195. Jahrgang M. 80 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ftamilienblätter Heimat imRild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Ferrisvrecbanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 ^rantf.-M. Giehener Anzeiger vrühlsche Univerfltätrdruckerei B. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Siehen.^chulstrahe 7-9 motttog, 5 HpriH94$ Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 8' »Ubr desÄormittagS Awreigen-Preise: Anzergenteil 7 Ruf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlusseMengenstaffelS Vlatzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°'. mcbe Der Bilderstürmer. Bilderstürmer sind der Mehrzahl ihrer Mitmenschen nicht sympathisch. In der Schule haben mir gelernt, daß das Reformationszeitalter durch Bilderstürmer und Wiedertäufer belebt mar, die sich in ihrem Radikalismus nicht genug tun konnten. Viele von uns werden damals diese Erscheinungen nur eben gelernt, aber nicht verstanden haben. Allein jed- Umbruchszeit hat ihre Bilderstürmer. Es wäre ol: sonderlich, wenn im vierten Kriegsjahr nicht auch bei uns Bilderstürmer auftreten würden. „Bilderstürmer" im übertragenen Sinn. Das notwendige Stichwort vom „totalen Krieg" hat einige solcher Neigungen ausgelöst. Die Heiligenbilder werden zwar in Ruhe gelassen, aber einem nett angezogenen Mädchen oder einer odrettten jungen Frau kann es wohl schon passieren, daß ihr unmittelbar oder „durch die Blume" der Vorwurf gemacht wird, dem Ernst der Zeit nicht genug zu entsprechen. Das mag cluch Vorkommen. Aber eine schmucke Kleidung ist kein Steckbrief, fein zureichender Beweis, um ein weibliches Wesen der Leichtfertigkeit oder des Leichtsinns zu zeihen. Dazu gehören schon noch einige zusätzliche Kennzeichen. Gesetzt aber, der Bilderstürmer hätte — in seinem Sinn — Glück und wirklich und wahrhaftig ein etwas frivoles Menschenkind weiblichen Geschlechts erwischt. Wer hat ihn zum Sittenrichter bestellt? Das ist Aufgabe der Verwandten, des Betriebsführers, vielleicht auch des Hauswirts. Alle Welt wäre empört, wenn ein Richter so leichtfertig urteilen würde wie ein — Bilderstürmer. Mit Recht! Ist ober der Bilderstürmer ein Ueber-Richter, der gegen eine vermutete weibliche Frivolität die größere Leichtfertigkeit seines angemaßten Urteils setzen darf? Wer ungerufen in fremde Töpfe guckt, muß es dulden, daß er selbst unter die Lupe genommen wird. Wer sich ein Urteil anmaßt, darf nicht protestieren, wenn er selbst — ganz höchst persönlich — auch beurteilt wird. Bilderstürmer kommen in allen Umbruchszeiten vor. Db sie sich nun Heiligenbilder oder weniger heilige Angriffsobjekte vorknöpfen oder ob sie eine private Kriegführung inszenieren oder sich auf das wirtschaftlich-soziale-kulturelle Gebiet stürzen: ein Bilderstürmer ist immer daran kenntlich, daß er unduldsam ist und feine Meinung anderen Menschen aufzwingen will, die in Ruhe gelassen zu werden wünschen. Das Auftreten der Bilderstürmer in erregten Zeiten ist nicht wunderbar und darf nicht tragisch genommen werden. Dadurch wird das Uebel nur verschlimmert. Bilderstürmer sind Menschen, die entweder mit sich selbst oder mit der Fülle der auf sie einströmenden Eindrücke nicht fertig werden. In normalen Zeiten sind die festen Begriffe von Sitte und Ordnung wohltätige Schranken, die ein Ausbrechen gleichgewichtsloser Naturen verhindern. Wenn große plötzliche Wandlungen eintreten, wenn die überkommenen Begriffe des gesellschaftlichen Lebens zur Seite gestellt werden müssen, dann ist dem Bilderstürmer freie Bahn gegeben: bis ihn ein energisches Wort oder ein herzhaftes Lachen zur Ordnung zurückruft. Dem Pilderstürmer kann 'gar nichts besseres passieren, als daß er ernst genommen wird. Und gar nichts schlimmeres, als daß er sich nutzloser Lufterschütterungen bewußt werden muß. Das gerade Gegenteil des Bilderstürmers ist der gute Hausgeist. Der gute Hausgeist kommt in männlicher und werblicher Ausgabe vor. Der gute Hausgeist lebt nicht nur in der Familie. Er lebt in jedem Dorf, in jedem Betrieb. Es ist der Mann oder die Frau, die ohne große Worte, „ohne viel Federlesens." das Notwendige tun, bevor noch der Bilderstürmer mit feiner Gardinenpredigt fertig geworden ist. Denn der Bilderstürmer ist immer sehr ausführlich, weil er fein eigener leidenschaftlichster Zuhörer ist. Der gute Hausgeist kann still sein. Er hat gesunden Menschenverstand und packt zu. Dem Bilderstürmer fällt das Zupacken furchtbar schwer, und gesunden Menschenverstand hat er erst recht nicht. Svnst wäre er kein Bilderstürmer! Dr. Ho. Verlorene Hoffnungen. Moskau meldet den Abschluß der Winterschlacht. Von unserer Berliner Schriflieitung. Las man anfangs des Winters und auch den ganzen Winter über die Berichte, Meldungen und Kommentare der Briten, der Amerikaner und anfänglich auch der Bolschewisten über die sowjet- russische Winterofsensive, so mußte sich dem, der mit dem Lügenmanöver unserer Feinde weniger vertraut ist als mir, der Eindruck aufbrängen, daß die Bolschewisten nicyt irgendwo tief im Innern Rußlands ihre Offensive durchführten, sondern daß sie, wenn nicht schon fnapp vor den Toren Berlins, so wenigstens dicht vor der deutschen Grenze stünden und täglich weiter vorrückten. Mit Siegesfanfaren wurde jeder Kilometer von den Bolschewisten gewonnenen Landes begleitet, und , eine Welle von rosigrotem Optimismus verbreitete sich, von Moskau, London und Washington ausgehend, über die Völker unserer Feinde. Zwar gab es auch bei ihnen Warner, Menschen, die besorgt darauf aufmerksam machten, daß die bolschewistischen Riesenheere — bei all ihren mit dem Blut Hunderttausender erkauften Erfolgen — noch tief im Innern des gewaltigen Kolosses Rußland stünden, die auf den heldenhaften Widerstand der deutschen Truppen und ihrer Verbündeten hinwiesen und die dieses krampfhafte An- fachen von Optimismus und Siegesstimmung für ein verwerfliches Manöver gegen ihre eigenen irre- geführten Völker bezeichneten. Es war denn auch weiterhin zu bemerken, daß, soweit wenigstens die sowjetische Agitation in Frage kam, der Ton des anfänglichen Siegesjubels immer gedämpfter, der Schwerpunkt ihrer Meldungen und Kommentare über die Winteroffensive immer mehr auf ihre Schwierigkeiten und — vor allem — auf die mangelnde helfe durch die angelsächsischen Nationen glitt, während sowohl Briten als auch Nordamerikaner, im Bestreben, Stalin weiterhin bei der Stange zu hal- ’.en und von seiner Forderung nach der zweiten Front abzubringen, wohlgemut weiter in Optimismus machten. Mr Deutschen, die wir es Uns nie verheimlicht paben, daß die Krise im Osten in diesem Winter chwer und der Kampf ein Ringen um Leben und Tod des deutschen Volkes war, wir haben trotz all Jer bösen Nachrichten, die uns trafen, unseren Mut richt sinken und unsere Tatkraft nicht erlahmen lassen. Im Gegenteil, wir haben unser Herz in beide Hände genommen und unser Sinnen, und Trachten nur auf das eine gerichtet: alles aufzubieten, was >er Front nützt, allem zu entsagen, was sie mitte 'chwächen können. Wir haben danach getrachtet, m den todesoerachtenden Kämpfern dieses Winters n Ehren bestehe zu können und ihnen, soweit es möglich ist. durch die Tat den Dank abzustatten für >as Gefübl der Sicherheit unserer Grenzen, das wir ^urch ihr Heldentum genießen durften. Stalingrad chließlich wurde die Fackel, an der sich der sth^"- :enlofe Opferwille und die Bereitschaft des Volkes, Ule Kräfte für den Kampf einzusetzen, entzündete, rie weiterbrennen wird, bis der endgültige Sieg er- ■•ungen ist. r., Und während hier in Deutschland em Volk sich usamenschloß unter dem Schatten des öp ferm als I »on Stalingrad, noch angeweht vom Gluthauch des Heldentums derer, die dort gefallen waren, way- end es alles an Kraft, das in ihm ruH 'Uüammem mßte, und während bronzen an der Hinterfront | Jtnfere Männer dem Ansturm der aber -laulenbe Gandhi eiten, mußte man im Lager unserer tfeinbe . mit Besorgnis und wachsendem Schrecken wayr- ehmen, wie es nicht weiterging mit der Offensive, obwohl Stalin alles yineinwarf in den Kampf, mas er aus dem Hinterland zusammenraffen konnte. Das deutsche Volk hat auf seine Front geschaut und gesehen, wie dort mit steigender Sonne da. Blatt des Kampfes sich wendete, es hat gesehen, wr mit der Starre des Winters die Schwere des bol|a^- vistischen Ansturms immer mehr verebbte ms Z i'Cm jetzigen Zeitpunkt, wo auch Moskau sich g zwungen fühlt, den Abschluß bet bolschewistischen Winterofsensive zu melden. Grenzenlose Hoffnungen hatten unsere Feinde an diese bolschewistische Winterofsensive geknüpft, sie sind verloren gegangen. Denn wieder haben die entschlossene Kraft, der eiserne Wille und die grenzenlose Hingabe des deutschen Soldaten gesiegt über die Massen der. Steppe und die Naturgewalten des östlichen Winters. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 3. April 1943. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich des Ilmensees wurde ein Angriffsunternehmen trotz großer Geländeschwierigkeiten erfolgreich durchgeführt. In knietiefem Schlamm und brusthohem Wasser erkämpften unsere Truppen ihr Angriffsziel, dxängten eine feindliche Kräftegruppe in ein Sumpfgelgnde und vernichteten sie. Der Feind verlor: 1225 Tote und 370 Gefangene. 26 Panzer, 25 Geschütze, 66 Flammenwerfer, 14 Granatwerfer, 92 Maschinengewehre wurden vernichtet oder erbeutet. Südlich des Ladogasees wiederholte der Gegner seine vergeblichen Angriffe mit schwächeren Kräften als an den Vortagen. An der übrigen Ostfront herrschte Ruhe. Auch von der tunesischen Front wird nur geringe Kampftätigkeit gemeldet. Eigene Angriffsunternehmungen beseitigten mehrere an den Vortagen entstandene Einbruchsstellen. Der Feind erlitt hierbei empfindliche Verluste. In der vergangenen Rächt griffen deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches G e l e i t vor der nordafrikanischen Küste an und errieten Treffer auf zwei großen Handelsschiffen. Im RNttetmeer versenkten deutsche Unterseeboote jäger ein britisches Unterseeboot und beschädigten ein zweites und ein Schnellboot so schwer, daß auch mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Oer Wehrmachtbericht tag I Ma uvtquartier, ver Wehrmacht gibt DRV. Aus dem FüM 4. April. Das ^etfommOT bekannt: Mehrfach wiederholte Angriffe der Sowjets gegen die Ostfront des Kuban-Brückenkopfes, südlich des Ilmensees und vor Leningrad wurden unter hohen feindlichen Verlusten abgewiesen, erneute Bereitstellungen durch Artillericfeuer und Angriffe unserer Luftwaffe zerschlagen. An der übrigen Front herrschte bis auf örtliche Kampftätigkeit im Raum von I s j u m Ruhe. Auch in Tunesien verlief der gestrige Tag im allgemeinen ohne größere Kampfhandlungen. Rur an einigen Abschnitten der mittleren und südtunesischen Front kam es zu lebhafterer örtlicher Kampftätigkeit. Britische Bomber griffen in der vergangenen Rocht mehrere Orte in D e std eutschland an. Größere Schäden entstanden, vor allem im Stadtgebiet von Essen. Die Bevölkerung hatte Verluste. Rachtjäger und Flakartillerie schossen mindestens 21 der angreifenden Flugzeuge ab. Durch Flakartillerie der Luftwaffe, Marineflak, Vorpostenboote und U-Boot-Jäger wurden an der Küste Rorwegens, der besetzten Weftgebiete und im Gesicht und Maske einer Stadt. Bon unserem ü.