(70. Jahrgang 9 |U veiibunq, io- ertrage- die unnrittdbar ie Regelung n beiaudneir dem deullW ozrierten 3k- lit Verfügung ingsbncchtigtc t hat, sind bei en. Dasselbe tminderungen/ rschuldet ober jenhe Gewalt g sestgeslcllten § 2 geregelten rchschnitiskurse er sestgeslelltcn inst znslÄd'ge .en, sofern für nd ist, zu dem des Tages, an itg bei bei zw siver Puffer gegen Rußland z. sein. Es tverbe vielmehr eine rote Brück für die soziale Revolution gan^ Westeuropas werden. Dies sei cnid) der Grund, weshalb ist der Unter; 11. November 'fischen Regie- beniickidigemg lgsbla^. die Entente die Unterstützung Polens fieberhaft steigere, und weshalb die Bolschewisten sich -bemühen müßten, die Herrschaft des „weißen Pans" unwiderruflich und endgültig zu verstoßen, bevor die Hilfstruppen ankommen könnten. Eine Zusammenkunft Millcrands mit Lloyd George. Paris, 27. Juli. (WTB.) Havas. Marschall Fuch, der sich, in der Bretagne in der Sommev- ftische befand, ist anr Sonntag abend nach Paris znrückgekehrt, wo er alsbalo mit M i l l e r a n d eine Unterredung hatte. Fach soll den Minifterpräsiden.- ten und den Finanzminister nach Boulogne für Mer begleiten. Ministerpräsident Millerand begibt sich heute nach Boulogno, wo er mit L l o y d Ge v r g e zusammen treffen wird. Seine Rückreise erfolgt bereits am Mittwoch. Lloyd Georg in der Schweiz. Paris, 26. Juli. (WTB.) Rach einer Meldung des „Echo de Paris" wird Lloyd George seinen Urlaub in der Schweiz verbringen. Lloyd George wird Ende Juli in Luzern erwartet. für Politilr: Aug. Goch; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen. Erstes Blatt Aus dein Reiche. Eine Wohnungsfteu-er. B e r l i n, 26. Juli. (Priv.-Tel.) Wie der „Berl. Lokal-Anzeiger" meldet, hat das Reichswirtschaftsamt einen Antrag angenommen, durch den die Reichsregierung zur Einbringung einer Vorlage über eine W'o h- nungssteuer aufgefordert wird. Vrschlatznahme von Waffen in Braunschweig. Berlin, 27. Juli. Die Blätter melden aus Braunschweig die Entdeckung gewisser Waffen- und Munitionslager. In der Rälse von Frellstedt wurden 85 JnsanteriegewÄ/re ausgegraben, die durch Braunschweiger Studenten an die Fundstelle gebracht worden sein sollen. In der Wohnung eines Studenten Faust in Braunschweig wurden vier Maschinengewehre und 4000 Schuß Munition beschlagnahmt. Auch in Helmstedt wurden 125 Jnfanteriegewehre, 2 Maschinengewehre und eine große Menge Munition gefunden. Einige Personen in Helmstedt wurden verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat in allen Fällen Untersuchung eingeleitet. Ein feiner „Politiker". Laut Blätter Meldungen aus Magdeburg ist dort der Führer dec Unabhängigen, Grasse, wegen Lebensmittelschiebun- g e n verhaftet worden. Als Betriebsrat dec Krupp- Grusonwerke hatte er von dec Reichssettstelle in Berlin mehrere Waggons Schmalz dadurch er- sckstvindelt, daß er mit dem Streik der Arbeiterschaft drohe, wenn die Lebensmittel nicht geliefert würden. Grasse hat das Schmalz dann verschoben. der neutralttät. Berlin. 26, Juli. (WTB.) Die R.nchsgewerk- schaft deutscher Eistnbcchn.be amten und Anwärter, die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und der All- aemeine Eisenbahneroerbano richteten folgenden Uufruf an alle dcutschen Eisenbahnbeamten und Arbeiter: Die Reichsregio- rung erklärte die,Neutralität der Republik Deutschland im Kampfe zwischen S o w j e t r u ß l a n d u^nd Polen. Diese Neutralitätserklärung legt Deutschland n. a. die Pflich auf, zu verhindern, daß Militärische Transporte für die eine oder die andere der kriegführenden Partien durch Deutschland geleitet werden. Sollte irr dieser Hinsicht irgendwelcher Truck auf die deutsche Regierung ausgeüvt werden, p .erklären die Großorgauisationen der deutschen Eisen bahn beam te n und Arbeiter, daß sie unter keinen Umständen eine Verletzung der volvern auf ihn ein und zwangen ihn in ein bereitstehendes Auto, welches ihn alsbald in rasender Eile entführte, noch ehe der in seiner Begleitung befindliche Prinz Gelegenheit hatte, um Hilfe zu rufen, und ohne daß der wenige Meter entfernt aufgestellte französische Posten etwas von dem Vorfälle gemerkt hatte. Frau Dr. Dorten unterrichtete alsbald die französischen Behörden, aber deren Weisung an die Grenzstellen kam zu spät, denn das Auto war bereits vorübergerast. Die französische Behörde ließ sofort beim Wiesbadener Polizeipräsidenten P r o t e st erheben und ihn um Nachforschungen nach den Urhebern der Entführung ersuchen. Der Wiesbadener Polizeipräsident stellte darauf in Höchst Nachforschungen an, die aber ergebnislos verliefen. Später erfuhr man, daß die Verhaftung durch drei deutsche Polizeibeamte erfolgt ioar, und zwar auf Befehl des Frankfurter Polizeipräsidenten als Folge eines Haftbefehls des Reichsgerichtes. Das Auto selbst, in dem die Ueberführung vorgenommen worden ist, ist das Auto des Frankfurter Polizeipräsidenten gewesen. Die deutsche Polizei behauptet, daß Dr. Dorten bereits nach Leipzig geschafft worden sei, doch nimmt man an, daß er sich noch in Frankfurt a. M. befindet. P a r i s, 26. Juli. (WTB.) Wie der „Ma- tin" meldet, hat die Oberste Alliierte Storni Mission in Koblenz beschlossen, gegen die Verhaftung des Dr. Dorten nach §31 des Friedensvertrages Einspruch zu erheben. Die Oberste Alliierte Kommission verlangt seine Freilassung und Zurückschaffung nach Wiesbaden. ^vlahiU Vie waffenftillstandsverhandlungen in varanowitjchi. Paris, 27. Jnli. (WTB.) In einem Radio- telegramm aus Moskau setzten die Bolschewist-eir als Zeitpunkt sür den Beginn der WaffenstillstandÄoer- handlimgen mit Polen den 31. Juli an. Die Vertreter der beiderseitigen Regierungen werden in Baranowitfchi znsammentreten. Trotzki über Polen. Amsterdam, 26. Juli. (WTB.) Eine bolschewistische Meldung vom 24. Juli besagt: Trotzky sagte in einer Rede, Polen werde binnen kurzem aufhören, ein defen- ufttt. 1 erotnj. cssTISC untet^U& rat-Rttl, er., jr. x, SÄiäS »3 Schrill 8832 u ^ixut ' -«ajnboffiiberj i nm ®"iCt2ea,6UU I um i/tuagooe jtbtt ti Spannende Lage in Peking. London, 26. Juli. (WTB.) Die „Times" meldet aus Peking: Die Stadt Peking befindet sich wieder in großer Aufregung. Die Stadttore sind geschlossen und mit starken Wachen besetzt. Die Truppen von Tscbcmg-Tso- Lin und Wu-Pei-Wn schließen die Stadt ein und umzingeln ihre letzten Widersacher. Bis letzt fanden noch keine Verhandlungen statt. Doch verlautet, daß die Angreifer die Stadt noch nicht betreten haben. Zur Verhaftung Dorfens. Mainz, 26. Juli. (Wolff.) Nach einer Meldung des „Echo du Rhin" hat die interalliierte Rheinlandkommission dem Reichskommissar vorgeschrieben, die Rückkehr Dr. D o r t e n s in kürzester Zeit zu veranlassen, andernfalls seien gerichtliche und administrative Sanktionen im Gange. Die Verhaftung selbst hat sich nach einem Bericht des Blattes in kaum 10 Minuten abgespielt. Als Dr. Dorten am Samstag nachmittag 4 Uhr in Begleitung des ihm befreundeten Prinzen Isenburg eine Villa in Wiesbaden verlassen wollte, sprangen 3 Leute mit gezogenen ReDeutscher Studententag. Göttingen, 23. Juli. Ter deutsche Studententag begann gestern abend. Aus den Begrüßungsansprachen war bemerkenswert die des Vorsitzenden der deutschen Studentenschaft, der über die Wiederaufnahme von Beziehungen zu den Studierenden des Auslandes berichten lvnnle. Ihm,antwortete sebr herzlich ein Vertteter der schwedischen Studentensckiaft, der auf die KullArgemeinschaft zwilchen Schweden und Deutschland 'hinwies und die Hilfsbereitschaft der schlwedi'äien Studenten für die deutschen notleidenden Studenten versicherte. Auch von den Srudentenschaften der Schüveiz, TrLne- marks und Finnlands lagen Begrüßungen vor, zum Teil erscheinen aus diesen Ländern auch Vertteter auf der Tagung. Ter Vertteter des preußischen Unterrichtsministeriums, Staatssekretär Becker, machte in seiner Begrüßungsansprache benierkenÄverte Mitteilungen über den Standpuntt dcs preußischen Unterrichtsministeriums zu der in den nächsten Tagen erfolgenden Neuregelung des Studentenrechts. In der Ausländerfrage würde danach? jede einzelne Hochschule sich Spezialsuatuten geben können, deren Prüfung und Genehmigung sich das Ministerium Vorbehalte. Die parteipolüiiche Betätigung der Studentenausschüße müsse auch weiterhin ausgeschlossen bleiben, während gegen eine allgemein vaterländische Betätigung der Studentenvertretungen das Ministerium keine Einweichungen mache. Auch in der Frage des Rechts der Auflösung der allgemeinen Studentenausschüsse sei den Wünschen der Studentenschaft Rechnung getragen worden. Tie eigentlichen Verhandlungen begannen mit drei eindrucksvollen Referaten über die Notlage des Akademikers, die Notlage des Studenten und die besonderen $R»te der kleineren Hochschulen. Dr. Brüning (Berlin) betonte, datz bie Aussichten für die Berufswahl der Akademiker durch die wfttschaftlichen und außenpolittschen Verhältnisse ganz und gar unsicher geworden seien. Neue Bauämter in Hessen? Wir erhalte nfolgende Zuschrift: In lebhafter Erinnerung steht noch der Hinweis der Agilationsredncr aller Parteien vor der Wahl zur Nationalversammlung, datz in unserem neuen Staatswesen größte Sparsam keit bei allen Behörden und staatlichen Betrieben geboten sei. Was ist aber in dieser Hinsicht gc schchen? — alte, gut bewährte Einrichtungen find gefallen und viele neue Behörden und Beamten stellungen sind geschaffen worden ohne Rücksicht auf den Staatssäckel und ohne Rücksicht aus die finanzielle Teckimgssrage. Es ist wohl einerseits sehr löblich vom Staat, daß er seine Beamten- anwärtec unterbringt, allein es muß dabei auch berücksichtigt werden, ob der Staat sich auch den Luxus einer größeren Beamtenschaft leisten kann und ob er auch dauernd für die neuen Einrichtungen, die ost mit großen Geldopfern verknüpft sind, Beschäftigung hat. Nach den Regierungsankündigungen sollen auch bei uns die B au b e - behörden, die zur Zeit außer der Kultur- inspektion fast keine Arbeit haben, reorganisiert werden. Vorgesehen sind 15 neue Hochbau- und 8 neue Tiesbauämter. Tie altbewährten Kreis- baninspektorstellen sollen eingehen, die Kultuc- inspektionen sollen mit den Tieibauämtern in einen Topf geworfen werden und die Hochbauämter sollen in Zukunft nicht nur den staatlichen, sondern auch den Gemeindehochbau leiten. 