Dienstags tttaiVH5 Annahme von Anzeigen für die Diittqgdnummer bis8' »Ubr desBormittags Anzetgen-Preise: Ämeigenteil 7))tvi le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Sterttetl 50 Nvi. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH Abscblüsseivlengenstanel B Plavvorschrift (oorbenae Vereinbarung) 25°'• meine ,Y3. Jahrgang Nr. 102 ÄQgr ä a. Q 8 Gietzemr Anzeiger infolge höherer Gewalt w\^ SanjStinÄetoet; = Üit (hfwHwfifrlt Sd|rff,kl,un9nnö«etdjaftsfteHe: Postscheck 1 1688Arants. M. vrühlscheUniverst1St5druSererS.LaUge WÖ vllvlUl-tlll JV ly Vl |lll >C/VVllJv ||V II Sieben. Zchulftraße 7-y \ G A,-'- • M) -> Stabschef Viktor Luhe Stabschef Luhe. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Protokoll von Katyn höchste wurde der GPU. mit Blut geschrieben ist, so läßt sich leicht ermessen, mit welcher -Grausamkeit diese Menschen, die aller moralischen Hemmungen bar sind und die Bezeichnung Mensch wahrhaftig nicht mehr verdienen, erst recht gegen unliebsame Zeitgenossen wie die ermordeten 12 000 polnischen Offiziere vorgegangen sind, die noch dazu hilflos waren. Die jüdisch-bolschewistische Bluttat von Katyn wird in die Geschichte als Zeugnis eines wüsten Gemetzels eingehen. Das Protokoll der internationalen Kommission von Gerichtsmedizinern duldet keine Verwischung der blutigen Schuldspuren. Wir haben es in diesen Tagen erleben müssen, daß die breitesten Volksschichten in England und in den Vereinigten Staaten von den Vorgängen in dem Kiefernwald von Katyn entweder überhaupt kein Wissen oder nur eine sehr zufällige und von anderen Eindrücken überblendete Ahnung gewonnen haben. Der alljüdische Verschwörerklub ist an der Arbeit: Er, der sonst die Humanität gerade an dem Juden demonstriert wissen will, ist des Massenmordes überführt und versucht sich hinter dem Schleier des Schweigens zu verbergen! Das ist ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Die Wahrheit kann aufgehalten, aber nicht unterdrückt werden. die von dem einzelnen Frontsoldaten die Hingabe und die größten Opfer fordert, sie Sachverständige sind immer trockener als Menschen, die aus dem Antrieb des Gefühls schreiben; und Gerichtsmediziner erst recht haben niemals im Ruf gefühlsbestimmter Ergüsse gestanden. Aber die Sachlichkeit hat ihre eigene Eindringlichkeit. Sie ist oft größer als das pathetische Wort. Diese Eindringlichkeit geht von dem Protokoll aus, das die Kommission internationaler Gerichtsmediziner zu den Ausgrabungen fr- in der Gerichtssprache heißt es: „Exhumierungen" — aus dem Massengrab von Katyn verfaßt hat. Die Gerichtsmediziner hatten den bloßen Sachverhalt darzustellen. Aber eben deshalb wirft die Feststellung des Sachverhaltes die gebieterische Frage nach den Personen auf, die moralisch für diese beispiellose Tat | verantwortlich sind. Die sowjetische GPU. hat viele Gesichter und viele „Mitarbeiter". Allein das Vorwiegen des jüdischen Elementes tritt klar in Erscheinung. Die meisten ' Chefs der GPU. ist ihrem 25jährigen Bestand waren I bzw. sind Juden, und alle diese GPU.-Chefs stammen aus dem jüdischen Geistesmilieu. Viele von ihnen und ihren Mitarbeitern sind selbst durch eine urt von Palastrevolutionen in das Schattenreich ; befördert worden. Wenn schon die interne Geschichte Der durch einen Kraftwaaenunfall ums Leben gekommene Stabschef der SA., Viktor Lutze gehörte zu den führenden Männern des national-' soztalistlschen Großdeutschlands und hat sein Leben im Kampf für Führer und Reich vollbracht. Er war als Persönlichkeit und SA.-Führer eine der mar- Kopenhagen; 4. Finnland: Dr. Saxen, ordentlicher Professor der pathologischen Anatomie an der Universität in Helsinki; 5. Italien: Dr. P a l m i e r i, ordentlicher Professor der gerichtlichen Medizin und Kriminalistik an der Universität Neapel 6. Kroatien: Dr. Milo Sla w i ch, ordentlicher Professor der gerichtlichen Medizin und Kriminalistik an der Universität Agram; 7. Niederlande: Dr.d e Burlet, ordentlicher Professor der Anatomie an der Universität in Groningen; 8. Protektorat Böhmen und Mähren: Dr. H a j e k, ordentlicher Professor der gerichtlichen Medizin und Kriminalisttk in Prag; 9. Rumänien: Dr. B i r k l e , Gerichtsarzt des rumänischen Justizministeriums und erster Assistent am Institut für gerichtliche Medizin und Kriminalistik in Bukarest; 10. Schweiz: Dr. N a v i l l e, ordentlicher Professor der gerichtlichen Medizin an der Universität Genf; 11. Slowakei: Dr. Subik, ordentlicher Professor der pathologischen Anatomie an der Universität in Preßburg, Chef des stäatlichen Gesundheitwesens der Slowakei; 12. Ungarn: Dr. Orsos, ordentlicher Professor der gerichtlichen Medizin und Kriminalistik an der Universität Budapest. Bei den Arbeiten und Beratungen der Delegatton waren ferner anwesend: 1. Der vom Oberkommando der deutschen Wehrmacht mit der Leitung der Ausgrabungen in Katyn beauftragte ordentliche Professor der gerichtlichen Mediziil und Kriminalisttk an der Universität Breslau, Dr. B u h tz ; 2. Medizin- Inspektor Dr. Coste bxo st, der vom Chef der frcm- zösischen Regierung beauftragt worden war, den Arbeiten der Kommission beizuwobnen. Die Kommission vernahm persönlich einige russische einheimische Zeugen, die u a. bestätigen, daß in den Monaten März und April 1940 fast täglich größere Eisenbahntransporte mit polnischen Offi- Die Gröhe und Sieghaftigkeit dieses Geistes der Front — sie war nicht zuletzt das Werk des Mannes, der aus innerster Ueberzeugung, aus idealer Freiwilligkeit seine Arbeit in den Dienst der allen Feinden überlegenen Front gestellt, die aber Tausende seiner SA. mit seinem Geist erfüllt hotte. Das ist das Unsterbliche an dem Stabschef Viktor Lutze. Er war Mitschöpfer hert des oerobscheuungswürdigen Verbrechens ge= ichehen ift. Durch diese Untersuchungsergebnifse wird mit wissenschaftlicher Klarheit und Sachlichkeit i iie schauerliche Praxis der jüdischen Genickschuß- Mzialisten so' deutlich und einwandfrei festgelegt, taß jeder weitere Versuch einet Abschwächung durch he Schuldigen in Moskau zwecklos ist. Die arnt- l liche Veröffentlichung dieser Untersuchungsergeb- ttsse hat folgenden Wortlaut: Protokoll. Aufgenornnten anläßlich der Untersuchung von ‘ Massengräbern polnischer Offiziere im Walde von ^atyn bei Smolensk. In der Zeit, vom 28. bis April 1943 hat eine Kommission führender Vertreter der gerichtlichen Medizin und Krimina- lstik europäischer Hochschulen und anderer nam- Mter medizinischer Hochschullehrer die Massengrä- ter polnischer Offiziere im Ataide von Katyn bei ^Molensk einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen. v Die Kommission bestand aus folgenden Herren: 1 Belgien: Dr. Speleers, ordentlicher Professor ter Augenheilkunde an der Universität Gent; »2 Bulgarien: Dr Markov, ordentlicher Do'zent gerichtliche Medizin und Kriminalistik an der Universität Sofia; 3. Dänemark: Dr Tramsen, Professor am Institut für gerichtliche Medizin jn perte die Neuformung des deutschen Mannes durch den Willen des Führers. Der Westfale, der den ersten Weltkrieg als Jnfcmterieoffizier in vorderster Front und dann den furchtbaren Zusammenbruch Deutschlands durch den verjudeten Marxismus miterlebt hatte, der im Kriege das linke Auge verlor, war ein Frontsoldat besonderer Prägung. Er fanb schon ..1922 zum Führer und zu seinen damals von der jüdischen Presse verspotteten Ideen, er wurde einfacher SA.-Mann und nach der Neugründung der Partei und SA. Führer des Gausturmes Ruhr, in seiner Heimat, die vom Bolschewismus längst bedroht war und die furchtbarsten Greueltaten der von ihm aufgehetzten Massen durchlebt hatte. Der Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung stellte ihn vor immer neue und größere Aufgaben. Wir registrieren sie hier nur kurz: 193p wurde er SA.-Führer Nord in Hannover, 1932 übernahm er Die Führung der Obergruppe West, 1930 wurde er in den Reichstag gewählt, dem er seither angehörte. Nach dem Umbruch im März 1933 wurde er Oberpräsident der Provinz Hannover und zugleich Polizeipräsident der Stadt Hannover. Göring ernannte ihn zum Preußischen Staatsrat. 1934 berief ihn der Führer als den Mann feines Vertrauens Zum Stabschef der SA., die er nun auf breitester Basis in die Epoche einer beständigen Aufbauarbeit hineinführte. In den Kämpfen des Alltags gegen die herrschenden Systemgewatten zeigte sich, daß dieser Mann sein Leben rücksichtslos für ein werdendes Deutschland einzusetzen vermochte. Die SA. war ja die Vereinigung der Frontsoldaten aus Flandern und Galizien, aus den U-Booten und den Kämpfern des alten Frontheeres, die mit den jungen Männern Deutschlands eine verschworene Gemeinschaft bildete, die dem Führer und der Partei in den Kämpfen um die Macht unentbehrlich wurde. Ihr Geist und ihre Aufgabe wurde durch Viktor Lutze am vollkommensten verkörpert, es war der Geist des kämpfenden Deutschlands Adolf Hitlers, es war die große Idee einer unsichtbaren Erziehung zur Wehrhaftigkeit. Daß diese Idee Gemeingut des deutschen Volkes und des gesamt"n deutschen Mannestums geworden ist, der Geist der Männlichkeit und unbedingten Hingabe an die Ideale des Führers, das ist nicht zuletzt Viktor Lutze zu verdanken. Seit dem Frühjahr 1939 leitete er die vom Führer angeordnete vor- und sonders ausgewählte Fälle einer Leichenschau un< terzogen. Als Todesursache der sämtlich bisher ausgegrabenen Leichen wurde ausnahmslos Kopfschuß feftge- stellt. Es handelt sich durchweg um Genickschüsse, und zwar Überwiegend um einfache Genickschüsse, in seltenen Fällen um doppelte Genickschüsse, in einem einzigen Fall um einen dreifachen Genickschuß. Der Einschuß sitzt durchweg tief im Genick und fuhrt in den Knochen des Hinterhauptbeins