Mittwoch, 7. April MS 195. Jahrgang Nr. 82 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gietzener Familienbiälter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... .RM.1.80 Zustellgebühr . „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81/» Uhr desBormittagS Anzergen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelS Plabvorschrift l vorherige Vereinbarung) 250'« meot Gießener Anzeiger SttM General-Anzeiger für Oberhessen Clausewitz. tut. Schiffsziele mit gutem Erfolg an. Jäger und Flakartillerie sowie Unterseebootjäger der Kriegsmarine vernichteten 18 feindliche Flugzeuge. Zwei eigene Flugzeuge werden vermiht. Vritisch-nordamerikanische Fliegerverbände griffen am gestrigen Tage di^ besetzten Westgeblele, vor allem die Stadt Antwerpen an. Die Bevölkerung hatte erhebliche Verluste. In einer Schule wurden 180 Kinder getötet. Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe schossen 19 feindliche Flugzeuge ab. In Vordnorwegen wurde ein feindlicher Sa- hotagetrupp bei der Annäherung an die Küste zum Kampf gestellt und vernichtet. Keine sowjetischen Angriffe mehr am Kuban-Brückenkops. Belgische Schulkinder die Opfer des britisch-amerikanischen Lustterrors der Korrespondent der schwedischen Zeitung „Alle- handa". Man sei besonders verärgert, datz ein Zeit- punkt für die Zusammenkunft zwischen Giraud und de-Gaulle überhaupt nicht vorgesehen sei. In anderen Kreisen Londons hätte man schon gehört, daß die Nordasvika-Verhandlungen nicht wunschgemäß verliefen und die Beziehungen de Gaulles zum nord- amerikanischen Staatsdepartement nicht besser geworden seien. Don gutunterrichteter Seite werde die ablehnende Haltung Eisenhowers damit begründet, daß gewisse französische Elemente in Nordafrika — darunter vor allem ältere Offiziere —, die „immer noch Pstain-AnHänger seien", Giraud wissen ließen, sie seien gegen jede Zusammenar-- beitmitdenGaullisten, welche immer noch als Rebellen betrachtet würden. Schließlich glaube man in Nordafrika, daß die Ankunft de Gaulles, dessen Anhänger in jüngster Zeit dort sehr eifrig und nicht ohne Erfolg agitiert hätten, Anlaß zu Demonstrationen sein könnte. Häuser und Villen. V ie r S chu l e n wurden in Mitleidenschaft gezogen, von denen zwei bis auf den Grund zerstört wurden, so daß buchstäblich kein Stein auf dem anderen blieb. Da der Angriff während der Schulzeit erfolgte, liegen unter den Trümmern der zerstörten Schulen etwa noch 250 Knaben und Mädchen. Aus dem einen Schulgebäude wurden bisher über 40 Kinder als kaum noch identifizierbare Leichen geborgen. Dor den Schulen spielten sich nach dem Angriff Schreckensszenen ab, als die betroffenen Eltern in den Trümmern nach ihren Kindern zu suchen begannen. Tausende von Menschen sind obdachlos und ihrer ganzen Habe beraubt. Die Krankenhäuser sind mit verwundeten Zivilisten überfüllt. 328 Todesopfer in Paris. Paris, 6. April. (Europapreß.) Die Zahl der Todesopfer des britisch-nordamerikanischen Terrorluftangriffs auf die Pariser Zivilbevölkerung hat sich auf 328 erhöht. Es wurde ein Generalsekretär für die französische Luftverteidigung in der Person des Generalmajors Gästin ernannt. Die feierliche Beisetzung der Opfer des Pariser Blutsonntags erfolgt am Mittwoch, der zum nationalen Trauertag erklärt wurde. Die französische Presse nimmt weiterhin scharf Stellung gegen die britisch-norüamerikani- schen Luftpiraten. Das „Oeuvre" bezeichnet sie rundweg als Verbrecher, die die Verachtung der Menschheit verdienen. „Die Piloten Roosevelts und Churchills beweisen, daß sie keinerlei militärische Tradition besitzen und daß sie sich ihrer Waffen nur bedienen, um ihrer Zerstörungswut zu genügen", erklärte der französische Botschafter Fernand de B r i n o n. „Wir Franzosen stellen fest, daß diese Art der Kriegführung nicht zu entschuldigen ist." Terrorangriffe auf Süditalien. Rom, 6. April. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag gibt bekannt: Zahlreiche viermotorige Flugzeuge warfen Bomben auf die Umgebung von Marsala und Palermo, Trapani und Porto Empedocle, die beträchtlichen Schaden verursachten. Unter der Bevölkerung gab es in der Gegend von Marsala vier Tote, in Palerma 17 Tote und in Porto Empedocle 13 Tote. Zwölf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, davon sieben von deutschen Jägern und fünf von der Bodenabwehr. Bei den Angriffen auf Neapel am 4. April verlor die feindliche Luftwaffe außer den zwei bereits gemeldeten ein viermotoriges und ein zweimotoriges Flugzeug, die ins Meer stürzte^ Daß die britisch-amerikanischen Mordbrenner nach einem ganz klaren Plane vorgehen und es auf die Vernichtung und Ausrottung der Zivilbevölkerung und vor allem der Frauen und Kinder abgesehen haben, war demjenigen, der die Systematik der bri- üsch-amerikanischen Terrorangriffe seit längerer Zeit beobachtet, von vornherein nicht zweifelhaft. Nunmehr mehren sich aber die drastischen Beweise, daß es sich bei den. Luftangriffen der englisch-amerika- niscyen Mordbrenner um die strikte Durchführung eines ebenso scheußlichen wie verbrecherischen und folgerichtig ausgedachten Mordplanes gegen die Zivilbevölkerung handelt. Erft grn Sonntag wurde dieser Beweis erhärtet durch den gemeinen und niederträchtigen Luftangriff der englisch-amerikanische« Mordbrenner auf die mit Menschen übersäten Rennplätze und die Wohnviertel der Stadt Paris. Man scheute hier nicht einmal davor zurück, mit einem Zynismus sondergleichen durch den Londoner Nachrichtendienst der ganzen Welt offenkundig machen zu lassen, daß dieses fluchwürdige Verbrechen „b e i klarer Sicht" begangen wurde und daß die „Ziele klar ausgemacht und schwer bombardiert" worden seien. Damit ja kein Zweifel an dieser verbrecherischen Gesinnung der englisch-amerikanischen Mordbrenner auskommen konnte, wurde gleich am Montag ein neuer Mordplan inszeniert und verwirklicht. Die britisch-amerikanischen Mordbrenner bombardierten an diesem Tage in einem Tagesangrift Wohnviertel der Stadt Antwerpen und mordeten 180 unschuldige Kinder hin. Die britisch- amerikanischen Mordbrenner dürfen sich angesichts dieser feigen und verbrecherischen Handlungen nicht darüber beklagen, wenn ihnen eines Tages ihre Mordbrennerei gründlich heimgezahlt wird. Oer Lleberfall auf Antwerpen. Zwei Schulen während der Schulzeit bis auf den Grund zerstört. Brüssel, 7. April. (Europapreß.) Mehr a\=> 2000 Tote neben einer großen Zahl von Verletzten und zahlreichen Verschütteten forderte der britischnordamerikanische Terrorangriff auf Antwerpen, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wurde. In knapp fünf Minuten wurden durch den Bombenangriff aus großer Höhe, wobei von einem gezielten Wurf auf militärische Objekte nicht die Rede sein fatal, Hunderte von Wohnhäusern entweder völlig vernichtet oder schwer beschädigt. Darunter befinden sich eine schöne alte Kirche, ein Altersspital, das Gemeindehaus und mehrere hundert Arbeits- Oer Wehrmachiberichi. DNB. Aus dem Führerhaupkquarkier, 6. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Kuban-Brückenkopf setzte der Feind feine Angriffe infolge der am Vortage erlittenen Verluste nicht mehr fort. Von der übrigen Ostfront „Oie dunkelsten Tage." wird nur örtliche Gefechtslätigkeit gemeldet. Auch an der tunesischen Front verlief der Tag Im allgemeinen rvhig. Bei einem eigenen Anv grisfsunternehmen in Südtunesien wurdF eine wichtige höhe genommen. Im Wittel- ' meerraum griff die Luftwaffe Flugplätze und nordamerikanischen Aktivität. Wenn der Bau von neuem Schiffsraum die Dersenkungszifter dürch U-Boote nicht übersteigen würde, wäre die Zukunft in tiefes Schwarz gehüllt." ... Wenn der Bau von neuem Schiffsraum die Versenkung durch U-Boote nicht übersteigen würde ... das ist also der einzige Trost, den die „Times" in dem Meer von Sorgen sieht; ein Trost allerdings, der noch am selben Tage erledigt worden sein dürfte durch die Nachricht aus den USA., daß die USA.-Regierung einen neuen Sachoerständigenaus- schuß eingesetzt habe, um die Möglichkeiten für eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit in den USA.-Weif- ten zu untersuchen. Denn die U-Boot-Gefahr im Atlantik — so schreibt das schwedische Blatt „Dagens Nyheter" dazu — bilde ein ernstes Hindernis für die Transporrverbindungen zwischen England und Amerika und die bisherigen Maßnahmen schienen nicht zuftiedenstellend zu sein. Auch.der Erste Lord der britischen Admiralität, Alexander, vermag den Briten keine tröstlicheren Worte zu geben. Die Härten und Schwierigkeiten des Kampfes zur See seien größer als je in der Vergangenheit. Niemals habe die britische Marine so vitodbringende Waffen gegen ihre Schiffe abwehren müssen. ... Zu keiner Zeit sei das Aufgabengebiet der britische« Marine so umfangreich gewesen, wie in den vergangenen dreieinhalb Jahren. Und dazu erklärt der Sekretär des Schatzamtes der britischen Admiralität in Glasgow, daß auch die Beschädigung von Handelsschiffen durch Bomben, Minen und Torpedos die Tonnage der Achsenfeinde beträchtlich herabmindere. 