* Donnerstag, 8. April M3 Gießener Anzeiger und feige antreffen! Denn wir alle wissen: Das heute als Aberwitz seiner fahrenden Politiker bewahren keine Feigen! Und die Zukunft gehört nur dem Mutigen allein! Adolf Hitler. Bisher 25834000 BRT. versenkt Das Eichenlaub für Großadmiral Dönitz e r, Es mögen Zeiten kommen, die ernst sind. Sie werden uns niemals schwankend, niemals mutlos ,eudeM 30 Uhr <2 Wb lum en tfinW litif uni Örn;, liein. I Re 8.8. ms M eine „alte Garde" von Kommandanten und Mannschaften heranzuziehen, auf die. er sich verlassen konnte. Die Aufgabe der U-Bootwaffe hatte seither ein doppeltes Gesicht: einmal ständig den Feind anzugreifen, sowie über den unmittelbaren Angriff hinaus seine Kräfte aufzusplittern und zugleich zu binden. Immer neue U-Boote wurden in Dienst gestellt, immer neue Offiziere und Mannschaften mußten zur Verfügung stehen. Neben der U-Boot-Krieg- führung als solcher lief die Vermehrung, selbstverständlich auch die technische Verbesserung der U- Bootwaffe einher. Dönitz hatte die Doppelaufgabe des operattoen Einsatzes und des Aufbaues in der Heimat zu lösen. Dabei ging Dönitz von einem Grundaedanken aus, der über die U-Boot-Kriegführung von 1914/18 weit hinausführte. Er formulierte seinen Leitgedanken selbst mit den Worten: „Die Massierung der Dampfer im Geleitzug muß mit der Massierung der 11= Boote am Geleitzug beantwortet werden." Das war der Anfang der seither viel genannten „Rudeltakttk". Um das Verdienst dieser neuen U-Boot-Kriegfüh- rung voll zu würdigen, muß festgehalten werden, daß das von den Engländern im ersten Weltkrieg wieder eingeführte Geleitzugsystem damals ein Erfolg gewesen ist. Die Sicherungen des Geleitzugsystems von 1914/18 schienen so ausreichend zu sein, daß die englische Admiralität an eine neue durch schlagende Bedrohung ihrer Handelsschiffahrt durch die U-Boote nicht glaubte, heute ist es zu einer Krise des Geleitzugsystsms gekommen, deren hervorragendstes Merkmal die immer wieder abgewandelten Vorschläge sind, Frachtschiffe zu bauen, die schneller als die U-Boote sind, während die meisten Geleitzugfrachter in der Schnelligkeit hinter den heutigen hochentwickelten U-Booten zurückbleiben. Das Verdienst dieser modernen U-Boot-Kriegführung, die zugleich zugleich in ihrem Grundprinzip durchaus zenttal ist, gebührt dem jetzigen Großadmiral Dönitz. Die europäische Küstenvertei- digung erlaubt keine Landung. Stockholm, 8.April. (Europapreß.) lieber die Aussichtslosigkeit einer britischen Landung auf dem europäischen Kontinent äußerte sich Admiral Sir William James, Chef der Flotteninformqtions- abteilung in der Royal Empire Society in London in einem Vortrag. Er sagte, daß die Verteidigungswaffen entlang der europäischen Küste in den letzten Jahren derart modernisiert worden seien und, wie die englischen Kommandoraids gezeigt hätten, nach vollkommen neuen Prinzipien operierten, daß es unmöglich sei, hier eine Armee, deren Abc es sei, Deutschland zu besiegen, an Land zu setzen. Der Feind habe den Vorteil, in kürzester Frist große Truppenmassen und Geschützt an die betreffenden Landungspunkte werfen zu können, so daß eine Landung vereitelt werden könne. „Wir I müssen bedauern", sagte Admiral James, „daß die Würfel an einem Punkte, und zwar in dem sehr wichtigen der Beherrschung und Konttolle unserer Seeverbindungen zugunsten des Verteidigers der Küste gefallen find. Beim Angriff auf beites r, von Der Oberleutnant z. S. Dönitz, der sich im ersten Weltkrieg die beiden Eisernen Kreuze Und den Hohenzollern-Orden holte, war ein anderer als der Großadmiral von heute. Sein damaliger Chef sagte von ihm: „Wenn alle wie der Dönitz fahren, haben wir bald keine U-Boote mehr." Der Oberleutnant z. S. Dönitz war das, was man einen tollen Husaren der Meere nennen kann. Der Fregattenkapitän Dönitz, der gm 27. September 1935 — zu seiner eigenen Ueberraschung — zum Che! der ersten neu in den Dienst gestellten U-Boot-Flottille, der „U- Flottille Weddigen", ernannt war, begann diese Waffe mit drei Booten von je 250 Tonnen wieder aufzubauen. Das war der Anfang der neuen deutschen U-Bootwaffe, die seit der englischen Kriegserklärung vom 3. September 1939 die „Schlacht um bcn Atlantik" führt Der Atlantik ist das Meer, auf dem Englands Kriegs- und Handelsflotte groß geworden ist. Der Arlantik ist auch das Meer, das die englische Insel mit dem amerikanischen Kontirrent verbindet. Wenn die Engländer selbst der neuen deutschen U-Bootwaffe nachsagen, daß sie die Dauerschlacht um den Atlanttk mhrt, so lagen sie zugleich, daß die deutschen U-Boote die Träger der Kriegführung auf dem entscheidend wichtigen allanttschen Kriegsschauplatz sind. Im Augenblick der englischen Kriegserklärung vom 3. (September 1939 an Deutschland standen Dönitz nur wenige Dutzend U-Boote zur Verfügung. Seit 1935 hatte er aber alles getan, um im zähesten Friedensdrill, mit unermüdlich neu gestellten Auf- 1 gaben, mit der Gewöhnung an äußerste Ansprüche lernt, was im bürgerlichen Leben keiner lernen will: warten. Sie warten geduldig auf Briefe von ihren Lieben, sie warten, wenn sie in Urlaub fahren, geduldig auf einen Kutter, der sie zu einem Hafen mitnimmt, wo sie seit langer Zeit wieder einmal Eisenbahnschienen sehen, und sie warten ebenso beharrlich — auf den Femd. Aber warten bedeutet nicht faulenzen. Auch wenn die Divisionen des Heeres nach dem Kampf um Norwegen nicht mehr zum Schuß gekommen find, so sind sie doch schußbereit. Der tägliche Dienst und häufige Uebungen erhielten sie schlagkräftig. Durch viele neue Verbände und Waffen wurden sie erheblich verstärkt. Im Bewußtsein dieser Stärke nehmen sie die britischen Drohungen gelassen zur Kenntnis. 7. April. Der Führer empfing heule den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz. und überreichte ihm in Anerkennung feiner einmaligen Verdienste« um die Führung des U-Boot- Krieges als 223. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eifernen Kreuzes. Berlin, 7. April. (DNB.) Im Kampf gegen die feindliche Transportschiffahrt haben deutsche Unterseeboote — wie das OKW. am 7. 4. in einer Sondermeldung befonntgab — in den weiträumigen Seegebketen des Atlantiks und im Mittelmeer wiederum 14 Schiffe mit 102000 BRT. und einen Zerstörer versenkt sowie fünf Schiffe torpediert, über deren weiteres Schicksal nichts bekannt wurde, weil die sofort einsetzende starke Abwehr jede Beobachtung unmöglich machte. Unter den vernichteten Schiffen befand sich die der „Blue Star Line" in London gehörende „M e l- bourne Star" von 12806 BRT., die, mit Stückgut beladen, im Mittelatlantik auf dem Wege von Nordamerika nach Australien versenkt wurde. Die „Melbourne Star" war ein modernes, 16 Seemeilen laufendes Kühlschiff, dessen Laderaum mit einem Fassungsvermögen von 21 700 t für l>ie Zufuhr von Fleisch und Butter nach England verlorenging. Dies ist ein besonders schwerer Verlust für die auf jedes einzelne Kühlschifi angewiesene brittsche Versorgungsflotte. Unter den angegriffenen Schiffen befanden sich ferner fünf moderne große Tanker von 41 000 BRT., von denen drei versenkt wurden. Damit hat die unseren Feinden zur Verfügung stehende Tankerflotte seit Beginn des Krieges 770 Tanker mit zusammen 5,6 Millionen BRT. verloren. Im Mittelmeer gelang nach stundenlanger Verfolgung neben anderen Erfolgen die Versenkung eines durch Zerstörer und Flugzeuge gesicherten Munitionsdampfers, der mit Westkurs fuhr und nach dem Torpedotreffer zunächst keine Anzeichen für ein Sinken bot. In mehreren hundert Metern Abstand wurde jedoch das ablaufende Boot von einer ungewöhnlich schweren Detonation so stark erschüttert, daß es sich dabei nur um die Explosion großer Munitionsmengen gehandelt haben konnte. Eine Bestätigung dieser Vermutung erhielt der Kommandant des Bootes, als er, auf Sehrohrtiefe gehend, außer den Begleitzerstörern und einer riesigen, dunkelbraunen Detonationswolke von dem Schiff nichts mehr sah. Mit den Erfolgen der ersten Tage des Monats April sind die durch unsere Kriegsmarine und Luftwaffe der feindlichen Handelsschiffahrt bisher zugefügten Verluste auf 25834000 BRT. gestiegen. Allein unseren U-Booten fielen bisher 17 135 400 BRT. zum Opfer und den U e b ermass er ft reitkräft-en weitere 3 394 275 BRT., während die Luftwaffe 5 303 600 BRT. feindlichen Schiffsraums vernichtete. ten." Admiral James erklärte, daß der Krieg für England jedoch nur dann gewonnen werden könne, wenn es auf dem europäischen Kontinent lande. Zu der U-Boot-Frage bemerkte er, daß er nicht glaube, daß man eine Waffe finden könne, um die U-Boot-Gefahr wirksamer zu bekämpfen. Der Webrmachiberichi. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 7. