Montag, 8. Hebruar 1945 Gietzener Anzeiger BeftnaSvreiS: General-Anzeiger für Oberheffen Ser«fvrechantebl«ß 2251 Drahtanschrift „anwiger* 9oWM llfaeftronff /M »nrfwÄ tote* Oietze«, rcholßratze 7-9 -Nrmavme von An-erne« für die Mittagsnummer ln- &/, Ubr de-Bormittag- . tütaeiflenr^reife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rrff. für ,>amilienan- wtnen und private Gelegenbeitsan,ergen 149tof.L Werbeanzeigen Monatlich.,. Kustellgebüör auch bei Nick von einzelnen infolge böber 195. Jahrgang Nr. 32 toictjeini . üßi. tt) außer Sonntags und feiertags ZeUaneu• . .RM.1LV ... „ -25 nerichemen Nummern rer Gewalt Wirf dein Herz hinüber! Es wäre widersinnig, wollte man in Abrede stellen, daß der Opfergang der Helden von Stalingrad nicht die Seele des deutschen Menschen tief erschüttert hätte. Es liegt im Wesen des deutschen Volkes, mit dem Herzen zu empfinden. Denn wir Deutschen sind — dem Schöpfer sei es gedankt — weder von einer so kaltherzigen, rechnerischen Art wie unsere englisch-amerikanischen Gegner, noch von einem so tierhaften, brutalen und stumpfsinnigen Fatalismus wie unsere bolschewistischen Feinde. Wir fühlen in tiefster Seele, daß wir in Stalingrad treue Söhne und Brüder verloren haben und verlieren mußten, weil das Gesetz des Vaterlandes es so befahl. Deshalb verheimlichen wir auch nicht dieses Opfer, das gebracht werden mußte. Wir bekennen uns zu ihm, weil es Größe ist. Wir sagen es nicht nur unserem Volke, sondern der Welt, weil wir die Wahrheit liefen. Unsere Feinde haben bisher Niederlage auf Niederlage einstecken müssen, aber haben nie die Wahrheit gesagt. Sie fälschten Niederlagen in Siege ihn oder sie verschwiegen sie. Das zeugt nicht von Mut. Wer Mut hat, scheut die Wahrheit nicht. Wir wissen, daß m einem so gewaltigen Ringen nicht nur von Sieg zu Sieg geschritten werden kann. Jedes Kriegsgeschehen ist wechselvoll. Auch ein Friedrich der Große hat Rückschläge ertragen müssen — und ertragen. Gerade darauf aber kommt <5 an! Man muß auch einen Mißerfolg ertragen rönnen, ohne an dem Enderfolg zu zweifeln. Mit Neckst hat Reichsminister Dr. Goebbels in einer Rede vor Rüstungsarbeitern diesen Satz so formuliert: ,,3n Zeiten, die Triumphe über Triumphe bringen, glaubt auch der Schwächling an den Sieg. Wenn aber einmal ein Rückschlag hingenommen werden muß, ist es Sache der starken und festen Menschen, tuf ihn zu vertrauen. Gerade das aber unterscheidet uns himmelweit von unseren Feinden. Das deutsche Volk ist eifenhart. Es hat im Laufe seiner Geschichte so manchen Rückschlag hinnehmen müssen. Immer aber hat es rus solchen Stunden neue Kraft geschöpft und einen neuen Antrieb erhalten zu größerem Heldentum. Auch diesmal heißt uns der Opfergang von Stalingrad nicht klagen. Wohl trauert ein Volk um feine Helden, das ist fein Recht, gerade weil wir deutsche Menschen find und um den Verlust unserer Besten Schmerz empfanden. Aber wir jammern und klagen nicht, weil wir den Opfergang der 6. Armee nicht als einen Rückschlag empfinden. Der Opfergang hatte einen Sinn. Das ist das Entscheidende. Um den Kameraden Zeit und Möglichkeit zu geben, den Wall gegen die Barbarenflut aus den Steppen des Ostens zu festigen, übernahmen es die Männer von Stalingrad, sich selbst zu opfern. Das ist der Sieg des heldischen Menschen über fein eigenes Ich zum Wohle der Gesamtheit. Und nut)? Was nun? Genügt es .uns, alles das zu durchdenken und mit schönen Redensarten auszusprechen? Nein, wiederum ist es deutsche Art, z u handeln. Jeder Deutsche richtet an sich selbst die Frage, auf die es ankommt: Was hast du bisher getan, daß du würdig wärest, einen solchen gewollten Opfergang deiner Brüder und Söhne piit ruhigem Gewissen hinznuehmen? Hast du dein ganzes Selbst, deine äußerste Kraft eingesetzt im Dienste deines Vaterlandes? „Erkenne dich selbst", so forderte ein Weiser des griechischen Altertums. Ja,' auch wir Deutschen, wir alle müssen in uns schauen, müssen uns fragen, ob unser Handeln und Leben unserem Volke gedient hat, nur ihm, nicht uns selbst. Dann finden wir die Antwort. Mit verbissenem Trotz gegen ein migriges Schicksal brauchen wir nicht an unsere Arbeit zu gehen. Mit freudigem Stolz, daß wir alle in der Heimat wert sind unserer HeU)en, die sich für uns opferten, mit ungebrochenem Siegesmute, zu dem uns der Opfer- gang von Stalingrad bas Recht gibt, mit hie erlahmenden Kräften tritt ein Volk an fein Werk. Keinen gibt es, der sich ausschlösse. Nur eins beseelt jeden von uns, ein fanatischer Glaube an den Sieg. Wir kennen keine bange Frage „Was nun?" Wir kennen nur das eine, das Unvergängliche, das Deutsche Reich und Volk. Und kommen Hindernisse, mache es wie bft Reiter: Wirf dein Herz hinüber! ________________________________—gg- Große Seif ist immer nur, wenn's beinahe schief gehl, wenn man jeden Augenblick fürchten muß: Jetzt ist alles vorbei. Da zeigt slch's. Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser. Ausdauer, das ist die Hauptsache. Theodor Fontane. 3« vorderster Linie neben ihren Grenadieren gefallen. die hundert Gefangene übrig. Westlich des Oskol erkauften die immer wieder stürmenden Sowjets un, wesentliche Geländegewinne im Abschnitt zweier Infanteriedivisionen bei zweitägigen Kämpfen mit etwa 3000 Toten. Auch hinter der Kampffront find die Verluste des Feindes durch die Angriffe unserer Sturzkampf- und Zerftörerflugzeuge schwer, da die schmalen im tiefen Schnee ausgeschaufelten Straßen, mit ihren oft mehrere Meter hohen Seitenwänden, den dichtaufgeschlossen marschierenden Kolonnen dem Feinde keine Möglichkeit geben, sich auseinanderzuziehen. Das Eichenlaub für einen gefallenen Nachtjäger. Berlin, 7.Febr. (DKB.) Der Führer hat dem gefallenen Hauptmann Reinhold Knacke, Staffelkapitän in einer Rachtjagdslaffel, als 190. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Hauptmann Knacke wurde 1919 zu Strelih geboren und hat in der Rächt zuin 31.5. 1942 allein drei feindliche Bomber zum Absturz bringen können. Am 5.6.1942 meldete er feinen 30. Rachtjagdsteg und wurde mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Einige Wochen spater gelang es ihm abermals, innerhalb, einer halben Stunde drei britische Bomber abzu- schiehen. In den letzten Stunden des Jahres 1942 errang er über Westdeutschland feinen 40. Racht- jagdsieg. Wit den bei seinem letzten Luftkamps vernichteten zwei britischen Bombern hat Hauptmann Knacke insgesamt 44 Feindflugzeuge zum Absturz gebracht. Das Ritterkreuz für einen Frankfurter. Berlin, 6. Febr. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant d. R. Fritz B r u t sch e r, Kompanieführer in einem Panzer-Pionier-Bataillon. Er ist 1915 als Sohn eines Werkmeisters -in Frankfurt am Main geboren. Beim Sturm auf ein wichtiges Dorf südöstlich Toropez, durchbrach er die feindliche Verteidi- gung und drang trotz einer Verwundung als erster in das Dorf ein, wo er persönlich mehrere Feldstellungen und einen Bunker außer Gefecht setzte. Brut- scher, der seit 1928 der HI. angehört, ist hauptamtlicher Führer der HI. Nach dem Besuch der Mittelschule war er als Praktikant in mehreren landwirtschaftlichen Betrieben. 1936 trat er als Freiwilliger in das Pionier-Bataillon 46 ein. Totaler Krieg. Bereits nach 1918 wußte man, daß der nächste Krieg ein totaler Krieg werden würde. In Deutschland gehörte General Ludendorff zu den ersten Männern, die dieser Erkenntnis Bahn zu brechen suchten und jene Bereitschaft des ganzen Volkes für den Kriegseinsatz schaffen wollten, die erforderlich ist, wenn ein Volk überhaupt Aussicht haben soll, sich in einem solchen Kriege durchzufetzen. Es sind dann in der Folge in allen Ländern zahlreiche Bücher über dieses Thema geschrieben worden, aber kaum eines kommt mit feiner Darstellung der Wirklichkeit auch nur annähernd gleich. Gewisse Befürchtungen, die aus der Wirkung der Luftwaffe erwuchsen, haben sich nicht in vollem Umfange bewahrheitet, denn einmal zeigte sich die Disziplin der Bevölkerung als ein allgemeines ausreichendes Mittel zur Vermeidung von Paniken, und andererseits entwickelte die Luftwaffe selbst auch Abwehrmittel bis zu einem Grade der Vollkommenheit, die oftmals Wirkung und Risiko eines Luftangriffes auseinanderklaffen lassen. In anderer Hinsicht aber hat sich die Beanspruchung des Volkes als eine viel höhere erwiesen, als man vorausgesehen hatte. Denn das ist ja das Wesen des totalen Krieges, daß er nicht mehr nur von der bewaffneten Macht geführt wird, sondern daß die Heimat selbst zum Mitkämpfer wird. Die Menge und Vielgestaltigkeit, die immer mehr verfeinerte Technik der modernen Kriegswaffen erfordert eine Produktionsleistung der Wirtschaft, die an sich schon gewaltig ist. । Es ist nun aber nicht so, daß etwa ein Land sich einen Kriegsschatz moderner Waffen im Frieden anlegen könnte, so wie die Staaten früher einen Kriegsschatz in Gold ansammelten. Das vermag dem betreffenden Staate vielleicht anfänglich ein Heber« gewicht zu geben, aber solange ine Wirtschaft des Gegners noch intakt bleibt, hat dieser die Möglichkeit, durch vermehrte Anstrengung seinen Nachteil auszugleichen, wobei er dann oftmals in der Lage fein wird, auf Grund der inzwischen gemachten Erfahrungen bessere Waffen herauszubringen. Der Kamps der Fabriken, der eine neue Erscheinung in das Bild des Krieges gebracht hat, ist also nicht nur ein Kampf um die größere Menge des Kriegsmaterials, sondern vielleicht in noch höherem Grade ein Kampf um die bessere Qualität. Die bessere Waffe vermag einen großen Teil des gegnerischen Kriegsmaterials zu entwerten, so daß es, wenn überhaupt, nur noch an weniger entscheidenden Stellen eingesetzt werden kann. Der Kampf der Fabriken ist also eine nicht ganz zutreffende Bezeich- uhm errang sie bei den Angriffskämpfen auf italingrad. Am 8.10.42 verlieh der Führer dem Trotz schlechtesten Wellers neue bedeutende Erfolge unterer Ll-Voote aus asten Meeren. Schwere Abwehrkämpfe im Süden der Ostfront Totaler Krieg — höchster Einsatz aller DRB. Berlin, 7.Februar. (RSK.) Am 5. und 6. Februar fand eine Tagung der Reichsleiter, Gaulei terundverbändeführer der Partei statt, die im Zeichen der Zusammenfassung aller Kräfte der Ration für die totale Kriegführung stand. Die Zusammenkunft der Parteiführermannschaft, auf der alle notwendigen Maßnahmen erörtert wurden, gestaltete sich zu einer Kundgebung des fanatischen willens der gesamten Partei, alles einzusehen, um die vollständige W o b i l i s i e - Zusammenfassung aller Kräfte sür die totale Kriegführung. Eine Reichs- und Gauleitertagung der NSDAP. rung der Heimat durchzuführen und damit der kämpfenden Front die Kräfte und Wittel zur Erringung des Sieges zu geben. Die Tagung wurde geleitet vom Leiter der Partei- kavzlei, Reichsleiter Bormann. Es sprachen Reichsleiter Dr. Goebbels, Reichsministee Speer, Staatssekretär Gauzenmüller, Gauleiter Sauckel, Reichsminister Funk, Staatssekretär Backe, General vonUnruh und Reichsleiter Dr. Ley. orrageni) aus. Jrn Kampf gegen die Sowjetunion ihrte er eine Infanteriedivision, die im Mai 1942 i den Verbänden gehörte, die den Stoß der Vol- hewisten auf Charkow abwehrten. Besonderen linie liegenblieben. Panzervernichtungsttupps machten sich an diese noch immer kämpfenden Stahlriesen heran, trieben feindliche Sicherungen zurück und rissen mit ihren Minen die Panzerungen der rollenden Festungen auf. Damit verlor der Feind auf diesem einen Kampffeld von den 25 bis 30 Panzern, mit denen er den Angriff begann, allein 21. Im Mündungsgebiet des Don sowie am mittleren Donez und im Dsfolab- schnitt gingen unsere Truppen, obwohl der Feind feinen Druck mit starken Kräften aufrecht hielt, mehrfach zu Gegenstößen über. Besonders unsere weiträumig, schnell und energisch operierenden Panzerverbände machten den Sowjets schwer $u schaffen. Ihre Vorstöße trafen die Flanken bolschewistischer Marschkolonnen, zerschlugen die Massen geschlossener Angriffsverbände und trieben starke Vorhuten des Feindes zurück. Sie stellten im unübersichtlichen Waldgelände ein sowjetisches Regiment und rieben es restlos auf. Dabei verlor der Feind vier Panzer, 20 Geschütze und zahlreiche Lastkraftwagen. Von dem ganzen Regiment blieben nur an ^neral das Ritterkreuz. Am 1.9.42 zum General- iutnant und am 1.1. 