I $rdh6,5 mar$|945 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnumnier bis8'»UhrdesVormittags Anzeigen-Preife: Änzeigenteil 7Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbrelte, Tertterl 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalftaffeH AbschlüüeMengenftaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"'.mehr |93. Jahrgang Nr. 54 Erscheint täglich, außer sonntags und Feiertags Beilagen: ' - Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... RM.1.80 Zustellgebühr.. ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeige^' Poftscheck1168kMankf. M. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen 6ie6en3d>ulftrafie 7-9 LSlk- vef* 60, >vefr ’20D ”\ id n- en m, Entkommen Der deutsche Gegenangriff am Donez LmopMcheZugm-imgemanischenWehrerKchtiguWlager Der Front verbunden durch Arbeit und Opfer Oer MeKrmackibenchl. DRB. Aus dem Fühterhauptquattiet, 4. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im südlichen Teil der Ostfront haben Regen und Schlamm die Kampfhandlungen stark eingeschränkt. Der deutsche Gegenangriff macht trotz der schwierigen Welter- und Geländeverhältnisse weitere Fortschritte. Auf einer Frontbreite von 2 5 0 km flehen unsere Angriffsdivifionen am mittleren und oberen Donez. Die Stadt Slowjansk wurde im Sturm genommen. Lin weit hinter der Front abgeschnittener feindlicher Verband wurde zum Kamvs gestellt und zersprengt. Die Maste der Z. sowjetischen Panzerarmee ist im Raum südlich Charkow eng eingeschlos- fen und versucht vergeblich, nach allen Richtungen hin auszubrechen. Die harten Abwehrkämpfe im Raum nord- w e st l i ch Kursk hielten auch am gestrigen Tage an. Reue in vielen Wellen hintereinander geführte Angriffe der Sowjets im Raum nordwestlich Orel wurden unter schweren Verlusten zuruckge- schlagen. Die an der nord tunesisch en Front neu gewonnenen Stellungen griff der Feind während hes ganzen gestrigen Tages vergeblich an. Bei den Kämpfen in der letzten Woche wurden in Rord- tunesien 2110 Gefangene eingebracht. 68 Panzer und Panzerspähwagen abgeschossen und 36 Geschütze vernichtet. Einzelne feindliche Stärflugzeuge überflogen am Tage Rorddeutschland. ohne Bomben zu werfen. In der vergangenen Rach» griff die britische Luftwaffe west- und nordwestdeutsches Gebiet an. Vor allem im Raum von Groß-Hamburg und in Landgemeinden der Umgebung entstanden durch Spreng- und Brandbomben größere Gebäudeschäden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Rachtjäger. Flakartillerie der Luftwaffe und Marlneflat schossen 14 mehrmotorige Flugzeuge ab. Line weiteres feindliches Flugzeug wurde bei Tage an der norwegischen Küste zum Absturz gebracht. In der Rocht zum 4. März belegte die deutsche Luftwaffe das Gebiet von Groß-London mit Flucht vor dem Bolschewismus Bon Kriegsberichter Günther tzehsing. Umkreis zerstörte. Die Landbrücke zwischen Oonez und Onjepr. Es sind nicht die Sotvjets, die den angestrebten Dniepr in breiter Front erreicht haben, sondern umgekehrt halten unsere Angriffsdimsionen in der Breite von 250 Kilometer den oberen und mittleren Donez! Der schwere Druck aus die Landbrucke zwischen Donez und Dniepr ist damit behoben Der Wehrmachtbericht meldet weiter: „Die Masse der 3^o-- wjetischen Panzerarmee ist im Raum mdlich Cya^ kow eng eingeschlossen und versucht vergeblich, nach allen Richtungen hin auszubrechen. W'eder ist es eine ganze sowjetische Armee, die h»er eingeschlossen ist. Wieder wie in den Tagen des Ma, 1942, da in demselben Raum die üppigen Offensivhoftnungen Timoschenkos zu Schanden wurden. Damals traten die Sowjetarmeen zum umfassenden 2Ingrm an. Im Verlauf der Schlacht vom 24. bis jumi 29 Mai wurde die sowjetische Angriffsspitze südlich von Charkow eingekestelt und völlig vernichtet. Am Nach drei Monaten Winterschlacht Bon besonderer Seite. ten unsere Soldaten stellenweise bereits bis zu den Hüften im Wasser stehend. Trotz des tief verschlammten Geländes und des anhallend starken Regens verfolgten sie die an den beiden Vortagen zuruckgetriebenen Bolschewisten bis in die. Lagunen des Asowschen Meeres. Die Abschwächung der feindlichen Angriftstätigkeit an der Mius-Front dagegen Liegt in den hohen Verlusten des Feindes bei seinen erfolglosen Angriffen in den letzten Februartagen begründet. Mit weiteren Angriffen der Bolschewisten in'diesem Abschnitt ist jedoch zu rechnen. Beim Gegenangriff unserer Truppen am m i t t l e renn n d oberen Donez wurden neue breite Abschnitte des südlichen Donezufers mit zahlreichen Ortschaften, darunter die Stadt S l a w j a n s k, genonmien, der Feind wurde nach Norden zurückgeworsen. Weit hin- ter der Front geht das Kesseltreiben gegen abgeschnittene, teilweise starke feindliche Kampfgruppen weiter. Der Ring südlich Charkow um die Masse der 3. sowjetischen Panzer-Armee zieht sich immer mehr zusammen. Weiter südöstlich wurde ebenfalls tief rm Hintergelände der Front eine abgeschnittene femd- lick>e Gruppe zum Kampf gestellt und aufgerieben. Nordwestlich von Kursk wurde ein Vorstoß von etwa 70 Sowjetpanzern zum Stehen gebracht und abgeriegelt. Im Raum von r e ( verloren die Bolschewisten seit Beginn der Kämpfe Anfang Februar über 350 Panzer. Bei oergebstchen Durchbruchsoersuchen nördlich Drei verlor der Feind zahlreiche schwere Waffen. . Südlich d e s Ilmensees entwickelten sich nur noch örtliche Kämpfe Heeresartillerie beschoß außer Kasernen und Munitionsfabriken in Kronstadt vor allem den feindlichen Eisenbahnverkehr im Bereich von Schlüsselburg und die dortige Elsen- bahnbrücke. Sie traf dabei einen Munittonszug, dessen Explosion zugleich die Bahnstrecke m größerem den zum Verhängnis geworden. Nach wechselvollen hinhaltenden Kämpfen zwischen Don und Donez waren als zweite Absetzbewegung zur Begradigung der Front im Süden des Hauptschlachtfeldes R o st o w und die Industriestadt Woroschilow-- grad dem Feind überlassen worden, nicht ohne daß vorher alle wehrwichtigen Anlagen, soweit sie überhaupt noch bestanden, gründlich zerstört wurden. An der neu errichteten Mius-Front brandeten die Frontalstürme der Sowjets an. Die verlogene feindliche Agitation posaunte bereits den Sieg der Stoßarmeen hinaus, um bei ihren Generalen die voreilige Auffassung zu erwecken, die Schlacht sei zur Verfolgung gediehen. Der Sowjet-- general D a n st i s ch i n bezahlte seinen Irrglauben mit der Vernichtung des IV. Mot. Gardekorps, das hinter der Mius-Front eingeschlossen war. General Borrisow aber, der mit dem 7 Garde-Käval» leriekorps über den zugefrorenen mittleren Donez gekommen war und im Stoß auf Stalino den un> verlierbaren Sieg sah, rannte in die Gasse des Verderbens, aus der es für seine Truppen kein ------------— gab. Damit ist aber die Reihe der sowjetischen Verbände nicht erschöpft, die sich in dieser durch alle Charakteristika de§- Bewegungskrieges gekennzeichneten Winterschlacht in der Rolle des siegreichen Verfolgers wähnten, pis sie zu ihrer peinlichen Ueberraschung feststeklen mußten, statt Jäger gestelltes Wild zu sein. Zur erfolgreichen Kesselschlacht mag eine Portion Glück notwendig sein, immer jedoch setzt sie die feldherrlichss Begabung voraus, nicht nur die eigenen Chancen zu wägen, sondern auch die gegnerischen Bewegungen in Rechnung zu stellen und aus ihr die siegreiche Lösung zu ziehen. Als unsere Führung als dritte Phase die Absetzung der Front im Raume Charkow befahl, war die Verdichtung unserer Verteidigung soweit gediehen, daß sie in sich die Kraft zu erfolgreichen Offensivstößen barg. Der Gegner sah in unserer Rückwärtsbewegung nach Westen wohl schon die Lähmung, wenn nicht gar Auflösung unserer Kampfkraft und glaubte den Moment zur operativen Ausnutzung seiner Bodengewinne gekommen. Der Vorstoß der sowjetischen Panzerarmee Po- p o f f führte im Raum südlich Charkow zwischen Donez und Dnjepr zu einer Bewegungs- schlacht großen Stils, in der die deutschen Divisionen sehr bald die Rolle des Angreifers übernahmen. Popoff wollte in einer weit von Nordwesten her ausholenden Umfassung die Verbindung unserer Mittelfront zum Donezgebiet abschneiden; sein Plan scheiterte aber an dem in breiter Front geführten Gegenangrift unserer Verbände, wobei sich die Wehrertüchtigungslager der germanischen Jugend mit Jungen am Sandkasten. — Anläßlich eines Besuches, der mit einer eingehenden Ueberprüfung der Leistungen der Jungen verbunden war, sprach Reichsjugendführer Axmann vom soldatischen Einsatz der deutschen Jugendführer, die an allen Fronten das beste Beispiel kämpferischen Einsätze, geben. Eine neue Zeit könne aber niemals mit Menschen gestaltet werden, die noch in den Vorurteilen der Vergangenheit befangen seien. Die neue Zeit liege in der Jugend, denn sie habe den sicher-. sten Instinkt für das, was in der Zukunft ersteht. Diese Ueberzeugung umfasse auch die germanische Jugend. Anschließend überreichte der Reichsjuaend- führer mehreren Norwegern, Niederländern, Wgl- lenen und Flamen das in diesen vier Wochen erworbene HJ.-Leistungsabzeichen in Silber sowie da, Schießabzeichen der Hitler-Jugend. — (Scherl-Bilder- drenst-M. jFritz Emde«j) DNB. ... 