ar. 175 D«r 6te^cncr Enjetatf rrscheinr täglich, außer Sonn- und Feiertags. Sezug? prelle Monatlich N.ark 3.60 undMK.- 65lrägcflo^n, viertel,ah« lich^tiark 10 M) und MK-1.95Trägerlohn; durch die Post vierteljährlich Mark 12.— nustchlietzlich Bestellgeld. Fernsprech -Anschluss«: für die Schrift lertung 112; Verlag, lSeichaflsstelle 31. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnz.iper Ziehen. postscheftonto: ZravkftiN n. Hl. UM) 170. Jahrgang Mittwoch, 28. Juli 1920 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesien vnlck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Stetnöruderei R. Lange. Zchriftleitung, Sefchaftrstelle und Druckerei: Zchttlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für d>c 'ügesnummerois zum Tiadjmittng vorher ohne jede Verbindlichkeit. Freis für \ mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf De, Platz- vorschrijt 20°,? Ausschlag kauptschriftlciter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen. Das (Ergebnis der Konferenz von Boulogne. Boulogne, 28. Juli. (WTB.) Havas. Arber die Zusammenkunft Lloyd Georges mit M i l l e r a n d in Boulogne telegraphiert der Sonderberichterstatter der Agentur Havas. Wa-. die von der Sowjetregierung oerlan g t e internationale Konferenz anlangt, so wird die briti|d)c Regierung im Einverständnis mit der französischen Tschitscherin antworten, das; bie Konferenz nur dann zusammentreten kann, wenn die Bolschewisten im Gegensatz zu ihrer bisherigen ' Haltung damit einverstanden sind, daß Polens Schicksal dabei diskutiert wird. Wenn die Moskauer Regierung dieseir Vorschlag an- Ommnt, wird Millerand über "bi? weitere Behand- Üung dieser Angelegenheit befragt werden und die Bedvrgnngen stellen, die er für notwendig erachtet, um die Sowjetregiernng anznerkennen. Alle Vertreter sstußlands und der Randstaaten sollen an d^r Konferenz teilnehmen. Lloyd George hat sich der französischen Ansicht angeschlossen und alle Verhandlungen mit den Bolschennsben fus- pendicrl. Poten kann daher hoffen, nicht in direkten Verhandlungen mit Rußland erdrückt zu werden. Eine iveitere wichtige Entscheidung wurde tn der Frage des Inkrafttretens des siranzielien Teils des Uebereinkommcnsvon Spaa über die Aohlenlieftrungen Deutschlands aus die Anregungen Marsdrl s 1)in getv.'ssen. Di? Wierergutmachungs- Hommis ion w.rd tcuiftrag* i verbat die AnsfÄhnmg Uebereinioinmens in jeder Hinsicht zu sicl>ern, sowohl ivaS die Mhlenlieferungrn als auch die von den in Betracht kommenden Alliierten zu gewährenden Borsck-ü'se an Deutschland anlangt. Deutschland soll am 1. September 1920 der Wiedergut- niachungsfarnmission Scbatzsclreine im Werte von 60 Millionen Goldmark mit dem Verfacktage des 1 prechenden Beträge durch Verkäufe ober Flüssigm.icksting mit oder ahne Jndossemeitt an die interessierten alliierten Mächte verschaffen. Um den Set rag der zu geii>ä!l)r?nd?n Vorschüsse rascher- festzustellen, Ptmi bie Kommission provisorisch d:eQuote der monatlich an Deutsche land zu gewährenden Vorschüsse unter Vorvel>alt päterer Wertung auf 40 Goldmark pro Tonne 'estsetzen. Auf diese Art würde sich der französische Ähatz von dem Teutsck>land auf Grund des Ueber- einDmmcms zu geuMrenden Vorsckstissen durch eine einfache Bauliche rat üon auf bie Ware freimach, n. Tie französischen Kreise sind von dieser Lösung sehr zufrieden, die den von dem französisck-en Vertreter vorgebracksten Wünschen entspr«l-en. Boulogne, 28. Juli. (WTB.^ Lloyd George und die britischen Delegierten sind geifern abend 61/2 Uhr an Bord eines Torpedobootes nach England zurückgekehrt. Ter polnische Heeresbericht. K 0 pe n h a g e n, 27. Juli. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus Warschau meldet der 0 0 l n i s ch e .Heeresbericht: An der Süd- - front wurden starke bolschewistische Angriffe überall abgeschlagen. Die Linie längs der Flüsse Zbrucz und Styr ist vollständig in unsrem Besitz. Bei Dubno nahm dec Kampf mit der feindlichen Reiterei eine für uns günstige Wendung. Westlich von Slonin wurden heftige Kämpfe in der Richtung auf Roshanp ?u unseren Gunsten entschieden. Feindliche Versuche, über den Njemen, östlich von Grod- w, zu gehen, wurden abgeschlagen. Durch eine erfolgreiche Operation eroberten wir die auf bem linfen Njemenufcr liegenden Befestigun- ;en von Grodno wieder. Die Lebensmittelvorschüsse an Deutschland. Paris^27. Juli. (Wolff.) Havas. Infolge der in Spaa getroffenen Vereinbarungen, die eine Unterstützung derLebensmit- lelversorgung für die deutschen Bergleute zur Erzielung einer höheren Ausbeute an Kohlen bezwecken, haben sich die alliierten Regierungen von Frankreich, England, Belgien und Italien veranlaßt gesehen, «emeinsam Lebensmittelvorschüsse en Deutschland zu gewähren. Um Frankreich gestatten, seinen Verpflichtungen nachzu- lommcit, da es selbst in erster Linie mit Kohlen beliefert wird, denn es soll 1,6 Millionen Tonnen von den zwei Millionen, die Deutschland liefern muß, erhalten, hat die Regierung heute einen Gesetzentwurf eingebracht, der den Mnanzminister ermächtigt, an dieser Operation teilzunehmen. Die Gewaltpolitik in den früheren deutschen Kolonien. Berlin, 28. Juli. Zu der Mitteilung der britischen Regierung über bie Auswei s u n g aller Deut schm aus den früheren Kolonien Teutsch-Ostafrika, Kamerun und Togo imb die Liquidation bes deutschen Besitzes schreibt die „Deutsch? Allgemeine Zeitung": Trotz der formalen Rechtsgrundlage des Friedensvertrages wird dieses Vorgehen vom ginzen deutschen Volke als bitterstes Unrecht empfunden. Tie englifdxe Begründung, daß die Maßnahme im Interesse der Eingeborenen getroffen worden ist, eruart das Blatt nicht für stichhaltig. Eine Landvoll Teutschw könne den Fneoen der bisherigen deutschen Kolonien nicht gefährden und die Wiederaufnahme der wirtsck-afp lichen Unternehmungen liege direkt im Interesse der Eingeborenen. Deutschland habe keine andere Waffe, als die feierlich Venvahrung. Berlin, 27. Juli. (WTB.) Heber die Zulassung vo n Deutschen und die Behandlung deutschen Eigentum s in den unter englischer Verwaltung stehenden Teilen der ehemaligen Schutzgebiete Deutsch-Ost- afrikas, Ker m er uns und Togos, liegt eine Auskunft der englischen Regierung vor. In Ostafrika sollen alle im Lande verbliebenen Deutschen heimg schafft, und wenigstens für eine gewisse Zeit Line deutschen Ansiedlungen im Lande geduldet werden. Die Bewilligung von Ausnahmen, wofür der englische Aldministrator in Daressalam zuständig ist, erfolgt in ganz besonderen Fällen. Alle beut leben Besitztümer in Deutsch- rj't-afrißa loenci liquidiert. Ein Ankauf durch Deutsche ist nicht gestattet. In den britischen Teilen Kameruns imb Togos, worin sich keine Deutschen mehr befinden, wird, abgesehen von Ausnahmefällen, den Deutschen ebenfalls die Erlaubnis zur Niederlai sung nicht erteilt werden. Das deutsche Eigentum soll enteignet und verkauft werden. Zugunsten einzelner Personen, bie aus besonderen Gründen eine besondere Behandlung verdienen, tonnen Ausnahmen mit Genehmigung des Staatssekretärs der Kolonien gemacht werden. Für Ausnahmebewiliigungen ist hinsichtlich Kameru.is der Gouverneur Nigerias, hrn- sichtlich Togos der Gouverneur der Goldküste zuständig. Eine bolschewistische Uebereinkunft zu einem Umsturz in Deutschland? Magdeburg, 27. Juli. (WTB.) Tie „Magdeburgische Ztg." melbct: Ich der Nacht vom 22. zum 23. Juli brachte ein Kurier ein Exemplar einer Uebereinkunft, die in Memel am 17. Juli zwisck>en dem Abgesandten der Sowjet- regieriing, Joffe, dem Ersitzenden der Unabl-ängv- gen sozialdemotratischen Partei Deutschlands, Hin ferding, und .Dr. Levi cch^schlossen nxrr, nach Magdeburg. In dem Bericht l>eißt es u. a.: 9chch Ueberschrcitung der Grenze durch bi * Svwjettruppen nnro sofort die bolschewistisä)? tstepub.ik ausgermen, vorerst in Königsberg. Tilsit, Danzig, Breslau, Stettin, Frankfurt an der Ober, Ratibor, Glettvitz, Köslin und Stralsund. Diese Städte und das da- zwisckien liegende Gebiet bienen als Operationsbasis und Aiifmarsthgelände der sich sammelnden deutschen Roten Armee, die unter russisches Kom- manbo gestellt wirb. OberLommandierender ist General Jansckieiv. In diesen Gebieten treten sofort folgende Maßnahmen in Wirksamkeit: 1. Verival- tung und Polizei. Es werden alle Regierungspräsidenten, Obecpr äsidenten, Poliz- i:wäsidmen und Landräte, die nickst Mehrheitsckziilisten sind, ihres Amtes entsetzt. Mehch.-itssszialff.ische Beamte vorstehend aufgeführter Kategorien erhalten je einen Kommunisten und Unabhängigen als Beirat. Für die abgesetzten Beamten iverden vorläufig Stellvertreter ernannt, die von dem Großen Rat, der im Ständehaus zusammentritt, bestätigt werden müssen. Mittlere ober höliere Beamte, sofern sie aktive oder Reserveoffiziere sind, sind zu entlassen. 