reine Samstag, 26. Juni 1920 Erstes Blatt irv. Jahrgang Das Kabinett wird morgen zu einer Parlament, das sich seiner Pflichten für das Ganze, seiner Verantwortung sür die Ent- cheidungen, die bevorstehen, voll bewußt ist. Berlin, 25. Juni. (Wolff.) Nach Mitteilungen des Regierungsvertreters im Aeltestenrat des Reichstags beabsichtigt der Reichskanzler, am Montag 11 Uhr das neue Kabinett vor- zustellen und eine programmatische Erklärung abzugeben. Am Montag nachmittag wird in neuer Sitzung Gelegenheit zur Aussprache gegeben, die wegen des katholischen Feiertags am Dienstag erst am Mittwoch weitergeführt wird. Da endgültig seststeht, daß am 5. Juli die Verhandlungen in Spaa beginnen, sollen die Verhandlungen des Reichstags bis dahin abgeschlossen werden. Machthaber, deren willenloses Werkzeug sie sind. Gegen diese Gewalthaber appcllveven wrr an die gesamte Kulturwelt, an alle gerecht und ritterlich denkenden Frauen und Manner, auf daß sie alle Macht aufbieten, damit der Besetzung europäischen Landes durch farbige Truppen endlich ein Ende.gemacht Iverde. Gleichzeitig sprechen wr2 tiefgefühlten Tank allen den Menschenfreunden mrs, nicht zuletzt denen in den vormals feindluhQk Ländern, die aus eigener Initiative unserem Appell! schon zuttorgekommen sind." Prinz Max von Baden, Staatsrat Tr. Ludwig Haas, Gräfin Pauline Mvntgelas, Graf Max Mvntgelas, Iran Lina Richter, Frau Marianne Weber. Nr. 148 Der Siebener Snzeiaer erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10.80 einschließlich des Bestellgelds: durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger (Ziehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686 Die Londoner Verhandlungen mit Krassin schleppen sich Wörter, ohne daß nach der einen oder andern Richtung ein klares Resulatt zu Tage träte. Die Nachrichten, die wir über diese Verhandlungen erhalten, sind durchaus widerspruchsvoll. Bald hört man, Lloyd George habe zugebeben, daß die Russen nichts zu bieten hätten und auch nichts bieten wollten und daß Krassin nur die Absicht verfolge, ibn hinzuhalten; bald wird wieder berichtet, der englische Premier halte an dem Gedanken des Ausgleichs mit Sowjet-Rußland unbedingt fest und habe ögar eine Anerkennung des bolschewistischen Regimes ins Auge gefaßt. Die Sowjet-Regierung scheint versprochen zu haben, sich aus Persien zurückzuziehen; aber dies Versprechen war reichlich verklausuliert und durch Vor- oehalte entwertet und man hört bisher nicht, daß ihni Taten gefolgt sind. Es wird int Gegenteil sogar berichtet, daß die Engländer in Persien ihren Rückzug fortsetzen. Die nationalistische Bewegung in der Türkei Hal neuerdings zweifelsohne sehr große Fort- chritte gemacht; die Truppen Mustapha-Ke- mal, denen die türkischen Regulären offenbar nur Scheinwiderstand leisten, haben sich der Hauptstadt Konstantinopel ziemlich dicht genähert. Klein-Asien soll bis auf das Gebiet von Smyrna vollkommen in ihren Händen ein. Ueber die Haltung der Araber ist nichts genaues bekannt. England hat versucht, sie durch die Gründung des Königreichs Mesopotamien, in dem die britische Besatzung angeblich nur 4 Jahre bleiben soll, zn beruhigen. Ob dieser Kunstgriff genügen wird, um die arabische Gefahr — vorläufig die sckpverste von allen — von England abzuwenden, ist noch zweifelhaft. Die Entente steht vor der Frage, ob sie im nahen Orient eine Politik der Nachgiebigkeit oder eine solche der Gewalt treiben soll. Während Griechenland, das die Rache eines wiedererstarkten Osmanen- tums fürchten muß, für militärische Aktionen eintritt, scheint Italien, dessen Besitzungen und Einflußsphären im Orient sehr exponiert sind, zu versöhnlicher Taktik zu raten. Die Politik der Gewalt ist, wenn sie gelingt, am einträglichsten für England; sie verlangt aber auf die Dauer auch vonn diesem Laube den größten Krauftaufwand und die schwersten Opfer. Die Regierungskrise in Oesterreich. Wlien, 25. Juni. (Wolff.) In der gestern nachmittag abgehaltenLN Sitzung des Haupt-« Ausschusses berichtete Präsident Seitz über dw schwierigen Verhandlungen wegen der Neubildung der Regierung. Er teilte ein Schreiben der christlich--sozralen Kabinettsinitglieder mit, in dem sie um Enthebung von der Fortführung der Geschäfte bitten, und gab die von ihm auf Vorschlag des Staatskanzlers Renner getroffene Verfügung wegen der provisorischen Fortführung der Geschäfte der zurückgetveteneir Staatssekretäre durch den Staatsöanzler bzw. den sozialistischen Staatssekretär bekannt. Ter Großdeutsche Dinghofer beantragte für den Fall, daß die Bildung einer Regierung nicht möglich sei, daß der Präsident ersucht werde, die leitenden Beamten der Staats- ämter unter dem Vorsitz eines Beamten mit der einstweiligen Leitung der Verwaltung zu betrauen. Präsident Seitz wies auf die gegen den Antrag bestehenden verfassungsrechtlichen Bedenken hin und erklärte, wenn der Ausschuß einen solchen Beschluß fasse, müsse behufs Turchführnng an einen anderen Präsidenten gedacht werden. Der sozialistische Vertreter sprach sich gegen die Bildung einer reinen jBeanrtenregierung aus. Der Antrag Dinghofer wurde darauf lobgefehnt. Die Uonserenz von Spaa. Berlin, 25. Juni. (Wolff.) Der englische Geschäftsträger hat dem Auswärtigen Amt erklärt, er sei beauftragt, offiziell mitzuteilen, daß die Konferenz in S p a a am 5. Juli stattfindet. Berlin, 26. Juni. Die Konferenz von Spaa ist, so schreibt die „Deutsche Allgemeine Zeitung", auf den 8. Juli angesetzt. We.ige Tage stehen der neuen Regierung zur Verfügung, sicb darüber klar zu werden, wie sie ihre Stellungnahme für diese schwerwiegende Besprechung int einzelnen zu präzisieren hlwe. Niemand gibt sich der Erwartung hin, daß die Vorschläge der Verhandlungsgegner diktiert sein werden von irgendwelcher Rücksichtnahme auf Deutschlands Lebensmöglichkeiten. DreGefahr der EntwaffnungDeutschlandS. B e r 1 i n, 26. Juni. Die „K reuzzertung" schreibt unter der Ueberschrift: „Sturmzeichen!": Wir wundern uns, daß die Entente die unmittelbar bevorstehende Gefahr einer Bolschewisre- rung Deutschlands nicht klar erkennt, sie vielmehr durch die Forderung eines 100 OOO-Mann- Heeres sowie Auflösung der Sicherheitspolizei geradezu hevaussvrdert. In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" liest man: In Berlin steht man vor der Entscheidung über die Möglichkeit staatlicher Existenz. Die 100 000 Mann, um die die Reichswehr kleiner werden soll, ist fein einfaches, sondern ein doppeltes Minus. Nicht nur, daß die Reichswehr diese 100 000 Mann verliert, ein namhafter Teil dieses bisher staatserhaltenden Elements wird, von wirtschaftlicher Not und von Zwang getrieben, in das Lager des Widerstandes und der Unruhe übergehen. Die Entente will Ersatz schaffen in einer Polizei, die lokal oder regional organisiert sein soll. Die Erfährrmg beehrt, daß solche Polizeimannschaften überraschend schnell bodenständig werden, daß sie für Aktionen außerhalb ihres Bezirks unbrauchbar sind. Die regionalen Polizeien sollen nach der Absicht des Ver^ bandes anscheinend nebeneinander stehen und so fehlt ihnen die einheitliche Stütze. Alles in allem ist die Polizei kein Ersatz für die Reichswehr. Berlin, 25. Juni. (WTB.) Wie die „Voss. Ztg." meldet, hat der Reichswehrminister Geßler infolge der neuen Ententenoten über die Herabsetzung der Reichswehr auf 100 000 Mann heute vormittag dem Reichskanzler Fehrenbach die Demi s s i o n an geboten. Wie dazu von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, sieht Geßler die durch die neuen Ententenoten geidjaffene Lage als außer- ordeirtlich ernst an. Von einem Rücktrittsgesuch ist jedoch amtlich nichts bekannt. ordmrng steht. Dazu gehören Köpfe ersten __________ „ Ranges als Vertreter unserer Interessen ersten Sitzung zusammentreten und sich am draußen; dazu gehört aber auch zu Hause ein «Montag dem Reichstag vorstellen. Die schwarze Schmach. Freiburg, 25. Juni. (Wolff.) Prinz Max von Baden veröffentlicht folgenden Aufruf: „Genug der schwarzen Schande! DerRheinische Frauenbund, dem Frauen aller Stände, Parteien und Konfessionen angehören, hat in diesen Tagen einen ergreifenden Protest gegen die zahlreichen Angriffe der französischen Besatzungstruppen auf die Ehre deutscher Frauen und Mädchen im Rheinland veröffentlicht. Der Bund konnte 29 Fälle mit genauen Angaben als Belege anführen. Dabei waren 17 farbige Soldaten die Täter. Uns nnter- zeichneten Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für eine Politik des Rechts (Heidelberger Bereinigung) sind weitere 9 Fälle nach Namen der Geschädigten, nach Ort und Zeit des Vergehens mit grauen- ervegenden Einzelheiten bekannt. 