Erstes Blatt KO. Jahrgang Donnerstag, 50. September 1920 439. die günstige Entwickelung be die sich zwschen imfcrcn bei gel zurückzukehren. Vertretung der i*"t mm überein > Die Verhandlungen in Riga. st h n gen sichern, ändern trci.e'Ätn 28?.. 116X 4«.- 2?0M 143X ?* durch Traktieren mit Schweinebraten und Zigaretten hcrbeiführe. Alle Posen und Gesten halfen nicht über die Oede und Traurigkeit des Prozeßbildes hinweg. Entartete, politische aufgcschminkte Jugend! Armes Deutschland! Die Politik Amerikas. London, 30. Sept. (WTB.) Die „Times" meldet aus London, daß der republikanische Präsidentschaftskandidat in Baltimore vor 20 000 Personen eine Rede hielt, in der er erklärte, daß Amerika dem Völkerbunde, wie er in Versailles geschaffen worden sei, nicht beitreten werde. Seine erste Tat als Präsident werde sein, einen Plan für einen Verband der Nationen zu finden, den alle Amerikaner unterstützen werden. Harding sagte außerdem, für die große amerikanische Handelsmarine sei jetzt die Stunde gekommen. Die Autorität des Völkerbundes. Haag, 29. Sept (WB.) Der „Nieuwe Courant" meldet aus London, daß die englischen Blätter darauf dringen, daß der Rat des Völkerbundes sofort einberufen wird, und daß er von allen Mitgliedern Vollmacht erhalten müsse, um seine Befugnisse durch- zusctzen. Wenn die Frage der Autorität des Bundes nicht sofort energisch in Angriff genommen werde, werde der Bund sein ganzes Ansehen bei den Nationen verlieren. iS»,. l-X). Präliminarien, bte Joffe bet morgigen Hauptversammlung zur F. redens k.ms?renz unter - breüen wird, besteht er auf ber Anerkennung der litauischen und ukrainischen Unabhingigkeir durch Rußland und Polen Die von ihm rorgeßAagene Grenze liegt wert östlich ber s-genannten CarAtnr- linie und g-bt Polen einen Teil von Weißruß and, Wolhynien und die Eisenbahn Bialyswck—Brest- Li owsk. Tie Feinbfeligta en 'ollen 48 Stunden nach ter Unterzcrchnmrg des Friedensvertrages ein* gestellt werden Die Vorschläge Joffes enthalten *82.- btt. ?- ■ 528.71 |? . d»,50 Reichskanzler Fehrenbach in München. am* M ünchen, 29 Sept. (WvM.) Reichskanzler von! Fehrenbach traf gestern abend hier zur Be- ; 216.50 ■ «9,- ■ 266,- ■ ®vb-’r(plL] erevz. 8 ) Bon m|nu "e qeiir^t Äzn- *= 3» (S drr Berdcla lv traten v n cla Mbcn bei L De balict' ) zu erMroi, >q ZeLumfe iü», ^abqabe nüfc cü z-ausgesahl vnda rt^üssen rotta stk über btt fuuj> NW Siflutu deutschen 1* trgmattn, & (Eine Vertretung öer Reichsregierung in München. München, 29 Sept. (Wolff) ßu der gestern ton der , S aatsz itung" wicd.ngeig denen und aus ihr richtiges Mas; zurückgeführten Berliner Melkung ton der baabsuh igten Errichtung einer Gesandtschaft des Reiches in München erfährt die , Staatszeitung", daß es sich fier bei um den Abschluß ton Berhmdlungen band'l', die feit Monaten schon zwi'chen der Reichsregierung und der bayerischen Regirmng geführt werden. Man in 9.) Meinet^ tbon ha!" geb-rveltrtl-^ eßt tfi. . SB.) Der * unb btbenCi®^.' ganze rt7n. ere >^ . y I t» w Wv B 5ÄS i. Reden bei der Beglaubigung des deutschen Botschafters in Paris. Paris, 29.Sept. (WB.) Nachmittags wurde der deutsche Botschafter Dr. Mayer vom Präsidenten der französischen Republik zur Ueberreichumg seines Beglaubigungsschreibens empfangen. Dabei hielt er folgende Ansprache: Herr Präs dem! Nacktem die deutsche Regierung sich en scl^ß, dem Bei;picke der französt'chen Regteamg folget®, die dip.vum iscken Beziehungen beider Länder in tollem Umfange wi.der aufzunehmen, 'labe ich die Ehre, Ihnen, Herr Präsident, mein Beg laubiqungsschreibett als deutscher Botschafter in Paris zu überreichen. Aus den tom Versailler Vertrag geidjaffenen Grundlagen werde ich, e.t Republ k die Be- ferebungen meiner Reni rinig von Erfolg gekrönt sein werden. Ich habe sie Elwe, Herr Präsuent, mit dieser Hoffnung den Ausdruck meiner Hochachtung für den etilen Beamten der Republik zu verbinden. Der französische Präsident erwiderte folgendes: Herr Bo f.fxif er! Mit Genugtuung nehme ich aus Ihren Händen das Schreiben en g- gen, das Sie in Ihrer Gigenfdxrft als deutscher Boffdafter bei mir beglaubigt Ich bogiückwünsche mich in ber Tat, ton Ihnen bte Erll.rung zu berneSmten, daß Sie sich bemühen werden, die Msichden Ihrer Regierung dadurch zu verwirklichen, daß sie auf der Grundlage des Versailler Vertrages Die Konferenz in Brüffi. B rüssel, 23 Sept. (Wolfß) Havas-Renter beftätigt, daß die Rede des Staat ffekretärs Bergmann, die nur ein Kommentar zu den fdjon veröffeMlichten Exposes über die finanzielle Lage Deutschlands ist, von der Versammlung günstig ausgenommen wurde. In Besprechungen ber deutschen Erklärungen in den Wandelgängen der Konferenz bemerkte man ben Wunsch, objektiv über die der Konferenz von Deutschlands unterbreiteten Exposes zu urteilen, seinen Versicherungen keinen systematischen Argwohn entgegenzubringen und von den öffentlich durch die Reichsregierung bekundeten Absichten Akt zu nehmen. Brüssel, 29. Sept. (WTB.) Der Vertreter Spaniens, Cortina, legte auf der Finanzkonferenz die finanziellen Geschicke seines Landes bar, seit es der Herrschaft ber Kirrsschvanknngen Unterworfen sei unb forderte die anderen Länder auf, nicht bloß zu Vorbeugungsmaßnahmen ihre Zuflucht zu nehmen. Die Delegierten Griechenlands unb der Schweiz be'on^n bie Notwen- bigkeit, von ber Schaffung einer künstlichen Währung abzusehen, die nicht den wirklilhen Reichtume entspreche Äw schweizerische De egierte sprach sich gegen eine Erhöhung ber Bank- unb Diskontrate auS, bie ein Hinbernis für bie wirtschaftlichen Bestrebungen bilde. Allgemeine Besprechung der Geld- und Wechselknrssragen. Brüssel, 29. Sept. (WTB.) Bon unserem Sonberbericht.rstatter. Die heutige Konferenz biente ber allgemeinen Besprechung der Geld- und Wechselkursfragen. Die Grundlage für diese Besprechung war ein Vortrag des Prä «identen ber Niederländischen Bank Dr. Vissering. Seine Ausführung^ behandelten die Ursachen der heutigen Inflation und Unst.tigkeit der Wechselkurse. Aus dem Ergebnis seiner Untersuchungen ist sein unbedingtes Bekenntnis zur alten Goldparität und zur Stabilisierung des Wechselkurses hervorzuheben. In der anschließenden Besprechung hob der ehemalige Gouverneur der Bank von England, Lord Tüllen, hervor, daß die Inflation lassen werden. Die ganze Politik der Regierung ber Republik gegen Deutschland ist ton dem gleichen Gedanken erfüllt: Loyale Ausführung des feierlichen Paktes, ber dem Krüge ein Ende gesetzt hat, ist das einzige Mittel, die ernsten Schwierigeküen pro? isch zu lösen, die zwischen den beiden Na ionen bestchm, unb bie ilmen roch nicht aeftatten, aus freiem Herzen an den großen 22ertat des Friedens mi Mitarbeiten. Die Art, wie Sie sich Ihrer torläutigen GeschLf.sführtmg zu ent* leb gen gewußt haben, verbürgt mir dir tohe Auffassung, bie Sie ton Ihrer Ausgabe haben. In aller Aufrichtigkeit wünsche ich Ihnen daher Erfolg zu Ilwer Mission. Berlin, 30. Sept. Wie verschiedene Blätter berichten, hatte gestern ber deutsche Botschafter in Paris Dr. Mayer nach ber Vorstellung ber beiderseitigen Begleiter Gelegenheit zu einer kurzen Unterredung mit Millerand unter vier Augen. Rcichsregierung in München cinjuridren und nicht wie etwa hier und da geschrieben wurde, eines auswärtigen Amtes. Eine derartige reffortmäfrge Einrichtung hätte tom Standpunkt ber bayerischen Reg erung aus gar nicht in Frage kommen können Danfft erledigt sich auch die bereits laut gewordene Befürchtung, es könne sich bei dicker Neuerung um eine Art Kvnrmff'ariat des Reiches in Bayern handeln. Davon kann gar keine Rede fein, eben 1'0 wie von einer aewisien Erpositur des Reiches. Welchen Tret unb welchen Rony ber Vertreter des Reiches in München erhal'en werd unb ob er dem diplomatischen Dienste ober ber Vermal'ung entnommen wird, steht augenblicklich iwch baten. Möglich ist, baß er als Gesandter geführt wirb und ebenso möglich ist es, daß zu seiner Installierung das Gebäude ber preußischen Gesandtschaft tom Reiche erworben wird. Zum Ausgang -es weihenfeer prozeffes. Aus Berlin wird uns geschrieben: Acht Tage lang hat der Weißenseer Kom- munistenprozeß gedauert. Das Ende des großen Lärms sind milde Gefängnisstrafen für ein paar dumme Proletarierjungen, die sich zu einer Art Räuberbande, genannt Koiw- munistischc Kampfvrganisation, zusammengetan und in ihrer Knabenangst einen Sicher- yeitssoldaten erschossen hotten. Es war sehr weise von den Richtern, keine schweren Strafen zu verhangen, denn die abenteuerlustige Welt der Halbwüchsigen im Norden und Osten Berlins wüßte nicht wohin vor Einbildung, wenn ihre Märtyrer jetzt im Zuchthaus säßen. Die 24 Angeklagten, fast durchweg unreife oder geistesschwache Elemente, die zum Teil kaum lesen und schreiben konnten — ein erschreckettdes Zeichen der deutschen Volksbit- bmtg nach bem Kriege —, sind also um die ersehnte Glorie gekommen. Aber auch die sozialistisch-kommunistischen Rechtsanwälte, die sich in Moabit auffpielten, als seien sie die Herren und Richter über die „verrottete reaktionäre Justiz", Baben nicht den Nimbus re» volutionäton Heldentums erreicht, den sie erstrebten. Das Tribunal war ein Ausnahmegericht, gebildet vom Reichswehraruppenkotw' manbo I, bestehend aus drei Zivilrichtern und zwei militärischen Beisitzern. Die AnNage stützte fick) auf eine Verordnung des Reichspräsidenten Ebert vom 30. Mai 1920, die die Bildung wilder militärischer oder politischer Verbände aus anderen gesetzlichen Formationen heraus mit Zuchthaus oder Gefängnis bedroht. Hier setzten nun die modernen Lasalles, die Matadoren der kommunistischen Verteidig aung, ein. Die Verordnung sei ungesetzlich. Es fei eine Schlamperei von Ebert gewesen, so einen Wisch ohne Gegenzeichnung der verantwortlichen Minister hinauszugeben. Das Gericht sei unzuständig, der Vorsitzende befanp aen und was der formalen Einwände mehr sind. Als der Rechtsanwalt Lamp, der Haupt- ilreiter des „inneren seelischen Kommunistenh techts", gegen das veraltete Gesetz merkte, daß fr bei dem ruhigen Gerichtsvorsitzenden nicht veiterkam, beschuldigte er diesen der Benutzung eines geheimen Aktenstücks, das ungefähr dasselbe sei wie das gefälschte Bordereau im Dreyfußprozeß. Aber auch dieser Versuch, den Prozeß interessant und sich berühmt zu machen, scheiterte. Die Verhandlung ging ihren trockenen Gang weiter. Das Gericht stellte vorurteilsfrei fest, daß bei der kommunistische!- Bandenbildung von Weißensee keine größere Zentralisation, auch keine Verbindung mit der kommunistischen Arbeiterpartei Deutschland bestand. Zweifellos aber war es ein milttäri- cher Verband. Die Burschen übten mit Handgranaten, schossen auf der Rennbahn, unternahmen militärische Märsche und versuchten an einem schönen Sommerabend (19. August), zesichert durch Radfohrpatrouillen und selber bis an die Zähne bewaffnet, ein Waffenlager der Einwohnerwehr auszuheben, um die Get- ivehre und Handgranaten des gegenrevolutionären Feindes angeblich unbrauchbar zu machen. Bei dem nächtlichen Kampf mit der verhaßten Sipo fiel ein „Gegner". Das Ganze war ein Jndianerstreich, geboren aus Kolportageromanen und vchauerfilms. Aber der politische Einschlag iß unverkennbar, und wenn auch^die Gefahr eines sofortigen Umsturzes des Staates bei solchem Spiele mit dem Feuer nicht zu besorgen ist, so haben doch die Behörden mit Recht ein Gerichtsverfahren eingeleitet, um den 'icherheitsgefährlichen Burschen einen Denk- Mel zu geben und die bewaffnete Banden^ bildung möglichst zu verhindern. Der Haupt- angeflngte Michaelis, der mit 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis davonkam, hat, um seiner Sache ein Ansehen zu geben, in der Verhandlung behauptet, seine „K. O." sei lediglich eine Äbwehrorganisation gegen konterrevolutionäre Bestrebungen gewesen. Um diese Recht- krtigung zu stützen, legte ein Anwalt dem Gericht den vermeintlichen Originalplan einer militärischen Geheimorganisation vor, die die Absicht verfolge, die derzeitige Regierung zu uürzen und eine Militärdiktatur aufzurichten, also die drohende Gefahr eines neuen Kapp- kutsches, dem die Jungens mit dem Schieß- lewehr vorbeugen wollten. Aber auch mit dieser heroischen Geste kam die Verteidigung nicht weit. Es stellte sich heraus, daß es sich neist um leere Gerüchte handelt. Was an ge- zenrevolutionären Plänen zurzeit besteht, ist den Behörden bekannt. Jedenfalls haben die bum men Jungen, die in der Sommernacht Sowjetarmee spielten, keine Ahnung von solchen weitergreifenden politischen Gedanken gelabt. Soweit nützten die juristischen Haarfpal- ;ereien nichts, auch nicht die verbissenen Ver- uche, iu erforschen und nachzuweisen, daß die poltzei mit Spitzeln arbeite und Geständnisse ans. ) Vie das M ein neuer Ai. r btm Porfihc tu n btfdMftigrn rom lOiüjftrroiminfl ». S.I Wir bai „t* (bet, hu Xidjit- ine braM d Curzon beftimr »ieSowjetvryiln an Kamenew cic i Uefaeintomra ruhland tu Dato-: e fricklüher Skfr Ändern auf in» nadrai. Tie Aff ■tuitg pro! rang ixt englifc ^tceiierung, n r ßtztew un anM 3iili N* J oerleSi aM'ck» mq modle bte W Ritfarottbeamnttbe 1 zur Wiederher». -wischen den bei!« y-Uiiftmertat unb ber Di-ckxwaufnahme der toirt* sci ältlichen und toftaliidicn Beziehungen. Nach einer rocitcn-n Klausck sollen sich Rutzlaud unb Polen verpflich'en, den Durchgang ton Truppen unb Muni.ion durch üjr Gebiet und bie Amoerbune ton Rekruten zu Gunsten einer Mackrt, bie sich mit einem ber vertnagschließmden Teile im Krieg befindet, nicht Kulanen. .Hierzu wird ton bent eingangs erwähnten Blatt bemerkt, baß Polen burd) diese Ddtckngungen verhindert werden s.ckl, neuerdings als Ba.nS gegen Rußland gerichteter Operationen zu bienen. Die Kriegslage int Osten. Warschau, 29. Sept. Wolff) General- stab^sbericht ber polnischen Armee tom 28 Sept.: Im Norden erreichten unsere Truppen teilweise die Flußlinie bet Szczara. Im Bereiche von Grobno wirb die Verfolgung des sich znrück- ziehenden Feindes fortgesetzt. Unsere in der Richtung auf Pinsk vorrückenben Truppen besetzten die Orte Chomsk, Trohiczyn und Janowi, wobei sie ben Stab ber 55. und 57. SowjetdiVision ge- fanden nahmen, 6 Maschinengewehre, 150 Waggons und eine Lokomotive erbeuteten. Südlich von Rowno warf unser Kavalleriekon^ auf dem rechten Ufer des Flusses Horyn feindliche Abteilungen zurück, nahm Korzecin und eroberte 6 Geschütze und 16 Maschinengewehre. Am 24. Sept, machte unsere Kavolleriebrigade 2600 Gefangene, erbeutete 32 Maschinengewehre und 3 Geschütze Ukrainische Trupton, dr- östlich des Zbrucz tätig sind, besetzten mit unserer Hilfe Kloskirow und Staro-Konstantynow, machten 2800 Gefangene und erbeuteten 4 Panzerzüge zahlreiche Trams unb viel technisches Material. Konstantinopel, 29. Sept. (WTB.) Hervas B er icht de r Ar mee W r an g e l tom 24. Sept.: Wir haben Auriewka in der Richtung auf Woliwwak a besetzt, wo nxr zwölf Schiffe weg- genommen hoben Der 9lrmeebericht tom 26. Sept, meldet Vor- postentätiakeit an der ganzen Front. Der Be-.ckcht tom 27. Sept, meldet: Im Norden ton Alexandrowsk haben mir die Ber- svlanirg des Feindes foirgesetzt. Wir haben 33 LvSomottven, 1000 Eisenbahnwagen und zehrt Maschinengewehre erb-n'et Wie 1000 Ge'angene gemacht. Offiziere des rus ischen Gencrel abes ver- brcT'en eine Prvklmn-aition, in welcher sie ihre Waffengenvsfen. bie sich gog^nwärckg bei den Bolschewisten befinden, auffbtbem, zu General Dran- llr. 230 -Der »ieftener erscheint täglich, außer Sonn- und F«'ertagr. vejugrpresse: Monatlich ork 3.60 undMK - 65Trägerlohn, vierieliäh^l chNtack 10 80 unZ>mh.l.95Iragerü)l)n; durch die Post viertel- /ährlich Mark 12.- ausschltebach Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: lür die Schrift leirung 112; D erlag,Gelchoftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten Anzct-rr Sießen. paftsche^PUt»: Frankfurt a. M. Uten Annahme von Lnje.gen für die Taqesnummet bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Sreis für l mm höhe für «zeigen v. 34 mm Breit« örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Vf Bei Platz. Vorschein 20*, Aufschlag. Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für ben übrigen Teil: Dr Beinhold ßenj; für den Anzeigenteil H. Deck, sämtlich in Dietzen nicht nur durch die Banknoten, sondern auch durch Schecks aut Bankdevofiten hervorgerufen werde. Tüllen wlll zur Bekämpfung ber Inflation den überschüssigen Notenumlauf emziehcn. Im übrigen bezreichnete er als Grundlage für die Genesung auf bem Währungsgebiet eine geordnete Finanz^ wirtschaft. In der Nachmittagssitzung wurde die allgemerne Diskussion über die $iaeriugfchcn Ge» bantengänge fortgesetzt. Es sprachen Vertreter der italienijchen, südafrikanisch:n, spamschtn und schweizensd)en Delegation. Hervorzul)eben ist, daß ber Schweizer Vertreter ein Gegner hoher Bank taten ist. Sie würden den SinsiuB wesentlich er höhen in einer Zeit, da den Staaten kein anderes Mittel zur Abwicklung ihrer schwebenden Verpflichtungen zur Verfügung ftänbe, als feste Anleihen. Hiernach sprach der deutsche Delegierte Urbia, dessen Ausführungen das Haus mit lebhaftem Interesfe folgte. Er betonte daß die von Bissering gckcistete Gedankenarbeit ein großes Werk sei und daß im wesentlichen die Richtigkeit seiner Ausführungen zu.'eslanden werden könnte. Deutschland verfolge mit Interesse die Konferenz, in der zum Ausdruck gebracht weide, daß Frieden und Wirtschaft.ichleit in ganz Europa vorherrschen müßtm. Nach seiner Meinung haben Kapital und Arbeitende, Sieger und Besiegte Opfer zu bringen und auseinander Rücksicht zu nehmen. Für Donnerstag ist auf die Tagesordnung die allgemeine Besprechung über die internationalen Handelsg setze gesetzt, roor iber der französische Finanzsachverständige Collicur den einleitenden Vortrag halten wird. Zur näliere.i Untersuchung der Geld- und W chselsragen wird heute nach ber Vollsitzung ein d.sonoeres Arbeitskomitee gewählt. Brüssel, 29. Sept. (WTB.) Aus dem von dem Präsidenten ber Nieder ändisd>en Bank, Vissering, zur Frage des Wed)selkurses und des Gelbproblems erstatteten Bericht ist hervorzuheben: Tas Gelbsystem der hauptlächlichsten Staaten beruht auf bem Werte bes Goldes. Tas Verbot ber Gvldausfuhr hebt das Gleichgewicht «nnfdxm bem Werte bes Golbes und bem bes Papiergeldes auf. Zur Frage der Verminderung der Kaufkraft des Geldes hält Viffering es für erforderlich, daß die Pmduktion von Maschinen vermehrt und der Verbrauch nicht wichtiger Erzeugnisse vermindert werde. Zur Vermtitderung des Papiergeldumlaufes sei es nötig, einen festen Wertmesser zu schaffen. Eine au rasche Verminderung des Notenumlaufes fei eben so gefährlich wie bie Inflation. Bei der Besprechung ber Lage ber Vereinigten Staaten stellte Vissering fest, bau, falls bie Vereingten Stataen auch weiterhin auf Zahlungen von feiten Europas bestünden, ber Dollar anbauernd steigen werde, weil Europa weit davon entfernt fei, feine Produktion, und Ausfuhr soweit zu steigern, daß es hierin den Vereinigten Staaten gleichkommen könne. Vissering wünschte schließlich, daß die Diskussion sich auf folgende vier Punkte bffchränke: 1. Tie Möglichkeit und Erwünschtheit der Verminderung her Jnf.atton unb bie hierzu erforberliehen Mittel. 2. Tie Frage, ob eine Rückkehr zum Golde als fester Wertmesser erwünscht unb möglich sei. 3 Bezüglich ber Bankpolitik bie Frage, ob es möglich sei, auf jeden Fall allgemeine Maßnahmen zu treffen, um feste Bank- und Diskontraten für die Emissionsbank festzusetzen. 4. Die Frage, inwieweit internationale Maßnahmen erforderlich und erwünscht sind, um die Schwankungen des Wechselkurses zu begrenzen unb ob es natürlich sei, eine internationale Münz- oder Rechnungseinheit zu schaffen. Solange man nicht ein Zusammenarbeiten ber einzelnen Regierungen erreichen könne, würden alle Projekte sehlsÄagen. Aus den Einwänden, die Lord Eall'on gegen Ne erteilen Vi s rmgsckxi Vors .!äg- torb a t . ist noch hertorzul/eben: An ber in Eng and bestehen den Teuerung fei nickst die af eric gs bestehende Jnfla-ion schuld. Zur Herb i ülTung einer normalen Lage und zur Vermindern- g des Notenumlaufes müsse man Taten sestietzen, die den augenblicklichen Verhältnisfen entibrädym. Man müsse Zuschüsse für bie Einfuhr lebenswichtigrr Wavm geben und die Einfuhr von Waren, bt? nicht unbedingt erforderlich seien, verhättern. Tas einzige Mittel, den Wert bes Goldes zu stabüi- sieven, seien Arbeit unb Sparsamkeit. Brüssel, 29. Sept. (WTB) In der Nachmittagssitzung ber Finanzkonserenz legte der italienische Delegierte Beneduoe seine Ansichten über die Frage des Wechselkurses dar. Er glaubt, daß rein finanzielle Mittel die gegenwärttge Lage nur torübergebenb verbessern würben. Die Tevisenfrage sei eng mit ber Frage ber internationalen Handelsbeziehungen verknüpft unb auf Grund der Ein-^ unb Äusfuhrfvage entscheide sich letzten Endes Die Zukunft der Valuta. Sri- 68,60 °4.- er S* 190^ !*•- l50,- 184,- 181.- 675,- 327,_ 331,. 3ö7,_ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Werhessen drvck unb Verlag: vriihl'sche Univ.-Vuch- nnö Steiubruderei R. Lange. Schristleitun-. SeschäftLfteöe unb Druckerei: Schulstratze 7. habe schön feit mehreren Sagen nicht mehr Gelegenheit gehabt, etwas für die Sterblichkeit dec guten Ticken brinmer yt tun. Auch jetzt mutz ich. Ihre giftmischerischen Künste nur für meinen eigenen gebrechricl-en Leib in Anspruch nehmen. Ich spure wieder einmal die Vorzeichen eines Gichtanfalls." Er liefe sich «ruf einen der verschlissenen Lederstühle nieder, die für die Wartenden tercitftemhei, und stöhnte ein wenig, während er das rechte Dein ausstreckte. 9Iber die Schmerzen verdarben seine gute Laune nicht. Mit verschmitztem Augenzwinkern gegen den hinter seinem Arbeitstisch hervor getreten en Apotheker plauderte er weiter: „Haben Sie sich übrigens zu Herzen genommen, was ich Ihnen neulich sagte? Wenn Sie nicht bald heiraten, geben Sie in diesem Nest rettungslos an allen Folgen der Langeweile zugrunde. Auch sür einen Ehemann und Familienvater ist Siefen» bäum gerade fein Paradies, trotz seiner viel- gerubmten landscka't'ichen Schönheiten: ein Junggeselle aber muß hier mit der Zeit unbedingt melancholisch werden." „Ich gedenke, es darauf ankommen zu lassen, Herr Sanitätsrat. Meine Erfahrmrgen mit Frauen sind zu wenig ermutigend." „Ach, Unsinn! Frauen sind das, was man aus ihnen macht. Nicht mehr unb nicht weniger. Sre sind wahrschstnlich nur zu schwerblütig gewesen, sie auf die redyte Weise zu nehmen." „Möglich, bafe es so ist. Liber während dieser zehn Monate in Siefenbrunn bin ich jeden folls nicht leiclckblüttger geworden." „Mit Ihnen ist nichts anzufangen. Vielleicht besinnen Sie sich eines Bessern, wenn Ihr Freund Bus dem besetzten Gebiet. Mainz, 29. Sept. (Wolfs.) Wegen eines an einer heu scheu Frau begangenen Si tlrchteits- verbreckens hat das franz ö ft s che Kriegsgericht gestern gegen sechs Soldaten schwere Strafen verhängt. Nämlich gegen zwei Degradation und ZutHchausstrafen von 8 bzw 6 Jahren, gegen die weiteren Angeklagten 5, 4 und je 3 Jahre Zuck/'haus. sprechung mit dem Ministervrä identen Kahr über die fdnvebenben politischen Fragen ein. München, 30. Sept. (WTB.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Reichskanzler Fehrenbach hat den bayerischen Mi- nisterpräsioenten Kahr besucht und wurde von ihm zum Frühstück eingeladen. Zwischen den gleichgesinnten Staatsmännern fand ein freundschaftlicher Meinungsaustausch über alle wichtigeren außen- und innenpolitischen Fragen statt. An der Frühstückstafel^waren auch die in München anwesenden Staatsminister und der preußische Geschäftsträger, Graf Zech, anwesend. eine bei feinen vorgerückten Jahren allerdings sehr 'harmlose Schwäche für das schönere Geich'ccht nadjfagte, bemühte sich unoerliennbar, den Liebenswürdigen zu spielen. Ter dritte simid als stummer Zuhörer daneben. Er war noch jung und machte mit seiner hohen, etwas schmalscl-u trigen Gestalt und seinem fernen, blassen, ein wenig müden Ge- fidrt ben Eindruck eines vornehmen Mannes. Im Gegensatz zu der heiteren Miene der jungen Tarne sah er sehr ernst aus. Und nun schien er irgendeine Bemerkung gemacht zu haben, die herabstim- menb auch auf die Fröhlichkeit der bfonben Schönheit wirkte, denn sie wandte ihm mit einer rafdjeii, fast unmutigen Bewegung den Kopf zu: das Lächeln verschwand aus ihren Zügen, und g.eidj darauf reichte sie dem Sanitätsrat zur Verabschiedung ihre Staub. Es währt? ziemlich lange, bis der alte Herr sie nach wiederholten artigen Vorbeugungen endlich wieder fr ei gab, um auch mit fcem anderen einen Händedruck zu tansck-en. Ei'e Weile noch schaute er ben beiden nach, die langsam aus tem Wege zur Linbenhöte zurückivande ten; bann ging er mit kleinen, trippelnden Sdyrittcn quer über die Straße dem Eingang der Apotheke „Zum Goldenen Engel" zu. Als er eintrat, war Konrad Brandt wieder mit te'm Abwiegen seiner Pulver besckMigt: auf seinem häßlick.eu, eckigen Gesidft lag ein gleichgültiger Ausdruck, als er mit Hartern Klang tu oer stimme die muntere Anrede des sichtlich angenehm erregten Arztes eitoiberte. Ser Sa iit cksrat fdnen nicht daraus hi achten unb plauderte weiter. „Nun, mein lieber Brandt! Immer in der Arbeit? Ser Herr Kollege Germering läßt Sie, wie es scheint, nicht zur Ruhe fomm.cn, berat von mir stammt das die§alkner aufLmöenhöhe Roman von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verbotenff Ser Klang einer weiblick-en Stimme veranlaßte den Apotheker Brandt, in seiner Arbeit innezuhalten. Es war eine frische, jugendlich Helle Stimme von jenem angenehmen Wohllaut, der wie eine schmeichelnde Berührung wirkt. Der rafd? hervorgesprudelten Rede folgte ein kurzes, girrendes Lachen, das auf Konrad Brandt aufreizend wirkte. Er setzte das Glas mit dem Pulver nieder, das er eben in sorgfältig abgewognen winzigen Mengen aus eine Anzahl weißer Papierblättckjen verteilt hatte, unb spähte durch das offene Fenster zu feiner Reckten auf die im Frühlingssomrm- schein daliegende Straße. Drüben auf der anderen Sette, wo der von der Linden Hälse herabführend? Weg in die Hauptstraße von Siefenbrunn einmün- bet, stand eine Gruppe von drei Personen. Zwei von ihnen sah der Apotheker heute zum ersten Male. Jene ^rau, die ihn durch den bestrickenden Klang ihrer Stimme in seiner Beschäftigung gestört, wandte eben ihr Gesicht voll nach d:m „Doktorhouse" herüber, in test.-» unterem Stockwerk die Apotheke lag. Sa konnte Konrad Brandt bwbachten, daß sie ungewöhnlich hübsch war, hoch- bfonb und van der zarten, mattweißen Hautfarbe der Rothaarigen. Ein graues Straßenkleid von so wohlterechnetern Schnitt, nnc er sicherlich kern er Siefenbrunner Sduieit-erin gelungen wäre, umschloß knapp ihre fd:lante, mittelgroße Gestalt, unb die Füße, die unter dem kurzem Rock bis zu den Knödeln sichtbar wurden, waren von fast kinderhafter Zierlichkeit. Sie sprach lebhaft mit dem Sanitätsrat Tob Aus dem Reiche. Das Gesetz gegen die Kapitalflucht. Berlin, 29. Sept. (Wolff.) Tie Geltungsdauer des Gesetzes gegen die Kapitalflucht vom 8. September 1919 wird durch Verordnung vom 28. September 1920 bis auf weiteres verlängert. Es bleiben somit die sämtlichen zur Bekämpfung der Kapitalflucht erlassenen Gesetze und Verordnungen aufrechterhalten. Dies gilt besonders auch für die Verordnung über Maßnahmen gegen die Kapitalflucht vom 24. Oktober 1919, deren Rechtsgültigkeit jüngst in einem Urteil der zehnten Zivilkammer des Landgerichts I Berlin verneint wurde. Gegen dieses Urteil ist Berufung eingelegt, worüber die Entscheidung noch aussteht. Eine Sitzung des Reichskohlenrates. Berlin, 30. Sept. Wie eine mehrheitssozialistische Korrespondenz erfährt, wurde in der gestrigen Sitzung des Reichskohlenrats auch das Arbeitsprogramm in der Sozialisierungsfrage besprochen. Es herrschte einstimmig die Auffassung, daß eine sorgfältige Einzelberatung der ganzen Frage stattfinden solle, damit der Reichskohlenrat entsprechende Vorschläge unterbreiten könne. Aus der preußischen Landesversammlung. Berlin, 29. Sept. (Wolff.) In der heutigen Sitzung der Preußischen Landesversammlung, in der die Schluhabstimmung über den Gesetzentwurf betreffend den Austritt aus den Religionsgesellschaften öffentlichen Rechts stattsin- ben sollte verließen die Angehörigen bet beiden sozialdemokratischen Parteien vor der Abstimmung ben Saal. Ta infolgedessen nur 182 Mitglieder anwesend waren, stellte sich die Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus, so daß die Abstimmung unterbleiben mußte. Berlin 29. Sept. (WTB.) In der heutigen Sitzung der preußischen Landes Versammlung wurde über weitere Abänderungs- anträge zum Gesetz über bie neue Stabt- gemeinbe Berlin verhandelt. Der Ausschuß schlägt folgend- Aenderungen des Gesetzes vor: Im § 11 soll eingefügt werden, daß von 30 Magistratsmitgliedern mindestens 12 unbesoldet sein müssen. Im § 23 soll die Bestimmung gestrichen werden nach welcher bei der erstmaligen Bestellung der Mitglieder des Bezirksamts bet Vorsitzende unb Stellvertreter vom Magistrat ernannt werden. Im § 58 soll eingefügt werben, daß die bisherigen Magistrate, Gemeindevorstände usw. die Geschäfte fortführen sollen, bis der Magistrat der neuen Stadtgemeinde Berlin gebildet ist. Nach längerer Erörterung wurde der Antrag der Unabhängigen auf namentliche Abstimmung über die Magistratszusammensetzung ab gebe Hut. Hierauf wurden die Ausschußanträge gegen bie Stimmen der beiden sozialdemokra tischen Parteien angenommen. Die Großfunkstelle Nauen. Nauen, 29. Sept. (Wolff.) Bei strahlendem Herbstwetter wurde heute in Anwesenheit des Reichspräsidenten, der Reichsmini st er Giesberts, Dr. Geßler, Dr. Scholz, des Unterstaatssekretärs Albert und anderer führender Persönlichkeiten der Erweiterungsbau der Großfunkstelle Nauen feierlich über» neben und emgeweiht. Die Berliner Teilnehmer fuhren in einem Sonberzug vom Lehrter Bahnhof nach Nauen. Sie begaben sich vom Bahnhof Nauen zu Fuß in Gruppen nach der Funkstation, in deren neuem Vortragssaale um 11 Uhr die Ein- wechuungsfeier begann. Nachdem Direktor Dr. A. Franke die Gäste namens der einladenden Gesellschaften begrüßt hatte, hielt Graf Arco einen durch Filmvofführung lebendig ergänzten Vortrag über bie den ganzen Erdball umspannenden technischen Einrichtungen der Station. Hierauf ergriff der Reichspräsident das Wort, um den Dank der Gäste und um die besten Wünsche für das in Nauen vollendete bedeutungsvolle Werk auszusprechen. Nachdem sodann noch Reichsminister Giesberts namens des Reichspostministeriums und Ministerialdirektor Dr. Bredow namens der Telegraphenverwaltung gesprochen hatte, folgte ein tot Barenthin, dem älteren und angeseheneren Der I Rezept zu Ihren Pülverchen sicherlich nicht. Ich beiden in Siefenbrunn ansässigen Äerzte, unb der hnb? sckmu foif m^hrpneit Saaen nickst mehr Ke- wohlbcleibte weißbärtige Herr, dem' man allgemein Germering erst mal mit gutem Beispiel vown- gegangen ist." „Ich bitte um Verzeihung, Herr Sanitätsw — aber ich habe kein Recht, Herrn Doktor Germering meinen Freund zu nennen." „Na, wenn man so Sür an Sür wohnt .. ■ Unb außerdem war er doch, wenn ich mich «S erinnere, Ihr Studien genösse." „Wir verbrachten ein paar Semester an eine Hochschule damals, als ich noch den vermesfenci' Plan hatte, Mediziner zu werden. Aber wir famer nur in sehr oberflächliche Berührung. Satz nni uns hier wieder zusammen fönten, war nur zu' fällig. Genau genommen nicht einmal das." „Nun, ich nehm's Ihnen ja nicht übel, wen.'