nahe am Hinterhauptloch hinein, während der Ausschuß in der Regel in der Gegend der Stirn-Haargrenze, in ganz seltenen Fällen tiefer liegt Es handelt sich durchweg um Pistolenschüsse von einem Kaliber unter 8 mm. Aus der Sprengung des Schädels und dem Be- • funb von Pulverschmauch am Hinterhauptknochen in der Nähe des Einschusses sowie aus der gleichartigen Lokalisierung der Einschüsse ist auf Schuß mit aufgesetzter Mündung oder aus unmittelbarer Nähe zu schließen, zumal auch die Richtung des Schußkanals mit wenigen geringen Abweichungen durchweg gleichartig ift. Die auffallende Gleichartigkeit der Verletzungen und der Lokalisation des Einschusses in einem ganz beschränkten Bereich der Hinterhauptgegend lassen auf eine geübte Hand schließen. Bei zahlreichen Leichen konnten gleichartige Fesselungen der Hände und in einigen'Fällen auch vierstrahlige Bajonettstiche an Kleidung und Haut festgestellt werden.. Die Ausführung der Fesselung entspricht den an' Leichen russischer Zivilisten festgestellten Fesselungen. Es wurde ferner feftgefteüt, daß auch die Genickschüsse bei den Leichen von Zioilrussen ähnlich zielsicher abgegeben wurden. Aus der Feststellung eines Querschlägers im Kopfe eines durch Genickschuß getöteten polnischen Offiziers, der nur die äußere Knochentasel eingedrückt, hatte, ist zu schließen, daß durch dieses Geschoß erst ein anderer Offizier getötet worden ift, und daß es nach Austritt aus dessen Körper in die Leiche eines bereits Erschossenen in der Grube Liegenden einge- örungen ist. Diese Tatsache läßt vermuten, daß Erschießungen offenbar auch in den Gruben stattfanden, um einen Transport zur Grabstätte zu vermeiden. Die Massengräber befinden sich in Waldlichtungen. Sie sind vollkommen geebnet und mit jungen Kiefernbäumchen bepflanzt. Nach dem eignen Augenschein der Kommissionsmitglieder und der Aussage des als Sachverständiger ^gezogenen Forstmeitt rs v o n Herff handelt es sich um wenigstens fünfjährige, im Schatten großer Bäume schlecht entwickelte Kiefernpfianzen, Oie vor drei rnbren an diese Stelle gepflanzt wurden. Die Massengräber sind stufenförmig in das hügelige Gelände , das aus reinem Sand besteht, oorgetrieben. Sie reichen zum Teil bis ins Grundwasser. Die Leichen liegen fast ausschließlich in Bauchlage dicht neben- und übereinander, an den Seiten deutlich geschichtet, in der Mitte mehr unregelmäßig. Die Beine sind fast immer gestreckt. Es handelt sich offensichtlich um eine systematische Lagerung. Die Uniformen der ausgegrabenen Leichen haben nach übereinstimmender Wahrnehmung der Kommission sämtlich im ganzen und einzelnen wie an den Knöpfen, Dienstrangabzeichen, Auszeichnungen, Sttefel- formen, Wäschestempel usw. die eindeutigen Kenn-- Zeichen polnischer Uniformen. Es handelt sich um Winterbekleidung; häufig finden sich Pelze, Lederjacken, Sttickwesten, Offizierstiefel, typische polnische Offiziersmützen. Nur bei ganz wenigen Leichen handelt es sich nicht um Offiziere, in einem Fall um einen Geistlichen. Die Maße der Kleidung entsprechen den Maßen der einzelnen Körper. Die Unterkleidung ist ordnungsmäßig zugeknöpft, Hosenträger, Gürtel ordnungsmäßig angebracht. Daraus ergibt sich, daß die Leichen in den von ihnen bis zum Tode getragenen Uniformen verscharrt wurden. Bei den Leichen befinden sich keine Uhren und Ringe, obwohl Uhren nach den mit genauen Zeitangaben versehenen Aufzeichnungen verschiedener Tagebücher bis in die letzten Tage und Stunden zeigten sich in dem Durchstehen und Durchkämpfen dieses Entscheidungskampfes, und die beispiellose Härte, Das verlassene Paradies. hinein vorhanden gewesen sein müssen. Edelmetall« gegenstände würben nur in verborgener Lage bei ganz wenigen Leichen entdeckt. Dagegen fanden sich viele Leichen mit Goldzähnen ich Gebiß. Polnische Banknoten wurden in größerem Umfange vorge- funden, in nicht seltenen Fällen auch Wechselgeld. Ferner fanden sich polnische Zigaretten- und Streichholzschachteln bei den Toten, in einigen Fällen auch Tabakdosen und Zigarettenspitzen mit der Gravierung „Kocielsk" (Name des letzten Gefangenenlagers der meisten Ermordeten). Die bei den Leichen vörgefundenen Dokumente (Tagebücher, Briefschaften, Zeitungen) stammen aus der Zeit vom Herbst 1939 bis März und April 1940. Das letzte bisher festgestellte Datum ist das einer russisches Zeitung vom 22. April 1940. Es finden sich verschiedene Grade und Formen der Verwesung, die durch die Lagerung der Leichen innerhalb der Grube und zueinander bedingt, sind. Neben Mumifizierung an der Oberfläche und an den Rändern der Leichenmasse findet sich feuchte Mazeration in den mittleren Teilen der Leichenmasse. Die Verklebung und Verlötung der benachbarten Leichen durch eingedickte Leichensäfte insbesondere die durch die Pressung bedingten korrespondierenden Deformationen weisen entschieden auf primäre Lagerung hin. Es fehlen gänzlich an den Leichen Insekten und Insektenreste, die aus der Zeit der Einscharrung stammen könnten. Hieraus ergibt sich, daß die Erschießung und die Einscharrung in einer kalten, insektenfreien Jahreszeit geschehen sein müssen. Eine größere Reihe von Schädeln wurde auf Berlin, 3. Mai. (DNB.) Anläßlich des 10. Jahrestages der Gründung der DAF. hatte Reichs- organisattonsleiter Dr. Ley am Montag zu einem Reichsappell der DAF. aufgerufen, der über den Rundfunk in sämtliche Betriebe des Reiches übertragen wurde. Eine besondere Note erhielt der Appell durch die Teilnahme von Delegationen aller europäischen Länder, die Arbeiter zum Einsatz nach Deutschland geschickt haben. Außer 6000 Gefolgschaftsmitgliedern des Werkes waren über 1000 Vertreter von 19 Staaten anwesend, um die Kampfparole gegen den bolschewistischen Weltfeind entgegenzunehmen. Beichsorganisationsleiter Or. Ley sagte in seiner Rede u. a.: Vor nunmehr zehn Jahren übernahm ich auf Befehl des Führers die klassenkämpferischen Instrumente der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände gleichgeschaltet. Damit war dem Marxismus eine der Hauptwaffen aus der Hand geschlagen. Der Arbeiter sowie der Unternehmer wurden von Fesseln befreit, die sie jahrzehntelang im Klassenkampf gemeinsam gegeneinander verhaftet hatten: Keiner hatte davon Vorteile, und alle, sowohl Arbeiter als auch Unternehmer, litten unsagbar unter diesem inneren Zwiespalt. Nur eihen gab es, der als lachender ..Dritter diesem Wahnsinn zusah, das Feuer immer wieder schürte und von der Unvernunft der deutschen Menschen lebte, der I u d e. Juda und seine Helfershelfer sind die Väter des Klassenkampfgedackkens. Ihre Parole heißt: Teile und herrsche, um selbst als minderwertige Minderheit über die sich streitenden Jnteressentenhaufen herrschen zu können. Deshalb ist der Jude auch der unversöhnliche Gegner alles Nationalen, weil er den nationalen Zusammenschluß der Völker nicht gebrauchen kann. Juda braucht, um über die Völker herrschen zu können, die innere Zersetzung, um auf den Trümmern der Völker feine Weltherrschaft aufbauen zu können. Deshalb gilt der Kampf aller nationalen Völker dem einzigen Weltfeind Juda, und jeder Wensch, der das Leben bejaht, muß den Kampf gegen den Zersetzer der Menschheit aufnehmen. „Der Jude ist das Ferment der Dekomposition!" Dieses Wort galt gestern, gilt heute und wird in alle Zukunft gelten. Der nationale Mensch, ganz gleich welcher Nation er angehört, der Mensch Der Arbeit, der Mensch der Ordnung und der Mensch der Lebensbejahung muß den Juden als den Wtltfeind Nr. 1 hassen lernen und ihn unter allen Umständen bekämpfen und vernichten, wenn er selber leben will. Diese Frage geht nicht allein uns Deutsche, sondern sie geht alle Völker Europas und der Welt an. Die Waffen des Juden in diesem Kampf gegen die nationalen -Gemeinschaften der Völker sind der Kapitalismus und der Bolschewismus. Erinnern wir Deutsche uns, wie es vor etwas mehr als zehn Jahren in Deutschland aussah. Durch jüdische Machenschaften war es gelungen, ein fleißiges Volk, das mit hochentwickelten Gaben ausgerüstet eine Veränderung untersucht, die nach Erfahrungen von Professor O r s o s zur Bestimmung der Zeit des Todes von großer Wichtigkeit ist. Es handelt sich hierbei um eine mehrschichtige Inkrustation an der Oberfläche des schon lehmartig homogenisierten Gehirnbreies. Solche Erscheinungen sind bei Leichen, die weniger als drei Jahre im Grabe gelegen haben, nicht zu beobachten. Ein derartiger Zustand fand sich u. a. in einer sehr ausgeprägten Form im Schädel der Leiche Nr. 526, die an der Oberfläche eines großen Massengrabes geborgen wurde. Im Walde von Katyn wurden von der Kommission Massengräber von polnischen Offizieren unter» sucht, von denen bisher sieben geöffnet sind. Aus diesen wurden bisher 982 Leichen geborgen, untersucht, zum Teil obduziert und schon zu 70 v. H. identifiziert. Die Leichen wiesen als Todesursache ausschließlich Genickschüsse auf. Aus den Zeugenaussagen, den bei den Leichen aufgefunöenen Briefschaften, Tagebüchern, Zeitungen usw. ergibt sich, daß die Erschießungen in den Monaten März und April 1940 stattgefunden haben. Hiermit stehen in völliger Uebereinftimmung die im Protokoll geschilderten Befunde an den Massengräbern und den einzelnen Leichen der polnischen Offiziere. Smolensk, 30. April 1943. Eigenhändig unterzeichnet: Dr. Speleers, Dr. Markow, Dr. Tramfen, Dr. Saxen, Dr. Palmieri, Dr. Miloslawich, Dr. de Bur- let, Dr. Hajek, Dr. Birkle, Dr. Naville, Dr. Subik, Dr. Orsos. war, in eine grenzenlose Armut zu stürzen, zu verelenden und arbeitslos zu machen. Durch ein fein ausgeklügeltes kapitalistisches System war es möglich, in. einigen Jahren das gesamte deutsche Volk zu entwurzeln und zu Sklaven und Bettlern des internationalen