43 zum General der Jnfan- trie befördert, nahm er mit seinen Truppen an em schweren Ringen der letzten Wochen in Stalin- rad teil. Die schon sein einziger Sohn 1941 als ^anzerleutnant, so fiel auch er als General in vorerster Linie. General von Hartmclnn entstammte Verfolgung mit Wasserbomben einfetzte, konnte beobachtet werden, daß die Besatzung den sinkenden Kreuzer verließ. Kurze Zeit später konnten die typischen Sinkgeräusche, wie Schottenbrechen u. a. m. an Bord des ablausenden H-Bootes deutlich gehört werden. Die Kreuzer der „Dido"-Klasse wurden in den Jahren 1940/41 sertighestellt. Sie haben eine Wasserverdrängung von 5450 Tonnen und eine Geschwindigkeit von über 32 Seemeilen. Ihre Bewaffnung besteht aus zehn 13,3-cm-Geschützen und sechs Torpedorohren. Außerdem befindet sich ein Flugzeug an Bord. Aus den für b t e sowjetische Front bestimmten Geleitzügen konnten in den Seegebieten um die Südspitze Grönlands, bei Jan Mayen und in der Nähe der Bäreninsel ein Tanker mit 7000, ein Transporter mit 8000 BRT. sowie ein weiterer mit über 12 500 Tonnen Treibstoff beladener Tanker versenkt werden. Ein anderes Boot versenkte aus einem von Korvetten und Flugzeugen stark gesicherten Nachschubgeleit einen bis über die Ladeluken mit Kriegsmaterial und Lebensrnitteln beladenen Dampfer von 7500 BRT. ImAtlantik fiel ein vermutlich von einem Geleitzug ckögesplitterter 5000 BRT. großer Dampfer den Torpedos eines H-Bootes zum Opfer. Im gleichen Seegebiet wurde ein vollbeladenes 12 000 BRT. großes Tankschiff getroffen, dessen über 18 000 Tonnen große Treibstoffladung im Augenblick der Torpedodetonation unter riesigen Rauch- und Feuererscheinungen explodierte. Nordöstlich der Kleinen Antillen wurde ein mit 14 Seemeilen Geschwindigkeit laufender Dampfer torpediert und versenkt. Es handelt sich um das der britischen Reederei A. Holt & Co. in Liverpool gehörende 7957 BRT. große Schiff „Rhexensr", das mit einer fast 9000 Tonnen schweren Ladung Kakaobohnen auf dem Marsch von Freetown nach St. Johns war. Aus einem kleinen, aus vier Dampfern und vier Bewachern bestehenden Geleitzug im Mittelmeer wurden nordöstlich Tobruk ein Dampfer von 4000 BRT. und ein weiterer von 3000 BRT. versenkt. Einen Tanker erellte oorDernasein Schicksal. Miner alten märkischen Soldatenfamilie. Im thürin- V scheu Infanterie-Regiment 94 nahm er am ersten Weltkrieg teil, bis er nach feiner dritten Derwun- bing im Kriegsministerium Verwendung fand. Später war er Kompaniechef im Infanterie-Regiment 17 »ad vor Kriegsausbruch Kommandeur des Jnfan- Krie-Regiments 37 in Osnabrück. Auch Generalleutnant Stempel war immer tei feinen Soldaten in vorderster Linie. Dort riß er dirch Entschlossenheit und Tapferkeit immer wieder feine Männer in ungestümem Angriffsgeist vorwärts. Er war der Sohn eines Kaufmanns aus khemnitz. 1910 trat er als Fahnenjunker in das In- sinterie-Legiment 104 ein. Als Regimentsadjutant Die gegenwärtigen Kämpfe gegen den feindlichen Nachschub verkehr über See werden außerordentlich erschwert durch eine ungewöhnlich lang anhaltende Schlechtwetterperiode, deren Auswirkungen die Erfolge der U-Boote beeinflussen und selbst bei den Handelsschiffen festzustellen sind. Kaum ein Schift, das in den letzten 'Wochen den Atlanttk überquerte oder auf den Routen des Nordmeeres fuhr, ist, wie viele ausländische Meldungen betonen, unbeschädigt durch Wind und Wetter in seinem Bestimmungshafen eingelaufen. Das an sich schon stark beschränkte Gesichtsfeld des H-Bootes wird in dem milden ozeanischen Winter dieses Jahres durch eine nur kurzfristig unterbrochene- Reche schwerer Regenböen und dichter Schnee- und Hagelschauer noch weiter eingeengt. Unter diesen Umständen reißt oftmals eine nach zähem Nachstoßen kurzfristig gewonnene Fühlung wieder ab. Wenn es unseren Booten trotz dieser ungünstigen Angriffsbedingungen immer wieder gelingt, in unermüdlichem Suchen den verlorenen Gegner wieder zu finden, zu stellen und zu versenken, und wenn dabei von Erfolgen gegen Handels- und Kriegsschiffe berichtet wird, dann ist das als eine ganz besondere Leistung zu werten. So besagte eine Sondermeldung, daß Unterseeboote in zähen harten Kämpfen aus Geleitzügen, die nach England fuhren und für die afrikanische und sowjetrussische Front bestimmt waren, 16 ooll- belabene Transportdampfer und Tankschiffe mit zusammen 10 2 500 BRT. sowie vier Transportsegler versenkten und drei weitere Schiffe durch Torpedotreffer beschädigten. Ein weiteres deutsches Unterseeboot versenkte tm östlichen Mittelmeer einen Kreuzer der Dido-Klasse. DieVersenkungdesKreuzersimMit- t e l m e e r erfolgte nordwestlich der Sollum-Bucht trotz Anwesenheit mehrerer Zerstörer. Das Schiff wurde von zwei Torpedos getroffen, fenterte wenige Augenblicke später und sank rasch. Noch bevor die Berlin, 7. Febr. (DNB.) Die erbitterten Ab- 'Mehrkämpfe im ganzen Süden der Ostfront und irr Raum westlich des Oskol dauerten weiterhin an. i dagegen flaute die feindliche Angriffstätigkeit füd- lig des Ladogasees, dem bisherigen Schwerpunkt dir Kämpfe im nördlichen Frontabschnitt, bis auf oirgebliche örtliche Vorstöße ab. Bei Noworossijsk lieferten unsere Tnippen bert gelandeten bolschewistischen Bataillonen yeftlge ®>fed)te, die zur Vernichtung der Masse der Lan- bingstruppen führten. Reste leisteten in den zer- ’üfteten Steilhängen des Küstengebietes verzwei- ’eiten Widerstand und versuchten mehrere Male die Umklammerung zu sprengen. Eng zusammengepreßt Ichen sie der Vernichtung entgegen, da der Druck otn der Landseite her immer mehr wächst und ufere Küstenbatterien jeden Versuch des Feindes, °cn der Seeseite her Hilfe zu bringen, unterbinden. Ün Kubangebiet ließ die Kampftättgkett bis örtliche Gefechte nach. Die schweren Verluste, bie der Feind hier bei seinem vergeblichen Groß- 1''griff des Vortages erlitt, haben sich am Samstag uch weiter erhöht. Außer den am ersten Kampftag geschossenen 18 Panzern hatten unsere Arttlle- rtfcen noch drei weitere Panzerkampfwagen ge= 3:0 ff en, die bewegungsunfähig vor der Hauptkampf- Berlin, 7. Febr. (DNB.) Bei den schweren I Kämpfen am Stadtrand von Stalingrad verteidigte ttne kleine Gruppe von Offizieren, Unteroffizieren inb Mannschaften eine Bahn dämm st eil ung legen die anstürmenden feindlichen Massen. Sie trieben die Bolschewisten durch das Feuer ihrer Gewehre und Handgranaten in erbitterten Nah- limpfen zurück. Kurz darauf eröffnete der Feind mit Granatwerfern, mehreren Batterien und Scharf- shützen schweres Feuer auf die kleine Kampfgruppe, hierbei fielen am 26.1., wie bereits gemeldet, die Oenerale von Hartmann und Stempel. General der Infanterie Alexander von iartmann zeichnete sich bereits im Westfeldzug ils Kommandeur eines Grenadier-Regiments her- unb Ordonnanzoffizier firn Stabe einer Infanterie- Division nahm er am Weltkrieg teil. 1922 wurde er zum 12. Reiterregiment versetzt. 1937 erhielt er als Kommandeur das Infanterie-Regiment 10. 1941 übernahm er eine Infanterie-Division, die sich unter seiner hervorragenden Mihrung im Ostfeldzug in zahllosen Schlachten bewährte und in dem Kampf um Stalingrad unauslöschlichen Ruhm an ihre Fahnen heftete. Flak in Stalingrad. Mit den letzten Geschützen 21 Panzer abgeschossen. Berlin, 6. Febr. (DNB.) „Batterien der Flak- dioision haben mit ihren letzten Geschützen am 22., 23. und 24. Januar 21 Panzer abgeschossen. Soldaten der Division stehen in unwandelbarer Treue zum Führer und sind bereit, ihre letzte Pflicht zu erfüllen." Mit diesem Funkspruch meldete die Flakdivision aus Stalingrad ihre Erfolge aus den letzten Kampftagen ihrem Äommanbterenben General. Sie weiß, daß es eine ihrer letzten Meldungen fein wird, wenn nicht überhaupt die letzte. Noch ist das Funkgerät unversehrt. Wer vermag aber zu sagen, ob es noch in einer Stunde, ob es noch in der nächsten Minute brauchbar sein wird? Draußen, vor dem Keller, der als Gefechtsstand dient, tobt die Schlacht. Die Bolschewisten trommeln schon seit Tagen ununterbrochen auf die deutschen Widerstandsnester. Sie haben Artillerie aller Kaliber, Infanteriegeschütze, Granatwerfer, Pak, Bombengeschwader eingesetzt. Bei den Eingeschlossenen aber geht die Zahl der Granaten zur Neige, sie müssen sorgfältig aufgespart werden. Jede Granate, die noch vorhanden ist, muß in direktem Beschuß ihr sicheres, lohnendes Ziel finden. Ist die letzte Granate verschossen, dann machen Sprengladungen die Kanonen unbrauchbar, und die Flaksoldaten greifen nach den Karabinern und Maschinenpistolen und stehen als Infanteristen neben ihren Kameraden vom Heer. nintg für das. was d e Heimat als Aufgabe im totalen Krieges zu erfüllen hat. Auch hier ist der Kampf total. Er geht nicht nur um den Ausstoß der Fabriken, sondern er geht um die gesamte kriegswirtschaftliche Leistung eines Volkes. Er umfaßt die wissenschaftlichen Forschungs- statten und Laboratorien ebenso wie die Konstruktionsbüros der Erfinder und Ingenieure. Immer verbesserte und auf höhere Leistung abzielende Fertigungsmethoden und Verfahren müssen dann dafür sorgen, daß der erfinderische Gedanke seine schnellste Umsetzung in die praktische Fabrikation findet. Täglich und stündlich wird die Kriegswirtschaft vor neue Aufgaben gestellt. Ein ungeheure Wendigkeit wird also von der Fertigung verlangt. Es ist unendlich schwierig, hier immer den richtigen Ausgleich zu finden zwischen der Serienfabrikation, die, wenn sie einmal läuft, eine verhältnismäßig große Starrheit aufweist, und der an sich wendigeren Produktion in kleineren Betrieben. Aus dem Gesagten, das ja nur eine Skizzierung der gesamten Schwierigkeiten geben kann,, geht jedenfalls das eine hervor, daß im Kampf der Heimat kein einziger Mann, keine einzige Fähigkeit, keine irgendwie geartete, besondere Begabung entbehrt werden kann. Das bedeutet, daß in diesem Kampfe nur das Volk siegen wird, das neben den materiellen Voraussetzungen, wie der ausreichenden Versorgung mit kriegswichtigen Rohstoffen, dem Vorhandensein ausreichender industrieller Kapazitäten der Rüstungswirtschaft, über die größte Fülle von Begabungen auf allen Gebieten der Wirtschaft verfügt. Was das betrifft, können wir wohl beruhigt sein, denn p)ir dürfen mit Recht behaupten, daß Deutschland auf keinem Gebiete wirtschaftlicher Betätigung hinter den Leistungen anderer Völker zurückgebllöben war, daß es aber im Gegenteil auf vielen Gebieten unstreitig an der Spitze marschiert. Freilich gilt es, den Vorsprung, den wir hier sicherlich hatten, immer wieder von .neuem zu ver- teDigen und zu erobern. Bisher ist das mit gutem Erfolge gelungen. Der deutsche Soldat hat durch die Qualität seiner Ausbildung, durch die Entschlossenheit und den Mut seines kämpferischen Einsatzes, aber auch durch die Qualität seiner Ausrüstung bisher noch immer über die bolschewistischen Massen siegen können. Run aber hat der Bolschewismus unter rücksichtsloser Vernachlässigung der Bedürfnisse der zivilen Bevölkerung noch einmal einen Mafsen'einsatz