. Sie sich gut mit ihm stellen. Ich werde boti1 bald ganz zum alten Eisen geworfen werden, uw- meinem jungen Herrn KVlegen gehört die Zu" fünft. Er laßt sich's ja auch recht angelegen fern sie im Sturm zu erobern." Ter Apotheker antwortete nichts rndhr. E' wußte, daß der alte Herr wenig Sympathie für Den vor etwa einem Jahre an Stelle eines ver-° fforbenen Vorgängers nach Siefenbrunn gekommenen Doktor Germering zeigte, aber er vermw« es, auf Gespräck-e einzugehen, die ihre Spitze gegen seinen ärztlichen Hausgeico'seir kehrten. Was, en selbst über ihn dachte, liefe sich bei ferner juriifl haltenden Art kaum erraten, wie es üteriyaupt setz" schwer fiel, ihn zu bestimmten Meinungsäußerungen über irgend etwas zu bringen. Dec frühe** Jnteter der Apotheke „Zum Goldenen Eng-!' war nach der Meinung des Sanitätsrates ein setz" viel umgäng il-erer u b lirbenswürorgeoer ©e el- schaftw gewesen als fein jugendlicher Nachfolge. (Fortsetzung folgt) Au» Hessen. Aus der Deutschen Volkspartei Hessens. rm. Darmstabt, 29. Sept. Gestern fand in Darmstadt eine Sitzung des Geschäftsführenden ?luSschusfes und eine solche des LandeIausschui^s der Seutfdjen Volkspartri Hessens statt Beroe waren sehr zahlreich von den Vertretern der drei Provinzen besucht. Während der GeschäftsWirenoe Ausschuß über organisatorische und Finanzftagen verhandelte, nahm der Landesausschuß zur politischen Lage Stellung. Ten einleitenden Bericht erstattete der Vorsitzende Abg. Dingeldey. Sie Aussprache war sehr lebhaft, es konnte aber am Schluß sestgestellt werden, daß die Landesparter in allen wcsentlick-en Fragen eine übereinstimmende Haltung entnimmt. Auch die Hess tf che Politik mürbe besprochen. Als ganz unglaublich wurde die Tatsache hingeftellt, bafe der Staatspräsident Ulrich einen Vortrag mit dem Sterna „Vor der Katastrophe" unter heftigen Angriffen auf bie Reichsregierung hält. Es fei ein unhaltbarer Widerspruch, daß bte Sozialdemokra. ie die Rrichsregforung auf das heftigste bekämpft, trotzdem aber ihre Macht in ben Landesregierungen bchcrupton möchte. Die Forderung nach baldigen N e uwahl en zu mLand- ta g fei deshalb nicht nur in Preußen, sondern auch in Hesen befonders berechtigt. Es wurde auch darauf hingewiesen, daß der foMLenrakvottfete Minister Dr. Fulda die Eifenbalmcr vor einigen Wockren aufgefordert hat. die Kcmtvvlle überLebens- mitteltvanspvrte aus-uführen. Es sei wiederum unglaublich, bafe ein Minister des Innern in dieser Weise bayi beiträgt, die Staats«uwritLt zu gefährden. Die schiech'e Finanzlage mache dem Lande strengste Spa-fomkert zur Pflicht. Es wurden folgende Entschließungen eingebracht und ernfrämnig angenommen: 1. Der Landesausschnß der Deutschen Volks- portri bittet die Landtagsfraktion der Porter, im Landtage einen Initiativantrag einzubringen, bei eine Aenterrarg des hessischen Ministerpensionsgesetzes zum Zrele hat. Die jetzt in Hessen geltenden Bestimmungen über die Pen- sionsveche der parlamentarischen Minister stehen in bollem Gegensatz zum Geist des parlamentarischen Regierungssystems und finden nicht einmal ein Gegenstück in den gesetzlichen Bestimmungen über die Ruhegehälter der parlamentarischen Minister im Reiche unb ben aitberen Ländern. 2. Der Landesausschuß der Deutschen Volkspartei bittet bie Landtagsftak.ion, die Reform der hessischen Staatsverwaltung entschiede zu verlangen und nach Kräften zu fördern. Sie Vereinfachung der Staatsverwaltung mit dem Sfcel der Ersparnis ist dringendes Erfordernis. Insbesondere muß die Zahl der Ministerien herabgesetzt werden. D a r m st a d t, 28. Sept. Gestern trafen Vertreter der Parteivorstände der Deutschen Volkspartei aus den Wahlkreisen Baden, Pfalz, Württemberg, Hessen-Nafsan und Hessen-Darmstadt zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Vertreter waren u. a. erschienen aus Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Tarmstcckt, Mams, Worms Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg i. V., Stuttgart, Tübingen, Ludwigshafen, Frankenthal und Zweibrücken. Generalsekretär W i 11 i g-Tarrn- stadt sprach über den Zweck der Zusammenkunft und bie Richtlinien ber z u gründ enben Arbeitsgemeinschaft. Diese soll keinen Sonder fnrnb m der Partei barstellen, sondern allein bet Vertretung unb Verbreitung der Ideen der Partei dienen. Durch gegenseitige Unterstützung und Austausch von Erfahrungen, durch gemeinsame Stellungnahme zu politischen Fragen sollen die Vertreter Südw.cktdcutschlcmds in dieser Arbeitsgemeinschaft vereinigt fein. Die Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Der Vorsitz wurde bis Ende 1921 dem Wahlkreise Hessen-Darmstadt übertragen. Rundgang durch die Anlagen der Station, wobei die Führer der einzelnen Gruppen eingeheiwe Erläuterungen gaben. Den Abschluß der eindrucksvollen Feier bildete ein gemeinsames Frühstück im Vortragssaal. Als erste Meldung ging nachstehender Funk- spruch des Reichspräsidenten „3ln ' in die Welt hinaus: „Ädi Alle! -ine offizielle Einweihung der unter dem Rufnamen „Poz" seit Jahren in der Well bekannten Großfunkstelle Nauen ist soeben in meinem Bestem erfolgt Ich beglückwünsche die deutsck« Industrie, bie dreies Meisterwerk der Radiotechnik geschaffen hat. Zu ihrer ^hervorragenden Leistung gebe ich gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck, daß für Deutschland dieser Sag ein Markstein in der weiteren Entwickelung seiner Ucberfocucrbinbung fein möge, ebenso, rote ich darauf vertraue, daß Nauen an dem Wiederaufbau des Deutschen Reiches unb seines Heber» fee Handels in hervorragendem Maße Mitwirken wirb. Noch während des Frühstücks, das den Schluß der glanzenden Veranfta.'tung bildete, konnte eine Reihe von Gegengriffen veclesen werden, fo -rus Danzig, Kopenhagen, Stockholm (von der sch.ve- difchen Marmeverwaltung), Helsingsors, Haag, Deutsch-Altenburg, Budapest, Rom, (Sartageni, Reuyork (vom Präsidenten ber Radio-Corporation. Edward I. Hallh), Rio be Janeiro, Sanfago de ChilL, Bandoeng (Java), Schanghai und Peking. Der mit stürmischem Beifall aufgenommene Gruß aus Peking lautete in Uetersetz-mg: „Ueberfenbc meinen Wückwunsch zur Einweihung der Rfofen- station Nauen, die einen Sieg ber Wissenschaft und Beharrlichkeit darstellt. Ter Generaldivektor ber Post und des SelegraphQi." Eine stürmische Polenversammlung in Berlin. Berlin, 29. Sept. (WB.) Zu großen Lärmszenen und einer großen ©d)lageret kam es heute abend im großen Saale des Lehrer- Vereinshauses, tvo die oberschlesische Volkspartei eine Versammlung abhielt. Als einer der Redner die Forderung aufstellte, nur ein autonomes, selbständiges Oberschlesien, in welchem Deutsche und Polen gleichberechtigt sind, könne dem augenblicklich unhaltbaren Zustand ein Ende machen, erhob sich ein furchtbarer Lärm. Der Redner wurde von polenfreundlichen Zuhörern angegriffen. Dem Vorsitzenden Sho- malla schleuderte man ans der Menge ein Bier glas mit solcher Wucht an den Kopf, daß er blutüberströmt zusammenbrach. In dem sich entwickelnden Handgemenge wurden schließlich die Haupt- cmgreifer, die in der Minderzahl waren, in einen kleinen Nebenraum gedrängt, wobei mit Stühlen, Tischen und Biergläsern aufeinander eingeschlagen wurde. Inzwischen erschien die alarmierte Sicherheitspolizei, die dem Tumult ein Ende machte. Eine Anzahl junger Leute, die zugab, Polen zu sein, und auch als Angreifer wieder erkannt wurden, konnte fefegenommen werden. Insgesamt wurden sieben Personen, darunter eine Frau, zur Wache geführt. Ein deutsch^nationaler Antrag. Berlin, 29. Sept. (WB.) Ein von der deutsch-uationalen R.ichstagsjrEion einge* brach ter Antrag verlangt die sofortige Vorlegung einer Denkschrift der Reichs- regierimg über bie Vorgänge in 0 6er- schlesien. Von Hindenburg. Berlin, 30. Sept. Generalfeld mar- schall von Hindenb urg wurde gestern an Stelle des verstorbenen Admirals von Knorr zum Mchanten des Stiftes beim Dom Brandenburg gewählt und gleichzeitig als solcher eingeführt. Besseres Bier. Berlin, 29. Sept. (WTB.) Der volkswirt- schaftlicte Ausfd)uß des Reichstages hat die Verordnung zur Abänderung ber Verorbnnng über die Malzkontingente bet Bierbrauereien unb bes Malzhandels vom 22. Dezemter 1919 gegen bie bvei Stimmen ber USP. angenommen. Dadurch foirb das Malzkontingent ohne Bv-inträckstigmig ber Brotversorgung erhöht, bie Gffaht einer bfforgnis- erregenten Steigerung bes Schnapsfonsums vermindert unb ben aus allen Kreisen geäußerten lebhaften Wünschen nach einem besseren Bier Rechnung getragen. Preisabbau für Tapeten. Berlin, 29. Sept. (WTB.f Die Generalversammlung bes Verbandes beuifd-cr Tapetenfabrikanten befchloß im Gegensatz zu ber vor einigen Tagen burch bie Presse gegangenen Notiz im Einvernehmen mit den Vertretern der gesamten beuti'dm Händlerschaft ebenfalls den Preisabbau für Tapeten. Ei ne Spende der Deutschamerikaner. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Dr. Lieber aus Neuyork, welcher als Vorsitzender des Zen- tralhilfskomitees in Neuyork in hochherziger Mp- ion zur Zeit hier anwesend ist, hat, der Natconal- iiftung für die Hinterbllebenen der im Kriege Ge- allenen 1000 Kisten kondensierter Milch als Spende der Deutsch-Amerikaner überwiesen. Au- Statt und Land. Gießen, den 30. Sept. 1920. Maßnahmen zur Sicherung der Fleisch» Versorgung. rm. Darmstadt, 10. Okt. Nach Aufhebung der Zwangswirischaft sind vom Reich M a ß n a h men zur Sicherung der Fleischversor- g u ng während der Uebergangszeit getroffen worben. Tas teffische Lcmdesernährungsamt gibt nun die Ausführungsanweifung bekannt, wonach unter Aufhebung ter Viehhandelsverbände eine Genehmigung sürdeu Viehhandel auch toeiter notwendig ist. Wird die Erlaubnis versagt, so steht dem Antragsteller em Antrag auf mündliche Verhandlung vor einem bei dem Larches- ernährungsamt zu diesem Zweck einzuberufenten Kollegium zu. Dieses besteht aus fünf durch das Lantesernährungsamt auf die Tauer von zwei Jahren zu ememtenten Mitgliedern, und zwar aus einem Beamten des Lantesernährunasamtes als Vorsitzenden, einem Beamten, der die Befähigung zum Richteramt besitzt und je einem Vertreter ter Landwirtschaft, des Viehhandels und des Fleischergewerbes. Die durch''die bisherigen Viehhantelsverbände ausgestellten Ausweiskarten bleiben bis 31. Dezember 1920 gültig. Auch über bie Ausübung bes Viehhandels, bie Viehmärkte, ten Kleinhandel mit Fleisch usw. finb neue Bestimmungen getroffen. Unser neuer Roman. „D'ie Falkner auf Lindenhöhe" von Reinhow Ortmann beginnt in unserem heutigen Blatte. Der in einer Meinstadt bzw. auf der dieser benachbarten gutsherrlichen Besitzung spielende Roman zeichnet in prächtiger Gestaltung menschliches Denken und Hanöeln in gutem wie in bösem Sinne. Der vor dem Aeußersten nicht zurückschreckenden Leidenschaft eines schon tm Spätsommer seines Lebens stehenden Mannes sind edle Charaktere gegenübergestellt, die durch Verkettung widriger Umstände in schweres Leid geraten, bis der Zufall ikfnen Rechtfertimmg bringt, unb die alles überwindende Liebe ihnen zum verdienten Glück verhilft. Beranstaltungen. Donnerstag: Nene Aula, 8 Uhr, Vortrag: Das alte Rotenburg. — Cafs Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung ter Medick-Meibinger. — Hotel Einhorn, 81/« Uhr, Gastspiel Buchwold. — Lichtspieltheater tote gestern. ** Die Wachsamkeit ber Genbar» men. Durch die Gendarmerie sind im Jatee 1919 nach der amtlichm Statistik in Hessen 29 908 Anzeigen unb 1100 Verhaftungen aus ben verschiedensten Gründen erfolgt. 9921 davon sind gewerbe- polizeiliche llebertretnm. bei bat Verhaftungen 503 to^-n Diebstahl. Wegen Körperverletzung finb 1143, wegen Konkubinat 43, toegen Sittlichkeits- vergehen unb Verbrechen 96 Anzeigen erfolgt. 67 Anzeigen mußten wegen Tierquälerei, 186 wegen Jagbvergeten, 663 wegen groben Unfugs, Rute ftörung, 602 wegim Betrug und Urkuntenfälschuno, 269 wogen Bedrohung. 105 wegen Widerstand unb Beleidigung erstattet worden. ** Die S chau mweinerzeugüng in Hessen betrug nach ber amtlichen Statistik in etwa 23 "Fabrikm im Jahre 1919 75 806 Flaschen Fruchtwein"ekt imb 2 153 694 Flaschen Tra-'benM gogm 51974 Flaschen Fmchtwein'ekt unb 858912 Flaschen Traubensekt in 1914. Im Jahve 1918 wurden 28 604 Flaschen Fruchtwrinjckt unb 1 091 574 F! as ch-n T raubenfekt hergestellt. Der Bedarf ist also um bas Doppelte geftfogen. ** Die Dienststunben bes Chemischen Untersuchungsamtes für bie Provinz Oberhesfen, Gießen belaufen sich vom 1. Oktober 1920 an für bas Winterhaibiahr 1920/21 auf bie Zeit von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. An Samstagen ist bas Untersuchungsamt von vormittags 8—12 Uhr geöffnet. ** Der Unterricht in ber stäbti- feben Fortbildungsschule beginnt Mon tag ten 11. Oktober, nachmittags 2 Uhr, im ! Schulhause West-Anlage 43. Siete Anzeigenteil. ** lieber bas Bettler- unb Land- st reicherun wesen berich.et bie amtliche Statistik, baß infolge gerichtlicher Ueberwei ung in ben Jahren 1918 bzw. 1919 von ten Laubespolizei- (tebörben bie Unterbringung in ein Arteitshcwä verfiigt narrte aus ben Kveffen S>armftabt in 10 bzw. 5 Fällen, Bensheim in 2 bzw. 2 Fällen, Groß-Gerau in 1 Fall (1919), Erbach 2 Fällt 11918), Offenbach 2 Fälle (1918), Mainz 4 bzw. 1 Fall. Also aus Starkenburg 17 b»n>. 8. Oberhessen in 4 Fällen 1919, aus R rein Hessen in 4 bzto. 1 Fällen. Am Arbeitshaus Dieburg finb nv folge gerichtlicher Ikberroeifung an bie Londes- pvlizoitehörden 20 bzw. 11 Personen untergebrach! Worten. 6 bzw. 4 Angemelbete würben nicht ein- geliefert. an ii an einem Hausfrauen, verlangt nur 016218 verlege. Hochachtungsvoll Verlobte JjihJLnaba'iand rnderer Verpflichten ei wegen Schörg-Quartett 6 Akte. 6 Akte. 4 Akte. 4 Akte. Großen-Linden, den 27. September 1920 bis epÄteetene 8. Oktober »benholen. 6 Akte. Die Geburt eines Töchterchens zeigen an 6 Akte. Ferner: 10284V aus Wernigerode Musik derZeit“(eigene Dichtungen) • Heidelberg, 27. September 1920 la. Batterien SÄRS IHlVUHVIlVIl (e((Ä 10121 Erstklassig IBnstler-Konzerte. Schon,enttrake l. 8 Dr. Doffers Backpulver- Ofif Marie Lang Richard Jung Rechtser fthnnhenbe ! -k verhilft, ngen. Hühneraugen Hornhaut. 5chwielen uXMirzen beseitigt schnell, vidierujebmerzte 1/ • • | 100000 fach bewehrt Kukirol PreisM 3.- In Apotheken u. Drogerien erhältlich Drogerie "Moll. Bahnhofwtr. 61. Quartette von Doanänyi, Beethoven u. Brahms Eintrittskarten M. 7.—, 6.—, 5.— und 3.— sind * bei Ernst Cb al Her und abends an der Kasse HA m haben Studentenkarten M. 2.50 nur im Vor- verkauf beim Hausverwalter der Universität Ä gegen Vorzeigung der Ausweiskarten. ble beeteilten Abonnemente bitten wir WA Aula, 8 Uhr, fri - W Leib, 8lL Medick-Meidir.« Qkltftnd Buchte Gießen (z.It. Ev. Schwesternhaus), 28. September 1920 Ich beehre mich, meiner werten Kundschaft mitzuteilen, daß ich am 2. Oktober meine Schuhmacherei von Tiefenweg 1 nach Eichweg Nr. 7 vermischte». Dir Burg Eltz abgrb rannt. Köln, 29. Sept. (WTB.) Wie die „Köln. Zeitung" aus Koblenz meldet, ist oie im Eltztal, einem Seitental der Mosel, gcle gene, durch ihre prachtvolle Lage und ihren hochinteressanten Bau weltbekannte Burg Eltz, deren Geschichte bis in das 10. Jahr hundert zurückreicht, vergangene Nacht fast vollständig abgebrannt. Der Scha den an Kunstgegcnständen und Altertümern ist sehr groß. Nach einer Meldung dec Molne scheu Volkszeitung ist die wertvolle Bibliothek gerettet. Die Geburt eines Jungen zeigen an Martha Keßler Lehramtsassessor H. Keßler Die Geburt eines Lohnes zeigen an Dr. Speck und Frau Dorothea geb. Horn t der Bend« fmb m Sehens röchen 29ML m aus dm vers lb ! davon sind gflnri et Bnhastimorn SC- 'üTtrDtttonnq sa iwgcn Siffiflrc । Anzeigm erfolgt.11 Malerei, 186 rot?- vbm Unfugs, $t * Sperrzeit für Tauben. Die 93c- fttzer von Tauben werden amgefordert, ihre Tau- 6en während der Saatzeit vom 1. Oktober bis 7 Novemb« r einzuhatten. Stehe An,- ' ' " * Ablieferung von m Sc^rrnrgericdt. Gießen, 29. Sept. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde vor dem Schwurgericht gegen den Polizeiwachtmeister Adam i>a h n von Gießen wegen Sittlich- keitsverbrechenS verhandelt. Zur Verband- i. Homunkulus I. Teil Der künstliche Mensch lung waren 11 Zeugen geladen. Staatsanwalt Neuroth per trat die Anklage, Rechtsanwalt Tr. Leopold Kay führte die Verteidigung. Nach dem Eröffnungsbeschluß war Hahn zu Last gelegt, am 23. Juli im Walde bei Gießen — ----- Literarische Gesellschaft ® Sonntag den 3. Oktober 1920 nachm. 5 Uhr @ in der neuen Aula der Universität: A Armin T. Wegner $ stets frisch, Mk. 3L0. 9614 Carl Behanck. lle^N^k I i Fern Andra XÄ %- Eine Motte flog zum Licht Dr.-Linden Leihgestern September 1920 Sichern Sie eieh zeitig Platze! Versäamen Sie ketaesialle fiese Trilogie, nur eine Frage an Ile Besucher, die 4ae Programm gesehen haben. Ein jeler wird eagea, Cal ea wunderbar lat. Blntrlltskartea zu M. S -, M. 4 - M. 3.- (s&mtlfch W numeriert) im Vorverkauf in d. MnsikallenhandL £a K. Cballier und an der Abendkasse. Studenten- W karten nur im Vorverkauf beim Hausverwalter ler Universität Regen Vorzeigen der Ausweiskarte tu M. 2.—. Die Mitglieder der LtL Gesellschaft ÄJ und des Bunde» z. Pflege von Musik u. Literatur ä «AAA Afil ftlAAAftftA erhalten im Vorverkauf die übt Preisermäßigung. WwVwWvilwl W WWwH Manrrern und drei itrount. fefdgenommen, die angaben, auch in Frankfurt a M. itnb Walldorf in Dessen große Einbrucksdiebstähle verübt zu haben In ihren Wohnungen fand man grobe Mengen modernster Einbrechergeräte, außerdem ein ganzes Warenlager von der vaarnadel an gefangen ins zum feinsten Chaifengeschirr mc. Lanau (Main), 29. 