-Korrespondenten. Brüssel unterscheidet sich von ollen anderen Städten des Flamenlandes (denn es liegt, wenn auch dicht an der wallonischen Grenze, doch ganz auf flandrischem Boden) dadurch, daß es dem Fremdling, der es zum erstenmal besuchen kommt, zu raten gibt, was in dieser Stadt Gesicht und was Maske ist. Wie eindeutig sind im Vergleich mit Brüssel Städte wie 9)pern oder Brügge, Oude- naarbe oder Mecheln, Gent ober Antwerpen, bie sich offen, ohne Wenn und Aber dem ersten Blick zu erkennen geben als geboren und gewachsen aus der Erde, die sie trägt. Sie sind nicht dadurch von Brüssel gesondert, daß sie kleiner sind und darum heimeliger und faßbarer in ihrem Raum, sondern daß sie anders sind nach Art und Wesen, einheitlicher in ihrer Haltung, harmonischer in ihrer Struktur, weil voller Pietät gegenüber einer Vergangenheit, der man auf Schritt und Tritt begegnet und deren Atmosphäre man spürt bis in die modernsten Bezirke hinein. Brüssel gibt sich nicht so leicht und schnell zu erkennen, es ist fast so alt wie Brügge, aber nicht so voller Geschichte, cs ist moderner als Antwerpen, aber weniger fortschrittlich. Und es fehlt ihm vor allem der einmalige und einheitliche Geist dieser Städte. Brüssel hat ein Zentrum: die Börse, um die herum in Straßen und auf Plätzen sich aufdringlich laut und auffallend gestikulierend bas geschäftliche Leben der Weltstadt konzentriert. Brüssel hat aber daneben, nur einige hundert Schritte entfernt, auch noch einen Mittelpunkt: den Alten Markt, dessen malerische Fassaden und Giebel, Pilaster und Ballustraben wie ein unendlich kostbarer Schrein seit Jahrhunderten die Seele Brüssels sorgsam umschließen. Mit dieser Gegenüberstellung ist angebeutet, daß eine Zwiespältigkeit gemeint ist, die durch die benachbarte flämisch-wallonische Sprachen- und Kulturgrenze weder bedingt noch zu erklären ist. Die Zweisprachigkeit Brüssels ist kein Geheimnis und kein Rätsel, sie ist in gewisser Beziehung jeder Grenzstadt eigen, und Brüssel ist, wenn auch mitten im belgischen Raum, eine Grenzstadt. Das Schillernde am Charakter dieser Stadt ist also nicht bas Nebeneinander von Flämisch und Wallonisch, sondern der diesem Raum und all seinen Menschen eigene Gegensatz von Tradition und Piet ä t - lossgkeit, der Zwiespalt zwischen Seele und Mittelmeer acht feindliche Flugzeuge abgeschofsen. Ein Verband schneller deutscher Kampfflugzeuge belegte bei einem Tagesvorstoß gegen die Südküste Englands militärische Ziele der Stadt E a st - bourne mit Bomben schweren Kalibers. Reichsmarschall Göring beglückwünscht Ritter von Greim. Berlin, 4. April. (DNB.) Reichsmarschall Göring sandte als Oberbefehlshaber der Luftwaffe dem mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichneten Befehlshaber eines LuftwaffenkoMmandos an der Ostfront, Generaloberst Ritter von Greim foU genbes Schreiben: „Mein lieber Greim! Ihre Tatkraft und Ihr Draufgängertum haben bie Ihnen unterstellten Verbände in der schweren, erfolgreich zu Ende geführten Winterschlacht von Orel zu gewaltigen KampfleistungsN mitgerissen. Als sichtbare Anerkennung für Ihre überragenden persönlichen Leistungen tragen Sie, der vom deutschen Volk verehrte Ritter des „Pour lemerite", nun auch das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Ich beglückwünsche Sie, meinen alten heldenhaften Fliegerkameraden aus den Jahren des Weltkrieges, zu der hohen Tapferkeitsauszeichnung und wünsche Ihnen weiterhin größte Erfolge an der Spitze Ihrer tapferen Truppe. Ihr Göring." Lier neue Träger des Eichenlaubs. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 3. April. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Kqrl-Heinz von Scheele, kommandierender General eines Armeekorps, als 217., Hauptmann Heinrich Schüler, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regt.» als 218., Hauptmann Helmut h u d e l, Abteilungskommandeur in einem Panzerregiment, als 219„ ^-Standartenführer Hinrich Schuldt, Kommandeur einer ^-Brigade, als 220.. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Der Führer sandte an die Ausgezeichneten nachstehendes Telegramm: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adslf Hitler." Die ganze Volkskrast für den Sieg. Oer Gauleiter sprach auf einer Kundgebung in Oberursel. NSG. Im Rahmen einer Versämmlungsaktion der Partei stellte sich Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger am Samstagabend mit einer mitreißenden Rede in einer überfüllten Versammlung in Oberursel an die Spitze der im Kreis Main» taunus-Obertaunus durchgeführten Versammlungen. Zu Beginn seiner Rede stellte ber (Sauleiter bie Ursachen dieses Krieges heraus und kennzeichnete den inte rnationa len Juden als den eigentlichen Urheber und Drahtzieher dieses Weltenringens. Der jüdische Vernichtungswille, ber Traum zur Errichtung der Weltherrschaft habe es zuwege- gebrackst, eine ganze Welt in einen blutigen Kampf zu stürzen. Ueberoll, wo wir auch Hinsehen, immer wieder finden wir den Juden am Werk. In Deutschland hat er allerdinas ausgespielt. Die Gefahr rechtzeitig erkennend, hat das gesunde Volksempfinden des Deutschen den Juden ausgeschieden. In den Ländern unserer Gegner ist er allerdings noch am Werk und hat in den plutokratischen Machthabern willige Partner gefunden, sich mit diesen vereinigt, um bas deutsche Volk zu vernichten. Dieser Versuch ist bereits zum Scheitern verurteilt, denn eine verschworene Gemeinschaft aller Deutschen wird'sich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dem entgegenstellen. In totalem Einsatz wird sich auch die letzte Kraft in den Dienst ber Abwehr stellen und gemeinsam mit unseren tapferen Soldaten mit der größten Härte und einet unerhörten Schlagkraft jeden Gegner zu Boden zwingen. Jeder Deutsche wird in seine Arbeit, in jedes Werkstück seine größte Liebe, aber auch den größten Haß hineinarbeiten. Unser Volk, hart geworden in den letzten Jahren, ist getragen von einem unbändigen Kampfeswillen, gegen den die von Neid erfüllten Feinde nichts auszurichten vermögen. Die Nation ist aufgeftanben. Von glühendem Haß gegen Plutokratie und Bolschewismus beseelt, wird sie bis zum Letzten kämpfen, bis bie Entscheidung durch die deutsche Wehrmacht gefallen ist. Unter^ Führung Adolf Hitlers wird dann nach dem Vorbild des Reiches eine bessere Welt erstehen. Oer Kampf um das Reich. Alfred Rosenberg sprach in München. M ü n ch e n , 3. April. (DNB.) Am Samstag sprach Reichsleiter Rosenberg auf einer Massenkundgebung im alten Kampflokal der Hauptstadt der Bewegung, im Zirkus am Marsfeld. Rosenberg schilderte bie Knechtseligkeit des Nooembersystems und bie Konsequenzen, bie eine Fortdauer biefes Systems nach sich ziehen mußte. Zwei Kräfte vor allen Dingen waren es, bie sich anschickten, die Kolonie Deutschland auszubeuten und am Ende zu vernichten: bas internationale Finanzkapital unb der internationale Bolschewismus, beide durchsetzt unb zum überwiegenden Teil von Juben geführt. Durch den Sieg des Führers wurde ber Untergang bes Deutschen Reiches verhindert, ber unrettbar einqetreten wäre, wenn Demokratie, Judentum- und Marxismus als willige Knechte ber äußeren Feinde noch weiter regiert hätten. Nun stehen wir ber gleichen Koalition wie früher gegenüber, jetzt aber in weltpolitischem Maßstabe. Der Weltkapitalismus, zuiammengeballt in ber Neuyorker Wallstreet und ber Londoner City auf ber e;nen Seite, unb der alles zerstörende Weltbolschewismus auf der anderen Seite, beide wiederum geführt vom,I u- öentum. Gegen diese Mächte wächst in Deutschland ein steigender Haß, zugleich aber auch ber Glaube an bas Reich. Aus diesem Glauben holt sich die nationalsozialistische Bewegung bie gleiche Kraft wie aus ber Erinnerung der eigenen Kampfzeit. Das deutsche Volk aber erinnert sich, daß für diesen Gebauten bes Reiches in den vergangenen Jahrhunderten mehr Menschen sich eingesetzt und geblutet haben als für irgendeine andere Macht in ber herrischen Geschichte. Entsprechen!) bem Sinn einer tau- tenbjährigen Auseinanbersetzung ist bas Deutsche Reich heute ber erste bewußte National-- ft a a t unter Duldung aller das Volkstum ehrender religiöser Bekenntnisse. Der Nationalsozialismus ist nicht nur ein politischer Machtakt gewesen, sondern bient ber inneren Erziehung ber deutschen Nation für die kommenden Zeiten. Er ergreift heute alle Gebiete bes Lebens, unb feine Ausgabe ist es, bie errungene innere Einheit für alle Zukunft zu sichern. Des Reiches Sendung ist die Verteidigung und Ordnung der Urheimat aller Europäer, die Gestaltung unseres alten ehrwürdigen Kontinents. In einer noch nie in dieser Größe bagewesenen Schicksals- stunbe steht dieses erträumte und erkämpfte Reich, gegründet unb geführt von Adolf Hiller, in einer geradezu mythischen Einheit vor uns. Nach innen säubert es sich von allen jenen Schlacken, die namentlich nach bem Dreißigjährigen Kriege sich in einem- kleinstaatlichen, raumbeengten Leben in Deutschland angesetzt hatten, und erkämpft sich nach außen alle jene Vorposten seiner geschichtlichen Exi- stenz, die notwendig sind, um die Sicherheit Europas für alle Zeiten zu gewährleisten. Das Schicksal hat in diesen Jahren gesprochen. Mir bejahen dieses Gesamtschicksal, wie wir die ersten Kämpfe der nationalsozialistischen Bewegung um die innere Freiheit bejaht haben. Wir wissen, daß bie Brücken hinter uns abgebrochen sind, wir wissen, baß wir in ber entscheibenden Stunde der deutschen Geschichte stehen, wir wissen aber auch, baß noch nie bewußter und mit härterer Hand die Fahnen bes Reiches vorwärts getragen wurden, unb wir wissen schließlich, daß ber Sieg.des Reiches in bem inneren Beschluß ber Herzen von 80 Millionen Deutschen begründet liegt, — baß keine Macht ber Welt diese Wiedergeburt Deutschlands und des Reiches zum Heil Europas mehr zu verhindern vermag. Der Polarkreis. Bon Dr. Ludwig Kühle. W-nn der , deutsche Soldat in der Nähe des Traen-Fjords an der Grenze Mittelnorwegens den nördlichen Polarkreis überschreitet, dann erwartet er, daß sich nun Landschaft, Klima, Tier- und Pflanzenwelt plötzlich ändern, denn er ist ja jetzt im Gebiet der Arktis, im Land der Mitternachtssonne und der' Polarnacht. Nun — am Südrand des Polarkreises ist die Polarnacht noch sehr kurz. Sie dauert nämlich am Tag der Wintersonnwende genau 24 Stunden, wobei es die Dämmerung aber nicht ganz dunkel werden läßt. Und auch die berühmte, von nordischen Dichtern so ost besungene Mitternachtssonne zeigt sich nur einmal, indem sie am 21. Juni, anstatt wie in unseren Breiten am Abend unterzugehen, dicht über dem Horizont am nördlichen Himmel entlanggleitet. Sonst aber bemerkt man vom eigentlichen Wesen der Arktis in Norwegen, Schweden und Finnland nahe dem Polarkreis noch nicht viel. Die Grenzen des Polargebiets hat die Wissenschaft auch nicht entlang dem 66,5. Breitengrad, also dem geographischen Polarkreis, gezogen, sondern entlang' der sag. Juli-Isotherme von -I- 10 Grad Eelsius. Diese grenzt vom eigentlichen Polargebiet jene Zone der Erde ab, in denen die Lufttemperatur im Juli durchschnittlich bis auf 10 Grad Wärme steigt. Das ist aber eine Linie, die weit südlich von Grönland und Island verläuft, das Nordkap streift, durch Murmansk führt und dann nach Süden abbiegt, um einmal nördlich und einmal südlich des 70 Breitengrades durch das nördliche Sibirien nach Osten zu verlaufen, wo sie schließlich erhebliche Stücke von Kanada abschneidet. Diese klimatische Grenze des Polargebietes hat aber wieder nichts mit der Grenze des Wachstums bestimmter Pflanzen oder mit der Grenze des Eises und der freien Schiffahrt zu tun, selbst die Grenze des immer