jüdischen Finanzkapitals zu machen. Der Kapitalismus feierte Triumphe, die Arbeit galt nichts mehr, und der Mensch war weniger wert als eine käufliche Ware. Der Kapitalismus ist wie ein Blutegel, der den völkischen Organismus aussaugt. Der Kapitalismus ist wie ein zerstörendes Feuer, das alles vernichtet und schließlich eine Steppe übrigllißt. Das ist der ewige Jude. Armut, Not und Elend sind das Gesicht des Kapitalismus, und Tod und Vernichtung sind dessen Ziel und Ende. Der Zwillingsbruder des Kapitalismus ist der Bolschewismus. Er ist eine der Hauptwaffen Judas, um die Völker für feine Weltherrschaftspläne reif zu machen. Wenn der Kapitalismus die Not und das Elend der Völker jum höchsten gesteigert hat, kommt der bolschewistische Jude, um die Menschen abzulenken und sie irre zu führen. Der Bolschewismus bedeutet die Ausrottung jedes völkischen und nationalen Denkens, die Vernichtung des Eigentums, die Nivellierung auf die unterste Stufe der Armut und des menschlichen Daseins. Der Bolschewismus bedeutet das Zurückfallen in menschliche Barbarei, und seine Methode ist die Grausamkeit und Brutalität. Kapitalismus und Bolschewismus sind Zwillingskinder des Juden, hüt denen er die menschliche Kultur ausrotten möchte und vernichten will. Der Kapitalismus ist der Wegbereiter und der Bolschewismus ist der Vollender des teuflischen jüdischen Werkes. Ihr Ziel ist die Aufrichtung der jüdischen Weltherrschaft. Es ist vollkommen gleich, ob es sich um einen kapitalistischen ober einen bolschewistischen Juden handelt, immer ist es die jüdische Fratze der Ausbeutung, der Vernichtung und der Zerstörung, die einem entgegentritt. Das, deutscher Arbeiter und deutsches Volk, ist gerade in der heutigen Zeit wichttg zu erkennen. Hinter all den Söldnerheeren unserer Gegner steht als Antreiber Juda mit seinem infernalischen Haß gegen alles Deutsche und Nationalsozi-alistische. Es soll sich keiner einbilden, daß der Jude irgendeine Klasse und irgendeinen Stand oder Institution ober Einrichtung schonen würde. Würben Juda und seine kapitalistischen und bolschewistischen Helfer siegen, so würde das deutsche Volk in seiner Gesamtheit ausgerottet werden. Jeder Deutsche muß es begreifen, daß dieser Krieg ein Kampf um Sein oder Nichtsein der deutschen Nation ist und ein Krieg auf Leben und Tod für jeden deutschen Menschen, ob reich oder arm, hoch oder niedrig, Mann oder Jrau, jung oder alt. Deshalb gibt es in diesem Kampf für alle Deutschen nur eine Parole: Siegen! Wir' müssen siegen, weil wir leben wollen. Einen K o m p ro -- m i ß gibt es als Ausgang dieses Kampfes niemals. Jeder Kompromiß wäre mehr als der Untergang, weil zu dem Tode alsdann die Quälereien des sadistischen Judentums kämen. Aber'auch Bon unserem ps.- Marseille, Ende April. lieber Marseille jagt ein eisiger Mistral. Straßen- taub, verwelktes Laub und Papierfetzen wirbeln in licken Wolken die Cannebiere aufwärts. Die Chauf- eure der mit bauchigen Holzgasöfen bepackten Autoungetüme wischen sich fluchend den Staub aus den Augen und stoßen noch mitber „als sonst in die ich irgendwo öffnenden Verkehrslücken. Auch die Zypressen und Pinien an der breiten Autostraße nach Toulon biegen sich im kalten Winde. In dieser blankgefegten südlichen Landschaft gräbt und schaufelt ein emsiges Heer muskulöser Männer der Organisation Todt, franMscher Bauarbeiter, italienischer Soldaten usw. Mit Spitzhacke und Spaten durchwühlen sie das Erdreich, mauern mächtige Wälle am Meeresrand, bauen Bunker in die Olivenhaine und ziehen Palliladen über die Landstraße. Alles das geschieht im Gedanken, einen Ueberraschunasbesuch ungebetener Gäste nach Möglichkeit zu erschweren. Vorbereitungen, die es heute schon schwierig machen, sich auch nur vom Londe her dem Mittelmeer zu nähern. An jeder Wegkreuzung bewachen italienische Militärpolizisten die über die Landstraße gelegte Barriere und kontrollieren die Papiere jedes Passanten. Diese Militärpolizisten tragen den Dreispitz der Carabinieri, dessen majestätischem schwarzen Filz ein übergeknüpftes feldgraues Tuch den nötigen kriegerischen Anstrich verleiht. Der kriegerische Anstrich hindert die Träger der Napoleonshüte aber nicht, auch als Verkehrsdirigenten zu amtieren, in welcher Eigenschaft sie sogar die trabitionellen weißen Handschuhe behalten durften. Das französische Publikum, dem diese italienischen Stulpen- handschuhe von hohem Podest herab den Weg weisen, besteht aus den Einheimischen und jenen Zugewanderten, die sich nur noch durch das Tragen einer Sonnenbrille von den ursprünglichen Ortseinwohnern der bunten Küstennester unterscheiden. Die wirklichen Fremden, die ehedem zur Frühjahrszeit im eigenen Wagen und in den himmelblauen Autocars die kurvenreiche Küstenstraße über den kleinen Buchten entlangfuhren, sind verschwunden.. Tausende Landhäuser stehen mit verschlossenen Fensterläden in großen, blühenden, verwilderten Gärten. Die Casinos, deren sich jedes Fischerdorf rühmte, sind in Soldatenheime verwandelt ober geschlossen. Im Speisesaal rasieren sich die italienischen Soldaten an den einst festlich gedeckten Tischen. Dieser Mühe unterziehen sich die Italiener mit der gleichen guten Laune, mit der sie ihre Pferde und Maultiere durch die felsigen Schluchten treiben, die zum Meere führen. Diese ständige und natürliche wir wollen diese tlare Entscheidung. Wir wollen ihr nicht ausweichen, sondern wir wollen dem Schicksal erklären, daß wir dankbar dafür sind, daß es uns Deutschen die Augen geöffnet hat, Juda, den Weltfeind Nr. 1, zu erkennen, und daß wir aus dieser Tatsache- die Verpflichtung aus uns nehmen, nun endgültig mit dem jüdischen Pack aufzuräumen und die Menschheit von Juda zu befreien. Auch wir wollen dieses Entweder-Oder und wissen, daß gerade unsere Generation diesen Entscheidungskampf aller Zeiten austragen muß. Deshalb gibt es für uns nur eine Parole: Otr Wehrmachtbericht. DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 3. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Kuban-Brückenkopf wurden auch gestern die in mehreren Wellen anrennenden Sowjets unter schweren Verlusten zurückgefchlagen. Im April verlor die sowjetische Luftwaffe 108 2 Flugzeuge; hiervon wurden 902 in Luftkämpfen, 121 durch Flakartillerie der Luftwaffe und 10 durch Truppen des Heeres und Einheiten der Kriegsmarine abgeschossen, die übrigen am Boden zerstört. An der tunesischen Front wurden örtliche feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß abgewiesen. Bei Vorstößen feindlicher Fliegerkräfte gegen die holländische Küste und das w e st l i ch e Grenzgebiet wurden elf britische Flugzeuge, bei drei eigenen Verlusten, abgeschossen. Korrespondenten. Lebensfreude der Besatzungstruppen macht blt Franzosen täglich von neuem erstaunen. Manchmal hort man Schüsse, manchmal donnern Flugzeugmotoren über den felsigen Küstenbergen. Doch diese Unterbrechungen der Stille sind ebenso seltene Ausnahmen, wie ein Auto auf dieser einst mit so lebensgefährlichem Trubel erfüllten Strahx. Normalerweise stört nichts den mit Stacheldrahtzäunen gesicherten Kirchhofsfrieden der Cote d'Azur. Selbst in St. Tropez, St. Maxime, St. Raphael, dem Landeplatz Napoleons nach seiner Rückkehr aus Aegypten, sieht man kaum noch Gäste. Die großen Hotelkästen sind voller Langeweile, und aus den Freitreppen der palastartigen Häuser, deren Terrassengärten zum Meer herabführen, wuchert das Gras zwischen den Steinen. Nicht viel besser als dieser erst später erschlossene Teil der Cote d'Azur hat sich der klassische Abschnitt der „Corniche D'Or", der von Cannes über Antibes nach Nizza führt, gehalten. Dort, wo das still gewordene Meer ein satteres Blau hat und die großen Paläste in üppigen Gärten in verschwenderischer Pracht errichtet sind, ranken sich die schweren Dolden der Glyzinien an den massiven braunen Stämmen der Palmen empor, bis sie in den grünen Kronen verschwinden. Die endlosen Mauern der märchenhaften Besitzungen bedecken herabhängende Rosen, und in großen irdenen kelchförmigen Basen leuchten feuerrote Geranien. Doch auf den mit weißem Kies bestreuten breiten Wegen der schattigen Parks ist niemand zu sehen. x Nicht nur der Krieg hat dieses Paradies des goldenen Ueberflusses in einen verwunschenen und verlassenen Garten verwandelt. Denn deutlicher als in den großen Städten zeigt der Schatten, der sich im grellen Licht des Mittelmeeres auf die Heber» refte eines glanzvollen Gestern legte, den Zusammen- bruch der alten europäischen Welt. Hier bei Cannes traf sich einst alles, was über klingende Münze und klangvollen Namen verfügte. Die früheren russischen Prinzen, die englische Society, die ungarischen Magnaten und die corned-beef^önige aus Chikago. Zwischen den echten Königen und Herzögen war der Zeitungskönig und Parfümsabrikant Coty, der auf feiner hiesigen Besitzung ebenso wie in seinem Pariser Palais stets drei Rolls-Royce mit Chauffeur für feine Gäste fahrbereit hielt, nur ein kleiner Mann. Die Nachkriegsblüte mit dem sich so stark und siegreich fühlenden Frankreich, dem von ihm protegierten Balkan und den immer zahlreicher werdenden Amerikanern, dem regelmäßig auftauchenden Duc of Windsor, ein Prince of Wales und zwischendurch einmal König von England — alles das ist Dem Führer blindlings zu folgen, feinen Befehlen in allen Punkten bedingungslos zu gehorchen, tapfer und mutig dem • Schicksal entgegenzutreten, zu arbeiten undzu tämp fen für den deutschen Sieg! Mit dem Schwur, alle Kräfte einzufetzen und nicht eher zu ruhen, als bis das neue Europa feinen Schicksalskampf um Kultur und Zukunft siegreich durchgekämpft hat, schloß Neichsorganisationsleiter Dr. Ley die Manifestation der europäischen