Dienstag,6. AprttMZ Annahme von Anzeige« für die Mittaasnummer bis 8‘'i Ubr desSormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvi. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nackläfte: WiederholungMalstaffeH AbscblüsseMengenslaffelS Platzvorschrift t vorherige Vereinbarung) 25°.mehr (95. Jahrgang Nr. 8t Erscheint täglich, außer Lonntags und feiertags Beilagen: Gießener ivamilienblatter Heimat imBild- DieScholle Bezugspreis: Monatlich..... RM. 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Pomcheck 1168k F-rankf.M. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen «irtzkN.^chuNlratzt 7-9 Mit geballter Krast. Die Natur selbst gibt uns Beispiele genug, was plötzl.ch zusammengeballie Kräfte auszurichten vermögen. Der gleiche Fluß, der sich eben noch gemächlich dahinschob, wird in der engen Schlucht zu einer ungeheuren Energie. Das Staubecken einer Talsperre nimmt winzige Rinnsale auf und entwickelt — von kluger Hand gelenkt — doch die Kräfte eines Titanen. Das gleiche Meerwasser, das sich im Sommer die Kinder um die Ohren spritzen, vermag, vom Sturm bewegt und in einer Richtung gelenkt, meter-' starke Mauern einzureißen. Daß der Mensch diese Gewalten zu lenken und zu nutzen wußte, zeigt ihn in seinen tüchtigsten Pionieren als gelehrigen Schüler dieser Naturerscheinungen. Wenn mir heute immer wieder die Forderung nach der Zusammenfassung aller menschlichen Kräfte in unserem Volke hören, dann sind wir alle von der Notwendigkeit überzeugt/ ohne doch immer das „Wie" ganz klar und unmißverständlich vor Augen zu haben. Wir wissen zwar, daß der Wert der Ein- zelleistung in der Gemeinschaft bedeutend sein muß, und daß wir uns strecken müssen, um mit der Zeit und ihren Verpflichtungen Schritt zu halten, aber zu einer klaren Bilanz der eigenen Kräfte sind viele noch nicht gekommen. Uw so nötiger ist es, das ehestens nachzuholen. Die Härte der Zeit aber ist der beste Arzt, einmal mit Rückständen aufzuräumen. Wieviel Menschen kennen wir nicht, die zum Beispiel darüber fingen, daß ihnen vor lauter Geschäftigkeit gar keine Zeit bleibe, dieses oder jenes Vordringliche zu erledigen. Erinnern wir uns nur daran, daß gerade der Begriff „Tempo, Tempo" in feiner sinnlosen lieber» treibung typisch liberälistisch ist. Wir brauchen dem nur gegenüberzustellen, was gerade die Größten unter den Deutschen in einem Leben zustandebrachten. Ein Bach hat Sonntag für Sonntag eine neue Kantate geschrieben, eine schöner als die andere, und die Zahl feiner Konzerte und Divertimenti, feiner kleinen und großen Schöpfungen' geht ins Unermeßliche. Das Lebenswerk eines Goethe ist kaum in fünfzig Lexikonbände zu fassen und ward doch achtsam und ordentlich, Stück für Stück wirklich erarbeitet, gefeilt und vollendet. Man trage einmal die Akten zusammen, auf denen der persönliche Federzug des großen Preußenkönigs verbessernd, entscheidend, lenkend und ordnend sichtbar wird. Wir hören den Einwand, das seien nun eben geniale Männer, und mit ihnen könne man sich doch nicht gut messen. Sicher ist der Genius ein unerreichbares Vorbild, aber daß er im besten ©inne eben Vorbild ist' und fein muß, daran haben wir allzu oft vorbeigesehen. Auch wir können mit unseren Kräften haushalten, können unsere Energie ins Ungemeffene steigern, indem wir alles befeiti» gen, was sie hemmen kann. Unproduktiver Kräste- verschleiß und Zersplitterung lassen sich im letzten nur befeitigen, wenn jeder bewußt an sich mitarbeitet. Wer alles von sich weist, was in diesen Zeiten seine Kraft unnütz beansprucht, der ist einen guten Schritt weiter. Diele haben schon von der „Oefonomie der Kräfte" gesprochen mit einem ehrfürchtigen Schauer; es ist aber im Grunde ganz einfach. Was uns die Natur Tag für Tag vor Augen stellt, das sollen wir bewußt auf uns anwenden und treu, tapfer, unverzagt alles hingeben, damit die deutsche Sen- duna erfüllt werde. Gelenkte Kraft ist doppelte Kraft, geballte Kraft ist verstärkte Kraft, das gilt für jeden, wo er auch heute stehen mag. „Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige", so hat uns der Führer oft genug, gemahnt. Tüchtig aber ist nur der, der sich seiner.eigensten Energien bewußt ist, der alles auf ein großes Ziel abstellt und in seinem Haus schon durchführt, was in der Gemeinschaft unabdingbare Voraussetzung des Sieges ist. Dir roiffen, daß wir unser eigenes Leben nicht achten dürfen, wenn es um das Leben der Nation geht. Dr. Goebbels. Sowjetische Angriffe gegen den Kuban-Brückenkopf zerschlagen Es war vorauszusehen, daß die Bolschewisten versuchen würden, nach dem von ihnen gemeldeten Abschluß der Winterschlacht doch noch einige größere Vorteile zu erringen, bevor der Frühsommer mit seinen völligen Ungewißheiten auf den Plan tritt Betrachtet man den Gesamtverlauf der deutschen Stellungen im Osten, so erkennt man unschwer, daß der Kuban-Brückenkopf für den Feind eine der unangenehmsten Positionen darstellt. Es läßt sich leicht erraten, daß den Sowjets viel daran gelegen sein muß, den Hafen von Noworossijsk wieder für sich nutzbar zu machen. Am liebsten wäre es ihnen selbstverständlich, ro^nn sie den ganzen Brückenkopf ausräumen und wieder m ihren Besitz bringen könnten und wenn sie dann wieder >die Straße von Kertsch beherrschten, um die Möglichkeit eines Einfalls auf die Halbinsel Krim zu gewinnen. Man darf der bolschewistischen Führung ohne weiteres zutrauen, daß sie mit so weit gesteckten Zielen in die größere Aktion ein getreten ist, die jetzt offenbar am Kuban-Brückenkopf "ihren Anfang genommen hat. So wenigstens muß voraussichtlich die Mitteilung Des OKW.-Berichtes vom Montag gedeutet werden, Daß der Feind am Kuban-Brückenkopf wiederum unit starken Kräften angegriffen bat. Anscheinend !haben sich die Witterungs- und damit die Wegever- chältnisfe an diesem südlichsten Teile der Ostfront in- Zwischen schon so weit gebessert, daß größere For- rmafioroen in den Kampf geführt werden können. Allerdings haben diese Angriffe bisher für den Feind mur Enttäuschungen gebracht. Sie sind mit hohen Verlusten für den Gegner abgeschlagen worden. Bei «der Verteidigung der Stellung des Kuban-Brücken- lopfes haben sich auch rumänische Truppen wieder hervorragend geschlagen^ Damit hat sich die Waffenbrüderschaft zwischen Deutschen und Rumänen, die in diesem Kriege schon so viele hervorragende Pro- tben ihrer Bewährung geliefert hat, aufs neue ge- ieftigt. Die Verteidigung des Kuban-Drückenkopfes steht, und es ist anzunehmen, daß der Gegner, wenn sr seine Angriffsversuche wiederholt, auch weiterhin mit blutigen Köpfen heimgeschickt werden wird. Die Kampfhandlungen an den übrigen Teilen der Ostfront haben einen vergleichsweise geringeren Umfang gehabt. Weiter nördlich sind offenbar die Wegeverhaltnisse noch derart, daß sich größere Operationen von vornherein verbieten. Man wird abwarten müssen, was der Feind an strategischen Plänen für die kommenden Wochen vorbereitet hat. Eines wird er allerdings nicht erreichen: Es wird -hm nicht gelingen, die deutschen Pläne für den -ommenben Sommer zu stören. Die deutsche Verteidigung hat die nunmehr konsolidierten Stellungen an der ganzen Ostfront fest in der Hand und sst bereit, den Gegner zurückzuschlagen, wo immer er anzugreifen sich anschickt. Daß unsere Grenadiere aber auch heftig zuzuschlagen wissen, wenn es gilt im Gegenstoß die Stellungen zu verbessern, das beweisen sie immer wieder an ollen Abschnitten der Front. Der deutsche Soldat, der diesen harten Winterkampf, wenn auch unter manchen Zwischenfällen, durchgestanden hat, hat sich das Bewußtsein seiner Ueberlegenheit auf der ganzen Linie bewahrt. Er wird es zu gegebener Zeit sehr tatkräftig zur Geltung bringen. Oer Wehrmachtbericht. DVV. Aus dem Führerhauplquarkier, 5. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Sowjets traten gestern mit mehreren Divisionen zu dem erwarteten Angriff gegen die Ostfront des Kuban-Brückenkopfes an. Die immer von neuem vorgetragenen, von starker Artillerie und vielen panzern unterstützten Angriffe wurden unter hohen feindlichen Verlusten an Menschen und Material durch deutsche und rumänische Truppen zerschlagen. Die Kampfe dauern noch an. Ein eigenes Angriffsunlernehmen östlich Orel verlief erfolgreich. An der übrigen Ostfront nur südlich des Ilmensees und vor Leningrad lebhaftere örtliche Kampflaligkeit. An der tunesischen Front verlief der Tag bei örtlicher Späh- und Stoßtrupptätigkeit ruhig. Die Luftwasfe bekämpfte mit starken Kräften feindliche Fahrzeug- und panzeransammlungeu. Deutsche Jager errangen acht Luftsiege. Kampfflugzeuge griffen im Seegebiet von V o u g i e ein großes feindliches Frachtschiff an und beschädigten es schwer. Ein gemischter britisch-nordamerikanischer Verband griff am gestrigen Tage das Gebiet von Paris an. Durch Bombentreffer in Wohnvierteln, städtischen Anlagen und auf Sportplätzen bet Stadt hatte die Bevölkerung mehrere hundert Tote und verletzte. Bei diesem Terrorangriff und anderen Vorstößen des Feindes gegen die besetzten west- gebiete und Vorwegen wurden 19 Flugzeuge ab- i geschossen. Drei eigene Flugzeuge gingen verloren. In der vergangenen Nacht warfen britische Flugzeuge planlos Spreng- und Brandbomben vorwiegend auf offene Landgemeinden des norddeutschen Küstengebietes. Zehn der angreifenden Bomber wurden durch Nachtjäger und Marineflak zum Absturz gebracht. Mordbrenner über Paris. Wenn das britische Mordbrennergesindel von Zeit 4U Zeit mit der Miene der unschuldig Verfolgten sich bitter beklagt, daß man ihm zu Unrecht vor- merfe, daß es mit Absicht und kalter lleberiegung Kultur« und Wohnstätten des deutschen Volkes an- ireife, und die nordamerikanische Luftwaffe ebenso Heuchlerisch in diesen Kantus mit einstimmt, — dann weisen wir Deutschen mit der ganzen Verachtung, »ie eine ehrlich kämpfende Nation für feige Mord- Mschläge und deren Urheber hat, aus die unzähligen Rutschen Kulturstätten hin, die weit ab von jeder Ünsiedlung oder jedem militärisch wichtigen Objekt, '«ennoch Ziel der britischen Bombardements geroor» ten sind. Der Versuch der Zerstörung der Grab- ^ätte Bismarcks, tief im Sachsenwalde gelegen, und "es Gartenhäuschens Goethes inmitten eines Parkes, der Angriff auf den Park von Sanssouci und «me Gebäude, die Bombardements ungezählter em. zelstehender Krankenhäuser, Sanatorien, Bauern- gehöfte usw. illustrieren aufs beredetste, was es mit all den Beteuerungen der Briten und auch der nord- amerikanischen Mordbuben, nur militärische Ziele anzugreisen, und nur aus „Zufall" nichtmilitärische Objekte zu treffen, auf sich hat. Nun haben sich vergangenen Sonntag, und zwar am frühen Nachmittag — bei bestem Licht und bester Sicht also — diesmal britische und nordamerikanische Mordbrenner einen Terrorangriff geleistet, der wieder einmal die Absichten und Zielsetzungen der vereinigten Mordgeschwader der Briten und Nankees aufweist. „Das Wetter war klar, und das Ziel wurde schwer und genau bombardiert" — s o meldete Reuter über diesen reinen Mord- anschlag, der sich diesmal gegen das Gebiet und insbesondere gegen zwei Sportplätze von Paris richtete. Auf beiden Plätzen — eine Pferderennbahn Kriegswirkungen in -er südamerikanischen Wirtschaft. Von unserem ew.