3Lelck»e Folgen ergeben sich auf dieser Reorganisation? Tie Kreisbauinspektorstellen, die dem Kveisamt angegliedert sind, gellen ein. Die Kveissttaßenmeisterbezirke, die bisher bestanden ha- ben, werden ausgehoben und der Kreisstraßen- meisler, der in seinem Bezirk der ländlichen Bc- völkiecung als Bauberater zur Seite stand, verschwindet in irgend einem neuen Tiefbauamt und soll dort Straßenbauten, an die wohl in absehbarer Zeit nicht zu denken ist, ober kulturtech- nischc Arbeiten, von denen er keine Ahnung hat, aussühren. Die in Hessen so gut bewährten Kulturinspektionen sollen aufgehoben und den Tief- bauämtent an gegliedert werden. Welche Arbeiten werden dann in Zukunft die Tiefbauämter zu erledigen haben? An Wasserleitungen ,die bisher wohl größtenteils von den Kulturinspektionen gebaut wurden, ist infolge der teuren Materialpreise nicht zu denken, dasselbe gilt von den Kanalisationen, und Straßenneubauten können aus demselben Grunde nicht aus- gesührt werben. Uebrig bleiben beit Tiesbauäm- tem bann in Zukunft nur Meliorationsarbeiteitz bei Feldbercinigungen und Kiasfengenossenschaf- ten, bie bisher von unseren Spezialbehörben, den Kulturinspektionen, ausgeführt wurden und die man jetzt unverständlicher Weise ausheben will. Tie Kulturinspektionen, deren Tätigkeit hauptsächlich in der Förderung der Bodenkultur besteht, sind mit der Landwirtschaft so eng verschwägert und verwandt, daß man diese Behörden ohne groeß Schädigung unserer landwirtschaftlichen Unternehmungen nicht mit den zu bildenden und zwecklosen Tiefbauämtern Zusammenlegen kann, denn die Kulturtechnik ist eine landwirtschaftliche Technik und die Kulturtechniker selbst müssen über eine große Summe landwirtschaftlicher Kenntnisse verfügen. Während Hoch- und Tiefbau in Hessen von Kriegsbeginn an bis jetzt ruht, war die Kultur- inspektion bie Behörde, bie mit Aufträgen überhäuft wurde, ein Beweis, baß sich diese Einrich^ tung gut bewährt und sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. In Landwirtskreisen wirb man einer derattigen Regierungsmaßnahme mit Kopfschütteln begegnen. Es soll gespart werben im Staatshaushalt unb ba wird im Dunkeln nach Mitteln und Wegen gesucht, bie zu einem Resultat (15 Hoch- unb 8 Tiefbauämtern -geführt haben, das weder in Fachkreisen noch im Publikum verstanden wird. Ta Hoch- und Tiefbau für Jahre hinaus lahm- gelegt sind, ist die Schaffung solch.r Aemtec durchaus zwecklos. Man gebe jeder Provinz ein Pro- vmziaibauamt und lasse den Kreisbauinspektor m seiner bisl-erigen Stellung zur Ueberwachung von Ties- und Hochbau, teile den Kreis in Bau- dezirke ein und gebe dem mittleren Bautechniker, der . einem solchen Bezirk vvrzustehen hat, eine größere Lrelbstänbigkcit. Man gebe ferner jeder Kulturinspektion, verteile die Kul- Zmechniker ,n bie Kreise, wie bas in den Kreisen -üsfeld und Lauterbach schon seit über 20 Jahren oct Fall ist und neuerdings auch im Kreise Schotten ein solches Amt geschaffen wird und ■■ Beamten ebMfalls mit größerer Selbständigkeit aus. Was nützen wohl die von der Regierung wrrgeichlagenen neuen Aemtec, toemt sie keine St lA fyrocn und enorme Summen verschlucken! Tehabl ist es wohl besser, die bestehenden Einrichtungen zu verbessern und zu vereinfachen, als das ganze Bauwesen in dieser unbeständigen Zeit zu reorganisieren. läge ein an der emittelnlO. . Cer Enlllkodi- MgderM- sestzusctzen. indend. iet>ey ob.r tn. 6t, bie!« »w MS ,„t Sems«? t Sd» «JE die Vorschristen Am tiSs des int df lnobs^^j jiit iett inf,'r' eine 5v(l)rciie" t des AM Neutralitätspflichten zulassen und mit allen gewerkschaftlick?en Mitteln berartige Transporte verhindern werden. Jeoe dahingehende Llufforderung ist dorn Eisenbahner personal zurück- '.'iweisen. Jede Hilfeleistung ist Verrat am Vaterland! Berlin, 27. Juli. Wie die Blatter aus Hamburg melden, traf der Dampfer „B e l - gicn" mit 2300 tschccho-slvwa tischen Iba ten in Cuxhaven ein, bie mit der Eisenbahn weiterbefördert wurden. Ta sich das Gerücht verbreitete, daß es sich um verkappte englifdyc Soldaten Ixntbie, hielten die Hamburger Arbeiter auf dem Untevelbebähnhof einen Transport von etaxi 1500 Mann an unb ließen durch eine 5bom- mifsion Munition, Säbel und Pistzolen tvegnel>men. Auck> zwei Waggons Gewehre wurden beschlagnahmt. Ter Transport wurde später, da es sich wirklich um heirnkchrende lsckieckio-slonxikisck-eKriegs- gefangene handctte, freigegeben. Es sind Vorkehrungen getroffen, daß keine weiteren Transporte mehr bewaffnet durch Teutschland fahren können. Ein Märchen des „Petit Parisien". Paris, 26. Juli. (WTB.) Der Berliner Korrespondent des „P e t i t P a r i s i e n" berichtet seinem Blatte, daß die Sowjetagenten, die die Absichten Moskaus nicht verhehlten, Zeit gewinnen wollen, um in einigen Wochen die Operationen gegen Polen wieder aufzunehmen. Dem gleichen Blatte zufolge sollen britische Kreise in Berlin mit Lude n d o r f f und Hindenburg über den Plan einer militärischen Mitwirkung Deutschlands gegen die Bolschewisten verhandeln. Ein bereits ausgearbeite- ter deutscher Plan sieht die Aufhebung des Friedensvertrages während des Feldzuges, Wiederherstellung der ehemaligen deutschen Grenze im Osten, Autonomie Posens unter der Souveränität Deutschlands uitd Beteiligung Deutschlands an den mit Rußlaird erlangten Kompensationen vor. Als militärische Garantien würden die Alliierten die Besatzung des linken Nheinufers aufheben. Dienstag, 2?. Jul! 1920 Annahme von Anzeigen für bielagesnumm Platz, Vorschrift 20" „ Aufschlag HauptschristleUer. Aug. Goetz. Berantwortiich Auch nach Abzug derjenigen Studenten, die gegenwärtig nur ihre verlorenen .itzriegssemester nack- holen, studierten gegenwärtig 20 000 männliche Studenten mehr auf deutsche, Hochschulen als im letzten Borkriegssernestcr Als geradezu fataftnM phal bezeichnete er die Aussichten der Stiibentin* nen Staatliche Hilfe ist nur in Form Hon Sßc* rufsl>eratu.n:g, Titel schütz und älmlichem zu erwarten. - Mndidat S chwa ba ch von der Tech- nisäien Hochschule in Dresden bezeichnete auf Grund von Um frage material 4000 Mark als bas heutige Dcrmutlidie DtuchschnittSeinkommen eines Studenten, ivähreirb er 8000 47tark als Eristnrz- mhtimum bezeichnete Seine Vorschläge zur prak- tifdwt Abhilfe gipfelten vor atlnn in der Errichtung von Sckbsthilfeaenoffenlschasttn. Am zweiten Torte fano dos Referat von Prof. Dr. Litt (Bonn) bejomers lebhaften Beifall Litt h'ilrrtc mtS, daß eine Entschränkttna des zu behandelnden Stoffes mW des zu crreick>enben Wissens im gegennmrtigeit Hochschuliinterrichl möglich mtd erwünscht fei. Tos Korreferat des sozialistischen Ro« {crentot Birnbaum (Bremen^ stieb bei einem Teil der Vertreter auf Widerspruch. In der Samstag-Vorrnittagssitzung entwickelte Unterstaatssekretär Prof. Dc. Becker vom preußischen Kultusministerium seine Anschauungen über bie Notwenb ig keit einer Hochschulee> form. Nacltbem der autoritäre Staat p?rschwun-> den sei, sei bie Zeit für eine neue Autonomie' ber Hochschule gegeben, bereit Organisations- ansänge sich örtlich und für ganz Deutschland schon allenthalben zeigten. Ihr Keni müsse bie Auto-, ivomie der crn^clncn Hockstchulen b'eiben. 