2. Justiz. Tie Revolutionstribunale treten als Volksgerichte sofort in Wirksami'eit. 2lbge- urieilt rverden zuerst Politische Verbrecher. Tie Rickster sind sofort auf die Lowjetrepublik zu^vereidigen. 3. Koinmunalbelstirden. In den Städten sind sofort Bürgerversammlungen einzusetzen. Tie Magistrate werden sofort durch Kommiß wnen der in den Orten befinblidjen kommunistische und unabhängiger: Truppen überwacht. 4 Wirtschaftliches. Sämtliche Jndustriebetrrebe gehen sofort ohne Gewalt in den Besitz des Staates über. Kriegswirtschaftlickie nächtige Betriebe untmtehen den militärischen GruppenwmmandoS, btc sich paritätisch aus Russen imb Deutschen zusammensetzeii. Die Zwangswirtschaft wird aufgehoben. Bäckereien, Fleischereien und Konsunivereine werden Staatsbetriebe Die Lebensmittel jeder Art gelten als beschlagnahmt für Zivilisten und Militär. Lebensmittelzuschüsse werden mis der polnischen Ernte entnommen, die zu zwei Drittel nach Deutschland geschafft wird. 5. -Oefsentltche Sicherliett. Den Sicherheitsdienst übernehmen neben der Polizei kommunistische Ordnnngstnippen, die auv -Zenten der deutschen Bataillone der Roten Armer bestehen, die bereits in Rußland bei der Roten Armee gekämpft haben. Das bestehende Nachrichten fystem wird aufgehoben. Es ist neu zu organisieren und untersteht Regieruoigskommiffaren, bie für ihre Tätigkeit d?m Großen Rat persönlich verantwortlich sind. Tie russische Armee tchutzt das Proletariat vor Ausbeutung durch das Unternehmertum und sammelt nm sich alle frei^itlich gesinnten Arbeiter, die zwangsweise zu Arbeiter- batailionen zusammengestellt werden, eie lorgt sur Ruhe und Ordimng imb schützt das Eigentum d^ Proletariats. Sie schützt die BeichlutzkommiNion des Staates und der Okmcinbcn. JJht Wanenge- malt rottet sie alles aus, was sich dem Proletariat entgegenstellt. .. Tie ,,MagdÄ>urgische Zeitung fugt mrtzu. Diese Nachrichten sind uns von unbedingt zuverlässiger Seile zugegangen und wir erklären von vornherein, daß keine Ableugnmtg der beteiligten Stellen bie Richtigkeit dieser Mitteilun-gen erschüttern wird.--- Deutscher Reichstag. Berlin, 27. Juli. I Auch heute sind vaus und Tribüne stark besetzt. Interpellation Dr. Fleisckicr usw. über bie Unterstellung verschiedener Ortschast.-.' Wett Preußens unter polnische Oberhoheit wird zunächst behandelt. Reichs Minister Dr. Simons erklärt sich bereit, die Interpellation innerhalb der geschäftsordnungsmäßigen Frist zu beantworten. Dann wird die Besprechung der Konferenz von Spaa fortgesetzt. In Ergänzung feiner gestrigen Ausführungen über die leidigen Zwischenfälle vor der französischen Fahne erklärt Dr. Simons, er habe oie Reichswehr nicht verletzen wollen. Seine Ausführungen seien mißverstanden worden. Er habe nur die unangebrachte Assozierung der Truppe, z. B. Mütze statt Delm, im Auge gehabt. Abg. Stampfer (Svz.) spricht sich in großen Zügen zustimmend zu den gestrigen Ministererklärungen aus. Regierung und Reglement haben aber ebenso nne in Spaa auch bei den letzten Vorkommnissen, die der Minister des Aeußern Dr. Simons angeführt habe, versagt. Vielleicht werde das Reglement bei der Reichs wehr noch öfter versagen, besonders wenn es sich um die Verhaftung der Kupp-Putschleute handele. Wenn dies aber wirklich eintreten würde, dann schienen ihm 100 000 Mann Reichswehr noch zuviel. Die französisckien Jmpenalisten hätten sich anscheinend vorgeiwmmen, alle Dummheiten nachzumachen, die seinerzeit die deutschen Imperialisten begangen hätten. So sei auch der Versuch, Bayern zu ukrainisieren, eine Dummheit, und er pwtestiere gegen die Methode von Spaa. Er verurteilt die Rolle Fachs als Dolmetscher, wie er seinerzeit die Tätigkeit des Generals Hofmann in Breftlitowsk verurteilt habe Was in Spaa von uns verlangt wurde, bebnete eine Vernich tung bes Friedensvertrages und ein neuer , Sieg der Entente. Daß in der Frage der Eittwasfnung urtb in der Kphlenfrage die Bedingungen von Spaa erfüllt iverden müßten, sei wahr. Tas hätten auch die Arbeiter eingesehen, und sie wollen dementsprechetid handeln in der Ue der zeit gung, dadurch dem Allgemeinwohl des deutschen Volkes zu bienen. Ter Redner kommt bann auf die Sozialisierung zu sprechrn und verlangt dabei eine zweckmäßige Anpassung der Kapitalisten in dieser Idee, damit keine Störung der Betriebe erfolgt. Könne das Ruhrgebiet sozialisiert werden, so bedeutet dies gewissermaßen bie Immunisierung des Ruhrbeckens, und sie werde auch auf Frankreich sofort zurückwirken. Der Kampf in Rußland sei der Zusammenprall des Kapitalismus der Westmächte und der bolschewisN- schen Ideen. Deutschland müsse neutral bleiben, nicht aus politischen Grüiiden, sondern aus sozialistischer Veranlasrnng. Deutschland müsse Sckieide- wand ober Brücke sein, je nachdem es die Verhältnisse verlangten. Damit merben wir einen weiteren Weltkrieg vermeiden, wofür leider in einem großen Teil Europas 110d) nicht das richtige Verständnis, auch, für die deutsch' Mission, vorhanden ist. Auch seine Partei gn;e mit bestimmten Hoffnungen nach Gens zum internationalen sozialistischen Kongreß und werde dort kein Paria sein. Er hoffe, daß auch Deutschland bald diese Rolle nicht mehr zu spielen brauche. Dr. Breitscheid (USP.): Ob in Spaa ein Erfolg erzielt worden ist ober nicht, ist unwesentlich. Wir haben den Krieg verloren. Tas scheint man noch nicht zu wisien, und deshalb Versailles und Spaa. Die Herren, bie vor sechs Jahren den Krieg herausbeschworen haben, sind schulbig an unserem Unglück, mitschuldig sind alle, die sechs 3 obre lang untätig dem Massenmord zngeiehen haben. (Protest bei den. Mehrheitsfozialisten.) Seine Partei sehe Sp.ia nicht als die letzte >>n- stanz ein. Die Revolutionierung der Welt sei näher als man denke. Tie feindlichen Regierungen »eien keinen Teuc besser als die russische. Jl/re Angst vor dem deutschen Sozialismus sei aber enssetzlich. daher auch das Verbot für Genossen Ledebvur, in Paris zu sprechen. — Mil der Reduzierung Der Reicksst^hr werde es wohl nicht so schlimm .ver- den. beim in sechs Monaten könne allerlei g.'- schehen Jedenfalls warne er vor jedem Versuch', ben Wünschen der Entente sich zu entziehen. Ter Redner kommt dann auf die Ansammlung von Truppen an der Ostgrenze deS Reiches zu svrechen Er 'l»fft. daß diese Truppen keine anb-r? Auffassung von der deutschen Neutralit-ät hätten als bie Regierung. Jedenfalls Serben bi* Arbeiter irgendwelche Unternehmungen geg.m ^orojetrutp lund nicht znlassen, dem er in seinem tintigen .Kampfe um die Früchte der Revolution die Grust ber deutschen Brüder zurnfe. (Hu-Rufe und Lärm.) Er danke Dr. Simons für seine ver- f-jänöigen Worte über Rußland, und f*jffe, daß er sich mit seiner beionderen Ausfassung durchzusetzen vermöge. Er sollte aber den eisernen Besen ansetzen, um im Auswärtigen Amte Auskehr zu halten, aber er (Redner) fürchte, daß schon der Todesoogel über dem Haupte des ^iinisters kreise. Durch seinen heutigen Rückzug habe der Minister ja schon bewiesen, daß es auch ihm unmöglich sei, diesen Stachel des Militarismus zu lösen. Der Stahlhelm schwebe auch über dieser Regierung. Redner polemisiert dann über das Verhalten des Herrn Stinnes in Span, dessen Rede die Entente gegen uns beeinfluß habe Tie internationale Bourgeoisie habe alle Schuld der Deutschen vergess^, um mit Herrn Sünnes zusammen über die GiMr der^Gefalleuen hinweg neue Gesetze abzufchlMcn. Stinnes sti überhaupt ein giiter GeschästsWiiin. Ta kömc: man doch wohl einmal anfragen, ob er sich nick»! schließlich mit einer Besetzung des Ruhrgebiets aanz gut abgefunden hatte. (Ungeheurer Lärm. Zurufe- Verleumder!) Mdner fragt bann, ob bc reite- Maßnahmen getroffen worden »eien, die bie Lebensmittelversorgung der Arbeiter garantiere, und Inas gegen die Kohlenverschiebungeii unter» noinmeil worben sei. Er sehe in der Sozialisierung do-' beste Mittel, bie Arbeitsfreudigkeit unb Energie ber Arbeiterschaft zu heben. Gegen das ErqebniA von Spaa wolle er nichts sagen, aber bie Methode, bie die Negierung dort in ber Entwaffnungsfrage verfolgt habe, müsse er ablebnen, untt deshalb könne er der Regierung kein Vertrauen entgegenbringen. Reichsminister Dr. Simon erwidert: Der Vorrediier "hat einen Unterschied in der Stellrmy des Reichskanzlers und mir zum Bolschewismus, vonstruiert. Weim ber Reichskanzler von nitiven- digen Truppenansammlungen gegen den Aolscho- wismus gesp-vock-en l>abe, so Ixxbe er damit nicht die Staiatsform, sonoern nur die an unterer Ostgrenze stehenden Truppen gemeint, lieber die Reicks^acchr- angelegettheit sei in Spaa iveber durch den