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Buenos Aires, April 1943. Wenn man von der südamerikanischen Wirtschaft spricht, denkt man in erster Linie an das Wirtschaftsleben der sog. ABC-Staaten Argentinien, Brasilien und Chile. Denn in ihnen ist die Entwicklung so weit gediehen, daß sie selbständig die naturgegebenen Kräfte ihres Landes entfalten könnten. Nur bei einer solchen Sachlage läßt sich über Kriegswirkungen reden, weil sie eine Auseinandersetzung darstellen zwischen fremden Einflüssen und den Erfordernissen sowie den Bedingtheiten des jeweiligen Landes. Selbstverständlich sind sie verschieden nach der Leistungsmöglichkeit wie nach der Richtung der bisherigen wirtschaftlichen Beziehungen. Die Rangordnung der ABC- Staaten wird gewissermaßen durch die Reihenfolge der Buchstaben bestimmt. An der Spitze marschiert Argentinien. Bei ihm läßt sich auch gleich das Grundsätzliche über die Kriegswirkungen abwandeln. Diese richten sich hauptsächlich nach den Wirtschaftsbeziehungen des jeweiligen Landes zu Europa. Die Eigenleistung steht erst an zweiter Stelle. Ein solcher Zustand ist bei der herrschenden Kriegslage verständlich. Aus der einen Seite versucht England das Gebiet der Achsenmächte zu blockieren, auf der anderen bedrohen deren U-Boote die Verbindungswege der Engländer und Amerikaner und fügen ihrer Schifffahrt ständig wachsende Verluste zu. In beiden Fällen werden die südamerikanischen Staaten mehr oder minder stark betroffen. Der Hauptleidtragende ist dabei Argentinien. Denn 75 v. H. seiner Ausfuhr ging nach Europa und 50 v. H. seiner Einfuhr bezog es von dort. Bei diesen Ziffern ist zu beachten, daß der von den Achsenmächten in Europa kontrollierte Raum im Frieden insgesamt nicht sehr viel mehr Waren aus Argentinien bezog als Großbritannien allein. Diese Tatsache wird verständlich, wenn man berücksichtigt, daß Argentiniens Ausfuhr in der Hauptsache in Getreide, Fleisch und Fellen bestand, für die Europa als Großabnehmer allein in Frage kommt, während die USA. darin Selbstversorger sind und infolgedessen in der argentinischen Ausfuhr auch nur mit 8 v. H. erscheinen. Bei der Einfuhr ist dieses Verhältnis für die USA. beträchtlich günftiger, aber im Vergleich zu Europa doch bescheiden. Man darf also von dieser Seite keine Erleichterung für den argentinischen Markt erwarten. Vielmehr ist zu betonen, daß die Ausfuhr von Argentinien in die Gebiete der Achsenmächte so gut wie ganz fort» fällt, und daß diejenige noch Großbritannien unter dem scharfen Druck der U-Boote^ steht. Für die argentinische Wirtschaft find beide Momente gleich hart, wenn sie auch wertmäßig einstweilen noch nicht in Erscheinung treten. Aber die Tatsache bleibt doch bestehen, daß die Ausfuhrmenge 1942 derartig zurückgegangen ist, daß sie nur noch 5,3 Mill. Tonnen betrug und als die niedrigste in den letzten zehn Jahren anzusprechen ist Die Ge» fahren, die in einem solchen Zustand für die Finanzgebarung des ganzen Landes liegen, können zunächst nur angedeutet werden, jedoch die Regierung hat sie erkannt und trifft Gegenmaßnahmen. Die wichtigste davon sieht man in der Förderung der Industrie und des Gewerbes, teils durch Neuanlagen, teils durch Erweiterung der bestehenden Einrichtungen. Bei Gleichsetzung der Wertfaktoren wurde errechnet, daß seit 1939 die argentinische Gesamterzeugung um 20 v. H. gestiegen ist. Dabei stellte sich heraus, daß 1942 die von Industrie und Gewerbe geschaffenen Werte nicht nur eine Verdoppelung erfahren hatten, sondern auch nahezu an die Werte der Landwirtschaft heran kamen. Die feit 15 Jahren betriebene JndustrialisiePpng versetzt also jetzt das Land in die Lage, aus eigener Kraft seine Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Natürlich geht das nicht ohne die Opfer, die sich aus der Eins uhrvermind erung ergeben und manchmal als recht schmerzhaft empfunden werden. Brasilien befindet sich in einer etwas günstigeren Lage als Argentiniern Es ist nur zu 50 o. H. in seiner Ausfuhr nach Europa gerichtet. Andererseits gewähren ihm das ttopische Klima und seine Bodenschätze Vorzüge, die gerade in einem Krieg recht in Erscheinung treten. Dabei braucht es nicht einmal nach neuen Kunden Ausschau zu halten. Die USA. waren schon vor dem Kriege nächst Europa sein bester Kunde, jetzt stehen sie an erster Stelle^ Die tropischen Erzeugnisse, voran Kaffee und Kautschuk, finden in Nordamerika bereitwillig Aufnahme, da die Märkte in Ostasien seit Japans Siegeszug über Jnsulinde versperrt sind. Brasilien tritt auch nicht nur als Lieferant von hochwertigen Eisenerzen auf, es führt sogar schon Gußeisen aus und ist überdies dabei, eine nationale Schwerindustrie großen Stils aufzuziehen. Mit diesem Schritt kann nicht nur die Wirtschaft Brasiliens, sondern auch der ganze süd amerikanische Handelsaustausch auf eine neue Grundlage gestellt werden. Chile weih sich im Besitz gewaltiger Kupfer- lager, die seiner Wirtschaft im Augenblick eine beachtliche Wichtigkeit geben. Zeichen dafür ist der Umstand, daß seine Kupseraussuhr bereits 60. v. H. seiner Gesamtausfuhr ausmacht. Doch ist dabei zu bemerken, daß diese sich überaus einseitig nach den USA. entwickelt hat, während die Handelsheziehun- gen mit der übrigen Well stark zurückgegangen sind. Darin liegt einmal schon eine Gefahr, zum andern aber auch in dem Umstand, daß gerade das Stupfer der Hauptträger seines wirtschaftlichen Aufschwunges ist. Kupfer ist aber nach den Erfahrungen der Vergangenheit eines der labilsten Elemente der Weltwirtschaft. Hiernach liegt der Verdacht nahe, daß Chile höchst wahrscheinlich nicht über die Rolle der eine, die gerade an diesem Sonntag ihre Rennsaison eröffnete, ein Fußballplatz der andere, aus dem eine Veranstaltung zugunsten der französischen Kriegsgefangenen stattfand — waren Tau- sende von Zuschauern versammelt. Die Verluste der französischen Zivilbevölkerung waren demgemäß schwer. Mehrere hundert Tote und Verletzte wurden gezählt. Es gab eine Zeit, wo sowohl die Briten als auch in ganz besonderem Maße die Nordamerikaner sich nicht genug tun konnten, ihre französischen Verbündeten in wahren Lob- und Schmeichelgesängen in den Himmel zu heben. Nun diese französischen Verbündeten aber ihren schweren Blutzoll für die Sache der Alliierten entrichtet haben und ihnen diese noch obendrein ihr Kolonialreich raubten, nun sind Bomben auf die französische Zivilbevölkerung Lohn und Dank der britisch-amerikanischen Mordbrenner. Oie Opfer des Terror-Angriffs Paris, 5. April. (Europapreß.) 252 Tote betrug ant Montagvormittag die Zahl der Opfer des englisch-nordamerikanischen Luftangriffes auf Paris. Die Pariser Polizeipräfektur erklärte, daß mit einem weiteren Anwachsen der Zahl der Todesopfer gerechnet werde nmüsse. Die Zahl der Verletzten beträgt 700, hierunter befinden sich 115 Schwerverletzte. In der Nacht zum Montag waren 67 Schwerverletzte in den Krankenhäusern gestorben. Die am meisten heimgesuchte Gemeinde ist Boulogne-sur-Seine, wo allein 55 Bomben fielen, 29 Häuser zerstört und 63 Häuser schwer beschädigt wurden. In Suresne sind 4 Bomben auf Wohnviertel gefallen. Außerdem wurde die bekannte Parfümfabrik Coty zerstört, lieber die schrecklichen Folgen des Bombenwurfs auf eine Station der Pariser Untergrundbahn berichtet ein Augenzeuge in der Zeitung,La France Socialiste": „Hunderte von Personen hotten sich beim Alarm in den Eingang einer U-Bahn-Station geflüchtet. Die Station erhielt jedoch einen Volltreffer, so daß die Wände zusammenstürzten. Die Feder sträubt sich, das Entsetzen zu beschreiben, das sich unseren Augen darbot. Zerrissene menschliche Körper lagen überall auf den Treppen ober hingen in den Aesten der nächsten Bäume. Es gibt kaum einen Toten, der nicht zerstückell ist." In einer anderen U-Bcchn-Stotion hat eine Bombe die Decke durchgeschlagen, wobei zehn Reisende ums Leben gekommen sind. Auch in einem Kino gab es zehn Tote und zahlreiche Verletzte. Ein Mütterheim ist dem Erdboden gleichgemacht, lieber die Panik a u f dem Rennplatz von Longchamps berichtet im „Matin" ein Augenzeuge, daß die Jockeys gerade aufgesessen waren, ols die ersten Bomben herabstürzten. Ein Tell der Menschen floh, um sich in Sicherheit zu bringen, andere blieben wie. gebannt auf ihren Plätzen stehen. Wenige Minuten später kam eine Gruppe von Verletzten heran, deren Gesichter und Anzüge mit Blut beschmiert waren. „Englisch-nordamerikanische Luftwaffe mordet Pariser Sonntags-Spaziergänger", „Luftmörder operierten über Groß-Paris", — mit solchen Schlagzeilen nimmt die Pariser Presse Stellung zu dem Terror an griff. „Wer das mit angesehen hat, kann weder seinen Schmerz noch seinen Haß zurückhatten", schreibt „La France Socialiste". Die Zeitung „AujourdHui" spricht von einer „Mischung aus Scham und Grauen, Verblüffung und Entrüstung", die Attentate Hervorrufen, die die Fahne der Vereinigten Staaten mit untilgbarem und blutigem Schmutz besudelten. Eine Rundfunkansprache Marschall P6tains. Vichy, 5. April. (^)RB.) Der französische Staatschef, Marschall Petain, hat am Sonntagabend über den Rundfunk eine Ansprache an das französische Volk gehalten, in der er betonte, daß die für den Krieg und die Niederlage Verantwortlichen ins Ausland geflohen seien, während er in Frankreich geblieben sei. Jetzt versuchten die Rebellen, die untereinander wegen Kommandostellen und Posten streiten, das frühere Regime, das das Land ins Unglück gestürzt habe, zu rehabilitieren. Aber die Methoden und die Männer, die Frankreich dem Untergang preisgaben, könnten ihm sicherlich nicht feine ehemalige Größe zurückgeben. Wenn der Friede, den jene schlechten Franzosen erwarteten, Frankreich zu den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gewohnheiten der Vorkriegskreit zurück- führe, bann werde sich Frankreich beftimmt nicht wieder erheben. Wenn die kommunistische Barbarei triumphieren sollte, werde sie für immer die französische Kultur und die nationale Unabhängigkeit vernichten. Am Schluß seiner Rede gedachte der Staatsches der Opfer der britischen und noroameri* konischen Terrorangriffe in Frankreich und erklärte, daß er gegen diese Handlungen, die durch nichts gerechtserttgt seien, proteftiere, die Familien der unschuldigen Opfer sollten seiner tiefsten Trauer und Anteilnahme gewiß sein. Terrorangriff ans südiialienische Städte Rom, 5. April. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag gibt bekannt, daß Neapel, Svrakus, Palermo und Carloforte von feindttchen Flugzeugen angegriffen wurden, die in den beiden erstgenannten Städten bettächtliche Schäden an öffentlichen und privaten Gebäuden anrichteten. In Neapel sind 221 Tote und 387 Verletzte, in Syrakus 4 Tote und 20 Verletzte, in Carloforte 12 Tote und 30 Verletzte zu beklagen. Vier feindliche Bomber wurden zum Absturz gebracht. eines Kriegsgewinnlers hmauskommen wird. Andererseits kann nicht verschwiegen werden, daß die angelsächsischen Mächte diesseits und jenseits des Atlantik selbst in höchster Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung in Südamerika sind. Der Krieg b-ahnt Selbstversorgungsbestrebungen hier in einem Maße an, die aus die Dauer keine Macht der Welt mShr zurückhalten kann, weil sie sich unmittelbar auf Naturgesetze und natürliche Forderungen gründen. Massenumsiedlung brasilianischer Arbeiter. S to ck h o l m, 6. April. (DNB. Funkspruch.) United Preß meldet aus Ceara: Zehntausende von Arbeitern würden aus den Nordstaaten zu Arbeiten in den eben eingerichteten Gummiplantagen im südlichen Amazo nasgeb iet geschickt. Die Reise von Ceara in' die Plantagen umfasse mehr als 2000 Kilometer und nehme ziemlich lange Zeit in Anspruch. Hauptsächlich würden indianische Arbeiter eingesetzt, da sie das F ie- berklima dieser Gebiete am besten ertrügen und außerdem von einer kleinen Ration Manioka und Mais leben könnten. Oer Sowjet-Anschlag auf die Meerengen. Enthüllungen eines bulgarischen Ministers. Sofia, 5. April. (Europapreß.) „Die Regierung der Sowjetunion hat bereits Ende 1940 Bulgarien aufgefordert, ihr in einem von ihr geplanten Krieg gegen die Türkei Hilfe zu leisten", erklärte der bulgarische Bautenminister Dimitar Wassileff in einer Rede. Der Sowjetdiplomat Sobolew sei damals mehrmals an Bulgarien herangetreten und habe es auf gefeiert, der Sowjetunion militärische Stützpunkte in den bulgarischen S ch w a r zm e e r h ä f e n abzutreten. Bulgarien sollte als Gegenleistung Thrazien erhalten. Dafür habe die Sowjetunion Unterstützung bei dem von ihr gegen die Türkei geplanten Krieg verlangt. Dieser Krieg sollte zur Besetzung der Dardanellen urtb des Bosporus durch die Sowjets führen. Bulgarien, so erklärte der Minister, habe die Dorschlage der Sowjets natürlich a b g e l e h n t, denn es habe keinen Anlaß gehabt, mit der Türkei, mit der es durch einen Freundschaftspakt verbunden fei, Krieg zu führen. Außerdem habe Bulgarien noch zu deutlich das Schicksal der baltischen Staaten vor Augen gehabt, um zu vergessen, was es heiße, sich mit den Sowjets einzulassen. Ganiiäisunierstand im Abwehrkampf. Berlin, 5.April. (DNB.) Während der jüngsten Abwehrkämpfe im Raum nordwestlich Orel gelang es vier Sowjetpanzern mit ausgesessenen. Schützen, unter Ausnützung eines Schneesturmes die deutschen Stellungen zu durchfahren und bis nach einer von zwei Aerzten betreuten Verwundetensammelstelle vorzudringen. Die Bolschewisten eröffneten das Feuer, und die Granaten der Panzer schlugen rings um den Sani- tätsuNterstand ein. In 200 Meter Entfernung saßen die bolschewistischen Schützen von den Panzern ab und gingen zum Angriff gegen den Sanrtätsunter- stand vor. Zum Schutz der Schwerverwundeten nahm nun der Oberarzt mit einigen Leichverwundeten die Abwehr aus. Die kleine Kampfgruppe schoß, was die Gewehre hergaben. 