(95. Jahrgang Nr. 5 (£rict)emt tngiid), außer Sonntags und fteiertogB Beilagen: Gießener Famtlienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich..... NM.1.80 Lustellgebüör... „ -L8 auch bei Mchterscheinen von einzelnen Nummern infolge böberer Gewalt Aernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: Anzeiger" Polttcheckl ItzeeFronkf./M Eichener Anzeiger Donnerstag, 7. Januar (9(3 Ä«nähme von Atueme» für die Mittagsnummer biS8'/,Ubr desBornnitagS Aazeigen-Preile für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Brette: 7 Stof, für Fmnilienan- zeigen und private GelegenbeitSanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Berembarung) 25% mehr General-Anzeiger sürOberhessen Die schweren Abwehrkämpfe im Don-Gebiet halten in unverminderter Stärke an. Berlin, 6. Ian. (DNB.) Im Dongebiet hielten die heftigen Abwehrkämpfe an. Starker Frost, Sturm uni) Schneeverwehungen erschwerten das harte Ringen um Stützpunkte und Stellungen, die erneut den schweren Infanterie, und Panzerangriffen des Feindes ausgesetzt waren. In erbitterten Nahkämpfen gelang es jedoch unseren Truppen, die Sowjets unter hohen Verlusten zurückzuschlagen. M die Bolschewisten an einzelnen Stellen in die deutschen Stellungen eindrinaen konnten, gingen unsere Grenadiere in heftigen Gegenstößen gegen die Embruchsstellen vor und kämpften die Hauptkampf- lime wieder vom Feinde frei. Besonders erfolgreich war der Gegenangriff eines motorisierten Grena- dier-Reglments, das bis zu den Artilleriestellungen Vordringen und hier zwei bolschewistische Batterien vernichten konnte. Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden vlse feindlichen Artilleriestellungen bei Welikije Luki durch Bombentreffer schwer mitgenommen. Unsere Flieger erleichterten damit den Heldenkampf un- serer Stutzpunktbesatzung, die wiederum die feindlichen Massenangriffe unter Abschuß von neun Panzern abwies. Ebenso erfolglos blieben die Vorstöße des Femdes südöstlich des Ilmensees. Die starken, von Panzern begleiteten Infanteriever- bande wurden in erbitterten Kämpfen überall zu- ruckgeschlagen und erneute Bereitstellungen durch Artilleriefeuer zersprengt. Trotz des stürmischen Etters sicherten unsere Jäger den Luftraum und schossen gemeinsam mit der Flakartillerie im mitt= feiten und nördlichen Abschnitt der Ostfront zwanzig bolschewistische Flugzeuge ab. Elastische Verteidigung. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der Wehrmachtbericht vom 5. Januar sagte: ,L>ie schweren Abwehrkämpfe im Dongebiet halten an." 6. Januar heißt es: „3m Dongebiet hielten auch gestern ^die schweren Abw-ehrkämpfe in unverminderter Stärke an." Die sowjetischen Angriffe begannen im Raum von Stalingrad etwa am 20. Novem- bec, am 25. November setzten sie sehr viel weiter -lördlich in dem vorgeschobenen (fast rechten) Winkel Rschew—Toropez-^Ilmensee ein. Die Abwehrschlach- en, die unsere Truppen schlagen, dauern also jetzt ast sieben Wochen an. Der Brennpunkt der Kämpfe verlagerte sich. Im mittleren Abschnitt »atzen sich die Sowjets bei Toropez einen sehr emp* indlichen Nasenstüber geholt und seither ihre Stoß- ichtung nicht mehr nach Süden, sondern nach Lesten geführt: daher tritt der vorgeschobene Posten on Welikije Luki am Lowat, dem Hauptzufluß des Ilmensees, in den letzten Tagen stark in den Dor- ' ergründ. Er wird von allen Seiten von den Sorv- 4s unter ungeheuren Verlusten berannt. ImSüd- b s ch n i 11 trat zu den Kämpfen zwischen Don :nd Wolga Mitte Dezember ein großangelegter sow- 2ti'scher Angriff an der eigentlichen Don-Front auf rner Basis, die etwa Halbwegs Woronesch und Donnie gelegen war. Heftigkeit, Dauer und Materialeinsatz bei diesen ämpfen weisen auf große Ziele. Nach englischen Pressemeldungen ist der bestimmende Geist auf iwjetischer Seite der General Schukow, der seit vorigem Herbst den Mittelabschnitt kommandiert, setzt aber den Oberbefehl über die Gesamtfront übernommen und damit auch Timoschenko in den Hintergrund gedrängt haben soll. Die Winterschlacht, die jetzt ausgetragen wird, ist sicherlich eine Materialschlacht. Aber sie ist keine Schlacht an erstarrter Front, sondern eine Bewegungsschlacht. Die elastische deutsche Abwehr klammert sich nicht an'einzelne Punkte. Sie hat einen großen Bewegungsraum für sich. Mit eiserner Entschlossenheit verteidigt sie die Hauptkampflinie. Die sowjetischen Verluste betragen ein Vielfaches der deutschen. Im Dezember haben die Sowjets 3522 Panzer verloren. Die Luftüberlegenheit ist auf deutscher Seite, wenn auch oft durch Witterungseinflüsse gehemmt. Dank dieser Luftüberlegenheit kommt auch die glänzende Organsation unserer Lusttransportflotte zur Auswirkung, die schon im Vorjahr für die typischen Igelstellungen der Ostfront von unbeschreiblichem Nutzen gewesen ist. Der Bolschewistensturm hat in diesen Winterkämpfen bis jetzt fast sieben Wochen gedauert. Das gibt eine Vorstellung von dem verzweifelten Einsatz der Sowjets. Die standhafte deutsche Ostfront weiß, daß sie in der Ferne die Grenze der Heimat verteidigt. Der Wehrmachtbericht. DftB. Aus dem Führerhauptquartier. 6. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Don-Gebiet hielten auch gestern die schweren Abwehrkampfe in unverminderter Starke an. Angriffe der Sowjets wurden unter hohen feindlichen Verlusten abgeschlagen. Eine Panzerdivision schoß dabei 31 Panzerkampfwagen ab. 3m Gegenangriff vernichtete ein motorisiertes Grenadierregiment weitere 25 Sowjetpanzer sowie zwei Batterien und 22 panzerabwehrge- schuhe. An anderer Stelle zerschlug ein deutscher Gegenstoß zwei feindliche Bataillone. Die Luftwaffe bekämpfte den Vachschubverkehr und Truppenbereit- stellungen des Feindes. 3m mittleren Frontabschnitt wurde ein feindlicher Kavallerieverband gestellt und vernichtet. Feindliche Angriffe gegen den Stützpunkt kije Luki und südöstlich des 3 l m e n s e e s wurden abgewiesen. 3agdflugzeuge und Flakartillerie schossen über der mittleren und nördlichen Ostfront 20 Sowjetflugzeuge ab. Anlagen der Mur- m a n - B a h n wurden durch deutsche Kampf- und Zerstörerflugzeuge, bei Rächt auch das Vahnhofs- gelände von Kandalakscha angegriffen. 3n Vordafrika sanden nur Kampfhandlungen geringen Umfanges statt. 3n Tunesien beiderseitige lebhafte Auskla- rungstatigkeil. Die Luftwaffe griff einen feindlichen Flugstützpunkt, Flakstellungen und Panzeransammlungen an. 3n Lufkkampfen wurden drei Flugzeuge abgeschossen. Ein deutsches Unterseeboot versenkte im Vord- m e e r einen Vachfchubdampser von 5000 BRT. Angst vor neuen Attentaten. Mailand, 6. Ian. (Europapreß.) In der Um« -bung (Biraubs wächst nach italienischen Jnfor- INationen die Furcht vor weiteren Attentaten durch ^ullrstische Elemente im Auftrag Englands. Gi- rud soll bereits über 1000 Franzosen, darunter nhänger Darlans sowohl als auch de Gaulls, un- ;r dem Verdacht der Vorbereitung neuer Mordan- ciläge haben verhaften lassen. Der in gaullistischer Hand befindliche Sender Brazzaville (Mittelkongo) v rbreitete eine „ßifte französischer Verräter". Der kprecher des Senders erklärte, diese Verräter müß- Ktrt ebenso von der Oberfläche verschwinden wie Larlan. Die Liste enthielt die Namen der Generale !li o g u e s und I u i n sowie des Generalgouver- urs für Westafrika B o i s s o n. Die italienische zqentur fügt hinzu, diese Männer müßten nach :'ullistischer Auffassung offenbar ebenso verschwin- m wie Darlan, weil sie den Engländern zu offen icrtei für die Vereinigten Staaten genommen itten. General Girau d ist übrigens in Dakar ein- gttroffen. Er will die Ilebergabe der französischen d:e-, Luft- und Landbasen Westafrikas an die Nord- anerifaner vornehmen. Die französische Verwaltung in Westafrika hat für T Zeit seines Besuches sorgfältige Schutzmaßnahmen durchgeführt. Giraud, der eine ausgedehnte 3i Ipeftion der französisch-westafrikanischen Gebiete plint, war auf seinem Flug von Algier nach Dakar vor 25 weiteren Maschinen als Schutz begleitet, ki hatte bereits Besprechungen mit dem Gouver- je ir von Westafrika, B o i s s o n. Nachrichten aus Icriibon lassen erkennen, daß man dort von dem sl.'tzlichen Besuch Girauds in Westafrika überrascht v:r. Man betont, daß dieser Besuch Girauds [Jcht auf Einladung de Gaulles erfolgt ^an sieht in den Verhandlungen zwischen Ge- ttml Giraud und der in Dakar eingetroffenen I 5 A.- W i r t s ch a f t s m i s s i o n ein neues Zei- der ständig enger werdenden Zusammenarbeit schen Giraud und den Nordamerikanern, wo- mich de Gaulle in immer höherem Maße ausge- shcltet wird. Casey in Washington. Stockholm, 6. Ian. (Europapreß.) Der Lochsende Anteil, den die USA. in den letzten Mo- Oer Gegensatz zu de Gaulle. naten an der finanziellen und militärischen Durchdringung des Mittleren Ostens genommen haben, machte es für den britischen Minister im Mittleren Osten, Casey, notwendig, die schwierigen Versorgungsprobleme der dort-stationierten britischen und nordamerikanischen Truppen in Washington zu diskutieren. Casey wurde von Staatssekretär Cordell Hüll empfangen. Später hatte er auch mit dem General- stabschsf der USA.-Armee^ General Marshall, eine Unterredung. Der neue LlGA.-Kongreß. Stockholm, 7. Jan. (DNB. Funkspruch.) Nach Meldungen aus Washington wurde in der Mittwochsitzung des Repräsentantenhauses der Demokrat N a y b u r n mit knapper Mehrheit von 217 gegen 206 Stimmen zum Präsidenten des Repräsentantenhauses wiedergewählt. Am Donnerstag wird die Kongreßbotschaft Roosevelts von ihm persönlich in beiden Häusern verlesen werden. In Parteibesprechungen konnten Annäherungen zwischen verwandten Gruppen beider Parteien beobachtet werden. Während die liberalen Republikaner der Willkte-Austin-Gruppe, die zahlenmäßig nur gering ist, sich mit den New-Deal-Dernokraten auseinandersetzten, ist eine wichtigere neue Majorität in einer beide Häuser bindenden Querverbindung zwischen der Tast-Vandenberg-Gruppe, den konservativen Republikanern und den ebenfalls konservativen Demokraten der Südstaaten zu beobachten. Sie wird sich vor allem gegen die Bürokratie Washingtons und auch gegen die übersetzte Verwaltung Roosevelts aussprechen. Angesichts der unruhigen Stimmung weiter Kreise des neuen USA.