Solidarität. Einige feindliche Flugzeuge überflogen in der vergangenen Nacht Ostpreußen. Ein Bomber wurde zum Absturz gebracht. Im Kampf gegen die britischen und nordamerikanischen S.eeverbindungen versenkte die Kriegsmarine im April 63 Handelsschiffe mit zusammen 423 000 BRT., davon allein 415 000 BRT. durch Unterseeboote und torpedierte 18 weitere Schiffe. Die Luftwaffe beschädigte zehn Handelsschiffe zum Teil schwer. Auch im Kampf gegen feindliche Kriegsschiffe waren Kriegsmarine und Luftwaffe erfolgreich. Unterseeboote versenkten, einen Flugzeugträger, einen Kreuzer, drei Zerstörer und ein Unterseeboot. Andere deutsche Seestreitkräfte vernichteten zwei Zerstörer, drei Unterseeboote und sieben Schnellboote. Die Luftwaffe versenkte zivel Unterseeboote und ein Schnellboot. Zwei feindliche Zerstörer, ein Unterseebootjäger, elf Schnellboote und ein Vo^ostenboot wurden beschädigt. ' Europas Arbeiter gegen den Bolschewismus. (Sine Rede Or. Leys auf dem Reichsappell der OAK. Erneute Sowjetangriffe am Kuban-Brückenkopf gescheitert. Von Kindern und Tieren. Bon Maria W. Bach. Ganz am Anfang unserer Kinderwelt stand die Taube Liesl. Sie war eine gewöhnliche Haustaube und hatte sicher ihren lateinischen Namen. Aber für uns war sie keine gewöhnliche Taube, sondern etwas ganz Herrliches! Sie war uns zugeflogen, sah auf einmal auf dem Fenstersims und ließ sich durch Brosamen näher locken. Und so wurde sie oertraut mit uns und belud ihre kleinen Adoptiveltern mit einer gana neuen Verantwortung. Wir stellten ihr ein Näpfcyön ans Fenster und sorgten für Kukuruz- förner. Und wie reich beschenkte sie uns füf das Wenige, das wir ihr gaben! Sie stolzierte vor uns auf und ab, verneigte sich höflich und ließ uns ihr warmes Körperd>en anfassen. Wir hatten schon > Hunderte von Tauben auf Straßen und Plätzen gesehen, aber nun erkannten wir, daß wir eigentlich niemals' so richtig Tauben gesehen hatten. Erst jetzt offenbarte sich uns ihre Schönheit, die zarten Farben, das zierliche Nicken und Wippen. Wenn mir sie an die Brust drückten und den eigentümlichen Sonnengeruch und das klopfende Herz spürten, dann empfanden wir ein fast schmerzhaftes Gefühl von Liebe — eine Liebe, die irgendwie dem Mitleid verwandt mar. ' Einmal flog sie fort und kam nicht wieder. Sie wurde abgelöst in unserem Herzen von der Schlange Susi. Die Schlange Susi war eine gewöynliche Blindschleiche. Die Buben hatten sie spät im Jähr in einem Garten aufgestöbert. Es erging uns mit ihr wie mit der Taube Liest. Schlangen waren uns bisher höchstens unheimlich gewesen, und hie hatten mir geahnt, wie schön eigentlich so ein kühler Schlangenleib fein kpnnte, wie zierlich das Köpfchen und die zarte Rückenzeichnung. Und auch das andere Gefühl wiederholte sich: die fast bange Verantwortung. Denn wieder war ein kleines Leben in unsere Hände gegeben, wie sollten mir es nähren? Jetzt, im November, gab es ja keine Insekten mehr. Aber ein Nachbar tröstete uns, daß die Schlangen um diese Jahreszeit ihren Winterschlaf hielten. Also machten wir ihr ein warmes Bettchen in einer durchlöcherten Zigarrenschachtel zurecht, fütterten diese mit Watte aus und legten zur Vorsicht noch ein Stückchen Schmalzbrot hinein, falls Susi hungrig werden sollte ... Ob die Schlange in diesem Winter gut geschlafen haben mochte? Ich bezweifle es. Denn häufig wurde sie brüsk geweckt und aus ihrem warmen Bettchen genommen. Das mar, wenn kleine Kameraden kamen, denen wir eine Vorstellung von Schlaugenbefchwörung geben wollten. Sie sollten nur sehen, wie mir mit solch einem wilden Getier umzugehen vermochten! Dann schlängelte sich Susi mit verträumten Augen um unser Handgelenk, und die Kameraden standen erschauernd vor so viel Mut und Kühnheit. Der dritte in der Reihe war der Hase Hansl. Der Hase Hansl war eigentlich ein semmelblondes Kaninchen. Erstaunliche ' Opfer brachten mir um seinetwillen, um ihm öfter einen Aufenthalt im Freien möglich zu machen. Aber er wurde immer fetter und fauler. Als er schon sehr erwachsen war, wurde er von der Mutter an den Kohlenhändler verkauft. Wir nahmen herzzerreißend Abschied von ihm, küßten ihn unter Tränen. Hansl wußte dabei nicht, wie ihm^ geschah, kaum bettete er sich bequem an eine Brust, wurde er schon an eine andere gerissen ... Nach einigen Tagen gingen wir mit sehn-- suchtskranken Herzen ihn besuchen. Er lag fett und faul vor feinem Ställchen, und als wir' uns über ihn stürzten, öffnete er die Augen, blinzelte ein wenig und schloß sie wieder. Er zeigte keinerlei Gemütsbewegung und schien uns innerhalb der wenigen Tage schon völlig'vergessen zu haben ... Das war eine schreckliche Enttäuschung, und wir trugen lange daran. Wir verwanden sie eigentlich erst, als er kam, er, der uns für alle solche Untreue für immer entschädigen sollte: Das war der Hund Tobi! Der Hund Tobi hatte einen kleinen wolligen Körper, aber darin ein Herz, so groß, daß die halbe Welt Platz hatte! Es war angefüllt mit eitel Liebe und Zärtlichkeit und voll stürmischem Drang, diese Liebe auf eine Horde kleiner Adoptiveltern auszugießen. Gingen wir in die Schule, dann heulte, schluchzte, jammerte Tobi herzzerreißend. Und kämen wir heim, dann gebärdete er sich so rasend vor Freude, daß er uns beinahe umwarf. Leider hatte Tobi die üble Eigenschaft, immer größer zu werden und immer mehr an Essen zu gebrauchen. Auch in die geehrte Klasse der Steuerzahler wollte er ausgenommen werden. Und so kam schließlich ein grausamer Urteilsspruch des Vaters. Es ging nicht anders, wir mußten Tobi weggeben, mußten Verrat an feinem liebewarmen Herzen üben ... Em reicher Schlächtermeister wollte Tobi adoptieren. Jovial forderte er uns auf, Nachschau zu halten, ob es Tobi bei ihm mcht gut habe. Als wir aber den Besuch machten, ließ uns Tobi zur Inspektion nicht Zeit. Er gebärdete sich so toll vor Freude, daß wir für feinen Verstand fürchteten. Er schluchzte, heulte, tobte und biß uns statt uns zu küssen. Nur nebenher konnten wir einen Blick um uns werfen, auf fein schönes Bettchen, auf den gefüllten Teller. Als er ganz erschöpft mit keuchenden Lungen neben uns lag, redeten wir ihm gut zu: Dummer Kerl, hier hast du es doch oiel besser! Bei uns hast du nur Einbrennsuppe gekriegt! Db es Tobi überzeugt hat? Es schien nicht der Fall. Denn am nächsten Tag stürmte er mit gerissener Schnur durch unsere Türe. Wieder raste er oor Freude, heulte, sprang, überschlug sich! Dann, als wüßte er, worum es ging, schleppte er sich mit demütig ein gezogenem Schweif zum Vater, leckte ihm die Hände, sah ihn an mit herzzerreißendem Blick, so daß der Vater, der behauptete, die Hundesprache nicht zu verstehen, zugeben mußte, daß er Tobi vollkommen verstand. Denn Tobi sagte: „O laß mich doch bei euch! Ich will mich unsichtbar machen! Ich will gerne Einbrennsuppe essen! Du sagst, ihr seid arm? Aber was liegt nur denn an den Fleischtöpfen! Ich will dort fein, wo ihr feto, und dorthin gchen, wohin ihr hingeht! Denn ich liebe euch um euer selbst willen!" Das war der Hund Tobi. „©er Mai ist gekommen." In diesen Tagen jährt es sich zum hundektsten Male, daß das über die ganze Welt verbreitete Lied „Der Mai ist gekommen" erstmalig erklungen ist.. In Bonn am Rhein ist dieses Lied entstanden, dessen Text von Emanuel Geibel stammt. Geibel studierte 1835, gerade 20 Jahre alt, in Bonn und las fein Gedicht erstmals während seines letzten Wintersemesters im Laufe einer gemütlichen Zusammenkunft der zwanglosen studentischen Verbindung „Nulandia" vor. Einige Jahre später — es war im Jahre 1843 — studierte Justus Wilhelm Lyra ebenfalls in Bonn. Er gehörte der Burschenschaft „Fridericia" an,- die ihr Kneiphaus auf dem Schanzchen hatte, das kurz vor Bonn alle Rheinfahrer grüßt und das schon zu Römerzeiten eine bedeutende Rolle gespielt hat. Unter den Studenten bildete sich ein Gesangverein, dessen Leiter Justus Wilhelm Lyra mar. Er schrieb die klangvolle Melodie zu dem Geibelschen Gedicht und fana put seinen Sängern im Frühling 1843 zum ersten Male vom Schänzchen aus in die Nacht hinein: „Der Mai rst gekommen, die Bäume schlagen aus." Als die Burschenschaft Alemannia 1904 auf dem Schanz- chen ihr neues Heim bezog, ließ sie .zur Erinnerung an die Geburtsstunde des unsterblichen Liedes eine Büste Lyras anbringen, hergestellt von Harro Magnussen. K. zen Spargel mit Del an!" hier so lange schon vorbei. Eine Schar marschierender junger Leute in den gelben Stiefeln und grünen gemien i>er Ghänüers des Jeunesses (französischer Arbeitsdienst) nimmt singend den ganzen Fahrdamm ein, sie zeigt, daß bie neue Zeit auch bis nach Nizza vorgedrungen ist. Das, was noch übrig blieb von d°m Gestern und Vorgestern, halt sich im Hinter- gründ. Beim Aufenthalt in diesem verlassenen Paradies müssen die an Ueberfluß und Verschwendung Gewohnten sich heute damit abfinden, daß auch rn den teuersten Hotels Europas nur kaltes Wasser aus den Röhren läuft. Auch der leidenschaftlichste Freund von Kalbssteak, Entrecote und Poularde dürfte hier immer mehr Vegetarier geworden sein, der sein Menu, das aus fettlos gekochten Gemüsen besteht, mit einem Salat unterbrechen kann, der das Del aus eigener Erfahrung nie kennenlernte. Da außer den Luxusjachten, die man laut veralteten Baedekern häufig vor Cannes und Nizza sehen konnte, auch die meisten Fischerboote verschwunden sind, besitzen Restaurants, die sich als „Spezialisten für Meeresfrüchte" empfehlen, nur noch Erinnerungswert. Durch diese Knappheit erreichen die Preise des Schwarzen Marktes Rekorde. Das eigentliche Paradies des Schwarzhandels hat allerdings seine eigenen staatlichen Grenzen. Es liegt 19 Kilometer weiter östlich, und jeden Nachmittag findet sich eine stattliche Menge von Reisendep auf dem Bahnhof und der Place Magenta ein, wo die Holzgasautobusse in der bezeichneten Richtung abfahren. Die Gesichter dieser Ausflügler sind stets von einer gewissen Spannung gezeichnet, denn sie 'erwarten etwas ganz Besonderes, vielleicht die Wendung ihres Lebens durch das große Glück, das an ihrem Reiseziel zu Hause sein soll. Dort, wo mit großen Buchstaben steht: „Prin- cipaute Monaco—Monte-Carlo.“ Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop sandte dem irakischen Ministerpräsidenten Raschid Ali el Gailani nachstehendes Telegramm: „Zum Jahrestag der Erhebung des Irak gegen britische Willkür und Gewalttat übersende ich Eurer Exzellenz als dem mutigen Vorkämpfer für die Freiheit der arabischen Länder meine aufrichtigsten Glückwünsche für den gemeinsamen Kampf. Möge die Befreiungsstunde für Ihr Vqterland und das ganze arabische Volk nicht mehr fern sein." * Der neue deutsche Botschafter in Madrid, Dr. Dieckhof f überreichte dem spanischen Staatschef Generalissimus Franco das Beglaubigungsschreiben der Reichsregierung. Im Anschluß an die lieb er gäbe fand zwischen dem Caudillo und' dem deutschen Botschafter eine längere, vom Geiste der deutsch-spanischen Freundschaft getragene Unterhaltung statt. Eine Mitteilung der britischen Admiralität meldet laut Reuter am Montag: „Die Admiralität bedauert bekanntgeben zu müssen, däß das Unterseeboot „Turbulent" überfällig ist und auf die Verlustliste gesetzt werden muß." * In Sofia wurde am Montag der ehemalige Polizeidirektor Bulgariens, Dberst a. D. Athanas Pante ff, durch Genickschuß ermordet. Die Täter, eine Frau und ein Mann, sind unerkannt entkommen. Der Ermordete galt als Mann von starker Energie, der besonders als Pottzeidirektor während seiner Amtszeit im Jahre 1938 nach allgemeiner Auffassung schärf, aber gerecht gegen die Juden vorging. * Der Bergarbeiterstreik in den USA., an dem sich rund 500 ÖOO amerikanische Bergleute beteiligten, ist nach einem Appell Roosevelts an die Bergarbeiter vorläufig beigelegt worden. Verhandlungen zwischen den Streikenden und der Regierung sind im Gange. Kunst und Wissenschast. Gründung einer Hölderlin-Gesellschaft, An Hölderlins 100. Todestage, am 7. Juni 1943, soll eine Hölderlin-Gesellschaft mit dem Sitz in Tübingen gegründet werden. Sie will der Hölderlin-Forschung und der Hölderlin-Verehrung einen Mittelpunkt geben, das Verständnis für den Dichter vertiefen und ihm zu reiner Wirkung auf unser Volk verhelfen sowie die Hölderlin-Gedenkstätten in pflegende Dbhut nehmen. Es wird erwogen, von 1944 ab ein Jahrbuch über Hölderlin erscheinen zu lassen. Goethe-Medaille für Asienforscher Dr. Rickmers. Der Führer hat' dem Forscher und Schriftsteller Dr. Willy Rickmers aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste als Asienforscher die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschast verliehen. Aus der Siadi Gieße«. Geschichten vom Spargel. Der Spargel, dessen erstes Erscheinen jetzt begrüßt wird, gilt als ein besonderer Genuß unter den jungen Gemüsen, und es ist uns heute kaum vorstellbar, daß lange Jahrhunderte achllos an ihm oorübergegangen sind. Im Mittelalter galt der Spargel nicht als wohlschmeckend, sondern als heilkräftig, und man genoß nicht den Stengel, sondern die Wurzel. Selbst der große Botaniker Linnö hat für ihn keine andere Bezeichnung als „Asparagus officinalis“, wodurch seine Rolle in den Offizinen der Apotheker bestimmt wird. Die Wurzel, die getrocknet und dann entweder roh oder gekocht genossen wurde, war ein recht bitteres Mittel, sollte aber desto besser wirken. Dabei scheinen schon die alten Aegypter etwas von der Köstlichkeit des Spargelgeschmackes gewußt zu haben, denn man hat in den Wandgemälden der altägyptischen Gräber auch Darstellungen gefunden, die wie Svargelbündel aussehen. Ebenfalls waren die römischen Feinschmecker leidenschaftliche Verehrer dieses Gewächses, und auf keiner vornehmen Festtafel dursten die köstlichen weißen Stangen fehlen, die damals — wie noch heute — in Ravenna gezogen wurden. Der ältere Plinius berichtet, daß der Spargel auch in Germanien wild wachse, und von diesem altdeutschen Spargel soll der Kaiser Tiberius gesagt haben, er „erinnere zwar stark an den richtigen Spargel, sei aber nicht eßbar." Als man sich im Italien der Renaissance, vielleicht in Erinnerung an die Genüsse der Vorfahren, wieder aus den Spargel besann, wurde er zunächst in wilder Form genossen. Seine gefeierte Stellung in der Kochkunst erlangte er erst, als man die Pflanze in strenae Zucht nahm. Im 16. Jahrhundert haben dann holländische Pflanzer die ersten deutschen Spargelfelder am Niederrhein angelegt, und 1539 schrieb der „Vater der Botanik", Hieronymus Bock, in seinem „Neuen Krauterbuch" vom Spargel: „Ein gemeiner Salat bei den Hispaniern, ist nunmehr auch wie andere Leckerbisseleien ins Teutsch- land gekommen, eine liebliche Speise für Lecker- tnäuler, doch irit zu viel." Dieser Zuchtspargel war freilich noch lange Zeit überaus teuer und konnte daher nur auf den Tafeln der Reichen erscheinen. Bezahlte man doch noch vor 100 Jahren für die Stange 2 bis 4 Silbergroschen. Erst in jüngster Zeit ist der Spargel in den Monaten seines reichsten Gedeihens zu einer Art Volks- nahruna geworden. Es gibt viele Arten von verschiedenster Größe, Dicke und Färbung, und wie in allem sind auch in der Bevorzugung der einzelnen Sorten ,bie Geschmäcker verschieden . Richt minder mannigfaltig ist die feinste Art des Verspeisens. Man kann sagen, daß in jedem Land der Spargel auf andere Weise gegessen wird und daß die Spargelesser der einen Ration immer von den andern behaupten, sie benehmen sich dabei nicht anständig. In den Kulturländern wird der Spargel ungeschnitten gegesstn, und da man vielfach behauptet, daß das Metall den zarten Wohlgeschmack be- einttächtige, sind mancherorts Messer und Gabel verpönt, und man faßt mit den Fingern zu, wobei besonders empfohlen wird, den Spargel am Ende mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand zu erfassen, mit der rechten Hand die Gabel unter die Spitze zu schieben und ihn so zum Munde zu führen. Zweifellos am zartesten sind die Spargelköpfe, und es war eine Zeitlang Mode bei den eleganten Feinschmeckern, nur diese zu verzehren; -eine Erinnerung daran klingt in der Geschichte von dem Königsberger Herrn an, der an einer Berliner Hoteltafel, als Spargel herumgereicht wurde, alle Köpfe absäbelte und auf seinem Teller aufhäufte. Als ihm der Tisch-' nachbar in den Arm fiel und ihm zurief: „Aber um Gottes willen, Sie schneiden ja sämtliche Köpfe ab!", wehrte ihn der brave Mann lächelnd ab mit den Worten: „Aber Mannche, das ist doch das hast!" Berühmt ist auch eine Spargelgeschichte, die der Baron Grimm in seiner im 18. Jahrhundert an den deutschen Höfen verbreiteten „Literarischen Korrespondenz" von dem bekannten Schriftsteller und Lebenskünstler Fontenelle erzählt. Fontenelle, ein leidenschaftlicher Spargelfreund, hielt die Zubereitung mit Del für die einzig richtige und mögliche und stand damit im strengen Gegensatz zu einem befreundeten Abbs, der den Spargel nur mit Butter gern aß. Eines Tages erschien dieser Abbe unerwartet bei Fontenelle, der sich gerade eine gehörige Portion Spargel in Del bestellt hatte. Wohl oder übel mußte er nun anordnen, daß die Hälfte mit Butter serviert werde. Da wird, während beide mit Sehnsucht der Mahlzeit harren, der apoplektische Abbö plötzlich vom Schlag getroffen und sinkt tot in seinen Sessel zurück, worauf Fontenelle nach einem Augenblick stiller Trauer nichts eiligeres zu tun hat, als dem Koch zuzurufen: „Mache den aan- Kein unmittelbarer Obstverkauf durch Erzeuger an Verbraucher. Es wird in diesem Jahre noch mehr als bisher erforderlich sein, für eine möglichst vollständige Erfassung von Dbst und Gemüse zu sorgen. Zu diesem Zweck hat der Reichsnährstand durch die Hauptoereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft eine Anordnung erlassen, die die unmittelbare Abgabe von Dbst und Gemüse vom Erzeuger an Verbraucher regelt. Da nach den bisher gewonnenen Erfahrungen die Verbraucherstruktur der einzelnen Wirtschaftsgebiete von Gemüse gebietliche Sonderregelungen erforderlich macht, ist die Rahmenanordnung vornehmlich auf Dbst abgestellt. Die Erzeuger haben danach grundsätzlich sämtliches von ihnen geerntete andienungspflichtige Dbst mit Ausnahme des eigenen Haushaltsbedarfes an die Bezirksabgabestellen oder die zugelassenen Versandverteiler abzuliefern. Der unmittelbare Verkauf von Dbst durch Erzeuger an Verbraucher ist verboten. , Da dieses Verbot auch für den Erwerber gilt und ausgedehnt ist auf jede Art des Tausches sowie auf Ueberlassung der Erzeugnisse gegen gewerbliche ober berufliche Gegenleistung, wird dem in den vergangenen Jahren vielfach überhandgenommenen Erzeuger- Verbraucher-Verkehr ein Riegel vorgeschoben. Es kann nicht mehr verantwortet werden, daß einzelne Volksgenossen beliebige Mengen Dbst aus den Erzeugerbettiehen herausholen. Die dadurch kriegswichtigen Aufgaben entzogen werden. Die Erzeuger werden in diesem Jahre zum Verkauf an Private auch deshalb kaum mehr in der Lage fein, weil ihnen von den Gauwirtschaftsverbänden Auflagen zur Aufbringung von Mindeftmengen an Dbst für die Belieferung anderer Gebiete ober bestimmter Bedarfsträger erteilt werden. Das von Klein- und Schrebergärtnern sowie Haus- gartenbefitzern geerntete-£)bft, das nicht erwerbsmäßig angebaut wird, ist von den Bestimmungen der Anordnung ausgenommen. Kür Tapferkeit vor öem Kemöe. Der Gefreite Willi Dckel aus Gießen, In Lö- bers Hof 5, wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Oie Kanalgebühren in Wieseck und