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt^ An der Ostfront wird nur von einigen Abschnitten lebhaftere örtliche Kampftätigkeit gemeldet. Einzelne von starker Artillerie unterstützte Angriffe der Sowjets scheiterten. Lin eigenes Angriffsunternehmen am mittleren Donez erreichte gegen zähen feindlichen Widerstand das gesteckte Ziel. Bei einem erfolgreichen Unternehmen am R o r d- a b f ch n l 11 der Front sprengte ein Stoßtrupp der spanischen Freiwiltigen-Division 14 Bunker und brachte Gefangene ein. An der südtunesischen Front trat der Feind nach starker Artillerievorbereitung erneut zum Angriff an. Die Kämpfe sind in vollem Gange. Lin einzelnes britisches Bombenflugzeug wurde bei dem Versuch, nordwestdeutsche Orte mit Bordwaffen anzugreifen, abgeschossen. Die Verluste der Bevölkerung von A n t w e r * pen bei dem Terrorangriff britisch-nordamerlka- nischer Fliegerverbände am 5. April 1943 haben sich auf über 2000 Tote erhöht. Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten unsere Unterseeboote in schweren Kämpfen gegen den feindlichen Rachschub im Atlantik und im W i 11 e l m e e r wiederum 14 vollbeladene Schiffe von zusammen 102 000 BRT. und einen Zerstörer. Fünf weitere Schiffe wurden torpediert. Ihr Sinken konnte wegen der sofort einsehenden starken Abwehr nicht beobachtet werden. 3n der Biskaya schoß eines unserer Unterseeboote einen angreifenden schweren Feindbomber ab. Oie ersteFront der USA. auf dem Atlantik. Genf, 8. April. (DNB. Funkspruch.) Die „New Port Times" vorn Mittwoch schreibt: „Die gestrige Erklärung des Marineministers Knox, die Schiffsverluste im Atlantik hätten eine Wendung tum schlechten genommen, ist eine unbedingte notwendige Ermahnung, daß unsere erste Front n cht in Tunesien, sondern auf dem Ozcan liegt, der uns von unseren Truppen trennt. Dort wird der Krieg gewonnen oder verloren werden." Das Eichenlaub für Oberfeldwebel S^blee. Berlin, 7.April. (DRB.) Der Führer verlieh am 6. 4. das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel Rudolf Schlee, Zugführer in einem Gebirgsjäger-Bataillon, als 222. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Der Führer sandte ihm nachstehendes Telegramm: „3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich 3hnen als 222. Soldaten dos Eichenlaub zum (93. Jahrgang Nr.83 Ettcdemi täglich, außer Sonntags» und ftetertagS Beilagen: Gießener ^amilienblättet HeimatimBild DieSckolle , Bezugspreis: Monatlich., RM.1.80 Zustellgebühr „ -.25 mich bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt iltM- tig' E || rtfonwt' |i Setannre t. wg ü&r.eiG- U liM- fertig , । - A H baW' irgt | i*j ten wj-; Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' »Ubr desBormittags Anzetgen-Preife: Ämeigenteil 7Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteii 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsieMengenstaffelL Plavvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"«mehr (Scherl-BilderdiensttM.) DRV. Aus dem Führerhauptquarti „ senkt,. Formen, r., Hin»-11 andere. : Tikosen, J nsleiter. ' Englands Weg. Von dem Zeitpunkt an, da Churchill sich entschloß, durch die „Times" die von England gewünschte Auslieferung Europas an die Sowjetunion der Weltöffentlichkeit zu unterbreiten, und Eden in Washington diese Bankrotterklärung der britischen Kriegsziele sanktionieren lassen wollte, um auf diese Weise gegen den erbarmungslosen Zugriff der Pankees gleichzeitig noch schäbige Reste des Weltreiches zu sichern, von diesem Zeitpunkt an gibt es für keinen denkenden und geschichtsbeflissenen Menschen mehr den geringsten Zweifel, daß England seinen „S ch w a n e n g e s a n g" begonnen hat. Ein „Schwanengesang" fteilich, der wie das heisere Krächzen eines alten Wucherers klingt, dem man plötzlich hinter die Schliche gekommen ist. Blickt man freilich tiefer, so wird man finden, daß auch hier die Krankheit des Weltreiches, die sich PK. In diesen Tagen ist es drei Jahre her, seit Norwegen dem englischen Zugriff entzogen wurde. Diele Einzelheiten dieses kühnen Feldzuges sind noch in ftischer Erinnerung. Was in der Zeit nach dem Kampf geschah, ist weit weniger bekannt. Zwar weiß man in der Heimat: von hier aus starten Kriegsschiffe und Flugzeuge vernichtende Angriffe auf feindliche Geleitzüge. Aber die stillen Leistungen der H e e r e s t r u p p e n sind selten in die Öffentlichkeit gedrungen. Und wenn ein Landser aus Norwegen nach Hause kommt, wird er bestimmt gefragt: Was macht i h r eigentlich da oben? Sein Leben liegt im Schatten der großen Schlachten, die anderwärts geschlagen werden. Und doch sind diese drei Jahre nicht umsonst gelebt. Was er in dieser Zeit getan hat und wie er sein Schicksal trügt, ist wert, gewürdigt zu werden. Auch sein Einsatz entscheidet über den Sieg. Wer kann auch nur annähernd ab schätzen, wieviel Kopfzerbrechen, Schweiß und Entbehrung es gekostet hat und immer noch kostet, eine wildzerklüftete Front zu befestigen, die sich — alle Fjordeinschnitte mitgerechnet — über eine Länge von 17 000 Kilometern hinzieht? Am Anfang war — von den wenigen norwegischen Batterien abgesehen — nichts da außer sprödem Fels und saugendem Moor. Heute liegt über der Küste eine lange, lange Kette ausgebauter Stellungssysteme und schwer bewaffneter Stützpunkte. Ihre Zahl hat vor allem im letzten Jahr erheblich zugenommen. Immer neue Batterien wurden heraufgeb rächt. Abteilungen schwollen zu Regimentsstärke an. Aber auch Größe und Stärke der Befestigungen wuchsen. Festungs- pioniere und Männer der Organisation Todt haben gewaltige Anlagen errichtet, und neue sind im Bau. Hohe Portalkrane wurden montiert, um die hierfür bestimmten schwersten Geschütze an Land zu heben. Zahlreiche Batterien haben sich anfangs mit pri- 1 mitiven Werkzeugen behelfen müssen. Sie wurden an gottverlassenen Punkten längs der Küste oder •auf Inseln abgesetzt und hatten zunächst ihre Not, Baracken zu zimmern, Zufahrtswege und Landungsstege zu bauen, damit der Nachschub nicht mehr erst vom Schiff in Ruderboote umgeladen und dann auf dem Buckel in die geplante Stellung geschleppt zu werden brauchte. Wer keine Kompressoren hatte, blieb auf Hammer und Meißel angewiesen. Da haben zwei Mann schon hart und unermüdlich zuschlagen müssen, um in zwei Stunden zwei Zentimeter tiefer zu stoßen. Drei Jahre lang, zeitweise Tag unb Nacht, brach sich das Echo Hun- derttausender von Sprengladungen an den Bergwänden. Während Pioniere und Kanoniere die Geschütz- ‘ Rettungen in den Granit meißelten, die Nachrichter sich abmühten, das dünnmaschige Leitungsnetz zu verdichten, zogen Gebirgsjäger- und Grenadierregimenter, Bau- und Festungsbataillone noch während des Baues ihrer bescheidenen Quartiere breite Straßenbänder in zahllosen Windungen über Hänge und Fjelle. Tausende von Kilometern weit, bis an das Dach Europas Und wenn man heute von Oslo nach Kirkenes im Kraftwagen - fahren kann, dann ist es ihr Verdienst. Auch was der Nachschub, besonders im hohen Norden, geleistet hat, kann erst später einmal erschöpfend berichtet und gewertet werden. Wer dieses [ Land nicht kennt, hat keine Vorstellung von seinen (fntferhungen. Norwegen, so meint man, ist doch | nicht weit von Deutschland. Man braucht nur über f- das Skagerrak zu fahren. Wer aber weiß, daß dro- * den am Eismeer Regimenter in öden Stellungen | hausen, die von der Reichsgrenze weiter entfernt sind als die Grenze Aegyptens? Wer weiß, daß sich I nördlich Narvik Stellung an Stellung reiht auf I einer Strecke, die größer ist, als die gesamte Westfront war? Fernsvrechanschtuß 2251 Druck und Verlag: wtidtetf 11686 Tranks 3 M. vrühlsche Universitälrdruckerei 8. Lange t bis über Äer' ■rbetn, jüter“ kosten -facher W f. Die rgenr, deren neuen üben , adge. über u den : kurz, andere 'estene länger ninbt üe seit ichliche M ' dann soeben Kreis rt für laß v, Drei Lahre in Norwegen Von Kriegsberichter Heinrich Rodemer. .Dieser Vergleich der Luftlinie besagt noch wenig. Es gibt ja längs der Polarküste keine Eisenbahn, und die Polarstraße ist nirgends eben oder gerade. Dafür aber von zahlreichen Fjorden unterbrochen. Und wenn der Sturm schäumende Wogen in die Fjorde poitscbt. muß man manchmal tagelang markten, bis die Fähre übersetzt. Nur wer gesehen hat. wie selbst die Schneepflüge unter der weißen Decke verschwinden, kann Raum und Zeit in dieser Front smschätzen. Auch der Seeweg ist tückisch und oft voll gefährlicher Minen. Da kann man nicht nach Der Uhr rechnen, sondern allenfalls nach dem Ka- -enber. Was im Reich in einer Woche bewältigt werden kann, braucht hier einen Monat und manchmal noch länger. Unter solchen Umständen mußte alles, aber auch alles nordwärts geschafft werden: Nicht nur Waffen, Munition und Verpflegung, sondern auch Kohle, Holz, Zement und vieles, vieles, mehr. Jede Karbidlampe, jeder Nagel hat eine Weltreise hinter sich. „ . . Schon das alles wäre genug zum Beweis, d atz Das Leben des Soldaten in Norwegen so hart üt wie der Fels, den er zur Festung formte Aber es st noch nicht alles. Hinzu kommt etwas sehr W'ch- 'ige§. etwas, wovon selten gesprochen wird: Der Kampf gegen Einsamkeit und Eintönigkeit. Und in diesem stummen Kamps hab^n Offizier wie Mann eine Seelenstärke