-Kongresies befürchtet die Regierung, daß sowohl im Senat wie im Repräsentantenhaus vor allem auch die skandalösen Unzulänglichkeiten und riesigen Kriegsgewinne zur Sprache kommen, die bei einer Untersuchung der unbefriedigenden Leistungen^ der Werften aufgedeckt wurden. So sollte die South Portland Shipbuilding Corporation in 18 Monaten 84 Frachtschiffe liefern. In Wirklichkeit wurden nur acht Schiffe hergestellt. Der Reingewinn dieser Werst für die gleiche Zeit belief sich auf nicht weniger als 200 v. H. des Anlagekapitals, Der Vertreter der Regierung, Admiral Giraud in Westafrika. Land, der bezeichnenderweise* in engsten persönlichen Beziehungen zu dem Gründer der Gesellschaft steht, erklärte, die Werft sei nicht das einzige Beispiel für schlechte Bauleistungen. Der Mangel an erstklassigen Schiffswerften sei zu groß, als daß man drastisch gegen eine einzelne Firma vorgehen könne. Die Bethlehem-Werft Karny hat aus dem Bau von Arbeitshäusern ein Riesengeschäft gemacht, bei dem sie mehrere Millionen Dollar verdiente. Die Häuser waren sehr schlecht gebaut. In den Kellern stand das Wasser, die Dächer gaben nach wenigen Wochen nach, die Fußböden warfen sich, alle sanitären Einrichtungen fehlten. Die Folge war, daß die Häuser überhaupt nur zur Hälfte bezogen werden konnten. Viele Arbeiterfamilien mußten notdürftig in Zelten und Baracken untergebracht werden. Mac Millan in Algier. Das britische Gegenstück zu Murphy. Die englische Regierung hat nicht einen einfachen Gesandten nach Algier geschickt, sondern einen Mlnister, um dadurch von nherein den amerikanischen General Eisenhower und Roosevelts Gesandten Murphy in einen Nachteil der diplomatischen Etikette zu versetzen. Als Minister steht der Brite M a c M i l l a n höher im Rang als der USA.-General und der USA.-Gesandte. Alle Welt wird über diesen Versuch Churchills, den Vorrang Großbritanniens sicherzustellen, den Kops schütteln. Die Pankees sind viel zu hemdsärmelig, als daß sie sich durch solche Kniffe des diplomatischen Zeremoniells von ihren bewußten Sonderwegen in Algier abbringen lassen würden. Aber das soll nicht unsere Sorge fein. Interessant sind nur noch folgende Zeilen, die die „Time s“ zur Ankunft Mac Millans in Algier schreibt: „MacMillan hatte bereits eine Besprechung mit General Eisenhower und seinem amerikanischen Gegenstück Murphy. Seine Ernennung ist eine Bürgschaft, daß die britische Regierung jetzt eine direkte Einsicht in eine politische Situation, die noch verwickelt und in mancher Hinsicht dunkel ist, haben und damit in der Lage sein wird, ihren Standpunkt über politische Fragen im Hauptquartier der Armeen Ausdruck zu geben. Trotz des Austausches von Freundschaftsbotschaften zwischen Giraud und de Gaulle muß eine Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Gruppen des französischen Kolonialreiches noch erzielt werden." Die englische Absicht, sich gegen den vorwaltenden Einfluß der Amerikaner in Französisch-Nordafrika zur Geltung zu bringen, geht aus diesen Sätzen der „Times" klar hervor. Die USA. und die britische Kolonialpotitik. Rom, 7.Ian. (Europapreß.) Auf Grund eines englisch-nordamerikanifchen Kolonialabtommens, das schon in seinen Grundzügen festgelegt sein soll, werden die englischen Kolonien gemischte Verwaltungsräte erhalten, in denen d i e USA. neben England vertreten sein werden. Um dies Ab- kommn perfekt zu machen, fährt der bvitische Kolonialminister Oliver Stanley demnächst nach Washington. Unter dem Vorwand der Verteidigung, der Ausnutzung der Rohstoffe und der Wirtschaftsentwicklung in den englischen Kolonien versuchen die USA. durch dieses Abkommen noch mehr Einfluß auf die koloniale Entwicklung des Empire zu erhalten. Dis jetzt sind solche Verwaltungsräte für die britischen Besitzungen in Asien, in Afrika und Zentralamerika vorgesehen. 3m Fangarm des Polypen. Wie eine vorausgenommene Randglosse zu dem Weißbuch von Roosevelt und Hüll, die sich dem Ausland und Inland als brave Biedermänner des Friedens empfehlen, lesen sich Erlebnisberichte und Schlußfolgerungen, die der englische Schriftsteller Kingsley Martin in der Londoner Wochen» Zeitschrift „New Statesman and Natton" vom 26. Dezember veröffentlicht. Er zieht einen scharfen Querschnitt durch die Geistesverfassung führender Pankees: Für sie stehe die Herrschaft über den gegenwärtig geschaffenen Kriegsapparat und selbstverständlich die Gestaltung des Friedens durch die erhoffte Vormacht der Vereinigten Staaten im Vordergrund. Er habe sich mit vielen amerikanischen Soldaten und Offizieren über eine englisch-amerikanische Zusammenarbeit unterhalten, dabei aber fast in jedem Fall festgestellt, daß der Amerikaner stets nur aus Höflichkeit die Engländer erwähnte. Denn er glaube, die USA. könnten mit dem ganzen Krieg allein fertig werden. Eine Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien stelle sich deshalb vor dem geistigen Auge der Pankees so dar, als ob die Vereinigten Staaten in Wirklichkeit herrschen und nach Bedarf die Hilfe „ihrer Iran« bauten" in Anspruch nehmen. Solche Trabanten feien Großbritannien, Südamerika, Kanada und Australien. Ueber die Sowjetunion könne man von USA.-Offizieren die Ansicht hören, daß eine Ueber» einfunft mit dem Bolschewismus nur zu einem neuen Krieg führe. Man dürfe die Sowjets nicht einfach machen lassen, was sie wollen. Der amerikanische Durchschnittsoffizier empfinde deshalb, daß fein Land im Augenblick des Friedensschlusses das Höchstmaß an militärischer Stärke erreicht haben müsse, damit Stalin nicht ungehindert die Welt nach seinen Vorstellungen umbilden könne. Es sei deshalb kein reines Hirngespinst, wenn kürzlich dis amerikanischen Blätter der Patterson-MacCornick« Gruppe für die Errichtung einer Militärdiktatur in den Vereinigten Staaten am Ende dieses Krieges plädiert. Der USA.-General Somer- well habe die Forderung nach einem 13-Mil- lionen-Heer ausgestellt: zwischen den Militär- und Zivilbehärden in Washington herrsche ständiger Streit. (Dieser Hinweis ist im Augenblick besonders aktuell, da das Weißbuch Roosevelts die Katastrophe von Pearl Harbour sehr tendenziös den amerikanischen Militärbehörden einseitig zur Last legt, um Roosevelt und Hüll zu entlasten.) Den weitgehenden Militarisierungsplänen Somerwells komme besondere Bedeutung zu, da er ein einflußreicher Mann sei. Kingsley Martin kommt zu dem bemerkenswerten Satz: „Generale feines Schlages erblicken in der heutigen politischen Konstellation eine einzigartige Gelegenheit für die Verwirklichung ihrer Gedankengänge. Sie wollen eine gewaltige Kriegsmaschine errichten." Die Zeitschrift „New Statesman and Nation", die diesen Artikel von Kingsley Martin veröffentlicht, hat sich trotz ihres Alters den Ruf bewahrt, jungen Menschen oder Außenseitern ihre Spalten zu öffnen. Das zwingt zu einer gewissen Zurückhaltung. Aber die Zukunftsprognose, die Kingsley Martin stellt, steht auch gar nicht zur Erörterung. Im Augenblick interessiert nur die überhebliche Wurstigkeit, mit der die Amerikaner, die den Roosevelt-Kurs mitmachen, sich als die Herren der Welt fühlen, obwohl die ersten dreizehn Monate, in denen die USA. Krieg führen, zu einem solchen krassen Optimismus keinen Anlaß geben. Eine bestimmte Geisteshaltung tritt uns hier in einer ganz eigenartigen und eigen« Dänemarks Sonderstellung. Von unserem H. E. G.-Berichterstatter. Kopenhagen, irn Dezember 1942. Das wichtigste politische Ereignis des Jahres 1942 war für Dänemark der Tod des Ministerpräsidenten Thorwald Stauning. Von Hause aus Sozialdemokrat, hatte Stauning etwas von einem alten Wickinger. In den letzten 15 Jahren war er die tragende Figur in der dänischen Politik, von allen Parteien, auch von seinen polit'!schen Gegnern, anerkannt. Seine Ruhe und Sicherheit hat Dänemark vor manchem bewahrt. Sein Nachfolger, der Finanzminister Buhl, konnte sich nur fünf Monate behaupten. Es war Staunings Wirklichkeitssinn und nicht zuletzt der tatsachennahen Weisheit des Königs zuzuschreiben, daß Dänemark seit der Besetzung am 9. April 1940 eine Sonderstellung einnimmt, die feinem anderen Lande beschieden ist. Dänemarks staatsrechtliche Stellung wird oft verkannt. Zwar befinden sich deutsche Truppen im Lande, doch ist Dänemark kein besetztes, sondern ein beschütztes Land. Das bedeutet, daß die deutschen Truppen den Schutz des Landes gegen äußere Gefahren übernommen haben, für den das kleine Dänische Kadre-Heer nicht in der Lage gewesen wäre. Indessen hat die dänische Regierung die volle Souveränität im Lande. Der deutsche Militärbefehlshaber hat nur insofern Einfluß, als militärische Belange in Frage kommen. Dänemark ist dem Antikominternpakt beigetreten und arbeitet dementsprechend mit den änderen Mächten des neuen Europas zusammen. Auf der anderen Seite hat Dänemark seine Kolonie Grönland und das Kondominium Island an England und die USA. verloren. Große Werte — für dänische Verhältnisse — sind auf angelsächsischem Boden investiert. Viele dänische Familien haben verwandtschaftliche Beziehungen nach England und vor allem nach den USA. Hierin liegen gewisse psychologische Schwierigkeiten begründet. Die einzigartige staatsrechtliche Stellung gewährleistet Dänemark einen höheren Lebensstandard als irgendeinem anderen Lande Europas. Zwar sind einige wichtige Lebensmittel rationiert, manche Waren kaum noch käuflich zu erwerben und es ist der Wert des Geldes gesunken, ohne daß die Löhne gestiegen wären. Aber viele andere Waren — z. B. Fleisch — sind nicht rationiert und es gibt eine große Menge Ausweichwaren. Es ist daher bedauerlich, daß die dänische Bevölkerung ihre Vorzugsstellung nicht mehr würdigt. Man steckt noch zu tief •in den Vorstellungen der Vorkriegszeit und die alten Parteien spielen immer noch eine verhältnismäßig große Rolle. Nach dem harten Winter und einem ungünstigen trockenen Vorsommer geriet die Ernte dennoch über Erwarten gut. Der Landmann war zufrieden, die Industrie arbeitete voll, großenteils an deutschen Aufträgen. Plötzlich verursachten Vorgänge, die auf den angedeuteten Dualismus der dänischen Auffassung über die Stellung zu Europa und zur übrigen Welt zurückzuführen sind, eine Regierung s- k r i s i s. Ein Wechsel in der Person des Bevollmächtigten des Deutschen Reiches und des Befehlshabers der deutschen Truppen in Dänemark ging voraus. Die Regierung Buhl trat zurück und wurde durch eine Regierung Scavenius ersetzt, die mehrere alte Minister beibehalten hat, aber doch einige neue Köpfe zeigt, welche nicht dem Parlament angehören. Das Parlament hat sich durch ein Ermächtigungsgesetz, das der Regierung freie Hand in vielen Stücken gibt, in weiser Selbstbescheidung, zeitweilig ausgeschaltet. Es gärt geistig und politisch im dänischen Volk, wie in den Völkern des übrigen Europas. Man ist ungewiß, ob die alten Formen für das neue Leben und für die künftigen großen Veränderungen aus- reichen. Es gibt Dänen, die glauben, nur aus England und Amerika sei das Heil zu erwarten. Es gibt aber auch Dänen, die ernsthaft mit Deutschland Zusammenarbeiten wollen. Wieder andere Dänen blicken erwartungsvoll auf den Führer der bä- Nischen Nationalsozialisten Fritz Clausen. Dieser hat sich bei der letzten Regierungskrisis zurückgehalten, und fein Organ Faedrelandet steht auch zur Regierung Scavenius in Opposition. Je härter der Krieg Europa anfaßt, um so härter wird auch das Leben in dem friedlichen und unberührten Dänemark roerbtn. Die ungeheuren Erdstöße, die den Kontinent erschüttern, können auch Dänemark nicht unberührt lassen, auch wenn die Mehrzahl der Dänen gar zu gern als Zuschauer am Rande der Dinge bleiben möchte. tumlichen Prägung entgegen: eine Geisteshaltung, die, wie viele Zeugnisse, nicht nur die Darlegungen von Kingsley Martin beweisen, den Engländern schwer auf die Nerven geht, obwohl heute sehr na» türliche Rücksichten zu einem geduldigen Schweigen Anlaß geben, das alle englischen Bitternisse in den innersten Herzensschrein einschließt. Sehr interessant ist auch die Darstellung Kingsley Martins über den gefühlsmäßigen Gegensatz zwischen dem durchschnittlichen USA.