lus- • 1,50 3 iger. ter rtrape brnM iger. rrs ilirenorbnung nie m nad' (lufjerl dloDieren, fiaiiit t vorheriger Sei • 2. A . i;oi i Sommer 6 Ute bfadje Betrag txi bas Verlangen von I nL wirb aui I orbnung mit W I t mit Soft bi- g I OCfl** . ü, R . 2,50 «i chiei. ienbett: • • 2,50 «Jii lt der ooriitbr h. 1 Ncn B|J ' vorn v?> , ^*anns "uh> gtniüi •- iolgendk (J . . 3, -U . . . 2F Al niet. «uw*- K'*> hn^ tffiSÄS ») übe^ Qjjj msÄlV-i" B «er unb - ■ ■ Ulf wm -An- W- tixnb Nr. 229 -Der Siebener L»;e!aer erscheint täglich, außer Sonn, und Fei-rtags. Sejuarpreise. Monatlich ^Lark 3.60 nnbOTh - 65lräqerl»bn, Dtertehah !ich971ark IO 80 unöfflkl.95Irägerlol)n; durch die Post oiertel» jährlich Mark 12 — ausschließlich Bestellgeld. Fern sprech - Anschlüsse: für die Schristleitung 112; Derlag.Geschüstsstelle 51. -Inschrift für Drahtnach. richtens Nnzriger Siehen. poSld)tdfonto: $ronffuri «. w. 11685 Erstes Blatt 170. Jahrgang JKittood), 29. September 1920 O /S, «*v Anuahme von Ln-c.ucn ▼ Ry WM für bie lagesnummer bis SietzenerAnzeiger ■ Hauplschrijsttlter: 21uq. General-Anzeiger für Gberhefsen MM V ’ • » i Snaeigenteil: fj. ’BeA, Drutf nnb Verlag: Vrühi'sche Univ.V«ch- und Steintaittertt 8. Lange. Zchristleitung. -^schäftsstele und Druckerei: schulstratze 7. sämtlich in Dieben. Die Wohnungsnot in Amerita. Auch in Amerika schelt jetzt die Wohnungsnot eine große Rolle, nhe den fotgenU den Darlegungen eines gelegentlichen Mitarbeiters zu entnehmen ist: Am 20. September d. I. ist das Staatsparlament (die „Legislatur") von Neuyork zu einer besonderen Tagung einberufen worden, um über das immer dringender sich gestaltende Problem der Wohnungsnot zu beraten und Beschlüsse zu fassen. Diese Wohnungsnot ist nun allerdings keineswegs auf die Stadt und den Staat Neuyork beschränkt. In Groß-New- York fehlen augenblicklich über 102 000 Wohnungen, und dies bedeutet, daß über 400000 Menschen ohne hinlängliche Behausung sich behelfen müssen. Es ist berechnet worden, daß das Manko an Wohnungen sich bis zum 1. Januar nächsten Jahres auf 130170 Wohnungen vermehrt haben wird, d. h., daß 520 680 Menschen zu jener Zeit nicht in der Lage sein werden, sich Wohnungen zu beschaffen. Diesem steigenden Mangel an Unter- kiunstsgclegcnheiten stehen nur 90 jetzt im Bau begriffene Wohnhäuser mit zusammen 222 bewohnbaren Stockwerken gegenüber. Was hier von Neuyork gesagt wird, trifft in entsprechendem Maße auch für andere ame^ rikanischc Großstädte zu. In Chicago konnten im Juni d. I. 50 000 Familien kein Halbwegs passendes »eint finden; Geschäftsj- läden und baufällige Baracken wurden, so gut oder schlecht es ging, in Wohnräume unv- gewandelt. Die Lage hat sich seither noch ver- ichlechtert. In Detroit wohnen 1920 um 61 000 Familien mehr als 1917, aber in diesen 3 Jahren sind nur Wohnungen für 28196 Familien hinzugebaut worden. In Philadelphia fehlen 30 000 Wohnungen. Die Ursache dieses sich täglich schlimmer gestaltenden Wohnungsmangels ist hauptsächlich darin zu suchen, daß während der Lriegsjahre die Bautätigkeit in den ganzen Vereinigten Staaten beinahe völlig ftillstano. In der Stadt Neuyork sind, wie schon er»- vähnt, nur 90 Wohnhäuser mit 2171 Wohnungen hinzugekommen, während die Stadt schon in normalen Zeiten einen jährlichen Zuwachs von 28 000 neuen Häusern benötigt. Dazu kommt, daiß, während des Krieges bei- italje 2000 Wohnhäuser den Wohnzwecken entzogen und anderen Bestimmungen zugeführt wurden, so daß in Wirklichkeit nur 907 neue Wohnungen für die wachsende Bevölkerung in Betracht kamen. Die Hauswirte haben sich die Konjunktur selbstverständlich zu nutze gemacht und haben die Miete in geradezu wucherischer Weise gesteigert, so daß Hunderttausende von Familien einfach? nicht in der Lage sind, die Miete zu erschwingen. Der Staat Neuyork "bat kürzlich ein Gesetz angenommen, durch las die Hauswirte verhindert werden sollen, die Mieten um mehr als 25 Prozent zu steigern. Dieses Gesetz hat der wucherischen Nietssteigerung jedoch nut in sehr geringem Umfange Einhalt getan, da auch dieses Gesetz •nur geschaffen wurde, um umgangen zu werben. Die Gerichte der Stadt Neuyork haben es in allen Fällen abgelehnt, Exmissions- cnträgen von Hauswirten gegen Mieter, die bie gesteigerte Miete nicht bezahlen konnten, ms führen zu lassen; aber auch diese ge- iegeniliche Hilfe war und ist selbstverständlich 'o geringfügig, daß sie an dem allgemeinen Zustand nichts ändert. Zu dem furchtbaren Dohnungsmangel gesellt sich noch der sehr böse Umstand, daß säst gar keine Möbel- vagen zu haben sein werden. Schon in normalen Zeiten ist die Zahl der verfügbaren Möbelwagen lächerlich gering — kaum D00; jetzt kommt nock) hinzu, daß die Hälfte bieser Zahl am kommenden 1. Oktober nicht verfügbar sein wird. Der Grund ist, seltsam, chdeßlich aber einleuchtend; die Besitzer der Möbelwagen erklären: „Nehmen wir den fafT, daß wir den Transport eines Haushalts übernehmen. Werm wir vor dem Hause mkommeu, in welchem die Familie ihre neue Wbnung beziehen soll, so werden wir wahr- 'cheinlich finden, daß die alte Familie sich ^tigert, die Räumlichkeiten zu verlassen, und baß sie sich bei dieser Weigerung auf eine gerichtliche Entscheidung stützen kann. Dann behen wir da mit unserem Wagen voll Möbel nid wissen nicht, wohin wir sie tun sollen, hü> daraus können sich für uns alle möglichen Schwierigkeiten ergehen, persönliche urd gesetzliche." Das Ergebnis wird sein, Eaß am 1. Oktober für 160 000 umziehende Familien nur 1500 Möbellvagen zu finden jein werden. Tcm am 23. September zusammengekom- Etencn Staatsparlament von Neuyork sind tercits mehreee Vorschläge zur Ävhille dieses ^ch stetig verschärfenden Nebels unterbreitet Horden 2a fit - B. gesetzlich verboten w?r- *'?’ 1 'ich '.oeigern, unverhilluis- Enaßig erhöhte Mieten zu bezahlen, zu exmittieren; Hypotheken auf Neubauten sollen von der Einkommensteuer befreit werden; auch ist die Einrichtung von Mietseiniaunbs- ärntem angeregt worden. Ob diese Vorschläge geeignet sind, dem Wohnungsmangel tatsächlich abzuhelfen, ist sehr fraglich. Umsomehr als, wie zu erwarten war, die Hausbesitzer- Verbände ihren ganzen Einfluß aufbieten, um zu verhindern, daß diese Vorschläge Gesetz werden. Vie Konferenz in Brüssel. Paris, 27. Sept. (Wolff.) Wie Havas zur Brüsseler Konferenz meldet, nrirb die Diskussion über Wechsel, die wahrscheinlich am Mittwoch slattsmdet, mit besond-ver Spannung erwartet. Das Erposä über diese Frage wird von dem Präsident.n der Niei>erlänbi;chen Bank Visse ring erstatt, t. Namens der italienischen Delegation gab S natvr Ricci Einzelheiten über die Kapitalstenr, wie sie in Italien besteht. In seiner Auseinandersetzung über die finanzielle Lage Frankreichs bezüglich der durch den Krieg zerstörten Kapital im legte Avenol noch dar, wir die Wiederausbauarbeit ins Werk gesetzt worden sei, ohne die Wohltaten der Frie° densverträa.' abzuwarten. Frankreich schließe sich den von Brand oerfimbeten Gründeten an. Brüssel, 28. Sept. Das Spezial- komitee nahm heute seine Arbeiten aus und faßte die bish rigen Ergebnisse der Erörterung in einer Entschließung zusammen, die sodann ber Abstimmung der Vollversamm ung unterliegen wird. Die Ent chitzung bffasst sich mit ber Herabsetzung deröffcntlichenAusgaben, rnitden staatlichen Befugnissen in Bezug auf die Unternehmungen und mit der Herabsetzung der Rüstungen. Sie beschäftigt sich weiter mit der Frage, ob Steuern auf das Kapital uns eine Vermehrung der direkten Steuern anzuraten oder zu widerraten sind. Sie wird voran; sicht, ich den Staaten empfehlen, die Anleihen einzuschränken und die auswärtige Schuld zu wnsalidieren, und schließlich die Frage b:haiü>eln, ob die Beschränkungen des inneren und auswärtigm Handels zu beteiligen oder aus rechtzuerhalten sind. Brüssel, 28. Sept. (WTB3 Meldung unseres besonderen Vertreters. Der Präsident eröffnete die Vormittagssitzung um lOVt Uhr. Bevor die Berichte über die finanzielle und wirtschaftliche Lage der vorgeeheneii Staaten borge esen wurd n, die aus der Tagesordnung standen, kündigte der Präsident an, daß eine Kommission zu bilden sei für die Untersuchung ber Slaatsfinanzen. Die d.-utfche Delegation entsendet den St wtssekretär Bergmann in diese Kommission. Sodann erstattete Lord Calmer den Bericht über die finanzielle Lage Englands. Englands finanzpoiitische Stellung ist gekennzeichnet durch ein festes, k.ares Budget und durch eme strenge Steuer» Politik, die die wichtigste R chllinie für die künftige englische Finanzebaung ift An jneiter Stelle sprach das Mitg.ixd der belgischen Delegation Le f reux. Die be gische Finanzlage ist nicht als günstig anzu p echm. Lef.eur zählte die Verlust' Belgiens im Kriege auf und schildcrte^seine Vcmühun ren, den SB cbera.ifbau zu enoirfen. Seine Rede enthielt u. a. auch eine politisch' Andeutung über das so enannte Note, a kommen von Novem- vcmber 1919. Für de japanische Delegation sprach ter Finanzsachverstäncige Mori. Inan bemühe sich, die Kriegsfolgen in diesem Lande, die sich in einem hohen Budget und in den gestörten Handel bez'ehungen äußerten, zu be eiligen. Er b - kannte »ich als Anhänger te> freien Handels. Weiter erstatteten am Vormittag dir De egierten von Bri- tisch-Jndien, Australien und Peru ihre S3erid)te über die finanzpolitische Verfassung ihrer Länder. Tie Nael-mittaysitzung diente der Fortsetzung der ailgmein einführenden Reden. Sic gewann aber höheres Interesse dadurch, daß auf der Tagesordnung die Reden ber. Delogierten 9( m e r i ia§ und D e u tschlands itrnibm. Das Haus, das von den Kon f .