gefrorenen Bodens verläuft ganz anders. Ja, wenn man alles zuAus dem Reich. Pofe, die abgrundtiefe und trotz jahrzehntelanger Bemühungen unüberbrückbare Kluft etwa zwischen der Kathedrale von Sankt Gudula und dem protzi- aen Justizpalast, der mit seiner fast 170 Meter über der Altstadt schwebenden Kuppel sich auf der höchsten Höhe des Senne-Users breit macht und den Herrn von Brüssel spielt, während die nur auf halber Höhe des Uferkammes errichtete Kathedrale heute wie vor Jahrhunderten die tatsächliche Herrin der Stadt ist und geradewegL. hinüberschaut zum wundervollen Nathausturm, den sie mit der selbstsicheren Größe einer echten Königin teilnehmen läßt an ihrer Herrschaft, aber^ihren Rivalen auf dem Poelaertplein im wahrsten Sinne des Wortes unbeachtet links liegen läßt. Sofern es richtig ist, daß der erste Eindruck bei einer Bekanntschaft entscheidet, ist es nicht ohne Bedeutung, auf welchem Wege sich ber' Gast aus dem Reiche nähert. Zwei Routen bringen ihn nach Brüssel: die Schienenstrecke der Eisenbahn oder die alte Handelsstraße von Köln nach Brügge, in deren Mitte Löwen und Brüssel einst groß und reich und prächtig geworden sind, mit den Maßen des 15. Jahrhunderts gerechnet, schon damals Großstädte, Brüstet mit fast 45 000, Löwen mit gor 100 000 Einwohnern. Wer in der nüchernen, lärmvollen Halle des Brüsseler Nordbahnhofes den Zug aus Köln verläßt, wird, wenn er ins Freie tritt, ohne Besinnen und Uebergang in das chaotische Durcheinander der heute wahrscheinlich vitalsten Weltstadt des europäischen Westens geworfen, vom Strudel der großen Boulevards erfaßt und muh, halb willenlos, zwischen Hotels und Warenhäusern sich im allgemeinen Strom dem Zentrum Brüssels zutreiben lassen, bis zur Börse, vor deren Stufen sich wie vor einem Stauwehr die in den,Hauptverkehrszeiten fast beängstigende Flut bricht, um wieder zurückzufluten. Hier zwischen Nordbahnhof und Börse reihen sich in drei parallelen Straßenzügen Geschäft an Geschäft, Taverne an Taverne, Stino an Kino; in fast ununterbrochener Kette folgen und kreuzen sich die Straßenbahnen nach Nord und Süd, nach links und rechts, um sich zum Teil in bucklige, krumme Gassen zu verlieren, durch die, anderswo kaum mehr ein Handkarren gezogen wird, nur mit einem Ameisenhaufen vergleichbar wimmeln die Menschen durcheinander, ohne sich viel um Ber- kehrsstriche zu kümmern oder um den weißbehelmten Schutzmann, der als einziger ruhender Punkt in diesem Gewoge von erhöhtem Sitz aus den Verkehr zu regeln versucht. Wer aus Drutschland kommend bislang u verschütt terlich an die Notwendigkeit einer schnurgeraden und sekundentreuen Verkehrsregelung und an die Moral einer gerechten Güterverteilung geglaubt hat, wird hier an seinem Glauben irre und wird, kaum hat er dieses Pflaster betreten, einer Eigenart dieser Stadt inne, die sich damit in besonderem -Maße als wesentlich belgische Stadt dokumentiert: daß es immer auch anders geht und daß, wenn der krumme Weg auch 99mal nicht zum Ziele führt, es eben ein 100. mal versucht wird — und siehe, es gelingt und hat sich schon dadurch gelohnt, daß man sich wieder einmal des Nicht-erwischt-werdens freuen kann. Straßenbahnen sollen nicht überfüllt sein, darum hängen ganze Trauben an den Trittbrettern (beim Tempo der Brüsseler Straßenbahn nicht ganz ohne Gefahr); das rot-grüne Lichterspiel an den Straßenkreuzungen stoppt und leitet wohl den Wagenverkehr, die Fußgänger aber gebärden sich wie Farbenblinde; Wuchervreise sind verboten und Marken- abqabe ist Gesetz, darum blüht der „Freihandel" an allen Ecken und 'Enden; und wer in der nach Tausenden zählenden Menge schachernder Männer, die sich an jedem Börsentage auf dem Börsenplatz und in den umliegenden Casös msammenballen, feststellen wollte, wo der weiße Handel aufhört und der schwarze'anfängt, der käme wohl nie iur Klarbeit. Mit haargenau kalkulierendem Scharfsinn werden hier im Handel und Verkehr Hindernisse und Gebote umgangen; „pourboire“ und „Provision“ sind das Maß aller Dinge, nicht Gesetz und Recht. Aber auch in harmlosen Dingen trifft mast immer wieder das unbändige Verlangen, nach eigener Fasson, selig zu w"rben: ein Blick etwa in die Schaufenster von Möbelaelchäjte.n oder Bijouterien zeiat, daß der tollste Kitsch, sofern er nur „Eigenart" verrät, mehr gilt als die gesunde Norm und daß die Masse der Käufer offenbar nur das Bestreben hat. weder Geschmack noch Belehrung über ihre persönliche „Freiheit" triumphieren zu 'lass-m. Ein anderes Brüssel lernt der kennen, der sich auf d->r Straße von Köln, Lüttich und Löwen her der Metropole Belgiens und Hauptstadt von Brabant nähert. Die Straße kommt bei Teuren in die Außenbezirke Brüssels und weitet sich hier zur 80 Meter breiten und 10 Kilometer langen Allee. Auf diesem Wege zogen Jahrhunderte hindurch die Warenkarawanen vom Rheinland nach ' Flandern und von Brügge nach Köln; auf diesem Wege besuchte vor rund 400 Jahren Philipv II. zum erstenmal feine „gute Stadt Brüssel". Und heute kann sich keine andere Stadt des Kontinents einer solchen Auffahnsallee rühmen wie Brüssel seiner Avenue de Tervuren, die (wenn auch unter wechselndem Namen) in wundervollem Zuge vom riesigen Tor des Tervurener Schloßparkes bis vor die Freitreppe von Sankt Gudula führt. In fast unmerklich sanftem Uebergang wird an dieser Allee das Land zur ctabt; erst sieht man, vom grünen Dom alter Buchen aus, links und rechts in großen Gärten versteckt wohlhabende Villen; langsam werden die Gärten kleiner und kleiner; die Häuser rücken, einzeln erst, näher und näher an die Straße, geben aber überall den Blick frei auf Parkanlagen und Teichs, bis sie sich zu kleinen uüd dann zu größeren Gruppen zusammenscharen, allmählich in Breite und Höhe wachsen und schließlich, je mehr die Allee zur Straße, wird, sich zu prächtigen Hochhäusern türmen oder zu stattlichen Repräsentationsbauten, dem Flucht endlich die trotzige Silhouette der Kathedrale frei gibt, die der Schutzheiligen Brüssels geweiht ist. Und von hier teilt sich die Straße nach den wenigen großen Zeugen, die dieser Stadt aus einer glorreichen Vergangenheit verblieben find, nachdem in den letzten Jahren des 17. Säkulurns die ganze Altstadt im Kampf gegen Ludwig XIV. 'in Flammen aufging: links der herrliche gotische Bau von Notre Dame de Sablon, weiter im Hintergrund das machtvolle Schiff und der barocke Turm der Kapellenkirche und (weiter drupten im Tal) der weltberühmte Rathau^turm, der zart wis flandrische Klöppelspitze gegen den Himmel steht. Seit Jahrhunderten blickt er he'rab^aus alle großen Ereignisse, die die Geschichte dieser Stadt bestimmten, frohe und leidvolle, bunte und ernste. Er sah Turniere und Umzüge, zu seinen Füßen rollten die Häupter von Egmont und Hoorn auf das Pflaster — und er sieht jetzt wieder die Massenappette der flämischen und rexistifchen Erneuerungsbewegungen. die dieser Stadt und diesem Land eine Zukunft in Würde und Freiheit schaffen wollen. Hier auf diesem Plgtz sind Herz und Seele Brüssels — aus der Ruhe und Geborgenheit dieses Gevierts strömt gleichermaßen der Geist der Vergangenheit und der Zukunft. Man steht hier abgeschlossen wie in einer geweihten Halle, in die der Alltagslärm der Vergänglichkeit nicht Eingang findet, her drüben tobt, nur wenige huw dert Schritte entfernt, vor der Börse. Bomben auf pariser Sportplätze. Eindeutiger Terrorangriff nordamerikaniscker Bomber. Berlin, 5. April. (DNB. Funkspruch.) Am frühen Sonntagnachmittag erfolgte ein nordamerikanischer Bombenangriff auf das Gebiet von Paris. Es handelt sich um einen klaren Terrorangriff, da die Bomben auf zwei Sportplätze, die gerade in vollem Betrieb waren, abgeworfen wurden. In einem Falle fielen die Bomben auf eine Pferderennbahn, die ihre Frübjahrs-Rennsaison eröffnete, wozu sich eine große Menschenmenge versammelt hatte. Ferner wurden Bomben auf einen Sportplatz bgeworfen, auf dem eine Veranstaltung zugunsten der Kriegsgefangenen stattfand. Der nordamerikanische Angriff hatte bedeutenden Schaden an Wohngebäuden zur Folge. Nach den bisherigen Meldungen wurden mehr als 100 Tote gezählt. Auch die Zahl der Verletzten ist sehr beträchtlich. Gewaltdrohunq «egen Martinique. Gens, 3. April. (Europapreß.) Der französische Admiral Robert, der bisher jede Zusammenarbeit mit den USA. abgelehnt hat, wird von der „New Port Times" heftig angegriffen. Dos Blatt wirft dem Admiral feine Vichy-Treue vor und erklärt rund heraus: „Was die französischen Kriegsschiffe in Fort de France auf Martinique, betrifft, so ist es klar, daß Großbritannien und die Vereinigten Staaten hie- Möglichkeit haben, diese Schiffe mit Gewalt zu nehmen." Die Frage könne, da Admiral Robert anscheinend U e b e r r e b ung s v e r s u che n unzugäng- 1 i ch sei, nicht mehr länger in der Schwebe bleiben. Der LlGA.-Genat gegen Roosevelt-Günstlinge. Buenos Aires, 3. April. (Europapreß.) Die von Roosevelt vorgeschlagene Ernennung des Neu- yorker Oberbürgermeisters Fiorella L a g u a r d i a zum Brigadegeneral hat im Senat stürmischen Protest hervorgerufen. Ein Mitglied des Militärausschusses des Senats, Senator Johnson, erklärte, eine solche Ernennung würde der Moral der USA.- Armee einen vernichtenden Schlag versetzen. Der Krieg müsse mit Kanonen und nicht mit Stettin 200 Zahre alt. Stettin, die Gauhauptstadt Pommerns mit dem größten Hafen der Ostsee und dem drittgrößten Deutschlands, konnte auf ein siebenhundertjähribes Bestehen zurückblicken. Die Stadtverwaltung hat eine Alters- und Hinterbliebenenoersorgung für die nicht- beamteten Gefolgschaftsmitglieder der Stadt geschaffen. Ferner wurde zum Gedächtnis des großen Balladen-Komponisten Karl L o e w e , der 46 Jahre lang städtischer Musikdirektor in Stettin ipar, eine Plakette gestiftet, die Kindern der Stadt, die als Künstler ihrer Vaterstadt Ehre gemacht haben, öer- liehen werden soll. Zur Förderung eines tüchtigen Handwerkernachwuchses wurde schließlich eine alte Stiftung erneuert und dazu 300 000 RM. zur Verfügung gestellt. t Eine Tagung des Gauschulungsamtes NSG. Am Samstagnachmittag waren in Frankfurt die Kreisschulungsleiter und Schulüng^beauf- tragten der Gliederungen der NSDAP, zu einer Tagung zusammengekommen, die der weltanschaulichen Ausrichtung dient. Der stellvertretende Leiter des Gauschulungsamtes, Ziegler, gab einen Bericht über die Schulungsarbeit des vergangenen Winters und gab die Aufgaben für die kommenden Monate bekannt. Professor Dr. W e in h a n d l, Mitglied der Reichslehrgemeinschaft her Dienststelle Rosenberg, sprach dann zu dem Thema „GeisteS- Agitatoren gewonnen werden. Da der Militärausschuß des Senats der Ernennung zusttm- men muß, bevor sie rechtsgüldig wirb, findet -bie Stellungnahme von Senator Johnson in Washington lebhafte Beachtung. Roosevelt hat damit wieder einen heftigen Protest des Senats gegen einen feiner Günstlinge bewirkt, denn es sind erst wenige Monate her, daß her Senat gegen die Ernennung des moralisch stark anfechtbaren demokratischen Politikers F l y n n zum Gesandten der USA. in Neuseeland protestierte, worauf die Ernennung von Roosevelt rückgängig gemacht werden mußte. Wachsende Schiffsraumverknappung. Buenos Aires, 4.April. (Europapreß.) Die Zuteilungen an Schiffsraum durch die englischen und USA.