9)2Ü> trägerin dieser Autonomie müsse auch bie Studentenschaft werden Vorbedingung da>üc sei, daß sie ihren Korporationsgeist umbilb? in eine korporative Einstellung, nach der sich ber Student in erster Reihe nicht als Angehjftigec seiner Son- derverbindung, sondern als akademischer Bürger fühle. Der Positivismus des naturwissenschaftlichen Zeitalters werde heute abgelehnt .ebenso übertriebener Intellektualismus unt* auch das alte berufliche Arbeitsideal. Die Pflege dec körperlichen Gesundheit werde der Sorge für das rein Geistige gegenübergestellt, das Irrationale dem Nationalen: die Neigung zum Katholizismus unb zum Künstlerischen in ber Gegenwart lasse bas beutlich erkennen. Gin Hang zur Synthese und zur Synopsis sei bie Folge biefer Grundeinstellung für bie wissenschaftliche Arbeit, als deren Leitgedanken heute Kritik unb Ehrfurcht genannt ioerben konnten. Als Forderungen ergäben sich neue Formen des Hochschulbetriebes^ ferner neue Fächer: Soziologie, Pädagogik, Kul-, turphilosophie und innerhalb aller Fächer eine stärkere Betonung ber Problematik gegenüber ber bloßen Historie. Die Ausgabe ber Hochschulen in biefer historischen Lage fei Konzentrierung ihrev ganzen Arbeit auf Zucht bes Wissens unb Charakterbildung ihrer Angehörigen in freier Selbst» Verwaltung. Daraus würde sich Ueberbrückung der Klaffengegensatze und Erziehung zu einer einheitlichen Nation ergeben. Tie Judenfrage ist auf der Tagung von den deutsch-österreichischen Studenten, bie auf dem Idafsenstanbpmikt stehen, aufge- loorfen worden. Tiefe verlangen, daß die Gleichberechtigung für Auslandsbeutsche, soweit sie sich auf Deutsck^Oesterreicher erstrecke, auf Ras e eutsche beschränkt bleibe. Tiefem Standpunkt ist auf Griutd einer juristischen Auslegung der Bersassimg der deutschen Sttidentenschäft, bie auf der letzten Tagung in Dresden gegeben wurde, Rechnung getragen morden. Ter Vorsitzende van Aubel (Bonn, katholische Nichtuirg) betonte alleromgs bei der Mitteilung dieses Rechilsstandpirnkles, daß sich daraus Ungerechtigkeiten ergeben müßten, so daß diese Auffassung dringend einer Nachprüfung bedürfe. Politischen Charakter nähmen die Verhandlungen auch noch ein zweites Mal an, als nämlich eine Erklärung gegen die Angriffe auf bie Marburger Studenten vorgeschlagen wirrte. Ter Vorsitzende der deutsck-en Studentenschaft 'batte 'hierzu eine Erklärung veröffeittlickst, c>;^ die Marburger Zettfteiwilligen s-amt unb sonders in Schutt nimmt und sich dabei auf das Kriegs- gerichtsirrteil erster Instanz als Klarstellung der Sachlage beruft. An Stelle dieser Erklärung wurde mit Zustimmung des Vorsitzenden eine andere abgegeben, bie nur die Angriffe auf die Gesamtheit der Marburger Studenten und ber deutschen Stick-entenschast als unberechtigte Verallgemeinerungen scharf zurückweist; im übrfgen wirb darauf Angewiesen, daß das Verfahren in zweiter im stanz noch schwebe und eine Stellungnahme zu den Vorfällen von Thal daher noch iricht möglich sei. Tie Erklärung weichet sich mit ziemlicher Schärst gegen den preußischm Kultusmwistcr H ä n i f ch, der in einem Artikel im „Achtul-r-Abeich-Blatt" diese Ver- ai(genteinenmgen mitgemacht habe, und verlangt von ihm, daß er im Gegenteil die Sttck>entenfchaji vor solchen >mberechtigten Vorwürfen in Schutz nehme. --(F- 3 ) Die englisch-russischen Verhandlungen. Amsterdam, 26. Juli. (Wolff.) Hier ist der amtliche Bericht über die zwischen Curzon und Tschitscherin gewechselten Noten über den Waffenstillstanb zwischen Rußland und Polen eingetroffen, auch die Antwort Curzons vom 20. Jutt. Diese besagt: , , Die Note ber Sowjetregierung hat eine große Zahl von Streitfragen angeschnftten, über bie zwischen Großbritannien und ber_ 5orcjctregierung noch Befprechnngen statt'in den müsien. p:e gegenwärtige Depesche wirb sich damit nicht beianen, sondern sich auf das dringende Vwb.em der Einstellung ber Feinbseligkeiten zwischen Bolen und Sowjettußland beschränken. Die io schnell wie irgend möglich erfolgen soll. Die ^owietregie- rmig hat ihre BercitwUligkert hierzu ergeben, io Nr. U4 -Der Stthrner Anzelaek erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Vezvgrpreise: Monatlich Mark 3.60 undMk.-.65lrägerlohn, oierteljährlichMark 10 80 und Mb.1.95Trägerlohn; durch die Poft viettel- jährlich Mark 12.- ausschlietzlich Bestellgeld. Fern sprech - Anschlüsse: ftrdieSchriftleitung112; Der lag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Srantfert a. M. H686 General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchriflleitung, Geschäftsstelle und vruckerei: 5chulstrahe 7 n»*? artigen Charakter «rki6t. Me | fgj«•»gJÄ ifl eine besondere uA sehr wirkmtgsvoUe Lbte.. m limg der rieiigen Orgcmriatwn, durch bte h f len wrcncn bolfchewistischen Führer ihre Ideen und 3*cje ber Ausbau und Ausnutzung ins Volk tragen. Lehrer, .Künstler, Sanger, Schau- ltever Äusaa $anäIen hielt er- 2lu$ Stadt tutfc Land. Gießen, 27. Juli 1920. Veranstaltungen. Dienstag, 27. Juli: Httel Einhorn, 8V4 Uhr, Gastspiel Birchwald. — Lichtspielthsater tote gestern O Bad Salzschli rs, 26. Juli. Das erste größere Feuertoerk, das gelegentlich bc Reiterfestes der Fuldaer Garnison hier veranstaltet tourde, mrhrn leider einen b. trüblichen Ausgang. Ein bei der Abbrennung des Feuerwerks beichäftigter' Heiner wurde von einer Leuchtrakete erfaßt und am ganzen Körper so furchtbar verletzt, daß sofortiger Tod eintrat. • rinertbaiten Beachtung ernt Stellen gegen die Opferfreudigkeit besortoers ausgestellter kommuni- , Mtm ftifdjer Einheiten dem Sowjetheere seinen eigen > | Cx- < ui» Volk tragen, —-- - ■ . spieler und Gelehrte sind zu dieser Propaganda herangezogen. Die kommunisttlchen Bataillone unterwerfen sich selbst der strengsten Sie stellen besondere Stoßtrupps auf und feuern durch ihren Mut und ihre Kühnheit die übrigen Truppen an. So stellte z. B ,ber Bonsownn Juni ein vommunisrrsches Babnlbvn dre beretts vom Feinde durchbrochene Front wieder herimd verlor dabei 400 Tote. In den Osfiziers-Aus- bildungsschulen werden Tausende von NMgen.Arbeitern herangebildet, dre von den Gewerbchaften ausgewählt stnd. Bon diesen find 25 Prozent Kommunisten, 59 Proz. solche, die mtt dem Kommunismus sympatisieren, und ^e ubrrqen Men- scheviki, Sozialrevolutionäre und Parterwse. in beiden Füllen mit I1/2 Prozent steuerpflichtig, wenn der Verein sich nachhaltig mit der Veranstaltung von Ausstellungen besaßt. ** T ie Gemeinden und die Versor- gung der vertriebenen Beamten. Zur Unterbringtmg von mittelbaren Staatsbeamten und Lehrpersonen aus den abgetretenen Gebi -ten ist bekanntlich ein besonderes Gesetz erlassen worden. Tie Gemeinden und Gemeindwerbände, sowie alle sonstigen Körperschaften dos öffentlichen Recht's sind verpflichtet, ihre freien Stellen mit mitt4= baren Staatsbeamten zu besetzen, die aus diesem Grunde ihr Amt verlieren oder es aufgeben, weil ihnen die Fortsetzung ihrer Amtstätigkeit unter fremder loerrsch.Fi nicht zugemutet werden firmt. Es wird nun vielfach darüber geklagt, daß sich die Körperschaften, insbesondere die GemeindeveNval- tungen, dieser Pflicht entziehen und ihre freien Beamtenstelleu nach wie vor in een Fachzeitschriften öffentlich aus schreiben. Ter Minister des Innern I hat deslxl.lb die Kvmmunalaufsichtsbehörten ersucht, I die unter eilten Gemeinden, Gemeindeverbände und ** Oberhessischer Kunstverein. Leider kann die Lürsstellung hessischer Künstler tw vorgesehen nicht bis nächsten Sonntag hier verbleiben, da ein großer Teil der Bilder schon diese Woche in Nürnberg eintresfen muß. Die Ausstellung ist daher morgen von 11—1 Uhr und am Nachmittag von 3—5 Uhr geöffnet. Von Donnerstag an wird die Ausstellung geschlossen sein. ** Tas 8. Abonnementskonzert der Regimentskapelle unter Leitung des Ober Musikmeisters Löber findet am Mittwoch, 28. ds, Mts., abends 8 Uhr, auf der Schönen Aussicht statt. ** Silberne Hochzeit feiern morgen Franz Henn und Ehefrau Christine, geb. Cappeler, Buddestraße 7. ** Entwendet wurde von einem Acker am Aulweg ein größerer Leiterwagen. An der Leiter fehlt eine Latte und in einem Rad eine Speiche: der Wagen ist nicht angestrichen. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Heber die Umsa tzsteuer Pflicht von Künstlern und Kunstvereinen hat der Reichsminister der Finanzei: wichtige Entscheidungen getroffen. Einem Kunstverein kamt Steuerbefreiung für die Einnähmen aus dem Verkauf von Kunstwerken auf einer Ausstellung nicht gewährt werden. Bei der Beranstltaung einer Ausstellung 'handelt es sich in erster Linie um eine Tätigkeit im wirtschaftlichen Interesse der Künstler. Der Minister will es den Künstlern überlassen, die Pveise unter Berücksichtigung der Luxus steuer zu bemessen. Beim Verkauf oer ausgestellten Gegenstände für Rechnung der Künstler ist ein Kunstp rein für die Vermittlungsgebühren mit IV2 Prozent, die Künstler mit 16 Prozent steuerpflichtig. Ter Verein ist aber mit dem vollen Entgelt steuerpflichtig, wem: er den Käufen: gegenüber nicht ausdrücklich lediglich als Beauftragter der Künstler und in denen Namen tätig wird, sondern die Bilder 'von den 'Künstlern übernommen hat und als Kommissionär auf eigene Rechnung veräußert. Tann sind außerdem die Künstler für die Entgelte luxussteuerpflichtig, wenn nicht W'ieder- verkäuferbescheinigungen vorgelegt worben sind. Tann sind auch bte Entgelte bei den Künstlern mit IV2 Prozent steuerpflichtig. Tie Eintrittsgelder sind Ä&Ä Ta» 'Ätf, hört lia® «niiiboi gr* »•ÖJie&ef/ GO Er FeMkier 1« &,«««■ Men «Irrtet to B. 3nH I»’1 dien» ftatt: bic PnnMenredc tat Alten .Herren Lnschlusse daran faSkrtrcterW war in den reiiha srllschasts-WsesS jchluk gelangte ta» einem Ausflug noo von Wasserkräften und Kanälen hielt Tivl-Jng. Schmale am Lamstag abend, :m großen Hörsaal des physikalischer: Instituts nnen Vortrag für die Ortsgruppe Gießen des Retchs- bundes Deutscher Technik und die von geladenen Gäste. Nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die schon m frü'hester Zeit versuchte Nutzbarmackiung des Wassers für dre Der]dyteben-' artigsten menschlichen Verwew'Ungszwecke, wobei jedoch das Wasser als eigentliche Ktaftguelle voi- erft n»eniger in Betracht kam, da etn derartiger Bedarf firum vorlag, wies der.Redner aus dre außerordentliche Bedeutung hin, d:e dre Wafscrkran gerade jetzt für Deutschland gewinnt, nackMm durch den unglücklichen Ausgang des Krieges und deisen wirtschaftliche Folgen die Kohlenkuapphert jur uns stets fühlbarer wird. War dock/ bisher bei urtt ^rn Lande der Kohle:: die Ausnutzung der Wchsertrafte bei weitem nicht derart vorgeschrieben wre in anderer: Ländern, 'n» die durch die Natur geschafte- nen VetlMltnisse die Wasserturbine sckwn lange tn ernstlichen