■ reu y. eil nehmen t und Zuhörern dicht besetzt war, envartete auch mit sichtlicher Spannung die beiden Sieben Der amerikanische Delegiere erklärte, daß er in der Konferenz einen Ersolg sehe, weil sie um cr"'ert Male bie ehemals gegnerischen Na inten zu einer sachlichen Beratung zusammennihrte. Was bie Hoß- rungen Europas auf amerikanische Kredite angehe, so könne er wenig Aus ich en auf ihre Erfüllung maa-en, dies umsoweniger, als Europa die wesentliche Voraussetzung des amerikanischen Privaikapitalr- nicht biete, nämlich Sicherhei i uub Friede. Erst tarnt Lönn.e Enwva auf UMersttitz-mg rechnen. Vorerst fei es aber auf seine eigene Hilst angewiesen. Hiernach) erteilte der Prä^dont dem Führer ber deutschen Delegat von Staatssekretär Bergmann das Wort zri seinem Bericht. Bergmmm h:ett feine Rede ruhig und gelassen. Tas Haus folgt-? seinen Worten mit größter Aufmerksamkeit Als er geriet hatte, wurde ihm allseitiger Beifall zuteil. Des weiteren sprach der Führer der fübahriEaniidien Delegation, Finan-,sach>'rstLNd-iger Blankenberg, der von den südasrikanischm Finanzen ^in redxt günstiges Bild entwarf. Für Oester reich sprach Finanz Minister Reisch. Schiicß'ich trugen die 2‘legierten Bulgariens und Portugals ihre Berichte vor. Tie Sitzung wurde um 6 Uhr geschlossen. Der dcntfchc Bericht. Brüssel, 28. Sept. (WDB.) Meldung unseres bekmb'r -n Berich er ' a te^s. rfstmäß ber am ?NvntagX beschlossenen Tr.g ssrdrnma erstattet die heut ta nittag in b-.'r Fi nnricr-' Beric!:. ürrr a: firanjirfle mib mii^idiafiüdie Lage Teutstylands. Tie Rede hälr1 StaatSfekr.-tär Bergmann. In der Einleitung wird uorljer ber Dank der beu.ftben Delegation an den Völkerbund für die Einladung zu diese. Konferenz auigebvücft. Hieran anschließend legt die Ansprache die heutigen Finanz- und Wirt- schaftsverhäl.nife des Reiches bar. WLHrcn! Deutschland 1913 im ganzen eine Schuld von fünf Milliarden batte, beträgt die Schuldenlast am 31. August 1920 240 SKÜliarben Mark. Wir sehen ferner, daß mit Ablaus des Rechnungsjahre. 1920 die Schuldenlast noch wesen lich tolx’r sein wird, weil ber Bovanschlag für 1920 einsäüießliä» des oorau sich lidxn Ergelmi fe& ber Verwaltungen von Reichseisenlalmen und Po.'t ein Deüzü r^.t mehr als 56 Mickiarden Mark beträgt. Ber Prüfung ber Ziffern be3 jüngst überreichen rückblickenden Berichtes werden Sie b.i dem Haus- lmlt für 1920 Mweichungen von den Zistern finden, die in dem Rapport der Brus estr Konferenz für die offen liehen Finanzen Deutschlands angegeben worden sind Dies erklärt stch deäurch daß tiefe letzten Ziffern auf dem vorläufigen Vor- ansckstag vom ?lpril ds. Js. beruhen. Die Ver- bältnifie haben sich bisher in ei ter Weise entwickelt, daß der Voranschlag für 1920 einer starten Umarbei ung unterzogen werden mußte. Ter jetzige Bericht enthält die Zifstrn, die zur Zeit den gesetzgelenden Körperschaf en Deutsch ands zur Beschluß^! sung tiotliegen Um die Ausgaben mit den Einnahmen in Einklang zu bringen, w i r d gegenwärtig in Deutschland eine (Steuerreform größ en Umfanges burrfgefü nt Eine große Anzahl n ner Steuern wurde geschaffen, die alten Steuern sind we ent ich erhöht und die bisher den Einzelstaaten belassenen Gin» nabrneaucllen, vor allem die direkten Steuern, sind auf das Reich überführt, um eilte Einheitliel>- Eeit zu schaffen und den größtmöglichen Nutzen für die Gesamtheit zu erzielen. Vor allem wird in Teutschland neben dem Einkommen auch der Besitz auf das härteste zur Steuer herangezogen, nachdem schon vorher fast bie gesamten Kriegsgewinne mit Besch ag belegt wur.en. Von indirekten Stuem ist besonders «ul die mit hoben Sätzen auSgestatt te Urnsatz steuer hineew > fe?i. Wenn erst wieder einmal norma'e Verhält risse eingetreten sein werden, haben wir mit dem jetzigen Steuersystem eine Grundlage geschasfen, aus der ein gesunder Haushalt ausgebaut werden Fann. Für das Jahr 1920 wird aus den Steuern der Eingang von mehr als 371/« Milliarden Mark erwartet. Tas ist ein Betrag, ber für sich allein schon die Ausgaben des ordentlichen Hausha tes von etwa 39'/? Milliarden Mark fast völlig deckt. Tie drnrt'che Regierung ist aber in der Besteuerung scho n bis an die Grenze des Möglichen gegangen. Tabei ist sie von der Erwägrmg geleitet, daß jede Verminderung ber Produktion mieden w rt>en muß, damit nicht etwa die Anstrengungnt, die Reichseinnahwen zu erhöhen, zu dem gegenteiligen ©rgebni? führen. Sie werden fragen, ob bei der Aufstellung des deutschen Hausha'tes auch mit der erforderlichen Sparsamkeit versahren worden ist, das heißt, ob oie eingestellten Ausgaben wirklich iwtwendig finb. Wir können lohnen versichern, daß die Reichssinanzperwallung ständig auf Innehaltung ber größten Sparsamkeit bedacht ist. Ihre Anstrengungen sind aber auf zum Teil unüberwindliche Schwierigkeiten in der wirtschaftlichen Lage gestoßen. Soweit Abgaberr infolge des Krie ges und der Bedingungen des Waffenstillstands- unb Friedensvertrages notioenbiq gewogen sind, lassen sich Ersparnisse nicht erzielen. Allein für die beiden Rechnungsjahre 1919 und 1920 müßten die Kosten ber Durchführung des Friedensvertrages mit 47 Millia rden Mark eingesetzt werden. Tie Unterhaltung des Deutschland auferlegten Söldnerheeres erfordert weit größere Ausgaben als ein .Heer auf der Grundlage ber allgemeinen Tienstpflicht. Alle diese Lasten sind von einem in seinen örenjen und fernem Erwerbsleben wesentlich beschränkten Wirtschaftskörper zu tragen. Ans der anderen Seite machten die Zustände der (Ernährung und Kleidung sowie die Entblößung des Landes von Rolrstosfen eine sehr erhebliche Einfuhr dringend erforderlich. Tie allgemeine Teuerung kam für Deutschland in einem ungewöhnlichen Maße zur Geltung durch die wst vcl.'ire Entwertungdes deutsch e n G e l d e s. f di" Urfacben tr? Zusammenbruches der deutschen Valuta kann ich an die'er Stelle nicht eingehrn. Es ist dies ein Teil des großen allguneinen Pooblems, dem ei i f) chrrvor- ran enter Platz in den Untersuchungen die er Ävm- mtifnm erngeräumt wurde. Ich möch-e^nur darauf binwersen, daß ohne Würdigung des Sturzes der deutschen Mark, der insbesondere' seit einem ?al7r»' ein getreten ift, die Entnückclung der bcut’"d?en Reich?fiuMrzen nicht zu ver'dch-r wäre Die An- saiw.'llung aller Ziffern des vorlie^ente'i Fira'»- berichtes erklärt lief) in erster Linie baburtb, daß infolge der ftJnmgbef.en Enttvertung der Reickxr- rnerf, bie ihren »erläungen L.refstand im Febriar und März ds. Js. erreicht hat, alle Warenpreise in Deutschland um das vielfache gestiegen sind. Löhne und Gehälter mußten entsprechend folgen. Tann mtb auch die Reichsausgaben in dem Maste gewachsen, daß es nicht möglich war, mit der Vorsorge für entsprechende Einnahmen gleichen zu lallen. Nur io ist auch ber anscheinend unerklärliche Fehlbetrag der Reichsarsenbahnen und Post zu verstehen. Tie deutsche Regierung, eingedenk des Grundsatzes, daß zum minbeften alle Ausgaben der Regierungsbettiebe aus den Einnahmen dieser Dienstzweige gedeckt werden müssen, hat mrhrmals bie Tarife sehr wesentlich erhöht. Alle diese Tarife haben aber bei weitem nicht den Zweck erfüllt, die um ein vielfaches gestiegenen Ausgaben dieser Betriebe zu decken. Mil der EnNverttmg der Mark im Auslande steht das Älnwachsen des Pavier- geldumlaufes in Teutschland in engem Zusammenhänge. Tie jetzige Schuld des Reiches von 240 Milliarden Mark setzt sich »um größten Teile, nämlich mit 142 Milliarden Mark, aus schiveben- ben Berpilichtrmgen zusammen. Ta ber Betrag ber neu angeführten Steuern wegen ber Schwie ' riakeiten in ber Organisation unb Grlrbung nur allmählich eingeht, hat die Reichsregierung bislang für einen großen Teil des Geldbedarfes teilte andere Möglichkeit der Deckung gehabt als bie Diskontierung von Schatzanweisungen bei ber Reichsbank. Ein gclvisser Bettag dieser Schatz anweisunaen ist sogleich durch das ersparte Kapital ober durch sonstige verfügbare Gelder auigjawmmen ivorden, aber ein erhedliäier Teil davon ist bei ber Reichsbank verblieben, die infolgedessen den Pa- piergeldumlaus wesentlich erhüben muitfe. Mit den wachsenden Steuereingängen hoffen wir, bie Notenerzeugung zum Stillstand zu bringen und dann auch ber Valuta Verschlechterung aitgegcnroirfen zu können. Trotz ber bestehenden unerfreulichen Verhältnisse halten wir jedoch Deutschlands finanzielle Lage nicht für verzweifelt. Wer unbefangen die Zrv- stände prüft, wird finden, daß Deutschland allmählich zur Ordnung zurückkehrt unb daß erfreulicherweise auch ber Wille zur Arbeit überall im Lande sich wieder kräftig regt. Daraus schöpft bie deutsche Regierung das Vettrauen, daß bei 'Be- boachtung ber größten Sparsamkeit das Land in ber Lage fein wird, allmählich aus den gegenwärtigen wirtschaftlichen Zuständen wieder herauszukommen, insofern diese durch die Eigenatt der inneren Lage verursacht worden finb. Um aber wirklich 'wieder lebensfähig zu werden, bie Währungsverhältnisse stabilisieren und den internationalen Verpflichtungen in verständiger Weise nachkommen zu können, muh Deutschland in seinem wirtschaftlichen Leben mrndeslens soweit gehoben werden, daß es an dem Weltverkehr wieder in aktiver Weise teilnehmen kann. Unser Ziel muß fein, mit dem enormen Passivurn ber beut f (ben Handelsbilanz aufzuräumen und eine erhebliche aktive Bilanz zu schaffen. Darin liegt bie einzige Möglichkeit, die auf uns lastenden Verpflichtungen zu erfüllen. Das ist eine ungeheure Aufgabe, zu deren Lösung bie wirtichast- lrchen Kräfte Deutschlands allein nicht ausreichen. Wir können das uns vor- schwebende Ziel nur in verständnisvoller Zusammenarbeit mit allen erreichen, bie auf bie Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in dem zerrütteten Europa oder vielmehr in ber ganzen Welt Einarbeiten. Wenn wir aber mit der ivirtschaftlicheii Hilfe der Well rechnen, so sind wft verpflichtet, zunächst volle Klarheit über unsere finanzielle und wirt- sck>aftliche Lage zu schaffen. Nur eine umfassende und durchaus aufricht.