-Schiffahrtsbehörden sind nach wie vor äußerst gering, selbst für wichtige Transporte. Das hat ein weiteres Ansteigen einzelner Frachtraten zur Folge. Die Verknappung der Kohlentonnage hält weiter an. Um neutralen Schiffsraum zu erhalten, sind die Kohlenfrachten von Wale^ nach Portugal und Spanien von 30 Schilling auf 90, in einigen Fällen sogar bis zu 97 Schilling erhöht worden. Auch für Erze von Rio de Janeiro nach nordamerikanischen Häfen werden außerordentlich hohe Frachtraten gezahlt. Die argentinische Getreideausfuhr leidet nach wie vor unter Schiffsraummangel. Für Z i n k l a b u n'g e n von Argentinien, Uruguay und Paraauay nach Häfen des Golfes von Mexiko ist Schiffsraum so gut wie gar nicht zu erhalten. Desgleichen fehlt es an Tonnage für Erze, Kohle, Salz, Phosphat von Indien und Ostafrika. Für 20 000 t Guano von den Seychellen nach Durban, Kapstadt und Beira in Ladungen von 1500 t, mit denen im April begonnen werden sollte, konnten -bis jetzt keine Abschlüsse getätigt werden. Die Sorgen der englischen Reeder. Genf, 4.April. (DNB.) Auf der Jahresversammlung der Donaldson Line Ltd. in Glasgow bedauerte der Dorsitzende, daß die Reineinnahmen für das verflossene Jahr bedeutend niedriger als früher gewesen seien. Das habe seinen guten Grund. Es seien nämlich derart viele Schiffe bet Rederei durch feindliche Aktionen verlorengegangen, daß natürlich auch der Reingewinn entsprechend kleiner sein müsse. Man sei zwar bestrebt, neue Schiffe auf Kiel zu legen, aber nur in den wichtia- ften Fällen gelinge das. Es komme hinzu, daß die Schiffsbaukosten die Entschädigungssätze für verlorene Schiffe bei weitem überfliegen. Was.aus der britischen Handelsschiffahrt nach dem Kriege werden solle, wisse niemand. Die verschiedensten Faktoren trügen zu dieser Unsicherheit bei: die außerordentlich hohen Baukosten, hie Konkurrenz der Amerikaner, che ihre Handelsflotte in ungeahntem Maße ausbauen wollten, und nicht zuletzt die bisher moch undurchsichtige Rolle, die der Luftverkehr nach dem Kriege spielen werde. strömungen im Ostraum und weltanschauliche Grundeinstellung unserer Gegner". Der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP., Dienst, leiter Bruhn, brachte den Schulungsmä-nern ben Dank des Reichsorgamsationsleiters Dr. Ley für ihre Arbeit zum Ausdruck und sprach über aktuell« Frage nher Schulungsarbeit. Gauausstellung Heffen-Aaffau 1943. NSG. Das schöpferische Leben in der Kunst kann ebenso wenig eine Unterbrechung erleiden wie das Leben selbst. Denn Kunst ist nicht nur eine Lebensmacht, sie ist selbst Leben, das sich im Werk verewigt hat. Das künstlerische Schaffen darf daher auch im Kriege nicht unterbrochen werden. In die- fern Sinne hat der Gauleiter für September des Jahres 1943 hie Veranstaltung der zur Tradition gewordenen Gauausstellung für bildende K ü n ft e angeordnet. Sie will bie Künstler unseres Gaues zu einem Wettstreit her Leistungen aufbieten und der Heimat zeigen, daß sich heute mehr denn je das Soldatische und Musische im deutschen Menschen zu einer inneren Einheit verbunden haben. Nähere Angaben werden mit den Ausstellungspapieren den Künstlern durch die Kun st aus st el° lungsleitung Hessen-Nassau rechzeitig zugehen. Doch sei heute bereits darauf hingewiesen, daß die zeitbedingten technischen Schwierigkeiten bei dem Ausbau her Ausstellung und das Verantwortungs-. gefühl gegenüber den Pflichten her Stunde dazu Englands Niederlage an der burmesischen Grenze. Genf, 4. April. (DNB.) Die Japaner haben alle Anfangsrunhen her zweiten burmesischen Schlacht gewonnen, meldet her Sonderkorrespondent des „News Ehronicle" von her burmesischen Grenze. Die Verteidigungsstellungen her Japaner seien jetzt hh Osten Burmas zur chinesischen Grenze hin ebensä stark wie im Westen längs der Grenze nach Indiern Wenn es überhaupt noch ein Mittel gebe, die Javaner wieder aus Burma zu vertreiben) dann nut? durch eine großangelegte Offensive. Dazu besteh« aber wenig Hoffnung, denn die Monsunregen! setzten bereits Mitte Mai ein. Das bedeute, daß die Japaner vor einem solchen Großangriff für mindestens weitere sechs Monate sicher feien, und daß England und feine Verbündeten vor Beginn des nächsten Jahres keine Möglichkeit mehr hätten, einem der großen nach China führenden Verkehrswege wieder zu öffnen. Die Japaner gingen mit Trap* pen unb Material zwar sehr sparsam um, ständen aber, was hie Kampfkraft angehe, nach wie vor ungebrochen da. Es bestehe kein Zweifel, daß fia sich in Burma immer fester einnisteten. Japanischer Lustsieg bei der Kuffell-Insel. Tokio, 4. April. (DNB.) In einer Luftschlacht bei her Russell-Insel standen hie japanischen Marineflugzeuge etwa der doppelten Zahl feindlicher Flugzeuge gegenüber. In vier Stunden schossen die Japaner von insgesamt etwa 110 Flugzeugen 47 ab. Die Kämpfe wurden zwischen Guadalcanar unb Neu-Caledonien ausgetragen. In den frühen Morgenstunden des 1. April flogen die Japaner Russell an, wo sie auf 30 Grumman-Iäget stießen, von denen sie in schweren Kämpfen 24 ab» schossen. Die Japaner verloren dabei nur drei Flugzeuge. Ein zweiter Luftkampf entwickelte sich mit einem zu Hilfe eil enden feindlichen Verband aus 48 Kampfflugzeugen unb 40 Jägern. In kurzer Zeit wurden aus ihm zehn Jagd- und 13 Kampfflugzeugs ab geschossen, während die Japaner sechs Maschinen einb'üßten. Nach einem Kommentar im japanischen Rund« funk wurden in den letzten 2lln Monaten im südlichen Pazifik 202 feindliche Flugzeuge ab geschossen, während nur 30 japanische Maschinen verloren gingen. Das sei ein Verhältnis von 7:1. Dis japanische Luftwaffe im südlichen Pazifik sei also an Kampfkraft durchaus überlegen. USA.-Kotstrolle über die iranischen Eisenbahnen. Saloniki, 4. April. (DNB.) In Iran traf ein- weitere USA.-Kommission ein. Formell soll sie bid Möglichkeit einer Lieferung von (Eifen« bahn material an Iran auf Grund des Pacht* und Leihgesetzes prüfen. Man glaubt jedoch, daß die USA. als Gegenleistung für diese Lieferungen! die Kontrolle über sämtliche iranischen Dahnen fordern werde. Damit würden die englischen Eisen« vahngesellschaften durch USA.-Firmen verdrängt werden. jammen nimmt, so sind die Verhältnisse in der Arktis reckt verwickelt. Und man versteht schon, daß viele hundert Jahre lang kühne Seefahrer und Wissenschaftler Forschungen und Fahrten durchführen mußten, bis man wenigstens in großen Zügen über die Eisverhältnisse,' die Meeresströmungen, das Wetter sowie über die Tier- und Pflanzenwelt des Polargebietes einige Klarheit hatte. Die Wetterverhällniste und damit die Lebensmöglichkeiten im Polargebiet werden durch den Wechsel von Landmassen und Wasserflächen, durch kalte oder warme Meeresströmungen und nicht zuletzt natürlich durch die geographische Breite beeinflußt. Die Kolonie Eriks des Roten log immerhin in der Höhe von Upsala und von Leningrad, also weit außerhalb der Polarnacht, in einem Gebiet, in welchem die Sonne schon im Mai einen ziemlich hohen Stand am Himmel erreicht. Auch Island liegt noch nicht sehr weit nördlich, es reicht mit seiner Nordküste gerade an den Polarkreis heran. Obendrein wird es halb von den nördlichen Ausläufern des Golfstroms umspült, die an der ganzen Nordküste Norwegens, Finnlands und der Fischer-Halbinsel bis in das Weiße Meer hinein ihre von der Tropensonne gewärmten Wasser- massen tragen. Diese warme Meeresströmung tragt zweifellos mit dazu bei, daß die Grenze des immer gefrorenen Bodens erst nördlich non Archangelsk beginnt. Nur auf der Kola-Halbinsel gibt es hei Kirowok ein kleineres Gebiet von ständigem Frostboden. Dafür reicht die Frostbodöngrenze aber weit in das mittlere Sibirien hinein und endet am Mündungsgebiet des Amur. Mancher Leser wird überrascht sein, zu hören, daß 45 v. H. des sowjet- russischen Bodens sog. Frostboden sind und daß diese Frostschicht in "ihrer Mächtigkeit zwischen 2 unb 114 Wer schwankt. In den nördlichsten Gebieten Sibiriens taut der Boden das ganze Jahr hindurch überhaupt nicht auf, in den südlicheren ist es nur eine dünne Oberschicht, die schmilzt. Dieser Bodenfrost beeinflußt natürlich außerordentlich stark die Pflanzendecke. Wohl gibt es in N^rbsibirien ungeheuer große Wälder. Die Erfahrungen haben aber gezeigt, daß diese Waldbestände sehr schwer nutzbar zu machen sind. Es dauert weit über 100 Jahre, bis die Bäume schlagreif sind. Schlägt man sie aber, dann kommt der Sumpf unb die Tundra, die Sumpflteppe des Nordens. Da die Wurzeln nämlich nicht in die tieferen, auch im Sommer gefrorenen Bodenschichten hineinreichen, stehen die Baume nicht sehr fest. Sie haben nur spärliche Nahrung, unb wenn sie vom Sturm gefällt werden, dann liegen sie modernd im sommerlichen Schlamw^um im Winter- vom Frost gesprengt zu wer^^M^c Sowjets hoben durch planlose Holzwirt^^Mu diesen Gebieten der Tundra schon riesWWUbiete überliefert. Sumpf mit nachfolgendem Mvor kenstzeicHien den Raubbau. Schon seit Jahren waren die Sowjets deshalb gezwungen, nach der Weißen See, an deren Südbuchten Onega unb Archangelsk liegen, Bauholz aus Westsibirien auszuführ'en. Je mehr man in diesen Gebieten nach Norden vordringt, je länger alfo im Winter die Polarnacht dauert, desto spärlicher wird auch der Baumwuchs. In Nordnorwegen verläuft die Baumgrenze zwischen den Inseln nördlich von Tromsö und dem Ende des Porfanger-- Fjords südlich des Nordkap. Sie streift dann Petsamo unb Murmansk und wendet sich von dort nach L-üdosten gegen die Weiße See. Aber auch schon unterhalb der Waldgrenze sind, die Kiefern, Lärchen, Pappeln und Birken, die man dort findet, redjt krüvpelhaft. Sie erreichen nicht mehr annähernd die stolze Höhe, zu denen sie in unseren dretten aufwachsen. Auch nördlich der Baumgrenze gibt es noch einige „Baumarten". Eine ^deutsche Ernedition fand z. B. auf Spitzbergen im Jahre 1035 Weiden, aber sie waren nur 2 bis 4 cm hoch. Manck)er deutsche Landser wird schon mit genugeb lern Soldatenstiefel über derartige „Bäume" achtlos h.nweg marschiert sein. Das also bewirkt die Polar- nacht, die Zeit völliger Dunkelhett, in der auch am Mittag die Sonne nicht über den Horizont steigt. Diese lichtlose Zeit, die im nördlichsten Lappland immerhin einige Wochen hindurch andauert, erstreckt-sich am Nordpol selbst übet ein halbes Jahr. Und ebenso lange geht im Sommer die Sonne md)6 unter. z * lieber die lange Nacht des Polargebiets dachten schon die Polarforscher ganz verschieden. Man«ho fürchteten die Zeit der Dunkelheit. Der große Fridjof Nansen aber schrieb über sein Erlebnis ber Polarnacht: „Etwas Schöneres als die Polar« nacht gibt es nicht.' Ein Traumbild, gemalt in den feinsten Tönen — ohne Formen; alles ist dänft mernbe, träumende Farbenmusik, eine ferne, un« endliche Melodie in gedämpftem Saitenspiel ... roie eine unermeßliche Kugel wölbt sich her Himmel über dir» oben blau, näher am Horizont grün und ganz unten am Himmelsrande lila, violett ... da schüttelt das Nordlicht einen silberglitzernden Schleier über das Gewölbe, bald gelb, bald grün, halb rötlich — zerflattert, sammelt sich wieder mit unruhigem Jaaen und wiegt sich dann in leuchten' den Silberbändern mit reichen Fallen." So empfand ein Mann, ber als Erster den Mut gehabt hatte, sich mit seinem Schiff „Frann" zwei 'Jahre lang im Eismeer treiben zu lassen. Festgefroren im Packeis, quer durch dos heute nach ihm benannte Nansenmeer, das sich als ein weites, bis zu 5000m tiefes Becken rings um den Pol zwischen den Kü- stsn Sibiriens, Grönland und Nordkanada erstrecke Mit seinen riesigen Eisflächen, von denen Hundert» tausende von Quadratkilometern noch gar nicht er» forscht sind, bildet es den schweigenden MittelpunK des Polarkreises, ein Gebiet, in dem nichts