Rnckis- kaiizler noch durch ihn ober den General v. Scertt ber Entente einen Einblick in das Material go* währt worden. Im übrigen wolle er konstatier01, daß in feinem Ressort fein Wille maßgebend sei unb er Kraft genug besitze, denselben durchrnsetzen, sonst ivevde er gehen. Zur Neutrolitätsftaqe gegenüber Rußland bemertt er, wir seien nicht so öhn- mächtig, daß imr nicht nach empfindlich um uns schlagen könnten. Eine Neutralität, der man nicht Achtung verschaffen könne, sei keine Neutralität, da-- tier bie Tvupp?nc.nsammlungen in Ostpreußeii. Der angehaltene polnische Zug 'habe wirklich Kriegsmaterial an Bord gehabt. Er sei deshalb wieder nach Koblenz zurückgesckückt worden. Es sind auch iveber deutsche Offiziere nach Warsck>au abgerrist, noch deutsche Mannschaften im polnisckxn Heeresdienst gegen Rußland. Zu temer Ixmtigen Erilärung in ber Flaggenangelegenheit wolle er mxf) bemerken, daß es nicht beschämend sei, einen gemachten Fehler einzugestelmt. Im übrigen wolle er ausdrücklich seststellen, daß die Regierung :e.er Gcwolt- anwenbung, von wo sie auch kommen möge, mit ganzer Kraft entgegen treten werde.. Er nahm sodann Herrn Stinnes gegen die Insinuationen des sHerrn Breitscheib in Schutz, lieber den Bolschewismus müsse er noch besvwoers sprechen,'da der Bolschewismus augenblicklich eine Macht sei, mit ber man rechnen müsse. Aber im Inneren Ruße lands seien bie Verhältnisse ganz andere geworden. Die Rätediktatur sei schon vorbei. Sozialismus sei etwas ganz anderes. Es sei eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgeber imb Arbeitnehmer. (Heiterkeit links unb Beifall.) Abg. Dr. Spahn scheint sich ^uftimmaib zu ben ErLärungen dos Ministers zu äußern, bleibt aber im ein-elnen auf der Bühne unverstündlich. Abgeordneter Hoch sch (T-Ntl.) meint, die Ereignisse von Spaa seicht für seine Birtri keine Enttäuschung gewesen, wohl aber die gestrige Rede des Herrn Rei^außenmmisters. der auch der kl'in- ste Funke nationalen Empfindens gefehlt habe. Mit drei Verpflichtungen sei die Telegation nach Spaa gegangen, erstens, an der Würde unb ber nationalen Festigkeit festzuhalten, zwritens: Auf feinen uns znstehenden Rechlstftel zu verzuli'en, drittens: Nickis unerfüllbares zuzuiichem. Was sei nun daraus geworden? Tie Bericksterstattung des Ltzalffickien Bureaus batte es so dargesdellt, als feien weltgeschichtliche Fortschritte dort erzielt worden Tas sei ein Auf-ben-Kvpsstellen der Tatsachen. Taß man uns im Auslande nickst mehr ganz ernst Nehnve, nachdem »vir erst Die Fer.erung.n als unmöglich bezeichnet, und nachl^r dock) angenommen 'hätten, sei Uar. Tie einzigen, bie stark geblieben seien, wären die Herren Stinnes und Hu«. Im übrigen entspreche bie Haltung end Nachdruck verliel.en habe, sondern nur die Unterzeichnung im Pvotokoll ab- lehnte, so verstieß sie auch gegen ihre znoeite Aufgabe. An bie technische Erfüllbarkeit der Entioasf- iruug glaube er nicht. In der Kvhlenfrage fei unmöglick-es zugesickert morren. Man müsse hier ein großes Frage;eick)en machen. Auch lei über mangelhafte Statistiken gelingt nwrien. Tas habe in Spaa ben schlechtesten Eindruck gemacht. Er ssthrt Beispiele dafür an, daß rund 25 Prozent industrieller Betriebe zur Stillegung gebracht iverden müssen, wenn die K10H- Icuabfc) mmen in Kraft trete. Tie o* Gotbmark seien als ein Almosen anzu- sehen. Von der Genfer Konferenz erwarte er ebenfalls nichts. Er glaube nicht an den Einmarsch in das Ruhrgebiet; die Deleganon hätte feit bleiben müssen. Seine Partei lehne die Billigung dieses Verhaltens ab und fordere bie Revision des Friedens von Versailles. Redner kritisiert die Stellungnahme des Außenministers zu den auswärtigen Staaten.Mit d r Neutrolftits rklärung iw Osten fei er eiwverstra'een. Tie ungeheuren Leistungen Rußlands stünden nur auf dem Papier. Die Zurückdrängung Polens auf seine ethnographiM Basis sei zu begrüßen. Redner schließt mit bem Hinweis, daß nur eine rationelle Wirtschaftspolitik dem Vaterlande helfen könne und appeltert an die Regierung, diese durchzuführen. Reichskanzler Fehrenbach: Die Rede des Abg. Hoetzsch war so aufgebaut, als 'ei ite ani 27. Juli 1914 gestalten worstu, nicht letzt, wo die Tage von Versailles und Spaa da wären. Wie hätten wir wohl em unserem Koos beitetien bteioen sollen. Auch an unserem guten Willen und Glauben an unser Vaterlands Zukunft habe Vorredner gezweifelt. Der Außenminister habe als ehrlicher Mann gesprochm. Wie die Verhaftnwe liegen, da sei es doppelt schmerzlich, wlckn Worte und Vorwürfe anbören zu müssen. Tas Parlament -anne dem Minister nur dankbar «ein. baß er frei und offen alle Fragen der auswärtigen Politik besprochen und damit bcroiefen yaoe, bap nichts verheimlicht werden solle. 2me Art wünde allmählich im deutschen Volke wehr Veritanlmi. finden und auch 'w Auslande mch unb^achwt bleiben. In der m.lttanich.m Frag^ lei tatiach- lich die Entente sich ent, am Voraoend der Konferenz in Brüssel schlüttig geworden, diese An- gtTegerrbeit yt verhandeln; tm Übrlgen flH aber der Entente selbst die Pause bis zu Beginn der Verhandlungen sehr lieb gewesen. Am Dienstag haben wir bann auseinander gesetzt, daß wir die Entwaffnung nicht vornehmen können, wenn gleichzeitig die Reichswel)r reduziert werde und babei habe er gleichzeitig über die bolschewistische Frage im Osten gdurodjen, ohne ein Urteil über den Bolschewismus sich selbst anzumaßen. Wenn Vorredner uns vorwarf, wir hätten die nationale Würde und Festigkeit verletzt, so habe er sich die Sache sehr leicht gemacht. Der Vorwurf, wir halten Nechtstitel aufgegeben, auf die wir nicht hätten verzichten dürfen, treffe nicht zu. Dre Entente habe ausdrücklich erklärt, es komme gar nicht darauf an, ob wir in der Besetzungsfrage unterschreiben wollen oder nicht. Damit hätten wir uns also doch nichts vergeben. Auch in der Kohlenfrage seien wir fest geblieben bis zuletzt. Unsere Unt.-rschrift schließe außerdem den Artikel 7 vollständig aus. Dec dritte Vorwurf, wir hätten Unerfüllbares unterschrieben, sei schwer zu beantworten, da man über den Begriff „unerfüllbar" verschiedener Ansicht sein könne. Die Entwaffnung müsse bis zum 1. September erledigt sein und hierzu müsse das ganze Volk mithelfen. Schwierigkeiten böten alle dtese Fragen, aber un- erfül.bar seien sie nicht. 9J?it der Kohl en frage fei es nichfl anders. Zur Ehrenhaftigkeit der Entente müßten wir das Vertrauen haben, daß uns aus Obenchlesien 3—400 000 Tonnen zu kommen können. Was hätten wir erreicht, wenn wir fest geblieben wären und di-e Franzosen in das Ruhrgebiet einmarschiert wären und bte gesamte deutsche Industrie lahmgelegit hätten? Schließlich wären dre Arbeiter den Lockungen der Entente doch gefolgt und bann wäre Süddeutschland auf Kosten Norddeutschlands mit Kohlen gefüttert worden und bamit her Zwiespalt groß gezogen warben, den die Franwsen so gerne wo Uten. Die Delegation sehe dem Urteil b?5 Dauses gerne entgegen. Wir sind gern bereit, den Derrn Vorredner oder einen seiner Freunde nach Genf zu schicken. Vielleicht wrrd ihm zum Bewußtsein kommen, daß sie z-u einem geschlagenen Volke gehören und statt zu befehlen, verhandeln müssen. Unsere Kritik werden sie sich dann freilich auch gefal^n lassen müssen. (Beifall.) Nach Genehmigung einer Reihe kleiner Vor- kagen vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr: außerdem Interpellation wegen des Weichseluferstreifens. Schluß V28 Uhr. * Berlin, 28. Juli. Nach der „Bossischeu Zeitung" haben die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Deutsche Vollspariei und die Demokraten im Reick-stag folgenfeen Antrag eingebracht: Der Neic!»stag würdigt die Gründe, ans denen bte ReldSvegierung die Abmachungen ton Spaa unterzeichnet hat und erwartet ton aHen Beteiligten ohne Unterschied, daß sie, was in ihren Kräften steht, rückhlltios tun werden, um die Reichslegierung bei der Ausfüllung der übernommenen Verpflichtungen zu unterstützen. • HeUche Volkskammer. rm. Darm stabt, 27. Juli. Präsident Adelung eröffnet 10,1b Uhr die Sitzung. Abg. Delp (Soz.) betont zunächst, daß die fAusgoben bleibin werben, ab die Einnahmen aber auch blechen, ist fraglicher. We Bürger sollen gleichmäßig arbeiten, es müssen aber auch Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden. Der Redner macht dabei einige Ausführungen über die Ausfuhr-Abgabe, die itogsallen muß, da durch sie die Arbeits- lasigleit nur .umimmt. Die Prosit-ErNheimserei Der GvaßinLustriellen in der letzten Zeit müsse dabei gleick>falls aufhören. Ter im Finanzausschuß beantragte Kredit ton 20 Millionen Mark zur Schaffung ton Arbeitsgelegenheiten in Hessen ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Es werden wenigstens 