-ge Darlegung der £at,ad)en kann bei den anderen Verständnis für unsere eigenartige Lage und Vertrauen in den Ernst unserer Bemühungen erwecken. Dazu sind wir entscAossen, und in diesem G iste hoffen wir, zu den Arbeiten ber Konferenz beitragen zu können. Wir haben zu unserer Befriedigung bereits gestern in ber allgemeinen Erörterung feststellen könn-m, daß unsere eigenen Ansichten über die Verhandlungen der *ur Beratung gestellten Fragen durchaus mit Sen Grundsätzen übereinstimmen, wie sie von den verschiedenen Delegierten ber anderen Nationen vertreten worben finb. Sie werden, wie ich hoffe, aus dieser kurzen Ansprache ersehen haben, daß man auch in Deutschland gewillt rst, den tn der gesttl- gen Aussprach' vorg zeichneten Grurrdlinien zu folgen, die zur Wi-ederherste'lung der Ordnung und der öffent.'ichm Finanzen sühren. Tcr Eindruck der Rcde Berstmann-. Berlin, 29. Sept, lieber den Eindruck der beutfdjer. Darlegungen auf der gestrigen Sitzung ber Brüsseler ^-inanzkonferenz meldet der Sonderberichterstatter der „Voffischen Ztg.", er glaube sagen zu dürfen, daß die nüchterne, klare und ruhige Art ber Ausführungen Bergm'anns auf allen Seiten ber Konferenz einen segensreichen Einbruck gemacht habe, wie man überhaupt sagen könne, baß eine entgiftete Stimmung auf der Konferenz vorhanden sei. Aur Italien. Mailand, 28. Sept (Wolff.) Wie den- „Popolo b'Italia" aus Neapel gemeldet wird, besetzten die Mitglieder des Verbandes ber lanbwirffchaftlichen Genossenschaft von Santa Maria Papea und Verera in einer Stärke von 2000 Mann, die mit Gewehren bewaffnet waren unb rote Fahnen bei sich trugen, bie königliche Domäne von Carbiziello. Die Jtt- befibnahme ber Ländereien erfolgte unter dem Absingen der Arbeiterhymne. Die besetzte Domäne ist bie größte bes königlichen Hauses. yol!chewiftische Unruhen in Mexiko. Paris 29. Set>L lWTB.) Wie bie „Chigaco Tribüne" aus Meriko meldet, ist es in der Stabt Meriko zu bolschewistischen Unruhen gekommen. Bolschewisiische Agitatoren haben den Naliomilvalast gestürmt und hielten am dessen Balkon Redm an die nach tausenden zählenven Mcnschn'. Der Nationalpalast war mit roten Fahne:'. geschmückt. Tie Reoen wurden mit großem Beifall ausgenommen. U. a. wurde in einer Rede dazu ausgefordert, bie 3eitungei in oie Luft zu sprengen. Bon allen Teilen des Landes stnd pen nach der Stabt beorbert nrowet, um bte Unruhen niederzudrücken. Tie Lage ist sehr ernst und wird noch durch die -t-aiiacge vrrich>rmmert, baß PräsrdeM Huerta erkrankt ist * E = iiiiiiiiiiimiHiiminnimiiiiiimiiiimiiiiimiiiHifMuiiHiiiiiiiiiHiiiiiimr: teb Der kommende Winter wird wieder Tage der Sorge und Spannung bringen. Den Zeitungen erwachsen daraus die wichtigsten und schwersten Aufgaben. Der Gießener Anzeiger wird dabei nicht auf Einseitigkeit oder Halbheit in der Bericht- erstattung verfallen, wie es ausgesprochene PartelblStter häufig tun müfien. Das überreiche Material wird unter Würdigung alles irgendwie Bedeutungsvollen kurz und in überfichtlicher Anordnung dem Leier vor» gelegt werden. Unsere Abonnenten wifien, dah wir zu allen wesentlichen Ereignissen eine charaktervolle Stellungnahme mit nationaler und aufbauender Tendenz nicht schuldig geblieben find. Die Nüt der Volkes und seine Zerrissenheit in Parteien gebieten es, die Wiedergesunduny des Volkes schrittweise anzubahnen und die Radikalkuren der äußersten Linken und der äußersten Rechten abzuweisen. Strenger Talsachensinn und verfasiungetreue fordern den Kampf gegen Schwärmerei sowohl wie gegen Anmaßung jeglicher Art. Das deutsche Gesamtinteresse werden wir auch im kleineren Wirkungskreis zu ver- tteten wissen in den Angelegenheiten der Volkskammer und der Gemeindeparlamente unserer hessischen Heimat. Die Pflege des Heimatsinnes schlie't falsche Geistesttchtungen au-, wie Internationalismus und unitattsche Gleichmacherei. Die Pflege der Kultur des Hessenlondes und speziell Oberhesiens, die Erhaltung ihres Arbeitsfriedens, die Lösung der Wohnungsund Ernährungsprobleme, die Verbesserung des Verkehrswesens sowie ein allen diesen Aufgaben aufmerksam folgender, gewissenhafter Nachrichtendienst werden denMetzener Anzeiger eindringlich beschäftigen und ihn daher für jeden oberhefsischen Leser unentbehrlich machen. Verlag u. Mufflon ües GletzenerAnzelgers. X Lauterbach, 25. Sept. Das Kreisamt erließ zur Versorgung der hessischen Bevölkerung mit Kartoffeln an die Bürgermeistereien des Kreises folgende Aufforderung: Dem Verlangen der Verbraucherschaft, insbesondere der Gewerk- Arrs Stadt trnfc Land. Gießen, den 29. Sept. 1920. Zwetschenzeit. Auf dem Lande war es schon von je Sitte, sich so ziemlich jede Familie ihren Jckhrcs- bebarf an Brotaufstrich durch einen Kessel Zwet- Rnsfische Juwelen. Paris, 29. Sept. (WTB) Nach einer „Ma- tin^-Meltnmg aus London wurden 14 Kisten, die Juwelen enthielten und an den Gesandten Moskaus in Washingron gerichtet waren, von der amerikanischen Zollbehörde beschlagnahmt. Die Kisten waren in einem skandinavischen Hafen an Bord gebracht worden. Eine der Kisten enthielt allein "100 Dia manten. Uns dem besetzten Gebiet. Die Quartiere für die Besatzungstruppen. fb. Mainz, 28. Sept. Nach Meldungen aus Mainz haben dort die Angehörigen der französischen Besahungs- a r m e e gegenwärtig in Anspruch genommen: 2 Wohnungen mit 2 Zimmern und Küche, 37 mit 3, 56 mit 4, 31 mit 5, 48 mit 6, 28 mit 7, 9 mitt 8, 5 mit 9 und 2 mit 11 Zimmern, Küche und reichlichem Zubehör. Weiter 7 ganze Häuser, 3000 möblierte Zrmmer, 107 besondere Küchen, 269 mitbenutzte Küchen und 20 Bureauränme. Vorstehende Räume dienen lediglich militärischen Zwecken und französi- sck)en Militärpersonen zur Benutzung. Hierzu kommen etwa 1600 französischeZivil- familien und Einzelpersonen, die sich in Mainz niedergelassen haben und mit nachdrücklicher Unterstützung oer Militärbehörde Wohnungen fanden. Vor einigen Tagen wurde die Stadt Mainz gezwungen, Neueinrichtung zum Bau von 135 neuen Wohnungen von 2 bis 4 Zimmern zu treffen. Die Stadt hat hierfür 8,5 Millionen Mark aufzubringen. fb. Koblen», 28. Sept. Hier sind gegenwärtig 750 Offizrere und Unteroffiziere der amerikanischen B e s a tz u n g s a r m e e untergebracht; die Rh e i n la n d s ko m- mission umfaßt 200 Offiziere und Mann belohnt wird! Zwölf Stunden und mehr noch muß nun go° rührt werden, bis der Honig sckwn dunkelbraun urw steif ist. Während btcjcr Zeit geht es in der Honigküche meist sehr lustig her. Die Hausfrau lyre Ehre darein, die Honiggäste, Nachoarun nen und sonstige Bekannte, möglichst gut uiu> reichlich mit Zwetschenkuchen und anderen sahnen Dingen zu bewirten, und dies trägt selbstverständlich viel zu ausgelassener Stimmung bei. Allerlei Kurzweil, Gesang, oft mit Grammophonbegleitung, müssen die Stunden verkürzen helfen. Und du' Jugend tanzt ielbstverständlich, mag die Honigküche noch so über füllt und eng fein. Manch alte Volksbräuche und Scherze Haber sich, besonders auf dem Lande erhalten. Mit Vorliebe »oerden zum Zwetschenkernen und Birnenschälen die zukünftigen Schwiegertöchter uns -Söhne eingeladen. Bis zum anderen Morgen schenhonig, der übrigens in der Wetterau und Frankfurter G.-gend den wenig schönen Namen Latwerge führt, selbst Erstellt. Die entbehrungs- vollen Kriegsjahre mit ihrer berüchtigten Kriegs- marmelade und ihrem Buttermmigel trugen in;ii bei, daß sich, das Honigvochen auch in teil Städten immer mehr einbürg erbe. Und gerade in diesem Jahve mit seiner überreichen Zwstsck^encrnte sieht man öfter denn je Waschküchenlüpen und -Fenster Tampfschwaten mit dem eigentümlichen Honiy- geruch ausatmen. Bekanntlich müssen sich die Zwetschenbäume nach einer Vollernte ausruhcn, wie der Gärtner sagt, und so gibt es viele befocgbe Hausväter, die sich gar für zwei Jahre mit Zwet- schenhonig einzudecken suchen. Hoffentlich ist dieser .Hamsterhonig nach dem zweiten Jahve nicht ott» schimmelt! Aber so wertvoll auch ein Kessel Zwetschen- honig besonders im Winter ist, die Hausfrau weitz auch ein Lied von der Arbeit zu singen, die es zu verrichten gilt, bis eine Batterie gefüllter unb wo ist- verschlossener „ZwotschLdippe^^ aus dem Kleider- sckj-vank steht. Stunden vergehen schon mit mnl't recht langweiliger Arbeit, bis die Kürbe voller Zwetschen entkernt, die Birnen geschält, oder Birnen, Zuckerrüben usw. gewasck^n, zerkocht und gekeltert sind. Tann erst beginnt das eigentliche Kochen. Zwetschen und Birnenschnitzen werden in dm zuvor peinlich gesäuberten Küpserkessel geschüttet und dann wird, je nach Bedarf, mit W nachgefüUt. In den meist aus der K'riegszeil stammenden Ersatzkeffeln aus Zink kann man.dksnü- lich keinen Honig kocksen. Wer also glücklicl>er sitzer eines Zinkkessels ist. Muß sich entweder einen kupfernen Kessel entlehnen oder aber 500 unP mehr Mark für einen neuen Kessel anlegen. Mn welcher Sehnsucht wird mancher mit Sorgen ringende Familienvater da wohl an seinen alten Küpferkessel denken, den er während des Kneges für vielleickst 40 Mark dem Vaterlande opfern Auch hier nruß man, wie überall, wie bei der Getreide- und Wasfenabfieserung, die traurige Feststellung mack>en: der Ehrliche und Anständige gen der Regierung und den Gewcrffckiaflen gegenüber unser äußerstes Entgegenkommen in folgenden Bedingungen zusammen gestalt: 1. Tie Lieferungsvert. äge bleiben bestehen und Eingriffe ans Preisbildung und Verband der Vertragskartoffeln müssen unterb eiben. 