Wettbewerb mit der Tampfma'chme treten ließen. Erst mit dem wirtschaftlichen Um- ckwung trurd) itnb nach dem Kriege zeigt sich auch in' dieser Hinsicht für Deutschland ein vollstäud:g geändertes Bild, und man erinnert sich: nnmer mehr der den Wasserläufen innewohnenden Kräften. An und für sich muß Deutschland zu den von Natur aus '-an Wasserkräften armen Ländern gezählt werden, doch sind diese trotzdem verhAtnismäUg wett- gÄiend ausgenutzt. Durch neue Stauanlagen sonne durch Regulierung der Wasserläufe und Kanalbauten finb jedoch noch etheblich größere Wafter- lväfte zu gewinnen, deren Schaffung imtere derzeitige wirtschaftliche Notlage infolge der wohl aus lange Zeit fühlbaren Kohlen- inti) Rohfiiosftnapp- heit gebieterisch fordert. Tie in dieser Hinsicht be- tehenden zahlreichen und verschiedenartigen Pvo- jette wurden von dem Redner nÄ7er besprochen unb an Hand umfangreicher Zahlenangaben deren große Bedeutung und Vorteile erläutert. Im be- onderen behandelte dann der Vortragende noch biß Frage, wie die Wasserkräfte unseres hev- mischen Flußlaufes, der Lahn, am zweckmäßigsten für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden können. Um eine Verzettelung der dem Wasser lauf innewohnenden Kräfte zu verhüten, wird eine umfassende und einheitliche Behandlung dieser Frage empfohlen, wozu sich wohl am besten die hierbei in Betracht kommenden anliegenden Städte noch Ansicht des Redners zu einem Zweckverband zusammen schließen. Dabei soll jedoch die Frage nicht „Kanalisierung oder Kraftcrusnutzung" sondern „Kanalisierung und KraftauSnutzung" lauten. Mit einem Anblick in die Zukunft, daß es deutschem Fleiß und. deutscher Tüchtigkeit in richtiger Erkenntnis der gerade unter den jetzigen Verhältnissen großen Bedeutung der Wasserkräfte sicher gelingen werde, die infolge der Kckhtonknapphett auf wirtschaftlichem Gebiet bevorstehende schwere Zeit zu überwinden und wieder in die Hohe zu fbmmen, schloß der Redner seinen Vortrag, dem sich zur weiteren Erläuterung und Ergänzung der gemachten Anssühruingen eine große Anzahl Lichtbilder über den Bau unb die Einrichtungen solcher Anlagen anschlvß. ** Bezirksverband Gießen der Ortsgewerbevereine. Am Sonntag vormittag fand im Gewerbehaus zu Gießen eine Bezirksversammlung statt, an der Vertreter aller dem Bezirk angefjörenben Vereine teilnahmen. Nach Begrüßung burch den Vorsitzenden, Dr. Kr aus- müller, wurden zunächst die Schüler Verhältnisse besprochen. Da noch einzelne Schulen Sonntagsunterricht haben, wurde erneut darauf hingewiesen, daß man dort unbedingt dem Gedanken auf eine Verlegung des Unterrichts auf den Werttag nähertreten müsse. Die Kosten sind für die Unterrichtserteilung erheblich gewachsen. Um diese Unkosten zu decken, soll vom 1. Oktober l. Js. ab in allen Schulen das Schulgeld mindestens auf 25 Mk. vierteljährlich erhöht werden. Außerdem soll bei den maßgebenden Stellen beantragt werden, die Zuschüsse des Staates und des Kreises den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend zu erhöhen, da für alle Schulen bis jetzt noch die Friedenszuwendungen in Geltung sind. Weiter wies der Vorsitzende erneut darauf hin, daß der Zusammenschluß im Handwerk weiter gefördert 1 verben müsse. In Gießen seien augenblicklich Verhandlungen wegen Gründung eines „Hand- werkerbundes" mit dem Ziel, einen Syn- bikus anzustellen, im Gange. Bei Besprechung der Tagesordnung der Hauptversammlung des Landesgewerbevereins tourde einmütig die Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß die jetzige zentralisierte Durchführung der Meisterprüfung bei- zubehalten sei im Interesse einer gleichmäßigen Beurteilung der Leistungen. Schiff- Lich beklagt sich über den Ausgang der vorgesehenen Zuweisung von Holz an Handwerker durch den Staat. Die Handwerker hätten sich darauf verlassen, an diesem Wege Holz- zu erhalten, seien von der Nichtbelieferung aber zu spät unterrichtet wor- dden. Es soll weiter angeregt werden, die Haupt- versammlungen des Landesgewerbevereins alljährlich in den einzelnen Provinzen wechseln zu lassen. ** Lichtspiele. Man schreitt uns: In den „Lichtspielen, Selters weg" wird bis Donnerstag „Der Doppelmord vonSera- j e w 0" gegeben, ein Film, der recht interessante Einzelheiten über die Ermordung des österreichi- fdjen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinaiid und seiner Gemahlin, sowie die Vorgeschichte dieses Mordes gibt, der ja unmittelbarer Anlaß des Welkrieges wurde. Ter Film führt nicht nur in das Haus des Thronfolgers, sondern auch in die verbrechens ck>en Kreise, die den folgenschweren Mord planmäßig vorbereitet haben. Kreis Lauterbach. O Schlitz, 26. Juli. Vom 17. März bis 15. Juli wurden hier an 28 Tagen 6011 Pfund FreibankfleisÄ vertrust. — Tie Kollekte des Schlitzerländer Missionsfestes in Psvrdt ergab die noch nicht erreichte Summe von 1471 Mark. — Tie hiesige Spar- und Dar- lchnskasse hat bei der letzten Ziehung der Spar- Prämienanleihe einen Haupttreffer mit 300000 Mark zu verzeichnen. Ter Gewinner ist ein hiesiger Bürger. 1 Mk, Mirabellen 1,20 Mk., Reineclaude-' 1,20 Mark, Aprikosen 2,50 Mk., Frühäpfel 2 Mk. Zwiebeln 0,90 Mk., Johannisbeeren 1,20 Mk. -LM der herabgesetzten Preise ist der SDlarft immer gut beschickt. * bz Friedberg, 26. Juli. Auf Grund un- tderer Zeitungsmeldungen hat sich das Gerücht verbreitet, daß der Verkehr mit Vieh rmgegeben fei und die öffentliche Bewirtschaftung des Fleisches eingestellt sei. Tas Kre:s- lebensmittelamt macht darauf aufmerksam, daß bis jetzt keinerlei Verfügung des Landesernäh- rungsamtes vorliegt, wonach die Schlachtvieh- und Fleisckversorgung freigegeben ist. Alle auf diesem Gebiet erlassenen Gesetze und Vorschriften sind nach wie vor in Kraft. Wann die ösfentlichie Bewirt- chastung des Fleisches aufgehoben wird, steht noch keineswegs fest. Es wird deshalb davor gewarnt, elbständig Schlachtungen vorzmuchmen, oder gegen die Bestimmungen über den Handel mit Schlachtvieh und die Versorgung mit Fleisch zu verstoßen. Hessen-Nassau. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit. Au» Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 26. Juli. Der Finanzausschuß der Kammer tagte heute w:eder unter Vorsitz des Abg. Eißnert und ber:et zunächst die Vorstellung der Oberförster bett. Regelw:g ihrer Amtskosten. Es wirb beschlossen, bte Regierung zu ermächtigen, baß fte bie in Kap. 2, 1 1 für Amtsbedürfnifse vorgesehenen Kosten, im tfalle bies nötig fefeint, erhöht, auch wwden bte nn gleichen Kapitel vorgesehenen Kvsten sur dw Plerbe- haltung statt vom 1. Oktober sckwn mit dem 1. April d. Js. bewilligt. — H:erauf nnrb in bte Beratung ber Regierungsvorlage bett. Ko m- munalfor st warte eingetreten. Danach^ soll eine einheitliche Zusammenlegung aller Förstereien unb eine entsprechende gle:chmaß:ge Einteilung in Bezirke erfolgen. Es entsteht eine eingehende Aussprache, in deren Verlau fder forstmeister Dr. Weber einen großzügigen Plan über den weiteren Waldschutz vorträgt und die von einer Seite vorgebrachten Bedenken wwerlegt. Auch eine bessere technische Vorbildung der Förster wird von ber Regierung zugesagt. Alle Gemeuide- sorstwarte werden vom Staate übernommen. Die Vorlage wird gegen eine Stimme angenommen. — Zu den Anfragen der Abg. Hartmann und Lux bett, die Ausfuhr von Nutzholz erklärt die Regierung, daß, solange das Lock) :m Westen offen war, sie nicht in der Sage war, e:n- zuschreiten. Nachdem Abhilfe geschaffen und bte Preise gesunken sind, ist auch dieser Mißstcmd beseitigt. Die Regierungsvorlage bett .bie Dienstverhältnisse ber Schreibgehilfen w:rd, nachdem die Besvldungsftage schon im Budget geregelt ist, ohne Aussprache angenommen, ebenso eine Regierungsvorlage bett, bie Ruhegehaltsverhältnisse ber früheren hessischen Eisenbahnbeamten. Auch eine Regierungsvorlage betr. die llebernahme ber Bürg schäft burch den Staat für Wechsel- Verbindlichkeiten der Gemeinden findet ohne Aussprache Erledigung. und Polen abgeschlossen sei. London, 26. Juli. (WTB.) In Erwiderung von Anfragen bestätigte Lloyd George im Unterhause die Meldung, daß die S 0 w j e t r e g i e r u n g den englischen Vorschlag auf Abhaltung der Friedenskonferenz in Lo nd 0 n angenommen und vorgeschlagen hat, daß Vertreter der alliierten Mächte der Konferenz beiwohnen sollen. Lloyd George fügt.' hinzu, die englische Regierung habe sich in dieser Angelegenheit mit den Alliierten in Verbindung gesetzt. In Erwiderung auf weitere Anfragen sagte Lloyd George: nachdem die russische Regierung dem Waffenstillstand mit Polen zugestimmt habe, habe die englische Regierung ihre Einwendungen gegen, die russische Handelsdelegation zurückgezogen. Lloyd George sagte: Ich habe die besten Hoffnungen bezüglich des Friedens. Friede ist das, was die Welt braucht. Lin Rurenzeuge über die Rote Armee. Die Erfolge der Russen gegen die Polen und das immer weitere Vordringen ber Roten Armee, die schon in ber Nähe ber ostpreußischen Grenze steht, lenken unsere Aufmerksamkeit immer mehr auf dieses machttolle Kriegsinsttument, das sich die Sowjetregierung geschaffen hat. EÜ: vorurteilsloses unb sachgemäßes Urteil, das auf eigener genauer Boobachtung beruht, gibt ber Soiwerber ichtersl aller ber „Daily News" Walter M e a k i u , ab, ber mit den Vertretern der englischen Arbeiterpartei Rußland besucht hat und soeben nach England zurückgekehrt ist. Er wendet sich gegen die immer