Klein-Linden. In unserer gestrigen Ausgabe veröffentlichte die Stadtverwaltung eine Bekanntmachung über die Neuordnung der Kanalgebühren in den Stadtteilen Wieseck und Klein-Linden mit Nachträgen zur Gebührenordnung. Zum Verständnis dieser Bekanntmachung weisen wir darauf hin, daß die Stadt Gießen nach den Eingemeindungsperträgen mit Wieseck und Klein-Linden vom 1. April 1939 verpflichtet war, die Steuersätze von Klein-Linden und Wieseck den Sätzen von Gießen anzugleichen. Diese Angleichung hat mit Wirkung vorn 1. April 1943 ihren Abschluß gefunden. Zahlreichen Wünschen der Bevölkerung der beiden Vororte, ihr nach der Erhöhung von Steuersätzen auch Vergünstigungen hinsichtlich der Gebühren zu- tommen zu lassen, hat sich die Stadtverwaltung nicht verschlossen. In Klein-Linden waren die Kanal- gebühren bisher auf 50 Rps. je 100 RM. Brand- kastenwert, gegen Gießen auf 90"Rpf. je 1000 RM Brand kassenwert, feftgelegt, so daß hier eine Angleichung erforderlich war. In Wieseck waren die Gebühren in verschiedener Weise gestaffelt. Nunmehr sind sowohl in Alt-Gießen als auch in Wieseck und Klein- Linden die Kanalgebühren einheitlich gestaltet und aus die Höhe der GießenerSätze festaelegt worden. Daraus ergibt sich für Klein- Lino en durchweg eine wesentliche Senkung gegenüber dem bisherigen Gebührensatz, in Wieseck tritt in den meisten Fällen ebenfalls eine Ermäßigung ein. Nur in wenigen Fällen wird in Wieseck eine geringe Erhöhung Platz greifen, die aber bei diesen Ausnahmen nach Lage der Sache wohl ober übel in Kauf genommen werden muß. Diese Erhöhung darf jedoch nach einer ausdrücklichen Anordnung des Preiskommissars nicht auf die Mieter umgelegt werden, wie überhaupt nach den bestehenden Be- ftimmung^ft die Kanalgebühren allein vom. Hausbesitzer zu tragen sind, eine Umlegung auf die Mieter also nicht zulässig ist. Gastspiel der Zratellinis bei „Krast durch Freude". Die NSG. „Kraft durch Freude" bescherte uns gestern abend im Gloria-Palast wieder ein abwechslungsreiches, heiteres und qualitätvolles Variets-Progromm. Den Höhepunkt und Ausklang der Dorttagsfolge bildete ein Gastspiel der berühmten drei F r a t e l l i n i s samt dem Fratellini- Nachwuchs. Zuvor gab es eine Auslese internationaler Artistik. Otto Nerz hieß die Besucher namens der NSG. ,Kraft durch Freude" willkommen, sagte das Programm an und trug mit allerlei Scherzen, Deklamationen und Gesängen auch seinerseits zur allgemeinen Unterhaltung bei. Den Reigen der artisttschen Darbietungen eröffnete das Trio Marion, Ilona und Fred, hoch über der Bühne schwebend, mit einem geschickt arrangierten, wagehalsigen Luft-Akt. Dos ungarische Tanzpaar Therese und P e t o e f i präsentierte sich mit einer elegant und schmissig vorgeführten Kombination aus Bühnentanz und Akrobatik. Eine ausgezeichnete Leistung zeigten die ebenfalls aus Ungarn kommenden drei Miriams, die um heimlich schwierige akrobatische Tricks auf der rollenden Kugel mit erstaunlicher Sicherheit produzierten. Auch die zwei K o s a n o s aus Japan erwiesen sich mit ihrem Hondbalance-Akt als vielseitige, sehr sauber, beweglich und mit ungezwungenem Humor arbeitende Akrobaten. Um die musikalische Begleitung machte sich die Kapelle Hers st verdient. Den zweiten Teil des Programms bestritten die F r a t e l l i n i s mühelos allein. Die drei Brüder, die mit ihrer Clown-Nummer den Ruhm her, Familie begründet haben, bilden zwar mit ihrem Auftritt noch immer das Kern- und Glanzstück des Programms, aber auch der Nach- 'wuchs, der den Anfang machte, bringt eine Reihe ausgesprochener, deutlich vererbter artistischer Spezialbegabungen auf die Bühne. Die reifste Leistung zeigten die Parterre-Akrobaten Gigi und Nino, die ihre ganz unkonventionelle und einfallsreiche Arbeit mit einer drolligen Selbstverständlichkeit an den Mann bringen. Signorina Fioranze bereicherte den Auftritt mit ihrem hohen Koloratursopran gesanglich, das Duo Stellini als Akkordeon-Dirtusfen instrumental. Die jungen Springer vom Trio G i a n n i n a leiteten über zum Auftritt der drei Brüder F r a t e l l i n i. Was sie zeigen, ist eine ausgesprochene Clownerie, aber die Szene, die sie spielen, ist so angelegt, daß neben dem Exzentrischen eine ursprüngliche Musikalität und eine sauber ausgefeilte, akrobatische Begabung zur Geltung gelangen. Sie kommen in den abenteuerlichsten Verkleidungen daher, sie erzählen unmögliche Geschichten und spielen auf unwahrscheinlichen Instrumenten, und die Leute kommen aus dem Lachen nicht heraus. Zum Schluß erscheint dann die ganze Familie auf der Bühne, und man sieht mit Staunen, wie zahlreich diese Familie ist; sie besteht aus lauter Clowns und Musikanten und Akrobaten, und.selbst das Allerjüngste, das kaum laufen kann und eigentlich ins Bett gehört, schlägt schon die Pauke. — Das ausverkaufte Haus unterhielt sich äußerst angeregt und spendete reichen Beifall. Hans Thyriot. Lichtspielhaus: .Gommerliebe". Es liegt ein leichter, nicht unliebenswürdiger Hauch von Verschollenheit über den Ereignissen, und es liegt nicht nur an den langen Kleidern der Damen, wenn man sich gelegentlich in die Welt des stummen Films zurückversetzt glauben könnte; aber es wird wirklich geredet und gelacht und geliebt, und es geht ja auch zuletzt gottlob alles gut und nach Wunsch. Das Buch schrieb Hans Adler unter Benutzung eines Nooellenmotios von Dtto Erich Hartleben; es erzählt die Herzensgeschichte einer jungen Wiener Schauspielerin, die vor ihrem ersten Liebeserlebnis die Flucht auf bie Bühne ergreift, um ihres Ehrgeizes und ihrer Zukunft willen. Aber siehe, sie kann ihrem Geschick nicht entgehen, sie begegnet, ohne es zu wollen, dem Geliebten ein zweites Mal, und jetzt wird das Gefühl der beiden jungen Menschen auf eine noch härtere Probe gestellt. Es entwickelt sich ein Konflikt, der nicht neu ist, sondern bereits in vielen Liebesgeschichten seine Wirkung getan hat und auch diesmal, vor der Kamera, nicht versagt. Als schon jede Aussicht auf Versöhnung schwindet, wird mit einer freundlichen Fügung alles zum Besten gewendet. Dqs Ganze ist von Erich Engel Haek AuftaHptifäUf keine Privatgespräche am Fernsprecher! Du gefährdest sonst luftschutewichtige Gespräche! Vom Schicksal verweht Roman von Holla Gutkelch 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Mein Gott, verstehen Sie mich denn nicht? Er hat doch seit Jahren nichts anderes getan, als fein Leben eingesetzt um Menschen, die sich in Not befinden, zu helfen. Wir verdanken ihm hier die Rettung von vielen Tausenden, die ohne ihn verloren gewesen wären. Ich bitte Sie, Mr. Rubber, jetzt geht es doch nicht mehr um eine Zeitungssensation, letzt geht es um das Leben eines Menschen!" Der Amerikaner bleibt ungerührt. „Pardon, me, Miß Larsen", erwidert er überlegen, „um das Leben Peter Fischers! Und das Leben eines Mörders ist »ach meiner Ansicht weniger wert als eine gute Zeitungsüberschrift — stimmt's?" „Ich wußte, es hat keinen Zweck, Sie zu bitten. Sie find kein Mensch, der wie andere fühlt und denkt. Aber ich warne Sie, ich sage Ihnen, ich werbe ..." Brutal fällt ihr Rubber ins Wort. „Stop, Miß Larsen, Drohungen ziehen bei mir nicht, daran bin ch nämlich gewöhnt. Ich will Ihnen mal etwas ’ogen ..Jetzt steht er vor Virginia und reißt plotz- lid) ihre Hand, die einen kleinen Revolver umklammert, aus der Tasche. „Was haben wir denn da? Dh, einen Revolver ... Sieh mal an!" Er dreht ihr mit brutalem Griff die Waffe aus der Hand und untersucht sie. „Nicht einmal geladen und Mch noch gesichert? Liebe Miß Larsen, was wollen sie eigentlich? Mir die Unterlagen abnehmen? Den Steckbrief vielleicht?" Er lächelt ironisch. „Der ift jeiber nicht hier, Ehrenwort, so unvorsichtig ift Will Rubber nicht." Virginia Larsen ift wie vor den Kopf geschlagen. Hhre Hilflosigkeit nützt Will Rubber aus. „Ja, und ’eoor wir uns jetzt trennen, liebes Fräulein Doc, Wch eins: Sollten Sie auf die Idee kommen, Peter Ascher warnen zu . wollen, dann täte es mir lew, gegen eine so reizende Frau vorgehen zu müssen. Mit allen Mitteln, Miß Larsen!" „Wir haben uns wohl nichts mehr zu sagen, Mr. Rubber." Virginia verläßt mit schnellen Schritten das Zelt. Sie sieht Licht in Dos Passos' Zelt und huscht hinein, nicht ahnend, daß ihr Will Rubber nachsieht. Dos Passos sitzt vor einem Mikroskop. Er untersucht 'Blutproben auf Malariabakterien. Schlafen kann er doch nicht. Erstaunt blickt er auf, als die Zeltplane zurückgeschlagen wird und Virginia erscheint. „Du? Was ist denn geschehen?" „Rubber weiß, wer du bist!" stößt sie gehetzt hervor. „Rubber — woher?" „Frag nicht, das ist doch gleichgültig", drängt Virginia. „Du mußt fliehen. Heute Nacht noch!" Dos Passos faßt ihre beiden Hände. „Nein, Virgin, das ist die Entscheidung! Und ich bin eigentlich froh, daß sie da ist. Was geschehen soll, geschieht immer!" „Nein, das ist nicht wahr, die Polizei weiß doch nichts. Du bist noch frei, wir können fliehen — in die Dschungel ober ..." „Wir? Hast du „wir" gesagt, Virgin?" forscht Dos Passos. „Ja, Peter! Ich gehe mit dir, wohin du willst. Mich hält jetzt nichts mehr!" antwortet Virginia fest. „Dich hält nichts mehr? Dann hat also ..." Dos Passos ist nachdenklich geworden. „Warum fragst du?" beharrt Virginia. „Das ist doch gleich, ich gehöre jetzt zu dir für immer!" Wortlos nimmt Dos Passos sie in seine Arme. Mit einem tiefen Laut des Glückes erwidert sie seinen Kuß. Jemand räuspert sich hinter ihnen. ,Meizend, wirklich reizend!" sagt eine zynische Stimme. „Es tut mir direkt leid, dieses rührende Idyll stören zu müssen. Aber ich habe Sie gewarnt. Miß Larsen!" Dos Passos läßt seinen Arm um Virginias Nacken liegen. „Gut, daß Sie da sind, Rubber, Sie ersparen mir