4 4 ’9en ihl. per, Di» (93. Jahrgang Nr. r Qmtijeini ,ctj au feer Sonntags und »>eierlaar Vetlanen: Gtekener ftamiltenblätter Heimat imBild-DieScholle BeäunSvreiSr Monatlich.,... RM.1.80 Lustellgebühr .. „ -L8 auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Aernsvrechanschtuß 2251 Drahtanschrift: ,21nwtaer Post'check l l Äe Ähranfl /M Samstag, 9/Somttog, tO.Ianuar(9^3 frJJTÄ fr ** 9 Samstag, 9 /Sl Gießener Anzeiger Annahme vun unfeinen für die Mittagtznummer bis 8»/, Uhr detzBorrntttag» An-eiaen-Preiie für die Nttlltmeter-tteile von 22 Millimeter Breite: 7 Rvi. für fVomiltenati- zeigen und private GelegenbeitSanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche GelegenheitSanzetgerr Matzvorschrift i vorherige Bereinbarung) 25“/» mehr vrShlsche IhrtDcrfttäMrHdCTd S. L«ge General-Anzeiger sürGberhefsen ik deut, it die iegs. nd. Herz, erner Brup. 'eßen lnsche lichen d für lene nuar, efrau >ahier Jubel« tiM» lford opped gegen g ein» im die muffen '9 int ufalls« Sturm chwcrs och dir Kampfplatz zweier Kontinente. Von unserem E. F..-Korrespondenten. Paris, im Januar 1943. Schon manchmal in der Geschichte hat der Lauf 5er Ereignisse Tunesien dazu bestimmt, den Zu- lammenprall feindlicher Mächteblocks und Kulturen über sich ergehen zu lassen. Panische Karthager, die Romer, die Vandalen, die Byzantiner haben auf »em reichen Boden Tunesiens ihre Stützpunkte errichtet, sie haben von hier aus den Verkehr auf dem Mittelmeer kontrolliert, und sie haben sich gleichzeitig auch die große Getreideerzeugung des Landes und seinen Reichtum an subtropischen Ge- vächsen, Oliven, Datteln usw., nutzbar gemacht. Schon die Geographie hat Tunesien zu einem Durch- .angsland gemacht, nicht nur zwischen den von Ber» «exn besiedelten Gebieten des nördlichen Afrikas, Algerien und Marokko, und den von Osten heran- irandenden arabischen Stämmen, sondern auch wischen dem nördlichen Afrika überhaupt und Europa. Das 125 000 Quadratkilometer Ausdehnung um- affende Gebiet von Tunesien, auf dem 2,6 Mill, Anwohner leben, ist außerordentlich reich an geographischen und klimatischen Kontrasten. Das Rordgebiet, dort wo sich jetzt die Kämpfe Zwischen den Truppen zweier Kontinente abspielen, ,at dem afrikanischen Kontinent seinen Namen gegeben. Das von hohen Gebirgen durchzogene äußerst ogsserreiche Gebiet des Medjera-Flusses wischen den Ausläufern des Atlasgebirges mit einen Wäldern und Getreidepflanzungen heißt in er Eingeborenensprache „Friguia" oder „Jfriqyä"; Jefe Bezeichnung geht zurück auf die semitische ^prachwurzel „fariqa", ein Wort, das etwa den Sinn hat: „Von etwas getrennt sein". In diesem Salle handelt es sich etwa um die Trennung des ruchtbaren nördlichen Kulturgürtels von den süd- ch sich anschließenden Gebieten der Oliven- und )attelpalm-Anpflanzungen, während im Norden äs Meer die Grenze bildet. Tunesien hat eine Küstenausdehnung von etwa 1500 Kilometern. Nur rund 30 Kilometer davon bereiten, die wirtschaftliche Entwicklung, die auch an Tunesien nicht vorübergeht, alles das kann, wenigstens bis auf weiteres, nicht verhindern, daß die geheimnisvolle Schönheit einer beinahe märchenhaft anmutenden pittoresken Vergangenheit an vielen Stätten Tunesiens weiterblüht. Nefta und Tozeur, an den Ufern der mit Salzwasser gefüllten, Hunderte Kilometer weit sich erstreckenden Depression des Chott-el-Djerid sind Oasen, die di/ „Perlen des Djerid" genannt werden xnD von denen die Araber sagen, wenn man sie sehe, dann sehe man das Paradies. Kairouan ist eine der seltsamsten Der Wehrmachtbericht. DRB. AusdernFührerhauptquarliek, 8. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Jm Raum des mittleren Kaukasus, des Don und nordwestlich Stalingrad standen die deutschen Truppen auch gestern im schweren aber erfolgreichen Abwehrkampf mit starken Jnfanterie- und Panzerkrästen der Sowjets. Jm Gegenangriff wurde der Feind an verschiedenen Stellen zurückgeworfen und erlitt hohe Verluste. 32 Panzer wurden vernichtet. Südöstlich des J t m e n s e e s griff der Feind wieder vergeblich mit Unterstützung zahlreicher Panzer an und verlor dabei 15 Panzerkampfwagen. Jagdflieger schossen in heftigen Luftkämpfen über der Mittel- und Rord front ohne eigene Verluste 32 Sowjetflugzeuae ab. Die Bekämpfung des Rachschubverkehrs auf dem Ladogasee wurde fortgesetzt, bei Rächt das Stadt- und Hafengebiet von Murmansk angegriffen. Stätten religiöser Gebetsübung und gilt als das Mekka Tunesiens. Kairouan, etwa 50 Kilometer westlich von Sousse, taucht aus einer fast nackten Steppe auf, die Pferden und Kamelherden nur kärgliches Futter bietet. Es ist von unzähligen Minaretts und weißleuchtenden Kuppeln gekrönt und hat seit seiner Gründung im 7. Jahrhundert durch wandernde Beduinenstämme seinen Ruf als heilige Stadt der Tunesier, als Stadt der 86 Moscheen und der heiligen Marabouts bewahrt. Aber auch hier wirft die neue Zeit ihre Schatten auf das Idyll, und die Mädchen, die in Kairouan Teppiche knüpfen, müssen von den Behörden unterwiesen werden, wie sie sich umstellen müssen, um der Konkurrenz der europäischen Teppichfabriken einigermaßen standzuhalten. Jti Rordafrika örtliche kampftäligkeit. Der Feind erlitt bei überraschenden Angriffen schneller deutscher Kampfflugzeuge in Libyen empfindliche Verluste an Kraftfahrzeugen und Gerät und verlor drei Flugzeuge im Luftkampf. Jm Hafen von V o n e wurden zwei feindliche Bewacher beschädigt. Bombentreffer richteten auf einem feindlichen Flugzeugstühpunkt in Lüd- tunesien umfangreiche Zerstörungen an. Jn der Rächt versenkten deutsche Kampfflieger vor B o u g i e aus einem Geleit zwei Handelsschiffe mit zusammen 16 000 VRT. Fünf Handelsschiffe wurden schwer beschädigt. Außerdem versenkte ein deutsches Unterseeboot östlich Algier einen feindlichen Unterseebootjäger. Dasselbe Boot torpedierte später ein großes Frachtschiff. Jn den frühen Morgenstunden des heutigen Tages unternahmen britische Flugzeuge Stör- angriffe auf westdeutsches Gebiet. Die Bevölkerung hatte Verluste. Es entstand geringer Gebäudeschaden. Erfolgreiche Abwehrkämpfe im Osten. etwas en. en die amens» s Neu« Manners die i bereit Lange ;r Ver- rt mit« sind sie zuttick- Ilöglich- en. Die Stand hepaufe haben Spieler den die l endete dreier M Win! und ; AM; mjibew. mgest.A. ians Beck. hiiefllleh en mdBura erBabm egen bar jfübrlicbe mit Be' ater 68V r. ntfallen auf die Nordküste zwischen Kap Bon nd der tunesischen Grenze bei Tabarka, der Rest uf die in südlicher Richtung verlaufende Ost- üste, die sich bis nach Tripolitanien hinzieht. Oort befinden sich die Zonen des „Sahel", des Ge- (ietes, das mit seinem Steppencharakter vorwiegend den Olivenpflanzungen vorbehalten ist, und weiter südlich die allmählich in die Sahara übergehende Zone des „Djerid", das Land der Dattelalmen. Entscheidend beeinflußt wird der Wandel 1 ' der geographischen und wirtschaftlichen Struk- ir von der raschen Abnahme der Nied er - chlags menge nach Süden hin. Während zwischen dem Medjerda-Fluß und den nördlichen Mit- 'lmeerküsten die Niederschlagsmenge jährlich 1600 Millimeter beträgt, geht diese Niederschlagsmenge ' i der Zone des Hochplateaus bis zum Norden des Zabel-Gebietes bereits auf 400 bis 600 Millimeter jrütf; im Gebiet der Oasen im Süden des Landes erricht sie nur noch 200 Millimeter jährlich: es kommen aber auch Jahre vor, in denen die Nieder- hläge überhaupt ausbleiben. Biserta, Tunis, Sousse und Sfax sind die vier > a u p t h ä f e n von Tunesien. Biserta ist einer er b"sten Kriegshäfen der Welt und steht Gibraltar nd Malta an strategischer Bedeutung nur wenig och. Er ist erst vom Jahre 1890 an durch die ranzosen zu seiner jetzigen Bedeutung entwickelt morden, als diese den 120 Quadratkilometer großen Binnensee von Biserta, der bis dahin nur flachen f ahrzeugen vom Meer her zugänglich war, durch nen 250 Meter breiten und 10 Meter tiefen Kanal nit dem Mittelmeer verbanden. Der Entwicklung ton Biserta als Handelshafen sind durch die Konkurrenz des Hafens von Tunis bzw La Goulette indessen enge Grenzen gezogen. Groß ist die Be- (fP’utung der beiden Handelshäfen von Sousse tnb Sfax für die Ausfuhr von Olivenöl und Phosphaten. Sousse zählt 30 000 Einwohner, Sfax 85 000. Bedeutendes ist von den Franzosen besonders kmr Wiederbelebung des einst von den Römern so hoch entwickelten O l i v e n a n b a u e s geleistet t orden, besonders in der Gegend von Sfax, dort e strecken sich die Olivenkulturen bis 75 Kilometer b ndeinwärts, und auf einem Gebiet von 200000 Lektor fällt das Auge auf einen unübersehbaren Wald von fünf Millionen Olivenbäumen. Insgesamt zihlt heute ganz Tunesien etwa 16 Millionen Oli- vmbäume: modern eingerichtete Oelmühlen mit elektrischem Antrieb sind heute an die Stelle der primitiven, von den Eingeborenen mit Hilfe der Kamele betriebenen Oelmühlen getreten. Sehr be- IK 15. ' Sfit von den Franzosen eingerichtete Verteidigungs- liiie zum Schutze Tunesiens gegen Tripolitanien. Die militärischen Entscheidungen, die sich jetzt vor- »off. .80 M 30 llbr GießcD NU** »et** J$ri* 'araftcr allmählich in den Typus der Sabara- Jegetation übergeht, wenngleich die Nähe des Mee- rej noch mildernd wirkt. Gadös besitzt auf einem 6* bi et von 70 Quadratkilometern 200 000 Dottel- pclmen, deren Ausbeutung von Wichtigkeit ist. Strategisch ist hier die N a h t st e l l e der künftigen Verbindung zwischen dem italienischen Tripolitanien und b»r neu«>n Position der Achsentruppen in Tunesien, in Gebiet der Troglodyten, primitiver Höhlenbewohner der Wüste, befindet sich eine in der letzten lautend ist auch die in den letzten Jahrzehnten v^rwärtsgetriebene Ausbeutung der äußerst reichen Phosphat- Vorkommen im Innern des Landes. 