5ept Es besteht nun doch noch Hoffnung, daß der Konflikt zwischen Magistrat und Stadtver- ordnetenversammlung gütlich bei gelegt wird. Tie Stadtverordnetenoersamm.ung am kommenden Freitag wird btt Entscheidung bringen. inerzeugititz mtfiifrn StaHMj 919 75806 Wl Haschen S'nr'br xavtft Md 8ol 4. Im Iahm h TruHwchtest kthmMDa t geskM den dei Thrm imteB usenslZ Witt ntnhalbiahlM^ MgsbiNW"--' >as WrrsuMpE hule begmrtje' hmittags 2 Ubr, . Ziehe Anze.M tletf uttb 2«t ?et ine aint.i« » cUebcrwnE m lsenDarms^ in SÄ> hauZDielMj- iiimg 01 NS»- b »’S *K 58*' Ab morgen: 10392c Homunkulus n.ieii Die Vernichtung der Menschheit Vie Preisgestaltung. eb. Aus de m südl ichen Vogels berg, 29. Sept. Tic sehr geschützt liegenden Dörfer des südlichen Bogelsberges bis in etwa 300 Meter Meeres höhe haben gute Einnahmen durch Verste i g e r u n g des Gcmeindeobstes erzielt: Eichelsachsen brachte es aus 14 000 Mk. Der Preis für 1 Malter Seit et ob ft wurde inner* halb 8 Tagen von den zablr.ichrn Aufkäufern von 70 Mk. aus 95 Mk. hinaufgetriebm. Die Bahnstationen fertigen zahlreiche Waggonladungen für die großen Aepfelweinkeltcreien Frankfurts ab. Tafelobst wird noch kaum gehandelt; je nach Sorte und Güte werden 50—70 Mk. für den Zentner bezahlt. ettt iss 6 N*1 «... 'frske".; nJ L-r ScridytsfaaL Schwere Einbrecher. fd. Frankfurt a. M., 29. Sept Unter einem außerordentlich starken Polizeiaufgebot verhandelte die Frankfurter Strastammer beute gegen eine Reihe der schwersten Einbrecher. Zur Aburteilung standen zwei Einbrecher in Textil Warengeschäften auf der Zeil. Der Lauplbeteiligte Kunkel, der vier Jahre Zuchthaus schon abzubüßen hat, bekam weitere vier Jahre Zuchthaus, trotzdem er, wie in allen anderen Verhandlungen, den vollkommenen Idioten spielte. Der ärztliche Sacb- verständige bezeichnete ihn aber als plumpen Simulanten. Eine Frau Ferrv, bet der er gewohnt hat, erhielt Iv» Jahre Gefängnis Mit an den Embrüchen beteiligt waren u. a Jakob Geist, dessen Spezialität bann bestand, sich in der Untersuchungshaft die Pulsader ;u öffnen und dann awJ dem Krankenhaus zu entfliehen. Bet einem solche Einbruch hat er im Westend in einer Villa mi vorgehaltenem Revolver für über 100 000 Mar Schmucksachen erpreßt, weshalb er sich noch vor dem Schwurgericht ,u verantworten hat. Cfaft erhielt 14/, Jahre Zuchthaus jutem WM - » nennflt SerübE, f ■ Turnen, Spiel und Sport. 'M. Hungen, 29. Sept. Bei der am letzten Sonntag in Lich abgehaltenen außerordentlichen Bundesversammlung des Radfahrer dun des Oberhessen wurde für den ausgeschiedenen 1. Präl'i deuten Karl Schäfer von hier gewählt. Dem Bund «hören nunmehr 21 Dereinc an. Für nächstes Jahr sind eine Anzahl größerer Rennen vorgesehen. Tas Ansinnen des Taunus-Wetteoauer Radfahrerbuttdes, zum Zusammenschluß beider Radfahverm-rbände, wurde von der Versammlung abgelehnt. Tie nächste Bundesversammlung fsttdet in Inheiden statt. 18jährigen Mädchen mit Gewalt unzüchtige tzanb- lungni vorgenommen zu baben. Wie sich aus dem öffentlich verkündeten Urteil ergab, hatten die Geschworenen entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts die Hauptfrage roegen Sittlichkeitsverbrechens bejaht, und dem Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt. Tanach >var erwiesen, daß der Angeklagte im Walde nahe der Anneröder Straße das obenerwähnte Mädchen, das im WaLc spazieren ging, angepackt, ihr den Mund zugehalten sie zu Boden gerissen und trotz Geaemoehr sie mit Gewalt unzüchtig betastet hatte. Bei der Stra^umessung berücksichtigte das (Gericht, daß die Tat des Angeklagten gerade wegen seines Amtes als Schutzmann eine erhebliche Sühne verdiene ferner auch im Interesse der össentlick)en Sicherheit in den Wäldern und weil der Angeklagte nicht nur keine Reue gezeigt, sondern noch vollkommen grundlos versucht habe, das von ihm angegriffene Mädchen zu verdächtigen. Mit Rücksicht auf all diese Umstände ging das Gericht über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und verurteilte Hahn zu 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Ter Angeklagte erkannte die Rechtskraft des Urteils sofort an. 1 .daß attbewährte ontfltt, rnÄembf*- ' Remstädt 6i* ^.MsherrliL- Denken ud >o|em Sinne. prückschreckente _tm Spätsonm Hannes sind e6: a, die durch in schweres M Briefmarken- [1U894 Notgeld- und Ansichtskarten- Ausstellung des HefienbundeS deS Weto vom 2 —4. CtL 1920 in bei 4>aitbeldid;nle HermcS, toicbcn, Babnhosstr.M. den Feindbund. Die im Lause des Frühjahrs »um Zweck der Ablieferung ausgenommenen Pferde, auch die Reservepserde, werden frei- «geben, soweit sie nicht zur Tlblieferung gelangt '** Ter Gießener Kon zertverein hat au seinem ersten am Svnntiag, 10. Oktober, nachm. 6 Uhr, in der neuen Aula bas Schör g-Qua r- tett gewonnen, das Quartette vm Tohnünyi, Beethoven und Brahms spielen wird. •• Ein Orgelkonzert zur Feier des Erntedankfestes findet am Samstag abend in der Stadtkirche statt. Neben dem bekannten Organisten an der Berliner veilig-Kreu»-iA-rche, Fritz Schink, wirkt die Augrburger Kon^rt- und Ora- torienfänfierin Clara SBcber mit. Aus den uns vorgelegten Kritiken ist ersichtlich daß eS Herrn Sch in k trotz außerordentlicher Beherrschung aller technischen Mittel offenbar mehr auf das Inwendige, als auf das Aeußece, das Architektoniiche der musikalischen Formen ankomme, wozu ja besonders das Orgelspicl herausfordere. — Uebcr Frl Weber heißt es, da 5/ie mit erfreulichem Gelingen der Aufgabe gerecht wurde, ihre Hörer durch einen durchgeistigten, tiefgründigen, auf angeborener Musikalität errichteten Vortrag zu fesseln. ♦* Der Bauersche Gesangverein hatt- nut dem am 19. September abgehaltenen Wohltätigkeitskonzert neben dem Erfolg in gesanglichen und musikalischen Darbietungen auch einen guten finanziellen Erfolg. Als Reinertrag tonnten, einschließlich der freiwilligen Zeichnungen, Herrn Rektor Knauß 2350 Mk. überwiesen werben Wie bekannt, soll der Geldbetrag zur Beschaffung von Schuhen für arme Kinder der Stadt- schule Verwendung finden. ** Eine -Schneider-Versammlung findet auf Veranlassung der Handwerkskammer am ©onntiag, nachmittags 2'/r Uhr, im Eischchahnhitel Hvpfcld zur Organi^tiön sämtlicher Schneiec- nrifber statt. ** liebet Lun aen kchwinds ncht — erne unserer schwersten VokkSkvankh-iten — sprach tn einem vom Naturheilveoein am Montag abend in brr Turnhalle des Turnvereins veranstalteten Vortrag Herr Dr. med. Erwin Silber aus Pfvankfurt a. M. Ter Vortrag war von etnn 600 Personen besucht. Nicht eine unserer schwersten, tonbern als die schwerste und weitaus verbreitetste VotkSkvankheit bezeichnete der Redner die Lungenschwindsucht. Zugleich führte der Redner aber aus, daß gerade die Tuberkulose sehr ast ohne jedes Hutun vm der Natur zur Heilung gebracht werde. Ties möge ein Trost sein und beweisen, daß eS immer wieder die Natur ict, die heile, daß vor allen Dingen jeder ttrant- heitSvorgang richttg nur als ein Deilungsvorgang der Natur betvachtet und dementsprechend durch den Arzt und seine Maßnahmen unterstützt werden müsse. Ter Redner bekämpfte auf das Entschiedenste die Anwendung der zahlreichen meM« ko men lösen ober serologischen Präparate aller Art und bezeichnete in erster Linie Licht- und LustHesskn-Nassau. □ Biedenkopf, 29. Sept. In Friedensdorf siel das 7jährige Töch'erchen der Esvleute Jak. Becker in den MMgraben und ertrank. mc. Frankfurt a M., 29. Sept. Die Sicherheitspolizei hat es auf die Liebespär- chen abgesehen. Fast allnächllich werden die An- laoen von Patrouillen abgesucht und die Ausbeute an lange gesuchten lichtschÖien Gesindel ist meist nicht gering. mc. Frankfurt a. M., 29. Sept. In H erde tberg wurde eine große Diebesbande, vier bäder, lüegrfuren in frischer Luft sonne biäiettidx Borschriften — nicht aber Mastkuren u. bgl — als die wichtigsten Deilfak.orar. Bor allen Trugen aber aelte es vorzubeugen durch nalurgemäßr Lebensweise, Abhärtung und Kräftigung unseres Körpers. Unsere beschränkten Raumr«c Heute letxter Tag: „Kakadu und Kiebitz“ Ab morgen ble InkL Montag: Lotte Neumann die vornehme Künstlerin, in ihrem neusten Film, nach dem gleichnamigen bei Ullstein erschienenen Roman von Feodor von Zobeltitz Je LM' Drama in 5 Akten. Ferner: Paul Heidemann in seinem neusten Lustspiel in 3 Akten Bata Sie ei« MM Voranzeige: „Die Vampire“ Professor Laubenheimer und Frau Norina geb. von Kilian l i Heb. Otto, Schuhmacher ••@•605111^ Dosee« j Lichtspielhaus H Bahnhofstraße 34. '°"°o Dorit Weixler DasRechtderErstgeborenen Zur getL Kenntnisnahme! Der Film Heansknlns IL Teil gelangt ■ar asrgea, Sam-zag aal Hoi lag zur Vorführung. 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Sie fuhr voller Galgenhumor fort: „Ich freue mich, daß unseren Freunden nach fo bitterlclpvMN Prüfungen endlich der Sonnenschein des Glücks aufgcgangen ist, und ich möchte heulen, mell mir selber im Seb en so gar nichts dergleichen beschio- den mar, weder ein ganz großer 'Schmerz, nxh eine ganz grobe iiuft." Sie schloß mit dem tragikomffchen Seufzer: „Herrgott, ich kann nicht dafür — aber es muß doch über alles schön sein, so einen richtigen Roman zu erleben!" M „Teine alte Siebe," nickte der Lehrer ihr mit schelmischem Lächeln zu. „Du lieber, großer Kinds lvps!" Sie. entfernte sich mit einer fast kriegerischen Bewegung ein paar Schritte von dem Bruder. „Saß mich," ritt sie. „Und menn ich zehnmal graue Haare habe — ich schäme mich nicht, es auszusprechen —: es ist doch jammerschade, daß ich in meinem ganzen Leben nicht ein einziges mal so recht von Herzen abgeküßt worden bin!" „Tas kann sa noch geschehen," ließ sich da eine halle, lustige Stimme vernehmen. Im nächsten Augenblick fühlte sich Anna Reinsdori beim Kapt gepackt und so gründlich ab- geküßr, daß sie nach Atsn ringen mußte. Max Bodenbach war soeben von Jena 'herausgekommen. Unbemerkt von den Gesck-oistern, hatte er die Tür geöffnet und die lebten Worte des alten Fräuleins vernommen. In der übermütigen Stimmung, die ihn beherrschte, seit im „alten Schloß" — durch sein opfermutiges Tazuttor — sich alles gleich hinübergehen unb die Einzelheiten schönen Planes, der auch mir tier ins Herz go- so wunderbar zum Guten gewendet hatte, war er zum Küßwüterich geworden. Er hob seine bunte Schülerinütze aut, die ihm bei dem Attentat entfallen war, und fragte nun doch etwas zaghaft: „Sind Sie mir böse?" Das alte Fräulein konnte rod? immer nicht sprechen, aber sie schüttelte energisch den Kopt. Ter Lehrer begrüßte den frischen Burschen und teilte ihm mit, daß Walter Hüttich heule znm ersten Male das Krankenzimmer verlassen habe — er ergehe sich mit der Tonte und den jungen Leuten draußen im Garten im wannen Sonnenschein. „Hurra!" rief Max und stürmte, seine Müße schwenkend, hinaus. Lehrer Reinsdorf sah die Schwester von bet Seite an und fragte nach einem kurzen Schweigen scheinbar ganz ernsthaft: „9hm?" Tas alte Fräulein hob beide Hände zum Himmel und emnberte in komischer Feierlichteil: „Ich bin erlöst! Jetzt hab' ich meinen Roman gehabt . . . Uebrigens soll dieser Raman noch lange nicht zu Ende sein. Ten Jungen geb ich nicht wieder los. An dem will ich mich freien, solange ich das Leben habe!" „So ist's recht," stimmte der Bruder zu, und ein weiches Lächeln ging über seine Züge. „Wenn wir auch niemals in eigenen heißen Kämpfen gestanden haben, liebe Schweller, um (Aücf oder Unglück, — eines ward uns und soll uns unverkümmert bleiben, etwas, das wahrhaftig nicht zu den schtimmsen Schicksa.'sspcnden gehört —: die Gabe des Mitleids und der Mtsveude an oetr Geschicken anderer!" ,Lch fühle mich nur für mein Beginnen tzu sehr als Schüler, fuhr der junge Mann „Ein Werk, wie ich mrr's beite, Kraucht an sedier Spitze jemand, der nicht erst Schulmeister Verden will, sondern deüs schon ist! Da hab ich nun an unseren Freund Reinsdorf gedacht Er soll mir nicht nur mit seinem Rat zur Seite stehen, sondern über mir mit seinem großen, aus einem reichen und großen Herzen geborenen Können! Seine Arbeit hier im Städtchen mag ja ttesgehend sein — aber an der veraniwvrttmg^ vollen Stelle, die ich für ihn ausgedacht habe, ivftd er noch unendlich segensreicher schaffen und Wirten können! Und ich meine, es wrrd gdm* gen, ihn zu uns herüberzu ziehen. Tenn ein echter Schulmeister greift doch da zu, wo er tun notwendigsten gebraucht wird? Glaubst bu nicht auch, Sena?" In schweigendem Stolz, der ihr hell aus den Äugen blitzte, hatte das junge MÄx^.r dem Geliebten zugehiri. 9hm rief sie: „Ich iah Lehrer Berlin drüben bei den Rosen. Laß ** Literarische Gefells chaft Für den ersten Autoren-Abend ist der Dichter Armin T- Wegner gewonnen worden, der ein wohl nicht zu übertreffender Interpret seiner eigenen Tichtung, deren großen Klang er mächtig hevcrus- arbeitet, fein dürste Beim Äorttag seiner Werke steht er in seinem eigenen Bann, ist er selbst aufs neue von seinen eigenen Versen ergriffen. Armin T. Wegner »veiß den Zuhörer vÄlig in seinen Bann zu zwingen, weiß ihn im Innersten aufzu- wühlen und zu erschüttern. Ter Dichter wird — wie auch in anderen Städten — dem Besucher seines Vortragsabends ein tiefes künstlerisches Erlebnis schenken. Ms Höhepunkt seines Programmes wird Wegner seinen „Triumph der Mutter" lesen, worin eine Messt in der katholischen Kirche zu Bagdad geschildert wird, lieber einen früheren Vortrag dieses Tichtwerks schreibt man aus Breslau : „Nach dieser wahrhaft priesterlichen Dichtung verließen die Zuhörer aufs tiefste ergriffen bat Saal." Wir raten allen hiesigen Literaturfreundcn zum Besuch des Borttags, der sicherlich ein Abend stärksten Erlebens sein wird, (Näheres siehe Anzeige.) ** Ernannt wurde Gütervorsteher Karl Tobten hier in Gießen zum Eisend ahn-Ober- fefretär. ** T ievstjubiläum. Am 1. Oktober d. I. sind es 25 Jahve, daß der Kanzleiassistent Konrad Lauer in Gießen als Kanzleigehilfe bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen ein trat und verpflichtet wurde. Der damals 18jährige Jubllar erhielt bei Vergebung der Stelle unter zahlreichen Bewerbern den Vorzug. ** Briefmarke nausstellung. Eine Ausstellung von Briefmarken, 92otgelb und Ansichtskarten veranstaltet vom 2. bis einschließlich 4. Oktober d. I. der .Hessenbund der intern. Sammlervereinigung Weltkorvespondenz hier m allen Räumen der Handelsschule Hermes. Die Preise und Ehrenpreise sind im Schaufenster der P apierwarenhandlung Hermes, Bahnhofstr. 45, ausgestellt. Siehe heutige Anzeige. Landkreis Gießen. X Holzheim, 30 Sept. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein Holzheim hält am 2. und 3. Oktober d. I. seine eiche Lokalausstellung bei Gastwirt Georg Sarnes ab, verbunden mit Preisschießen, Preiskegeln, Verlosung, Konzert und Ball. Starkenburg und Nheinhessen. Darmstadt, 28. Sept. lWTB.f In einer von den vereinigten Verbänden freimattreuec Obers chlesier und von allen politischen Parteien mit Ausnahme der USP. heute abend veranstalteten Protest Versammlung gegen die Aur Statt unö Land. Gießen, den 30. SepL 1920. Flugpoftvcrbiuduugcu zur Frankfurter Hcrbstmcffc. Während der Frankfurter He.bstmesie vom 3 bis 9. Oktober euifcbJ. erhält Frankfurt .Diain mit Berlin, Leipzig, München, Gelsenkirchen und Br:- men mit Anscliluß nach- Amsterdam F.ugponverbin- düng. Die fflugpott Berlln — Leipzig-Fvankfart (Main vcttchtt täglich zweimal in icier Richtung ab Berlin 7.00 und 12.30, ab Leipzig 8 15 uttb 1.45, an Frankiutt (Main) 12.00 und 5.30, zurück ab Frankfurt Main) 7.00 und 12.00, ab Leipzig 11.00 und 4.00, an Berlin 12.00 und 5XX) Dte Flüge werden ic zur Hälfte von der Deutschen Lu ft-Reederei, Berlin und den Rumpler-Werten, Berlin, ausgeführt. Tie fBoitflüge München— Frankfurt (Main) werden täglich einmal in 1 ebner Richtung, ab Münchm 8 30, ab Frankfurt (Utam) ebenfalls 8.30, von den Bäuerischen Rumpler- Werken, Augsburg, ausgefübrt ^lugbauer Drei Stunden. Ter Flugdienst aut der Strecke Bremen —Gelsenkirchen—Frankfurt 'Main) w.rd in ledec Richtung täglich einmal non der Sablattng-Flug. ztugbau-G. m b. H , Berlin betrieben. Fmgplan ab Boemen 12.00 (AnsMutz aus Amsterdam 11.30), ab Gelsenkirchen 2.10, an Frmikfutt (Main) 4.00, zurück ab Frankfurt (Main) 9.00, ab Gelsenlirchen 11.00, an Bvcmen 1.00 (Anschluß nach Amsterdam 1.30). Außerdem finbet am 2 Oktober ein Flug von Bremen nach Frankfurt (Main) und am 10. Oktober ein Flug von Frankfurt Main» nach Bremen statt. Zur Flugbefördernllg sugeLatten sind im Jnlandsverkehr gewölnilicke und emge- ichriebene Postkarten, Brie le und Trucksachen toroie Päckchen, drillgende Paketc und Zeitungen, im Ausiaild-'verkehr gewolmliche und eingerbricbene Postkarten, Briefe und Drucksachen. Die Züschlag- gebühren für die Flugpostbqforderung sind durch Ausfang, der auch die Flugpläne und die wiä-- tigften Bes! immun gen im Flugpostverkehr enthält, bei den Postämtern veröfstnllicht Auskunft wird auch an den auf dem Aushang bezeichneten Schaltern erteilt. Litauische Zährten. Bo 11 Drof. Dr. L. Bergsträßer. Wilna in der Bolschewisten zeit. Wir hatte man uns geschreckt mit Plünde- rung und Mord und Totschlag, daß man schon feinen Kopf üb?r das bucklige Pflaster der Stadt rollen sah, von der großen Poluhanka oben hinab m die inner? Stadt. Und der erste Eindruck vom Kalo mobil aus war nicht erfreulich: die meisten Laden ae schlossen, wenig Menschen auf den Strafen, fast nur Leu« der unteren Stände. Also doch? Dirk?" der Terror so? Ta» Auto hielt an der litauische Kvmman- bantur. irrundlichc litauisch? Soldaten halsen uns fprau:-. mir gingen ins Bureau der litauischen 5degrat>b.magentur Sita, bekamen Tee, ruhten uns ein wenig ^aus und fragten nach den Zuständen in der Stadt. Ter Setter war zwei Tage oor ura gekommen, hatte einen wüsten Hau'en eiliger Arbit und von der Stadt darum noch nimts grsthm. Auch ihm schien die Geschickte ;.