11jährige Knaben, Mädchen in kaum heiratsfähigem Alter, hochbetagte Frauen befinden sich unter den Opfern, und es besteht Grund zu der Befürchtung, daß auch damit die traurige Liste noch nicht abgeschlossen ist, da naturgemäß die Scham viele der Betroffenen zurückhalt, der Oeffentlichfeit preiszuaeben, was ihnen passiert ist. Der Zustand der Knechtschaft, in die man das ganze rheinländische Volk versetzt hat, verschließt in vielen Fällen den Opfern den Mund. Alle Vorstellungen der deutschen Behörden haben bis jetzt keine durchgreifende Besserung er» tieft. Es bleibt nur der eine Schluß übrig, daß die Offiziere entweder nichtdieMacht oder nicht den Willen haben, die unerhörten Zustände ui beseitigen. Die Versuche der französischen Regierung, die einwandfrei bezeugten Tatsachen abzuleugnen, können wir uns nur dadurch erklären, daß sie von ihren Nachgeordneten Stellen nicht wahrheitsgemäß unterrichtet wurde. Wir bedauern aufs tiefste die aus anderem Erbteilen kommenden Ämter, die fern ihrer Heimat im Tienst eines die Grenzen der eigenen Volkskraft wettüberspannenden Militarismus von einem fremden Gebiet ins andere gehetzt werden. Nicht sie tragint die Sckmld, daß die Zivilisation unseres Jalwhunderts in dieser Weise gefDrdet ivtrb, sondern die weißen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbin dlichkeit. prets für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platzvorschrift 20°/, Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Veranrioorilich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Dr. Reinhold 3«nz; für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich In Dießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindrückerei R. Lange. Schristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Aus dem Reiche. Sistierung des IVprozentigen Lohnabzugs? Berlin, 26. Juni. Wie das Berl. Tageblatt berichtet, ist im Reichstag ein mterfraktioneller Initiativantrag eingegangen, der die Regierung auf-- fördert, eine Sistierung des lOprozen-- tigen Lohnabzugs onziuordnen. Lebensmittelunruhen. Berlin, 26. Juni. (WTB.) Wie dem „Berl. Lokalanz." berichtet wird, hat die Polizei in Paris drei Großhändler der Markthalle verhaftet, die Telegramme und Briefe an ihre Lieferanten in die Provinz gesandt hatten, um Sendungen von Fleisch, Gemüse und Früchten zu unterbrechen, damit dem überall sichtbaren Rückgang der Preise Einhalt getan werde. Bremen, 25. Juni. (WTB.) Me gestern hier aus gebrochenen Lebensmitte Krawalle haben namentlich in den späteren Nachmittags stunden in den Vororten Walle, Gröpeling, Hastodt und Henrolingen einen gewaltigen Umfang angenommen. Es kam verschiedentlich auch zu schweren Ausschreitungen gegen die Sicherheitsmannschaften. Im Verlaufe des gestrigen Tages wurden etwa 50 Verhaftungen vorgenommen. Auch in Dolmenshorst kam es gestern zu schweren Plünderungen von Läden. Bremen, 25. Juni. (Wolff.) Die Le- mensmittelunruhen lassen nach. Zu Ausschreitungen ist. es heute bis zur Stunde nicht gekommen. Oldenburg, 25. Juni. (Wolff.) Heute morgen versammelte sich eine große nach tausenden zählende Menschenmenge auf dem Pferdemarkt, zog von dort truppweise durch die Geschäfte und stellte an die Geschäftsinhaber die Forderung, die Preise für Lebensmittel, Schuhwaren und Konfektionssachen um ein Drittel herabzusetzen. Die Kontrollkommission werde in kurzer Zeit die Geschäfte wieder kontrollieren und zu Zwangsmaßnahmen greifen, wenn der Geschüftsin- inhaber der Aufforderung nicht nachgekommen sein sollte. Der Zug bewegte sich dann zum Marktplatz, wo in Ansprachen zur Ruhe und Ordnung aufgefordert und wobei betont wurde, daß sich diese Demonstration nicht gegen den Lohnabzug, auch nicht gegen die Reichswehr und Sicherheitspolizei, sondern lediglich gegen die Wucherpreise richte. Man verhandelt heute mit dem Magistrat und dem Ministerium zwecks eventueller Festsetzung der Preise. Sollte bis morgen keine Herabsetzung der Preise erfolgt sein, so soll in den Betrieben die Arbeit niedergelegt werden. Mainz, 25. Juni. (WTB.) Die Aktion zur Preissenkung auf dem Obstmarkt hat heute zu unliebsamen Ausschreitungen geführt. Die Polizei konnte nicht verhindern, daß ein Tejl der Menge in verschiedene Lebensmittelgeschäfte eindrang und diese zwang, ihre Waren unter dem Einkaufspreis zu verkaufen. Die Lösung der Kabinettstrije. Berlin, 26. Juni. Zrtr Lösung der Kabinettskrise 'heißt es in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung": Eine Minderheitsregierung wird jetzt das Ruder führen. Sie wird es nur können durch eine geschickte und sachliche Politik, die sich von jeder Parteineigung fernhält. Sie hat ba$u den festen Willen und sie rechnet dabei auf die Mitarbeit aller Parteien, bereit Wille es ist, Staat und Volk wieder den Weg nach aufwärts zu führen. Tie Sozialdemokratie, die der Regierung eine gewisse Schonzeit zu bewilligen genötigt ist. wird, wie es im „Vorwärts" heißt, wahrscheinlich bald mit ihr, namentlich mit ihrem recht eit Flügel, im Kampfe ste'hen. Tann werde es gelten, den verlorenen Einfluß wieder zu gewinnen versuckien, was nur möglich sein werde, wenn die Unabhängigen ihre Politik des „zwischen zwei Stullen sitzen" aufgeben und sich der parlamentarisch deinokvatisckien Methode der Machtgewinnung bedienen ferne. Tie recht sstehenden Blätter fassen die Lage im ganzen sehr ernst auf. Umso fester, 'heißt es in der Deutschen Tageszeitung, müssen Regierung und Volk auf dem Boden ihrer Rechte und der nationalen Lebensnotwendigkeiten fttiljen und umso kühler und mutiger den Dingen ins Auge sehen. Das neue Kabinett. Berlin, 25. Juni. (Wolff.) Der Reichspräsident hat auf Vorschlag des Reichskanzlers Fehrenbach folgende Herren ernannt: Reichsjustizminister (betraut mit der Vertretung des Reichskanzlers) Dr. Heinze, Reichsminister des Auswärtigen Simons, Reichsminister des Innern Koch, Reichsfinanzminister Dr. Wirth, Reichsernährungsminister Hermes, Reichspostminister Giesberts, Reichsverkehrsminister Grüner, Reichswehrminister Geßler, Reichswirtschastsminister Scholz, Reichsschatzminister Raumer. Die Besetzung des Wiederaufbauministeriums ist noch Vorbehalten. Die Verhandlungen über die Besetzung des Reichsarbeits- ministerinms werden in Bälde abgeschlossen sein. Wochenrückdlick. Ein halber Monat ist seit den Wahlen vergangen, bis wir endlich eine neue Regierung erhalten haben. Nachdem in den letzten Tagen eine provisorische Lösung der Krise zustande zu kommen schien, die freilich gerade dem außenpolitischen Bedürfnisse nach einer Regierung mit starkem parlamentarischen Rückhalte wenig entsprach, haben es sich die Sozialdemokraten in letzter Stunde noch einmal anders überlegt und sie haben auch die Bildung dieser Regierung sabotiert. Selbst ihre demokratischen Freunde sind über dies Verfahren außerordentlich ungehalten. Die Sozialdemokraten haben entdeckt, daß die raoi- kale Agitation ein Vertrauensvotum für eine bürgerliche Regierung ebenso skrupellos gegen sie ausbeute wie sie den offenen Anschluß der Sozialdemokraten an ein Regime der Mitte ausnützen würde. Und da die sozialdemokratische Partei heute an nichts weiter denkt als an ihre Aussichten bei den nächsten Wahlen und an die taktischen Möglichkeiten, sich gegenüber der unabhängigen und kommunistischen Konkurrenz zu behaupten, hat sie jene Erkenntnis prompt zum Anlaß genommen, der im Werden begriffenen bürgerlichen Regierung auch jenes Mindestmaß unvoreingenommener Neutralität zu entziehen, ohne daß sie, wie die Mehrheitsverhältnisse nun einmal liegen, ihres parlamentarischen Lebens keinen Tag lang sicher ist. Das neue Kabinett der Minderheit" wird sehr vorsichtig arbeiten müssen, nm nicht von vornherein in Schwierigkeiten zu geraten. Die Konferenz von Spaa ist mit Rücksicht auf die lange Dauer der deutschen Regierungskrisis wiederholt verschoben worden und ihr endgültiger Termin steht auch heute noch nicht fest. Inzwischen haben an der englischen und an der französischen Küste