Leben» des zu finden ist, außer vielleicht einem im Treib» eis versehentlich zu weit noch Norden vorgestoßenekv Wal, dessen Nasenfontäne bann für Augenblicke diewige Stille und das weiße, einsame Einerlei unten bricht. nötigen, die Auswahl der Werte auf nur beste künstlerische Leist umgen zu beschränken. Beschränkung der Pferderennen. In der bevorstehenden Rennzeit werden die Pferderennen auf Sonn- und FeiertÄge und einige wenige Rennplätze mit Trainingszentralen beschränkt werden. Dem Galopprennsport bleiben die Rennbahnen ih Berlin-Karlshorst und Hoppegarten, Dresden, Düsseldorf, Hannover, Posen und Wien, dem Trabremrsport die Bahnen in Berlin-Marien- darf ab 1. Mai, Berlin-Ruhleben nur bis 30.4., Gelsenkirchen, Hamburg-Farmsen und Wien erhalten. Sämtliche übrigen Rennbahnen bleiben geschlossen. Es ist zu erwarten, daß diese Maßnahmen ausreichen werden, um die Grundlagen der Vollblutzucht und Traberzucht zu erhalten und eine gute Auslese durch die Rennen, als wirksamste Leistungsprüfung, zu gewährleisten. Kleine politische Rachrichten. Generaladmiral Carls und Generaladmiral Boehm konnten auf eine 40jährige Dienstzeit in der Kriegsmarine zurückblicken. * Aus allen Bevölkerungskreisen sind beim Tode des Reichssportführers von Tschammer und Osten herzliche Anteilnahme den Leidtragenden bezeugt worden. Die Familie des Reichssportführers und die Reichssportführung statten auf diesem Wege der deutschen Oeffentlichkeit den aufrichtigsten Dank dafür ab. In der Nacht Aum 4.4. errang die Nachtjagdgruppe des Eichenlaubträgers Major S t re i b ihren 2 5 0. Na ch tj a g d f i e g. Hauptmann Frank konnte mit drei Abschüssen die Zahl seiner Luftsiege auf 20 erhöhen. Hauptmann Lütje erzielte mit zwei Abschüssen seinen 21. Lustsieg. Leutnant Geiger, der in der Nacht zum 30.3. bereits fünf feindliche Bomber abgeschossen hatte, errang seinen 20. Luftsieg. * 600 junge Niederländer, die sich als Freiwillige für die Ostfront gemeldet haben, wurden in Anwesenheit des Leiters der NSB., Diplomingenieur Mustert, und des ^-Gruppenführers, Generalleutnant Rauter, in Haag verabschiedet. In Utrecht erfolgte die Verabschiedung von weiteren 600 Männern der Wehrabteilung der niederländischen nationalsozialistischen Bewegung. * Der französische Generalresident in Tunis, Admiral Esteva, besichtigte das erste Truppenkontin- aent der vor kurzem in Tunis gebildeten französischen Freiwilligen-Legion. Der Admiral ermahnte die Freiwilligen, weiterhin Marschall PStain, der den Kampf gegen England und die USA. befohlen habe, gehorsam zu sein. • •* \ Der ungarische Ministerpräsident und Außenminister Kalla y war vom 1. bis 3. April in Italien. In Besprechungen mit dem Duce und Unterstaatssekr^tär Bastianini hatte der Ministerpräsident Gelegenheit zu einer eingehenden Prüfung der allgemeinen Lage sowie der Italien und Ungarn besonders interessierenden Fragen. General Liu Pufen, Chef des. nationalchinesischen Generalstabs und Vorsitzender des Militärrates der chinesischen Nationalregierung, ist im Pekinger deutschen Krankenhaus im Alter von 56 Jahren gestorben. Aus alter Wett. hochschulnachrichlen. Der o. Professor der Geschichte an der Universität Münster, Dr. Gerd Tellenbach, ist vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen zum Direktor des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens berufen worden. Tellenbach wirkt seit 1942 an der Universität Münster, wohin er von Gießen berufen wurde. Er wurde 1903 in Lichterfelde geboren, studierte in München und Freiburg, promovierte 1926 in Freiburg, habilitierte sich 1933 in Heidelberg und kam 1938 als Ordinarius nach Gießen. Seine Arbeitsgebiete sind Verfassungsgeschichte, Kirchen- und Gerstesgeschichte des Mittelalters. Münchener Komponisten im Rundfunk. Zeitgenössische Lied- ubd Kammermusik von Münchener Komponisten hören wir im Reichsprogramm am Montag von 15.00 bis 16.00 Uhr. Lore F j - scher bringt zusammen mit Rudolf Nel und Michael Raucheisen drei Gesänge nach mittelhochdeutschen Dichtungen von Siegmund von Hausegger. Ludwig Thuille ist mit einem Bläser-Sextett vertreten. Das Konzkrt klingt mit Liedern von Joseph Haas aus. Aus -er Siadi Gießen. Kluge Krauen. Als Frau Lieselotte die drei kleinen Buben ins Bett gebracht hat und wieder ihrem Gatten gegenüber im Wohnzimmer Platz nimmt, kann sich Herbert nicht enthalten zu jagen: „Weißt du, Lilo, wenn mein^ Kollegen manchmal erzählen, wie schwer es ihre Frauen haben und wie abgehetzt sie sistd, dann muß ich immer an dich denken und wie es wohl kommt, daß du niemals stöhnst. Und dabei ist es doch sicher nicht einfach, wie du unfern Fünf-Personen-Haushalt so ohne Hilfe bewältigst." Frau Lilo lacht. „Einkeilung ist das halbe Leben, Mann. Ich erzählte dir jy schon, wie leicht ich es mir in der Schule gemacht habe, indem immer nur eine von uns Freundinnen die Vokabeln aus dem Lexikyn heraussuchte, während die andern auf die Eisbahn gingen. Genau jo wechsle ich mich heute mit Frau Zimmermann, unserer Nachbarin, ab. Denkst Du, wir sind so dumm, beide zum Metzger zu gehen oder beide so und so lange zu warten bis wir in einem anderen Laden bedient werden. Da geht den einen Tag sie zum Metzger, den andern Tag gehe ich. Und wer auch immer geht, bringt gleich alles für beide Haushalte mit. Und wenn Lenchen Zimmermann MM* Waschtag hat, dann betreue ich ihre Kinder genau so mit, wie sie sich unserer Jungen annimmt, wenn ich mal etwas Wichtiges vorhabe. Wir sparen dadurch eine Menge Zeit." „£u bist eine kluge Frau", sagt da Herbert, und wenn seine Kollegen wieder einmal erzählen, wie sehr sich ihre Frauen hetzen und plagen, bann wird er von der Interessengemeinschaft zweier Haus- ftcruen erzählen, deren Nachahmung empfehlenswert ist. fs. Hochzeit eines Gießener Eichenlaubträgers. Am Samstag feierte der Eichenlaubträger Hauptmann Hell mut Hudel, Kommandeur einer Panzer-Abteilung, ein geborener Gießener, in unserer Stadt seine Hochzeit. Die standesamtliche Trauung, die um die Mittagsstunde im Trausaal des Alten Rathauses am Marktplatz stattfand, wurde mit einer musikalischen Darbietung des Quartetts des Städtischen Orchesters eingeleitet. Dann sprach der Standesbeamte zu dem Hochzeitspaar, wobei er u. a. die großen militärischen Verdienste des Bräutigams im Kampfe für unser Volk und Reich betonte. Nach der Trauung^durch den Standesbeamten überbrachte Kreispropagandaleiter Zinser die herzlichen Glückwünsche des Kreisleiters und der Kreisleitung Wetterau der NSDAP., anschließend sprach Bürgermeister Dr. Hill als Vertreter der Stadt Gießen herzliche Glückwunschworte zu dem jungen Paar, dem von beiden Rednern (A)renge° schenke überreicht wurden. Das Quartett des Städtt- jchen Orchesters beschloß die feierliche Stunde mit einer weiteren musikalischen Darbietung. Zufällig kam am Abend des Hochzeitstages durch den Rundfunk noch die Nachricht heraus, daß Hauptmann Huoel, dem schon vor einiger Zeit das Ritterkreuz 3um Eisernen Kreuz verliehen worden war, nunmehr vom Führer auch mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Die Gießener Bevölkerung beglückwünscht das Paar herzlich zu feiner Hochzeit und begleitet namentlich den jungen gatten mit allen guten Wünschen für seinen weiteren Einsatz in den Kämpfen an der Front und für fein* fernere Soldatenlaufbahn. Verdunkelungszeik: 5. April von 21.01 bis 6.17 Uhr, * ** Zusammenfassung der Pflege« an st alt en. Auf behördliche Anordnung wurden das Landes-Alters- und Pflegeheim und dos Kinderheim zu Gießen als selbständige Anstalt aufgehoben und der Landes-Heil- und Pflegeanftalt Gießen angegliedert. Die Anstalten führen jetzt die gemeinsame Bezeichnung „Landes-Heil- und Pflegeanstall mit Alters- und'Kinderheim zu Gießen". ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Dienstag, 6. April, kann Frau Elise Weber, Am Riegelpfad 90 wohnhaft, ihren 70. Geburtstag begehen. Der Jubilarin bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar. ** D ichter lesung Joachim von der, Goltz. Man schreibt uns: Für Mittwoch, 7.April, haben die im Gießener Dortragsring zusammen- geschlossenen Kulturverbände (Goethe-Bund, Kulturelle Vereinigung und Dolksbildungsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude") den bekannten Dichter Joachim Frhr. von der Goltz zu einer Lesung aus eigenen Werken verpflichtet. Aus dem Schaffen des Dichters ist vor allem fein hervorragendes Kriegsbuch „Der Baum von Mry" in weiten Kreisen bekannt geworden. Goltz nimmt auch unter den Dramatikern unserer Zeit eine besondere Stellung ein. Der Dichter gilt als ausgezeichneter Mittler feiner Werke, und seine Lesum« gen hinterlassen einen tiefen Eindruck. llnsere Soldaten Helsen dem Kriegs-WHW. Vorbildlicher Einsatz — großer Erfolg. Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren, ist ihnen zu jederzeit klar, erkennbar, wie eng und herzlich verbunden sich die Gießener Bevölkerung mit ihnen weiß. Und wenn die Soldaten, wie am Samstag und am gestrigen Sonntag, die Männer und Frauen, Jungen und Mädchen aufrufen, sich mit ihnen gemeinsam für die Erfüllung einer großen Aufgabe einzufetzen, dann können sie wiederum die Feststellung machen, daß alle Volksgenossen und Vvlksgenossinnen gerne mit ihnen marschieren und wirken. So ist es denn auch nur eine Selbstver^ ständlichkeit, daß der diesjährige Einsatz unserer Soldaten für das Kr iegs-Winterhilfswerk zu einem neuen gewaltigen Erfolg geworden ist, gleichberechtigt und würdig neben feinen' Vorgängern in früheren Jahren. * Bereits der Auftakt am Samstag war sehr verheißungsvoll. Als die, Angehörigen der Wehrmachtgefolgschaft, die Nachrichtenhelferinnen, die alten Soldaten des ersten Weltkrieges und die Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes mit den Sammelbüchsen und den Sp'endeabzeichen in Form der Heftchen mit den Bildern und kurzen Schilderungen vom Leben und den Taten von Ritterkreuzträgern in den Straßen der Stadt erschiene^, war der Betrieb um die Sammelbüchsen im Handumdrehen sehr lebhaft. Die Heftchen wurden gerne gekauft, und vielfach wurden die Spenden sehr reichlich bemessen. Unermüdlich rappelten vom Wtorgen bis zum Abend die Sammelbüchsen, und immer schwerer wurde ihr Inhalt, immer strahlender die Gesichter der Sammlerinnen unb Sammler. Aber auch die Spender und Spenderinnen ließen erkennen, daß ihnen diese Opferspende nicht nur eine Sache des Verstandes, sondern zugleich eine Angelegenheit des Herzens und der tiefempfundenen Dankbarkeit für die Taten unserer Soldaten an der Front war. Die Hammelbüchsen bekamen neben dem Verkauf der Spendeabzeichen auch noch viele, viele Groschen und Fünfer oder Fünfziger, ja sogar Markscheine eingesteckt, die „so nebenher" ohne Abzeichen lockergemacht und auch gerne aus der Geldtasche des Spenders entlasten wurden. Das Ergebnis dieses ersten Tages war unbeftreitbar bereits ein starker Erfolg der Samlung unserer Soldaten für das Kriegs-WHW. * Der gestrige Sonntag brachte gewissermaßen eine Mobilmachung aller Gießener und der Bewohner vieler Nachbarorte. Schon vom Vormittag ab konnte man in stündig steigendem Maße eine Völkerwanderung sehen, deren Ziele die Kasernen und Veranstaltungsplätze unserer Soldaten waren. Der Obus-Betrieb zeigte namentlich um die Mittagsstunden und am Nachmittag immer nur bis zum äußersten überfüllte Wagen, die besonders auf der Strecke zu unseren Fliegern, die Regel waren. Aber auch auf den Linien zur Bergkaserne und zu der Veranstaltung der Nachrichtenhelferinnen herrschte Großbetrieb, denn Tausende von Menschen wollten natürlich möglichst schnell durch den Obus an das Ziel ihres Weges gebracht sein. Daneben beweaten sich ununterbrochen lange Kolonnen von Fußgängern auf dest Wegen zu unseren Truppenunterkünsten, vor deren Toren sich zeitweise große , Ansammlungen stauten, da der Durchlaß durch die Sammlerketten natürlich nicht immer so rasch möglich war wie der „Nachschub" an Besuchern anwuchs. Allenthalben wickelte sich aber der Verkehr ohne Reibungen und mit humorvoller Einsicht in die gegebenen Möglichkeiten ab, so daß man auf den Veranstaltungsplätzen überall nur zufriedene Gesichter sah. Ununterbrochen wurden auch hier, diesmal von den Soldaten, die Sammelbüchsen herumgereicht, und der Erfolg war in allen Fällen weit mehr als erwartet worden war, denn die Fünfer und Groschen usw. saßen immer noch locker und wurden immer aufs neue ergänzt, so daß die Büchsen an Schwergewicht ständig zunahmen. * In der Bergkaserne waren die Grenadiere eifrig am Werk, durch mancherlei Veranstaltungen die vielen Besucher gut zu unterhalten und ihnen interessante Einblicke in den soldatischen Dienstbetrieb zu geben, Kleinkaliberschießen, Zeltbauen, verschiedene militärische Hebungen usw. fesselten die Besucher in starkem Maße. Um die Mittagszeit gab es einen schmackhaften Eintopf, den d er Musikzug der SA.