2. Die Landwirtschaft ist bereit,, den Bedarf ter wirklich mincerbemittelten .Bevölkerung durch -citre freiwillige Umlage zum Pr.ffse von 20 Mk. auszubringen. 3. Der Preis der hiernach noch freibleibenden Kar do ff An ergibt sich aus dem freien Markt. Es muß jeder tehörd iche und erst recht jeder unbefugte Eingriff von privater Se te un e beiden. Die landwirtschaftlichen Orga-.-isation-en halten an dem von der Regierung garantierten Mindestpreis van 25 Mk. fest, werden jedoch darauf h-inwirken, -daß unter keinen Umstünden ein Preis von 30 Mk. ab Hof überschritten wird. Tie hiernach anszubringende Umlage für Minderbemittelte haben wir begrenzt dadurch, daß wir gesagt haben: „Wir sind bereit, bis zu zehn Zentner Kartoffeln vom Morgen zum Preise von 20 Mk. abzugeben/' Es versteht sich von selbst, daß der kleinere Betrieb und ebenso der säflwächere Boden hierbei nicht so viel leisten kann wie der größere Betrieb auf gutem Boden. Es wird also in Vereinbarung mit der Bürgermeisterei von Fall zu Fall festzustellen sein, wieviel der Einzelne -ab- geben soll, und es muß dabei betont nrcroen, daß die Abgabe eine freiwillige ist. Wir möchten aber gerade aus diesem Grünte unseren Mitgliedern empfehlen, sobald wie möglich d i e f c Notstandsaktivnein zu leit en. Es ist eine alte Tatsache, daß gerade während der Kartoffelernte bi? Knappheit in den Städten am größven ist. Tritt nun in den nächsten Wochen in der Stadt Kartoffelmangel ein, so kommt wieder die gleiche Angst wie im vorigen Jahr, daß lebet memt, er bekäme keine Kartoffeln. Und was bei der Agitation, die jetzt schon getrieben wrrd, in bie)em Falle entstehen könnte, müssen wir int Jntereffe unseres eignen Berufsstandes mit allen Mitteln versuchen zu vermeiden. Wir bitten Sie bagec, sehr geehrter Herr BertranenSma'in, mö^ichst fo- port in Vereinbarung mit der Bü.^germetster-ei die Menge der aufzubringenden verbi ligten Kartoffeln innerhalb der dortigen Gemeinde feftfte.Icn zu wollen und auch dafür zu sorgen, daß teefe fo- bald als möglich geliefert wird. Nur wenn diese Aktion siobaldwiemöglich durchgefühtt wird, können wir erwarten, daß die freie Wirtschaft, tee wir für die Kartoffeln kaum erst errungen baten, und die uns bei ihrem Beginn fdjon dis härtesten Kämpfe gebrackst hat, weiter wränget ist et bleibt und der Absatz der freien Mrtoffeln lohne Gefahr vor sich gegen Bann. Die Ge.vcrkschaften haben bei ihrer in Frankfurt stattgefundenen Konferenz beschlossen, von der Verkehrssperre vorläufig a b z u s c h e n, bis der Erfolg der freiwilligen Ablieferung zu überblicken ist. Wenn wir auch keinen Grund haben, aus Nachgiebigkeit ju handeln, so dürfte es auf alle Falte die Klugheit empfehlen, die von allen maßgebenden Führern unserer landwirtschaftlichen Organifatwnen gnt- gebeifeene Aktion mit allem Nachdruck zu unter«« stützen. Wir bitten Sie daher, sehr geehrter Herr Vertrauensmann, nochmals, sofort bte Mlie- ferung der Kartoffeln für Minderbemittelte in die Wege leiten zu wollen. * Auch wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß diesem Appell an die Landwirte rn vollem Maße Folge geleistet wird, damit die Erregung unter ter Sladtbevöllerung endlich fetyrointet unb der unng H er bisher nodt r B Jf* Mö (Sri m ",nicht w tr und bg 8 275 j €cmb. i 29. Sept. IM eit. schm toi K & miiie ihm'' । einen M i®6 der ÄellkM miß ((hÖlMt -i®3 t 5Xe ciiMn.T berüch'W Ä» mtangei auch in den M nd »öe <■ “E Ziy.'tschmeW 'F flitüjeii unb Mtuinlichenv^ ich müiienj» ibt es vieles iwi». A2 sämtlich w* toi Iah« Ni« ÄLZ a®% /- ani bem rM t EL KLZ ’wWJÄl if fmn fl;*. * , “Ä^®{ & : ^Mai I-. I dm E?®twbbttft| rf i n? o aJ.. . < , Sept. Zur h-a der BerbrE :I!UP9 genonm, “B die $tarlofjfM ) Marf für bri -> nicht zufntde itgehendstr Mil gebenden Stertr Tbe Herabseim t > es sollen c\ Orten großes i staitsinden, c .ennzeuhnen. 51 mgen. Am 2. ?. | emeinn üeutsäc ein einheitlich. M M M MaAm dn fogenerotirf ZwetfchenpfLdchen gestreut, ba3 die Häuser der tun gen Därcken bet* tiLttM — Denn der Honig nach Erkalten des Lcssels ausgesck-öpft werden soll, erhält ein ,^arm- Vfcx" den Auftrag, beim Sürflermnihrr die Honig- läter und den Gtasstiefel $u holen, damit man m den Lesse! steigen könne Manch einer hat schon einen schweren Sack ©feine herbei geschleust >rnd btaudA selbstverständlich für den Spott nicht zu frrtgav Mag die Hausfrau auch ehrlich ftoU aus ihren ZwetschenHonig sein, mögen bie ZWetschen durch ihre Verarbeitung »um Vrovrufstrich auch btt praktischste Verwendung finden — am besten schmeckt doch der Zwetfchenkuck^n. Wer an Sonntagen in eine Bäckerei oder gar in ein AemeindebackhauS schauen Bann, wird diese Behauptung bdlätiat finden und nur erstaunt nnch der Quelle dieser Mehl- mengen fragen, die er hier verarbeitet steht. Tte Wertschätzung des Zwischen kuchens geht so weit, dak mandjc Hausfrauen Zwetschen einwecken, nur um mit ihren Zwerchen tuchen unferm Weihnachtsbaum grohtun zu tfrmen. Sehr in Mode gekommen ist wieder das Dörren der Zwctschen Tenn es ist nicht jedermanns Sach?, im Winter für ein Pfund Torrzwetschen von mitunter recht zweifelhafter Güte acht Mars und mchr zu zahlen. Die Dörröfen, die man in früheren Satiren siast hinter jedem Bauernhause sal>, sind teider hast verschwunden. Jetzt behilft man sick mit d m verhältnismästrg kleineren Bratosm, ro.im man seine Z wetschen nicht einem befreundeten Bäcker bringen Bann. Leider scheinen sich selbst bei einem gemeinnützigen Un ernrhmm wie der städtiscken Trvckm stelle beim Clek rizitzätswerck die Kosten sv echcht zu haben, dich das Dörren emeS KllogwmmS Zwe scheu sich auf 80 Pfennig Mit, womit die Dörrtzosten in vielen Fällen dem Dreis der Zwerschen gleichLmrmen. Lebensmittel. *• Der Zucker für den Monat Oklr- 6 schlagm hat ein junger Mann feinen Vater mit Der Axt Au:- welchen Motiven bte Tat geschar, steht tuxf) nicht fest. mc Weinheim (Bergstrohe), 28. Sept. Du Weschnitzniederung wll jetzt rm Wvge von Nvtstai:bSarbei.en entwäs'ert werben. Damit hören tic alljährlichen Hochwasser auf. Hessen-Nafsau. Schlikstung des Zoologischen Gartens? fb. Frankfurt a. M, 28. Sept. In den maßgebenden städ.ischen Kreisen ist die völlige SchließungocsZoologischenGartenS tn Erwägung gezogen worden Tvoy der Bedeu> tung des Instituts, glaubt man doch, daß cm Iabreszuschuß von einer halben Million von der Stadt nickt getragen werden könne. Man will es mit Einschränkungen versuchen unb den Zu- schuß auf 300 000 Mark bemessen. Ein schweres Brandunglück. fb. Aschaffenburg, 28. Sept- Auf dem Weiler Neuhof explodierte während des Dreschens der Kessel der Dreschmaschine, wobei auch der Dreschapparat, das gesamte Getreide und die Scheuer selbst von dem ausbrechenden Feuer eingeäschert wurden. Drei Leute, die auf dem Speicher der Scheuer Stroh auffctzten, sind verbrannt. Flucht aus einem fahrenden Zuge. fb. Hanau, 28. Sept. Bei der Station Klein-Ostheim sprangen zwei gefaßte Sträflinge aus bem Zug. Der eine geriet untre 01c Räder, der andere konnte wieder ein- lefangen werden. mr. Gelnhausen, 29. Sepr LuS fast allen Drten deS Freigericht- wird eine kleine Abnahme der Maul- und Klauenseuche icmdbel. Tvotzdem ist der Bnipcnrjatz deS er- 1 amten BicbcS noch sehr hoch (BeridyUfadl. Der Weitzenseer Kommuniftenprozetz. Berlin, 28. Sept (Wolff.) Im Weißen- seer Kommunistenprozeß wurde der ^anptangeklagte Michaeli» zu einem Jab« neun Mon aten Gefängn iS verurteilt. Gegen die übriam Llngcllagtcn wurden GesängniS- itrafen von 6 Monaten bu> zu einem Jobrr verhängt. Alle Angellagte, die nur durch den Angeklagten Falk betastet worden waren und ferner drei Angeklagte, an beten Zurechnungsfähigkeit begründete Zweifel Vorlagen, wurden sreiaesprocheu. Lor der UrteilSverkLwung führte der Vorsitzende aus, daß an der Zuständigkeit des Gerichtes nicht zu zweifeln war, da hier offenbar rein militärische Dinge zur Abnrt.-itang standen. Nicht nachgewicscn sei eine Zentralitation, etwa eine Reichszentralisation der Organisation, die hier angeklagt sei; ebensowenig sei ein Zusammen'.)ang mit der KAPD. nachgewnsen. Um einen militärischen Verband aber handele es sich zweiselloS. (Er sei rn militärisch.' Formationen c in geteilt gewesen, habe unter einheitlicher Führung gestanden inrb militärische Hebungen abaehalten Das Schießen auf der Rcnirbahn und die iwrgenonimeneni »stellten militärische Hebungen dar. Vor ingen seien die Angeklagten am 19. August abends militärisch vollkommen oroanifiert vvr- gegangen. Das Gericht habe also die Teilnahme an einem militari schm Verband angenommen. Die Tätigkeit von Lockspitzeln hab.