Nr. 200 Der Siebener Mnjeiaer erscheint lä - lich, außer Sonn- und Friertags. Ikjugserftft: Ttencl ltd, ark 3.60 undMK.-.65Trügerl«hn, nicrif hahi lichMe.rk 10 80 undMk.l.OLTrLgerlohn; durch die Post vierteljährlich Mark 12.— ausschlietziich ’Be|lellqeÜ>. Fern sprech - Anschlüsse: fltrdieöchriftleilung 112, Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Draqlnach- richten: Anzrigrr Bietzen. postjche^oiU»: $rantfurt o. M. U68S erster Blatt 170. Jahrgang Donnerstag, 26. August 1920 Annahme von Injeigett für die Tagesnummer bis ▲ zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Uv preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtlich 35 Pf., aur würt» 45 Pf.: für Reklame. i- V Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 2UV Ausschlag. , ___ ffauptschriftleiter: Aug. General-Anzeiger für Oberhessen WZZ W ® 1 ' Anze.g-nteil: H. De», Vrvck nnb Verlag. vriihl'sche Univ.-8«ch- mhö Stet^mäcrei H. tange. SchriftleitANg, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstratze 7. sämtlich in Gießen. Die amerikanische Präsidentenwahl. Don Graf Johann fixinrid) Bernstorfs, Botschafter z. D. In den Vereinigten Staaten von Amerika geht die Gntitriddung der Temokra.i- dahin, daß, die Wähler auf kurze Zeit einem Vtaunc fast unbeschränkte Rechte erteilen und ihn, je nachdem er ihr Vertrauen erworben oder verloren hat, wiederwählen oder durch tinen anderen Mann ersehen. Dadurch entsteht gewissermaßen eine A u t o- kratie auf Kündigung, welckte die Vor züge der Monarchie mit benrn der Republik ver bindet. Ta dieses historisch ausavbildrte System nicht unserer Idee der „formalen "Demokratie" entspricht, begegnet man in Deutschland oft der Auffassung, dan die Vereinigten Staaten keine wahre Demokratie seien, weil die Akacht des Präsidenten di-ej.nig des Kongresses weit übertrifft. Wir Curopirr sind in der Tradition aufgeivachsen, die ausschlrefckich in dem Parlamente die ftei- aewichltr verantwortlich? Vertretung fceS Volkes sieht. Jndsien läßt sich das politische Leben einer Nation nicht mit Schlagworten meistern. Tie Geschichte allein ist die Bildnerin der staat- licfcn Organismen. In den Vereinigten Staaten ist der Kongreß eben nicht dir einzige Volksvertretung. Von vornherein hat das amerikanische Volk seine Souveränität mehreren voneinander unavhängigen Gewalten übertragen, und beute erscheint der verantwortliche Präsident dem Volke als sein wahrer.Vertrete, und zwar so sehr^auf Kosten d.^s' Kongresses, daß, das Volk im fs-alle von Disic:enzen fast immer für seinen direkt Erwählten, den Präsidenten, Partei ergrifft und auf den Kongreß einen entsprechenden Truck ausübt. Allerdings ist der amerikanische Präsident mehr der Aussührer des Bolkswillens als der Führer des Volkes. Gerade diese Tatsache wird bei uns nicht genügend gewürdigt, weil die Macht der öffentlichen Meinung, des eigentlichen Souveräns der Vereinigten Staaten, in Deutschland immer unterschätzt worden ist. Der Präsident muß stets, um den amerikanischen Ausdruck zu gebrauchen, „sein Ohr am Boden haben", damit er in der Willensrichtung des Volkes führen kann. Wenn der Präsident, wie Wilson in Versailles, die Fühlung mit der öffentlichen Meinung verliert, ist seine Macht kwhin. Immerhin wird der Präsident im allgemeinen von dem Volke als dessen tzauptvertreter angesel)en, weil er weniger als die Senatoren und Mitglieder des Repräsentantenhauses abhängig ist von Kirchturmsinteressen, dem Parteiklüngel, den man in Amerika die Parteimaschin- nennt, und von sonstiger ungehöriger Beeinflussung. Tementsprechmd haben auch die Präsidentin dieses Jahrhunderts durch- iveg eine sozial fortschrittlichere und demokratischere Politik getrieben als der Kongreß. Tie Parteimaschine hat naturgemäß starken Einfluß auf die Nominierung des Präsidentschasts- lanbibaten und versucht immer solche fixeren aui= zustellen, aus deren Gesügigkeit sie glaubt rechnen tu können. Ein besonders bekanntes Beispiel für das übliche Vorgehen der Maschine war im Jahre 1900 die Nominierung Roosevelts zum harmlosen Amte des Vizepräsidenten. Dadurch wollte die repu- flikanische Partei ihn kalt stellen: sie erzielte aber das entgegengesetzte Resultat, da Mc Kinley schon im Jahre 1901 ermordet und Roosevelt infolgedessen doch Präsident wurde. Bis zu der Wahl des Jahres 1916 spielte die auswärtige Politik bei dem Kampfe um die Präsidentschaft keine Rolle, da die Beziehern gen zu in Auslande'den Amerikanern fern und völlig gleich- gültig erschienen. Man interessierte sich nur für die Monroe-Doktrin und die panamerikanische Politik. Der Weltkrieg schuf in dieser Beziehung einen Wandel, der indessen vielleicht eine vorübergehende Erscheinung bleiben wird. Der Wahlkampf vom Jahre 1916 wurde unter dem Zeichen der auswärtigen Politik ausgefochten und ge- wannen. Bei der vorhergehenden Wahl hatte Wil- son nur mit einer relativen Majorität den Sieg errungen, und zwar deswegen, weil Rootevelts Auftreten die republikanische Partei gcfprvngt bitte. Im Jahre 1916 gewann Wilson eine absolute Mehrheit, da er als Friedens Präsident galt. „£>e feW us out of war" war das Feldgeschrei der Demokraten. Schon damals war ein republikanischer Sieg höchstwahrscheinlich, weil die Teutschn tmb Iren aus Wilson wegen seiner Reden gegen die Bindestrich Amerikaner sehr sclflecht zu sprechen Waran. Diese Aussichten wurden aber dadurch zu- wchte gemacht, daß Roosevelt sich lebhaft an der Wahlkampagne beteiligte und mit jedem Tage wildere Kriegs reden hielt. Tie Friedensliebe des „kleinen Mannes" entschied den damaligen Wahl- komps Es kam aber auch die politische Entwick- amg hinzu, welche nach und nach die alten histori- wn Parteien umformt. Bei der letzten Wahl Mte sich fcbr deutlich, daß man die Gegner Eveniogut mit den europäischen Namen Konservative und Liberale hätte benennen können. Tie ^mblikoner siegten in allen Staaten, in denen va» Großkapftal übermächtig ist, während die Malten — namentlich die Arbeiter wegen des aauftunbigen Arbeitstages — geschlossen für stimmten. Tas Großkapital setzte — ab- speben von der Kriegspolitik — seinen gan--en «llchluß deswegen für Hughes ein, weil es von ihm ^ven hohen Zolltarif erwartete, um nach dem «■rtege den aus diesem erzielten Gewinn festzuhalten. Ueberhaupt sind die rabifafen Tendenzen Wchons in Wallstreet verhaßt. Bei den öorbereiteröen Schritten für die tim» lvende Wahl wurden die Lehren aus der ver- Benen insofern beherzigt, als die demokratische ti ihren nationalen Parteitag nach San Fran- B e r l i n, 25. Aug. Nach einer Meldung der Information" aus Neuyork ist das Frauenstimmrecht nun bestätigt worden. Dadurch erhöht sich die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentschastswahlen. Kattowitz, 25. Aug. (Wolfs.) Auf der Eisenbahnstrecke Kattowitz — Mys lo - w i tz kehrt allmählich die Ordnung r».eder. Die Bahnhöfe sind von französffchm Truppen besetzt. Tie Reisenden werden nach Waffen untersucht. Eine deutsche Veschwerdenote über die Vorgänge in Oderschlesien. Berlin, 25. Aug. (WTB.) Ter Vorsitzende her deutschen Friedensdelegation in Paris überreiche beute dem Präsidenten der Fri'- denstonferenz im Anschluß am die Note vom 21. 8. folgende weitere Note: Tie Lage im ober schlesischen Abstimmungsgebiet hat sich feit dem 21. August in bedrohlicher Weise verschlimmert. Von 17 Kreiten, die unter interalliierter Verwaltung stehen, sind 7, darunter der gesamte Jndustriebezirk, von bewaxf- ncten Aufrührern Heimgesuch worden, die an vielen Stellen die tatsächliche Gewalt au sich geriflaj Auf dem Bahnhof Mystowiy sind Bckanntmachun- gen der Elsenbahndireltion Kattowitz, die von dem Ententevertteter bei der Eisenbahndirevion gegen gezeichnet sind, angeschagen, in beiten iede Einmlschlng Unbefugter in den Eißmbahnbetrieb Otter jeder Terror gegen Eifenbahnbedienstete verlöten wird. Trotzdem grelle rote Plakate die Zivilisten zur Wafienabgabe bis Sonntag nach mittag 4 Uhr ausfordern, sieht mau noch überall Bewaffnete. Im Kreise G l e i wi tz ist zunehmend-es . Banden imwcsen festzustellen. Tie Stadt Rhbnik . wurde heute besetzt. Tie Ausschreitungen in den Landkreisen nehmen einen überaus großen Umfang an. Die Verhandlungen in Oberschlesien. B e u t b e n, 25. 9Cug. (Wolff-) In der Kon- fetens des Streilausschusses und der Führer der politischen Parteien Oberschtffiens, woran unter anderem auch Kvrfvnty teilnahm, erklärte der Ober- kontrvlleur, Major Ortley, unter anderem: „Die heftigen Anklagen der Teutschen gegen die Polen und der Polen gegen die Teutschen müssen ab- stoßend wirken, besonders wenn man weiß, daß jede Partei sich lediglich nach der einen Seite hin unterrichtet Dieses Verfahren, das heute in Oberschlesien üblich ffti h« zur Verschärfung der gegnerischen Gefühle ber beiden Nationalitäten beigetragen. Es ist selbstverständlich eine verhälttns- rnäßig einfache Sache, Truppen auftzubieten und Leute zu entnraffnen, welche das Land ohne ehre Spur von Rocht terrorisieren. Es wäre auch nötig, an bitten Elementen ein Epempel zu statuieren, und sie für die Nich'achttmg von Befehben und Erlässen der interalliierten Kvmmission zu bestrafen." Ortley wandte sich hieraus der Errichtung sogo- n-annter Bürg erwehren zu, 0« er wegen der finanziellen Belastung der Gemeinden ablehnte und ließ sich gegen das Treiben der Leute aus, die ohne Recht den Verkehr unterbinden, Haussuchungen vornehmen, stehlen und rauben. Hierauf gab Ortley fclgenbe Vorschläge bekannt, denen von den politischen Parteien zu gestimmt morden ift 1. Abschattung der SicherheüÄvchr und deren Ersatz durch eine A b st i m rn u n g s p o l i z e i. 2. Für die llebergangszeit wird eine §> i l s s pv l i z e i gebildet, die der Ortspolizei unterstellt wird. Tie Lilfswlizer wird aus Gememdemitteiln besoldet und erhält keine Feuerwaffen. Diese BiPmng ist sofort in die Wege zu leiten. 