30 000 Schifte mußten seit Kriegsbeginn auf englischen Werften repariert werden. Im Jahre 1942 betrug der Tonnengehalt der reparierten englischen Schiffe rund 10 Millionen. Heute dürfen die Briten sicher sein, daß das Als die europäische Politik im Mittelalter mit Ausnahme der kaiserlichen und päpstlichen sich meist nur auf Beziehungen zu Grenznachbarn beschränkte, war England infolge seiner insularen Lage davon ausgeschaltet. Zu seinem einzigen wirklichen Nachbar, Schottland, mit dem es bis zur Vereinigung beider Reiche (1603) immer wieder Krieg führte, kam aber im 12. Jahrhundert ein neuer, der erste Gegner auch auf dem Festlands— Frankreich. Im Jahre 1154 beerbte Graf Heinrich von Anjou, der ein größeres Gebiet beherrschte als der König von Frankreich selbst, das ausgestorbene normannische Herrscherhaus von England und begründete dort die Dynastie Anjou-Plantagenet, die bis 1485 regierte und bis zur Schlacht bei Bouvines (1214) auch halb Frankreich unter der Lehenshoheit des französischen Königs beherrschte, was die erste Ursache der fast ständigen Konflikte zwischen diesen beiden Staaten war. Den Höhepunkt dieser Kämpfe bildete der mehr als 100jährige Krieg (1339—1453), der entbrannte, als der König von England nach dem Aussterben des verwandten Hauses Valois 'die Erbfolge in Frankreich beanspruchte, ein Kampf, der erst mit dem Austreten der Jungfrau von Orleans zu Gunsten Frankreichs entschieden wurde. Seitdem war bis zum Krimkrieg (1854—1856), also durch genau sieben Jahrhunderte, England nie mit Frankreich verbündet, sondern meistens als Bundesgenosse auf Seite der Gegner Frankreichs. Zu diesem Erbfeind im doppelten Sinn des 2Bor=. tes kam dann Sv a n i e n. Philipp II. hatte Königin Maria von England, die Tochter Heinrichs VIII. geheiratet, so daß beide Reiche vorübergehend vereint waren. Nach dem kinderlosen Tode seiner Gattin beanspruchte er England als Erbe und bestritt das Erbrecht Elisabeths, die aus einer kirchlich nicht anerkannten Ehe Heinrichs-stammte. Er unterstützte nun die Empörung der katholischen Iren gegen England, während Elisabeth der Erhebung der Hollän- troffenen doppelt ausgebeutet und doppelt geknechtet würden. Es gibt freilich noch einige Verblendete, die in einem verbrecherischen „Attentismus" verharren, in der Annahme, der Sieg der Gegenseit würde jenes alte System wieder in seine angeblichen „Rechte" setzen, das die anarchische Regellosigkeit zufälliger Staatenkombinationen als eine Art Naturgesetz pries, wobei nicht geleugnet werden soll, daß diese während des Wiener Kongresses von 1815 zur bestimmenden politischen Ordnung erhobene europäische Gleichgewichtstheorie einigen kleinen Staaten vor allem in der Blütezeit des Liberylismus und der Welthandelsfreiheit ermöglichte, unter dem mächtigen Schatten des britischen Baumes das bescheidene Dasein eines Blümeleins zu führen, das für Deutschland schon infolge seiner geschichtlichen Vergangenheit, aber auch infolge seiner eigenständigen wirtschaftlichen Kraft und der Tüchtigkeit seiner Erfinder und Wissenschaftler keineswegs in Frage kam. Alle diese Unbelehrbaren — es sind Gott sei Dank nur noch wenige — müßten inzwischen erkannt haben, daß weder die Souveränität zahlloser Einzelstaaten unter der Regie britischer Gleichgewichtspolitiker nach dem Prinzip „teile und herrsche" die künftige Weltordnung bestimmen wird, noch gar jene völlig verfehlte Konstruktion der Genfer Liga, die eine bloße Fortsetzung des Mächtekonzerts der Zeit vor dem ersten Weltkriege mar. Und da man füglich nicht annehmen kann, daß sie das bolschewistische Chaos des Kollektivismus noch die Verwirklichung der nordamerikanischen Standardisierung wünschen, zwei Prinzipien also, die nicht nur die Seelenlosigkeit ihrer Systeme, sondern auch die infame Demagogie des jüdischen Macht- und Geltungswillens gemeinsam haben, mühten sie erkennen, daß ihr Heil einzig und allein bei dem von den Dreierpaktmächten vertretenen schöpferischen Ordnungsprinzip der Lebensräume liegt. Und in der Tat kann chan feststell-en, daß die Neutralen immer stärker zu der Uederzeugung gelangen, zu der die Verbündeten der Achse in Europa und Japans in Ostasien schon früher gekommen sind: daß es nämlich bei diesem Kamps um Kontinente ausschlaggebend ist, auf welcher Seite ein festes, organisch gegliedertes und sicher funbamentiertes Ordnungssystem zu finden ist, das sich nicht in: Negattoen erschöpft sowie in dem Willen, die Welt als die große Beute zu bettachten, sondern das um Verantwortung vor der Kuttur und der Geschichte Europas weiß, wie es die Eigenart und die Lebensrechte der kleinere^ ostasiatischen Völker zu refpettieren gewillt ist. ------------------------------------------------------------,------------------------------------------------- Es gibt im Kriege kein ruhmvolles Unternehmen, das nicht mit unendlicher Anstrengung, Wühe und 7lot zustande gebracht würde. Wenn die Schwäche des physischen und geistigen Wenschen zum Nach- geben bereit ist, kann immer nur eine große Willenskraft zum Ziele führen, die sich in einer von Welt und Nachwelt bewunderten Ausdauer kund- Schöpferische Ordnung. Ueberblictt man die großen Zeitickume der Geschichte, so kann man aus ihnen immer wieder die Lehre entnchmen, daß machtpolitische Gebilde nur dann die Gewähr in sich tragen, zur völligen Reife zu kommen, wenn ihre Fundamente von Ideen und schöpferischen Kräften getragen werden, bei denen die Macht nur die Voraussetzung für eine Ordnung ist, an der die Weisheit und staatsmännische Einsicht ebenso Anteil haben wie die Fülle des Lebens mit seinen vielfältigen Gestaltungen, Gesetzen und Satzungen selbst. Das alte römische Imperium war nur solange eine Ordnungsmacht, als es sich freihalten konnte von den Einflüssen größenwahnsinnig gewordener Cäsaren und von jenem Herostratentum, das in die Geschichte als politische Geisteskrankheit eingegangen ist, die ihre Fortsetzung fand in Lenin, in Stalin, in Roosevelt, mit einigen Einschränkungen auch in Churchill, der sich freilich noch nicht ganz lösen konnte von jener britischen Ideologie der Gleichgewichtspolitik und der Auffassung, daß die ,.rule of law“ eine Art höherer Humanität verkörpere, eine moralische Norm sei, die, da sie Englands Vorteil am besten diente, für die ganze Menschheit Gültigkeit habe. Der Blick der britischen Führungsschicht ist also rückwärts gewandt und daher rührt es auch, daß sie in so auffälliger Weise den nord amerikanischen Anspielungen ausweicht, die die Gestaltung der Nachkriegswelt zum Gegenstand hccken. Atlantik-Charta bedeutet eben für Roosevelt etwas ganz anderes als für Churchill. Der nord- amerikanische „Weltpräsident in spe" sieht in ihr ein bequemes Betrugsmanöver, um mühelos den ganzen Erdball Wallstreet untertan zu machen. Der „Em- pireverderber" Churchill möchte in ihr die Garantie erblicken, daß in bezug auf das Gefüge der britischen Weltherrschaft alles beim alten bleibt, da doch einmal die Briten „unstreitig die größeren Erfahrungen im Herrschen" besäßen. Alle Pläne aber, die auf der Gegenseite geschmiedet und teilweise ja auch veröffentlicht werden, haben das eine Kennzeichen, daß sie im Negativen völlig übereinstimmen, während sie in allen anderen Fragen der immer hellhöriger werdenden Welt- ‘ öffentlichkeit verraten, daß sich in Stalin, Roose- ' Delt und Churchill drei reißende Wölfe gegenüber» stehen, die — das Schicksal aller Koalitionen dieser Art — niemals zu einer Harmonie kommen könnten, da sie von völlig verschiedenen Voraussetzungen ausgehen. Angenommen, unsere Gegner würden den Sieg erringen. Sie würden der Menschheit dann nicht, wie sie immer wieder glauben machen wollen, den Frieden, den Wohlstand, die „viex Freiheiten" und Gott weiß was sonst noch bringen, sondern sie würden einzig und allein danach trachten, ihr Geschäft mit dem Elend, dem Hunger und dem Chaos zu machen. Das heißt aber in der Praxis, daß Europa von den sowjetischen Fluten überschwemmt würde, während sich in der übrigen Welt England und die USA. den Vorrang streitig machen würden, was am Ende nichts anderes bedeuten könnte, als daß die von diesem Streit Be- Deutschland von heute sich nicht wieder den sicheren Sieg aus den Händen gleiten lassen wird. Künftig wird kein Lord Fisher stoßseufzend den „Engel des Herrn, der die Deuftchen blendete, lobpreisen können, und kein Churchill wird aufatmend das „dünne Fädchen" bettachten, das die Rettuna Großbritanniens bedeutete. Diesmal kämpft ein Volk, das weiß, um was es geht und das solange entschlossen am Gegner bleiben wird, bis auch sein letztes „dünnes Fädchen" gerissen feiin wird. Weshalb de Gaulle nicht nach Nordafrika darf. Stockholm, 6.April. (Europapreß.) Die Aufforderung General Eisenhowers an d e Gaulle, seine geplante Reise nach Nordafrika vorläufig auf» zus chieben, hat in Londoner gaullistischen Kreisen großes Mißvergnügen hervorgerufen, berichtet Englands Eintritt in die europäische Politik Von Professor Dr. A. R. Franz. der Hilfe leistete. In dem daraus sich ergebenden Kriege wurde fast die ganze Flotte der von Philipp beherrschten Königreiche Spanien und Portugal, hauptsächlich durch Stürme, völlig vernichtet. Dadurch war England, das kurz