offenbart, vor der die Heimat sich tief verbeugt. Sie halten Wache m weltverlorenen Stützpunkten. Auf kahlen Inseln, wo nur der Verpflegungskutter anlegt, m schmalen Fjorden, an deren Steilwänden Fallboen herab- -agen, in Leuchttürmen, die der Sturm umheult Im Sommer regnet es oft, im Winter toben Schnee- rtürrne. Und der Winter ist lang, und nach Norden t.u wird er immer länger. Heber dem £o?rrfreis trefft während zweier endlos scheinender Monate ■ein Strahl der Sonne die Hauben und Häupter der Berge. In Lappland drücken Eishagel die Temperatur bis auf minus 52 Grad herab. Da W. . während der Freizeit wie ein Gefangener m stm •mgen Stube, 50 Mann um «zwei stinkende mrd krischende Karbidlampen. . Es kommen Stunden, da feiner ein Zart sprüht Man kennt ja längst die Famttienaesch'chten uno Hedankengängen des anderen. Aus Zwiegespräche nach einem erbarmungslosen Gesetz zu der Zeit gelegt, als unter Oliver Cromwell die „Erlösung durch Arbeit unter dem Wort Gottes" gepredigt wurde. Der Eifer Cromwells blieb, er führte jedoch folgerichtig nicht zur Herrschaft einer Dynastie von Heiligen in England, sondern zum brutalen und zynischen Regiment des Wuchers. Richard Baxter, der Puritaner par excellence, gab die Parole aus: „Wenn Gott dir einen Weg zeigt, auf welchem du rechtmäßig mehr gewinnen kannst als auf einem anderen — wenn du dann diesen Weg verschmähst und den weniger gewinnbringenden wählst, so durchkreuzt du eine Absicht deiner Berufüng und weigerst dich, Gottes Knecht zu fein! Unter dieser Parole begann der Jndustria« lismus in England rapide zu wachsen, unter ihrem Zeichen standen auch die dunklen Anfänge des Imperialismus. Hinzu kam die Herrschaft des Bankiers. Als Cromwell merkte, daß nicht Geld genug im Lande war, übertrug er dem Oberhaupt eines großen Amsterdamer Bankhauses, Ali-ben-Jfrael, Konzessionen, worauf im Jahre 1694 die Bank von England gegründet wurde. Sie erhob die Verschuldung zum Grundprinzip der Geldwirtschaft. Es folgte die Eroberung und Ausplünderung Indiens. Während um 1750, wie Edmund Burke berichtet, keine 12 Bankgeschäfte in den englischen Provinzen bestanden, gab es 1796 eines in jedem Marktflecken. 1756 belief sich die öffentliche Schuld auf 4,575 Millionen Pfund, 1815 stand sie auf wurden Selbstgespräche. Zeitungen treffen spät und spärlich ein. Die Post dauert Wochen. Glücklich, wer ein Aggregat besitzt oder Batterien, die noch geladen sind. Er kann wenigstens einige Stunden Rundfunk hören, weiß, was in der Welt geschieht, und lauscht den Klänaen aus der Heimat, die so fern ist. In solchen Stunden rjngt.man mit der eigenen Seele. Immer reißt ein Kamerad den anderen aus der drohenden Dumpfheit. Einer zeichnet, ein anderer bastelt, ein dritter schnitzt, ein vierter lieft vor und lockt zur Diskussion. Wieder andere sind bemüht, in ihrem Beruf sich theoretisch weiterzubilden oder Vergessenes ins Gedächtnis zurückzurufen. Viele Einheitsführer helfen ihnen dabei. Wie auch die Betreuungsoffiziere, die Rundfunkempfänger und Millionen Bücher verteilten. Zehntausende haben nun den dritten Wirite r in diesem Lande erlebt. Sie haben längst ge- General-Anzeiger für Oberhessen Dietzen,^chulftrahe 7-y Himmelreich erringen keine halben! Die Freiheit äußert, nicht plötzlich und unmotiviert VxrtvvxrtVivMha ‘Cniminl IIhX Xia nrtUXrl ni«i* 0U5bFQch. Ihre Keime wurden vielmehr bereits Dieppe, der mit äußerster Genauigkeit von uns vor- bereitet gewesen ist, hat man beispielsweise lernen können, wie weniae. aber aut placierte deutsche ©e= - . _lr _ ,, schütze ein Landung von See aus verhindern kann-> «>«erkreu, des Eisernen Kreuzer. Mbolf Hiller. heraufwachsendem Gewölk, vor dem einzelne dunkle Fetzen herflogen und gelbgeränderte Ballungen sich rasch heranschoben, drohten Feuerschlag und Lärm eines Gewitters; weiße Wolken, die mitten im Bau plötzlich sich formten und zu prallem Pund wuchsen, zeugten von zunehmender Feuchte, lange, dünne, weißgelbe Streifen sagten Wind und Regen an. Aus tiefgeschichteten, schwarzen Wolkenmassen mußte bald Schnee niederschweben und mit weichem Flockenfall langsam das Fenster bedecken; kaltes, gläsernes Geleucht des Abendhimmels sagte ihm voraus, daß bald schon sein Fenster von Frost- blumen überblüht sein würde, die das stählerne Blitzen der Sterne zu gestaltlosem Geglitzer dämpften. Glomm hinter schrvarzen Wolkenballen schwefelig gelbes Geleucht herauf, so wußte er, daß wilde Güsse mit zornigem Tropfen- oder Körneraetrommel das Fenster peitschen mußten; grau sich verdichtendes Gespinst war der Vorbote eintönig rauschenden Dauerregens. Aus der Hohe oder Verengung des Blickraumes, aus der Kraft und Farbe des Sonnenlichtes, des Mondgeleuchtes und des Sterngeflimmers las er das Wesen der Jahreszeiten und den Wechsel des Wetters ab. Die Stimme des Windes sprach zu ihm, der Flug der Vögel wurde ihm vertraut, den Zug des stetig ziehenden oder hastig verflatternden Kaminrauches lernte er als Vorzeichen deuten. So erhob sich der junge Mensch, der von der Krankheit kraftlos und ohnmächtig niedergehalten wurde, langsam aus der Enge der Kammer und der Haft dieser Kraftlosigkeit zum freien Flug in den Raum, als vermöchte er mit den Winden daherzuwehen, mit den Wolken schwerelos zu segeln und mit den Flügeln der Vögel sich kraftvoll emporzuschwingen. Das schmale Fenster über ihm wurde zur Pforte in eine nie geahnte Höhe und Weite. Als er, genesen, nach einem Jahre die Zelle, die langst .schon kein Gefängnis mehr war, verließ, ging er mit sicherem Schritt ben ihm nun geöffneten und vorgezeichneten Weg: Er wurde ein Erforscher, Erkenner und Deuter der Naturkräfte, die, aus unendlichen Räumen wirkend, das Antlitz und das Schicksal der Erde und das Werden ihrer Bewohner bestimmen, formen und wandeln. Oie Danziger Marienkirche, Zur 600. Wiederkehr ihres Gründungsjahres 1343. Die Geschichte der Stadt Danzig und ihrer Haupt* Pfarrkirche, ist die eines vorgeschobenen deutschen Außenpostens im Osten, einer Kaufmanns- und HaÄwerkerkolonie, fest verwurzelt im Boden der neuen Heimat und zugleich den Blick auf das hori- zonterweiternde Meer gerichtet. Es mag in den siebziger Jahren des 12. Jahrhunderts gewesen sein, als die ersten Siedler aus West- und Norddeutschland, vermutlich den Missionsfpuren der Zisterzienser von Kloster Oliva folgend, an die Mottlau gelangten und sich in der Nähe eines kleinen, von Preußen und Kaschuben bewohnten Fischerdorfes unweit der Mündung der schiffbaren Mottlau in die Weichsel häuslich niederließen. Das war im Umkreis des heutigen „Langemarktes", der späteren „Rechtstadt" von Danzig. Von den einheimischen Fürsten, die sich Herzöge von Pommerellen nannten, begünstigt und mit Privilegien begabt, entwickelte sich das deutsch Danzig, durch immer neuen Zuzug aus dem Mutterlande verstärkt, in den der, Gründung folgenden Jahrhunderten zu einer bedeutenden Handelsmacht,, ohne doch je aufzuhören, eine deutsche Kulturinsel zu sein, die in keinem Augenblick ihrer langen und wechselreichen Geschichte mehr als nur fünf v. H. Fremde beherbergt hat. Die erste Kirche der Kolonie werden wir in der Nähe des Marktes zu suchen haben. Sie scheint — als Ersatz einer Nikolaus-Kapelle — um 1240 entstanden zu fein. Klein und bescheiden, war sie den Bedürfnissen der allmählich sich vergrößernden Stadt schon im 14. Jahrhundert nicht mehr gewachsen. Mit der Gründung der „Neustadt" im Jahre 1343 und der Befestigung beider Stadtteile durch gemeinsame Mauern hatte denn auch die Stunde geschlagen, in welcher die reiche Bürgerschaft zu dem Ent- schluß kam, sich eine neue und größere, ihrer eigenen Macht und Bedeutung würdige Pfarrkirche zu errichten. Das Material lieferte der Backstein, wie immer im Küstengebiet Wenn wir einer neueren Bauinschvrft in der heu« tigen Marienkirche Glauben schenken dürfen, wurde im Frühjahr 1343 der Grundstein gelegt, doch muß man sich klar darüber sein, daß der Gründungsbau des 14. Jahrhunderts mit der Riesenkirche von heute nicht identisch ist, wenn auch Teile davon in dieser enthalten sind, nämlich die unteren Geschosse des Westtürms und die achteckiges Mittelschiffpfeiler, die später durchs Wegschlagen der Oberwände auf die gewaltige Höhe, die sie heute haben, gebracht wurden. Die Marienkirche von 1343 war, mit anderen Worten, keine Halle mit gleich hohen Schiffen, wie der Neubau des 15. Jahrhunderts, sondern eine im Vergleich damit kleinere Basilika, also ein Bau mit einem die niedrigen Seitenschiffe überragenden, nur freilich zunächst fensterlos gebliebenen Mittelschiff, eine sogenannte „Pseudobasilika", wie diese nicht häufig verwendete Raumform heißt. Erst die spätgotische Erweiterung und Umgestaltung zur Halle hat, nach Abbruch des alten Chors (der im Wege stand), die ältere Basilika in den Neubau hineinwachsen lassen, was der unorganische Anschluß ihrer Umfassungsmauern an das'neue Halles querhaus beweist. Dabei muht,en natürlich nicht nur die Gewölbe erhöht, sondern