- sich aus der Verhandlung nicht ergeben. Die Po!i;eibeamten hätten durchweg ruhig und besonnm gehandelt. Michaelis fei der Führer unb die Seele des Unternehmens gewesen, doch habe das Aerlcht, da er unbestraft fei unb keineswegs als ern schechter Cha ratter gelten tonne, sich nicht entsch.ießen können, dic beantragte Zuchthausstrafe zu verhängen. Kartoffclliefernng. Für unsere Anstalt soll die Lieferung von zirka 300 Zentnern guten ttartoffeln vergeben werden. Angebote nebst Probe werden alsbald erbeten. 10275» LupnSheilst litte. Korbflaschen neu, 25 Liter Inhalt, für Apfelwein und Beerenwein geeignet, per Stück Mk. 30.—, verkauft R. Oppenheimer Sohn Gießen, Walltorstraße 48. 1O887 Hecht&Neuhaus Frankfurt a.M. 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KWomm umf( Jt Serben allo gsientenban Misrallmes un ? ^ffbouer, fcJWt fein/' ^twlleur läft, -LHbegg mit ti M liegen bei S das vo Ulvichtig, | S,c&t 0011 I Amen um 3 . /vdesal ^ellun Bli Nomau ^druck Derk Sb. .M i r'f5 ist Nßk „Sunb fei KK :f!Ä 'M Ä L' in t® $ ff, ÄH1 Lhrgtiff als » ÄJ1 | L't^dd^ ,n | $ie irw I &•s” I KberisM I 'nriMlö, das I xlieilhnen lfi * lrhlaÄ »u ö lälogung der aber am K, nicbt-en(il dapoeltso ibren beste M gerMt I kLißahrletstot tllglifche € teufen tntcrwt \ «grslbierte, v lrofsen wm I iofl um die Ä sieben, trotz le I lliWandlMgei j tom.iMiHW; I sMrbes auf । | ftÄt! gewandet I Diese Set I deutlichsten, w I vor Augen hä 1 letzten Jahrzel | Delthandelsslo II 1910 über 45/ die Bereinigtei Mr 4,8 Broz reich mi. 4,5 i so verändert,1 steht mit 32/ aber die Bev VrvMt ber« Sam mit Frankreich n WSflotte An ivachsm Enc begriffen. Ei raschend, al- urt> ötfitf) fi &t»>>°' tldie'S Ter wP'in ii* 9. 611 lieh tu rat' >t BtbrlhL W Man i>. ®teu^ fiel., Bnl 60, hi Jüllunfligeb., In -wlinschtd-Be^ Dame a 15-50 3.®. jani, ■lttl.fr., u , Tarnen o.ebL6k ).ehrt gern. Gelen eab|„bel?(ng.m.l; letUKB52a.Nl i|. Berfchm Ldm «* Ö*1 ieiroi g. Landwirt, mlang Jahre, mann mit einem J 4 Jahren. wür=i einem 2)laieben 1* gerlroitroe, b. fcü >r 25 Jahren. »»'. rat in idjriitllebe iung wer gruelgett1 cer Doherro KvVond', «ML.a.d.Schn-1 atfiö mord enM Überbringer 2WolM j Müdlnr-ieZl iutt|,EtWnlt; ^i.finftnerloitn- Kjtfuä'S * Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbethefsen) M. 229 Zweites Blot* Das Ende der englischen vorniacht- stellung zur See. Hat (htglanb fein vornehmste Äticy^gid erreicht: di Ausschaltung jeder Weben (Wer ftlxift für feine Vormach stellung zur See? Soiorit Dentsck>- ümo m Frag«? kommt gvnnu: denn die stolze deutsche Kriegs- tmd Handelsflotte gehört her Ver- gvngenheit an. Aber statt dieses einen Nebenbuhlers fmb ihm zwei andere und viel gefährlichere erwachsen die Vereinigten Staaten und Japan. Jedenfalls ist die meerbeherrschende Stellung Bri- tanniens nach dem siegreich geführten Kriege viel bedrohter als vorher An der Hand eines einwandfreien Zahlenmaterials weift dies der Professor an der Düffe'dorfer Verkehrsdochslbule Richard Hen - n r g in einem soeben erschienenen Buch „Der nette Weltv-rkehr" nach, das einen Band der bei Karl Siegismund in Berlin erscheinenden Sammlung „Die n ue Welt" bildet. Hennig nennt das Alis- treten Amerikas als eines Wettbewerbers um die Seeberrschast „bas bedeutendste verkcbrsvolitische Ereignis, das als (folge be5 Krieges überhaupt zu verzeichnen ist". „Zwei Tatsachen," sagt er, „beleuchte schlaglicbtartig die Verschiebnng der Ver- bältnisse zu Englands Ungunsten. Tie Niederschlagung der deutschen Handelsmarine ist gelungen : aber am Schluss des Krieges stand eine andere, nicht-eng!i che Flotte, die amerikanische, doppelt so stark, als es die deutsche in ihren besten Zeiten war, zum Handels- kampt gerüstet, einer stark reduzierten englischen Äauffahrteiflotte gegenüber. Außerdem ist aber der englische Schiffbau, der seit Menschenge- denk'N tmerreichbar an der Spitze aller Nationen marschierte, vom amerikanischen übertroffen worden und schon 1918 hinter diesem fast um die Hälfte, 1919 um rund 3 zurückgeblieben, trotz lebhafter eigener Anstrengungen. Diese Umwandlungen unb so gewaltig, daß man sagen kann, nie zuvor habe sich oas Bild des Handelswett- henxrbes auf den Meeren in so kurzer Zeit gleich stark gewandelt?" Diese Veränderung der Lage ergibt sich am deutlichsten, wenn man sich den prozentualen Anteil vor Augen hält, den die führenden Nationen im letzten Jahrzehnt an der Zusammensetzung der Welthandelsflotte gehabt haben. England verfügte 1910 über 15,4 Proz.. Deutsch'and über 10,3 Proz., die Ver.!i: g ?n Staaten über 6,6 Proz., Norwegen über 4,8 Proz und an fünfter Stelle stand Frankreich mi 4,5 Proz. 1919 hat sich diese Reihenfolge so verändert, daß Deutschland ausscheidet England steht mit 32,1 Proz. noch immer an der Spitze: aber die Vereinigten Staaten sind ihm mit 23,5 Prozent bereits ziemlich naheqerückt: bann folgt Japan mit 5,3 Proz, Norwegen mit 3,1 und Frankreich mit 2,9 Proz. Nun ist aber die Handelsflotte Amerikas in einem beständigen, das Anwachsen Englands weit überflügelnden Zunehmen begriffen. Es kam ja den Briten vollkommen überraschend, als die Pankoes im Sommer 1918 ganz U'-p ötzlich f:eberf,at'e Anstve''girügen unternahmen, England im Schiffbau zu schlagen und damit die eigene Handels- und Kriegsflotte der britischen überlegen au machen. Eine unglaubliche Menge von neu gegründeten Werften blühte empor. Die amerikanische Ozeanflotte, die 1910 nur 800000 T. umfaßte, war am 30. Juni 1915 fr*reit$ auf 2794 Schiffe mit 1 871 643 T. gestiegen. Ein Jahr später schwammen 2191725 T. amerikanischer Fahrzeuge auf dem Ozean. Beim Eintritt in den Krieg im April 1917 verfügten die Bereinigten Staaten Über 2 750 000 T. an Schiffen über 1500 T. Am 1 Juli 1918 hatte das amerikanische Schiffsfahrtsamt 7 OOO 000 T., am 1. September 9 500 000 T. unter Kontrolle, unb man konnte bis Ende 1920 mit 14 715 000 T. Neubauten rechnen. In kaum sechs Jahren war die Flotte der Vereinigten Staaten um fast 300 Pro z. gewachsen. Das ge'amte amerikanische Bau- vrogramm umfaßt 17 807 071 T. In absehbarer Zeit werden allo 22 OOO 000 T. Schiffsraum unter dem Sternenbanner fahren, d. h. etwa 3/6 des Weltschiffsraumes unb mehr, als die britische Handelsflotte je besehen. „Wir werden nicht nur die größten Schiffbauer, sondern auch die größten Reeder bet Welt fein," hat der amerikanische Schiffbau- stmtrolleur Edward Hurley gesagt. Es ist begreiflich, daß diese Anstrengungen England mit tiefer Besorgnis erfüllen. Gegenwärtig liegen bereit- die Verhältnisse so, daß Bn- tamrim, das vor dem Kriege eine Ueberlegenheit über alle wichtigen Konkurrenten um 4 OOO OOO Do. besaß, jetzt den anderen wichtigsten Handelsflotten Infam men um 3 700000 To. unterlegen ist. „Wenn sich das Bauprogramm Amerikas auch nur zum Teil verwirklicht," schrieb der ,/Statift", „mag die Todesgl Jar n Vorgänge ter Jahre 1914 19 nerlo.e.i Ta:, als ob die Führervolle seit 1918 an Amerika über gegangen ist" Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. Sept. 1920. Gewerbebetrieb der Tienstmänner in der Stadt Gießen. Personen, welche auf öffentlichen Straßen unb Plätzen ihre Dienste anbieten, bedürfen zum Betriebe ihres Gewerbes der polizeilichen Erlaubnis. Tie Erlaubnis wird nur solchen Personen im Alter von mindestens 21 Jahren erteilt, die unbescholten zuverlässig und tauglich sind Jeder Dienstmann hat eine Sicherheit im Bettage von 50 Mark bei dem Polizeiamt zu hinterlegen!. Tie Sicherl-eit haftet für Geldstrafen wegen lieber» tretungen dieser Vorschrift und für zivilrechtliche Ansprüche der Auftraggeber welche' aus dem Dienstverträge hervorgelien ober bei Gelegenheit der Tienstleistung (insbesondere durch unerlaubte Handlungen des Tienstmanns) entstanden sind. Tie Zurückgabe der Sicherheit erfolgt, wenn der Tienstmann das Gewerbe aufgegeben bat. Bei Erteilung der Erlaubnis erhält jeder Tienstmann einen auf seinen Namen lautenden Tienstschein, welcher mit einer Nummer versehen ist, sowie einen Abdruck dieser Polizei-Verordnung nebst Gebührenordnung gegen Entrichtung eines Bettages von 60 Pf. Tie Tienstmätrner müssen stets, sobald sie an öffentlichen Orten ihre Tienste anbieten, eine rote Mütze tragen, an deren Vorderseite ein Metallstreifen mit der Aufschrift „Tienstmann" und darüber die Tienstnumrner sichtbar befestigt ist. Anderen Personen ist das Tragen der vorgenannten, von dem Polizeiamt erteilten Abzeichen untersagt. Jeder Dienstmann muß seinen Tienstschein und einen Abdruck dieser PolizeiverotLnung nebst Gebührenordnung bei sich führen und den Auftraggebern sowie den Polizcibeamten auf Verlangen vorzeigen. Tie Tienstmänner müssen bei Ausübung ihres Gewerbes in anständiger, reinlicher Klechung erscheinen, stets nüchtern sein und sich gegen das Publikum ruhig und höflich betragen. Sie haben sich jeder Zudringlichkeit zu enthalten insbesondere das unaufgeforderte Anbieten ihrer Dienste zu unterlassen. Karren und Gerätschaften dürfen nur auf den von dem Poli- zeiamt bestimmten Plätzen ausgestellt werden. Den Tienftmännern ist der Aufenthalt und das Anbie- ten ihrer Dienste auf den Balmsteigen und in den Wartesälen wie überhaupt in dem Empfangsgebäude des Bahnhofs untersagt. Tie Tienstmänner dürfen sofern sie nicht bereits anderweit bestellt sind, die Annahme von Aufträgen nicht verweigern, ebensowenig letztere eigenmächtig anderen übertragen. Tre Bezahlung der Dienstleistungen erfolgt auf Grund der bestehenden Gebührenordnung. Für Tienstleistung-en, welche nicht in der Gebührenordnung aufgeführt sind, bleibt den Beteiligten überlassen, sich über den Preis zu einigen. Tie Tienstmänner sind verpflichtet, vor Annahme des Auftrages den Auftraggeber darauf aufmerksam zu machen, daß die verlangte Tienstleistung in der Gebührenordnung nicht vorgesehen fei und die Vergütung hierfür der freien Vereinbarung unterliege Jeder Mehrforderung, sowie das Verlangen von Trinkgeldern ist bei Strafe verboten unb kann zur Entziehung der Erlaubnis führen. Tie Beaufsichtigung der Tienstmänner, die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen ihnen und ihren DufttaggÄem, sowie die Eirtscheidung von Beschwerden liegt dem Polizeiamt ob. Die Dienstmärmer und bfe Unternehmer von Dienstmanns-Anstalten haben für ihre Dienstleistungen, soweit nicht eine besondere Vereinbarung stattgefunden hat, folgende Gebühren zu beanspruchen: 1. Bestimmte ®änje: a) in der inneren unb äußeren stabt mit Ausnahme der unter b bezeichneten Punkte: 1 ohne Gepäck oder mit Gepäck bis zu 10 Kilogr. 