einen kleinen Zechenbeamten, der auf ber Grube von der Pike auf gebient hatte und nichts weiter befaß als seine beiden Hände. Das war wohl immer so gewesen. Aber vielleicht irrte sie auch. Das mit den beiden Buchstaben konnte ja auch nur ein Zufall fein. Denn wenn Renate Hammerkott wirklich hier war, würde sie sich schon auf Hammerkott sehen lassen. Mutter Hühnlein verließ zwar nur selten einmal ihr Haus und fast niemals die Kolonie, aber sie krollte doch einmal darauf achten, daß sie den alten Peddersen traf, der in der Villa dort drüben wohnte. Der mußte es ja wissen, ob Renate Hammerkott sich angemeldet hatte, um in bas Haus ihres Vaters unb Großvaters einzuziehen. Werner beobachtete sie ftittoergnügt unb blies dichte Rauchwolken gegen die niedrige Decke. „91a — was spintisieren Sie sich nun wieder alles zusammen, Mutter Hühnlein?" fragte er aufgeräumt und legte das Tuch behutsam wieder in die Schublade zurück. „Gönnen Sie mir nicht auch einmal ein'wenig Glück?" Sie fuhr auf wie aus einem Traum. „Doch, doch, Herr Doktor", sagte sie ettvas hastig. ..Das aönne ich Ihnen von Herzen Gäb^s nur ber liebe Gott, daß alles so kommt, wie Sie es sich aus- gemglt haben. Mehr brauche ich Ihnen nichts zu wünschen. Sie haben's schon verdient, meine ich." s > Renate hatte ihren neuen Posten angetreten, unb eg war ihr, als sei sie damit in eine andere Welt hineinversetzt worden. Das war nicht mehr bie saft beschauliche Ruhe ber Hörsäle und Lehrstätten, in denen sie bisher ihre Tage zugebracht hatte. Hier webte ein anderer, heißer Atem. Hier mar die Lust erfüllt von bem braufenben Gesang ber Arbeit, dessen mächtige Akkorde alles andere übertönten. Hier kreischten- die Sirenen, raffelten unb polterten den ¥ ganzen Tag über in unendlichen Ketten die Loren über ein unentwirrbares Durcheinander von Schienensträngen, prasselten die Bunker der Kräne, klirrten unb surrten bie Maschinen, unb über allem hing unverrückbar wie ein bunkles Wattemeer ber Rauch aus den zahlreichen Schloten, lag auf allem der schwarze Staub der Kohle. Das war die Zeche Hammerkott, die ihr bisher immer als etwas Fernes, als ein nicht mit Händen faßbarer Begriff erschienen war. Der Vater hatte sie nie mitaenommen, trenn er hierher gefahren mar, es hätte ihm zuviel Zeit gekostet. Aber wenn er einmal von Hammerkott svrach, wurde in ihr b?e Sehnsucht wach, mit dem Vater zusammen bortr in zu gehen, wo ja sein eigentlicher^ Platz im Leben mar. Und nun saß sie selbst in Hammerkott, begierig, mit eigenen Händen nach den Lebensadern zu tasten, in ^enen h;e lebendige Kraft dieses großen Werkes pulsierte. Viel mar es zunächst nicht, was sie davon zu sehen bekam. Sie saß in einem winzig kleinen Zimmerchen hinter ihrer Schreibmaschine unb schrieb unablässig Bestellungen, Lieferungs^dschlüsie, Synbi- katsabrechnungen, Bankaufträge, Mahnungen unb tausend andere Dinge, in denen es meist um resvek- tadle Summen ging, bie sich aber alle immer nur um jenes schwarze glitzernbe Etwas drehten, das die. Menschen Kohle nannten. Die Kohle, um berent^ willen jeden Taa Tausende und aber Tausende von Menschen ben Schoß der Erde zerwühlten, abqe= schnitten von Licht und Lust, zu jeder Zeit um» Uttert von ben Schauern ber Vemicht"na. aber beseelt von bem unbeuafamen Willen, allen Ge° fahren zum Trotz bas schwarze Gestein aus feiner vieftausenbsährigen Ruhe herauszureißen unb feine Kraft bem Menschen bienftbar und nutzbringend zu machen. Die nie rub-mbe Hand des Menschen, fein nie rastender Geist rief eine Welt zu neuem Leben, die die Natur vor undenklichen Zeiten hier vergraben hatte. (Fortsetzung folgt) 1 austrieb zu verzeichnen. Daher wurde von einer Preisnotierung Abstand genommen. Die wenigen mnron in Pltrior Qplf TlPrPmiff. Ferkel waren in kurzer Zeit verkauft. M Dorothee 777 D zusehen. [781D Irmela [784 D D, E, F am Samotag, dem 17. März 194.3 ae, 5),a o Ungarmädel Tltl, 130,4.45,7.30; $0. 