auch der Weftturm dem völlig veränderten Maßstab der Hallenkirche angepaßt werden. In ihrer heutigen, durch mehrfache Umbildung entstandenen Baugestalt ist St. Marien die ehrwürdige Mutter aller Danziger Kirchen, das Haupt einer Familie, deren Glieder alle die Züge der Ahnfrau erkennen lassen. Nirgends im ganzen baltischen Küstengebiet zeigt sich der Backsteinbau, dem das Zierliche durchaus nicht zu fehlen braucht, von einer so rauhen und schroffen Seite wie in dieser .Kirchenburg" — so machtvoll und fast ungegliedert steigen die glatten, durch Riesenfenster geöffneten Mauern am Ende schmaler Gassen empor, als wollten sie ihre Undurchdringlichkeit geflissentlich zur Schau stellen. Schon die räumliche Ausdehnung zeigt jene imponierende Maßlosigkeit, die so häufig ein Merkmal der deutschen Ziegelbauten im Kolonialland ist. Können tn St. Marien doch bequem 15 000 Menschen Platz finden. v*— tz61 Millionen Pfund! „Wahrscheinlich hat feit Beginn der Welt", so schrieb Brooks Adams, „keine Investierung jemals einen so hohen Profit eingebracht wie die Plünderung Indiens, denn fast 50 Jahre lang hatte England keinen Konkurrenten." Man könnte glauben, daß wir diese Tatsachen mühselig zusammengesucht haben. Aber sie wurden von keinem geringeren als dem britischen Generalmajor I. F. C. F u 11 e r, dem Vorkämpfer der Tankwaffe im ersten Weltkriege, in einem Artikel angeführt, den er noch vor Kriegsbeginn 1939 geschrieben hat. Fuller sieht sehr richtig die europäische Ge^ schichte der ganzen folgenden Jahrzehnte im Zeichen dieser Despotie der britischen Plutokratie, die im 19. Jahrhundert mit der Zinsoersklavung der wesllichen Welt ihren endgültigen Triumph feierte. Der Sieg der Hochfinanz war gleichzeitig auch ein Sieg des Judentums, wie Lord Byron schon in seinem ,L)on Juan" feststellte. Für ihn waren der Jude Rochschild und sein Anhang die wahren Herren Europas, die ,chie Weltenwaage hielten und Kongresse royalistisch oder liberal regierten". So kam es denn dahin, daß die landbesitzende Aristokratie, die England beherrscht hatte, von einer Plutokratie von Lager- und Aktieninhabern verdrängt wurde, die, wie Professor Jenks bescheinigte, „das Einkommen in Dividenden und den Reichtum rn Börsenkursen messen. Das waren die Männer, die die britische Insel regierten und es nicht für- anstößig hielten, die Verfolgung ihrer Interessen mit der Verfolgung der Interessen Großbritanniens gleichzusetzen." Man muß es geradezu als ehren höheren Akt geschichtlicher Gerechtigkeit ansehen, daß nach dem Vorspiel des ersten Weltkrieges heute England von 'ber gleichen Macht ins Verderben gestoßen wird, der es sich im Laufe seiner Geschichte auslieferte: der des internationalen Finanzjudentums. Nur mit dem einen Unterschied, daß sowohl in der Sowjetunion als in den Vereinigten Staaten das jüdische Untermenschentum triumphiert und keineswegs gewillt ist, vor den „geheiligten Institutionen" Großbritanniens haltzumacyen. Diese Institutionen waren jahrhundertelang die Kulisse, durch die der Welt die Illusion erhalten werden sollte, als handele es sich in England um eine „christliche Demokratie", die auf ihren Fahnen die ach so erhabenen Grundsätze der Freiheit und der Menschenwürde geschrieben hat. England, das sich in Wahrheit der Knechtschaft des Goldes und der Despotie der Dividende verschrieben hat, muß heute erleben, daß im Judentum nicht nur Kräfte schlummern, die die Zusammenraffung eines ungeheuren Reichtums auf Kosten anderer Völker und Staaten begünstigen, sondern in erster Linie Kräfte, die von uns schon feit Beginn des nationalsozialistischen Kampfes als „Ferment der Dekomposition" erkannt wurden. Heute sehen sich das Jnselreich und seine mit Blindheit geschlagenen Staatsmänner sowohl in Gestalt des jüdischen Plutokratismus der USA. als auch des Mischen Bolschewismus der Sowjetunion diesen Mächten des Chaos gegenüber, die keines- wegs gewillt sind, vor dem britischen Weltreich Halt zu machen. So schließt sich der Kreis. Eng- land wird von der gleichen Mach* zerstört und dem Abgrund entgegengetrieben, der es einst in seiner Gier nach ©alb und Besitz schrankenlos die Tore ausgemacht hatte. Bkn. Oie bolschewisiisckeJnfittration der LlGA. Em „Nationalrat amerikanisch-sowjetischer Freundschaft". Genf, 7. April. (DNB.) In Neuyork wurde die Bildung eines „Nationalrates amerikanisch-sowjetischer Freundschaft" angekündigt, dessen Ziel es sei, „noch engere freundschaftliche Beziehungen zwischen den USA. und der Sowjetunion" zu schaffen. Zu den „Persönlichkeiten", die diesen „Nationalrat" unterstützen, gehören der Jude Professor E i n st e i n , der jüdische Dirigent Leopold Stokowski und der Jude Charlie Chaplin, ferner der USA.-Jnnenminister Ickes und der Vorsitzende des Morgan-Konzerns Lamont. Diese Leute wollen das amerikanische Volk „mit allen Aspekten des sowjetischen Lebens" durch Filme, Broschüren, Ausstellungen usw. vertraut machen, d. h. also Reklame für die Sowjetunion und ihre jüdischen Genossen in großem Maße betreiben. Daß ein amtierender Polizeiminister dazu auch seinen Namen hergibt, ist bezeichnend dafür, wie weit die bolschewistische Infiltration schon gediehen ist. Im übrigen wird es dieses Nationalrates gar nicht bedürfen, um das amerikanische Volk mit dem ^Bolschewismus vertraut zu machen. Dafür sorgen bestimmt die Leute der Komintern viel bester. HSchsteAnforderungenimKn'egsstudmm NSG. In einer Besprechung mit den Rektoren der Hochschulen des Gaues Hessen-Nassau und dem Präsidenten des Landesarbeitsamtes legte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die Kriegsnotwendigkeit des ernsthaft betriebenen Studiums einerseits und auch die Forderung schärfster Auslese der Studierenden nach Haltung und Leitung andererseits dar. Die Handhabe dazu sei durch die neuesten ministeriellen Verfügungen gegeben. Im kommenden Semester sollen nur diejenigen ein Studium fortsuhren können,, die neben überdurch- chnittlichen Leistungen auch eine vorbildliche Einsatzbereitschaft über das Studium hinaus bekunden. Die anderen werden durch das Arbeitsamt einer zweckmäßigeren Arbeit zugeführt. Die Forderung nach Leistungssteigerung im Studium bedeute nicht, daß ein einseitiges Strebertum unter den Studenten und Studentinnen geordert werden soll. Partei und Staat haben vielmehr Interesse daran, daß politische Erziehung und Charakterbildung ebenso intensiv gepflegt werden. Gaustudentenführer Salon erläuterte die methodische Durchführung der Auslese und betonte, daß neben einem Einsatz in den Gliederungen der NSDAP, von jedem Studierenden im Sommer- Semester vor allem ein zusätzlicher praktischer Arbeitseinsatz erwartet werde, so daß ein zuverlässiger Maßstab für die Beurteilung der Haltung in jedem einzelnen Falle gegeben fei. Für das Frauenstudium, das ebenfalls kriegsnotwendig ist, gelten die gleichen harten Maßstäbe, denn gleiche Rechte erfordern-ein gleiches Maß an Pflichterfüllung. Auch die Durchführung des Pflichteinsatzes sämtlicher Studierenden während der Semesterferien wurde eingehend erörtert. Die Studenten und Stu- bentinnen bes Gaues Hessen-Nassau werden bewei- sen, daß ihnen kein Einsatz und feine Arbeit im Schicksalskampf des deutschen Volkes zuviel, ist, der gegen Judenknechtschast und Bolschewismus geführt wird für Freiheit, Ehre und Kultur, denen allein auch bas Studium gilt. Verpflichtend stehen den Studierenden in der Heimat die Opfer ihrer Front- kameraden vor Augen, und voller Stolz wollen sie sich mit der Tat 3U der kämpferischen Tradition des deutschen Studententums, dessen Aktivisten stets bereit waren, ooranzugehen, im Einsatz für die Nation, bekennen. Oer Terrorangriff auf Antwerpen. ,OaS ist kein Krieg mehr, sondern ein entsetzliches Verbrechen.^ Brüssel, 7. April. (Europapreß.) Tiefe Trauer und Empörung herrschen in den belgischen Zeitungen über den Angriff britisch-nordamerikanischer Bomber auf Antwerpen. „Wer fein Heil noch erwartet von einer sogenannten Befreiung unserer Gebiete durch britische und norbamerikanische Truppen, wird emgeladen, dem Teil Anwerpens einen Besuch abzustatten, der von britisch-nordamerika- nischen Flugzeugen heimgesucht wurde", schreibt „Het Laatste Nieuws". Das sei bas Werk von Soldaten, die von einem Geistlichen begleitet und vor ihrem Abflug vom nordamerikanischen Erzbischof Spellman gesegnet würben. Wer zwischen den Opfern dieses Terrorangriffs stehe, der wisse, daß er zwischen zwei Welten stehe: einem Europa, das mehr und mehr zu einer Einheit wachse und zwei außereuropäischen Mächten^ die dieses Europa vernicht wollten und dazu kein Mittel scheuten, selbst nicht den Massenmord an Kindern. Das Rexisten- blatt „Le Pays Reel" schreibt: „Das ist kein Krieg mehr, sondern ein entsetzliches Verbrechen, das nach Vergeltung schreite Der Ml- mächtige als Verkörperung der höchsten Gerechttg- feit sei Zeuge der Untat, und vor seinem Gericht werde nach ewigen Gesetzen dieses Verbrechen av- geurteilt werden. ,Hetzt haben wir am eigenen Leibe erfahren, daß es stimmt, wenn der Deutsche Wehrmachtbericht immer meldet, daß Kirchen, Schulen und Krankenhäuser die bevorzugten Ziele der britischen Bomber sind. Es hat sich nun in Antwerpen gezeigt, auf wen es Churchill abgesehen hat: friedliche Menschen in einer geruhsamen Dorstadt, fleißige Arbeiter, sorgende Mütter und unschuldige Kinder sind ferne Opfer", schreibt „Volk en Stadt", und erinnert daran, daß General Eisenhower kürzlich in einer amerikanischen Solbatenzeitung geschrieben habe, es sei nicht so wichtig, Fabriken und andere militärische Anlagen zu zerstören, wohl aber sei es wichtig, Wohnungen zu vernichten und zivile Bürger zu töten, um die Widerstandskraft des Feindes damit zu brechen. 