91nd) den letzten Angaben liefert Tunis 54 v. H. brr Welterzougung. In wirtschaftlicher Beziehung if: auch der jetzt in großem Maßstab erfolgende Einbau der Alsa-Pflanze im tunesisch-alge- ri chen Grenzgebiet längs der von Sousse landeinwärts führenden Eisenbahn bei Sbeitla, Feriana uw. von Wichtigkeit, da die Lllfa-Pflanze hervor- r.gende Eigenschaften zur Gewinnung von Textil- rifern aufweist. Verkehrstechnisch erschlossen ist das Gebiet der rifüfte durch die von Tunis über Sousse und den !.S'ar bis nach Gabes im Süden führende Eisen- bahn. Gab-^s gebärt bereits >u den Oasen, deren .. (TinrnPttir I^llni?it>krr^ in hpn Tnniis der Sahara- Apotheke. & Die ausgebliebene Landung. Oer Prozeß gegen General de Tassigny. Vichy, 8. Jan. (Europapreß.) Der am 9. Januar vor dem Staatstribunal in Lyon anlaufende Prozeß gegen den 54jährigen französischen General de ßattre de Tassigny, verspricht interessante Enthüllungen über die Vorgänge in Vichy zur Zeit- der brittsch-nordamerikamschen Invasion in Nordafrika. Die Anklage gegen de Tassigny unterstellt dem General die Absicht, am 8. November 1942 bei Gelte in Erwartung einer nordamerikanischen Landung einen Brückenkopf gebil- det zu haben mit Hilfe der ihm als Befehlshaber der Militärregion von Montpellier unterstellten 200 Soldaten, sechs Offizieren und zwei Kanonen. Als die erwartete Landung anglo-nordameri- kanischer Regimenter, über deren Eindringen in Nordafrika der General am Morgen des 8. November durch einen Anruf aus Antibes, einem Kurort an der französischen Riviera, verständigt worden war, ausblieb, stellte er sich mit der bei ihm verbliebenen Mannschaft 30 Kilometer südlich van Montpellier einer Gendarmeriestreife. Im gleichen Telephongespräch war'de Tassigny davon verständigt worden, daß General Giraud in der Frühe des 8. Novemder nach sorgfältiger Vorbereitung eines Komplottes im französischen Mutterland, an Bord eines ausländi - fchen U-Bootes zu den Nordamerikanern nach Nordafrika übergegangen fei. Es sollen bei Dem General Waffen und Instrumente gefunden worden sein, die die französische Armee nach den Waffenstillstandsbedingungen nicht mehr haben konnte und bei denen inzwischen zum Teil fest- gestellt 'worden war, daß sie nordamerkani- schen Ursprungs sind, so z. B. Instrumente für Leuchtsignale an Schiffe. Dies ist einer der Hauptstützpunkte der Anklage. Jn Vichy wird angenommen, daß der im Staatstribunal sitzende Führer des Ordnungsdienstes der Legion, Joseph Darnand, die Todesstrafe für de ßattre de Tassigny beantragen werde. Darnand mache geltend, daß der französische Staatschef wiederholt in feinen Erklärungen die nordafrikanische Dissidenz als Befehlsverweigerung, Ehrlosigkeit und im Falle von General Giraud als Hochverrat im Dienste einer fremden Macht gekennzeichnet habe. Die Zusammenarbeit de ßattre de Tas- signys mit General Giraud werde in dem Prozeß festgestellt werden. Der französischen Regierung war bereits einige Wochen vor dem 8. November ein Bericht zugegangen, in dem feftgefteüt wurde, daß sich Genera'! de ßattre de Tassigny eine Art Haus- armee geschaffen hatte, die sich aus als notorische Gaullistsn bekannten Elementen zusammensetzte. Dieser Bericht liege dem Staatstribunal vor. Britische Unzufriedenheit mit der Entwicklung in Nordafrika. Stockholm, 9. Jan. (Europapreß.) Die Unruhe in England über die politisch-militärische ßage in Nordafrika nimmt ständig zu. Nach einer Meldung von „Nya Dagligt Allehanda" neigt man in ßondon zu Der Auffassung, daß die militärische Stagnation in Tunesien politische Ursachen habe. Die einzige Erklärung fei der Gegensatz zwischen den anglo-amerikanischen Hauptstädten in allen grundlegenden französischen Fragen, der dazu geführt habe, daß Nordasrika heute ein wahres Wespennest fei. Die Schwierigkeiten, von denen man meinte, daß sie nach Der Ermordung Darlans verschwinden würden, bestünden immer noch. Niemand scheine zu wissen, was wirklich gespielt werde, während — wie Die „Daily Mail" feststellt — Die Achse ständig ihre Stellungen konsolidiere und inzwischen offenbar schon Die ganze tunesische Küste zwischen Bizerta unD Tunis besetzt habe. Auch Die amerikanische Zeitschrift „Time" schreibt in einer Betrachtung über Den Verlauf des Feldzuges in Nord- afrika: „Der Stahlring Der Achse um Tunis unD Bizerta ist zäh und elasttsch." Die unzulänglichen Verbindungen sind nach Ansicht Der „Time" für Die mangelnden Erfolge verantwortlich. Der p o litis ch e N e b e l über Nordafrika fei nach dem Mord an Darlan noch dichter geworden. Truppen und Nachschub der Achse würden mit Damvfern, Seglern und Transportflugzeugen über das Mittelmeer gebracht werden und Damit ununterbrochen nach Tunis und Bizerta gelangen. Der Nachschub für die Anglo-Amerikaner müsse jedoch über bedeutend längere Nachschublinien herangebracht werden. „News Chronicle", so berichtet Der Vertreter einer schweDischen Zeitung, rufe offen nach einem Wech- s e l im anglo-amerikanischen KommanDo in NorD- afrifa, während Die Wochenzeitschrift. „New States« man anD Nation" erkläre, daß nur noch Die persönliche Intervention Roosevelts und Churchills Die ßage retten könne. Der Wechsel im Oberkommando müsse schnell oorgenommen werden, wenn sich Herausstellen sollte, daß das Ausbleiben Der militärischen Erfolge auf Die Unfähigkeit Des OberkommanDos zurückzuführen sei. Man macht aber in London fein Hehl Daraus, Daß man eine Ersetzung Des Generals Eisenhower auch aus politischen GrünDen für wünschenswert hält, Da man ihn für Den Hauptschuldigen an den bekannten „Meinungsverschiedenheiten" zwischen den französischen Dissidenten-Führern in Nordafrika und de Gaulle hält. Der Schwarm der französischen Politiker, welche Algerien überschwemmten und Morgenluft witterten, werde immer größer. Neuerdings sei auch Der Graf von Paris, Der ThronprätenDent der Bourbonen, dort eingetroffen, um feine Ansprüche zu vertreten. „Daily Telegraph" schreibt, es fei GirauD nicht gelungen, sich von Den unheilvollen politischen Einflüssen frei zu machen. Seine EntscheiDungen wür- Den von zwei Gruppen beeinflußt. Eine Dieser Gruppen setze sich aus Anhängern Darlans zusammen, Die sich mit allen Kräften an Die Stellungen klammern, Der sie sich unter Dem Schutz Darlans bemächtigten. Die anDere Gruppe seien Anhänger Petains. „Daily Telegraph" fügt hinzu, daß diese zweite Gruvpe sich um den Generalresidenten von Marokko, General N o g u e s, schare. Darlans Mörder. Varis, 8. Jan. (DNB.) Der „Petit Parisien" stellt zur Identifizierung des Mörders von Darlan fest: „Es ist klar, daß Der Mörder n ich t aus eigenem Antrieb gehandelt hat, ebensowenig wie de Gaulle einen Derartigen Befehl ohne Zustimmung feiner englischen Auftraggeber erteilen konnte. Da Der Mord in Der Auffassung Der norD- amerikanischen Öffentlichkeit von Der Beteiligung ßondons nicht zu trennen war, so konnte er in Den USA. nur als ein Amerika durch seinen Der- 'fninbeten angetaner Schimpf 'betrachtet werden." Diese Erklärung, so meint das Blatt, werde be- Roosevelt und der Kongreß. Am 6. Januar ist in Washington Der 78. Kongreß der Vereinigten Staaten zu feiner ersten Tagung zusammengetreten. Beide Häuser Des Kongresses weisen eine erheblich andere Zusammensetzung auf als Der Kongreß, Dessen Wahl im November 1938 eine üderwältigenDe Mehrheit für Den PräsrDenten Roosevelt gebracht hatte. Denn Die Wahlen vom 3. November 1942 haben zwar Den Demokraten, Der Partei Des Präsidenten, immer noch eine Mehrheit gebracht, aber sie ist im Repräsentantenhaus so klein geworden, daß sich hier nur noch 222 Demokraten 208 Republikanern gegenübersehen, während im vorigen Kongreß die Demokraten noch 267 Sitze hatten, die Republikaner nur 162. Jm Senat ist das Verhältnis für die Regierungspartei etwas günstiger geblieben. Hier stehen noch 57 Demokraten 38 Republikanern gegenüber, während der vorige Senat 66 Demokraten und 28 Republikaner aufwies. Der Wahlausgang am 3. November wäre für Roosevelt vermutlich noch ungünstiger gewesen, wenn nicht nach den eigenartigen Verfassungsbestimmungen über Die Kongreßwahlen, die jeden schroffen politischen Stimmungswechsel Der Wähler durch Verlagerung Der Parlamentswahlen auf eine Periode von vier Jahren abstoppen, alle zwei Jahre nur Die Hälfte Des Repräsentantenhauses und nur ein Drittel Des Senats erneuert würden. Um das politische Gewicht des Kongresses richttg beurteilen zu können und sich vor allem vor naheliegenden Ueberschätzungen feines Einflusses auf Den politischen Kurs Der Vereinigten Staaten zu hüten, muß man wissen. Daß sich beide Häuser des Kongresses in Der Art ihrer Zusammensetzung sehr deutlich voneinander unterstheiden. Während die Zahl Der Repräsentanten, Die in jedem einzelnen Bundesstaat durch allgemeine Wahlen gewählt werden, sich nach Der