100. 4.30,7.30 Ü6r dem 12. März 1943 dem 13. März 1943 dem 15. März 1943 dem 16. März 1943 anzusordern. Gießen, den 8. März 1943. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerel ausgegeben werden, und zwar: auf den Abschnitt a Wohnungstausch. 5-3imm.-Wohn. i. Gießen gesucht. Biete in Hanau od. i. Ringtausch über Frankfurt, i. best.Wobnlage 4-Zimm.-D.-ohn. m- Mans., Bad und Heizung. 'Wadimänner für die besetzten Westgebiete und f. d. Inland laufend gesucht. Geeignet auch für Rentenempfänger u. Pensionäre. Einstell. - Bedingungen und Auskunft Wachdienst Niedersachsen Frankfurt a. M., Kaiserstraße 18 Fernsprecher 29214. [&6zv erfolgt sein. Gießen, den 6. März 1943. Möbliertes oder teil«, möbliertes Wohn-u. Schlafzimmer mit Küche für Ehepaar sofort oder später gesucht. Schriftl. Angebote unter 01536 an den Gießener Anzeiger e/b. Schwach tpferde- Ankauf Die Geburt ihres zweite n Kindes zeigen in großer Freude an Ilse Heymann, geb. Schwitters Lodwig Heymann, Regierungsrat . 1 Ei . l Ei . 1 Ei. Kraftfahrer oder Beifahrer zur Waren Verteilung per Lieferwagen geeignet, gesucht. [01547 &mst Farnes 'Käse- u. Margarine- Großhandel Gießen, Horst-Wessel-Wall 28. Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Eierverteilung. Auf Anordnung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft werden für die Zeit vom 8. März bis 4. April 1943 auf den gültigen Bestellschein Nr. 47 der Reichseierkarte 3 Eier Verdunkelungszeit: 9. Marz von 19.14 bis 6.20 Uhr. Kreis Büdingen. (j) Schotten, 9. März. In Rüstigkeit und Frische kann der hiesige Drehermeister Philipp Altvater am heutigen 9. März seinen 8ty. Geburt s t a g f e i e r n. Trotz seines hohen Alters ist er noch unermüdlich in seinem Berufe tätig. Fast 30 Jahre lang hat er früher auch mit Gewissen-. Hastigkeit und Treue das Amt des Kirchendieners an der hiesigen Stadtkirche versehen. Dem Altersjubilar unsere herzlichen Glückwünsche. G.A-Sport. Kein Sport am 14. März. Line Anordnung des Relchssportführers. Der NS.-Reichsbund für Leibesübungen gibt folgendes bekannt: Mit Rücksicht aus die am Sonntag, 14. März, zum Heldengedenktag stattfindenden Feiern von Partei und Wehrmacht kommen alle für diesen Tag vorgesehenen sportlichen Veranstaltungen in Fortfall. Vom Fußball. Fuß- und handballoergleichskämpfe gegen Marburg. Das Hochschul-Jnstitut für Leibesübungen teilt uns mit: Am morgigen Mittwoch setzen die Fußballmannschaften der Universitäten Gießen und Marburg auf dem Universitätssportplatz ihre schon Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Frau Maria Christina Damasky geb. Harnisch nach kurzem schweren Leiden plötzlich, im Alter von 70 Jahren, von uns zu nehmen. In tiefer Trauer: Balthaser Damasky Georg Schäfer, z. Z. im Felde, u. Familie Ernst Damasky u. Familie Rudolf Blank, z. Z. im Felde, u. Familie Otto Damasky, z. Z. im Felde, u. Familie Wilhelm Pfeiffer, z. Z. im Felde, u. Familie Watzenborn-Steinberg, Steinbach, im Felde, den 8. März 1943. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 11. März, nachmittags 3.80 Uhr. statt. 01555 Hera- OehergangsmaDtel mittl.Gr.,z. kauf, ges. Schr. Ang. 0.13. März unt. 01530 a. d. G.A. ■------------------------------------—a» Wir suchen zu Ostern 1943 f je 2 Lehrlinge für das Inst^llateurhandwerk und den Zentralneizungsbau und 1 techn. Zeichnerlehrling und bitten um schriftliche Bewer« bung mit Lebenslauf an tfirma fdiulz «f Jun^ Gießen, Aulweg 1. Einstellung erfolgt über das Arbeitsamt. 755p besiegen. Tv. Londorf 1. Jgd. — SV. Daubringen 1. 3gd. 10:0 (3:0). Dieses Entscheidungsspiel der Gruppe 3 fand am Sonntag in Londorf statt. Bereits in der ersten Hälfte zeigte sich, daß die Londorfer Mannschaft stark überlegen war. In der zweiten Hälfte trat diese Tatsache noch deutlicher in Erscheinung. Londorf ist mit diesem Erfolg zum vierten Male hinter, einander Gruppenmeister geworden. Kurze Sportnotizen. Fußballme i st e r^ v 0 n Hesseu - Na s s a u wurden wieder die Kickers Offenbach. Die zum Endt . sieg noch notwendigen Punkte holten sie sich aM Sonntag im letzten Spiel gegen die Wormser „Wok- matia",' die vor 5000 Besuchern mit 0:10 (0:3) unterlag. Tg7 Nach schwerer Krankheit verstarb am 1. März 1943 in einem Reservelazarett, im 54. Lebensjahr, mein innig geliebter Mann, unser treuer Vater, unser lieber, guter Sohn und Bruder, der Major d. R. Dr. Fritz Fisdier Studienrat am Gymnasium Inhaber des E. K. I und II von 1914-1918 und anderer Kriegsauszeichnungen. Schmerzerfüllt und in tiefer Trauer im Namen aller Angehörigen: Margot Fischer, geb. Cellarius Ruth-Lore Fischer Gerda Fischer. Gießen (Neuen Bäue 25), den 9. März 1943. Die Trauerfeier fand in Hannover statt. Wir bitten höflich, von Beileidsbesuchen ab- Am 8. März morgens verschied nach mit großer Geduld getragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater 1 Polizei-Wachtmeister i. Ä. Hermann Schäfer kurz vor Vollendung seines 83. Lebensjahres. In stiller Trauer: Familie Karl Schäfer, Mannheim Familie Georg Karn, Bad-Nauheim. Gießen (Liehet Str. 21 p), den 8. März 1943. DieBeerdigungfindet Mittwoch, 10. Märzl943, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 01554 16er Ring Donnerstag, 11. März, 18.30 Uhr im Theater 13. Veranstaltung Fra Dlavolo Komische Oper von F. E. Ander Ser Ring Samstag, 13. März, 19.00 Uhr im Theater 6. Veranstaltung Das letzte Abenteuer Schauspiel von Alexander Marai Karten in der Verkaufsstelle Seltersweg 60, Telefon 3961. 786D G, H, 3 9, K, L M, N, O P, Q, R S, 3d), 3t U, B, W Gemäß Verordnung der Rcichsvereinigung der Deutschen Viehwirtschaft, unterliegen Schlacht- pterde Höchstpreisen. — Zwischenhandel geht daher zu Lasten der Pferdehalter. Ich zahle die behördlich vorgeschriebenen Höchstpreise ohne Abzug von Prozenten. Roßschlachterei Fr.Schilling Gießen, Walltorstraße 4 r— Telefon 2186. 783 D Junge gebildete Frau mit langjähr. Büroerfahrung (auch Sprachen) Ml Stelle als Sekretärin. Schriftl. Angebote mit Einzelheiten erbeten unter 01548 an den Gießener Anzeiger. Drei Eier je Person. Auf die Abschnitte a b und c des Bestellscheins 47 der Eierkarte werden im Laufe der jetzigen Zuteilungsperiode drei Eier je Person ausgegeben. ** D i e Eierablieferungder Geflügelhalter betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Ernährungsamtes, Abt. B, in unserem heutigen Anzeigenteil. . ** D i e