10 Millionen belgische Franken wurden zur Linderung der ersten Not im Namen des deutschen Militärbefehlshabers in Belgien und Nordsrankreich, General von Falkenhausen, durch den Militärver- waltungschef, Prgside-nt Reeder, dem Oberbürgermeister von Antwerpen, zur Verfügung gestellt. Der Militärbefehlshaber und der Militärverwaltungschef besichtigten bie zerstörten Stadtteile und sprachen dem Antwerpener Oberbürgermeister ihr Beileid aus. Paris trauert um 411 Todesopfer. Paris, 7. April. (Europapreß.) Die Opfer des englifch-nordamerikanischen Luftangriffs auf Paris und Longchamps wurden am Mittwochvormittag beigesetzt. Vor der schwarzverhangenen Bürgermeisterel eines Pariser Stadtbe.zirkes, wo berittene republikanische Garde Spalier bildete und wo in langen' Reihen die blumenbedeckten 150 Särge auf gebahrt waren — die Gesamtzahl der Toten ist inzwischen auf 411 angewachsen —, fand der feierliche Trauergottesdienst statt, der von Kardinaler zbischof Su° Hard zelebriert wurde. Der Trauerfeier wohnten bei: General Becard als Vertreter des Marschalls Pstain, die Gattin des Marschalls, Finanz-ninister Cathala als Vertreter des Ministerpräsidenten Laval, Botschafter Fernand de Brinon, der Stadtkommandant von Paris, Generalleutnant Schaumburg, der deutsche Gesandte Schleier, der' italienische Botschafter, der Seine-Präfekt und der Polizeipräfekt von Paris. Kardinal Suhard sagte: ,Hch habe als Erzbischof die Pflicht, zu sagen, daß das Leben der Angehörigen der Zivilbevölkerung eine heilige Sache ist. Wer dieses unschuldige Leben an greift, belädt sich mit schwerer Verantwortlichkeit. Der Krieg hat seine Rechte, aber auch seine Pflichten. Die Gerechtigkeit wird niemals zulassen, daß die. Kriegsziele aus Kosten unschuldiger Opfer verwirklicht werden." Nachdem der Kardinal den Töten seinen letzten Segen erteilt hatte, ergriff Finanzminister Cathala das Wort. Die Flugzeuge, so sagte er, die im Sommer 1940 während der Schlachten vom Himmel Frankreichs ferngeblieben seien, seien jetzt gekommen, um ihre todbringenden Bomben abzuwerfen. Die ausländische Agitation versuche vergeblich, Zwietracht und Panik unter der Bevölkerung zu säen. Selbst der barbarische Angriff forme sie nicht erschrecken. Die Bevölkerung werde ihre gerade Linie bewahren, denn es gebe fein Haus in Frankreich, das nicht morgen GegenstaUd eines solchen 11 eher= falls sein könne. Die Gefahr sei vor der Tür. Es sei höchste Zeit, daß sich Frankreich um seine leitenden Männer schare. Flucht vor dem Gowsetterror. Bukarest, 7.April. (DNB.) Ein rumänischer Kriegsberichter gibt im „Curentul" eine Schilderung über den Kampf, den die wieder in die Hande der Sowjets gefallene rit-f.fi f d)e Zivilbevölkerung gegen das bolschewistische Terrorregime fuhrt. Die Bevölkerung des Kaukasusgebietes sei einer so unerhörten Verfolgung ausgesetzt gewesen, daß sie sich in die Berge zurückgezogen habe. Dort habe sie Kampfgruppen organisiert, mit denen sie einen ständigen Kleinkrieg gegen ihre eigene bolschewistische Armee führte. Die Verpstegungstrans- porte würden dauernd überfallen, die Lebensmittellager in Brand gesetzt sowie die Brücken und Eisenbahnlinien immer wieder gesprengt. Bei einem gefangenen Sowjetofftzier habe man einen Befehl Stalins gefunden, in dem es hieß, man solle die Zivilbevölkerung dem Hungertode überlassen,'wenn man gewisse Gebiete aufgeben müsse. Der jüdische Kommissar, der in einer Offiziersversammlung diesen Befehl Stalins erläuterte, habe erklärt, baß die Bevölkerung, die mtt den „Trägern des faschistischen Giftes" zusammengelebt habe, als Feind des Volkes angesehen 'unb vernichtet werden müsse. „Es ist also nicht weiter verwunderlich", so schließt der rumänische PK.-Berichter, „daß Massen von Männern und Frauen jeden Alters unb aller sozialen Schichten es vorgezogen haben, sich recht- zeltig in das von den verbündeten Armeen besetzte Gebiet zu flüchten, um nicht mteber in das Blutbad Stalins zu geraten." Kunst und Wistenfchast. Eine karl-höller-llraufführung in Frankfurt. Vor zehn Jahren hat Karl Höller als Opus 16 „Tokkata, Improvisationen unb Fuge" für zwei Klaviere geschrieben. Durch zwei Aufführungen ist danach das Werk in Frankfurt den Freunden neuer Musik bekannt geworben. Vor dem Publikum der Museumskonzerte erschien es jetzt in einer virtuos gearbeiteten Fassung für großes Orchester als Uraufführung. Wie weit diese Be- Zeichnung über bie bloße Aktualität hinaus berechtigt ist, wenn eine bereits bekannte, in ihrem Wesen nicht geänderte Substanz einer neuen Klangin sze- nierung unterworfen wird, mag dahingestellt bleiben. Die meisten Hörer vernahmen das themattsch ausgiebige, kleinere Formen zu einer geistreich und dabei aus ursprünglicher Musikalität gewonnenen großen Form verbindende Werk tatsächlich zum erstenmal. Die mochten einige Mühe haben, hinter der blenbenben Instrumentation die klaren Grundlinien zu erkennen, standen aber ohne Zweifel unter dem Eindruck einer starken Leistung und spendeten. Karl Höller, der selber dirigiert hatte, viel Beifall. Friedrich Stichtenoth. Neues vom Jilm. In diesen Tagen beginnt die Produktionsgruppv Eduard Kubat in den Amsterbamer unb Den-Haag- Ateliers mit den Aufnahmen für den neuen Terra- Film „Die goldene Spinne". Unter der Spielleitung von Erich Engels werben mir Kirsten Heiberg, Jutta Freybe, Otto Gebühr, Ivan Petro- vitsch, Rolf Weih, Hermann Brix und Josef Sieber sehen. Das Drehbuch, bas Probleme aus der Gegenwart aufgreift, schrieb Wolf Neumeister. An der Kamera steht E. W. Fiedler, die Musik schreibt Franz Grothe. — Siegfried Breuer (als Chemieprofessor), Olga Tschechowa (seine Jugendfreundin) und Winnw Markus (als deren Ebenbild) sind die Hauptgestalten des von Hans Deppe inszenierten Ufa-Films „Gefährlicher Frühlin g", dessen Drehbuch Walter Lieck nach einer Idee von Kurt Brunohler schrieb. — Ida Wüst werden wir unter der Spielleitung von Paul Martin in dem Terra-Film „Geliebt e r S ch a tz" sehen. Johannes Riemann, Dorik »Militärische Situation im Pazifik versteifte. Genf, 8. April. (DNB. Funkspruch.) Im Pazifik bestehe für die Achsenfeinde wenig ober gar keine Aussicht auf eine endgültige und großangelegte Offensive, meldet der Sonderkorrespondent der „Sunday Times" aus Sydney". Die augenblickliche militärische Situation im Pazifik habe sich merklich versteift; insbesondere auf Neu-Guinea fei das festzustellen. Ueberall verstärkten die Japaner ihre Stellungen, bauten die Rüstungen und Befestigungen aus und legten strategisch wichtige Straßen zur Sicherung des Nachschubs an. War ein Anschlag auf Giraud geplant? B u t a r e ft, 7. April. Nach Nachrichten aus London soll General Eisenhower in letzter Stunde vor der Abreise de Gaulles nach Nordafrika von einem bereits bis in alle Einzelheiten vorbereiteten Anschlag auf Giraud erfahren haben, der in dem gleichen Augenblick abrollen sollte, m dem de Gaulle den Boden Nordaftikas betreten würde. Im Lager de Gaulles soll man davon überzeugt gewesen fein, daß ein plötzlicher Ausfall Girauds im Augenblick des Eintreffens de Gaulles in Aftika diesem automatisch die ganze Macht in die Hand gegeben haben würde. Das britische Jnformattons- ministerium hat die Verbreitung dieser Erklärung für Eisenhowers brüskes -Verhalten de Gaulle gegenüber strikt gesperrt, sich aber geweigert, diese Version zu dementieren. Abenteuerliche Flucht aus englischer Internierung. Mailand, 7. April. (Europapreß.) Der italie« nische Unteroffizier Bormida war am 8. April 1941 bei der Besetzung von Massaua gefangengenommen und auf dem Flugfeld interniert worden. Aus diesem Lager konnte er mtt Hilfe eines Chauffeurs entkommen und unerkannt bei Landsleuten in Mast saua Unterkunft fmlben. Nachdem er sich durch verschiedene Beschäftigungen Ersparnisse gesichert hatte, erwarb er gemeinsam mit einigen Kameraden ein kleines Segelschiff und überquerte das Rote Meer. In fünf Tagen konnten sie Gizza erreichen. Von hier gelangten sie längs der Küste Arabiens unter großen Entbehrungen nach Djidda. Der italienische Gesandte ermöglichte ihnen von dort ihre Heim* kehr xdurch die Türkei. Das Fenster des Himmels. Von Karl Lerbs» Als Jean Baptiste Lamarck, der fpäter zu