3. Abgabe der Waffen bis Dvnners.ag früh 9 Uhr. Wer bis dahin abtiefert, bleibt straffrei, gegen die übrigen wird auf Grund bet Bestimmungen vorgeMMgen. haben. Durch die Unruhen ist in der Ko hlen- f ö rd eru n g, auf die Deutschland zur Erfüllung der in Spar übernommenen Verpflichtungen an erkamitermaßen angewiesen ist, eine bexnflulx Stockung eingetreten. Damit wächst die Gefah. des Still andes der Industrie und vermehrter Arbei.stisigkeit. Gewalttaten^gegen die deutsche Bevölkerung sind an ber Tagesordnung. Es wird gemeldet, baß sich alliierte Truppen mit den Insurgenten verbrüdert haben. Tie Sicherhei spotizei, die im Timstr der interalliierten Kornmiisiiou Blut und Leben gegen die besser be- roaffneten Aufrührer ein setzen mriß.e, wurde trotz ihrer Hilferufe stellenweise ohne Un.erstützung ge lassen. Tie interalliierte filvmmißion Ixirtc Lki liebe maljme der Verwaltung in Ober schief ien Ite kamttgegeben, daß sie alle Unruhestifter, wer sie and} ein mögen, rücksich slos und ohne Gnade verfolgen werde. Alle diejenigen, die den Frieden und die allgemeine Ordnung stören, revolutionäre Komplotte versuchen und offen ober hrimlid: zum Wieder >cmde gegen die Verwaltung aufhetzen, salbten aufs strengste bestraft toeriva. Ter Zu stand, in dem sich b-'ute bad Land beendet, steht mit dieser Kundgebung rn WDenpruch. Er widerspricht aber auch dem Vertrage von Versailles, nach desstn Bestimmungen die interalliiert.' fitzommission die Pflicht <-at, das Land zu sMtzen, die Ordnung aufteckst zu erhalten und die Bewohner vor Schaden an Leben und Eigentum zu be» ivahren. Wiederholt hat die deutsche Regierung die Aufmerksamkeit der interalliierten Kommission und der verbündeten Hauptmächte auf di.' Bewafsnung polnischer Vereine geleit Et. Sie i>at durch authentische Dokumente den Nachweis erbracht, daß von polnisclier Seite, offen» bar um die Abstimmung $u vereiteln, eine gewaltsame Erhebung vorbereitet wurde. Sie bedauert, fest stellen zu müssen, daß ihre Warnungen unbeachtet blieben und baß dadurch die augenblicklichen Zustände ermöglicht wurden. Tie Erresimg der Bevölkerung, die sich dem Terror einer beivaffneten Minderheit preisgegeben sieht, wächst und Hann zu Folgen von unabsehbarer Tragweite führen. Die Möglichkeiten zur Einwirkung sind für die deutsche Regierung gering, da ihr der unmittelbare Verkehr mit dem Abstimmungsgebiet versagt ist. Von den ihr gebliebenen beschränkten Möglichtetten macht sie Gebrauch, um eindringlich zur Ruhe und zur Besonnenhtit zu mahnen. Ihre Malmungm werben aber auf *bie Tauer nur bann Erfolg haben, wenn in der Bevölkerung das Vertrauen auf Recht und Gerechtigkeit wiederhergestellt wird. Dazu ist erforderlich, daß die einhtimischen Insurgenten vollständig entwaffnet und die über die Grenze eingedrungenen Unrubeftiiter des Landes verwiesen werden, die Sicherheitspolizei wieder in ihre Rechte eingesetzt und die Verwaltung der insurgierten Kreise und Orte den gesetzgebenden Behörden zurückgegeben wird. Raschs Zngreiien ist nötig. Auch kommt es darauf an, daß die Anordnungen der obersten Stelle von allen Organen gewissenhaft befolgt werden. Wirksame Maßnahmen gegen eine Wiederholung der sich jetzt abspielenden Ereignisse sind unerläßlich Die alliierten Mächte werden dem deutschen Volke nicht zumuten wollen, schweigend m i t a n z u se h en, wie die Deutschen in Oberschlesien vergewaltigt werden. Recht und Pflicht ber deutschen Regierung ist es, sich zum Sprecher des verletzten Volksempffndens zu machen und daraus zu bestehen, daß bas eng mit dem übrigen Reich verwachtene Land im Einklang mit den bestehenden Verträgen behandelt und verwaltet wird. zisko berief in Anerkennung ber Tatsache, daß der ganze Weiten geschlossen für Wilson gestimmt hatte. Währeird aber vor vier Jahren Wilson wegen seiner Fri-.-denspolltik im ganzen Lande und namentlich im Westen einen \elyc großen Anhang besaß, ist in dieser Bezrchnng ein starker Umschwung eingetreten, in>eu die Kriegs- und Versailler Politik des Präü»en:en völlig in Mif>- kre.nt geraten - ist. Jnfolgwes ca ge.ang es ten unLcaingten Anhängern Gilsons, auf dem dem.-- kratiscl-e.r Parteitage nickst, die Nominierung seines Schwiegersohnes Mac Adoo duHl»zu:rtz.n, bzi- sckjerzwei'-e als „Kronprinz" bezeichsste^ ivucde. Aber- auch der langjährige Führer der demokratischen Partei, William Jennings Bttnm, sch.int fernen Cinsluß verloren zu Habnr, beim er kannte nicht üeil/inbem, daß nach vielen Abs.immungen sck^tetz- lick der Gouverneur Cox von Ohio als Kom- promißöandidat nominiert wurde, ovgl ich er a.s Gegner der Prähibilvan gilt unb deswegen Derrn Bryan nick>t genelrm ist, 6er bekanntlich der Laupt- anfülwer im Kampfe g gen den Stilb 1,ul war. Cox ist von Beruf 'Jaurnaiist und bisl-er tn ber allgemeinen Politik wenig hervorgetreten, erfreut sich aber in seinem Staate großer Beliebtbnt, ber er wohl in erster Linie seine Nominierung verdankt, da die demokratisch? Partei hofft, durch tyn den wichtigen Staat Ochio tzu geroinnen. Der Wahlkampf 'dreht sich wieder um die auswärtige Politik, und im politisch-en Lebest der Verermgten Staaten ist die U^berrasck;ung eine der Neglln. Mit diesem Borbähalte kann man aber einen Steg der republlkanisckten sl^ltiei mit Sick»ei'heit Voraussagen, da die Amerikaner nach den Enttäusc'm: gen, die ihnen der Ktiieg gebracht hat, bar europäisä-en Politik gründlich müde sind. Sollte Cox tvvtzdem wider JSmwrten gewählt werden, so würde er als Kompromißkandidat vermutlich den Versailler Frieden mit den republikanischen Vorbehalten ratifizieren, denn er kann temesrälls ba» rauf rechnen, daß die demokratische Partei auch in beiden Däusern des Kongresses eine Mehrheit erringt. Seit dem Jahre 1912 beruht die Hoffnung der Demokraten haupffächlich auf der Aussicht einer Spaltung der republikanischen Partei, da in dieser ein radikaler und sozialer Flügel vorhanden ist, aelcher die Konservative, von dem GooßVapital beeinflußte Politik der Partei mißbilligt. Auf dem diesiährigen republikanischen Parteilage kam es zniscken beiden Richtungen zu einem scharfen Kampfe, in dem weder ber radikale Gouverneur Johnson von California, noch einer der konservativen Kandidaten den Sieg erringen tonnten. Auch hier wurde sckstießlich ein Konrpromißkandidat nominiert in der Person des Senators Harbin g. Dieser stammt ebenso wie sein Gegner Cox aus Ohio und ist gleichfalls Journalist und bisher im politischen Leben wenig hervor getreten. Merdings gehörte er zu den Senatoren, die .Wilsons Versailler Politik am schärfsten verurteilten. Gouverneur Johnson, dec sich lebhafter Unter- stützung seitens des bekannten Zeitungsverlegers fixarft und seiner Organe erfreute, hat sich mit der Nominierung Hardings abgtfunden. Nicht so ber radikale Flügel der republikanischen Partei. Auf einem gesonderten Konvente in Chicago wurde der Versuch gemacht, eine neue Partei zu gründen und einen eigenen Kandidaten aufzustÄlen. Es hat indessen den Anschein, als würde diese Neubildung wenig Erfolg haben, da sich keine hervorragenden Politiker daran bettitigai, und da selbst eine Perl'änlichteit wie Roosevelt an dem Versuche der Gründung einer neuen Partei scheiterte. Allerdings könnte, ebenso wie im Jahve 1912, der demokratische Kandidat mit einer relativen Majorität siegen, wenn die neue Partei den Republikanern genügend viele Stimmen entzieht. Dieser Fall dürfte aber kaum eintreten, unb Senator öarbing als der mutmaßliche nächste Präsibent anzusehen sein. Durch seine Wahl wird in den Vereinigten Staaten diejenige Richtung zum Siege gelangen, welche die alte Tradition ber Nichteinmischung in die europäische Politik und ber strengen Wahnen g der Monroe-Doktrin wieder aufrichten will. Tiefe Politik dürfte dazu führen, daß der Krieg mit Deutschland durch Beschluß des Kongresses als beendigt erklärt und alles übrige Einzellerhandlungen mit uns bzw. der Entente überlassen wird. Ich möckste aber annehmen, daß die bereinigten Staaten doch sclstießtich mit gewißen Einschränkungen und Vorbelralten in pinen ab yx verbesserten Völkerbund eintreten werden, weil die ameritonifdie oftentti ■? Meinung immer den Idealen des Völtorbundg.dan'ens Sympatine en:* gegengebracht hat, und weil ähnliche Ideen in das Wahlprogramm der republlkinischen Parte: aufgenommen worden sind. Der Krieg im Gften. Die Waffcnstillstandsvcrhandlungen. Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Warschau hat der polnische Minister für auswärtige Angelegeicheiten einen Funffpriich an die Sowjetregierung in Moskau gerichtet unb verlangt, daß die Waffenstillstandsverlxlndlungen von Minsk nach Warschau verlegt werden. Eine neue Note der Sowjet-Regierung. Kopenhagen, 25. Aug. (Wvlfft) Wie der „Berlingste Tidende" aus Warschau trfe* graphiect wird, verlautet von tompetcnter Seite, daß die polnische Regierung geftem eine neue Notevon der Sowjetregierung erhalten habe, die von Tschiticherrn unterzeichnet ist. In dieser Note lehne die S>wjetregicrung jede Ver* antwottung dafür ab, daß zwisckfen Minsk und Warsckfau eine ungenügends dralstlo e Verbindung besteht, was ausschltebllch daran, 'zurückzuführen sei, daß die Funkstation in Warschau zu schivach sei. Im übrigen enthalte die Note keine pofitwen Mitteilungen. Beschlüsse der Russen. Moskau, 25. Aug. (Wolfs.) In der Moskau erGouvernementskonferentz mürbe, nach einem Bericht Bucharins über die internationale Lage ber Republik unb die Aufgabe der russischen komm unistischen Partei im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Augenblick, folgende Resolution gefaßt: „Ist Anbetracht dessen, daß unsere Westarmee, dank der verstärkten Unterstützung Polens durch die ffanzösische Regierung, ernste Mißerfolge erlitten hat, während die Front Wran- «ls ebenfalls von großer Bedeulnng wird und bas Kuban-Gebiet bedroht, hält die Parteikonferenz es für unbedingt notwendig, die Westfront mit allen Mitteln zu unter st ützen und gleichzeitig die Front Wrangels zu vernichten. Alle Parteiorganisationen werden aufgefordert, eine schnelle Mobilisierung der Partei durchzuführen und die Frage der Unterstützung der Wrangelftont zu erörtern." Kamenew und Krassin. London, 25. Aug. (Wolff.) Hovos. Kamenew 'und Krassin haben ihre Pässe verlangt und sollen die Absickst haben, London am kommenden Freitag wieder zu verlassen. Der polnische Heeresbericht. Kopenhagen, 25. Aug. (WTB.) Nach einem Telegramm aus Warschau meldet der polnische fi)eeresbericht: Aus der Nord- front versuchte der von allen Seiten umzingelte Feind nach Osten zu entweichen unb richtete äußerst heftige Angriffe gegen unsere Truppen südlich von Mlawa. Die Angriffe wurden abgeschl-rgen. Eines im lerer Regimenter erlitt dabei schwere Verluste. Es ist festgestellt worden, daß die feindliche Reiterei die gemach.e:t Gefangenen ermordet. An anderen Abschnitten warfen bie bolschewistischen Truppen ihre Waffen von sich und flüchteten panikartig gegen die deutsche Grenze, die sie massenweise überschreiten. In den letzten Sl ämjpfen wurden die 18. und 33. Sowfetdiviswn vollständig vernichtet, die 34. Division gefangen genommen. Unsere Kriegsbeudae ist enorm und besonders wertvoll das teckmische Matetial. An der Ostfront wurde die 11. Sowietdivision bet Kniadow südlich von Lomsha entfd-eitenb geschlagen. Unter der eroberten Beute befinden sich sieben Kamele. Nach hartnäckigen Kämpen nahmen wir Lomsha und machten bürt einige tausend Gefangene. Tie heldenmütige Bevölkerung wirkt mit unserem fixere in glänzender Weise zusammen. Bteolsdok wurde von der ersten polnischen Legionäv- divii'ion erobert. Einzelheiten fehlen noch. D« Bolschewiki versucksten ohne Erfolg Brest-Li- tvwsk mit Hilfe eines Panzerzuges anyigreifen. Die Gruppe Bllachvwicz machte zahtreiche Gefangene und eroberte eine reiche Beute nach einem kühnen Angriff in der Gegend von Piszeya. An derSüdfrontrnder Gegend von Dobr«vaa und Kanionka haben unsere Abteilungen den Bug er* rei<Ä und stören den Rückzug Budjannys. Auf der übrigen SiLfront zreht sich der Feind andauernd zurück. Neber die Reichsgrenze übergetretene Rusicn. Königsberg i. Dr., 25. Aug. ^WB) Wie irir hören, beträgt die Zahl der über die Reichsgrenze übergetretenen Russen letzt zwischen oU bis 60 000. Seit heute nachmittag 2 Uhr kommen weitere drei Tiviswnen herüber, so nach vorsichtiger Schätzung dre Zahl sich auf bis 80000 Mann erhöhen bunte. Königsberg i. Pr., 25. Aug. lWolnJ Den xufammengerafften Resten ber 4 Armee, heran Nachhuten in der Nach' den Omulew überschritten hatten, ist nach hef- ngem Kamps gelungen, rn der.Rrch^ durchzubrechen. Ter heftige. Drberftand, ! Abteilungen bei Nys chpinetz ^lteteN'^nang 300 Poten zum Uebertntt über ibw bei FriedrichShof. Szemcm ist am 24. August vor» bett Polen besetzt inorben. Die polnischen Vorhuten haben am 24. Anglist Pwstken erreicht. Die westlich von der Bahnlinie Mlawa-Modlin abgeschnittenen Ueberreste der 4. bolschewistischen Armee werden von den Polen abgefangen. Die verfolgenden polnischen Armeen der Zentrumsfront erreichten in flankier en- der Ueberlwlnng gegen Norden die Linie Kynschrn- Steviskft-Kolmo' Hierdurch erhielten sie einen Ring um die 4. und 13. bolschewistische Arm«. Die bolschewistischen Truppen versuchen, sich durch einen Gegenstoß der Umklammerung zu entziel)en. Nach der Einnahme von Bialystok durch die Polen fand daselbst luxf) ein zwanzigstündiger Strastenkampf mit der Besatzung statt, der für die Polen siegreich verlief. Die Polen melden eine große Anzahl befangene sowie große Beute, Im Llbschnitt Brest- Litowsk und im Abschnitt östlich von Cholm und östlich von Lemberg hatten dir Polen lokale Erfolge. London, 25. Aug. (WTB.) Reuter erfährt von zuständiger Seite: Die Polen melden, daß fte 63 000 Gefangene gemacht und 200 Geschütze und 1000 Maschinengewehre erbeutet haben. Der Bericht WrangelS. Konstantinopel, 25. Aug (Wolff.) Be- die Konferenz eine Resolution an, worin dre Regierung gebeten wird, im Jnteoefte des Frie- dens die gegenwärtige Politik der Unterdrückung aufzuheben und eine Politik des Verzeihens zu befolgen. Es wurde ein ständiger Anschuß ernannt, der beauftragt wurde, die Resolution dem Premierminister und dem Kabinett rwrzulegen. London, 25. Aug. (WTB.f Eme Menge von 3000 Männern und Frauen versuchte gestern abend gegen das Brixton- Gefängnis, in dem der Bürge rm er st er von Eork gefangen sitzt, vorzudringen. Dre Menge, aus deren M itte Rufe wie „Loch dre Rebellen! Es lebe Sinnfein!" ertönten, wurde von der Polrz^ zuruct- getrieben. Die Kundgebung dauerte noch ernige Stunden an. Das Befinden des Bürgermeiwer^ der sich jetzt seit dreizehn Tagen im .Hungerstreik befindet, war gestern abend >ehr bedenck;ch. man für den Fall seines Todes Attentate, gegen die Kabinettsmitglieder befürchtet, irnd diese und auch ihre Lauser unter sorgfältige Bewachung gestellt worden. Auck) zum Schutze von Lloyd George in Luzern sind entsprechende Vorkehrung gen getroffen worden. richt des Generals Wränget: An der Küste des Asowschen Meeres rüden unsere Truppen nach dem Innern vor. In Kuban geht der Feirrö in der Gegend von Bolmovoktt zur Offensive gegen Waldgeim vor, wurde aber gegen Tscher - nigow zurückgedrängt. Wir nahmen ein ganzes Regiment gefangen. In der Gegend von Jekaterr- noslowa und Nowomoskowsk nördlich von Alexandrow haben gv?ße Erhebungen gegen den Bolschewismus stattgefunden. Armenien und Sowjetrrrtzland. Tiflis, 25. Aug. Lavas. Leute wurde ein Waffen still stand und ein vorläufiges Uelevcinkommen zwischen Armenien und Sowjetrußland geschlossen, Giolitti. Rom, 25. Aua. (Wolff.) Stefans. Giolitti richtete von Tornado ssola aus an den Bun- despräsidenkm der Schweiz ein Telegramm, m dem er nochmals herzlichen Dank für die warme Aufnahme in der Schrveiz aussprach. An Lloyd George sandte er folgende Depesche: „In dem Augenblick, da ich mein Heimatland hrieber betrete, ist mein erster Gedanke, Ihnen, Herr Pre- mierminifter, für Ihre herzliche und offene Aufnahme bei unserem Zusammentreffen meinen Nochmaligen Dank auszusprechen." Mailand, 25. Aug. (Wolff.) In einem lAufruf der Arbeite rpartei, den der „Avanti" veröffentlicht, werden die Arbeiter Jta- zlits Ocm Reiche. ReichspräfLent Eberl im SchwarMtald. Berlin, 25. Aug. (Wolff.) Der Reichspräsident Ebert begab sich zu einem kurzen Erholungsaufenthalt in den Schwarzwald. Freu den stadt, 25. Aug. (WTB.) ReicA-- präsideiit Ebert ist gestern vormittag mit Gemahlin in Begleitung von Ministerialdirektor Dr. Meißner und dem württembergischen Gesandten in Berlin, Lildenbrand, zu 14tägigem Erholimgs- aufenthalt hier eingetroffen. Die Ernährungslage. Berlin, 25. Aug. (WTB.) Nach der Rückkehr des Reichsernährungs- Ministers D r. Hermes ist eine Sitzung amtlicher Ernährungsminister in Berlin in Aussicht genommen worden. Bei dieser Zu- ammenkunft sollen Maßnahmen für den lebeegang zur freien Bewirtschaftung von Fleisch und Kartoffeln sowie zur Versorgung mit Brotgetreide zur Regelung des Vertriebs von Bier unö zur zukünftigen Zuckerbewirtschaftung zur Behandlung kommeii. Außerdem 'tehen noch Maßnahmen zur Verhütung von Preistreibereien anläßlich der Lockerung der Zwangswirtschaft, zur Ausgestaltung der Preisprüfungsstelle sowie zur Einhaltung von Jnterimsreisen auf den freigegebenen Gebieten auf der Tagesordnung. liens auigeforbert, am 29. August Versammlungen abzuhalten, in denen die sofortige Anerkennung der russischen Sowjetregierung verlangt werden soll. Norwegen und Nutzland. Kopenhagen, 25. Aug. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus Kristiania ließ ^die norwegische Regierung dem Vertreter Der Sowjetregierung in Kopenhagen mittcilen, daß sie ihm imb Feiner Familie sowie seinem Sekretär gestatten werde, nach Kristiania zu kommen, um Verhandlungen über die Fragen ein# zuleiten, die die Handelsverbindungen zwischen Norwegen und Rußland betreffen. Die belgische Ministerkrisis. Paris, 25. Aug. (Wolff.) Ter „Petit Pa- rifien" meldet aus Brüssel, daß die Demission! des Ministers des Aeußern den Sturz des gesamten Ministeriums nach sich ziehen könne, falls sich die übrigen Minister mit Lvmans solidarisch erklären. Delacroix wird das Portefeuille des Aeußern bis zur Rückkehr des Königs übernehmen. Wenn Janson sich mit Lymans solidarisch erklärt, wird die Krise allgemein. Leute morgen1 findet ein KabinettÄnt statt. Das „Journal" schreibt zu dem Rücktritt des belgischen Außenministers, daß dieser Schritt nicht Überraschend käme, und jeder, der den energischen Charakter dieses. Staatsmannes und seine An- Sllichkeit an die Sache der französischen Mlianz e, habe diesen Schritt erwartet. Man hoffe aber, daß der Zwischenfall sich aus die Manifestation beschränke, sonst könne das Rucktreten des Ministers des Aeußern den Sturz des Gesamt- kabinetts Delacroix nach sich ziehen. Brüssel, 25. Aug. (WTB.) Der gestern im Minister rat bestätigte Beschluß, im rus- ftsch-polmschen Konflikt weiterhin neutral zu bleiben und die Beförderung von Munition für Polen über den Lasen von Antwerpen zu verbieten, veranlaßte den Minister des Aeußern, Lymans, um seine Entlassung einzu^>mmen. Tamck trat eine Krisis ein, die sehr ernst werden tarnt, wenn der zweite Liberale, der dem Kabinett angehört, der Kriegsminister Janson, dem Beispiele Hymans folgt. In diesem Falle rechnet man mit dem Rücktritt des gesamten Ministeriums. Würde dies eintreten, so wäre die Koalition in Frage gestellt. Es würde dann wohl kaum mehr möglich sein, ein Ministerium aus den drei großen Patteien zu bilden. Bekanntlich ist die liberale Partei seit Monaten der Ansicht, sie könne sich an einem Kabinett, in dem auch die Sozialisten und die flämisch gesinnten .Klerikalen vertreten sind, fernerhin nicht mehr beteiligen. Die Krafts würde also notwendigerweise alle rnnerpolitiscksen Schwierigkeiten auftollen, womit Belgien augenblicklich zu kämpfen hat. Schon deshalb würden gewisse Politiker gern versuchen, den Flamen m der Sprachenftage entgegenzukommen und dadurch eine Ministerkrise unmöglich zu machen. Lyinans war viele Jahre lang der unbo- ftrtttene Führer der logischen Liberalen und ist großer Engländerfteund. Er dürfte wohl während des Krieges der Lauptverfechter der Politik des sicheren Sieges gewesen sein und wurde zum Minister des Aeußern ernannt in dem Augenblick, als sein Vorgänger de Brogueville geneigt war, mit Briand m Besprechungen über einen möglichen Frieden mit Deutschland im Jahre 1917 einzutreten. Die irische Frage. London, 25. Aug. (WTB.) Die gestern in Dublin abgehaltene irische Friedenskonferenz nahm eine Resolution an, die u. a. besagt: Ter Friede in Irland kann nur durch die Bewilligung vollständiger nationaler Selbstregierung im Rahmen des britisckren Reiches bei völliger Unabhängigkeit der Verwaltung und des Finanz- und Steuerwesens her gestellt werden. Die Konferenz mißbilligt den Gedanken der Ausübung des bewaffneten Zwo" ges gegen da-o nordöstliche Ufftrc. Ulster muß ein freier vertragschließender Teil sein. Ferner nahm Aus der sozialdemokratischen Partei. . Berlin, 26. Aug. Der sozialdemo - ratischeParteiausschuß, der gestern in Berlin tagte, nahm laut „Vorwärts" in lebhafter Aussprache zu den Vorgängen in Oberschlesien Stellung. Der Parteivor- itzende Wels kennzeichnete den chauvinistischen Krieg Polens gegen Rußland, warnte aber zugleich davor, den Erklärungen der Staatsmänner Sowjetrußlands unbedingt Glauben zu schenken. Deutschland müsse eine vollkont- mene, ehrliche und loyale Neutralität bewahren. Im Zusammenhang damit wurde auch die Pilgerfahrt der Unabhängigen nach Moskau besprochen und ihre Rückwirkung auf die Parteikonstellation in Deutschland erörtert. — Die Tagesordnung des ozialdemokratischen Parteitags wurde entsprechend den Vorschlägen des Par- teworstandes gestern vom Parteiausschuß einstimmig folgendermaßen angenommen: 1. Bericht des Parteivorstandes. Referat von Wels über die allgemeine politische Lage. Referat von Bartels über Organisation. 2. Bericht der Reichstagsfraktion. 3. Bericht der Kontrollkommission. 4. Bericht vom internationalen Sozialistenkongreß in Genf (Referent: Meecfeld-Küln). 5. Die Wohnungsfrage (Referenten voraussichtlich Paul Hirsch .und Englert-Freiburg). 6. Die Revision des Parteiprogramms (Referent: Dr. Adolf Braun). Hu$ dem besetzten Gebiet. Aus dem Saargebiet. Saarbrücken, 25.Aug. (Wolff.) Der Stadtrat stimmte einem Antrag, zu, ein Angebot der französischen Behörden anzunehmen, wonach der Stadt ein zinsloses Darlehen in Höhe von 3 Millionen zur Verfügung gestellt werden soll zur Wiederherstellung und Möblierung von etwa 90 Wohnungen in den hiesigen Kasernen für französische Unteroffiziere und Offiziere. Die Summe soll in fünf oder zehn Jahren amortisiert werden, und zwar nur der Betrag von zwei Millionen, während für den Rest der Summe die Möbel in den Besitz der ftanzösischen Behörden übergeben sollen. Man nimmt an, daß durch diese Maßnahme sechzig Wohnungen in der Stadt für die Bevölkerung wieder frei werden. Ans Hessen. Die Deutsche Volkspartei Lessens zur politischen Lage. lk. Darmstadt, 24. Aug. Gestern tagte in Frankfurt a. M. der Landesausschuß der Deutschen Volkspartei Lessens. Reichstagsabg. Dr. Becker erstattete Bericht über die Tätigkeit des Reichstages und die Stellung der Deutschen Volks- Partei. lieber die Lage im Reicks entspann sich eine lebhafte Aussprache. Es wurde anerkannt, daß manche Anfänge zur Besserung zu erkennen sind, daß insbesondere die jetzige Regierung einen besseren und sachlicheren Eindruck macht, als ihre Vorgänger. Insbesondere müßte darauf gedrungen werden, daß die Landtags wähl en m Preußen und Lessen bald stattfinden. Die Tatsache, daß im größten Bundesstaate anders regiert wird wie im Reiche, führe zu unerträglichen Folgen. Es wird begrüßt, daß die Beseitigung der 3 wangs wirtschaft nun keine Redensart mehr ist. Die Herrschaft der Kriegsgesellsckmften fei ein Skandal geworden. Lier müße noch tnei energischer vor gegangen werden. Die Angriffe des Ministers Koch, die er in Mainz gegen die Orgesch richtete, wurde von verschiednren Rednern mißbilligt. Großes Auffel;en machte es, als mit- geteilt würd', die hessischen sozd. Minister Ulrich Fulda und Raab hätten den Arbeitgebern gesagt: „Wenn Euch die Arbeiter beim Steuevabzug zwingen, davon abzuFähen, fo geb t nur nad)! So kmme keine Staatsautorität aufgebaut tvcrren I Dabei habe gerade die Partei der genannten Minister das Gesetz über den Steuerabzug gemacht. Tie Herrschaft der Betriebsräte im ErsenbaHnoer- kehr müsse ein Ende haben. — In solchen und älmlick-en Gedauk.ngäugen bewegte sich die Aus- predje, an der sich etwa ein Dutzend Redner beteiligten. 