vorher seine ersten Kolonien in Amerika begründet hatte, zur ersten Seemacht geworden. Seitdem war sein konsequent verfolgtes Ziel, diese Seegeltung zu behaupten, keinen Konkurrenten mehr aufkommen zu lassen und sein Kolonialreich möglichst auf Kosten anderer zu vergrößern. Zur Erreichung dieses Zweckes wurden Zwistigkeiten gestiftet und genährt, wurde jede förderliche europäische Kombination unterstützt, jede Macht oder Koalition bekämpft, welche dft Erreichung eines dieser Ziele gefährden konnte. Das Streben der neuen Seemacht und damit maßgebend gewordenen Weltmackt war jetzt die Erhaltung des „e u r o p äi« schen Gleichgewichtes", d. h. das Streben, keine Macht so groß werden zu lassen, daß sie England gefährlich werden könnte. Je. konsequenter und erfolgreicher England diele Bahn mit aller seiner sprichwörtlichen Zähigkeit und Rücksichtslosigkeit verfolgte, alte Feindschaften nur vorübergehend zurückstkllend, um einen gefährlichen Gegner zu bekämpfen, uta'so mächtiger wurde es, um so größer wurde sein Kolonialreich. Immer leichter wurde es der bis in die neueste Zeit fast allein die Meere beherrschenden Weltmacht, jede europäische Entscheidung nach seinem Willen und in seinem Interesse zu beeinflussen sowie andere für seine Interessen als Kämpfer vorzuscbieben' und von der Siegesbeute ohne große Opfer seinerseits einen entsprechenden Anteil einzuheimsen. So bekriegte England zunächst unter Cromwell die früher unterstützten Holländer und brach die Konkurrenz ihrer gefährlich werdenden Seemacht. Im spanischen Erbfolgekrieg unterstützte der Herzog von Marlborough, der Ahnherr Churchills, den Kaiser, um zu verhindern. Wie ein drohendes Menetekel, düster gegen einen krarnphaft rosa in rosa gehaltenen Hintergrund, erscheint immer wieder zwischen all den Berichten, Stimmungsbildern und Kommentaren, mit denen unsere Feinde in ihren Völkern den Optimismus hochzuhalten sich bemühen, das Gespenst der U-Boot- Lie^st man all diese Stimmen, die echt sind, weil aus ihnen Not und Hilflosigkeit sprechen, und erinnert man sich noch dazu an die vielen Ausspruche englischer Politiker nach dem ersten Weltkrieg, bie «alle übereinstimmend und im Tenor wie die Churchills in einen wahren Aufschrei der Erleichterung ausbrachen: „Wir sind nur eben durchgekommen. Je mehr wir über den Kampf erfahren, um so mehr erkennen wir, an welch dünnem Fauchen unser Erfolg hing!" — oder die einfach wie Lord Fisher erleichtert aufteufzen: „Der Engel des Herrn hat die Deutschen geblendet" — dann wird man erst einen Leitartikel wie den der „Times", in dem sie einen Vergleich zwischen den Kriegsaussichten der Achsenfeinde zwischen heute und 1918 sieht, ganz würdigen können. Schreibt doch dies konservative Blatt im Ton höchster Besorgnis: „Es muß often zu- Zegeben werden, daß im März 1918 die Wege für einen Sieg in erreichbarerer Nähe lagen unb Die Alliierten nur Zeit finden mußten, um zuzugreifen. Die dunkelsten Tage des U-Boot-Krieges waren oorüber; heute sind sie noch lange nicht vorbei. Im vergangenen Kriege besetzten die alliierten Armeen «roße Gebiete in Westeuropa; heute haben wir Dort "einen einzigen Streifen Land. Wir können nur nach Westeuropa hinein durch taktische Operationen vöchst schwieriger Art. Gegen England, gegen das Kritische Empire und gegen die USA. ist das U-Boot Deutschlands erste Waffe. Der Kampf gegen die A-Doot-Gesahr bestirnt jede Phase der britischen und daß Spanien an Frankreich falle. Als aber nach dem. Siege des Kaisers und nach dem Tode Josefs I. Spanien mit Oesterreich vereint worden wäre, verhinderte dies England, indem es im Utrechter Frieden durchsetzte, daß der Kaiser nur die spanischen Nebenländer bekam, während Spanien an einen bourbonischen Prinzen fiel. Als Siegesbeute behielt England -aber das ihm auch heute noch so wertvolle Gibraltar. Im Siebenjährigen Krieg trat England auf die Seite Preußens, weil Frankreich der Bundesgenosse Oesterreichs war. England unterstützte aber Friedrich nicht direkt, sondern bekämpfte nur Frankreich in Amerika und gewann dadurch seine kanadischen Besitzungen. Schließlich seien noch die Kriege der napoleonischen Zeit erwähnt. An allen Koalitionen gegen Frankreich war England beteiligt, ohne irgend einmal besonders in die europäischen Kämpfe einzugreifen. Dagegen nahm es den Franzosen Malta weg, eroberte das den Holländern unter französischer Oberhoheit gehörende Kapland und vernichtete die französische Flotte. Erst im letzten Augenblick half England bei Waterloo, das Schicksal Napoleons zu besiegeln, und war so in der Lage, ein entscheidendes Wort bei der Neugestaltung Europas auf dem Wiener -Kongreß mit» zusprechen und so die entsprechenden Vorteile für sich zu sichern; es behauptete von da an seine Stellung als der maßgebende Faktor in der europäischen Politik bis in die jüngste Zeit, da der zweite Weltkrieg die Fundamente seiner Macht in einem nicht für möglich gehaltenen Maße erschütterte. Gandhi will noch einmalfasten Schanghai, 6.April. (Europapreß.) Ein neues Fasten plant Mahatma G a n d h i, um die indischen Massen noch einmal in Bewegung zu bringen. Gandhi will mit dem Fasten' nicht eher beginnen, als bis er sich von den Nachwirkungen der vorhergegangenen Fastenzeit erholt hat. Am Schluß dieser letzten Fastenzeit hat der Mahatma einen der Aerzte, die ihn beaufsichtigten, gebeten, ihn einen Monat nach Abschluß des Fastens zu untersuchen und ihm dann zu sagen, ob er kräftig genug sei, ein neues und ausgedehnteres Fasten aüfzunehmen. Er hat erklärt, daß er bereit sein werde, dieses neue Fasten, wenn nötig, bis zum Tode durchzuführen. Das Ersuchen des Arztes, ihm eine Untersuchung des Mahafma zu der von Gandhi erbetenen Frist zu gestatten, wurde aber von der Regierung abgelehnt. Die Regierung versucht nun mit allen Mit« teln, ein neues Fasten des Mahatma zu verhindern, da es Gandhi wieder in den Mittelpunkt des Weltinteresses stellen würde. Oie Kämpfe in Burma. Tokio, 6. April. (Europapreß.) Der Bericht des Kaiserlichen Hauptquartiers lenkt die Aufmerksamkeit wiederum auf die Ereignisse in -Burma. Die japanische Armeeluftwaffe konnte zwischen dem 1. und 4. April 38 Flugzeuge vernichten. Auch der feindlichen Versorgungs-Schiffahrt konnten neue Schäden zugefügt werden. Gleichzeitig konnten feindliche Anlagen mit Bomben belegt werden. Die Hauptlast der Kämpfe in Burmä trägt angesichts der sehr schwierigen Geländeverhältnisse, welche Operationen größerer Truppenverbände und insbesondere den Transport schwerer Waffen kaum erlauben, die Luftwaffe. Die japanische Presse ironisiert die mit viel Lärm der Welt bekanntgegebenen Pläne der britisch-indischen Armee, Burma durch eine 1 600000 Mann starke Armee zurückzuerobern oder durch Dorderburma zu marschieren und auf diese Weise die Verbindung mit Tschungking neu herzustellen. Die Versuche wurden schön im Keime erstickt. Die Verbindung mit Tschungking ist nach wie vor unterbrochen. Europa eine Schicksalsgemeinschast. Den Haag, 6.April. (DNB.) Leuwarden, die Hauptstadt der niederländischen Provinz Friesland, stand am Sonntag am Zeichen des Niederländisch e n A r b e i t s d i en st e s, zu dem der Reichskommissar ^ür die besetzten niederländischen Gebiete, Reichsminister Dr. Seyß-Fnquart sprach. Auch die Niederlande als Teil Europas seien in diesen Kampf hineingestellt. Alle Europäer mußten erkennen, daß sie eine Schicksalsgemeinschaft bilden, die sie auf Sein oder Nichtsein zu verteidigen hätten. Durch die zuchtvolle Ordnung und die Sammlung der Kräfte würden die wichtigsten Grundlagen für den Aufbau einer besseren europäischen Zukunft geschaffen. Millerand gestorben. Paris, 6.April. (Europapreß.) Alexandre Mil- lerand, ehemaliger Präsident der französischen Republik, ist im Alter von 84 Jahren in Versailles gestorben. In das politische Leben Frankreichs trat er 1885 ein, als er von den Sozialisten in die Kammer entsandt wurde. Sein Weg führte jedoch später immer weiter nach rechts, und er wurde ein enger Mitarbeiter von Clemenceau und Poincarö. Zweimal, 1912/13 und 1914/15, bekleidete er bas Amt des Kriegsministers. In seiner Amtszeit führte er die dreijährige Dienstzeit ein und trieb die französische Aufrüstung voran. 1920 wurde er zunächst Ministerpräsident und im gleichen Jahr Staatspräsident. Als radikaler Vertreter der antideutschen Po- littk Pvincares wurde Millerarck) 1924 vom Linkskartell gestürzt. \ Schweres Erdbeben in Chile. Buenos Aires, 7.April. (Europapreß.) Ein schweres Erdbeben vern/andelte am Dienstagnach- mittag' die chilenische Stadt Salamanca, 150 Kilometer nördlich von Valparaiso, in ein Trümmerfeld. Schwere Verluste an Menschen werden gemeldet. Das Erdbeben, das aus zwei Erdstößen von zwei bis drei Minuten bestand, unterbrach alle Verbindungen zwischen Santiago und Valparaiso. Die bei dem Erdbeben 1939 völlig zerstörte, inzwischen aber wieder aufgebaute Stadt La Sierena wurde erneut heimgesucht. Die Erdbebenzone ist. insgesamt 1200 Kilometer lang und erstreckt sich von der nördlichen Hafenstadt Jquique bis Linares. Totaler Einsah -er Heimat. Oer Gauleiter auf einem Betriebsappell. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spren- a e r sprach am Dienstagnachmittag zu der Belegschaft eines Betriebes im Kreise Hanau über die nationalsozialistische Zielsetzung des deutschen Freiheitskampfes. Zu Beginn seiner Rede wies der Gauleiter unter anderem auf die Härte unseres Freiheits kam pfes hin und legte die Gründe dar, die unsere Gegner veranlaßten, diesen Weltenbrand zu entfachen. Total und ohne Kompromiß werde dieser Kampf von uns geführt gegen eine Welt, die es nicht zulassen wollte, daß sich Deutschland in friedlichem Aufbau den Platz zu sichern im Begriffe war, der ihm unter den Völkern Europas zusteht. Es bestehe heute kein Zweifel mehr darüber, daß Plutokratie und Bolschewismus — beide durch den Juden verkörpert — das deutsche Volk restlos vernichten wollen. Es gelte daher, die gesgrnte deutsche Wehrkraft in Bewegung zu setzen und unsere ganze Arbeit nur auf das einzige Ziel der Erringung des Sieges abzustellen. Die Heimat werde dafür Sorge tragen, daß die Front niemals Mangel an Waffen, Munition und Nahrung haben wird. Mit fanatischem Willen wird eine in sich festgeschlossene Volksgemeinschaft die Voraussetzungen schaffen, die es unseren Soldaten ermöglichen werden, den Feind, wo sie auch auf ihn treffen werden, vernichtend zu schlagen. ( Der Gauleiter ging dann auf einzelne durch den Krieg bedingte Maßnahmen ein, die den Betreffenden gewisse Entbehrungen und Belastungen bringen, die jedoch im Interesse des Volksganzen getragen werden müssen. Die schaffende Heimat legt durch ihren unermüdlichen mühevollen Arbeitseinsatz täglich ein Bekenntnis der Treue zur kämpfenden Truppe ab. Die Erkenntnis, daß die Front diesen Einsatz voll anerkennt und zu würdigen weiß, dürfte der schönste Lohn für alle Schaffenden fein. So werden mir in fester Haltung weitermarschieren, den Kampf um eine friedliche Zukunft siegreich zu Ende führen und bedingungslos, voll Vertrauen, dem Führer — dem Wegbereiter einer neuen Welt — folgen. Schulung von Landjahrführerinnen. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besuchte am Dienstagvormittag in Johannisberg einen Lehrgang für Landjahrführerinnen. Die Mädel, die zum Teil bereits als Führerinnen von Landjahrlagern eingesetzt sind, werden in bestimmten Zeitabständen zur Lehrgängen zusammengefaßt, wobei ihnen die für ihre Arbeit notwendige weitere Ausrichtung auf fachlichem und weltanschaulichem Gebiet vermittelt wird. In einer Ansprache wies der Gauleiter auf die bedeutungsvolle Aufgabe hin, die von den Führerinnen als Betreuerinnen der Landjahrjuaend zu erfüllen sei. Er ermahnte die Mädel, den Landjahrmädeln stets Vorbild^zu fein und ihnen das Wissen zu vermitteln, das firfür ihren späteren Beruf als Bäuerinnen benötigen. Die Dominions kaufen ihre Wertpapiere zurölk. England beginnt sich von der ersten Gläubiger- Nation der Welt zu einem gegenüber dem Ausland tief verschuldeten Staate zu entw^ln. Seit jeher mußte ja England infolge der geringen Leistungsfähigkeit seiner Landwirtschäft und infolge feiner Rohstoffarmut etwa 70 bis 80 v. H. der notwendigen Lebensmittel und Rohstoffe einführen. Bezahlt wurde diese riesige Einfuhr nur zum Teil durch den Export von Jndustriewaren. Ein wesentlicher Teil des Gegenwertes wurde durch die Tribute beschafft, die das Ausland und fast alle Mitgliedstaaten des Weltreichs in Gestalt von Zins - und Til- gungszahlungen an England zu leisten hatten. Im Laufe dieses Krieges ist nun infolge der lieberlastung der britischen Industrie mit Rüstungsaufträgen der Export an Jndustriewaren stark zu- rütfgegangen, so daß aus diesem Export nur noch ein erheblich verringerter Gegenwert für die Bezahlung der Einfuhr zur Verfügung steht, und zwei- tens beginnen auch die Zins- und Tilgungszahlungen immer spärlicher zu fließen. Letzteres vor allem deshalb, weil England die Lieferungen der Vereinigten Staaten an Rüstungsmaterialien sofort bei Ausbruch des Krieges zunächst mit feinem Gold- und Devisenbestand, und als dieser erschöpft war, mit amerikanischen Wertpapieren bezahlen mußte. Englands Bestand an derartigen Effekten war recht bedeutend, und aus diesen Anlagen zog das Land jährlich bedeutende Beträge an Zinsen, Dividenden und Tilgungszahlungen, die nun bereits seit etwa 1941 fortfallen. Das war aber nur der Anfang einer höchst un<- günstigen Entwicklung, die im weiteren Fortschreiten begriffen ist, denn allmählich sammeln so ziemlich alle Mitgliedstaaten des Weltreiches und viele andere Länder große Guthaben für ihre Lieferungen in London an, ohne doß sie dafür britische Jndustriewaren erhalten können, so daß sie ebenfalls dazü übergehen, früher in London untergebrachte Wertpapiere zurückzukaufen. Sie entschulden sich also England gegenüber, und damit verliert Großbritannien die Kontrolle über Elektrizitätswerke, Eisenbahnen und Fabriken aller Art im Weltreich und im Ausland. Besonders Argentinien, aber auch Brasilien, Kanada, Australien, Südafrika u. a. m. haben sich in den letzten Jahren von Ländern, die früher gegenüber England schwer verschuldet waren, zu Gläubiger-Nationen entwickelt, die große Guthaben in London unterhalten und kaum noch Zinsen und Tilgungsraten nach England zu überweisen brauchen, sondern baß) solche von dort zu fordern haben werden. Damit tritt aber für London eine außeroiÄentlich schwierige Lage ein, denn bisher hat es mit den Zins- und Tilgungszahlungen aus dem Ausland immer sein Defizitin der Außenhandelsbilanz gedeckt, d. h. den größten Teil seiner Einfuhr finanziert. Wenn das in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein wird, so wird es entweder seine Einfuhr radikal drosseln und den Lebensstandard in empfindlichster Weise weiter senken oder aber gegenüber .dem größeren Bruder jenseits .des Atlantiks, nämlich gegenüber den Vereinigten Staaten, rettungslos verschulden und sich damit in eine völlige wirtschaftliche und finanzielle Abhängigkeit begeben müssen. V. A. Roosevelts Dakar-Lüge zerplatzt. Als USA-Truppen mit englischer Unterstützung über Französisch-Aftika herfielen, um es zu rauben, hieß es, Frankreichs Kolonialreich solle nur vor dem Zugriff der Achsenmächte in Schutz genommen werden. Angeblich wimmelte es vor edlem in dxn Städten und an den Küsten Franzöfisch-Aftikas von Achsenagenten, ja, man sprach sogar davon, daß Angriffsbasen für Ueberfälle auf fremde Kontinente, besonders U-Boot-Stützpunkte, bereits eingerichtet. würden. Begründungen deutschfeindlicher Aktionen dieser Art waren nicht eben neu. Für die Eroberung Mittel» und Südamerikas durch den Dollarimperialismus hatte die Fünfte Kolonne Her- Halten müssen, die sich bei näherem Hinsehen als ein Phantasiegebilde der USA.-Machthaber entpuppte. .Die Raubzüge der Achsenfeinde gegen Syrien, den Irak und Iran wurden damit zu entschuldigen versucht, daß man den Umtrieben deutscher Techniker ober auffatteirf) zahlreicher Touristen das weltpolitisch gefährliche Handwerk legen müsse, während .Madagaskar überfallen wurde, nachdem man es als japanische U-Boot-Basis bezeichnet hatte. Alle diese Behauptungen erwiesen sich als unwahr. Nie ist aber ein Manöver unserer Feinde, ihre Raubpolitik dadurch 'zu vertuschen, daß sie dem Gegner ihre eigenen Absichten unterschieben, kläg- Kunst und Wisienschast. Hugo Wolfs ,,rNanuel-Venegas"-Fragmenk. Im ersten feiner Konzerte in der Dresdener Staatsoper wiederholte Karl E l m e n b o r f f seinen schon in München, Berlin und Mannheim unternommenen Versuch, das Opernfragment „Manuel Denegas" von Hugo Wolf auf dem Konzertpodium lebendig zu machen. Die schlichten, kaum an den spezifischen Hugo-Wolf-Stil erinnernden Eindrücke, die von den wenigen erhaltenen Szenen ausgingen (darunter ein inniger Frühlingschor und ein von edlem Pathos erfüllter Monolog des Helden) wirkten um so mehr wie eine ergreifende Gedächtnisfeier, als der „Manuel Venegas" das letzte Werk war, an dem Hugo Wolf unmittelbar vor Ausbruch der geiftigen Umnachtung arbeitete. Elmendorfs leitete die Ausführung mit Torsten Ralf in der Tttelrolle, vom Flügel aus (nur die Klavier skizze ist vorhanden) und schickte der eigenartigen Darbietung würdigende Worte voraus., Hans Schnoor. Heryberl Wenzel als Bühnenautor. Der Lyriker und Erzähler Herybert Menzel hat mit der Komödie „Noch einmal Napoleon" im Lust- spielhaus des Staatstheaters in Berlin sein Debüt als Bühnenautor vollzogen. Der begabte Erstling verriet sich auch hier durch das Bestreben, unbekümmert um gewisse dramaturgische Gesetze an ein Wesenselement des Theaters heranzukommen. Eine französische Komtesse, Anhängerin Napoleons, lädt sich im Augenblick, als der große Korse sich bereits auf dem Weg nach St. Helena befindet, einen Doppelgänger des Kaisers, den Soldaten Robeaud, auf ihr Schloß. Der Napoleon-Mythos soll, angestachelt durch den Zweifel, ob stch nun Robeaud oder der wirkliche Napoleon in englischer Gefangenschaft befindet, noch einmal neuen Glanz bekommen. Im zweiten Akt wird das Spiel immer stärker in jene doppelschichtige Sphäre zwischen Schein und Wirklichkeit hineingestoßen, die wir von Pirandello her kennen: die Veranstalterin des politischen Streiches gerät so sehr in Öen Bann dieses Robeaud, daß sie am Ende der Verwirrung zu erliegen scheint, Napoleon vor sich zu haben. Im dritten Akt stellt sich licher zusammengebrochen als im Falle Dakar. Noch nach dem Ueberfall auf Französisch-West» afnita erklärte Roosevelt in einer Botschaft, er hätte verhindern müssen, daß Dakar sich in eine gegen den amerikanischen Kontinent gerichtete Pistole Den .wandele. Der USA.