weltweitem Forscherruhm emporwuchs, der Ueberliefe- rung seiner Familie gefolgt und, fast ein Kind noch, in das Heer eingetreten war, fiel er in schwere Krankheit, die ihn mit der Androhung dauernden Siechtums lähmte. Arm und einsame vom Arzt zur Bewegungslosigkeit verurteilt, lag er zu Paris in einer kahlen Dachkammer und starrte mit rbeitctffe- nen Augen zu dem länglichen Geviert des einzigen schrägen Fensters empor, das ihm den Ausblick in den Raum des Himmels erschloß. Schmerzen be- dränaten ihn, quälende Schwäche preßte ihn auf das harte Lager, und zorniger Trotz wollte ihn immer wieder vergeblich emporzerren, so daß ihm bas Stück Himmelsraum im Fensterrahmen zuerst nichts bedeutete als gestaltlose Leere, in der sein sehnsüchtig aufgreifender Blick nichts zu fassen vermochte. ' / Ganz allmählich aber, im Gleichgang der Tage, Wochen und Monate, tat sich ihm das Wunder des unendlichen Raumes auf und füllte sich mit magischen Kräften, mit Farben und ewig sich ändernden Gestalten. Was anfangs nur ein aufmerksames und bald schon bewunderndes unb staunendes Schauen gewesen war, wurde bald zur leidenschaftlichen Beobachtung, zur Erfahrung und Erkenntnis. Er lernte die Tonungen unterscheiden, zu denen das Mau des Himmels sich im Wechsel Der Jahreszeiten wandelte: das helle, freudige und unbekümmerte Leuchten des Frühlings, die tiefe, satte, von heißem, goldenem Flimmern durchzitterte Erfülltheit des Sommers, die kühle, frische, von blassem Gold durchleuchtete Herbheit des Herbstes, das hohe kalte Strahlen des Winters. Er wurde mit den Wolken und ihrem Fluge vertraut: Wenn sie heraufzogen, so wußte er bald schon, welches Wetter sie kündeten. Aus dem zarten, grauen Dunst, der aufsteigend den Himmel verschleierte, würde der netzende Tau der ersten MorgenstuTiden niederfinken; langsam und feierlich segelnde Federwolken waren die Vorboten eines schönen Tages, und aus schwer und finster Ereysler und Harald Paulsen spielen die Haupt- ollen des Films. — Heinz Salfner gibt in forn ■: gräa-Film „Himmel, wir erben ein Schloß!" (Regie P. P. Brauer) eine seiner be- onnten humorvollen Diener-Studien. — Erich Enel, der Spielleiter des neuen Bavaria-Films Man rede mir nicht von Liebe", hat die Atelieraufnahmen in Geiselgasteig beendet. Die Außenaufnahmen werden zur Heit auf der Zugspitze gedreht. Hauptdarsteller des Films find Heidemarie )atheyer und Mathias Wieman. — Hans Schlenk hüt in dem von Alfred Braun inszenierten Ufa- iilm „Zwischen Nacht und Marge n" eineß Krzt dar, der in dem Leben eines erblindeten Bild- auers (Rene Deltgen) und dellen Pflegerin und päteren Frau (Käthe Gold) auch als Freund eine lüscheidende Rolle spielt. Klassische Musik im Rundfunk. Am Donnerstag hören wir im Deutschlandsender um 17.15 bis 18.30 Uhr unter Leitung von Reinold Merten Liszts sinfonische Dichtung „Mazep- J .a" und Easellas „Paganiniana", die der italienische Sonfetzer nach Themen des berühmten Geigen- -irtuosen komponiert hat. Zwischendurch spielt die Zreisträaerin Rosl Schmid ein Klavierkonzert von I 'hopin. Das Abendkonzert im Reichsprogramm von .0.20 bis 21 Uhr gilt Mozart. Der Pianist Erich Hebensahm trägt unter Leitung von Hans Ros- l-aud das Klavierkonzert in C-äur vor nach einem ! leinen Adagio für Englisch-Horn und Streicher. Die Stunde von 21 bis 22 Uhr wird mit Szenen aus Leders Oper „Der Freischütz" ausgefüllt. Arthur Köther dirigiert. Fritz Reupert gestorben. In Reichenbertz starb kurz vor der Vollendung eines 50. Lebensjahres der Komponist Fritz Neuwert, der dort am Theater Korrepetitor war. Neuwert entstammt einer alten Münchner Musiker- Elie, studierte bei Felix Mottl Komposition, wid- nete sich aber zunächst dem Beruf als Studien* issessor, bevor er den Weg zum Theater fand. $n Heichenberg und Gablonz wurde seine Oper „Carina Corvi" aufgeführt. Mit einem Violinkonzert, Kammermusiken und Liedern ist der Komponist her- mrgetreten, eine einaktige Oper ist noch nicht veröffentlicht. Opern-Uraufführungen. In Kassel wird die Uraufführung der neuen Oper atm Joseph Haas „Die Hochzeitdes Jobs" »arberettet. Generalintendant, Dr. Ulbrich beabfich- igt, auch das erste Opernwerk von Haas „Tobias Wunderlich", das Oratorium „Das Liöd von der Blutter" sowie Kammermusik und Lieder des Melkers zu bringen. Die Uraufführung der neuen Oper on W ö l f - F e r r a r i „D e r K u ck u ck v o n T h e- wen" am Opernhaus in Hannover soll im Juni un- cr Leitung von Prof. Rudolf Krasselt stattfinden, »ie Bühnenausstattung hat Prof. Emil Preetovius ibernommen. Fried Walter hat eine heitere Oper .Dorf muf i t" , Text von Paul Beyer und H. E. Lange, vollendet, deren Uraufführung sich Generalintendant Spilcker für das Deutsche ZHeater in Wiesbaden gesichert hat. Fontane in Serbien. Die serbische Schriststellergenossenschaft in Belgrad bemüht sich neben der Verbreitung serbischen Schrift- !inns — vor allem Volkslieder, dann der Bücher P-on B. Stankovitsch und St. Movakotitsch — auch tim die Verbreitung deutscher Meisterwerke in serbischer Uebersetzung. So wurden Romane von Fow ane, Kolbenheyer, Carossa und Veröffentlichungen I o-on Will Vesper in serbischer Uebertragung yeraus- xebracht. Kleine politische Nachrichten. Die Mauern, die das Gesandtschastsviertel von Peking umgeben, sollen jetzt niedergerissen werden ils ein äußeres Zeichen für die Wiederergreifung >er vollen Verwaltungsrechte über dos Gesandt- chastsviertel durch die chinesische Nationalregierung. * * Der Duce überreichte dem ungarischen Ministerpräsidenten Kallay bei dessen Aufenthalt in Rom >05 Großkreuz des „Römischen Adlerordens". Er ft der dritte Träger des Großkreuzes dieses während kts Krieges gestifteten Ordens, der nur fremden Staatsbürgern verliehen wird. Aus 6er Stadt Gießen Das „bewegliche $efP. Weil der Termin des Osterfestes von Jahr zu Jahr innerhalb der beträchtlichen Zeitspanne von 35 Tagen schwankt, hat man ihm vor etwa 400 Jahren die Bezeichnung „Schuckelfeft" gegeben. (Der Volksmund versteht unter „schuckeln" eben ein ungewisses Hin- und Herschwanken.) Wir nehmen dies heute als etwas Herkömmliches hin, für manche hat es sogar einen gewissen Reiz, diesen Schwankungen durch die Reihe der Jahre nachzugehen. Die österliche Terminbestimmung hat eine alte Uebe^lieferung. Ostern ist eines der ältesten christlichen Feste und wird seit der Mitte des zweiten der erste, ht den Frühling fallende Vollmond erst 29 Tage später zu erwarten, solange dauert ein Mondumlauf, nämlich am 18. April; ist nun dieser ein Sonntag, so fällt Ostern auf den kommenden Sonntag, 2 5. April; das ist mithin der späteste Ostertermin, der überhaupt möblich ist. Diese beiden äußersten Termine sind sehr selten, und nach Berechnungen sollen sie nur je einmal in hundert Jahren vorkommen. Das letzte früheste Ostern fiel auf den 22. März 1818, ist also von keinem der heute Lebenden mitgefeiert worden. Das vorletzte früheste war 1761, und das nächste wird erst im Jahre 1970 fällig fein. Auf den spätesten Termin, den 25. April, fiel Ostern zuletzt 1886, das nächste späte Ostern ist in unserem Jahre 1943. Das letzte Spätostern vor 1886 fiel in das Jahr 1834. Seit dem Konzil von Nicäa, also seit 1618 Jahren, tiner niederdeutjchen Bauernchromk die Schlichtung des blutigen Streites der Jnfelfriesen um ein Stück Weideland schildert. — Die Hörer folgten mit gesammelter Anteilnahme und dankten mit lebhaftem Beifall. Hans Thyriot. Vom April. Die Helligkeitsdauer erweitert sich im April ganz erheblich. Im Durchschnitt scheint die Sonne von Tag zu Tag zwei Minuten länger, d. h. sie geht eine Minute früher auf und eine Minute später unter. Im Lause des Monats ergibt sich eine Steigerung der Sonnenscheindauer um 116 Minuten, von denen 65 Minutey auf den früheren Aufgang der Sonne und 51 Minuten auf den späteren Untergang fallen. Im April sind wir jedenfalls so weit, daß wir den ganzen Tag, von morgens 6 bis 20 Uhr gerechnet, ohne künstliches Licht auskommen können, bis zum Ende des Monats verschiebt sich die Taaeshelliakeit sogar bis 20.30 Uhr. Es ergeben sich also im April ganz erhebliche und gleichzeitig einfache Möglichkeiten für die Einsparung von Strom und Gas. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen des April steigen — nach den Angaben des Klimaatlas — im Laufe des Monats im Deutschland-Durchschnitt von 4 Grad Wärme auf 10 Grad Wärme an, so daß man in den Mittagsstunden in der zweiten Hälfte des Monats mit normaler Zimmerlufttemperatur draußen rechnen kann. Es wird also, normale Witterungsverhältnisse vorausgesetzt, in der zweiten Aprilhälfte im größten Teil des Reiches kaum noch Tagesheizung in den Wohnräumen erforderlich fein und auch zu den Übrigen Tageszeiten kann die Heizung auf ein geringes Maß zurückgestellt werden, so daß sich im April schon erhebliche Kohlenmengen einsparen lassen. In Zimmern, die nach Süden und Westen gelegen sind, ist nach allgemeinen Erfahrungen im April bei einigermaßen sonnigem Wetter schon keine Heizung mehr erforderlich. Es kommt natürlich darauf an, die Auslüftung der Zimmer möglichst zu Zeitpunkten w^hr. zunehmen, wo auch die Außentemperatur verhältnismäßig hoch ist, also in den Mittags- und Nach- Mittagsstunden, unzweckmäßig ist es mit Rücksicht auf die Kohlssnsparaktion, die Lüfung der Zimmer gerade auf die Nacht- oder Morgenstunden zu legen, wo unnötig viel warme Lust aus dem Zimmer herausgeht. Der April macht, was er will, heißt ein altes' Sprichwort. Es ist kaum anzunehmen, daß der diesjährige April auf diese Tradition verzichten wird. Dennoch kann man sagen, daß der Winter jetzt so gyt wie ab gemeldet ist. Ein kurzer Schneeschauer oder ein Nachtfrost kann uns nicht mehr erschüttern. Es ist nun einmal die Eigenart des April, daß er die vier Jahreszeiten in sich vereinigt und einmal gewittrigen Sommer, einmal rauhen Winter, einmal stürmischen Herbst und dann wieder lachenden Frühling spielt. Das Gute bei diesem launigen Spiel ist, daß das Schöne, der Frühling und Sommer, Sieger bleiben wird. Freitvilliae für die Maffen-U. Von der Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) erhalten wir die Mitteilung, daß wiederum Freiwilligen die Möglichkeit gegeben ist, in die Waffen-ff einHw treten. Die Divisionen der Waffen-^ kämpften auf allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in oorberfter Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Taten sind ein Ruf an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Mäner. Dollmotorisiert umfassen die Divisionen alle Truppen, wie Infanterie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrichtentruppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Kradschützen, Ge- birgs- und Scmitätstruppen. Die Waffen-^ stellt ein: a) Kriegsfreiwillige, b) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung vom vollendeten 17. bis 45. Lebensjahr. Der Dienst in der Waffen-ff ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen dem Freiwilligen die Unterführer- und Führerlaufbahn sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt. Annahmeuntersuchungen finden am 12. April, 9 Uhr, im „Burghof" zu Gießen statt. .MeDungen von Freiwilligen werden dort angenommen. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. Außerdem nimmt die Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) der Waffen-^, Kassel-Wilh., Löwenburgftr. 10, Tel. 36 683 und 34 441 ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf Anforderung das ausführliche Merkblatt. Gefallenenehrung der NSDAP, am kommenden Sonntag. Am Sonntag, 11. April, vormittags, findet in der Aula der Landesuniverfität eine Gefallenenehrung der NSDAP. statt. Die Feieransprache halt Kreispropagandaleiter Zins er. Die Ehrung wird umrahmt von feierlicher Musik und literarischen Darbietungen. Die Bevölkerung von Gießen kann an dieser Ehrung unserer tapferen gefallenen Kameraden teilnehmen. Die Angehörigen der Gefallenen werden besonders eingeladen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Feier pünktlich 10.30 Uhr beginnt Die Saaltüren werden sofort bei Beginn geschlossen. Jahrhunderts als Tag der Auferstehung begangen; unsere germanischen Vorfahren nannten es nach der von ihnen verehrten ©öttin des Feldes und der Fruchtbarkeit, Ostara. Da im Laufe der Zeit Streitigkeiten über den wirklichen Zeitpunkt entstanden, bestimmte das ökumenische Konzil (die erste allgemeine Kirchenversammluna im Jahre 325 unserer Zeittechnung zu Nicäa), Ostern sei am ersten Sonntag nach dem ersten in den Frühling fallenden Vollmond zu feiern; als Tag des Frühlingsanfangs wurde der 21. März genommen. Die Berechnung ricytet sich also nach dem Frühlingsvollmond. Fällt dieser auf den frühesten Termin, den 21. März, und ist dieser Tag zufällig ein Samstag, so ist tags darauf Ostersonntag; somit ist der 2 2. März der früheste überhaupt mögliche Termin. Fällt der Vollmond aber auf den 20. März, mithin einen Tag vor dem Frühlingsanfang, so ist Gießener Voriragsring. Joachim von der Goltz liest aus eigenen Werfen. Auf Einladung des Vortragsringes — der Kulturellen Vereinigung, des Goethe-Bundes und der Volksbildungsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude" — las gestern abend der Dichter Joachim von ber Goltz in der Aula aus seinen Werken. Von der Goltz, der im vorigen Jahre feinen 50. Geburtstag beging, stammt aus Westerburg im Westerwald, studierte Jura und Volkswirtschaft, wurde 1914 Referendar und stand bann im Weltkriege drei Jahre lang an der Front. Das. Kriegserlebnis bestimmte feine dichterische Entwicklung; 1916 erschienen die „Deutschen Sonette". Als Dramatiker wurde er bekannt mit dem Schauspiel „Vater und Sohn", das den berühmten Konflikt des Kronprinzen Friedrich mit seinem Vater behandelt, der „Leuchtkugel" und später dem „Meistermädchen". Don den erzählenden Büchern sind an erster Stelle der Kriegsroman „Der Baum von Clsry", ferner „Der Steinbruch" und „Die Marcellusflut" zu nennen. Seine Vorlesung begann von der Goltz — nach einem kurzen Dorspruch „Nichts geht verloren ..." — mit dem ersten Kapitel aus dem Schwarzwälder Bauernroman „Der Steinbruch". Dieses Profastück, „Die Brautnahme" überschrieben, erzählt nach einem die eigentümliche südwestdeutsche Landschaft schildernden Natureingang, wie ein Bauernmädchen aus der Ebene ins karge Gebirge hinaufsteigt, um den Burschen, der sie heiraten will,»zu besuchen und dessen Hof und damit ihre neue Heimat kennenzu- lcrnen. Die entscheidende Szene zwischen den beiden jungen Leuten ist aus sicherer Kenntnis von Land ist der 22. März vierzehnmal, der 25. April nur drei- zehnmal als Ostersonntag begangen worden. Die alten Sternkundigen bedienten sich zur Berechnung astronomischer Daten der Epakten, der Goldenen Zahl und anderer uralter Kalenderweisheit, was eine mühselige Arbeit gewesen ist. Im 19. Jahrhundert errechnete der große Göttinger Mathematiker Gauß eine Formeltabelle, die bis 1900 reicht und dann von dem Mathematiker Johann Hartmann bis zum Jahre 2199 erweitert wurde. Wem das nicht genügt, her sei auf die Tabellen des Asttonomen Wilhelm Lehmann (1800 bis 1863) verwiesen, der die Dfterbaten sogar bis zum Jahre 22 000 ausgerechnet hat. Und wem das noch nicht genügen sollte, der setze sich an den beiden Osterfeiertagen hin und erweitere die Lehmannschen Tabellen — falls er gerade nichts Besseres zu tun haben sollte! und Landbewohnern und mit feinem Gefühl für die Wortkargheit und gefühlsmäßige Verhaltenheit der bäuerlichen Natur dargestellt, und es ist eine schöne, menschlich überzeugende Wendung, daß das Mädchen, als durch Sprödigkeit und Ungeschick schon alles verdorben und verloren scheint, mit wortlosem Zupacken und handfestem Arbeiten vom Hofe gleichsam Besitz ergreift und das Verlöbnis bestätigt. — In der „Allen Susanna", ebenfalls aus dem „Steinbruch", fanden wir das schlichte Bildnis eines bäuerlichen Menschen, dessen letzte Stunde durch den septemberlichen Hochzeitsflug der Ameisen wunderlich verklärt wird. Don der Goltz gab danach Proben seiner Lyrik: .zunächst, auf Wunsch, zwei Stücke aus den schon genannten „Deutschen Sonetten", Bekenntnis zu Volk und Nation iyi ersten Weltkriege; dann aus dem kürzlich erschienenen neuen Gedichtbuche „Ewig wiederkehrt die Freude": hier klingt das nationale Thema („Ewig Volk") ebenfalls wieder an; daneben finden sich Gedichte aus einem zuversichtlichen Lebens- und Naturgefühl — „Der Kirschbaum", „Die Boten des Frühlings" — neben besinnlichen, der Spruchdichtung uno Gedankenlyrik zugehörigen Strophen wie „Fürchte nur dies", „Auch dann" und „Ich möchte danken"; einen schönen Abgesang bildete das zeitnahe, dem Gedächtnis der Gefallenen geweihte Gedicht „Hoffnung". Den. Ausklang der Lesung ergab die Episode „Der Friede am Deich", ein Kapitel aus dem Roman „Die Marcellusflut", das, um Pfingsten in aller Zeit an der Nordseeküste spielend, im Stile Glückauf, Renate! Roman von Grnst Grau. (Schluß.) Jä> verließ die Heimat und wanderte durch Äeukschlaitt», hierhin und dorthin, aber überall, wo ch mich anbot, fragte man nach Papieren, nach $eugniffen, nach bestandenem Examen. Die hatte ch natürlich nicht aufzuweisen, und so blieben mir ■Tie die Türen verschlossen, durch die ich hindurch nutzte. , £ In jenen Tagen war es, daß ich Robert Ter- nruggen kennenlernte. Ob er etwas auf dem Kerv- Wlz hotte oder ob ihm nur die rechte Luft zu einer «regelten Arbeit fehlte, danach habe ich ihn nie «fragt. Jedenfalls wollte er nach Südamerika aus- oänbern und suchte, irgendwie das Geld dazu auf- Jiutreiben. Er hatte in Hamburg sein Abiturium gemacht, hole studiert, er hatte alle Papiere, die ich brauchte. Ich dagegen hatte noch ein kleines Erbteil hon Großmutterseite her. Ich hatte das Geld bas 3m fehlte — imb so tauschten wir denn. Ich kaufte 3m seine Papiere unb damit auch feinen Dcamen lk>. Ich war jetzt Robert Terbrüggen; nichts stand neinem Empor^ommen jetzt mehr im Wege. Alles, Das ich begann, gelang