1 Mk : 2. mit Gepäck von 10—20 Äi ogr. 1,5 ) Mk b) nach sagenden Punk.eu: 92eue Kaserne. Provinzial- Süchmanstalt Landec-Heil» und Pflege-Anstalt, Germania, Schützenbaus, Liebigsböle Pluto- foplxmralb, 'Jkuer Friedhof, Textors Hard: unb Hardthof: 1. ohne Gpäck ober mit Gepäck bis zu 10 Krlogr 2 Mk.: 2 mit G.prck von 1 > bis 20 Kilogr. 2,50 Mk. Für Rückaufträge ist in allen Fällen die Hälfte der vorstehenden >sätze zu zahlen. 2. Zeitarbeit: a) ohne Gerätschaften: 1. für de erste Stunde 2 Mk . 2 für jede weitere Stunde 1,50 Mk b) mit ( e rät schäft en: 1. für die erste Stunde 3 Mk.; 2. für jede n*ciK're Stunde 2,50 Mk. Die angefangene S tun le wird als voll gerechnet. 3. Führung von Geschäftsreisenden: a) mit Muster: 1. für bi' erste Stunde 2Mk ; 2. für jede iveitcre Stunde 1,50 Mk b) mit Mn ster- ko f fern aut Handwagen: 1. für die erste Stunde 3 Mk: 2. für jede weitere Stunde 2,50 Mk Die angef.rngene Stunde wird als voll gerechnet. In her Zeit zwischen 10 Uhr abends und im Sommer 6 Uhr, im W ntcr 7 Uhr morgen» kommt der anderthalbfack)e Betrag der obigen Preissätze in Ansatz. Dienstleistungen, welche in vorstehender Gebührenordnung nicht anfjeführt sind, insee'ondere alle Titnstteistungen nach außerhalb der Stadt, so- w.e Transporte von Möbeln, Klavieren, Kassenschränken und berg(eichen unterliegen besonderer vorheriger Vereinbarung. Jede Gcbührenüb rsorderuna, insbesondere das Verlangen von Trink eldern. ist den Dienstmän- taent untersagt und wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mk, im Unverrnogensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft. ♦ ** Amtliche P e r f on a lna chri ch t en. Ernannt wurde am 21. Sep'ember der außerordentliche Professor Dr. Emil Wimmer an der Universität Freiburg i. Br mit Wirkung vom 1. Cf ober 1920 ab zum ordentliche i Profes'or für Forstwissrnichaft an der Lande Universität Gießen. — Ernannt wurde am 17. Scp ember dec Heinrich Müller zu Gießrm mit Wirkung vom 1. April 1920 an zum Amtsg'hi fen am Zoologischen Institut der Landrsun ver ität Gietzen. — Ernannt wurde am 21. Scptemlxn: der provisorische Diener Kaspar Herdt aus Heimertshausen mit Wirliung vom 1. April 1920 an zum Amts^hilfen bei der chirurgischen Veterinärklinik in Gießen. ** Zur Durchführung des Tumult- s ch ä d e n g e s e tz e s sind zu Mitgliedern der Fest- stellungsauöschüsse für die Provinz Ober Hessen ernannt : Regierungsrat Tr. Heß-Gießen als Vorsitzender, Regierungsrat Hemmerde-Gicßen als ftellDextTctenber Vorsitzender. Als Mitglieder: 1. Fabrikant Georg Allmendinger-Grünberg, 2. Schlosser Wlll>elm Teusina-Lollar, 3. Bürgermeister Fendt-Hmigen, 4. Oekonomierat Hoffmann, Hof-Güll, 5. Fabrikant Langsdorf-Friedberg, 6. Bauunternehmer Dh. Morschel^Friedberg. Als stellverttetende MitÄieder: 1. Gutspächter Karl Hesse-Otterbach, 2. Bürgermeister Jost-Ber- mutshain, 3. Kreisfeuerwehrinspektor Müller- iFriedberg, 4. Zigarrenarbeiter Friedrich Neumann-Schotten, 5. Drogist Augult Noll-Gießen, 6. Möbelsabrikant Gust. Ramspeck-AlSseld. Kreis Alsfeld. ** Oler-Ohmen, 28. Sept. Der Einbau ettves Elektrizitätswerkes in die Mühle, das den Ort mit elektrischen Licht versorgen soll, sowie die An'age des Ortsnetzes wurde der Gieß-mer El:k- trizitätsgeselljchast Münnich u. Althoft übertrageit. MU dem Arbckten wird sofort begonnen. Man hofft, bis Weihnachten schon Licht geben zu können. Kreis Schotten. O. Gedern, 26. Sept. Unter dem Vorsitz von Regie-ui-gsrat Schafer-Schten hielt dr Kreis-Obst- und G a r ten b a u d e r e x n feine diesjährige Hauptversammlung heute hier ab. Nach Erstattung des Vereins- und Rechenschaftsberichtes für 1919 und nach Genehmigung des Voranschlags für 1920 wurde der neue Vereinsdirektor Geh. Regierungsrat B ö ck m a n n zum Verein-Vorsitzenden gewagt. Oetonomreait Spieß-Friedcherg hielt sodann einen lelrreichen Vortrag über „Tie .Handelsdüngemittel für den Obstbau". Hessen-Nassau. Städtt^chcr Millionenetat. fd. Frankfurt a. M., 28. Sept. Der neue Etat oeäangt bte größten Zuschüsse für: Schul- verwalmng 43 Millionen Mark, HaupwerTvaltung einschli ßlich der Gehäl'er für bte Festangestellten 35, Gestuidherts-, Wohlfahrts- unb Jugendpflege Blinder Hatz. Roman von Alfred Sassen. ftiachdruck verboten.) Fortsetzung 42. „Magdalene, verstehen wir uns nicht ganz unb voll r' fragte der Genesene abwehrend mir einem müden, aber glücklichen Lächeln. ,^Ich mutz mir eine letzte Sühne au ter legen." „Tas eben sollst bu nicht." ,Lch mutz und will eS." Die Blinde war stehen geblieben, beide Hmwe am die Brust gepreht, die an tiefer, tiefer Atem- Zug hob. „Es ist nicht viel, was bu hören nnrft," sagte ste leise unb feierlich, „Nur vettuchen rnächt tdr, dir verständlich zu machen, wie jener ingrimmige blinde Haß in mir entstehen konnte . . . Als du damals das Unglück hattest, meinen Bruder im Tuell zu erschießen, wollte ich nicht einteben, daß bu ein armer gehetzter Mensch feiest, und Menschlich begreifliche Erwägungen dem Handeln bestimmen mußten. Ich hatte immer das Größte tob Höchste von dir erwartet, das Außervrdntt- liche — so nehm ich auch jetzt an, nichts in der Dell könne unb dürfe in deinen Augen stark ge* trug fein, um trennend zwischen uns zu treten! Er muß kommen — muß einen Weg zu dir finden — so ober so! Kein anderer Gedanke hatte Raum in meinem brennenden Hirn!" „Magdalene, laß dir sagen —" „Lprich nickst — nein! Du hast dich nicht Su entschuldigen. Heute weiß ich, daß du gewiß nur unter laufend Schmerzen und unter einem unerbittlichen Druck entsagt haft. Damals aber tollte ich keine Entschuldigung für dich finden, Jin« gelten lassen.' Meine ungiückfelige hemge Warur ließ es nicht zu. Und so matz ich Da auch die Schuld bei an all dem Unglück, das später auf mich ein stürmte —" „Und das war so unsäglich Jammervolles," unterbrach sie der Deutschamerikaner mühsam. „Zu allerletzt kam auch noch mein Sohn unb rang mit deinem um bte Liebe des Mädchens, dessen Besitz für beide bas Lebensziel bebeutete, und dein L-oyn erlag, mußte sterben —" Tie alte Frau ergriff mit bebenden Fingern die Hand des Jugendgeliebten. Ihr Ton nahm in dieser gedämpften Feierlichkeit etwas erschütternd Geheimnisvolles an: „Nicht allein um meines gestorbenen Sohnes willen stand ich dir am dem Frisdlwt P unerbittlich gegenüber — es war noch etwas anderes — das vor allem! Tu sollst es wisien. Als ich jo plötzlich deine Sttmme vernahm, hätte ich mit all/r Gewalt den furchtbaren Schleier vor meinen toten Augen zerreißen mögen, um dich in deiner jetzigen Gestalt sehen zu können. Ter Schleier ritz nicht, — mir blieb verborgen, wie dich das Leben m deinem Aeußeven gewandelt. Tu tratst vor mich hin, als seist dn noch der gleiche, der vor fünfe imbbrcifng Jahren von mir sortgegangen — blühend in Schönheit, strotzend in jugeni>Iich?r Straft! Meine Seele rang unb sträubte sich gegen diese törichte Vorstellung — allein sie blieb — unb marterte mich bis zum Wahnsimngwerden! Ich erblindet, vom UnMck oerfolgt, wehrlos gemacht in all meinem starken Wollen unb Können — du drüben in Amerika reich unb glücklich geworden — und jung und schön geblieben.' Dies auätenbe Bild vor allem rüttelte alles Schlimme unb Schlimmste in mir out, so daß ich sinnlos mit wilden Anklagen über dich herfrel —". Ter Deutschamerikaner faßte mit beiden Hän- I den das weiße Haupt Magdalenens unb bettete j es sanft an feiner Brust. „Nichts, nichts mehr," bat er. „Jetzt erst, nachdem du mir dies gesagt, verstehe ich, wie unfagbar bu gelitten hoben mußt, was es war, 'das dich in den TÄ> treiben wollte —" Er küßte ihre Stirn. „Wer die Zeit des Leidens ist nun vorüber —" „Ja, vorüber," fegte die alle Frau Zwei große, heiße Tränen rannen ihr aus den tuten Augen unb rollten langsam über die bleichen Wangen. Allein, kein Sck>luchsen en'djütterte ihre Brust. Ihre sonst fe dumpfe, hoUe stimme erklang vielmehr klar und rein unb gesättigt von einer heiligen Freude. „Und weißt bu, Walter Hüttich," rühr sie fort, ,Fielch ein Wunder der armen Blinden widerfahren ist? Sie ist sehend