-Offizier und dem Bolschewismus. Man erinnert sich, daß Churchill den englischen Offizieren alles Nachdenken über dieses Problem verboten hat. Jedenfalls Kingsley Martin fühlt, daß feine englische Heimat von den Fangarmen des USA.-Polypen umklammert ist. Er bringt den Mut auf, es zu sagen. Weil er den Mut dazu hat, ist er ein Rufer in der Wüste seines eigenen Heimatlandes, um das er sich sorgt. Puerto Rico hungert. Lissabon, 6. Jan. (Europapreß.) Puerto Rico hungert, stellt die USA.-Zritschrift „Time" fest. Schuld daran sei in erster Linie der Mangel an Schiffsraum. Selbst als Schiffe noch regelmäßig Reis, Bohnen und Stockfische für die Bevölkerung der Großen-Antillen-Insel im Karibischen Meer brachten, gab es schon Entbehrungen. Seit ihrer Zugehörigkeit zu den Bereinigten Staaten ist die Kolonie völlig auf die Erzeugung von Zucker, Rum, Tabak und Kaffee umgestellt worden. Vergeblich habe Puerto Rico nach dem Kriegseintritt der USA. sofortige Hilfe verlangt, schreibt die Neuyorker Zeitschrift. Immer mehr habe sich die übervölkerte Insel zum Stiefkind der USA.- Wirtschaft entwickelt. Jetzt, da deutsche U-Boote in der Karibischen See lauerten, habe der Hunger aufgehört, eine bloße Drohung zu sein und sei nun grimmige Wirklichkeit geworden. In den sonnen- äberglünzten Straßen der Hauptstadt San Juan fielen die Menschen einfach vor Hunger um. Der Berichterstatter der „Time" schreibt, wie es erst unlängst zu schweren Prügeleien kam, als Zollbeamte 22 Pfund verdorbenen Stockfisches ins Meer warfen. Das zur Bekämpfung der Malaria lebenswichtige Chinin sei völlig aufgebraucht. Von 320 000 höheren Schülern litten nach amllicher Schätzung 200 000 an Unterernährung. Ein englischer Angriff auf den Burma- Hafen Akyab abgeschlagen. Tokio, 6. Ian. (DNB.) Ein englischer Versuch zur Rückeroberung des burmesischen Hafens Akyab, etwa 250 Kilometer südlich von Chittagong, wurde von den Japanern erfolgreich abgewehrt. Beim ersten Angriff versuchten 400 Mann des Lancashire-Regiments in Booten über den Mayafluß zu setzen. Sämtliche Boote wurden versenkt und 16 Gefangene gemacht. Die Engländer hatten 60 Tote. Ein weiterer Angriffsversuch von Norden her mit 800 Mann wurde ebenfalls abgeschlagen. Die Japaner hatten seit der siegreichen Schlacht am Chindwinfluß vor sechs Monaten nicht mehr im Gefecht gestanden. Gefangene sagten aus, daß das Lancashire-Regiment im vorigen Januar in Bombay gelandet, erst Ende November an der indischen Grenze angekommen sei und in den letzten Monaten schwer unter den japanischen Luftangriffen sowie unter der schlechten Versorgung gelitten hätte. Das Ueberlaufen indischer Sowaten habe in der letzten Zeit derartig zugenommen, daß man die Inder aus der Frontlinie zurückgenommen habe, um em vorschnelles Kapitulieren zu verhindern. Viktor Emanuel III. besichtigte Befestigungsanlagen auf Sizilien. Rom, 6.Jan. (DNB.) Viktor Emanuel III. weilte auf Sizilien, um die zum Schutz der Jnfel getroffenen Bofeftigungs- und Sperranlagen in den verschiedenen Gebieten an der Küste wie im Hinterland au besichtigen. Dem Besuch des Königs war ein Besuch des Kronprinzen vorausgegangen, der als Kommandant der Heeresgruppe Sud das Weihnachtsfest unter seinen Soldaten verbracht hatte. Der König und Kaiser wurde non der Truppe wie von der Bevölkerung mit großtr Freude begrüßt. Die Bevölkerung brachte dem Souverän ihren entschlossenen Siegeswillen zum Ausdruck. Die Begrüßung gestaltete sich besonders eindrucksvoll in den von mehrfachen Luftangriffen heimgefuchten Orten. Der Kampf gegen die Banden. Berlin, 6. Ian. (DNB.) Das bolschewistische Bandenunwesen ist eine echte Manifestation des Bolschewismus. Für diese Art seiner Kriegführung im weiten Raum hinter der gegnerischen Front hat der Bolschewismus die Feigheit geradezu zum Prinzip erhoben. Zehn Regeln hat der Bolschewismus für den Bandenkrieg herausgegeben. Eine besagt, daß der Feind nur dann anzu greifen ist, wenn der Angriff aus dem Hinterhalt möglich und der Gegner in absoluter Minderheit ist. Diese hinterlistige Kampfesweise hat dazu geführt, daß die Banden bei hartem Zupacken oft bis auf den letzten Mann ausgehoben werden konnten. So blieben z. B. bei einer vor etwa 14 Tagen im weißrutheni- s ch e n R a um von ff, Polizei und Artillerie durch- geführten Bandenaklion 864 Banditen tot auf dem Kampfplatz, während wir feßjft nur fünf Tote zu beklagey hatten. Man muß, um sich die Bildung einer solchen Bande erklären zu können, Maßstäbe anlegen, die dem weiten russischen Land mit seinen unendlichen Wäldern und den kilometerbreiten Sumpstaken gerecht werden. "Ein solcher riesiger Raum kann hinter der Front nicht in jedem Dorf und WakdgMet besetzt gehalten werden. Eingehende Bandenerkundung ist die unumgängliche Voraussetzung für den Erfolg. Sicherheitspolizei und SD. bleiben den Banden unermüdlich auf der Spur. Gutwillige Kräfte des friedlich ge-finnten Landvolkes stehen oft in Abwehr der Bandentätigkeit. Ihr Gegner ist ein Heckenschütze in der Tarnung eines Zivilisten, im zerschlissenen Rock eines Bauern oder eines Holzfällers. Nur wer die gange Verschlagenheit der bolschewistischen Banden kennt, weiß, was es heißt, als kleiner Erkundungs- trupp dem getarnte» Gegner auf der Spur zu bleiben. In den Landkarten eines Gebietes, in dem eine Bande ihr Unwesen treibt, wird mit Bundstisten das Bandentreiben registriert. Ueber Wegkreuzungen und Wälder in der gleichen Weise, in der die Bande ihre Standorte wechselt. Von ihren eigenen Landsleuten, friedlichen Bauern, als Plünderer, Diebe und Mordgesellen gefürchtet, von uns Deutschen immer wieder verfolgt und gestellt, vegetieren die Banden in den düsteren, sumpfigen Wäldern. Oft sind es politische Kommissare, manchmal auch Kommandeure der Sowjetarmee, die die Banden bilden und Zusammenhalten. Mit feindlichen Zentralen stehen sie zuwelle'n durch Funk in Verbindung und erhalten nähere Anweisung. Kürzlich griffen wir eine Fallschirmspringerin, eine junge Frau von 26 Jahren, auf, die, mit einem Funkgerät versehen, den Auftrag hatte, zunächst militärische Spionage zu treiben und sich dann einer Bande anzuschließen. Drei Tage zuvor war sie noch in Moskau gewesen. Es steht ohne Zweifel fest, daß der Kreml sich weitaus mehr von dem Einsatz seiner Bandentaktik versprochen hat. Gewiß fallen auch einzelne deutsche Soldaten dem hinterhältigen Mord zum Opfer. Auch gelingt es den Banden hier oder dort, einmal eine Brücke zu zerstören oder einen Eisenbahnzug durch Sprengung zu beschädigen. Dabei denke man aber immer wieder an den Raum, den man nun einmal nicht mit den Maßstäben unserer eigenen Heimat messen darf. Es ist jedoch den Banden in keiner Weise gelungen, das Hinterland zu desorganisieren und den Nachschub der Front entscheidend zu stören. Zweiffelos hatte der Kreml daran geglaubt, die fehlende zweite Front der Briten in Europa durch seine Banden zu ersetzen. Aber auch das blieb nur eine trügerische Hoffnung. Gewiß beklagen wir tief die Opfer, die das Bandenunwesen hier und dort von uns gefordert hat. Gemessen aber an den Erwartungen, die der Bolschewismus an das Bandenunwesen knüpfte, darf man sagen, daß auch diese Hoffnung der bolschewistischen Usurpatoren zusammenbrechen wird. Aus -em Reich. Wiedereinführung der Dorf- und Stadtgerichtsbarkeit. In Breslau gab Reichsjustizminister Dr. Th i e -- rack in einer Kundgebung der NSDAP, einen Ueberbllck über alle Probleme des Rechts und nahm auch zu verschiedenen Sonderfrngen aus der Praxis der Rechtspflege Stellung. Durch Wiedereinführung der Dorf- und Staatsgerichtsbarkeit soll dem Volks selbst wieder die Möglichkeit gegeben werden. Recht zu sprechen. Der Minister hob auch den tief im Bekämpfung der Karies. Pon Prof. Dr. H. Euler, Leiter des Instituts für Kariesforschung. „Das Wesen der Karies ist noch nicht genügend geklärt, um durchgreifende Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankung zu treffen und die Zähne der Nation von Grund auf zu bessern." Mit diesen knappen Worten hat der bekannte Kariesforscher Schröder bei der Gründungssitzung des Instituts Ende Februar dieses Jahres ungeschminkt die tatsächliche Lage gekennzeichnet. Er bat damit aber auch zugleich im großen die Grundaufgaben des Instituts umrissen: Klärung des Wesens der Karies und Finden wirksamer Bekämpf ungsmittel! Schröder hat bereits betont, daß die Lösung der Kariesfragen nur auf Grund einer eingehenden Betrachtung der Vorgänge am Zahn im engsten Zusammenhang mit den Lebensvorgängen des Gesamtorganismus möglich ist. Es ist selbstverständlich, daß diese Richtschnur unverändert beibehalten wurde, die zugleich auch die weitere Gliederung der Aufgaben in sich schließt: Studium der Vorgänge am Zahn selbst, Studium der Verbindungswege zum Gesamtorganismus, Studium der allgemeinen Verhältnisse, soweit sie irgend Beziehungen zu den lokalen Vorgängen besitzen, immer aber: Wahrung der großen Gesichtspunkte Ganzheitsbetrachtung und Biologie! Bei den Vorgängen am Zahn selbst werden, abgesehen von den sonstigen Verhältnissen im Munde und am Gebiß, die bakteriologische und (gärungs-) chemische Forschung im Vordergrund stehen, bei den den Gesamtorga nismus betreffenden Fragen müssen u. a. Berücksichtigung finden: 1. Forschungen auf dem Gebiete der Konstitution, der Erbbiologie, der Raste, des Lebens- Mers, Geschlechtes; 2. Forschungen auf dem Gebiete der Umweltverhältnisse (Klima, Bodden, Wasser, Vichf, Luft), der Ernährung und ihrer Wirkstoffe, wie auch die Zivilisation und ihre Auswirkungen im ganzen hierher gehören; 3. Forschungen auf den einschlägigen Gebieten der inneren Medizin mit Einschluß der Endokrinologie, der Kinderheilkunde, der Phar-- makologie, und endlich 4. spezielle Forschungen auf dem Gebiete der Mund- und Zahnpflege, wobei uns auch wieder die Pharmakologie eine unentbehrv liche Hilfe bedeutet; aber auch die Erfahrungen der Iugendzahnpflege werden dabei von Wichtigkeit feilt. Zu diesen vier Punkten kommen dann noch die Lehren, wie sie sich aus der zahnärMch-klimschen Beobachtung ergeben. Erfreulicherweise ist es gelungen, auf all den genannten Gebieten namhafte Fachoertreter zu gewinnen, die sich bereitfinden, an der Lösung der dem Institut gestellten Aufgaben mit ihrem reichen Wissen und ihrer großen Fachkenntnis mitzuarbeiten. Folgende Arbeitsgebiete und Mitarbeiter