16 der anstürmenden Bol- schewisteir wurden tödlich getroffen. Trotzdem konnte das Schiasal des Verbandsplatzes nicht zweifelhaft fein. -Immer näher kamen die Panzerkampfwagen den wenigen Verteidigern. Doch im letzten Augenblick stürzten die Grenadiere des Stellungsbataillons heran, riegelten die feindliche Stoßgruppe ab und drückten sie im Nahkampf zurück. Noch während der Gegenstoß im Gange war, konnten aste Verwundeten, die währenddessen von dem zweiten Truppenarzt betreut wurden, guf Schlitten zurückgeführt und geborgen werden. Kleine politische Nachrichten. Ein im Atlantik operierendes italienisches U-Boot versenkte den griechischen Dampfer „Granicos" von 3000 BRT., der eine für England bestimmte Ladung Schwefelkies an Bord hatte, und den englischen Dampfer „Celtic Star" von 3000 BRT. * Der Chef der belgischen Rexisten-Partei, Leon D e g r e 11 e , ist wieder an die Ostfront ab gereift. In einer Ansprache erklärte er, daß Wallonen und Flamen sich gleichermaßen zur germanischen Gemeinschaft bekennen. Glück auf, Renate! Roman von Ernst Grau. 40. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,^)err Vorsitzender", wirft der Staatsanwalt hier ein, „nach dem, was wir hier bisher gehört haben, bin ich der Meinung, daß wir mit der Vereidigung der Zeugen bis zum Schluß der Beweisaufnahme warten." Der Richter nickt. \ „Das Gericht ist der gleichen Ansicht, Herr Staatsanwalt." Während dieses kurzen Wortwechsels ist Terbrüg- gen eingetreten. Mit einem prüfenden Blick auf die Plätze des Angeklagten, der Zeugen und Zuhörer geht er rasch auf den Tisch des Richters zu. Zunächst Ihre Personalien: Robert Terbrüggen, ^>ohn des Hamburger Großkaufmanns gleichen Namens, geboren am 13. Dezember 1888 in Blankenese bei Hamburg. Zur Zeit Direktor der Zeche Hammerkott." ,Za." < Bei dieser Antwort gilbt es auf der ersten Bank im Zuhörerraum zwischen Walter Hammerkott und Thora Kersten wieder ein lebhaftes Geflüster, das der Vorsitzende mit einem rügendem Blick beendet. ,Ljon der Verteidigung wird soeben die Behauptung aufgestellt, Herr Zeuge, daß zwischen Ihnen und Ihrem Sekretär Meinders ernsthafte Differenzen bestanden. Wollen Sie sich bitte dazu äußern." Terbrüggen sieht verwundert aüf. Als erste Frage hat er eigentlich etwas anderes erwartet. Aber er stellt sich rasch um. „Davon kann wohl nicht die Rede fein, Herr Landgerichtsrat. Es hätte ja auch durchaus bei mir gelegen, mich in einem solchen Falle von einem ungeeigneten Mitarbeiter zu trennen." Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Dr. med. August Wagenmann in Heidelberg aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Anerkenung seiner Verdienste um die deutsche Augenhellkunde die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Geh. Regierungsrat Dr. Dr. h. c. Theodor Remy in Bonn aus Anlaß der Vollendung feines 75. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste als Forscher der Bodenbiologie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Das bisher beste Gpenden-Ergebnis. Das vorläufig festgesteltte Ergebnis des am 14. März durchgeführten 7. und letzten Opfer- sonntags des Kriegs-Mhlv. 1942/43 beträgt 56179 613,58 RM. Gegenüber der gleichen Sammlung des Vorjahres mit einem Ergebnis von 38 083 696,36 RM. ist eine Zunahme von 18 095 917,22 RM., das sind 47.52 v.H. zu verzeichnen. Der 7. und letzte Opfersonntag erbrachte das höchste Ergebnis aller Opfersonulage. Jm Vergleich zum diesjährigen ersten Opfersonntag beträgt die Steigerung 40 v.H. Neuyork spürt Roosevelts Krieg. Nach amerikanischen Zeitungsberichten gehört Neu- york zu den Städten der USA., die am meisten unter den Kriegsverhältnissen leiden. Den Milliardären steht freilich die schwarze Börse zur Verfügung, der Schleichhandel bedient sie, und die Gangster haben seit den Zeiten der Prohibition nicht mehr' so goldene Zeiten erlebt wie jetzt. Machten sie früher Geschäfte mit Alkoholschmuggel und in Flüster kneipen, so werden jetzt Lebensrnittel und Luxuswaren von ihnen zum zehn- und zwanzigfa- chen Preise an die reichen Leute und an die Nachtklubs verschoben. Das Hintertreppengeschäft blüht wie noch nie, während die breiten Massen bereits anfangen, den Hunger zu spüren. Fleisch, Kaffee und Zucker sind in Neuyork bereits rationiert, demnächst werden auch Obst und Gemüse nur noch auf Karten verkauft werden. Vor den Restaurants und Speisehäusern stehen die Leute Schlange und erhalten eine Nummer, damit sich niemand vordrängt. Gouverneur und Bürgermeister mahnen in Aufrufen zur Einfachheit und empfehlen die kalte Küche, um Heizmaterial zu sparen. Aber niemand kehrt sich daran. Man versucht, sein Geld in Sachwerten anzulegen, kauft altes Porzellan auf, und gibt Unsummen für allerlei kitschige Gemälde aus, die von den jüdischen Emigranten in riesigen Mengen über den Ozean gebracht worden sind und die als Kunstwerke alter Meister ausgegeben werden. Neuyork war immer die Stadt der übersteigerten Löhne, aber die Neuyorker Industriebetriebe eignen sich nur in geringem Maße für Heerestieferunaen, so daß sie kaum für die Kriegswirtschaft eingesetzt werden können. Die Industrie Neuyorks beschränkte sich hauptsächlich auf die Fabrikation von Textilien und Lebensmitteln. Da aber die Militärverwaltung keine Rücksicht auf die höheren Lohnforderungen der Neuyorker Arbeiterschaft nimmt, haben die Textilfabriken der größten Stadt der Wett nur ein Prozent anstatt der erwarteten 40 Prozent der Bestellungen erhalten. Die kleineren Betriebe, die über keine Kapitalreserven verfügen, sind in schwere Not geraten. Auch die Banken und Versicherung sgesell- schäften geraten in Schwierigkeiten, viele werden schließen müssen. Der Bürgermeister hat einen Not- ruf nach Washington gerichtet, schon jetzt seien 10 Prozent aller Angestellten entlassen worden, weitere Entlassungen feien unvermeidlich, wenn die Neuyorker Betriebe bei den Heereslieferungen nicht mehr berücksichtigt würden. Der Rubel rollt in England. Von unserer Berliner Schriftleitung. „Gewalttge Geldsummen werden für die kommun i st i s ck e Agitation in England ausgegeben, doch weiß niemand, woher das Geld komm t", jammert der Londoner „Manchester Guardian" in beweglichen Tönen. Er beruft sich dabei ausdrücklich auf einen Artikel des amtlichen Organs der britischen Labour-Partei, „Labour Preß Service", mit der Überschrift „Wo ist die Jahresbilanz der Kommunistischen Partei?" In dem Artikel heißt es: Allein das Londoner Kommunistenblatt „Daily Wörter" habe im vergangenen Jahre doppelt soviel gekostet, wie die Labour- Partei jährlich an Beiträgen der ihr angeschlossenen 2'/- Millionen Mitglieder eingenommen habe. Wenn man dazu noch bedenke, daß der „Daily Worker" llur eines der vielen kostspieligen kommunistischen Unternehmen Englands sei, dann könne man sich einen Begriff davon machen, über welche Vermögen die kommunistische Parteileitung verfügen müsse. Von dem, was sie von ihren Anhängern in England an Beiträgen und Sonderzuweisungen erhalle, könnten solche Ausgaben nie bestritten werden. Außer ein paar Männern an der Spitze der kommunistischen Organisation wisse auch niemand über die kommunistischen Finanzmanipulationen Bescheid. Die Mitglieder der Koimnunistischen Partei würden jedenfalls im Dunkeln gehalten. Die Harmlosigkeit, mit der angesichts dieser Tatsachen die Frage aufgeworfen wird, woher die Kommunisten in England nur das viele Geld haben, steht sowohl dem amtlichen Organ der Labour-Partei ols auch dem „Manchester Guardian" schlecht zu Gesicht. Sie ist nur ein neuer Beweis dafür, wie man in London auch in der Innenpolitik Vogel Strauß spielt. Außer den harmlosen Briten weiß nämlich jeder, der sich mit politischen Dingen beschäftigt, daß die Bolschewisten überall in der Welt ihr Geld von Moskau und der Komintern beziehen, und daß diese Mittel sehr erheblich sind. Alle Welt weiß auch, wo dieses Geld herkommt: aus den Plünderungen und Raubzügen, die die Bolschewisten nicht zuletzt in ihrem eigenen Lande unternommen haben. Die Kirchenschätze, das Vermögen der politischen Gegner und schließlich die wirtschaftlichen Kräfte der UdSSR, werden ausschließlich zwei Zielen dienstbar gemacht: der bolschewistischen Agitation in der Welt und der Ausrüstung der Sowjetarmee, die die durch die Agitation vorbereitete Wettrevolution militärisch zu vollenden hat. Für diese Ziele,ber bolschewistischen Machthaber hat die Bevölkerung der UdSSR. 25 Jahre unsägliches Massenelend erdulden müssen. Mit der schüchternen Frage, woher die Kommunisten nur das Geld haben mögen, macht der „Manchester Guardian" sich mit seinem Kronzeugen also nur lächerlich. Warum soll es England anders ergehen als den anderen Staaten/in denen Moskau nach Herzenslust agitieren durfte? Heute ist gerade ßonbon — und in den USA. ist es nur um Nuancen anders — ein bolschewistisches Agitationszentrum. Auch dafür kann das englische Volk sich bei Churchill bedanken. Er ist es, der, in striktem Gegensatz zu seinen eigenen früheren Beteuerungen, die Bolschewisten in England hoffähig gemacht bat und der, genau fo wie Roosevelt in den USA., mit den Sowjetjuden an einem Tische sitzt und an einem Strange zieht. Churchill und Roosevelt sind es, die Stalin immer von neuem Europa ver- nrt als Gegenleistung für die Blutopfer, die oskauer Machthaber für ihre Einheitsfront mit der Plujokratie aus ihren Untertanen heraus- pressen. In diese Gegenleistung einbegriffen ist die Forderung nach freier Bahn für eine zügellose bolschewistische Agitatton, die Churchill und Roosevelt ebenso akzeptiert haben wie alle anderen, noch nicht einmal fest umschriebenen Ansprüche Stalins. Ein anschauliches Beispiel bafur, wie diese Agitatton sich breitmacht, sind die beweglichen Klagen bes amtlichen Organs der britischen Labour-Partei und des „Manchester Guardian". Wer denkt habet nicht an die Waryung des Führers, der den Feinden Deutschlands prophezeite, daß sie am Bolschewismus zugrund egeh en werden! Aus aller Welt. Die größte und die kleinste Uhr der Welt. In mehr als fünfjähriger Arbeit hat in St.- Trond in' Belgien der Mechaniker Kamiel Fe- straets eine astronomische Uhr gebaut, die aus über 20 000 Einzelteilen bestehend als das größte und komplizierteste Werk anzusprechen -ist. Die Riesenuhr entstand aus einem kleineren, aber sehr kunstvollen astronomischen Uhrwerk, für das bet Erbauer die goldene Medaille auf der Brüsseler Weltausstellung von 1935 bekommen hatte. In ihrem jetzigen Umfang hat die Uhr nicht weniger als zweihundert verschiedene Zifferblätter, auf denen abzu- lesen sind: die genaue Uhrzeit in den verschiedenen Ländern Europas, Stand und Lauf von Sonne, Mond und Planeten, der Wechsel der Jahreszeiten, die Zeit von neun verschiedenen Ländern der Welt (darunter auch die Uhrzeit Chinas,, wo die Zeiger in umgekehrter Richtung laufen). Der Lauf von Ebbe und Flut usw. Eines der Zifferblätter stellt die kleinste Uhr der Well dar, die in dem 150 kg schweren Pendel der 'Riesenuhr eingebaut ist: diese kleinste Uhr. auf einen Damenrina montiert, hat ein Zifferblatt von wenig Millimeter Durchmesser. D^r vierstimmige Stundenschlag der Riesenuhr, die sieben Meier hoch ist, wird von Figuren, die die vier Jahreszeiten darstellen, geschlagen: kaum ist der letzte Schlag verhallt, setzt sich ein Glockenspiel in Bewegung, voran der löbliche Magistrat zu Pferde, dahinter die Vertreter der zwölf mittelalterlichen Zünfte inmitten ihrer Arbeit. Das Wunderwerk, das im Beginenmuseum zu St.