- ötanbärte 116 durch gute Unterhaltungsmusik zum Mittogstisch noch besonders bereicherte. Die Landesschützen hatten in der Zeughauskaserne ebenfalls mancherlei Unterhaltendes veranstaltet, das sehenswert war, während sie im Saale des Caf6 Leib schon am Samstag gegen Abend und bann am Sonntagmittag ausgezeichnetes Eintopfessen verabreichten, das gerne und mit starkem Beifall genossen wurde. Bei den Nachrichtenhelferinnen konnten sich die Gäste ebenfalls'an einem vortrefflichen Eintopf erfreuen, wobei auch hier der Musikzug der SA.- ©tan barte 116 die Tischmufik stellte, außerdem manche „Blitzmädchen" durch gesangliche Darbietungen noch erfreuten. Der Besuch bei den netten Gastgeberinnen wird den Gästen gleichfalls in guter Erinnerung bleiben. * Das Schwergewicht des Tages lag im Fliegerhorst. Unsere Flieger hatten mit starkem Aufgebot Dön Kräften eine Veranstaltung aufgezogen, an der aber auch „alles dran" war und die sich nach jeder Richtung hin hervorragend präsentierte. Schon am Vormittag herrschte dort ein Betrieb, der von Mertelstunde zu Viertelstunde immer gewaltiger wurde und schließlich um die Mittagszeit und am Nachmittag zu einem solchen Massenandrang anwuchs, wie wir ihn in Gießen bisher nur feiten gesehen haben. Unsere Flieger zeigten sich aber allen (Ermartungen, selbst den hochgespanntesten, gewachsen und bereiteten ihren Gasten einen Sonntag, der lange in guter Erinnerung bleiben wird. Neben der Möglichkeit, sich in den Unterkünften unb sonstigen Einrichtungen des Horstes umsehen zu können und dabei viel Interessantes kennenzulemen, das mit starkem Wissensdrang in Augenschein genommen wurde, boten sie auch mancherlei inter« essante Ausschnitte aus dem Freizeit-Leben unserer Soldaten, wie es sich z.B. in der Ausstellung „Soldaten als Künstler", in gesanglichen Darbietungen usw. offenbarte. Einige Verlosungen von schönen Dingen für die Wohnungen, von Flugzeugmodellew usw., brachten obendrein vielen Besuchern noch ein Andenken, das sie als bleibendes Erinnerungszeis chen mit nach Hause nehmen konnnten. Um die Mittagszeit konnte man sich aus den Küchen unserer Rieger an einer ausgezeichneten Erbsensuppe mit Speck und Fleisch stärken, die von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern mit größtem Appetit verzehrt und mit Recht allenthalben sehr gelobt wurde. Der prächtige Eintopf, der auch bei den strengsten Maßstäben der Hausfrauen in vollem Ausmaß bestehen konnte, wurde dadurch noch wertvoller, daß man ihn ohne Markenabgabe empfina; er reizte viele Besucher sogar so sehr, daß sie sich — nach vorheriger vorsorglicher „Cindeckung" mit mehreren Eßmarken — noch einen zweiten und dritten „Schlag" hollen, ja einige neben ihren gefüllten Tellern sogar noch Essen- künnchen stehen hatten, die sie von daheim mit» schleppten, um sich das vortreffliche Essen noch für eine Mahlzeit nach Hause mttzunehmen. Obwohl Tausende von Besuchern hier speisten, verlief der ganze Essenbetrieb schr flott, da auch für die Bedienung der Gäste in umfangreichem Maße gesorgt worden war, so daß jeder schnell zu feiner Atzung kam. Nach dieser Stärkung zog der Flugplatz die Be^ sucher ganz besonders an. Hier konnten sie viel Interessantes beobachten und den verschiedenen Flug- vorführungey mit stärkstem Interesse folgen. Stundenlang warteten Tausende von Menschen am Rande des Flugplatzes aus, um allen Einzelheiten der fesselnden Darbietungen folgen zu können. Daneben war noch die Möglichkeit geboten, sich in vergebenen Hallen umzuschauen und dort viel Sehenswertes aus dem Bereiche unserer Flieger kennenzulernen. Alt und jung waren mit gleich starkem Interesse bei der Sache und wurden gar nicht müde, bis schließlich auch dieser Teil des erlebnisreichen Nachmittags feinen Abschluß fand. Der Nachmittag brachte weiterhin ein Fußballspiel, das mit starkem Interesse verfolgt wurde. In einem Variete, das Soldaten und Nachrichtenhelferinnen als Mittvirkende zeigte, wurde den vielen (Nachdruck verboten.) 39. Fortsetzung. Glück auf, Renate! Noman von Ernst Erau. _ „Darüber möchte ich die Aussage verweigern, Herr Handgerichtsrat. Es handelt sich dabei um Differenzen rein privater Natur." „So. Aber es besteht doch die Möglichkeit, daß Ihnen nach dieser überraschenden Kündigung der Gedanke kam, sich an Terbrüggen zu rächen. Es ging ja immerhin um Ihre ganze Existenz." Hellingrath schüttelte den Kops. „Derartige Gedankengänge-lagen mir damals und auch später vollkommen fern" „Dem steht aber doch die Tatsache entgegen, daß Sie an dem betreffenden Tage beim Einfahren Ihre Waffe mitnahmen. Das ist zum mindesten doch ungewöhnlich." „Es wäre ungewöhnlich, wenn ich es getan hätte. Aber das Gericht irrt in dieser Annahme. Ich habe niemals beim Einfahren eine Waffe bei mir gehabt. Ich hatte bisher auch niemals eine Veranlassung dazu." „Der Befund Ihres Wagens in der Garage hat ab et zweifelsfrei ergeben, daß der Werkzeugkasten gut verschlossen war und unmöglich inzwischen mit einem Nachschlüssel geöffnet sein konnte." „Dazu vermag ich nichts zu sagen." Der Vorsitzende blättert nervös in den vor ihm liegenden Akten. Der Fall lag doch sonnenklar Es mar wirklich sinnlos, daß der Mann dort bei lelnem hartnäckigen Leugnen blieb. Was versprach er sich davon? „Dann erklären Sie sich bitte dazu, wie die Ihnen gehörige Waffe erst zur Tat benutzt und spater auch am Tatort gesunden werden konnte?" „Diese Auskunft könnte wohl nur der Täter selbst geben." Doktor Wildow lehnt sich achselzuckend in seinen Sessel zurück. „Haben Sie noch eine Frage an den Angeklagten, Herr Staatsanwalt?" „Danke." „Dann ..der Vorsitzende wendet sich dem an der Tür stehenden Justizwachtmeister zu, „dann bitte zunächst den Zeugen Karl Meinders." Der tritt sofort ein. Mit leichten, federnden Schritten geht er auf den Tisch des Richters zu. Den rechten Arm trägt er in einer schwarzseidenen Binde. Nach Ansicht der behanb^^lli Aerzte wird dieser Arm vermutlich steif bl^^^tta die Kugel einige Sehnen durchschlagen hcWMff Werner wendet sich beim Eintritt dieses Mannes nach hinten, wo Walter Hammerkott und Frau Thora Kersten sitzen. Sie tuscheln eifrig miteinander, und ihren Blicken ist zu entnehmen, daß sich ihr Gespräch um den eben auftretenden Meinders zu drehen scheint. ,Sie heißen Karl Meinders, Direktionssekretär auf Zeche Hammerkott und 23. Oktober 1889 als Sohn eines Bergmanns in Ratibor geboten?" ,Zawohl." „Sie wollen also genau gefehen haben, Herr Zeuge, daß der auf Sie gerichtete Schuß von Doktor Hellingrath abgegeben wurde?" „Ja ... ich sah ..." „Ick mache Sie darauf aufmerksam, Herr Zeuge", unterbricht ihn der Richter, ,chaß Sie im Anschluß an Ihre Vernehmung wahrscheinlich vereidigt werden. lieber die Bedeutung des Eides und die Folgen einer Falschaussage brauche ich Ihnen nichts zu sagen. Fahren Sie bitte fort." Meinders machte eine kleine Geste der Verlegenheit. Ein heißer Boden, auf hem ich hier stehe, denkt er. Doch sofort hat er sich wieder in der Gewalt. „Ich habe in dem gleichen Augenblick, in dem ich getroffen wurde, noch deutlich wahrnehmen können, daß das Feuer von derselben Stelle kam, wo uns Hellingraths Lampe entgegenschimmerte." Dr. Reckling räusperte sich vernehmlich und bemerkt: „Außer dem Angeklagten befand sich aber auch noch Direktor Terbrüggen vor Ihnen in der Schußlinie ..." „Nicht ganz" weist Meinders den Anwalt sofort zurück. „Xerbrüggen stand nur wenige Schritte seitlich von mir, ich konnte die Umrisse seiner Figur in dem ungewissen Zwielicht gerade noch erkennen." „Nehmen wir einmal an", mischte sich der Vorsitzende wieder ein, „nehmen mir einmal an, daß Sie recht haben, Herr Zeuge. Hatten Sie mit dem Angeklagten Hellinarath irgendwelche Differenzen, die einen solchen Angriff gerechtfertigt Hüften?" Meinders zögert wieder ein wenig, sagt dann aber klar und bestimmt: „Nein!" Der Mann auf der Anklagebank sieht überrascht auf, als er dieses Nein hört. Er ist dem Gericht von Herzen dankbar, daß es Renate bisher nicht in die Sache hineingezogen hat. Von Meinders dagegen hat er eine solche Rücksichtnahme eigentlich nicht erwartet. Im. stillen dankt er ihm für diese Ritterlichkeit. „In der Voruntersuchung hat aber der Zeuge Terbrüggen gerade in diesem Punkte ganz entgegen- gefetzte Angaben gemacht ..." ,/Das ist ein Irrtum. Ich habe mit dem Angeklagten niemals irgendwelche Differenzen gehabt", bekräftigt Meinders seine Aussage. „Das verstehe ich nicht", wunderte sich der Richter. „Der Angeklagte mußte doch im Gegenteil sehr schwerwiegende Gründe haben, wenn er mit der Waffe in der Hand gegen Sie vorging?" Der Zeuge lächelt verbindlich. „Ich bin der Ueberzeugung, daß der Schuß auch nicht mir galt ..." „Sondern?" „Direktor Terbrüggen. Das schlechte Verhältnis zwischen den beiden ist ja allgemein bekannt. Wahrscheinlich glaubte sich Hellingrath auf der abgebauten Strecke mit Terbrüggen allein .. Der Richter nickt vor sich hin. Seine Augen nran* dern zur Anklagebank hinüber. So wird es Der» mutlich auch gewesen sein, denkt er. Doch er sagt nichts und wendet sich wieder dem Zeugen zu. »hatten Sie selbst mitunter Differenzen mit Herrn Terbrüggen?" „Nein", kommt es gut vorbereitet. ,Hedenfall6 nichts von Belang." Werners Verteidiger erhebt sich. „Mein Mandant hat mir dagegen erzählt, daß er erst vor einiaen Wochen Zeuge einer sehr bewegten Auseinandersetzung zwischen Terbrüggen und dem Zeugen war. Er hatte dabei den Eindruck, daß sogar recht erhebliche Zwistigkeiten zwischen den bei4 oen Herren bestehen mußten." Meinders hört sich diesen Einwand mit hochye-, zogenen Bräuen an. .Nun ja ...", gibt er dann widerstrebend zu. „3m geschäftlichen Leben kommen ja mitunter Meinungsverschiedenheiten vor. Ohne dem geht es wohl gends ab. Aber so tiefgehender Natur waren sie dann doch nicht." Doktor Reckling gibt sich mit dieser etwas lahmen Erklärung nicht zufrieden. „Dann beantrage ich, die übrigen Angestellten bei* Zechenverwaltung zu dieser Frage zu vernehmen, deren Klärung ich für sehr wichtig halte." / „Das Gericht wird über diesen Antrag noch ent« scheiden, Herr