riesigsten Ausmaßes zustandegebracht Brutal und alle Verluste mißachtend, sind diese Massen von Menschen und Material in den letzten Monaten zum Einsatz gebracht worden, und es ist nur dem unvergleichlichen Heldenmut des deutschen Soldaten zu verdanken, wenn diesem Masseneinsatz der entscheidende Erfolg bisher versagt blieb. In diesen unsagbar harten Kämpfen ist die Leistung des deutschen Soldaten zu einer Höhe emporgewachsen, wie sie die Weltgeschichte wohl kaum jemals zuvor erlebt hat. Der Name Stalingrad wird für immer als Maßstab übermenschlichen Heldentums zu gelten haben. Dieses Heldentum hat aber nur dann einen geschichtlichen Sinn gehabt, wenn es dos ganze Volk aufrüttelt und zum letzten Einsatz aller seiner Kräfte veranlaßt. Wehrmacht und Führung tun das Men- schenmögliche, um den schweren Kampf zu einem Siege zu gestalten. Sie können es aber nur, wenn hinter ihnen eine Heimat steht, die sie nicht im Stiche laßt, sondern die entschlossen ist, auch ihrer- seits Opfer u*b Entbehrungen auf sich zu nehmen, nur von dem Willen beseelt, der Front noch mehr Männer, noch mehr und noch besiere Waffen in kürzester Zett zur' Verfügung zu stellen. Das ist es, was der Name Stalingrad von uns fordert. Keiner in der Heimat hat das Recht, sich davon auszuschließen. Die Männer, die die Front braucht, müssen ihr gegeben werden, auch wenn dadurch Arbeitsstellen in der Rüstungswirtschaft frei werden. Diese Arbeitsstellen müssen von anderen auf gefüllt werden. Noch gibt es ja in den besetzten Ländern Reserven an Arbeitskraft, die nicht für kriegswichtige Zwecke eingesetzt sind. Noch gibt es Menschen in Deutschland, die in nicht kriegswichtigen Betrieben beschäftigt sinh, sei es nun in gewissen Ladengeschäften und Handwerkszweigen, in Gaststätten, im Verwaltungsdienst der Wirtschaft und der Behörden, oder wo sonst immer. Es geht jetzt nicht um die Weiterexistenz einzelner Betriebe, sondern, es geht um die Existenz des gesamten Volkes, um die Rettung Deutschlands und Europas vor der Lebensbedrohung durch den Bolschewismus. Die letzten Verordnungen über die Arbeitsdienstpflicht noch nicht voll beschäftigter Männer und Frauen für Aufgaben der Reichsverteidigung und über Betriebsstillegungen im Gebiet des Handels, des Handwerks und Gast- Oie Wehrmachtberichte. •Der Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRV. Aus dem Führerhauptquariier, 7. Febr. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. Die Masse des im Raum von Noworossijsk gelandeten Feindes ist vernichtet. Schwache Restteile wurden aus engstem Raum zusammengedrängt. 3m Westkaukasus wurden erneute feindliche Angriffe blutig abgewlesen und dabei am 5. und 6. Februar 21 Panzer abgefchossen. Während im Donez-Bo gen östlich Schachty nur örtliche Kämpfe stattfanden, hält die Abwehrschlacht lm Mündungsgebiet des Don, am mittleren Donez und westlich des Oskol-Ab- schniltes in unverminderter Stärke an. Die Sowjets erlitten bei ihren ohne Rücksicht auf den Einsatz von Menschen geführten Angriffe schwerste blutige Verluste. Ein feindliches Regiment wurde in unübersichtlichem Waldgelände gestellt und restlos vernichtet. An den übrigen Fronten verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Starke Verbände der Luftwaffe bekämpften während des ganzen Tages Marschkolonne« des Feindes. An der tunesischen Front beiderseitige lebhafte Spählrupptäligkeit. 3m Seegebiel nordostwärts Oran griffen deutsche Kampfflugzeuge in der vergangenen Rächt ein feindliches Geleit an und beschädigten nach bisher vorliegenden Meldungen drei Transportschiffe mit zusammen 18 000 BRT. schwer. Eines der Schiffe geriet in Brand. Bei nächtlichen Störflügen über Westdeutschland verursachten feindliche Flugzeuge durch vereinzelte Bombenwürfe geringe Verluste unter der Bevölkerung. Drei feindliche Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. Wie durch Sondermeldung bekannlgegeben, v e r - senkten Unterseeboote in zähen harten Kämpsen aus Geleitzügen, die nach England fuhren und für die afrikanische und sowjetrussische Front bestimmt waren, 1b vollbeladene Transportdampfer und Tankschiffe mit zusammen 102 500 BRT. sowie vier Transportsegler. Drei weitere Schiffe wurden dvrch Torpedotreffer beschädigt. Ein weiteres deutsches Unterseeboot versenkte im östlichen Mittelmeer einen Kreuzer der Dido-Klasse. Oer Wehrmachtbericht vom Samstag. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 6. Febr. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die bei R o w o r o s s i j s k gelandeten sowjetischen verbände wurden trotz zähen Widerstandes weiter zusammengedrängt und sechs an Land gebrachte feindliche Panzer abgeschoffen. Erneute Landungsunternehmen scheiterten. 3m Mündungsgebiet des Don, am Donez- und Oskol-Ab- schnitt setzte der Feind seine Angriffe fort. Am unteren Donez und im Abschnitt Liwny scheiterten sie unter schwersten Verlusten für den Gegner. Am mittleren Donez und westlich des Oskol-Abschnittes find gruppenweise Kämpfe im Gange, bei denen feindliche Angriffe mit eigenen Gegenangriffen wechseln. Erneute heftige Angriffe der Sowjets südlich des Ladogasees wurden blutig abgewiesen, Vereitstel- lungen durch Artillerirfeuer zerschlagen. 3n den Gewässern des hohen Rordeys versenkten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Handelsschiff von 5000 BRT. und warfen einen Frachter von 6000 BRT. in Brand. Bei einem Angriff auf das Hafen- und Stadtgebiet von Murmansk riefen Bombentreffer Zerstörungen hervor. 3n Tunesien nahmen deutsch-italienische Kampfgruppen, wirksam von der Luftwaffe unterstützt, eine beherrschende Höhenstellung und hielten sie gegen feindliche Gegenangriffe. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge verursachten bei einem Tagesvorstoß über den Kanal durch Bombentreffer schweren Kalibers erhebNche Schäden in einem Küstenort. 3n den schweren Abwehrkämpfen im Donezgebiel hoben sich die 294.3nfanteriedivision und die 7. Panzerdivision besonders ausgezeichnet. ftättengewerbes zeigen den Weg zur totalen Mobilmachung aller Kräfte. Der Bolschewismus versagt das Recht auf Nahrungsmitteln allen, die nicht unmittelbar als Soldaten oder Rüstungsarbeiter eingesetzt sind, alle anderen müssen selbst sehen, wie sie sich am Leben erhalten. Wer HeizuiM haben will, muß selbst kilometerweit aus den Städten hinausziehen, um sich Holz zu schlagen, Kohle gibt es nur für die Rü- stungsindustrie. Selbst bei der kämpfenden Truppe sind bereits Frauen eingereiht. Rücksichtslos pressen die bolschewistischen Machthaber das ganze Volk bis zum letzten aus, um mit der rohen Masse von Menschen und Material das Heldentum des deutschen Soldaten und seiner Verbündeten doch endlich niederzuwalzen. Und da sollte einer in der Heimat sich weigern, weitere Einschränkungen auf sich zu nehmen und auch seine Kraft bis zum letzten einzusetzen? Wir sind gewiß, daß auch die deutsche Frau in dieser Situation begreifen wird, daß sie ihre Kraft nunmehr ebenfalls in verstärktem Maße einsetzen muß. Heute sind in der deutschen Wirtschaft weniger Frauen erwerbsmäßig tätig als zu Beginn des Krieges, während sich im Weltkriege die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte nahezu verdoppelt hatte. Hier liegt also noch eine beachtliche Leistungsreserve. Das deutsche Volk, auch die deutsche Frau, hat bisher noch immer Verständnis gezeigt, wenn ein Appel der Führung an seinen Leistungswillen und an seinen Opfersinn erfolgte. Das wird auch diesmal nicht anders sein. Stalingrad ist das Signal, das uns alle aufruft, uns zu erheben und dem Ansturm des Bolschewismus die feste zum Siege entschlossene Front der deutschen Volksgemeinschaft entgegenzusetzen. Hin- ter der kämpfenden Front steht die kämpfende Heimat, beseelt von dem Willen, sich des Heldentums der Front würdig zu erweisen und in einem Sturm der Arbeit, alle Anschläge des Bolschewismus zu- Nichte zu machen, bis am Ende der Sieg errungen ist- ______________ Oie Kabinettsumbildung in Italien. Rom, 7. Febr. (Europapreß.) Die Umbildung des italienischen Kabinetts wird in Rom als eine Verstärkung der Regierung durch neue Männer, die frische Arbeitskraft mitbringen, gewertet und zugleich als eine Erweiterung der direkten Leitung der Regierungsgeschäfte durch den Duce mit der Ueber- nahme des Außenministeriums. Daher betrachtet die Oeffentlichkeit diesen Wechsel als einen Beweis des wachsenden Widerstandswillens Italiens in einem Augenblick, da der Krieg neue Anstrengungen erfordert. Die Uebernahme des Außenministeriums durch den Duce versinnbiDlicht in den Augen des Volkes die Zentralisierung aller die Politik und den Krieg direkt leitenden Kommandostellen in seiner Hand. Der neue Unterstaatssekretär im Außenministerium Bastianini genießt den Ruf eines erprobten und allgemein geachteten Politikers und fähigen Diplomaten. Den Charakter einer verschärften Kriegsaufgabe erhält das neue Kabinett ferner inird) die Ernennung des bisherigen Unterstaatssekretärs für die Kriegsrüstungen, General Pavagroffa, zum Minister, zugleich mit der Erhebung feines Amtes zu einem selbständigen Ministerium, und die Besetzung des Verkehrsministeriums mit einem erfahrenen Organisator, wie es der Großindustrielle Dit- toriv (Eini ist. Schließlich mißt man der Ernennung Umberto A l b i n i s zum Innenminister große Bedeutung bei. Der bisherige Außenminister Graf (Siano ist nach einer soeben erfolgten u.ittlichen Bekanntma- „Tut eure Pflicht!" Die Stimme des Siebenjährigen Krieges. Das Jahr 1760 begann unter den schwersten Vorzeichen für Friedrich den Großen. Die im Laufe eines schon vierjährigen Völkerringens erlittenen Rückschläge mit Opfern und Kriegsleiden wirkten sich in bedrohlicher Weise für Preußen aus. Bei Kolin war der sieggewohnte Preußenkönig geschla- gen und mußte unter erheblichen Verlusten Böhmen wieder raumen. Nach der unglücklichen Schlacht bei Hastenbeck waren die am Rhein aufmarschierten Franzosen mit ihren Verbündeten bis nach Thüringen vorgedrungen. Der greise Feldmarschall Le- watd war von der russischen Uebermacht bei Groh- jägerndorf geschlagen, und Königsberg mit der gesamten Provinz Ostpreußen fielen in die Hand der Russen. In Pommern waren die Schweden emge- drungen, und sogar die Landeshauptstadt Berlin war ernstlich vom Feinde bedroht. Bei Hochkirch (Sachsen) hatte der habsburgische Feldmarschall Daun nachts das Lager der Preußen überfallen, nachdem vorher bei Domstädtl der aroße preußische Transport in feindliche Hände gefallen war. Die schwerste Niederlage seines Lebens sollte aber König Friedrich der Große in der Schlacht bei Kuner s- d o r [ erleiden, während fast gleichzeittg die von Preußen besetzte Festung Dresden zur Uebergabe gezwungen wurde. Den -tragischen Abschluß des vierten Krieasjahres bildete die schmähliche Kapitulation des Generals Fink bei Maxen (21. November 1759). Zum ersten Male hatte dort ein preußisches Heer auf offenem Felde vor dem Feinde die Waffen gestreckt. Zu all dem Unglück hatte noch die Hauptstadt Schlesiens, die starke Festung Breslau, widerstandslos dem Feinde die Tore geöffnet. Die Provinz Schlesien, zu deren Schuh Friedrich der Große zu den Waffen gegriffen hattet schien verloren zu sein. Der durch Kriegsstrapazen, Rheuma und Gicht geschwächte König befand sich bei grimmig kaltem Winter mit einem kleinen Heere in seinem Hauptquartier bei Freiberg (Sachsen), als ihn dort eine neue Hiobsbotschaft erreichte. Die zur Verstärkung vom König angeforderten Truppen des Generals von Dierecke waren vom Treibeis der Elbe am Uebergang des Stromes verhindert und nach blutigem Gefecht in