-Trond zur Schau gestellt ist, hat schon Hunderte von Besuchern aus allen Gauen Belgiens an- gezogen. Protektoralsfondermarken zum Geburtstag des Führers. Die Post des Protektorats Böhmen und Mähren gibt in diesem Jahre zum Geburtstag des Führers zwei Sondermarken mit einem Zuschlag zugunsten des Kulturfonds des Führers aus, eine zu 60 Heller plus 1,40 K. in blauvioletter Farbe und eine zu 1,20 plus 3,80 K. in Dunkelrot. Beide Marken zeigen eine Aufnahme des Reichslichtbildners Prosts- sor Heinrich Hoffmann während des Aufenthalts des Führers in Prag im März 1939, und zwar den Führer am Fenster der Prager Kaiserburg? Sturm in den schwedischen Wqldern. Die letzten Stürme habey in den schwedischen Wäldern große Verheerungen angerichtet. Allein im Gebiet von Surahammar wurden 30 000 bis 40 000 Bäume vom Sturm gefällt. Im Kreis Vestmanland- muß man mit Hunderttausenden von gestürzten Bäumen rechnen. Im Gebiet von Katrineholm ist mehr als die Hälfte des jährlichen Schlages umge* stürzt worden. Kunst und Wissenschast. „Vagabunden". Das Kleine Haus der Staatstheater hat zugleich mit dem Theater ht ber-Josefstadt Wien das neue Stück von Juliane Kay „Vagabunden" urauf- geführt. Die Verfasserin, bekannt durch ihre interessante Themenstellung um nicht alltägliche Charaktere, ist diesmal gerabliniger verfahren. Es will uns dünken,' daß wir den Arzt, der seiner Eehegefährttn mit einer kleinen Filmdiva untreu wird, um dann aber reumütig vom Erotischen zum Mütterlichen heimzukehren, in letzter Zeit mehrfach begegnet sind. Fast hat es den Anschein, als ob die Dichterin btes^ mal einer bestimmten Schauspielerin eine Rolle auf den Leib schreiben wollte, nämlich Paula Wes>- s e l y, die sie in Wien auch gespielt hat. Die stärkste Szene gehört nicht der Heldin, auf die sonst alle Siebe gehäuft wurde, sondern dem treulosen und ein wenig unsympathischen Manne: jene Szene, in der die Trennung von der Gattin mit der grausamen, aber psychologisch scharf gesehenen Wendung durchgeführt wird, daß sich der Schuldige damit rechtfertigt, die Duldermiene der Betrogenen nicht ertragen zu können. Der Regisseur Helmuth K ä ut° n e r sorgte dafür, daß das Stück in allen seinen Sentiments nicht voll ausgespielt wurde, so daß es leichter blieb, als es der Autorin vorgeschwebt haben mochte. Gerhard Aichinger. * In der Wiener Aufführung ging es der Regie Rudolf Steinboecks darum, den Zuschauer möglichst weit von den literarischen Erinnerungen weg- und möglM nahe an das Menschliche heranzuführen. Paula We'ssely erweist sich wieder als eine Meisterin der Zwischentöne. Sie spielt nichts auf .Bedeutung ober Rührung ober gar auf Heiligenschein hin, sie ist nur da, aber die ganze Fülle des Schicksals, die ganze Musik des Frauentums ist darin, ob sie nun suchend blickt, ob sie verstummend ihr Antlitz verbirgt, ob sie durch Lachen sich Mut machen möchte, ob ihre Worte leicht hinwehen wie bunte Schmetterlinge ober langsam zu Boden sickern wie Bluttropfen aus einer Wunde. Beherzt schreitet sie in das Unwetter und den Sturm des Leids hinein, nie geht sie sich selber verloren und muß darum das Gluck doch noch zwingen. Oskar Maurus Fontana. Helmut Weiß als Filmregisseur. Helmut Weiß, der Schauspieler, der kürzlich unter die Bühnenautoren ging und mit „Sophien- lund" einen schönen Erfolg hatte und dann als Regieassistent bei den Filmen „Quax, der Bruchpilot", „Ich vertraue dir meine Fron an" und auch bei der Verfilmung seines „Sophienlund" tätig war,- inszeniert nun feinen ersten Film „Die Feuepzangenbowl e", dessen Drehbuch von Heinrich Spoerl geschrieben wurde. Die künstlerische Gesamtleitung hat Heinz Rühmann. An der Kamera steht Ewack Daub. Hauptdarsteller sind Heinz Rühmann, Karin Himboldt, Erich Ponto-, Paul Henckels, Hans Leibett und Lutz Götz. Das klingt so einfach und selbstverständlich, daß eigentlid) kaum daran zu zweifeln ist. ,Zch glaube, Herr Rechtsanwalt", wendet sich der Vorsitzende an den Verteidiger, „damit erledigt sich die Behauptung des Angeklagten. Auch ich bin der Meinung, daß ein'Betriebsführer einen unbotmäßigen Angestellten auch auf gesetzlich einwandfreier Weise entfernen kann, ohne zur Waffe greifen zu müssen." Doktor 'Reckling macht eine kurze, zustimmende Verbeugung und erhebt sich. ,Zch möchte nun meinerseits an den Zeugen Terbrüggen auch die Frage richten, ob er sich darüber äußern kann und will, auf welche Weise die Waste des Angeklagten an den Tatort gelangt ist?" Terbrüggen sieht plötzlich, wie alle Augen im Saal auf ihn gerichtet sind. Er sieht, welche Gefahr ihm aus dieser Frage droht und fühlt sich sehr unbehaglich. 21ber ehe er antworten kann, kommt ihm völlig unerwartet der Vorsitzende zu Hilfe. „Ich sehe den Zweck dieser Frage nicht ganz ein, Herr Rechtsanwalt. Nein — bitte, lassen Sie mich einmal aussprechen. Ich begreife ja vollkommen, daß Ihnen daran liegt, den auf dem Angeklagten ruhenden Verdacht auf Terbrüggen obzuwälzen. Dazu sind Sie ja sein Verteidiger. Aber beide Zeugen haben eben erst übereinstimmend bekundet, daß zwischen ihnen keinerlei Mißhelligkeiten bestanden. Und diese beiden müsien doch selbst am allerbesten wissen, wie sie zueinander stehen. Ich sehe also durchaus keinen Grund mehr, warum der Zeuge Terbrüggen auf seinen Sekretär geschossen haben soll. Denn darauf wollen Sie doch mit Ihrer Frage hinaus, Herr Rechtsanwalt?" Doktor Reckling läßt sich jedoch nicht so schnell beirren. „Ich bitte um Vergebung, Herr Landgerichtsrat, wenn ich Ihren Ausführungen in diesem so überaus wichtigen Punkt widersprechen muß. Ich kann Ihnen da nicht folgen, denn ich bin der Meinung, daß gerade der Zeuge Terbrüggen uns über diese so strittige Frage am besten Auskunft geben kann." Eine atemlose Stille liegt nach diesen Worten über der kleinen Versammlung. Der offene Angriff des Verteidigers überrascht allgemein. Nur der Angeklagte sitzt mit ruhiger Miene und beobachtet Terbrüggen, dessen Augen unruhig von einem zum anderen wandern. Endlich nimmt der Vorsitzende etwas unwillig wieder das Wort. „Herr Rechtsanwalt", bemerkte er mit erhobener Stimme, und es klingt fast wie ein Tadel, „ich darf wohl annehmen, daß Sie für die so ungewöhnliche Beschuldigung eines Zeugen auch die entsprechenden Beweist in Händen haben. Darf ich Sie deshalb bitten, diese Beweise nunmehr auch dem Gericht zu unterbreiten?" Der Anwalt lächelt verbindlich. „Sehr gern, Herr Landgerichtsrat. Die Verteidigung hat zu diesem Zwecke als Zeugen den Schacht- meister Giese von Schacht III der Zeche Hammerkott als Zeugen geladen. Der Zeuge wartet bereits draußen." „Ich bin dafür, daß der Zeuge sofort vernommen wird", schlägt der Staatsanwalt vor, der den Auseinandersetzungen mit steigender Aufmerksamkeit und Spannung folgt. Auch der Vorsitzende ist dieser Meinung. Der Verteidiger hat vielleicht recht, denkt er, wenn diese Frage einmal geklärt wird. Terbrüggen muß inzwischen auf der Zeugenbank Platz nehmen. Man sieht deutlich, daß es ihm schwer fällt, den kurzen Weg zurückzulegen. Sein Gang ist schleppend. Er sieht auch nicht auf, er weiß, daß aller Augen jetzt neugierig nur an ihm hängen. Schachtmeister Giese wird hereingeführt. Beschei- den steht er vor dem Tisch des Richters. Er hat bisher noch nie vor Gericht gestanden und ist im ersten Augenblick ein wenig befangen. „Erzählen Sie uns bitte gleich im Zusammenhang, was Sie von der Sache roiffen, Herr Zeuge. Die Verteidigung wird Ihnen ja gesagt haben, um was es sich handelt. Ich mache Sie bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß Sie später vereidigt werden. Beachten Sie das bitte bei jedem Wort Ihrer Aussage." Der strenge, etwas scharfe Ton des Vorsitzenden ist nicht gerade besonders angetan, Giese von ferner Befangenheit zu befreien. Doch er reißt sich zusammen. Für Hellingrath tut er alles. „Ja — als Herr Direktor Terbrüggen damals- mit Herrn Meinders einfahren wollte, hiett er sich vorher kurze Zeit in dem kleinen Büro auf, in dem Doktor Hellingrath sonst immer arbeitet." „Das ist nicht wahr!" fährt Terbrüggen von seinem Platz aus dazwischen. Seine Stimme ist rauh, fast heiser. Er weiß, wohin diese Aussage führen kann. Es ist, als ob ein dunkles, ungeheures Etwas drohend auf ihn zukommt und chm jemand den Weg zur Rettung versperrt. Der Richter kennt bas. Es ist nicht das erstemal, daß er so etwas sieht und er weiß, daß die Schuld dahinter steht. „Bitte, Herr Zeuge", wehrte er Terbrüggen jetzt unwillig ab. „Sie werden nachher noch Gelegenheit haben, sich zu der Aussage dieses Zeugen zu äußern. Also fahren Sie bitte fort, Herr Zeuge —" Giese ist durch das verletzende Dazwischenfahren seines Chefs wieder etwas verwirrt. Er hat sich gleich gesagt, daß es für seine Stellung gefährlich lst, sich irt Dinge zu mischen, die ihn nichts an- gingen. Doch, es ging ja um Hellingrath, und da durfte er nicht zurückstehen. Ein ermunternder Blick des Richters hilft ihm weiter. „Ich weiß nun ganz genau, daß die Waffe noch im Tischkasten lag, als Herr Doktor Hellingrach einfuhr. Aber nachdem auch Herr Terbrüggen ein- gefahren war, war sie aus dem Kasten verschwunden." Meinders steht erstaunt zu Terbrüggen hinüber. Bis jetzt hat er vielleicht wirklich geglaubt, daß Hellingrath der Täter war. Doch Terbrüggen beachtet diesen Blick nicht. Er hat anderes zu denken- (Fortsetzung folgt.) Aus der Gtadi Gießen. Ein Meister der Chemie. Am Hettlerschen Hause am Selterstor befindet sich eine Gedenktafel mit folgendem Wortlaut: .August Wilhelm von Hofmann, ge- . boren in Gießen 8. April 1818, gestorben in Berlin 5. Mai 1892, ein Meister und glänzender Lehrer der Chemie, der erfolgreiche Erforscher des Anilin und der Anilinfarben. Gewidmet der Stadt Gießen von der Sie- mens-Ring-Stiftung." Das Hettlerfche Haus ist das Elternhaus August Wilhelm von Hofmanns, dessen Geburtstag am kommenden 8. April zum 125. Male wiederkehrt. Aus der Zahl von Chemikern, die, aus Liebigs Schule heroorgegangen, in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. als Lehrer und Forscher um Verbreitung und Förderung der chemischen Wissenschaft sich verdient gemacht haben, ragt August Wilhelm von Hofmann hervor durch die große Zahl der vo» ihm entdeckten bedeutungsvollen Tatsachen, durch höchst erfolgreiche Lehrtätigkeit, durch fruchtbaren Einfluß auf die chemische Industrie und durch umfangreiche schriftstellerische Betätigung. Am 8. April 1818 in Gießen geboren, widmete Hofinann nach mehrjährigen philologischen und juristischen Studien in Gießen sich schließlich unter Liebig der Chemie. Aus der Gießener Zeit stammen Hofmanns erste Arbeiten über die Basen des Steinkohlenteers und die Metamorphosen des Indigos, Vie bereits die Aufmerksamkeit der chemischen Welt auf den jugendlichen Forscher lenkten. Seine kurz darauf in rascher Folge vollendeten Untersuchungen lieferten Ergebnisse von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung der organischen Chemie und be- aründeten von Jahr zu Jahr stärker seinen wissenschaftlichen Ruf. Er begann seine akademische Tätigkeit in Bonn, setzte sie dann einige Jahre an der in London neu errichteten Schule für Chemie fort und übernahm 1865 als Nachfolger Eilhard Mitscherlichs die Professur für Chemie an der Universität Berlin. In weitesten Kreisen bekannt und volkstümlich wurde .Hofmann vor allem als der Forscher, der den Anstoß zur Gründung der Teerfarbenindustrie gegeben hat. Er hat auch 1868 in Berlin die Deutsche Chemische Gesellschaft" begründet, die ihr im Jahre 1900 errichtetes Heim ihm zu Ehren Hofmann- Haus" nannte und Mei Jahre später für hervorra- gende Leistungen auf dem Gebiete der Experimen- ttrlchemie die Hofmann-Medaille stiftete. Ganz besonderen Ruf hatten sich die Berliner Vorlesungen des berühmten Chemikers erworben. Hofmann las in der Regel zwei Stunden hintereinander, und meist wurde diese Zeit noch weiter „um einige elastische Minuten" ausgedehnt. Er war nicht zu ermüden, und die ungewöhnliche Frische urch Lebendigkeit des Vortrags wirkte elektrisierend