4. März. (PK.) Bei der durch die militärische Lage notwendigen Räumung Kaukasiens und des Don-Gebietes hat der deutsche Soldat eine Flüchtlingsbewegung erlebt, die ein bezeichnendes Licht auf die Zustände in der Sowjetunion wirft, weil die Bevölkerung vor den Truppen des eigenen Landes floh, vor allem die Kaukasier,, ganz gleich, ob es Russen, Ukrainer, Kosaken, Tataren oder Bergvölker sind. Alle bedankten sich für die „Befreiung" durch die Bolschewisten und vertrauten ihr Schicksal lieber den Deutschen an. Die Angst vor den Sowjettruppen war so groß, daß die Bevölkerung selbst im härtesten Winter lieber ihr Heim und einen großen Teil der Habe opferte, nur um die Freiheit und das nackte Leben zu retten. So fand eine ablehnende Meinungsäußerung der Völker der Sowjetunion gegen den Bolschewismus statt, wie sie eindringlicher keine Wahl mit Hilfe von Stimmzetteln ergeben würde, denn kein einziger der Kolchosniki, der Steppenbauern, Hirten, Fabrikarbeiter, Eisenbahner und Handwerker, die mit ihren Familien den deutschen Truppen folgten, sind von diesen dazu gezwungen worden. Im Gegenteil, die deutsche Truppenführung hegte schwer st e Bedenken gegen diese Flüchtlingsbewegung mitten im härtesten Winter, weil weder eine Versorgung der fluchtigen Me^ischenmassen noch eine Unterbringung gewährleistet werden konnte. Es bestand auch die große Möglichkeit, daß der Flüchtlingsstrom die Straßen verstopfte, und dadurch der Ablauf der militärischen Operationen empfindlich gestoppt wurde. Sprengbomben schweren Kalibers und Tausenden von Brandbomben. ^-Standarte »Theodor (5*de". Berlin, 4. März. (DNB.) Der Führer verlieh in Würdigung der hohen und einmaligen Verdienste des vor dem Feind gefallenen Eichenlaubträgers ^-Obergruppenführers und Generals der Waffen- Theodor Eicke der dritten Standarte der ^-Panzer- Grenadier-Division „Totenkopf" den Namen „Theodor Eicke". Auf dem Stegskopf im Westerwald wurde das erste germanische Wehrertüchtigungslager eröffnet Aus Grund freiwilliger Meldungen haben sich dort Jugendliche aus den Niederlanden, Belgien, Dänemark und Norwegen zu einer vierwöchigen vormilitärischen Ausbildung zusammenaefunden. Die Ausbiwung soll den Jugendlichen, die als Freiwillige im Schicksalskampf Europas gegen den Bolschewismus im Osten mitantreten wollen, die Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die sich heute jeder 17jährige deuftche Junge in den Wehrertüchtigungslagern ' der Hiller-Jugend erwirbt. — Unser Bild zeigt den Inspekteur der Wehrertüchtigungslager Eichenlaubträger Oberbannführer Gerd Hein un Die große Angriffs- und Abwehrschlacht im Osten hat trotz ihrer Dauer von mehr als drei Monaten in der Verbissenheit und Zähigkeit des anrennenden Gegners keine Verminderung erfahren, ebensowenig auch in der Härte und im Heroismus des Aus- harrens unserer schützend vor Europa tretenden Divisionen. Als die Winterkämpfe ihren Anfang nahmen, hatten die Fronten Ausmaße und Lagerungen, wie sie sich aus den vielfach noch nicht zu Ende geführten großen strategischen Operationen ergaben. Der wettgespannte Donbogen, das Zwischengebiet der Kalmücken st eppe und der Urstock des Kaukasus banden aufgelockerte Kräfte in einer Stärke, deren Konzentrierung sich durch die Massen- angriffe der Sowjets als notwendig erwies. Es war ein Gebot der Klugheit, schwer umkämpsten Boden und selbst die darin steckenden kriegswirtschaftlichen Werte vorübergehend aufzugeben, bevor der feindliche Druck die Gesetze des Handelns beftimmt hätte. Der Gegner versuchte wohl, unser Absetzen vom Don und Terek durch ständige Angrifte zu stören, doch wurde die Marschbewegung, die von den Truppen ein Höchstmaß physischer und moralischer Kraft forderte, nach den Befehlen der Führung vollendet. Die Kaukasus-Front verkleinerte sich damit bis auf den Brückenkopf am unteren Kuban, der, im Süden gestützt auf die Seefestung Noworossijsk, nun bereits seit Wochen gegen die schwersten Anstürme der Bolschewisten seine Aufgabe erfüllt, Im zweiten Drittel des Februar ließ hier die bei Tau weiter durch häufigen Wechsel fron Regen und Schnee eingetretene Verschlammung des Geländes nur eine beschränkte Kampftätigkeit »011 Stadt auf dem welligen Hochplateau zwischen Kras- nograb und Jsjum mit seinen Erhebungen bis zu 220 Meter zu suchen. Von unwesentlichen Einzelheiten abgesehen, ist es dasselbe Kampffeld, auf dem Ende Mai 1942 die große Einkesselungsschlacht südlich Charkow tobte. Die bewegliche deutsche Kampfführung hat einen Erfolg davongetragen. Wir vergessen nicht, daß sich dieser Erfolg im Rahmen einer Abwehrschlacht hält. Aber den Sowjets ist der entscheidende Erfolg des angestrebten Durchbruchs zum Dnjepr über die strategisch wichtige Landbrücke zwischen Donez und Dnzepr aus den Händen geschlagen worden. 7. und 11. Panzerdivision und bk ^-Panzerdivision „Wiking" besonders auszeichneten. Am 24. Februar war-die Masse der Panzerarmee Poposf zertrümmert und a u f I s j u m z u r ü ck g e w o r f e n. Vier sowjetische Panzerkorps erlitten schwerste Verluste an Menschen und Material. In den folgenden Tagen rourbe der Erfolg ausgebaut bis zur Gewinnung eines für die weiteren Operationen wichtigen Flußüberganges. ' L . Die Frage bleibt offen, ob die Sowjets nach den Mißerfolgen in der letzten Woche die Ziele ihrer Winteroffensive im Südabschnitt allmählich in weitere Fernen abrücken sehen. Die Mentalität des Gegners läßt eher die Annahme zu, daß er auf Biegen und Brechen neueReserven heranholen wird, um die Schlacht noch einmal vorwärts zu reißen. Allerdings wirkt auch die Komponente der Witterung mit, die den Sowjets einen Strich durch die Rechnung machte. Die Härte des Winters ist der bolschewistische Soldat gewohnt, und der gefrorene Boden gewährleistet auch bei der sonstigen Wegelosigkeit des Ostens den Nachschub der Munition und der Reserven. Tauwetter aber bedingt eme tiefe Verschlammung und mit ihr eine Stockung der Versorgung der sowjetischen Stoßarmeen. Die Ver- pflegungsfrage mag die bolschewistische Führung unbekümmert lassen, die Unpassierbarkeit des Geländes aber bestimmt auch das Tempo des Heran- brinqens der Reserven. Dem mörderischen System der sowjetischen Massenangriffe bleibt aber der Erfolg versagt, wenn die Zufuhr der neuen Schlacht- vpfer stockt. Nächst dem sich verstärkenden deutschen Gegendruck ist also das Wetter ein mitbesttmmender Faktor der Entwicklung. In den letzten Tagen ist eine Schwerpunktverlagerung des sowjetischen Angriffs nach der Mitte festzustellen. Aus dem Gebiet nördlich Charkow bis in den Norden von Orel und darüber hinaus bis in den Raum von Gfhatsk und des Ilrnen- fees haben die Angriffe der Bolschewisten die durch ihre Ständiqkeit den ganzen Winter hindurch die deutschen Abwehrkräfte zu binden suchten, seit der letzten Woche ausgesprochen offensiven Charakter angenommen. Auch hier spiegelt sich die Harte des Kampfes in der Größe der sowjetischen Verluste. Nördlich und südlich Orel verbluteten sich feindliche Bataillone und Regimenter. Bei Sytschewka drang der Feind in unsere Gräben. Als der Gegenangriff den Einbruch bereinigte, zählte man 400 getötete Bolschewisten in der Stellung. Es gibt keine Pause im Kampf, der Feind will im Mittelabfchnitt er- zwingen, was ihm an der Sudfront versagt blieb. Am Wolchow und südlich d e s L a d o g a s e e s steht die Winterschlacht auf der Stelle. Auch die opferreichsten Anstrengungen haben die Sowjets ihrem Ziel nicht näher gebracht das über die Ent- lastung Leningrads hinaus auch hier auf Durchbruch und Zertrümmerung der deutschen Front gesetzt ist. Fast mutet es wie Verzweiflung an, wenn sowjetische Spezialtruppen auf Schi über das Eis des Ilmensees vorzubrechen suchen und ihre Aktion mit mehr als eineinhalbtausend Toten ohne jAen militärischen Erfolg bezahlen. . , .. Der Krieg im Osten ist zu einer nun bereits Monate währenden Dauerschlacht geworden. Moskau begann die Offensive aus der Vernichtungs- absicht heraus, der bolschewistische Plan hat nicht triumphiert. Die Kampfentschlossenheit unserer Front hat ihn unwirksam gemacht. Schwere Opfer wurden getragen, Schweres bleibt noch zu bestehen. Wertvolles erobertes Land mußte aufgegeben werden, aber die Kraft des Ostheeres blieb erhalten. Die seelische Stärke und der Opfergeist des deutschen Soldaten werden die Aufgabe meistern, die uns allen vom Schicksal gestellt ist. Die nationale Bedeutung des deutschen Films. Hohe Auszeichnungen von Männern des Films beim Jubiläum der Ufa. Berlin, 4.März. (DNB.) Anläßlich des 25- Jahres-Iubiläums der Ufa hielt Reichsminister Dr. Goebbels' vor Führung und Gefolgschaft der Ufa im Ufa-Palast am Zoo eine Ansprache, in der er seinen Dank und seine besondere Anerkennung all denen zum Ausdruck brachte, die in diesem Vierteljahrhundert ihre wirtschaftliche, technische, organisatorische und künstlerische Kraft zur Verfügung gestellt haben, um die Ufa, die größte und repräsentativste deutsche Film-Firma, zu dem heutigen Welt- unternehmen zu entwickeln und sie zu einem unter allen Kulturvölkern anerkannten Beariff deutscher Leistungsfähigkeit zu machen. Der deutsche Film stellt heute eine internationale Macht dar, die aus unserem öffentlichen Leben nicht wegzudenken ist; mehr noch, er stellt eine geistige Macht dar, deren Bedeutung nicht hoch genug veranschlagt werden kann. t , Niemand bestreitet heute mehr den künstlerischen Charakter des deutschen Films. Als jüngste Kunst hat er sich unter den anderen Künsten eine dominierende Stellung erworben. Dabei ist er wie keine andere Kunst von stärkster aktueller Bedeutung und kann aus der Geschichte des Krieges nicht mehr weggedacht werden. Ein Millionenumsatz zeugt für die ungeheure wirtschaftliche Bedeutung des Films. Diese Volkskunst in des Wortes bester Bedeutung strahlt vom repräsentativen Filmtheater des Reiches, bis zum zum Dorfkino ihre menschen- und volkumspannende Kraft aus, übertrifft in ihrer Breitenten- und Tiefenwirkung heute schon bei weitem etwa die Volksschule und die Universität; denn in ihm werden dem Volke nicht das Einmaleins ober die Grundlagen des allgemeinen Wissens beigebracht, der Film baut auf den Ergebnissen einer jahrhundertelangen elementaren Erziehung und Bildung auf und weitet sie zu einer die Zeit bestimmenden nationalpolitischen Erziehung des ganzen Volkes aus. Seit den Jahrey seiner Gründung haben die Feinde Deutschlands eine der Hauptspitzen ihres Angriffes gegen das Reich gerade gegen den deutschen Film gerichtet und suchten sich seiner zu bemächtigen. Wie Juden und andere Staatsfeinde Presse, Literatur und allgemeine Bildung beherrschten, so suchten sie auch die Mittel der modernen Nationalerziehung, vor allem Film und Rundfunk, unter ihre Botmäßigkeit zu bringen. Schon im Weltkrieg hat Ludendorff im Jahre 1917 diese nationale Gefahr erkannt. Da die wechselvolle geschichtliche Entwicklung der Ufa schon von Generaldirektor Dr. Klitzsch eingehend geschildert worden ist, beschränkte sich der Minister darauf, die Einwirkung des nationalsozialistischen Kunstwollens auf den deutschen Film zu zeigen. Die modernste Kunst wurde vom zeitnahen nationalsozialistischen Volksstaat zu einem der ersten Mittel der nationalen Volkserziehung und nationalen Volksführung erhoben. Im Reich selbst zählte der deutsche Film im