sind bisher vorgesehen: Nahrungsmittelchemie und Physiologische Chemie (Professor Schoenbeck, Professor Flößner, Professor Schmitz, Wohinz); Biologie und Histologie (Professor Euler, Dr. Keil); Erbdiologie (Professor Nachtsheim, Professor Korkhaus, Dozent Dr. Ritter); Hygiene (Professor Kollath); Bakteriologie (Prof. Zeiß, Prof. Zeißler, Prof. Kliewe- Gießen); Pharmakologie (Professor HeUbner>x Innere Medizin (Professor V o i t - G i e ß e n); Kinderheilkunde (Professor Klinke): Konstitutionsfor^ fdjung (Professor Jaensch); Klinische Forschung (Professor Wannemacher): Iugendzahnpflege (2r* Kientopf, Dr. Liebenow); Spezielle Kariesprophylaxs (Professor Schoenbeck). Rechtsdenken des deutschen Volkes verwurzelten deutschen Rechtsanspruch auf die staatliche Zusammenfassung aller Teile der Nation und einen ausreichenden Lebensraum hervor. Das Amt für Beamte im vergangenen Jahre. NSG. Auch der Beamte in der Heimat hat ein erhebliches Maß kriegsbedingter Aufgaben zu bewältigen. Zahlreiche Einberufungen vervielfachen feine Arbeit, die Voraussetzung eines reibungslosen Ablaufes verschiedenartigster Angelegenheiten ift Das Amt für Beamte des (Baues Hessen-Nassau hatte sich im vergangenen Jahre vor allem zur Ausgabe gesetzt, den letzten Beamten zum helfenden Kameraden des Volksgenossen zu erziehen. Die Betreuung der Einberufenen stand im Vordergrund. In der gleichen Linie lagen die Arbeiten im Interesse der Angehörigen von Soldaten und der Hinterbliebenen von Gefallenen. Neben Feldpostpackchen, die durch die einzelnen Kreiswaltungen verschickt wurden, wurde vom Amt für Beamte bei der Gauleitung Hessen-Nassau mit mehr als 10 000 Feldpostbriefen die Verbindung mit den zur Wehrmacht einberufenen Kameraden aufrechterhallc,,. Diese Einrichtung ist in den Kreisen der SoNatrn überall freudig begrüßt worden. Nicht unerwähnt soll die Beteiligung der Beamtenschaft an Ernte- und Feldbestellungsarbeiten und die Lazarettbesuche weiblicher Beamten, deren Tätigkeit auch auf Hausbesuche bei eingezogenen bzw. ab geordneten Beamten zur Betteuung der Familien ausgedehnt wurde, bleiben. Kunst und Wissenschaft. Aus der ltterarifchen Well. ^„Albom und Rosamunde", die Dichtung Walter Stangs, des Leiters des Hauptamtes für Kunstpflege beim Reichsleiter Rosenberg, wurde von den städtischen Bühnen in Breslau zur Erstaufführung in der Spielzeit 1942/43 erworben. — Die m Oslo in norwegischer Uebersetzung erscheinende Serie „Große deutsche Romane" wurde mit ihrem zehnten Band soeben abgeschlossen. Als letztes Werk erschien der Roman „Drei Nächte" von Hermann Stehr. — Von Hans Hennig Freiherr Grote erscheint demnächst ein Band Balladen und Lieder, in dem der Dichter zum erstenmal sein gesamtes lyrisches Schaffen zufammenfaßt. Grote gehört zu den leidenschaftlichen Rufern für die Wiedererweckung der nationalen Sendung unseres Volkes. Der Mut und die Unerschrockenheit des soldatischen --- Geistes, das ist der Gehalt dieses Werkes, das vont Ernst der Pflicht wie vom Glück der Lebensfreude kündet. — Von Robert Lindenbaum, dem Träger des Sudetendeutschen Gaukulturpreises 1940 erscheint ein Roman „Zwischen gestern und heute". Der Held ist der sudetendeutsche Bergarbeiter, bett der Dichter als den mühseligen Deutschen, der leibliche und seelische Rot erträgt und überwindet, barstellt. Im Ausklang sehen wir den Helden und seine Kameraden in den Kampf ziehen um Großdeussch- lands Schicksal. Neuer Intendant In Göllingen. Der Oberbürgermeister der Stadt Göttingen hah an Stelle des Intendanten (Seltner, her mit be^ Führung der Generalintendanz in Hannover beauftragt wurde, den bisherigen Oberspielleiter vont Hessischen Landescheater in Darmstadt, Hansr Karl Friedrich, zum Intendanten des Göttinger? Stadttheaters berufen. „Das Gastmahl unter den Kerzen.* Im niederländischen Rundfunk kam unter PierrS Reinhards eine Weihnachtsoper von Hermann Unger, dem Kölner Komponisten, zur Uraufführung. „Das Gastmahl unter den Kerzen" — ist keineswegs nur ein Singspiel, sondern mehr der Spieloper zuzurechnen. Das Erlebnis des Lichterbaumes und des weihnachtlichen Abends in seiner tiefen Sym« bolik als Fest der Gemeinschaft steht im Mittelpunkt einer Dichtung, die von Heinz Steguweik stammt. Steguweit läßt drei Männer unter dem Lichterbaum aus ihrem Leben erzählen. Es sinS Diener, die neben den Geschenken ihrer Herren zu- gleiich deren Absage zum gastlichen Weihnachtsmaht einer befreundeten Dame Ü6erbringen. Diese hak alles gerichtet, und lädt nun die drei Diener ein, ihr den Abend mit ihren Erzählungen zu verkürzen. Es sind feltfame Menschenschicksale, die dabek an den Tag kommen. So wird das „Gastmahl unter den Kerzen" zu einem wahren Weihnachtsabend. Die Musik trägt den Stempel jener Regernachfolge, der Unger uneingeschränkt zuzurechnen ift; die aber doch zu Eigenem vorgestoßen ist. Ueber allem leuchtet eine starke poetische Melodik, die ganz auf dis Symbolik des Weihnachtsbaumes ausgerichtet ift Erich Traumann. Ein Divertimento von Ricard Strauß. Die dritte der drei Philharmonischen Akademien, in Wien unter der Leitung von Clemens Krauß bringt eine Neuheit von Richard Strauß. Der Meister hatte auf Anregung von Clemens Krauß feine „Couperin - Suite" für das in der Münchner Staatsoper zur Uraufführung gebrachte Ballett „Verklungene Feste" um mehrere Satze erweitert. Das ewige Herz. Die wahre Geschichte des Gchlossermeifiers Peter Henlein. „Täglich erfinden sie feinere Dinge. So bringt Peter Hele, ein noch junger Mann, Werke hervor, welche selbst die gelehrtesten Mathematiker bewundern, denn aus ein wenig Eisen fertigt er mit sehr vielen Rädern ausgestattete Uhren, die, wie man sie auch wenden mag und ohne irgendein Gewicht 40 Stunden zeigen und schlagen, selbst wenn sie im Busen oder Geldbeutel getragen werden." — Dieser aus dem Jahre 1511 datierte Bericht des Schulrektors in Nürnberg, C o ch l ä u s, beweist unwiderleglich, daß Peter Henlein, nach den Urkunden seit dem 16. November 1509 Meister der Nürnberger Schlosserzunst, der Erfinder der Taschenuhr ist. Dieses Dokument muß als um so wertvoller gelten, als leider von den Uhren Henleins nicht eine auf uns gekommen ist Zwar besitzt das Germanische Museum in Nürnberg ein solches Werk mit Namen und Datierung; die Bauart dieser Uhr deutet aber auf eine Entstehungs- zeit weit nach Henleins Tode hin. Nicht sehr Ge- na-ues wissen wir über feine Geburt. Wahrscheinlich fand sie im Jahre 1479 statt; besser läßt sich der Tag seines Todes datieren, denn aus der Reihenfolge der Namen im Großtotengeläutebuch der Se- balduskirche in Nürnberg kann man folgern, daß Meister Henlein zwischen dem 4. Juni und 14. September des Jahres 1542 gestorben ist, und daß wahrscheinlich der Todestag in den September verlegt werden muß. Mehr als über den Eingang und Ausgang seines Lebens wissen wir aber über seine Werke, denn die Rechnungsbücher der Freien Reichsstadt Nürnberg geben darüber Aufschluß, daß die Erzeugnisse des großen Uhrenkünstlers beliebte Staatsgeschenke gewesen sind. nämlich keineswegs der Verfertiger der später so berühmt gewordenen „Nürnberger Eyer- l e i n", er brachte seine Uhrwerke zuerst in Bisarn- apfeln unter, kugelförmigen Vorläufern der Riechfläschchen, die ihren Namen dem Bisam- oder Moschusduft verdankten, den sie in ihrem Innern bargen. Diese Kugeln hatten nur einen Durchmesser von 3 bis 4% cm, waren also für damalige Verhältnisse erstaunlich klein. Die darin angebrachten Uhrwerke müssen somtt schon recht genau gearbeitete, kleine Kunstwerke gewesen sein. Erhebliches Kopfzerbrechen hat dem Erfinder die Hemmung gemacht, die bei der Taschenuhr verhindert, daß die Feder sich allzu rasch entspannt, und die außerdem dem Zeiger einen regelmäßigen Gang gibt. Henlein benutzte dazu eine winzige „Waage", deren gleichmäßiges Hin- und Herschwingen er durch Schweinsborsten regelte. Das war die erste Form der „Unruhe". — Nachdem der Bau des Werkes erst einmal erdacht und durchkonstruiert war, ging Henlein an die weitere Vervollkommnung; er fügte dem Stundenzeiger einen Minutenzeiger hinzu, und er machte auch das Gehäuse immer kunstvoller. Seine Vaterstadt bedient sich gern der Fertigkeit ihres begabten Sohnes. Immer wieder mußte — wie Dominik in seinem Buch „Das ewige 5"?rz" es lebendig schildert — der Ratsschreiber Melchior Sartorius Abrechnungen über bestellte und ordnungsgemäß abgelieferte „Oerlein" notieren. So findet sich unter anderem auch ein Vermerk über die Bezahlung von 72 Gulden 14 Schillingen 4 Hellern für „zwey selbgeende Oralogia", die dem Kanzler Kaiser Karls V„ Kardinal v. Gattinara, von einem Beauftragten des Nürnberger Rats überreicht worden waren. Auch Luther erhielt rin solches Erzeugnis aus Henleins Werkstatt zum Geschenks Er antwortete freudig überrascht und dankte für das „sehr willkommene Geschenk", wobei er bemerkte, daß er noch nie vorher ähnliches zu Gesicht bekommen habe. mer aber bereitete ihm das Schicksal seines Bruders, des Messerschmiedes Hermann Henlein. Dieser war in einen nächtlichen Raufharckiel verwickelt worden, bei dem ein Bettelmädchen schwer zu Schaden kam. Es gelang ihm zwar, rechtzeitig zu entweichen, aber er folgte nicht dem Rat feines Bruders, gänzlich außer Landes zu gehen. Durch den Verrat eines Augsburger Zunftgenossen namens Lutz wurde er von den Augsburgern gefangen und in einen hochnotpeinlichen Prozeß verwickelt. Trotz aller Bemühungen Meister Peters, seinen Bruder zu retten, wurde in Augsburg am 18. August 1524 das Todesurteil über den Messerschmied gesprochen und fünf Tage später mit dem Schwerte voll- streckt. Meister Peter konnte seinen Grimm nicht bezähmen und äußerte zu jedem, der es hören wollte, daß der Augsburger Meister Lutz schmachvollen Verrat verübt habe. Seine Heftigkeit brachte dem Taschenuhrerfinder schließlich eine vierzehntägige Haststrafe im Turm ein, aus dem ihn der wohlwollende Nürnberger Rat allerdings nach drei Tagen wieder entließ. Nach diesem Zwischenfall lebte Peter Henlein noch 18 Jahre in Frieden und Geruhsamkeit, geachtet und geehrt. Die volle Größe seiner Erfindung wurde allerdings erst der Nachwelt bewußt, denn sie hat uns wahrhaft die Zeit geschenkt. Aus der Taschenuhr entwickelte sich der Schiffs-Chronometer, der bis in die Gegenwart für jeden Seemann ein unentbehrliches Instrument für die Feststellung seines Standortes zusammen mit den von Martin B e h a i m in die Seefahrt eingeführten Werkzeugen zur asttonomischen Ortsbestimmung war. Erst die Zeitübertragung durch Funk machte den Schiffs-Chronometer entbehrlich. Lang ist die Reihe der Männer, die Henleins Erfindung'verbessert und weiterentwickelt haben. Mancher Deutsche befindet sich darunter, so der Begründer der weltberühmten Präzisionsuhrenfabriken in Glashütten Adolf L a n g e. Ja, sogar die in der Physikalisch-Technischen Reichsanstall zu Berlin erfundenen Quarzuhren