feindliche Kriegsgefangenschaft geraten. Diese beiden Niederlagen der preußischen Generale Fink und Dierecke, die fast gleichzeitig und in nächster Nähe des Hauptquartiers des Königs erfolgten, hatten die abgekämpften preußischen Truppen völlig niedergeschlagen. Die Lage Friedrichs des Großen und Preußens war am Ende dieses Jahres bitterernst, schien geradezu verzweifelt -r- hoffnungslos. Darüber gab sich der klar blickende Preußenkönig keiner Täuschung hin. lieber vier Fahre hatte der Krieg gedauert. Vierzehn große Schlachten hatte König Friedrich gegen eine gewaltige feindliche Uebermacht mit wechselndem Glück geschlagen. Strome Blutes waren geflossen. Seine besten Generale, wie Schwerin und Winterfeldt waren gefallen, viele, wie Ziethen und Seydlitz, schwer verwundet oder in feindliche Gefangenschaft geraten, mit ihnen der größte Teil seiner Kerntruppen. Blühende Städte und Dörfer waren zerstört, Fluren und Felder ver- wüstet. Die Staatskassen leer, die Bevölkerung verarmt und von Hungersgefahr bedroht. Dagegen warfen die durch die letzten Waffenerfolge übermütig gewordenen Feinde immer mehr Truppenmassen den kleinen, abgekämpften preußischen Heeren entgegen. Der Mangel an' Geschützen und Kriegsmaterial machte sich neben der unzureichenden Verpflegung immer fühlbarer. Der Ersatz durch angeworbene Söldner wurde immer spärlicher und minderwertiger. Angesichts der hoffnungslosen Kriegslage wurde der König von seiner nächsten Umgebung bestürmt, mit feinen Feinden — unter Preisgabe Schlesiens, Ostpreußens und der preußischen Rheinlande — einen „glimpflichen Frieden" zu schließen. Diese Friedensgerüchte hatten sich wie ein Lauffeuer im Lager der preußischen Truppen bei Freiberg verbreitet. Der Winter 1759/60 war außergewöhnlich streng. Die Lagerzelte waren eingefroren, und Wacht- und Kochfeuer waren ein spärlicher Artikel geworden. Sauerkraut mit Kommißbrot, mit etwas Pferdefleisch und Branntwein war die gewöhnliche Lagerverpflegung. Es fehlte in den engen Massenquartieren der Dörfer und im Zeltlager nicht an Miesmachern und landfremden Söldnern, die die abgekämpften Krieger gegen ihren König und Feldherm aufzuwiegeln versuchten. Mit ihrer Parole: „Sofort Frieden um jeden Preis" gewannen sie unter den ermatteten Truppen die Oberhand, und in Hellen Scharen zogen die Mannschaften vor das armselige Bauernhaus, das Friedrich dem Großen als Quartier diente. Niederlagen und Schicksalsschläge hatten den König nicht gebrochen. Nie zeigte sich Friedrich der Große größer als im Unglück. Auch in den trübften Tagen und in den schwersten Lagen hatte er nie gedacht, den Frieden durch Unterwerfung ober durch Abtretung von Land und Leuten zu erkaufen. Alle seine Landeskinder hatten das gleiche Recht auf feinen Schutz, und kein Stück des preußischen Staates sollte unter Fremdherrschaft geraten. Und jetzt wollten ihn aufgewiegelte Leute seiner eigenen Armee zwingen, vor dem Feind die Waffen zu ftreden! Entschlossen trat der König seinen Soldaten entgegen und musterte sie mit scharfem Blick seiner zornsprühevden blauen Augen: „$>abt ihr denn schon unsere Siege und eure gefallenen Kameraden vergessen? Hohenfriedberg, Prag, Roßbach, Leuthen?" Beschämt schlugen die Soldaten die Augen nieder und nahmen sofort wieder militärische Haltung an. „Schimpft, Kerls, aber tut morgen eure Pflicht! Morgen gilt's! Kehrt, marsch!" Die Stimmung der Soldaten mar sofort umgesckla- gen. Dort stand ihr großer König und Feldherr, Den kein Ungemach beugen und kein Sturm schrecken konnte! Er allein war ihr berufener Führer und nicht jene Maulhelden, Drückeberger und Miesmacher! — „Vivat Fridericus!" Beim Morgengrauen griff der Feind an, um dem Preußenkönig den letzten Gnadenstoß zu geben. Aber schon rückten die Preußen unter Führung ihres Königs gegen die Höhen bei Wilsdruff vor. Der Feind, der habsburgische Feldmarschall Daun, mußte mit seinen überlegenen Kräften das Feld räumen, ehe er seinen Angriff entwickeln konnte. Sachsen — mit Ausnahme der Festung Dresden — war wieder im Besitz der Preußen, und nun eilte Friedrich der Große zu neuen Kämpfen und Sie- gen nach Schlesien. Bei Torgau errang Friedrich der Große mit General von Ziethen einen seiner glorreichsten Siege, die den Grundstein zu jenem ehrenvollen Frieden legten, der zwei Jahre später in Hubertusburg abgeschlossen wurde. Die irische Neutralität warum jktirbild Ne bet deckt werden müßten. 8 AU i Sie NL s Laufe |Mmr ißkü mi Genf, 7. Febr. (DNB.) Der konservative Unter» hausabgeördnete Captain Gammans, der von einer längeren Rundreise aus Amerika nach England zu- rückkehrte, berichtet im „Daily Telegraph', in Den USA. gebe es nach wie vor keine geschlossene ö ff ent» liehe Meinung, denn noch immer lebten dort große „unverdaute" Volksgruppen, die sich in ihren Ansichten über internationale Anlegenheiten wesentlich voneinander unterschieden. Die gebildeteren Kreise Rom, 7. Febr. (DNB.) Bei den Verhandlungen des südafrikanischen Parlaments über den von Smuts eingebrachten Antrag, südafrikanffche Truppen auch außerhalb Afrikas einzusetzen, erklärte der Abgeordnete General Kemp: ,Hch hoffe, daß die Kinder der Burennation, falls das Gesetz angenom- Nb pdrn Ac kW 'NV fiNer Wr 'an dicke äWf w h *, Las h i sKterjii , i Non ; Wen. chung zum italienischen Botschafter beimB«. t ifa n bestellt worden. Gedämpfte Stimmung in den LlSA. fyirette tu inter tyte. - ■i Sieben :-n Lehr« ^rtrogsf Mn '4iinb 2 MW Ul s -Ld Der Siebenjährige Krieg lehrt eindringlich wie kaum ein anderes Beispiel der Geschichte, daß all« Kriegsnot durch den eisernen Willen eines berufenen Führers und die harte Entschlossenheit der Nation überwunden und gemeistert werden kann. Sein Mahnwort „Habt chr denn schon unsere Siege vergessen?" hat ewige Gültigkeit. Die Heimat hatte im Entscheidungsjahr 1918 die ruhmvollen Siege des vorigen Wettkrieges vergessen und den Glauben er. den Endsieg der deutschen Waffen verloren. Diese rikaner mit sich bringe. Das gelte ganz besonders vom Seekrieg und den starken Schiffsverlusten. Die Isolationisten träten mit aller Schärfe dafür ein. daß amerikanisches Blut nicht für die Erhaltung des brittschen Imperialismus vergossen werden dürfe. Im übrigen stelle man in der USA.-Oeffent- lichkeit eine merkwürdig pessimistische Haltung dem japanischen Krieg gegenüber. Nicht selten höre man die Frage: Wenn wir bereits sechs Monate dazu brauchen, um die Hälfte von Guadalccmar zurück- zuerdbern, wie viele Jahre wird es dann währen, bis wir die pazifischen Inseln eine nach der andere« wieder in unseren Besitz bringen werden? südafrikanischen Luftwaffe na4 I p & geschickt und in Südafrika durch 1P* tischen Luftwaffe ersetzt weiten rr! Beis. & Mat M"pr .»«“ ' s der Mll i M >ch i nwB' Reibung iiüC ^bastel iE jlel Tas WW men werden sollte, sich weigern werden, in Uebersee zu kämpfen. Es ist eine Unehre für die südaftika- , _ , nische Union, für ihre Beherrscher zu kämpfen. 2Bie I ;®23 auch der Krieg ausgehen möge, England wird wirb f •»aiwa schastlich erschöpft aus dem Kriege hervorgehen, was IQ"0 zur Loslösung der Dominions führen wird. England |Wier wird Südafrika mit Sicherheit verlieren." Der Ab- > W geordnete Erasmus stellte die Frage, Mannschaften der südafrikanischen Luftwo Südafrika und das Empire. ■ beschwichtigt wer» -im bei lfflammen oer iri» ^wieric IM A M es dem Nahen Osten geschickt Angehörige der britischen Luftwaffe ersetzt------- Er erklärte: Auf diese Weise wird das Leben der englischen Flieger geschont, während die fübafrito nischen Flieger in den Tod geschickt werden. England stellt sich auf den Standpunkt, daß die Union ihren Goldbergbau noch wett mehr zugunsten der Rüstungsproduktion einschränken Müsse und tadelt besonders, daß die Südafrikaner ihr Gold zum Erwerb von Sterling-Guthaben per* wenden, mit denen sie dann die in England befind lichen Südafrika-Werte zurückkaufen. Doch der füb* afrikanische Finanzminister Hofmeyer wies im Parlament darauf hin, daß die Union im kommenden Jahre mit kriegs bedingten Mehraus- -'Äslnb gaben von 150 Millionen Pfund zu rechnen Habs, die wenigstens zum Teil aus den Steuern der Goldbergwerksgefellfchaften gfr Lissabon, 6. Febr. (Europapreß.) Die Sich lung Eires in diesem Krieg wird in letzter Zeck in britisch-nordamerikanischen Kreisen wieder lebhaft erörtert. Anlaß sind die mit größter Intensität^ geführten Ueberlegungen, wie bife U-Boot-Gefahr bekämpft werben könne. England und die USA. haben den Wunsch, die früheren Forderungen nach Flugzeug- und U-Boot-Bekämp«. fungsstützpunkten zu erneuern. Die von den zivilen Clipper-Flugbooten benutzten Flughafen möchte man unter militärische Kontrolle stellen, um sie für den atlantischen „Fährdienst" benutzen zu können. Die Frage, ob die USA. im Zusammenhang mit der in Casablanca eingeleiteten diplomatü , scheu Offensive gegen die Neutralen auch einen Vor- i sarlal stoß gegen Eire unternehmen werden, hängt davon jlpit bem ab, wie weit di e Opposition irischer ' Äauch Kreise in Nordamerika s — kann. In England macht das Aufflammen der .. scheu Freiheitsbewegung in Ulster wieder größere Sorge. Mit Mißfallen wird auch beobachtet, daß Mitglieder der irisch-republikanischen Armee Füh. lung mit Irisch-gebürtigen der in Nordirland stationierten USA.-Truppen aufgenommen haben. 3n London und Belfast bezeichnet man diesen Kontakt als sehr unwillkommen. aui W £ Wale i Men ■ liiö A ■ Gdein M $2 oergegenwärtigten*' sich' 'heute die Aiismaße dieser !^e Krieges und die Gefahren, die er auch für die Arne, i ‘ w Untreue gegen das Vaterland und gegen die auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden ho sich im Schandvertrag von Versailles bitter geiru® gerächt. , Heute wissen wir, daß das Reich in einer nie gekannten Stärke, inneren Einheit und unerhörtes Kraftentfaltung dem Ansturm der Feinde trotzt uni Erfolge errungen hat, für die es keinen Dergleil in der Geschichte der Nation gibt. Keiner zweiseü am Sieg, und jeder ist bereit, für ihn alles einzU' setzen. Denoch aber hören wir auf die Lehrer um ferer Geschichte. Sie lassen uns unsere Kraft unk Macht empfinden und die Forderung der Stunt« begreifen: Hart zu sein und unbeugsam! H.M- Büchertisch. — „D e r G r e i f*. Ein Jahrweiser des guten Buches. Dritter Jahrgang. 190 Seiten, mit vieler Bildern. Preis drosch. 2,80 RM. Verlag Poeschel und Trepte, Leipzig. — Das schöne und nützlich« Jahrbuch ist, wie man mit Vergnügen feftfteilen darf, auch für 1943 wieder erschienen und wirt allen Freunden des guten Buches ein willkommener Begleiter durch die kommenden zwölf Monate feto noch immer so sorgfältig gedruckt und ausgestatto wie zu Beginn, macht es Lust zum Schmökern, zurr Bilderbetrachten, zum ernsthaften, selbstvergessener Lesen. Hier wird allen Freunden der Dichtung, bei Dichter und des schönen und guten Buches eiw Fülle von Anregungen dermittelt, die gerade heu» wo der Zugang zum Buch nickt mehr so breit um einladend bequem ist wie früher, dankbar begrüß werden dürften. Es ist anzunehmen, daß bei „Greif" sich in der kurzen Zeit seines Bestehe^ bereits eine Menge treuer Freunde gewonnen h» Hans Hynrto* X sei je, M 'Nej Jhm । *”) öh K Jt: K S Au« her Stadt Gieße«.! Sie Postbotin. S Unter» 1 Sltt toiM Reoter hat, aber zur selben Zeit anfängt, geht es fttwas langsamer. Aber es geht. Mein alter Freund, mit dem ich Tag für Tag in das Geschäft pilgere, -erholen. So manche Frau wird in ungewohnte —ter. Für unsere Verwundeten. (Nachdruck verboten.) fr Fortsetzung. er er will auch erst seine häusliche Post lesen, bevor er ieiner beruflichen Arbeit nachgeht. Das hatte einige .