üdj einigermaßen mihnrnlich zu lein, er ri •: zur Vorsicht und ersuchte, sich von den, Bolschewisten möglichst fern zu halten Man ging beim doch auf die Straße, sah überall bolschewistische Soldaten, Posten. Autos der Kommissare, die Aufrufe und Zeitungen in russischer. Iranischer und jiddischer Sprache allenthalben angeschlagen, dazu kleine und große Plakate in Mengen, auf denen der Kampf des russischen Volkes gegen die polnischen Schlachzizen anschaulich. wirkungsvoll und nicht ohne fünstlerischen Geschmack dar gestellt war. Ein großes Plakat besonders, die Brandlegung in Kiew durch diePolen schildernd, eine in Feuersbrunst versinkendeStadt, mit expressionisttschm Augen gesehen, war eindrucksvoll und ungemein schon. So tarn ich allmählich von der Georgsstraßc durch die Stadt bis in die Deutsche Straße und bog in den vertrauten Hof, in dem die deutsche Kirche liegt Was man hier von den töertretern der deutschen Gemeinde hörte, klang nicht ungünstig für die Bolschewiki: sie plünderten nicht, seien manierlich, die Sicherheit in der Stadt vollkommen. Gegen den Abend dann in den Schloßgatten. Wo früher deutsches Militär sich drängte, da standen, saßen und wandelten nun die Bolschewiki, vielfach in einträchtiglicher Unterhaltung mit den Einwohnern der Stadt, manchmal auch in erregten Gruppen, da wo einer von ihnen in langer und wild bewegter Rede die Ziele des Bolschewismus ausemanderietzte, gegen das Kapital, gegen die Großgrundbesitzer und gegen die kapitalistische En- teirte sprach Meist wurde ihnen geantwortet, und der Stern d r Entgegnung, der sich besonders bei den litauischen Soldaten immer wiederholte, war der Vergleich zwischen der eigenen sauberen und guten Uniform und den abgetragenen Lappen des ging; unter uns breitete sich die vieltürmige Stadt im Tunst des Abends aus und immer wieder drang das Hurra, drangen Fetzen der Musik zu uns herauf, von den Truppen, die ihren Sieg feierten. Am selben Abend gabs vor der litauischen Kommandantur einen Auflauf der zeitweise be- dwhlich aussah: die Litauer haben nicht hundett Mann in der Stadt, sie stellten ihre Mafchinen- «oehre auf, blieben aber ganz ruhig und so ver- ud sich der Schwarm toiebet; bolschewistische Ele- Bergewaliigung Obenchlesrens wurde mich einer Rede des llniversitälspro'esforS Tr Swian- Gicßen und Ansprachen des Leiters der beund'tn Grcn»spende für Lderschlefien und des -eitert des Verbandes hei mal treuer Cberftbleittr ’ür Franksurt-Süddessen eine Entschließung angenommen in der gegen die Versuche der Polen, in Ober- fcblcfien mit Waffengewalt fertige Tatsachen zu schaffen, Einspruch erhoben und die dem FriedenS- schen 9hichmftwgstrunk versammeln. Ta ist, meine ich, die beste Gelegenheit zur rechten Aussprache. . Inzwischen komm her, mein Schatz, schau noch einmal zur Leuchtenburg hinüber und versprich ihr feierlich-, daß wir am morgigen Sonntag — genau zu derselben Stunde wie damals, du weißt — auf dem Turm stehen und toeit in die blühenden Lande schauen werden —" „Aus Augen, in denen das Glück leuchtet —" „Tas Wück, das du mir geschenkt — mein Weib, mein alles!"-- Lehrer Reinsdorf war in der Tat mit einem Strauß, den sein reger Fachensinn ir&hfg zusammen gestellt hatte, in das Haus gegangen. Es stimmte auch, daß die Blumen aus "dem ft'affce» tisch prangen sollten. In der großen Wohnstube war Anna Reins- don damit bcschäfttgt, das feinste Lebien, das sich in den Schränken des „alten Schlosses" vottand, über den ü,isch KU breiten — er sollte heute ein festliches Aussehen haben, dem Teutsck-ameriraner zu (rfyrvn, der jum ersten Male das stpankenzimmer verlassen hatte. Tie arme Mamsell befand sich, zum Trott ihrer schwerbetroffenen Eltern, noch in Neuitadt, und fo hatte es Anna Reinsdorf übernommen, die Vorbereitungen zu der festlichen 9hrchmittags- stunde zu treffen. Erstaunt schaute der Lehrer, als er mit fehlen Blumen ein trat, die Schwester an. die doch möglichst vergnügt hätte breinfdxtuen sollen, was aber keineswegs der Fall war. Sie zeigte im Gegenteil ein recht trübseliges Gesicht. „Was gibt's beim?" fragte er verwundert. Ta brach das alte Fräulein aus: „Ich freue mich und möchte heulen zu gleicher Zeft." mente der Wilnuer Bevölkerung, die der litauischen Regstrung ein Pereat brachten, viele radikale Juden darunter Tie Organisation „Der Bund" ist ganz bolschewistisch. Russische Truppen nahmen an dem Auflauf keinen Anteil Wi'nas Reiz liegt barm, daß es imm r schon eine Stadt war mit einem hoppelten Gesicht: es , schaut nach dem Westen, der polnische Einfluß, die : Denkmäler der Gegenreformation sprechen laut. . Aber es ist auch die erste Stadt, in der der rus- : fische Einschlag mchr ist als Tünche, bi: erste Stadt auch mit einer beträchtlichen tartatar isch-moham - 't medänischen Gemeinde Diesmal war der Eindruck der Kompliziertheit, , war dieser seltsame Reiz wie ihn ähnlich Venedig im Dogcnpa ast PeiEörier:, noch um vieles verstärkt. Es gab zu dieser Zeit in Wilna drei Rech- mmgen der Zeit und drei Rechnungen des Geldes. Die polnisch.' Zeit ist eine Stunde früher als die mitteleuropäische und die b^lschnv st sche ist wiederum zwei Stunden voraus Die vo nische Mark war , das eigrntftche Zahlgeld: d e dtmsche Mark und der Ostrubel, noch freute d e D > br^ng Litauens, haben allmählich das feste 9?eTf. nis eingenommen, daß man 6 polnische Ma f m 1 ens, manchmal etwas mehr für eine deutsche bet imt. Und man tut gut zu wechseln um nicht gmepitt zu werden. Dazu nun der russsische 9tube‘ in seinen verschiedenen Formen, alte Zarenrubel stehen höher als die polnische Mark, Kerenskis und Dumambel schon ti- fer. und die der Sowjetregierung gelten rund einen Pfennig der Rubel. Bo-n ihnen sah man Ja ft nur große Schrine, darunter die gam neuen 1000-stdubel, mit der auf* gehenden Sonne als Emblem und dem Wahlspruch: „Proletarier«aller Länier vereinigt Euch!" in russischer, deutsckier, englischer, ftanzösischer, türkischer und chinesischer Svrack«, so wird praktisch der Internationalismus betont ' Die Bolschewiki hatten für den Sowjet rubel einen Zwangskurs eingefüfrrt, der weit über seinen Wert liegt, sie verlangten, daß er in den Ländern pa(t. Die Folge war. daß sofort alle Waren in russi- ichcn Rubeln ausgezeichnet wurden, also märchenhafte Preise: und ängstliche Verkäufer wagten es nicht, die Preise in anderer Währung zu nennen; man erzählte, daß in einem Falle ein Verkäufer erschossen wurde, da er die Rubel nicht batte zum Zwangskurs nehmen wollen. Sicher ist, daß gegen die Art Spekulation unglaublich scharf durchge- eriffen wurde. Bei der Rückfahrt untersucht der bolschewistische Soldat imser Gepäck peinlich genau; er nahm es heilig ernst mit seiner Pflicht. Von dem Zwangskurs tarn es zu einem TeU, daß man so viele Geschäfte geschlossen sah,; andere waren von der a^iefrenben polnischen «oldaleska geplündert worchen, der sich denMvbdann anschboß: der polnische Kvimnondan! mußte gcfirf^n, daß er seine Leute nicht nnchr in der Hand tjatte Was in Kvwno von Plündernugen durch Dol- schiwiki erzähll wurde, bericht auf Entstellung Kaum eine Stabt mag in den letzten fünf Jahren so oft ihren Herren gewechselt haben wie Wilna; erst die Deutschen, dann die Polen, dann die Bvlschrwfti, denn wieder die Polen, dann wieder die Bolschiwilr, und schließlich die Litauer, die die Stadt wohl bald $u ihrer Hauptstadt machen werden. Sie bereitete sich schon darauf vor; mit jedem Tag wuchs die Zähl der litauischen Aufschriften, nicht nur ani einzelnen städttschen und staatlichen Anstalten, die den Vertretern des litau- ischen Staates schon Übergeben worden) fmb, sondern diese Bevölkerung, die so viele Herren iah und unter ihnen chr schveres Leben der Wechselfälle, manchmal auch das glückliche Leben der erfreulichen Zufälle geführt hat, sie rüstete sich, den neuen Herren zu empfangen, von dem sie hofft, daß er Ordnung halten und die Stadt verpflegen würde; keine leichte Aufgabe, berat sie hat durch den neuerlichen Kriegszug natüttich gditten; aus den östlichen Gebieten, früher tzhrem eigewlichen Hinterland für die Ernährung, kommt nichts und man hofft nun auf die lleberschüsse Litauens. 9Us wir zurückfuhren, reiften zwei Wilna er Stadtväter mit uns, oie diese schwere Frage mit der litauischen Regierung in Kownv besprechen wollten. Es wird schon gehen, wie es auch in den schweren Jahren der Besetzung ging. Und dann, wenn erst wirkliche Ruhe und politrsche Klarheit gewonnen ist, wird der alte Stamm dieser Stadl neue Jahresringe ansetzen, wird aus neuen Schoßen frisches Leben sprießen; die litauischA Landeshauptstadt wird ihren eigenen Charakter ausprägen und doch wird das alle Wilna bestehen, diese Stadt so vieler Reize, so unendlicher malettfcher Stimmungen — zugleich auch die Stadt, in der man wie kaum in einer anderen, sicher in keiner weitum, ein Bild des menschlichen Lebens sehen kann, feiner Reichhaltigkeit, seiner Kraft und auch seines Elends; ein Ab- verttag rotbeqprcdk-itbe Hauung der französischen Truppen verurteilt wird Keine Mittel sollen unversucht gelassen werden, um in Oberschlesien eine ruhige und geordnete Abstimmung zu sichern Tie Reichsregierung wurde auigeforbert. den verwerflichen Planen der Polen entge genauer beiten die im Reiche wohnhaften Abstimmungsberechtigten von der Abstimmung auszuschließen Hessen-Nassau. Stillegung einer Lokomotivenfadrik. fd. Betzdorf, 29. Sept. Die Maschinenfabrik und Lokomotivenbauanstalt Arnold Jung schloß wegen Streitigkeiten mit den Arbeitern um Akkordsätze den Betrieb Der Zoologische Garten geht nicht ein. , fö. Frankfurt a. M., 29. Sept. Die Meldung eines hiesigen Blattes, daß der Zoo wegen Mangels an Mitteln in absehbarer Zeit seinen ^Betrieb einstellen müsse, trifft, wie wir an zu- fccjib;ger Stelle erfahren, erfreulichenveiie nicht zu. Wenn auch der Gatten wit dem Kriege am Desizit häuft, das für dieses Jahr eine städtische Deckung von 486 000 Mark erfordert, so soll lediglich eine Verringerung weniger wichtiger und weniger beachteter Tiersammlungen vor genommen werden, $. B die Fasanerie, die Bergziegen- und Berg- ichasabteilung, vielleicht auch der Hrrschpark. May- gebend für die Erhaltung des Gartens ist auch, daß er der einzige Süddeutschlands ist — die beiden nächsten befinden sich in München und Leipzig. Allerdings müffen die Pläne des DirÄ- tors Tr. Priemel, die eine Verlegung drt Jn- strtu^ts in den Stadtwald und zugleich die Schaffung eines Zentralparkes für Natur und Völkerkunde, Anthropologie, EthnDgraphie, Geologie, Paläontologie und vieles mehr vorsahen, für lange Zeit zurückgestellt werden. — MS erste Sendung nach Kriegsende treffen demnächst ein paar indische Resusaffen im Frankfutter Gatten ein — freilich kostet das Stück nicht ci’hr 15 bis 18 Mk., wie zu Friedenszeften, sondern — 400 Mk. Franksur t a. M., 29. Sept. (Priv.-Tel.) Die Arbeiter der Schuhfabriken hoben laut einer Meldung der Schuhfabri- klruten-Zeitu.ng durch den Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands neue Lohnforderungen gegenüber dem Verbände der Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten erhoben. Sie fordern eine Teuerungszulage von 20 Prozent und außerdem eine geftnffelte Wirtschaftsdeshilfe, die für verheiratet- Arbeiter auf 600 Mk. bemessen ist. Der Schuhfabrikanten-Verband hat sich zu Verhandlungen bereit erklärt, die am 16. Oktober in Frankfurt a. M. stattfinden sollen. Da für die deutsche Schuhindustrie ein anerkannter Tarifvertrag besteht, werden an diesen Verhandlungen alle beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände teilnehmen. mc. Frankfurt a. M„ 29. Sept. $n Hanau, Höchst, Bad-Homburg und Offenbach wird unbehelligt von der Polizei Weißgebäck von den Bäckern hergestellt, das natürlich seinen Weg nach Frankfurt finbet. Hierdurch füfrfcn sich die Frankfurter Bäcker mit Recht benachteiligt, zumal die Franffutter Polizei sofort den Laden schließt, wenn sie einmal einen Bäckermeister beim verbotenen Backen erwischt. Nunmehr wollen die Frmckfutter Bäckermeister einen generellen Beschluß fassen, in dem sie erklären, daß sie aller Verbote zum Trotz Weißgebäck hiwstellen SBenn ihnen txnm die Polizei das Geschäft schließe, solle sie auch für die Herstellung des Brotes Sorge tragen. Frankfurt a. 9)1., 29. Sept. (Wolff.) Die Eisenbahndirektion teilt mit: Am ^rei- tag und Samstag dieser Woche wird bet der Güterabfertigung Frankfurt a.M.- Haupt wegen Ueverfüllung kein Frachtstück- gut angenommen. mc. Wiesbaden, 29. Sept An der Eisenbahn nach Frankfurt werden im Laufe des Jahres umfcmgveiche 9tau und Umbauten vorgenommen, da der Unterbau durch den Krieg gewaltig gelitten hat. Schnellzüge können augenblicklich nur mit sehr oermmberter Geschwindigkeit fahren. erschien tt MW BlntbemaLnromc nnM an_ Sntw:. äfiL 2-3 siuni. ete” Gvi bürettli*« flitiar Abendtlith on dtu eerm in den Innqe > intO16MbjK j.y^bäumeni^ iffWt -SM; dx-G! MM —||erloren .et * - ICirdic und Schule. ** T ie Vertreterversammlung des HessischenLandes-Lehre rve r e i n s und die .Hauptversammlung des Unterüü&ungdoereinS finden aus verschiedenen Gründen Samstag den 9. Oktober im Saale „Groß-Frankfurt" zu Frankfurt a M. statt. Ms wichtigste Punkte gelten: Forderung zur e-rdgültigen Besoldungsordnung und Wahl eines Schriftleiters des „Schulboten". Hierzu haben sich u. a. gemeldet: Fischer-Gießen, Tern-Osfenbach und Wibel--2annstadt. Händel. Fusionsbtstrebungen bei den Sldlerwcrken? fd. Frankfurt a. M., 29. Sept. Auf das Gerücht hin, daß zwischen Frankfurts größtem Jndustriewerk, den Ädlerwerken, und einer luxem- brirgischen Gesellschaft Fusionsbestrebungen im Gange seien, stiegen heute an der Berliner und Frankfurter Börse die Aktien der 2tdlerwerke sprunghaft in die Höhe, an der Berliner Börse allein um 40 Prozent. * Berlin, 29. SeO. Börsen st immuNFs- bild. Tie Enttäuschung über die BeiTschlechtevuns der Markvalula im Mts lande rrnd das daraufhrr> erfolgte Anziehen der hiesigen Devisenkurse übte an der Börse im allgenieinen wenig Einfluß auf das Gesckäf. aus. Valutapapiere stellten sich allerdings höher. Dnitsch-Uebmee-Zertifikate erreichten mit einer Knrsbesserung von 47 Proz. den Kurs von 1OÜO. Am Montanma.rkte setzten die letzttätig > bevorzugten Werte ihre Anftvärtsbeweg^ung fort, j Bismarähütte .imd P'ld-rns gewarnten je 13, Teutsch-Lrixemburger, Gelsenkirchen und Hoesch 7 bis 5 und Hohenlohe 8 Proz. höher. Phönir war mtr werrig gebessert. Farbwerte erholten sich etwas, Höchster um 12 Proz. Auch Elektromerte waren,' wieder gebessert, mir Siemens Halske waren rück- i gängig. Von Spezialwerten waren Adlerweike auf Frankfurter Anregung hin stark begehrt und 40 Prozent höher. Westeregeln gewannen 28 Proz., währrnd die andeven Kaliwerte abschwächten. Bon Petroleumaktien waren Stenua Romana bevorzugt irnd 30 Pröz. höher gehandelt, wähvend Deutsche Petroleum nach anfänglichem Gewinn sich nicht behaupten formten. Am Bankenmarkte ttat wiederum im Verlauf? Kauflust für Deutsche Bank ein. Von festverzinslichen Werten stiegen Mexikaner aus Valutagründen. Deutsche Anleihen behaupteten ihren Kursstand.. Gegen Schluß fielen die Aktien der Deutschen Petroleum-Gesellschaft irm mehr als ICO Prag, auf 1450, weil die Ernzelh.i.en über den Verlauf von Steaua Romana-Aktiea an ein eng- lisch-f .anzö isches-rumänisches Konsortium verstimmten. Die Börse war daraufhin allgemein abgeschwächt. Frankfurt a. M., 29. Sept. BörseL- st i m m u n g s b i l d. Die an der Mittagsbörse eingetvet.me Ermattung der Petroleumaltien um nahezu 100 Proz. wurde auf den Verkauf der Straua-Romana-Aktien an ein englisch-französisch- rumänisches Konsortium zurückgeführt. Deutsche Petroleum, welche 1455 schlossen, stellten sich an der Abendbörse etwas besser 1470. Sonst waren Valutapapiere gesuchter. Deutsch Uebersee Certif. stellte« sich aus 1010 plus 20 Proz. Baltimore Ohio 2 Pwz. höher 422. 