3um Zwangsbezug der „Darmstädter Zeitung" durch die hessischen Kirchengrmeinoen. Wir lesen im „Tarmst. Tägl. Anz.": Es ist bekannt und begreiflich, daß bei den Geistlichen vielfach der Wunsch besteht, den seither üblirfjeu Bezug der „Darmstädter Zeitung" einzustellen. Wenn dieser Wunsch sich allgemein durchsetzt, wird das Organ der hessischen Regienrng einen bei seiner geringen Auflage besonders empfindlichen Verlust an Abonnenten erleiden. Die Regierung läßt deshalb durch die Kreisämter der ihr unangenehmen Neigung der Geistlichen entgegentreten und ersucht, sie im Aufsichtsweg zum Weiterbezug ihres Organs cmMhaltan. Ob sie hierzu formell berechtigt ist, mag dahingestellt bleiben. Fm besten Falle könnte sie sich dabei auf eine Verordnung aus der Zeit des Absolutismus taltzen: Am 1. Juli 1808 ' nahm die „Landzeitung" den Titel „Großherzoglich Hessische 3ei== tung" an, und durch eine Verordnung vom 20. Juni 1808 hat der Großherzog Ludwig I. be- ttmmt, daß alle Gesetze in dieser Zeitung zu ver- öfferttlichen seien: „damit aber auch für die allgemeine Verbreitung solcher Gesetze umso sicherer gesorgt werde, ,-fo soll jeder Justiz- unb Kameral- beamte, jede Kommune und jeher Kirchenkasten vorbenannte Zeitung zu halten verbunden sein." Der Grund, ans dem den Kirchengemeinden diese Verpflichtung auferlegt worden war, ist fchon ganz bald weggefallen, denn seit 1819 werden die Gesetze aus- chließlich im Hessischen Regierungsblatt veröffentlicht. Die Hebung, die „Großherzoglich Hessische Zeitung", die später den Titel „Darmstädter Zer- tung" annahm, zu halten, ist geblieben. Wenn sich die Regierung, in auffallendem Gegensatz zu Üjrer önstigen Haltung hier auf eine vergilbte Verordnung stützt, könnte es ihr auch einfallen, auf eine am 24. Dezember 1807 „auf Sr. Königl. Hoheit des Großherzogen allevgnädigsten Spezialbefehl" erlassene Anordnung zurückzugreifen, durch die „sämtlichen Beamten der Großherzoglichen Staaten ernstlich hiermit inrtnjirt" wird, nicht nur den Absatz der Zeitung, so viel möglich ist, zu fördern, sondern auch alle in ihren Amtsbezir^n sich ereignende interessante Vorfälle unverzüglich der Redaktion mitzuteilen. Sie würde dadurch ihrer Zeitung neben den Zwangsbeziehern auch Zwangsmitarbeiter verschaffen. _ A«.s Stadt ttitfr Land. Gießen, den 26. August 1920. Aenderung der Gütertarife. Im Anschluß an gewffse finanzielle Unter- üchungen in Fachzeitschriften wurde der Vermutung Ausdruck gegeben, daß eine neue Erhöhung der Ersenbachntarife geplant sei. Aus dem Reichs- verkehrsministerium wird nunmehr mitgetellt, daß eine neuerliche Erhöhung ter Personentarife mcht erfolgen soll. Dagegen sollen die Kriegszuschlätze in die Guter- und Tiertarife organisch verarbeitet werden, um damit zu. einer neuen Festsetzung der normalen Befördenrngsgebülnen zu Vnnmen. Diese Neuordnung der (Gütertarife soll vom 1. Oktober ds. As. ab erfolgen. Eine allgemeine Er- 'höhung bedeutet diese Maßnahme nicht. Stahl- und Eisemvaren sollten allerdings darifarisch den Güterklassen zugewiesen werden. Der Höchstpreis für Frühkartoffeln 25 Mark. Die Landeskartoffelstelle gibt bekannt, daß mit Rücksicht auf die Weisung der Reichs- kartoffelstelle der Höchstpreis für Frühkartoffeln vorn 23. August bis 31. August nur noch 25 Mk. beträgt. Lebensmittel. ** Keine Kundenlisten für Gießen. Im Anschluß an die gestrige Mitteilung über die Aufhebung der Fleischkarte wird uns mitgeteilt, daß die Städtische Lebensmftteldevutatwn beschlossen hat, die Ge:neindefleischkarte bis zur Aufhebung oer Zwangswirtschaft einzuführen, da die Führung von Kundenlisten sich für größere Städte nicht empfiehlt. ,** Milchm angel. Infolge ungenügender Belieferung der Stadt Gießen mit Milch können für Freitag den 27., Samstag den 28. und Somttag den 29. August 1920 die auf 3/4 Liter lautenden Milchmarken nur mit Vs Liter Milch beliefert werden. ** Freibank. Freitag, 27. Aug., werden von 1—3 Uhr die Nummern 1801—1900 beliefert. Veranstaltungen. Donnerstag. Lichffpielhaus: Alkohol. — Lichtspiele: Lepain, der König der Einbrecher. — Einhorn, 8V2 Uhr: Gastspiel Buchwald. — Caf6 Seih, 8 Uhr: Medick-Meidingersche bayerische Musik- und Possengesellschaft. m ** Provinzialausschußsitzung. Nächsten Samstag, 28. Aug., vorm. 9 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Beschwerde des Hofpächters Ant. Weber auf Nonnenhof (Rheiwpfalz) wegen Nichtgenehmigung des Kaufvertrags des Hosqutes Wirtdhain bei Nieder-Ohmen. m ?eue Einmarkscheine. Die Reichsschuldenverwaltung hat neuerdings Darlehnskassenscheine zu 1 Mk. vom 12. Aug 1914 ausgegeben, die an Stelle des roten Nummern- und Stempelaufdruckes einen solchen aus blau-violetter Farbe tragen. Die sonstige Ausführung ist unverändert geblieben. ** Herabsetzung des Höchstpreises für Rheinische Braunkohlenbriketts. Unter Aufhebung des bisherigen Höchstpreises und unter Hinweis auf die Bekanntmachung vom 29. Mai d. I. ist der Kleinverkaufspreis für den Zentner Rheinische Braunkohlenbriketts auf 11 Mark ab Lager des Kohlenhändlers mit Wirkung vom 1. September d.J. ab festgesetzt. ** Stadttheater. Abonnementseinladung. Wir verweisen auf die Anzeige in unserem heutigen Blatte. *”■ Tas hessis che Handwerk hat alle Veranlassung, sich eingehend mit den Tagesftageu und mit den neuesten Erschftnungen im Wirtschaftsleben zu beschäftigen. Hierzu, bietet die von dem Ortsgewerbeverein Grünberg im Einvernehmen mit der gesetzlichen Vertretung, der Hand- iverkskanimer zu Tarnistadt, auf Sonntag, den 29. Au au st nach Grünberg einberufenen Handwerker-Versammlung Gelegenheit. (Siehe Anzeige.) Auch Handwerkern unö Hanotverkerinnen sei der Besuch der Versammlung angelegentlichst empfohlen. ** Ein Reichs-Grundbesitzerverzeichnis wird jetzt neu aufgestellt. Die Aufstellung des Verzeichnisses geschieht durch die Landesfiltanzämter. Auch die Grundstücke des Reiches werden darin ausgenommen. Der Reichsschatzminister hat die beteiligten Verwaltungen ersucht, zu veranlassen, daß die nötigen Angaben den Landesfinanzämtern mitgeteilt werden. In den besetzten Gebieten wird die Liste von der Reichsvermogensverwal^ tung Coblenz aufgestellt und ihr deshalb die Mitteilungen gemacht. ** Billige Fahrgelegenheit für denMittelstano! Tie teuren Fahrpreise zwar- Sinsbesondere den Mittelstand, eine niedrige« e, meist die 4., aus ihren Reisen zu benutzen. Tie dadurch erstrebte Ersparnis wftd aber, besonders bei weiteren Reisen, dadurch vereitelt, daß die Fahrt in den Zügen 4. Klasse meist unverhältnismäßig lauge Zett in Anspruch nimmt. Tie heutigen hohen Rrisekosten verscAingen oft die Ersparnis an Fahrgeld. Es wäre deshalb zu wünsch^, daß die 4. Klasse besonders auch in die beschleunigten Personenzüge ausgenommen werden, die über weite Strecken verkehren. Vielleicht läßt es sich auch ermöglichen, einzelne Schnellzüge in beschleunigte Personenzüge mit 4. Klasse umzuwandeln, wie dies z. T. schon geschehen ist. Jedenfalls müßte in alle beschleunigten Personen^ züge die 4. Klasse eingestellt werden. ** Die Versorgungsberechtigten der Landgemeinden des Kreises Gießen werden aufgefordert, zwei Versorgungsberechttgte ihrer Gemeinde Sonntag den 29. August nach Gießen in den Felsenkeller auf nachmittags 2 llhr zu entsenden zur Besprechung direkter Belieferung mit Brotmehl aus ihren Gemeinden. **UeberdieVersammlungdesGiv- ßener Mieter Vereins können wir den Bericht aus Platzmangel erst morgen bringen. ** Tarnens Port. „Wir armen, armen Mädchen sind gar so übel dran, ich wollt' ich wär kein Mädchen, ich wollt' ich wär ein Mann!" so mußten bisher unsere Gießerinnen sagen, weil sie im Gegensatz zu dem allerorten im Reiche auf» blühenden Damenspvrt davon fast ausgeschlossen waren. Tie Reichsjugendkämpfe, bei welchen feine einzige weibliche Teilnehmerin gemeldet war, legen hierfür ein trauriges Zeugnis ab. Seit oe,';ern scheint ein: neue EpvckÄcmgebwchm sein: 8 Tomen des V. f. R. 1900 sühr.eu auf dem Os- waldsgarten ein anmutiges und ftattes Hvckeyspick vor. Tie trotz des teilweise erheblichen Regens bet lohnenden zahlreichen Zuschauern können bezeugen, daß die Damen im Wettstreit mit dem starken Geschlecht durchaus ihren „Mcttm" standen. Siehe den 'heutigen Sportteil. Im Interesse de: körperlichen Ertüchtigung auch der werblichen gend, wäre es sehr zu begrüßen, wenn mit diesem ersten Wettspiel der Anfang zu einer regen sportlichen Betätigung der Daomen gegeben wäve. Die Spvrtstvacht wurde allgemein als praktisch und außerordentlich tfcibfam unb damit als hygienisch und äskhettsch völlig einroanbfret anerkannt. ** E inhorn. Wie uns mttgeteilt wird, gasttert Paul Buchwald nur noch 6 Tage hier, Tie Vorstellungen beginnen 8 Uhr 30 Mur. Kreis Alsfew. up. Ruppertenrod, 24. Aug. Waren schon die Preise für das Heugras ungewöhnlich hoch, so waren sie jetzt bei den Grummetgrasversteigerungen noch höh^r und übertrafen sogar die Heugras preise. Wiesen, die in den Fciedens- jahnen 10 Mark gekostet, kamen auf 200—240 Mk., größere Stücke auf 300—400 Mk. Das Ungeheuerliche dieser Preise wird erst erklärlich wenn man den schlechten Stand des Grummetgrases in Rechnung zieht. np. Aus dem O h m t a l, 25. August. In unseren Ohmtalorten verlangt man in jüngster Zeit nach „mehr Licht". Da aber durch den allzu hohen Kostenpunkt des Anschlusses an eine Haupt- guelle elektrischen Lichtes eine elektrische Lichtanlage nicht zu erwarten steht, suchen sich dir Gemeinden durch Ausnützung der Wasserfälle bei. den Mühlen zu helfen, indem fte selbst eme elektrische Anlage ins Werk setzen. So legt Merlau eine elektrische Lichtanlage an durch Ausnützung des Wassersalles bei der Heermühle. Ober-Ohmen folgt durch eine Kraftanlage bei der RvchusmWe (Schellnmühle) unb in Ruppertenrod will man den Wasserfall bei einer abgetragenen Schlagmühle zu gleichem Zweck dienstbar machen. Hoffentlich bringt man die Pläne auch bald zur Ausführung. Kreis Schotten. np. Sellnrod, 25. Aug. Der Bachlauf w* serer sogen. „Streibach" ist schon monatelang völlig ausgetrocknet. Dadurch ist der Müller des Dorsrs, der Mahl- und Schlagmühle besitzt, in eine schlimme Lage versetzt. Seit Pfingsten d. I. stehen seine Mühlräder still. Um nicht seine alte Kundschaft -u verlieren, fährt er die Frucht zu anderen Mühle» und laßt sie bort mahlen. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 25. Aug. Jv der gestern abgehaltenen Stadtverordneten- Versammluug wurde folgendes beschlossen: Tie Kirchweihe soll am 3. und 4. Oktober abgehalten to erben. — Die Stadt tritt dem kleinen Städtetag, dem sich Alzey, Bensheim, Bingeri.um» Friedberg angesckflossen haben, bei. — Zur Betataft fimg von Arbeiten für Erwerbslose wird eme Deputation gebildet. — Für die Obst- und Gemuie- Ausstellung des Obst- und Gartenbaüverems werden 200 Mk., für eine Geflügel- und KamMN- Ausstelluna 100 Mk. bewilligt. — In den Krns- Steuerausfthuß weiden die Herren Beigeordnete Kling und Lrtadtv. Kissel gewahll; ht den Bezirksausschuß Bad-Nauheim, Rödgen, Schwalheim die Stadtvv. Heß, Roller, Seeber. — Stadtv. Krckl Hartmann (US9S.) hat sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Kreis Wetzlar. va. Atzbach, 25. Aug. Ganz Mbach ist rtt großer Aufregung. Unberufene Gäste haben in I jüngster Zeit bei Kaufleuten, Gastwirten und 'm 'Privathäusern schwer eEinbrüche verübt. Dvr fterfm öntfifirn haben mnr enrigen Däusern einen pneinutigen Besuch aogtitoticL Sie scheinen, ine mA' t coulant Besichtigung -er vielen Musterzimmer lohnend. 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Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Franz Mobs und Frau Eva geb. Kübel Herbstein, 26. August 1920. ........................................— Sämtliche " versorgungrberechtigte der Landgemeinden des Kreises Gießen werden auf. gefordert, zwei Dersorgungsberechtigte ihrer Gemeinde Sonntag den 29. August nach Dietzen in den Felfenkeller auf nachm. 2 Uhr zu entsenden zwecks Vesprechung dirskter Belieferung mit Brotmehl aus ihren Gemeinde« Die NlUWgsbeceWglen oon Bersroö. Einhorn Festsaal Nur noch 6 Tage! Paul-Vuchwald-Gastspiele Freitag: Vorletzte Spielsolge. • i»fVi -.xa । Zu sprech. 12—1 wochem. $ dichter qjl ein 3 Mit» i Selterswea 81 Jnh-A. Haberkmd. Schon von hellte ab! - Der mit Spannung erwartete Sensationsfilm: 9076c R Ö ^Möbeltransport vV® gelcgcnheit nach Hamm gesucht. Schr.Ang u. 014531 a. G. A. 1 schwarzer und 1 bell- brauner junger deutsch. Schäterhund wurden mir in der Nacht vom Sonntag auf Montag durch einen Unbekannten von kleiner Statur, mit feldgrauem Anzug, entführt. 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Süiguft „(ibcnfe crfbmndid) wie ernst Sfegrfe' Ansehen I txrr ■madfl.'er der Undank t»er Nation: sie Hatte lid) cn r i_it) mehr frir&ulvenben; die Stimmen mehrten sich, die in der Wiederbelebung der Hegrischen Phil, jovfrie eine Grmtdbedingung für unicr itgenes Philosophieren fcrljeit; feine Werke erlebten Li ge | ternigter tind erweiterter Geldalt eine neue Aus- erüebnng, und auch fremde lxrvorragiw.de Geister, wie der jetzig? ilali/mtschc Unterrick) snrinister, der ! grafte Kulturphllosivph Benedetto Croce, wählten Vas Stubhrm Hegels zum dlusgongspunkt ihrer ■ eigenen Systeme. Es zeugt für die wicderlvgin- nenbe Bedeutttng Hegrsts, wenn z B. feine gründ- a legende „Etnsuhrung in die Phllwmewck.g'e des y Geistes ' soeben in der Insel-Bücherei erscheint, j öit deren slchchwvrt Friedrich Blaschle sagt: „Schon (tzxben sich woherum wie zu Hegels Zeiten die gleichen Typen in der methodischm Beard.ritung ■ heraus, so das; für die Beurteilung der wissen- .cyvftlickten Brauchbarkeit der verschiedenen Pietz r>ten die klassische .Krnrk der Grundtypen, Philo- E fephie zu treiben, wie sie !öegei gibt, von gröfttem ; Nutztet sein kann." Hegels System steht, wie das des Aristoteles ■ am Ende der griechischen Phibosophe, als Schlüßen unb letzte ft'rönung am Ausgang der großen Rassischen deutschen Philosophie, ein ungel/ourer, “? ivahrlwst weltumspannender Okbantenbau, dessen Einfluß in der ertten Hälfte des 19. Iah. Hunderts die Gestaltung des gesamten Lebens so beemslußle, wie sonst nur noch die Lehme der Sophisten :/ic 5 Kultur Alchens. Um eine solche schier unermeßlich 1 scheinende Aufgabe zu bewältigen, bedurfte es der g-.üdlid.fl en Bereinigung seltener Eigenschaften unb Hethältnisse. Hegel vollendete systematisch, was ' >ie idealistische Pftlosophie mit Kani begonnen. I Bereits Fickte mto Sckxlling halten versucht, di- | Mutt zu überbrücken, die in der Lehre des Konigs- I Lxrger Weisen zwisckie'.r der reinen Vernunft und H txr Fülle der Er sch. inungsivel t llaftte. Aus der smlickten Tat des selbstbewußten Ich lütte Fichte ■ das Pia: erial gewonnen, um die absolute und die Crsahrungswell zu versöhnen. Aber ihm fehlte roch die Statur, und in ihr erkannte Schelling bon Weg, der yur Innerlichkeit des Geistes führe. ES war dloethes Natur, lebendige Wirklichkeit, be- nvegtes Leben, an der sich dieser Mystiker berauschte, - aber er fand den Weg aus ihr nicht herauf zu in | Geist. Hier setzte Hegel ein. Flhrn fiel der große Dürf zu, die Entwicklung des Geistes durch die I Gestalt en des geschichilichen Lebens zu verfolgen. « Wo Schelling das Problem verfassen 'batte, da itmtmt er es auf. Aus dem Anders-iSein der Natur ternnit der absolute Geist in seiner Philosophie zu sich selbst in der menscktlichen Gattung, und in allen Dirklickkeiten des geschicyllichen Lebens wird nun teste Entwicklung aufgezeigt. Hegels Philosophie ruirb das l-o-he Lied des menschlichen Schaffens im Laufe der ftachrteusende. Turch ihn schien mit emem Schlage das Rätsel des Tafelns gelöst, die Ein'lrit von Sein und Teufen nachgewiesen. Alle ' d/ie Elemente und Gegensätze, die in den bish.wigen Systemen getrennt und verfeindet gdvefen waren, iTurben von ihm zu einer Einchnt geformt, in der sich Metaphysik und Mystik, Ratvonalismus und Historismus zusammenfanden. Für triefe1 Enzyklopädie der gesamten Ersah rmgswissenschaften, die Hegels Lebenswer? dar- stellt, waren gerade damals die Wege bereitet Turch dach Wirken unserer Klassiker und der Ro- niantik ivar eine universelle Empfänglichkeit gelassen für die ganze unendliche Sßielgeflnltigtcit &r Geschichte. Tas Griechentum, die Urmutter der .Kulturen, von Goekhie neu im deutschen Geiste ge- 1 «haften, war durch den Jugendfreund Hölderlin euch in Hegels Seele erweckt. Tas Mittelalter hatte Eer Romantik sein Inneres anfgeschloften. Tie graften Dichter der Renaissance und Gegenreformation, ein Shakeftvare und Caldevon, waren Lurch wundervolle Uebersetzungen zu Autoren der ’tegenttKirt geworden. Tie ganze gewaltige Ge- wrkenleinnng des 18. Jahrhunderts und der Auf- lärimg mar noch lebendig, und als der Erbe all dieser Geistesschatze trat nun Hegel sein Reich an, ^es Reich des Wellgeistes, dessen Universum von Blinder Hah. Roman von Alfred Sassen. Nachdruck verboten.) Forftetzung 16. Dem Arzr hotte der Verwundete gesagt, er ''aöe das Unglück selbst herbeigeführt — durch unvorsichtiges HMrdhaben der Waffe. In einem lugenblick des Alleinseins mit ihm beschwor er seinen Worten zuzustimmen — aus Rücksicht 'ir dich. Tamit dein Name nickst in die Affäre chneingezogen würde. So schwieg ich —" „Gut. Das magst du mit deinem Gewissen ^machen," rief das junge Mädchen. „Aber noch «mnal — warum bist du fortgegangen? Teine vskcht wäre gewesen, den Verwundeten zu pflegen." „Ein solches Verlangen kannst du im Ernst 01 2Nch stellen?" brauste er auf. Aut ihre Stirn senkte sich ein Schimmer, der uq rasch über das ganze Gesicht verbreitete und ,~sa£ war das—?" lallte er. „Was hast du da «klagt — ? Du willst — ?" - -'Ach gehe nach Davos, um dort Hermann cutttet', zu pflegen. Und sofort werde ich meine Vorbereitungen zur Mreise treffen." Gießener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 26. August 1920 IBBI —■! ■■■■■■ !!■■■! !!»■ ■‘MSW*■*-SnSIM ihm in gL-anklickx?r Schöpfung nachgeschaffen rourtc. Auch die Persönlichkeit des Mannes war für diese Aufgabe die denkbar glücklichste und geeignetste. Hegel hat zu allen Zetten, auch als er von tem Berliner Katheder aus die üZeltanschaurrng seiner ganzen Generation beherrsche, nie in der SDcifentlid^eit gestanden, wie enva sftchte und Schelling. Er blich stets der zurückgezogene Tenter, deften Welt 'eine Stubieniubc, denen ^chlachttrid sein Sdtrcibtiid? war. Aus dem sch.väbisckxm „Go- nie-Winkel" stammend, zeigte er tun '.'Errang an t-le Bedächllgfeit, die Nawitüt und Scklrcknheit des schwäbisckett fstaairells, daneben eine sachlickre Nüch lernheit, die schon denr jungen Studenten den Spitz namen des „alten Mairnes" eintrug. Unauffällig, alltäglich verfließ' seine Ew.wi.llung. Hauslehrer- leben, ter mißglückte Benuch einer Tozentur an der Philvsophnt-Universität Zena, tri? Rückkehr in stille sü.d?utsche Or.e, in denen er ccks steckmtgs rct-atteur, als Rekor eines Gymnasiums Well uno Meusckpen Temtcn kitt. Endlich 1806, in seinem 37. Jahre, das Ersckoeinen seines ersten Haupt- nerkes, der ,,Phän)N'.'k'0gie des Geistes", die er in der Nacht vor dem Dag? vollendete, an dem der „Wcltgeist zu Pser-e" Napol.o'.i das aLc Preußen tum vemich'.ete. Nun steht er mit einem Schlage fertig vor uns, der große Tenker, der in der Stille den Grundriß seines Oxdcmfenbaues vollende.' unb nun nur noch in zäher unbcirr.er Arbeit die MMtern aufzuführen brauchte bis zum krönenden Dach. Selten war in einem Charakter seine ausgeprägte Wesenheit schon früh so beut(id) vorge- zeicknet wie bei ihm. Von Anfang an derselbe, hat er fast instinktmäßig geschaffen, so daß uns heute fein Lebenswerk so organisch und harmionisch erscheint wie der Zelfenbau einer Biene. Dieser Mann erlag nicht den Verführungen eines leidenschaftlichen Wellanschaunugökamp'es wie Fichte, nicht dem Taumel romantischen Rausches wie Sdxlling. Er war ein aufmerksamer Zuschauer all der romantischen Leidenschaftstragö- dien, die sich um ihn in Heidelberg und Jena abspielten. „Ter Ueberschwana der Pl>antasie, der die „Phänomenologie des Geistes" erfüllt, blieb feinem Leben selber fern," hat Tilthey schon von ihm gesagt. „Schwerfällig, von nüchternem Welt- verstand, in zuverlässigen Freundschaftcn lebend, hat er in ruhiger Lebensführung langsam die Kreise seines Wirkens erweitert. Unberührt von der Problemattk der sittlichen Welt, die er so mächtig darzustcllen wußte, erhält er sich das eigene Leben. Nairi ät, Schalkhaftigkeit, ein Sich- gebentaffen und Ausspannen auch in unbedeutendem Umgang, süddeutsche Abnckgung gegen jede Betonung bedeutender Individualität, gegen jeden Kultus der Persönlichkeit, bürgerliche Lebenshaltung bis hinab zur Zimmereinrichtung, zu dem berühmten einfachen «L-chreibtisch mit der male rischen Unordnung feiner Hefte, Briese und Tabattöre, auf erlogene Cetonomie gegründete Unabhängigkeit — solch? Züge entsprechen der Abstrakliron seines Geistes von der eigenen Person, der gegenstärllllichen Vertiefung in die Sache, in welche er alle Gemütskräfte hineingibt. So Der bleibt er selber im ungestörtesten Gleick-ge,nicht, ein Tickter-Tenker, dessen Gestalten nicht Helden und Frauen sind, sondern die Mächte der Geschickte selbst.