Neueintragungen in die Kun- denlistenfürSchuhausbesserüng sind in Gießen-Stadt vom morgigen Mittwoch ab vorzunehmen. Näheres enthält die heutige Bekanntmachung des Wirffchaftsamtes. ** Zur Kartoffelverforgung. Die Verbraucher, die ihre Kartoffeln auf Bezugsausweise beziehen, müssen den Bestellschein 48 bis spätestens 15. März bei ihren Kleinverteilern abtrennen lassen. Landkreis Gießen. Leihgestern, 9. März. Seinen 80. G e - b u r t s t a g kann am morgigen Mittwoch, 10. März, der im Ruhestand lebende, früher beim Bahnhof Gießen, beschäftigte Eisenbahn-Zugführer Johannes Faber XL, Heergasse 2 dahier wohnhaft, in guter Gesundheit begehen. Dem Jubilar unsere herzlichen Glückwünsche. Schweinemarkl in Butzbach. *< Butzbach, 9. März. Auf dem heutigen Schweinemarkt war nur ein geringer Ferkel- der gerechten Verteilung der Arbeitskräfte. 2 Nachprüfung und Uerberwachung der. Richtigkeit her an- geaebenen Anbauflächen und Viehbestände. S^&n- knnq der Anbaufläche und Viehbestände. Markt- lelstung: 1. Nachprüfung der gerechten Auflage der Ablieferungskontingente. 2. Ueberwachung der Em- Haltung des Verbotes der Verfutterung von Brot- getrcide und dessen restloser Ablieferung 3 Restlose Sicherstellung aller zur menschlichen Ernährung brauchbaren Kartoffeln, soweit sie nicht der eigenen Versorgung des Betriebes dienen. 4. Ueberwachung der Elffüllung der Ablieferungspflicht für alle sonstigen Erzeugnisse. Der Reichsobmann des Reichsnährstandes, Bauer Gustav Behrens, betont hierzu, daß der erhöhte Einsatz der Hofbegehungskommissionen eine weitere Einschaltung der Praktiker, in der Landwirtschaft un weitesten Sinne der Wortes bedeutet. Die Kommissionsmitglieder sollen nicht mit Zwang arbeiten, sondern durch richtige Aufklärung und Einflußnahme den Betriebsführern die Erkenntnis vermitteln, daß der totale Krieg die Maßnahmen notwendig macht. Landesbauernführer und Kreisbauernführer haben das Recht, den Hofbegehungskommissionen auch von sich aus weitere Aufträge zu erteilen. Die Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes ist heute im wesentlichen aufgebaut auf der Leistung der deutschen Landwirtschaft Die größte Zahl der in den besten Jahren stehenden landwirtschaftlichen Betriebssichrer, Fachkräfte und deutschen Landarbeiter steht jedoch an der Front. Der Krers- bauernführer braucht daher ein Hilfsmstrument, das ihn und die Ortsbauernführer bei den Aufgaben der Erzeugung und der Ablieferung unterstützt Zu diesem Zweck wurden die Hofbegehungskommissionen schon in sehr vielen Landesbauernschaften erfolgreich eingesetzt. Ein Nachteil bestand bisher darin, daß sie nicht einheitlich arbeiten konnten. . Der Reichsbauernführer hat nunmehr die einheitliche Einrichtung der Hofbegehungskommissionen für das ganze Reich angeordnet. Er ist davon ausge- qanqen, daß wir uns — je härter und schwerer die Zeiten auch in der Erfüllung der kriegswichtigen Aufgaben auf dem Lande werden -- gegenseitig helfen beraten, aufklären und kontrollieren müssen. Die ordnungsmäßige Bestellung auch des letzten Quadratmeters Boden, die Ausnutzung der letzten Erzeügungsmöglichkeiten ist geboten. Der Reichs- bauernführer hat deshalb den Einsatz der Hof- beqehunaskommissionen insbesondere bei folgenden Aufgaben vorgesehen: Erzeugung: 1. Nachprüfung Beratung, Aufklärung und Kontrolle Hofbegehungskommissionen als Helfer. Gießen, den 3. März 1943 Auf der Weißerde 6 _____________________01532Z