5pvoz. Goldmex. 615 gewannen 3, 5pwz. Silbermer. 470 5 Pwz. In Montanpapieven hat sich wnrig verändert, das Kursniveau blieb vorwiegend behauptet. Etwas höher gingen um Deutsch-Luxemburg 345, Gelsenkirchen 345'/r- Oberbedarf sind mit 2601/. 2'/r Proz. niedriger. Chemische Aktien unterlagen mäßigen Schwankungen. Chem. Höchst schwächer 402, Braubach 22O'/2, ferner 22). Goldschmidt 416 (minus 12 Pwz.). Scheideanstalt 689. Adler- Fr a n k für t werke Kleyer steigend mit 320 rationiert plus 15 Pwz. Maschf. Badrnia 234 plus 4 Prry. Zellstoff Aschaffenburg 475. Hamburg Pakets, schwächten sich ab 182. Es notierten ferner Schuhs. Aug. Wessels 281'/,, Prnselfabrik Nürnberg 305. Fitzfabrik Fulda 210 plus 5 Proz. Die Börse schloß fest. Am Einheitsmarkt bzi regen Umsätzen größtenteils lebhaft. 5proz. Reichsanlerhe 79'/r. Frankfurt, 29. Sept. Getreidemarkt. Ter' Geschäftsverkehr gestaltete sich für einzelne Artikel ziemlich lebhaft. Mais lag ruhiger. Oel- saaten sind stark gesucht. Besonters findet Raps zu höheren Preisen Aufnahme. Kleesaaten itnbcn ebenfalls regere Beachtung, wobei Luzerne bevorzugt ist. Unter den Hülsenfrüchten, die feste Preise aufweisen, sind Vittoriaerbsen bevorzugt, ferner Linsen und Bohnen anziehend. Ackerbohnen erfuhren bei einigen Umsätzen höhere Beivertung. Lupinen in guter Ware finden schlanke Aufnahme. Seradella erneut höher. Mischfutter gefragt. Mais anziehend. Heu und Stroh weiter fest. a. M, 30. Sept. Devisenmarkt. Datum-. Amsterdam- Rotterd. Brüssel-Antwerpen Christiania Kopenhagen ... Stockholm. .. . Helsingfor«. . .. Italien. ... .. London. .... New-Pork . .. Paris Schweiz . Spanien ... Wien (altes) . . . Deutsch-Oesterr. adg. Prag. Budapest.. . . Bulgarien .... Konstantinopel. Geld Brief Geld Brief 28. Sept. 29. Sept. 1856,10 1859,90 1893,10 1896,90 419,55 420,45 433,55 434,45 814,50 815,50 861.60 863,40 816,65 818,35 861,60 863,40 1198,80 1201,20 1218,75 1221,25 179,80 180,20 248,76 249,25 208,75 209,25 59,44 59,56 398,10 398,96 961,50 963,50 876,60 878,40 22,47 22,53 26,84 26,90 81,02 81,22 20,09 20,15 181,55 181,95 257,20 257,80 214,25 214,75 61,18 61,32 412,05 412,95 991,50 993,50 899,10 900,90 23,97 24,03 26,47 26,53 81,15 81,35 19,93 19,97 Börsenkurse. Datum 5"^Deut.Kriegsanl. 4"/„Deut.Reichsanl. 3°/gDeut.Reichsanl. 4°/n Preuß. Konsols Darmstädter Bank Deutsche Bank. . . Disconto- Beselljch. Dresdener Bank . Nationalbank J. D. Mitteld.Creditbank H.-Amerik.-Paketf. NorddeutscherLloyd Doch.Gußstahlwrk. D.-Luxemb Bergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Obecschl. Eiseno.-B. Oberschles.Eisenind. Hhönix-Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda Pöchster Farbwerke (Hehlt. A E. G.. . Schuckert-Werke. . Felten - Guilleaume Daimler Bud-Ltfenw.-Akt. Adlerwerke .... 4'/.Hesf.Staatsanl. Electron Griesheim Frankfurt Berlin Abcnd- Abend- Schluß-Schluß Kurs Kurs 28.9. 29.9. 79,50 79,50 152,- -,- 314,56 217,50 219,- 191,50 194,50 160,- -V 182*- 339,- 345,- 339,75 345,50 356,- -,- -, - 260,50 -,- 279,50 543,- 542,- 405*,- 402* - 205,- -,- 219,- -,- 218,'- 223,50 .444,- 451,- 320,- Kurs Kurs 28.9. 29.9. 79,50 79,50 68,40 68,40 63,- 62,25 67,60 <7,40 153,75 153,75 310,50 314,- 219,85 219,75 193,- 194,- 160,- 160,- 150 - 183,- 182,25 182,- 180,- 675, - 675, - 335,- 344,75 339,25 341,- 356, - 362,25 256,25 259,75 270,50 275,75 542,- 540,- 505,— 510,— -,- 405,- 287,- 292,- 216,25 221,50 -,- 460, — 220, - 225, - 440, - 448, - 270,50 300,- 335*- 349*50 333.- «arkuotterungea. Datum.- 28.9. 29.9. Ivrlch ...... 10,22 10,12 Amsterdam. 5,35 5,25 Kopenhagen. 12,45 12,— Prag . Stockholm 8,35 8,35 Wien................ . 521,- London 217'25 Märkte. Die Frankfurter V'rehmärckte. fd. Frankfurt a. M, 29. Sept. Auf dem Städtischen Schlacht- uni> Vsthhofe werdm in folge der Aufhebung der FleisckMxmgs'ivirtschast vom 7. Oktober ab in wöchentlichen Abständen wieder regelmäßig Vieh Märkte abgehallen. Der Hauplmarkt findet später wieder an jedem Montag statt. Büchertisch. — Hugo Gabriel Lindner: Der Primus, eine Geschichte von dreifacher Liebe. — Ein Buch des Dranges. Die Schilderung der letzten Knaben-, der ersten Jünglingsjahve, dieser gärenden Zeit der stärksten Spannungen: und noch nie ist uns dieses brausigr Innenleben so meisterhaft fesselnd und naturwahr nahegebracht. Der Held der Geschichte, der Primus, muß die Leiden einer dreifachen Liebe durchichreitcn, deren jede unerfüllt bleibt. Das spielt zwischen den grauen Manern des alten Nürnberg. Tie Sprache des Werkes ist zum Inhalt komplementär: reif und vollen Tones und in geschliffener Form. Und twtz der grundsuchendeu Analhsc ist alles zu einem spannend lebendigen Ganzen zusammengeschaut. Eltern, die am Seelenleben ihrer entwachsenden Söhne tieferen Anteil nehmen wollen. werden dem Buch dankbar sein: für Jugenderzieher ist es unentbehrlich. Und auch, den Jungen selbst, dm besseren wenigstens, denen,, die mit bedrängenden Zweifeln ringen, kann dieses Buch ein unschätzbarer Spiegel und Freund und Berater werden. — Der Preis des gehefteten Stückes beträgt 14 Mk., des gebundenen 20 Mk. — Felsen--Ver- lag, Mrchenbach (Baden). — Rudolf Herzogs Gesammelte Werke, Erste Reihe in sechs Bänden. Cottasche Buchhandlung, Nachfolger, Stuttgart. 1. Band: Einleitung von Joh. Georg Sprengel und Bildnis. Ter Graf von Gleichen. 2. Band: Tie vom Niederrhein. 3. Band: Tas Lebenslied. 4 Band: Tie Wiskottens. 5. Band: Der Abenteurer. 6. Bd.: Es gibt ein Glück — Ter alten Sehnsucht Lied, -r- Tie Leser des gediegenen Unterhaltungsschrist- ftellers Rudolf Herzog werden ihre Freude an den verhältirismäßig gut ausgestatteten Banden haben, die, alles in allem, einen gesunden Lebensglauben offenbaren, der in der heutigen Zeit erfrischend wirkt. (In einem Teil der Auflage nräterMt] Eine Einigung in der preußischen Derfassungsfrage. Berlin, 29. Sept. Durch Besprechungen unter den MehrheitsParteien sind gestern die letzten Hindernisse aus dem Wege geräumt worden, die der Verabschiedung der preußischen Verfassung durch die feste Mehrheit der Sozialdemokraten, Demokraten irrtb des Zentrums im Wege standen. Wenn auch noch, sagt der „Vorwärts", die formellen Zustimmungserllärungen der Frät- tionen ausstehär, so kann doch die Einigung als vollständig betrachtet werden und es kann an- gerwTnmen werden, daß die ganze Verfassung mit allen ihren Bestimmungen von den gleichen Mehrheitsparteien nun dhne weitere Verzögerung angenommen wird. Die letzten Schwierigkeiten bot die Autvrvvmiefvage. Sie wurde überwunden, indem sich die Mehrheitsparteien auf gewisse Anträge einigten. Ueber die Dauer der JEagimg der Landes- Versammlung wird im Aeltestenrat morgen entschieden werden. Die Mehrheit der Blätter nimmt an, daß an Neuwahlen i n Preußen in diesem Zaihre nicht mehr gedacht werden kann. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde die Landesversammlung versuchen, außer der Verfassung und dem Wahlgesetz auch die Besoldungsgesetze, die Deckungsvorlage und den Etat für bad laufende Jahr zu verabschieden. Wilson an Millerand. 'Paris, 28. Sept. (Wolff.) Präsident Mille ran d erhielt ein Telegramm vom Präsidenten Wilson, in dem dieser ihn zu ferner Wahl beglückwünscht und sagt: „Ich habe die Gewißheit, daß, die herzlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich, die historisch geworden sind, unter Ihrer weifen Leitung ohne Abschwächung weiterbestehen werden." Ein Sinftinerkomplott in London. Paris, 29. Sept. (WTB.) Wie der ,,Petit Parisien" meldet, sind 700 Personen in ein Sinn- feinerkomplott in London verwickelt. Bei Haussuchrmgen in Brigdetown ist das Bestehen des Komplotts Qttdeckt worden. Man fand auch eine Reihe von Anweisungen für die Organisation eurer öffentlichen Kundgebung in London, die am Todestage des Bürgermeisters von Cork stattfinden sollte P a r i s, 29. Sept. (WTB.) Nach einer „Mi- tin"-Meldung aus London haben bewaffnete Sinn feiner in Mallow die Kasernen an» gegriffen und die ganzen militärischen Ausrüstungs- gegenstände und Die Waffen und Munition wegge- schleppt. Auch in Belfast ist es erneut zu schvv- ren Ausschreitungen gekommen. Es sind zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Streik in Danzig. Danzig, 29. Sept. (WTB.) Tie Angestellten ter Staatsbetriebe haben den Streik beschlossen. Seit heute früh ruht die Arbeit in allen Geschäftsräumen der Danziger Werften, der Artilleriewerkstätte und der Gewehrfabrik. Ter Leiter der Werft erklärte, daß sich die Werftleitung infolge des Streiks der Angestellten genötigt sehe, ihrer Arbeiterschaft mit tem heutigen Tage Ki kündigen. Von ter Kündigung werten 6000 Arbeiter betroffen. In einem Tage zur Frankfurter Herbstmesse und zurück! Gießen... ab 8^ B.-Nauheim 853 Friedberg . » 901 Frankfurt/M.an939 Frankfurt/M.ab522 946 11« Friedberg. . „ 654 )033 12« B.-Nauheim . „ 705 10« 123 Gießen . . .an807 11» 101898» behördliche Anzeigen. Städtische Zortbildllngrfchule. Der Unterricht m der städtischen Fortbildungsschule beginnt Montag den 11. Oktober nachmittags 2 Uhr im Schulbause West-Anlage 43. Es werden wöchentlich (an zwei Nachmittagen) 5 Unterrichtsstunden erteilt. Unterrichtszeit: vom 11. Oktober bis 18. Dezemb. 1920 und vom 10. Ian. bis 12. März 1921. Fortbildungsschulpflichtig sind: a) alle Knaben, die zu Ostern 1918, 1919 oder 1920 aus der Volksschule entlassen worden sind, b) diejenigen ehemaligen Schüler höherer Lehr- anstalten, die in derselben Zeit aus der Schule ausgetreten sind und nicht mindestens 1 Jahr der Obertertia angehört Haden. Die Fortbildungsschulpflichtigen haben sich am Mittwoch den 6. oder Donnerstag den 7. Oktober von 11 — 12'/, Uhr bei dem Rektor der Schule, West- Ablage 43, anzumelden. Die Eltern der Schulpflichtigen oder deren Stell- Vertreter, ebenso die Lehrherren und Arbeitgeber haben diese zum Besuche der Fortbildungsschule anzuhalten und ihnen die zum Besuch der Schule erforderliche Zeit einzuräumen. Zuwiderhandlungen werden mit Polizeistrafen von 20 bis 200 Mk. geahndet (Art. 25 des Dolksschulgesetzes vom 16. 6 1874 und Gesetz, die Abänderung des V.-Sch.-Ges. vom 16. 6 1874 betr., vom 13. 8. 1920 Abs. 5). Unentschuldigte Versäumnisse unterliegen den gesetz- lichen Schulstrafen: 2 Mark für jede Versäumnis, im Wiederholungsfälle 4 Mark. Gießen, den 28. September 1920. 103818 Der Vorsitzende des Schulvorstandes: Keller, Oberbürgermeister. Bekanutmackiung^ Betr.: Verkauf von Birkenreiser. Samstag den 2. Oktober 1920, vormittags 11 Uhr, werden im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 12, die in den Waldungen der Stadt Gießen sich ergebenden Birkenbefenreiser auf dem Stock in 9 Losen meistbietend versteigert. Gießen, den 27. September 1920. 103708 Der Oberbürgermeister I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Betr:. 2tbliefening von Pferden an den Feindbund. Die im Laufe des Frühjahrs zum Zweck der Ablieferung an Frankreich und Belgien aufgenommenen Pferde, auch die Reservepferde, werden freigegeben, soweit sie nicht zur Ablieferung gelangt sind. Gießen, den 27. September 1920. 103838 ______Ter Oherbürgermeister: Keller.______ 500 Ztr Dickwnrz zu kaufen gesucht. Lieferung auch in kleinen Posten frei Klinikshof. 10371D Verwaltung der Beterinärttinikeu. Bekanntmachung. Sperrzeit für Tanben. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Artikel 39 Absatz 1 Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 1. Oktober bis 7. November 1920 einzuhalten, andernfalls sie zu gewärtigen haben, daß die Taubenhalter gemäß vorgenannten Gesetzes bestraft und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abgeschoffen werden. Nach § 2 des Gesetzes vom 28. Mai 1894 den Schutz der Brieftauben betreffend, gelten für die nachfolgenden Besitzer von Militärbrieftauben die ersten 10 Tage der Sperrzeit. 1. Hambach, Georg, Walltorstraße 35 2. Henkel, Heinrich, Walltorstrahe 27 3. Kösinger, Wilhelm, Landgraf-Phil.-Platz 1 4. Kipper, Ehristickst, Schiffenberger Weg 54 5. Reusch, Konrad, Wiesecker Weg 3 6. Rosenbaum, Fritz, Löwengasse 20 7. Rühl, Ludwig, Marktplatz 13 8 Schmalz, Friedrich, Bismarckstraße 40 9. Schmidt, Hugo, Wilhelmstraße 8 10. Schomber Willy, Walltorstrahe 51 11. Schwan, August, Moltkestraße 16 12. Vollmer, Gustav, Ludwigstraße 57. Gießen, den 25. September 1920. (103828 Ter Oberbürgermeister, I. V.: vr. Rosenberg Bekanntmachung. Betr.: Verwertung des Abfallholzes aus den Anlagen für 1920.' Samstag den 2. Oktober 1920 soll das Abfall- Holz aus den städtischen Anlagen, dabei ein Lindenstamm und zwei Pappelstämme für Küfer- u. Stell- macherzwecke geeignet, öffentlich meistbietend ver- steigert werden. Zusammenkunft 10 Uhr vormittags im Hofe des Stadthauses, Gartenstrahe 2. Gießen, den 29. September 1920. 103918 Ter Oberbürgermeister. I. V.: vr, Rosenberg. Siqniöationsbtianj M Ksnsuimrms Wchnborn II. am 30. Im 1920. An Kaffa.Konto 309.33 „ Inventar-Konto 200.50 „ Debitoren-Konto 786.07 „ Warenbestand 25635.08 26930.98 Per Geschäftsanteil der Mitglieder 1730.- „ Reservefonds 1719 70 „ Warenvorsch.-Fonds .... 1860.28 „ Lieferantenschulden . . 21621.- ~ 26930.98 Konsumverein II. Watzenborn e. G.uu b.H. in Liquidation. Die Liquidatoren: 10311 I. Günderotb, Ga. Inna IV. ! Imitate aller ' wert M Irlki'tüa ■eiv.-Breekerel. B. Leere. liUa Stadt. Arbeitsamt Gießen West-Anlage 31, Teleph. 2054. ES können eingestellt werden ä. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Schneider, ein älterer Bauschlofser, 1 Kupferschmied, 1 Müller, 1 Dreher, 1 Svengler, 2 ProvistonSreisende. Lehrlinge: 1 Maler und Anstreicher, 1 Tapezierer und Polsterer, 1 Friseur. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtkch. Knechte und Arbeiter, 10 Feldbereinigungsarbeiter, 1 Müller, 2 Schneider, 2 Schuhmacher, 10 Kesselschmiede, 2 Schreiner, 2 Provisionsretsende, ein ölt. Schlosser, 1 Schmied, 1 Friseur. Lehrlinge: 1 Kellner, 1 Schuhmacher. Es suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Schweizerdegen, 2 Buchbinder, 1 Friseur, Maurer, Kaufleute, Schreiber u. Reisende, 1 lanbro. Verwalter u. 1 Volontär, Packer, Hauöburschen und Ausläufer, Maschinen- u. Bmtschlosser, 4 Gärtner, 1 Konditor, Elektromonteure. 1 Schuhmacher, 2 Heizer, 3 Krankenpfleger, 4 Schmiede, 2 Weißbinder und Anstreicher, 4 Tapezierer und Sattler, 4 ^Bäcker, 1 Kellner, 3 Kraftfahrer, 5 Mechaniker, 2 Dreher, 1 Telephonist, 1 verheirateter Schweizer, 2 Fräser, 1 Handschuhmacher, 1 Drechsler, 1 Wächter, 1 Bildhauer. Lehrlinge: 2 Schuhmacher, 1 Schlosser, 1 Sattler, 1 Bäcker, 1 Spengler, 1 Schreiber. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: eu bei hiesigen Arbeitgebern: 1 lanbro. Mädchen, 1 Hotelköchin, 1 Weißzeugnäherin, 1 Zimmermädchen, Dienstmädchen, Laussrauen u. -mädchen, tüchtige Aileinmädchen, 2 Lehrmädchen, 1 jüngere Verkäuferin, 1 Säckefltckertn für Maschine, 2 Lehrmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: Dienstmädchen, 2 Hausmädchen. Alleinntädchen, 2 lanbroirt- schriftliche Dienstmädchen, 1 Hoteiköchin,. 1 Stütze, 1 Zimmermädchen, 2 Küchenmädchen. Cs suchen Arbeit: 1 BibliothekSgehilnn, 1 Büglerin, 1 Frau übernimmt Wäsche im Hause, eine Privatsekretärin, 1 Näherin bei Schneiderin, eine Weihzeugnäherin f. GeNiäft, 1 Zimmermädchen, einige Lausfrauen, auch für Nachm.-Beschäftigung, 1 Waschfrau, 2 Haushälterinnen, 1 jüng. Mädchen für nachm. im Haushalt, 1 Hoteiköchin «nach Marburg), 1 Stenmuvistin, 1 Lehrmädchen bei Schnei- beritt, 1 Hilssschnetderin, 1 Schirmnäherin, eine Friseuse, 1 Stütze. Empfehle meine neuzeilige [103S8D MsSM-IW- 116 MlWlWWlk Garantiere für marktfertige Ware und reele Bedienung. Vorheriger Fiegeldrufch nicht erforderlich. Voranmeldung erwünscht. fiktiaffltnirtflfltrti Wilhelm Bender Griedel bei Butzbach. Telephon Amr Butzbach 329. ttsifr-taaB'iii. Auf Veranlassung der Handwerkskammer findet Sonntag den 3. Oktober nachm. 