^ Kein Klassifer war er und fein Romantiker, kein Griechenschwärmer und kein Anbeter des Mittelalters, sondern mit der gerechten Unnahbarfeit, dem alles ertermenben Scharfsinn eines antiken Totenrichters urteilt er über Werden und Sein, über die Tinge der fernsten Jahrtausende wie der nächsten Vergangenheit. So rundete sich um ihn fern Werk zu einem ungeheuren allumfassenden Weltbild, und als ihn die Cholera l/ntroegraffte, schied er von der Hohe feines Wirkens, an fertiger, ein in sick vollendeter Geist. Die unvo rein genommene Objektivität seines Systems wird wckhl durch nichts besser bezeichnet als durch die Tatsache, daß an 'ihn sowahl die konservativsten wie die revolutionärsten Geistes- ftröm ungen an knüpften. Die Tiadockien, die srch nach dem Tode des Weltherrschers in die einzelnen Gebiete seines Reiches teilten, m die Geschichts- philosophie und in die Rechtsphilosophie, in Aesthv- tit und Religion usw., sie spannen seine Ideal m der trockensten und rückständigsten Weise aus. Die ,,Jung-Hegelinge" aber, die des Meisters Weisheit besser zu verstehen glaubten, liefen Sturm gegen Religion und Glauben, gegen Staat und Gesellschaft. Strauß' „Leben Jesu" und Feuer- backs „Wesen des Christentums" sind ebenso Früchte vom Baum der Hcgelschen Erfenntnis wie Marx' „Kapital". Ter Weltweife, der in dem Satz „Das Vernünfttge ist wirklich" die preußische Rionarchie gleichsam offiziell einsegnete, schleuderte zugleich in dem Gedanken der geschichtlichen Enl- wicllung den Feuerbvond in die Geister, und so stcht der stille Schwabe noch heute als einer der führenden Fackelträger in dem Feuerschein, der die Weltanschauung des Abendlandes mit Unter» gangsftimmung umleuchtet. Stadt und Land. Gießen, den 26. August 1920. Tic Einführung des Wintcrfahrpland verschoben. Der Winterfahrplan sollte nach den bis herigcn Bestimmungen in gewohnter Weise am 1. Oktober eingeführt werden. Auch die bis jetzt erschienenen Entwürfe tragen den Vermerk „gültig vom 1. Oktober". Der Fahrplan dürfte aber etwas Mehr als drei Wochen später eingcftihrt werden. Das Reichsverkchrsminc- sterium hat die Eisenbahndirektionen und Generaldirektionen in einer besonderen 93cr- fügung soeben angewiesen, auf den deutschen Reichseisenbahnen die Einführung des Wim terfahrplans für den 25. Oktober in Aussicht su nehmen. Maßgebend für diese Verschiebung ist die Rücksicht auf die besetzten Gebiete im Westen. In Frankreich ist jetzt westeuropäische Sommerzeit, die unserer mitteleuropäischen Zeit entspricht, so daß ein Zeitunterschied jetzt nicht besteht. Es verlautet, daß Frankreich am Montag, 25. Oktober, zur westeuropäischen Zeit zurückkehrt. Es ist noch nicht ganz sicher, ob das besetzte Gebiet die mitteleuropäische Zeit beibehallen und die Zeitgrenze mit der politischen zusammenfallen wird. Aber auch dann macht der durchgehende Verkehr bei verschiedener Zeit gewisse Schwierigkeiten. Unter Umständen müßte ein zweimaliger Fahrplan- wechscl eintreten. Um diesen auf alle Fälle zu vermeiden, wird der spätere Tag gewählt. Eine endgültige Bestimmung ist dabei nock) nicht getroffen. * ** Amtli che Personalnachrichten. Am 20. August 1920 wurde der Vorstand des .Hessischen Hochbauamts Darmstadt, Baurat Wilhelm T i e h l zu Darmstadt, auf sein Nachfuchen unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste wegen geschwächter Gesundhett vom 1. Oktober d. I. ab in den Ruhestand versetzt. — Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu $) a i n g r ün bau, Kreis föÜbungen! sowie zu Södel, Kreis Friedberg, berg. ** D i e Freigabescheine für d i e hauptsächlichsten Baustoffe sind jetzt bekanntlich vom Reichsarbeitsminister bis auf weiteres abgeschafft. Der Baustoffbedarf wird von den unteren Verwaltungsbehörden nicht mehr geprüft. Ebensowenig prüfen die Bau- stoffbeschaffungsstetten den Bedarf nach. Zie- Zgel, Zement und Kalk können von den Lieferern ohne Freigabeschein abgegeben werden. Dagegen bleibt die Beschlagnahme von gebrannten und anderen künstlichen Mauersteinen, Dachziegeln aller Art und Drainageröhren aus Ton grundsätzlich ausrechterhalten, wenn sie auch in der Praxis durch die vorübergehende Aufhebung der Freigabe- scheine bis auf weiteres nicht in die Erscheinung tritt. Bedarfslisten müssen aber weiter eingereicht werden, wenn sie für statistische Zwecke und zur Kohlenbereitstellung notwendig sind. ** Un zure ichend frankierte Brief- fenbungen. Bei den Postanstalten werden täglich sehr viele Brieffendungen nach dem Ausland eingeliefert, die unzureichend freigemacht sind. Ties läßt daraus schließen, daß die Versender mit den hierfür geltenden neuen Gebührensätzen wenig vertraut sind. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß für Briefe nach dem Freistaat Danzig, Luxemburg, dem Memelgebiet, Oe st erreich, Ungarn und Westpolen (den an Polen abgetretenen deutschen Gebieten) die neuen Gebührensätze des inneren deutschen Verkehrs gelten. Nach dem übrigen Ausland sind die, Gebühren für Briefe bis 20 Gramm auf 80 Pf. und für jede weiteren 20 Gramm auf 60 Pf. und die Gebühr für Postkarten auf 40 Pf. festgesetzt worden. Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere nach anderen als den vorgenannten Ländern unter« liegen einer Gebühr von 20 Pf. für je 50Gramm; die Mindestgebühr beträgt für Warenproben 40Pf. unb für Geschäftspapiere 80 Pf. Die Einschreibgebühr beträgt bei Briefsendungen nach den im Dorftebenben bezeichneten Ländern 50 Ps., nach dem übrigen Ausland 80 Pf. Eine Uebersicht der neuen Gebühren tarn durch die Postanstalten zum Preise von 10 Pf. bezogen werden. ** Vorsicht beim Verzehren von neuen Kartoffeln! Tie ersten Frühkartoffeln werben jetzt geerntet. Sie schmecken zwar erheblich besser al? die letz len alten der vorjährigen Entte, smd aber dafür um so schwerer verdaulich '.Kament- licd das TrMlen fallen Wassers nach dem Genuß neuer Kartoffeln führt unweigerlich immer zu Leibschmerzen und Durchfällen Zurückzu'ülwen ist dies auf die Besckxffsellheil der Stärkekörner in den neuen Kartoffeln, die weniger leicht durch bi? Magen säure ausichließbar sind, wodurch mehr w'.verdauie Teile in den Darm g-langen Aus diesem Grunde macht ein Zusatz von Kümmel oder anderem scharfen würz zu neuen Kartoffeln diese verdaulicher, well cS den Magen zu stärkerer Absonderung reizt. Sind neue Kartoffeln noch zu unreif, „seifig" tni Volke- munde genannt, was nicht allzu selten vorkommt, io läßt sich dem abhelfen, inbem man br M'artoffeln etn»a ztvei Finger l»dj mit trorfcin-m Sand bedeckt und in die Sonne stellt. Sie sind bann nach drei dis vier Tag-rn richftg reis und mehlhaltig ncivorben und halten sich auch bei nickst sofortigem Verbrauch niCTiigifenö einige Zeit, was sonst bei Frühtartosseln meistens nicht der Fall ist. ** 3 u r Kanrnchen- Ausstellung am 28.—29. August auf bcc schönen Aussicht sind 360 Tiere aller Rassen angemdt was noch nie in Gießen gezeigt warben ist, eine reichhaltige Pelzwareitausstellung, Pelzsack>en aus .Kastincheitfeilen hergcrickstet, Schuhoberleder, sehr viele Shnbcrgamituren usw Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. -m. Hungen, 25. Aug. Ein zugereister junger Mann, der bei einer hiesigen Firma be- sck-äftigt, war entfernte sich letzter Tage au5 seiner Arbellsstelle unter Mllnahme von oeffchiedeneir lllcidungsstücken feiner Arbe-itskollegen. Einem eirtweirdete er feine Papiere, da er selbst offenbar leine besaß. Auch zwei wertvolle Hunde seines Arbeitgebers lockte er an sich und bat sie gewiß unterwegs verkauft- Trotz eifriger Nachsorschungerr konnte bis jetzt iwch keine Spttr vom Dieb und den Hunden gefunden werden. Anzeige gegen den Flüchtling ist erstattet. Starfenburg und Rheinhessen. sw. T a r m st a d t, 25. Aug. Der Frühkartoffel preis ist nach Mitteilung der des Kartvftelsvellc auf Süwrbraing der Reichstaiot felftetk tind mit Zustimmung des Reicks Ministeriums für Ernährirng unb Landwirtschast für den Erzeuger mit Wirkung vom 23. Auguji bis 31. August auf 25 Mark für den Zentner festgesetzt. Tie weiteren Bestimmungen über Zufuhr usw. bleiben bestehen. sw. Darmstadt, 24. Aug. Ein schwerer Unfall ereignete sich heute vormittag in einer hiesigen Maschinenfabrik. Durch einen Kvahnen sollte eine Eisenplatte transportiert werden. Die Platte siel zur Erde und quetschte einen Arbeiter den rechten Fuß ab. Der Verunglückte erlitt außerdem Verletzungen am Arm. sw. Langen, 25. Aug. Zn der hiesigen Gc- n-arkung steht einApfelbaum teiütx.rife m voller Blüte, der übrige Dell iüi dicht mit Aepfel! behangen. rm. Neu-Isenburg, 25. Aug. Ter hiesige Gemeinderat hat den hiesigen Beamten ein- hcillich eine Teuerungszulage von 4500 Mk. pro Zahr bewilligt, was für die Gemeindekasse jährlich eine Million Mark ausmacht. Aus der Rricys- eintommenfteuer werden dafür nur 600 000 Mark vergütet. Hessen-Nassau. mc. Frankfurt a. M., 24. Aug. Den Frankfurter Ban'.ckngefüllten wurde für die Monate Juli und August eine Teuerungszulage von 1100 bis 550 Mk., nicht wie irrtümlich berichtet wurde, von 100—550 Mk., je nach Alter und Geschlecht vom Schlichtungsausschuß zuerkannt. mc. Frankfurt a. M., 25. August. Tie Herbstmesrs am Rein und und der anberen dir Herbstmesse am Main und auf dem Römer' berg nahm am heutigen Mittwoch ihren Anfang. Auch die zwei graften Jux-Plätze sind in vollem Betrieb, ein Zeichen, daß noch immer Gell) unter den Leuten ist. mc. F r a n f f u r t a. M., 25. Aug. Zum ersten Male nad) dem Kriege wird die 5rani,irrtet Lede r m e s l e wieder am 6. September stattfinden. Tie Messe war auf das Ledergeschäft Mittel-- und Süt-deutschlands in früheren Jahren von entscheidendem Ernfluß. mc. Frankfurt a. M., 25. Aug. Der 39- jährige Kaufmann Johann Treckur wurde heute vormittag von seinem Neffen Franz Treckur in seiner Wohnung, Schweizerstraße 66,ler s cho s >' e n. Treckur kam schwerverletzt ins Kranfenhaus. Der Täter wurde verhaftet. Ter Grund der Tat ist Eifersucht. me. Fulda, 25. Aug. Die Gesamtschu l d der Stadt erreicht den Betrag von 17 655 535 Mark. Am 1. April 1914 betrug die Gesamtschuld Fuldas 9.8 Millionen Mark. Sie wandte sich der Tür zu. Da aber flam er ihr mit einem Sprung zuvor und deckte den Ausgang. „Du bist wahnsinnig," rief er, ,,jawohl, wahnsinnig! Sonst hätte ein solcher Gedanke in dir nicht entstehen können." Sie vermochte jetzt sogar ein klein wenig zu lächeln — es war ein Lächeln voll stiller Vornehmheit. „Teine Schmähreden," sagte sie, „sollen mich nicht abhalten, das zu tun, was ich für das Recht halte . . . Ich weiß, es ist etwas Austergewöhn- licktes, was ich vvrhabe — die urteilslose Welt wird baburd) Gelegenheit bekomme.!, den Stab über mich zu bredrn. Allein diese Erwägung kann meinen Entschluß nicht umstimmen Ich meine, in solch aufterarbentlidfen Fällen muß m<.n in sein innerstes Herz hinein horcken und sich van dort die Entscheidung holen. Nun wohl, eben mein Herz treibt mich an, diesen Weg zu gehen —" Rdit aschfarbenem, entsetzlich au'gewühltem Gesicht stand er vor ihr. „Tu vergißt, daß du meine Braut bijt! Ich, als dein Verlobter, verbiete brr, triefen wahnsinnigen Schritt auszuführen —!" „Ich räume ein, daß du das Recklt halt, eben weil ich dir mein Wort gegeben, bestimmend tn meine Entschlüsse einzugreisen. Aber nickt in dieser Sache. Da ist um meinetvillen Blut geftoste... unb ich gehe, dieses Mut zu 1 ritten. Niemand in fier Wdlt wird mir einreden »onn§il, das sei 'em falsch^ und schlechtes Tun." „Wirt nicht mit so Hofen Worten um dich! Gesteh' es lieber ein, daß dich die Sehnsucht antreibt, bei dem Geliebten deiner Seele zu weilen! Treulosigkeit, abscheulick)er Verrat ist