auf die Zuhörer. Dazu liebte er,es, seine Vorlesungen verschwenderisch mit wohlvorbereiteten glänzenden und überraschenden Experimenten auszustatten. Durch liebenswürdigen Humor wuß^e Hofmann sich in persönliche Beziehung zu den Kommilitonen zu fetten. Wo möglich, brachte Hofmann tn den Vorlesungen allerlei scherzhaftes Beiwerk zum Vorschein, so zum Beispiel wirklichen Bierausschank ourch Pression bei der flüssigen Kohlensäure. Hierauf bezieht sich eines der chemischen Bierlieder, worin es heißt: , „Ach Chemie, ach Chemie, o 'du schöne Wissenschaft, Dir verdanken wir des Bieres Gerstensaft, bum, bum. Prächtig uns die Kohlensäure unser Meister demonstriert. Volle Schoppen in dem Hörsaal, jedesAuge ist gerührt." Bei der Besprechung der zum Aromatisieren dienenden Ester ließ Hofmann einen Teller mit Himbeerbonbons herumgehen, der sich so schnell lehrte, daß die weiter hinten sitzenden Studierenden leer auszugehen fürchteten und diesem Gefühl nach altem akademischen Brauch durch Scharren mit den Füßen Ausdruck verliehen. Der Professor hatte derlei vorausgesehen; er zeigte lächelnd auf einen rückwärts- stchenden Reservefonds von Bonbons mit den Worten: „Es sind noch viel mehr dal" Natürlich allgemeine Fröhlichkeit, und statt des Scharrens lebhaftes Getrampel. Diesen frischen Humor hat Hofmann bis zur Schwelle des Todes bewahrt; er hat ihn auch nicht in den populären Vorlesungen vermissen lassen, die er wiederholt, besonders in Berlin, gehalten hat. Im August 1891 beging Hofmann sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum, am 5. Mai 1892 ist der große Chemiker gestorben. Die Berliner Studentenschaft, die so oft bei festlichen Kommersen ihrem geliebten Lehrer zugejubelt, hatte es sich nicht nehmen lassen, dem Verewigten eine eigene Trauerfeier zu veranstalten, die am 22. Juli 1892 in den weiten Räumen der Philharmonie in Berlin stattfand. C. K. Kür Tapferkeit vor öem Keinöe. Der Soldat Paul Krumb iegel aus Gießen, Katharinengasse 12, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Lichtspielhaus: ,5000 Mark Z?elohnung^. Ein handfester Kriminalfilm — ohne Romantik und ohne künstliche Komplikationen, einer von der sachlichen Art, welche gerade dieser Gattung gut an- steht. Daß der Film den Fall ausschließlich vom Blickpunkt der Kriminalpolizei aus betrachtet, daß die Aufklärung "des Verbrechens — es handelt sich um Brandstiftung, Mord und Erpressung — und die Ergreifung des Täters die Komposition der Fabel . nachdrücklich bestimmen, versteht fich fast von selbst. Das Drehbuch schrieben Walter Forster und Jo Hanns Rösler zusammen mit dem Spielleiter Philipp Lothar M a y r i n g , und es erweist sich, der Verzicht auf eine früher beliebte RoMn- kisierung des Stoffes, daß ruhige Sachlichkeit die Spannung, die der Besucher von einem Kriminalfilm mit Recht erwartet, durchaus nicht zu beeinträchtigen braucht; manchmal geht es hier sogar ein bißchen wie in einem Lehr- oder Aufklärungsfilm ?u, ohne daß man sich dabei auf falsche Geleise ge- I schoben fühlt; das geschieht ganz unaufdringlich und st recht interessant: ein nüchterner Einblick in die Arbeitsweise und Methodik der Polizei hat das Publikum noch nie gelangweilt; man sieht .erner, Mfc mit dilettantischer Detektivspielerei um der ausgesetzten Belohnung willen meist gar nichts, gewonnen, sondern unter Umständen sogar viel aufs Spiel gesetzt und verloren ist; es ist auch lehrreich zu be» merken, wie ein Verbrechen das andere nach sich ziehen und wie die Aufklärung von einer Seite .ommen kann, von der man sie am wenigsten er- märtet; wie ein zufälliger Blick m den Spiegel zu überraschenden Kombinationen (auch im Zuschauer) Giiie Arbeit im Sportkreis Wetlerau-Aord. Kreisarbeitstagung im ASNL. Am Sonntag führte der Sportkreis Wetterau- Nord im NSRL. im „Burghof" in Gießen eine Arbeitstagung des Kreisführerstabs und der Dereins- und Gemeinschaftsführer durch, die gut besucht war. Der Tagung gingen Darbietungen der Kreisvorführungsgruppen in der Turnhalle der Alten Pesta- lozzischule voraus, wobei Keulenübungen, Barrenturnen und ein Gruppentanz der Turnerinnen, ein Radballspiel, Schauboxen und Rollfchuhlauf einen Einblick in den Leistungsstand dieser Gruppen geben sollten. Die Tagung im ,Burghof" wurde mit einem Gedenken an den verstorbenen Reichssportführer von Tschammer und Osten und an die im Kampf für Deutschlands Zukunft gefallenen Kameraden eingeleitet. Anschließend gab Sportkreisführer Heller einen umfassenden Bericht über die Tätigkeit aller Fach- gebiete im letzten Jahre, der den vielseitigen Einsatz der Sportler und Sportlerinnen, Turner uni) Turnerinnen im Wettkampf und bei Vorführungen zeigte und ein Bild von der Arbeit und dem hohen Leistungsstand im Sportkreis gab. An den Erfolgen sind die Leichtathleten, Schwimmer, Radfahrer, Turner, Fuß- und Handballer, Tennisspieler und Rollschuhläufer beteiligt, die in Wettkämpfen im Kreis und Gau sehr erfolgreich sich einsetzten. Die Arbeit im neuen Jahre hat schon auf allen Sportgebieten eingesetzt, die Spiele der Rasensport- ler gehen weiter, die Schulungen werden laufend durcygeführt. Die Kreis- und Gauwaldlaufmeister- schaften sind für die nächsten Sonntage in Gießen sestgelegt, die Prüfungen für das Reichssportabzeichen werden laufend veröffentlicht, im Mai werden die ersten leichtathletischen Wettkämpfe gestartet. Die Turner und Turnerinnen werden an den nächsten Sonntagen als Abschluß der Winterarbett ihre Wettkämpfe austragen. Der Kreiswandertag auf dem Staufenberg wird Gelegenheit zu volkstümlichen Wettkämpfen geben und sost als Bergfest ausgestaltet werden. Nachdem im Juni die Kreismeisterschaften im Schwimmen und in Leichtathletik durchgeführt sind, werden im Juli die Orts-Turn- und -Sporttage einsetzen, die im vorigen Jahre von vielen Vereinen gut ausgestaltet wurden. Den Höhepunkt des sportlichen Lebens wird der Kreis-Turn- und -Sporttag im August in Gießen bringen, an dem alle Fachgebiete ihre Wettkämpfe austragen. Der Ausbau uftd die Neugründung von Kinder- und Turnerinnenäbtellungen wurde mit Nachdruck gefordert und der Besuch der laufend durchgeführten Lehrgänge den Vereinen zur Pflicht gemacht. Die verständnisvolle Zusammenarbeit mit der Jugend liegt im beiderseittgen Interesse und muß weiter gefördert werden. Der dem NS.-Reichsbund für Leibesübungen für das Jahr 1943 gestellte Sonderauftrag wurde ausführlich besprochen und den Vereinsführern für seine Durchführung weitgehende Unterstützung durch die Sportkreisführung zugefagt. Nachdem noch die Soldatenbetreuung, der Einsatz für das WHW. und wettere Anordnungen besprochen und geklärt waren, wurde die Tagung mit dem Gruß an Führer und Wehrmacht geschlossen. Planetenversammlung am Abendhimmel Sternschau im April 1943. Von Dr. Erwin Kossiima. Im Aprll dieses Jahres können alle Wandelsterne vom sonnenncchen Merkur bis zum Neptun beobachtet werden. Mit Ausnahme des Mars, der nur für kurze Zett am Morgenhimmel auftaucht, stehen alle Planeten am Abendhimmel. In langer Reihe sind sie aufmarschiert, und wenn die Mondsichel an ihnen vorüberzieht, ergeben sich besonders schöne Konstellationen. Mtt unerreichtem Glanz, olle anderen Sterne überstrahlend, beherrscht Venus als Abendstern den westlichen Tell des Himmels. Ihr Untergang verzögert sich im April um l1/» Stunden und erfolgt Ende des Monats erst gegen 24 Uhr. Daher kann man, was nicht gerade häufig der Fall ist, den Abendstern auf dunklem Grunde, umgeben von schwächeren Fixsternen, leuchten sehen. Unser Nachbarplanet durchwandert im April das Sternbild des Stiers^ Seine Helligkeit steigert sich im Laufe des Monats noch etwas, da Venus sich der Erde nähert. Ihr Abstand verringert sich im April von 223 Millionen auf 201 Millionen Kilometer. Am 25. wandert Venus nördlich an Saturn vorüber, der sich ebenfalls im Stier befindet, unweit des röllichen Aldebaran. In diesem Sternfeld finden wir auch Uranus, links-unterhalb des Siebengestirns, wo er in der ersten Monatshälste mit dem Feldstecher noch beobachtet werden kann. Aus größerer Höhe strahlt der majestätische Jupiter herab, nächst Stenus das hellste Gesttrn am Abendhimmel. Jupiter, der seit dem 12. März wieder rechtläufig ist, bewegt sich langsam im Sternbild der Zwlllinge. Sein Untergang verfrüht sich im Aprll um annähernd zwei Stunden, so daß er gegen Ende des Monats um 2 Uhr Somlnerzeit verschwindet. Im Gegensatz zu dem bedächtigen Riesenplaneten Jupiter wandert Merkur, der kleinste unter den großen Planeten, äußerst rasch. Mit Recht führt dieser Wandelstern, der die Sonne in 88 Tagen umkreist, den Namen des geflügelten Götterboten. Ngr für kurze Zeit taucht er in der näheren Umgebung der Sonne auf und verschwindet wieder ebenso rasch wie er gekommen. Am 4. April gelangt Merkur in obere Konjunktion mit der Sonne, das bedeutet, er steht hinter der Sonne und ist unsichtbar. Der Planet entfernt sich nun in östlicher Richtung von der Sonne und erreicht am 30. April seine , größte östliche Abweichung vom Tagesgestirn mtt 2O3/« Grad. Merkur geht dann rund zwei Stunden noch der Sonne unter. Beim Aufsuchen des' wegen der Sonnennähe schwierig zu beobachtenden Planeten dient uns Venus als Leitstern. Wir finden Merkur über dem westlichen Horizont am besten eine Stunde nach Sonnenuntergang, wenn wir den Blick von der glänzenden Venus nach rechts unten, etwa unter einem Winkel von 45 Grad, schweifen lassen und dabei den Feldstecher oder ein Opernglas benutzen. Wenn Merkur am Abendhimmel steht, ist seine Helligkeit anfangs am größten und nimmt dann ziemlich rasch ab. Es empfiehlt sich daher, möglichst zettig, etwa vom 18. April ab, nach Merkur zu suchen. Neptun kann als Stern 8. Größe nur mit dem Fernrohr beobachtet werden. Der 4400 Millionen Kilometer entfernte Planet steht zur Zeit zwischen den Sternen Beta und Eta in der Jungfrau, ist also fast während der ganzen Nacht über dem Horizont. Die Sichel des zunehmenden Mondes sehen wir am 7. bei Venus, am 8. bei Uranus, Saturn und Aldebaran, am 11. bei Jupiter und am 12. bei den Zwillingssternen Pollux und Kastor. Am abendlichen Fixsternhimmel vollzieht sich im April ein rascher Uebergang von den Wintersternbildern zu denen des Sommerhimmels. Während Orion, Sirius und Prokyron gegen Ende des Monats in die helle Dämmerung tauchen, erscheinen über dem Osthorizont die Sternbilder Bootes, Nördliche Krone, Herkules und Leier. Im Bootes strahlt als einer der hellsten Sterne des Himmels A r k t u r, der Wächter des Bären, der in der Verlängerung des von den Schwa;lzsternen des Großen Bären gebildeten Bogens steht. Als eigentlicher Sommerstern beherrscht Arktur vom Frühjahr bis in den Spätsommer den südlichen Himmel. Der mit tiefgelber Farbe leuchtende Stern ist eine Riesensonne von gewaltiger Ausdehnung und Leuchtkraft. Bei einer Entfernung von 38 Lichtjahren oder 360 Billionen Kilometern besitzt Arktur den 27- fachen Sonnendurchmesser und nahezu die hundertfache Leuchtkraft der Sonne. Seine Oberflächentemperatur liegt mit 4300 Grad erheblich unter der Sonnentemperatur (5900). Arktur befindet sich er ft auf dem aufsteigenden Ast der Sternentwicklung, während die blauweiß sttahlende Spika in der Jungfrau mit einer Strahlungstemperatur von 17 000 Grad annähernd den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht haben dürfte und unsere Sonne denselben längst überschritten hat. Rechts von Spika, etwas tiefer, bemerken wir das auffällige Sternviereck des Raben, darunter die langgestreckte Wafserfchlange. Hoch im Süden steht das prächttge Sternbild des Großen Löwen mit Regulus als Hauptstern. Der Himmelswagen im Großen Bären nähert sich dem Zenit. Der K o - met Whipple-Fe dtke hat das Viereck des Wagens durchlaufen und befindet sich jetzt nahe der Deichsel, er ist in mondlosen Nächten mit bloßem Auge als runder, verwaschener Lichtfleck erkennbar. führt. Das alles kommt in der wirksam und folge= richtig aufbauenden Spielleitung Philipp Lothar M a y r i n g s fesselnd und unterhaltsam heraus; die mit Geschick verteilte Besetzung unterstützt diesen Eindruck: neben bekannten, scharf und lebendig charakterisierenden Schauspielern wie Friedrich D o • min, Paul Dahlke und Oskar Sima machen sich begabte jüngere Kräfte wie Martin Urtel, Hilde S e s s a k und Olly Holzmann um die Darstellung verdient. Werner Bochmantt schrieb die Musik. — (Bavaria.) * Im Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau und sehr hübsche, schwierig zu erlangende Aufnah- men vom Familienleben des Kranichs. Hans Thyriot Für unsere Verwundeten. Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppen- betreuung" im Reichs Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter dem Motto ,L) Frühling, wie bist du so schön" evfteute die KdF.-Kapelle die Verwundeten eines Lazaretts. In einem reichhaltigen Programm unter der Leitung von Kapellmeister S ch i l l i n - aer wechselten Lieder, Tänze und Märsche. Die Die Sopranistin Else Tietjen und der Tenor Hans ti ef fangen Arien und Lieder aus Operetten und Filmen. Die Hörer dankten den Künstlern mit reichem Beifall. — Im Auftrage der Kreisbild- stelle zeigte Lehrer Appelmann in einem Teillazarett verschiedene Filme über ,Holzwirtschaft". — Zu dem Volksliederabend mit Oskar Besemfelder und dem Chor des Bauerschen Gesangvereins in der Aula waren zahlreiche Verwundete als Gäste eingeladen. Ebenfalls waren Verwundete in den verschiedenen. Vorstellungen des Theaters der Uni- versitätsstM Gießen zu Gast. Anläßlich der Beendigung eines Kurses bei der La ndw i rtschastlichen ' Schulungsstätte am Unteren Hardthof fand eine kleine Abschiedsfeier statt. Nach herzlichen Worten der Begrüßung durch den Schulungsleiter, Hauptmann Dr. Becker, sprach der Wehrmachtfürsorgeoffizier Major Burgsdorf zu den Versehrten, die sich für die Arbeit auf dem Gebiete des Reichsnährstandes entschlossen haben. Eine Gruppe des BDM. unter Leitung der BDM.-Führe- rin Erika Schneider hatte sich mit ihrem Dor- tragsprogramm zur Verfügung gestellt, so daß bei abwechslungsreicher Unterhaltüng und dem Gesang stoher Soldatenlieder die Stunden schnell vergingen. Zur Kaffeetafel hatte die Ortsgruppe Al- lendorf a. d. Lda. vorzügliche Kuchen zur Verfügung gestellt. Die Kreisamtsleituyg der NSV. ließ jedem Versehrten Zigaretten, Gebäck und Bonbons überreichen. Eine Hauskapelle, von der HI. in Heuchel- beim gestellt, spielte frohe Melodien. Im Laufe des Abends überbrachte der Kreisamtsleiter der NSKOV. G r a v e l i u s die Grüße des Kreisleiters, Oberbereichsleiters Backhaus. Die aus den verschiedensten Gauen des Großdeutschen Reiches stammenden, mit dem goldenen oder silbernen Versehrtenabzeichen versehenen Kursusteilnchmer werden wie die Gäste noch lange an den wohlgelungenen Abend denken, für dessen Ausgestaltung sich FeD- nfebel Michel viel Mühe gegeben hatte. 30 Prozent Licktstromeinssarung in Gaststätten. Verkaufsräumen und Büros. Die Reichsstelle für Elektri,fttätswirtfchaft hat Anordnungen über die Einschränkung des Lichtstrom- verbrauchs ttn Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, in Verkaufs- und Ausstellungsräumen und in Büros und Verwaltungen der gewerblichen Wirtschaft erlassen. Der Lichtftromverbrauch ist um mindestens 30 o. H. gegenüber dem Verbrauch in der entsprechenden Ablese Periode in der Zeit vom 1. Oktober 1941 bis 30. September 1942 herabzusetzen. Für die Betriebe des Gaststätten- intb Beherber« gungsgewerbes sowie für Verkaufs- und AussteK i lungsräu-me wird darüber hinaus angeordnet, baft in allen Räumen, die dem allgemeinen Publikunms-- verkehr zugänglich find, auch in den Räumen von geschloffenen Gesellschaften, Klubs, Kasinos usw., die Glühlamptznleistung höchstens fünf Watt je Quadratmeter beleuchteter Boden fläche betragen darf. In einem Raum mit einer Boden fläche von z. D. 60 Quadratmeter dürfen in Zukunft nur insgesamt 300 Watt für Beleuchtung aufgewendet werden. Die Herabsetzung des Stromverbrauchs soll möglichst nicht durch Verwendung neu zu beschaffender kleinerer Glühlampeneinheiten herbeigefuhrt werden, sow dem durch Verringerung der Zahl der Brennstellen. In den Räumen, die durch Tageslicht genügend auf- gehellt werden können, ist die Benützung der elektrischen Beleuchtung am Tage untersagt. In ungünstig gelagerten Ausnahmefällen, z. B. bei vollindirek-' ter Beleuchtung, ist eine Erhöhung bis auf sieben Watt je Quadratmeter zuläfstg. Die Anordnungen: regeln weiter die Ueberwachung der Durchführung. Verstöße können nach den Vorschriften der Ver- brallchssttastegelungsverordnung verfolgt werden. Fünf Gebote zur Branvbetämpfung. Die britischen Terrorangriffe gegen die deutsche Zwilbeoölkerung haben zur Bildung einer Abwehrfront geführt, deren entschlossener Einsatz schon- manchen Schaden in seine verheerenden Auswirkungen beschränken konnte. Aus jedem Angriff gitt es neue Lehren zu ziehen, um die Schlagkraft der Abwehr zu erhöhen. Von besonderer Wichtigkeit ist der richtige und rechtzeitige Einsatz bei der Brandt bekärnpsung. Die sich dabei ergebenden Forderungen sind von den zuständigen Stellen in den folgenden fünf Punkten zusammengefaßt worden, die jeder Luftschutzgemeinschaft und darüber hinaus allen Volksgenossen zur dringenden Beachtung empfohlen werden: , 1. Sind Brandbomben auf die Straßen oder Höfe gefallen, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß Brandbomben auch in die Häuser eingeschlagen sind, da die Brandbomben schüttkastenweise abge- worfen werden. Kümmert euch zuerst um die in die Häuser gefallenen Bomben! 2. Die Brandbomben sind mit Sand abzudecken oder mtt Wasser zu bekämpfen. Stabbrandbomben müssen, da sie einen Sprengkopf haben können, aus der Deckung (Mauer, Schornsteine, Maschinen) be kämpft werden. 3. Jeder von der Brandbombe erzeugte Entstehungsbrand ist sofort und nachdrücklich mit Wasser oder Sand zu löschen. 4. Habt keine Angst vor Rauch und großer Hitze. Schützt euch durch die Volksgosmaske oder bindet ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase. Ein dichter Rauch bedeutet nicht immer ein größeres Feuer. 5. Aber auch vor der Bekämpfung eines größeren Feuers schreckt nicht zurück. Sorgt rechtzeitig .für ausreichende Wasser- und Sandoorräte. Hattet eure Luftschutzhandspritze und andere Selbstschutzgerätc in Ordnung. Mit diesen Geräten werdet ihr bei mutigem Einsatz auch die Gewalt größerer Brände brechen. 35 Jahre DHC. in Gießen. Der Vogelsberger Höhen-Club, Zweigverein Gießen, beging am Sonntag in feinem Dereinsheim Hotel Hopftld bei gutem Besuch die Feier seines -35jährigen Bestehens, dem Ernst der Zeit entsprechend in bescheidenem Rahmen. Für den zur Wchr- macht einberufenen Vereinsführer begrüßte. dessen. Stellvertreter, Justizoberinspektor W. Ritter, die Teilnehmer, insbesondere vier Vereinsgründer und den Vertreter des Hauptvereins, Wanderkamerad E. Hitz, lieber die Geschichte des Vereins berichtete in längeren Ausführungen der Mitbegründer, Ehrenschriftführer C. Faber. Wanderkamerad K. Stroh brachte einen beifällig angenommenen poetischen Glückwunsch zur Verlesuna,^ern er später noch eine humorvolle Abhandlung üre» die Wander, ordnung folgen ließ. Die Glückwünsche des Hauptvereins übermittelte in längerer Ansprache Wan- derkamerad Hitz, während der Ehrenvorsitzende des VHC., Dr. B r u ch h ä u s e r (Ulrichstein) seine Glück, wünsche drahtlich übersapdte. Der langjährige rührige Schriftführer des WBA. und Wandermeister des Vereins, Carl Plank, wurde in Würdigung feiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Auszeichnung der fleißigen Wanderer, zehn an der Zahl, u. a. einer der Senioren, Chr. Georg, mit der Nadel 425. Nach man» cherlei Austausch von Erinnerungen schloß Wander- kamerad Ritter die Veranstaltung mit dem Gruß an den Führer. Verdunkelungszett! 6. Aprtt von 21.03 bis 6.15 Uhr . ♦ ** Landes-Schafbockschau in Gießen. Der Landesverband der Schafzüchter Hessen-Nassaus hält am 9. und 10. April in Gießen die 6. Landes- Schafbockschau ab. Den Anmeldungen zufolge gelangen ungefähr hundert Jun^böcke aus anerkannten Stammzuchten zum Auftrieb. Der Derfteigerung geht eine Sonderkörung voraus. Landkreis Gießen. □ Laubach, 5.April. Im Rahmen der Wehr- machtbetteuung der Kreisdienststelle Wetterau von KdF. fand unter dem Motto „Frühlingserwachen" eine Veranstaltung für das Laubacher Lazarett statt. Die Sprecherin Gerda B a ch f e l d (Offenbach) ließ Verse von Uhland, Geibel und Goetl^ hören, während die Frankfurter Sopranistin Erna Stoll, begleitet von der Pianistin Gisela Sott, mit Liedern von Schubert, Brahms, Hugo Wolf, Richard Sttauß und Leonoavallo erfreute. Konzertmeister Otfried Nies ergänzte die Vortragsfolge mit Beethovens „Frühlingssonate", und Gisela Sott spielte Stücke von Schumann und Chopin. Die Darbietungen tdut- den mit herzlichem Dank entgegengenommen. (xd Bettenha us en, 5. April. Heute, am Gedenktage des großen Bettenhäuser Brandes, beging unsere Dorfgenossin Frau Elisabeth Leidner, geb. Müller, Ehefrau des Forstwartes i. R. Otto Leidner, ihrep 7 0. Geburtstag. Die Jubilarin ist an Körper und Geist noch so rüstig, daß sie allen Arbeiten in Haus und Stall, in ©arten und Feld gewachsen ist. So bestehen die besten Aussichten, daß sie im Stätherbst d. I. mit ihrem Gatten die goldene Hochzett begehen kann. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Houplschriftletter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des imuptichristleiterS: Ernst Blumschein. Berantwortltch für Politik und Biiber Dr. Fr. W. Larrge: für das Feuilleton: Dr. Hans Dkyrtot; für Stabt Sieben, Provin,. Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn. DrmI und Verlag: Brüblsche Unwersitütsdrulkeret R. Lange K. S. verlagsietter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiler: Hans Beck, Anreigenpreisliste Nr. a Nach ftegeeaftgeifftit Priratgesprfiche am Fernsprecher anterlaseefl| Aus dem Reiche der Frau. Frühjahrsreinemachen in der Speisekammer. Wenn die Hausfrau auch heute vielfach ihre Wohnung nicht so pflegen kann n>ie in Friedenszeiten, so ist doch eine gründliche Reinigung der > Speisekammer im Frühling unbedingt erforderlich, um einen Verderb von Nahrungsmitteln zu vorhin- j dern. Fliegen, Milben, Mehlmotten oder -würmer und andere Schädlinge sowie der gefürchtete Schimmelpilz können den Vorräten leicht Schaden zufügen. Nach dem Ausräumen der Kammer wird diese gefegt, gescheuert, die Wände und Decken mit klarem Wasser abgewaschen; hierbei sind Ecken und Ritzen besonders gründlich zu behandeln. Die Holzbretter scheuert man mit feinem.Sand und warmem Wasser ab. Das Fenster wird gründlich gesäubert und — falls möglich — durch einen Draht- oder Gazeeinsatz ersetzt. Danach läßt man die Kammer gut durchlüften und austrocknen und säubert währenddessen sämtliche Behälter und Geräte, die in der Kammer ausbewahrt werden. Vorräte in den Behältern werden durchgesehen und dabei diejenigen ausgesondert, die bereits längere Zeit stehen und daher zunächst verbraucht werden müssen. Dabei achtet man besonders auf kleine Reste von Nähr- mittekst, die manchmal in Tüten aufbewahrt werden. Es empfiehlt sich auch, länger lagerndes Mehl sowie Nährmittel durchzurühren damit sich keine Schädlinge darin festsetzen. Zum Aufbewahren derartiger Vorräte können beschädigte Einmachgläser, die zum Einkochen nicht mehr geeignet sind, genommen werden. Beim Einräumen stelle man die Vorräte in der Reihenfolge fort, in der man sie später verbrauchen will, also ältere Borräte griffbereit nach vorn. Man berücksichtigt beim Einordnen auch, daß genügend Platz für Draht- oder Gazeglocken gebraucht wird, die bei Eintritt wärmerer Witterung als Schutz für verschiedene Vorräte dienen. Winterkleidung mottensicher aufbewahren! Mag auch manchmal noch am frühen Morgen oder späten Abend ein kühler scharfer Wind wehen, die Sonnenstrahlen werden doch von Tag zu Tag wärmer. Und wenn man gar die Helle Mittagssonne zu spüren bekommt, so steht einem wohl der Sinn danach, die dicken Wintersachen beiseite zu legen und auch in der Kleidung dem schönen Frühlingswetter Rechnung zu tragen. Das machten wir in diesem Jahre um sozlieber tun, als wir alle darauf bedacht sind, unsere kostbaren unersetzlichen wollenen Kleidungsstücke möglichst