Einwohnerzahl Des Bundesstaates richtet, ist im Senat jeder Bundesstaat unabhängig von seiner Bevölkerungszahl durch zwei Senatoren vertreten, die ebenfalls in allgemeinen Wahlen gewählt werden. Jeder Der 48 Bundesstaaten übt also in Der wichtigsten parlamentarischen Körperschaft der Union den gleichen politischen Einfluß aus, gleichgültig, ob er wie etwa Nevada im westlichen Felsengebirge nur 91000 Einwohner zählt und deshalb auch nur einen Abgeordneten in das Repräsentantenhaus entsendet oder ob er wie Der Bundesstaat Neuyork an der Ostküste 13 Millionen Einwohner hat und Deshalb im Repräsentantenhaus mit 25 Abgeordneten vertreten ist. Diese eigenartige, zwar immer wieder heftig umstrittene, aber bis heute beibehaltene Bestimmung geht auf Die B"ndesverfassung Der Dreizehn Kolonien von Neu- EnglanD von 1643 zurück, die für jeDe Kolonie gleiches Stimmrecht und zwei Vertreter im Bundeskongreß festsetzte. • Diese auf den ersten Blick merkwürdig anmutenbe Zusammensetzung Des Senats ist jehoch sehr wohl begründet, und hat erhebliche Auswirkungen in der politischen Praxis der USA., denn sie gibt nun Den vielfach Dünn besiedelten BunDesstaaten Des Westens und Südens die einzige Möglichkeit, sich gegen das politische und wirtschaftliche Uebergewicht Der Dicht bevölkerten Staaten Der Ostküste, zur Geltung zu bringen. Auch Die eigentlichen Agrarstaaten Des Südens und Mittelwestens mit ihrer Abneigung gegen jeDe Verwicklung in weltpolitische Händel und ihrem Hang zum Isolationismus, Dem Der norD« amerikanische Kontinent sich selbst genügt, vermochten sich vor Dem Eintritt der USA. in den Krieg, allein im Senat zu behaupten gegenüber Den JnDu- kräftigt Durch Die Tatsache, Daß Der Name Des Mörders nur infolge einer Indiskretion bekannt geworden fei. Die Erklärung lasse auch die seit Dar- läns Ermordung von Giraud zu seiner Sicherheit ergriffenen Maßnahmen sowie sein Widerstreben, Die eingekerkerten Gaullisten freizulassen, um ja verständlicher erscheinen. Der Führer empfing den bulgarischen Kriegsminister. DRV. Aus dem Führerhaupkquarlier, 8. Jan. Der zu einer längeren Besichtigungsreife in Deutschland weilende bulgarische Kriegsminister, Generalleutnant R i ch o f f, wurde aus diesem Anlaß auch vom Führer in feinem Hauptquartier empfangen. Kriegserklärung Nationalchinas an England und die Vereinigten Staaten. Tokio, 9. Januar. (DRV.-Funkspruch.) Der japanische Rachrichtendienst meldet: Die chinesische Rationalregierung Hal am 9. Januar um 10 Uhr den Krieg an die Vereinigten Staaten und England erklärt. NeujahrSparade vor dem Tenno. Tokio, 8. Jan. (DNB.) Aus Dem Tokioter Truppenübungsplatz Yoyogi fand vor Dem Tenno Die traditionelle Neujahrsparade statt. Formattonen aller Waffengattungen, in erster ßinie motorisierte Einheiten, waren bereits in Den frühen Morgenstunden unter Dem Befehl von General Nakamira auf Dem ParaDeplatz aufmarschiert. Gegen 10 Uhr erschien Der Tenno in Der Uniform eines Groß- marschalls auf Dem Paradefeld, wo er von Den kaiserlichen Prinzen Takamatsu und Mikasa in einer besonders errichteten Zeremonienhalle empfangen wurde. Auf Den Zuschauertribünen hatten über 1000 Würdenträger Platz genommen, an ihrer Spitze Ministerpräsident Tojo. Während Des Vorbeimarsches, Den Der Tenno erstmals auf seinem neuen Schimmel Vazusuki ab nahm, erschienen über Dem Platz einige 100 Bomber und Jäger. Dem militärischen Schauspiel wohnten rund 10Ö000 Zuschauer aller Bevölkerungsschichten bei. Auf Einladung der Regierung waren mehrere tausend Arbeiter Der japanischen Rüstungsindustrie aus allen Teilen Des ßanbes zur ParaDe nach Tokio gekommen. Besonderes Interesse fanden Panzer^ wagen und schwer- Artillerie. Eine Botschaft des Bluffs. Berlin, 8.Jan. (DNB.) Die Rede Roosevelts vor dem Kongreß, die von der USA.-Presfe mit lautem Theaterdonner angekündigt worden war, hat — wie auch die ersten Auslandsstimmen erkennen lassen — infolge ihrer auffallenden Jnhalt- losigkeit m der politisch interessierten Welt allgemein enttäuscht. Entgegen den Erwartungen der amerikanischen Oeffentlichkeit hat der Präsident weder ein den breiten Massen der USA. in Aussicht gestelltes Sozialprogramm verkündet, noch auch zum völligen Durchfall seines berüchtigten Weißbuches Stellung genommen. Die Tatsache, Daß sich der Präsident über das Kernproblem des gegenwärtigen Krieges, die U-Boot-Frage, sorgsam ausgeschwiegen hat, und daß im Rahmen seiner üblichen Bluffzahlen über den angeblichen Stand der USA.« Kriegsproduktion jede Angabe über das Schiffs- bauprogramm der Vereinigten Staaten fehlte, macht nur allzu deullich sichtbar, wie peinlich ihm die vernichtenden Schläge der deutschen U-Boote, in Wirklichkeit sind. Was von den Ziffern, mit denen Roosevelt auch diesmal wieder jonglierte, bei ernster Ueberprüfung gehalten werden darf, geht am klarsten daraus hervor, daß er von 1,5 Millionen U SA.» S o l- baten sprach,' die sich zur Zeit in Uebersee befinden sollen, während erst am 28. Dezember 1942 der USA.-General Marshall die Ueberseetrup- pen der USA. mit genau einer Million angegeben hat. Roosevelt hat also damit nicht nur sein Volk infam betragen, dem er vor seiner Wiederwahl versprach, nicht einen einzigen Mann auf fremde Kriegsschauplätze zu entsenden, er hat — verglichen mit der Erklärung des Generals Marshall — sogar das Kunststück fertiggebracht, innerhalb von nur zehn Tagen sage und schreibe 500 000 Soldaten über die weiten Ozeane der Welt zu transportieren. Nicht minder groß ist der Bluff, den Roosevelt mit den angeblichen USA.-Lieferungen an Tschungking zu landen versucht. „Noch heute lenden wir auf dem Luftwege nach China soviel Kriegsmaterial, wie jemals a u f der Burrn a st r a ß e befördert worden ist", heißt es in feiner Rede. Man wir- sich fragen müssen, inwieweit diese Feststellung mit den verzweifelten Hilferufen Tschiangkaischeks in Ikbereinftimmung gebracht werden kann, sowie mit den zahlreichen Berichten von USA.-Piloten in der USA.-Presse, die gleichlautend besagen, daß Lufttransporte nach Tschungking wegen der zu überfliegenden riesigen Gebirgszüge nahezu unmöglich seien. Bemerkenswerterweise gibt Roosevelt auch in seiner Kongreßbotschaft nochmals zu, daß die Bereinigten Staaten ihre P r o d u k t i o n s z i e l e für das zergangene Jahr nicht haben erreichen können, während er über den gegenwärtigen Stand der ameri konischen Rüstung zu der alles andere als optimistischen Feststellung gelangt: „Ich will nicht behaupten, daß wir mit unseren augenblicklichen Fortschritten der heutigen Produktion zufrieden sein dürfen." Den Krieg rnitJapan streifend, versteigt sich Roosevelt zu der lächerlichen. Behauptung: „3m vergangenen Jahr hielten mir s inen Vormarsch auf". Er hat die Stirn, in dem Zusammenhang der „anfeuernden Leistungen der USA.-Soldaten" zu gedenken, jener Soldaten also, die im Stile des Fluchtgenerals Mac Arthur nicht nur von den Philippinen vertrieben, sondern wo immer auch sie sich den japanischen Truppen in den Weg zu stellen suchten, geschlagen worben sind Nicht minder grotesk wirkt Roosevelts Berner- hing, es bestehe „eine wirkliche Einigkeit unter den Führern der vereinigten Nationen", vor allem wenn man bedenkt, daß gerade eben erst die durch den englischen Geheimdienst veranlaßte Ermordung Darlans ein grelles Schlaglicht auf die Spannungen zwischen England und den U Jnquart in Wien. Reichsverteidigungsausschuß und Kriegswirtfchostsstab. NSG. Gauleiter und Reichstattholter Sprenger hatte als Reichsverteidigungskommissar deck Rcichsverteidigungsausschuß des Rhein-Main-Ge- bletes zu einer Sitzung nach Wiesbaden einberu- fen Der Gauleiter gab einen Ueberblick über die umfangreichen Aufgaben, die ihm als Reichsver- teidlgungskommissar gestellt sind. Wichttge friegs- bedingte Probleme, sowie die einheitliche Ausrichtung aller Maßnahmen, die mit der Reichsvertei- digung unmittelbar im Zusammenhang stehen, waren die Grundlage der weiteren Erörterungen. In einer sich anschließenden Tagung des Kriegs- Wirtschaftsstabes ging der Gauleiter auf Die geschichtliche Entwicklung der Wirtschaftsfiih- £ni^rm Gegensatz Zur liberalisttsch-kapitalisti- scheu Auffassung stellte er den nationalsozialistischen Grundsatz vom Dienst der Wirtschaft für die Inter- effen bes Volkes heraus. Im einzelnen behandelte gaben!™" 2Birtfd)aft Sestellten Kriegsauf- Beamtenanwärter im Kriegsdienst. Der Grundsatz, daß kein deutscher Soldat Nach- ml ’S’.JP?’! ZiEeruf aus der Erfüllung bet Wehrpflicht haben soll, ist jetzt durch einen Erlaß Des Neichsmnen- und des Reichsfinanzministers auch für die Beamtenanwärter im Reichsbienst praktisch gelost worden. Die Zahl ber Anwärter, dis wegen ihrer Heranziehung zum Kriegswehrbienst ihren Vorberettungsdiepst als Beamte ftt# eMllch * Der deutsche Meisterstenograph Georg Paucker, Ztenographenschaft unter der Leitung des Direktors pes Deutschen und des Internationalen Instituts lür (Stenographie und Maschineschreiben, May [Beier,. des Reichsoerbandes deutscher Presse- cm 8. Januar mit einem in herzlichen Worten ge- inem neuen EIN WICHTIGER PUNKT Ruppertenrod Ruppertenrod z. Z. Im Felde Kreis Alsfeld 78 D Schuhcreme einsparen.' 