erneute Vorbesprechungen zwischen den alliierten Staatsmännern stattgefunden, die sich zum Teil auf die russische und die sehr akut gewordene türkische Frage bezogen, zum .Hauptteile aber wohl auf das Problem von Spaa, auf die Frage der deutschen Wiedergutmachung. Ueber das Ergebnis ist nichts zuverlässiges bekannt geworden und es hat den Anschein, daß die Meinungen ziemlich auseinandergingen. Die Nachrichten, daß Deutschland eine Jahresschuld von 3 Milliarden Goldmark auf 35 oder 37 oder gar 41 Jahre auferlegt werden solle, scheinen nicht authentisch zu sein, wenn man auch natürlich darauf rechnen muß, daß die gefaßten Beschlüsse große Opfer von uns fordern. Die Unklarheit und Unsicherheit, die aber auf alle-Fälle auch in der Entschädigungsfrage unter den Alliierten noch herrscht, bietet Raum für ein Hervortreten unserer eigenen Initiative. Ja, es sieht so aus, als ob auch die Entente selbst diese deutsche Initiative wünschte und erwartete und als ob sie nur entschlossen sei, zu diktieren/ wenn wir uns wieder auf eine rein negative, protestlerische Art des Verhandelns beschränken. Der französische Finanzminister Marsal hat erklärt, die Alliierten würden in Spaa zunächst mit ihren eigenen Vorschlägen zurückhalten und die deutschen Vertreter auffordern, ihrerseits ein Angebot der Wiedergutmachung zu machen. Nur wenn dieses Angebot schlecht und unzureichend sei, würde die Entente die jetzt gefaßten Beschlüsse hervorholen und Deutschland, ohne sich weiter in Debatten mir ihm einzulassen, die, Höhe seiner Schuld mitteilen. Nun ist ja freilich anzunehmen, daß vom französischen Standpunkte aus gesehen jedes Angebot, das wir vernünftiger- und gewissenhafterweise machen können, als unbefriedigend und unzureichend erscheinen wird. Wenn also dieser französische Standpunkt ausschlaggebend wäre, so hätten wir wohl unter allen Umständen auf eine Ablehnung unserer eigenen Vorschläge und auf ein einseitiges und gewaltsames Diktat der bisherigen Feinbe zu rechnen. Aber in Spaa werden nicht nur die Franzosen sitzen, und es if: noch keineswegs gesagt, daß unsere Initiative nutzlos sein muß, wenn sie positiv und fruchtbar ist und wenn wir mit ihr taktisch richtig zu operieren verstehen. Es handelt sich nichv darum, daß wir mit unnützen Klagen über unsere Armut und über unsere augenblickliche Zahlungsunfähigkeit jegliche Verpflichtung abzuschütteln suchen — dieser Versuch wäre aussichtslos — sondern es handelt sich darum, daß wir klipp und klar die Gegenrechnung aufmachen und mit der größten Energie und Bestimmtheit das Maß internationaler Hilfeleistung feststellen und fordern, ohne das wtr auch in Zukunft keine Entschädigungszahlungen aufzubringen vermögen. Wir müssen erreichen, daß in Spaa im Zusammenhänge nut der Wiedergutmachungsfrage das Problem internationaler Erleichterung und Förderung der Wiederaufrichtung unserer Wirtschaft als erster und iwichtigster Punkt auf der Tagesi- . dem ft* *13:» t- «w n, ,0ö W' 5 Seifen. .'v'yrn. " naht: .Mn- tüfcn, Eber- nrei‘5 Bens- 1 L, Groß- g;uing?i:6erg, 4, Äinpert- iidb, .Mcn- >, KlchWn ierfti, Ober- iiohrbJ®- iitzMiebels- 1U- Embeir, {all. Mim, Iborn, KE langen M- ^rlerDicn, beim, Wer- 'M. Bonj- rüicü'M t 'strier-M- "Didcn^n, ;in M'? Lifth''lN. , Argenlon». loch ‘•er Nn, Zitaten, ^Qbmeqaniet *««««». 15 '•tobttget '«21 ’■ V. G. chnlili . s>, ubr. Obborn- Gemeinden inheiden, ihnigägeoiett Gl, wm 29. Mäi in !?r. 78, Win finben sinn- Uns Stadt und Land. Gießen, brm 26 Juni 1920. SN Lesers tzes Gietzeser Weisers m öesSlNg! Trotz der gewaltig gestiegenen Unkosten konnte der „Gießener Anznger" dis jetzt zu entern Der-’ haltmsmäßig bescheidenen Bezugspreise heraus- «bracht werden. Eine gute Zeitung soll eben her riüigfte, für jeden erschwingliche Lesestoff sein und bleiben. Wir werden stets bemüht sein, diesen Grundsatz zu befolgen, obwohl die Derstellungs- unb Vertriebskosten von Woche zu Woche ständig anwachsen. Trotzdem sind wir auch jetzt wieder gezwungen, einen teilweisen Ausgleich der von neuem erheblich geftiegenen Ausgaben für Papier, ftarbe, Löhne und Vertrieb zu suchen. Dabei soll der seitherige Bezugspreis unverändert bleiben, dagegen muß die Trägergebühr für die Folge besonders berechnet und erhoben werden. Demgemäß kostet der „Gießener Anzeiger" vom 1. Juli ab: monatlich vierteljährlich An Bezugspreis: MK. 3.60 ...... Mk 10.80 An Trägerlohn: Mk. 0.65.......Mk. 1.95 Summe: MK. 4.25.......Mk. 12.75 Um den Lesern der Stadt Gießen die Möglichkeit zum billigeren Bezug des „G A." z-u geben, wollen wir zu den bereits bestehenden Abholestellen in der Stadt neue hinzusügen. Wer seine Zeitung dort abholen will, zahlt monatlich vierteljährlich An Bezugspreis: Mk. 3.60.......Mk. 10.80 An Abholegebühr: Mk. 0.30.......Mk. 0.90 Summe: Mk. 3.90.......Mk. 11.70 Geeignete Ladengeschäfte in allen Stoaßen der Stadt, namentlich die Lebensmittel- und Zigarrenhandlungen werden gebeten, die möglichst uneingeschränkte Verbreitung des „G. A." auch in den weniger tragfähigen Bevöikcrungskreisen zu unterstützen und ihre Bereitwilligkeit zur Ueber- nahme einer Niederlagestelle durch Postkarte an den Verlag bekanntzugeben. Alle Auslagen werden erstattet, außerdem wird, wie oben ersichtlich, eine Abholegebühr von 30 Pf. für jeden Leser gezahlt. Betlag des «menet Anzeigen- * * * Helft den Gießener Kindern! Zur Hebung der Not der unterernährten Kinder Gießens finden am 17. und 18. Juli Kinderhilfetage statt. Die sämtlichen Frauenverrine Gießens naben sich zu diesem Liebeswerk zusammcn- geschlvssen. Erschreckend ist das Kinderelend. Nicht nur die Kinder der untersten Schicht, sondern vielleicht noch viel mehr die des Mittelstandes leiden unter dieser Not. Tie Zukunft unserer Kinder ist aufs höchste geMrdet, wenn nicht Hilfe kommt — rasch und ausgiebig dürfen wir uns auf die Wohltaten des Ausbundes verlassen? Ist in uns nicht selbst so viel Kraft, daß wir Mitarbeiten können an dieser Not und Beschwörung entsetzlicher Gefahren?' Für die Wiener Kinder hatten sich willige Menschen gefunden, den Hungernden einen Platz am Tische m ihrem Hanse trotz eigner Bedrängnis zu geben. Sollten diese Herzen vertagen, wenn es gilt, den Kindern ihrer eigenen ' Äeimatstiadt zu 'helfen. In Frankfurt und Darm- l stadt sind große Summen gesammelt worden. Wir . hoffen bestimmt, daß auch in unserer Stadt ähn- 7 lichcs möglich ist. Wenn wir Siechtum von un- ' seren Kindern fern galten wollen, müssen alle r Stände mikhelfen, der Arbeiter in seiner jetzt gehobenen Lebenshaltung so gut wie der Besitzende und der Beamte, dem durch das neue Beamten- besoldungsgesetz Freude in das Haus gekommen ist Alle müssen sich klar barüber sein, daß es für unsere Jugend gilt, auf der die Hvffttuug unseres Volkes ruht. Deshalb: Gckenket am 17. und 18. Juli 1920 unserer notleidenden Kinder! Preisaushang und Preiskeunzeichnnng. Ueber die Preisschwankungen im Kleinhandel bat wohl schon jeder seine Erfahrungen gemacht und nicht immer die erfreulichsten. Oft 'werden für ein und dieselbe Ware in den einzelnen Geschäften ganz verschiedene Preise verlangt, oft wird man auch durch verhältnismäßig anständige Preisauszeichnungen im Schaufenster in den Laden gelockt Kum dort erfahren zu müssen, daß der Preis draußen nicht mehr stimme, daß es eine andere Qualität sei und dergleichen mehr — mehr zahlen muß man aber auf jeden Fall. Sogar über die Preisgebarung in dem doch immer sehr solide gewesenen Buchhandel muß man des öfteren allerlei Merkwürdiges hören. Um dieser Unsicherheit, diesen Schwankungen, deren Kosten wohl immer der Verbraucher tragen mutz, ein Ende zu bereiten, hat die Stadt Mainz, gestützt auf die BundeSratsverordnung über Preis- prüfungsstellen und Versorgungsregelung vom 25. September und 4. November 1915, eine Verordnung erlassen, die auch für andere Städte vor- vndlick sein dürfte. Diese Verordnung beschäftigt sich zunächst mit dem Preisaushang und besttmmt, daß jeder Klein- häMer, der Kolonialwaren, Gemüse unb Obst Butter und Eier, Wild und Geflügel, Fleischs und Wurstwaren, Fleischkonserven, Fische und Fischwaren, Fischkonserven seilhält, verpflichtet ist in feinem Verkaufsraum oder an seinem Bettrebsstand ein Verzeichnis, aus dem die Verkaufspreise ersichtlich sino, so anzubringen, daß es von der Straße gut lesbar ist Das