Rechtsanwalt. Die beste Auskunft: darüber wird uns ja wohl Herr Direktor lerbrüg^ gen selbst geben können. Bitte ..." Doktor Wildenow gibt dem Justizwachtmeister ein Zeichen, „der Zeuge, Terbrüggen..." (Fortsetzung folgt.) Besuchern abwechslungsreiche und interessante Unterhaltung geboten, die dankbare Aufnahme fand. Für die Kinder hatten unsere Flieger Gelegenheit zu Rundfahrten durch den Horst auf einem Ochsen- Merergespann unt) auf geschmücktem Pferdefuhrwerk veranstaltet, von denen die Klemen, aber auch viele Große Gebrauch machten. Durch eine Groh- lautsprecheranlage wurde neben manchen Ankündigungen noch flotte Unterhaltungsmusik übertta- gen, so daß man an allen Teilen des Horstes auch von den Klängen der Musik erreicht wurde. . * oo, verliefen die beiden Tage des Einsatzes unserer Soldaten für das Kriegs-WHW. auch in Gießen nach jeder Richtung hin außerordentlich erfolgreich und waren sowohl in materieller Hinsicht für das WHW. als auch ideell ein starker Erfolg, der die Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Volk nicht nur wieder bekundete, sondern noch mehr vertiefte und ein erneuter Beweis für die Geschlossenheit unseres ganzen Volkes in dem Kampfe um unsere Freiheit und Zukunft in treuer Gefolgschaft zum Führer ist. Zu Ostern wieder Zulaffungskarten bei der Reichsbahn. Lpd. Auch in diesem Jahre werden für die Oster- feiertage von der Reichsbahn wieder Zulassungskar- ten für die meisten im Reichsbahndirektions'bezirk Frankfurt verkehrenden Schnell- und Eilzüge ausgegeben, um eine Ueberfüllung der Züge zu vermeiden. In der Zeit vom Mittwoch, 21. April, 0 Uhr, bis Mittwoch, 28. April, 24 Uhr, sind für fast alle D= und Eilzüge Zulassungskarten notwendig, die aus den Frankfurter Bahnhöfen, ferner im Direktionsbezirk Frankfurt auf den Bahnhöfen Offenbach, Hanau, Fulda, Friedberg und Gießem unentgeltlich in beschränkter Anzahl aus gegeben werden. Die Zulassungskarten können drei Tage vor Reiseantritt gelöst werden. Vom 21. bis 28^April dürfen Schnell- und Eilzüge auch mit Zulassungskarten in einem Umkreis von 150 Kilometer um Frankfurt nicht benutzt werden. Die Reichsbahn ist auch nicht m der Lage, den Osterverkehr mit mehr Wagen als seicher oder mit Entlastungszügen zu bedienen. Es ist deshalb notwendig, in der Osterwoche noch mehr als sonst auf nicht unbedingt dringende und kriegswichtige Reisen zu verzichten. Reisende, die in den Zügen keinen Platz finden, müssen zurückbleiben. Heilkräuter am Wege. NSG. Der Frühling hat nun wieder seinen Einzug gehalten. Er bringt wie der Sommer reichen Segen 'mit. Zu diesem Segen gehört auch der Reichtum an Heilkräutern, die uns am Wege geradezu entgegenwachsen. Schon haben die ersten ihre goldenen-Blütensterne erschlossen. Der Hu^attich macht sich an feuchten Stellen, an Eisenbahnoämmen und auf frischen Bodenaufschüttungen breit. Ihm folgen itn Sommer all die anderen Heil- und Teepflanzen in bunter Folge. Bald grünt im schattigen Buchen- Hochwald der Waldmeister, dann kommen Brennessel und Kamille, Schafgarbe und Taubnessel, Holund er - und Lindenblüten, Brombeer-, Himbeer- und Erdbeerblätter, die uns von Urahnen her als „gut und heilsam" geschildert werden. Beim Sammeln beachte man aber alle Regeln, die unsere Vorfahren, die ihre Krankheiten und Gebresten mit solchen Pflanzensäften und Tees zum Teil besser heilten als mit manchen künstlichen Medizinen, beachteten, und die wichtig genug sind, immer wieder ins Gedächtnis gerufen zu werden: Sammelt nur bei schönem Wetter und laßt den Tau der Nacht erst verschwunden fein. Blätter und Blüten sammelt, wenn sie in ihrer schönsten Entfaltung stehen, Beeren (Hagebutten-, Wacholder- und Heidelbeeren), wenn sie sich in ihrer besten Reife befinden. Das Trocknen besorgt sorgsam, breitet die Würzkräu- ter auf luftigem Dachboden aus, -wendet sie täglich. Sind sie luftttocken, so trocknet sie zweckmäßig auf der warmen Herdplatte oder im Backofen nach. Dann läuft man nicht Gefahr, daß sie später, in größere Behälter^ gebracht, schimmeln. Hat die Heil- und Teekräutersammlung durch die Jugend im vergangenen Jahre auch in unserem Gaugebiet einen vollen Erfolg gehabt, so wird ebenso in diesem Jahre die Jugend erst recht die Pflicht in sich fühlesi, auch hier alles zu tun, was ihr zu tun möglich ist. Gefährliches Kinderspiel auf der Straße. NSG. Kinder spielen auf der Straße, Lachen und, Frohsinn spiegeln sich auf ihren Gesichtern. Fritz und Grete, als die Aelteren, sehen vergnügt dem Spiele zu, denn sie haben die jüngeren Geschwister zu beaufsichtigen. Sie unterhalten sich von der Schule, und ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dem Gespräch. Unterdessen ist der kleine vierjährige Hans vom Bürgersteig auf die Fahrbahn geraten, um feinen Ball zu holen. Auf der Fahrbahn spielt es sich doch so schön! Hinzu kommt noch der kleine Fritz, und schon ist das Ballspiel auf der Fahrbahn in vollem Gange. Da, ein plötzlicher Aufschrei, und schon ist das Ünglifck geschehen! Der Krastwagen- fahrer wollte den Unfall in letzter Sekunde noch verhüten. Er riß das Steuer herum' konnte es aber nicht vermeiden, daß der kleine Fritz überfahren wurde. Die Kinderunfälle im Straßenverkehr bieten leider zahllose Beispiele, bei denen Unerfahrenheit, Leichtsinn und Verletzung der Aufsichtspflicht die Ursache sind. An Mutter und sonstige Erziehungsberechtigte ergeht, daher die dringende Mahnung: Warnt eure Kinder vor dem Spiel auf der Fahrbahn, weist sie auf die ernsten Folgen eines Unfalls hin! Der Erziehungsberechtigte genügt keineswegs seiner Aufsichtspflicht durch ein bloßes Verbot an den Minderjährigen, er muß sich auch davon überzeugen, daß das Kind auch seiner Anordnung Folge leistet. Denkt stets daran: Kinder gehören nicht auf die, Fahrbahn! Zum Spielen sind die Spielplätze da! SJLSpori Mannschastsschießen um den KriegS- erinnerungspreis des Gauleiters. NSG. Am Sonntag wurde auf den Schießständen der SA. in Eschersheim der dritte Durchgang des Mannschafts-Kleinkaliberschießens um den von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger gestifteten Kriegserinnerungs-Wanderpreis ausgetragen. Der Gauleiter brachte fein besonderes Interesse für den Schießsport durch seinen persönlichen Besuch zum Ausdruck. Als Sieger im brüten Durchgang ging diesmal die Mannschaft der S A.- S t a nb a r t e 6 3 hervor. Der Gauleiter überreichte dem Führer der Mannschaft den Kriegserinnerungspreis und sprach seine Anerkennung für die vorzüglichen Schießleistungen sämtlicher Mannschaften aus. Der Kriegserinnerungspreis muß zweimal hintereinander oder dreimal insgesamt gewonnen werden, ehe er endgültig in den Besitz einer Mannschaft übergeht. Sieger im ersten Durchgang war der Frankfurter Schützenverein 1860 e. V., im zweiten Durchgang die Post-Sportgemeinschaft Frankfurt. Dom Fuhbatt. LSV. Gießen — DsB.-R. Gießen 7:3. Im Rahmen der 'umfangreichen gestrigen Veranstaltungen der Wehrmacht hatte der Luftwaffensportverein, der diesjährige Meister in der Gruppe Wetterau, den Tabellenzweiten, V fB. - Reichsbahn, zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Da die Frage nach dem Gruppenmeister dis zum letzten Augenblick völlig offen war und der VfB.-Reichsbahn nur mit einem Punkt Rückstand Zweiter wurde, hatte dieses Spiel erhöhte Bedeutung. Der Luftwaffensportoerein hatte nachzuweisen, daß seine Meisterschaft sowohl formell als auch dem spielerischen Können nach in Ordnung geht. Viele Besucher der Veranstaltungen unserer Flieger benutzten die Gelegenheit, dem Spiel beizuwoh- nen. Sowohl der DfB.-R. als. auch der LSV. hatten nur wenige ihrer alten und bewährten Stammspieler in der Mannschaft. Trotzdem konnte man mit den spielerischen Leistungen auf beiden Seiten zufrieden sein. Die Leitung des Spieles hatte Kreisfä'chwart Post übernommen. Das Spiel begann recht tempo- reich. Die Flieger mußten schon kurze Zeit nach dem Anpfiff eine gefährliche Angelegenheit vor dem eigenen Tor bereinigen. Nicht lange dauerte es, bis sie in ihren eigenen Reihen einen klaren Spielaufbau hergestellt hatten. Der Sturm spielte in ganz neuer Zusammensetzung. Die Läuferreihe baute vorzüglich auf, und so gelang es dem Sturm auch bald, das erste Tor durch den Mittelstürmer (Fäßer) zu erzielen. Auch die beiden nächsten Tore brachte Fäßer auf sein Konto. Während dieser Spielzeit konnte sich die Mannschaft von VfB.-Reichsbahn nur selten entfalten, und die Gefahr der Einseitigkeit des Spieles bestand. Allgemein hatte man mit stärkerem Widerstand gerechnet. Der Sturm des Luftwaffensportvereins zeigte in der ersten Halbzeit gute Leistungen und erzielte durch'Hambucher und Müller (Elfmeter) noch zwei weitere Tore. Das Halbzeitergebnis von 5:0 entspricht den Leistungen der Mannschaften und bestand in dieser Höhe zu Recht. Nach der Halbzeit hatte Reichsbahn Gießen eine Mannschaftsumstellung vorgenommen. Infolge regelwidriger Bedrängung eines Spielers im «Strafraum der Soldaten verhängte der Schiedsrichter einen Elfmeter, der auch sicher zum ersten Gegentor verwandelt wurde. Durch dieses Tor war die Mannschaft des LSV. derart aus dem Konzept gebracht, daß ös dem Gegner gelang, innerhalb kurzer Zeit zwei wettere Tore aufzuholen. Vor allem die Läuferreihe des LSV. trug an diesen Gegentoren Schuld. Damit war das Spielergebnis auf 5:3 berichtigt worden. Es dauerte lange, bis die Flieger das Selbstvertrauen wiedergefunden hatten.- Mehrere sichere Torgelegenheiten wurden freistehend vor dem Tore verschossen, bis das. sechste Tor fiel. Damit änderte sich auch das Gesicht der LSD.-Mann- schäft. In der letzten Viertelstunde fand fiejid) wie- der besser zusammen und beendete das Spiel mit 7:3 Toren sehr zufriedenstellend. (Sport der Hitler-Jugend. hessen-nassauische Schuhen siegten. In Marburg trafen die Gebietsmannschaften von Kurhessen und Hessen-Nassau in einem Vergleichs- karnpf im Kleinkaliberschießen zusammen. Es wurde in den drei Anschlagarten auf die Zehner-Ring^ scheibe geschossen, wobei jedes Gebiet durch fünf Schützen vertreten war. Hessen-Nossau siegte Überlegen mit 2449:2212 Ringen und stellte mit Henkel (Weiskirchen) mit 513 Ringen, Hölzel - Gie-- ßen (512 R.) und Schäfer-Gießen (501 R.) auch die drei'besten Einzelschützen. Kurhessen war nur durch Kasseler Jungschiktzen vertreten, von denen Belz mit 483 Ringen am besten ab schnitt. Don der Börse. F r a n f f u-r t a. M., 2. April. An den Aktienmärkten zeigten sich in dieser Woche stärkere Auf-- lockerungstendenzen, die zuletzt die Zahl der Rationierungen auf ein Minimum zusammenschrumpfen ließen. Die Tatsache, daß in Berlin Siemensaktien voll zugeteitt wurden, mahnte zur Vorsicht, zumal dadurch infolge Konzernzeichnungen der eine oder andere Erwerber anmeldepflichtig geworden sein dürfte, ohne damit gerechnet zu haben. Jedenfalls kam es zuletzt nur noch u. a. in JG.