zu schonen. Jedoch mit dem bloßen Beiseitelegen allein ist es nicht getan. Hängen wir unsere Wintersachen achtlos in den Kleiderschrank, so setzen wir sie damit der Gefahr einer Zerstörung in weit größerem Maße aus, als wenn wir sie täglich in Gebrauch nehmen. Die gefräßige Mottenbrut wartet nur darauf, ihr Zerstörungswerk ungestört durchführen zu können. An diese Gefahr gilt es jetzt zu denken, wenn wir die Woll- und Pelzsachen mit der Uebergangs- kleidung vertauschen. Da ist zunächst einmal eine gründliche Reinigung notwendig. Da die Eier der Kleidermotte gegen Sonnenstrahlen sehr empfindlich sind,, kann durch Sonnen, Klopfen und Lüsten der Wollsachen mancher Schaden vermieden werden. Das Durchsehen der Sachen muß aber im Freien geschehen^ damit herausfallende Eier und Raupen sich nicht an Wollfasern in Fußbodenritzen weiterentwickeln können. Erst wenn wir uns überzeugt haben, daß alle Kleidungsstücke mottenfrei sind, kann es ans Verpacken gehen. Soweit man keine eigens dafür vorgesehene Mottenkiste oder besonders präparierte Mottensäcke hat, erfüllt auch ein gut schließender Koffer, den man vorher einer gründlichen Reinigung unterzogen hat, den gleichen Zweck. Auf joden Fall aber ist ein gutes chemisches Mottenbekämpfungsmittel, das man mit verpackt, zu empfehlen. Außerdem müssen sämtliche Oeff- nungen und Ritzen verklebt werden, damit von außen keine Motten eindringen können Viele Hausfrauen sehen auch heute noch in dem Einschlagen mit Zeitungspapier einen wirksamen Schutz gegen Mottenbefall, weil der Geruch der Druckerschwärze die Motten angeblich abschreckep soll. Das ist jedoch nicht der Fall! Druckerschwärze — und mag sie noch so frisch sein — hält weder die Motte vom Fraß ab, noch tötet sie die Brut ab. Papier bildet nur insofern eine schützende Hülle, als es von den Motten nicht durchgefressen wird. Es gibt also nur dann eine mottensichere Schutzhülle ab, wenn die verpackten Gegenstände völlig motten« frei sind und das Papier dauernd auf Löcher, Ritzen und Falten überwacht wird. Wollsachen, wie Pullover und Schals, die auch während des Sommers in Gebrauch bleiben sollen, müssen des öfteren durchgesehen und ausgeklopft werden. Dasselbe gilt für Pehzsachen. die auch an kühlen Sommerabenden zu ihrem Recht kommen sollen und daher nicht verpackt werden. Ein ebenso scharfes Augenmerk ist auf unsere Filzhüte zu richten. P. St. Gummiartikel müssen gepflegt werden. Alle Gummiartikel sind heute besonders pfleglich zu behandeln, alle Gummisachen müssen kühl und trocken aufbewahrt werden. Gummiunterlagen und Bettflaschen waschen wir mit warmem Wasser ab, spülen nach und trocknen sie gut ab. Glatts, trockene Gummisachen, wie Unterlagen, wickeln wir zum Aufbewahren auf einen Stock und streuen Talkum dazwischen. Gummiringe bewahren wir ebenfalls in Talkum auf, am besten in einem Pappkarton, dessen Deckel wir mit einigen Löchern versehen. Gummistrümpfe oder Gummimieder reinigen wir in lauwarmem Wasser, sie müssen leicht durchgedrückt, gespült und getrocknet werden. Aber nicht am Ofen öder in der Sonne. Gummischürzen, Schwammbeutel, Gummihauben oder Badeschuhe waschen wir mit lauwarmem Wasser ab, spülen sie gut nach und trocknen sie dann ebenfalls an der Luft. Gummk- schwämme, die glitschig geworden sind, legen wir tn Salzwasfer, zu dem wir auf 1 Liter Wasser 125 g Salz nehmen. Sollte. Gummi einmal etwas hart geworden sein, legen wir den Gegenstand einige Stunden in Salmiakwasser. 8 Kinderkleidung aus Getragenem schlagen wir heute vor. Und zwar einen Mantel, der ou5 einem grauen Damenjackenkleid gearbeitet wurde und zwei Kleider, die je aus zweierlei Farbe und Material sind. Steppnähte, Taschen, verschiedenartige Gürtel oder ein aufgestepptes Monogramm bilden den sinngemäßen Aufputz dieser schlichten, praktischen Formen. H. Frühjahrsbekleidung — von neuen Gesichtspunkten aus Wer mit Beginn des Frühlings seine Kleidung in Ordnung haben will, für den wird es nun höchste Zeit, sich nach einer Schneiderin oder einem Schneider umzusehen. Aber auch für diejenige Frau, die geschickt genug ist, sich ihre Garderobe selbst zu ändern und zu erneuern, wird es nötig fein, sofort damit zu beginnen, denn in Kürze müssen mir Frauen zur Arbeit bereit s sein. In diesem Jahre werden nun viele ihre Kleidung einmal von ganz anderen Gesichtspunkten betrachten: Zum Arbeitseinsatz gel>ört praktische und bequeme Kleidung. Wenn möglich, arbeitet man sich einen Arbeitsmantel, den auch die ungeübte Frau an Hand eines Schnittmusters zuwege bringt. Hierzu suche man sich einen waschechten festen Stoff aus, der vielleicht von einem alten Wasch- sommerkleid oder Dirndl genommen werden kann. Auch andere Stoffe aus dem Haushalt eignen sich dazu, wie z. B. der überflüssig gewordene Sonnen- Vorhang am Fenster. Ich selbst habe mir daraus einen praktischen, hübsch onzusehenden Arbetts- mantel angefertigt, während ich bei einer Kameradin einen solchen aus einem bunten Bettbezug bewundern konnte. Man kann diese Stoffe je nach Wunsch und Art der Tätigkeit dunkler färben oder ungefärbt tragen. — Zu einer großen Schürze haben wir bestimmt noch ein altes Sommerkleid, das sich nicht mehr tragen ließ,' well die Aermel entzweigingen. _ , Wichtig ist die Anfertigung von Schutz- är mein, wozu sich stets Reste finden, weil nicht viel Stoff benötigt wird. Diese soll man gegebenen« falls über die langen Kleiderärmel hinüberstreifeü. Sie lassen sich schnell auswaschen und trocknen. Wer Arbeitskleidung neu anfertigL wähle möglichst eine Form mit kurzen Aermeln. Das Abwetzen der Aermel fällt weg, außerdem hantiert es sich leichter mit kurzen Aermeln. Möglichst vermeide man, ein Kostüm zur Arbeit zu tragen, denn der Rock würde unverhältnismäßig mehr in Anspruch genommen werden. Man sei überhaupt auf die Schonung des Rocks besonders bedacht, benutze aus diesem Grunde bei sitzender Beschäftigung stets *ein altes Kiffen. Das vermeidet ein Blankwerden des Stoffes genau fo wie die Schutzärmel. Um ein praktisches und zugleich kleidsames Kopftuch herzuftellen, findet sich in jedem Haushalt ein bunter Rest aus Stoff ober Seide Das Kopftuch sorgt für Schonung und Saubererhaltung der Haare. Wir Frauen sollen ja nicht nur tüchtig sein, sondern auch — gefällig aussehen? Wenn wir wissen, daß unsere Kleidung trotz aller Sachlichkeit auch noch kleidsam ist, dann nimmt uns das den letzten Rest unlerer Schüchternheit in der neuen Umgebung. H. v. L. Rezepte. Wurstbratlinge: 150 Gramm Streichwurst (Mett-, Leber- oder Bratwurst), 500 Gramm gekochte Kartoffeln, etwas Mehl, Salz, Kräuter, Zwiebeln oder Lauch. — Alle Zutaten werden gut miteinander vermischt, die Masse zu Klopsen geformt und in der Pfanne, die mit einer Speckschwarte oder in Fett getauchten Zwiebel ausgestrichen, gebraten. Möhrensuppe: 500 Gramm Möhren, 20 Gramm Fett, 1 Liter Wasser odör Brühe, XU Liter Milch, Salz, zum Binden 1 bis 2 roh geriebene Kar- totteln, Petersilie. — Die Hälfte der gerieben Möhren wird in dem Fett an gedünstet, mit der heißen Flüssigkeit aufgefüllt und fast gar gekocht. Dann gibt man die roh geriebenen Kartoffeln dazu, kocht fertig und schmeckt ab. Kurz vor dem Anrichten reibt man die restlichen Möhren hinein und streut die sein gewiegte Petersilie darüber. W e i ß k o h l s a l a t. 1 kg Pellkartoffeln, 500 g Weißkohl, 20 g Fett, Zwiebel oder Lauch, Essig, Zucker, Salz, Senf, % Liter Wasser, 30 g Mehl. Das kochende Wasser mit dem angerührten Mehl binden, die gedünsteten Zwiebelwürfel und die noch warmen, in Scheiben geschnittenen Kartoffeln hineingeben, zuletzt mischt man feingehobelten Weißkohl darunter, schmeckt ab, läßt gut durchziehen, aber nicht kalt werden. Nach kurzer Krankheit ist unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater. Urgroßvater, Schwager und Onkel Adolf Rau I. kurz vor sfeinem 90. Geburtstage von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Adolf Rau II. Familie Karl Rau Familie Christian Rau Familie Adolf Weniger Lina Rau. Gießen-Wieseck, Fuß-Gönheim, 6. April 1943. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 7. April, 15.30 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen statt. * ' 1105V Bekanntmachung. Ausführungsverordnung zu der Verordnung zur Wohnraumlenkung vom 27. 2.1943 (RGBl. I Nr. 24/1943). Da der Neubau von Wohnungen zur Zeit in ausreichendem Umfange nicht durchführbar ist^mnb die Möglichkeit zur Gewinnung von Wohnraum aus dem vorhandenen Gebäudebestand weitestgehend mi§= genützt und über den vorhandenen und zu gewinnenden Wohnraum so verfügt werden/ daß eine möglichst gerechte Verteilung gewährleistet ist. Dabei sind diesenigen Vollskreise bevorzugt zu berücksichtigen, die sich vor der Allgemeinheit durch besondere Leistungen und Opfer ausgezeichnet haben. Diesen Zweckssn dient die Verordnung des Reichswoh- nungskommissarS zur Wohnraumlenkung vom 27.2.1943 (RGBl. I, S. 127). In Ausführung dieser Verordnung ordne ich mit Zustimmung deS Gauleiters als GauwohnungöfommissarS für den Stadtkreis Gießen folgendes an: § 1. Freier Wohnraum (1) Jeder Hauseigentümer oder sonstige Verfügungsberechtigte hat jede fteie oder freiwerdende Wohnung binnen einer Frist von einer Woche der Gemeinde zu melden. (2) Wohnraum gilt als frei. Kirchliche Anzeigen. Gießen, Mittwoch, 7. Slvril. Stadtkirche (Martussaal): 18 Passionsandacht, Lenz. Johanneskirchel Iobannessaal) :18 Passionsandacht, Schultbeis. Suche ein Lehrmädchen Drogerie Bornemann Gießen, Bahnhofstraße 17. 02265 Studienrat. ledig, sucht zwei leere Zimmer Schriftliche Angebote unter 02180 an den Gießener Anzeiger erbeten. Ihre Verlobung geben bekannt Marie Rühl Gefr. Friedrich Brock z. Z. Urlaub Oppenrod, den 4. April 1943 _________________________02266/ Gudrun Unser Peter und Armin haben ein Schwesterchen bekommen! In großer Freude Dr. Ernst Ziegler und Frau Hanni, geb. Müller Gießen, Friedrichstraße 12, den 1. April 1943 z. Z. Privatklinik Prof von Jaschke _________________________02258/ LICHTSPIEL-THEAT^B (Horia-Palast. ^eitersweg Die goldene Stadt Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 5000 Mark Belohnung 11037( Täöl. 2.30, 4.45, 7.30: So. 2.00. 4.30,7.30 Uhr | Vermietungen"} Schön möbliert Zimmer an berufstätige Dame zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02264 a.d.G.A. Tüchtige Putzhilfe für täglich oder zweimal wöchentlich gesucht. 102154 Krevert LSohn, Blockstraße 7. Putzhilfe für Geschäfts- hauslialt a) wenn eine Wohnung leer steht, b) wenn der Mietvertrag gekündigt wird oder das Nutzungsrechts- Verhältnis rechtswirksam endet, c) wenn der Inhaber einer Wohnung stirbt, ohne Familienangehörige zu hinterlassen, die bei seinem Tode zu seinem Hausstand gehört haben. L 2. Gewinnung von Wohnraum durch Um- und Ausbau vorhandener Gebäude. (1) Die Gemeinde wird feststellen, in welchen Gebäuden durch Um- oder Ausbauten neue Wohnungen geschaffen werden können, und zwar durch Teilung freier Wohnungen oder solcher Wohnungen, deren Inhaber damit einverstanden sind, durch Umbau freier gewerblicher Räume und durch Ausbau von Dachrä^imen. Gewerbliche Räume gelten auch dann als frei, wenn der gewerbliche Betrieb zur Zeit ruht (z. B. infolge freiwilliger oder angeordneter Stillegung). (2) Auf Grund einer nach (1) getroffenen Feststellung, die schrifllich zuzustellen ist, sind die Hauseigentümer verpflichtet, die erforderliche Teilung, Um- und Ausbauten binnen einer bestimmten Frist vorzunehmen oder diese durch die Gemeinde zu dulden und die so verfügbar gemachten Wohnungen - innerhalb der Frist nach § 1 der Gemeinde zu melden. Die Hauseigentümer (Verwalter, Verfügungsberechtigte) sind verpflichtet, die erforderlichen Auskünfte zu erteilen und Besichtigungen zu gestatten. 8 3. Gewimlung von zweckentfremdeten Wohnungen. (1) Die Gemeinde wird feststellen a) welche Verwaltmrgen und Betriebe des öffenllichen und privaten Rechts sich in Räumen befinden, die ursprünglich als Wohnungen bestimmt waren. Auf Verlangen der Gemeinde haben diese Verwaltungen imb Be- gesucht. Schrift!. Ang. unt. 02260 an o. Gieß. Anz. Putzfrau 1- ob. 2mal in b. Woche 2-3 Stb. gesucht. [02261 Hindeuburg- wall 22 I I. Verschiedenes Garten od.Gartenanteil zu pachten gesucht, in Gießen ob. nab. Umgeb. Schr. Ang. unt. 02262 a.b.G.A. Lk. gef., br. H.