geworden — sehend durch dich! Nicht allein sehend in Glauben, Liebe und Hoffnung — sondern sehend in der Wirklichkeit!" Mit (inan unbeschreiblichen Lächeln, das ste lugenblich verschönte, leg» sie ihm beide HLide aus die Schulter. „Ich erkenne dich nun in diener wirklichen Gestalt.' So, wie du jetzt bist, stehst ou vor mir! Ich sehe, daß sich ein grauer Schern über dein dunkles, starres Gelock gelegt hat —" „Ja, Magdalene." „Und gar manche Falle sehe ich in deinen lieben, stolzen Zügen." „Gar manche ist da, Magdalene." Sie strich ihm mit behutsamer Hand über Haar und Antlitz, als wollte sie diese Spunen des Alters liebkosen. Er ließ es still geschehen und sagte bann: „Wenn das Wetter gut bleibt, werd' ich morgen meinen zweiten Ausgang machen. Du bist natürlich bei mir, Magdalene. Unb weißt du, wohm ich dich da führen werde? Zum Grabe deines Sohnes." Mittwoch, 29. September 1920 je 21, Leistungen für stoa liche Zwecke LI8/*, Hoch- und Tiefbau 11, Wissenschaft, Kunst unb Volksbildung 8, gemeinnützige Bestrebungen 1,4, Besät tun gswescn 1 Million Mark Di.' Crnnahmen an Steuern unb Abgaben erbringen IGO Millionen Mark, gegen 70 Millionen Mir.ck im Fahre 1919; ine Einnahmen aus bet Grundstücksverwaltung find 5,9 Millionen Mark Stiftung. sd. FrankNtrt a M., 28. S'pt Sh>mmtrr* zfenra: Beit von Speyer hat der ndn ihm im Jabre 1915, zum Andenken an seinen ans dem Felde der Eh-r gefallenen Sohne, errichteten Stiftung von 30 GO-J Mk für das Goe'.begvmnasium, die im "aufe des Krieges um 10 004 Mk. erhöht worden war.^jetzt weiteve 30 003 Mk zuaenxndet, so daß ffes ftung-Zkapila: aus 70 003 Mk angemaebien ist Aus den Zinzen des S:ifNing5kaptta c« soll all* jährlich ein würdiger und bedürftiger Abiturient die Mittel zu einer Stubienrnie erhalten. Der Magistrat bat die Erhöhung der Stiftung mit Dank angenommen. Doppelsklbftmvrv. sd. Frankfurt a. M., 27. Sept. In einem Hotel am Hauptbahnhof hat sich ein in der Mitte der vierziger Jahre stehendes Ehepaar aus Renischetd mit Cyankali unb Strychnin vergiftet. Die Wahlen im Kommunallundtsty. fd- Wiesbaden, 27. Sept. Der Kommunak- landtag wählte heute mit 46 von 76 abgegebenen Stimmen Stadtrat W 0 e 1 l - Frankfutt zum Landeshauptmann. Die Sozialdemvttaten batten als Protest gegen dir Nichtberücksichtigung tbrrr Wünsche weiße Zettel abgegeben Tie bürgerlichen Abgeordneten stimmten geschlossen für Stadt rat Woell, dessen Gehalt auf 59 400 Mk festgesetzt wurde. Zu Landräten wurden gewählt: Bürgermeister Kranzbühler-Biebe ich, Assessor Schlüter- Wiesbaden und Landesassessor Johler-Wicsbaüen. Schwurgericht. Gießen, 27. September. Der 28jährige Weisch'ndevgeselle Adolf Sch. von Ober-Mörlen war angellagt, im Oktober 1919 einen Pfluggestohlen und am J8. Aplil 1920 eine Frau beraubt zu haben. Sch., der nach der Angabe Der 3eugen als ein Simpel gilt, der an Dummkoller leidet, vib bte erste Tat zu: bezüglich des Raubs wollte er sich an nichtmehr erinnern. Nach dem Gutachten der Sachverständigen ist er ein erblich belasteter, schwachsinniger Mertsch, der wohl strafrech'lich verantwortlich ist, dem aber mildernde Umstände in weitesten Sinne iugcbi lifft werden müssen. Die Geschworenen bejahen die an sie gestellten Fragen t>mtfinten aber, das Sch. dtt Frau das Geld mit Gewalt weg- genommen habe. Der Angeklagte erhielt wegen 2 Diebstähle 6 Monate Gefängnis abzüglich 5 Monate Untersuchungshaft und wurde aus der Hast entlassen. Aus dem AmtSverkündigungSblatt. ** T a- Amt-Verkündigung-blatt Nr. 140 vom 28. September enthält: Die Preise für ab gelieferten Raps und Rübsen. — Einkauf von Flachs aller Arten. — Fvldbeveinigung Rabertshausen. — Polizeioerordnung über den Gewerbebetrieb der Tienstmänner. — Aufhebung der Straßensperre. Preise für abgelieferten Raps und Rübsen. Tfe Preise für die auf'Grund der Ber- orbmmg über Oelsrüchte und davaus gewonnenen Erzeugnisse vom 16. August 1919 (Reichs-Gesetzbk. S. 1439) abgelieferten j>lfrüchte der Ernte 1920, die vom Reichsausschusse für pslanzliche und tierische jDele und Fette nicht überschritten werden dürfen, werden festgesetzt bet Raps auf 4500 Mk., bei Rübsen auf 4400 Mk. Einkauf von Flachs aller Arten. Außer den bereits bekanntgegebenen Personen ist noch Herr Karl Seifart, Grünberg, zum Auskauf zugelassen. Nachdem die Wal^arbeiten in der Frankfurter Sttaße bombet sind, ist die Straßensperre wieder aufgehoben. Turnen, Spiel und Sport. — Die ge meins ame Geschäftsstelle für Turnen und Sport. Den Bemühunprn des Deutschen Reichsausschusse- für Leibesübung« ist es gelungen, entsprechrnd den an ihn berangt- trct er 12 bis 14 Meter breit war. In langer Kette liefen sie an dem Ufer entlang abwärts, eine dicht Mrs der andern; mit einem Ruck fhanben sie still und schoben sich, jede Ameise mit den Vorderbeinen in den Hinterleib des Bordertieves ejngekrallt, in dre Strömung hinein, während sich bte unterste am User festhielt. Die ganze Kette machte sich „starr wie ein Stecken", und wurde so, durch die Strömung langsam um die unterste Ämeife gedreht, über den Fluß geschoben. Als die Kette das andere Ufer erreichte, hielt sick bte äußerste Ameise daran fest, während die letzte Ameise das diesseitige User losließ. Dann wiederholte sich der Vorgang und so kam die ganze Kette ans andere Ufer. >L>chips weist darauf W, daß solche „Starrezustände", wie sie beim Menschen nur in der Hypnose beobachtet werden, auch sonst bei Jirsektm, so bei den Gespenst-Heuschrecken und unseren Srannerraupen, beobachtet werden. Eine ähnliche „Kettenbildung" kommt bei Ameisen in Ceylon vor, die ihre Nester geworden. Es droht ihm auch die geistige Armut. Ter Mittelstand, aus dem unsere besten Kräfte in Akademikerkreisen Ijeröorgegangen sind, bringt kaum mehr die Mittel auf, seinen Söhnen das Universitätsstudium zu ermöglichen. Viel wird getan, um die Not zu lindern. Ich erinnere an oie Sveismig durch die Quäker in Berlin, an den Albertus-Magnus- intb den HildegarLis-Verein, an Stipendien u. dgl. Letztere sind jebod) aut die normalen Friedensverl-ältnisse zugeschnitten und vermögen so kaum die Bedürfnisse für einen Monat zu befriedigen, wo sie früher für ein ganzes Semester ausreilUep- Tiestr Armut liegt eben die Aufgabe ob, dennoch zu schaffen, was der Staat imb feine Erlasse nid# gewähren können. Das folgende ist bestimmt, möglick-st viele Kreise auf ein Problem aufmerksam zu machen, das in Berlin im Werden und Cittstehen begriffen ist. In Berlin bat sich eine freie studentische Produktionsaerneinschaft ge- blldet. Diese Produktionsgemeinschaft ist Arbell- auf Bäumen anlegen, indem sie deren Blätter zu Klumpen zusamrnenf pinnen. Ist der Abstand Epischen zwei benachbarten Blättern zu weit, bann packen sich mehrere Tiere um den Hinterleib und bilden so eine Art Leiter, bis dre oberste den benachbarten Blattrand erreicht. Die zunächst sehr romantisch klingende Schilderung Jacques' kann allo sehr wohl aus einer wirklichen Beobachtung beruhen. — Ttanft unö Wissenschaft. SüDwcstdeutscher Volksbüchereitag. Die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege nt Hessen veranstaltete gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der Volksbildung in Württemberg und dem Pfälzischen Verband für Freie Volksbildung vom 16. bis 22. September einen Südweftdeutschen Volksbuch« re itag in Darmstadt. Die Tagung war bestimmt, Richllinien für die Ausgestaltung des Volksbüchereiwesens in Hessens, Schwaben und der Pfalz zu geben. Referenten waren Bibliothekar Waller Hofmann, Leiter der städtischen Bücherhallen zu Leipzig, und Geschäftsführer der deutschen Zentralstelle für volkstümliches Bücherei- wefen und Frau Hofmann-Bosse, Leiterin der Fachschule für Bibliothektechnik und Verwaltung. Tie Veranstaltung nahm einen in allen Teilen höchst befriedigenden Verlauf. Ties ist in erster Linie den beiden Vortrageichen zu verdanken, die es verstanden, die Poobliemc der volkstümlichen Bücherei aufzuzeigen und praktische Wege zur äußeren und inneren Gestaltung der Volksbiblio- thek zu weisen. Ter starke Eindruck, den die tie schürfenden, durch wertvolle Zeichnungen unterstützten Darlegungen von Herrn und Frau Hofmann auf die TÄlnehmer machten, kam sichtbar in einer Reihe von Resolutionen zum Ausdruck, bie am Schüsse der Tagung gefaßt wurden. Die drei veranstaltenden Organisationen vollzogen einmütig ihren Beitritt zu der deutschen Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen. Sie stellen sich "restlos auf den von dem Letter der Zentralstelle, Bibliothekar Waller Hofmann, vertretenen rm. Mainz, 27 Fept. Der Verbau d bi l- dender Künstler i n H-es se n htell am eam^ tag eine Zusammenkunft in Mainz ab, nut der auch eine Besichtigung des Domes unter Führung von Gelleimrat Katsch-Frankfurt am Bormi a 7 verdun- den war Ein Besuch des Museum' irn,^ Erleichte- rung geschaffen und auch nah auften hur ein Beweis für die Gemeinschaft der .jntereifen gegeben. G i e ß c n, 2J. Sept. Die Or.sgruppen erungen aufgenommen. Sie lauten: 1. Errichtung von selbständigen Stadtämtern, für Leibes- ürunaen. 2. Gemeinde rechtliche Fe'll.grmg von släd'ischen Deputationen für Leibesäbimgen unter Heranziehung von Fachleuten. 3. Delwrdlich un- abliäugtgc Zusanrmenfaffung b:r Vereine in Gestalt von Ortsgruppen des D. R. A unter Hcran- ziehimg aller Bestrebungen.. 