vergangenen Jahr über eine Milliarde Besucher. Das ist nicht nur eine Konfunk- turerscheinung, denn der Film gehört heute zu den unveräußerlichen Lebensgütern des ganzen Volkes. Es ist mir, so fuhr der Minister fort, mehr als eine Amtspflicht, heute im Auftrag des Führers als erster Gratulant beim 25-Jahres-Jubiläum der Ufa zu erscheinen und allen, die an der stolzen Entwicklung dieser Weltfirma Anteil haben, meine besonders herzliche Dankbarkeit auszusprechen. Die erste und höchste Auszeichnung des Führers gilt dem Manne, der feit den Anfängen des deutschen Films Jahrzehnte hindurch an der Spitze der deutschen Filmindustrie gestanden hat, Geheimrat Dr. Alfred Hugenberg. Sie, Herr Geheimrat, haben als einer der ersten Männer unseres nationalen Lebens die große wirtschaftliche, politische und kulturelle Blutung des Films erkannt. Für Sie, Herr Geheimrat, ist der deutsche Film immer eine Sache der deutschen Nation gewesen. Davon zeugen Ihre Maßnahmen, insbesondere die Loslösung der Ufa aus den Einflüssen der amerikanischen Filmindustrie. Ihre wirtschaftliche Tatkraft hat auf dem Gebiet des Films wahrhaft nationale Bedeutung erlangt. Der Führer hat Ihre Verdienste um den deutschen Film durch die Verleihung des Adlerschildes des Deutschen Reiches gewürdigt. Ihr Adlerschild trägt die Aufschrift: „Dem Bahnbrecher des deutschen Films." Es gibt nien*ian- den, der diese höchste Würdigung eines stets einsatzbereiten Wirkens, manchmal auf scheinbar verlorenem Posten, so verdiente wie Sie. Zwei weiteren führenden Männern der deutschen Filmwirtschaft gelten die nächsten Auszeichnungen des Führers: Generaldirektor Ludwig Klitzsch und Bürgermeister Dr. Mar Winkler. Sie, Herr Dr. Klitzsch, haben schon in den frühesten Jahren des Films als Gründer der 1916 ins Leben gerufenen Deutschen Lichtbild-Gesellschaft und der Deulig- Wochenschau das deutsche Filmschaffen bewußt in nationale Bahnen gelenkt. Als Leiter der Ufa haben Sie diese nationalen Aufgaben immer im Auge behalten und mit der Verdrängung des amerikanischen Einflusses zusammen mit Geheimrat Hugenberg entscheidende Erfolge errungen. Sie, Herr Dr. Winkler, können als mein Beauftragter für die wirtschaftlichen Fragen des deutschen Filmes auf ähnliche Erfolge zurückblicken. Sie haben Ihre großen Fähigkeiten nach dem Diktat von Versailles in beispielhafter Weife für die deut- chen Interessen in Polen und in den besetzten beut» chen Gebieten eingesetzt. Seit dem Jahre 1933 tehen Sie mir in treuer, aufopferungsvoller, be- cheiden im Hintergrund bleibender Arbeit in allen organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen des deutschen Films zur Seite. Ihren wirtschaftlichen Erfolgen, aber auch Ihrem feihfinnigen Verständnis für die kulturpolitische Sendung des Filmes verdankt der deutsche Film überaus viel. Der Führer hat Ihre Verdienste, Herr Generaldirektor Klitzsch, und die Ihren, Herr Dr. Winkler, utn die Entwicklung des deutschen Films durch die Verleihung der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft in ehrendster Weise anerkannt. Die Auszeichnungen, die die Künstler des deutschen Film in Zeiten des Friedens am heutigen Tage in großer Zahl hätten entgegennehmen dürfen, müssen im Kriege auf zwei Männer beschränkt bleiben, deren Wirken als beispielhaft für die künstlerische und kulturpolitische Bedeutung des deutschen scheu Films zu bezeichnen ist. Sie, Herr Harlan, wirken seit Jahren als Regisseur mit überragender künstlerischer Meisterschaft und bemühen sich in besonderem Maße um die filmische Auswertung der durch die technische Entwicklung gegebenen Möglichkeiten. In Ihren besten Filmen haben Sie besonders während des Krieges das deutsche Volk in seiner moralischen Widerstandskraft gestärkt. Sie, Herr Liebeneiner, haben sich zu einem wahren Meister in der Film-Regiekunst entwickelt und we- Die BestiebSg-meinschasi, Helferin der neuen Arbeitskameraden. Oer Gauleiter auf einem Betriebsappell in Wiesbaden. NSG. Arn Donnerstagnachmittag fpradj Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger auf einem Betriebsappell zur Belegschaft eines Werkes i n Wiesbaden-Schier st ein. Nach der Begrüßung durch den Betriebsführer legte der Gauleiter ün eindeutiger Weise den Schaffenden die Gründe bar, die zu bem jetzigen Schicksalskampf unseres Volkes geführt haben. Unsere Gegner hatten nach dem letzten Weltkrieg gehofft, das deutsche Volk für immer zur Unfreiheit und Sklaverei verbannt zu haben. Unter Führung Adolf Hitlers wurde dieses Wollen zunichte gemacht. In rastloser Arbeit habe der Nationalsozialismus eine Volksgemeinschaft geschaffen, die die Ketten der Sklaverei gesprengt habe unb bte nun in einen unbarmherzigen Kampf, der keinerlei Kompromisse kennt, eingetreten sei. Das Recht auf Leben unb Arbeit, bas Bewußtsein, für eine gerechte Sache zu kämpfen, gebe uns die Kraft, alles zur Nieberringung unserer Gegner einzusetzen. Mit einem unbänbigen Willen zum Siege, oerbunben mit einem Haß gegen alle, die sich zur Vernichtung des deutschen Volkes zusammen- gefunden haben, wird die Heimat in unermüdlicher Arbeit die besten Waffen schmieden, die von der Front benötigt werden. In den nächsten Wochen werden Hunderttau- sende neuerArbeitskräfte in den Arbeitsprozeß eingereiht werden. Diese neuen Arbeitskräfte, die von dem Gedanken beseelt sind, genau so mitzuarbeiten, wie es die seither in den Betrieben Stehenden getan haben, können versichert sein, daß sie als gleichwertige Arbeitskräfte aufgenommen werden. Es wird die vornehmste Verpflichtung eines jeden Angehörigen der Betriebe fein, die Neuhinzukommenden in ihre noch ungewohnte Arbeit ordnungsgemäß einzuwei-- f e n und in jeder Hinsicht zu unterstützen. Den an« stürmenden Massen im Osten und an allen übrigen Fronten wird sich eine verschworene Gemeinschaft von Front unb Heimat mit a liest ihr zu Gebote stehenden Mitteln entgegenstellen und so den Kampf zu einem siegreichen Ende führen. Diese Gewißheit aus den Betrieben mitzunehmen, so betonte der Gauleiter zum Schluß, sei bas beste Zeichen bafür, baß bie Werktätigen verstanden haben, daß es in diesem Ringen um Sein ober Nichtsein, um bas Schicksal eines jeden einzelnen gehe. — Am Vormittag besichtigte der Gauleiter einen weiteren Betrieb in "Wiesbaden-Dotzheim. Roosevelts Weltbeherrscher-Kan didoiur. Von unserer Berliner Schristleitung. Der USA.-Marineminister Knox hat im Kongreß eine Marine gefordert, bie groß genug ist, um alle Weltmeere zu beherrschen. Der forsche Mannenu« nifter hat also hier mit kühnem Schwünge die von Mr. Roosevelt proklamierte '„Freiheit bet Meere zum Kehricht geworfen und stattdessen die Forderung nach der absoluten Herrschaft der Uo2I. über alle Weltmeere aufgestellt. In England wird man sich diese neue Anmeldung der Weltherrschaftskandidatur zu Herzen nehmen. Wie schwedische Korrespondenten aus London berichten, stellt man dort fest, daß der Vorherrschaftsan-- spruch der USA. auf einem Gebiet, das bisher a u lein der britischen Kriegsmarine Vorbehalten war, noch nie so deutlich formu-- l i e r t worden sei wie in dieser Erklärung des amerikanischen Marineministers. In den Vereinigten Staaten hätte man in den letzten Jahren viel dar^ über gestritten, ob man eine „Ein-Meer-Flotte bauen sollte oder eine „Zwei-Meer-Flotte", d. h. ob man sich darauf beschränken sollte, eine Flotte zu bauen, die allein den Pazifik kontrolliere, ober eine Flotte, die stark genug fei, auch noch den Atlantik zu behenlchen. Knox habe nun fein Hehl daraus gemacht, daß dieser ganze Streit heute überholt fei. Amerika wolle nicht einen ober zwei Ozeane, sondern alle Ozeane kontrollieren. Damit gingen die Vereinigten Staaten einen weiteren Schritt über die nach bem ersten Weltkriege auf den Flottenkonferenzen von Washington unb London errungene Flottengleichheit zwischen England und den USA. hinaus. Don neutraler Seite wird erklärt, Amerika schiebe mit diesem Anspruch bas Empire rücksichtslos auf einen zweiten Platz. Da es gleichzeitig auch die Weltluftherrschaft und die Kontrolle über alle wichtigen Luftverkehrsstraßen unb Luftstützpunkte anstrebe, gerate das britische Empire in immer größere Abhängigkeit und müsse immer mehr ein Anhängsel odtzr ein Schutzstaat der USA. werden. sentlich dazu beigetragen, den deutschen Film, zu einem Kunstwerk deutschester Art zu stempeln. Der Führer anerkennt Ihre hervorragenden künstlerischen Films in Zeiten des Friedens am heutigen Ian, und Ihnen, Herr Liebeneiner, den Titel Professor verleiht. Nachdem der Minister den ausgezeichneten Persönlichkeiten und der Ufa sowie allen Filmschaffenden feine Glückwünsche ausgesprochen hatte, schloß er mit dem Appell, daß alle deutschen Filmschaffenden sich bewußt sein mögen, daß sie mit ihrer Kunst einen Dienst am Volke und an unserer nationalen Zukunft leisten, sie seien Künder »der Zeit, unb aus der Gegenwart heraus strahlte ihr Wirken in die kommende nationale Zukunft. Für das zweite Vier- teljahrhundert gab der Minister der gesamten Gefolgschaft den Wahlspruch auf den Weg: Im cr*en Geist zu neuen Zielen. Oeporiierten-Elend in Sibirien. Bukarest, 4. März. (Europapreß.) Einen verzweifelten Hilferuf, den ein von den Bolschewisten aus dem besetzten Bessarabien unb der Bukowina deportierter Rumäne an die rumänische Armee gerichtet hat mit ber Aufforberung, den Kampf bis zur enbgültigen Vernichtung des Bolschewismus fortzusetzen, übermittelte ein sowjetischer Ueberläufer, ber in bie Hände einer deutschen Einheit geriet. Er schreibt: „Die rumänischen Deportierten sind in Sibirien beispiellosen Qualen ausgesetzt. Halb nackt müssen sie bei einem Frost von 50 bis 60 Grad arbeiten. Sie werden täglich verprügelt. Viele von ihnen werben unter allerlei inszenierten Vorwänden hingerichtet. Sie gehen aber auch infolge mangelhafter Nahrung elend zugrunde und führen, ein reines Tierleben. Kein Wunder, daß täglich 30 bis 40 von ihnen sterben." Das arabische Oel. Ankara, 4. März. (Europapreß.) Der Emir el Hadsch,, der Führer der ägyptischen Mekka-Pilger, gab nach seiner Rückkehr von Mekka nach Kairo eine lebendige Schilderung ber gegenwärtigen Verhältnisse in Saudi-Arabien. Zunächst wies er aus die außerordentlichen