-Schwierigkeiten. Aber mit freundlichen Worten und igutem Willen sind sie überwunden worden. Und wenn es einmal nicht klappt, so muß es eben auch zehen. Was hier in bescheidenstem Umkreis schon lange sorexerziert wird, wird sich in den nächsten Wochen mb Monaten in Hunderttausenden von Fällen rote» ter nH unedel trtyj , W ■ er E lies WA E rtv sn. $ ein JQltur- Mti Verdunkelungszeit: 8. Februar von 18.19 bis 7.21 Uhr. AUF MÖNGKEß ER© bt fltet "Teufel los. ROMAN VON OLAF BOUTERWECK JBGH • amp, )on uzhSjtt len, u$ Hen jt man? itte nit ita duii; : welkt leben de' [iüafiil» i datzi»! -eit melt' schränke lafrifoM oben f ch besvö^ । der pH wies 5 fonur^' ihrani' nen W teuer’ :ten ? * ? , daß es btnN tderZ ann. »- siege M 1W Siege» tauben.f ren. n die <- raten tter en $ör. i dann gt Bel. der in größri! tet, bei * r» d stati» -en. L Sonti Sagt man eigentlich mit größerem Recht: „Briefträgerin" oder „Postbotin"? Wir sind nicht von dem Ehrgeiz geplant, einen Dienstrang ganz genau zu umschreiben. Uns interessiert die Arbeit der vielen tausend Frauen, die alltäglich Kriegsarbeit leisten, indem sie bei der so wichtigen Postbestellung helfen. Und aus dem Gesichtswinkel dieser Arbeit allein scheint der Ausdruck „Postbotin" richtiger zu sein als der einer „Briefträgerin". Warum wohl? Mit dem Begriff Brief denken wir immer an etwas Nm "dzL °neiu Sicher ist nur eins: Das zarte Persönchen mit frem dicken Postsack ist auch ein flinkes Persönchen. Sie hat sich sehr rasch in die neue Rolle eingewöhnt. QiW Bei ihrer Kollegin, die einige Häuser weiter ihr „Nun, Otto, ist er's?" fragte Axel lästernd. Otto fichr mit allen gespreizten Fingern ein paar- rrol heftig durch seine Haare. „Ich weiß nicht recht..meinte er unschlüssig. Sigrid hob warnend die Hand und deutete mit b-n Augen zur Bibliothek hinüber, deren Dür mcht tottftäribig geschlossen war; dann machte sie eine enladende Bewegung und ging mit schnellen Schrit- dn in den Wintergarten. Axel und Otto folgten. , .„Na, was ist denn nun, Otto?" fragte Axel ner- Ist er’s — oder ist er's nicht?" . „Ich kann es zwar nicht beschwören, Herr Holm, toer er könnte es wohl gewesen sein! Jedenfalls Itanmt er mir mächtig bekannt vor, und ich weiß Ach genau, daß ich ihn schon einmal irgendwo ge- s'hen habe." „ . , . .»Ja, damit können wir nichts anfangen , jagte ^el gereizt. Er fetzte sich auf eine Bank unb ftret» weite gewohnheitsmäßig den Kops des Hundes. .Denn Sie ihn nicht mit aller Bestimmtheit wieder- | "kennen, Otto, können wir leider auch nicht das | Jiringfte gegen ihn unternehymen!" -Hch weiß genau, daß ich den Mann schon einmal ^eichwo gesehen habe", beharrte Otto, „selbst seine E'jmme erkenne ich wieder." I . Sigrid fühlte einen leise stechenden Schmerz tn Herzgegend, als sie Axels tiefe Niedergeschlagen» ^ bemerkte. v . "Vielleicht liegt es nur an der veränderten Miet» »tag?" meinte sie zaghaft und völlig verwirrt, denn ® gern sie Axel Reifen wollte, seine Unschuld M taeife* so sürcht«riich uxw ih« d-r GÄ-nk«. daß iteulto *8 ätx i NlLk \ | 3urü<,j j * inberc Die NS.-Gemeinschaft „Shraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Aufttage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „^ruppenbetreuung" m Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Deranltal- ngen durch: In einem Lazarett gab das KdF.« ..chester ein Konzert. Unter Leitung von Otto Schil- ßnger spielte die Kapelle srohe Weisen aus Opern inb Operetten. Elsa Tietjen (Sopran) und bans Stief (Tenor) fangen Arien aus Opern. 3efonbers gefiel ein Duett aus „Carmen" unter Mitwirkung der Kapelle. — Im Auftrage der Lreisbildstelle zeigte Lehrer Appelmann in zwei Lazaretten den Film „Kampf gegen England", der tas interessante Leben unserer Marine vor Augen fthrte. — Schülerchor und Orchester der Vqlksschule iit Gießen-Klein-Linden veranstalteten unter Leitung ren Lehrer Rau in einem Lazarett ein Konzert. Die Aortragsfolge war abgestimmt auf den Grundgedanken Heimat und Vaterland, Soldatentum, Vieler und Volksweisen, dazwischen Gedichte von Pfaff, »echte! und Bittroch in harmonischer Abwechslung. Siel Beifall fand auch das Ziehharmonika-Orchester. >as Matrosenlied „Heuf an Bord" im Chor mit g'rchesterbegleitung fand starken Beifall. — Im !!aufe der Woche waren Verwundete von der In- rndanz des Theaters der Universitätsstadt Gießen 92 den Vorstellungen eingeladen. — Die Ortsgruppe ter NSDAP, mit ihren Gliederungen in Großen- Siufetf hatte zum Sonntag eine große Zahl Der- vundeter aus hiesigen Lazaretten zu Gast. Am Nach- nittag vereinte eine Kaffeestunde die Verwundeten tad Gastgeber. . , IZebensverhältnifle kommen. Sie wird bange fragen, WAI :b es geben wird. Aber es wird gehen. Manchmal a« i| itmas leichter, manchmal etwas schwerer. Der gute Ben "A Dille, das freundliche Wort sind gute Helfer. ie N lärte bc daß M ;ngeiwM Ueber> übafrik fcn. W. irb wir!’! ben, kh j R EnM urä Der ' Jeden Morgen, wenn ich das zarte Persönchen mit der großen Posttasche sehe und an die mehrstöckigen Häuser mit den vielen Treppen denke, ärgere ich mich über die „Briesträgerin" und plädiere ich für „Postbotin". Aber nur im stillen, denn ich weiß, daß ich mit der sprachkundlichen ** scheidung sehr wenig helfen kann. Das zarte Per» .. i lönchen aber nickt mir schon von weitern freundlich 5$E , bastelt einige Zeitungen und Zeitschriften, viel- ytt leicht auch einen Brief ober eine Feldpostkarte aus W hbrer Tasche und reicht sie mir mit einem lächelnden Morgengruß. Ich sage mein „Danke schön" und wohl auch ein paar Worte, wie sie die täglichen Anlässe eingeben mögen, habe aber durch all die Monate meine sprachkundlerischen Sorgen klug verschwiegen: wohlbewußt, daß sie bei dem Treppauf »her Treppab nur sehr wenig helfen können. ‘Ä WuÄ V. 4» 1 4 bieL ganz Leichtes, weil die meisten Briefe im Rahmen des 20-Gtamm-Gewichts liegen, wenn auch „Briefe" bis zu einem Gewicht von einem Kilo zugelassen sind. Aber die Normalbriefe oder gar die Postkarten machen die Ledertasche der Postbottn gar nicht dick und prall. Das sind zu allererst die Päckchen, die Warenproben, Geschäftspapiere oder Mischsendun- >gen, auch wohl die Drucksachen, die sehr empfind- lick „zu Buche" oder — wie wir hier richtiger sagen sollten — zu Gewicht schlagen können. Oer totale Einsatz der Arbeitskräste. Ausruf durch die Arbeitsämter bis 31. März abgeschlossen. In diesen Tagen wird es in vielen Familien lebhafte Unterhaltungen über den Aufruf jeder abkömmlichen Arbeitskraft für die Reichsoerleidigung geben, wie er durch die Verordnung über die Meldepflicht von Männern und Frauen vollzogen wurde. Die amtlichen Verlautbarungen haben bereits keinen Zweifel darüber gelassen, daß es deutscher Art nicht entspricht, die Methoden der Sowjetunion cmzu- wMden, wo rücksichtslos und mit brutaler Gewalt bi? gesamte Bevölkerung mit Kindern, Greisen und Gebrechlichen zur Axbeit gepreßt wird, gleichgültig, ob der einzelne der verlangten Leistung gewachsen ist oder daran zugrunde geht. Die maßgebenden deutschen Stellen haben vielmehr jede Vorsorge getroffen zur Rücksichtnahme auf die besonderen persönlichen und sachlichen Verhältnisse des einzelnen, und zwar weitgehender, als dies etwa bei der Einberufung zum Wehrdienst möglich ist. Das somit verlangte Minimum aber werden die abkömmlichen Arbeitskräfte gern geben, nicht nur aus Anstandspflicht gegenüber unseren Soldaten und hart schaffenden Rüstungsarbeitern, sondern als ihren persönlichen aktiven Beitrag zum Siege. Der Aufruf der meldepflichtigen Männer und Frauen durch die Arbeitsämter, der in den nächsten Tagen überall im Reich in den Tageszeitungen oder durch öffentlichen Anschlag erfolgen wird, soll bis zum 31. März 1943 abgeschlossen sein. Die Erfassung kann, je nach der bezirklichen Lage, gruppenweise erfolgen, etwa nach den Anfangsbuchstaben der Zunamen oder nach dem Alter ober nach beruflichen Gesichtspunkten. Wer durch die Betriebs- sttllegungs-Anordnungen betroffen ist, wird zunächst nicht aufgerufen. Die in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stehenden Männer und Frauen find zwar von der Meldung befreit; es haben sich aber, unter ben sonstigen Doraussetzungen, Ruhestandsbeamte zu melden. Zu den selbständigen Berufstätigen, die der Meldepflicht unterliegen, rechnet alle im Handwerk, in der Industrie oder in der sonstigen Wirtschaft oder in ben freien Berufen selbständig tätigen Personen, die keine ober nicht mehr als fünf Gefolgschaftsmitglieder am Stichtag beschäftigten. Es werden nur solche Gesolgschaf tsmitglieder berücksichtigt, die mindestens 48 Stunden wöchentlich tätig waren. Ausgenommen von der Meldepflicht sind die selbständigen Bauern und Landwirte, die in der Landwirtschaft voll tätig sind. Da von der Meldepflicht im Gesundheitswesen nur die Männer und Frauen befreit sind, die hier hauptberuflich selbständig wirken, müssen sich unter ben sonstigen Voraussetzungen auch Männer und Frauen melden, die im Gesundheitswesen einen unselbständigen Berpf ausüben, z. B. die Sprechstundenhelferin eines Arztes, die am Stichtag nur halbwöchentlich bei ihm beschäftigt war. Bei den Schülern bezieht sich die Befreiung von der Meldepflicht nur auf Schüler und Schülerinnen, die eine öffentliche ober anerkannte private allgemein-bildende Schule (Mittel- ober Höhere Schule) besuchen. Demnach sind die Schuler und Schülerinnen von Fachschulen, z.B. von Handelsschulen oder Baugewerkschulen und auch die Studierenden an Universitäten oder sonstigen Hochschulen, meldepflichtig. Für die Meldung ist ein Fragebogen auszufüllen, der nach dem Aufruf bei allen Arbeitsämtern oder ihren Nebenstellen, auf dem Lande evtl, auch beim Bürgermeister oder einer sonstigen örtlichen Dienststelle erhältlich ist. Außer den Mitteilungen zur Person sind auf dem Meldebogen im wesentlichen anzugeben: Zahl und Alter der im Haushalt lebenden Kinder, Zahl der Hausgehilfin- nen, ob zur Zeit berufstätig, als was und bei wem, Dauer der Arbeit täglich ober wöchentlich, ob früher berufstätig gewesen, als was, bei wem und in welcher Zeit, warum die letzte Berufstätigkeit aufgegeben wurde, ob im Besitz eines Arbeitsbuchs, ob zur Zeit in Berufsausbildung und für welchen Beruf, ob frühere Berufsausbildung vorliegt, sowie Art der Schulbildung. Auch die ehrenamtliche Mitarbeit im öffentlichen Leben wird nach Art und Dauer ermittelt, z. B. die Mitarbeit im Roten Kreuz, beim Reichsluftschutzbund ober bei der NSDAP., ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden sowie in anderen sozialen Organisationen. Bei aller Rücksichtnahme auf diese ehrenamtliche Tätigkeit ist £s wohl selbstverständlich, daß auch diese Kräfte dem Kriegsarbeitseinsatz zusätzlich zur Verfügung stehen, soweit sie nicht wirklich bereits voll in Anspruch genommen sind. Am Schluß des Fragebogens stehen bann für jeden Aleldepflichttgen drei Grunderklärungen. Aur Wahl: 1. Ich stelle mich dem Arbeitsamt für Den Arbeitseinsatz in der Kriegswirtschaft zur Verfügung. 2. Ich stelle mich dem Arbeitsamt für den Arbeitseinsatz in der Kriegswirtschaft unter folgenden Voraussetzungen zur Verfügung (z. B. Halbtagsbeschäftigung, gewünschte Art des Einsatzes, Betreuung der Kinder). 