ausgefüllta Verzeichnis ist vor Aushang polizeilich äbstempeln zu lassen. Tie angeschrievenen Preise dürfen nicht überschritten werden. Soll der Preis einer Ware erhöht werden, so muß der angeschriebene Preis deutlich durchgesttici>en, die neue Zahl hinzugesetzt und das Verzeichnis von neuem abgestempelt werden. In ihrem zweiten Teil befaßt sich die Verordnung mit der Preis au szei chnu n g von Waren, die zum täglichen Lebensbedarfe gehören und die in Schaufenstern, Schaukästen usw. ausgestellt sind. Hier ist jeder Kleinhändler verpflichtet, den Preis für diese Gegenstände pro Pfund, Liter, Stück, Dutzend usw. in deutlich sichtbarer Schrift zu kennzeichnen. Zu den Waren des täglichen Bedarfs gehören nach der Verordnung insbesondere alle Arten von Lebens- und Futtermitteln, einschließlich Sämereien, Hans- und Küchengeräte, sowie Eisenwaren mit Ausnahme von Luxusgegenstän- den Papier, Papierwaren, Schreibwaren, Textilien aller Art, und zwar sowohl Gewebe wie Fertigwaren, Schuhwaren, Hüte usw. In der Verordnung wird weiter bestimmt, daß auf den Märkten der Preisaushang und die Preisauszeichnung durch Anstecken von Täfelchen an den Waren vorgenommen werden kann. Bet solchen Waren, die nachweislich aus dem Auslande stammen, ist sowohl bei den Preisverzeichnissen, als auch bei den Preisauszeichnungen der ausgestellten Waren deutlich der Zusatz „Anslandsware" anzubringen. Die Abgabe der im Kleinverkauf üblichen Mengen an Verbraucher darf zu den angekündigten Preisen nicht verweigert toerben. Übertretung dieser Vorschriften, die am 28. Juni in Kraft treten, wird mit den üblichen Gelbstrafen bis zu 10 000 Mark oder mit Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten geahndet. Einmachzucker. Die <5tobt Offenbach ist ebenfalls wie andere Nachbarstädte Gießens in der beneidenswerten Lage zwei PfundErnmachzucker zum Prris von 2.20 Mk. das Pfund abzugeben. Die „O ffen b. Zeitung" schreibt dazu: „Zureden 'hilft! So werden die Offenbacher Hausfrauen nunmehr ausrufcn, wenn sie die schöne Bekanntmachung des Lebensmittelamts lesen, die ihnen für morgen zwei Pfund Einmachzucker verspricht. Es ist zwar nicht viel, aber man freut sich doch. Tenn »roch vor 14 Tagen in ber Stadtverord» netensitzung lautete die Auskunft hoffnungslos. Auch den Drängern im Emährungsbrirat konnte Leine Zusage gegeben werden. Und nun gibts doch noch Einmachzucker, hurra, hurra, hurra! Wo mag er denn nun eigentlich wohl noch bekommen? Die Frage ist doch wohl erlaubt und begründet. Ganz lOffenbach interefriert sich riesig dafür. Wo sitzen und wo warm beim die Leute in Mainz, Darmstadt loder Berlin, die ihn versteckt halten und durchaus nicht mit ihm 'herausrücken wollten? Man möchte doch gar zu gern einmal hören, welche Tinge sich da inzwischen abgespielt 'haben und wie die 'Klärung da erfolgt ist, nachdem man im Offenbacher Lebensmittelam t einmal wieder mit der Faust auf den Ti sch schlug und erklärte, wenn Frankfurt sich Einmachzucker leisten kann, muß auch für uns in Offenbach noch genügend vorhanden sein, sonst hole der Teufel die ganze Verteilungswirtschaft oder besser Nichtverteilungswirtschaft. Also: wem haben mir mm den Einmachzucker $u danken? Und da Zureden 'hilft, wollen wir 'hoffen, daß dieser Zucker nur die erste Rate sein möchte, daß es nunmehr, nachdem Man die Läger kennt, wo wider alles Erwarten Idoch noch was zu holen zu sein scheint gelingen möchte, auch noch eine zweite Zuteilung 'hevauszu- guetschen. Nur immer feste ran! Vielleicht glückt auch diese Hebung noch." Wir dürfen im Interesse unserer Einwohnerschaft wohl Haffen, daß auch das Gießener Lebensmittelamt „mal mit der Faust auf den Tisch schlägt!" Veranstaltungen. Samstag, 26. Juni: Zirkus Alkhvsf, 4u. 8 Uhr Vorstellungen. — Hotel Einhorn, 8V2 Uhr, Gastspiel Paul Buchwald. — Lichtspielhaus, wie geltem. — Lichtspiele, Seltersw., „Sein Todfeind". Sonntag, 27. Juni: Zirkus Althoff, 4 und 8 Uhr, Vorstellungen. — Oberhessischer Kunstverein, Neue Ausstellung. — Lichtspieltheater, wie Samstag. ** Geh. Hofrat Prof. Tr. Hansen j. Tie Landesuniversitat hat wiederum einen schweren Verlust zu beklagen. Am Nachmittag des 24. Juni ist ordentliche Professor der Botanik, Geh S?ofrat Prof. Dr. Lldolf Hansm einem Herz schlage erlegen, naebbem er seit fünf Monaten vergeblich gegen ein fortschreitendes Leiden gesümpft Hatte. Cbeboren am 10. Mai 1851 zu Mio na, hat er ein Alter von etwas über 69 Jahren erreicht. Von diesen waren 29 der Lanbesuniversitzit gewidmet Von Beruf ursprünglich Apotheker, hat Adolf Han- sen sich mehr und mehr der botanischen Wissenschaft zu gewandt. IN den achtziger Jahren war er Assistent bei Prof. Sachs in Würzburg und wurde von diesem haupts-ichlich zu physiologischen Studien angeregt. Aus dieser Zeit flammen seine Arbeiten über die Farbstoffe der Blüten und Früchte (1884) und des Chlorophylls (1889). Tann 'habilitierte er sich in Darmstadt für Bettrnik und wurde im Herbst 1891 ordentlicher Professor für dieses Fach an der LanbesnniversitLt. Unter seinen Arbeiten aus dieser Zeit sind besonders zu er- wäbnen die Untersuchungen über die Wirkung des Windes auf die Pflanzen 1904). Auch wandte er sich, wohl angeregt durch eigene Reisen in Griechenland, Spanien, Nordameriöl und durch einen früheren Aufenthalt an der zoologischen Station in Neapel pslanzengcograPhischen Studien zu, bereu Früchte in der Abhandlung über die Vegetation der ostfriesischen Inseln (1901), der Ausgabe großer pflanzen geographischer Tafeln (1899) und des dritten Bandes des von ihm neubearbeiteten Werkes Kerners „Pflanzenleben", 1913—1916 vorliegen. Im Winter 1911/12 sah er auch seinen Wunsch, tue Tropen zu besuchen, burd; eine Reise nach Ceylon erfüllt. 1906 wurde das Botanische Institut ans den früheren Räumen in der Sencken- bergstratze nach dem Brandplatz verlegt und von Hansen in moderner Form eingerichtet. Gam besonders aber galt feine tMnfmcrframfcit dem Botanischen Garten, der unter seiner Leitung eine voll- tbmmenc Umgestaltung erfuhr und aus kleinen Anfängen zu beachtenswerter Bedeutung empor- gefülwt wurde. Dabei übte Hansen nahezu 30 Jahre eine umfangreiche Lehrtätig'rit aus, sehr zum Nutzen der LLirdesuniversität. Aber auch über sein Fach 'hinaus ist er bekannt unb angese'hen worden. Eine svark auß geprägte ptzilosophisck>e Ader und lebhaftestes Interesse für Literatur führten ihn in den letzten JoHrze'hnten seines Lebens zur Be- schättiguug mit Goethe. Im Weimarer Gaethc- Archiv ordnete er den botanischen Nachlaß Goethes und kam auf diese Weise zur Ueberzeugung, daß Gvekhe nicht nur BotaniLr von Fach, sandern auch ein bedeutender Botaniker gewesen ist; den Nachweis dafür erbrachte er in zwei sehr lesens- roerten Schriften über Goethes Metamorphose der Pflanzen (1907) und über Goethes Morplwlogie (19191. Ganz besonders in diesen Schriften tritt et allgemein als das hervor, als was die ihm Nöcherstehenden ihn bereits kannten, als ein überaus feiner .Kopf, ein scharfer Geist, ein tiefer Denker. Dabei 'war er ein Mann von heiterer Gemütsart, ein ausgezeichneter Gesellschafter, ein wohl wollender und gutmütiger Mensch. So verliert nicht nur seine Gattin einen treuen Lebens ge- Uhrten, sondern auch die Lanbesuniveyität einen hock;angesehenen Forscher, einen tüchtigen Lehrer und ihr Lehrkörper einen lieben Kollegen. ** Ober'hessischer Kunstverein. Die neue Ausstellung ist von morgm Sonntag an wieder täglich. von 11—1 Uhr geöffnet und bringt unter anderen Werke von Pros. Beyer, Anna Bayer, Prof. Brecht, F. Huth, E. Eimer, C. Fries H. Geilfuß, Prof. Hartmann, ißtjf. Hoelscher, Prof. Jllner, H. Kälelhöhn und andere. ** Die anh altenbe Dürre macht sich besonders für die Kartoffel- und Haferfel-- der am Hardtberg, Gleiberg und Vetzberg schri bemerkbar. Aber auch der zweite Schnitt Klee ist gefährdet, an Grünfutter herrscht großer Mangel. Selbst in schwerem Boden macht sich die durch den Wino doppelt verhängnisvolle Dürre recht unliebsam fühlbar. Das junge Obst fällt massenhaft von den Bäumen, und die an sich viel versprechende Zwetschenernte erscheint strichweise in Frage gestellt. ** Der Ortsgewerbeverein Gießen veranstaltet am Montag, 28. Juni, 8 Uhr, im Gewerbehaus seine ordentliche Hauptversammlung. ** Leimverso rgung. Durch den Mangel an Rohstoffen ist mit einer Freigabe