- Lederhandsch. a. Stapt-THeat. gef.: r. gef., br. D.-Lederhaud- fckmb verloren. 02274 Weber, Goetbeftr. 7. triebe erforderlichenfalls bei Nachweis anderer für sie geeigneter Bürooder gewerblicher Räume die von ihnen innegehabten Räume freizu- jnadjen. Dabei sind die Hauseigentümer verpflichtet, diese Räume wieder als Wohnungen herzurichten oder die Herrichtung durch die Gemeinde zu bulbeh und bie von bem bisherigen Inhaber freigemachten Räume als freien Wohnraum im Sinne des § l'biefer Verordnung zu behandeln; b) welche Verwaltungen und Betriebe des öffentlichen und privaten Rechts ihre Unterkunstsräume nicht oder nicht genügend ausnutzen. Auf Verlangen der Gemeinde haben diese Verwaltungen und Betriebe erforderlichenfalls bei Nachweis anderer für sie geeigneter Büro- oder gewerblicher Räume die von ihnen innegehabten Räume freizumachen. Dabei sind die Hauseigentümer verpflichtet, die daraufhin freigemachten Räume den Verwaltungen und Betrieben zu überlassen, die auf Grund einer Maßnahme im Sinne dieses Paragraphen ihre bisherige Unterkunft aufgeben. (2) Die Vorschriften der §§ 3 unb 4 bet Verordnung über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnungen vom 14.8.1912 finden entsprechende Anwendung. Das Freimachen kann im Wege polizeilichen Zwanges durchgeführt werden § 4. Erfassung von Wohnraum. (1) Freie, neue und wiedergewonnene Wohnungen (§§ 1, 2 und 3) können von der Gemeinde innerhalb von io Tagen nach Eingang der vorgeschriebenen Meldung erfaß werden Nach Ablauf dieser Frist kann der Hauseigentümer über die nicht erfaßten Wohnungen frei verfügen. (2) Hierbei gelten folgende Ausnahmen: a) Wohnungen, die nur mit Rücksicht aus ein Dienst- oder Arbeits- verhältnts überlassen werden sollen, einschließlich der in den §§ 23b Schwarzes Kindertäschchen Inhalt: 102272 Schlüsselbund verloren. Abzug, geg. Bel. lAlicenstr. 16 Hl und 23c des Mieterschutzgesetzes bezeichneten Wohnungen, and dann nicht zu erfassen, wenn bei mehreren derartigen Wohnungen desselben Eigentümers Innerhalb eines Gemeindebezirkcs ober eines von dem Gauwohnungskommissar festzusetzenden Bezirks mindestens 10 v. H. Mit Angehörigen bevorrechtigter ober begünstigter Bolkstreise (§§ 6 Unb 7) ! besetzt sind Erfaßbar stnb jedoch derartige Wohnungen, wenn sie am 11 November 1942 bereits vorhanden waren, die besondere Zweckbestim- I mung aber erst nach diesem Zeitpunkt entstanden ist. Bei der Vergebung der nicht erfaßbaren Wohnungen sind die Vorschriften der §§ 6 und 7 zu beachten, soweit wichtige betriebliche Belange nicht entgegenstehen. b) Eine Wohnung, die der Eigentümer selbst beziehen will, ist nicht zu erfassen, es sei denn, daß er eine andere Wohnung besitzt und diese nicht zur Besetzung mit bevorrechtigten ober begünstigten Bolkskreisen zur Verfügung stellt. (3) Die Erfassung erfolgt burch eine schriftliche Mitteilung der Gemeinde an den Hauseigentümer, bei Leerstehen einer vermieteten Wohnung ober im Falle bes Todes des bisherigen Mieters (§ 1, Ms. 2, Buchst, a und c) auch an den Mieter bzw. an den Erben des Mieters. 8 5 Grundsätzliches der Wohnraumverteilung. Um eine angemessene Wohnraumverteilung herbeizuführen unb inSbeionbere ben Kriegserforbernissen zu entsprechen, kann bie Vermietung gemäß ben §§ 6, 7 unb 8 gelenkt werden. § 6. Bevorrechtigte Bolkskreise. (1) Volksgenossen, die sich durch ganz besondere Leistungen oder Opfer für Volk und Staat hervorgetan haben, sind bevorzugt vor allen übrigen tibctner für ihre persönlichen Verhältnisse angemessenenWohnung aus dem erfaßten Wohnraum unterzubringen (bevorrechtigte Volkskreise). (2) Zu diesen Bolkskreisen gehören nur: a) Kriegsversehrte der Stufe IV, b) Träger des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, c) Hinterbliebene von Kriegsteilnehmern des gegenwärtigen Weltkrieges, wenn mehr als zwei Familienangehörige (Ehegatten mid Kinder) infolge einer Kriegseinwirkung ihr Leben verloren habem d) förderungswürdige Familien, in deren häuslicher Gemeinschaft sich dauernd mindestens fünf minderjährige Kinder befinden, wobei Enkel-, Sttef-, Mopttv- und Pflegekinder mitgerechnet werden. (3) Den Angehörigen bevorrechtigter Vollskreise stehen förderungswürdige Familien gleich, die ihre bisherige Wohnung durch feindliche Einwirkung tietloren haben oder bei denen eine sofortige Wohnungszuweisung erforderliv, ist, um eine unmittelbare erhebliche Gefährdung des Lebens, der Gesundhett ober der Sittlichkeit abzuwenden. ' § 7. Begünstigte Bolkskreise. Außer den in 8 6 genannten bevorrechtigten Bollskreisen sind bei ber Vermietung erfaßten Wohnraums nachstehende Bolkskreise zu be- günsttgen (begünstigte Vollskreise): a) Familien von Kriegsversehrten ber Stufen II unb III, in beten Haushalt sich mindestens ein minderjähriges Kind befindet, b) Träger des Ritterkreuzes des Eisenlen Kreuzes, c) Familien von Kriegshinterbliebenen des gegenh)artigen Weltkrieges mit mindestens 2 Kindern im Sinne des Buchst, d, wenn ein Ehegatte oder mindestens -ein Kind infolge einer Kriegseinwirkung sein Leben verloren hat, ^d) förderungswürdige Familien, in deren häuslicher Gemeinschaft sich dauernd mindestens vier minderjährige Kinder befinden, wobei Enkel-, Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder mitgerechnet werden. 8 8. Zuteilung erfaßten WohnraumeS an bevorrechtigte und begünstigte Bolkskreise (1) Die Gemeinde kann von dem Eigentümer erfaßter Wohnungen binnen zwei Wochen nach der Erfassung verlangen, daß er mit einem von ihr bezeichneten Angehörigen der bevorrechtigten Vollskreise ($ 6 Abs 2 und 3) innerhalb einer von ihr gestellten Frist ein Rechtsverhältnis abschließt, das dem Wohnungssuchenden die Benutzung der Wohnung ermöglicht (Zuweisung). Kann iie bet der Beachttlng der Vorschriften des 8 6 einen Angehörigen der bevorrechtigten Kreise nicht zuweisen, so kann sie statt dessen drei geeignete Angehörige der begünstigten Bolls- kretse Vorschlägen. Sie kann nach frnchllosem Ablauf der Frist einen Mietvertrag mit dem Zugewiesenen ober einem ber Vorgeschlagenen festsetzen. Der Inhalt bes Verttages gilt bannt zwischen den Parteien als vereinbart. (2) Wenn die Wohnungsbedürfnisse der Angehörigen der bevorrechtigten und begünstigten Bolkskreise befriedigt sind oder die erfaßten Wohnungen für diese nicht tn Anspruch genommen werden, kann bie Gemeinbe eine erfaßte Wohnung bem Hauseigentümer zur Vermietung frei geben. Die Freigabe gilt als erfolgt, wenn bie Gemeinde von ihrer Befugnis nach Abs. 1 keinen fristgemäßen Gebrauch macht. (3) . Ein vor ber Erfassung begrünbetes Rechtsverhältnis, inSbe- sonbere ein Mietvertrag über bie Benutzung bes erfaßten Wohnraumes, erlischt spätestens mit bem Inkrafttreten eines nach ben Vorschriften dieses Paragraphen abgeschlossenen neuen Rechtsverhältnisses. Ein nach ber Erfassung vorgenommenes Rechtsgeschäft über bie Ueber- lassung dgk erfaßten Wohnraumes, das ben Vorschriften dieses Paragraphen nicht entspricht, ist nichtig. 8 9. Zustimmung der Gemeinde in besonderen Fällen. (1) Wollen Inhaber von Wohnungen ihre Wohnungen mitvimmder tauschen, so bedarf jeder von ihnen der Zustimmung der GemMnde. (2) a) Die Zustimmung ber Gemeinde ist erner erforderlick), wenn ber Inhaber einer Wohnung diese einem Dritten im ganzen überlassen will, ohne daß ein Wohnungstausch beabsichtigt ist. b) Die Zustimmung ber Gemeinbe ist erforderlich, wenn ein Dritter, der im Falle des Todes eines Wohnungsinhabers keinen Kündigungs- schuh genießen würde, dem Mietverttag beitteten will. Dies gilt bereits für ieben Mietbettritt, ber nach Inkrafttreten dieser Verordnung erfolgt. c) Die Zustimmung ber Gemeinde ist erforderlich, wenn eine selbständige Wohnung von einer Einzelperson gemietet ober sonstwie tn Benutzung genommen wird. § 10. Besondere Meldepflicht. Jeder Wohnungsinhaber, ber über mehr als eine selbständige Möblierte ober unmöblierte Wohnung für seinen eigenen Bedarf ober ben seiner Familie verfügt, hat hierüber bis zum 10. April 1943 eine Meldung an jede untere Verwaltungsbehörde lLandrat ober Ober-' bürgermeister) zli machen, in deren räumlichem Bereich er eine ober mehrere derartige Wohnungen besitzt. Jede Einzelperson, die eine selbständige möblierte oder unmöblierte Wohnung innehat, bat dies unter Angabe der Zahl ber zu ber Wohnung gehörenben Räume und ber etwa darin befindlichen Untermieterfamllten bis zum 10. April 1943 ber Gemeinbe zu melden § 11. Buß- und Strafbestimmungen. (1) Wer Wohnraum entgegen ben Vorschriften dieser Verordnung ober ber baraufhin erlassenen Anordnungen an einen anderen überläßt oder in Benutzung nimmt ober benutzt, kann von ber Gemeinbe zur Zahlung eines Geldbettages bis zur Höhe von 10000 RM. zugunsten des Reiches herangezogen werden. (2) Die Beitreibung eines festgesetzten Geldbettages erfolgt im Berw altungszwangsverfahren. (3) Wohnraum, der den Vorschriften dieser Verordpung ober ber baraufhin erlassenen Anordnungen zuwider in Benutzung genommen worden ist oder benutzt wird, kann im Wege polizeilichen ZwangS geräumt werden. (4) Wer vorsätzlich oder fahrlässig eine ihm auf Grund dieser Verordnung ober ber baraufhin erlassenen Anordnungen obliegende Anmeldung innerhalb ber festgesetzten Frist unterläßt, wird mit Geldstrafe bis zu 150,— RM. ober mit Hast bestraft. 8 12. Beschwerbeverfahren. (1) Gegen die Verfügung ber Gemeinbe steht bem Bettoffenen innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Zustellung die Beschwerde zu. lieber bie Beschwerde entscheidet bie Aufsichtsbehörbe (Re.chs- statthalter in Hessen — Landesregierung — Abteilung VIII, Darmstadt). (2) Die Beschwerde ist bei ber Gemeinbe etnzulegen. Erachtet die Gemeinbe bie Beschwerbe als begründet, fo hat sie ihr abzuhelfen, andernfalls ist die Beschwerde ber Aufsichtsbehörbe vorzulegen. (3) Die Beschwerbe hat aufschiebende Wirkung. 8 13. Entschädigungsansprüche. Aus Maßnahmen auf Grund dieser Verordmmg oder der Verordnung über bas Verbot ber Zweckentfrembung von Wohnungen vorn 14. August 1942 (RGBl. I, S. 545) können Ansprüche auf Entschädigung nicht hergeleitet werden. 8 14. Ausnahmen. (1) Wohnungen ber im § 32 bes Mieterschutzgesetzes bezeichneten Art fallen nicht unter bie Vorschriften biefer Verocbnung. Dies gilt nicht für berortige Wohnungen, wenn sie bei Inkrafttreten biefer Verordnung bereits vorhanden waren, die besondere Zweckbestimmung aber erst nach diesem Zeitpunkt entftonben ist. (2) Bei ber Vergebung der in Abs. 1 Satz 1 bezeichneten Wohnungen sind die Vorschriften der §§ 6 unb 7 zu beachten, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. 8 15. Inkrafttreten der Verordnung. Diese Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. G i e ß e n, den 5. April 1943. 1102G Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. I. B.: Dr. Hill. Bekanntmachung. Betr.: Reichssportabzeichen; hier: Rad- fahren. Am Donnerstag, dem 8. April 1943, kann die Prüfung im Radfahren abgelegt werden. Start und Ziel: Gasthaus Feldschlößchen an der Straße nach Heuchelheim. Mfahrt 18 Uhr. Bewerber können sich vor der Prüfung noch melden. Urkundenhefte mit Lichtbild und beglaubigter Unterschrift sind mitzubringen G i e ß e n, den 5. April 1943. 1101D Der Landrat des Landkreises Gießen, zugleich für den Oberbürger* meister der Stadt Gießen. Dr. Loh. Bekanntmachung. Betr.: Sützwaren-Berteilung. Es wird darauf hingewieien, daß bie Süßwaren-Berieilung vermutlich erst zu Beginn ber tommenben Woche erfolgen kann G t e ß e n, ben 5. April 1943. 1103V Ter Oberbürgermeister der Stadt Gießen — Ernährungßamt, Abt. 8. Bekanntmachung Betr.: Eierverteitung. Auf ben Bestellscheinabschnitt 48 ber Retchsejerckarte werden 2 Eier auf ben Abschnitt a und 2 Eier auf ben Abschnitt b ausgegeben. Verbraucher, die ihre Eier unmittelbar vom Geflügelhalter beziehen wollen, legen die Eierkarten auf Zimmer 9 zur Abstempelung vor. Gießen, ben 6. April 1943. 1104D 'Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen — Ermihrungsa^t, Abt. S