't-.rzu hundert Milliarden Mark benötigt. Tie Zahl feer Erwerbslosen schwankt in Hessen zur Zeit ftänfeig zwischen 12—15 000 Pers nun. Der Redner Lammt darauf auf den Abbau der Zw-an g s- wirtschäft zu jpreckzen: er sagt dabei, daß die Aufhebung nur d-mn Zweck hat, wenn der Egoismus dec Menschheit nicht so kraß bestehen bleibt, dieses wölb' er ganz besonders der Landwirtschaft sagen. An Stelle der Zwangswirtschaft, die so viele gvo'ize Mängel trat, solle eine Planwirtschaft treten. >Die Regierung möge (Mj ganz intensiv mit dem Arbeitslosenproblem befassen. Das Beste wäre es gewesen, wenn die Sozialdemokratie -an der ersten Regierungsbildung nicht teilgewommen hätte: die sozialdemokratische Partei habe die allermeisben Konzessionen machoi müssen. Wenn auch U S. P. und M. S. P. sonst verschiedene Unterschiebe zeigen — aber sie arbeiten doch zusammen. Tie Erbitterung der Arbeiterschaft im Ruhrgebiet sei die Furcht des staatÄvidrigen Verhaltens der Schtzoerindustrie. Wir wollen fein? TrEiatur der Minderheit, auch nicht den Kauder- Welsch-Sozial isnrus des Abg. Kiel (N.S.P.). Mr Huben, die Pflicht, die Gesamtheit des Volkes hier zu t-erlreten. Mr wollen aus der Verzw-iflung heraussühren, volle Arbeitsgelegenheit schaffen, dann hvird auch Ordnung im Staatsleben wieder eintreten. Beifall links.) Abg. Reiber-Mainz (Tem.): Seü ly4 Jahren ist die Regierung bemüht, aus dem Chaos """" ----- -Hin— Illi Der Klostermüller. Eine Erzählung von Karl Neurath. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 14. .. «,®ott geb's, daß er oben herum geht!" seufzte die Mutter. Als Wehrum heimkam, forfd)te sie ängstlich nt seinem Gesicht, aber er war munter und aufgeräumt, rühmte den Ansatz der Trauben und gab noch spät in den Abendstunden hinein dem Peter allerlei Ratschläge und Ermahnungen. Als der Bursche zwei Tage später die Mühle verließ, nahm er gerührten Abschied von llM und folgte dem Fuhrwerk mit den Äugen, bis es unter dem Blütenschleier der Obstbäume verschwimden war Tann ging er schweren Schrittes ivüber an seine Arbeit. Leer und einsam vergingen ihm die Stunden, und es däuchte ihn eine Ewigkeit, bis sie zum Tag geworden waren. Ter Junge fehlte ihm überall. Eine Woche danach kamen die rot und weißen Stangen der Geometer aus dem Weidenwald l>cr- aus und von Stunde zu Stunde rückten sie näher an die Klostermühle heran Wehrum traute zuerst seinen Augen nicht, bann aber brach ein wilder Zorn in ilpn auf „Nur einen Schritt in meine Wiesen und bi - sollen was erleben!" rief er und schwang die > ein Ausweg »ü schaffe«. Tie Mittel -mrv Weg:, die sie dazu ergreift, sind nur Gegenstände der Kritik. Wenn eine Rettung möglich ist, kommt |ie ton feer kulturellen Seit«: Hefen sei immer stolz gewesen, an der Spitze des Schulwesens zu lieben. Abg. Tr. Osann labe zwar gesagt, Hessen brauche nicht immer in kultureller Beziehung toranzugehen. Eine Aussprache über die S ch u l f r a g e n werd 'N wir der Regierung nicht schenken. Wir müllen eine neue Gesinnung pflegen: den Gedanken der Brikfeer- lichfeit. Tas ist- die große, gewaltige Aulgabc. (Beifall bei den Temvtvaten.) Rechtsanwalt Nuß- Worms (Ztr.) wendet sich zunächst gegen die langen Ausführungen der Generaldebatte. Was hätte dem Lande dadurch ge- spart werden können? Kein Redner hat die internationale Gefahr des drohenden Bolschewismus gestreift, der an der beutfeben Grenze steht und nun zu einer europäischen Gefahr geworden ist. — Die Beamten dürfen aus keinen Fall gegen die Landesverfassung arbeiten. Der Stimmenverlust der Zentrumspartei in Rhein- und Ober- bessen ist nur auf eine niedrige Hetze unter der Bauernsckmft der Rechtsparteien zurückzuführen, (Energische Zwischenrufe rechts.) Mcht alle Abgeordneten haben mit so wenig Temperament gesprochen wie der Llbg. Brauer (HessisckM Vollspartei). Abg. Dorschs Temperament ließ schon manches andere durchblicken. — Das Schlagwort der Teutschnationalen ist immer das Wort Erzberger. Der Redner befaßt sich in kurzen Zügen mit der Hetze, die gegen Erzberger Platz gegriffen hat. Die Deutschnationale Partei mag mit ihrem Helffrich ganz besonders vorsichtig sein, der bisher auch nicht „Helsen" konnte. — Unsere Minister bleiben nicht aus Liebe zur Macht auf ihren Sitzen. — Der Redner entwickelt dann noch in kurzen Zügen einige DLerkmale des kulturellen Programms der Zentrumspartei und kommt dann noch kurz auf die Lebensmittelunruhen in Hessen zu sprechen Ein Preisabbau, der daraus hervorgehen soll, muß nun aber auch gleichmäßig erfolgen. Unsere Partei glaubt an die Macht der christlichen Ideen. Die Ausführungen des Abg. Kiel (USP.) kritisiert der Redner noch besonders scharf. Abg. Köhler-Worms (D. Vp.) hält eine Generaldebatte für gerechtfertigt, da sonst Hessen in den Verruf käme, eine unbedeutende Provinz zu fein. Mit allen Mitteln wollen nnr alle an der Einheit des Reiches feschalten, nur sei es nötig, mit allem Nachdruck dafür einzustehen. Die Bewegungen sei in allen Bundesstaaten recht kräftig. Die Interessen der Einzelstaaten müssen aber nach jeder Hinsicht gewahrt bleiben. Die Einrichtung einer französischen Gesandtschaft in München berechtige ja die Annahme, daß gewisse Bestrebmigen, die Einheitlichkeit zu erschweren, vorliegen. Hoffentlich tocrde die hessische Regierung in ihrer Stellung, die sre zu dieser Frage eingenommen hat, Jeft bleiben. Von großer Bedeutung fei für Hessen die Finanz frage. Wir sind vom Reich abhängig und in weiterer Verfolgung sino die Gemeinden vom Land abhängig. Die Grundlage für die Gestaltung unserer Gemeinden lverde untergraben und das Gemeindeleben werde in eine Verkrüppelung eintreten. — Dre Städte seien die Vorkämpfer für die Entwicklung des Staatswesens gewesen. Dies werde aber nicht mehr so weitergehen, wenn sie auf die Liebertoetfun^m aus dem Reich angewiesen sind. Bei so tiefen Eingriffen in das Staatswesen hätte man sich überlegen sollen, ob sie die Opfer, die man bringt, auch wert sind, allerdings sei man mit außerordentlicher Raschheit vvrgegangen. Er frage ferner, ob die Art der Reichseinkommensteuererhebung an der Quelle das Richtige ist. — Die Fe st besoldeten können und sollen jetzt schon ihr Scherflein beitragen, die anderen nicht. Der Arbeiter und Beamte soll sich außer dem jetzigen Abzug noch weitere Nachstorderungen gefallen lassen. Gerade bei ben Arbeitern werden diese' Nachsvrberungen gvoßen Unwillen erregen. Um aus dem schweren Chws hevauszuLoinmen, sei es vor allem nötig, das ganze Wohnungswesen umzugestal- te n. Er frage aber die Regierung, -ob sie außer den Zuschüssen aus den Waldungen nicht das Holz zu billigeren Preisen für Wohnungsbauten abgeben könne. — Von der neuen Regelung in dw Eisen-, bähnfvage habe man eine Vereinfachung in der Verwaltung emirtet, doch arbeiten die jetzigen Generaldirellivnen genau im alten Stil und derselben t»rtifutariftifd)en Weise wie früher, man merke genau den Unterschied, ob man in Preußen, Hessen, Bayern oder Baden reise und die große schwierige Operation habe keinerlei Einheitlichkeit gebracht. — Zur Frage des Pazifismus möchte er daher enipfehlen, ehe man zur Versöhnung der Völker schreite, sich erst selber versöhnen zu sollen. Ter Redner verliest ein Schreiben, wonach die 14 Punkte W i l s 0 n s auf Bestellung ausgestellt worden seien. Sehr schwer sei es, einen solchen Völkerkrieg auf eine Formel abwälzen zu wollen. Das starke Anwachsen der Unabhängigen hchrge jedenfalls mit der Tatsache zusammen, daß die Sozialdeuwtvatische Partei den zahlreichen Versprechen nicht nachkommen tonnte; man fverde durch Elches Veralten immer mehr nad) Links kommen, As zum Zusammenbruch. — Tie Neuwahl zu dem Landtag sei eine Zweckmäßigkeit sfra-ge. Schluß 722 Uhr. Nächste Sitzung: Nachmittags V14 Uhr. Hessen. Die Notlage der Privatdozenten an den Hochschulen. Abg. Urftadt hat in der Volkskammer folgende Anfrage gestellt: „Ist der Regierung bekannt, daß in den Kreisen der Privatdozenten eine bedenkliche Notlage besteht und was gedenkt sie zur Abhilfe zu tun?" Verstaatlichung der hessischen Polizei. Mitteilungen aus parlamentarischen Kreisen zufolge ist, so schreibt der Anz., ein Gesetzentwurf in Bearbeitung, welcher noch im Laust dieses Etatsjahres die Uebernayme der Polizei in Stadt und Land auf die Staatsverwaltung in Ausfuhr nimmt. Es sollen in allen Verwaltungsbezirken Kreis-Polizeikommissariate errichtet werden, denen die Gendarmerie und Dtt^ Polizeibehörden unterstellt werden. Sämtliche Polizeibedienstete, auch die Landpolizeidiener, sollen Staatsbeamte werden, also von den Kommunalverwaltungen im Polizeidtenst unabhängig werden. Damit wird auch das Recht der Gemeinden, die Polizeidiener und Schutzleute