einen Weg, ich wäre foroiefo zu Ihnen gekommen." „Das brauche ich doch picht zu glauben, wie?" lächelt Rubber. „Doch, Mr. Rubber, ich pflege nicht zu lügen!" „Seit wann eigenllich nicht mehr?" grinst der Journalist. „Mir haben Sie noch vor kurzer Zeit erzählt, Sie sind Dos Passos, und dabei find Sie der steckbrieflich gesuchte Mörder Peter Fischer." „Jawohl, man sucht mich, aber ich bin fein Mörder. Ich gebe Ihnen mein Wort: Ich habe Freeman nicht erschossen", versucht ihn Dos Passos zu überzeugen. Der Reporter winkt hämisch ab. ,Kenn' ich schon. Ist alt. Darüber hat bas Gericht schon entschieden " „Ja, aber nur, weil ich keinen Zeugen hatte. Mir allein wollte man nicht glauben!" Gelassen zündet sich Rubber eine Zigarette an. „Bißchen viel verlangt, Fischer. Man findet Sie mit einem Revolver in der Hand und neben Ihnen einen Toten. Außerdem haben Sie selbst zugegeben. Streit mit Professor Freeman gehabt zu haben. Was wollen Sie eigentlich nod) mehr?" Virginia sieht von einem zum anderen. Dos Passos Augen blitzen vor Zorn. „Jawohl, ich hatte Streit mit Freeman, weil er meine Forschungsergebnisse nicht unter meinem Namen veröffentlichen wollte. Freeman hat sich seinen Namen überhaupt nur durch die Arbeiten anderer gemacht!" „Stop, Fischer, olle Kamellen, steht alles im Protokoll, ich weiß. Wie ging’s doch weiter? Ach ja, bann haben Sie ihm gekündigt, und als Sie Ihre Bersuchstabletten mitnehmen wollten, da hat Freeman Sie mit dem Revolver bedroht. Sie griffen nach der Waffe und der Schuß ging los, stimmt's?" ,Äa", nickt Dos Passos, „ich schwöre Ihnen ..." Der Reporter unterbricht ihn. „Noch einen Meineid? Wozu? Das Spiel ist aus, Fischer, und ich habe die besseren Karten, Punktum." Dos Passos' Geduld ist zu Ende. „Sie Rubber? Sie zählen gar nicht, verstehen Sie? Wir sind hier in der Dschungel, und da gilt nur ein Gesetz: Das Recht des Stärkeren." „Richtig — und der bin ich. Ich habe Sie in der Hand." „Glauben Sie, ja?" Dos Passos bebt vor Zorn. „Was meinen Sie wohl, was geschieht, wenn ich diesen abergläubischen Wilden da draußen erzähle: „Seht euch mal diesen Rubber an! Das ist der Mann, der euch den Fieberdämon in die Dschungel gebracht hat"!" Rubber schiebt seinen Tropenhelm auf das andere Dhr. Ihm ist höchst unbehaglich zu Mute, denn er zweifelt nicht an der Wirkung von Dos Passos' Worten. „Was meinen Sie, wie lange es dauert, bis Sie der toteste Mann auf dieser Insel sind?" fragt der Apzt und fährt in beruhigendem Tonfall fort: „Uebrigens, Sie brauchen keine Angst zu haben: Ich tue es nicht. Ich bin Deutscher und für ehrliches Spiel. Für „fair play", von dem ihr soviel redet — und nach dem wir handeln! Ich mache Ihnen einen Vorschlag, Rubber: Ich bleibe, bis die Imps-Aktion hier durchgeführt ist, und Sie versprechen mir, genau so lange nichts zu unternehmen. Einverstanden?" „Wenn Sie mir versprechen, hier zu bleiben, werde ich von hier aus nichts unternehmen'." Er hält Dos Passos die Hand hin, der Arzt schlägt ein und sagt kühl: „So — unb jetzt lasten Sie uns wohl allein, Mr. Rubber." Als er gegangen ist, streicht Dos Passos über Virginias dunkles Haar. „Und du gehst jetzt auch schlafen!" Erstaunt sieht sie ihn an. „Du bleibst hier?" „Ja^ Wohin sollen wir fliehen? In die Dschungel? Da können wir nicht leben, unt> außerdem — ich habe mein Wort gegeben!" „Ja, aber ..." „Es gibt kein „Aber". Wir haben erst einmal Zeit gewonnen, und das ist schon sehr viel. Später finden wir vielleicht noch einen Ausweg. Eines wollen wir doch beide nicht, Virgin: fahnenflüchtig werden, bevor unsere Arbeit zu Ende ist, nicht wahr?" „Nein, Peter!" Tapfer schluckt Virginia die aufc steigenden Tränen hinunter. (Fortsetzung folgt! mit viel wienerischem Schwung und Schmelz in Szene gesetzt. Winnie Markus, blond und schmal, sehr bestimmt in der Haltung und sehr ausdrucksvoll in der verhaltenen Zartheit des Empfindens, ist die Schauspielerin Renate, O. W. Fischer der leicht ironische, jugendlich unbedingte Liebhaber; Siegfried Breuer gibt einen gräflichen Don Juan von der Art, wie er vor Zeiten in galanten Romanen geschätzt war; Hans Olden uni) Lotte Lang bringen, recht drastisch, als zweites Paar die entlastenden komischen Pointen. — (Wien-Film.) * Im Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau und einen Kulturfilm, der vom schwierigen und ge« fährlichen Tagewerk alpenländischer Holzzieher berichtet. Hans Thyriot. Zusahkleiderkarte für Schwer-Fliegeraeschädigte. Durch einen Nachtrag 2 zur Anordnung 1/43 der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete über die Verbrauchs re gelung für Spinnstoffwaren wird bestimmt," daß eine Zusatzkleiderkarte für Schwer-Fliegergeschädigte ausgegeben wird, die 50 Bezugsabschnitte und 2 Bezügsnachweise für ein Paar Strümpfe oder Socken enthält. Die Ausgabe der Zusatzkleiderkarte erfolgt nach den den Landes- wirtschaftsämtern zugegangenen Richtlinien. Neues von alten Rasierklingen und alten Zündkerzen. Alte Rasierklingen wurden früher weggeworfon, weil sich ihre industrielle Aufarbeitung nicht lohnte. Neue Klingen waren ja sehr billig. Nunmehr hat das Messerschmiede-Handwerk Einrichtungen geschaffen, um gebrauchte Klingen der Selbstrasierer nachzuschleifen. Im Notfall können alte Klingen aber auch am Wasserglas oder aus bloßem Handballen abgezogen" werden. Das kann man mit alten Zündkerzen nicht. Wenn sie weiter verwendet werden sollen, müssen sie durch berufene Kerzenfachleute instcmdgesetzt werden. Zundkerzenfabrrken von Ruf haben vorbildliche Einrichtungen geschaffen, mit denen alte Kerzen in großen Serien tadellos erneuert werden können. Strenge Schlußprüfungen sorgen dafür, daß jede instandgesetzte Kerze mit gleicher Zuverlässigkeit weiter Dienst leistet wie eme fabrikneue. Wie jeder Selbstrasierer jetzt alte Klingen sammeln wird, um sie nachschleifen zu lassen, so wird auch jeder Kraftfahrer alte Zündkerzen sammeln, um sie zwecks Erneuerung einem Jnstandsetzungs- werk zuführen zu lassen. Jeder Kraftfahrer, der gebrauchte Kerzen sammelt, dient nicht nur der Volkswirtschaft, sondern sich selbst, weil er die Möglichkeit hat, bei Ablieferung gebrauchter Kerzen instandgesetzte zu erhalten. Je mehr alte Kerzen die Instandsetzungswerke erholten, um so mehr können erneuert und den Kraftfahrern wieder zur Verfügung gestellt werden. Verdunkelungszelt: 4. Mai von 21.52 bis 5.15 Uhr. ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Mittwoch, 5. Mai, begeht Frau Marie Kraft, geb. Schmidt, Sandfeld 5 wohnhaft, in körperlicher Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. Tragische Etrahlenpilzerkrankungen. Keine Grashalme in den 2Hunb nehmen. LPD. Gelnhausen, 3. Mai. Zu unzähligen Malen ist in der Presse gewarnt worden, bei der Feldarbeit Grashalme in den Mund zu nehmen. Die Folgen dieser Angewohnheit sind schwere Erkrankungen mit Dergistungserscheinungen, die auf den Strahlenpilz zurückzuführen sind und nicht selten mit dem Tode des Leichtsinnigen enden. In einer Gemeinde des Gelnhäuser Lances hatte ein in den 40er Jahren stehender Bauer sich diese Tatsache nicht zur Warnung dienen lassen und — vor einigen Monaten bereits — einen Halm in den Mund genommen, der den genannten Giftkeim in sich trug. Ein langwieriges, schweres Krankenlager war die Folge, das nunmehr vor wenigen Tagen mit dem Tode des Mannes endete. germeister Philipp Schwibinger aus Mainz 2 Jahre und 3 Monate Zuchthaus. In allen Fällen wurde zugleich ein Ehrenrechtsverlust für die Dauer von drei Jahren ausgesprochen. Die zur Rechenschaft gezogenen Metzger haben die ihnen zugeschobenen Schwarzzuteilungen meist zur markenfreien Abgabe oder zur Mehrabgabe an markenmäßig belieferte Kunden mißbraucht. Drei andere minder belastete Angeklagte erhielten je ein Jahr Gefängnis, und ein weiterer wurde schließlich lediglich wegen markenfreier Fleischabgabe in geringerem Umfange auf Grund der Verbrauchsregelungsstrafverordnung zu |echs Wochen Gefängnis verurteilt. Das Studium von Kriegsteilnehmern Große Schiebungen mit Fleisch in Mainz Kontoristinnen und Metzger zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt. sich für den Einsatz im Osten, insbesondere in Kin- liche Moral- und Berufsauffassung folgende Stra-< vergärten, zur Verfügung gestellt. Mit Rücksicht fen: Metzgermeister Johann Karl Lenh ard aus daraust daß die gesteigerte Einschaltung weiblicher Kräfte in den Arbeitsprozeß auch stärkere Anfor- Die als Nutznießer unter dem Gesichtspunkt des Kriegswirtschaftsverbrechens und auch durch aktive Beamtenbestechung an diesen Straftaten beteiligten Metzger erhielten im Hinblick auf ihre kriegsschäd- derungen an die gesundheitliche und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Familien stellt, behält der Frauenhilfsdienst auch weiterhin seine Aufgabe, die Fachkräfte in ihrer Arbeit an der Gesunderhaltung des deutschen Volkes zu unterstützen. Mainz 4 Jahre 2 Monate Zuchthaus, Metzger- meister Gustav Schöck aus Mainz 4 Jahre Zucht- Für Kriegsteilnehmer ist eine Erleichterung des wissenschchtlichen Studiums auch durch eine Sonderreifeprüfung geschaffen worden. Am Schluß des ersten Semesters >st oann ein- S c ’vi e - ftralprüfung vorgesehen, die sich auf das fachliche Gebiet des gewählten Studiums erstreckt und als mündliche Prüfung von den Mitgliedern des Hochschullehrkörpers abzunehmen ist. Die Fortsetzung des Studiums ist vom Bestehen der Se- mestralprüfung abhängig. Eine Wiederholung am Ende des 2. Studiensemesters ist möglich. Bei erfolgloser Wiederholung kann der Bewerber eine Zulassung zum wissenschaftlichen Studium nur über die ordentliche Reifeprüfung als Nichtschüler erlangen. 