Die Deutsche NSG. „Kraft Arbeitsfront durch Freude“ Kreisdienststelle Wetterau am Montag, am Dienstag, am Mittwoch, uem i <. Lvitir» am Donnerstag, dem 18. März 1943 . am riTcitnu, dem 19. März 1943. Die Vierten Relchskleiderkarten aller zum Haushalt gehörigen Personen sind vorzulegen. Personen, die nicht im Besitze einer Reichsklei- derkarte sind, erhalten auf Antrag Ausbesserungs- fcheine auf Zimmer 2 des Wirffchaftsamtes. (?85D Gießen, den 8. März 1943. Apweltvnn rui* Sparsamen Gebrauch beider Schneiden: MM Schneide Nr. 1 «arrosieren und mH Schneide Nr^2 Von der Börse. F r a n k f u r t a. M., 5. März. An den Aktien- märkten ist die Abweichung zwischen Angebot urch Nachfrage schärfer geworden. Einerseits zeigt nach dem Ultimo das Kaufbegehren eine sich fast täglich erhöhende Zunahme, anderseits hat die Herabsetzung der Aktienmeldepflichtsgrenze auf 50 000 RM. keinerlei besondere Auswirkungen zeitigen können. Bei den früher variabel notierten führenden Aktien» papieren kam es zu meist letzten Kursen zu mim* malen Umsätzen, wobei Zuteilungsansprüche nicht geltend gemacht werden konnten. Am Rentenmarkt ist die Nachfrage nach Reichsschatzanweisungen sehr rege und erstreckte sich auf alle Folgen von 1941 und 1942. Die soeben erst ausverkaufte Folge IV der 1942er Ausgabe ist schon amtlich an der Börse zugelassen worden, der Kurs für sämtliche 3,5proz. Reichsschätze wurden einheitlich auf 99,25 gebracht. Zndustrieobligationen lagen etwas lebhafter, doch nicht ganz einheitlich, offensichk- lich überhöhte Kurse wurden abgebaut. Steuergutscheine I schwach, etwa 101 nach 103,5. Suche in Gießen 5-2ifflnierwohnung ab sofort oder später. Schriftl. Angeb. unter 01541 an den Gieß. Anz. Aelter.Ehevaar am Donnerstag, dem 11. März 1943 am Freitag, I Mietgesuchei Fung.Frau sucht 1 od. 2 leere Zimmer Etw. Hausarbeit kann mit übernommen werd. Schr. Ang. unt, 01629 a.d. G.A, Biete eine neuzeitliche 3-ZwrwohnuDg Suche eine 5-6-Z.-Wohn. Schr. Ana. unt. 01534 a.d. G.A. Verkäufe "| Verkaufe neues Wollkleid f. 45 RM. [01540 Trommers- häuser, Hindenburg- wall7,b.Hochstein Im Bereichtes Wirtschaftsamtes Gießen-Stadt erfolgt die Neueintragung in die Kundenlisten für Schubausbesserung nach folgendem Plan: Für Verbraucher mit den Anfangsbuchstaben A, B, C am Mittwoch, dem 10. März 1943 Die glückliche Geburt ihres ersten Kindes, einer T^o c h t e r, zeigen in dankbarer Freude an Gertrud Biedenkopf, geb. Frey Dr. med. Helmut Biedenkopf Dorn-Dürkheim (Kreis Worms) 4. März 1943 z. Z. Mainz, Klinik Prof. Dr. Kräuter >£1544/ ; ---------- --- Anzahl Kindergärtnerinnen benötigt wird, sind die Berufsaussichten denkbar günstig. Die Ausnahme in eine Fachschule für Kindergärtnerinnen setzt voraus: Vollendung des 16. Lebensjahres, Mitgliedschaft einer NS.-Organisation, angemessene Allgemeinbildung, Vorbildung in der Hauswirtschaft und gute Gesundheir. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Ostern 1943 beginnen neue Lehrgänge m Gießen im Fröbelseminar. Anmeldungen müssen frühzeitig erfolgen. !?