01417 720/ KNORR Guftolln-robdk Köln and- flten luen Denn davon hängt es ab, ob die Soße sämig Ist, den richtigen Geschmack hat und gut aussieht. Kochen Sie deshalb genau nach Vorschrift: den Würfel fein zerdrücken, mit etwas Wasser glattrühren, ’/< Liter Wasser beifügen und unter Umrühren 3 Mln. kochen. Gießen Hotel Schütx dar. Dort: die» leben lgene. a es Ar. Aus» hmes den hin» toltenen Telegramm seine Glückwünsche übermit- rlt. M.-Gladbach Vlersener Strafte 20 c lchß >8e. flies l°ter. Di, W im tie eine im W Prä« nannt (Ober» n der ltkrieg mundet, lottsee ;g als :erium in der Seyb" Gießen Jauer (Schlesien) 9. Januar 1943 Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Richard Strauch Reg.-Insp. d. Lw. Marie Strauch, geb. Rlnner Tanzunterricht! In der Zeit vom 1. bis 15. Januar beginnen neue Tanzkurse Gef! Anmeldungen erbeten TanzschuIeBäulke, Gießen Wolfstraße 31 06539 Sei Schnupfen tritt meist eine Verstopfung im Nasenrachenraum ein. Diese lästige Erscheinung wird oft durch Klosterfrau-Schnupfpulver behoben. Auch andere Beschwerden, die als Begleiter des Schnupfens auftreten, bekämpft man damit. Klosterfrau-Schnupfpulver wird aus wirksamen Heilkräutern von der gleichen Zinna hergestellt, die den Klosterfrau-Melissengeist erzeugt. Verlangen Lie Klosterfrau-Lchnupfpuloer in der nächsten Apotheke oder Drogerie. Ociginaldosem50Pfg. (Znhaltetwaö Gramm) reicht monatelang aus, da kleinste Mengen genügen. sich sind die Träger der Hauptrollen, auch der Regisseur befindet sich unter den Darstellern. Die Musik schreibt Ernst Erich Buder. — In diesen Tagen wurde in den Ateliers Prag-Barrandow mit den Aufnahmen zu dem neuen Bavaria-Film „R eise in die Vergangenheit" unter der Spiel- leitung von Hans H. Zerlett begonnen. Die Träger der Hauptrollen sind Olga Tschechowa, Margot Hielscher, Ferdinand Marian, Hilde Hildebrand, Will Dohm, Hans Leibelt und Theodor Loos. Händels „Robdinbe“ in bet Berliner Volksoper. Aus der Reche jener Opern, mit denen Händel um die Lebensmitte seinem Namen im weiten Raum der Overnpflege seiner Zeit zu Achtung und Wert- scyätzung verhalf, erneuerte die Berliner Dolksoper die 1725 geschriebene „Rodelinde". Sie gehört nicht nur au den in sich geschlossenen und formal am sichersten beherrschten, sie erweist sich auch heute noch als ein bühnenwirksamer Beitrag zur Barockoper. Sowohl die tragische Größe der Handlung wie die musikalische Kraft des Ausdrucks werden auch in der ungewohnten, jedoch stileigenen Statik des Wie das Elektronenmikroskop entstand Von Dr.-Jng. W. Willing, o. Professor für Elektrizitätswirtschaft an der Technischen Hochschule Berlin. Wir danken herzlichst, auch im Namen unserer Eltern, für’alle Aufmerksamkeiten und Glückwünsche zu unserer Verlobung Irmgard Trüller Karl Repp, Unteroffizier Weickartshain Schotten /Hess, bei Grünberg/HeM. *. Z. Lazarett Januar 1943 Nachdem nun im Hochspannungsinstitut der Technischen Hochschule Berlin der Doktorand Gabor die Sammelspule durch Eisenummantelung bereits wesentlich wirksamer gestaltet hatte, wurde dem damaligen Studenten Ernst R u s k a die Aufgabe gestellt, die Busch'sche Linsenformel experimentell nachzuprüfen und die günstigsten Verhältnisse für die Anwendung der Sammelspule bei Elektronen- strahl-Oszillographen zu erforschen. Im Rahmen solcher Untersuchungen erzeugten M. Knoll und E. Ruska mit solchen „magnetischen Linsen" Bilder von Gegenständen, von denen die Strahlen ausgingen. Sie konnten auch die Konturen von Oeffnungen, welche von ihnen durchsetzt wurden, scharf abbilden. Ebenso wurden auch von sonstigen durchstrahlten Gegenständen, z. B. feinen Drahtnetzen, scharfe Bilder erhalten. Außer den auf magnetischer Wirkung beruhenden Sammelspulen verwendeten sie zu derartigen Versuchen auch bereits solche Sammelvvrrichtungen, die auf elektro- statischer Wirkung beruhen. Dem Lichtstrahl war nun im Elektronenstrahl ein Konkurrent entgegengestellt, der ihn für manche Zwecke ersetzen konnte. Knoll und Ruska benutzten bald die gewonnenen Erkenntnisse für die ihnen gestellte Aufgabe hinaus zur Entwicklung von Anordnungen, welche dem optischen Mikroskop entsprachen: die ersten Mikrophotogramme wurden bereits 1931 öffentlich gezeigt. Im Jahre 1932 wurden die benutzten Geräte in physikalischen Zeitschriften ausführlich beschrieben und die Ergebnisse bekanntgegeben. Die Verfasser wiesen schon damals darauf bin, daß man mit dem Auflösungsvermögen des Elektronenmikroskopes theoretisch um 2 bis 3 Grö- ßenordnung-n weiterkommen müsse, als mit dem optischen Mikroskov. Sie gaben auch zweckmäßige Formen der „Linsen" an sowie Zusammenstellungen von solchen. Während sie sich in ihren ersten Veröffentlichungen sowohl mit magnetischen als auch elektrischen Linsen befaßten, wurde weiterhin im Hochspannungsinstitut besonders die aussichtsreicher erscheinende magnetische Richtung weiterverfolgt; das Forschungsinstitut der AEG., das etwa gleichzeitig elektrische Linsen zur Untersuchung von Kathodenoberflächen angewendet batte, entwickelte später auch Durchstrahlungsmikroskope nach dem elektrischen Prinzip. Mit der Theorie der elektrischen Linse befaßte sich, angeregt durch Vie ersten Veröffentlichungen an der Technischen Hochschule Berlin, auch Professor Dr. Picht, der besonders auf dem Gebiet der Lichtoptik gearbeitet hatte. Das im Hochspannungsinstitut auf Grund der ersten Erfahrungen von E. Ruska teilweise mit Unterstützung eines weiteren Doktoranden, B. v o n Bories, gebaute verbesserte magnetische Gerät hat in der Folgezeit zu weiteren studentischen Forschungsarbeiten geführt, nachdem seine Schöpfer in die Industrie übergetreten waren, um ihre Erfahrungen b?m verwandten, sehr aussichtsreichen Gebiet der Fernsehtechnik zuzuführen. Es mag hinterher verwundern, daß nicht damals schon die Industrie diese Entwicklung aufgegriffen hat, um die Mikroskopie durchstrahlter Objekte, deren er Spielleitung von Theo Lingen. Das Dreh- ud) schrieben Franz Gribitz und Theo Lingen. Harte Harell, Olly Holzmann und Gustav Fröh- Der kroatische Marschall Kwaternik ist mit 5rlaß des Doglavmk vom 4.1. mit allen ihm als Rarschall zustehenden Ehren und Bezügen in den Ruhestand versetzt wordem Kunst und Wisienschast. Neues vom Film. Der Dozentenführer der Technischer Hochschule Berlin, Professor Dr.-Jng. Willing, hat uns folgende Abhandlung zur Verfügung gestellt, aus der die bedeutende Forschungsarbeit zu erkennen ist, die an den Hochschulen geleistet wird. Nicht immer sind epochemachende Erfindungen auf der systematischen Suche nach einer Lösung für eine bestimmte Problemstellung gemacht worden. Oft haben sie sich gewissermaßen als Nebenprodukt einer auf einen ganz anderen Zweck gerichteten Entwicklung ergeben. So lag es auch bei dem Elektronenmikroskop, das unter dem Schlagwort „Uebermikroskop" in letzter Zeit mit Recht so viel von sich reden gemacht hat. Professor A. Matthias, der sich besonders mit der Blitzforschung befaßt, benötigte für diese Forschung dringend gut arbeitende Elektronenstrahl- Oszillographen. Dabei handelte es sich um Geräte, mit denen man elektrische Vorgänge in allen Einzelheiten aufzeichnen kann, deren Ablauf sich in Bruchteilen von einer Milliontelsekunde vollzieht. Um den Elektronenstrahl-Oszillographen, der noch ungefähr um das Jahr 1927 sehr unvollkommen war, tech-? nisch zu verbesiern, ließ Professor Matthias in dem von ihm geleiteten Hochspannungsinstitut der Technischen Hochschule Berlin eine Anzahl von Studenten unter Führung seines Assistenten Dr. Max Knoll an verschißenen Teilproblemen arbeiten. Bei einem Oszillographen wird in einem Vakuumraum mit einer hohen elektrischen Gleichspannung ein Strahl erzeugt, welcher aus sehr schnell bewegten elektrischen Elementarteilchen, den Elektronen, besteht. Dieser Elektronenstrahl kann durch elektrische und durch magnetische Felder praktisch trägheitslos abgelenkt werden. Dadurch kann er von den zu untersuchenden Vorgängen so beeinflußt werden, daß er bei feinem Auftreffen auf eine ins Vakuum gebrachte photographische Platte auf dieser Kurven beschreibt, welche dem zu untersuchenden Vorgang entsprechen. Es erhob sich die praktische Forderung, diesen Linienzug möglichst scharf zu zeichnen. Wäre er von einem Lichtstrahl erzeugt, wie bei den viel trägeren Oszillographen anderer Bauart, so hätte man den Lichtfleck, dessen Bewegung hier den Strich erzeugt, in bekannter Weise durch eine Glaslinse scharf eingestellt. Gab es nun aber für den Elektronenstrahl etwas, was der Glaslinse für den Lichtstrahl entsprach? Diese Frage mußte bejaht werden. Man hatte gefunden, daß von Gleichstrom durchflossene Spulen, welche so um den Strahl herum gelegt sind, daß die Strahlachse etwa mit der Spulenachse zusammenfiel, auf den Elektronenstrahl eine sammelnde Wirkung ausüben können, welche der lichtbrechenden Wirkung in der Glaslinse entsprach. Wenn auch die physikalische Wirkungsweise in beiden Fällen grundsätzlich verschieden war, so war der Effekt doch derselbe: Die Spule trat an die Stelle der Glaslinse, und man konnte, wie Prof. Dr. Busch, Darmstadt, theoretisch nachgewiesen hatte, auch eine der bekannten Linsenformel entspre- chende Beziehung auf den Elektronenstrahl anwenden. Spiels lebendig. Earl Möller als Regisseur unb Hanns Udo Müller als Dirigent, berde zugleich Bearbeiter von Text unb Musik der Oskar Hagenschen Einrichtung, trafen den schlichten, verallgemeinernden Stil der Oper, deren Musik durch ihre Frische unb edle Haltung das Publikum lebhaft interessierte und überzeugte. Lothar Band. Eine schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften. Im Juni 1941 hat die medizinische Fakultät Basel die Initiative zur Gründung einer schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften ergriffen. Nun hat die Schweizerische Aerztekammer beschlossen, diesen Plan zu fördern. Die Vorbereitungen sind soweit gediehen, daß mit der baldigen Realisierung gerechnet werden kann. Die Aufgaben der Akademie sollen sein: 1. Förderung der wissenschaftlichen Arbeit durch moralische und finanzielle Unterstützung und Anregung von Arbeitsgemeinschaften. 