-Farbeninduftrie und in Commerzbank zu Rationierungen. Kursmäßig ergaben sich zunächst keinerlei Veränderun- aen, erst gegen Wochenschluß wurden in Auswirkung der Aufholung von vorangegangenen Dividendenabschlägen vereinzelt Kursheraufsetzungen bewilligt. Westd. Kaufhof, die bis zu 90 nachgegeben hatten, konnten 1,75 v. H. zurückgewinnen. Am Rentenmarkt standen Jndustrieobligcttio- nen im Mittelpunkt der Nachfrage. Von Reichswerten gingen stetig z. T. nennenswertere Beträge älterer Folgen der Reichsschatzanweisungen aus dem Markt, eine neue Folge wurde bisher noch nicht aufgelegt, doch rechnet man damit, daß die angesammelten älteren Folgen allmählich abgestoßen sind, so daß man in absehbarer Zeit ipit der Neuauflage rechnen darf. Stadtanleihen freurtdlich, Wiesbadener 0,50 v. H. fester und 102,50. Frankfurter Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M., 3. April. Es notierten je 50 kq Leb end gewicht in RM.: Ochsen a) 47, b) 41 bis 43, c) 37 bis 38; Bullen a) 43 bis 45, b) 40 bis 41, c) 34 bis 36; Kühe a) 43 bis 45, b) 39 bis 41, c) 30 bis 35, d) 18 bis 25,5; Färsen a) 45 bis 46, b) 40 bis 42, c) 35 bis 37, d) 25 bis 28,5; Kälber b) 56 bis 59, c) 48 bis 50, d) 30 bis 40; Lämmer und Hümmel a) (Stallmastlämmer) 51 bis 54, mittlere Mastlämmer und ältere Masthämmel 45, Schafe a) 44 bis 46, b) 40 bis 42, c) 28 bis 34; Schweine a) 73,5, bl) 72,5, b2) 71,5, c) 69,5, d) 66,5, e) 63,5, f) nicht notiert, gl) 73,5, g2) 66,5, h) und i) nicht notiert. Marktverlauf: alles zugeteilt. Hauptjchrlftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei hcmptschriftleilerS: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für PolitH und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; iür Stadt Gießen, Provinz, Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsietter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Aßzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Mein geliebter Mann, der gute Vater seines Kindes, unser treuer Sohn und Schwiegersphn, unser lieber Bruder Gefreiter Kurt Pflüger Kradschütze in einer Panzerdiv., Träger d.E.K.2, der Ostmedaille und des Panzerkampfabzelchens, istdn den schweren Kämpfen im Osten vor dem Feind geblieben. Sein junges Leben war Treue- und Pflichterfüllung für unser Volk. Dora Pflüger, geb.Scholl, und Töchterchen Karin Karl Pflüger und Frau Dorothea, geb. Otto Hilde und Willi Pflüger Familie Wilhelm Scholl, und alle Angehörigen. Kirchhain und Gießen, im April 1948. Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren lieben Mitarbeiter und Kameraden. Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. 1076D Tieferschüttert erhielten wir die unfaßbare IRgS Nachricht, daß unser lieber, sonniger Junge, z—x unser guter Bruder, Neffe und Vetter Parteigenosse Rudi Biehl Gefreiter in einer Nachrichtenabteilung Inhaber der Ostmedaille am 7. März 1943 im Osten, kurz nach Vollendung seines 22. Lebensjahres, in treuer Pflichterfüllung für Großdeutschland gefallen ist. Er hat uns nur Freude bereitet. — Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Heldenfriedhof in Poltawa (Ukraine). In tiefem Schmerz: Family August Biehl I sowie alle Angehörigen. Gießen (Wetzsteinstraße 4), den 1. April 1943. Auch wir trauern mit den Angehörigen um den Verlust unseres lieben und treuen Arbeitskameraden. Betriebsführung und Gefolgschaft der Dresdener Bank, Filiale Gießen Mit den Angehörigen trauert die Betriebsgemeinschaft der Firma Martin Abermann, Baugeschäft, Gießen. Hart und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß un$er einziger, herzensguter, hoffnungsvoller Sohn, unser lieber Enkel, Neffe und Vetter Ernst Adam Sanitäts- Obergefreiter am 18. März, kurz vor Vollendung seines 24. Lebensjahres, nach kurzer schwerer Krankheit in einem Feldlazarett im Osten gestorben ist. In tiefem Schmerz: Paul Adam und Frau Minna, geb.Kroh sowie alle Verwandten. Gießen, Sonnenstr. 1, den 5. April 1943. Heute entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Kapitän Karl Schmehl Oberregierungsrat i. R., Korvettenkapitän d. R., Inhaber des E. K. I. und II. Klasse und vieler anderer Kriegsauszeichnungen und Orden im 74. Lebensjahre. I Marie Schmehl, geb. Windeis Professor Dr. Heinz Schmehl Dorothea Kästner, geb. Schmehl Studienrat Dr. Ernst Schmehl Charlotte Schmehl, geb. Brantin Pfarrer Ludwig Kästner, z. Z. im Felde Helene Schmehl, geb. Kästner und 7 Enkelkinder. Berlin-Kleinmachnow, Franzosenfichten 4, Potsdam, Schönau bei Gotha, Oslo, den 28. März 1943. Die Beerdigung fand am Samstag, dem 3. April 1943, auf dem Waldfriedhof Kleinmachnow statt. * ____________- _____________________________02247 Am 3. April ist nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Margarete Mohr, geb. Heller im Alter von 57 Jahren für immer von uns gegangen. In tiefem Schmerz: Wilhelm Mohr III.; Obergefr. Theodor Briegal, z.Z. in Urlaub, und Familie; Obergefr. Wilhelm Mohr 4., z.Z. im Felde, und Familie; Obergefr. Philipp Balser II., z.Z. in Urlaub, und Familie; Anna Hammel; Obergefr. Heinrich Mohr, z.Z. im Felde, u. Frau; Hilde Mohr; nebst all. Angehörigen Annerod, Büblingshausen, Lang-Göns, Garben- H teich, Hausen, Steinbach, Lützellinden und H Leihgestern. •Die Beerdigung findet am Dienstag, dem B 6. April, nachmittags um 3 Uhr, statt. ____02240 8 Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied nach kurzem, Schwerem Leiden am Samstag, dem 3. April, nachmittags, meine innigstgeliebte Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Urgroßmutter, Schwester. Schwägerin, Gote und Tante Frau Sophie Reuter, geb. Dern nach einem arbeitsreichen Leben, im Alter von 62 Jahren. In tiefem Schmerz: Daniel Reuter; Konrad Meusel und Familie; Karl Reuter u. Farn.; Karl Schmandt XL, z. Z. im Felde, u. Frau; Heinrich Reitz, z. Z. im Felde, u. Familie; Otto Reuter, z.Z. im Felde, u. Familie; Frieda Reuter u. Bräutigam,z.Z. im Felde, nebst allen Verwandten Watzenborn-Steinberg, Alten-Buseck. Gießen- Wieseck und im Felde, den 4. April 1943. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehausc in Watzenborn, Hindenbürgstr. IO, aus statt. __ 02243 Gemeinsame Bekanntmachung der Landröte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Betr.: Die Abgabe von Sützwaren. In der Zeit vom 8. April bis 1. Mai 1943 erhalten sämtliche Vev- sorgungsberechtigte des Kreises Gießen je Kopf 200 Gramm Süßwaren. Ein Anspruch auf eine bestimmte Sorte besteht nicht. Mit Rücksicht auf die bestehenden Verkehrsschwierkgkeiten werden diese Süßwaren nicht in jedem Ort des Kreises zur Verteilung gelangen. Die Bewohner einer beschränken Anzahl von Gemeinden des Kreises müssen ihre Süßwaren in einer Nachbargemeinde abholen oder durch besonders Beauftragte abholen lassen. Der Auslieferungsplatz kann in jedem ball bei dem zuständigen Bürgermeister erfahren werden. Die Versorgungsberechtigten können mit Rücksicht auf die bereits erfolgte Belieferung der Kleinhändler ihre Süßwaren nur in dem für sie bezeichneten Orte beziehen. Eine Belieferung an einem anderen Ort kommt nicht in Frage. Gültig zuni Bezug der Waren sind nur die Abschnitte 36 der rosa und blauen Nährmittelkarken 48. Die Abschnitte sind von den Kleinverteilern abzutrennen und bis zur Abrechnung aufzubewahren. Sn, Geisteinschaftsverpflegung befindliche Personen erhalten auf Antrag der zuständigen Lagerleitungen usw. Bezugsberechtigungen von dem für sie zuständigen ErnährungLamt (nicht Kartenausgabestelle)^ Süßwaren dürfen nicht abgegeben tverden an Ostarbeiter, Kriegs- gefangene, Zivilgefangene, Polen, Juden und Zigeuner. G i e ß e n, den 3. April 1943. 1097D Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach Der Landrat des Landkreises Gieße». Dr. Lotz. Am 3. April 1943 wurde unser Stammhalter Klaus - Eberhard geboren In dankbarer Freude Emmy und Ludwig Drusch el Gießen, Keplerstraße 7 z. Z. Ev. Schwesternhaus 02242// Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche anläßlich unserer VanAihlung danken wir, auch der Eltern, herzlich Herbert und Frau Betty, geb. Coenen Arpke (Hannover) Garben teich 02237/ Mietgesuche 3-4-Zimnier- evILTeilwohnung gesucht. Tausch - wohn, in Mainz vorhanden. 0223s Tr.Jaber, Landgerichtsrat, Gießen, Friedrichstr. 7. Junges Ehepaar Äkaderniker/sucht ab sofort od.spät. möblierte l-3-Zim.-Wohng. init Küche oder Knchenbenutz. Schr. Ang. unt. 02233 a.ö.G.A. Ehev. m. 3 Kind, sncht auf Dauer für sofort möbl. oder leere 2-Zimnierwohnung mit Küche. Schr. Ang. unt. 02235 a. d.G.A. Möblierte Zimmer f. weibl Bahu- vostbcankte gesucht. Schrift!. Ang. unt. 02236 an 0. Gieß. Anz. 1-2 leere Räume zum Unterstellen von Möbeln sjnd abzugeben. Schriftl. Angeb. unter 02245 an den Gieß. Anz. Wohnungstausch Wer-tauscht 3-Zimmerwonnung gegen ebene ' solche? Schrift!. Angeb. unter 02232 an den Gieß. Anz. Stellengesuche! Arztbilfe, kl. Labor, Verbände, Jnstrum.- Pflege, ärztliche Buchführung, Stenographie, Vtaschinenschr., kassenärztliche Verrechnung, suchtStellnng bei prakt. Arzt. Schr. Ang. Unt. 02145 a.d.G.A. | Verkäufe | Simmentaler AllingM tragend, leicht gefahren, z. verkauf. {0210s Dvrf-Giill, Knrvcnstr. 2. Jung., reinrass. .Deutscher Sfijofetönnö für 50,-^- RM. zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 1096va.d.G.A. Biete gebrauüit. Tamenfabrrad (35,-).Suche gut erh., kl. Schreibtisch, Tevvich ob. Chaiselongue. Schr. Ang. unt. 02234 a.d.G.A. GiefaenerVortragsring Kulturelle Vereinigung 1 Goethe-Bund Volksbildungsstätte Gießen der NS6. „Kraft durch Freude“ Mittwoch, den 7. April 1943, abends 7.30 Uhr Neue Aula der Universität Joachim von der 9oltz liest aus eigenen Werkenr Die Mitglieder des Goethe-Bundes (Kontr.-Abschn. Nr. 3). der Kul- turallen-Vereinigung und der Volksbildungsstä te Gießen (Kontr Abschnitt Nr. 12) haben freien Eintritt. Die Mitglieder der Gesellschaft für Erd-, und Völkerkunde erhalten gegen Kontr.-Abschn Nr. 12 Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von RM. 0.75 auf Sammelbestellung. Nichtmitglieder zum Preise von RM. 1.25 bei Cballier. Neuen weg. Kartenverkaufsstelle der KdF., Selters.-, eg 60. Die Angehörigen des Veranstaltungsringes der HJ. erhalten Eintrittsk .rten zum Preise von RM. 0 30. Studenten u. Militär zu RM. 0.40. [I056D Ein gefederter Wagen (Halbbreak) steht z.Berk.beiliv45v Wägnenneister Hrch. Hormann, \ Kesselbach.__ Mündlich können Sieesnurweulgsv sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es eilen Ziehharmonika für RM. 55,- zu verkaufen. 02246 Hillebrandstr.81 Dienst. 16-17 U. I Kaufgesuche I 1 Paar MWHe z. kaufen gesucht. Marb.Str.98p. | Verschiedenes I Witwer, 48 ev., berufst., eig. Hausbes.m. Garten, Geg. Weilburgs, unbesch. Berg., Kind, erwachs., wünscht auf ü. Wege eine Lebensgefährtin zwecks Heirat kennenzulernen. Wrtwe ohne si\w- hang bevor;. Es w.sich n. Frauen a. gut. Hause u. m. gut. Berg, bett). Strengste Diskret, zugesich. Zuschrift, unter 1087 V a.d.G.A. D.-2lrmbanduhr a. Kettenkarussel auf der Messe Oswaldsgarten am 3. 4. 1943 verloren. [02250 Geg. gute Bel. abzugeb. auf d. Fundbüro der Pol.-Dir. Die Deutsche NSG. „Kraft Arbeitsfront durch Freude" Kreisdienststelle W" Wetterau Unsere nächsten Theaterringver- anstaltungen finden wie folgt statt: 10er Ring: Sonntag, 11. April, 15 Uhr 8. Veranstaltung Liebesbriefe Lustspiel von Felix Lützkendorf. Sonntag, 18. April, 15 Uhr 9. Veranstaltung Das Konzert Lustspiel von Hermann Bahr. 16er Ring: Donnerst., 8. April, 19 Uhr 15. Veranstaltung Liebesbriefe Lustspiel von Felix Lützkendorf. Karten in der Verkaufsstelle der NSG. Kraft durch Freude, Seltersweg 60, Telefon 3961. 1094D, Gloria-Palast DiegoldeneStadt Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr. 10980 MHUEbvav mark «jM Ein Bavaria-Film J mit OLLY HOLZMANN • HILDE SESSAK MARTIN URTEL • FRIEDRICH DOMIN PAUL DAHLKE . OSKAR SIMA Musik: Werner Bochmann REGIE: PHILIPP LOTHAR MAYRIN6 Rätselhafter Fabrikbrand — Wer ist der Tater ?-Ein überraschungsreicher Kriminalfilm der Bavaria Kulturfilm — Wochenschau Henle Montag Erstaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugend nicht zugelassen. 1093C.