anzustellen, beseitigt, und Milt- täranwärter, Kriegsbeschädigte usw. mehr wie bisher Gelegenheit gegeben, im Polizeidienst der Landgemeinden Verwendung zu finden. Mit der Verstaatlichung der Polizei ist eine finanzielle Besserstellung der ländlichen Polizeibeamten verbunden. Ans Stadt tmfc Land. Gi eße n, den 28. Juli 1920. Veranstaltungen. Mittwoch, 28. Juli: Hotel Einhorn, 83/< Uhr, Gastspiel BuchwaL. — Lickitspieltheiater wie gestern. * **DasGießenerAdreßbuch, das seit 1903 int Verlag der Brichlschen Druckerei erscheint, wird, wie auf mehrfache Anfragen mitgeteilt werden kann, auch zum 1. Januar 1921 in neuer Auflage erscheinen, wobei sämtliche Veränderungen, die bis 1. Oktober eintreten, darin Berücksichtigung finden werden. Da eine Frankfurter Firma, Boebel und Schmith, in Verbindung mit einer hiesigen Druckerei für ein „G e w e r b e a d r e ß b u ch" bereits I n se r a t e einsammelt, macht der Verlag des Gießener Adreßbuchs darauf aufmerksam, daß seinem Werk vor allem umfangreiche sachliche Erhebungen und Vorarbeiten zugrunde lagen und der Inseratenteil nur eine daraus sich ergebende Beilage zu denr Adressenmaterial darstellt. Das geplante „Gewerbeadreßbuch" war zur Herausgabe auchderBrühlschenDruckerei angeboten, aber von ihr ab gelehnt worden, weil es nach ihrer Auffassung eben als reines Reklamewerk zur Ausbeutung der Geschäftswelt auftrat. Die Neugründer waren wohl von der Meinung ausgegangen, daß das bisherige Gießener Adreßbuch die Möglichkeit nicht hinlänglich ausgenutzt hätte, die Geschäftswelt so „heranzukriegen", wie es skrupellosere Adreßbuchverleger in anderen Städten vielfach handhaben. Der Verlag dec Brühlschen Druckerei glaubt es, um schädlichen Verwicklungen vorzubeugen, sich selbst und seinen Adreßbuchabnehmern schuldig zu sein, alle Beteiligten von den oben erwähnten Vorgängen in Kenntnis zu setzen ** Nachstehende Futtermittel sind bei feer städtischen Futtermittelstelle emgetr offen: Zuckerrübenschnitzel, Roggenkleie, Geflügel geb äck, Haferkleie und Schweinemastfutter. Bezugscheine können auf Zimmer 13 des Lebensmittelamtes während der Dienftstunden abgeholt werden ** Ausverkäufe wieder erlaub t. Durch eine Bekanntmachung im „Reichsanzeiger" hat der Reichswirtschaftsniinister das Verbot der Veranstaltung von Ausverkäufen in Wollwaren, Weißen Wochen und dergleichen mit foforttger Wirkung aufgehoben. Dieses ursprünglich zu Beginn des Jahres 1916 vom Oberkommando erlassene, bald baraur aber durch Bmidesratsverordnung auf das ganze Reich ausgedehnte Verbot ist schon einmal, und zwar im Januar 1919, durch das Eallte Sauft. Wenn das Gericht ihm sein Recht nit ra tt ging er weiter, und roenn es bis zum Großherzvg sem mußte. Für was hatte er denn einen Advokaten! Er schrieb an seinen Rechts- reiftanb und ging wieder an seine Arbeit. Gespannt wartete er auf Antwort. „Tie rotweißen Pfäble und die ALeßlatten ruckten immer näher. Auch vom Wendelinsberg sah man sie herankommen. Dem Müller war's, als ob sie ihn von zwei Seiten einpressen wollten, uiw wütend schnaubte er. Die Mühle dröhnte von und seiner Stimme. Knechte und \n Östlicher Entfernung und selbst die Sette traute sich kaum an ihn heran. Endlich erhielt er Antwort und wie schon seit langer Zeit riet ihm sein Anwalt, doch end ich Tht aufzugeben nZ •LT f • U^M^bhche zu rügen. Alle Rechtsmittel seien mchövft, innen Ausweg gebe c5 nuf)t. Höhnisch lachlk Wehrum auf. So ein Rechtsverdreher so ein verfluchter! steckte?* mit Bande unter einer Decke Und die Pfähle rückten näher. Rundum leuchteten die rot-weißen Streifen. in Schießhund lag der Müller auf der gab acht. Er batte seinen Entschluß y- m ilm cer ^taat nicht schützen wollte. Ter Staat! Er lachte zähneknirschend. Tas war dasselbe Nimmersatte Untier, dem er seine beiden Buben hatte opfern müssen, dasselbe, das den Peter nit als eheliches Kind anerkannt hatte, dasselbe, das seiner Fran das Herz gebrochen hotte, dasselbe, das ihm nun Recht und Haus und Besitz verkümmern wollte. Nun nwr die Stunde da, sie alle zu rächen. Näher heran rückten die Pfühle. Ein paar Tage noch und sie mußten auf seinen Boden kommen. Mer weh ihnen! Er stand und lauerte. Einen ganzen Vormittag verbrackste er in der Scheune, sorgfältig schliff er die Axt. Tann hockte er wieder in der Stube und niemand durfte zu ihm. Geschäftig betrieb er heimliche Arbeit. Manchmal stand er stundenlang jenseits des Baches, prüfte fein Hans mit spähenden Blicken, betastete die Torangeln imd das Schloß, untersuchte die Fensterladen und mackste sich an dem Steg zu tun. Die hageren Hände warm unermüdlich c • , seinen Augen flackerte ein irres, schmes cm \ i holten lagen scharf und tief um feinen .'■hum, der grimmig lächelte. Das Gesinde sah ihm oft eritaimt zu, aber er kümmerte sich nicht darum. Mochten „e guefen! Weirn's Zeit mar, merkten lie schon, was es gab. Stolz und frei hob er dm Kopf aus der Brust. D emobllm a chungs amt aufgehoben, Unterm 12 April 1919 aber durch die Reichsbekleidestelle erneut in Kraft gesetzt wordm. Diese erneute Beschränkung der geschäftlichen Freiheit hat .ich als Fehler erwiesen, inbem dadurch der rasche Warenumsatz unterbunden, die Preissenkung künst- litt) aufgelösten und die Aufspeicherung hochwertiger Läger begünstigt worden ist, alles Erschei- inmrgen, bereu verhängnisvolle Wirkungen sich in dem nun schon monatelang bauern beit, mit unverminderter Hartnäckigkeit fortgesetzter Käufer- stteik höchst fühlbar für die gesamte Geschäftswelt äußern. Die neuerliche Aufhebung des Msver- kaufsverbots ist bei bet gegenwärtigen, namentlich in Webwaren bebrvhlichm Absatzstockung uni* aiigefichts ber großen, burch die Balutabessmuntz zum Teil erheblich entwerteten Warenbestäiide, auf denen ber Hanbel festliegt, eine zwingenbe Nvt- roenbigfeit, und auch im Interesse des kaufenden Publikums zu begrüßen. v Landkreis Gießen. Fürst zu Solms-Hohenfolms-Lich t. ** Lich, 28. Juli. Arn 26. Juli verschied Seine Durchlaucht der Fürst Karl-.-zu Solms- Hohenfolrns-Lich in Lich, Oberhefsm, am Herzschlag. Jeder, der mit dem Fürsten in Berührung kam, lernte in ihm einen vornehmen, gereckstden- kenden und dabei einfachen und schlichten Menschen kennen. Eine große Liebe verband ihn mit der Natur. Weiter widmete er großes Interesse der Geschichte, besonders der Geschichte seines Hauses. Diese Studim führten ihn über das Altertum zur Münzenkunde. Im Laufe der Jahre legte er sich eine sehr schöne und umfangreiche Sammlung Solmfer Münzen an, über die er auch ein Buch schreibm ließ. Ta keine direkten Erben vorchanden sind, tritt der Bruder des Verstorbenen, Prinz Rein« hart, die Erbfolge an. Prinz Reinhart, geb. 17. September 1867 ,verrnählte sich am 14. November 1898 mit Gräfin Marka zu Solms-Son- nenwalde und besitzt zwei Söl/ne und vier Töchter. Ter Prinz, der jetzt in Darinsludt lebt, war aEttüer Offizier bei den 24. Tragonern in Darmstadt und machte den Weltkrieg zuletzt als Kommandeur des Regiments Garde du Korps mit. Der Verstorbene war am 27. Juli 1866 als ältester Sohn des Fürstm Hermann und dessm Gemahlin Agnes, geb. Gräfin Stolberg-Wernige- rode, geboren. Mit seinem Bmder besuchte er das Gymnasium in Kaßel, wo er auch die Reife« Prüfung ablegte. Er studierte an den Universitäten Leipzig und Gießen und trat dann als akttver Offizier in das Leib-Garde-Husaren-Regiment zu Potsdam ein. Am 16. Oktober 1894 vermählte er sich mit der Prinzessm Emma von Stolberg- Wernigerode. Nach dem Tode seines Vaters am 16. Oktober 1899 übernahm der Fürst die Standes- herrschaft zu Solms-Hohensolms-Lich. Er war Mitglied des früheren preußischen Herrenhauses. Er gehörte weiter der e'bematigcii Ersten Kammer in Hessen an, feeren Geschäfte er lange Jahre als erster Präsi.