-Regierung ständen Unterlagen zur Verfügung, aus denen hervorgehe, daß die Deich scheu Französisch-Westafrika seit langem als Basis benutzten. Vorher schon hatte Roosevelts Außen« Minister Hüll behauptet, von Woche zu Woche liefen in Washington höchst wichtige Informationen über die umstürzlerische Tätigkeit der Achse in Fran- zöstsch-Westaftika ein. Mit diesen Worten haben die maßgebenden USA.-Polittker bewußt gelogen. Washington bekam tatsächlich aus Franz ö fisch-Westaftika besondere Informationen, die aber ganz anderen Inh alte s waren, als die USA.-Machthaber es behaupteten. Der Mann, der Roosevelt unö seine Helfershelfer als Lügner entlarvt und damit die gesamte Aftika-Agitatton der Vereinigten Staaten an den Pranger stellt, ist Thomas W a s h o n, der vom September 1940 bis Februar 1942 USA.- Konsul in Dakar war. Er hatte die besondere Aufgabe, etwaige deutsche Einflüsse auf Französtsch- Westaftika zu beöbachten und darüber sofort nach Washington zu berichten. Die französischen Behörden, so erklärte Washon selbst, gewährten ihm zu diesem Zweck die größte Bewegungsfreiheit. Trotz eifrigster Nachforschungen war es ihm nach seinem eigenen Eingeständnis nichtmöglich,auchnur das leiseste Anz eich e n einer deutschen Einflußnahme in Französisch-Westaftika festzustellen. Im Gegenteil berichtete er amtlich: „Solange ich mich in Dakar befand, gab es dort keine Deutschem Weder in Dakar noch in irgendwelchen anderen westafrikanischen Häfen waren deutsche Unterseeboote stationiert. Ebenso gab es keinerlei Schissein diesen Häsen, um deutsche Unterseeboote zu versorgen." Das steht schwarz,auf weiß im „Foreign Ser» oice Journal", in dem Washon über seine Mission in Dakar berichtet. Das „Foreign Service Journal" ist das internef Organ des auswärtigen Dienstes der Vereinigten Staaten. Roosevelts Dakar-Lüge ist zerplatzt. Er? wußte ganz genau, daß Französisch- Aftika von den Deutschen überhaupt nicht bedroht war. Trotzdem griff er zu der Behauptung von den Umtrieben der Achsenmächte. Aber die Zeiten, in dc- neu die ganze Welt von jüdischen Agitationszentrolen aus nach Strich und Faden belogen werden konnte, weil bas Nachrichtenmonopol in ihrer Hand war, find vorüber. In ihrer Unsicherheit liefern unsere Feinde von Zeit zu Zeit sogar selbst Beweise dafür, chie verlogen ihre Politik ist. So im Falle Dakar. Die anftänbige Welt registriert das mit lebhafte« Genugtuung. Geschichten umWilhelmRaabe Bon Joseph Lang. Wilhelm Raabe, der Dichter des „Hungerpastors", wurde 70 Jahre alt. Vertreter der großen gelungen begaben sich an diesem Taae zu dem Dichter nach Braunschweig und fragten ihn, wie das so üblich ist, nach seinen Gewohnheiten aus, um das Lesebedürfnis ihrer Bezieher zu befriedigen. Mit Erstaunen mußten sie erfahren, daß Raabe den ganzen Tag befchäftiat sei, daß er vormittags Zeitungen Und Bücher lese, Briefe schreibe, später zu Mittag speise, danach ein Stündchen schlafe, nachher Besuche mache und empfange und später in einer Weinstube in Gesellschaft mehrerer Freunde bis in die Nacht hinein den Humpen schwinge. Einer der Berichter fragte, wann denn Raabe eigentlich Zeit zum Schreiben seiner Geschichten finde. „Wie meinen Sie das?" begehrte Raabe zu wissen. „Nun, ich denke mir, Sie werden doch sicherlich an einem neuen Werk schaffen?" * Raabe lächelte. „Nein, da sind Sie im Irrtum! Ich gehöre nicht zu den Schriftstellern, die sich vorgenommen haben, in gewissen Zeitabstärchen neue Bücher auf den Markt zu werfen. Es ist mir viel lieber, daß meine Freunde von mir sagen: .Schade, daß er keine Bücher mehr schreibt!', als daß sie mißbilligend rufen: ,Na, endlich könnte der Kerl doch mit seiner elenden Schreiberei Schluß machen!'" * Ein mißgünstiger Schriftsteller sagte einmal zu Raabe: „Wissen Sie, in Ihren Romanen kommen doch eigentlich ziemlich viele überflüssige Personen vor!" •a&. genau wie im Leben?" sagte Raabe mit Betonung. Einmal, in seinen jungen Jahren, ging Raabe über die Straße, ohne einen Pfennig Geld zu besitzen, als ihn ein Bekannter mit den Worten an- redete: „Ach, Herr Raabe, können Sie mir wohl zwanzig Mark wechseln?" „Nein?" sagte Raabe lächelnd. „Aber ich danke Ihnen für die gute Meinung, die Sie von mir haben!" Chinesisches Gastmahl. Bon den Kochkünsten im Fernen Osten. Ein chinesischer Spruch lehrt, daß alles, was den Menschen nicht umbringt, ihn fett macht, und daß nur die Tiere und die Wilden rohe Früchte essen. Diese beiden Grundsätze bilden das wichtigste Prinzip der chinesischen Küche. Jeder, der in China gewesen ist und von chinesischen Dingen eine Ahnung fyat, wird zweifellos die große.Bedeutung gemerkt haben, die die.Söhne des Han der Kochkunst beilegen. Das Esten ist nicht nur eine physische Notwendigkeit, es ist eine feierliche Zeremonie, die in den reichen chinesischen Häusern als eine Kunst betrachtet wird. Die chinesischen Köche gelten bei vielen Kennern als die besten der Welt, und das nicht mit Unrecht. Sie widmen sich ihrem Handwerk mit Liebe und mit einem großen Verständnis. Manche chinesischen Gerichte muten den Europäer seltsam an und erregen bei ihm Ekel. Aber das ist Geschmackssache, über die es sich nicht zu ftreiten lohnt. Wir verzeh- ren z. B. gern Hasenbraten, wenden uns aber mit Abscheu ab, wenn man uns einen schön glasierten und gemästeten Tschau-Hund servieren wollte. Es ist das für den chinesischen Feinschmecker eine Dell- katesse. Diese Hundeart wird mit besonderer Kost gefüttert und etwa wie in Europa eine Stopfgans aufgezogen. In den feinen chinesischen Geschäften gelten als ein ganz besonderer Leckerbissen. Es gibt Kfttzt zu bekommen. Nein, diese Gerichte sind'sehr ferner gewisse Leibgerichte, die unserem Geschmack "keuer und werden ausschließlich für die reichen Ken<- von Kanton und Schanghai kann man dieses Gericht häufig neben feisten Enten ausgestellt sehen. Man braucht nicht zuzugreifen, wenn es einem nicht ge- fällt. — Der arme Chinese macht wohl keinen großen Unterschied zwischen der Rasse, denn in jeder' Hungersnot nimmt die Zahl der Hunde bedenklich in China ab. Es hat keinen Sinn, bei einer Schill)erung der chinesischen Küche die Haifischflvsten, die es in allen Restaurants, auch in den bescheidenen, gibt, zu erwähnen, auch nicht die sogenannten hundertjährigen Eier, die man in normalen Zeiten auch in jedem chinesischen Restaurant in Paris odex Berlin vorgesetzt bekommen konnte, deren Geschmack aber nur einen Orientalen entzücken kann. Es gibt noch hunderterlei andere Dinge auf einer chinesischen Speisekarte, die fremd anmuten, die aber nichts enthalten, was einen Europäer abstoßen könnte. Ein ner unter den Landsleuten. reserviert. Sie sind meistens gar nicht in den Speisehäusern zu haben und werden nur bei einem Gastmal vornehmer Chi^ nefen serviert. nicht entsprechen würden, die aber ganz vortrefflich munden sollen. Es sind das Speisen, die aus Reptilien, hauptsächlich in Gestalt von Brühen, hergestellt werden. Der Europäer goutiert zwar auch eine Schildkrötensuppe, Schlangen jedoch würden ihm unappetitlich erscheinen. Der Chinese verzehrt sie in verschiedener Form. Eins der beliebtesten Gerichte, das die chinesische Küche auf'einem Gastmahl zu bieten vermag, ist die sogenannte „Hundert- Hühner-Brühe". Eine große Anzahl von Hühnern wird stundenlang gekocht, bis das Fleisch sich von den Knochen löst. Dann wird eine enthäutete Schlange in den Topf getan, die der Speise erst den richtigen Wohlgeschmack gibt. Eine besondere chinesische Delikatesse ist noch Affenhirn, eine Speise, die auch den Mestizen Südamerikas bekannt ist. Der arme Chinese ißt jede Art von Mäusen, der wohlhabende Feinschmecker jedoch nur solche, die nach bestimmten Regeln herangezüchtet werden. Neugeborene kleine weiße Mäuse, in Honig getaucht, gutes Schanghaier Restaurant weist z. B. zum mindesten eine Speisefolge von 200 Gerichten auf. Na« türlich wiyd der Wirt,- wenn ein Fremder fein Lokal betritt, dem Gast unter vielen Bücklingen nur die Gerichte empfehlen, die der abendlänöischen Ge- schmacksrichtung entsprechen. Unter ihnen wird sich unbedingt die vielgerühmte Pekinger Gans befinden, die mit einer besonderen schmackhaften Glasur überzogen ist. Der Fremde braucht keine Furcht zu haben, überrumpelt zu werden und etwa eine. Schlangensuppe oder einen Tschau-Hundbraten vor- Eine abendländische Delikatesse, den Käse, rühren die Chinesen Niemals an, er erregt bei ihnen Widerwillen und erinnert sie an Verwesung. Trotz ihrer nahen Nachbarschaft mit den Mongolen, die hauptsächlich von Milchprodukten leben, haben sich die Chinesen nicht an die Milchnahrung gewöhnen können. Sie überlassen sie den westlichen „Barbaren", die von einem guten Camembert