noch verbreitete Anschauung, als ob man es hier mit einem Heer blutdürstiger Räuber zu tun habe und meint, daß auch diejenigen, die die schweren Niederlagen der Kolt- schal, Denikin und Judenitsch nicht von der Kriegstüchtigkeit der Roten Armee überzeugen tonnten, nunmehr wohl ihre Ansicht ändern müßten. „Ich zweifle nicht an ber Behauptung, daß die Rote Armee jetzt 3 Millionen Mann zählt," schreibt er. „Es ist in der Hauptsache eine junge Armee, die sich aus der industriellen und der Bauernklasse rekrutiert. Sie wird geführt von Arbeiter-Offizicren und zaristischen Offizieren; beide Gruppen sind etwa in der gleichen Zahl Vertreten. Der Oberbefehlshaber ist General K a m e n 0 w , ber früher dem Generalstab des Zaren angehötte unb letzt im Kriegsministerium befiehlt. Die einfache, sestgeschlossene blaue Uniform, die er trägt, ist ein äußeres Zeichen für die Abtvesenheit aller jener militärischen Formen« und Auszeichnungen, die früher herrschten. Er arbeitet zusammen mit, Stabsoffizieren aus der Arbeiterklasse und mit einem kleinen militärischen imb politischen Rat, in dem zwei nichtmilitärfiche Kommunislen sitzen müssen. Tuchaschewstt, der junge Befehlshaber an ber polnischen Front, ist wählend des Kolschak-Feldzuges „entdeckt" worden. Seine voVtteffliche Organisation der letzten P>/rs c oiefts Krieg es('unv seine grvß»n Erfolge ließen ihn für den geeigneten Man nerscheinen, um den Befehl über die gegen Polen ausgestellten Heere 5'it übernehmen. Er stammt aus einer LLels- faw.il ie unb war im Heer des Zaren Unterleutnant. Er ist jetzt Kommunist und ein geborener Führer. Er verbindet außergewöhnliche organisatorische Fähigkeiten mit militärischer Tüchtigkeit, großem persönlichen Mut und der Gabe, fein eigenes Feuer feinem Truppen mitzuteilen. Erfahrene Leute bezeichnen seine Begabung als napoleonisch. Im ganzen kann man sagen, daß bic russische Armee gut ausgerüstet und gekleidet ist, ivenngleich die Verschiedenartigkeit ber Uniformen von ber eiligen Aufstellung der einzelnen Formationen erzählt. Bei einer Parade bemerkte id) Leinenblusen in den verschißensten Farben und Beinkleider ober Reithosen in Blau, Braun unb Grün, bazwischen einige,wenige rote lieber refte früherer Tage. Die Einrickstungen unb bie ganze .Haltung der Roten Armee ist von irgend einer andern gut ausgebildeten eurobäiidKK Truppe nicht verschieden. Die hervorsteckiendc Besonderheit dieser Heere liegt in ber stürmischen politisd-en unb erzieherischen Propaganda, die sich immer deutlicher bemerkbar macht unb im Ver ein mit ber Begeisterung, den Mur unb der daß bie Frage eines Waffenstillstandes mit Polen in freundschaftlicher Weise beraten werden kann. Bedingung ist, daß Polen eine Grenze zugestanden bekommt, die nicht ungünsttger ist als bte ursprünglich vom Obersten Rat vorgeschlagene. Sowjettußland hat gleichzeittg mit dteser Er- ckarung in energischer Weise dem Gedanken widersprochen, daß die Verhandlungen über den Wafienstillstand noch zwischen anderen Machten als Sowjetrußlmto unb Polen in Angriff genommen werden. Wenn Sowjettußland auf diesem Standpunkt beharrt, so hat b:e englifche Regierung nicht die Absicht, auf ihrem Vorschläge zu bestehen. Die englische Regierung htt den Zusammentritt der Waffenstillstandsronferenz w London nur vorgeschagen, well sie ber Ansicht war daß dadurch Rußland in Beziehungen zur Friedenskonferenz gebracht werbe unb toeil dadurch auf eine Verbindung zwischen Rußland und der übrigen Welt eingeroirEt wird. Was die englische Regierung wünscht, ift baß bie Verhandlungen unverzügl ich geführt werden, unb daß die Grenze zwifchm Rußland und Polen soweit wie möglich den Wünsch.rn der in Betracht kommenden Bevölkerung ReckMung trage, unb daß ein dauernder Friede zwischen Polen und seinem östlichen Nachbarn hergestellt würde, der bte Einstellung der Feindseligkeiten und die WiedermU- nahme ber freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn bringen würde. Um den Stand der Angelegettheit endgültig tzu klären, ist bie polnische Regierung von den Mi- ierten nufgefordert toorben, fofert Wafsenslillslmils- unö Friedensverhanolungen herbeizuführen. Sollten icoock. die Sowjet Heere trotzdem verluden, obwohl fick, die polnische Regierung mit der Bitte um einen Waffenstillstand an die Sdwjetregierung gewandt tat, ihren Vormarsch sortzusetzen, so müßte die englische Regierung und die Alliierten not» wenbigerweise annehmen, daß die Sowjetregierung den Strieg gegen das polnische Volk wolle, unb sie müßten Polen beilteben unb Unterstützungen leisten. Außerdem muß die englische Regierung erklären, daß die Verhandlungen be- züglicki der Wiederaufnahme der HanbelsbezielMi- gen jtoiidjen Jttßlanb und England zweckmäßiger- weise nicht fortgesetzt werden können, toeroi Sowjet: nßl and in Polen einbringt. Die englische Regierung hat deshalb Kamenew und Krassin tele- grat-inert, ihre Abreise aus Reval zu verschieben, bis oer Waffenstillstaito zwischen Sowjettußland X Gelnhausen, 26/ Juli. Das 750jährige Stadtjubiläum nxurb)» gestern einfach, aber würdig gefeiert. Tie Jubilä'umsfbeier, für die man eine der Zeit entsprechendes Fz^m gefunden hatte, bestand in Festgtttesdienst iunb ^rträgen. Pros. Dr -Hamann, der her^^rvagenbe 'Marburger Kunsthistonler, sprach über 1 bic Baubenkmäler ber Stadt Gelnhausen, bie innerlich aufs engste mit bc Erhebung Gelnlh^s«is zur S;tabt zu^ammenhängen. Am Samstag sprach Pros. Dr. Hamann über die „Kanerpflalz ine bekanntl ^ch Kaiser Barbarossa mc. Frankfurt a. M., 27. Juli. Die Frankfurter Erwerbslosen stellten gestern in einer Versammlung im Zillertal von Groß-Frankfurt neueForderungen. Der tägliche Unterstützungssatz soll um 2 Mk. erhöht werden, außerdem wird eine Kinderzulage von 1 Mk. pro Tag und Kind angesttebt. Nach den teilweise recht erregten Verhandlungen formierte sich ein De- monslratwnszug zum Rathaus. Der Magistrat sagte einer Avordnung ber Erwerbslosen wohlwollende Prüfung ihrer Forderungen ml sd. Fran kfurt a. M., 26. Juli. Die Ber- ixmblimgcn der ErwerbÄosenkommissvm mit dem kNagiftvtt führten zu fblgeilen Vorschlägen des Magistrats: 1. Der Mttgistvat tritt unverzüglich in eine Prüfung der finanziellen Mirkimgen für eine pro zentua* billigungvionLebenSmittelnanin Fürsorge befindliche Personen ein und wird ber Stadt- vevovdne ton Versammlung darüber Vorlage machen. dem Am Am ! tom 26. < tritt. Gem und liCT.ium SB angele 1 ' n de: N, GM 2. Auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen ist es nicht mögliche, allgemein die Erwcrbstosenunter- stützung länger als 26 Wochen zu zahlen: für die Ausgesteuerten sollen jedoch sofort NotstandSarbebten bereit gestellt werden. Bis dMn werden die Unterstützungen weiter bezahlt. Heber weitere Ausnahmen muß auf Grund von Prüfungen bi den Einzelsällen entschieden werden. 3. An den Kommissar für BolkSwohlfahrt ist der Magistrat mit dem Antrag vorstellig geworden, nach der 13. Woche eine Erhöhung der Unterstützung rinireten zu lassen; ein selbständiges Vorgehen muß der Magistrat ablehnen, da er andernfalls ber Reichszuschüsse verlustig ginge. 4. Laut Magistratsbeschluß sind die slLdttschen Dienststellen angewiesen worden, auf Grund der Verordnung des TemobilmachungstomNrissars vom 23. April 1919 die Freimachung von Dienststellen vorzunehmen, die dann von Arbeitslosen besetzt toerben sollen. Ebenso werden für den Wirtschaftsbezirk verschärfte Vorschriften über bie Freimachung von Stellen zu Gunsten von Arbeitslosen aller Kategorien gehandhabt werden. Quakerspeisuna. fd. Fechenheim, 26. Juli. Der Gemeinde- rot beschloß, nach den Ferien für jebe Speisung 20 Pf. zu erheben und entspricht damit einem Antrag der Elternkommission. Es ist sichere Aussicht vorhanden, daß unter diesen Umständen die Speisung ein ganzes Jahr fortgeführt werden kann. ViehstHnmggler. fd. Groß-Ostheim, 26. Juli. Die Gen barmerie überraschte an der Laiwesgren^e hes- sische Viehschmuggler, denen fte zwei Stück Großvieh abnahmen. Die Schmuggler ent kamen, ließen aber ein Fahrrad zurück, in dessen Werkzeugtasche sich ein gelabener Brownmg befand Die Vatermörder geständig. rm. Weiber, 26. Juli. Ter Vatermord in Weiher i. O. ist durch das Geständnis der Täter aufgeffärt. Er stellt sich nach den bisher festgestellten Einzelhetten und Aussagen der Täter als ein wohlüberlegtes gemeines Verbrechen heraus. Bekanntlich sind drei ältere Söhne im Alter von 25, 23 und 17 Jahren vorhanden. Sie sind alle in Einzelhaft und der jüngste, Jobann Grämlich, hat in einem Geständnis eingeheno die Ausführung der Tvt geschildert. Danach haben die Söhne nach vielerlei Strettigkeiten und Tätlichkeiten dem Vater nach dem Leben getrachtet. Am Samstag, den 10. d. M., gingen die beiden, Johann und ber nächstältere Leonhard Gr., auf der Landstraße den Weg, den der Vater kommen mußte. Als sie an dem Steinbruch vor Weiher vorbeikamen, erflärte der Leonhard unter Herausziehen eines Browning: Wenn er uns heute abend aufstößt, kommt er da (auf den Steinbruch zeigend) hinunter. Bald daraus, etwa 200 Meter weiter, bemerkten sie den Vater, der ruhig an ihnen Vorbeigehen wollte; e4' war inzwischen ziemlich dunkel geworden. Als der Vater an ihn herankam, gab .Leonhard Gr. aus nächster Nähe einen Schuß ab, der quer durch die Brust ging, so daß ber alte Mann zusammenstürzte. Beide Brüder schleppten ihn dann auf eine nahe Wiese. Als er nach einer halben Stunde noch nicht tot war, schleiften sie ihn nach Dem Rand des Steinbruches und warfen ihn in die Tiefe. Später haben sie bann die.Leiche verscharrt und unter Steinen versteckt, wo sie gesunden wurde. Wie weit die übrigen MfitgliÄrer der Familie beteiligt sind, müssen die wetteren Ermtttelungen ergeben. Der jüngere Gr. hat die Mütze, die der Ermordete verloren hatte, gesucht und in einen Kanal gesteckt, wo sie gesunden wurde. ♦♦ Fufball sich auf dem Spie maimkMten bei Gießen unb bes y des tut Zeit weit Mge MonMaf: ilürmex, Notzdem tmuntn gleiäiver m solche: quten; Nach schwem ft - Tem Spiel v IM) III gegen fnapD mit 1:02 " Radsp> deutscher Rndfth Juli auf ber S bürg, Laasphe, Meisterschaft ab. Das Rennen. Flinten, l;atte folg 1E. Roll-Kirchhe A>cc-Gieß'n (181 Mtzen (Germania Rinsland-Gietzen ( 5.88. Muhl-Gießei Senioren: 1. 