4. Selbständigkett dm' gtsamten 9frbcit gea'enül>er den übrigen Zweigen Der Jngendp'legc. Als weiere F^rderung^wnrde eine Umerstützung von 30 M-ark für jed.n Sports- mann, die von Staat und Gemeinde zu tragen sind, gefordert. In dieser Summe sollen alle Beträge enthalten sein, die für Anlage von Sportplätzen, Anstellung von Lehrkräf en usw. erft'rderlich Hnb. lieber Spi.lplatzbau belichtete Stadtlanrat Wolff- Hannover unb stellte fest, daß die Forderungen des NeichstsPirlviatzgefeßes bered) igt und in allen Teilen prak.isch durchführbar seien. Hannover' habe bereits begonnen, 128 Hektar zu Spielplätzen auszulauen. Die Anstellung von Sport- und Turnlehrern behandelte Waitzer-München. Beschlossen wurde die Errichtung einer Reichsbevatungsstelle für Spielplatzl-au beim Deu'schen Reichsausschuß. Die Durchführung der Reichsj ugendwet tkä mpfe wurde als eine der wichtigsten Ausgaben der Ortsgruppen angffpnochen. Die Wettkämpfe wllten all- jal/rlich an einem Tage im ganzen Reich'? durch- gefübrt werden. Ms Termin wurde der dritte Junffonntag in Ans icht genommen. Von uniercr Stabt waren anwesend der Vorsitzende des Stadt- aussch uffes für Leibesübungen unb ein Vertreter der o>ießener Turn-, Spiel- unb Sportvereinigung. — Der Hindenburgschilb wurde in biesem Jahre von der Oberrealschule erkämpft. Da ber Schild damit zum drittenmal in den Besitz bte* st- Schule gelangt ist, verbleibt er ihr den Be- sftininnnnen cntsp.echend nun dauernd. A s Durch- sdm tts.cistunq hatte die Oberreal'chute 69,73 Panke. Die besten Einzelleistungen roa^en. Oberstufe : Otto Keller (O.-M.) 72 P.; Mittelstufe: Sia urb Lange (Gy.) 100 P.; Unterstufe: Willy Bepple r (Rg.) 94 P. — Fußball. Tas am Sonntag, 26. 9. aus- getragene WettiPiel um die A-I-Meisterschast zwi- scheu Ballipielklub Merkur von 1904 Gießen unb Ballspielklub Wetzlar wurde mit Interesse erwartet. Tron ber schlechten Bodenverhältwste pftft ber Schiebs ichter an unb es entwickelte sich sofort ein ■ floties faires Spiel. B.-^C. Wetzlar brückt zunächst burch besseres Zusammenspiel und es gelingt ber Gästemanns^ift in ber 20. Minute bas erste Tor zu treten. Nach Anstoß bas selbe Mlb. B.-C. Merkur taut nun etwas aus, kann aber keinen Erfolg, trotz schöner Durchbrüche erringen, währenb Wetzlar bis zur Pause noch ein Tor für sich bucht. Halbzeit 2:0 für bic Gäste. — Nach Anstoß geht B.-C. Mterkur sofort in gutem Tempo vor Imb es gelingt dem Halblinken, Ferb. Krieger, für seine Farben bas erste Tor zu buchen. B.-C. Merkur bleibt nun ständig vor des Gegners Tor unb füttert ben Torhüter Wetzlars mit schönen Bällen, welche dieser aber gut hält. In der 20. Minute drückt M. Grünewald einen Ball in daS feindliche Netz, womit Handel. Berlin, 28. Sept. Borsensttmmungs- bild. Die Gründstimmutrg der Börse war fest. Da man angeblich dem Ergebnis der Brüsseler Finanzkonferenz >offniing§boll entaegen- sieht, führte man auch die wettere Abschwäch- ung der Devisenkurse auf den gleichen Grund zurück. Das Geschäft war im allgemeinen nicht besonders angeregt, weil die Besserung des Markkurses die Kauflust einzuschränken pflegt. Am Montanmarkte spielten Phönix wieder die Hauptrolle mit einer Besserung um 15 Proz. Auch Deutsch-Luxemburger, Gelsenkirchen, Hösch, Hohenlohe und Mannesmann waren bis zu etwa 6 Proz. höher. Erheblich stiegen Bismarckhütte, nämlich um 52 Proz. Man sprach vielfach von neuen Transaktionen in Montanunternehmungen. Farbwerte stellen sich auf Realisationen niedriger. Auch Elektrowerte schwächten vorwiegend ab. Felten-Guilleaume waren jedoch 18 Proz. höher. Bon Spezialwerten waren Adlerwerke, Köln-Rottweiler unb Stettiner Vulkan als höher zu nennen. Westeregeln setzten ihre Abwärtsbewegung fort. Petroleumwerte waren gut angeregt. Deutsche Petroleum und Steaua Romana ansehnlich ge- 0n einem Teil der Auflage nrieb:t(pIM Die Brüsseler Konferenz. Brüssel, 27. Sept. (WB.) Bon unserem "Sonderberichterstatter wird über die eitrige Sitzung ber Finanzkonterenz berichtet: In Der Nac^nittagssitzung sprachen noch die Vertreter der ffandinovisdim Delegation. Sie traten vir allem für die Einschränkung ber Ausgaben bei stattlichen Erwerbsunteriichmeu ein. De Haller (Schweiz) hielt es für nottoeudig zu erklären, da» bte allgemeinen Ausführunsen Telrcrvix's über bte Schädlichkeit ber Vermögensabgabe nicht als die Ansicht ber ganzen Konferenz ausgefaßt werben Dürfen. Nach ben heutigen BesdLüffen werden IDienstaq bte einleitenden Berichte über bte finanzielle Lage im allgemeinen fortgesetzt Ttenstag nachmittag wird ber Führer der deutschen T-p- le gation , Staatssekretär Bergmann, Bericht erstatten. Mnifterrat in Paris. Paris, 28. Sept. (WB.) Wie das „Echo bc Paris" meldet, findet heute ein neuer M 1- nifterrat statt, ber sich unter dem Borsitze vm Millerand mit politischen Fragen beschäftigen rofro. Ein scharfer Protest der Sowjetregierung gegen England. Paris, 28. Sept. (WTB.) Wie bas „Echo be Paris" aus Christiania meldet, hat Tschitscherin an Litwin ow eine drahtlose Botschaft übermittelt, die für Lorb Curzon bestimmt ist. In dieser wirb erklärt, baß die ©oroietregienmg in ber letzten Note Curzons an Kamenew einen Versuch sehe, ben Abschluß eines llebereinkommens zwischen England und Sowjetrußlanb zu verhindern und die Wiederaufnahme friedlicher Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf unbestimmte Zett unmöglich zu machen. Tie Note schließt: Tie Sowjet r eg ierung prote- tiert energisch gegen bte Haltung ber englisch« Regierung gegenüber ber Sowietregierung, etnet Haltung, bie mit Der Würbe der letzteren unvereinbar ist, unb erklärt, baß bie anfangs Juli abgeschlossenen llebereinkommen als verletzt angelehcn werden. Tie russische Regierung mache bte atg- lische verantwortlich für bic Nichtwieberausnahim ber politischen Verhandlungen zur WiederhersteP' lung bes friedlichen Zustandes zwischen den beiden Ländern. Die Arbetterdewegung in England. Paris, 28. Sept. (WTB.) Nach einer Mel« düng des „Motin" aus London haben gestern Arbeiter- unb Arbei tg ebe r vertreter eine dreistündige Ver Handl un s gdhabt Sie nahmen einen durchaus ftenndsdaMichen Verlauf und cs wurden gute Fortschritte zu einer glücklichen Verständigung erreicht. Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt. Aus Irland. Paris, 28. Sept. (WTB.) Der „Matin" meldet aus London: Dir Nachrichten aus Irland werden immer ernster unb bebenllicher. In , Cork fand heute nacht um 2 Uhr eine gewalttge , Explo sion statt, bie das ganze Zentrum der Stadt schwer erschütterten. Kurz daraus hörte man wieder mehrere starke Detonationen unb lebhaftes Maschinengewehrfeuer. Em . großes Haus ist vollkommen in bie Luft geflogen. Die Ursache der Explosion ist nicht bekannt. Ä» - Belfast wurden gestern 25 Personen ins Hospital eingeliesert, die im Laufe des Tages verwundet Standpuntt hinsichllich der Grundlagen, Ziele unb ber Ausgestaltung des volkstümlichen Bücherei- tueiene sowie i>er sich baraus ergebenden Folge- nmg>m. Volksbildung insbe.ondeve Volkshochschule Angelegenhetten. Der yerroaiLung uno oes Aviayes. und polLiümliches Büchrreinesen ndrifen in engste auf eigene Rechnung. Pwdnziert werben nicht > Bezichung zueinander gebracht werden. LSrsenk«»sO. Frankfurt Serin Abend- Abend- Schluß- Schl befsert. Valutapapiere tagen in Rückwirkurrg ber Ermäßigung der Devisenkurse niedriger. Bankaktien waren fest, teilweise anziehend. An der Börse verloren Petro teurnaktien chließlich den anfänglichen Kursgewinn. Nur zu EinheitsTurserr gehandelte Jndustriewerte erfuhren überwiegend Erhöhungen, vielfach ansehnlicher Art. Frankfurt a. M., 28. Sept. (Börsen- timmungsbild.) Montanpapiere fanden auch an ber Abendbörse größere Beachtung. Laura- Hütte handelte man mit 372 plus 8 Proz., Deutsch Luxemburg strebten nach oben 339 plus 5, eben» b Phönix Bergbau waren bei lebhafterem Ge- chäft 71/2 auf 543—545 gesteigert. Buderus ga- )en jedoch 5 Pvoz. nack 444. Sonst sind noch zu erwähnen Kali Westeregeln 970 minus 20 Proz. Für bie Werte des Anilinkonzerns machte sich Abgabeneigung bemerkbar. Es gingen höher um Wetter ter Meer 316 (plus 5 Proz.). Scheideanstalt sind fester 689 plus 6 Proz. Aehnlich gestaltete sich die Preisbewegung ber Elektropapiere. Rhein Fff-e Mannheimer no teilen 173 plus 5y» Proz. Im freien Verkehr hielten si-cd Deutsche Petroleum mit 1525 gut behauptet. Gebrüder Fahr etwas höher 334, 335, Lechwerke 176, Junge Frankenthaler Zucker konnten ihren Preisstand auf 362 erhöhen. Ter Einheitsmarkt verkehrte in Verwiegers fester Haltung. In starker Nachfrage standen Adlerwerke Kleyer, eine Notiz kam Mangels Angebots nicht zustande. Schuhfabrik Aug. WessÄs notierten 281. 5proz. Gold- mexikaner notierten 610, 5proz. Silbermexikaner 463 5proz. Tehuantepec 375 mäßig besser. 5proz. Reichs aüleihe 79 V2. mc. Frankfurt a. M„ 28. -sept. T« elektrotechnische Feinindustr te bat in ben letzten Tagen größere Lteferungsauftväge aus dem A -. la,w erhalten, die eine Einstellung von Arbeit., notwendig macht. Eine Anzahl von Großfadrilen sind noch mit der Aufarbeitung vorjähriger Bestellungen beschäftigt. Tie elektrotechnische Industrie ist die einzige in Frankfurt, bte über eine Flaue noch nicht zu klagen hatte. Frankfurt a. M., 29. Sept. Devisenmarkt. Geld Bries Gest» Brief Datum: 27. Sept. 28. Sept. Datum Kurs 27. 9. Kurs 28.9. Kurs 27.9. turs” 28.9. 5o,0Deut.RnegsanL 79,50 79,50 79,50 79,60 4°'„Deut.