mit ihrer Genauigkeit von Vi« ooo Sekunde pro Tag dürfen als ein Höchstprodukt der aus den „Oertern* Peter Henleins hervorgegangenen neuen Uhrmacherkunst angesehen weichen, wenn sie auch in ihrem Bau mit den Federuhrenwerken nichts mehr a-mrin haben« Dr. Ludwig Kühlfe Jenseitige Weisheiten. Diese ewige Illusion, daß das Leben noch vor einem liege! Das Leben liegt immer hinter uns. ♦ Es werden auf dieser Erde nur menschliche Dinar verhandelt. ♦ Was ift ein Gemetzel wie bei (Tanna, Leipzig oder Sedan gegen die fort und fort um den Erdball tosende Schlacht des Daseins? ♦ Es gibt nur zwei Sorten Leute. Die eine meint, sie- stehe am Anfang aller Dinge, und die andere ist vorn Gegenteil fest überzeugt. Ich gehöre zu den letzten. e Ueber den Tod kommt jeder leicht hinweg. Abe- mit dem Sterben ist's eine andere Sache. ♦ Was ist mir eine Leiche, nachdem ich die meiner Mutter gesehen habe! • Wenn längere Zeit nach dem Tode eines geliebten Wesens einen der alte Schmerz überkommt, so überlege man, was der Tote versäumt habe, während wir selbst und die anderen weiter lebten. * Das Beste, was der Mensch im Leben haben kann, ist ein Stück von dem, was er im Tode ganz haben wird — Ruhe. ♦ Die Zeit, in der man nicht mit dem Körper son* dem mit dem Geist erkennt, daß mit dem Hasset der Schlaf das Beste in der Welt ift * Wir müssen die Ereignisse nach dem Tode ab- warten wie die des nächsten Tages. Es wird für unser Gefühl und unsere Stimmungen auch wohl kein großer Unterschied vorhanden fein. • Da man sich in bas Leben hat fügen müssen, wie* oiel leichter sollte man ücb in den Xoö fügen tonnäfc Ein Zeitgenosse von Henlein, der Schre-ibmeister und Kunsthistoriker Neudörfer, vermerkt in feinen „Nachrichten von Nürnberger Künstlern und Werkleuten", daß Henlein der ersten einer gewesen sei, „so die kleinen Oerlein in die Bisamköpf zu machen erfunden hat". Der «eschickt» Schlossermeister yt Wahrend sich so sein Ruhm immer mehr in Deutschland und darüber hinaus in der ganzen abendländischen Welt verbreitete, lebte Meister Peter Henlein durchaus nicht immer ruhig und . v- v-, sorgenlos. Zweimal heiratete er. Beide Frauen Schlossernreister starben ihm fcrüfötftfg hinweg. Den größten Kum- die nun, von den Wiener Philharmonikern ge- spielt, unter dem Titel „Divertimento" zum erstenmal im Konzertsaal erklingen sollen. Hochschulnachrichlen. Der emer. Ordinarius für Phytopathologie an der Universität Bonn, Professor Dr. Ernst S ch a s f n i t, vollendet sein 65. Lebensjahr. Schaffnit wurde in Messel (Hessen) geboren. Er promovierte 1905 in Erlangen und wurde nach längerer Assistententätigkeit Leiter der Pflanzenschutzstelle an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Bonn-Poppels- dorf, wo er 1918 a. o. Professor und 1921 o. Professor wurde. 1934 wurde er von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. — Auf Einladung der Universität Bukarest hielt der Rektor der Universität Freiburg, Professor Dr. W. Süß, Dorträge vor den Mathematikern Bukarests über eigene Arbeiten unter dem Titel „Flächentheorie, gegründet auf Eichflächen" und einen Dortrag über „Die Grundlagen der Mathematik" vor einem weiteren Hörerkreis. Professor Süß wurde vom Unterrichtsminister empfangen und konnte wertvolle Derbin- dungen mit dem wissenschaftlichen Leben Rumäniens gewinnen. 96,9 Millionen Filmbesucher. Der Filmtheaterbesuch hat in Deutschland im Oktober mit 96,9 Mill. Besuchern ein Spitzenergebnis erreicht. Die Steigerung der Besucherzahl gegenüber dem September betrug 10,2 Mill, gleich 11,8 v. H. Wenn es Länder gab, die einen prozentual höher liegenden Filmbesuch aufzuweisen hatten als das Reich, so sind jetzt alle Rekorde geschlagen. Jeder Mensch in Deutschland sieht jeden Monat mindestens einmal einen Film. Jeder Erwachsene erfreut sich ungefähr an jedem zehnten Tage eines Filmbesuches. Die deutsche Filmproduktion, die in weiser Dosierung leichte und ernster zu nehmende Lustspiele neben repräsentative Monumentalfilme stellt, entspricht also dem Bedürfnis des Volkes nach Entspannung und Erhebung. Aus aller Wett. In feinen haushalt ausgenommen. Heidenau-Nord wohnt der Fabrikarbeiter Schumberg in einem Hause des Lebensmittelhändlers Köhler aus Dresden. Der Mietvertrag machte die Aufnahme von Untermietern von der Genehmigung durch den Hauseigentümer abhängig. Seit 1939 bemühte sich nun der Mieter um die Genehmigung zur Aufnahme seiner Eltern in die eigene Wohnung. Die Eltern sind hochbetagt und der 80jährige Vater erblindet Nun nahm der Sohn seine Eltern ohne Genehmigung in seinen Haushalt auf. Der Hauseigentümer klagte gegen den Mieter auf Aufhebung des Mietverhältnisses. Die Klage wurde abgewiesen. Die Aufnahme eigener Eltern sei überhaupt nicht als ein Untermietvertrag, sondern als Aufnahme in den eigenen Haushalt anzusehen. Der Beklagte habe nur seine Kindespflicht erfüllt und der Volksgemeinschaft durch Freimachung einer Wohnung einen Dienst erwiesen. Deshalb entspreche seine Handlungsweise gesundem Volksemp- finden. Den Tod des eigenen Sohnes verschuldet. Ein Mann aus der Gegend von Trier stand vor dem Derkehrsrichter unter der Anklage, durch Fahrlässigkeit den Tod seines 15jährigen Sohnes und eine schwere Körperverletzung eines anderen ^jährigen Jungen verschuldet zu haben. Der Angeklagte war mit einem Möbelkroftwagen ngch Landscheid gefahren, um dort einen Dieselschlepper mit Anhänger abzuholen. Unterwegs überließ er es feinem Sohn, den Schlepper nach Hause zu befördern und gestattete auch dem Vierzehnjährigen, mitzufahren. An einer steilen Straßenstelle verlor der Sohn die Gemalt über das Fahrzeug, das einen Abhang hinabstürzte. Dabei wurde der Junge getötet, während sein Mitfahrer schwere Verletzungen erlitt. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, daß er seinen Jungen eingehend in der Führung des Schleppers unterrichtet und dieser auch das Fahrzeug wiederholt gelenkt habe. Dies konnte ihn jedoch nicht von feiner Schuld befreien. Das Gericht nahm allerdings Rücksicht darauf, daß der Angeklagte durch den Tod seines Sohnes bereits hart betroffen wurde und erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf sieben Monate Gefängnis. 800 000 künstliche Zähne gestohlen. Ein nicht alltäglicher Diebstahl wurde in einem Speicher in Toulon begangen. Die Einbrecher drangen durch das Dach in den Speicher ein und stahlen mehrere Kisten, in denen sich 800 000 falsche Zähne befanden. Die Kisten waren durch den Preis- kommissar zwei Tage vorher beschlagnahmt worden. Der Wert dieser falschen Zähne betrug eine Million Franken. Die Diebe erzielten beim Verkauf einen Betrag von 12 Millionen Franken. Bisher konnten drei Personen, die an diesem Diebstahl beteiligt waren, verhaftet werden. AUF MÖNCKEBER6 ist del "feudel los. ROMAN VON OLAF BOUTERWECK 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Eine Weile wartete Raucheisen noch, ehe er kopf- chüttelnd den Hörer auf die Gabel legte. Mit gemischten Gefühlen kehrte er ins Speisezimmer zurück, wo er sich an den alten Friedrichsen wandte: .Kennen Sie einen gewissen Otto, der sich in Herrn Holms Haus aufhält?" _ „Jawohl, Herr Kommissar! Otto ist bei Herrn Holm Mädchen für alles: Diener, Sekretär, Gärtner, Koch und Fahrer. Ein komischer Kauz!" „Wissen Sie Näheres von ihm?" „Ich kenne ihn seit einigen Jahren — seit er tri Herrn Holms Diensten steht." Der alte Diener Dar offenbar froh, von Dingen reden zu können, He nicht an das grausige Geschehen dieser Nacht erinnerten. Mit halb geschlossenen Augen, wie in j’iner (Erinnerung suchend, fuhr er langsam fort: „Otto ist etwa fünfunddreißig Jahre alt. Er war stüher Schauspieler. Aber vor ungefähr drei Jah- i?n erlitt er bei einem Autounfall schwere Kopfverletzungen. Die zurückgebliebenen Narben ent- sellten sein Gesicht derartig, daß er die Bühne richt wieder betreten konnte: und Herr Holm, her ihn von früher her kannte, nahm ihn zu sich. Seit seinem Unglück sucht Otto gern Trost im Alkohol, und wenn er etwas über den Durst getrunken hat, spricht er fast nur in Zitaten, Die Üm von feiner Bühnenlaufbahn her noch im Gedächtnis sind. Unter Herrn Holms Einfluß hat sich Ottos Vorliebe für Alkohol in den letzten beiden Jahren etwas gelegt, aber er erleidet immer wieder Rückfälle. Im allgemeinen ist er jedoch ein sehr an- ' genehmer und arbeitsamer Mensch." Ans der et«M Gießen. Wieder bergauf. Obschon er der eigentliche Wintermonat ist, hat der Januar doch manches an sich, was ihn uns lieber macht als feinen Vorgänger. Vor allem wissen wir an ihm zu schätzen, daß er den Tagen wieder zusetzt, was der Dezember ihnen abstrich. Zunächst ist's zwar nur die Länge eines Hahnenschreis, um die das Licht wächst, aber gegen Ende des Monats macht's wohl schon je eine Stunde am Morgen und Abend aus, und wir freuen uns, daß es nun wieder bergauf geht. Und das ist durchaus verständlich, denn die Sonne, die nach einem Dichterwort in unseren Herzen scheinen soll, entzündet sich viel leichter, wenn auch das große Himmels- geftim wieder an Kraft gewinnt und das Dunkel um uns erhellt. Vielleicht mehr als in anderen Zeiten des Jahres empfinden wir darum in den nächsten Wochen das wachsende Licht als lebenspendendes Element, und wir begreifen gar, daß es Menschen gegeben hat, die der Sonne göttliche Ehren erwiesen. Dank den zunehmenden Tagen kommen wir auch über allerlei leicht hinweg, was dieser Wintermonat meistens mit sich bringt: mehr oder weniger grimmige Kälte, überstürztes Tauwetter, das über Nacht die in schimmernden Schnee gehüllte Welt in trostlose Schlammpfützen verwandelt, und nicht selten auch statt blauen Tageshimmels und nächtlichen Stemengefunkels dicken Dunst und Nebel. Gewiß ist das nicht nach unferm Geschmack, aber es geht uns lange nicht mehr so auf die Nerven, wie wenn es uns ein paar Wochen früher überfallen hätte. Denn wir wissen ja: das Schlimmste liegt nun hinter uns, und bis zum Vorfrühling ist's nur noch ein kurzes Endchen. Dieses Wissen scheint übrigens nicht nur dem Menschen gegeben, sondern auch anderen Kreaturen nicht vorenthalten zu sein. Wem wäre nicht schon auf einem Gang durch den winterlichen Wald der kecke Trillergesang eines durch verschneites Geäst huschenden 'Vögelchens aufgefallen, das mit feinem Lied den Frühling vorwegnehmen zu wollen schien! In den vorigen Monaten hätte man nach der Strophe des Zaunkönigs, der sich jetzt sichtlich wieder des Lebens freut, vergebens ausgehorcht. Auch er scheint also zu wißen, daß kein Grund besteht, sich über die Launen eines bärbeißig tuenden Monats über Gebühr aufzuregen. Uebrigens tut das auch die Wafferamfel nicht, der wir auf einer Wanderung an einem Waldbach entlang vielleicht einmal begegnen. Viertelstundenlang sitzt der starengroße schwarzbraune Vogel mit dem weißen Brustlatz auf einem Pfahl über dem dahinströmenden Wasser und flötet unbekümmert um die graue Gebe seine fröhlich schwatzenden Weisen. Und wer ihnen lauscht, dem geht es unwillkürlich durch den Sinn: wie kann man auch nur einen Wintertag lang das Wissen um die schönere Zeit vergessen, die bestimmt nicht aus« bleiben wird. $ür Tapferkeit vor öem Kemöe. Der (Befreite Otto May aus Lang-Gons wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mtt dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Wieder ein Opfersonntag. Wieder steht ein Opfersonntag des Kriegshilfswerks vor der Tür. Jeder dieser Opfersonntage im Krieas-WHW. ist eine Verpflichtung, und sie wiegt um so schwerer, je größer und gewaltiger Leistungen. und Opfer der Front sind. Weniger denn je dürfen wir daher die Bedeutung vergessen, die jeder Sammlung im Winterhilfswerk als Gradmesser deutscher Volksstimmung zukommt. Nicht nur die Front, auch unsere Feinde verfolgen genau die Spendenergebnifse der einzelnen Dpferfonntage und Reichsstraßensammlungen, erstere, weil sie auch daraus die ihnen so wertvolle Haltung der Heimat ablesen, die anderen, weil sie nicht nachlasten in der Hoffnung, aus einem erhofften Rückgang der Spendenfreudigkeit endlich einmal ben ’ beginnnen'ben Niedergang deutschen Siegeswillens herauskonstruieren zu könnnen. Den Mannern der Front durch den stolzen Erfolg einer WHW.