3. Meinem Arbeitseinsatz in der Kriegswirtschaft stehen folgende Gründe entgegen, wofür die folgenden Belege beigefügt sind. Es ist ausdrücklich hervorzuheben, daß zunächst nur derAufruf und die Abgabe der Fragebogen erfolgt. Damit ist noch nicht enffchieden, ob und wann der einzelne Meldepflichtige tatsächlich herangezogen wird. Die Arbeitsämter find ermächtigt, berechtigten Wünschen über die Art des Einsatzes soweit wie möglich Rechnung zu trägen und zu prüfen, wie weit die persönlichen Verhältnisse ober Vorbehalte berücksichtigt werden können. Bei Angabe von Krankheiten oder Leiden erfolgt erforderlichenfalls eine Untersuchung durch den Arzt des Arbeitsamts. Die Arbeitseinsatzverwaltung verfügt im übrigen über die erprobten und erfahrenen Kräfte, die zusammen mit den ihnen beigegebenen Beratern die Gewähr dafür bieten, daß auch dieser große Ausruf für die Reichsverteidigung frei von bürokrati» scher Engstirnigkeit im Geiste der deutschen Volksgemeinschaft vollzogen werben wird. AieVerwertungvonWarengeschloffenerdetnebe Die (im Reichsanzeiger vom 1.2.1943 veröffentlichte) Anordnung> des Reichsroirkschaftsministers über die Verwertung von Waren geschloffener Betriebe vom 23.1.1943 eröffnet die Möglichkeit, alle Warenlager geschlossener Betriebe zu verwerten, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um bezugsbeschränkte oder nicht bezugsbeschränkte Waren handelt. Wie von der Drganifation des Einzelhandels hierzu bemerkt wird, gilt die Anordnung außerdem nicht nur für Betriebe, die erst in Zukunft schließen wer- den, sondern auch für solche, die bereits geschlossen haben. Die bereits geschlossenen Betriebe haben die Meldung und bas Warenverzeichnis innerhalb eines Monats' nach Inkrafttretung der Anordnung, also bis zum 1. März 1943, zu erstatten. Sie können hiervon absehen, wenn Warenvorräte nicht mehr vorhanden sind. Entsprechend dem Zweck der Verordnung werden nicht unterschiedslos sämtliche Warenlager bereits geschlossener oder in Zukunft zur Schließung kommender Bettiebe verwertet werden, sondern nur diejenigen, deren Verwertung für eine geordnete Der- braucheroerforgung notwendig ist. Ist die Verwertung im Interesse der Verbraucheroersorgung notwendig, so wird auch dann, entsprechend der bisher schon verfolgten Praxis, soweit als möglich dem Inhaber Freiheit gelassen werden, sich selbst mit Be- ttieben in Verbindung zu setzen, die für die lieber» nähme in Bettacht kommen und mit ihnen die notwendigen Verhandlungen zu führen. Wie bisher schon m den Erlassen des Reichswirt- fchaftsministers betont wurde, ist auch in Zukunft darauf zu achten, daß die Ware eines geschlossenen Betriebes möglichst innerhalb des gleichen Versor- gun^Sbezirks verbleibt. Eine Steuerung ist ohne weiteres möglich, da das Landeswirttchaftsamt feine Zustimmung zur Übertragung an einen Interessenten, der seinen Sitz außerhalb des Versorgungsbezirks hat, verweigern kann. Den Verhandlungen zwischen dem Uebernehmer und dem Inhaber des geschlossenen Betriebes bleibt es auch überlassen, zu welchen Preisen die Waren übernommen werden. Der zulässige Verbraucherpreis darf selbstverständlich nicht Überschritten werden, so daß also die Handelsspanne zwischen den Beteiligten in angemessener Weise aufgeteilt werden muß. Hierfür werden sich schematische Richtlinien nicht aufstellen lassen, da die Verhältnisse fachlich ganz verschieden liegen und es ja auch wesentlich darauf ankommt, welche Aufwendungen der Inhaber des geschlossenen Betriebes bereits gemacht hat, in welchem Zustand sich die Ware befindet usw. Eine Halbierung der Spanne wird im allgemeinen gerecht sein. Auch bei der Ueberfragung von Kontingenten geschlossener Bettiebe wird darauf zu achten fein, daß sie möglichst innerhalb des DersorguNgsbezirks verbleiben. Dort, wo feste Lieferkontingente bestehen, läßt sich dies auch verhältnismäßig leicht durchführen. Schwieriger wird es bann fein, wenn es sich nicht um Kontingente oder Bezugsberechtigungen im eigentlichen Sinne handelt, sondern um ein von den Lieferanten selbst durchgeführtes Zuteilungsverfays ren gegenüber ihren Abnehmern nach Maßgabe dek Umsätze früherer Jahre. Hier wird in vielen Fällen die Anknüpfung neuer Lieferbeziehungen notwendig fein, um dem Versorgungsbezirk die bisher in feinen Bereich gelieferten Waren zu erhalten. Bilder aus der neuen Wochenschau. Die neue Wochenschau gibt einen Ausschnitt aus den Kundgebungen zum 3 0. Januar. Man erlebt im Bild die Tagung der Reichsarbeitskammer, die Ansprache des Reichsmarschalls an die Wehrmacht und die Sportpalast-Kundgebung, auf der Reichs- Minister Dr. Goebbels die Proklamatton des Führers verlas. Im hohen Norden empfängt Leutnant von Eis ne m, der sich als vorgeschobener Artilleriebeobachter ausgezeichnet hat, aus der Hand des Generals Reifenberger das Ritterkreuz. Im Raum von Leningrad rollt der Nachschub. Ein mächtiges Eisenbahngeschütz nimmt Fernziele am ßaboga* s e e unter Feuer. Am mittleren Frontabschnitt eröffnen sowjetische Schlachtflieger einen Angriff der Bolschewisten. Sowjet-Panzer rollen heran. Auch dieser Angriff zerschellt an der Entschlossenheit unserer Grenadiere. Unsere Panzerkampfwagen brechen zum Gegenstoß vor. Die deutschen Grenadiere stürmen mit der blanken Waffe gegen den Feind. Deutsche U-Boote im Südatlantik. Cm Boot, das seit zwei Monaten im Einsatz ist und sämtliche Torpedos verschossen hat, übernimmt auf hoher See von einem anderen U-Boot neue Aale. Die Wochenschau zeigt zum erstenmal ein derartiges Manöver. Es folgen Bilder von der Begegnung mit einem neutralen Frachter. Eine amerikanische Luxus-Jacht kommt in Sicht. Es handelt sich um eines der vielen kleinen Fahrzeuge, die mit verborgenen Funkgeräten den Standort unserer U-Boote melden sollen. Die Besatzung muß den Segler verlassen; er wird auf den Meeresgrund geschickt. Anschließend sehen wir unsere Soldaten in einem Stützpunkt im Süden Tunesiens. Wir stehen in den vordersten Linien. Die deutschen Verbände nehmen Fühlung mit dem Feind auf. Em amerikanischer Stoßtrupp wird abgeschnitten und gefangen- genommen. Feindliche Bomber, die einen deutschen Feldflugplatz angreifen, werden von unseren 2ä* gern gestellt. Ein Brite stürzt ab und zerschellt am Boden. Brennende Flugzeugwracks liegen weit verstreut in der Wüste. U. Die Jagd im Februar. Ein Blick in den Kalender des Jagdscheines zeigt, daß die „stille Zeit" für den Iäaer kommt. Mit Ausnahme der Sauen hätte alles Schalenwild Schonzeit, wenn nicht ausnahmsweise die Schußzeit für weibliches Rotwild und Kälber bis zum Monatsende verlängert worden wäre. Ringeltauben, Waldschnepfen und Bekassinen sowie Wildgänse kommen unter unseren heimischen Verhältnissen entweder praktisch überhaupt nicht in Frage oder spielen nur eine untergeordnete Rolle. So bleibt dem Weidmann nur die Jagd auf das Raubwild übrig, von dem Dachs und Marder auch in Wegfall gekommen sind. Dagegen ist der Fuchs noch gut, wenn auch der Bala gegen Ende der Rollzeit meist etwas gelitten hat. Und schon die Rücksicht auf die dringend förderungsbedürftige Niederjagd sollte Veranlassung sein, Den roten Freibeuter weiterhin kurzzuhalten. Sicherlich ist der Fuchs nicht die Hauptursache für den Rückgang an Hasen, Hühnern und Fasanen. Ebenso sicher ist aber, daß sie alle auch ihren Tribut zahlen müssen. Nach dem günstigen Winterverlauf hofft der Heger, der sich auch im Abschuß beschränkte, wieder auf einen Aufstieg. Um so mehr hat er allen Grund, vor und während der demnächstiaen Satz» und Brutzeit jede Möglichkeit zu ergreifen, fein Jungwild zu erhalten. Dazu gehört aber das Kurzhalten des Raubwildes und vor allem des Raubzeugs in Gestalt von Hunden, Katzen, Wieseln, Krähen und Elstern ohne Rücksicht und bei jeder Gelegenheit. Hubertus. Neueiniragung beim Schuhmacher. Die Gemeinschaft Schuhe als neue wirtschaftlicke Zusammenfassung ihres Bereichs hat eine Anordnung zur Schuhausbesferung erlassen. Danach haben Schuhausbesserungswerkstätten jeder Art in der Zeit vom 1. März^bis 30. April 1943 neue Kundenlisten anzulegen. Mit dem 1. Mai 1943 werden frühere Kundenlisten ungültig. Die Eintragung in die neue Kundenliste erfolgt gegen Vorlage der vierten Reichskleiderkarte. Die Eintragung ist durch Vermerk des Namens oder der Firma der Werkstatt auf dem Stammabschnitt der vierten Kleiderkarte unter Beifügung der Eintragungsnummer der Kundenliste zu oescheinigen. Von der Reichskleiderkarte ist der Abschnitt 3 abzutrennen. Ein Verbraucher darf sich nur in die Kundenliste einer Schuhaus» Brand mit dem Mörder Professor Beierfelds gemeinsame Sache gemacht haben könnte. „Ja, das ist möglich, Sigrid", sagte Axel mutlos, „aber wir können Brand doch nicht zwingen, eine blaue Monteurjacke anzuziehen und eine Schirin- mütze aufzusetzen. Und außerdem wäre dann immer noch zweifelhaft, ob Otto in ihm den angeblichen Telephonarbetter wiederkennen würde." „Der Telephonarbeiter hatte ein mächtig braunes Gesicht", warf Otto ein. „Vielleicht hatte er sich heute morgen geschminkt. Von meinem früheren Beruf her weiß ich, wie sehr Schminke ein Gesicht verändern kann!" Sigrid setzte sich neben Axel auf die Bank. „Vielleicht ist es am besten, Axel, wenn Sie sich doch mit dem Doktor Raucheisen in Verbindung setzen und ihm Ihren Verdacht mitteilen!" Axel machte ein wegwerfende Handbewegung. ,Zch fürchte, daß das leinen Sinn hat, Sigrid; denn wir haben ja nicht einen einzigen Beweis gegen Brand! Und auf meine bloßen Vermutungen hin wird Raucheifen auch nichts unternehmen!" „Vielleicht doch, Axel!" widersprach Sigrid. „Brand wird nachweisen müssen, wo er sich heute vormittag zwischen zehn und elf Uhr in Berlin auf» gehalten hat!" Axel schüttelte den Kopf. ,Zch glaube nicht, daß wir auf diese Weise auch nur einen Schritt roeitertommen; denn wenn Brand heute morgen wirklich mit der Absicht nach Berlin fuhr, in einer Verkleidung in die Villa Beierfeld einzudringen, dann hat er für die fragliche Zeit auch bestimmt ein Alibi ober zumindest irgendeine glaubhafte Ausrede." Otto räusperte sich, und als Axri ihn fragend an» sah, stieß er aufgeregt hervor: „Da fällt mir plötzlich etwas ein: Der angebliche Telephonarbeiter wird heute morgen in der Bibliothek doch bestimmt Fingerabdrücke zuruckgelassen haben!" „Ausgezeichnet!^ rief Sigrid; aber Axel blieb zweifelrw Und niedergeschlagen. wer- (Fottsetzung folgt) „Wir müffen ihn eben zu täuschen versuchen, Herr Holm! Ich tue so, als ob ich jetzt sofort wieder nach Berlin zurückkehren müsse. Ich stelle dann den Wagen im nächsten Dorf unter, und bet Anbruch der Dunkelheit komme ich zu Fuß hierher zurück. Da ja heute abend hier ein Gartenfest gefeiert ben soll, wie Sie vorhin sagten, ist es für mich öffnete« „Das ist kaum anzunehmen", meinte er, ,Henn das ganze Vorgehen des Mannes beweist uns doch, daß er feinen Plan vorher genau überlegt hat; und eben deshalb wird er auch peinlich darauf bedacht gewesen sein, auf seinen „Arbeitsplätzen" keinerlei Spuren zu hinterlassen!" — Eine Viertelstunde lang besprach man die Angelegenheit nach allen Richtungen hin und erwog alle Möglichkeiten, aber eine Lösung wurde nicht gefunden. ,^ch habe noch einen Neuen Vorschlag, Herr Holm!" sagte Otto endlich nach einer langen Pause. Axel und Sigrid sahen ihn zugleich fragenb und ohne große Hoffnung an. „Wie roär’s, wenn ich mich heute abend hier im Keller auf die Lauer legen würde!? Vielleicht erwische ich das sogenannte Gespenst, und bann werden wir ja sehen, ob es mit diesem Herrn Brand personengleich ist!" „Ich bewundere Ihren Mut, Herr Otto!" sagte Sigrid. „Wollen Sie wirklich ganz allein —?" „Ach, wenn es weiter nichts ist!" Otto lächelte, aber infolge seiner entstellenden Narben sah es wie ein schiefes und starres Grinsen aus. ,^)err Holm und ich haben in Kladow jahrelang zusammen I7u- Jitsu getrieben! Ich glaube nicht, daß Gespenster sich in dieser Richtung sportlich betätigen, und daher wird es mir ein leichtes fein ...!" ,Zhr Vorschlag kommt zu spät, Otto!" unterbrach ihn Axel in bedauerndem Tonfall. „Brand hat Sie ja bereits hier gesehen! Und wenn er wirklich jener .Klopfgeist' selber ist oder auch nur mit ihm in Verbindung steht, wird er Sie natürlich sofort vermissen und den Zusammenhang ahnen." Der laue, freundliche Sommerabend war eigens für das Gartenfest wie geschaffen. Gusttow hatte einige ihm bekannte Familien aus der Nachbarschaft eingeladen, und da alle kamen und sehr viel Humor, tüchtigen Hunger und noch mehr Dürft mitbrachten, stellte sich bald ganz von selbst eine fröhliche und ausgelassene Stimmung ein, die ihren Höhepunkt erreichte, als Jutta gegen Zehn Uhr den Lautsprecher einschaltete und mit Axel auf dem fliesenbelegten Platz hinter dem Hause — der von zahlreichen bunten Laternen, die an Schnüren hingen, erhellt war — den Tanz er- um so leichter, unbemerkt in den Keller zu schleichen und mich dort zu verstecken!" Axel sprang jetzt temperamentvoll auf und drückte dem ehemaligen Schauspieler die Hand: „Mensch! Otto! Sie sind doch ein wahrer Teufels« keri! Wenn ich Sie nicht hätte ...!" Zehn Minuten später, nachdem alle Einzelhetten des Planes ausführlich besprochen waren, öffnete Axel die Tür zur Bibliothek und räusperte sich. Brand, der am Schreibtisch saß, hob fragend den Kopf: „Bitte, Herr Holm! ...?" „Entschuldigen Sie die Störung, Herr Brand", Axel lächelte liebenswürdig. ,^)ch wollte Sie nur darauf aufmerksam machen, daß mein Diener jetzt zurückfährt. Falls er in Berlin irgend etwas für Sie besorgen kann ..." Brand erhob sich und kam langsam näher. „So eilig?" „Ja, er hat mir nur meinen Fox hergebracht.