oder Roquefort so viel Wesens machen. Auch die Getränke, die zu den Speisen angeboten werden, hauptsächlich Reiswein, sind angewärmt. Einen sachkundig gekühlten Rhein-- oder Moselwein wissen die Chinesen nicht zu wür-- digen, es sei denn, daß sie sich auf Reisen in Europa ober Amerika an die Getränke gewähnt haben. Einer der Heiligen des chinesischen Olymps ist bet große kaiserliche Koch Yieh-Ya, der um 260 v. Ehr. lebte. Dieser Koch wurde wegen seines Könnens mit den höchsten Ehren und Würden belohnt. Er gilt cmch heute noch allen chinesischen Feinschmeckern als unerreichtes Vorbild, und manche der seltsamsten Gerichte, wie z. B. die Hundert-Hühnersuppe, mit der Schlangeneinlage, werden nach leinen Rezepten zubereitet. U.SLr heraus, daß dieser Robeaud von dem von Napoleon abgefallenen Fouchö auf das Schloß geschickt wurde, um die Komtesse auf ihre politische Gesinnung zu prüfen. Dieser letzte Akt ist, obgleich er das angeschlagene Thema. eigentlich fallen läßt, vom rein Bühnenmäßigen her gesehen am geschlossensten geraten. So enthüllt sich das wahre Geheimnis des Theaters, das eben Geist pnd Erfüllung der dra- maturaischen Grundaesetze zu seiner Vollendung bedarf. Ungeachtet dieser Einwände müssen wir aber seststellen, daß Menzels Komödie weit über dem Durchschnitt der normalen Lustspielerzeugnisse liegt. Es ist aewiß eine Kühnheit, das Schaukelspiel zwischen Wirklichkeit und Schein in einem fast drei- viertelstündigen Dialog zu kristallisieren, und wir lassen uns durch die Kühnheit dieser Szene für das Fehlen ihrer letzten Verdichtung entschädigen. Den Erfolg des Abends heimste Maria Bard ein, die in Der dem Autor am besten gelungenen Figur, der Geliebten Napoleons, ihr spühendes Temperament zum Einsatz bringen konnte. Karl Haubenreißer war Robeand-Napoleon. Es gelang ihm trefflich, die Figur bis zu jener Klippe vorwärts zu -treiben, die es verständlich machte, daß die Komtesse in ihr gar Napoleon zu erblicken alaubt. Gerhard Äichinger. hochschulnachrichlen. Am 1. 4. waren es 50 Jahre, daß der Botaniker Geh.Hofrat Professor Dr. Oltmanns in Freiburg seine Lehr- und Forschungstätigkeit aufnahm. In Würdigung seiner Verdienste wurde er zum Ehrenbürger der - Freiburger Universität ernannt. Oltmanns, der besonders durch eine Systematik der Algen und durch die Herausgabe der Pflanzenwelt des Schwarzwaldes bekannt wurde, ist die Neu- errichtung des Botanischen Instituts und Gartens in Freiburg zu verdanken. Oltmanns wurde 1860 au Oberndorf (Hannover) geboren. Er studierte in $ena und Straßburg und promovierte dort 1884, habilitierte sich 1886 in Rostock und wirkte von 1893 bis zu seiner Emeritierung 1930 in Freiburg. Er mar 1912/13 Rektor der Universität. — Professor Dr. Karl H e n tz e von der Universität Gent wurde - .mm o. Professor für Sinologie an der Universität Frankfurt ernannt. Er ist ein hervorragender Re- -präsentant des flämischen Volkstums und besonders Durch seine Forschungen über frühchinesische Kunst bekannt geworden. — Professor Dr. med. Walter Ia e nf ch ist zum a. o. Profesior für innere Medizin und Konstitutionsmedizin an der Universität Berlin ernannt worden. Jaensch wurde 1899 in Breslau •Geboren. Er studierte in Berlin, Marburg und Breslau und promovierte 1920 in Marburg. 1927 habilitierte er sich in Frankfurt. Im selben Jahr siedelte er nach Berlin über und wurde 1931 auch Dozent für biologische Psychologie an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen. — Professor Dr. Peter- Heinz Seraphim ist zum o. Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität Greifswald ernannt worden. Seraphim wurde 1902 in Riga geboren. Er studierte in Königsberg, Graz und Breslau und promovierte '1926 in Breslau. 1937 habilitierte er sich in Königsberg, 1941 wurde er als a. o. Professor nach Greifswald berufen. Aus sllsr WsN. Ein gläsernes Blasorchester. Die Werkstoffe Glas und Porzellan haben zahllose neue Verwendungsmöglichkeiten gezeitigt. Neu dürfte ' es fein, daß sich auch Musikinstrumente aus Glas 1 Herstellen lassen. Die Glasbläser eines dänischen Preßwerkes haben ein ganzes Blasorchester aus dem durchsichtigen Material hergestellt. Körnet, Alt- Horn, Tuba und Posaune wurden für eine 8 Mann ; starke Kapelle in Glas geblasen, die selbst aus Glasbläsern besteht. Die Mitglieder dieser, gläsernen Blaskapelle schufen sich dadurch eine reizvolle (Er* holuyg von ihrer täglichen Arbeit. Blinder Elfer schadet nur. Beim Erbschaftsgericht in Aarhus erschien ein funger Mann, um den Tod seines Erbonkels anzumelden mit der Bitte, dessen hier deponierte testa- ' mentarische Verfügung zur baldigen Einleitung der Trbschaststeilung inzwischen herbeizusuchen. Anderen Tages stelle der Jüngling sich wieder auf dem Ge- । richt ein mit der unangenehmen Neuigkeit, der Onkel lebe Mar noch immer, werde jedoch aller { Wahrscheinlichkeit nach im Laufe von 24 Stunden das Zeitliche segnen. In diesem Punkte sollten die Erwartungen des liebere ifri gen tatsächlich in Erfüllung gehen, dagegen fiel er aus allen Wolken, ils das Testament des Verstorbenen eröffnet und chm mitgeteilt wurde, daß der von der Ungeduld 'eines Neffen unterrichtete Onkel diesen in letzter Minute noch enterbt hatte. Aus der Stadt Gießen. Zärtliche Episode. Das Kind war müde, es wollte schlafen. Also nahm der Mann es in den Arm und setzte sich auf seinem Eckplatz in der Straßenbahn zu recht. Bald schon schlief das Kleine im seligen Kinherschlaf, hörte und sah nichts von der Welt ringsum. Mer auch der Mann sah und hörte nichts um sich her. Er blickte mit zärtlichem Ausdruck auf das schlafende Kind, alle Härte war aus dem energisch geschnittenen und nicht mehr ganz jungen Gesicht wie weggewischt. Gang leise machte er wiegende Bewegungen mit den Armen, obschon das garnicht notwendia gewesen wäre bei dem festen Schlaf des Kindes. Unermüdlich und unendlich behutsam schaukelte er das kleine Wonnepaket, die hütenden Augen nicht davon ablenkend. Die Umsitzenden sahen lächelnd auf das hübsche und schließlich auch nicht alltägliche Bild. „Wohl noch ein kleiner Nachkömmling?" konnte ein altes Mütterchen seine Teilnahme nicht länger zurückhalten. Der Mann sah auf, sein Blick mußte sich erst wieder auf die Umgebung einstellen. Dann lachte er vergnügt auf: „Aber nein, das hier ist mein erstes Enkelchen!" Hätte man sich das nicht eigentlich selber denken können? Eltern sind zärtlich zu ihren Kindern, Großeltern aber noch viel, viel zärtlicher. G. K.-H, $ür Tapferkeit vor öem ßeinöe. Dem Grenadier Willi Schmidt aus Lang- Göns, Holzheimer Straße 23, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Verbilligte Aachigespräche tagsüber anmelden. - Für die in der Zeit von 19 bis 24 Uhr geführten Ferngespräche werden die ermäßigten Gebühren nur dapn berechnet, wenn diese Gespräche bereits tagsüber, spätestens aber bis 19 Uhr, angemeldet werden: will der Teilnehmer sicherstellen, daß ihm die verbilligte Gebühr berechnet wird, so muß er das Gespräch mit dem Zusatz: „Zurückstellen bis 19 Uhr" anmelden. Die Gespräche kommen in der Rechenfolge der Anmeldezeiten zur Ausführung, es empfiehlt sich daher, frühzeitig, möglichst schon in den Dormit- iagsstunden, die Gespräche anzumelden. Für Gespräche, die erst in der Zeit von 19 bis 24 Uhr angemeldet und geführt werden, wird die volle Gebühr berechnet. Diese Gespräche werden außerdem entsprechend ihrer späteren Anmeldezeit nach den früher angemeldeten verbilligten Gesprächen abgewickelt. Der Teilnehmer hat also nur Nachtelle, wenn er seine Ferngespräche erst nach 19 Uhr cmmeDet. Mädel im Leistungswettkampf. NSG. Unter dem Leitwort ,Kriegseins>atz und Leistung" stehen die BDM.° und JungmadelgrUppen unseres Gebietes im alljährlichen Leiftungswett- kampf, der die bannbesten Einheiten für den Ge- bietsentschew ermitteln soll. Jede Arbeitsstunde des vergangenen Winterhalbjahres wird ausgewertet. Das äußere Auftreten der Einheit ist ebenso wichttg wie der Stand ihrer körperlichen und weltanschaulichen Schulung, ihrer Führerinnen- oder Gesundheitsausb'ilLuna. Entscheidend ist jedoch die Leistung im .Kriegseinsatz: Ob bei der Hellkräutersammlung, -rm Einkaufsdienst, in der Kindergartenarbeit oder in der Nachbarschaftshilfe — nichts wird vergessen, was in den zurückliegenden Monaten für den Einsatz in der Heimat bei getragen wurde. Auch die Lazarettbetreuung und der Kriegs- betreuungsdienst für die Soldaten der Ortsgruppe werden berücksichtigt, gehören diese doch zu den schönsten Aufgaben unserer Mädel, als Brücke zwischen Front und Heimat Mitwirken zu können. Die Werkarbeit und deren sichtbares Ergebnis „Wettrüsten für das WHW.", das Singen, ober auch die Kenntnis der wichtigsten Jugendgesetze durch die einzelnen Mädel werden bewertet. Don Bedeutung ist ferner der Stand des Jugendsparens m den Einheiten. So rundet sich das Bild, bas die Prüferinnen gewinnen. Aus den Erfahrungen dieser Wettkämpfe können die Mädelführerinnen die Diensigestaltung in den Einheiten beefnfluffen, wissen sie doch, woraus aufgebaut werden kann und wo noch Mängel auszugleichen sind. Seine größte Bedeutung erfährt der Leistungskampf jedoch als ständiger Kraftquell für die Einheitenarbeit, deren Ziel es ist, an diesem Glück auf, Renate! Roman von Ernst Grau. \ X \ 41. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Angeklagter", fährt der Vorsitzende sofort auf, ; Mas Haden Sie dazu zu sagen? Sie Haden uns '»och da etwas ganz anderes erzählt? Hellingrath steht auf. Er sieht durchaus nicht be° H Klommen drein. „Ich muß leider zugeben, Herr Landgerichts rat, Mj ich bezüglich des Aufbewahrungsortes der k Waffe eine Notlüge gebraucht habe —" „Eine Notlüge —?" wiederholt der Staatsanwalt * weifelnd. „Wozu? Um das Gericht irrezuführen?" „Nein. Nur aus dem einfachen Grunde, um nicht ioch mehr, belastende Umstände gegen mich selbst . ommeln zu helfen." Doktor Wildenow ist von diesem Bekenntnis nicht vhr erbaut. „Aber warum verwahrten Sie die Waffe gerade it Ihrem Werkbüro? Gegen wen mußten Sie sich ^ort schützen? Sie sehen, daß diese gewiß sehr un- equemen Fragen auch jetzt kommen. Trotz Ihrer d genannten Notlüge." Werner Hellingrath lächelt unmerklich. Heute^kann t es ruhig sagen. Heute kann man ihm keinen strick nehr daraus drehen. .± „Ich habe den Revolver schon vor längerer Zeit ei einem Althändler in Essen getauft Spater | „ahm ich ihn dann einmal mit auf die Zeche, um hn gelegentlich dort zu ^einigen und einzufetten, hernach blieb er eben dort liegen — mehr aus Nachlässigkeit als aus einer- bestimmten Absicht, *nn ich brauchte ihn ja nicht sehr dringend." Der Staatsanwalt lächelt, sagt aber nichts. „Und Sie glauben nun, daß wir uns mit diesen nkonttollierlurren Angaben so einfach zufrieden fwben werden? Uedrigens —", der Vorsitzende wen- '«t sich noch einmal' an den Zeugen Giese, „wie 'ommt es eigentlich, daß Die über die Zeit m der Waffe angeblich abhanden gekommen fein soll, terschied zwischen dem Einkommen 1941 und 1942 ergibt. Ist das Einkommen 1942 wesentlich größer als 1941 gewesen, so wird die Abschlußzahlung bereits jetzt gefordert. War umgekehrt das Einkommen 1942 wesentlich geringer als 1941 und sind infolgedessen für 1942 auf Grund des Einkommensteuerbescheides für 1941 zu hohe Vorauszahlungen geleistet worden, so findet ebenfalls eine Veranlagung zur Einkommensteuer für 1942 statt. Der Steuerpflichtige kann nicht ohne weiteres oer- langen, daß die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für 1942 nachträglich ermäßigt werden. Vielmehr ist hierfür die Erteilung eines Einkorn- mensteuerbefcheides erforderlich. Für die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer 1943 Fann grundsätzlich weiterhin eine Herabsetzung der Vorauszahlungen in Anpassung an die voraussichtliche Einkommensteuer für 1943 beantragt werden. Im allgemeinen wird sich der Steuerpflichtige hierfür auf seine Einkommensteuererklärung für 1942 berufen müssen. Anderseits werden die Finanzämter auf Grund der Einkommensteuererklärung die Vorauszahlungen für 1943 erhöhen können Sache des Steuerpflichtigen wird es in derartigen Fällen fein, ein voraussichtlich niedrigeres Einkommen für das laufende Jahr glaubhaft zu machen. Kurzlebige Wirtfchaflsgüler eingeschränkt. Kurzlebige Wirtschaftsgüter können erhöht bis auf 0 RM. bereits im Anschaffungsjahre in ordnungsmäßiger Buchführung bei Verbuchung über ein besonderes Konto „Kurzlebige Wirtschaftsgüter" abgeschrieben werden. Erforderlich ist es außerdem, daß ein Verzeichnis „Kurzlebige Wirtschaftsgüter" geführt wird, aus dem deren Anschaffungskosten und die Abschreibungen hervorgehen. Bei einfacher Buchführung genügt ein besonderer inoentarmäßj- ger Nachweis der kurzlebigen Wirtschaftsgüter. Die abnutzbaren Anlagegüter des Betriebsvermögens, wie Einrichtungsgegenstände, Geräte usw., deren Anschaffungs- öder Herstellungskosten (im neuen oder gebrauchten Zustande) 2ÖO RM. nicht übersteigen, können im Anschaffungsjahr poll abgeschrieben werden, ohne daß die Ausgaben über Sonderkonto verbucht zu werden brauchen. Zu den Jür die erhöhte Abschreibung noch zugelassenen kurzlebigen Wirtschaftsgütern gehören 'insbesondere Lastkraftwagen mit einer Nutzlast von mindestens 1,1 t, Zugmaschinen und Schlepper sowie Anhänger zu diesen Fahrzeugen mit einer Nutzlast von mindestens 1,1 t. Für kurzlebige Wirtschaftsgüter, die seit dem 3.1943 erworben sind und deren tatsächliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten 200 RM. übersteigen, gilt die Abschreibungsfreiheit nur dann noch, wenn sie im neuen Zustande erworben worden sind. Wesentlich eingeschränkt ist der Kreis der zugelassenen kurzlebigen Wirtschaftsgüter für die Land- und Forstwirtschaft (vgl. RdF.-Erlaß v. 26.2.43 RStBl. S. 233). ßen der NSG. ,Kraft durch Freude") wird heute in Gießen der bekannte Dichter Joachim Freiherr von der Goltz aus eigenen Werken lesen. ** Eierverteilung. Auf die Abschnitte a und b des Bestellscheins 48 der Reichseierkarte werden 4 Eier je Person ausgegeben. ** Kartoffelversorgung. Die Verbraucher, die ihre Kartoffeln auf Bezugsausweise beziehen, müssen den Bestellschein 49 spätestens bis zum 12. April bei ihrem Kleinverteiler abtrennen lassen. \ G. A-Eport. Bannentscheid der BDM - und ZM -Mannschasten im Turnen am Gerät. Am Sonntag fand in der Turnhalle der alten Pestalozzischule der Bannentscheid im BDM.- und JM.-Mannschaftskampf der BDM.-Leistungsgrup- pen und der JM.-Sportdienstgruppen der Vereine und der IM.- und BDM.-Gruppen statt. In Gegenwart von 21 Mannschaften eröffnete die Bannmädelführerin Käthe Blum die Wettkqmpfe, die unter Leitung der Bannsportwartin G. B e r t g e s und der Bannfachwartin für Turnen Jdel Hauck einen flotten Verlauf nahmen. Weiter sorgte das vom NSRL. gestellte Kampfgericht für einwandfreie und reibungslose Abwicklung der Wettkämpfe. Die vorgeschriebenen Hebungen für die BDM.- Leistungssportgruppen der Vereine waren eine Barren Übung, ein Pferdsprung und eine Bodenübung, für BDM.-Gruppen Barren, Kasten und Bodenübung. Die IM. hatten ebenfalls einen Dreikampf zu erfüllen (Barren, Bodenübung, Hindernislauf). Alle Hebungen mußten in flotter Folge von den Manschasten (4 BDM. und 6 IM.) durchgeführt werden. Bannsportwartin Gerda B e r t g e s nahm die Siegerehrung vor und verteilte die vom Bann gestifteten Sportgeräte an die besten Mannschaften. schäft 50,-5 P.; 4. Mtv. Gießen 2 Mannsch. 47,1 P.; 5. Mtv. Gießen 3. Mannsch. 46,1 P. IM. - Gruppen: 1. 13/116 Lich 49,5 P. (I. Schreier, E. Nathes, A. Textor, G. Jhring, I. Schäfer, F. Stephan); 2. 23/116 Lollar 48,63 P.; 3. 21/ 116 Grünberg 48,5 P.; 4. 7/116 Kl.--Linden 46,5 P.; 5. 12/116 Laubach 27 P. Die durch einen Vorentscheid ermittelten bann- besten Mannschaften des To. 1846 und Mtv. Gießen nahmen am 21. März am Gebietswettkampf im Geräteturnen in Darmstadt teil und erhielten je einen 2. Sieg. BDM.-Leiftungssportgruppe des Tv. 1846 Gießen 2. Sieger mit nur xk Punkt hinter dem 1. Sieger (Friedberg), JM.-Sportdienftgruppe des Mtv. Gießen 2. Sieger mit 1 Punkt hinter Frankfurt-Sachsenhausen. Mit diesen schönen Erfolgen des Bannes fanden die Wintergerätewettkämpfe ihren Abschluß. Hck. Oie gewarnte Feldpostdiebin. Lpd. Frankfurt a. M., 5. April. Die bijährige Postfacharbeiterin Margarete Goltz vergriff sich im Frühjahr 1942 an mehr eren Feld Postsendungen. Sie wurde dabei von einer Arbeitskameradin erwischt, die, nachdem die Goltz die Sendungen zurückgegeben hatte, mit Rücksicht auf die Familie von einer Anzeige ab sah. Die Goltz mußte aber das Versprechen abgeben, sich nicht wieder an Postsendungen zu vergreisen. Trotz dieser Warnung unterschlug sie in der Folgezeit wieder Feld Postsendungen und legte nach ihrer dann erfolgten Verhaftung ein Geständnis ab, wonach sie sich etwa 18 Sendungen angeeignet hat. Es kam ihr darauf an, in den Besitz von Zigaretten zu gelangen, da sie ein starkes Rauchbedürfnis hatte. Dieses Geständnis wurde später von ihr widerrufen. In der Verhandlung vor dem Son- Äergericht in Frankfurt a. M. kam sie mit allerhand Ausflüchten, die ihr jedoch vom Gericht nicht abgenommen wurden. Die Angeklagte wurde als Volksschädling zudreiJahrenZuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Wegen ihres Leugnens wurde die Hnterfuchungshaft nicht angerechnet. Briefkasten -er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. 5t Die von Ihnen eingereichten Fragen unterliegen dem Ermessen eines. Richters. Es ist am besten, toenn Sie sich in dieser Sache direkt an das Amtsgericht wenden. M. TB. 100. Der überlebende Ehegatte Ihrer verstorbenen Tochter wäre, da Kinder aus der Ehe offenbar nicht vorhanden sind, nach § 1931 des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Hälfte an dem Nachlaß Ihrer Tochter als Erbe berufen. Nach § 1932 des Bürgerlichen Gesetzbuches gebühren ihm neben dem Erbteil die zum ehelichen Haushalt gehörenden Ge- gegenftände als sog. Voraus. Sein Erbrecht sowie das Recht auf den Voraus ist ausgeschlossen, wenn Ihre Tochter zur Zeit ihres Todes auf Scheidung der Che oder deren Aufhebung zu klagen berechtigt war und die Klage erhoben hatte, sofern im Falle der Scheidung oder Aufhebung ihr Ehegatte als schuldig anzusehen wäre (§ 1933 BGB.). — Sie könnten u. U. ein Zurückbehaltungsrecht an den in Ihrem Besitz befindlichen Sachen geltend machen, bis der Schuldner die Ihnen gegen diesen zustehende Forderung beglichen hat. Die Voraussetziengen. unter denen ein solches Zurückbehaltungrecht geltend gemacht werden kann, ergeben sich aus § 273 Abs. I des Bürgerlichen Gesetzbuches. Diese Bestimmung lautet: ,Aat der Schuldner aus demselben rechtlichen Verhältnis, auf dem feine Verpflichtung beruht, einen fälligen Anspruch gegen den Gläubiger, so kann er, sofern nicht aus dem Schuldverhältnisse sich ein anderes ergibt, die geschuldete Leistung verweigern, bis die ihm gebührende Leistung bewirkt wird (Zurückbehaltungsrecht)." Gteuerrundschau für April. pol. K. Wuth, Steuerberater, Berlin. Ergebnisse: BDM. ° Leistungssportgruppen der Vereine: 1. Tv. 1846 Gießen 1. Mannsch. 