-enf leitete. Seiner 6!?e mit Gräiin Stolberg- Wernigerode sind vier Kinder (ein Scstm und drei Töchter» entspvissm. Ter Söhn, das älteste Kind, ist am 8. April 1918 in Rußland vor dem Fernb gefallen. Der Fürst selbst mochte den Krieg als Ordonnanzoffizier und Adjutant beim mobilen 18. Armeekorps in Frankreich bis zum Jahre 1917 mit. ** Wieseck, 27. Juli. Das am Sonntag durch das Wiesecker Orchester gegebene Konzert nahm einen schönen Verlauf. Der vom Leiter der Kapelle, Ph. Groß, komponierte Wiesecker Säirgermarsch sowie die übrigen vom Gesangverein Eintracht vorgetragenen Lieber wurden beifällig auf genommen. Kreis Büdingen. △ Bad Salzhausen, 27. Juli. Gestern nachmittag ereignete sich aus dem hiesigen Braun- tohlmbergiverk innerhalb kurzer Zeit der zweite tätliche Unglücksfall. Ter frühere Weißbinder und nunmehrige Bergwerlsarbeiter K. Herth aus Nidda stürzte bei Beginn bes Schickftwechiels in einen 30 Meter tiefen Schacht unb brach oas Genick. Der Verunglückte war 49 Jahre alt unb hinterläßt eine Frau unb zwei Kinder. Y. Echzell, 27. Juli. Ein Landwirt aus einem benachbarten Orte ließ sich in Friedberg von einer Wirtin für den Zentner Frühkartoffeln 80 Mark bezahlen, während der Höchstpreis nur 35 Mark beträgt. Tas Wucher- igeschäft kam zur Kenntnis feer Polizei unb zur Anzeige. — Die Ern te der Früh-artoffeln geht ihrem Ende entgegen: sie siel aus den meisten Ackern gering aus, iveit oer Regen gefehlt hatte. Kreis Lauterbach. Die Talsperre im oberen Vogelsberg. la. W e i d m 0 0 s , 27. Juli. Die <3w bungen zwecks geologischer Untersuchung Erdreichs int Lüder- und Vagbachtal mf Wasserversickerung und Standfestigkeit der Sperrmauer haben bereits seit einigen Tagen begonnen und scheinen ein günstiges Resultat zu ergeben. Unterhalb der Kohlenmühlc sind lehmhaltige Schichtungen bis zu einer Tiefe von 9 Meter festgestellt worden. Die Arbeiten machen gute Fortschritte, so daß die geo- Und es kam der Tag, da die weiß-rvten Pfähle in seinen Wiesen standen und fremde Männer sein Gras vertraten. Er hockte am Fenster, die Arme auf die Brüstung gestemmt, und sah ihnen zu. Am lieb» ßen hätte er seine Flinte ergriffen und sie zu- sammengeschossen wie wlldernde Hunde. Aber nein, die tonnten ja nix dazu? Die wußten vielleicht nit einmal, daß sie halfen, das Recht zu brechen. Seine Augen hingen gebannt an ihrem Tun bis in den sinkenden Abend. Als es völlig dunkel geworden war, nahm er die Axt in den Arm und verließ heimlich die Mühle. Vorsichtig ging er durch seine Wiesen unb wo eine Latte steckte, ba zertrat er sie, unb wo ein Pfahl eingetrieben toar, ba zerschlug er ihn. Unb bas Herz würbe ihm froh babei unb leicht. Schon früh am Morgen hockte er wieder am Dachfenster und freute sich der Aufregung unter den Arbeitern. Lackienb sah er wie sie seine Wiesen verließen. Knallerck» schlug er sich auf ben Schenkel. Aber es bauerte nicht lange, und sie tarnen wieder, mit neuen Latten und mit neuen Pfählen. Ta stieß er einen Fluch aus unb stampfte ben Boben. (Fortfetzimg folgt.) y»'«» itw; aeiio^rtits,r Mit ¥ Jfei AK'di' NflW Ahei ovisch' ft. r*“*s in $atei mürbe ßki ** fo.Wetlar^ dz.Dillenb» Ms für den rülk Preisabbau st imkie der Weg tat. Das Brot w tah nickt mehr en hohen MX* fich bereit, ' klag den Zentner hei mittlerer w i abjugtben. Du schäfte haben au< mtergesetzt. Fn de klärten die Metzqe unb Mfleisch für suchten die Stahrn entsprechend hrnm Boche war das ni sehr teure Ochsen deshalb nochmals werden. Sollte d Bauern geübt w fchottskartell der Bauern zu nehm tion aus Beiei Verbandes t stimmig angenoi gung naämm von 2 'M. Aste 1,50 Nk. gu lit\ orbmilia) tollen befett erörtert u. nickt auch einem zu beantragen, baj schlMahmt »verder forderlich, an der zuüben. I'd. Frankfu mmalpolizei hob i Falschmünzer der FalsMheine r pü) Zeichner ” seine Erzeagn . ™ andm-s „wild ^’lldli werden ,utl- sondern auch W tzssen-Najsans m'5 Ta^licht, al yfin Sö^meiita W veranlaßte 1 ? ®jr Posten 1 Wrtjtfeit m 5 -»«ifellos, Sfr **« S, c'l9euommmi mn® nm Kreise1 % Öflnnii ; fes «W fr fr.SS&i Vuk 0.7 tordi * i A, S?’; und ZE WZ 10. n j ■ N '’rtV.’Ä fugt, die Beteiligten vorzulaben uni) zu v<-mrtymzn. Höhe beichwsftn wurde. a. M., 28. 3ulu 337,15 337,15 337,85 B»rftnrnrf<. Frankfurt Berlin STbeitiv- Abend- Schluß- Schluß- 26.7. 13,90 6,95 15,10 11,25 653,35 649,35 866,-60 151,«0 223,75 153,85 40,20 315,65 694,30 634,35 22,97 24,84 84,- 23,82 Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. . Alien .... Prag . . . . Werfwftertnie*». Da tu dl Frankfurt Devisenmarkt. Geld Brief 654,65 650.65 868,40 152,20 224,25 154,15 40,30 316,35 695,70 635,65 23,03 24,90 84,20 23,88 654,35 649,35 864,10 151,80 224,25 153,85 39,70 316,65 699,30 639,35 23,72 24,72 84,00 23,72 655,65 650,65 865,90 152,20 225,75 154,15 39,80 317,35 700,70 640,65 23,78 24,78 84,20 23,78 Geld Brief 27. Juli 27.7. 14,40 7,15 15,60 11,75 Das am 6orotc : gegebene Äon|ff . Dn vom umwitterte Sietefe n vom (feiangorrr er mürben beiföL' Brüssel-Antwerpen. Christi ania. . .. ;. Kopenhagen Stockholm fielflngfots. Italien London. New-Pork Paris Schweiz Spanien Wien (altes) . . . Deutsch-Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien .... Konstantinopel. ■ . Hw LH 'tmbtn Jtl Wtfa "£» s Ä Nl. '^ich t. EM Hä ° 'Putzten Kg, ^.°nd ibn r * Ibn Über v " Lause her 3q^ umfang^ m' uöer die c sind, tot .^nni Rein. ^JRraibmi, \ intz am U. %> “ » Tolms-Ä^ J rab tner &djtn bt (tot, toar atihy ^mDarmsM m > WMMMvll bd it. 27. Juli 1866 rii : Mann imb des« Stolberg-Wmnw , ‘bei besuchte er « auch die «Reife, n den Uninerfitita .bann als atlte liaren-Regiment « er 1894 vermchr mma von Tiolbn- 1 seines Vaters ar ' Fürst btt Stand«. ms-Lich. Er n*r en öertechmies. fc Ersten Ammer c mge Jahre als erste, rit Giäiin Sblbtr» (ein Lohn und kn n, das älteste Siti am) i»r dem W chte den Krieg L nl beim mobile ) bis Ml ÄV Sport. ♦♦ Fu ßball. Am letzten Samstag sand aus dem V. s. B -Sportplatz Trieb das 1. Abend Wettspiel gegen die Ligamannschast des V. s. R. 1900 Offenbach statt. Nach spannendem Kampfe endete das Spiel mit 1:0 Toren zu Gunsten der Offenbacher Rasenspieler. ** Leichtathletik. Die Leichtathletikab- teilung des Vereins für Bewegungsspiele weilte am letzten Sonntag in Weilburg an der Lahn, um sich an der Stadtstassette „Rund um öeilburg" anläßlich des dortigen Sport- Werbetages zu beteiligen. An der Konkurrenz waren 10 Vereine von Wetzlar, Weilburg, Marburg und Gießen beteiligt. V. s. B. belegte, dauernd in der Spitzengruppe liegend, nach hartem frampf den dritten Platz mit ca. 50 Meter Abstand von dem Sieger, seine andere Konkurrenten um viele Hunderte von Metern hinter sich lassend. (Schluß). Freimachung von Arbeitsstellen während der Zeil der wirtschaftlichen Tenrobilmach- ung. In der Vervrdmmg vom 25. April 1920 (ReichSgcsetzbl. S. 707), die Freimachung von Ar- beits stellen während der Zeit der wirtschaftlichm Demobilmachung heißt es u. a.: Die De mobil- machungsausschusse sind befugt, Arbeitgeber tm Rahmen dieser Verordnung zur Freimachung von Arbeitsstellen anMhalten, wenn sich diese Matz- naljmc zur Bekämpfung einer erheblichst Arb'tts- losigkeit als ersvroerlich erweist. Maßgebend für die örtliche ZusKndigöeit des Temobilmachungs- ausschusses ist die Lage der Arbeitsstätte. Durch die Anordnung kann den Arbeitgebern aus er logt werden, die bei ihnen beschäftigten Arb'ttnehmer zu entlassen, welche nicht auf Erwerb aus dieser Beschäftigung angewiesen sind oder bei Kriegs- ou^bnidi oder später als Arbeiter in einem land- oder jvrftwirtschastlichen Hauptt oder Nebenbetrieb, als Bergarbeiter oder als Gesinde berufsmäßig tätig waren oder feit dem 1. August 1914 von einem anderen Orte zu gezogen sind oder nicht ihren Wohnsitz am Orte der Arbeitsstätte haben und atm 1. «August, U 11 an diesem Orte nicht als Arbeitnehmer beschäftigt waren oder seit dem 1. August 1914 ihren Beruf gewechselt haben, fofern in dem Bezirke des Temobilmaclningsausschustes ent erheblicher Mangel an Arbeitsträsten ihres früheren Berufs besieht. Tie Entlassungspflicht darf nicht angeordnet iverden in bezug auf die vom Arbeitgeber beschäftigten eigenen HauÄ-altungsangehör,- gen, Generalbevollmächtigte und die im Handels register oder Gem>(sonsch^ftsregister eingetragenen Organe und Vertreter des Unternehmens, Arbeiter in einem land- oder wrstrvirtschaftlichen Haupt- tobet Nebenbetriebe, Bergarbeiter, Gesinde, uno Büchten- und, Orchestermitglieder. Der De- mobilmaclmngsausschus; ist befugt, allgemein oder in Einzelfällen Ausnahmen von der durch seine Anordnung begründeten Entlassungs pflicht zu bewilligen, wemt diese im öffentlichen Interesse liegen oder zur Vermeidung von unbilligen Härten erforderlich sind. Ter Besckicid kann durch übereinstimmende Erklärung des Arbeitgebers und Arbeitnehmers binnen einer Wvckie seit Zustellung im,Wege ^er Vesckftverde ar t>:n Tenwbilmack>irngs- kommissar angefochten werden. Derselbe entscheidet endgültig. Soweit der Demo- bilmachantgsansschuß. oder der Temobilmachungs- kommissar auf Grund dieser Verordnung die Entlassung von Arbeitnehmern an geordnet hat, sind die Arlteitgeber verpfluhitet, denselben zu kündigen. Tie Kündigungsfrist. ist die gesetzliche oder die vertragsmäßige, sofern diese die kürzere ich mindestens aber eine zweiwöchige. Tie Kündigung Hit für den ersten Termin zu erfolgen, für den sie zu- läfsig ist. Vor der Kündigung hat der Arbeitgeber den Arbeiterrat (Angestelltenrat) oder, wo ein solcher nicht besteht, den Betriebsrat iBetrrebsvb- mann) zu hören. Kommt ein Arbeitgeber der, Verpflichtung Zur Kündigung nicht nach, so ich der Temobilmachungsausschust