« Axel streichelte wieder den Kopf des Hundes. „Das brave Tier ist so an-mich gewöhnt, daß es in den letzten beiden Tagen sogar die Nahrungsaufnahme verweigert hat. — Also: falls Sie zufällig irgendeinen Aufttag haben, Herr Brand ...?" „Nein, vielen Dank! Ich war ja erst heute vormittag selbst in Berlin." Er beugte sich etwas vor und nickte Otto, der im Hintergrund stand, flüchtig zu: ,Lch wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt?" Größeres Industrie - Unlernebmen *3? er*- • ! DIESEL Theater der Universitätsstadt Giefeen Lichtspielhaus Straße 28 aus, statt. Näheres 440D Kartenverkauf Saalkasse. sssv ijtlne ( i ,itru| ! !äms Ims un her ui ti) die si Kriif I Kampf 5» über öimgen t murbi fooo B Rhein. Wachgesellschaft Gießen, Stephanstraße 34. Ein Ufa-Film mit Hilde Welssnor, Paul Wegener Arthur Schröder, Jose! Sieber Erich Ponto, Walter Janssen Musik: H. 0. Borgmann Regle: Gerhard Lamprecht Ein großer Ufa-Film—tief beeindruckend in der Darstellung eines kämpferischen Schicksals, mitreißend in der Dramatik seiner Handlung, begeisternd in der Fülle der Gesichter und Ereignisse 'toocfiewiscfiaii Miillwrfilm Heute Montag Erstaufführung Wochenübersicht: Dienstag, 9. Februar, 19.00 Uh) 20. Dienstagmiete u.HalbmieteB Die Sonntagsfrau. Mittwoch,lO.Februar, 18.30 Uhr 20.Mittwochmiete u.HalbmieteA Die Geschwister Der Weg durchs Fenster. Freitag, 12. Februar, 19.00 Uhr 19. Freitagmiete u. Halbmiete A Die Sonntags!rau. Samstag, 13. Februar, 18.30 Uhr Der Opernball. Sonntag, 14 Februar, 11.00 Uhr DerTod desEmpedokle»- 1 18.30 Uhr: Der Opernball» Handball in Hessen-Nassau. LSV. Wiesbaden — TG. Dietzenbach 9:9. LSV. Gießen — GfL. Pfungstadt k. f. Gießen. TG. Offenbach — Ordn.-Pol. Frankfurt 6:11. Die Ordnungspolizei Frankfurt benötigt zum er- Serlii pnt un lZuschr Iren Kl h und Hüffe ir unser MI i h Unfi iM des p hohe MIM Mitte Auf Anordnung des Reichsmarschalls Hermann Göring als Beauftragter für den Dierjahresplan ist am 15. Februar 1938 das weibliche Pflichtjahr eingeführt worden. Zu seinem fünften Jahrestyg, am 15. Februar 1943, werden von der Reichsfrauen- ührung die Erfahrungen berichtet, die mit dieser Institution bisher gemacht worden sind. Anfänglichen Skeptikern zum Trotz hat sich das Pflichtjahr für alle Beteiligten sehr gut bewahrt. Drei Gebote hat es zu erfüllen: 1. Jedes junge Madel ist, ehe es in das Berufsleben eintritt, hauswirtschaftlich zu ertüchtigen. 2. Jedem dieser Mädel ist bei der gesunden Arbeit auf dem Lande oder in der städtischen Familie in dem entscheidenden Entwicklungsabschnitt der U= und 15jährigen körperliche Kräftigung zu vermitteln. 3. Ehrendienst der kommenden für die gegenwärtige Generation an Hausfrauen und Müttern. f Bisher haben rund 1,5 Mill. Mädel, im Jahresdurchschnitt 300 000, das Pflichtjahr ab geleistet, 50 bis 60 v. H. davon auf dem Lande. Die maßgebenden Stellen von Partei und Staat, die. Arbeitseinsatz Verwaltung, sowie das Deutsche Frauenwerk And der Reichsnährstand sorgen mit ihren 20 000 ehrenamtlichen Vertrauensfrauen dafür, daß nur geeignete Haushaltungen ein Pflichtjahvmädel erhalten. Die ständige Beobachtung durch Reichsfrauenfuh- rung und Reichsjugendführung ergab, daß fast 90 v.H. aller Pflichtjahrsiille zur Zufriedenheit beider Partner verlaufen sind. Das kommt auch in einer Fülle von Briefen an die Reichsfrauenführung zum Ausdruck. L , So schreibt Frau Frieda R. aus dem Gau Salz- * Hessen-Nassau und Nied errhein bestritten in Frankfurt a. M. einen Box-Vergleichskampf, der mit 8:8 Punkten unentschieden endete. Disselbeck, Schöneberger, Herchenbach und Bettendorf holten die Punkte für Hessen-Nassau, während Koschir, Masnicza, Hillers und Runge für Niederrhein erfolgreich waren. * D 1. FC. Nürnberg wurde am Sonntag nach einem 7:0-Sieg über den VfR. Schweinfurt endgültig Fußballmeister von Nordbayern. Schweinfurt 05 wurde erneut besiegt, diesmal mit 1:2 von der SpDgg. Fürth. Eine unter Führung des Direktors des interamerfa konischen Agrarinstituts, Cemp, soeben in Asuncion eingetroffene' USA.-Kommission soll die paraguayische Landwirtschaft den Bedürfnissen der USA. „anpassen" und sie entsprechend „umstellen". * Nach einer Reuter-Meldung ist Churchill wieder nach England zurückgekehrt. In der Frühe des 6. Februar ist unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater, Schwager, Onkel und Urgroßvater Wilhelm Belief, städt. Wiesenmeister i. R. nach einem Leben nimmermüder Arbeit und treuester Fürsorge, im 84. Lebensjahre, still und schmerzlos von uns gegangen. In stiller Trauer: Oberbauinspektor Ernst Stamm und Frau Greta, geb. Bellof; Lehrer Ernst Ploch, z. Z. Hauptmann im Heere, u. Frau Minna, geb. Bellof; Oberarzt Dr. med. Ernst Stamm, z. Z. im Felde, und Frau Irmgard, geb. Felsing; Oberleutnant Karl Lieh, z. Z. im Lazarett, und Frau Hedwig, geb. Stamm und 4 Urenkel. Die Beerdigung findet Mittwoch, 10. Februar, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhbf statt. ___________ 459 D Wachleute zum Einsatz für Gießen und Umgebung zur sofortigen Einstellung gesucht. Aus dem Reich. Bogislav von Selchow gestorben. Im Alter von 65 Jahren ist der Dichter Bogislav von Selchow gestorben. Er wurde in Köslin geboren und war zunächst Seekadett auf SMS. „Stein". Im ersten Weltkrieg war er Bataillonsführer in Flandern und nahm später als Erster Offizier auf dem Linienschiff „Hannover" an der Skagerrak-Schlacht teil. Weiten Kreisen wurde Bogislav von Selchow durch seine Bücher und Gedichte bekannt, in denen er in der Zeit, als Deutschland unter dem Versailler Schmachfrieden darniederlag, zur Einigkeit und Freiheit aufrief. — In Anerkennung seiner Verdienste als F ü h r e r d e s M a r b u r g e r Studenten- k o r p s während der kommunistischen Revolution im Jah^e 1920 hatte ihn die Universität Marburg im Jahre 1939 zum Ehrensenator.ernannt. Oie Hochschule im fötalen Krieg. Im Zentralorgan der Reichsstudentenführung wird untersucht, wie sich der totale Krieg künftig auf die Arbeit der Hochschulen auswirken wird. Die Aufgabe der Universitäten könne nur die sein, den f a ch- l i ch hinreichend au s gebild e te n Nachwuchs für lebensnotwenL>iqe Gebiete zu stellen, wenn es auch im Interesse der Wissenschaft bedauerlich sei, daß eine Umwandlung freier Größeres Industrie-Unternehmen in der näheren Umgebung sucht für sofort od. später männliche oder weibliche Bürokräfte und Bürohilfskräfte insbesondere Schreibkräfte. Bewerbungen unter 458D an den Gießener Anzeiger erbeten. Hiesiges Werk sucht zum baldigen Eintritt 2 geeignete Herren für seine Betriebsbüros, die die Arbeitsverteilung. Fertigungsaufnahmen und Rapporte zu führen haben. Und außerdem 1 tedin. Zeichner evtl, aus dem Baufach. - Die Einstellung erfolgt durch das Arbeitsamt. Schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf unter 454D an den Gießener Anzeiger erbeten. neuten Gewinn der hessen-nassauischen Handball- Meisterschaft nur noch einen Punkt, denn der Tabellenzweite, TG. Dietzenbach, kam beim LSD. Wiesbaden über ein Unentschieden (9:9) nicht hinaus. Die Polizei gewann dagegen in Offenbach 11:6 und hat nun vier Punkte Vorsprung. Kur?« Sportnostz««. Oberleutnant Walter Flinsch, der bekannte Frankfurter Meisterruderer, ließ sein Leben für Führer, Volk und Vaterland. Walter Flinsch gewann in den Farben des Frankfurter RD. 1865 und des Mannheimer RV. Amicitia insgesamt zehn deutsche Rudermeisterschaften, davon allein fünf im Einer. | Mietgesuche] Suche in Meßen 2-3-3immer- MDiW m. Küche. Etwas Hausarbeit kann übern, werden. Sehr. Ang. unt. 0851 a. d. G. A. in der näheren Umgebung sucht für sofort oder später einige Abiturientinnen die sich für techn. Assistenten- Dienste eignen. Bewerbungen unter 457D an den Gießener Anzeiger erbeten. r letzten rill w Geifern JW5' n |i wen, d> Mgte En §rü her 21m en U Dar L wat W w j. Dollbn Heimo U nn iuern de [den ge> stielten [ren fü stliche f ßfluern, t Dreifci r A le lern, ur tlßtl Kl kn «l p flefü Li onlo: butq eine erfahrene Mutter von drei Töchtern, von denen zwei bereits das Pflichtjahr absolviert haben: „... ich muß sagen, es hat wohl keiner geschadet ... Für ein Mündel finde ich dies darum als Vorteil, weil sie anderswo viel leichter in die Hausarbeit eingeführt werden kann, als eine Mutter cs vermag ... Besonders nach der Schule finde ich die körperliche Betätigung gesund." — Die Bäuerin Maria Sd)„ aus Hermersdorf berichte^ „Ich habe einsehen gelernt, daß ein Pflichtjahrmädchen entgegen dem Vorurteil vieler Hausfrauen doch eine Stütze sein kann ... Das Pflichtjahr blerbt für viele Mädchen die einzige Gelegenheit, sich bis zu ihrer Verheiratung im Haushalt betätigen zu müssen." — Das Pflichtjahrmädel Edith I. aus Eichwald (Sudetengau) sagt: „Die erste Zeit fiel es mir besonders schwer, da ich das einzige Kind war. Heute gefällt es mir schon so gut, daß ich gqr nicht mehr weg will." Und in der Tat haben sich Z.B. im Gau Westfalen-Nord 22 v.H. aller Pflichtjahrmädel, die vorher andere Berufswünsche hatten, nach Ableistung des Pflichtjahres für haus- oder landwirtschaftliche Berufe entschieden. Allgemein wird ferner eine erfreuliche gesundheitliche Entwicklung mit Gewichtszunahme bei diesen Mädeln beobachtet und dazu eine Förderung der geistigen Reife, die sie z. B. zu bevorzugten Lehrlingen macht, obwohl an sich die Lehre auch vor dem Pflichtjahr erfolgen kann. Vereinzelte Ausnahmefälle, wo nicht alles so gut klappt, werden nach Möglichkeit ausgeschaltet. Das Ziel aber lautet: Kein Mädel geht ohne hauswirtschast- liches Grundwissen in die Ehe! Nach schwerer Krankheit verschied am ß.Febr. mein lieber, herzensguter Mann, unser lieber Sohn, immer hilfsbereiter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Valentin Winkler im Alter von 55 Jahren. In tiefem Schmerz: Frau Elise Winkler, geb. Horn nebst allen Angehörigen. Gießen (Krofdorfer Straße 28), 8. Febr. 1943. Die Beerdigung findet am Dienstag, 9. Februar, nachmittags 2.30 Uhr, in Rödgen, von Gießener VS7 Getreu seinem Fahneneid starb am sEÄ 20. Februar 1943 in soldatischer Pflicht- erfüllung den Heldentod mein herzens- Siter, treusorgender Sohn, unser geliebter rüder, Schwager, Onkel und Neffe Paul Schmidt Gefr. in einer Pionier-Aufb.