3 49.45 Mm.,- 2 1 6 Htcr her.ibge'etzt. Es gelten u.a. zunächlt folgende Höchstpreise: Grüne Bahnen 0,50 Mk., Gelbe Bohnen 0 70 Ml Wirsing 0,50 Mk., Erb en 0,90 Mk., Gelbe Rüben '>,40 Ml Römisch ^ ,::l 0.30 M.. (Surfen 0,12j«baut h.st.'Äm toÄiitaa^fim''üTbö b15 °'30 AT‘f - 3^[)birnen 1,20 Mk., Pflaumen | Marienkirck-e, unter bereu K I1We( Mijec Friedrich . 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Mrtschaftsbezm Fremwchung toi Äs/en aller fititt Batfccjfkt mit ten Kroßen des Reiche manchmal «lagt bat, ein Festg ottesvienst ftott. Dir Kfhrottrigt In-.lt Metropolitan Schäfer. Am (Stnmlüq abent) rourbc von Pv.ff. Dr. £>anumu der eveite ®jrtrag yboten, der die ALarienr- und die Keterskirch.- bt^anödte. In einer Nachfeier sprach Btabtierretär Kr äuteraus pfoanlrurt a. M. über „Gelnhausens älteste Zeil". Nachbarstädte hatten Glückwünsche übermittelt. [1 Marburg, 26. Juli. Zu dem Anhalten des polnischen Transportzufles aus dem Marburger Bahnhof, worüber wir bereits gestern berichteten, teilt unser Marburger Berichterstatter noch folgende Einzelheiten mit: Ein im Laufe des gestrigen Tages aus dem besetzten Gebiet hier eingetroffener langer Zug mit Kriegsgerät- ichatten für die polnische Armee bestimmt, wurde nicht meitci gelassen und fuhr nachts nach der Elation Niederwalgern zurück. Von der vegleitmannschait haben sich t Ronneburg, Himbach,, Setters, '.indl-eim^ Langen-Bergbeiin, Haiiigründau, Die- - ich a. X)., Nieder-Gründau, Altenstadt. Hain- '!'n, Eckertshausen, Rommelhausen, SO?ittelgrün-* l-att, , Langen-Seelbold, Rodenbach, Leidhecken Hot Engelthal, Alt-Wiedcrmus, Heegheim. — Im Kreiie Friedberg: Münzenberg, Rendel, Dor- l?ed?fcbtil?tnd>rid>ttn. ♦♦ Gießen, 26. Juli. Der Ka t hol. Studentenverein „Nassovia" K.V.) feierte vom 20. bis 23. Juli sein 25jähriges Stiftung s s e st. Deveits zum Begrüßimgsabend hatte fick, eine stattliche Anzahl Atter Herren und Ber- bau: sbrüder eingvfimoen. Bei dem Festessen in den Räumen des Hotel Sdr/itz überbrachte Rektor Pros. Tr. Kalbfleisch die Glückwünsche der Alma Ludawieiana. Im Mittelpunkte der Fcsllichkeiten stand der Festkommers im Gesellfchaftshaus. Ter Feiirecner Vvlkskammerabgvordnetcr Rechtsanwalt Schröder- Friedberg gab einen lieber» blick über die Entwicklung des Vereins und betonte, daß nur auf dem Boden der drei Prinzipien Religion, Wissenschaft, Freundschaft der Verein seinen Idealen weiterlnu wie bisher nachstreben müsse. Am 22. Juli fand der feierliche Festgottes- dien st statt: Prof. Hat temer-Worms hielt die Prinzipienrede, die begeisterten Anklang bei den Alten Herren und Vereinsbrüdern fand. Jni Anschlüsse daran erfolgte die feierlich? Auffahrt der iVertreter der VerbandSvereine. Am NackMittag war in den festlich geschnrückleii Räumen des Ge- sellschastsimuses Festball. Zum vorläufigen Ab- schlui; gelangte das Stiftuiüisfest am 23. Juli mit einem Äusslug nach dem Gleiberg. Sport. ** Fußball. Verg-angenen Sonntag tnf;n sich auf dem Spielplätze an der Hardt die Liga- mairnschaften des Vereins für Rasenspiele 1900 Gießen und des Fußb.-Sportv. Frankfurt a M., des zur Zeit ziveitbesten Frankfurter Vereins. Tie hiesige Mannschist spielte ‘mit Ersatz für den Mittel- Uürmer, trotzdem lieferte sie dem Gegner ein troll» flammen gleichiwertiges Spiel. Frankfurt war jedoch in solcher guten Zusammenarbeit etwas im Vorteil. Rach schiefem Kampfe erzielten die G'iste 2 Tor?. — Dem Spiel voraus ging ein Spiel von Gießen 1900 III gegen F. C. Butzback) I, welchs Gießen knapp mit 1: 0 Toren gewann. ** Radsport. Der Gau Aa des Bundes deutscher Radfahrer hielt am Sonntag den 25. Juli auf der Strecke Gießen, Wetzlar, Dillenburg, Laasphe, Marburg, Gießen sein Gaumeisterschaftsrennen übr 150 Kilometer ab. Das Rennen, an dem sich 27 Fahrer beteiligten, hatte folgendes Ergebnis: Junioren.' L. E. Noll-Kirckchim, 5 Std. 10 Min.: 2. Fc Keßler-Gießen (1885), dicht auf; 3. O. Rödiger- Gießen (Germania), 5 Std. 14 Min.< 4. Hch Rinsland-Gießen (Germania), 5 Std. 25 Min.; 5. W. Muhl-Gießen (Germania), 5 Std. 28 Min. Senioren: 1. Fr. Möller-Wetzlar, 5 Stunden 49.45 Min.: 2. E. Unverzagt-Gießen (1885), 6 Std. 47 Min. ** Londorf, 26. Juli. Der hiesige Radfahrer-Verein 1902 errang gestern mit 35 Fahrern beim Korsofahren, welches vom „Radfahrer'Verein Sport" Ockershausen bei Marburg abgehalten wurde, in Klasse „A" den Ehrenpreis. । Mietgesuche | Kleines Haus mit etwaö Garte», mit freiro. Wob' niing in Umgeb, v. Gießen od. Vlarburw möglichst an Bahnstation gelegen, zu mieten oder au kaufen gesucht. Schristl. Augeb. u. 013010 an den Gieß. An». ! Vermietungen | 2 schön uiöbl. Zimmer, zm'. oder getr., an Dauer- Mieter au uerm 013014 frankfurter Str. 2S HL ,|SX*] Möbl. Zimmer au nerrn. Hillahrandstr. li L n”*‘) Möbl. Zimmer mit clcftr Vtcbt an ein. .Herrn uv 1. Alig. oder funtcr au otrnt SchiUerstr. 9 p. 1 "t Lagerränmc sofort jn nenn. Ätoonftr. 311. •Al ZOd MK ‘•saS** TnaHchßeNuch. Meine schöne 4-Zim. W. gegen 5°Ziin.-Wobn. südl. Stadtteil. Schr. Aug.nnt. 013019 an den Gieß. ÄnA sucht gut Nullit möbliertes Zimmer in ber 9iäbe des Theaters A»m l.Cft. d. I. Schristl. 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Kein Mensch von ■gutem Willen Mite Fvanckr^ich Elsaß Lo.li. iiigen slreittg machen können und niemand : ä tc ui ’ etwas gegen däe Bildung eines freien polnisck»en ?ci r.i-v em#u/ wenden gehabt. Dies seien alles Fragen gcwestm, über die man sich schon längst einig gewesen fei. Me anderen Fragen hätte man später erledigen können. Tie Hauplfache fei die Erledigung bet wirtschaftlichen Fragen. Tie Besetzung b e s linken Rheinufers fei ein „verstorbenes Glück". Man könne eine fremde Bevölkerung nicht aus die Tauer besetzen, Phne sich selbst zu fchtnulchcn, anstatt Kräfte aus der Besetzung zu riehen. Amerika werde niemals in eine sranz-ösisch-englisch-amerikanische Allianz ein willigen unb auch England wolle keine Allianz mit Frankreich, sondern nur ein festes Einverständnis mit ber ftanzösischen Republik. Im Völkerbund müßten Deutschland und Amerika offiziell vertreten sein. Man könne Europa ohne Deutschland nicht wieder aufbauen. Amerika werde sich jedenfalls erst später dem Völkerbund anschließen, wenn dieser ein festes Gebäude geworden sei. Vorläufig aber müsse man ohne Amerika auszukommen versuchen. Die rnfsifch-tnqlifchen Bcrhondlunstcn. Paris, 26. Juli. lWTB.), Nach einer Meldung der „Dailtz Mail" hat die Sowjet- re g ie r un g ber englischen Regierung mitgeteitt, daß sie bereit ist, über den Frieden mit Polen in London zu verhandeln, macht aber zur Bedingung, daß sich General Wrangel vor^ her der Sowjetregierung ergibt. Persönliche Sicherheit wird dem General zugesichert. In ber Note erklärt bie Sowjctregierung, daß sie er staunt gewesen sei, daß die englische Negierung die Diskussion über die Wiederaufnahme der Ha n- delsbeziehungen unterbrochen habe. Die Griechen in Adrionopel. (In einem Teil der Auflage wied.'rholt.) Nene Beschlüsse der Bcrstorbeiter. Berlin, 26. Juli. WTB.) Wie der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" aus Bochum gemeldet wird, sprach gestern Huß in einer Konforenz des alten Bergarbeiterve rbandes über das Kohlenabkommen von Spaa und sagte, daß das Ueberschichtenabkommen nicht gekündigt werden wird. Besonderen Tank zollte der Redner Holland, das uns durch einen Kredit von 200 Millionen Gulden Vertrauen bewiesen habe. Tie Bergarbeiter werden alles daransetzen, um auck Hollands Kohlemwt und ebenso die der Schweiz und ber skandinavischen Länder zu mildern. Esl wurde eine Entschließung angenommen, in ber es heißt, daß die Bergarbeiter gegen bie an gedrohte Gewaltpolitik ber Entente, in der sie die Absicht einer Versklavung der Bergarbeiter erblicken, sich entschieden zur Wehr setzen werden. Es sei frcinnllig die Kohlenförderung so zu steigern, daß die von der Entente verlangte Kohlenmenge, der Kohlenbedarf Deutschlands und die für Holland und die Scfoveiz besttmmten .Kvhlen- mengen geliefert toerben können. Hierzu sei aber »ine bessere Ernährung der Bergleute erforderlich. In einer zweiten Entschließung werden bie Bergarbeiterverbände auf gefordert, im Verein mu Paris, 26. Juli. (WTB. Wie die „Times" meldet, sind die griechischen Truppen am 25. Juli in Adriano pel eingerückt. Die Stad> hat nicht gelitten. Förderung der Theatcrlnllnr. Heidelberg, 26. Juli. lWTB.'