Versorgungsschwierigkeiten des Landes hin. Dann erklärte er, es spiele sich gegenwärtig in Saudi-Arabien ein zäher Kampf um die Erhaltung des alten patriarchalisch-religiös gebundenen politischen Systems gegenüber den Infiltrations- Versuchen der demokratischen Großmächte ab. Bis zur Stunde habe sich Ibn Saud im wesentlichen allen Einflußversuchen gegenüber behaupten können. Aber Mein liebstes Buch. Von Nikolaus Schwarzkopf. Mein liebstes Buch ist kein Roman, den man lieft, kein Epos, keine Kindergeschichte, ist kein Drama, bas man auf ber Bühne sehen kann, keine Sammlung von Bildern, die man aus den Galerien ber Welt geholt hat, mein liebstes Buch ist ein Lieberbuch, Ercks Lieberschatz. Dieses Buch habe ich schon etliche hunbertmal burchgelesen. Durchgelesen? Durchgesungen hab' ich es, unb ich kann es auswenbig. Mit biefem Buch setzt man sich nicht In bie Ecke, kauert man nicht zusammen, um irgenbeinem Menschenleib ober einer Menschenfreub' sich hinzugeben in verschlossener Rührung: nein! Seh ich bas Buch nur liegen, geht mir bas Herz hoch, unb in ber Kehle beginnen bie Stimmbänber zu schwingen, ber Deckel bes Klaviers springt auf, bie Saiten ber Zupfgeige Hüpfen, bie Blockflöte macht einen Sprung, bie alte Ziehharmonika schöpft Atem, bas Walbhorn stoßt bie Tone aus, bie es gestern abenb hat stecken lassen, unb alles, was Obern hat, möchte in meine Hand. Wenn ich auch nur eine verbräunte Stimme habe, so ist sie in meinen vier Wanden immer noch gut genug. Zehnmal im Jahr reicht nicht aus, baß ich bas Buch völlig burchsinae; aber fange ich es auch nur zehnmal, bann hätte ich es in dreißig Jahren breihundertmal burchgefungen, aber \ das reicht bei weitem nicht aus. Nenn' mir einer rasch ein Buch, bas er so oft gelesen hat! - An diesem Buch hat bas ganze beutsche Volk mitgearbeitet, feine besten Dichter, seine besten Musikanten. Vielfach haben unbekannte Menschenkinder aus ber Fülle bes Herzens unb mit entzückenber Einfachheit unb Einfalt wundersame Offenbarung verlauten lasses: ein Gott muß es ihnen (wie Herrn Goethe) eingegeben haben, uns zu sagen, was sie so erfreute, was sie gelitten. Ein für allemal, einmal endgültig wurden da Dinge gesungen, bie foifft nirgends in ber Welt zu hören sind, wurden oft nur so hingestammelt wie von einem Kind, hinge- haucht wie von einem jungen Engel, ganz bar jeglicher Absicht, vor allem bar jeglichen Dünkels, man spürt nur noch die schöpferische Freude, die lieber- raschung, daß so etwas geglückt ist. Manchmal ist's nur eine einzige Strophe, manchmal nur eine Zeile, manchmal nur ein Wort. Aber dieses Wort kommt dann aus ber Tiefe, wo bie Mütter wohnen, leuchtet ba unten wie ein Demant, steigt vor uns empor 'wie ein Stern unb trifft uns inroenbig ganz tief, wo eine gleiche Freube liegt ober ein gleicher Schmerz. Manchmal jagen ein paar Töne hinter einem Wort her, unter einer Zeile hin, manchmal sitzt mitten im Atemzug ein dicker Akkord, unb auf ihm kreist bie Schöpfung. Manchmal ist's nur ein kühner Uebergang, ber nicht einmal den Forderungen ber Mode entspricht, aber aus bem lieber« gang erhebt sich etwas schier Göttliches. Ich setze mich am Samstag ober am Sonntag früh ans Klavier, schlage meinen Erck auf (obgleich ich ihn auswendig kann), unb sogleich fühle ich mich nach den Irrungen unb Wirrungen ber Woche wieder völlig daheim bei mir unb habe meine Siebenfachen beisammen. Ich bin ja als Musikant geboren unb erlebe bie Welt musikalisch, mir ist die Musik bas Maß der Dinge, und auch meine Mitmenschen müssen mir erlauben, baß ich diesen Matz- stab an sie lege: wer nicht fingen kann, wage sich nicht in meine Nähe! Da am Klavier werbe ich, was bas Lied von mir verlangt: halb bin ich ein Christ, halb ein Türk (aus ihren ewigen Reibereien mit« einanber sind ein paar hübsche Volkslieber übrig geblieben, sonst nichts), halb blaf ich bas schottische Horn, bald bas des Neapolitaners, bald bin ich ein Held mit gezücktem Schwert, bald ein Bänkelsänger, ber vergeblich an einem Schloßbalkon emporstarrt, bald ein verkommener Landstreicher. Bald graf' ich am Neckar, bald liege ich im Feld bei dunkler Nacht, halb zieh' ich vom Leder, mein Liebchen zu rächen. und verliebt bin ich immer. Erwisch mich keiner am | Samstagnachmittag ober am Sonntagmorgen! Zwischen die Zeilen biefes Lieberschatzes habe ich mit dem Bleistift seinerzeit kleine Dinge gekritzelt, wie der Musiklehrer es angab: anfchwellen, ab- ,schwellen, Atem, heftig, stürmisch, draufgängerisch, zurückhaltenb, meid), wehmütig! Noch seh' ich ihn, ben Herrn Musikleyrer, genannt bas Fränzchen, ein entzückendes Kerlchen, eine Augenweide für alle jungen Mädchen, in gelbgrüner Joppe, mit gezücktem Schnurrbärtcyen, mit goldumrändertem Kneifer auf der zielsicheren Nase, unb bie Stimmungen seiner leichtbewegtey Seele finde ich deutlich in meinen Schriftzeichen wieder. Wenn er befahl: wehmütig, bann konnte mich ber Menschheit ganzer Jammer anfaffen, so riß irgenb etwas an seinem uns so zugänglichen Herzen. Aber es stehen auch anbere Dinge da zwischen ben Zeilen, wie Vogelnester zwischen ben Hecken, Dinge, aus benen ich meine eigene Seele bis zu meinem jüngsten Tag erkennen kann, Dinge, von denen das Fränzchen keine Ahnung haben durfte. Damals erlebte ich erstmals bie Liebe, unb ich erlebte erstmals, was ein Liebeslied ist, und ich meinte gar: zu jedem Liebeslied müsse eine neue Liede gehören. Das Fränzchen zwinkerte immer etwas schelmisch, wenn es von ber Liebe las ober fang, unb fein großes Muster weckte bei uns, feinen Schülern, Nacheiferung unb gab uns höhere Gesetze. wie Schiller sagt. Sechzehn Jahre war man alt. Das Fränzchen meinte: bas Buch fei so schön, daß man es in ber guten Stube auf die grüne Plüschdecke des runden Tisches legen müsse. Es war knall» rot gebunden, bas Buch, nicht das Fränzchen. Ich habe es, bas Buch, heute noch auf einer solchen Decke liegen. Jebem Menschen wünsche ich solch ein Buch, bas ihm alle Herrlichkeiten ber Erbe, soweit sie in ber Menschenseele nacherlebt werben können, jeber- 3eit barbietet, das ihm die großen männlichen und die kleinen knabenhaften Erlebnisse im Lied festhält. Vom Geist -er Zeit. Worte aus Ernst Moritz Arndts Hauptwerk, das er unter dem Titel „Geist ber Zeit" von 1806 ab erscheinen ließ: Unsere ganze Liebe, alle unsere Hoffnung, alle unsere Kraft wollen mir in bie Zeit legen unb glauben, sie sei zu retten, und sie wirb gerettet werden. Und weil wir denn so allgemein fühlen, so wollen wir heut auch vom Allgemeinen sprechen. Unser größtes Varerland ist Himmel und Erde, unser großes Europa, unser kleines Deutschland. Wer sein Kleines nicht liebt und verteidigt, ist bes Großen und Größeren nicht wert und wird es nimmer gewinnen. * Fest ins Auge schen sollen wir der großen Zeit, ihre Fruchtbarkeit und Herrlichkeit sollen wir verstehen, damit wir uns zu ihrer Höhe erheben unb ihren heiligen Willen vollbringen können. -X Durch Krieg und Kampf besteht diese Welt: es stirbt sogleich, was hier nur ruhen will. Gerüstet und gewappnet sollen wir immer fein; immer schlag fertig, immer als bie, bie dem Feinde begegnen sollen: wir wollen Krieger sein. * So warm wie meine Liebe für mein ganzes Geschlecht ist; so warm, wie mein Herz schlägt für bas ßanb, wo ich geboren ward, für die Menschen in deren Sprache mein erstes Gefühl von Freude, mein erstes Lichtlein von Gedanken ausgesprochen ist; so gewiß bin ich einer ewigen Würde und eines unenblichen Lebens meines Geschlechts — so gewiß sehe ich bas Heil nach bem Unheil und die Ruhe nach bem Sturm. Ich bin mit in den Schrecken und Verwirrungen der Gegenwart, ich zürne und trauere wie die anderen über Greuel; aber ich sehe hinaus m das goldene Zeitalter QK. Glück auf, Renate! Roman von Ernst Grau. 13. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Renate Hammerkott wußte selbst nicht, wie es kam, daß sie das alles jetzt mit ganzsanderen Augen sah. Sie verstand es plötzlich , nicht mehr, daß sie Lieser Frau bisher nur mit kühler Abneigung begegnet war. Dumm und hochmütig war sie gewesen. Der Vater hatte es aus einer verständlichen Scheu vermieden, sich dazu zu äußern, aber sicher hatte sie auch ihm damit weh getan. Vielleicht fand sich bald eine Gelegenheit, das alles wieder gutzumachen, hoffentlich! Woher es wohl kommen mochte, daß sie die Dinge hier in Hammerkott so anders sah, als vordem in Berlin. Auch diese Frau gab ihr wieder zu denken. Lag es nur daran, daß sie hier auf dem Boden der Heimat stand? Daß ihr der Vater fehlte, der einzige, mit dem sie sich aussprechen konnte? Oder war es? — sie wagte nicht, diesen Gedanken weiterzuspinnen. Nein, sie wollte es nicht wahr haben. Aber klar und deutlich stand doch das Bild des Mannes vor ihr, der ihr gestern abend so fest die Hand gedrückt hatte, als sie ihm ein Wiedersehen versprechen mußte. Warum hatte er sie um die Hergabe dieses Versprechens so gedrängt, wenn er doch nicht die Absicht hatte, ihr die Wahrheit zu sagen? ... bei Licht betrachtet ... sie durfte ihm ja deshalb nicht einmal böse sein. ... sie war über sich selbst doch auch nicht bei der Wahrheit geblieben ... Verzweifelt kamen mit einem Male diese vielen ungelösten Fragen, diese bangen, widerstreitenden Gefühle, die von allen Seiten auf sie eindrangen, und von denen sie gestern noch nichts gewußt hatte. Eine Mutter fehlt mir, dachte sie gequält, eine Mutter, zu der ich mich in dieser Stunde flüchten könnte. Alle fangen Menschen hatten eine Mutter, der sie ihren Kummer, ihre Sorgen und Nöte klagen konnten, bei der sie Rat und Hilfe fanden, wenn sie aus eigenem nicht mehr aus und ein wußten. Das Schicksal hatte sie auf diesen Platz gestellt als die Erbin dieses großen Werkes, das da in schweren Silhouetten schwarz gegen den gestirnten Himmel vor ihr stand. Sie war reich ... aber sie war zugleich arm ... die linde, tröstende Hand einer Mutter konnte aller Reichtum nicht ersetzen. So stand sie und sah in die Nacht hinaus. Aus einem riesenhaften Netz, das man zwischen den beiden höchsten Schornsteinen gespannt hatte, leuchtete aus blauen Lichtröhren der Name „Hammerkott" weit ins Land hinaus. Das sonst so selbstsichere Mädchen war verzagt wie nie zuvor, als sie sich