2. Auslese und Förderung des Wissenschaft- lichen Nachwuchses. 3. Zusammenarbeit mit den praktischen Aerzten. 4. Kontakt mit dem Ausland. IhreVcrmählung geben bekannt Karl Trechslcr Gertrud Trechsler geb. Platzke ’tlff" । «8 «»fj Erlas n*. e"* Wer braucht Hilfe bei MWMgs oiüeiten in den Abendsrunden (junger iWann, 27 I.). Sckr. Ang. unt. 0182 a. d. G. A. Voikstümliclie Naturwissenscba'l in retd)oebildeTten, lcichwersländl. Werden und in oerschieoe- nen 'Preislagen dielen unsere Verlagserzeua niste. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimniste des Jlaturgefdiehens und damit durch er« weiterles Wtsten er« höhte jreudc an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte unt*‘Probehefte ter Zeitschrift Freude am Lehen. dugoßermQhier Verlag Berlin-Lichterfelde 9 Januar 1943 ___________________0124/ irefl* r M [ii* indem« itr die chsver« kE usrich* wertet' n, en. 2" iefl^ >r aus ilailsu* Ä Antel' Alt. können, ist mit der Dauer des Krieges gewachsen. Dennoch dürfen diese Anwärter gegenüber den Anwärtern, die während des Krieges ihren Vorbereitungsdienst erfüllen und die Prüfung ablegen konnten, nicht benachteiligt werden. Deshalb können ie nach Ablauf ihrer regelmäßigen Vorbereitungsdienstzeit ohne Prüfung zu außerplanmäßigen Beamten ernannt werden. Der infolge der Heranziehung zum Kriegswehrdienst nicht erfüllte Vorbereitungsdienst wird erlassen. Ausbildung und Prüfung sind im außerplanmäßigen Dienstverhältnis nachzuholen. Sie werden für die heimkehrenden Kriegsteilnehmer besonders geregelt werden. Für zum Kriegswehrdienst einberufene Beamte wird das Besoldungsdienstalter um die Zeit verbessert, um die die Anstellung oder Beförderung durch ver- spätste Zulassung zur Prüfung verzögert worden ist. Der neue Erlaß gilt ab 5. September 1939, jedoch dürfen Mehrzahlungen erst ab 1. Januar 1943 geleistet werden. Mobilisierung aller Kraffreserven. Auf einer Tagung in Weimar richtete der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter S a u ck e l, an die Arbeitseinsatzstäbe die Aufforderung, als Idealisten an ihre Arbeit zu gehen in der Erkenntnis, daß für die Erringung des Sieges jedes persönliche Opfer gebracht werden müsse. Als das oberste Ziel des Arbeitseinsatzes kennzeichnete er die Mobilisierung aller erreichbaren ^eistungsreserven im größten Ausmaß: also Einsatz aller Kraftreserven in der Heimat nach den Grundsätzen des Führers, Mobilisierung aller verfügbaren Kräfte in den besetzten Gebieten wie auch in den verbündeten, befreundeten und neutralen Staaten nach den Prinzipien europäischer Solidarität. Heue stenographische Weltbestleistung. Gießen Lieber Str. 57 Marburger Str. 23 9. Januar 1943 ________________________0125/ Gießen Laodgrafenstrafte 3 1. Z Düsseldorf _________0138/ tur Zeit Oberleutnant bei der Wehrmacht, wies ge- egentlich eines Lehrganges des Reichsverbandes deutscher Pressestenogravhen unb der Deutschen Ztenographenschaft in Bayreuth im Hause der Stenographie neue stenographische Höchstleistungen lach, wie sie bisher unter denselben Bedingungen roch nirgends erzielt worden sind. Er schrieb an kei aufeinanderfolgenden Tagen unter schärfster Kontrolle eines Prüfungsausschusses der Deutschen Iiographen und der Fachgruppe Derhandlungs- ivgraphen der Deutschen Stenographenschaft zehn nuten je 400 Silben, fünf Minuten je 440 Sil- i und drei Minuten je 480 Silben. Alle Ansagen rtrug er in kürzester Zeit einwandfrei. kleine politische Nachrichten. Bie der italienische Wehrmachtbericht vom Freimeldet, warfen viermotorige nordamerikanische dornt)er zahlreiche Sprengbomben auf das Hasen- : ebiet und den Stadtkern von Palermo ab. Zahlreiche Privatgebäude wurden zum Einsturz ebracht. Die bis jetzt unter der Bevölkerung fest- :efteHten Verluste betragen 46 Tote und 262 Der- oumbete. Für die erwiesenen Glückwünsche u. Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken wir herzlichst Gretel Germer Artur Sack G!eßen-Kl.-Linden Heuchelheim Januar 1943 s 0186/ Grundstein durch die ersten Arbeiten des Hoch» spannungsinstitutes geschaffen war, weiter auszubauen und industriell zu verwerten. Das lag wohl daran, daß die Aussichten für eine umfassende Einführung des neuen Prinzips in die Mikroskopie noch sehr fraglich erschienen. Dazu mußte die Aufnahmetechnik noch weiter entwickelt werden. Den Studenten H. O. Müller unb E. Driest wurde von Professor Matthias die Aufgabe gestellt, für zu Durchleuchtende" Objekte geeignete Träger zu suchen. An Stelle der in der Optik verwandten gläsernen Objektträger, die für Elektronenstrahlen nicht tauglich waren, wurden Chit nhäutchen in Erwägung gezogen. Versuche mit Fliegenflügeln, dis in SOOOfacher Vergrößerung viele Einzelheiten er« kennen ließen, führten zu der ärgerlichen Feststes lung, daß sie mit störenden Härchen besetzt waren. Schließlich gelang es aber, auch Institutsfliegen ausfindig zu machen, die feine Haare auf den Flügeln hatten. Späterhin erwiesen sich allerdings Collo- diumhäutchen als geeignetere leicht herzustellende Träger. Noch war es ein ungelöstes Problem, biologische Objekte, die dem Vakuum durch ihren Feuchtigkeitsgehalt schwer standhielten und auch empfindlich gegen die durch den Elektronenaufprall erzeugte Warme waren, im Elektronenmikroskop einwandfrei zu untersuchen. Ausnahmen von organischen Objekten, welche Dr. Marton (Brüssel), aufbauend auf die deutschen Arbeiten, als erster machte, zeigten störende Derbrennungserscheinungen. Zähe Entwicklungsarbeiten zur Vervollkommnung solcher Aufnahmen unternahm bann ein unternehmungslustiger Medizinstudent, Friedrich Krause, an dem inzwischen weiter verbesserten Gerät des Hochspannungsinstituts der Technischen Hochschule Berlin. Er begann dort zunächst während seiner Universitätsferien als Gast zu arbeiten, später setzte er seine Arbeiten als Forschungsstipendiat fort. Nach einer Reihe arbeitstechnischer Verbesserungen unb Verfeinerungen gelangen ihm über» raschend schöne Aufnahmen von verschiedensten biologischen Objekten, die größtes Aufsehen in naturwissenschaftlichen unb medizinischen Kreisen erregten. Besonders galt das von feinen wohlgelungenen Bakterienaufnahmen, wenn sich auch nachher her» ausstellte, daß inzwischen auch Morton ähnliche Aufnahmen, zwar mit geringerer Vergrößerung, erhalten hatte. Nun endlich war der Boden für eine großzügige industrielle Weiterentwicklung genügend vorbereitet. Die Firma Siemens unb Halske gründete 1937 eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung, mit deren Leitung sie E. Ruska und B. von Borries beauftragte. Die AEG., die inzwischen st"tiq auf dem von ihr eingeschlagenen Wege des Emissionsmikroskopes mit mäßigen Vergrößerungen weitergearbeitet hatte, ging zur Entwicklung von stärker vergrößernden Durchleuchtungsmikroskopen über. Als weitere Ent- wicklungsstätten ist noch das bekannte Laboratorium des Barons von Ardenne zu nennen, dos ebenfalls auf dem Gebiete hes Elektronenmikroskops tätig ist. Diese Stellen haben in den letzten Jahren mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln an der Weiterentwicklung des Elektronenmikroskops gearbeitet unb dabei hervorragende Fortschritte erzielt, und das Elektronenmikroskop zu einem u n - entbehrlichen Werkzeug dermodernen wissenschaftlichen Forschung gemacht. Dieser geschichtliche Rückblick über die Entstehungsgeschichte des Uebermikroskons — das. nebenbei bemerkt, sehr oft als reine Industrieersindung bezeichnet wird — zeigt, daß die oft geäußerte Ansicht, Erfindungen werden jetzt nur noch in den Industne- laboratorien getätiat, falsch ist. D'e grundlegenden Forschungen für alle Erfindungen bilden auch heute noch die oft an den Hochschulinstitutpn aeleisteten Arbeiten. Es ist felbstverstänblich. baß bann diele Erfindungen meistens von der Inbuttrie vervollkommnet und fabrikationsreif entwickelt werden. Es erscheint auch erklärlich, daß dann in der Dcffent« lichkeit viel leichter die Firma, die die fabrikationsreife Erfindung auf den Markt bringt, auch als der Erfinder des betreffenden Gerätes bekannt wird. Das Elektronenmikroskop ist hierfür der beste Beweis, zeigt aber auch gleichzeitig, welcher gewal- tigen Leistungen die deutsche Wissenschaft durch ihre Zusammenarbeit mit der Industrie fähig ist. Haupychnftleiter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet hauvtichristleiters: Ernst Alumschcin. Berantwortlich ftit Politik unb Bilder: Dr. yr. W. Lange: für vas Feuilleton: Dr. Hans Thlirrot; lür Stadl Gienen, Provinr, Wirtschaft und Spart: Ernst Blum>chetn. Truck und Verlag: Lrühliche Univeriirätsdmüerei R. Lange Sl. G. BerlagSleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann- An'e urn. um 15%Uhr statt. 