-Abteilung im Alter von 35 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er auf einem Heldenfriedhof im Osten. In tiefem Leid: Frau Regina Schmidt Wwe. ..... Wilhelm Schmidt und Frau Elli, geb. Fröhlich Karl Anger und Frau Berta, geb. Schmidt Anni Schmidt und Bräutigam Franz Bette. Gießen, Bahnhofstraße 10. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Seelenamt Dienstag, den 9. Februar, in der hath. Pfarrkirche.__ Mit den Angehörigen trauern die Gefolgschaftsmitglieder der Firma Carl Schmidt um ihren verehrten Chef. D vs7 In den schweren Kämpfen bei Woronesch iHSSfl fand in treuer Pflichterfüllung, im Alter von 28 Jahren, den Heldentod mein lieber Mann, der treusorgende Vater seines Töchterchens, unser guter Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Uhrhan Unteroffizier in einem Gren.-Regiment, Inhaber mehrerer Kriegsauszeichnungen. Unvergessen von Uns, ruht er auf einem Heldenfriedhof im Osten. in tiefem Schmerz: Gertrud Uhrhan, geb. Rinn, und Kind Helga; Karl Uhrhan und Frau Christine, geb. Müller; Otto Rinn und Frau Luise, geb. Rabenau; Familie Christian Uhrhan; Familie Heinrich Uhrhan; Meline Uhrhan Wwe. und Kinder; Familie Albert Schäfer; Otto Rinn. Lieh, Heuchelheim, im Felde, im Februar 1943. _______________455 D Die am Mittwoch, dem 3. Februar, ausgefallene Abonnements-Vorstellung Liebesbriefe wird heute Montag, 19 Uhr, nachgeholt. 450 D Fünf Jahre weibliches pflichtjahr Eine erfreuliche Bilanz. Houptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriflleiters: Ernst Blumschem. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Tbyrtot; rür Stadt Gieswn, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumscheiu. Druck und Verlag: Brühljche Universitätsbruckerei R. Lange K. G. Berlagsieiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzetgenleiter: Hans Beck. Änzeigenpreisliste Nr. 6 , Bekanntmachung. Betr.: Reichsviehseucherrgesetz; hier: Ausschlag der Beiträge auf Viehhändler und Biehbesitzer. । Die auf Grund des Reichsviehseucheimesetzes ausgestellte Liste der beitragspflichtigen Pferde-, Rindvieh- und Bienenbesitzer imStadtkreise Gießen liegt während einer Woche vom Tage der Beronent- lichung dieser Bekanntmachung an bei der Gewerbe- volizer der Stadt Gießen (Stadthaus, Bergstr. 20, Zimmer 26) zur Einsicht, offen. Einwendungen können nur während dieser Ossenlegungsfrüt und nur von den beteiligten Biehbesitzern und Viehhändlern vorgebracht werden. 14530 Gießen, den 6. Februar 1943. . Ter Oberbürgermeister der Stadt Greven. I. V.: Nicolaus. Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntag 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugend hat Zutritt 452C besserungswerkstätte eintragen lassen. Die Werkstatt darf nur die für sie schriftlich festgesetzte Zahl von Kunden annehmen. Die Möglichkeit der Wiederaustragung aus der Kundenliste und damit des Wechsels der Werkstatt bleibt.erhalten. Ausbesserungswerk- stätten dürfen Ausbesserungsarbeiten nur für eingetragene Kunden ausführen und grundsätzlich nur in der Reihenfolge, in der die Aufträge erteilt werden. Abweichungen von der Reihenfolge sind nach pflichtmäßigem Ermessen des Werkstattinhabers zulässig, insbesondere bei Kleinreparaturen. * ** Farbfilm-Veranstaltung „Farbiges Spanien". Die im Gießener Vortragsring zusammengeschlossenen Kulturverbände — Goethe- Bund, Kulturelle Vereinigung und Volksbildungsstätte Gießen der NSG. »Kraft durch Freude" — veranstalten am Dienstag, 9. Februar, eine Aufführung des Schmalfarbfilms „Farbiges Spanien". ** Folgenschwerer Sturz im Walde. Auf einem Sonntagsspaziergang im Schiffenberger Wald stürzte gestern vormittag der Geschäftsführer der Gießener Gruppe des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes Adolf Sauer so unglücklich, daß er mit dem Rücken gegen einen Baumstamm fiel und dabei schwere innere Verletzungen erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte vom Deutschen Roten Kreuz an der Unfallstelle abgeholt und der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Landkreis Gießen. = Lich, 8. Febr. Am morgigen Dienstag, 9. Februar, kann Frau Lina G ü n g e r i ch, geb. Zimmermann, die langjährige verdiente Rechnerin des früheren Alicefrauenvereins und der jetzigen Ortsgemeinschaft Lich des Deutschen Roten Kreuzes, das 7 0. Lebensjahr vollenden. Der Jubllarin gut unser herzlicher Glückwunsch. co Langsdorf, 7. Februar. Heute vollendete Fräulein Elisabeth Heckmann in geistiger und körperlicher Frische ihr 7 0. Lebensjahr. Bei einer ganzen Anzahl hiesiger Einwohner beobachtet man die sonderbare Tatsache, daß sie ihren Geburt^ tag an einem anderen Datum feiern, als es amuich eingetragen ist. Der protokollarisch niedergelegte Tag hält ohne Zweifel das richtige Datum fest, denn das Protokoll wurde von dem jeweiligen Vater und den Paten nach vorheriger Verlesung unterschrieben. Wahrscheinlich ist dieser Widerspruch zwischen dem amtlichen und dem in der Familie geführten Datum so zu erklären, daß unsere Dorfleute vor 70 und mehr Jahren längst nicht so mit dem Kalender und sozusagen mit der Uhr in der Hand lebten, wie wir Menschen der Gegenwart. Die weitaus meisten Lan^mte hatten damals überhaupt noch keinen Kalender in den Häusern. Die Sivpe Heckmann ist bei uns seit etwa 130 Jahren ansässig. In der Gegend von Hungen und Nidda siedelt sie schon seit Jahrhunderten.'Ob der zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Langd vorkommende hessische Verwal- tunasbeamte Heckmann der Ahnherr dieses Namens ist, ist noch nicht untersucht worden. Der Jubilarin nachträglich herzliche Glückwünsche. Gemeinsame Bekanntmachung der Landrate der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Nrredberg, Greven und-Lauterbach, sowie des Oberbürgermerrters der Stadt Gießen. Betr.: Sonderzuteilung von Wein an Lang-, Nacht-,Schwer-undSchwerstarbeiter. Der vorbestellte Wein für die Sonderzuteilung an Lang-, Nacht-, Schwer- und Schwerstarbeiter steht nunmehr bei den zugelassenen Verkaufsstellen zur Ausgabe zur Verfügung. Er kann m der Zeit vom 4. bis 20. Februar d. I. gegen Rückgabe des Ausgabeabschnitts des Bezugsausweises tür die Sonderzuteilung von Wein an Weihnachten 1942 bei dem Kleinverteiler, der die Anmeldung entgegengenommen hat, abgeholt werden. Ueber den vorbestellten Wein, der bis zum 20. d. M. nicht ab- geholt wurde, kann der Kleinverteiler frei verfügen. (456D Gießen, den 6. Februar 1943. . Für die Landräte der Landkreue Alsield, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Greßeu. Dr. Öo 13. ' Putzfrau Imal in d. Woche für Privat- Haushalt gesucht. [0855 Schiller, Löberstraße 24. | Verkäufe 1 Kinderwagen, fastneu,60Mk., 1 Zwill.-Svort- wagen, 30 Mk., 1 schw. Konfirmandenhut, Gr. 54, 7 Mk. Hinter der Westanlage 111, lks. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Dar nm: Kleinanzeigen in die Hei« matzeitung, den BiefimrAnielgox Zeitungsträgerin gesucht Vertat les DleBener Inzeilen ' 393 D wissenschaftlicher Forschung in eine rein krie^be« dingte Zweckforschung und -lehre erfolgen rm^sse. Alles, was ausschließlich der wissenschaftlichen Lieb- hab er et diene, müsse Wegfällen und die schärfste Kon« zentration auf die unbedingt wichtigen Dinge erfol«. gen, die als Rüstzeug des kommenden Akademikers vorhanden sein müsse. , , Auch in den übriggebliebenen Vorlesungen habe nur noch das Platz, was zum Verständnis und zum methodischen Aufbau erforderlich ist. Jeder Gelehrtenstreit über verschiedene Auffassungen eines Problems werde zu unterbleiben haben. Auf ^diefe Weise werde sich eine wesentliche Kürzung des Stof, fes erreichen lassen, die sich vielleicht in einer V e r. Minderung der zur Prüfung erforder. lichen Semesterzahl auswirken werde Das reine Lernen werde vorübergehend die wissenfchaft- liche Betrachtungsweise überwiegen müssen. Neben der Konzentration des Studiums müsse in den Semesterferien der Rüstungseinsatz restlos durchge- führt werden. Wer an diesem Einsatz vorbeizukommen versuche, verwirke das Recht auf das Studium. Auch für das Frauenstudium seien diese Grundsätze maßgebend. Neben der straffen Einsatzpflicht sei eine strenge Auslese vor Beginn des Studiums not« wendig. Kleine politische Nachrichten. Der Führer h'at dem Kammersänger Heinrich ■ Schlusnus in Berlin aus Anlaß feiner 25jähri- gen ununterbrochenen Zugehörigkeit zur Staatsoper in Würdigung feiner Verdienste als darstellender Künstler und Sänger die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Parteisekretär Vidussoni besuchte in Messina die von den feindlichen Luftangriffen betroffenen Stadtteile. Bei einem der letzten Luftangriffe auf Palermo wurde die aus der Mitte des 12. Jahr« Hunderts stammende Magione-Basilika vollständig zerstört. General Franco hat die 50 Mitglieder der spanischen Volksvertretung ernannt, deren Auswahl ihm auf Grund des Gesetzes über die Cortes persönlich vorbehalten ist. Unter den neuernannten Cortesmitgliedern befinden sich bekannte Heerführer aus dem spanischen Freiheitskampf,darunter der ersteKomman- beur der Blaueh Division, General Munoz Grandes, ferner zahlreiche Kämpfer $er Falange und ehemalige Ostfrontkämpfer, sieben Bischöfe und Erzbischöfe, Vertreter des Adels, der Großbanken und der Schwerindustrie. Zum Präsidenten der Cortes wurde der Justizminister Estala Bllbao ernannt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Vaters, Großvaters und.Urgroßvaters Fritz Rinker sagen wir hiermit unseren Dank. Minna Engel, geb. Rinker; Elisabeth Beorge, geb. Rinker; Auguste Keller, geb. Rinker; Johanette Maul, geb. Rinker; Familie Siegel Mainz, Bad-Kreuznach, Offenbach/M., Frankfurt/M.-West, Winnerod, 8. Febr. 1943. Verschiedenes! Dame sucht MeMl im Maschinenschreiben. Schriftl. Angsb. unter 0853 an den Gieß. Anz. Hellgelber Hund mit weißen Füßen,Rufname „Nelli", entlausen. Wiederbr. erhalt Belohnung, f 0857 Hünermund, Wolkengasse 17 Silberner WMlilW Andenken, mit Namen M. St. verloren. Abzugeb. gegen bobe^Belohnung aus dem [0849 Fundbüro. Verloren Am Samstagabend auf dem Wege Bismarck- straße - Gleichmaße gelbes Seidentuch verloren. Ta And., bitte ich den ehrl. Finder, es abzugeb. geg. Belohn. 0858 Bleichstr. 9 I, bei Stroh. WILLY BIRGEL in der Universitätsstadt Gießen Montag, den 8. Februar 19.00 bis 21.15 Uhr 19.Mittwochmiete u.HalbmieteB Liebesbriefe. Giebener Vortragsring Boethe-Bund / Kulturelle Vereinigung Volksbildungsstätte Gießen der HS6. „Kraft durch Freude“ Dienstag, den 9. Februar 1943, abends 7.30 Uhr, Neue Aula der Universität Farbiges Spanien Ein Farbfilm der im Jahre 1942 durchgeführten Urania-Spanien-Expedition mit Begleitvortrag von Hans Bötticher. jStellenangebote Keine Ursprungs« zengntsse, lonbent nur Zrugnt» abschrtsten dem Be- werbungsichre Len beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsunte» iflffen müssen zur Vermeidung von yetiuRee auf der Rückseite Romen und Anschrift bei Bewerbers tragen! Frau oder Mädchen m. Kochkenntn., z. Führung eines frauenl.Beamt.- Haush. gesucht. Schriftl. Angeb. unter 423 D an den Gieß. Anz. Kinderliebe, zuverlässige hüWgkiiiW zu 2 Kleinkind., m.Fam.-Anschl., wegen Heirat d. bisherigen zum 15. 2. dringend gesucht. [0846 Gaillard, Schiffenberger Weg 16 II. 0856-H ■ | Kaufgesuche j Gut erhaltenes MWllMr, MenMliiik z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0823 an den Gieß. Anz. IWop zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0850 an den Gieß. Anz.