dein Beginnen — nichts sonst!" „Laß uns zu Ende kommen. Ich werde dir nicht mehr antworten. Darum gib die Tür frei." Wirklich riß er jetzt die Tür auf, aber er trat zuerst über die Schwelle und eilte die Stein» treppe hinan. „Ich werde der Mutter alles berichten," riet er über die Schulter zurück. „Sie wird es wohl verstehen, dich mit dem Gewicht ihres Einflusses von der Schamlosigfeft abzuhalten, der du dich in die Arme werfen willst!" . . . Rena war regungslos stehen geblieben und hatte dem Davonhastenben durch die offen gebliebene Tür nachgesehen. Sie Vergab ihm fern rohes Schelten. Schließlich hatte er sich doch nur ba$u hin reißen lassen, weil er sie liebte — über alles liebte, wie er ihr versichert — damals und heute! Und sie mußte ihm ja weh tun, sehr weh! Taß sie auch seiner Mutter, der armen Minden, sehr weh tun mußte, schuf ihr ein unsäglich bitteres Schmerzgefühl. So groß war es, daß sie einen Augenblick schwankte, ehe sie sich der Treppe zuwandte, um oben in ihrem Stübchen das Notwendige zur Reise zusammenzupacken. Aber das Zögern währte in der Tat nur einen Augenblick — dann schritt sie hinaus §md die Treppe empor. Ihr war plötzlich, als sei aus weiter, weiter Ferne ein Schmerzensruf zu ihr hergedrungen — er gab ihr die RichLung an, die sie zu gehen hatte! Als Rena nach einer Viertelstunde etwa im dunklen Reisemantel, ein Köfferchen in der Hand, aus ihrem Zimmer wieder heraus aut den Flur trat, der bei ihrem öeraufEommen noch im Dunkeln gelegen, fand sie ihn jetzt hell erleuchtet. Augenscheinlich auf fte wartend, stand Vetter Oskar unter der Lampe. Er öffnete nun eine Tür. Seine Stimme und sein Aussehen waren viel ruhiger, als drunten in der Aol-nstube. Er fragte: „Du wirst doch nicht das Haus verlassen wollen, bevor du meine Mutter noch einmal gesehen —?" Ohne ihr Köfferchen aus der Hand zu geben, schritt Rena schweigend an dem jungen Mann vorbei über die Schwelle der geöffneten Tür. Die Blinde war wieder ausgestanden. In ihrem weißen, schleppenden Nacktgewande, ii: Binde noch über der Stirn, die Rena ihr selbst zur Milderung des Kopffchmerzes angelegt, stand sie aufrecht neben dem Bett, gleich ihrem Sor.i harrend auf diejenige, die zur nächttichen Stund: aus dem Hause fort geben wollte, um an bad Krankenbett eines Mannes zu eilen) der ihr ovc kurzem noch ein völlig Fremder gewesen. Das junge Mädchen durchrieselte ein Schauer bei dem Anblick der Blinden. Nie zuvor hatte brr machtvolle Eindruck der ehrfurchtgebietenden E.- scheinung so tier auf sie gewirkt. „Tante," begann Rena zaghaft, „ich —" Tie Blinde unterbrach sie: „Ich weiß alles. Es scheint, die mir bestimmten Prüfungen sind noch lange nicht erschöpft. Aber ich wlll nicht klagen, sondern versuchen, dem neunbrängenbm Strom des Unglücks einen Damm zu bauen . . . Mein Sohn hat tn vielem, was er in der Angelegenheit getan und dir gesagt, mein Kind, unrecht. Aber das soll und darf dick nicht bestimmen, gleichfalls unrecht zu Händeln. Tein Platzest hier im Hause — trotz alledem an der Seite Ostac, der heimgekehrt ist zu uns. Du tarnit nid:: tm Ernst daran denken, die abenteuerliche Reu. an- zutteten." (Fortsetzung ffügt.) Hornhaut, .Schwielen uAMirzen tu ri hr, W, k ,' r 61' W V. je'*?:' st st röV: i a*\' ' btv» ; hi." p- " ' ir • b d. ; C I 1 - d° v Büchertisch. Rei chsnot- 79V2. die 1635,85 1639,15 1573,40 1576,60 Hühneraugen Bett.: 515,50 Behördliche Anzeigen Ab 5. September d.J. übernehme ich die 014»,» Praxis 9060c die Vorstellungen um egen- UMWL sofort verkäuflich. 9001 Dipl.-Ing. Schwab, Nidda, Oberliessen. diexuen Besichtigen Siejunsere reichhaltige Auswahl! SO 1839 2403 24.8. 11,85 6,10 13,80 9,85 25.8. 12 05 6,30 154,80 229,75 177,30 49,90 344,65 824,15 749,25 21,97 21,72 81,40 20,35 162 Ml. 137 „ 112 „ ein lag der 157,30 233,75 182,55 51,15 355,60 841,65 761,75 21,72 22,23 82,15 20,28 376,60 377,40 734,25 735,75 739,25 740,75 1031,- 1033,- 157,70 234,25 182,95 51,25 356,40 843,35 762,25 21,78 22,28 82.85 20,32 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei Londorf offen, wo auch die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, und postfrei einzureichen sind. 363,60 364,40 704,30 705,70 701,80 703,20 999,- 1001,- Zvrlch . , . Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. Prag.... Wien .. . ®n einem Teil der Auflage wieterhvIt.Z Der deutsche Ernöhrungsnrimster in England. Paris, 24. Aug. (Wolff.) Nach einer „Matin"-Meldung aus London ist der deutsche Ernährungsminister Dr. Hermes mit mehreren Sachverständigen in London eingetroffen. Er führt Verhandlungen mit der englischen Regierung wegen der Ernährung 1. Sperrsitz, 1. Rang Mitte 2. Sperrsitz, 1. Rang Rückplatz 3. Sperrsitz, 2. Rang Vorderplatz und Pvoszeniumsloge Vergebung von Erd- u.Chaussierurrgsarbeiten. Samstag den 4. September 1920, vormittags 8 Uhr sollen für die Feldbereinigung Londorf vergeben werden: Ehaussierungsarbeiten Los l-III veranschl. zu 1175 M. über den Tageskarten sind die Abonnementskarten um 25 Proz. billiger. Bei Nichtbenutzung derselben können, wie bisher, Gutscheine gelöst werden. dem Portugiesischen des Eyade Queivvz von Rich A. Beermamr bearbeitet. Es gibt wenige Tich- tun gen, die mit solcher Meisterschaft Reales und Neberneales mischen und die dämonische Wirkung eines Phantoms bis zum Schluß aufrecht erhalten. Die Nummer ist temperamentvoll von A. Hase-- mann illustriert. — Nr. 34 enthält die Erzählung: „Judiths Träume" von Julius v. Krudy. Ter ausgezeichnete ungarische Novellist erzählt mit Phantasie und Humor die Liebesgeschichte eines Träumers und einer Träumerin. — Tie 1 wirkungsvollen. Bilder sind von JosesBatd. beseitigt schnell, sicher^Mckv ■X I • I 100000 fothbtwohä KukirOI PreisM.250- In Apotheken u.Drojferten erhdUM Drogerie Noll, Bahnhofatr. 51. Grummetgrasversteigernng. Mo ntag den 30. August werden in der Fürstlichen Fasanerie bei L i ch oa. 20 Morges Wiesen zur Grummeternte in Losen von 1 und 2 Morgen versteigert. Zusammenkunft 10 Uhr vormittags am Forst- Hans Fasanerie. 9058V Berechnungsmethode. — „Der kleine Romaw' (wöchentlich Heft 80 Pf., vierteltUrlich 10 Mk. — Ver- H. S. Hermann L Co. in Berlin) bringt m Nr. 33 die Erzählung „Ter Mandarin" nach Blendend weiß Tadellos steifI Großwäscherei Edelweiß Schützenstr. 12, Tel 487 Lieferzeit acht Tage 155,20 230,25 177,70 50,10 345,35 825,85 750,75 22,03 21,78 81,60 20,36 Marknotierunge». Datum: von Rechtsanwalt Dr. Fischer in Augsburg. — Preis 1,80 Mk. Jndustrieverlag Spaeth u. Linde, Berlin C 2. Diese Tabelle enthält die für die Berechnung der Abgabe maßgebenden gesetzlichen Bestimmungen; sodann folgen einige Beispiele für Frankfurt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß- Amsterdam - Rotterd. DrÜffel-Antwerpen Ehristiania..... Kopenhagen .... Stockholm...... Helsingfor». .... Italien....... London...... . New-Park...... Pari,....... . Schweiz........ Spanien....... Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg. Prag........ Budapest...... Bulgarien .... Konstantinopel. . meines verstorbenen Vaters Dr. Carl Klein. Ich übe sie in meiner neuen Wohnung Neuen Baue 29 p. aus. Sprechstunde: Vormittags 8—9 Nachmittags 3—4 Dr.Wilhelm Klein — Abgabetabelle zum_______ opfer für den Gebrauch der Steuerbehörden, Steuerberater und der Steuerpflichtigen, dargestellt N 1919 uni H,.weiser Te a) bei b) bei iür eint nid; dies Bä Ur । gegangene gedm. $ Massl v teltano ur ingiWger Elßlern n fc die fy Mimen, m Für Msslat ,m. Ählach ieinejöf;tr . Bei P! KNenen . lün ^!einew Mnieis, u B fit ■Wii C’öie Ust D>v , öltet $$ Per Abgeseh halWgkN/ । dtNvielsA • Polen, 'M t ! jxn nnb den | -u Äechan i| int 6slen 5' die Frage: ritt? I? l[ Wsse für. Zu MM i |f Wider En h $lan hat ih ji Beitrages e; her die freie mit feinem i so muß Si mn in Lo M die UnJ Der Preis für 25 Vorstellungen beträgt: Prvszeniumsloge, Rangloge u. 1. Rang Vorderplatz Gebrauchte Woll'sche Beiampllokomobile, slat. 17 PS Lanztie Dreschlokonioliile, 8/12 PS Lanz’A fahrbare 2-Zylinder-Lokomobile 2. Rang Mitte 62 „ Anmeldungen zum Abonnement sind bis 11. September an die Stadtverwaltung nur schriftlich mit der Aufschrift „Stadttheater - Abonnement" zu richten. Sie werben nach der Reihenfolge des Einlaufs erledigt. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstag, wenn sie diesen bis zum 11. September geltend machen. Die Plätze des Mittwoch-Abonnements sind von Anfang an ohne Einschränkung wählbar. 9055B Der Theaterbauverein. Der Oberbürgermeisber. Bekanntmachung. Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 4. Juni d. I. gebe ich hierdurch bekannt, .daß tee nachverzeichneten Installateure zur Ausführung von Anlagen x im Anschluß an das Gas-und Wasserwerk auch fernerhin, und zwar auf Grund der abgeänderten Bestimmungen von heute ab zugelassen sind. G. Appel, H". Blum, G. Dahmer, E. Dörr, K. Faber, K. Herling, L. Jrle, K. Kolb, Inh. der Firma I. Thörner Wtw., £>. Lich, L. Mvotz, R. Rüdiger, I. Schlosser, G. Bollmar, P Walter, Ehr. Zimmer. 9070B Gießen, den 18. August 1920. Der Oberbürgermeister. I. V.: K r e n z i e n. Korbflaschen neu, 25 Liter Inhalt, für Apfelwein und Beerenwein geeignet, per Stück Mk. 30.—, verkauft R Oppenheimer Sohn Gietzen, Walltorstratze 48. 90$9 Die Fußmühle in Grohen-Buseck ist durch mich gekauft. Mit Hilfe eines tüchtigen Müllers und elektrischer Hilfskraft garantiere ich beste und schnellste Erledigung aller Aufträge. Auch wird O elf amen zum Schlagen noch angenommen. Ich selbst habe die Müllerei schon in Deutsch - Ostafrika am Kilimandscharo betrieben. 014551 C. G. Landgrebe. mona sowie Slomau um einige hmrdert aiMeheu fvmrtat. Valutawerte Xxxrrcxi an Mn- fimtg mit der kräftigen Abschwächung der landÄievisen durckpoeg schwächer, dbi ^^dtmtetec- anleihon ist bezüglich deren starten Ns^angs der Kuponabschlag zu beackften. Am hnmftä^n Rentrn- marfte war nichts von Belang verMd^ -tm Markte war der EinhntÄurs für Indus trtewerle seit einigen Tagen, beso-.ders heute bmzunehE- der Kauflust des Publikums bemerkbar, w daß die Mehrzahl der Kurse teilweise wei^rtluch erzieht, tvobei aber die Feststellung der der ganz erheblich verzögert wird, aac Börse sÄvß im allgemeinen test. q,», n, Frankfurt a. M., 25. Aug. Börsen- st i m mu n gsb il d. Am fRvutanoklienmarkt war die Tendenz in Montanpapieren fest nwber Buderus im Vordergründe des JnterM fanden. Es verlautete, daß neue Jnteresienkauie s^ttfan- den, die den .Kurs aus 447 — hoben plus 16 Prvz. Bochumer «st-E 523V2. Deutscki-Luxemburg 314 — Des weiteren waren aucv Gelfennrcyen fest,' 321V4. Oberschlesische Werte lagen vernachlässigt. Im freien Verkehr sanden Deutsä>e Petroleum Beachtung, deren Kursbewegung etne schvankende blieb, diese wurden zwischen 1315 omd 1330 gehandelt. Sloman Salpeter ea. 2150 Mansfelder .Kurse 4250, Heldburg 290.—^ Aus dem Gebiete d.r Jndusttiepapiere wurden Metall- Bingwerke um 18 Proz. auf 256 gesteigert. Chemische Braubach 198 — plus 3, .Holzverkohlung 410 plus 8 Proz. Spiegel und Spiegelglas notierten 433 plus 3, Cementwerk Lothringen 245V2 plus 51/2, Zellstoff Aschaffenburg 407.— zogen 2 Proz. an. Gebessert gehn: Daimler Motoren hervor, 204V3, ferner stiegen je 5 Prvz. Maschf. Moenus mit 248.