von Leim und Klebstoffen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Die Rohstoffverteilungsstelle des Ortsgewcrbcveceins wird daher auch im Laufe dieses Monats an alle Leimverbraucher Bezugsscheine und Leim vermitteln. (S. Anzeige.) ** Tie Lebensmittelta belle für die Mache vom 28. Juni bis 4. Juli ist aus dem Anzeigenteil der 'heutigem Nummer ersichtlich. ** Wann dne Kohlenbezugskar- t e n für das Jahr 1920/21 im Bezirk 8 und 5 aus gegeben werden, ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich. ** Mit der Brennholzausgabe beschäftigt sich eine Anzeige in der heutigen Nummer, auf die auch an dieser Stelle verwiesen fei. ** Unsere Hausfrauen sind gewiß genug mit Arbeit überlastet.' Das müßten auch unsere Behörden wissen. Es ist deshalb einfach unerfindlich weshalb die 100 Gramm K ä s e, die gestern für den 12. Bezirk, Weserstraße, Eder st raße usw. zur Ausgabe kamen, ausgerechnet am andern Ende der Stadt, in der Griebschen Verkaufsstelle in der Frankfurter Straße abgeholt werden mußten. ** Straßenbahn sahrmarkcn, die ungelocht, oder nur mit einem Loch versehen sind, find ungültig. Sie können aber bei Der Schlund. Das Erlebnis Krieg in seinen Erschütterungen der Emzelpersönlichkrit, eines Volksteiles oder be<< AoNSganzen dichterisch zu gestalten, Hal manchen verlockt und jene Flut von Kriegsliteratur erzeugt, die weniger durch die Ablehnung des nicht mehr er- 'unrert fern wollenden Lesers, als durch die Papier- nöte der Verleger abgestovpl wurde. J-n vieler Hin- kein Verlust. Wenn man an die Produktion Unberufener denkt, die während des Krieges allzu willig auf den Markt ge- wvrfen wurde, so wird man von einem leisen Grauen befallen. Bei der Vorstellung, die vielen ^Se.drEen Kriegsromane und -Tagebücher, deren Personlichkeitswert erheblich sein mag hätten auf den geneigten Leser herab brafreln bürten Sicher wird auch von der Notlage deutschen Schrifttums manches Werk betroffen sein, tu bem bae Ballung erfalnen hätte, das auch den Ablehnendsten nochmals in den Bann einer atemlofen Grlebninfolge bineingerissen hätte Eine derartige Dichtung fehlt uns noch, so not sie uns täte. Oder sollte sie wirllich erst au« -.ntlirfia Distanz statt aus aufgewühltritem 'TRit-rcb-n gdwren werden können? Was umfassend noch cselöst werden muß. ein Kultur- und Zeitdokument zu gestalten, oa hjr Alfred Bock zum erstenmal im deutsch ', Schri' tum in seinem Romane ,Der Schlund" für das deutsche Dorf verwirklicht. (Verlag von Egon Fleische! u. Co., Berlin W. — Preis 7 Mk.) Mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit hat er die ihm vertraute Psyche des Bauern wahrend ber des Krieges, des Zusammenbruchs und der Revolution W-diert und in seiner knappen charakteriftisck)en lttzahlungskunst die bestimmenden Züge zu einem scharfumrissenen Bilde zusammengeschlossen. Der Verzicht auf jegliches Jndiebrritegeftm bei Zu- standeii, wie sie sich bei der langen Kriegsdauer! folgemchttg herausbilden mußten Die Ausschal - timg jeglichen Beiwerks zugunsten des Wesentlichen erzwingt den Eindruck des Typischen wie in keinem der früheren Werke Alfred Bocks. Wenn Liebermann einmal sagte: „Zeichnen ist weg- timen", benxjfjrbeitet sich dieser Satz auch hier lür die Schilderung, die dadurch eine bramatii'cte Kraft erhält. Nur die harten Gegebenheiten sind dargetlellt, aus denen sich die psychologische Entwickelung der Einzelverhonen und der ganzen Dörs- lerschast ohne psychologische Deutelei ergeben muß. . Zwei Frauengestalten stehen im Mittelpunkte der vandlun,^Die eine vom Dämon des Wnckxns in Rot uno Tod getrieben. Die andere von stählernem Willen erfüllt Die Mächte der Pernich- rung, tue |ie umdwhen, zu übemnnben. Stuf die'« ub wr - tttatoeröerbui i, die von der Stadt Städter und Dörfler zueinander entwickeln sich Beziehungen nie gekannter Art. Der Dunst der Stadt überströmt das Dors. Besitzgier unb Sinnen- taumel vergiften die Seelen. Daneben sprossen aber in Bauernhäukern Blüten reinsten Menschentums auf. Der Schlund des Striegel, der die besten Kräfte verschlingt, spült auch wieder Keimkräfte herauf, 'die zur (Genesung und neuer Menschwerdung führen. Und so muß auch dieses Buch, das von den Schrecknissen der Gegenwart erfüllt ist, zu einem Bekenntnis zu besserer Zukunft werden, zu einer besseren Zukunft aus eigenem Willen und gesunder Kraft. SScnn die vom Unglück verfolgte Wecklers- Aniva mit ihrem Bübckren, dem Crinjigen, ivas ihr in der Welt übrig blieb, aus Fenster tritt und die heimgekehrten Junsen den Pflug führen sieht, so sagt sie sich: „tzlings tier Innern, gings auch tief heraus. Einmal lief sich das Unglück die Beine müd." Wenn eins sie fragte: „Wer soll uns helfen?" würde sie sprechen: „Wir müssen uns selber helfen. Müssen treu unb stark teilt. Müssen schanzen und schaffen." Aus solchen Worten, die jeder für sich sprechen wllte Nmgt der ethische Gehalt des Romanes, ÖCT>J-(2r>u emem wahrhaften Kulturdvkmnente auswachst. der Kasse, Lahnstr. 28, Zinrmer 7, und bei bett Wagenführern gegen eine Vergütung von 5 Pfennig für das Stück abgegeben werden. ** Tie Deutsche Bvlkspartei, Verein und Jugendgruppe, veranstaltet am Dienstag, 29. Juni, abends 8 Uhr, auf der Liebigshöhe einen Familienabend. (Näheres siehe Anzeigenteil.) ’* Ter 'Sartburgöerein veranstaltete letzten Donnerstag zum Besten der Jugerrdfürsorge einen Kammermusikabend, der von dem in hiesigen musikalischen Kreisen sehr beliebten Quartett, den Herren August Rein, Paul-Waltev Andreae, Rudi Sonntag und Fritz Schliephake, aüsgeführt wurde. Es war ein wirklicher Genuß, diesem Quartett zu lauschen, das nicht im geringsten bedacht war, sein Können bem Publikum zu zeigen sondern ganz in der feinen, sinnigne Sßiebergabc der Meisterwerke aufging. Aus der Folge der drei Streichquartette, in E-Dur von von Beethoven, möchte ich den Mozart als muft kalisch am feinsten ausgearbeitct betrachten. Das Andante Cantabile, in Tempo und Ausdruck sicher ganz im Sinne Mozarts, war ein ergkeisend schöner Moment. Die volle, melodische Akkordfolge der Haydn, in G-Dur von Mozart und in E-Moll zweiten Geige, Bratsche und Cello wurde von Herrn Rein mit leichter, flüssiger Technik fein und ausdrucksvoll umspielt. Die Menge Reiner Feinheiten im Haydn-Quartett waren mit vieler Liebe her vorgehoben, und das Prosto zeigte eine große rhythmische unb bynamische Sicherhrit. Mit dem Vortrag bes Beethoven hat sich das Quattett schon eine schwierigere Ausgabe gestellt, der es jedoch gerecht wurde. Abgesehen von Heinen Un» rcinbeiten am Anfang war es eine prachtvolle Wiedergabe, und der fein aiisklingenbe, fragende Schluß des Endallegros — das ein Teil des Publikums lieber mit wuchtigen KabensakkmÄen schließend gehört hätte — ließ den andächtig lauschenden Kenner ein Dacapo des Ganzen wünschen. Alle vier Herren beherrschen ihre Instrumente und verstel-en aus ihnen wundervoll singende, runde Töne zu locken und besonders Herr Fritz Schlrep- hake zeigte in seinem weichen, innigen Spiel tiefes musikalisches Verständnis. Wenn sie auch keine Ansprüche auf .Mnstlerschaft erheben, so haben sie dock ihren Diletantismus aus eine künstlerische Höhe gebracht. Wir hoffen und wünschen sehr, daß uns das Quartett bald wieder einen stiunmer- musikabLnd schenkt, unb wenn es nicht zu anspruchsvoll ist — mit Soli-Einlagen! g. Landkreis Gießen. X Rüddingshausen, 24. Juni. Gestern würbe Gastwirt und Bäcker August Müssig, der am 16. Mai l. I. zum Bürgermeister unserer Gnneinde gewählt wurde, verpftichtet unb in fein Amt eingesührt. s. Lollar, 26. Juni. Die Prüfung als Geschäftsführer der Krankenkasse vor bem Ober versichttungsamt in Darmstadt bestand Ernst Schmidt, Sohn des Bürgermeister Schmidt. g. Al l enbo r f a. d. Lumda, 2l. Juni. Ain vergangenen Sonntag nrurb? ft er im Ranftschn Saale ein Abend veranstaltet, der dem Andenken an unsere Gefallenen g w.dmtt war. Aus Lich hatte sich der dortige Frauenchor ein- gefunden und brachte unter Leitung von Frl. Jä^er za'tzlreiche gut eingriibte Lieder zum Vor rag. lü reichen Beifall sanden. Ginigc vorzü^lch vor;e- tragene Viol'ilchuios tuntjein Twmpetentzi.io dvachten Abwechftung in die Tarbietungm. Den zafrlreist, Anwesenden war rin künstlerischer Genuß geboten worden. Kreis Friedberg. ** Friedberg, 26. Juni. Der Aet- terauer Reiter-Verein veranstaltet