endlich niederfegte, und es dauerte noch sehr lange, bis sie den ersehnten Schlaf fand. * „Lieber Walter ... ich mochte es Dir ersparen, daß Du bei Deinem nächsten Start enttäuscht und vergeblich auf mich wartest, und deshalb will ich Dir heute schon sagen, daß ich nicht kommen werde. Sei mir nicht böse, Walter. Ich will Dir meine Gründe sagen und ich weiß, daß Du mich dann verstehen wirst. Es war für mich sehr schwer, mich zu diesem Entschluß durchzuringen. Dir als Mann wird es vielleicht leichter werden, darüber Hinwegzukommen. Ich trage mich schon seit Wochen mit dem Gedanken, Dir zu sagen, daß es für uns einen gemeinsamen Weg nicht geben kann, und wenn ich bisher nicht davon gesprochen habe, so nimm es nicht nur als Feigheit. Ich wollte uns beiden den Abschied nicht unnötig schwer machen. Es handelt sich um Renate. e Sie steht zwischen uns, gestern und heute und würde auch in Zukunft immer zwischen uns stehen. Und als Mutter kann ich sie nur zu gut verstehen. der Kampf werde immer schwerer, da nach systematischer Durchforschung des Landes offenbar weitere erhebliche Oelvorkommen festgestellt worden seien, deren Ausbeutung Nordamerika- nische Gesellschaften anstreben. Kleine politische Nachrichten. Im Dezember 1942 sammelte eine Fliegerdivision 181 435,40 RM. für - das Winterhilfswerk 1942/43. Von dieser Spende brachte das Fallschirmjägerregiment 1 allein 115 840,20 RM. aus. * In der Washingtoner Sowjetbotschaft wurde mit- getellt, daß zwei ehemalige sozialistische Arbeiterführer, die Polen $enn) Erlich und Viktor Alter, in Sowjetrußland hingerichtet wurden. Der Vizepräsident des finnischen Reichstages, Professor Edwin L i n k o m i e s , hat mit den Reichstagsgruppen über die Bildung der Regierung auf einer möglichst breiten parlamentarischen Grundlage verhandelt. Nach diesen Verhandlungen erteilte der Staatspräsident ihm den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden. Kunst und Wissenschaft. Paul Wagners hundertster Geburtstag. Am 3. März war der 100. Geburtstag des vor 13 Jahren verstorbenen Forschers und Förderers der agrikulturchemischen Wissenschaften auf dem Gebiete der Pflanzenernährung, des Geheimen Hofrats Prof. Dr. phil. Dr.-Ing. e. h. Dr. agr. h. c. Paul Wagner. Wagner hat die Lehre Liebigs weiter ausge- bcmt und zur Entwicklung der Kunstdüngerinduftrie Deutschlands wesentlich beigetragen. Bei Beginn des vorigen Weltkrieges hat er als einer der Ersten auf die Notwendigkeit hingewiesen, die deutsche Luststickstoffindustrie nach dem Haber-Bosch-Derfahren zu vergrößern und auszubauen Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft zeickmete ihn für seine Verdienste mit den höchsten Ehren aus. Er war Ehrendoktor der T. Darmstadt und der; Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und Inhaber des Silberschildes des Deutschen Reiches. Geboren am 3. März 1843 zu Siebenem, studierte er in Erlangen und Göttingen. In Göttingen wirkte er als Pri- vatdozent, bis er 1872 an die Landwirtschaftliche Untersuchungsstation in Darmstadt berufen wurde, die er über 50 Jahre lang, bis 1923, fettete. Er starb in Darmstadt im Alter yon 87 Jahren. Von seinen Büchern sind die Schrift über Anwendung künstlicher Düngemittel und die Schrift über Ernährung gärtnerischer Kulturpflanzen in vielen Auflagen erschienen. Aus aller Wett. Plünderer hingerichlel. Dem Berliner Sondergericht wurden weitere Verbrecher zugeführt, die sich in der Nacht zum 2. März an Hab und Gut der durch den Fliegerangriff betroffenen Volksgenossen vergriffen hatten. Der 35jährige Karl Kreisel entdeckte, nachdem er sich an- fänglich in erheuchelter Hilfsbereitschaft an Auf» räumungsarbeiten beteiligt hatte, daß das Schaufenster eines Lebensmittelgeschäftes in Trümmer gegangen war. Er holte eine Aktentasche und stopfte diese sowie seine Hosentaschen mit Lebensmitteln voll. Als verbrecherischer „Helfer" erwies sich ferner der 50jährige Otto Detzel. Er drängte sich unter die bei Hilfsarbeiten eingesetzten Volksgenossen und beteiligte sich zum Schein an der Ausräumung eines Lebensmittelgeschäftes, dessen Waren auf der Straße aufgestapelt werden sollten. Dabei ging er in den Verkaufsraum hinein und füllte sich seine Taschen mit Lebensmitteln. Auch stahl er Geld aus der Ladenkasse. Beide Volksschädlinge wurden wegen Plünderns zum Tode verurteilt. Die Urteile sind bereits vollstreckt worden. Wertvolle Kunstwerke in Palermo vom Brilenterror ' zerstört. . Bei einem Luftangriff auf Palermo ist die aus dem 17.Jahrhundert stammende Kirche Santa Civitä, die hohen künstlerischen Wert besaß, vollkommen zerstört worden. Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Büßerkirche wurde schwer beschädigt. Die Kirche San Sebastiano und Santa Maria Novella sind durch Bomben vollständig zerstört worden. Die Kirchen Santa Anna, Santa Rita sowie die Basilika des heiligen Franz von Assisi wurden erheblich beschädigt. Die Kirchen, die alle berühmte Kunstdenkmäler sind, liegen weitab von jedem militärischen Ziel. Schweres Drandunglück am Nordkap. In der kleinen norwegischen Ortschaft Kielvik am Porsanger Fjord (östlich vom Nordkap) brach in einem Kinderheim ein mit rasender Geschwindigkeit um sich greifendes Feuer aus, dem acht Kinder und eine Kindergärtnerin zum Opfer fielen.. Machtlos gegen das Feuer mußte die Bevölkerung der kleinen Ortschaft zusehen, wie sich die Katastrophe vollzog. Aus der Siadi Gießen. Prüfung der Herzen. Die Reichsstraßensatnmlung im Februar, die zum erstenmal seit Bestehen des Winterhilfswerkes ohne Abzeichen durchgeführt wurde, brachte einen Erfolg, der in dieser Höhe überraschend kam — eine Steigerung des Ergebnisses u m f a st 1 0 0 v. H. Daß dieser Erfolg sich in einer Zeit einstellte, die unter dem Schatten von Stalingrad stand, ist ein Zeichen dafür, wie stark und siegesbewußt das deutsche Herz ist und daß es gerade in schweiften Zeiten am gläubigsten und leidenschaftlichsten schlägt. Wer gemeint hatte, daß eine Sammlung ohne Abzeichen eine Kontrolle des einzelnen unmöglich mache und daher nur ein geringeres Gesamtergebnis einbringen werde, wurde schlagend eines Besseren belehrt. Das deutsche Volk hat diese Abzeichen niemals als Prüfstein, feines Gebewillens betrachtet. Im allgemeinen werden wir uns in Zukunft daran gewöhnen müssen, ohne WHW.-Abzeichen auszukommen. Der totale Krieg braucht im Einsatz der Kräfte jede Hand und jedes Quentchen Rohstoff. Wenn uns auch die WHW.-Abzeichen als Symbole unseres sozialen Willens und als kleine Kunstwerke wert und vertraut geworden sind, so verzichten wir heute auf sie, weil wir alles für den Endsieg einsetzen wollen. Die Bereitschaft zum Geben ist uns nicht eine Sache der Aeußerlichkeit, und die Haltung wird nicht dadurch bestimmt, wie viele Figürchen jemand im Knopfloch trägt, sondern sie ist frei von jedem Protzentum und spricht aus Augen und Herzen. Darum können wir auch unbesorgt um das Ergebnis fein, wenn die bevorstehende Reichsstraßen- sammlung am 6. und 7. März wieder ohne Abzeichen durchgeführt wird. Die Kampfgliederungen der Partei, SÄ., ff, NDKK. und das NS.-Fliegerkorps werden an den beiden Sammeltagen antreten und werden ihren Ehrgeiz dareinsetzen, auch diesen Sammeltag zum leuchtenden Bekenntnis der ganzen Nation zu Kampf und Opfer werden zu lassen. Der totale Krieg führt in diesen Tagen ein Heer von Frauen aus den Haushalten in die Werkstätten und FabrikfÄe. Jetzt zeigt es sich, daß viele Frauen und Mütter zwar immer gern für die NSV. gegeben, aber nicht daran gedacht haben, von ihren Einrichtungen Gebrauch zu machen. Selbstverständlich ist die NSV. dazu da, den arbeitenden Müttern weitgehend die Sorgen um das Wohl ihrer Kinder abzunehmen. Am 30. Juni 1942 gab es im ganzen Reichsgebiet bereits rund 28 000 Kindertagesstätten mit über 1,1 Million Plätzen. Diese Zahlen reichen heute nicht mehr aus. Hunderttausende von Kindern, deren Mütter in den kommenden Wochen der Arbeitsverpflichtung folgen werden, sollen tagsüber von der NSV. betreut werden. Da die vorhandenen Einrichtungen dafür nicht ausreichen, wird die NSV. neue Unterbringungsmöglichkeiten für die Kinder aufspüren. Sie wird auch diese neue Aufgabe lösen, damit die Mütter unbeschwert von familiären Sorgen ihrer kriegswichtigen Arbeit dienen können. In den Kindertagesstätten wird für das Wohl der Kinder in vorbildlicher Weise gesorgt. Sie erhalten 3u den mitgebrachten Frühstücksbroten vitaminhaltige Zusatzkost, kräftiges und reichliches Mittagessen und am Nachmittag ein Getränk, das entweder aus deutschem Tee, Milch oder Kakao besteht. Regelmäßige ärztliche Ueberwachung der Kinder sichert deren Gesundheit. Lebertran, Vitamin und — wo es nötig ist — auch die Höhensonne schalten sich dabei als Hefter des Arztes ein. So macht sich die NSV. zur Treuhänderin aller Mütter, besonders aber jener, die ihre Arbeitskraft ihrem Vaterlande geben. Wie allein hier ein großer Teil der Geldmittel, die aus den Reichsstraßensammlungen des Winterhilfswerkes und aus den Opfer» fonntagen kommen, wieder in das Volk zurückfließt als ein kraftvoller und helfender Strom, das wollen wir uns an den kommenden beiden Sammeltagen vor Augen halten. Vor allem aber denken wir an den Heldenkampf unser er todesmutiaen Soldaten. Vor ihm verstummt jeder Appell zur Svende, denn die Verpflichtung der Heimat ihnen gegenüber ist größer und stärker als alle Worte ausdrücken können. G. Reifeprüfung in der Oberschule für Mädchen. Am 2., 3. und 4. März fanden in der Oberschule für Mädchen in Gießen die Reifeprüfungen der Schülerinnen der Klassen VIII a H, VIII b H und VIIIS statt. Die Prüfungen am ersten Tage wurden unter Leitung des Oberschulrats Beck als Re- gierungsvertteters durchgeführt, an den beiden folgenden Prüfungstagen führte der Schulleiter, Oberstudiendirektor Schelhorn, den Vorsitz. Der Reifeprüfung unterzogen sich 50 Schülerinnen, die sämtlich bestanden. Der Pate des Hofes. Oie Betreuung verwaister Betriebe auf dem Lande. Auf dem Lande darf es mit Rücksicht auf die Ernährungssicherung des Volkes keine Lücken geben, auch wenn immer mehr Bauern und Landarbeiter den Pflug mit der Waffe vertauschen. Es ist Ehrenpflicht, daß einer für den anderen ein springt und. durch