-Sammlung immer wieder den Dank her Heimat zu offenbaren, sich durch Einsatz für das große deutsche 'Sozialwerk sich des Führers und feiner Wehrmacht würdig zu erweisen, das ist der unerschütterliche Wille aller Deutschen auch in diesem, dem vierten Kriegswinter. Mögen daher unsere Feinde an den Spendenergebnissen auch des kommenden Opfersonntages erkennen, daß der Gradmesser deutschen Siegeswillens auf höchsten Touren lauft. Verdunkelungszeit: 7. Januar von 17.24 bis 8.01 Uhr. Hitler-Äsend und Kriegswinterhilfswerk. Großer Erfolg des Einsatzes. — Heber 554 OOO Spielzeuge. NSG. Das Wettrüsten der Hitler-JuHend und die Weihnachtsmärkte hatten nicht nur einen starken ideellen Erfolg, sondern auch ein beachtliches materielles und zahlenmäßiges Ergebnis: Die fleißigen Hände unserer hessen-nasiauischen Jungen und Mädel haben weit über 554 000 Spielzeuge gebastelt. In dieser Zahl sind aber nicht die- icnigen Sachen enthalten, die von den Lehrlings- Werkstätten und den Lagern der Hiller-Jugend (wie Landdienst, Kinderlandverschickung usw.) her- gestellt wurden. Der Erlös, der auf den Weihnachtsmärkten eingenommen wurde, beläuft sich auf 211000 RM. Er ist im Verhältnis zur Gesamtzahl der Spielfachen geringer, weil eine große Menge der Spielzeuge zu Geschenkzwecken abgegeben wurde, so an Soldatenkinder und für die Betreuung seitens der NS.« Dolkswohlfahrt. Für den Verkauf waren int Gebiet insgesamt 363 Weihnachtsmärkte eingerichtet worden. Die Reichsstraßenfamrnlung, bei der die einzelnen Einheiten wieder ihre ganze Drganifationsgabe entfalten formten, brachte 989 029,27 RM. Hier ist eine Steigerung um 49 v. H. gegenüber dem vorjährigen Ergebnis von 661 723,36 RM. festzuftellen. Der Einsatz der Hitler-Jugend hat also eine Summe zusammengebracht, die vielen Volksgenossen durch die Maßnahmen der NS.-Volkswohst fahrt zugute kommen wird. Ein Ergebnis, auf baS unsere fleißigen Jungen und Mädel mit Recht stolz fein können! RsH.-Ergebnis im Stadtkreis Gießen. Zu einem späteren Zeitraum wie in den vorhergehenden Jahren kann für das abgelaufene Jahr 1942 über das Ergebnis der RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpftan- zenbeschaffung), Stadtkreis Gießen, Rechenschaftsbericht erstattet werden. Die größere Zahl der Beteiligten, aber auch ein aufkommender friedlicher Wettbewerb sowie die Ausweitung des Aufgabenkreises auf die ölhaltigen Bucheckern, brachten ein solch umfangreiches und gutes Ergebnis zustande, das nur durch viel Mühe und Arbeit in weitgespannter Zeit bewältigt werden konnte. Schon zu Beginn der Sommerferien war durch Ablieferung von 2345 kg Drogen das Ergebnis des Vorjahres um 57 v. H. Werfchritten. Im zweiten Tell der Sammelzeit wurde das Endergebnis durch ungünstigere Witterung zu Ungunsten der Sache beeinträchtigt. Nichtsdestoweniger zettigte das Sich- regen vieler Hunderte kleiner Mädel- und Jungen- hände ein zusätzliches Beschaffungsergebnis, auf das alle Sammler mit Recht stolz fein dürfen. Die Gesamtleistung beziffert sich auf Netto 4971 kg Drogen zu Tee, 1874 kg frische Wildfrüchte zur Bereitung vitaminreichen Brotaufstrichs oder Herz, Nieren und Darm beeinflussende Arzneimittel, 9,5 kg trockene Wildfrüchte, 720 kg reine, trockene Bucheckern, zum geringsten Teil zu Saatzwecken, vornehmlich aber zur Erzeugung menschlicher und tierischer Nahrungsmittel, auch 1,7 kg Mohnkapseln und 848 kg Roßkastanien zur Lesung des Wildes, in Summa beinahe die volle Traglast eines kleinen Waggons. Sie beanspruchte 707 Säcke und 35 Kartons; 43 Säckchen Wildfrüchte wurden von verschiedenen Anstalten unmittelbar zum Versand gebracht. Die Abnehmer wurden einerseits über die Gau- sammelstelle Frankfurt a. M.-Höchst, meist aber unmittelbar beliefert, um nicht durch vermeidbare doppelte Beanspruchung von Frachtraum und Arbeitskräften mögliche Güterverkehrsschwierigkeiten aufkommen zu lassen. Die Sammler und ihre Leistungen weist die nachstehende Ueberficht aus. Alle Zahlen sind abgerundet (in kg). Name der Anstalt Dro- Wildfrüchte Bucheckern Roß- gen frisch trock. trock., rein kasta- nun Goetheschule Schiller- und 411 478 10 34 123 Pestalozzischule 759 — 47 109 Schule Kl.-Linden 109 ——. -P — y 6 Schule Wieseck 377 — — 51 — Schule Heuchelheim 374 2 kgMohnkapseln — Mittelschule Stadt. Handels- 91 — — 15 3 lehranstalt 887 48 93 — Gymnasium 88 82 — 63 - J.-v.-Liebigschule 553 90 — 80 37 Langemarckschule Oberschule für 632 1171 — 260 530 Mädchen 481 — -r- 78 40 Kfm. Berufsschule Vogtsche Handels- 73 5 — 2 — schule Gliederungen 18 —• -- — der HI. 118 •— — Summe - 4971 1874 10 722 848 Bei Beurteilung der Leistung dürfen Schülerzahl und Leistungsfähigkeit der Hilfskräfte als Funktion von Alter, Naturkenntnis und Geschlecht, auch die Naturnähe bzw. «ferne als Faktoren nicht außer- achtgelasien werden, auch nicht die Größe der vorhandenen Trockenfläche. Besondere Bewertung erfährt das Einbringen von Drogen selten vorkom- mender Pflanzen bzw. ihrer Teile, deren spezifisches Gewicht vielleicht auch noch besonders gering ist. Die wesentliche Bedeutung der Qualität und Reinheit einer Drogenlieferung fand bei der großen Mehrheit der Lieferanten in steigendem Maße gebührende Berücksichtigung. Auf meist enger Fläche bereitet die Erreichung der notwendigen Reinheit in Anbetracht eines mehr oder weniger großen Anteiles der 38 verscheidenen Drogenarten besondere Schwierigkeit, insbesondere in Hinsicht der doch noch vorliegenden „Kinderarbeit". Ohne sie hätten hüt Anstalten des Stadtkreises jeden Versuch, die ihneri gestellte Zusatzaufaabe, ihr Teil beizutragen, inti allgemeinen, die Gesundheit des deutschen Volkes erhalten und fördern zu helfen, im besonderen, ztt gleicher Zeit die Naturoerbundenheit und bas Gefühl der Heimatliebe der Stadtjugend zu oertiefen, bei bestem Willen von vornherein aufgeben können. Das gute Sammelergebnis darf aber als Beweis dafür angesehen werden, daß diese Aufgabe von de nverschiedenen Anstalten mit verschieden großem Erfolg gelöst wurde. Der Sammelleiter des Bezirks und einer Schule war in besonderem Maße auf die unterstützenden, hilfsbereiten Hände von Kindern angewiesen, ohno deren freiwilligen zusätzlichen Kriegseinsatz seine Arbett an sich und ihre Erschwerung durch erforderliche Lüftschutzmaßnahmen überhaupt nicht zu be- wältiaen gewesen märe. Der schönste Lohn der zu* verlässigen Speicherarbeiterinnen wird neben anerkennendem Dank in der Weitung des Gesichtskreises auf dem Gebiet der Drogen- und Heilkunde bestehen, auch in einer schönen Jugenderinnerung an die erlebte große Zeit, vor allem aber in dem befriedigenden Gefühl, einen kleinen Beitrag zur Erreichung des Endsieges geleistet zu haben. Das Sammelergebnis im Stadtkreis Gießen fetzt sich, nach Drogenarten geordnet, folgendermaßen zusammen: Ackerschachtelhalm 613, Ackerwinde 16, Virkenblatter 146, Breitwegerich 7, Brennesselblät- ter 447, -kraut 385, Brombeerblätter 225, Erdbeerblätter: Garten 144, Wald 4, Erdrauchkraut 18, Gänsefingerkraut 25, Haselnußblätter 14, Himbeerblätter 479, Hirtentäschel 50, Holunderblüten 91, Huflattichblätter 135, «Hüten 13, Johanniskraut 157, Kamillenblüten 146, Lindenblätter 76, «Hüten 99, Löwenzahnblätter 28, Lungenkraut 3, Maiblumenblätter 40, Mutterkorn 5, Ockermennig 15, Rainfarnblatter 109, »Hüten 205, -kraut 53, Schafgarbeblätter 134, «Hüten 321, -kraut 457, Schöllkraut 82, Spitzwegerich 11, Sumpfspierstaude 8, Taubnesselkraut 157, Vogelknöterich 17, Waldmeister 36, Summe 4971 kg. Löschsand ist fein GLreusand. Die Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes „Sirene" weist darauf hin, daß der Löschsand der Bevölkerung kostenlos nur für Luftfchutzzwecke zur Verfügung gestellt wurde. Wer ihn anderweitig verwendet, etwa im Winter zmn ©treuen bei Glatteis, macht sich strafbar. Diese grundsätzliche Aufklärung, die örtliche Sonderregelungen n'cht etwa ausschließt, will klarstellen, daß der Löschsand eine Art Munition im Kampf gegen Brandbomben ist, die nicht vergeudet werden darf. Bei Verstößen kann Anzeige erstattet werden. Das Lustschutzraumqepäck immer klarhotten! NSG. Wenn längere Zeit keine Luftangriffe erfolgen, wird häufig das Lustschutzrai'mgepäck nehr oder weniger „aufgelöst". Das darf nicht fein! Dem Luftschutzraumgepäck kommt bei längerem Aufent- Raucheisen unterbrach den Redefluß des Alten mit der Frage: „Wissen Sie vielleicht zufällig auch etwas Näheres über Herrn Holms weibliche Bekanntschaften?" „Nein, nichts, Herr Kammissiar!" Raucheisen holte den Trommelrevolver hervor und legte ihn auf den Tisch. ,Hst diese Waffe Ihnen bekannt?" „Jawohl: der Revolver gehört dem Professor." „Wußte Profesior Beierfell» damit umzugehen?" „Sehr gut sogar, Herr Kommissar. Der Herr Professor hatte im Garten einen kleinen Schieß- stand, und während seiner Spaziergänge veranstaltete er mit diesem Revolver manchmal Schießübungen. Er war — wie ich wiederholt feststellen konnte — ein ziemlich sicherer Schütze." „Trug Professor Beierfeld eine Brille?" fragte Raucheisen unvermittelt. jawohl, Herr Kommissar." „Aber heute abend hatte er keine auf?" Der Diener senkte den Kopf und murmelte heiser: „Leider nicht ...! Sonst wäre der Einbrecher wohl nicht entkommen." „Wissen Sie, ob Herr Holm das ganze Vermögen Professor Beierfelds erbt oder nur einen Tell?" „Soviel ich weiß, ist Herr Holm der einzige (Erbe. — Das Testament des Herrn Professors ist ebenfalls bei Herrn Rechtsanwalt Ullrich hinterlegt." „Weiß Herr Holm, daß fein Onkel chn als Universalerben eingesetzt bat?" „Zweifellos, Herr Kommissar. Der Herr Professor machte ihm