ür unsere Verwundeten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude führte im Laufe der vergangenen Woche im ziup trage des Oberkommandos der Wehrmacht und m Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksauskla- runq und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Die Wochenschau^und der Film .. reitet für Deutschland mit Will, Birgel wurden in zwei Lazaretts gezeigt. In einem Lazarett erfreuten Knaben und Mädchen des Kmter- hortes der NSV. unter Führung ihrer Leiterin Fräulein Boeck mit Helferinnen die Verwundeten. Die kleine Schar zeigte mit Liedern und ■spie en das Gelernte. Für jeden in den beiden Sälen hatten sie selbstgebastelte Kleinigkeiten, hie zur Freude beider Teile verteilt wurden. Die Intendanz des Theaters der Universitätsstadt Gießen hatte zu den Vorstellungen im Laufe der Woche wieder Verwundete zu Gast. — Durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede kamen aus den Ortsgruppen Daubringen, Hungen und Langd größere Spenden an schönen Kuchen, die an die Verwum deten verteilt wurden. Die freudige Ueberraschung wurde dankbar angenommen. 72 Millionen Glücksbriefe ... Nicht qan, ein Vierteljahr ist vergangen, seitdem die grauen Glücksmänner und -frauen im Dienste des 'Kriegswinterhilfswerkes unterwegs find. «3n kaum drei Monaten haben sie 72 Millionen Los- briefe abgesetzt. Schon in den nagten Tagen wird darum die diesjährige Kriegs-Winterhilfe-Lotterie durch Ausverkauf beendet sein. Kurz vor Toresschluß begegnet jeder gern noch einmal den Boten Fortunas. Jeder Losbrief enthält noch, einen Pramien- fchein, der am 31. März zur Auslosung gelangt und vielen noch nachträglich eine freudige Ueberraschung bereiten wird. Erfassung für den weiblichen Arbeitsdienst. Vom Frühjahr 1943 ab werden die Geburtsjahr- qänqe 1925 und 1926 der weiblichen Jugend im Reichsgebiet zur Erfüllung der Re,chsarbeitsdlenst- pflicht herangezogen. Da der Geburtsjahrgang 1925 voraussichtlich nur noch teilweise herangezogen wtrd, werden nach einem Erlaß des Reichsinnenmmisters die in Betracht kommenden Dienstpflichtigen dieses Jahrganges ausnahmsweise durch die Reichsarbeifa- dienst-Meldeämter erfaßt werden. Eine polizeiliche Erfassung erfolgt nicht. Der Geburtsjahrgang 1926 der weiblichen Jugend dagegen wird von dem Polizeibehörden erfaßt. Die Erfassung findet in derzeit vom 15. März bis 10. April ftatt___________________ Sauptfchrtftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des bauptschriftletters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für daZ Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Glesien, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleitcr: Dr.'Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Gelder W (Rüde, rauh.), 8 Mon., zu verk. oi55i Mühlstr. 6, I. Stock, links. | Kaufgesuche"! Suche Wrangen 10-15Ztr.Tragkr. u. 1 ostfr. Milchschaf, trächt. od. frischmelkend. Daselbst ein Damenfahrrad für 80 Mk., und Herrenstiefel, Grüße 43, für 15 Mk. zu verk. Schr. 3lng. unt. 01543 a.d. G.A. Sammler sucht VriesMiirlen an kaufen. Schriftl. Angeb. unter 782D an den Gieß. Anz. muiÄh LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg, Liebesgeschichten Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen __________Ernäbrungöamt, Abt. B.__________ Bekanntmachung. Betr.: Eintragung in die KundenListe für Lchuhausbesserung. in gutem Hause, auch Umgegend. Schr. Ang. unt. 01552 a.d. G.A. Aeltere, alleinst. Frau, Witwe, sucht eine kleine Z-Zinunerwohnung Schr. Ang. unt. 01531 a.d. G.A. 2 Frauen mit je einem Kind (6 u. 2-J.) suchen eine möblißrleWohnung oder Teilwohn. in Gießen. Schr. Ang. unt. 01538a.d. G.A. Zwei berufstät. junge Frauen suchen f. sofort möbliertes MWninier mit Küche oder Küchenbennt?., , evtl, auch Wohnzimmer. Zimmer werden in Ordnung