5 Jahre Frauenhilfsdienst. In diesen Taaen besteht der Frauenhilfsdienst ' für Wohlfahrts- und Krankenpflege fünf Jahre. Rund 12 000 Frauenhilfsdienstmädel waren in Krankenhäusern, Lazaretten und Säuglingsheimen, in Kindergärten, Gemeinschaftsstatto- nen und sonstigen Dienststellen der NS.-Volkswohl- fahrt tätig und haben besonders aus dem Lande zur Entlastung der Volkspflegerinnen und Gemeindeschwestern beigetragen. Neuerdings wächst die Zahl der bei den sozialen Betriebsarbeiterinnen zur Fürsorge für unsere werktätigen Frauen eingesetzten Frauenhilfsdienstmädel. Von den im Jahre 1942 ausscheidenden Mädeln gingen 73 v. H. in eine pflegerische und soziale Berufsausbildung über oder verblieben in sozialpflegerischer Arbeit teilweise an ihren alten Arbeitsstellen. Ein Teil hat Hauptschristletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter deS Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. yr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckeret R. Lange K.G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. Anzeigenleiter: Hans Beck. — Anzeigenpreisliste Nr. 6. Lpd. Mainz, 3. Mai. In umfangreicher Sachaufklärung, die auch eine Verteilung des gerichtlichen Strafverfahrens in mehrere Anklage-Abschnitte erforderlich machte, wurden in dem Geschäftsbetrieb der Marktgemeinschaft für Schlachtviehoerwerung in Mainz Un- reaelmäßigkeiten festgestellt, die in den Monaten März und April in einer Anzahl öffentlicher Einzeloerhandlungen des Sondergerichts in Darmstadt zur Aburteilung gekommen find. Die bei der Marktgemeinschaft tätige 30jährige Kontoristin Susanne H ö r r aus Mainz-Kostheim begann auf Ansinnen eines der Marktgemeinschaft angeschlossenen Metzgers etwa im Frühjahr 1940 damit, die Eintragung niedrigerer als der amtlich festgestellten Lebendgewichte für zugeteilte Schlachttiere in den Zuteilungsliften herbeizuführen und dadurch zunächst diesen, später aber auch zahlreichen andern Metzgern nach und nach im Laufe der Zeit erhebliche, der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung damit entzogene Vorteile im Fleischbezug zu beschaffen. Als Gegenleistung dafür ließ sie sich von diesen gesetzwidrig begünstigten Metzgern lausend Fleisch- und Wurstwaren ohne Marken, teilweise auch ohne Bezahlung, aushändiqen. Neben diesem mengenmäßig allmählich gleichfalls erheblich ansteigenden Bestechungslyhn an Fleischerzeugnissen erhielt die Hörr in verschiedenen Fällen auch Geschenke in Geld und . Naturalien oder Mangelwaren anderer Art. Bei Begehung dieser groben und kriegswirtschaftlich in keiner Weise entschuldbaren Pflichtwidrigkeiten wurde die Hörr von der ebenfalls bei der Marktgemeinschaft angestellten 21jährigen Kontoristin Elisabeth S e m m l e r unterstützt, der aus ihrer Mittäterschaft in ähnlicher Weise materielle Bestechungsvorteile zugute kamen. In einer für ihre charakterli-ste Einstellung bezeichnenden Weise setzte die Häuptangeklagte Hörr die ihr eigentümliche Bestechlichkeit auch bei anderen Beamten voraus und versuchte — allerdings vergeblich — bei ihren privaten Bemühungen um eine Wohnung dem Wunsch nach bevorzugter Berücksichtigung mit der Uebersendung und dem Angebot von Fleischmarken gegenüber dem Beamten einer städtischen Dienststelle unzulässigen Nachdruck zu verleihen. Der Hörr und der S e m m l e r gemein- haus, Metzgermeister Otto Baum aus Mainz- Kostheim 2 Jahre Zuchthaus, Metzgermeister Johann Datz aus Mainz-Gonsenheim 3 Jahre Zuchthaus, Metzgermeister August Wenzel aus Ingelheim 2 Jahre Zuchthaus, Metzgermeister Heinrich Michel aus Wackernheim 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus, Metzgermeister.Nikolaus Bickerle aus Mainz 5 Jahre Zuchthaus, Metzger Franz Bickerle aus Mainz 2 Sabre Zuchthaus. Mekgermeister Vhil. Bickerle aus Mainz 3 Jahre Zuchthaus, Metzsam fällt schließlich noch zur Last, daß sie bei Aufdeckung ihrer Verfehlungen auch in anderen amtlichen Listen zahlreiche Eintragungen abänderten, um diese in Uebereinftimmung mit den Fälschungen der Zuteilungsliste zu bringen. Durch die ungesetzlichen Fleischzuteilungen der beiden Kontoristinnen sind der öffentlichen Bewirtschaftung bis Mitte Mai 1942 Fleischmengen im Schlachtgewicht von über 2 3 000 kg entzogen worden. Die im Hinblick' auf ihr Lebensalter und ihre maßgebliche Erfahrung in erster Linie und weitaus am schwersten belastete Angeklagte Hörr hat sich in außerordentlich bedenklicher Weise an lebenswichtigsten Gemeinschaftsinteressen auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft vergangen und wurde wegen fortgesetzten Kriegswirtschastsverbrechens, Urkundenfälschung sowie aktiver und passiver Beamtenbestechung zu einer Gesamtzuchthaus- strafe von fieben Jahren, zu 300 RM. Geldstrafe und zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die mitangenagte, in den Schuldvoraussetzungen infolge ihres jugendlichen Alters und ihrer Unerfahrenheit minderbelastete Elisabeth Semm- l e r erhielt aus den gleichen Rechts gründen mit Ausnahme der aktiven Beamtenbestechung eins Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren und 100 RM. Geldstrafe. KB Wir erhielten die schmerzliche Nachricht, daß mein braver, treusorgender Sohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel lind Neffe Müller Mar.-Vecw.-Assistent im Süden sein Leben für Führer, Volk und Vaterland hingab. In stiller Trauer: Anna Gela Müller, geb. Hebel Friedr. Wilh. Müller,z.Z. Wehrmacht, und Familie Oberarzt Dr. Leonhard Müller, z. Z. im Osten, und Frau. Gießen (Alicenstraße 20), im Mai 1948. 02873 Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma W. & G. Schuchard werden ihrem lieben Arbeitskameraden ein ehrendes Andenken bewahren. 1407d Am 2. Mai verstarb nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, mein lieber Opa, unser Schwager und Onkel Wilhelm Müller Reichsbahnschaffner i. R. im 61. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Kätchen Müller, geb. Kloos Willi Müller und Frau Hilde, geb. Appel, und 1 Enkel Anni Müller Käthe Müller. Gießen (Crednerstraße 87), den 8. Mai 1948. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 6. Mai, um 15 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. ■02877 Am 29. April 1943 verließ uns unerwartet, kurz nach dem Umzuge nach Gießen, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Georg Fink Zollinspektor i. R. im 71. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Sofie Fink, geb. Pitz Wilhelm Fink Martha Fink, geb. Eberhagen Frida Kornmann, geb. Fink Oskar Kornmann Ellen u. Vera Fink, Enkelkinder. Gießen. Schloßgasse 5. Die Beerdigung findet statt in Watzenborn, ab Haus Ludwigstraße 28, am Mittwoch, dem 5. Mai 1943, 15 Uhr. 02880 .jSRji Danksagung. Für die vielen wohltucndan Be- weise inniger Anteilnahme an dem schmerzlichen Verlust durch den Heldentod unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Erich Hofmann, San.-Soldat in einem Gren.-Regimcnt, sagen wir allen unseren herzlichsten IJank. In stillem Leid: Familie Christian Hofmann. Gießen (Schottstraße 52), im Mai 1943. 02875 Danksagung. Allen, die uns bei dem plötzlichen Tod meines lieben Mannes ihre Anteilnahme erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. [oa839 Im Namen aller Hinterbliebenen: Elisabeth Benner, geb. Eisenhut. Gießen (Krofdorfer Str. 9), den 1. Mai 1943. Kavalier 1107 V gesetzt. In stiller Trauer: Wir haben uns verlobt Gertrud Müller 02862 22 02869/, Dank. Rodheim, im Mai 1943, 1392 0 1 oder 2 Zimmer Pensionäre, Rentner, Rentenempfänger 5. Mai 1948 02878/ 'M Was ist Ihre Wäsche wert? GLORlfl Stellengesuche Bitte ausfüllen und (als Drucksache) ant Persil-Werke, Düsseldorf, Schließfach 345 Ort: j~-ppH.pl ST Giessen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Tochter, besonders Herrn Pfarrer Vömel und allen, die ihr während ihrer Krankheit Gutes taten, unseren herzlichsten Sybille Schmitz AlbreditSchoenhals Rudolf Femau Tun Sie alles, sie im Kriege zu erhalten ? Es gibt viel mehrSchadens- möglichkeiten, als Sie glau’ en. Die Persil-Werke haben eine wertvolle Lehrschrift über „Wäscheschäden“ — verbunden mit Ratschlägen zu ihrer Verhütung — herausgegeben und versenden die interessante Schrift kosten- und portofrei. 537V Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Pauscb und Frau Ida, geb. Valentin, und alle Angehörigen 1 Lehrschrift uWäscheschädcn. wie d* entstehen und wie man sie verhütet"« Zaunhof im Piztal (Tirol) 'Gießen Neuenweg 52 frou weiß «chon wei holbl Dame. 38 Jahre, Sachbearbeiterin bei einer Stadtverwaltung, Lyzealbildung,flotteMaschinen- schreiberin, Kenntnisse in Steno, engl. u. franz. 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April im Alter von 20 Jahren an den Folgen seiner am 3. April bei den schweren Kämpfen am Donez erlittenen zweiten Verwundung den Heldentod gestorben ist. Er wurde mit militärischen Ehren auf einem Heldenfriedhof bei- Neuer, dunkelbl. Herren-Leder- Handschuh verloren. Abzug, geg. Bel. auf dem (1405D Fundbüro. Suche Rundfunkapparal (möglichst All- strom-Volksempfänger). Schriftl. Angeb. unter 02864 an den Gieß. Anz. Heinrich Roth Ledertreibriemenfabrik Frankfurt am Main, Ludwigstraße 27 Fernsprecher 79660 und 77430 Riemen Reparaturen und Montagen Wir übernehmen jeden Posten Treibriemen usw. aus stillgelegten Betrieben zu den festgesetzten Preisen. Äelterer Herr, Witwer, sucht solide, ehrliche MrlWslerin für geordneten Haushalt. Schriftl. Angeb. unter 02870 an den Gieß. Anz. Putzfrau für wöchentlich 1—2mal vormittags gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02860 an den Gieß. Anz. Fahrradschutz. Versäumen Sie nicht, Ihr Fahrrad gegen Diebstahl zu versichern, bevor es dazu zu spät ist! 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