mir von nun an. Wo man nich^auf einen Posten stellte, habe ich redlich meine Wicht getan. Meine Zeugnisse beweisen das, und Mch Herr Hammerkott wirb mir das bezeugen Nüssen. Jener andere war indessen mit meinem Gelbe Lmb meinem Namen ausgewandert, unb somit war slles in bester Ordnung. Niemand hatte einen Un von unserem Tausch. Im Gegenteil. Die All- ?Lrneinheit hatte sogar den Nutzen, daß an Die Delle eines Vaganten ein — ich £?nn ibas ohne Selbstüberhebung sagen — ein pflichttreuer Ar- i-etter getreten war, über den sich niemand zu besagen hatte. _ , Aber leider sollte es nicht so bleiben. Denn nach --ahr unb Tag kam jener andere wieder zuruck- (s mar ihm drüben nicht gelungen, festen Futz^ 'offen. Unb als er heimkam, war e^fem erste , ^iich aufzusuchen und vor die $ Men, ihm eine bequeme Stellung zu föaffcnj frenn er unseren Handel von damals nicht verraten sollte. Was blieb mir in einer solchen Situation übrig? Sollte ich alles mühsam Aufgebaute wieder auf geben? So wurde denn Karl Meinders mein Prioatsekretär auf Hammerkott." Ein allgemeines Aufhorchen ging durch den kleinen Saal. Jeder hat im stillen schon gewußt, daß Terbrüggens Worte auf Meinders zielen. Aber als er es jetzt ausspricht, richten sich alle Blicke auf den Mann mit der schwarzen Armbinde, der harten Gesichts dasitzt, als ginge ihn das alles nichts an. Nur den unruhig flackernden Augen ist anzufehen, wie es hinter feiner Stirn arbeitet. „Jahrelang habe ich es ertragen müssen", fährt Berbruggen bann fort, „jahrelang habe ich nichts dagegen sagen dürfen, daß er mich bei dem geringsten Anlaß' an den unseligen Tausch erinnerte, daß er bei allen Gelegenheiten mit Enthüllungen drohte, bis ich es schließlich nicht mehr aushielt unb beschloß, mich von ihm zu befreien, ganz gleich, was daraus werden sollte. Als er sich an jenem Unglückstage bann selcht dazu drängte, mich beim Einfahren zu begleiten unb mich babei von neuem wieder mit seinen Sticheleien peinigte, siand mein Entschluß unerschütterlich fest. Gegen Doktor Hellingrath habe ich eigentlich nichts. Mein Groll gegen ihn galt nur dem glücklicheren Berufskollegen in ihm, dem es in verhältnismäßig jungen Jahren schon leicht gewesen war, einen Posten zu kriegen, den ich ttotz allen Lernens erst viel später unb unter so unsauberen Umständen hatte einnehmen dürfen. Es erschien mir wie ein Wink des Schicksals, daß mir der Zufall an jenem Tage gerade Hellingraths Waffe in die Hände spielte. Gelang mein Vorhaben, dann war .ich beide Widersacher mit einem Schlage los. Daß meine Rechnung nun doch nicht so glatt aufging, damit muß ich mich nun heute abfinden. Aber es macht mich leicht unb zufrieden, daß das alles endlich einmal gesagt worden ist, und daß ich diesen Alpdruck nun für alle Zeiten ab geworfen habe." Ein tiefes, fast ergriffenes Schweigen folgt feinen Worten. Es war die Beichte eines Mannes, der nichts beschönigte, der mit einfachen, schmucklosen Worten alles preisgab, woran er hing unb wonach er strebte. Werner Hellingrath sitzt erschüttert. Er kann sich aus eigenem Erleben so gut in die Seele dieses Mannes hineindenken. Manches mutwillige Wort bedauert er jetzt, was er in seinem Uebermut ihm leichtfertig hingeworfen hat. Landgerichtsrat Wildenow wechselt einen kurzen Blick mit dem Staatsanwalt. Der nickt verstehend unb ergebt sich auch sofort. „Die Staatsanwaltschaft zieht ihre Anklage gegen den Ingenieur Doktor Werner Hellingrath zurück. Der Haftbefehl ist aufgehoben. Dagegen habe ich soeben zwei neue Haftbefehle gegen Robert Ter- brüggen unb Karl Meinders unterfertigt, die sofort zu vollsttecken sind." Die Beratung dauert nicht lange. „Das Gericht beschließt gemäß dem Anttage der Staatsanwaltschaft —" Renate Hammerkott ist während der ganzen Zeit der Verhandlung in dem kahlen Korridor vor dem kleinen Saal auf unb abgewandert. Sie ist als Zeugin geladen unb wartet fieberhaft darauf, daß man sie endlich hineinruft. Aber eine halbe Stunde nach der anderen kommt der Glockenschlag von der Turmuhr, unb niemanb fragt nach ihr. Es ist unheimlich still geworden da drinnen. Was mag dort vorgehen? Kommt alles fo, wie der Anwalt es ihnen vorausgesagt hat? Endlich geht die Tür wieder auf. Renate eilt sofort hinzu. Aber man braucht sie nicht mehr. Die Verhandlung hat ein überraschend schnelles Ende gefunden. Alles ftrömt auf den Korridor hinaus. Werner und der Vater kommen zusammen, und glückstrahlend steht das Mädchen zwischen den beiden Männern, und ihre Augen winken Thora Kersten zu, die sich eben zu ihnen gesellt. „Einen Augenblick, Kinder", ruft da Hammerkott plötzlich und läuft den Korridor hinunter. Drüben gehen Terbrüggen und Meinders zwischen zwei Beamten. Hammerkott drückt seinem ehemaligen Direktor die Hand. „Wir sehen uns wieder, wenn Sie alles hinter sich haben ..." Dann kommt er zurück, und sie verlassen zusammen das Haus. Draußen in der blanken Herbstsonne steht die große, blaue Limousine, die nun vier glückliche Menschen nach Hammerkott tyinübertragt ... Der nächste Tag war ein Sonntag, und im Hause Hammerkott feierte man im engsten Kreise die Dop- pelverlobung. Renate und Werner standen am Fenster und sahen hinüber, wo sich die wuchtigen Umrisse der Zeche klar gegen den lichten Sternenhimmel ab- zeichneten. Zwischen den beiden höchsten Schornsteinen stand wie an jedem Abend das große kilometerweit in die Nacht hinausleuchtende ßi^transparent mit dem Namen Hammerkott. Beide schwiegen. Sie sahen nichts als diese schlafende Stätte der Arbeit, die in wenigen Stunden wieder zu tausendfältigem Leben erwachen würde. „Dort drüben, Reni — sieh nur!" sagte der Mann plötzlich und zog das Mädchen in seinem Arm fester an sich. In der Kolonie, die im tiefsten Frieden zu liegen schien, wurde es in diesem Augenblick lebenoig. Kleine zuckende Lichter entflammten sich, hier, dort, überall zwischen den eng zusammengedrängten Häusern tauchten sie auf, strömten bann auf einen Punkt zusammen, und bann kam es heran, ein Ge» funkel von tausend flammenden und flackernden Lichtern, langsam, ein feierlich schöner Anblick. Wie eine feurige Schlange wand es sich zwischen den niedrigen Häusern und hielt auf das Haus Hammer- ko tt zu. Werner stand ergriffen, als er sah, was hier vorging. Die dort tarnen, im feierlichen Schwarz den althergebrachten Uniformen der Bergknappen, die schwelenden Fackeln in den harten Fäusten, waren die Kameraden, mit denen er dort unten Freud unb Leid geteilt hatte und die nun tarnen, um ihm zu zeigen, daß sie auch jetzt in ihm einen der ihren sahen. Das packende Bild des nächtlichen Fackelzuges hatte bas Mädchen laut aufjubeln lassen, unb ihr freudiger Ruf hatte auch den Vater und Thora Kersten ans Fenster gezogen. Aber fie alle drei hielten sich zurück. Sie wußten, dieses wogende Lichtermeer dort unten vor dem Hause galt nur dem einen Manne, der jetzt allein an der Brüstung stand und vor tief finniger Freude kein Wort hervorzubringen vermochte. Er sah nur hinab in die ledernden Flammen, er hörte die hellen Worte,' die zu ihm heraustlangen und ihm Glück wünschten, und er wußte, daß diese Feuer dort unten das Licht in eine Helle Zu tun st waren. Er mutzte ihnen antworten und suchte nach Worten. Es war nicht viel, was er zu sagen fand, es bedurfte auch nicht vieler Worte. Sie verstanden ihn auch so. „... und was das Schicksal auch mit mir noch vorhaben mag ... ich war einer von euch und merbc einer von euch bleiben ... für alle Zukunft ... Glück auf!" Brausend klang der alte Bergmannsgruß tausendfältig wieder zurück ... COMMERZBANK Gießen Uibf lie ter«weg : Die «oldene Stadt Llchtiplelhaus, Bahnhofstraße 5000 Mark Belohnung 11037( Danksagung. Allen, die uns bei dem IJinscheiden unseres lieben Vaters ihre Teilnahme bekundeten, herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Ohr. Gießen, 7. April 1943. 022e- | Verschiedenes| Freibank Freitag, 9.4.: 8-9 1781-1850 9-10 1851-1910 10-11 1911-1970 11-12 1971-2030 Samstag, 10.4.: 8-9 2031-2093 9-10 1-80 10-11 81-150 Fleischbrühe. Stadt, ochlachihol Goldene s 0220s AMMM im Südviertel d. Stadt am 1. od. 2. Avril verloren. Abzug, geg. Bel. auf ü.Fundbüro. Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche anläßlich meines 75. Geburtstages spreche ich allen hiermit meinen herzlichen Dank aus Karl Barnick Gießen, den 6. April 1943 \02276/ Kirchliche Anzeigen. Sich, 8. 2tvril, 20.30, Passions- Andacht. Naumann. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Karl Steitz Oberbahnhofsvorsteher i. R. nach kurzem, schweren Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Else Steitz, geb. Port Oberstudienrat Dr. Karl Steitz, z. Z. Im Felde, und Frau Frieda, geb. Geisel Horst Steitz, z. Z. im Felde. Gießen (Liebigstraße 70), Northeim (Hann.), den 6. April 1943. Die Beerdigung findet Freitag, 9. April, um 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. - Blumenspenden dankend verbeten. ________________________________________________02293