Nachbarschaftshilfe alle Aufgaben gemeistert werden. Zur Untermauerung dieser Nachbarschaftshilfe hat jetzt der Reichsnährstand die Errichtung von Hofpatenschaften verfügt. Damit ist ein reichseinheitlicher Rahmen für die Betreuungsmaßnahmen geschaffen worden, die sich bisher schon überall auf freiwilliger Basis entwickelt haben. Die Durchführung der Hofpatenschaft wird durch eine Anordnung des OKW. erleichtert, wonach die vom Wehrdienst freigestellten landwirtschaftlichen Betriebsführer nicht allein für ihren Betrieb, sondern gleichzeitig für die Aufrechterhaltung der verwaisten Betriebe verpflichtet werden. Die Hofpatenschaft beruht auf einer Vereinbarung, die von dem Ortsbauernführer zwischen dem verwaisten Betrieb und dem Ho spaten getroffen wird. Der Hofpate hat die Pflicht, die dem Betriebsführer obliegenden Aufgaben zur Leitung des Betriebes für die Dauer feiner Verhinderung zu erfüllen. Dies hat im Wege der Beratung zu geschehen. Auch die lausende Be° obachtung imb Lenkung des Betriebsablaufs und die Unterstützung der Familienangehörigen bei der Vertretung der Betriebsinteressen gehört dazu. Im Einverständnis mit den 'Beteiligten kann der Hofpate nötigenfalls auch weitere Äufgaben übernehmen. Eine andere Möglichkeit der Hofpatenschaft ist die gemeinsame Bewirtschaftung des eigenen und des Patenbetriebes. Nicht berechtigt ist der Hofpate, irgendwelche Verfügungen über Grundstücke oder über den Bestand an lebendem oder totem Inventar zu treffen. In diesem Falle ist stets der bevollmächtigte Vertreter des abwesenden Betriebsführers entscheidend. Der Hofpate übt fein Amt ehrenamtlich und unentgeltlich aus. Die Hofpatenschaft wird für jeden sor« gebebürftegen Betrieb errichtet, dessen Betriebsfüh- rung nicht mehr in zufriedenstellender Weise sichergestellt werden kann. Drückebergerei wird nicht geduldet. Gesundheitszustand und Einsahfähigkeit werden gewiffenhast geprüft. NSG. Von zuständiger Sette wird mitgeteilt: Bei der zur Zeit im Gange befindlichen Mobilisierung der inländischen Reserven für den Kriegseinsatz werden selbstverständlich — da ganze Personengruppen geschlossen erfaßt werden — auch solche Volksgenossen zum Arbeitsamt vorgeladen, deren Einsatz- fähigkeit aus gesundheitlichen Gründen begrenzt ist oder die — in weniger häufigen Fällen — für den Einsatz nicht mehr in Betracht kommen. Die melde- pflichtigen Personen haben bei der Ausfüllung der Meldebogen Gelegenheit gchabt, auf körperliche Beschwerden ober Leiden, die ihrer Ansicht nach die Einsatzfähigkeit verringern ober in Frage stellen, hinzuweisen unb auch die ihnen bereits vorliegenden Belege hierfür (ärztliche Bescheinigungen unb dergleichen) vorzulegen. Auch bei der Arbeitsberatung zu der die Volksgenossen vom Arbeitsamt vorgeladen werden, können solche Belege, wenn sie bereits früher ausgestellt worden sind, mitgebracht werden. Es ist jedoch zwecklos — wie bereits früher mitgeteilt —, behandelnde Aerzte um die Ausstellung von Attesten über die Einsatz fähig kett zu bitten, da die Aerzte ber artige Zeugnisse nach einer Anordnung des Re'ichsärzteführers vom 29. Januar 1943 nicht ausstellen dürfen. Dagegen werden die Amtsärzte der Arbeitsämter dann, wenn eine ärztliche Ueber- prüfung notwendig ist, die bei anderen Aerzten, Instituten, Kliniken usw. bereits porhandenen Unterlagen und Kenntnnisse für die Beurteilung ber Ein- satz-fähigkett mit heranziehen, damit jeder Fall richtig gewürdigt wird und neue, entbehrliche Untersuchungen erspart bleiben. Der Reichsärzteführer hat klar- gestellt, daß solchen Auskünften unnb Berichten ber Aerzte und sonstigen Stellen die ärztliche Schweigepflicht nicht entgegensteht. Jeder Meldepflichtige hat bei ber Arbeitsberatung ober der Rücksprache mit bem Amtsarzt des Arbeitsamtes Gelegenheit, die behandelnden Aerzte ober Institute anzugeben, die über seine Krankheit, über frühere Operationen unb dergleichen Auskunft geben fögrien. Es wird somit von feiten der Arbeitsbehörden alles getan, um die Fälle, in denen der Gesundheitszustand einen Einsatz nicht zuläßt ober eine verkürzte Arbeitszeit verlangt, ober auch eine besondere Art der Beschäftigung notwendig macht, rechtzeitig zu erkennen und danach die Entscheidung über den Arbeitseinsatz einzurichten. Alle Fälle, in denen die Einsatzfähigkeit aus gesundbeitlichen Gründen zweifelhaft ist, werden vom ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes sorgfältig überprüft und durch eigene Untersuchungen, Heranziehung der nötigen Unterlagen ober auch durch Untersuchunaen bei Spezialär.zten, in Kliniken usw. geklärt. Die Amts- und Vertrauensärzte der Arbeitsämter haben durch ihre langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiete einen besonderen Blick dafür, welche Wirkungen sich aus gegenwärtigen ober früheren Krankheiten auf bie Arbeitseinsatzfähigkeit ergeben. Deshalb obliegt ihnen im Zweifelsfall auch bie enbgüüige Entscheidung. Es kommt ben Arbeitsbehörben bei der gegenwärtigen Aktion keineswegs darauf an, etwa wahllos in kürzester Frist den Betrieben eine möglichst große Zabt von Arbeitskräften zuzuweisen, wenn dabei auch Personen zugeteilt würden, die über kurz ober lang wegen gesunbbeitlicher Mängel wieber ausscheiben müßten. Es ist bekannt, daß sich unter den Meldevflichtiaen manche Versonen, insbesondere Frauen, befinden, die bisher aus gesundheillichen Gründen nicht berufstätig sein konnten, ober die schon wegen ihres Alters und der mit ihm verbundenen natürlichen Umstellungsvorgänge körpttlich- seelischer Art gewisse Beschwerden und Schwierig- feiten haben. Die Arbeitsämter sind durch eingehende Weisungen des Generalbevollmächtigten für den. Arbeitseinsatz gehalten, auf diese Gesichtspunkte bei der Entscheidung über ben Arbeitseinsatz unb bie Art ber zuzuweisenden Tätigkeit zu achten. Anderseits geht es nicht an, baß einzelne Melde- pflichtige etwa versuchen, durch Vorschüßen oder Aufbauschen von Leiden ober Beschwerben, ausführliche Schilberung bereits durchgemachter Erkrankungen, bie aber offensichtlich keine Nachwirkungen mehr haben, sich dem Arbeitseinsatz zu entziehen ober einen bequemeren Arbeitsplatz zu verschaffen. Bisher nicht berufstätige Personen, unb namentlich Frauen, sinb erfahrungsgemäß leicht geneigt, bie Schwierigkeiten des ^Berufslebens zu überschätzen, da sie keine praktische Anschauung vom Arbeitsleben und seinem täglichen Ablauf haben. Es gibt zahllose Fälle, in denen Männer unb Frauen auch mit kleinen ober größeren körperlichen Serben eine bestimmte ober sogar vollgültige berufliche Leistung erbringen. Dies gilt vor allem auch für Fabrikarbeit, die keineswegs, wie manche Frauen immer noch annehmen, prinzipiell gesundheitsschäblich ist. Auch in den Fabriken muß in sehr vielen Fällen— und jetzt im Kriege, wo alle Fertigungen in großen Serien laufen, mehr denn je — leichte unb leichteste Arbeit, insbesondere Montagearbeit, geleistet werden. Wer körperlich nicht voll leistungsfähig ist, wird deshalb solche ober ähnliche Arbeit erhalten oder auch verkürzt arbeiten. Außerdem sind heute bie Arbeitsplätze, Hilfsmaschinen, der Fer» tigyngsoerlauf, bie sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen in den Betrieben schon so weitgehend auf Frauenbeschäftigung eingerichtet, daß auch dadurch die Arbeit erleichtert wird. Deshalb muß von allen Meldep'lichtigen erwartet werden, daß sie sich nicht hinter kleineren ober längst überwundenen gesundheitlichen Mängeln verstecken unb ben Arbeitseinsatz burch langwierige Erörterung berarttger Fragen verzögern. Die Arbeitsämter verfügen in ihrer ärztlichen Dienst über eine Einrichtung, die durchaus in der Lage ist, die Fälle ber wirklich Schonungsbedürftigen und Nicht-Einsatzfähigen von solchen zu unterscheiden, in denen der eine oder andere Unverständige seinen privaten Vorteil sucht. Ein unbegründetes Herausstellen angeblicher ober unbedeutender Gesundheitsmängel wäre deshalb zwecklos, es wäre überdies — was wichtiger ist — dem heutigen Ernst der Lage und den Opfern der Front nicht angemessen. Auch könnte dadurch die große Mehrheit der einsichtigen Volksgenossen — wenigstens vorüber- aehend — benachteiligt würden, die auch in ber Frage der Meldepflicht unb des Kriegseinsatzes wissen, was sie zu tun haben. Wer w'll Unteroffizier werden? Ieber junge Deutsche, ber gesund, zuverlässig und einsatzbereit ist, kann mit 17 Jahren als Unteroffizier-Bewerber in das großdeutsche Heer eintreten. Verpflichtung kann erfolgen für eine Dienstzeit von 4Vs oder 12 Jahren. Meldungen nimmt zu jeder Sie hat die eigene Mutter zu früh verloren, sie hat niemanden als Dich und ihr kindlicher Egoismus sieht in mir diejenige, die ihr auch dieses Letzte nehmen will. Du hofftest vielleicht, daß die Zeit auch hier ausgleichend unb heilend wirken würde. Ich hoffte es wohl auch, aber ich habe inzwischen einsehen gelernt, daß sich diese Hoffnung nicht erfüllen wird. Ich sah Renate das letztemal, als ich Dich nach Deinem Unfall im Krankenhaus besuchte. Wir begegneten uns auf dem Korridor, es war die Stunde, in der ein Mensch zum Menschen finden konnte, wenn er es wollte. Aber sie ging an mir vorüber, wie an einer Fremden. Schlimmer noch, wie an einem Menschen, den man nicht sehen will und der diese Absicht greifbar deutlich fühlen soll. Ich werde diesen Augenblick auf bem stillen Korridor so leicht nicht vergessen. Diese abweisenden Augen werden mir noch lange gegenwärtig fein. Glaube mir, es hat sehr viel Ueberminbung gekostet, als ich eine Minute später Dir selbst gegen» überstand und nicht merken lassen durfte, wie es nach dieser Begegnung in mir aussah. Seitdem habe ich oft und viel darüber nachgedacht. Ich wollte auch zu Dir davon sprechen, doch wenn ich Dich bann so sorglos heiter neben mir sah, schwieg ich wieber und hoffte auf etwas, das wohl nie sein wirb. Denn ich weiß heute, daß diese Hoffnung eine trügerische war, unb deshalb ist es für uns beide besser, wenn ich meinen Weg allein weitergehe. Ich will mich nicht zwischen Dich und Dein Kind drängen. Kein Glück ist von Dauer, das sich auf dem Unglück eines anderen aufbaut. Wir haben vor vielen Jahren schon einmal fernen müssen, aufeinander zu verzichten. Wir sind