sein 5. Reiterfest am Sonntag, 11. Juli, zu Friedberg aut dem Sportplatz der Seewiese. Nähere Einzelheiten sind aus dem Anzcigentell ersichtlich. Starkenburg und Rheinhessen. sw. Darmstadt, 26. Juni. „Billige Kir schen", das heißt nach unseren heutigen Begriffen, hat kurz vor Schluß der Ernte die Stadt eingeführt. Sie werden zu 1,20 Mk. das Pfund abgegeben. Hessen-Nassau. Ein Einbrecher erschossen. — Franks ur t a. M., 25. Ium. In der Nacht zum Donnerstag fuhren Einbrecher in einem Automobil vor einem Bockenheimer Lebensmittelgeschäft vor, plünderten dieses aus und schafften den Raub nach Nieder r a d zu einem Wirt. Schon wenige Stunden später konnte die Kriminalpolizei den Wirt verhaften und die Lebensmittel beschlagnahmen. Die in Frage kommenden Einbrecher wurden alsdann auf einem Heuboden in der großen Friedbergerstraße entdeckt. Als sie verhaftet werden sollten, schoß einer der Einbrecher auf den auf der Leiter stehenden Wachtmeister mehrere Male, traf aber nicht. Der Wachtmeister erwiderte das Feuer und tötete den Einbrecher durch einen Schuß in den Kopf. Massengewalt im Stadtparlament. ma. Kreuznach, 25. Juni. In der Stadt- Verordnetenversammlung kam cs mehrfach zu erregten Zwischenfällen, die ihren Höhepunkt erreichten, als der USP. Bohr dem Zentcumöstadt' verordneten Dr. Cavvallo zuricf, er sei eine Preß ** Literarische Gesellschaft. R u dolf Presber las gestern in der literarischen Gesellschaft aus eignen Werken, wie nicht anders zu erwarten war, vor dicht gefülltem Saal. Der Dichter mit seinem heiteren Blick gewann sofort die Zuhörerschaft, verbreitete Freude und frohe Stimmung um sich. Presber, der manchmal ein wenig überhastet spricht, ist bei feinem Vortrag int Kolo ritt, in der größeren und Fletncrcn Lehhaftigt'ril der Farben immer er selbst, ganz unb eins, vor allem, was er vorträgt, klingt innerlich mit. Seiner leichtbeweglichen Natur eignet der Humor, nicht minder die Satire, und er hat den Mut, sie zu gebrauchen. In seinen Gedichten spütt man den Menschen, der sie mit feiner Seele durchdrungen hat, man fühlt die Wärme, die in ihm pulfiert. Er geht an den Bitternissen des Lebens nicht vorüber, schaut tief in das Weltleib hinein, im Grunde aber predigt er uns, daß die Welt ohne Humor unettraglich ist, und frei von aller Sentimentalität versteht er es, uns über die Wirllichkeit hinaus mit milder Empfindsamkeit in eine Atmosphäre geistigen Wohlseins zu. versetzen Da-) Programm war bedachtsam gewählt, vielleicht ein wenig zu lang. Des Tichters fest umriifene Persönlichkeit durfte den wohlver-, dienten Dank der zohlreichm Versammlung ent» gegeunebme». Behördliche Anzeigen. Bekanntmachung Der Abgabe der 2. die * jjft Ausgabe: 70148 Die Finanzämter. 6977V Jur Abgabe einer Steuererklärung sind pflichtet: Ausgabe von Aohlenbezugskarten für das Jahr 1920/21. Arbeitsvergelsung. Für die Feldberrinigimg Robert Ah ausen sollen zur balbigat Ausführung vergeben iwstai : Grabenarb-eiken vevLnschlagt zu 4890 Mr. Fsthrleistting-en pewnschlagt zu 636 Mk. Bekanntmachung An die Herren Bäckrrmcister des Landkreises Gießen. Gemäss 8 29 des Statuts der Bäckerzwangs- iiumng berufe ich hiermit eme Mitgliederversammlung auf v , Freitag den 2. Jul i l. I., na cam. d U o r, in den Sitzungssaal des Regiermigägebendes dahier, Landgraf-JHrlipp-Platz 9!r3, ein. . Tagesordnung: Wahl des Vorftundes. Gießen, den 25. Juni 1920. 7043V Im Auflage des Kveisanrts Gießen: N. Hasenzahl. tetab aller Irl ■ J5XÄWKÄ Wert 41* Irttl'Hhi öelv.-BrrekereL B. fceege. iltSee 1. a) die Angehörigen des Deutschen Reichs; b) Angehörige autzerdeutscher Staaten, die die deutsche Staatsangehörigkeit erst nach dem 31. juli 1914 verloren haben, und Staatenlose, die am 31. Dezember 1919 im Deutschen Reiche einen Wohnsitz oder in Ermangelung eines Wohnsitzes ihren dauernden Aufenthalt gehabt Bekanntmachung. Einsprüche gegen die Beran lag ll n g zum 7. und 8. Gemeindefte«erziel werden bis Ende Juli jeden Montag (Buchstabe A—$>), Mittwoch (Buchstabe I—R), Donnerstag (Buchstabe S—Z) voir vormitt ags 8—12l/i Uhr im Stadthaus, Zimmer M. 2, entgegengerwmmen. Nachweise, daß das derzeitige Einkommen 2600 Mk. nicht betrügt, sind vorzirlegen. Gießen, den 24. Juni 1920. ,69838 Der Oberbürgermeister. I. B.: Kreuzien. Buchführung Stenogr., Maschin alle Handels facher, u. Fremdsprachefa. Am 1. Juli Begin n rin.neuenHalbi.-Kursu^^ A nmeld. tägl. Prosp.frt>/. 7. Nährmittel für Juni: Aus dre roten Karten (B) und bl aucn K arten(6) .500 Grainm Haferflocken zum Preise von 1.40 Mk. das Pfund. V2 Pfimd Erbsen zum Preise von 1 Mk., 1 4 Pfd. Apfelringe r^int Preise von 1.25 Mark. Nicht abgeholte Mengen sind bis Mittwoch den 30. d. Mts. zurückzulvefern. In Anbetracht N-.i v - riggestellten Preises für Erbsen mid Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Veranlagung zum Reichsnotopser. Klavier» stimmen und Reparieren in tadelloserAuaführung W. Schlüter, Schottstr. 15 I. Daselbst Ankauf gehr. Instrumente. 06124 Bekanntmachung. Der Voranschlag der (Gemeinde Holzheim für 1920 Rj. liegt vom 28l. l. Mts. clit eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. ES wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Holzheim, 25. Juni 1920. .703;» Bürgermeisterei Holzheim. Wetz. Freiwillige Versteigerung. Donnerstag den 1. Juli d. I., nachmittags 5 Uhr, versteigere ich gegen bar in der Bismarck straße 11 Part, eine hochfeine eichene Schlafzimmer einrichtung, bestehend aus großem, 3teil. Spiegelschrank, Waschkommode mit echtem Marmor- imd Spiegejaussatz, 2 Nachtschränkckien mit Marmor, 2 Bettstelleii mit Drahtmatratzen inib Auflegematratze (echter Drell). , Ferner eine Rei!eschreibmasclnnc mit Koster. Marke „Ultima" mit Sichtschrift. Ungelochte oder nur mit einem Loch versehene Straßenbahnfahrmarken sind ungültig. Sie können aber bei unserer Kasse, Lahnstr. 28, Zimmer 7, und bet den Wagenführern gegen eine Vergütung von JSÄÄftÄ -An- u. Verkauf Mas itewkWa b srsssr’t sifess anks •* ’“t«, ben 24.Juni 1980. Louis Rothenbenger Der Oberbürgermeister. (Armnrverwalbmg.) I We*eawag88. TNmM. hl. Rohrverlegnngs- und . ,-™cm* Ehauf sie.ru ngs-arbeiten oeranschlagt 511 1130 Mk. Die Verdi ngungÄm trrlagen lieget auf Hess. Bürgermeisterei offen, wo die Mrgebote mit entsprechender Aufschrift verteilen, nersUstosfeit und postfrei einzur-eichen sind. . Eroffmmgs'termin: Montag, de n 5. Ju li 19 20, vormittags 10 Uhr, auf dem Go- schäftszimmer der Bürgermeisterei im Schulhairs. G i e B e n, den 22. Jimi 1920. Hessische Kchturinspektion Gießen. H. Steinbach, Banrctt. 6993c Bekanntmachung. Laut Beschluß der Städtischen Lebensmittel-Deputation werden mit Wirkung vom 1. Juli 1920 an der Kasse des Städtischen Lebensmittelamts Bargeld» Zahlungen nicht mehr angenommen. Bon diesem Tage an können Zahlungen an das Städtische Lebensmittelamt nur auf bargeldlosem Wege durch Abgabe von Bar. oder Ueberweisungs- schecks erfolgen. Die mit dem Städtischen Lebensmittelamt in Ber. bindung stehenden Geschäftsleute werden gebeten, sich schon jetzt des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu bedienen, damit späterhin keine Störungen in der glatten Abwicklung der Geschäfte chrtreten. Gießen, den 10. Juni 1920. 6508B Ter Oberbürgermeister (LeheuSmittelamt). haben; c) Angehörige autzerdeutscher Staaten, die sich am 31. Dezember 1919 im Deutschen Reiche dauernd des Erwerbes weqen aufgehalten haben; falls die zu a bis c G< nannten am 31. Dezcm- ■ ber 1919 allein oder mit ihrer Ehefrau ein Verwögen os n 5000 M. und darüber ge- *J. fü Juni: Auf die Marke । Nr. 6 eurfcdl^: /au Gramm Zucker. Ausgabe, er- > folgt utt 0en KleinhLndlent bis einschließlich 30. Juni 1920. Nicht recht^rtig abgeholter Zucker verfällt. Die neuen Zucker- ltrch Nährmittelrarten sind bis spätestens ben 30. Juni 1920 einer Verkaufsstelle zur Eintragung ihrer Firma und Ab- treinuntii der Kontrollabschnitte vorzulegen. Die Verkaufsstellen haben die Kontrollabschnitte riebst einer Aufstellung über die Anzahl der Abschnitte bis längstens 5. Juli 1920 Zimmer 6 einzureichen. 9. Mehl, Nährmittel, Lebensmittel und Zucker für Kranke, Zugezogene und Fremde: Hch. Jung, Rittergasse 11; Hch. Kalbfleisch, Liebig st r. 71; Ernst Noll, Roonstr. 2; Ehr. Hmibach Nachf., Schühenstr. 2. 