2'/, Uhr irn Lisenbahnhotel Hopfeld zwecks Organisation eint Versammlung sämtlicher Schneidermeister statt, wozv freundlich einlabet die freie Schneider-Innung d. Kreises Bietzen, Sitz Bietzen. Herr Scheidt, Darinstadt wird sprechen. [1038) Daselbst roerdön Anmeldungen zum Zuschneite kursuS in Gießen entgegengenomuten. Sonntag den 3. Oktober 1920, nachmittags l'/2 Ubr, findet in Grünbcrg im „Rappen" ei« öffentliche statt. Tagesordnung wird dort bekanntgegebeil. Irr Vorstsnd der Eisenbuhn-Ldttbliii iRnticnj-Acbciitt CentraS-Cafe = " Weinstube Besitzer: IK Löb er. Tägl. frisches Gebäck, ff. Weine, spielt SSl dil Kapelle Stawitzky. Nur der FacIÄaii kann Vollwertiges leisten. Wer daher eine wir kl gute Ausbildung für den kaufm- Beruf erstrebt wende sich an die „Hansa“HÄSchuies^Ä Inhaber | knn7Pim^nn Diplom-Kaufmann wnf u.Leiter:*- MinZölillalinDiplom-Handelslehmet Einzige Schale aa Platze, deren Inhaber ingliUii Schalleiter, Lehrer nnd Fachmann ist. Lewst Am 11 OkfohPl” Beginn dee 11. VRIUUC« Winteixchnljahr» Auskunft, u. Anmeldung täglich. Prospekt Ogi Der teil ■ falsch Haut in Herbstein in Oberhessen wird c rr 1. Dezember d I. neu verpachtet. Ni-h durch d. Freiherrlich Riedeselsche Braver e u. Mälzerei in Lauterbach (Hessen) :',n*r Freitag. Nr. 141 30. September 1920 l: Schulftratze 7. Verkün- Botschastsgebättde imcber nach 10 Minuten das verlassen. Bekanntmachung. B e t r. : Feldbereinigung Klein-Linden. In der Zeit vorn 4. bis einschließlich 17. Oktober 1920 liegt auf der Bürgermeisterei Klein-Linden der Beschluß der Vollzugsvommission vom 18. September 1920 über die vorläufige Besitzeinweisung der Eisenbayn- Inhaltr-Ueberficht: Verkehr mit Schrotmühlen. - Ausgabe von Süßstoff. - Ermittlung amerikanischer Gräber. - Viehseuchen. - Dienst. Nachrichten. — Feldbereimgung Klein-Linden. — Warnung vor dem unlauteren Geschäftsgebaren von Serienlosgesellschaften. Die verhairdlängen mit Itafclanb. Paris, 30. Sept. (WTB) Nach einer „30»- ttn^-Melbuna on-3 London sollen aut Beeanlassnng der bolschewistischen Regierung die Verhandlunmni zroischen Sowjetrußland und England 6—8 Wochen ausgeschoben werden. London, 30. Sept. (Wolff.) Ein bei Krassin eingegangener Funkspruch Tschitscherins besagt u a.: „Teilen Sie bitte Lord Curzon folgendes mit: mungen der Verordnung des Hessischen Landesernährungsanues Darmstadt zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 27. September 1920. Kreisamt Gießen. Z. V.: Or. Siegert. 1920 bestmft. § 5. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage der dignug in Kraft. Darmstadt, den 15. September 1920. Hessisches Landesernährungsamt. Neumann. B c 1 r.: Wie oben. An hcn Oberbürgermeister zu Gießen und hie Bürgermeistereien her Lanhgemeinhen hes Kreises. Vorstehende Bekanntmachung des Hessischen Landesernährungsamtes wollen Sie. sofort zur Kenntnis der Interessenten bringen. Zu § 3 wird bestimmt, daß Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe, die sich; im Besitze einer Schrotmühle befinden, vor- pslichtet sind, diese innerhalb einer Frist von 2 Wochen bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes anzumelden. Die Bürgermeistereien haben diese Anmeldungen gesammelt bis zum 2 0. Oktober au das Hessische Kreisamt (ließen einzusenden und M berichten, ob sämtliche Schvotmühlenbesitzer ihrer Anmeloepflicht nachgelionimen sind. (Fehlanzeige erforderlich.) An das Polizeiamt Gießen und die Gendarmerie des Kreises. Wir empfehlen Jahnen, Zuwiderhandlungen gegen die Bestim- UJtn. nmciuuiui yuiicu, uuo «■“«•‘»vu verstehen wird, daß die Zusammenarbeit aller Nationen die grundlegende Voraussetzung für den Wiederaufbau ist." Das war allen aus dem Herzen gesprochen, die die Rettung Deutschlands wollen, und es klang fast wie eine an Frankreich gerichtete Drohung. In Frankreich ist mit Eröffnung der Brüsseler Konferenz der Mann an die Spitze des Staates getreten, dessen Politik bewußt Md taub gegen alle Bedenken auf dem Schein von Versailles steht und damit die Zusammenarbeit der Nationen unmöglich macht. Sein Lin parteiloser italienischen SojialiSdt. Mailand, 30. Sept. (WB.) Einer Meldung zufolge wurde die T a g u n g d e r s o- zialiftischen Parteileitung heute fortgesetzt. Der Generalsekretär der Partei, Gen- n a r i, gab der Notwendigkeit Ausdruck, aus den Zweideutigkeiten herauszukommen und ine Partei zu reinigen. Serrati erklärte: Moskau war sehr schlecht über die politische Lage Italiens unterrichtet. Andere Redner stachen ,rch ebenfalls für die Reinigung der Partei aus. Gennari brachte eine Tagesordnung ein, welche den Bericht inte ligte, den Serrati auf dem Moskauer Kongreß über die Stellung der sozialistischen Partei-Italiens erstattete und welche erklärt, dl« Beschlüsse über alle Lritfätze des Kongresses anzunehmen, soweit sie alle der dritten Internationale angehörenden Parteien verpflichten. Diese Vorschläge sollen dem nächsten nationalen Kongreß unterbreitet werden, namentlich die Frage, welch: die parlamentarische Gruppe die Syndikate und die nichttommumstt- schen Elemente behandelt. Diese Tagesordnung wurde von der Mehrheit angenommen. Sodann begann die Aussprache über die von Moskau vor- geiegten Bedingungen, welche morgen fortgesetzt anri>. Vie veriehrslage im Ruhrgebiet. Essen, 30. Sept. (DTB.) Tie Eisen- »nverkehrslagc bot sich in der vergan- ii Woch. dadurch verschlechtert, daß der Zulauf Leermo'.erial infolge des verftäikten Einas der Herbsttransporte noch weiter zurück- mgen ist. Dam kommt, daß die vertvagliclien reichten n arrrdings von den meisten Schacht- iflen des Reviers bei einer 75prozentigen Be- gung der produttioen und betriebstechnischen wnen verfahren wurden und deshalb die Für- .ng veihchtnismäßig gut ist. Ta alsbald mit r verstärkten Inanspruchnahme bee Wagen- 's durch Kartoffel- und R üben ttan Sporte zu rten ist, wird eine wertere 'Scricburning im senausiall in der allernächsten Zeit nicht zu neiden sein. Trotz dieser Verhältnisse betrug Wagenbestellung in der vergangeivn Woche i 19787 Wagen werktägIch gegenüber 19705 zen in der vorauigegangenen Woche. FeAzifstim beließen sich durchschnitt- auf 125 Wagen Die Lag.-rbestände er- en eine, wenn auch wibetrachtliche Steigerung, ilich um 71042 Tonnen, gegenüber dem September. Ter Güterumschlag in den Duis- t-Ruhvorter Häsen ging von 31 378 Tonnen 30 970 Tonnen arbeitstäglich zurück. Trotz schlechten Wafterslandes des Rheins vollzieht der Weitertransport noch verhältnismäßig t, da Kalmraum und Schlcppkraft y.ir Zeit » lstnpnchend vorhanden sind. Der Breuni'Kon- chlag aus den Kohlei.zechen tarnte erfteulicher- e von 26 ^89 Tonnen auf 28 894 Tonnen -itstäglich gesteigert werden. Der vor XBodtcu -aus starke Andrang an Leerraum hat in den en Tagen ganz erheb.ich nachgelassen. Ziel ist die Aussaugung Deutschlands bis zur letzten Wiedergutmachungsmillion, mag dabei auch das Arbeits- und Kulturvolk zugrunde gehen. Zur Stunde, da der Amerikaner Boy- den in Brüssel so vernünftige Worte sprach, empftng Millerands Schildknappe, Ministerpräsident L e ß g u e s, in Paris die Veri-eter der Presse, um ihnen zu sagen, Frankreich sei zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit. Und der frühere Finanzminister Klotz mußte eine Rede halten, worin er betonte, daß Frankreich am Ende seiner Konzessionen hinsichtlich des Vertrages von Versailles sei. Am Ende der Konzessionen! In Deutschland wartet man noch immer auf den Anfang. Je weiter die Brüsseler Konferenz ins Fahrwafter brauchbarer Vorschläge gerät, desto heftiger wird die Pariser Preßhetze. Jetzt kann man schon in sämtlichen von Millerand beeinftuß- ten Zeitungen lesen: Wenn Deutschland schlechten Willen zeige, zu bezahlen, _ dann müsse sich eben Frankreich an der Besetzung des Ruhrgebiets schadlos halten. Frankreich hat es auch erreicht, daß der Botschafterrak Stellung gegen die etwaige Autonomie Oberschlesiens nimmt. Feindseligkeit und Gehässigkeit auf der ganzen Linie! Glauben die Pariser Rachepolitiker damit auf die Dauer gegen eine Welt dämmernder Einsicht, wie sie sich in Brüsj«p zcigr. c^solsreich anzukämpsen? 1 AmtzverküilSigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberhessen und für dar Kreisamt Gießen. Ergebt! nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich. Tie Sowjetr giernng hat die von dem Vorsitzenden der russischen Telegation mitgeteilten Vorwände für die Einstellung der politischen Verhmrd luitgen zwischen Rußland und Großbritannien zur Kenntnis genommen. Sie fühlt sich gezwungen, zu erklären, daß sie darin nichts anderes als einen Versuch sieht, den Abschluß eines Uebereinkommens zwischen den beiden Staaten um jeden Pveis zu verhindern und die Wtehcraumahme oer friedlich n Beziehungen zwischen Rußland und GwßLritaimien auf unbestimmte Zeit yi verzögern. Bis zum 1. Zuli erklärte bü britisch? Regierung, als sie der Soroj.'tregienmg ihre in vier Punkten formulierten Forderungen mitteilte, daß die Annahme dieser vier Punkte zu einem SBatfeprute stand zwischen Rußland und Großbritannien führen und einen vorbereitenden Schritt zum endgültigen Frieden bilden würde. Da nun die russische Regierung diese 4 Punkte voll und ganz angenommen hat, konnte sie wohl die Erwartung hegen, daß die Friebrnsverhandungen zwischen Rußlaich und Großbritannien und die sofortige Wiedercmf- nahrne der Beziehungen zwischen den beiden Ländern die Folge sein werde, ^rotz aller Anstrengungen der Sowjetregierung hat die Annahme ter britischen Forderungen zu nichts gerührt. Wiederholt nahm die russi che Regierung Vorschläge ter britischen Regierung an ober gab Erklärungen ab, die auf die Aufnahme von Friedensverhand- lun Nachdem die Sowjetregierung auf die Bitten der Bekanntmachung den Verkehr mit Schrotmühlen und die Benutzung von Schrotmühlen betreffend. Vom 15. September 1920. Auf Grund des § 73 a der Reichsgetreibrördnuiig für die Entlc 1920 vom 21. Mai 1920 (Reichs-Gesetzblatt Seite 1028) wird bestimmt: 8 1 .Ms Schrotmühle im Sinne dieser Verordnung gilt ohne Rücksicht auf die Bezeichnung jede nicht gewerblich betriebene Mühle und sonstige Vorrichtung, die zum Mahlen, Schroten .wer Quetschen von Getreide geeignet ist, mag sie für Hand- oder Strafte betrieb eingerichtet, beweglich ober fest eingebaut sein. § 2. Die Benutzung von Schrotmühlen zur Verarbeitung von Brotgetreide (iHioggcn, Weizen, Spelz lDinkel utrd Fesen), Emer, Eiulvm ist untersagt. Okmettge Mrschfrucht, Mengkorn), in dem sich Bwtgetreide befindet, gilt als Brotgetreide. Andere Früchte ter im 8 2 der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1920 Reich s-Gesetzbl. S. 1028) bezeichneten Arten dürfen nur zur Herstellung wirtschaftlich nvtivendigen Futtersckwot.s und nur mit schriftlicher Genehmigung der unteren Verwaltungsbehörde in Schrotmühlen verarbeitet werden. Die Genehmigung ist mir tarnt zu erteilen, wenn die Verarbeitung in einer gewerb- lid) betriebenen Mühle mit besonderen Schwierigkeiten oder Unkosten für den Antragsteller verbunden ist oder sonstige Gründe die Benutzung der Schrotmühle rechtfertigen. Ter Antrag muß unter Darlegung der Gründe schriftlich gestellt werden und hat die Menge und die ,Art der zu 'verarbciten- ben Vorräte zu enthalten. Die Genehmigung muß bett Namen des Unternehmers, die Menge und Art der zu verarbeitenden Frück;te sowie den Zeitpunkt, bis zu dem die Genehmigung erteilt ist, enthalten. Die untere Verwaltungsbehörde hat dafür Sorge zu tragen, daß. die vom zuständigen Kiommunalverband auf Grund der Reichsgetreideordnung zur Ueberivachung bet Selbstversorger er lassen en Bestimmungen innegehalten werden, und daß der Betrieb des Antragstellers während der Tauer der Bewilligung möglichst einer sich periodisch wiederholenden Kontrolle unterzogen wirb. Tic untere Verwaltungsbehörde kann die Durchführung der Bestimmungen in Msatz 1 bis 5 durch Anlegen von Siegeln ober sonstige geeignete Maßregeln sichern. § 3. Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe, die sich im Besitze einer Schrotmühle befinden, sind verpflichtet, diese innerhalb einer Frist von zwei Wochen der unteren Verwaltungs- behöroe zur Eintragung in ein Register anzumelden. Unternehmer .Icuchwirlschaftlicher Betriebe, die nach Inkrafttreten dieser Vewrdnung eine Schrotmühle erwerben, sind verpflichtet, diese gemäß Absatz 1 innerhalb einer Frist von zwei Wochen von dem Tage ab anzumelden, an dem sie den Gewahrsam an der Schwtmllhle erlangen. § 4. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung und gegen die auf Grunb dieser Verordnung erlassenen' Anordnungen des Kvntmunalverbandes werben nach § 80 Absatz 1 Ziffer 12, § 81 ber Reichsgetreidevrbnung für die Ernte Hus dem Reiche. Kultttrpflege im ReichSwirtschastSrat. Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Tie Abgeord- •n Tr. Zeitlin und Tr. Jaeck brachten, rrftüfrt von zahlreichen anderen Abgeordneten Reichswirtschaftsrat einen Antrag ein, darauf hinwrist, daß, drewissenschaftliche rschungsarbeit und dos deutsche Kunst- ffen durch die Kosten aller Materialien und smittel ernsthaft bedroht sind. Ter Antrag >M, daß aus dieser Tatsache neben kulturellen ähren auch oolSwirtschostliche Sck)ädigungen tehen Deshalb wird der wirtschaftspolitische zschuß beauftragt, bie zur Abhilfe der wirt- ftlichen Notlage der in wissenschaftlichen und ftlerischen Berufen Tätigen und zur Sick»er- ung wissenschaftlicher Forschungsarbeit und stlerischen Schassens in Betracht fommenben ßnahmen umgehend zu prüfen und dem Reichstschaftsrat Vorschläge zur Beschlußfassung zu erbreiten. Reue Zuckerp reise. Berlin, 30. Sept. (WB.) Ter Reichs- t nahm heute den Entwurf einer Verordnung c Zucker tmb Melasse an. Danach wird Zwangsbewirtschaftung von Zuckerrüben fallen ifien und bie Bewirtschaftung ber Melasse auf» )ben. Auch die Einfuhrzenlralisation für Zuckeren wird aufgehoben Als Gruckdpceis für den tner Verbrauchszucker, der aus Fabrcken be- m wird, gilt 275 Mk. Dazu tommt aber ein schlag von 5 Mk. für den Zentner für den im riebsjahr 1920/21 gelieferten Verbrauchszucker. i den neuen Preisen würde ein und Zucker im Klein handel etwa v,u0 Mk. kosten. Tie Verordnung soll bereits am 1. Oktober m Kraft treten. Ter Reichsrat genehmigte ferner die Verordnung über Aendv- ning der Postordnung dahingehend, daß die höchste Grenze für Nachnahmepatete von 1000 Mk auf 5000 Mk erhöht wird Tie Aenderung gilt nur für den Orisbestellbezirk. Die Neuwahlen in Preußen. Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Im Ael- testenrat der Landesversammlung wurde ein Antrag der Demokraten an genommen, die Neuwahlen drei Monate nach der Verabschiedung der Verfassung abzuhalten. Als wahrscheinlich wurde angenommen, daß die Verfassung im November verabschiedet wird, daß also die Neuwcchtet» Mitte Februar ftattfinden können. Schulfragen in Preußen. Berlin, 30. Sept. (WB.) Tie preußische Landesversammlung hat den Gesetzentwurf über die Abänderung der Zusammensetzung der Schuldeputationen usw. nach den Beschlüssen des Ausschusses, nach denen es bet der alten Stellung der Geistlichen in der Schuldeputatton Heibt, in zweiter Lesung angenommen. Aus der Deutschen Volkspartei. Weimar, 30. Sept. (WTB) Die Reichstagssraktion der Deutschen Volkspariei trat in Weimar zu einer zweitägigen Sitzung zusammen und beschäftigte sich am ersten Be- ratungslage ausschließlich mit der Frage dec Sozialisierung. Ein ErinnerungStag. Berlin, 1. Ott. Tie Blätter^erinnern daran, daß heute vor dreißig Jahren das S o rialt st enge setz gefallen ist. Ter „Vorwärts' oeröttente licht eine Reihe von Artikeln über den eneg bet Sozialdemokratie vor dreißig Jahren, tihuznfc B-mtzmi [agt, ba& sich um im tei unb die Stärkung rhrer Wwentandskvaft tetn« größere Verdienste erworben W. Bebel. Hermann Molkenbuhr schretbt über den I Sieg der Einigkeit öttober 1929 2inwai}tn< von Mnjtiycn fttt bte lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derbindlichkeit. Dreis für \ mm höhe für Anzeigen v 34 mm 'Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Drene 150 Pf De, Platz, vorfchr.ft 20° , Aufschlag. Hauptfchrtftleiter. Aug. Boetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Peindold Zenz; für den 2ln3etgewteen Sperrmaßnahmen sinb angeorbnet. In Brungershaltsen und Schön stabt (Kreis Marburg) ist. die Maul- unb Klauenseuche ausgebrvchen. In 'Schotten ist die Adaul- unb Klauenseuche erloschen. Der Spörrbezirk Schotten ist aufgehoben und bie Gemarkung Schotten dem Beobachtungsgebiet zugeteilt. Der hessische Landesverein bvm Roten Kreuz und ber Alice- F rau en verein für Krankenpflege beabsichtigen, in ben Fahren 1921/23 innerhalb des Volksstaates Hessen eine sechste Gelblotterie mittels sogenannter Losbriefe zu Gunsten der Vereinszw.'cke zu veranstalten. Das Ministerium des Innern hat bie erbetene Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Lotterie, welche in drei Reihen stattfinden soll, unter der Bedingung erteilt, daß in jeder ber Spielreihen nicht mehr als 150 000 Losbriefe zu je 1,25 + 25 Pf. Reichsstempelabgabe ausgegeben werden dürfen und mindestens 55 000 Mk. planmäßig für die Gewinne zu verwenden sind Der Vertrieb der Losbriefe ber 1. Reihe findet von Mitte April 1921, derjenige oer übrigen Reihen toeuedaufenb bis Ende März 1923 statt. Ankündigung, Ausgabe unb Vertrieb ber Losbriefe hat während ber Zeit des Vertriebs der Lose zur 1 Klasse einer Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie zu unterbleiben. Bckanntmachnng. Betr.: 46. Ausgabe von Süßstoff Saecharin). Für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1920 wirb gegen die Lieferungsabschnitte 1 6 der Süs s jfilärte „H" blau) unb 5 der Süßstoff karte „G" von den Süßstojfabg a bestellen ter faubgemeinben des Kreises Süßstoff abgegeben. Es gelangen auf ben Abschnitt 16 ein Briefchen unb auf ben Abschnitt 5 eine Sck>achtel zur Ausgabe. Mit bem 15. Dfroher 1920 verlieren die Abschnitte 16 bzw. 5 ihre Gültigkeit. Nack) diesem Zeitpunkt nicht abgerufene Süßstvsftneugen dürfen von ben Abgabestellen frei an bie Bevölkerung verkauft werden. Gießen, ben 27. September 1920. __________Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. Si e ge r t.__________ B e t r.: Ermittelung amerikanischer Gräber. An Die Bürgermeistereien her Lanhgemeinhen hes Kreises. Unser übergebnidte» Ausschreibett vorn 23. September 1920 ist u m g cHeub zu erledigen. Gießen, ben 27. September 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Weicker. 2 Behördliche Anzeige« Druck der 'Br üb Heben Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, 103818 Gießen, den 29. September 1920. 103913 Gießen, den 27. September 1920. 103708 Der Oberbürgermeister. I. V.: Or Rosenberg. 10311 I. Künderotb, (Sa. ^luna IV. An Kaffa-Konto „ Inventar-Konto „ Debitoren-Konto „ Warenbestand . Wiederholungsfälle 4 Mark. Biegen, den 28. September 1920. Per Geschäftsanteil der Mitglieder „ Reservefonds...... „ Warenvorsch.-Fonds . . . „ Lieferantenschulden . Äousumvereiu II. Watzenborn in Liquidation. Die Liquidatoren: Irneksactien aller Irt wert «• IrtUute Mv.*lrMkmL 1 Laa*, llu* Oer Gasthof zim Beettee Baos in Herbstein in Obcrhesten wird am 1. Dezember d I. neu verpachtet. Rah-, durch d. Freiherrlich Riedeselsche Brauerin u. Mälzerei in Lauterbach ;,n**D iiatt. Tagesordnung wird dort bekanntgegebeL- Ztt $oritenii dtt ßiffiibdlm -Lderbai! jRattciis'Ülrbcila Bekanntmachung. Detr.: Verwertung des Mfallholzes aus den Anlagen für 1920.1 Samstag den 2. Oktober 1920 soll das Abfall- Holz aus den städtischen Anlagen, dabei ein Linden- stamm und zwei Pappelstämme für Küfer- u. Stellmacherzwecke geeignet, öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft 10 Uhr vormittags tm Hofe des Stadthauses, Gartenstrahe 2. Centr*aB-Caf e Weinstube -- Besitzer: H- Löb er. Tägl. frisches Gebäck, ff. Weine, spielt t^Ldk Kapelle Stawitzky. Städtische Zsrtbrldungsschul^ Der Unterricht in der städtischen Fortbildur schule beginnt Montag den 11. Oktober nachmittags 2 Uh im Schulbause West-Anlage 43. (Es werden wöchentlich (an zwei Rachmittac 5 Unterrichtsstunden erteilt. Unterrichtszeit: i 11. Oktober bis 18. Dezemd. 1920 und vom 10. £ bis 12. März 1921. Fortblldungsschulpfllchttg stnd: a) alle Knaben, die zu Ostern 1918, 1919 t 1920 aus der Volksschule entlassen worden s b) diejenigen ehemaligen Schüler höherer L anstalten, die in derselben Zeit aus der Sd ausgetreten sind una nicht mindestens 1 *3—,- der Obertertia angehört haben. Die Fortbildungsschulpflichtigen haben sich am Mittwoch den 6. oder Donnerstag den 7. Oktober von 11-121/, Uhr bei dem Rektor der Schule, West- Aälaqe 43, anzumelden. Die Eltern der Schulpflichtigen oder deren Stell- vertteter, ebenso die Lehrherren und Arbeitgeber haben diese zum Besuche der Fortbildungsschule anzuhalten und ihnen die zum Besuch der Schule erforderliche Zeit einzuräumen. Zuwiderhandlungen werden mit Polizeistrasen von 20 bis 200 Mk. geahndet (Art. 25 des Dolksschulgesetzes vom 16. 6 1874 und Gesetz, die Abänderung des V.-Sch.°Ges. vom 16. 6 1874 bett., vom 13. 8. 1920 Abs. 5). Unentschuldigte Dersäumniffe unterliegen den gesetzlichen Schulstrafen: 2 Mark für jede Versäumnis, im Der Vorsitzende des Schulvorstandes: Keller, Oberbürgermeister. Bekanntmachung^ Betr.: Verkauf von Birkenreiser. Samstag den 2. Oktober 1920, vormittags 11 Uhr, werden im Stadthaus, Gattensttaße 2, Zimmer Nr. 12, die in den Waldungen der Stadt Gießen sich ergebenden Dirkenbesenreiser auf dem Stock in 9 Losen meistbietend versteigert. a. lAeufü), xunrao, Lvie, einer Lveg 3 6. Rosenbaum, Fritz, Löwengasse 20 7. Rühl, Ludwig, Marktplatz 13 8 Schmalz, Friedrich, Vismarcksttaße 40 9. Schmidt, Hugo, Wilhelmsttaße 8 10. Schomber Willy, Walltorsttaße 51 11. Schwan, August, Moltkesttaße 16 12. Vollmer, Gustav, Ludwigstraße 57. Gießen, den 25. September 1920. (103828 Ter Oberbürgermeister. I. V.: Or.Rosenberg. birpfHm« Frankfurt a. M. in das in den Bahnkörper fallend? Bohngeländ? innerhalb der Gemarkung Klein-Linden nebst Vermcssungsregister Don Kletn-Lrnden und Plan vvm 10. August 1920 iUr ZLLdmmFTL bei Meldung des Ausschlusses intieN der Mnlegnngsftist schriftlich.bei der Bürgermersterer Klein-Linden vorzubrmgen und zu begründen. Friedberg, den 18. September 1920. Ter Hessische Feldbercungnngskomnnssar. Dr. Jan n, Regierungsvat. <*«*s.«imvM u. mHitifwifCu i wuuiia, 1 Konditor, Elektromonteure. 1 Schuhmacher. 2 Heizer, 3 Krankenpfleger, 4 Schmiede. 2 Weidbinder und Anstreicher, 4 Tapezierer und Sattler, 4 Bäcker, 1 .Kellner, 3 Kraftfahrer, 5 Mechaniker, 2 Dreher, 1 Telephonist, 1 verheirateter Schweizer, 2Fräser. 1 Handschuhmacher, IDrechfler, 1 Wächter, 1 Bildhauer. Lehrlinge: 2 Schuhmacher, 1 Schlosser, 1 Sattler, 1 Bäcker, 1 Spengler, 1 Schreiber. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: eu bei diesigen Arbeitgebern: 1 landw. Mädchen, 1 Hotelröchin, 1 Wetflzeugnäberin, 1 Zimmer» Mädchen, Dienstmädchen, Laufsrallen u. -mädchen, tüchtige Alleinmädchen, 2 Lehrmädchen, 1 jüngere Verkäuferin, 1 Säckefitckertn für Maschine, 2 Lehrmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: Dienstmädchen, 2 HauSmadchen, Alleinmädchen, 2 landwirtschaftliche Dienstmädchen. 1 Hoielköchin, .1 Stütze, 1 Zimmermädchen, 2 Küchenmädchen. Cö juchen Arbeit: 1 BibliothekSgehilfin, 1 Büg- lertn. 1 Frau übernimmt Wäsche tm Hause, eine Privatsekretärin, 1 Näherin bei Schneiderin, eine Weihzeugnäherin f. Ges lläfk, 1 Zimmermädchen, einige Lausfrauen, auch für Nachm.-Beschäftigung, 1 Waschfrau, 2 Haushälterinnen. 1 jllng. Mädchen für nachm. im Haushalt, 1 Hoielköchin lnach Marburg), 1 Stenotypistin, 1 Lehrmädchen bei Schnei- derin, 1 Hilfslchnetderin, 1 Schirmnäherin, eine Friseuse, 1 Stütze. Warnung dov dem unlauteren Geschäftsgebaren von Se rienlv s g es e l l schaf te n ^stvn wiederholt ist vor dem unlauteren Ge)chaftsgcbmron aablreicl'er inländischer und besonders ausländischer Unternehmen von sog Serienlos-Spielgesellschäften gewarnt worden. Tas Wesen dieser Un lerne hin en besteht darin, das; der Unter- nchmer einen Anteil an Serienlvsen oder die Ausstcht auf den Gewinn aus einer größeren oder kleineren Anzahl solcher Lose verlaust, und das; die Zahlung des ^Kaufpreises in der Regel 111 SetneHolcher Geschäfte ift strafbar. Denn bandelt es sich um den Verkauf von Gewinnaussichten, so ist dies als öffentliche Veranstaltung einer Lotterie ohne obrigkeitlich? Erlaubnis anzusehen (§ 286 des RStGB.) und werden Los- anteile gegen Teilzahlungen verkauft, so liegt.ein Vergehen gegen L7 des Rcichsgesetzes, b e t r e f fc n d di e Abzahlungsgeschäfte, vom 16. Mai 1894 RGeiBl. o. 450) vor. Der getverbsmäflige Verkauf wir Losanteilen wird aber auch in der Regel gegen das Hessische Gesetz, die Losgesclllchaftcn, der Veräußerung von Jnhklberpapieren nut Prämien und dem .Handel mit Lvlterielosen betreffend, vom 11. 1J14 (Reg.-Blatt S. 263) verstoßen. , ~ Cs kommt ferner das Hessische Gefetz vom 14. Fetz r u a r 19 06 iReg.-Blatt S. 46) in Betracht, wonach das Spielen in au s; erhes fischen Lotterien, die nicht mit sta atlichcrGenehmigung i mF r e i st aatH es! e n z u g c l a s s e n sind, bei Geldstrafe bis zu 600 Mart i n H e s s e n verboten i ft. Hirdic rrnd Scbitte. ** Tie Vertreterversammlung HessischenLandes-Lchrervereins die Hauptversammlung des Unteritützungsvei finden aus verschiedenen Gründen Lamstag 9 Oktober im Saale „Groß-Frankfurt" zu Ft furt a. M. statt. Als wichtigste Punkte gel Forderung zur eitdgültigen Besoldungsordi und Wahl eines Schriftleiters des „Schulbol Hierzu haben sich u. a. gemeldet: Fnscher-Gu Tern-Osfelibach und Witzel-Darmstadt. MA Derbök totblung’ii । tretet ®eT W Delegle Dritten, rtbeit in den zusinünsun? jie Ausfu Wmann.i «3! fernen, M zuch von d nähme der st haflem Best mit uns ken wegen des o hatte ein wk jirei Deutlö eine gelassen len, deren d getönt wurd krzbergerlch' RcÄsregier let.Wennm 1920 einen ( liarden Ma der Ausgab i39'/? Milli dem fernen' flößen mag. bei vielen ! Staatsfekre ziellen Bei überaus ir verzweifelt nungsfteu Vettreter an ben De ;u bringen iubaufe in benfatö ant in die Sufui ttn dergma Deutschlands st'ährt mit G ir die deu Meter Ko ißentlichen s Hebet öui ’M Kreise nache des ei !vi Boyder ^4on, er w Kunden miss ^nbl'afcjn 1 ^einnfeini gegenüber pig und öo; Jit jetzt netf Wen werde Men, wenn vledn Einig! keimt, n die klar pn die ©ie; „Wir A Men wird Mnen die, J” wieberau ^Herzen I Mlands Fran L.,pn Fra ft et Kor Staates ®Nb gegk SA« ?!l BL te sSl 'fte; i.FMen ? der stütz SreiVa SM des $ der Ko t! bte M len a J01” Sm l?l BÄ b 4h Weint hiernach einerseits derjenige, der einer derartigen Serien-- losgesellsclMft beitritt, nicht nur hierdurch srch an dem strafbaren Tuir oes Unternehmens beteiligt, sondern iit den mer|len Fallen .sofern cs sich nämlich nicht ausschließlich um im ^-rcilfaat Vesten zuaekassene Lotterie-Lose hmrdelt) selbst eine mrt empfurdlrcher Strafe bedrohte Handlung begeht, so rst ander,erts hrermrt für rhn in den meisten Fällen auch eine erheblrche Vermogens- s ch ä d i g u u g verbunden, wre fach aus Nachstehendem ergibt. Die Serienlvsgesell schäften beruhen fast obne Ausnahme auf s ch wrn d el ha f t e r Grundlage. Dre Beiirittserklärungen lassen die Natur des Geschäfts und dre den Teilnehmern zustehenden Rechte nicht klar erkennew Das Publikum wird durch die Aiipreyung, daß. iedes Lov ‘Telmnnt und Nieten nicht existieren, sowie durch die.fettgedruckten Geiamt- beträae der Gewinne .angelockt. Dabei ist meist nicht be>.annt, und kann auch aus den Ankündigungen gar nicht ersehen werden, dast die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Geselllchasten unbeschränkt ist, die Summen der einzelnen Beträge den von dem Unternehmer gezahlten Kaufpreis der Lose E em Vie- faches übersteigen, und dast deshalb »er au, den ^eiln^hmer ent- fallende Gewinnbetrag fast ausnahmslos nur emen verschwindenden Teil der Gesamtsumme der gezahlten Beitrage ausmachen wird Dazu besteht nicht einmal die Gewahr, daß, der Unternehmer sich im Besitze der Lose befindet an denen die Trnlnehmer einen Anteil erwerben sollen. Zweche der letzterwähnten Art sind namentlich hinsichtlich der ausländischen Unternchmer gerechtfertigt, welche das Geschäft in Deutschland betreiben oder durch s)lgenten betreiben lassen. Wir sehen uns veranlaßt, auf diese Gesichtspunkte wiederholt hinzuweisen, da trotz häufiger Warnungen in der Presse trotz zahlreicher Bestrafungen von UnlernehMcrn derartiger L>prelgesell- schaften, trotz der traurigen Erfahrungen vieler Spieler sich immer iwch Leute finden, die auf die verlockenden Anerbreteli die,er klugen Geschäfts Unternehmer hereinfallen, namentlich wenn bie,e unter einer hochtrabenden Firma wie „Internationale Vereinsbau k", „fl^ationale Renten- und Kreditbastk" oder dergleicheii aus- treteii. Gießen, den 27. September 1920. Polizeiamt Gießen. L aut e schl äger. Händel, Fusionsbestrebungen bei den Lldlerwerke fd. Frankfurt a. M., 29. Sept. Auf Gerücht hin, daß zwischen Frankfurts gröl Jndustriewerk, den Adlerwerken, und einer lu; bürgischeu Gesellschaft Fusionsbestrebungen Gange seien, stiegen heute an der Berliner Frankfurter Börse die Aktien der Mlern sprunghaft in die Höhe, an der Berliner L allein' um 40 Prozent. * Berlin, 29. Sefst. Börsen ft immun bild. Tie Enttäuschmg über die Verschlechte- der Markvalula im Aus lande und das darai erfolgte Anziehen der hiesigen Devisenkurse an der Börse im allgemeinen wenig Einftuß das Gesckäf. aus. Valutapapiere stellten sich a dingS höher. Deutsch-lbebersee-Zertifikate erreii mit eine.- Kursbesserung von 47 Proz. den S von 1000. Am Montanmarkte setzten die letzt- bevorzugten Werte ihre Aufwärtsbewegung Bismarckhütte .imt> Pud.rus gewannen je Deutsch-Luxemburger, Gelscnkirck?en und Hoes bis 5 und Hvl;enlohe 8 Proz. höher. Phönix nur werrig gebessert. Farbwerte erholten sich et. Höchster um 12 Proz. Auch Elektrowertze w> wieder gebessert, mir Siemens Halske waren gängig. Von Spezialwerlen waren Adlerwerke Frankfurter Anregung hin stark begehrt und Prozent böher. Westeregeln gewannen 28 P wähnend die andeven Kaliwerte abschwächten. Petroleumaktien tvaren Steaua Romana bevor und 30 Pröz. hölier gehandelt, während Den Petroleum nach anfänglichem Gewinn sich nicht haupten konnten. Am Bankenmarkte ttnt wie um int Verlaufe Kauflust für Deutsche Bank Von festverzinslichen Werten stiegen Mexikaner Valutagrüuden. Deutsche Anleihen behaupt chrcn Kursstand.. Gegen Schluß fielen die AI der Deutschrn Petroleum-Gesellschaft um mehr 1.00 Pvoz. auf 1450, weil die Errrzelh i.en über Versauf von Steaua Romana-Aktien an ein ' lisch-fanzöich?s-rumänisches Konsortium stimmten. Die Börse war daraufhin allgemein geschwächt. Frankfurt a. M., 29. Sept. Börs^ st i m m u n g s b i l d. Die an der Mittagsb eingetvetene Ermattung der Petroleumattien nahezu 100 Proz. wurde auf dm Verkauf Steaua-Romana-Aktten an ein englisch-französ rumänisches Konsortium zurückgeführt. Den Petroleum, welche 1455 schlossen, stellten sich der dlbendbörse etwas besser 1470. Sonst w< Valutapapiere gesuchter. Deutsch Uebersee Ce stellte« sich aus 1010 plus 20 Pro». Baltin Ohio 2 Pvoz. höher 422. 5pvoz. Goldmex. gewannen 3, 5prvz. Silbermex. 470 5 Proz. Montanpapieren hat sich wenig verändert, Kursniveau blieb vorwiegend behauptet. Et hoher gingen um Deutsch-Luxemburg 345, Gel kirchen 345'/r- Oberbedarf sind mit 26 27z Proz. niedriger. Chemische Aktien unter!o mäßigen Schwankungen. Chem. Höchst schwä 402, Braubach 2207s, ferner Th. Goldschr 416 (minus 12 Proz.). Scheideanstalt 689. Ad Nur der Fachmann kann Vollwertiges leisten. Wer daher eine wirklich gute Ausbildung für den kaufm. Beruf erstrebe, wende sich an die „Hansa“HL7.*J:Schuie3S“e."a Inhaber I Knn7^im :nn Diplom-Kaufmann un1*! u.Leiter:'* MlllfcCiniall.il jSiplom - Ha ndelslehren Efnzlßs Schale ara Platze, deren Inhaber zn|leldi Sehnlleiter, Lehrer und Faohmann Ist. [.7 sta’ Bett:. Ablieferung von Pferden an den Feindbund. Die im Laufe des Frühjahrs zum Zweck der Ablieferung an Frankreich und Belgien ausgenommenen Pferde, auch die Reservepferde, werden freigegeben, soweit sie nicht zur Ablieferung gelang! sind. Gießen, den 27. September 1920. 103838 ______Ter Oberbürgermeister: Keller.______ 5OÜ Ztr. Dickwnrz zu kaufen gesucht. Lieferung auch in kleinen Posten frei Klinikshof. 10371D Verwaltung der Beterinärttiniten. Ter Oberbürgermeister. I. V.: Or. Rosenberg. Siquiilationsbiianj M Kgnsnmmms Mtzkybsr» II. am 30. Zani M. 309.33 200.50 786.07 . 25635.08 ’ 26930.98 1730.- 1719 70 1860.28 . 21621.- 26930.98 e.G.m. b.H.