darüber hinweggekommen und werden es auch jetzt überwinden. Es ist besser so, Walter. Heute wirst Du vielleicht murren, aber auch für Dich wird einmal ber Tag kommen, an dem Du mir recht geben wirft. Du hast Dein Kind, Deinen Beruf und bas Werk, das Dir Dein Vater hinterlassen hat, es ist genug, übergenug, einem Leben reichen Inhalt zu geben. Und ich ... ich habe meinen Jungen. Er ist einer Deiner glühendsten Bewunderer. Es wird eine schwere Stunde sein, wenn ich ihm von diesem Briefe sagen werde. Er wähnte mich bei Dir in sicherer Hut. Würbe ich heute schon mit ihm sprechen, er würde in seiner Sorge um mich auf feinen Lieblingswunsch, zur Marine zu gehen, verzichten. So fahre ich Ende des Ptonats mit ihm nach Kiel, und erst nach seiner Einstellung wird er von meinem Entschluß erfahren. Ich bitte Dich von Herzen, lieber Freund, mir nicht mehr zu schreiben. Es würde mir nur das Herz noch schwerer machen. Denn mein Entschluß sicht so fest, baß nur ein Wunber ihn umstoßen könnte. Und ... Menschen in unserem Alter wissen bas sehr gut ... Wunder geschehen heute nicht mehr. Leb' wohl. Thora." Walter Hammerkott hatte ben Brief einmal flüch- tig überflogen unb war bestürzt von bem, was aus diesen Zeilen auf ihn einbrang. Dann las er ihn ein zweites Mal, nachbenklich und nachfühlend Wort für Wort, unb ein nachsichtiges Lächeln stand um seinen Munb. Ja ... So war Thora Kersten. So konnte nur Thora Kersten schreiben und handeln. Ein weicher, anschmiegsamer Mensch, der alles opferte für die wenigen Menschen, bie er liebte. Der debenkenlos unb ohne zu fragen bas Letzte hergab. wenn es von ihm verlangt wurde, der lieber selbst still beiseite trat, wenn er sich Hindernissen gegenüber sah, die ihm unüberwindlich schienen. Selbstlose Hingabe upd aufopfernde Liebe waren die Bezirke, in denen sich Thoras Tun und Denken bewegten. Aber das Kämpferische, ber Wille, sich durchzusetzen, diese Dinge waren ihrem Herzen fremd geblieben. So war es heute und so war es schon damals gewesen. Und Walter Hammerkott liebte diese Frau, bie in ihrem ureigensten Wesen so ganz anders geartet mar, als er selbst und in ber er deshalb die beste Ergänzung seines eigenen Ichs sah. (Fortsetzung folgt) Oie Lag- im März. 01437/ 01425/ M -N2 GLORIri !53RHrf D Auch im Paketbeförderungsdienst | Vermietungen | | Mietgosuche | & DEUTSCHER REICHSPOST LKwemem helfen weibliche 3Crä(te bei der Deutschen Reichspost. Sm Zustelldiensi, Dachkammer- oder Dakelverlade- diensi werden noch trauen und Mädel gebraucht. Dienstkleidung für den Außendienst wird gestellt. Wir zeigen aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Ufa ab heute i n Erstaufführung Willy Fritsch WMSWell fällt aus. [74?D Artilleristenkameradschaft 1895. Alleinslehenße, zuteil. Fran wird nach der Ostmark zu meinen 2 Jungen gesucht. Bin berufstätige Kriegerwitwe aus Oberhessen. Bewerbungen und Gehaltsanspr. sind zu richten unter 01435 an den Gieß. Anz. Soldatenfrau m. 3iähr. Kind sucht möbliertes Zimmer 4. 1. 4. Wäsche kann gelt. werd. H. «Siegmnnb, V. Weinbrenner, Brandgasse 8. Ein Ufa-Film mit Hannelore Schroth Elisabeth Fllckenschildt Hertha Mayen Käthe Dyckhoff J. Brennecke Musik: Peter Kreuder Spielleitung: V. Tourjansky Ein Film der Generationen, deren Hoffen, Träumen, Schaffen und Leben sich in einer Folge bittersüßer Liebesgeschichten verdichtet Wochenschau - Kulturfilm Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugendliche haben keinen Zutritt! 741C Mehr rkveude an der Uaiuv durch Bevmühiev-Vüchevi Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnalime an unserem schmerzlichen Verluste, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, danken wir herzlich. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Schmidt für die trostreichen Worte am Grabe. Im Namen aller Trauernden: Ludwig Spaar IV. Mainzlar, Lollar, im März 1943. Bekanntmachung. Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersetzen des Gartenwassermessers wünschen, wollen sich bis zum 31. d. M. auf unserer Kasse, Gartenstrahe 3, melden. Die Gartennummern sind in der einzutragenden Liste mitanzugeben. ftaaA Gießen, den 1. Mürz 1943. Stadtwerke Glichen. Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Fritz Timmer Lina Timmer, geb. Becker Bredenbruch (Kr. Iserlohn) Johannistal 56 Gießen Landgraf-Phllipp-Platz 5 6. März 1943 miM zwischen Vollnkirchen-Lützel- linden-Rodheirn a.d.B.verloren. Mitteilung an Heinr. Hofmann in Bieber, Kreis Wetzlar, erbeten. [nsD Stauen und Mädel! Meldet Euch beim nächsten Dostamt. Frau m. lljähr. Jungen sucht möbliertes Zimmer evtl, gegen Arbeitsleismng (Nähen usw.). Schriftl. Angeb. unter 01448 an den Gieß. Anz. Wadimänner für die besetzten Westgebiete und f. d. Inland laufend gesucht. Geeignet auch für Rentenempfänger u. Pensionäre. Einstelf.- Bedingungen und Auskunft Wachdienst Niedersachsen Frankfurt a, HL, Kaiserstraße 18 Fernsprecher 29214, [862v Auf dem Wege Licher Straße zum Bahnhof SA Sportabzeichen verloren. Der ehrl. Finder w. geb., dasselbe geg. Belohn, apf oemFundbüro abzugeben. 01453 Danksagung. Für die überaus vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme anläßlich des Heldentodes meines geliebten Mannes, unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Neffen Willi Hofmann, Gefr. in einer Nachr.-Abteilung, danken wir herzlichst. Anna Hofmann, geb. Damm nebst Angehörigen. Gießen, im März 1943. - IhreVcrmähltmg geben bekannt Julius Laaser Unteroffizier bei der Luftwaffe Helma Laaser geb. Schmieder Essen-Katern berg Gießen Thom astraße 34 6. März 1648 Student sucht 2 gut möblierte Zimmer (Schlaf- und Wohnzimmer) evtl, mit Kochgelegenheit u. Heizung Angeb. an Barbknecht, Düsseldorf, Hardtstraße 124. 736v genügen, um Ihre Füfye von Hühner» äugen und Hornhaut zu befreien! Dies besorgt zuverlässig die bewährte „tided'sse? Sdiätlcue Zur weiteren Fußpflege dann selb* verständlich ,jE*deckst" rußptodec CARL HAMEL fc CO. FRANKFURT,M. 9 Eidechseu FuJjpflegemiUel^ Gold Ein Großhirn der Ufa mit 3€ans Jlfiers BRIGITTE HELM LIEN DEYERS FR. KAYSSLER MICHAEL BOHNEN Das hohe Lied kühnen Erfindergeistes Wocfiensrötau Heute Freitag Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30 4.45 7.80 Uhr Sonntags 2.00 4.30 7.80 Uhr Jugendliche ab 14 Jahren haben Zutritt 74OC Vorjahren nach dem Notwinter 1939/40 immer wieder erhoffte. Wer' im vergangenen Herbst und Winter seine Hasen, Fasanen und Hühner mit der gebotenen Zurückhaltung besagte, geht in das neue Satz- und Brutjahr mit einem gewissen, wenn auch kleinen Besatz hinein, auf dem es nun wieder aufzubauen gilt. Es kann dabei nur das eine Ziel geben, das zukünftige Jungwild zu erhalten, soweit dies irgend möglich ist. Soweit ihm von der Witterung Gefahren drohen, ist der Jäger machtlos. Anders dagegen ist es mit den Schädigungen, die von der menschlichen Kultur und von fetten tierischer Feinde her drohen. Dabei drohen die größten Gefahren aus den Landschaftsveränderungen, die die Landwirtschaft — z. T. zu ihrem eigenen Schaden — zur Folge hatte. Wo keine Hecke mehr stockt, fein brom- beerüberwucherter Rain, fein bewachsener Wasser- lguf mehr der brütenden Henne oder dem Satz Junghasen Deckung bieten, da müssen Gelege und Jungwild Opfer der Maschinen werden, die auf dem offenen Feld über sie hinweggehen. Lehr- und aufschlußreich sind immer Beobachtungen in anderen Ländern. Im letzten Herbst hatte ich Gelegenheit, tn den verschiedensten Teilen Frankreichs auf Hasen, Fasanen ttnd Hühner zu jagen. Besonders eindrucks- Kettenkräfträdern. Dieses neu entwickelte Fahrzeug, an der Ostfront mit großem Erfolg eingesetzt, wird einer außerordentlich harten Belastungsprobe unterworfen. Geschulte Fahrer führen die Bäder durch Wälder, über Gräben, mitten hinein in Wasserläufe und über schlammbedeckte Straßen. Ueberall kommen sie durch, nirgends sitzen sie auch nur eine Sekunde fest. So ist die neue Wochenschau ein schönes Zeugnis für die Zusammenarbeit von Heimat und Front. H. H. □. Verdunkelungszelt: 5. März von 19.06 bis 6.30 Uhr. 6 ** Ehe standsdarlehenbegründet keinen Anspruch auf Möbel. Dom Reichsfinanzministerium ist nochmals klargestellt worden, oatz aus der Auszahlung des Ehestandsdarlehens kein Rechtsanspruch auf die Erteilung von Bezugscheinen für Möbel und Hausgerät hergelettet werden kann. ** Kleingärtnerverein L a h n t a Die- fer Tage hielt der Kleingärtnerverein Lahntal e. Z5. ©ieften feine stark besuchte Inhresh-wptversammlung ab. Bereinssuhrer Horst konnte dabei viele neue Mitglieder begrüßen. Der von dem Rechner weiß voroeleate Kassenbericht wurde genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Nach einem weltanschau, lichen Vortrag des Verbindungsmannes zum Kreis- rina für RS.-Volksaufklärung und Propagaittra Maurer erstattete der Vereinsführer Horst Bericht über das verflossene Arbeitsjahr, mit dem er eine Besprechung der kommenden Aufgaben verknüpfte. Dem Verein gehören heute über W) Mitglieder an. > Die Gemeinschaftsarbeit spielt beim Wirken des Vereins eine große Rolle. Der Verein hat auch im verflossenen Jahre sehr nützliche Arbeit Möbl. ia-oi)us zimmer und Schlafzimmer, m. 2 Bett., ohne Küchcnbenutz. u. Bedienung, nin liebsten an zwei Damen, z.verm. Schr. Ang. unt. 01440 a.d.G.A. | Verschiedenes | Wer erteilt in den Abendstunden Mlotöeon- UMMt? Schriftl. Angeb. unter 731V an den Gieß. Anz. Weitzgraues Kätzchen abhand. gekommen. Hört auf „Wussel". [01432 Wiederbr. Bel. Emilie Althaus, Steinstr. 71. Rechnungen bei Brühl. Gießen ( Kaufgesuche | Stutzflügel (Bernstein, Blüthner, Steinway usw.), dringend zu kau- fen gesucht. 