gegenüber wiederholt derartige Andeutungen." „Und Sie selbst, Herr Friedrichsen? Glauben Sie nicht, daß Professor Beierfeld Sie in seinem Testament bedacht hat?" ,Hch weiß es nicht", murmelte der Alle traurig. „Aber wenn es der Fall wäre, wollte ich gern darauf verzichten, wenn mein armer Herr dadurch wieder lebendig würde!" Raucheifen sagte dem Men ein paar tröstende Worte. Dann ftchr er fbxti „Ich habe nur noch einige wenige Fragen an Sie zu richten, Herr Friedrichsen: Zunächst erzählen Sie, bitte, die gesamten Vorgänge des heutigen Abends, soweit sie Ihnen bekannt sind." „Es war alles wie sonst, Herr Kommissar", begann der Diener mit seiner heiseren Stimme, aber er sprach jetzt so leise, daß seine Worte kaum zu verstehen waren. „Den ganzen Nachmittag und Abend saß der Herr Professor in der Bibliochek und arbeitete. Um zehn Uhr brachte ich ihm wie gewöhnlich die Tasse Tee, die Herr Doktor Dittersbach ihm vor dem Schlafengehen verordnet hat. Als ich eintrat, saß der Herr Profesior am Schreibtisch und schrieb eifrig an einem Manuskript. Er sah gar nicht auf, und ich zog mich sofort wieder keife zurück. Punkt elf Uhr ging der Herr Professor in sein Schlafzimmer hinauf. Ich öffnete ihm die Tür und fragte, ob er noch besondere Wünscye habe. ,^>in, danke, Stephan!' sagte er. ,Jch brauche nichts mehr. Ich bin sehr müde. — Gute Nacht, Stephan!' Das waren die letzten Worte, die ich von meinem guten Herrn gehört habe!" Friedrichsen ließ den Kops auf die Brust sinken und wischte pd) mit dem Handrücken verstohlen über die Auge.:. Raucheisen ließ dem Alten etwas Zeit und richtete zwischendurch halblaut einige Fragen an Brandstetter. Dann t -hob er sich und legte dem Diener die Hand auf bi< Schulter. „Fasten Sie sich, Herr Friedrichsen", sagte er sanft. ,Zch weiß, wie hart das alles für Sie fein muß. Mer hier ist eir Mord geschehen, und wir wüsten alles daranfetzer., den £äter zu ermitteln. Deshalb muß ich Sie bitten, mir noch einige Fragen zu beantworten: Was taten Sie nun, nachdem Professor Beierfeld in sein Schlafzimmer hinauf- gegangen war?" „Ich drehte überall das Licht aus und ging dann gleichfalls in mein Schlafzimmer, das eine Treppe höher im Dachgeschoß liegt. Ich ging sofort zu Bett und schlief auch bald ein." „Waren die Köchin und das Hausmädchen noch auf?" „Nein, die beiden waren schon um zehn Uhr in ihr Zimmer hinaufgegangen. — Ich hatte noch gar nicht lange geschlafen, als ich durch ein Geräusch geweckt wurde. Es hörte fid> genau so an, als ob ein Schuß gefallen fei. Während ich aus dem Bett sprang und Licht machte, klingelte jemand vorn am Gartentor. Ich eilte nach unten, und als ich die Diele betrat, kamen mir bereits die beiden Polizeibeamten entgegen ... Dos übrige wissen Sie ja schon, Herr Kommissar." „Hörten Sie nur einen Schuß oder mehrere?" „Ja, bas ist schwer zu sagen, Herr Kommissar! Klar und deutlich habe ich nur ben einen Schuß gehört, aber das schließt gewiß nicht aus, daß vorher noch weitere Schüsse gefallen sind, von denen ich geweckt wurde." „können Sie sich erinnern, Herr Friedrichsen, ob die Haustür gestern abend verschlossen war?" „Das weiß ich sogar ganz bestimmt, Herr Kommissar! Die Haustür war übrigens immer verschlossen, auch tagsüber; denn sie wurde selten benutzt. Wenn die Mädchen oder ich das Hous verließen, gingen wir regelmäßig durch ben Hinterauegang. Auch der Herr Professor benutzte stets den hinteren Ausgang, wenn er feine Spapiergänge im Garten machte. „Wann haben Sie die Haustür zum letzten Male nachgelehen?" „Gestern abend, nachdem ich dem Herrn Profesior den Tee in die Bibliochek gebracht hatte. — Um diese Zeit gehe ich regelmäßig durch bas ganze Haus und sehe nach, ob sämtliche Türen und Fenster geschlossen sind." „Fiel Ihnen gestern abend bei diesem Rundgang irgend etwas auf?" „Nein, es war alles in bester Ordnung, Herr Kommissar." (Forisetzung folgt.) halt Im Luftschutzraum — besonders aber bei notwendig werdender Umquartierung — größte Bedeutung zu. In das Lustschutzraumgepäck gehören außer dem dringenden Bedarf für den Aufenthalt im Luftschutzraum die wichtigsten Wertsachen und unersetzlichen Dokumente. Es ist Pflicht der Hausfrau, dafür zu sorgen, daß das Luftfchutz- vaumgepäck immer vollständig und griffbereit ist. „Sag der Briefmarke" in Gießen. Am kommenden Sonntag werden die Freunde der Postwertzeichen in unserer Stadt im „Burghof" eine Ausstellung wertvollster deutscher Briefmarken zur Schau bringen, die zeigen soll, daß die Briefmarke nicht nur das kleinste Wertpapier der Welt, sondern auch der Mittler und Zeuge großer geschichtlicher Begebenheiten ist. Im „Burghof" ist die Sondermarke für diesen Tag zu erhalten, gleichzeitig können Postkarten mit der Sondermarke für die einzelnen Sonderstempel-Postorte im „Burghof zum Einwurf gebracht werden. Radfahren im Winter. Während der kälteren Jahreszeit flüchten viele Radfahrer in die Öffentlichen Verkehrsmittel. Sie befürchten Schädigungen ihrer Gesundheit und erhöhten Materialverbrauch. Freilich ist das Radfahren im Winter nicht mit den gleichen Annehmlichkeiten verbunden wie im Sommer; wenn sich Der Fahrer aber entsprechend kleidet und an die strengere Witterung gewöhnt ist, so leistet das Rad das ganze Jahr hindurch gute Dienste. Zur Ausrüstung des Fahrers gehört bei Regen und Schnee Zum Vaden und Waschen Nicht Kohlen „vernaschen"! ein wasserdichter Umhang. Neuerdings werden diese Allwetter-Ueberzüge aus einem aluminiumfarbigen festen Werkstoff hergestellt, der auch für die Straßen- Notgaragen von Kraftwagen verwendet wird. Die Helle metallische Farbe dieser Umhänge ist in der Dunkelheit ein guter Schutz gegen das Uebersehen- werden. Im übrigen muß sich der Fahrer mit warmen Handschuhen und derber Fußbekleidung versehen. Wenn Hände und Füße gegen Kälte genügend geschützt sind, fühlt man sich auch bei naßkalter Witterung nach kurzer Gewöhnung auf dem Rade behaglich. Bei scharfem Frost sind Ohrenschützer unentbehrlich. Da man nicht gut mit einem' Mantel radfahren kann, soll die Kleidung mehr wintersportlichen Charakter tragen, wobei wohl zu bedenken ist, daß infolge schneller Fahrt die winterliche Kälte stärker einwirkt als beim Fußwandern. Darum soll man bei großer Kälte stets nur höchstens so schnell fahren, daß der Mund geschlossen bleibt und die Atmung ruhig und gleichmäßig durch die Nase erfolgen kann. Wer sich allzu warm kleidet, gerät bei rascher Fahrt ins Schwitzen. Der vernünftige Radfahrer schützt sich vor Erkältungen durch entsprechendes Tempo und vermeidet zu schroffe Uebergänge der ihn umgebenden Temperaturen. Im Herbst und Winter, auch sonst in Zeiten vieler Niederschlage, haben sich die feft wenigen Jahren herausgekommenen „Allwetterräder" gut bewährt. Diese Räder besitzen absichtlich keine blanken Teile, die laufend einer gewissen Pflege bedürfen. Vielmehr sind die sonst rostempfindlichen Eisen- und Stahlteile durch neuartige Verfahren gegen die Einwirkungen von Regen und feuchter Luft geschützt und mit besonders dauerhafter emailleartiger Lackierung von metallisch grauer Färbung ver- Die Gesetzmäßigkeit, mit 'Der sich die Bewegungen Der Himmelskörper int Raum vollziehen, gestattet es Dem Astronomen, sowohl ihre wirkliche, als auch ihre scheinbare Bahn am Himmelsgewölbe auf mehr oder weniger lange Zeit, zum Teil auf Jahre hinaus zu berechnen unD Den Eintritt gewisser Himmelsscheinungen mit großer Genauigkeit im voraus anzugeben. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist in den umfangreichen Tabellen des „Berliner Astrsno- mischen Jahrbuches für 1943" enthalten, Die über den Lauf Der Sonne und des Mondes, über Die jeweilige Stellung der Planeten, über Sonnen- und Mondfinsternisse, über Sternbedeckungen durch den Mond und vieles andere mehr genaue Auskunft geben. Der Iahreslauf der Sonne. Zu Beginn des neuen Jahres zieht die Sonne in geringer Hohe am Himmelsgewölbe ihre tägliche Bahn. Nur 15 bis 16 Grad steigt unser Tagesgestirn in Mitteldeutschland über den Horizont. Erst im Februar beginnt Die Sonne stärker zu steigen und erreicht am 21. März, wenn sie um 14 Uhr Sommerzeit Den Himmelsgleicher nordwärts überschreitet, bei uns eine Mittagshöhe von 33 Grad. Damit beginnt astronomisch Der Frühling, in Dem Mittagshöhe Der Sonne wie Tageslänge besonders rasch zunehmen. Am 22. Juni, 9 Uhr Sommerzeit, durchläuft Die Sonne den nördlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn. Mit einer Mittagshöhe von 63 Grad erreicht sie ihren höchsten Stand. Die Dauer des längsten Tages beträgt an Den deutschen Küsten 17Vs Stunden, in Südkärnten dagegen nur 153/< Stunden. Nun wendet sich die Sonne wieder dem Süden zu. In absteigenden Schraubenwindungsn überschreitet sie am 23. September, 23 Uhr, Den Himmelsäquator, womit astronomisch der Herbst beginnt, und erreicht am 22. Dezember, 18 Uhr, den südlichsten Punkt ihrer Bahn im Wendekreis des Steinbocks. Die Erde befindet sich am 2. Januar in Sonnennähe (Abstand 147 Millionen Kilometer), am 4. Juli in Sonnenferne (Abstand 152 Millionen Kilometer). Infolgedessen wandert sie im Winter etwas schneller als im Sommer. Unser Sommerhalbjahr vom 21. März bis 23. September dauert daher eine volle Woche länger als das Winterhalbjahr, was klimatisch sehr günstig ist. Sichtbarkeit der Planelen. Der rasch wandernde sonnennahe Merkur ist trotz seiner nicht geringen Helligkeit ein schwer auf« schen. Bei vereisten Straßen und Spuren empfiehlt es sich, den ßuftbnyTin Den Reifen etwas zu verringern. t Kreis Friedberg. * Gambach, 7. Jan. Am kommenden Samstag und Sonntag findet hier eine Geflügel- und Kaninchenausstellung statt. Es werden etwa 200 Tiere zur Schau gestellt werden. findbares Objekt. Seine günstigsten Stellungen erlangt Merkur im ersten Januardrittel und Ende April, Anfang Mai am Abendhimmel, wenn er bis zu zwei Stunden nach Der Sonne untergcht, ferner Mitte Oktober am Morgenhimmel etwa IV- Stunde vor Sonnenaufgang. Venus schmückt als weitaus hellster aller Sterne währenD Der ersten Jahreshälfte bis Anfang August Den AbenDhimmel. Im April und Mai geht sie erst 3V- Stunden nach der Sonne unter. Am 1. Juni wandert Venus nur 2 Grad nördlich an Jupiter vorüber. Die beiden hellsten Sterne bilden Dann eine prachtvolle Konstellation. Im August verschwindet Venus vom Abendhimmel. Nachdem sie am 7. September vor Der Sonne vorübergezogen ist, erscheint sie in Der zweiten Septemberhälfte wieder als Morgenstern am Osthimmel, Den sie bis zum Jahresende mit strahlendem Glanz beherrscht. Mars ist während Der ersten Jahreshälfte ein unscheinbarer Stern im Osten. Erst im August werden feine Sichtbarkeitsverhältnisse günstiger, wenn sein Aufgang allmählich in die Abendstunden vorrückt. Mitte September geht er um 21, Mitte Oktober bereits um 19 Uhr auf. Unter starker Steigerung seiner Helligkeft erreicht Mars am 28. November seine größte Erdnähe mit einem