10. Kerzen: An jede versorgurrgsberecht t g te alleinstehende Person 1 Kerze: Familien bis zu 3 Personen 2 Kerzen; Familien über 3 Personen 3 Kerzen. Ausgabe durch die KleinhandelsgeschäftL, solange der Vorrat reicht, gegen Bo-rzeigung der Lebensmittel ausweiskarte, ans welche von leiten der Kbeinhandelsgeschästt auf die Rückseite ein Vermerk zu machen ist. Abholung der Kerzen am Montag den 28. Juni am Lager Ost-Anlage. Ausgabe ab Mittwoch den 30. Juni. Verkaufspreis 75 Pf. pro Stück. 11. Seife: Marie für Juni. Anteil 125 Gr. K.-A.-Seifenpulver das Pfund 4.20 Mk. 12. Petroleum und Spiritus: Ausgabe erfolgt in den bekannten Geschäften. Petro- leum das Liter 3,30 Mk., Spiritus das Liter 4,75 Mk. (ohne Glas'). 13. Fische: Verkaufsstelle in den Marktlauben. Mitte der Woche zu Tagespreisen. 14. Gemüse: Verkaufsstelle in den Markt- lanlen. Täglich frische Spargel zu Tagespreisen. 15. Bohnen (weiße): Verkaufsstelle rn den Marktlauben das Pfund 2 Mk. Anmerkung: Sämtliche Klermvarenhand- ler nierbeit gebeten, die leeren Oelfässer sofort an den stützt. Schlacht Hof zurückzuliefern. 16. Sohlen und Absätze: Herrensohleu und Msätze je nach Größe das Paar 24—28 Mk.; Damen.sollen und Absätze je nach Größe das Paar 18—25 Mk.; Widersohlen und Absätze je nach Größe das Paar 8—18 Mk. Der Verkauf erfolgt im.Lebens mittelanft gegen Bar unter Vorlage der AnÄveiskarte cm folgenden Tagen: Bezirk 1 M 3 Montag den 28. Juni von 71/2 bis 12 Uhr und 21/2 bis 5 ITbr ; Bezirk 4 bis 6 Dienstag den 29. Juni von 71/2 bis 12 Uhr und 21/9 biS 5 Uhr; Bezirk 7 bis 10 Mittwoch den 30. Juni von 71-2 biS 12 Uhr und 2Vs. bis 5 Uhr; Bezirk 11 bis 13 Dormerstaa, den 1. Juli von 71/2 bis 12 Uhr und von 2Vr bis 5 Uhr. Bon der Pveis-mckunassMe für die Provinz Ober Hessen werden sollende Richtpreise für Besohlen von Schuhen! Bfet Stellen des Leders durch den Kunden als angemessen erachtet: Schuhe für Herren (Durckstchnittsgröße 42): Soksten und Absätze 18—18 ML, M>sätze 3—5 ML Schuhe für Tttmcn (Durchschnfttsgrbße 38); Sdch- len und Absätze 12—14 ML, Absätze 1,50-3 ML Sckuihe für Knaben imd Mädckmr (Durchschmtts- große 36—38): Sohl«: unb Absätze 13—15 ML, Absätze 3—4 ML, 31—35: Soh^i und Absätze 9—12 ML, Absätze 2—3 ML. Sckmhe für Künder (Turchschnittsaröße 27—30): Sohlen und Absätze 7—10 ML, Mätze 1,50—3 ML., 20—26: Solsteu imd Absätze 5—6 ML, Absätze 1—1,50 ML. 17. Bekleidungsstücke für Minderbemittelte: Für die Versorgung der minder- bemittelteu Bevölkerung der Stadt Gießen sind uns eine geringe Anzahl Herrenhemden aus Nesselstoff, gewebte Herrenhemden, Herverrurtterhosen und Drillich überwiesen iiwrbeit. Bezugsscheine werden im Leveusmittelamt ausgegeben für den Bezirk 1: Montag den 28. Juwi 1920 rvn 8—12 und 3—5 Uhr , Bezirk 2: Dienstag den 29. Jimi 1920 von 8—12 imb 3—5 Uhr; Bezirk 3: Mittwoch den 30. Jiun 1920 vvn 8—12 intb 3—5 Uhr. Die Belieferung der Mioen Bezirke erfolgt nach Eintreffen weiterer Bolle idnngMücke. Markeu-Ausgabe. Dmmerstag imb Freitag den 1. und 2. Juli gelangen in den Bezirken Brot-, Fleisch- und «sondevausgabe - Marken wie nachstehend zur A—E Donnerstag vorm. von 8—12 Uhr, F—K Donnerstag nachm. von 2—6 Uhr, L—Q Freitag vorm. van 8—12 Uhr, R—Z Frvitag nachm. von 2—6 Uhr'. Ausgabe von Brennholz. Die Nr. 2 der ausgrgobenen Holzbezugskarte wird mit 5 Zentner Hartholz beliefert. Der Preis für den Zentner ist auf 13 Mk. festgesetzt. Der Gesamtbetrag von 65 Mk. ist auf dem Brennstoff-1 amt in den Geschäftsstunden von 8—12 und 2—4 Uhr zu entrichten, imb zwar: Bezirk 5: Bnckfttalxm A—K Montag, 28. 3mii, Bezirk 5: Buchstaben L—Z Dienstag, 29. Juni, Bezirk 1: Buchstaben A—K Mittwoch, 30. Jmn,. Bezirk 1: Buchstaben L—Z Donnerstag, 1. Juli, Bezirk 6: Bnchstal«n A—K Freitag, 2. Juli, Bezirk 6: Buchslaben L—Z Montag, a. Juli, Bezirk 2: Buchstaben A—K Dienstag, 6. Juli, Bezirk 2: Buchstaben L—Z Mittwoch, 7. Juli, I Bezirk 8: Buchstaben A—K Donnerstag, 8. Juli, I Bezirk 8: Buchstaben L—Z Freitag, 9. Juli, Die Hol zaus gäbe findet statt gegen den bei der Bezahlung ausgehändigten Gutschein in der Zeit von 8—12 imb 1—l Uhr für Bezirk 5: Holzlagerplatz Gabe l s b e r g erst r a ß e am Montag den 28., Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. Juni 1920, Bezirk 1: Holzlagerplatz Steinstraße am Mittwoch den 30. Juni, Donnerstag den 1. und Freitag den 2. Juli 1920, Bezirk 6: Holzlagerplatz Gabelsbergcr- stra ß e am Fveitaa den 2., Mvntag den 5. und Dienstag dem 6. Juli 1920, Bezirk 2: Holzlagerplatz Steinstratze am Dienstag den 6., Mittwoch den 7. imb Donnerstag dar 8. Juli 1920, Bezirk 8: Holzlagerplatz Gabel s be r ge rst r a ß e am Donnerstag den 8., Freitag den 9. mw Montag den 12. Juli 1920. Samstags bleiben die Lagerplätze gefchlostem Gießen, den 25. Juni 1920. 7O23B Stadt. Brennstoftamt. Zum 1. Juli 1920 treten auf der Strecke! Frankfurt a.M.—Marburg folgende Fahrplanänderungen ein: Zur Wahrung des Anschlusses von D 175 an Bk 793 in (ließen und Herstellung einer direkten Zugverbindung (Basel)—Frankfurt (Main'' Hbf.— Cassel bzv). (Basel)—Frankfurt(M)Hbf.—Wabern —Bad Wildungen verkehren D 175 und Pz. 793 wie folgt: D175 (Frankfurt a.M. Hbf. ab 1.57 nachm.), Friedberg ab 2.43 nachm., Bad-Nauheim ab I 2.54, Gießen an 3.29 nachm. und ab tvie bisher. Pz. 793 (Frankfurt a. M. .Hbf. ab 1.05 nachm.) bis Gießen wie bisher, ab Gießen 3.35 nachm., Marburg an 4.24, ab 4.29 nachm. Des Weiteren wird Pz. 704 (Gießen bisher ab 4.10 vorm.) von Gießen bis Frankfurt a. M. West um 5, ab Frankfurt a. M. West um 6 Minuten Versteigermrg beftinimt. Besichtigmm kann von 10—11 Uhr norm, in der Wohnung Bismarckstr. 11 am Donnerstag erfolgen. 7035 Deckenbach^ stellv. Gerichtsvollzieher in Gießen. Stäöt. tebeiismittdamt Waren-Ausgabe für die Woche vom 28. Jun: bis 4. Jicki 1920. Nicht rcckstzeitig abgeholte Ware verfällt. 1 Brot: 2000 Gr. Brot oder 1480 Gr. Mehl. Brot Kg. 2.15 Mk. Brötclien 15 Pf. Weizen- brotmchl Kg. 2.80 Mk. Weißbrot Kg. 2.45 Mk. Weißbrotbäcker: Emil Hanke, Rregelpfad, Ludwig Rühl, Macttplatz. Mehl für Kranke: Kg. 3.20 Mk. 1 Verkaufsstellen siehe unter Nr. 9). 2. Fleisch: Wochenabschnitt 26. Metzger für Fremde: Karl Scharmann, Marburger Sttaße 34. 3. Vegetaline: 250 Gramm zu 6.90 Mk. Ausgabe durch die Metzgergeschäste gegen Abgabe der Bezugsadschiiitte 5 der Auslandsfleischkartc. Die Auslandssleischkarterr, welch: bei Metzger Krug eingeschrieben sind, werden von Metzgermeilter Jul. Rosenbaum, Kirchmplatz 4, beliefert. 4. Kartoffeln: Verkauf kommende Wvckie nur Donnerstag, Freitag und Samstag. Wochenmenge 6 Pfund. 4 5. Butter: 50 Gramm Butter 1.9o ML, 125 Gramm Mprgarine 3.25 Mk. 6. Käse: Montag den 28. Jrmi 1920 wird in den Verkaufsstellen der Molkerei Grieb, Frank- furtLr Straße rmd Plockstraße an die Bezirke 7 »und 8 Käse ausgegeben. ?luf einen Anteil entfallen etwa 100 Gramm (Preis 6.40 das Pfd.). Dre Ausgabe erfolgt gegen Vorlage der, Lebeirsmittel- ausweiskarte und Abgabe des Abschnitts 7 zur Lebensmittelkarte. Arrf deni Brelmstoffämt iuerben an Haushaltungen v>hne Zentralheizung Kohlen bezugs karten -ausgogeben und zwar: Bezirk 8. Anfangsbuchstaben A—G am Montzrg, den 28. Jrmi 1920, am Dienstag, den 29. Jrmi 1920, M i ttwvch, den 30. Iuni 1920, nach- Anfangsbuchstaben V—Z mittags von 2 Uhr ab verberge re rch am Mttwoch, den 30. Juni 1920. int Darmstadt er H a 11 s, W a ll tor str 6 Bezirk 5. Anscmgsbuchstabat 21—6) oatyier gegen Barzahlung, anr lvrutch des § 3M am DomterHtag, den 1. Juli 1920, Handelscmetzbuches auf stchketl denen den es angebt: „m ftSTÄ, zirka 19 Mille Zigarren. Dlufaiigsbuchstaben P—Z Ferner zwangtvnse geßen Barzahlung 1 gr. am Samstag, den 3. Juli 1920. Dörfer, 1 schw. Handtaffer, 1 Damen-arm^mduhr, Die Ausgabe der Karten erfolgt nur In der , Rasiennrsser, 5 weiße Taschnttichr, 1 GAdbön- Zeit von 8-12 Uhr vormittags. sowie verschiedenes andere. 7013 Tie Lebensmittelausweiskarte ist mitzubringen. Junker, GenckMovllxieher, Zur Beliestriiiig wird freigegebeii: Plockstraße 4. M. 1 der v (HauMrlt>Krrte) mit 5 Zenttitzr _ r Wen über KoG «oder 10 Zentner BraunkMeu. w Nr. 1 nrtb 2 in- Z (Zußr^K^ ntit ie 1 Zatt- VE Mg rner KMeit 'A. Kvks oder je 2 Zentner Bmunkohlen. gebkEtk Die KohleiibcNtasLarten find bis z-iwl 1. Mai > fett' nn °Kahr* 1921 Mtig ?