52,5 Punkte (E. Müller, B." Schönenberg, L. Hauck, L. Schuldt); 2. Mtv. Gießen 45 P.; 3. Tv. Wieseck 41,25 P.; 4. Tv. 1846 Gießen 2. MaNnsch. 40,25 P.; 5. Tv. 1846 Gießen 3. Mannsch. 37,25 P. Bann 304 Lauterbach: 1. Tv. Alsfeld 44,25 P. (E. Hamtsch, K. Gröning, E. Müller, E. Schott); 2. Tv. Lauterbach 37 P. BDM.- Gruppen: 1. 9/116 Gr.-Linden 45,25 P. (H. Junker, L. Schmelz, I. Bröckel, L. Klotz); 2.- 21/116 Grünberg 44,75,$.; 3. 13/116 Lich 41 P.; 4. 7/116 Kl.-Linden 38,5 P. IM. -Sport dien st gruppen: 1. Mtv. Gießen 56,6 P. (E. Vogel, I. Scheibner, I. Hahn, W. Becker, L. Volk, D. Elarius); 2. Tv. 1846 Gießen 1. Mannsch. 56,3 P.; 3. Tv. 1846 Gießen 2. Mann- Von Dr. jur. et rer. Der Säumniszuschlag bei der Umsatzsteuer. In der Hmsatzsteuererklärung für 1942 hafte der Hnternehmer die Jahressteuer für 1942 an Hand des Erklärungsoordrucks selbst zu errechnen. Heber- stieg die sich ergebende Jahressteuer die für 1942 geleisteteten Vorauszahlungen, so wgr grundsätzlich gleichzeitig mit der Abgabe der Hmsatzsteuererklärung die restliche Hmsatzsteuer zu entrichten und, wenn sie 100 RM. oder mehr ausmachte, gleich ein Säumniszuschlag von 2 v. H. dieses Restbetrages mit zu zahlen. Liegt ein Verschulden des Steuerpflichtigen nicht vor, so daß die Nachzahlung nicht auf Säumnis zurückzuführen ist, so wird zu beantragen fein, von der Erhebung des Säumniszuschlages abzusehen. Dies kommt u. a. in Betracht, wenn die Vorauszahlungen für 1942 nach bestem Wissen und Gewissen entrichtet sind und sich erst nach der Abführung der letzten Vorauszahlung für 1942 herausstellt, daß bestimmte Hmsätze, deren Steuerpflicht zweifelhaft mar, doch versteuert werden müssen (vgl. DStZtg. 43 Nr. 9). Einkommensteuerbescheid für 1942 nur in Ausnahmfeällen. Einkommensteuerbescheide für 1942 werden auf Grund der abgegebenen Steuererklärungen zur Minderung der Arbeitsbelastung der Finanzämter im allgemeinen nicht erteilt. Die Veranlagungen zur Einkommensteuer für 1942 und 1943 werden regelmäßig zusammen erst im Frühjahr 1944 vorgenommen. In einer Reihe von Ausnahmefällen werden jedoch Einkommensteuerbescheide für 1942 erteilt. In Betracht kommen zunächst die Fälle, in denen ein Steuerpflichtiger 1942 verstorben oder verzogen oder auch von beruflicher Selbständigkeit in ein Arbeitnehmerverhältnis übergetreten ist. Veranlagungen werden aber auch in den Fällen durchgeführt, in denen sich aus der abgegebenen Einkommensteuererklärung für 1942 ein großer Hn- Hauptschnftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des kauptichristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Biiber: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thnriyt; für Stadt Gieüen, Provinz Wirlichaft und Sport: Ernst B!um>chein. Druck und Verlag: Bruhlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Zng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste 92r. G. Unser guter, braver, hoffnungsvoller |KSg| Sohn, lieber Bruder, Enkel, Neffe und Vetter Hans Bar nick Soldat in einem Grenadier-Regiment ist im blühenden Alter von 19% Jahren in treuer, soldatischer Pflichterfüllung für sein Vaterland bei den schweren Kämpfen am Donez am 5. März 1943 gefallen. Er ruht auf einem Ehrenfriedhof im Osten. In tiefem Schmerz: Uffz. Heinrich Barnick, z.Z.im Felde, u. Frau Tilla, geb. Hahn; 6efr. Werner Barnick, z. Z. im Felde; Otti Barnick; Lina Hahn Wwe.; Karl Barnick und Frau; Farn. Wilhelm Huppert; Farn. Gustav Krüger. GieCen, Sandgasse 11. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma W. & 6. Schuchard werden ihrem lieben Arbeitskameraden ein ehrendes Andenken bewahren. _________________________________________________1100 D Bei den schweren Kämpfen im Osten fiel in treuer Pflichterfüllung für Führer und Vaterland mein 1b. Sohn u. Bruder Willi Sdiunk Panzerschütze und Offiziersanwärter Inhaber des Panzerkampfabzeichens. Er kämpfte in stolzer Verehrung der Panzerwaffe und gab sein junges Leben im festen Glauben an Deutschlands Sieg. In tiefer Trauer: Margarete SchunkWwe. Elisabeth Schunk und Angehörige, Gießen, Glaubrechtstraße 5, _________________________________________________02248 Unerwartet erhielten wir die unfaßbare Nachricht, daß mein ganzes Glück, mein über alles geliebter Mann, der liebevolle Vater seiner drei Kinder, unser herzensguter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, 4 Schwager und Onkel Theo Bremer Unteroffizier in einem Grenadier - Regiment Inhab. des E.K. 2 u. des Inf.-Sturmabzeichens in den Kämpfen im Osten dm 18. März 1943 im Alter von 28 Jahren gefallen ist. Fern der Heimat und unvergessen ruht er nun auf einem Heldenfriedhof in Nordfinnland. In tiefem Schmerz: Frau Erna Bremer und Kinder Lieselotte, Helmut und Bernd Familie Wilhelm Bremer Familie Wilhelm Hoffmann nebst Verwandten. Gleiberg, Vetzberg, den 3. April 1943. 02223 Mein lieber Onkel Herr Ernst Doemling, Kaufmann ist heute im 75. Lebensjahre nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen. Willi Müller, Pfarrer Stuttgart, Kanzlei berg 23 Gießen (Walltorstraße 12), den 4. April 1943. Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 7. April, um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. __ 02277 An alle Kraftfahrzeughalter und Garagenbesitzer. Auf Grund deS Reichsleistungegeietzes § 3 sind sofort von allen Kraftfahrzeughaltern, -Händlern und Garagenbesitzern (gesetzliche Vertreter oder Angehörige), bet denen Kfz. und Anhänger untergestellt sind, nachstehend aufgeführte Kfz. zu melden: a) Sämtliche Kfz. und Anhänger, fabrikneu oder gebraucht, die nicht zum Verkehr zugelassen sind, d. h. mit einem amtlichen Kennzeichen nicht versehen sind b) Kfz. mit WH=, WL» und ^^-Kennzeichen, die im Besitz von Kfz.-Haltern oder bei Garagenbesitzern abgestellt sind. c) Meldepflichtig sind Lastkraftwagen, Zugmaschinen, Kraftomnibusse, Personenkraftwagen, Lastkraftwagen-Anhänger, Elektrokarren und Krafträder (letztere über 345 ccm). d) Die Meldungen sind an die Wehrersatz-Jnspektion Kassel, Gnrppe K, Hohenzollernstr. 106, unter Angabe von Fabrikat, Baujahr, Typ, gefahrene Kilometer, Sitzzahl, bereist oder unbereist, und Standort des Kfz. bis zum 22.4.1943 zu richten. e) Von der Abgabe der Meldungen sind Befreit: 1. Kraftfahrzeugherstellerwerke, 2. Kraftfahrzeuge bei Händlern, die für den Verkauf im Inland nicht freigegeben sind. 1O65D Wehrersah-Juspektion Kassel, Gruppe K. Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Kartosfelversorgung. Unter Hinweis auf die Bekanntmachung gleichen Betreffs vom 14.1.1943 weise ich darauf hin, daß die Verbraucher, die auf Bezugsausweise ihre Kartoffeln beziehen, den Bestellschein 49 bis spätestens 12.4.1943 bei ihrem Kleinverteiler abtrennen lassen müssen. Die Ausstellung der Bezugscheine auf Grund der abgetrennten Bestellabschnitte muß bis spätestens 19. 4. 1943 erfolgt fein. Gießen, den 6. April 1943. ' 1115D Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ter Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürger' meisters der Stadt Gießen. Betr.: Eierverteilung. Auf Verfügung deS Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft werden für die Zeit vom 5. April bis 2. Mai 1943 auf den gültigen Bestellschein Nr. 48 der Reichseierkarte 4 Eier für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben, und zwar auf den Abschnitt a 2 Eier, auf den Abschnitt b 2 Eier. Mit der Ausgabe kann sofort begonnen werden. Soweit die Eier noch nicht überall zur Verfügung stehen, können diese aber bestimmt bis zum 19. April geliefert werden. 1114D Gießen, den 5. April 1943. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ter Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Vermietungen Garage . vermiet. [02160 lleichstraße 8, Nebenhaus. | Mietgesuche | Nu big. 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Gloria-Palast Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr. ___________________________________1119C Ihre Kriegstrauung beehren sich anzuzeigen Wilhelm Türck San .-Feldwebel, cand. med. Erna Türck, geb. Götz Gießen Gau-Odetnheim Rodheimer Str. 25 Mühlstrahe 1 7. April 1943 GiefeenerVortragsring Kulturelle Vereinigung / Goethe-Bund Volksbildungsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude“ Heute, Mittwoch, 7. April 1943, abends 7.30 Uhr Neue Aula der Universität Dichterlesung 3oa