berechtigt, an seiner Stelle die Kündigung für den jeweils zuMstgen Termin unfjer Einhaltung der Frist ausziusprechen. Vor der Kimdigunq sind der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu Horen. Eine vom Demobilma- chungsausschilß ausgesprvchiene Kündigung kann durch übereinstimmende Erklärung des ^lrbeitgebers und Arbeitnehmers binnen einer Woche sert Zustellung im Wege der Beschwerde an den Denwbil- machungskommissar angefochten werden. Ter De- mvbilmachungskvnrmissär entscheidet endgultrg. A^ beitnehmcr. die in den ersten sieben Tagen nach ihrer auf Grund dieser Verordnung erfolgten Entlassung nach ihrem Heimatsorte fahren, beitontmen für ihre Person und gegebenenfalls für ihre Familie freie Beförderung bei Vorlage des polizer- lichen Abmeldescheins und einer Beschrimgung des Arbeitgebers über den Zeitpunkt und den rechtlichen Grund ihrer Entlassung. Tie Kosten dreier freien Beförderung werden vom Reiche den zuständigen Eisenbahnverwaltungcn erstattet. -tic Anordnung des Temobilmachungsausschus es kann bestimmen, daß dem Arbeitnehmer von der Gemeinde seines letzten Wohnsitzes eine angemefsene Beihilfe zu den Reisekosten, einschl. derKosten der Beförderung des Umzugsgutes, aus Nutteln der Eriverbslosenfürforge zu gewähren ist. Tre 2uv= ordnung des Temvbilmackungsausfchus'ev kann Die Neueinstellung von Arbeitnchmern verboten, ,o- weit ihre Weiterbeschäftigung dieser Verownung zuwidcrlaufen würde. Tie Älnvrdnung des xemo- bilmactungsausschusseS kann bestimmen, inwieweit der Arbeitgeber für jeden auf Grund Seriel^n zu lassenden Arbeitnehmer eine Ersatzperson einzustellen hat, und rwviewett er sich hierbei der Vermittelung eines nicht gewerbsmäßigen Arbettsnachwen es zu bedienen l>at. Zur Durchführung der Bestimmungen dieser Verordnung faim der xemobil- machungsausschust den in Betracht kommenden Arbeitgebern uiid Arbeftnehmern die erforderlichen Austunfts- und Anmeldepflichten auferlegen. Wer aus diese Weise Kenittnis von Gefchästs-, Betriebs- ober versönlichen Verhältnifsten erlangt, ist - ——'v,**- Ter Vor- Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** Tas Amtsverkündigungsblatt Nr. 105 vom 27. Zuli enthalt folgende Bekanntmachungen : Verordnung über die Freimachung von Arbeitsstellen während der Zeit der wirtschasilichm Temobilmachung, vom 25. Llpril 1920. - - Tw ordentliche Sitzung des Kreistags im Jahre 1920. —। Förderung der VoltNbiblitothefeil. — Tiensmach- richten. — Richtlinien für dve H-estsetzung von (Ent* schädigungen aus Anlaß der Turchführung der Bestimmungen der Artikel 297, 298 nebst Anlage, 45 bis 50, 74, 121, 144 Absatz 3, 145, 153 Absatz 3 und 156 Absatz 2 des Friedensvertrages (LiauiLativnsrichtlinisn); vom 26. Mai 1920. handel. Berlin, 27. Juli. Börsenbericht. Tas Geschäft war heute nur am Montan- und Petro- len mmarkte etwas umfangreicher, sonst bei über wiegend fester Kursgestattung sehr still. Für Ibohlenwerte erhielt sich unter Bevorzugung von Darpener bei löprvzentiaec Steigerung für diesee- Papier die alte Vor.ieve. Wie es hiev, sollen die Käufe im wesentlichen für franzöfische Rech mmg stattfindeii. In ungefähr dem gleichen Aus maße waren auch Bochumer Gußstahl,^ Buderus und Kattowitzer in die Höhe gesetzt, wahrend für die übrigen gleichartigen Werte nur mäßige Kurs- veränderungcn erfolgten. Bei den ^Petroleum werten ging die Führung beide auf Steaua Ro mana über, bei einer ungefähr lOOprozenttgen Höherbewertung dieses Papieces. Deutfche Erdöl und Deutsche Petroleum bei geringen Schwan^ kungen stiller. Chemisch. Werte litten bis auf Goldschmidt unter Realisierungen. Bon Elektroaktien waren Deutsch-Uebersee-Zertifikate bevorzugt. Kali- und Kolonialwerte waren vernach laftigt. Bankaktien wären etwas nachgebend, für Valutawerte bestand bei weichenden Tevtenpreisen nur wenig Interesse. Am Rentenmarkte waren nur unbedeutende Veränderungen sestzuftellen. Frankfurt a. M., 27. Juli Börsenstimmungsbild. Tie Haltung buch auf allen Märkten fest. Größeres Geschäft entwickelte sich un freien Verfehr in Mansfelder Kuxen, die m größeren Pojsten von erster Seite aii5 dem Martte genommen wurien. Der Kurs bewegte sich zwisäen 4275 und 4400.—. Oelwert? lagen nndXrr besser Deutsche Erdöl 1925, Deutsche Petroleum 842.—. 9£nt Montona ihenmarlt setzten Teut ck>-Luxembnrg, Gelsenkirchen, Phönix Bergbau, ihre Austvärts- beivegung fort. Harpener konnten Ujre an t-er Noch- borse erzielte Kurserhöhung nicht voll behaupten. Bochumer lebhaft Plus 8 Prozent. Kali-Asä-ers- leben gewannen mit 420.— plus IO1/*. n^^tr Schuckert konnten sich etlwlen 195.— plus 3 Proz. Chemische Werte lagen ru'btg. Nordd. Lloyd 171' -, Hapag 177V2 behauptet. Von sonstigen Jndusme- aktieii wurden Zuckerfabrik Frankenthal mit 285 rationiert plus 5, Gebrüder Junghans bei großen Umsätzen um weitere 15 Prozent auf 290 gesteigert. Lothringer Eementwert' 290.— rationier! plus 5 Prozent. Metall-Bingiverke 234 — pluS 4 Proz. Sterna Romana 1100. Mexitonisch? Anleihen be- k«upter. 5 Prozent Reichsrnleihe 79Vs. — Es notierten u. a. Deutsch-Luxemburg 302, .Zarpener 394, Phönix 452, (M-ertlirdjen 320.5') bx6 322,50 plus 12 Prvzent, Bochumer 375.—, MaunesniMin 379.—, Farbwerke Höchst 360.—, Th. Goldschmidt 390.— büßten 4,5 Prozent ein. zuüben. sd. Frankfurt a. M., 27. Juli. Die Kti- rninalpolizei hob im Hause Burgstraße 132 eine Falschmünzer ban de aus. Der Verfertiger der Falschscheine war der 29jährige Lfthograph und Zeichner G.wrg Schiemer aus Pfungstadt, der seine Erzeiignisse durch seine Geliebte und ein anderes „wildes" El-epaar, soweit bis jetzt ftstgestellt werden konnte, nicht nur in Frankfurt, sondern auch in etwa 50 Orten Hessens und Hessen-Nassaus absetzen ließ. Die Sache kam ans Tageslicht, als die Geliebte Schiemers bei einem Bäckermeister m Dbercab Falschsclfeme in Zahlung geben wollte, dieser aber sofort die Fälschungen erkannte und die Verhaftung der Frau veranlaßte. Die Herstellungsmaschinen so- itue groß? Posten von Falschscheinen wurden in einer Wirt schisst in der Burgstraße beschlagnahmt. — Es ist zweifellos, daß das schcppenbe Gerichts- rerfahren, das es zu keiner Verurteilung der vielen festgenommenen Falschmünzer kommen läßt, 'Miner neue Kreise zu Fälschungen ermuntert. B. Hanau, 27. Juli Die 50i ä hrige Zubiläiinisverfamnilung des Verbandes Hess. Bienenzüchter wurde am Sonn- ug morgen durch eiive kurze Ansprache des Vor- itzenden, Drof. Dr. Staudinger -Darmstadt eröffnet. Darnach begrüßte Lehrer Horwig- Rük- kingen, der Vorsitzende des Hanauer Vereins, in längerer Rede die zahlreichen Imker. Am Nachmittag hielten die einzelnen Verbände ihre Einzel- ftbungen ab. Der Oberhessische Verein tagte im Gasthaus „Sonne", nwbei neben einzelnen Ver- emoanßelege 11 beiten, besonders der Honigpreis, chr mmdestcns 15 Mk. für das Pfund betragen soll, Die Zuckerfragen, Honigschutzgesetz, Haftpflichtver- stcherung a. a. besprochen Irmrden. Am Montag! Dormittag fand die Hauptversammlung des Verbau- f^!! v ^sitzende legte mit Rücksicht aus Inn Alter beit Vorsitz nieder und übertrug 'die Leitung der Geichäste dem 2. Vorsitzenden, Schulrat ü i m pe l- Kassel, der daraus im Namen des verbaudsvorstandes Herrn Prof. Staudinger zum Ehrc.ivoriitzenden erwrnnte. Der Assistent des Bak- -eriologischen Laboratoriums der Biologischen «eid-^mnralt zu Berlin, Dr. Borchert, hielt )aim einen Vortrag über „Die Biene und ihve »trankhnten". Ter sehr lehrreiche zweistündige Bor- pa$. lvyr^ dstrch Lichtbilder erläutert. Lehrer b u ß- Leihgestern sprach dann über den „Honig us Nahrungs- und Heilmittel". Er wies u. a. '^ch- daß Honig 2—3mal nahrhafter ist als Eier md Ocky en fleisch und zum Einmachen von Obst vorzüglich gectguet ist. Auch als Heilmittel für viele Kran teilen ist Honig sehr zu empfehlen, besonders für Herzkrank, was auch Pros. Frey-Han- rover in der Aussprack>e noch aus eigener Erfahrung bestätigte. Nach Bekanntgabe der Preisvertei- leilung der Bienenausskellnng wurde die Tagung rvm Vorsitzenden geschlossen. fd. H e r b 0 r N, 27. Juli. Im nahen Gv s e n- b-ach sd-rrb im Alter van 89 Jahren die Witwe Deutzerith, die eine Nachkommenschaft hinterläßt, wie sie nicht oft anzutreffen sein dürfte. Tenn um Die Verstorbene trauern nicht weniger «ls 112 Enkel inti) Urenkel. logische Untersuchung durch Bergrat Dr. Sftwttter, Darmstadt, in abschbacer Zeit vor- Smmen werden kann. Da die Wassermes- en bereits früher erledigt morden sind, fo Annen die Vorarbeiten des Projektes danach als beendet angesehen werden. Sehr zu vünfchen wäre es dann, wenn dec Staat im Verein mit dem Gemeinde verband der Aus- Mrung näher treten würde, damit die elek- lrifche Energie, die jedermann Nutzen bringt, recht