> Gestern sand hier eine Tagung des Verbandes zur Förderung der T he ater k u 11 u r statt, zu ber auch Vertreter ber hessischen und badische n Regierung erschienen waren Tie Tagesordnung bildete die Frage der Versorgung des bisher vernachlässigten flachen Landes mit Bühnenkunst, durch die Schaffung von Wan- dertheoterorganisationen. Es wurde von verschiedenen Rednern über die Tätigkeit und die Notwendigkeit ber Wanderbühnen im Nahmen ber allgemeinen Volksbildung gesprochen und über die Tätigkeit des Verbanden in Sachen der Wanderbühnen, insbesondere durch den Rhein- Main-Verband, wobei auch der Wirksamkeit der Atriegeroanberbüfoien dankbar gedacht worden ist. TcÄießlich wurde eine Resolution eingebracht, in der Staat und Gemeinde zur Förderung des Wander bühnen tums aufgefordert werden, Befreiung von der Lustbarkeitssteuer und Gewäfoung von Verkehrsetteichterungeir verlangt werden. J-er^ ner wurde ein: Arbeitsgemeinschaft der Wander bühnen gegründete 2gutmöijl.Zimni. in skböncr Lage nosncht. Angebote an Chefredakteur Goetz, Gießener AiiAeiger, erbeten. 8J>83 Gut mööL WM mit etektr. Vidtt, mögt, auch BentralbeiAa- v. Dauer-, mietet bei guter Bezabi I gesucht. Schrift!. Angeb. unt 012999 a. d. Gieß. Anz. I Atter Kncivverciu sucht leeres gneiDjimmet. Schr. Angebote bittet man unt 013045 an d. 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Minister des Aeußern Dr. Simons verweist zur Unterstützung seiner Ausführungen auf die vom Auswärtigen Amt herausgegebene Denkschrift, die namentlich zur Entwaffmingsfrage und zur Kohlenftage genaue Unterlagen gibt und auch die Stellungnahme der Sachverständigen enthält, namentlich die Ausführungen der Herren X)ue und Stinnes. Er dankt im Namen des Kabinetts allen Sachverständigen für ihre hingebende Tätigkeit. Für die Ergebnisse von Spaa aber tragen die Minister gemeinsam die Verantwortung und harren des Urteils des Hauses. Daß unsere Gegner den Friedensvertrag von Versailles außerordentlich ernst nehmen, ist uns in Spaa klar geworden. Da heißt es. nicht immer von einem Schmachfrieden zu reden, sondern die Zähne zu- sammenbeißen und ihn durchzuführen versuchen. Der Friede entspricht roeber dem Waffenstillstand noch dem Völkerrecht Wir müssen warten, bis eine höhere Macht die Gegner eines Besseren belehrt. Bis dahin aber wollen wir uns bemühen, dem Vertrag zu entsprechen. Die Alliierten würden den Einmarsch ins Ruhrgebiet als einen Sprung ins Dunkle nur sehr ungern vorgenommen haben, aber sie würden es ttotzdem getan haben, wie mir Gras Sforza selbst sagte. Was dann bei der einsetzenden Sabotage geschel-en Der Klostermüller. Eine Et^ählung von Karl Neurath. Nachdruck verboten.) Fortsetzung 13. „Spart Eure Worte! Es bat gar keinen oweck, auch nur noch eine Silbe darüber zu ver- lieven. Ich wiN von der ganzen Sache irir mehr frören und damit basta!" Der Bürgermeister rick sich verlegen das Kinn Md.sah unschlüssig zu Boden, fßdyrum trat ans ijeitfter und sah ttne gleichgültig hinaus. „Wenn ich zu scharf geredet habe," begann wttnm nach einer Weile. „Oder wenn ich . . ,Lhr könnt Eure Lunge schonen. Für mich i|t der Kram erledigt!" Als der Bürgermeister sich immer noch nicht dorn Fleck rührte und nach neuen Worten suchte, trurbe Wehrum ungeduldig. „Wenn Ihr zum Essen dableiben wollt, ist es mir reckt. Ich hab Hunger und mvcht nit länger warten!" „Na, Wehrum!" bat der Bürgermeister. „Spart Euch alle Mühe!" Da ging der Bürgermeister schweren Herzens. IV. Der Flieder blühte in blauen Büschen. Die Lette hatte chre Arbeit in den Schoß sinken lassen und sah mit glückvollen Blicken hinaus in den lichtseligen Lenz, der den ganzen Nheingau mit Dust und Blüten füllte und all die zahllosen -Obstbäume in schimmernden Schmelz gehüllt hatte. /t( „ Ziellos gingen ihre Blicke mti ihren Gedanken ins Weite und tvanken die verschwenderische Blütenpracht, die sich weit über den gleißenden Rhein hinüber in den tiefblauen Himmel hmernzog, und selbst die rauchenden Schlote der Fabrik mit mildem Schein umspann. Das Herz wurde ihr aanj voll und Tranen kamen ihr nt die Augen. Wie schön wäre es gewesen, wenn sie das alles mit ihrem Peter gemein» am hätte genießen können . . . Und er war so rmg, so lang Idjon tot . . . verschollen . . ver- charrt . . . Gott weiß wo. Was würde er tur Augen machen, wenn er jetzt den Buben sehen könnte ... wie der umherging in der Mühle, ganz mit derselben Miene wie damals sein '^ater Der säßen auch immer zu fragen: Was kostet die Welt? Und war so elend umgekommen. — Und wie ihn zog es nun auch feinen -sohn m die Welt, unb der Großvater hatte em Einsehen unb schickte ihn auf die Müllerschule. O, der Alte war doch gut. Sie senkte den Kopf und nahm ihre Arbeit wieder auf. Wenn der Bub ging, sollten auch all seine Sachen in Schuß fein. Er mar ja doch ein Wehrum, wenn auch sic keine geworden war Ja, das Leben macht manchmal einen Spaß und eh man sichs versieht, ist bitterer Ernst daraus geworden. Ter Sohn trat in die Stube. „So, Mutter, jetzt war alles besorgt. Jetzt Dasselbe gilt auch insbesondere für die Löhne Schröder, AmtSgerichtssekrelLr. .Der ein lag Arbeiter. O t to zöge. der 1 Es wird „Du Der setzt er seinen „Ta schön Vorbeigehen!" kennst ihn nit, Peter! Nit so wie ich. Himmel und Hölle in Bewegung, wenn Kopf durcksetzen will." i kann er nit viel durchsetzen! Tie Sache | licken Depression erhebliche Ärbeitereittlassungen .au. Fast allgemein ist ler Stillstand in der Möbel- und Holzindustrie. Um die Kauflust nneder anzurcgen, soll in Franüurt a. M. versucht wer.en, auf geroof cnfdxt tlidicr Grund läge unter Dtivviriuirg ter Sck.ern.rzirangSin- r.ung, der Najsauisäun Möbelvcrtr iri S,.ellr und l.u bringen, unter mc&idy :cr Beschvänlung des IInreri•ri/mergewim.es. In B u tz-- bach, Wetzlar un? Höck t tat die Lod. rindustrü', wenn auck in beschränktem Maße, die Tätigtest wieder au g nomm n s>m G a st w , r t s g e w c r b e bat das Landesaml odrrute zur Entlastmrg des vornehmlich in B a d -* a u b e i m noch verschiedentlich verwendeten weiblickieu Serv.err'ersvnalS unternommen; die freiwerdenden Stellen werden durch Kellner besetzt. ist entschieden. Er muß fick fügen, und das tft auch am besten so. Schad, daß seine Mutter nit mehr lebt, die tat sich nit fürchten; von der trüg ers einmal gesagt für drei Batzen! Was waren das schon für Scherereien mit dem Gericht!" „3a, seine Mutter, das war noch der einzige Wrensch, der etwas bei rhm ausrichten konnte. Vor ber bat er noch Regard gehabt. Ach, und es war so ein gutes Tier! Das hab ich damals erfahren, als du auf die Welt gekommen bist und niemand um mich war als sie.- Und was hat sie dich so gern gehabt!" „3a, ich kann mich noch viel erinnern. — Aber wo ist denn eigentlich der Großvater? Ich muß .doch noch manches mit ihm bereden und noch einmal meine Papiere mit ihm durchgehen, ob auch alles sttmmt." „Der ist in die Wingert und guckt nach, ob der Adam ordentlich gespritzt hat." „Auch so eine dumme Angewohnheit! Wenn ein Knecht zwanzig Jahre im Haus ist, braucht man ihn doch nit auf Schritt unb Tritt yu wn- trollieren! Der macht ferne Sach schon wie irchs gehört. Na hoffentlich geht der Alte am 2^'ts- kops vorbei und nit an den Sandkauten Dort fangen sie schon an abzustecken. Die z»vci „Tage, wo ich noch da bin, möckt ich nit das Gelredel hören, so's doch so zwecklos ist. Das (Selb ist schon beponiert, er könnt's ieden Augenrnur in den Sack stecken, wenn er wollte " (Fortsetzung folgt.) der — — — — ~.—» ,— «• v Treppe tiefer" von Ernst Lothar. Büchertisch. Kleine Roman" (wöchentlich Heft"80 Pf., vierteljährlich 10 Mk. — Ve» H. S. Hermann u. Co. in Berlin) bangt tn Nr. 28 die Erzählung: „Zum Bündtner eure Der Hrbcitsmarft im Juni. Der Berickst des Landesamtes für Arbeitsnachweis in Frankfurt a. M. über die Lage drs Arbeitsmarktes im Äionctt Juni 1920 in Hessen, Hessen-Nassau unb Waldeck besagt u. a : Ter Arbeitsrnartt im Monat Juni stand noch unvermindert unter dem Einfluß der gefpannien wirtschaftlichen Lage, ytamentlid) wurden neuerdings Arbe(tszeitv. rkürzrmgen und B.triebsesnstellungen solcher Firmen zahlreick-er gemdeet, die, um ihre Arbeiter nicht zu entlassen, bisher auf Lager gearbeitet haben, uitb deinen es mm Schwierig leit en bereitet, die angesammellen La gerbe stände abzusetzen. In den letzten Tagen des Juni bat nun der Druck, der schon seit langen Monaten auf den Warenmärkt n la^et, b gönnen, eine weul?ende Tendenz anftunebm-ni. Aus Verbvauckntkrcise.i zeigt sich wier-er Nachfrage. Wenn auch dieses Kaufinderesse gegenwärtig ohne durchgreifende Bedeutung und leriglich auf die Bedürfnisse des dl erbringen i> Heu Bedarfes eingestellt ist, so sind bod) diese s)bnzeich-en einer begiimcnb-cn Wiederbelebung der Produktion überaus erfreuliche, umfjntie'br, als auch aus b*cr Industrie, insbesondere der ßeberbrandie, die seiner Zeit zuerst von der allgemeinen Tiefkoniunftiir in Mitleidenschaft gezogen wurde, vereinzelt die Wiederaufnahme der Fabrikatton berichtet wird. Die Zurückhaltung der Verbrouchersck>afl hatte jür eine Anzahl Gegenstände des täglichen Bedarfs eine IPreissenkung zur Folge. Namenllich die -aarslän- disckten Lebensrnittel erreichten auf Grund des stabileren Standes unserer Valuta eine einbeiilid/cre und Schwankungen weniger unterworfene Preisgestaltung. Für inländische Erzeugnisse auf dem Lebensmittelmarkt blieb die Preisteitdenz immer njd} nach oben gerichtet. Aus Grund dieser Tatsachen zeigten sich auch im Berichtsjahre wieder zahlreiche Lohn-u. Gehaltsb.'wegungen der Arbeit nehmersck)>ast, die noch eine Verschärfung erfahren