0189 VERLANGEN SIE ES IM FACHGESCHÄFT] | Kaufgesuche | s E2 Besser für Dich — besser für alle! 85 D Statt Karten! Danksagung. s o Ober-Hörgern, Muschenheim, den 8. Jan. 1948. Q ff» AM-D-LAMPE MIT DER DOPPELW^ ■ sucht. [0170 die Neue Apotheke. 77D |Wohnungstau8ch| 10, Deutsche Frauen und Mädel! Helft mit! io, LICHTSPl KL-TH LATER G DEUTSCHEN REICHSPOSTI T16L 2.30, 4.45, 7.30; So. 2.00, 4.30,7.30 Dür 76D OSRAM-LAMPEN p HT Tabelle Alter Friedhof. Walther,- 11.15 KG. Kavelle Wetzlarer Weg Schänd; 11‘.15 KG. R. Seibel, Ludwigsvl. 13j 11. Stock. 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Für den Außendienst wird schmucke Dienstkleidung gestellt. Ihr könnt zur Aushilfsbeschäftigung (auch tage- und stundenweise) im Angestellten- oder Arbeiterverhältnis oder zur Dauerbeschäftigung mit Aussicht auf Berufung in das Beamtenverhältnis (Aufstieg bis zur Oberpostsekretärin) eingestellt werden. Tarifmäßige Vergütung auch während der Ausbildung. Merkblätter mit genauen Bedingungen erhaltet Ihr bei jedem Postamt. 3828v Deutsche Frauen und Mäde'l Meldet Euch zur Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, heute nachmittag unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin FrauMarthaEiser, geb.Görlach nach langem Kranksein, im 32. Lebensjahre, zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen. Für die Anteilnahme an dem überaus schmerzlichen Verlust, den xffir durch den plötzlichen Tod meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Elisabethe Wieth - geb. Eisenkrämer erlitten haben, sagen wir auf diesem Wege allen, die unseren großen Schmerz zu lindern suchten, herzlichen Dank. In tiefer Trauer: Wilhelm Wieth nebst Kindern und allen Angehörigen. Gießen (Kaplansgasse 10), 9. Januar 1943. _________________________________________________0169 Saub., anständ., verwitw. Dame, m. 1 Kind, sucht 2-3-3«- MlWg oi83 Angeb. an SchuhhausDivv, Giehen. 2-3'3immer- MlUW v. älterer Person gesucht. Schriftl. Ang. unt. 0174 an d. Gieh. Anz. Nachdem es Gott dem Allmächtigen gefallen hat,'verschied nach einem arbeitsreichen Leben am 7. 1. 1943 unser lieber Vater, Schwager, Onkel und Pate der langjährige Guts verwaltet vonHof Schmitt e Ludwig Dudenhöfer IV. im 83. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Schäfer Familie Karl Schäfer Rodheim (Hof Schmitte), Marburg, Roßbach, 9. Januar 1943. Beerdigung Sonntag, 10. Januar, 14% Uhr, von Hof Schmitte aus. 69D SZimmer nnd Küche zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0129 an den Gieh. Anz. 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November erlittenen schweren Verwundung, im Alter von 21 Jahren, auf dem Hauptverbandplatz den Heldentod gestorben ist. Auf dem Heldenfriedhof Nikolskoje bei Rschew fand er seine letzte Ruhe. In tiefer Trauer: Wilhelm Bechthold u. Frau Helene, geb. Koob, nebst allen Angehörigen. Launsbach, Heuchelheim, Kinzenbach, Wißmar und im Felde, den 9. Jan.1943. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, 10. Jari., | Verschiedenes! Flickerin gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0107- an den Gieh. Anz. Für älteren Gärtner MM Ws gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 0166 an d. Gieh. Anz. Rriofmarkon-AllCefaMlIllH am Sonntag, dem 10. Januar 1943,1m „Burghof“ von 1Obis16Uhr AMD WWW W MGiI ■■ m V V | | 11 Verkauf der Sondermarke zum Tag der Briefmarke ** und Vermittlung von Sonderstempeln-Eintritt so Rpt. KdF.-Sammler-Gemeinschaft Ortsgruppen Gießen Für die in so reichem Maße erwiesene herzliche Teilnahme, sowie für die Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Becker beim Heimgange meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Louis Schön sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Clara Schön, geb. Sommer. Gießen (Diezstr. 10), im Januar 1943. [0118 Nachhilfe für Jungen der IV. Klasse in Latein nnd Mathematik gesucht, auch zur Ueberwachung d.Hausaufgaben. Schriftl. Angeb. unter 0188 an den Gieh. Anz. Neue, blaue SMUsWe Gr.37,m. mittelhohem Absatz, gegen Gröbe 38 zu lauschen. Schriftl. Angeb. unter 0139 an den Gieh. Anz. Reiben Sie Ihren Schinken ein zur Schlachtezeit und wenn die Fliegen brummen mit Witkop’s. Bamenit — das vollkommene, unbedingt sichere, garantiert reine Schinkenschutzmittel, hält Fliegen, Würmer und Maden fern und schützt so Ihre Hausschlachtung (Schinken, Speck und Wurst) vor dem Verderb. 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Damit mußten wir rechnen. Wir mußten auch Meterstäbe mitbringen und hatten oft Gewichtssteine in den Hosentaschen. Der Lehrer erreichte voll und ganz, was er wollte: Wir wurden ins praktische Leben eingeführt. Nachdem wir nun so einigermaßen einen Ueberblick über Gewichte, Maße usw. hatten, ersch en er aber eines Tages und sagte: „Jetzt wollen wir einmal sehen, was ihr verstanden habt. Ich habe hier verschiedene Holzstäbe. Nun sollt ihr mir sagen, wie lang diese Dinger sind." Dann kam er mit einigen Steinen, gab sie uns in die Hand, und wir sollten feststellen, wir schwer sie waren ... Kurz und gut, wir lernten nun das Schätzen. Nach einigen Wochen war kein Gegenstand im Schulsaal, den wir nicht fachmännisch nach allen Seiten auf Größe, Breite, Tiefe und Gewicht geschätzt hätten. Es waren lebendige Rechenstunden damals ... Diese Schulzeit fiel mir dieser Tage wieder ein, als meine Frau mir vier Zigarren auf den Schreibtisch legte, und sagte: „Das habe ich beim Suchen deiner Handschuhe gefunden. Ich glaube, daß du das wohl zu schätzen weißt!" Ja, wahrhaftig, das wußte ich zu schätzen! Es waren vier Glirnrnstengel, noch aus der Zeit vor dem Krieg, meine Lieblings- forte. Wie kamen sie in die Schublade mit den Handschuhen? Das ist schnell erklärt. Wenn der Geburtstag des Hausherrn sich nähert, und wenn er Raucher ist, dann beginnt die Frau, so nach und nach eine Anzahl feiner Lieblingszigarren zu kaufen (oder im Vertrauen: sie nimmt sie einfach aus seinem Kistchen!) und sie vorläufig zu verstecken. Dabei waren also die vier Zigarren übersehen worden. In normalen Zeiten hätte sich kein Mensch darüber aufgeregt. SIbler jetzt weiß man so etwas zu schätzen. Ohne Metermaß und ohne Gewichtssteine! So abwechslungsreich ist unsere Muttersprache. Wir schätzen irgendeinen Gegenstand nach Größe und Gewicht. Wir schätzen aber auch eine Sache, die einen gewissen Seltenheitswert hat. Und meine Gedanken gingen weiter. Bor langer Zeit hatte sich mein Freund ein Paar sehr starke Wanderschuhe gekauft. Aber sie waren ihm zu schwer. Er trug sie einige Mal, dann stellte er sie zurück. Jetzt — nach drei' Jahren Krieg — holt er sie hervor und weiß sie zu schätzen. Er versteht nicht, daß sie ihm einmal nicht gefallen haben. So geht es weiter, und es will mir scheinen, daß in diesen Kriegszeiten viele Menschen einmal eine Ahnung davon bekommen, wie wertvoll irgendeine Sache sein kann. Alles dies geht einem durch den Sinn, wenn man das Wort „schätzen" hört. Und ich freue mich mit jedem Volksgenossen, der noch etwas findet, das er früher gleichgültig wegstellte, nun aber neu entdeckt und schön anwenden kann. Es ist sicher kein Schaden, wenn wir einmal in diesem Sinn erzogen werden. Wir sollen alle Gaben, die uns Natur und Menschenarbeit barbieten, mit Dank und Freude ent- fiegennebmen, und besonders dann, wenn wir einmal Glück haben und eine Seltenheit zu uns kommt, die wir lange entbehren mußten, die wir jetzt aber wohl zu schätzen wissen. —h. Mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Der Leutnant Wilhelm Paul aus Trohe, Sohn des dortigen Lehrers Paul, wurde für feinen besonderen Einsatz bei den Kämpfen im Osten mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Leutnant Paul wurde am 28. Juni 1921 in Geilshausen (Kreis Gießen) als Sohn des Lehrers Paul ;iboren und kam, als fein Vater nach Trohe versetz! wurde, dorthin. Nach dem Besuch der Volksschulen in Geilshausen und Trohe kam er zum Gymnasium in Gießen, wo er die Reifeprüfung nblegte. Im Dezember 1939 trat er als Offizier- cmWörter bei der Wehrmacht ein. Er machte den Feldzug in Frankreich mit. wurde dann Offizier und tämpff feit Beginn des Ostfell>,zugs gegen die Sowjets. Ende 1941 wurde er durch die Verleihung der beiden Eisernen Kreuze ausgezeichnet, denen im De, zember 1942 das Deutsche Kreuz in Gold folgte. Leutnant Paul hat bisher 17 feindliche Panzer ab- geschosfen. AUF MÖNCKEBERG ist det "Teufel los. ROMAN VON OLAF BO UTE RWE CK ! EO Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ■ Otto öffnete die Haustür und ließ den beiden Beamten höflich den Vortritt. Sie kamen in einen kleinen Dorraum und betraten bann eine geräumige Halle, die fast das jan,5e Erdgeschoß des Hauses einnahm. Diese Halle schien zugleich Wohnzimmer, Arbeitsraum und Bibliothek zu sein, wie die harmonische Austeilung inb geschmackvolle Einrichtung des Rcmmes erken- ien ließ. Im Hintergründe führte eine breite Eichen- :reppe mit geschnitztem Geländer in das obere Stockwerk hinauf. Otto zeigte auf einige begueme Sessel, die um einen runden Tisch