734D Eilangebote an Hotel z. Stern, Büdingen, Oberhessen. Gebrauchtes ' hülMMNl zu kaufen oder leihen gesucht. [737D Schwester Helene in Mainzlar. Elektr. Warm- wassersveicher f. Bad zu kaufen gesucht. [732D Landerziehungsheim Burg Nordeck, Post Nordeck. für seine Mitglieder und damit für die Forderung des Gartenbaues und der Volksernährung geleistet. Oer Schöpfer des Alsfelder Archivs , gestorben. Lpd Alsfeld, 4. März. Der (wie gestern von uns gemeldet) in Darmstadt verstorbene Studienrat i. R. Professor Dr. phil. Becker ist während seines Wirkens in Alsfeld von 1903 bis 1914 zum Begründer des Alsfelder städtischen Archivs geworden. Professor Becker hat durch seine Sammlung der an den verschiedensten Stellen verstreuten städtischen Akten und deren archivalisches Ordnen den Grundstein zum städtischen Archiv gelegt und dieses Werk durch systematische Weiterarbeit immer mehr ausgebaut, so daß das Alsfelder Stadtarchiv heute eine wertvolle geschichtliche Fundgrube darstellt. Zwei Äolksfchädlinge hingerichtet. Lpd. Darmstadt, 4.März, Am 3.3.1943 ist der am 8.3.1916 in Darmstadt-Eberstadt geborene Heinrich Eichhorn hinaerichtet worden, den das Sondergericht in Darmstadt als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Er hatte unter Ausnutzung der Verdunkelung zahlreiche Eisenbahndiebstähle begangen. Lpd. Mainz, 4. März. Am 3.3.1943 ist der am 29.2. Februar 1908 in Hannover geborene Ernst Kortebein hingerichtet worden, den das Sonder- gericht in Mainz als Volksschädling zum Tode verurteilt hat. Er hatte nach einem Fliegerangriff bei Aufräumungsarbeiten geplündert und einen angeblich erlittenen eigenen Bombenschaden angemeldet, obgleich er durch die Feindeinwirkungen nicht betroffen war. Statt Karten. Am 4. März 1943 wurde unser Töchterchen Birgitt geboren. In dankbarer Freude Doris Blchhofl, geb. Vtllinger Erich Eichhof!. Gießen, Henselstr. 4 z. Z. Ev. Schwesternhaus. \01463Z Metzgerei in guter Lage, von Fleischer-Ehepaar zu kaufen oder zu pachten gesucht. Angebote unter D. H. 453 an Bonacker & Bants Anzeigenmittler, Düsseldorf. [735v Zett das nächste Wehrbezirkskommando entgegen. Die Arbeitsdienstpflicht ist für Unteroffizierbewerber auf drei Monate verkürzt. Truppeneinyeit und Waffengattung können selbst gewählt werden. Die Beförderung zum Unteroffizier ist bei Frontbewährung nach neunmonatiger Dienstzeit möglich. Bei entsprechender Leistung kann auch die Uebernahme in die Offizierlausbahn erfolgen. Ein zweiter Weg zum aktiven Unteroffizier geht über die Unterosfizier- Schulen. Bewerbungen sind an das Wehrbezirkskommando oder an die Annahmestellen für Heeres- Unterosfizier - Schulen, Berlin W. 35, Viktoria- stvaße 32, zu richten. Oer Heidengedenktag in Gießen. ' Der Wehrmacht-Standortälteste von Gießen teilt uns mit: Am 14. März, um 9 Uhr, findet in Gießen auf dem Landgraf-Philipp-Platz an dem Denkmal des I. R. 116 eine militärische Feier zum Gedenken der gefallenen Soldaten statt, zu der neben der Bevölkerung die Angehörigen der toten Helden dieses Krieges und des ersten Weltkrieges eingeladen sind. Der Standortälteste wirb an die Hinterbliebenen der Gefallenen schriftliche Einladungen ergehen lassen und bevorzugte Plätze reservieren, die gegen Vorzeigung der Einladung eingenommen werden können. Es wird um Verständnis gebeten, daß eine restlose Erfassung der Anschriften aller Kviegerhinter- bliebenen z. Z. nicht möglich ist. Angehörige von Gefallenen, die an der Feier teilnehmen wollen und bisher keine Einladungskarte erhalten haben, wer- den gebeten, an der Feier auch ohne diese Einladung teilzunehmen. Was die neue Wochenschau bringt. Daß eine Panzerschlacht ihre eigenen strategischen Gesetze hat, ist in der neuen Wochenschau deutlich zu sehen. In der t u n e s i s ch e n W ü st e entwickeln sich die eigenen Kampfwagen vor dem deutlich sichtbaren Feind zu einem Stoßkeil, der die gegnerischen Kräfte zersprengt und sie in einzelnen Gruppen vernichten kann. Bei diesen Operationen in ^iw- tunesien konnten 235 Panzer und 169 Panzerspähwagen vernichtet werden. Don den Fronten im Osten sehen wir wohlgeordnete Rückzugsbewegungen der deutschen Wehrmacht auf fast schneefreier Straße. Von den Bildern aus dem Westkaukasus bleiben Szenen im Gedächtnis, mit denen wir Zeuge von der Ueberführung hochwertigen Pferdematenals nach der Ukraine werden. Die Herde von 2500 Stück soll den Grundstock für die Zucht eines neuen Oftpferdes bilden. Die Größe und Disziplin der Reserven unserer Wehrmacht wird durch Aufnahmen aus Ausbil- dungskafernen und von der Besichtigung der Divi - sion Hermann Göring durch den Reichsmarschall vor Augen geführt. Diese Division ist eine Truppe modernster Prägung, deren Eigenart in einer möglichst vielseitigen Bewaffnung besteht. Auch in die Waffenschmieden des Reiches führt die neue Wochenschau. Hunderte von Metern lang sind die Hallen der neuen Fabriken, die im letzten Jahr auf Initiative von Reichsminister Speer entstanden. Daß die Front nur beste Waffen und Fahrzeuge erhält, zeigt die Montage und die Einsätzprüfung von SWWM veckreii. Bitte abzugeben geg. Belohnung auf dem [01461 Fundbüro. | Vereine j Während die Sonne in ihrem Jahreslaus wieder höher und höher steigt, neigt sich das Jagdiahr mit dem März seinem Ende zu. Neues Leben in der Natur bedeutet für den Weidmann Schonen, Hegen und Pflegen, demgegenüber das Jagen ganz zuruck- tritt. Zwar stehen die Tage der Märzjagd für den Jäger im Zeichen der streichenden Waldschnepfe, die aüf dem Durchzug nach ihren nor- bischen Brutgebieten im Morgen- oder Abenddäm- mern lm Aesungs- oder Balzflug über das junge Holz „streicht", vielleicht auch bei uns verbleibt und zur Brut schreitet. Auch wird bald der Ringeltauber wieder mit seinem sehnsuchtsvollen „D du, du, du" von hoher Fichtenspitze seine Taube locken und dem Jäger im Frühlickt den ,^Hahn des kleinen Mannes" vortäuscken, den dieser anpirschen und an- Sen kann, wie den „großen Hahn" im däm- en Aprilmorgen des deutschen Bergwaldes. Damit aber ist es auch aus mit dem eigentlichen Jagen, kleine reizvolle Kostproben gewissermaßen, die den Weidmann hinauslocken in fein Revier, wo ihn ganz andere Aufgaben erwarten. Nach drei schweren Wintern von katastrophalen Folgen vor allem für unsere Niederjagd ging ein Winter zu Ende, wie ihn sich der Heger m den Unser aller Sonnenschein, mein innig- teliebtes Schwesterchen, unser liebes Enkel- ind, Patchen, Nichtchen und Kusinchen Gisela ist plötzlich und unerwartet für immer von uns gegangen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Adolf Thlelmann und Frau Ria, geb. Günther Erika Thlelmann. Gießen, Hamburg, den 2. März 1948. Die Beerdigung findet Samstag, 6. März, vorm. 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. _______________________________________________01433 Junges Ehepaar sucht aus sofort oder später zwei möblierte Zimmer Schr. Ang. unt. 01373 a.d.G.A. Ordentliche Schlafstelle für mehrere Leute sofort gesucht. [745D M. Sdiwaiz Kugelberg 2. Tclevbnn 4082. Verkäufe "] Schwarzbunte Kuh d. 2. Mal gekalbt, mit schönem Muttcrkalb, z. verkauf. |738D Herrn. Töpfer, Langd bei Hungen. Verkaufe gebrauchte Möbel u. Hauö- haltungsgcaen- stände all. Art. L. Schäfer oi853 Gießen, Sonnenstrake 5. KleineAnzeigen im Gteftener Anzeiger werden von loulewben fcfa<6trt und aeleien. Neuwertiges, od. gut erhalt. hemMM (mögt. Halb- od. Volwallon, mit Lampe) z. kauf, ges. Schr. Ang. u.01434 a. G.A. Suche eine antike AMMde mit 3-4 Schubladen (poliert). Schriftl. Angeb. unter 723 D an den Gieß. Anz. Große Kisten kauft [01431 Zigarrenfabrik Nattmann. voN war nach der fast völligen Vernichtung unserer Hühnerbestände, die auch ohne die strengen Winter von Jahr zu Jahr geringer wurden, die Menge bet Rebhühner, die man allenthalben traf. Sie war besonders- groß in einem Landstrich, in dem in der Flußniederung intensivster Ackerbau betrieben wurde, die Hange aber mit Weinbergen und großen Steinwällen, von dicken Hecken überwuchert, bedeckt waren, und wo es nur so wimmelte von Elstern, Katzen und wildernden Hunden, wozu sich noch der Schlingensteller jeder Art gesellte. Und trotzdem war diese Fülle an Niederwild durch die glänzenden Brut- und Setzgelegenheiten völlig gesichert, obwohl sicher eine Menge an Jungwild den Räubern zum Opfer fiel. Wo darum eine Möglichkeit besteht» irgendeine Oedfläche anzupflanzen oder anzusäen, muß es geschehen. An Ufern, Rainen, Dämmen, in alten Steinbrüchen, Kiesgruben und aus deren Halden, an Wasserlöchern u.ä. bietet sich immer die Möglichkeit dazu, die sich bei einiger Findigkeit selbst im Kriege ausnutzen läßt. Werden so kleine Remisen, auch nur wenige Quadratmeter große *„S)ege= büsche" geschaffen, so ist schon etwas Gutes erreicht. Neben der Deckungsverbesserung muß die Bekämpfung der Wildfeinde herlausen. Gerade die Deckungslosiakeit der Frühjahrsstur ist die beste Bundesgenossin der Krähen und Elftem, der schlimmsten Feinde unserer Niederjagd. Wenn die harmloseren großen Schwärme der metallisch schillernden Saatkrähen einmal durchgezogen sind und die schwarzen Brutpaare der Rabenkrähe überall zum Nestbau schreiten, dann muß der Kampf gegen diese schwarze Plage mit allen Mitteln ein» setzen. Genau so schlimm ist aber die Elster, deren Nester zu zerstören bei einiger Auftherksamkeit keine Kunst ist. Gegen das schlüpfende, mordlustige Wiese! aber wirkt am besten die in Durchlässen, Steinhaufen usw. eingebaute Kastenfalle. Streunend« Katzen, die vermehrt draußen auftreten, wenn die Flur mehr Deckung bietet, und jagende Hunde sind selbstverständlich Todfeinde unseres Wildes und da» nach zu behandeln. Mit den Hegegängen des Jägers, mit der stillen Stunde um die Ühlenflucht, wenn er auf den „Vogel mit dem langen Gesicht" paßt, verbindet der Weidmann auch die Beobachtung seines Schalenwildes» das zahlenmäßig zu erfassen eine seiner wichtigsten Frühjahrsaufgaben ist. Denn auf dieser Zählung seines Wildes gründet sich fein Abschußplan, bett er seinem Kreisjägermeister vorzuschlagen hat. Eine gründliche und der Wirklichkeit nahekommende Wild- zählung läßt sich aber in einem Revier mit einem nur einigermaßen nennenswerten Schalenwildbestand an einem Tage nicht durchführen. Dazu gehört längere Beobachtung, Festlegen und Vergleich z der Zählungsergebnisse nach Art und Zahl, wozit jeder Reviergang benutzt werden muß. Nur eine verantwortungsvolle Bestandsaufnahme verhindert Irrtümer zu Ungunsten des Wildes selbst und erleichtert später den richtigen Abschuß. Hubertus. ■ ■ — 1 ■ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschristleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans ThyrtüH iür Stadt Giessen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsvruckerei R. Lange K. ejr und zugleich Strom, Qas oder Kohlen Hechten Sieritfi nur