—, Breuer Vorzugsaktien mit 214.—. Nordd. Lloyd fester, 169.—. Mexikaner schwächer. 5proz. Goldmex. 4181/2 (— 6V2). 5proz. Silbermex. 332.— (— 2 Proz.). 5proz. Tehuan- Stadttheater. Abonnements-Einladung. Jnd erSpielzeitl92 0/2 1, die vo m 5. Oktober 1920 bis zum 17. April 19 21 dauert, werden an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Freitag je 25 Abonnementsvorstellungen statt- finden. An die Stelle des Montags in den letzten Jahren tritt wieder der Dienstag, an die Stelle des Samstag wieder der Freitag, der Mittwoch wird wie in der Vorkriegszeit wieder Abonnements tag. An allen Tagen beginnen Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie im Bezirksweg von Rodheim nach Waldgirmes in Bieber liegt bei dem Postamt in Gissten von heute ab 4 Wochen aus. Friedberg (Hessen), den 25. August 1920. Telegraphen. Bauamt. 9084V Sweaters in allen Farben und Größen, in Wolle und Halbwolle, bedeutend im Preise ermäßigt- Gestrickte Knaben-Anzüge Kühlers Fabrikat, in allen Größen und Farben, wesentlich ermäßigt. 9057c Iuschlagsfrist 3 Wochen. Giehen, den 23. August 1920. Hessische Kulturinspektion Gießen. I. D.: Krause, Reg.-Baumeister. . der Vorschriften des 8 117 der Ausführungsbestunmungen zum Gesetz über Regelung ter Zbohlemvrrtschaft vom 23. März ds Js setze ich unter Aufhebung des seitherigen tzöchst^ prefteS und unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 29. Mai ds. Js den Kleinverkaufspreis für den Zentner Rheinische Braunkohlen- briketts auf 11 Mk. ab Lager des Kohlenhändlers m,t Wirkung vom 1. September ds. Js. ab fest Fahrräder Durch sehr günstigen Einkauf stnd wir in der Lage, eine große Anzahl fabrikneuer Fahrräder ä ißerst preiswert zu verkaufen. Um gefl. Besichtigung ohne Kaufzwang wird gebeten. Neurath & Sack Nähmaschinen- u. Fahrradbandlung OI,M6 Walltorstraße 43—45 (gegenüber Castz Leib). Bekanntmachung. Infolge ungenügender Belieferung ter Stadt Gießen mit Milch können für Freitag den 27., Samstag den 28. und Sonntag den 29 August 1920 die auf 3/a Liter lautenden Milch marken nur mit V2 Liter Milch beliefert werden. Gießen, den 26. Augtrst 1920. 90818 Ter Oberbürgermeister (LebmsmitbÄamt). (— 5 Proz.). 5pvoz. Reichsanleihe Frankfurt a. IR., 26 August. Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief «Votum-. 24. Aug. 25. Aug. Lrdtransport „ IV Anfuhr von Steinen „ V-VIII Derschleifungsarbeiten „ IX-XI der deutschen Bergarbeiter, die durch das Kohlenabkommen von Spaa vorgesehen ist. Angedrohter Generalstreik in Oberschlesien. Breslau, 25. Aug. (WTB.) Tie „Schlo-, fische Zeftung" meldet: Angesichts des nach wie vor tatenlosen Verhaltens der Fran^ zosen haben die deutschen Partei- und Gewerkt schaftsführer am Dienstag rrachmittaa um Uhr in einer Besprechung bei General Lerand mit aller Schärfe gefordert, daß die interalliierte Konv, Mission jetzt endlich durchgreife. Sollte bis Dmv, nerstag nachmittag 3V2 Uhr keine Aenderung ein», treten, dann solle deutschersefts der Generale streik mit aller Schärfe durchgeführt wecken. Nach der „Schlesisckien Volkszeitung" boll ter polnische Generalstreik als zusammengebrochen bex zeichnet werden. Die Erfolge der Polen. Paris, 25. Aug. (WTB.) Ein Radwtelo, gramm aus Warschau meldet: Die bei Mlawg und Soldau enrgeschlossenen bolschewistisch« Streitkräfte machen bisher vergebliche Versuche, sich aus ter Umklammerung zu befreien. Der bolschewistische Versuch einer neuen Offensive an ter Strypa ist ebenfalls mißglückt. Die polnisch« Streitkräfte, die Brest-Litowsk besetzt haben, fetzta, sich an der Grenze Polens fest. Der drohende Hungertod des BüvgermeisterS von Cork. London, 25. Aug. (WTB.) Der Bürgen, meister von Cork, ter zur Verteidigung der irischen Ideen gegenwärtig im Gefängnis einen Hunger st reik durchführt, ringt mit dem Tode. Adamson, der Chef der Arbeitern p a r t e t im Unterhaus, begab sich gestern zu dem Minister des Innern, um die Freilassung des Bürgermeisters zu bewirken. Dieser erklärte, daß eine Aenderung in ter Bestimmung ter Rv< gierung nicht eintreten könne und daß ter Bürger, meister nicht in Freiheit gesetzt werten dürfe. Tie Schwester des Bürgermeisters von Coch hat an Llohd George nach Luzern ein Teld, gramm gerichtet, in dem sie erllärt, daß, falls ihr Bruder sterten werde, das irländische Volk teil Premierminister und die Regierung für den Mach verantwortlich machen werde. Eine englische Entschädigungsfordenmg an Amerika. Washington, 25. Aug. (WTB.) HavaS^ Ter ehemals deutsche Pasfagierdampser „I m pe r ato r" war von ter englischen Regio- rung ter amerikanischen Regierung zugleich mit 6 anderen Dampfern zur Heimschrffung der Truppen -ur Verfügung gestellt worden. Da die ante* nkanische Regierung bisher die Dampfer der englischen Regierung noch nicht tote« der zurückgegeben hat, hat die englische Regierung nunmehr nach Wastiington eine Ent" schädigungsforderung gerichtet. Die bisherigen Zuschläae bleiben bestehen. Gresten, den 24. August 1920. 90568 1 Ter Oberbürgermeister. I. V.: K ren zi :n. UjJOI Gerichtssaal. Urteil Golitzin'. fd. Frankfurt o. M„ 25. Aug. Staatsanwalt Rudolf bcantragte gegen dm Angeklagten, der als gefährlicher .^chstaplcr unschadllch gemacht werden miisse, drei Jahre Gefangnts,, wahrend ter Bcrieidigar Dr. Stütz für etne weit geringere Strafe eintrat, da die Geschädigten aus Kreisen stammten, di? nicht auf dm Schutz für ihre Geschäfte rechnen dürftet. Tas Urteil, das ter Angeklagte annahm, lautete auf a chtzehn M o- nat e Gefängnis, von denen 9 Monate Untersuchungshaft abgehen. mc. Frankfurt a. M., 28. Aug. Taß ein ganzerVereinvor dem Strafrichter erscheinen must, dürfte wohl zu dm ©cltenteiten gehören. Trotzten: war es heute in Frankfurt der Fall, wo die „W a n d e r f a l k e n" vor ter Strafkammer ab- gmrteilt wurden, weil sie anstatt in die freie Natur in die Behausungen ftemter Menschen eingedrungen waren und dort mitgenommen hatten, was nur immer mitzunehmen war. Nunmehr wird ter Flug der Wanderfalken auf 1—3 Jahre gehemmt, da sie für diese Zeit je nach Schuld ins Gefängnis müssen. ---- HochschulnachrSchten. Hk. Marburg, 25. Aug. Wie wir hörm, ist ter a. o. Professor des deutschen, bürgerlichen und Handelsrechts an der Marburger Universität Dr. jirr. Paul Meyer zum Honorarprofessor dort ernannt Worten. Kirche und Schnle- Gießen, 26. Aug. Der Kreislehrerverein „Gießen" hält am 28. August im Philosophenwald eine Versammlung ab. me. Mainz, 25. Aug. Wie ter Stadtverordnete Diehl im Mainzer Stadtparlament erklärte, sind in den einzelnen Schulen 30—70 Proz. ter Kinder lungenkrank. In einzelnen Stadtbezirken ist die Zahl nicht so gwß, dagegen in ter Altstadt um so erschreckender. rtandel. Berlin, 25. Aug. Börsenstimmiungs- biTi>. Der heutige Verlauf 'ter Börse ähnelte in starkem Maße dem gestrigen Verlauf. Tie Grundstimnnrug blieb fest und die Geschäftstätigkeit war im allgemeinen nicht sehr umfangreich. Dagegen spielten sich Wicker große Umsätze zu steigenden Kursen infolge von anhaltenten Gruppenkäuferr in Bocknüner, Buderus, Gebr. Bolster und §>ftsch-Küpser ab. Für Westeregeln Und Alkali war das Interesse etwas erlckhmt. dafür schoben sich Ascherslebener Kaliwerke sowie eine ganze Anzahl Kalillurse in den Vock ergründ bei einer ivamenUich in letzteren Werten veckü an- schnlickren Kurssleigerung. Bei Bochumer betrugen die Kurssteigerun^n ungefähr 20, bei Buderus . und Böhler ungefähr 50 und. bei Hirsch-Kupfer ungefähr 15 Pwz. Sonst hatten obersMesische Mvntenwerte infolge ter ungeklärten Lage in Oberschlesi^rn unter Realisierungen zu leiden. Wesentlich höher stellten sich noch Dösch, Rheinstahl und Rombacher Hütte und auf ten übrigen Märkten Rheinstahl und Ovenstein und 5kvppel. Für die bisher gänzlich vernachlässigten Kvlivnialwerte erwachte auf einmal ein starkes spekulatives Jri- ^teresse, so daß deutsche Kolonialanteile und Po- Städt. Arbeitsamt Gief;en West-Anlage 31, Teleph. 2054. Eß können eingestellt werden: ». bei biestaen Arbeitgebern: 1 Schlosser und Aulogenschmeiher für alle Metalle, 1 Konditor, ein Metzger, 2 Maurer. Lehrlinge: 1 Maler und Anstreicher, 1 Gärtner, b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtsch. 5knechleundArbeiler,50Fetdberetnigungsarbeiter, 10 Dauer u. Lehrhäuer, 1 Friseur, 2 DhiQer, zwei Schneider, 1 Schuhmacher, 5 Stahlgraoeure, zehn Gesteinbauer, 10 Kesselschmiede, 1 Schreiner, 2Pro- visionsreisende, 20 Maurer und Zementierer, fünf Zimmerleute. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Schweizerdegen, 3 Buchvinder, 1 Schneider, ein Friseur, Maurer, 1 Stellmacher, Kaufleute, Schreiber u. Reisende, 1 landwirtschaftlicher Verwalter, Packer, Hausburschen und LluSläuser, Dtaschinen- u. Bauschloffer, 3 Gärtner, 1 Konditor, Elektromonieure, 4 Schuhmacher, 2 Heizer, drei Krankenpfleger, 2 Schmiede, Weihbinder und Anstreicher, 1 Küfer, 5 Tapezierer, Sattler, 2 Bäcker, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, 2 Brauer,4 Mechaniker, 1 Dachdecker, 1 Ziseleur, 1 Spengler und Installateur, 2 Dreher, 1 Telephonist, 1 Zahntechniker,! landw. Volontär-Verwalter, 1 verheirateter Pferdeknecht, 1 Destillateur, 1 Hutmacher, 1 Stukkateur, 2 Fräser. Lehrlinge: 1 Schuhmacher, 1 Wagner, 2 Elektro- techntker, 1 Schlosser, 1 Gärtner, 1 Sattler, 1 Bäcker. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: Arbeitgebern: 1 landw. Mädchen, Dienstmädchen, Lauffrauen u. -mädchen, tüchtige Allemmadchen, 2 Bereiferinnen, 1 Lehrmädchen, d. bei ausivörtiaen Arbeitgebern: 1 Beiköchin, Dienstmädchen, Hausmädchen, Alleinmädchen, 1 Haushälterin zur Führung des Haushalts, landwirtschaftliche Dienstmädchen, 1 Friseuse. ES suchen Arbeit: 1 Bibttotheksgehilfin, 1 Lehrmädchen iPutzgeschäft», das 1 Jahr gelernt hat, zum Welterleruen, einige Näher- u. Flickerinnen auyer dem Hause, 1 Büglerin, 1 Frau übernimmt im Hause, 1 Privatsekretärin, 1 Hotel- Elfen 1 Herabsetzung des Höchstpreises für Rheinische Braunkohlenbriketts. Datum: Kurs 24.8. Kurs 25.8. Kurs 24. 8. Kurs 25.8. 5"/»Deut.Kriegsanl. 79,50 79,50 79,50 79,50 4°/„Deut.Reichsanl. —— . — , — 68,60 68,50 3°/^Deut.Reichscml. —. — 61,25 61,25 4°/n Preutz. Konsols — _ — — 1 — 66,90 67,10 Darmstädter Banst Deutsche Banst . . . _ 141, — 264,75 140,50 264,50 Disconto- Gesellsch. —. — — . — 197,75 197,38 Dresdener Banst . — » — 162,25 162,25 Nationalbank f. D. — . — -• . — 149,- 148,50 Mitteld.Treditbanst 141,75 — . — 141,85 141,75 H.-Amerik.-Paketf. — . —— —— - 177,50 176,85 NorddeutscherLloyd — _ — — , — 169,75 168,65 Boch.Gutzstahlwrk. 507,- 523,50 492,- 525,— D.-Luxemb.Dergw. 311,- 314,50 307,50 311,- Gelsenkirch.Bergw. 318,50 321,50 310,- 317,- Harpener Bergbau 376,- — . — 368,- 377,25 Obeischl. Eisend.-B. —-. — 237,- 236,13 Obcrschlrs.Eisenind. 263,- 263,- 260,- 259,- Phönix-Brgb.-Akt. 468,- — . — 449,75 467,- Bad.Anilin-u.Soda — , — _. — 459,- 458,25 Höchster Farbwerke 367,- 369,- 367,- 370,- Elektr. A. E. G.. . 288,- ■■ . 286,75 288,- Schuckert-Werke. . — —™ 200,50 202,25 Felten-Guilleaume — . — — . — 414,- 415,- Daimler...... 206,- 204,50 205,75 200,- Dud.-Eisenw.-Astt. 399,- 447,- 387,- 445,- Adlerwerke .... 223,- — . MM — . —* 222,75 4"/<)Hess.Staatsanl. —. — — _ — - — — • — Electron Griesheim —, — 304,- 303,-