gruppiert waren. „Bitte, nehmen Sie Platz, meine Herren. Ich itehe sofort zu Ihrer Verfügung, ich will mich nur uft ein wenig anziehen!" Otto wollte sich entfernen, aber Raucheisen hielt ihn mit einer Handbewegung zurück: „Nicht nötig! Bleiben Sie, bitte, hier; denn wir laben sehr wenig Zeit. Unsertwegen brauchen Sie virklich keine Umstände zu machen, und außerdem s.nbe ich Ihren roten Baderkanftl sehr hübsch." Otto wandte sich mit einem Ruck zu dem Korn- nirfar herum. Da er nicht nur sehr eitel, sondern ’ infolge seines entstellten Gesichts auch au^erordent- 14) empfindlich war, starrte er Raureifen miß- trauifd) an, um fest zustellen, ob dessen Bemerkung ehrlich oder spöttisch gemeint war. Aber Raucheisen zeigte ein freundliches Lächeln; ton Spott war in seinem Gesicht keine Spur zu faiben. Beruhigt nahm Otto dem Kommissar gegenüber , Hlatz, während der Schäferhund sich zu fernen ^ußen niederließ. Briefmarken als Künder -er Zeitgeschichte. Vor 91 Jahren die ersten Briefmarken in Gießen. Der „Tag ber Briefmarke" am morgigen Sonntag lenkt bie Aufmerksamkeit wieder einmal besonders auf bie vielfältigen Arten von Postwertzeichen, bie w.r im Laufe ber Jahrzehnte, unb namentlich in ben beiben letzten Dezennien, bei bem Versand unserer Postsachen kennengelernt haben. Die zünftigen Briefmarkensammler kennen barüber hinaus noch bie befonberen Leckerbissen ber Philatelie, bie jeboch ben breiten Weg in bie Dolksmassen nicht gegangen finb. Die erste beutsche Briefmarke erschien vor noch nicht ganz hunbert Jahren, nämlich am 1. November 1849; ihr Herausgeber war Bayern. Im folgenben Jahre (1850) schlossen sich Preußen unb Sachsen mit je einer Marke an: Preußen mit ber 4-Pfenning- Marke mit bem Kopf Friebrich Wilhelms IV7., Sachsen mit ber Marke zu 3 Pfennige, ber allbekannten „Dreiersachsen". Bis zur Grünbung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 gaben noch einzelne deutsche Staaten Marken heraus, soweit nicht die Thum- unb Taxissche Post in ihrem vorwiegend west- unb nordbeutschen Bezirken bas Postregal unb barmt das Recht der Markenausgabe besaß. Von 1871 bis 1919 waren neben ben von Bayern und Württemberg bechehaltenen Briefmarken bie von der Reichspoftverwaltung ausgegebenen Marken nur auf wenige Sortiments beschränkt. In ber Hauptsache zeigten bie Marken ber Reichspost bas Bilb ber Germania, an bas sich neben ben Briefmarkensammlern bie älteren Volksgenossen noch erinnern werden. Für bie beutschen Kolonien unb den lleben seebienst ber Post waren besondere Marken in Geltung, von denen namentlich bie Marokko-, Levante- unb China-Marken bekanntgeworben sind. * Nach 1919 wurde bas Bilb ber beutschen Briefmarken erheblich aufgelockert. Eine große Vielfältigkeit brachten zunächst die Jnflationsjahre, benn wie auf bem Gebiete bes Gelbwesens so trat auch bei ben Postwertzeichen eine außerorbentlich starke Umkehrung aller Wertbegriffe ein. Anfangs erlebten wir Markenwerte von 100 Mk., 500 Mk., 1000 Mk. usw., schließlich sogar bis zu 100 000 Mk. Balb genügten auch biefe Werte ben Erforbernissen nicht mehr, so baß bie Reichspost schließlich in immer kürzeren Zeitabstänben neue Marken mit Preis- überbruef herausgeben mußte, wobei sich schließlich sogar Millionen- unb Milliarbenrverie für eine einzige Briefmarke ergaben. Bei diesen Markensortimenten traten zum Teil Silber geschichtlich be- beutenber Orte in Erscheinung, so z. P. von ber Wartburg unb vom Kölner Dom. Nach bem Abschluß ber Jnflationsausgabem kamen im Jahre 1924 bie ersten Briefmarken mit Kopfbildern heraus, zunächst bie Postwertzeichen mit bem Bild bes großen Organisators bes beutschen Postbienstes, bes Generalpostmeisters unb Staatsministers Heinrich von Stephan, benen im gleichen Jahre Briefmarken mit Stäbtebilbern unb Abbilbungen historischer Bauten folgten. Im Jahre 1924 unb bann alljährlich wurden bie Sonber- marten zugunsten ber beutschen Nothilfe ausgegeben, bie im Jahre 1936 burch bie Sondermarken zugunsten bes Winterhilfswerkes bes beutschen Volkes abgelöst würben. Von 1926 ab erschienen weitere Briefmarken mit Köpfen großer beutscher Männer, u. a. Friebrich ber Große, Goethe, Schiller, Kant, Beethoven, Lessing, Leibniz, Bach, Dürer. Als Wohltätigkeitsausgabe erschien im Jahre 1927 bie erste Marke mit bem Kopf bes Reichspräsidenten von Hinbenburg. Im gleichen Jahre erschien ferner bie Marke zur Flugpostausgabe für „Graf Zeppelin, LZ 127", bie im Jahre 1931 eine Ergänzung erfuhr. Künstlerische Gestattung des Markenbildes. Seit ber Machtübernahme burch ben Führer ist auch auf bem Gebiete ber Briefmarken eine vielseitige Ausgestaltung unb künstlerische Belebung ber Bllbfolgen zu verzeichnen. Im April 1933 kamen bie Marken zum „Tag von Potsdam" (21. März) heraus. Daneben erschienen zugunsten ber beutschen Nothilfe bie Sonbermarken mit Bilbmotiven^ aus bem Schaffen Richard Wagners, des größten dramatischen Komponisten bes 19. Jahrhundert, ferner die Wohltätiakeitsmarken zum zehnjährigen Bestehen der deutschen Nothilfe. „Sie wissen ja bereits, um was es sich handelt", leitete Raucheisen bas Verhör ein, indem er Brandstetter einen Wink gab, sich für bas Protokoll fertigzumachen. „Das muß ein Irrtum sein", erklärte Otto achselzuckend. „Ich weiß gar nichts, Herr ... Wünschen Sie übrigens, daß ich Sie mit Ihrem beruflichen ober mit Ihrem akademischen Titel anrede?" Rauchersen mußte unwillkürlich lächeln. „Das ist doch vollkommen unwichttg ... Uebrigens bin ich hier im Dienst, und dabei spielen etwaige außerberufliche Titel keine Rolle. — Sie müssen sich doch erinnern, daß ich heute nacht mit Ihnen telephoniert habe!" Otto fuhr mit ber rechten Hand einige Male heftig durch ferne Künstlermähne. „Ja, darauf besinne ich mich dunkel. Allerdings kann ich nicht mehr sagen, worüber wir eigentlich gesprochen haben. — Entschuldigen Sie, Herr Kommissar, aber ich war gestern abend nicht im vollen Besitz meiner geistigen Kraft! Wie sagt Wilhelm Busch in der .Fromm m Helene'? ,Es ist ein Brauch von alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör'!" „Worin bestehen denn Ihre Sorgen?" fragte Raucheisen teilnahmsvoll und mit freundlichem Lächeln. „Bedarf es wirklich dieser Fraae?" fronte Otto vorw urisvoll rurück. „Ach entschuld'gen Bie, Herr Komm'Isar, Sie können natürlich nicht wissen, daß diele Norden, die ich vor drei Jahren bei einem Au hz Unfall erhielt, meine gante Zukunft zerstört haben, krch war früher Schaufp'eler, war sogar an ersten Bühnen für tragende Rollen vervftichftt, und nun ... bin ich nichts weiter als ein häßlicher Kin- derschreck! Wenn ich nur in den Spiegel schaue, konnte ich mit Faust ausruftn: .Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an!' Unb dann — dann mach ich's wie die .Fromme Helene'!" .Nun. S'e haben fa hier bei Herrn Holm — als besten Gehilfe unb Mitarbeiter? — .einen sehr schönen unb anscheinend auch sehr angenehmen Wir- Das Jahr 1934 brachte Marken mit dem Hindenburg-Medaillon, ferner bie Luftpoftmarken, burch bie das Interesse an ber Fliegerei und der Wille zur deutschen Geltung in der Luftfahrt stark gefördert wurden. In jenem Jahre erfuhren unsere Briefmarken eine erfreuliche Bereicherung durch eine Reihe von Gedenkausgaben; hier seien besonders erwähnt die vier Erinnerungsmarken mit Bildnissen deutscher Kolonial-Pioniere anläßlich ber Kolonial-Gedenkfeier (Franz A. E. Lüberitz, Gustav Nachttgal, Karl Peters, Hermann von Wißmann), ferner bie Marken zur bevorstehenben Saar-Abstimmung, bie mit Trauerranb versehenen Hinben- burg-Marken zum Tode des Reichspräsidenten, die Marken zum 6. Reichsparteitag 1934 unb bie Ge- benkmarken zum 175. Geburtstag Schillers. Ferner brachte bas Jahr 1934 eine Folge von Dienstmarken mit bem von einem Lorbeerkranz umrahmten Hakenkreuz in ber Mitte unb bie Wohltätigkeitsmarken zugunsten ber Nothilfe mit Brustbildern aus deutschen Berufsständen (Kaufmann, Schmied, Maurer, Bergmann, Baumeister, Landmann, Wissenschaftler, Künstler unb Richter). Äm Jahre 1935 erschienen im Januar zunächst die Erinnerungsmarken an ben Abstimmungssieg im Saargebiet, Mitte März folgten die Marken zum Heldengedenktag, im April die Marken zum Berufswettkampf der Hitler-Jugend, im Jull die Marken zum Welttreffen ber Hitler-Jugenb, im September die Marken zum 7. Reichsparteitag 1935 und im November die Marken zum Gedenken an ben 9. November 1923. Daneben bereicherte jenes Jahr bie Markenfolge durch die Marken zur Bach-Händel-Schütz-Feier mit ben Kopfbildern der Komponisten Heinrich Schütz, I. S- Bach und Georg Fr. Händel und außerdem noch durch die Marken zur Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahn, auf denen man bie erste beutsche Lokomotive vor dem ersten Eifenbahnzug und als interessante Gegenstücke eine moderne O-Zug-Lokomotive und eine Stromlinien-Lokomottoe erblickte. Die Wohltätigkeitsmarken zugunsten der deutschen Nothilfe zeigten Trachtenbilder aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, bie einen interessanten Ausschnitt aus deutschem Volksgut brachten. Schließlich seien hier noch die Ostropa-Marken zu der 1935 in Königsberg in Preußen veranstalteten Briefmarkenausstellung erwähnt, die schöne Bilder von ostpreußischen Schlossern und Gedenkstätten zeigten. Im Jahre 