Abstand von 81 Millionen Kilometer, während am Jahresbeginn seine Entfernung noch 348 Millionen Kilometer betrug. Am 5. Dezember gelangt Mars in Den Gegenschein zur Sonne. Jupiter im Sternbild der Zwillinge und Saturn im Stier bilden bis in Den April lohnende Beobachtungsobjekte. Saturn wird Mitte Mai, Jupiter Ende Juni unsichtbar, nachdem er zuvor mit Venus am Westhimmel ein Stelldichein hatte. Schon im Juli taucht Saturn wieder in Der Morgendämmerung auf, während Jupiter ihm Ende August folgt. Im Laufe des Herbstes gehen die beiden Riesenplaneten immer früher auf, so daß sie im Dezember schon abends erscheinen und während der ganzen Nacht sichtbar sind. Saturn gelangt am 16. Dezember in Opposition zur Sonne. Etwas früher, am 29. November, erreicht der im Sternbild des Stiers befindliche Planet Uranus die Oppositionsstellung. Den nur im Fernrohr erkennbaren Neptun beobachtet ma/i am besten im Frühjahr, da er am 22. März im Gegenschein zur Sonne steht. Neptun bewegt sich langsam im Sternbild Jungfrau. Sonnen- und IHonDfinffemiffe. Im Jahre 1943 finden zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse statt. Nur die beiden Mondfinsternisse sind in Deutschland sichtbar. Bei der ersten Mondfinsternis tn den frühen Morgenstunden des 20. Februar werden 77 v. H. des Monddurchmessers durch den Kernschatten Der ErDe verfinstert. Der Eintritt des Mondes in Den Kernschatten erfolgt um 5.03 Uhr, Der Austritt aus Dem Kernschatten um 8.13 Uhr MEZ. Die zweite Mondfinsterms am 15. August Dauert von 18.59 bis 21.58 Uhr MEZ. Es werden 88 v. H. des Monddurchmessers Der- ^Bonden beiden Sonnenfinsternissen ist die erste am 4—5. Februar total, aber nur im nördlichen Stillen Ozean, in Öftesten und im westlichen Nordamerika sichtbar. Die zweite >Lonnenfinsternis am 1. August ist ringförmig, Da Der Mond in Erdferne steht und kleiner erscheint als die Sonnenscheibe. Die Zone Der Sichtbarkeit Der ringförmigen Sonnenfinsternis verläuft Durch den südlichen Indischen Ozean. Als teilweise Finsternis ist sie auch sm östlichen Madagaskar, in Australien und Neuseeland sowie auf den Sundainseln zu sehen. Meteorschwärme. Auf ihrer Bahn um die Sonne begegnet Die Erde mehreren Meteorschwärmen, 'Die in langgestreckten elliptischen Bahnen sich um Die Sonne bewegen unD mit Sicherheit als Die Reste von Kometen angesehen werden, da ihre Bahnen mit Denen zerfallener Ko- meten übereinstimmen. Durchquert Die Erde einen solchen Meteorschwarm, so tritt besonders auf ihrer Vorderseite, also in Der zweiten Nachthälfte, eine starke Häufung von Sternschnuppenfällen auf. Dabei beschreiben Die einzelnen Meteore Bahnen, Deren rückwärtige Verlängerung nach einem bestimmten Punkt Des Himmels, dem Ausstrahlungspunkt, hinzielt. Nach Dem Sternbild, in Dem Dieser Punkt liegt, unterscheidet man 1. Die LyriDen aus der Leier um den 22. April; 2. Die Perseid en aus Dem Perseus um Den 12. August, Die besonders reich und regelmäßig auftreten; 3. die Draconi- b e n aus Dem Drachen um Den 9. Oktober, Die 1933 einen großartigen St em schn u p pen f all verursachten; 4. Die "ß e o n i D e n aus Dem Löwen, vom 13. dis 15. November, welche früher eine prächtige Erscheinung Darftellten, seitdem sie aber 1898 Dem Jupiter nahegekommen und durch Die gewaltige Anziehungskraft des Riesenplaneten aus ihrer Bahn cemorfen rourDen, sehr nachgelassen haben; 5. Die Geminiden aus Den Zwillingen um den 12. Dezember, ein lebhafter, regelmäßig auftretenDer Schwarm von Meteoren. Die Milchstraße, Die als zartes Lichtband den Himmel umgürtet, zeigt sich besonders an mondlosen Stätsommer- und Herbstabenden in ihrer ganzen Schönheit. Während dieser Zeit vom August bis zum Jahresende ist Die Beobachtung Der Milchstraße mit einem Feldstecher besonders zu empfehlen, während im Frühjahr Die Milchstraße eine flache, ungünstige Stellung einnimmt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 dis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittags geschlossen.__________________ Hauptz chriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lauge. Stellvertreter be8 Hauptzchrtztleilers: Ernst Blumschem. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provin;, Wirtjchaft und Sport: Ernsr Blumjchctn. Truck und Verlag: Brühtzche Univerfitätsbruckerel R. Lange K. G. Derlagsleiter: Dr..Ing. Erich Hamann: Anzeig-nleiter: Hans Beck. AnzeiaenpreisMe Nr. 6 Himmelserscheinungen im Lahre 4943. Von Dr. Erwin Kossinna. 094 Hiesige Groß- handl. sucht für Angestellten (Abteilungsleiter) möbliertes Zimmer ab sofort zu mieten. Schr. Ang. mit. 52 D a. d. G. A. Sonnige zzilli.M«. für sofort oder 1. März 1943 zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 093 an Den Gießen. Anzeig. MöblierteWohnong 2-3 Zimm, nebst Küche u.Mädch.- Zimm.,mögl.m. Zentralheiz., auf die Dauer von V* Jahr zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 0103 a. d. G. A. Keine üreprugs- lengnisie, sondern nur Seuyttt abfchriften dem 6e> wervungklchretden bet* legen! — Lichtbilder nndBewerbung-unte» lagen tnüffen lur Vermeidung von Verluste» auf der Rückseite Namen und Anschrift bei Bewerber» tragen! Tief erschüttert erhielten wir am Tage seines 22. Geburtstages die schmerzliche Nachricht, daß unser herzensguter Sohn, Bruder und Schwager Ludwig Schäfer Gefr. in einem Gren.-Regt. (mot.) ausgezeichnet mit dem E. K. 2, der Ostmedaille und des Verw.-Abzeichens am 1. 12. 1942 bei den schweren Kämpfen im Osten, bei Rschew, getreu seinem Fahneneid für sein geliebtes Vaterland sein junges Leben gaD« In tiefer Trauer: Ludwig Schäfer und Frau, geb. Seeling Wilh. Schneider, z. Z. im Felde, und Frau, geb. Schäfer, nebst Kindern Anna Lotz Wwe., geb. Schäfer, nebst Kindern Joseph und Wilh. Schäfer. Gießen, Alter Krofdorfer Weg 85, Sonnenstr. 5. 0104 Frau zum putzen gesucht v. 7 Vr b. 9 Vr Uhr. [058 Krevert, Blockstraße 7. Am 30. Dezember 1942 erhielten wir die für uns unfaßbare, schmerzliche Mitteilung, daß nach Gottes unerforschlichem Ratschluß unser treuer, herzensguter, einziger Sohn, unser lieber Enkel, Neffe und Vetter Walter Lautensdiläger Gefreiter und Funker in einer Panzerdivision Inh. der Ostmedaille u. des Verwundetenabzeichens im bald vollendeten 22. Lebensjahr, am 25. November 1942 bei den harten Kümpfen im Osten den Heldentod für Führer und Reich gestorben ist. Er hat das größte Opfer für uns und die geliebte Heimat, die er nicht mehr W iedersehen soll, gebracht. In tiefem Schmerz: Karl Lautenschläger, Polizei-Oberinspektor; Emmi Lautenschläger, geb. Brandt, Offenbach a. M., Friedrichs- ring 61; Albert Brandt; Emilie Brandt, geb. Tiligant, Darmstadt, Liebfrauenstraße 75; und alle Angehörigen. ________________________________________490 | Mietgesuche | Mübl., beizbar. Zimmer Nähe Selterstor, gesucht. [060 Ang. an Kondit. und Gaf£ Heikler. MI.Miuer mit 2 Betten, evtl, mit voller Bervslegung od. 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Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Ehrenfriedhof von Nishne-Weduga (Rußland). Er folgte seinem Bruder Wilhelm, der ebenfalls in treuer Pflichterfüllung für uns sein Leben opferte. tiefem Schmerz: Henriette Opper und Kinder Heini und Ottilie nebst allen Verwandten. Treis (Lumda), Dauernheim, 5. Januar 1943. Die Trauerfeier findet am 17. Januar 1943, nachmittags 2.30 Uhr, statt. Mit den Angehörigen trauern auch wir um den Verlust unseres Arbeitskameraden. Betriebsgemeinschaft der Buderus’schen Eisenwerke Zweigniederlassung Lollar. Die Geburt ihres gesunden Stammhalters Wolf Eberhart zeigen hocherfreut an Fran Margot Arntz, geb. Knauer Dr. Helmut Amts Z. Z. Leutnant in ein. Nachr.-Regt. Deutsche Botschaft Paris im Dezember 1942 z. Z. im Felde >_____________________°JV 085/ Statt Karten! Wir danken herzlichst für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unsrer Verlobung auch im Namen unsrer Eltern Elisabeth Schlörb Willi Brühl, Unteroffizier Schotten Gießen Stadtmühle Neustadt 5. Januar 1943 Ihre Vermählung geben bekannt Fritz Tischler z.Z. Oberleutnant und Komp.-Chef in einem Gren.-Regt. Maria Tischler, geb. Beate Im Felde Gießen Iheringstraße 7 7. Januar 1943 ________________________095/ Statt Karten! Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche anläßlich unserer Vermählung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlich Robert Nagel, Uffz. Margarete Nagel, geb. Bösch Lieh, Januar 1943 __________________________0108/ Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unsrer Verlobung danken wir, auch im Namen unsrer Eltern, herzlichst Marie Arnold Gefreiter Eugen Frey Leihgestern, im Januar 1943 \______________081/ Korrespondent(in) mögt, mit Sprachkenntnissen, Exporterfahrung und gutem techn. Verständnis von Masch.- Fabrik in Wetzlar gesucht. Schriftl. Angebote unter 60D an den Gieß. Anzeiger erbet. Statt Karten! Für erwiesene Aufmerksamkeiten und Glückwünsche anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst, auch im Namen der Eltern Heinrich Mattern San.-FeIdw. u. Heer.-Apoth.-Anw. u. Frau Aenne, geb. Merker Gießen, im Januer 1943 088/ Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unsrer Vermählung danken wir, auch im Namen der Eltern, recht herzlich Heinrich Fey Hildegard Fey, geb.Thiemer Lieh (Hessen) Groß-Grimme über Weißenfels (Tb-.; Kaufe Karl - May - Bände und anderes unterhaltendes Schrifttum, wie Frauen-, Kriminal- und Abenteuer-Romane, sowie koloniales Schrifttum aus Privatbesitz. Schriftliche Angebote unt. 0105 an den Gießener Anzeiger erb. Verkäufe Trächtige Ziege einmal gelammt, und ein Ziegenlamm zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 0112 a. d. G. A. Ofen für RM. 10,- zu verkaufen, [oeo Steinstraße 39 p Eine gepolüerte MmeMe für 15 RM. zu verkaufen. 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Gehoftesvcrre sowie die Schutzvorichriften der viehseuchenvolizei» lichen Anordnung zum Schutz gegen die Hühnerpest wurden angeordnet. [dcQ Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Veterinärvolizei. I. B.: Nicolaus. Witwer, 41 I., kathol., möchte nette Dame zw. Heirat kennen lernen. Zuschriften unt. 079 an d. Gieß. Anzeiger. Berufstätiger mit gutem Eink., 60 Jahre, sucht d. Bekanntschaft einer gebildeten Dame m. Eigenwohnung zwecks gemeinschaftlich. Vaush. u. bald. Heirat bei gegenseitiger Zuneigung. Zuschriften unt. 0114 a. d. G. A. Linker, brauner Leder-Handschuh Donnerstag, den 18. Tezbr. 1942, gegen 17 Ubr, Krofdorfer Str. verloren. Abzugeben auf dem [oio9 Fundbüro. Rechter D.-Lederhandschiih verloren. ooe Abzugeben: Neuenweg 30, Laden. m •lt Guttolii y Schuhcreme einsparen! NSG. „Kratt durch Freude*1 Kreisdienstelle Wetterau 8. Januar: Einführung in die Physik. 11. Januar: Geographie der Kriegsschauplätze: SUdoetasien. [51d Näheres Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60. 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