werden, wenn es nickt gelingt, gleidy^itig mit dem Steuerabzug eine Erhöhung der Kaufkraft unserer Zahlungsmittel l)erb:izusül)ren. In der Landwirtschaft hat sich Arbeitsangebot und -Nachfrage im allgemeinen ausgeglichen. Der Bodars von Saisonarbeitern und Knechten zu Beginn des s)Tby= natö konnte überall befriedigt werden. Gegen Ende des Monats zeigte sich, trotz der bereits im Gange befindlichen Errckearbeiten, als eine Folge der Erwerbslosigkeit in Industrie und Handwerk, vielerorts ein Uebcrangebot an Arbeitskräften. Stellenlose Jndustriemädchen aus dem Essener Bezirk kamen in beschränkter Zahl in landwirtschaftlichen Betrieben der Wetteran unter, die für weibliches Personal immer noch recht auftvahmefAhig sind. Im Bergbau zeigte die Produktion infolge der gespannten wirttchaftlichen Verhältnisse ge.oisse Erschütterungen. In den Eisenwerken und »gruben des Dill krei ses wurden vereinzelt Leute en> lassen. Ein Braunlvhlcnbergwerk bei Friedberg kün-digte luegcn Eftrstellung des Tagebaubetriebes einer Anzahl Leute. Die Wächtersbacher Bergbaugesellschaft, die BvaunM)len förderte, arbeitete im vergangenen Monat ohne Betriebslem--' schränkungen. Die Braunkohlengrube Riessel bei TormstaOt arbeitet noch mit voller Belegschaft. Im Oberlahnkveis 'bat die Nachfrage nach Arbeitskräften fast völlig ausgehört. Auf einer Eisen stein grabe ecr dortigen Gegend wurden eine Reihe Arbriter entlassen, die jedoch in ^anderen Betrieben wieder unterkamen. Ti? Lag? der mriallverarbe tendenJnd usttie, die bisl-er noch recht zufriedenstel.end war, fängt an, sich zu verschlechtern. Tie Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar kündigten einer Anzahl Arbeiter. Eine Wetzlarer Rö'hrengießerri stellte wegen Unwirtschafllichkeit ihres Betriebes bic Produktion ein. Die Kündigung der 1000 Mann starken Belegschaft der Fuldaer Stanz- und Emaillierwerke wurde von der Betriebslertung in Erwägung gezogen. Große Fvariffurter Betriebe arbeiten nur noch an 5 Tagen in der Woche. Entlassungen fanden in Frankfurt a. M. in einer Karosserie- und Wagenbaufirma und in einer Fahrradfabrik mittlerer Größe statt. Durch Verschmelzung der Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar mit einer bekannten Großfirma der Eisenindustrie eröffnete sich für die Zukunft die Aussickst, eine größere 'Anzahl gelernter Arbeiter, Stahlsornun und Stahlgießer, in Wetzlar luttersubnngen. ^n den in Evrbach und Gießen besteheicken yrößnen Gummifabriken fanden auf Grund der wirlschaft- öer Kabel nach Ab-ug der Regierungskttbel mit 64,65 Mlllionen, Eisenbahnmaterial mit rund 1,25 Milliarden Golbmark. Für die verschiedenen interalliierten Kommissionen wurden bisher gezahlt rund 9 Millionen Gvldmark Ter Wert der Rücklaßgüter ist mit 6,5 Milliarden Goldmark anzuseken. .Tas gibt zusammen die Summe von 20 103 650 000 Goldmark. Gemäß Art. 235 des Friedensvertrags können aus den ersten 20 Milliarden bezahlt werden die Rohstoffe, Lebensmittel- bezöge sowie die Unterhaltung der Besatzungsheere. Der bisherige Gesamtaufwand für die enteren kann auf 3 Milliarden und die Kosten der Unterhaltung der BesatzungShcerc auf mindestens eine halbe Milliarde geschätzt werden. kann ich jede Stunde abstchren. Aber denk dir, es scheint tatsächlich Ernst zu werden mit der neuen Kreisstraße. Wie ich eben beim Bürgermeister war, hat er mir die Pläne gezeigt und mir noch einmal ans Herz gelegt, daß ich ja dem Großvater noch einmal gut zureden sollt, damit er doch endlich nachgab. Die Prozessiererer hat ja doch auch schon genug Geld gestaltet, und es ist ja doch nft für ihn herausgesprungen. Ich länn auch wirklich nit rinsehen, was er nur gegen die Straße hat; es ist direkt ein Bortell für uns. Da kriegen wir doch einen anständigen Fahrweg hierher und brauchen nit immer Vorspann zu nehmen, wenns Wetter den Grund aufwühlt bis dort hinaus." _ r _ „Er hat sichs halt einmal in den Kock gefetzt und will nit." „Aber verrückt ist es. — Na, der wird ichön gucken, wenn die in der nächsten^ Woche anfangen abzustecken und ihm die Meßlatten vor die Nase seyen." „Gott, wenn du doch wenigstens da wärst." „Es wär ja vielleicht besser, aber was will er denn machen. Er wird halt ein paar Tage herum gehen und nangeln. Da mußt du dich, halt mit abfinden. Es ist ein alter Mann — sÄon bald vierundsiebzig — und die sind alle krittelig. Eingesandt. (Für Farm und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantworinna.) In Nr. 171 d. Bl. stellt Herr Kollege Schmalz. Betrachtungen über die Höch stmietever Ordnung an, deren Einführung der Gießener Mietn> verein an strebt Ms „unglücklicher Hausbesitzer" tunit er sich mit einer solchen.Akaßnähme. die ich gerne recht bald durch Reichsgesetz eingeführt fräbc, nicht ansreunden. Es seien nur zu seinen Ausführungen einige Entgegnungen gestattet: 1. Ich persönlich (staube, daß im allgemeinen der Hausbesitzer bei einer 15- bis L'Ovrvymtigeat Mtetvreis.'rlwhung die „gewaltig gei.i g.non und nocli ständig steigenden (! wo bleibt der Abbau der Preise?) Unlosten aller Llrt" zu decken in der Lage ist, weil er sie eben in vielen Fällen — gar nicht nufiüent-et; er läßt viel lieber sogar-den Mieter die notwendigsten Rcp-araturen auf dessen Kosten vornehmen oder mutet es ihm wenigstens zu. Ich vermisse in den Ausführungen noch die besondere Erwähnung der „gewaltig gestiegenen" Sch.'mstein- fegergebühren und des Wasserg.ldes; auch diese Aussagen sind vielfach fdjuu auf die Mieter ab- gewälzt, denen man llarzumachen versucht, daß darin eine Mletpreiserhöhung nicht zu erblicken sei. Tie Höchstnnetevevordnung in Preußen sieht zu Gunsten des Hausbesitzers übrigens folgendes vor: „Falls der Vermiet«,!, nachweist, daß er ungeachtet der Zahlung der Höchstmiete immer roxb ohne jein Versckiulden bei der Verwaltung des Hauses Geld zulegen muß, weil er im letzten Jahre nolwendige Instandsetzungsarbeiten hat machen losscn -ober f-oldje im laufenden Icklire machen muß oder iveil die Erhöhung der Abgaben vom Grundstück dieses unrentabel macht, so kann ihm das Mieteinigungsamt für ehren bestimmten Zeitraunr n'vch einen besonderen Zuschlag zur Miete be-- willigen." rr 2 Die Besioldungsvrdmmg soll einen Maßstab abgeben für die Höhe der Miete? Ich meine, dieser Schluß ist doch etwas kühn. Es ist ein großer Irrtum, den „Oriszuschllag" als „Wdhnungsgeld" anzusprechen: Wvhimngsgeld kennt die neue Be- soldungsordirung wchit. Wie der Abg. Braun in den letzten Kanrrnerverhandlungen auMhrt, lvn^ men viele Beamten in der Stadt mit ihren Bezügen kaum aus, während Lehrer auf dem Lande hohe Rücklagen machen.. Ter „Orts-zuschlag" ist also wohl doch nicht nur für die Miete, sondern für die teurere Lebenshaltung vorgesehen und offenbar noch nicht richtig difterenziert. Was die Bv- rechnung der Miete für Dienstwohnungen anlangt, so tft gegen solche meines Wissens bereite protesttett worden. Auf jeden Fall 'haben die Inhaber von Dienstwohnungen der großen Vorzug, daß sie in gut hergerichteten und unterhaltenen NÄrmen un- tergebvacht sind. Auch die Besoümngsvrdnung, die ja voraus- sichitlich in wenigen 9Jiynaten einer erneuten Prüfung unterzogen werden wird, braucht nicht in jeder Hinsicht als Evangelium migesellen zu werden, so wenig wie bei öeinen Witwenpensionrn der lOpvzentiger Steuerabzug eine soziale Maßnahm: war. Daß die Seiftengdiäbigfeit der Beamten ihre schr engen Grenzen hat, ergibt sich aus einn 'llernen, Berechnung: Tie LebenÄialtung ist gegenüber fcer VorkriHs- zeft mindestens um das Zehnfache teurer; die Bezüge ver Beamten aber sind noch nicht um das Fünffache erhöht. Daraus ergibt sich, daß der Beamte immer noch mit weniger als der.Hälfte des Gehaltes ausvommen muß, das er nach der alten Besvldungsordnung in normalen Zeiten be- behördliche Anzeige« Bei Bedarf in Hellem amerikanischen ZylinLeröl sowie sonstigen technischen Oden und Fetten Statt Karten. Gießen 5$ 3 Serien: 26.75, Statt Karten. Gießen, den 27. Juli 1920 Plockstratz« 13. Neustadt 12. vernichtet verblüffend 8079 8021B Gießen Statt Karten. 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Die Gesellschafter, Kmlfleute Karl Reger und Fri^rich .Heinrich Müller in Lich und Firma Gustav Sckiwarz und Sohne, Gesellschaft mit be- schräirtter Haftimg in Friedberg 'hoben als Sacheinlage die' Werte der seitherigen Firma Heinrich Reger in Lich eingebracht. Diese Werte 'werden »nit dem Betrage in Ansatz, gebracht, den die Eröffnungsbilanz der Firma Heinriche Reger als Werst aufweist. Ditrch die Uebernahme dieser Werte gelten die Stxrnrmeinbagen der Gesellschafter als einbez-Mt. Lich, den 23. Juli 1920. _____________Hessisches Amtsgericht._______80818 Bekanntmach nng. Jil unser Handelsregister, ?lbt. A Nr. 20, wurde heute bei der ^offenen Handelsgesellschaft in Firma Heinrich Reger ht Lich eingetragen: Die Firma ist erloschen. 80808 Lich, ben 23. Juli 1920. Heftisä-es Amtsgericht. Oeffeutliche Bekanntmachung!!! In der Strafsache oeg. den Güterbodenarbeiter Friedrich Volk, geb. am 12. August 18GS tn Müttchhoti;- hausen, wohnhaft in Dutenhofen, wegen dncntttcher , Beleidigung der Leitung des KretSkommtmalverban- deöWetzlar — Bolkhat demKommunalverband -sev lar die Schiebung von Brotgetreide nachgeiagt hat । das Schöffengericht in Wetzlar tn der Sitzung vo 18. Juni 1920 für Recht erkannt: I Der Angeklagte wird menen Bergehetrs gegen । 8 187 Str.-G.-B- au einer Geldstrafe von ^00, -U