1936 verausgabte die Reichspost anläßlich der XL Olympischen Spiece 1936 zwei Serien Erinnerungsmarken, deren Bilder verschiedenste sportliche Motive zeigten. Außerdem kamen mehrere Olympia-Gedenkmarken-Blocks zur Ausgabe, daneben noch eine Sondermarke Zum Kampf um das „Braune Band von Deutschland". Die Wohltätigkeitsmarken zugunsten des Winterhilfswerks des deutschen Volkes zeigten schöne Abbildungen von verschiedenen Strecken der Reichsautobahn und Bilder repräsentativer Bauten des Dritten Reiches (Reichsluftfahrtministerium, Ehrenhalle im Luitpold- hain auf dem Reichsparteitaggelände in Nürnberg, Deutschlandhalle in Berlin, Führerhaus in München unb bas Haus ber Deutschen Kunst in München). Ein besonderes Ereignis des Jahres 1937 war die erstmalige Ausgabe einer Briefmarke mit dem Bild bes Führers, bie am 5. April zum 48. Geburtstag des Führers als Wohltätigkeitsausgabe für kulturelle Zwecke erschien. Es handelte sich um einen Sonberbogen (Kaufpreis 1 RM.) zu vier Marken, Wertstufe 6 Rpf., Herftellungszuschlag 1 Rpf., Zuschlag 75 Rpf, der einem Fonbs zur Erfüllung wich- tiger kultureller Zwecke diente. Der Sonderbogen trug ben Ausspruch bes Führers: „Wer ein Volk retten will, kann nur heroisch benfen". Der Führer hatte es vorher stets abgelehnt, fein Bilb für Briefmarken zur Verfügung zu stellen, wenn nicht ba« mit ein besonders wichtiger nationalpolitischer Zweck erfüllt werden könnte. Als sich im Juli 1936 die Notwendigkeit ergab, neue Mittel für wichtige kulturelle Zwecke zu schaffen, gab ber Führer im Hinblick darauf seine Zustimmung zu der Herausgabe der Sonberbriefmarke mit seinem Bilde. Ferner brachte das Jahr 1937 Gedenkmarken zum zehnjährigen Bestehen der Deutschen Lufthansa, zur Autoausstettung (mit Kopfbildern von Carl Benz und Gottfried Daimler) in Berlin, zum ersten Nordamerika-Flug des LZ 129 (Zeppelin-Luftschiff ,Hindenburg"), die Guericke-Marke, die Marken zum VI. Internationalen Gemeindekongreß in Berlin, zum Weltkongreß für Freizeit unb Erholung in Hamburg, zum 8. Reichsparteitag unb eine Werbeausgabe für den Luftschutz. Als Gelegenheitsausgabe kamen aus Anlaß der Driefmarkenausstellung im April „Die beutsche Briefmarke — Nationale Ausstellung", ferner im August die Sondermarke zum Kampf um das „Braune Band von Deutsch- Ritterkreuzträger spricht in Gießen. Wie in allen größeren Städten des Gaues findet auch in Gießen am Sonntag, 17. Januar, um 20 Uhr, in der Aula der Universität eine Kundgebung der Kreisleitung Wetterau statt. Es spricht Ritterkreuzträger Major Dr. Otto M e i n e r s über den heldenhaften Einsatz unserer tapferen Infanterie. * Ritterkreuzträger Major Dr. Otto M e i n e r s wurde am 24. Januar 1896 als Sohn eines Kauf- mans in Osnabrück geboren. Am 13. August 1914 trat er als Kriegsfreiwilliger ein unb rückte am 9. Oktober 1914 zum JR. 78 ins Felb. Bereits am 17. November 1914 erwarb er sich vor Ppern das E. K. II^Klasse. Am 31. März 1915 würbe er verwunbet Und am 2. September 1915 zum Leutnant b. R. beförbert. Im November 1915 kehrte er zu seinem alten Regiment zurück unb nahm mit ihm an allen Kämpfen unb Schlachten teil, bie bas Regiment im Osten unb Westen zu bestehen hatte. Mit seinem MG.-Zuge hielt er am 24. Juli 1916 einen russischen Durchbruch auf unb erhielt bafür bas E. K. I. Klasse für bie Abwehr russischer Angriffe in ber Brussilow-Offensive tas österreichische Militärverdienstkreuz III. Klasse mit ber Kriegs- bekoration. Für bie Durchbrechung einer englischen Artillerieschutzstellung im Westen unb bie Eroberung einer englischen Batterie erhielt er ben Haus- orben von Hohenzollern. Nach bem Kriege ftubierte er in Göttingen Rechtswissenschaft, war als Referendar in Zellerfeld, Osnabrück unb Celle tätig unb wirkte bann als Rechtsanwalt am Oberlandesgericht und feit 1929 als Notar in Celle. Nach mehreren Uebungen wurde er am 1. 1. 1936 als Oberleutnant in die neue Wehrmacht übernommen. Seine Beförderung zum Major b. R. erfolgte im August 1941. kungskreis gefunden", tröstete ihn Raucheisen. „Oder haben Sie hier über irgend etwas zu klagen?" „Im Gegenteil, Herr Kommissar!" „Na also! Doch kommen wir zur Sache: Sie kennen ja wahrscheinlich Professor Beierfeld ..." „Ja, Herr Holm hat einen Onkel dieses Namens. Wenn Sie —" „Herr Holm hatte einen Onkel! Denn ber Professor ist heute nacht in seiner Villa erschossen worben!" Otto fuhr mit einem erstickten Schrei hoch, so daß der Schäferhund erschreckt auffprgng und in wütendes Gebell ausbrach. Otto streichelte mechanisch den Kopf des Hundes unb murmelte geistesabwesend: „Ruhig, Fox! Sei brav!" Dann wandte er sein Gesicht, bas in diesem Augenblick noch starrer und fratzenhafter.wirkte, dem Kommissar zu. Er stützte sich dabei mit ber linken Hand schwer auf den Tisch, während seine Nichte, die ben Kopf bes Hunbes streichelte, ein wenig zitterte. „Wer — wer hat Professor Beierfelb erschossen?" flüsterte er hastig, und in seinen Augen mürbe eine jähe Angst sichtbar. .Wahrscheinlich fürchtete er, jetzt einen ganz bestimmten Namen hören zu müssen. „Eben deshalb bin ich hier", antwortete Raucheisen ausweichend, „unb ich muß Sie bitten, mir »inirr» 5^-wen wahrheitsgemäß zu beantworten. — Zunächst Ihre Personalien: Ihr Name?" £)Mo ließ sich schweratmend in den Sessel fallen. „Otto", murmelte er gepreßt. „Nun ja, aber Ihr Familienname!?" „Mein Familienname ist ia Otto! Ich heiße Otto Franz Auguft Dt^o! — Mein ehemaliger Schau- fpielerntme Otto Otto war durchaus kein Pseudonym, wie man allgemein annahm, sondern mein richtiger bürgerlicher Name!" Raucheisen wandte sich seitwärts zu Brandstetter unb diktierte ihm: . „Otto Fran^ August Otto. Beruf: früher Schau- fpreler: setzt — äh — nun, was schreiben mir da, Herr Otto?" Als Kompaniechef ber 4. MGK. Inf.-Regt. 73 nahm er am Polenfeldzug teil und hatte an dem Kampf um das Kafernenoiertel Warschaus wesentlichen Anteil. Am 2. Oktober 1939 erhielt er die Spange zum E. K. II. Klasse. Im Westfeldzug war er zunächst im Stabe des Jnf.--Regts. 73, bann nahm er als Bataillonsführer bes I./Jnf.-Regts. 73 an ben Kämpfen in Belgien, dem Einzug in Paris unb bem Vormarsch zur Loire teil. Im Juni 1940 geleitete er die Waffenstillstanbskommission von ber Front nach Paris. 2lm 11. Juni 1940 erhielt er die Spange zum E. K. I. Klasse. Nachdem er 1940/41 Kommandeur eines Inf.- E.-Batls. in Celle war, kam er im September 1941 als Dataillonskommandeur zur Ostfront. Er nahm an ber Schlacht bei Kiew, an bem Vormarsch zum Donez und den Abwehrschlachten im Bereich des Donez teil, wobei er den ihm zugewitzsenen Stützpunkt heldenhaft verteidigte, obwohl er mit feinem Bataillon im Januar fünf Tage lang eingeschlossen war. Dabei zog er sich Verletzungen zu, die ihn zwangen, das Lazarett aufzusuchen. Sein tapferer Einsatz ist mit dem Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worben. Major Dr. Meiners hat vom November 1941 bis zum Januar hinein mit feinem Bataillon in der vordersten Sicherungslinie fast täglich mehrmals starke Angriffe, die die Sowjets oft in Stärke eines Regiments gegen den Stützpunkt vortrugen, erfolgreich in Abwehr und Gegenstoß zurückgewiesen. In feiner Division als „der ruhende Pol auf dem Schlachtfeld" bekannt, hat er sich immer wieder durch seine energische mitteißende Persönlichkeit unb seine durch nichts zu erschütternbe Zähigkeit als ein wahrer Vorkämpfer seiner Mannschaft ausgezeichnet. Otto richtete sich auf und strich gewohnheits« mäßig seine Künstlermähne zurecht: „In erster Linie bin ich hier Herrn Holms Sekretär!" „Schön — also schreiben Sie, Brandstetter: ,Jetzt als Sekretär und Gehilfe bei Herrn Axel Holm tätig'." Nachdem Otto auch noch seinen Geburtstag angegeben hatte, fuhr Raucheisen fort: .Herr Holm ist also gestern abend in seinem Wagen nach Berlin gefahren ...! Um welche Zeit war das?" „Gestern abend kurz vor acht Uhr." „Verfolgte Herr Holm mit dieser Fahrt einen bestimmten Zweck? Hatte er ein gewisses Ziel?" „Nein — hm, ja. Das heißt, er sagte, er brauche einige Anregung und wolle einige Studien machen." „Sagte Herr Holm, daß er die Nacht über fort» bleiben wolle ober mürbe?" „Nein", kam zögernd die Antwort. „Hat Herr Holm irgendwelches Gepäck mitgenommen?" „Das weiß ich nicht genau, Herr Kommissar. Zufällig sah ich, daß er einen kleinen Handkoffer ins Auto warf; aber diesen Koffer hatte er selbst gepackt, und ich weiß daher nicht, was darin war." „Aber Sie wissen wahrscheinlich, wo Herr Holm jetzt zu erreichen ist?" Otto wandte das Gesicht zur Seite und überlegte eine Augenblick. „Nein!" erklärte er bann fest. „Blieb Herr Holm in der letzten Zeit schon öfter über Nacht fort?" , „Im allgemeinen nicht, Herr Kommissar", anfc wartete Otto ausweichend. „Allerdings hatte Herr Holm in der letzten Zeit wiederholt berufliche Besprechungen in Berlin, die sich manchmal bis spät in die Nacht hinzogen. Dann kam es hin und wieder vor, daß. er es vorzog, in einem Hotel zu übernachten unb erst am nächsten Morgen zurückzukehren." • (Fortsetzung folgt.) 3106P B AR Z N EI M ITTEL laufen am 18. d. M. an. 74D leseA Sehre bmaschlnen Ankauf und Reparatur Franz Vogt L Co., GleBan GoethestraBe 32 - Ruf 2464 MeineAnzeigen m Atestener Anzeiger werden von tauienben beamtet und aeleieu.