gehalten. Schr. Ang. unt. 01549 a.d. G.A. j Wohnungstausch auf den Abschnitt b auf den Abschnitt c ---- Die Belieferung erfolgt im Laufe der 47. Zu- teilungsveriode. [?soD Gießen, den 6. März 1943. Mit den Angehörigen trauert um einen guten I und hochgeschätzten Kameraden und Lehrer I das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. I 778 D ■ traditionell gewordenen Spiele fort. Die Marburger gelten als üoeraus starke Mannschaft, bie zum 6en Teil an dem zweiten Tabellenplatz, den 1860 Marburg in der Bereichsklasse Kurhessen einnimmt, entscheidend beteiligt sind. Die Einheimischen treten in die em Semester erstmalig an; sie werden zu beweisen haben, ob die Mannschaft gegenüber friwet an Spiestärke gewonnen hat. Der Ausgang des Spieles ist ungewiß. Gleichzeitig mit ihren Kameraden vom Fußball treten die Handballer seit Jahren erstmalig auf den Plan. Hier stützt sich die Universität Gießen auf eine nur von der Studentenkompanie (med.) gebildete Mannschaft. Die Marburger, welche in den kommenden Punktespielen in der Handballbereichsklasse Kurhessen vertreten sein werden, gelten, der Bapie^ form nach, als Favoriten. U. a. konnten sie Kürzlich die Vertretung der Universität Frankfurt mit 15:2 ■Hanen aste lästig. Haare Leberstecken und sonstigen Schönheitsfehler entfernt für immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr.W. Henkel Am Riegelpfad 32. Svrechstund.jetzt Mittwochs,Gießen 9-17 Uhr durchg. Tüchtige Hausschneiderin gesucht. Schriftl. Angeb. unter 01537 an den Gieß. Anz. Gut erhaltenes Oenentnö geg. Damenrad zu tauschen gesucht. - Schriftl. Ang. unt. 01546 an o. Gieß. Anz. Herr.-Rollschuhe Gr.41,f.neu,geg. ein Paar Dam.- Schube,Gr.38 %, oder Pumvs, zu tauschen gesucht. Schr. Ang. unt. 01545 a.d. G.A. Alleinstehendes Fräulein, evgl., Ätitte 40, mit Eigenheim, Häusl., lugendl. Ausseh., wünscht soliden Herrn, in sich. Stellung, b. Ende 50, kennenzulernen zwecks Heirat. Zuschriften unt. 01550 an den Gießen. Anzeig. GoldenerSiegelring m.dunkelblauem, geschnitt. Stein im Stadtgebiet verloren. Gegen gute Belohnung abzug. lauf dem [oi535 * Fundbüro. Fstr die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen Der Landrat des Landkreises Gießen. ____________________Dr. Lotz.___________________ Bekanntmachung. Betr.: EierabLieferung der Geflügelhalter. Nachdem die erfordetlichen Vordrucke eingetrofr fen sind, werden alle Haushaltungen, die Hühne- oder Enten halten, aüfgefordert, im Laufe dieser Woche auf Zimmer 13 des Ernährungsamtes vormittags zwischen 8 und 13 Uhr einen Vordruck abzuholen. Dieser ist vollständig und leserlich auszufüllen und bis spätestens 15. März 1943 wieder an Zimmer 13 zurückzugeben. In den Vororten Klein-Linden und Wieseck sind diese Vordrucke bei den Verwaltungsstellen Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach,, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen Der Landrat des Landkreises Gießen. ___________________Dr. Lotz.___________________ Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Kartoffelversorgung. Unter Hinweis auf die Bekanntmachung gleichen Betreffs vom 14.1.1943 weise ich darauf hin, daß die Verbraucher, die auf Bezugsausweise ihre Kartoffeln beziehen, den Bestellschein 48 bis spätestens 15. März 1943 bei ihren Kleinverteilern abtrennen lassen müssen. Die Ausstellung der Bezugscheine auf - Grund der abgetrennten Bestellabschnitte muß bis svätestens 22. März 1943 ’e.