bald auch dem oberen Vogelsberg zu- gänglid) gemacht werden kann. Starkenburg und Rheinhessen. hl. G i m b s he i m (Rheinhess.), 27. Juli. Der mit unverschämter Dreistigkeit in großem Umfang betriebene Kohlenschmuggel tu i dem Rhein führte in einer der letzten Nächte zwischen hier und Alsheim zu einem regelrechten Kampf. Die Schmuggler, die aus verschiedenen Orten mit Lebensmittel zum Austausch für Kohlen gekommen waren, überboten sich und ücrbeu(tenjid) zuletzt gegenseitig derart, daß mehrere Schmuggler aus Alsheim sehr schwere Verletzungen daoontru- gen. Dabei wurden ihnen als der schwächeren Partei alle Kohlen gewaltsam abgenommen. Kreis Wetzlar. so. W e 1.1 a r, 27. Juli. Tic Stabt 'bat sich für 50000 Mark Zehn-unvFünfziaPsennig- schein e ber[leiten lassen. Dir Anfertigung foftet 25000 Mark. Hessen-Nassau. . bz. Dillenburg, 28. Juli. Die „Dillztg." deröstenllicht eine Zuschrift des Gewertschastskar- ftlls für den Dillkceis, in der es u. a. beißt: Der Preisabbau kann nur schrittweise erfolgen unter Berücksichtigung der Existenzmöglich- keil der Gewerbetreibenden. Zu diesem Zwecke mußte der Weg der Berbandlung beschritten werden. Das Brot wurde um 15 Pf. herunter gesetzt, daß nicht mehr erreicht wurde, liegt an den sehr hohen Mehlpreisen. Die Bauernschaften erklärten sich bereit, die Kartoffeln auf unfern Vorschlag den Zentner zu 15 Mk. bei guter, zu 18 Mk. bei mittlerer imb zu 20 Mk. bei schlechter Ernte abzugeben. Die Manufakturwareng'e- schäfte haben auch fast überall ihre Waren her- unterqesetzt. In ber Fleischversorgung erklärten bie Metzger, das Rrndfleifch für 9 Mk. imb Kalbfleisch für 8 Mk. liefern zu wollen und er- suchcen die Bauern, auch mit den Einkaufspreisen, entsprechenb herunterzugehen. Aber in der letzten. Boche war das nicht möglich, die Metzger hatten sehr teure Ochsen eingefauft und es mußte ihnen deshalb nochmals ein Ausnahmepreis zugestandeni »verden. Sollte da nicht mehr Einsicht von den Bauern geübt werden, so sieht sich das Gewerk- schastskartell veranlaßt, erneut Stellung zu den Bauern zu nehmen. Eine von uns verfaßte Resolution aus Beseitigung des Viehhandels- t'e rb a n dcs wurde von allen Vertretern, em- frimmig angenommen. In der M i l ch v e r s 0 r - gun g nahmen die Bauern von dem neuen Preis von 2Mk. Abstand und erklärten, sie fernerhin für 1,50 Mk. zu liefern. Es wurden noch die außer- ordeittlicy hohen Preise einiger Drefchmaschmen- besitzer erörtert und erklärt, wenn sich diese Leute nickst auch einem Preisabbau unterziehen wollten, zu beantragen, daß die Maschinen vom Kreis beschlagnahmt werden. Weiter wäre es unbedingt erforderlich, an der Dreschmaschine Kontrolle aus- Tie ordentliche Sitzung des Kreistags im Jahre 1920 findet am Dienstag, den 3. August, vormittags 10*/j Uhr, im Regierungs- gebiuoe 311 Gießen statt. In Den Gerneftwen Kaichen und Stamm- Heim ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Crt und Gemarkung Kaichen und S IQ IN m heim bilden einen Sperrbezirk. Tie Gemarkung Bönstadt unb Burg-GrLfen- ro de werben zum Bevbachmngsgebiet erklärt. Tie übrigen umliegenden Gemarkungen von Stamm- beim und Kaichen sind bereits Beobachtungsgebiet. — In Heblos ist bei ber Gemeindeschafherdc die Maul- unb Klauenseuche ausgebrochen. Tie Gemarkung Heblos wird daher zum Sperrbezirk erklärt. Tas Ministerium des Innern 'bat ber Stadt- gemeinde Baden-Baden die Erlaubnis erteilt, 5000 Löse der am 15. Oktober ds. Js. zur Ziehung gelangenden Reihe der Baden-Badener Geldlotterie innekhalb dcs Freistaates Hessen zu vertreiben. Nach dem von der zustämdigen Be borde genehmigten Verlasimgsplan dürfen 110 G00 Lose zu je 1,10 Mark ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Hessen dürfen nur mit dem hessischen Zulassungsstempcl versehene Lose gelangen. M-Llwenb der Zeit des Vertriebes ber Lose zur 1. Klasse einer Preußisch.-SüOdeutfchen Staatslotterie ist Ankünoigmig, Ausgabe und Vertrieb ber öofe in Hessen, nicht gestattet. Tie Dosten betragen etwa 1 Million, zu ber?n I sitzende des DemobilnrackringsausfckmFes ist de- Aufbringmig eine Anleihe in entsprechmoei fugt, die Beteiligten vvrzulaben unb zu varnehm/n. (3n einem Teil ber Auflage nneb.*r{plt) Die neue Konferenz in Boulogne. Paris, 27. Juli. (WTB.) Havas. Auf Ber- langen Lloyd Gevrges wird MillerantA mit dem britischen Premierminister in 33 0 u 10 gne zusammentreffen. In offiziellen Kreiseiv wird strengste Diskretion über die Zusammen*' fimft geroalyrt. 9Jtan kann aber annehmcn, daß der Vorschlag der Sowjetregierung, mit den tNiupt’ sächlichsten alliierten Mächten an einer intern nationalen Mnserenz leilzmiehmen, der Grunds ist. Millerand hat nach Verständigimg der bri* tischen Regierung für diese Verhandlungen 33e-* bingimgen gestellt. Er möchte bie 33crHandlungen einerseits von ber 3üterfcnnung ber von den früheren russischen Regierungen übernommenen 33er* Pflichtungen abhängig machen unb anberseils von b#T 33eftätigung bt-r Macht der SowjriregierunH dnrcki eine Vokkc)abstimmung. Es erscheint außerdem nicht wahrscheinlich, daß Millerand plötzlich- General Wrangcl im Stiche läßt und ihn den- Bolschwisten ausliesert, die seine vorliergeheiidch Unterwersung gefordert haben. Außerdem erscheint es Frankreich wchischenswert, daß die Veremiglen' «Staaten auf dieser Konferenz vertreten sind, deren Widerball die Grenzen Europas überschreiten wird. Der Ministerpräsident würbe sich nicht weigern, an biesen Berhandlimgen t^nlzimelfmen. Es ist anzunehmen, daß dies der Sinn der Bemerkungen! ist, bie er nach Lonbon gehen ließ. Nach ber Rückkehr Milleranbs heute abenb wiri» ein 3)?inifterrat stattsinden, in dem 9)tilleranb seine Kollegen unterrichten unb ihnen mit aller Ofsenhiät mitteilenh wird, daß Lloyd G aaco Tribüne" meldet aus Tokio, daß der Mikado sehr schwer erkrankt sei. E- werden täglich Berichte über den Vc?rlauf ber Krankheit herausgegeben. Nach bisher iwch nicht bestätigten neueren Berrchten toll der Mikado sogar bereits gestorben sein. Datum: 26. Juli Amsterdam - Rvtterd. 1413,60 1416,40 1388,60 1391,40 , c 337,85 vüchertischc — Kliche Fr»., Die Himmelsstürmer, eine Erzählung. (Barmen, Westdeutscher Juug- linfldbunb.' gen. , 27. Juli, (fett xm fjielgen • Zeit ber M ttlsubeitei Lb« 1 des 5* Md . r 49 W jlt " ei Kinder. Ein Landwirt 0- 1 ientner Flu- I tragt- Tos 1 -r W' "7 f. kgeit geidrft w ich. 1 Votzkisvrr« Juü. Die S UniersuMNg Pagbütistal . Seit SM ■ * Tto» ergnixft Ä; i«6 ,S'ug a v* HM fb. Illingen, 27. Zuli. Die letzte .Kveis- tagssitzung beschloß die Vovrrbetten zur Versorgung von 34 Orten des Kreises mtt 1 inevs-voer uttiumui^n elektrischer Energie in Angriff zu nehmoi. l zu ihrer Geheimhalmng verpflichtet. Datum: Kurs 26.7. Kurs 27.7. Kurs 26.7. Kurs 27. 7. 5°/0'Deut.flrieg5anL 79,50 79,50 79,50 79.50 4°/lDeut.Reichsanl. 69,40 69,60 3"/lDeut.Reichsanl. —. —> 60,60 60,25 4° “ Preuß. Konfols — _ —• — , — 68,10 68, — Darmstädler Bank 142,75 — - — 144, — 142,50 Deutsche Bank . . . —. —■ — — 264,50 264,- Disconto- Gefellsch. —, — —. — 200,- 198,25 Dresdener Bank . — . — — . — 162,50 162,- Nationalbank f. D. —. — 149,50 Mitteld.Treditbank 142,- 142,- 141,75 141,75 ^.-Amerik.'Paketf. 176,- 177,50 176,- 176,- NorddeutscherLloyd — - — 171,60 171,75 170,- Boch. Gußstahlwrk. 351,50 375,— 353,50 368,50 D.-Luxemb.Bergw. 269,50 301,- 295,50 300,- Gelsenkirch.Bergw. —. — 321,50 309,75 312,- tzarpener Bergbau 375,- 393,- 375,25 393,- Oberschi. Eisend.-D. 231,50 234,- 230,- 234,75 Oberschles.Tisenind. 268,- 273,- 267,50 270,- Phönix-Drgb.-21kl. 439,- 450,50 438,- 446,50 Bad.Anilin-u.Soda 463,50 — . — 469,- 463,- Höchster Farbwerke — - — 360,- 363,- 360,- Elektr. A. L. G.. . 297,- 294,75 300,- Schuckerl-Werke. . 195,- 188,50 198,75 Felten-Guilleaume —» — 413, - 401,50 Daimler...... 216,- 216,- 219,- 219,50 Bud.-Eifenw.-Akt. . — — . — 294,50 298,- Adlerwerke .... 228,50 226,20 231,75 225,50 4° aHest.Staatsanl. 82,75 82,90 (Electron Griesheim —, — 292,50 300,- Lacto-Eipulver 8101id LACTOWERK Gebr.Schredelseker,Horchheim b.Worms (Lactovolin.) „Qualitäts-Puddingpulver“. ist ein wertvolles Hilfsmittel in Küche und Bäckerei. In Beuteln zu Mark 1.- und in Paketen zu Mark 6.50 (ermäßigter Preis). Versuchen Sie „Lacto-Rührei-Pulver (Neuheit)“ und unser Ms EngrMcsW qencn SotAiibhinn z- kauf. 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Bei aller Si aber wie es heiß Mannes muß do diesen strittigen s Rülkzug antrat.1 denn auch keinen erste Eindruck im stiger gemesen Rifeln ist, r der Betrach Bf wird nicht Wien Staatssc der eines Tc °?Msvrochen ha >°nckn Mitteln, S später Wtsparteien u A ^sspruch j nicht sehr er Vts" erklärt, er 5«ä A- Sr Nie 3 hten.S, » d" Itag «« ÄS' fffrriS