°d°rn und NäbuW entpstMt es sich, bteie gut uen jeder Art, autogene KohlolchäuÜlrvn zur vevantwntlrcheii Aurbewah- Tchweißarbetten, Neu- rmrg zu ü6ergcben. Die oarfodxnKftru Nummerm emaillieren und Ber- von'1—6 bzrv. 1—5 wecden iiacheinurnder zur Be- nirkcln prompt, billig liefonms frei gegeben. Die am die eixisduen Num- und gut. .»638 mer.i mtfalttniden Mengen richberr «ich dm I Jul BUS «Latz, Kraängen. . 7005B Inheiden, Gießen, bat 24. Juan 1920. mechauijcheWerkttätte. Städt. Brmrnftoffamt. Telephon Str. 4. habt habon oder e.f- ""usforder.mg zur ^pstlrim» ' dst Bevölkerung gebeten, Tüten ......-- ’"rv ‘ ’ ■ > «u7:; Abholen der Waren mitzu- Privat- Handels-Schule „HERMES“ Gießen, Bahnhofstr. 60 frühergelegt. Auch Pz. 780 (Gietzer: bisher ab 12.40nachin.< 1 ß'ärs'r^ dHLttick abgegeben werden." erhält von Gießen bts Friedberg; eu« Die Direktion der Elektrizitätswerke und Sttaßen- (Gteßen ab 12.38 nachm., Friedberg an 1.34 ber Stadt Gießen, nachm.). . St ölte 7042c Bei Pz. 794 (Friedberg ab 6.39 nachm^) wer- ___________________------------------- den auf "den Bahnhöfen Bruchenbrücken Okarben, Dortelweil und Berkersperm Aufenthalte vorge- -OekßtzNSkLDNUtzyTHrSge sehen. Der Zug trifft ab l,Juli 1920 7.48 nachm. letzte diesjälwige ösfentlkche Impftermin m %antfTUTL0--?' EM. für die Ersttmpflinge der Stadt Gießen wird um Nähere Auskünfte über denIahrplan der vor- Mittwoch, den 3 0. Juni 1920, nachmitgenannten Personenzuge ab 1. ^uti 1920 erteilen 3 u^r, im Jmpslvkale — Turnhalle der 5ie Bahnhofe.____________________________/UiOia StadtmädchensucUe, Schillerstr. 8 — abgehalten. , Blan über die Herstclttma einer ober-1 . Wer, diesen Dermin nicht benutzen will, muß irdischen Telegraphenlinie in der Untermlsse in sein rmstfMchtiges Kind mit nflene Kv)t«n unpseu Oberhörgern liegt bei dem Postamt rn Butzbach ta'fc24 Juni 1920 ■■Bi’Äs« w»». I Äsasaan....... Telegraphen-Banamt. 7051D „Hansa“ Privat-Handelsschule Gießen, Seltersweg73. Inh. und Leiter: J. Kunzeimann Diplom-Kaufmann und DiplonirHandri^hrer. EhzigföchuieamPlahQ (if'ffl/nh.zugi.Schulleit., rer u. Fachmann ist. Am l.Juli Beginn neuer Kurse in Engi., Franzos. Buchf, Korrespondenz, StenographMasclunen- schrtnb. u. and. Handels- fächem.A nmetcLtäglich. Prospekt frei, j la.Buchenholz liefert jedes Quantum '””»'1 Ed. KllwkeL gespllfchaften auf ü aen, Kolynlalgesett- fdx.i Beuger -r^schaften und ander-Berg- oende Vereinigungen, Gesellschaften mit veschränkter Haftung, Dersicherungs- vereine, eingetragene Genossenschaften, deren Anteil auf mindestens 50 Mark lauten, sowie Kreditanstalten; b) sonstige inländische juristische Personen; 0 inländische, nichtrechtsföhige Vereine sowie sonstige inländische Vermögensmassen, die Nicht istrn Vermögen anderer Abgavepslichtiger anzu. rechnen sind, insbesondere Stiftungen ohne juristische Persönlichkeit; d) die Eigentümer von inländischem Grund, und Betriebsvermögen oder diejenigen Personen, denen nach Arttkel 297 i des Friedensvertrags Äne Entschädigung gewährt worden oder zu gewähren ist. 3 wer zur Abgabe der Steuererklärung nach Nr. 1 und 2 Verpflichtete zu vertreten hat. Die Angehörigen des Deutschen Reichs, die sich bereits vor dem 31. Juli 1914 mindestens zwei Jahre ununterbrochen des Erwerbes wegen oder aus anderen zwingenden Giünden im Ausland aufgehalten haben, ohne einen Wohnsitz im Inland zu haben, und noch am 31. Dezember 1919 im Ausland gewohnt haben, sind zur Abgabe einer Steuererklärung nur insoweit verpflichtet, als sie zu den oben unter 2 d bezeichneten Personen gehören. Diese Ausnahme findet jedoch keine Anwendung aus Reichs- und Staatsbeamte, die ihren dienstlichen Wohnsitz im Ausland gehabt haben. Die zur Abgabe der Steuererklärung Verpflichteten werden aufgefordert, die Steuerklärung unter Benutzung des vorgeschriebenen Vordrucks in der Zeit vom 28. Juni bis 28. August 1920 bei dem unterzeichneten Finanzamt einzureichen. Vordrucke für die Steuererklärung können von dem unterzeichneten Finanzamt bezogen werden, und zwar, soweit den Steuerpflichtigen Vordrucke nicht zugestellt worden sind und es sich um die beiden ersten Stücke handelt, kostenlos und, soweit weitere Stücke verlangt werden, gegen Zahlung von 1 M. für jedes weitere Stück. Die Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung besteht auch dann, wenn ein Vordruck nicht zugesandt worden ist. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf die Gefahr des zur Abgabe der Steuererklärung Verpflichteten und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefs. Mündliche Erklärungen werden von den unterzeichneten Finanzämtern während der üblichen Geschäftsstunden zu Protokoll entgegengenommen. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, wirb mit Geldstrafen zu der Abgabe der Steuererklärung angehalten; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 vom Hundert der endgültig festgesetzten Steuer auferlegt werden. Wer das Reichsnotopfer ganz ober teilweise hinterzieht oder zu hinterziehen versucht oder eine derarttge Handlung seines Vorteils wegen begünstigt ober hierbei hilft ober wer seines Vorteils wegen Gegenftänbe, von denen er weiß ober annehmen muß, bah bas Reichsnotopfer für sie hinterzogen ist, verheimlicht, absetzt oder zu ihrem Absatz mittvirkt, wirb mit Gelbstrafe bis zum breifachen Bettage ber bettefsenden Steuer bestraft. Neben ber Geldstrafe kann auf Gefängnis unb Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte erkannt sowie die Besttasung auf Kosten des Ver- urtellten bekanntgemacht werben. Vermögen, das bei der Veranlagung zum Reichsnotopfer vorsätzlich verschwiegen wirb, verfällt zugunsten des Reiches. Sonstige Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften des Gesetzes über das Reichsnot- Opfer oder die zugehörigen Verwaltuugsbestimmungen önnen mit Ordnungsstrafen bis zu 1000 M. geahndet erben. Für bkp bis zum 30. Juni 1920 auf bas hsnotapfer bar gezahlten Beträge (8 41 bts etzes) werben 8 vom Hundert und für die in 3 eit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1920 bar zahlten Beträge 4 vom Hundert als Vergütung währt. Die in dem § 30 des Gesetzes über das ^.ichsnotopfer vorgeschriebene S prozentlge Ver- nsung der Steuer vom 1. Januar 1920 ab hört r den durch die Zahlung getilgten Betrag mit m Tage der Einzahlung auf. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 24. Juni 1920. brand 374.S88 Hote o ROBERT HAAS NAC HF Seltersweg 18 Fernsprecher 461 T016 -h MM 12 15 >>ernsvr. K2 i>ernsvr. 2186 Ponscheck-Konto Poitscheck-Konto Nr 151349 Nr. 15312 rZranksurt a. M. Frankfurt n. 8)1. 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Dagegen ist die Zahl der Lose nicht vermehrt worden, so das; die Gewinnmöglichkeiten jetzt weit günstigere sind. 7008D Soweit vorrätig sind Lose zu beziehen durch die ftaatlich bestellten Lotterie-Einnehmer in Wietzen: Schilder Petschafte Jaschuk-S/e Mta. «bg. das. täten, w tzn Daus Haupt ein bcn^ Ä-- Abmmhut gen b(S Das Bizepräsi Wag gel Die an der L lind toii der foinit .i< ein St tafltx uni W 1 Dietrich An der s Momme nch ivir Stimme । Bell und . 9(bg, ödenden ledigen. Abg. e Ma tut wnbem le geben, bajj aentn ,Abg.s iwtiunulen ttfommen Wfjältii 3lo l^chdrucf K i ffnbett hlng btu Won t *9ieriq t nQd) Sioy & '^•notig j hä x?c in i Alt Atzung u tww tcüfiC' L RciZL Tie bw M. 2o1 Stimmen- erklärte tzc und nimm $ra' Ä,1®1 WkWa hKec (g kes («Df.) uslur^ qn*1"-1 en Z Ri« Wbcn. ^ugehen, [ ... 2et I ''4 fein % «bg- holt -UM hängigen, $u lindern ermähnt t ■iiten. ” Ilnabhänc M. Titz m derselb Jiisgesam von enttze ist somit -Stimmen Zur । bour, bal gdronen i didaten?' sie angehi Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Ar. (48 Zweites Blatt Samstag, 26. Zum 1920 DeuLZelier Neichstag. 2. Sitzung. Berlin, 25. Juni 1920. Hous Itnb Tribünen weisen eine ähnliche Fülle wie am gestrigen Tage auf. Die Ministertische sind fmf der rechten Seite ganz leer, auf der linken weisen sie große Lücken aus. Ms Schriftführer waltete Fischer (Soz.) seiites Amtes, der gestern dem Rus bcd Alterspräsidenten wegen vorübergehender Abweseitheit nicht Folge leisten toicnte. Wahl des Präsidiums. Alterspräsident Rieke eröffnet die Sitzung und läßt die bent Haus ^gegangenen Ern- gänge verlosen, banmter bereits einige Interpellationen. Er v-rliost dann die für die.Wahl des n den Kollegen bes A^. Schulz durchbrochen worben sei. Das Haus schreitet zur Wahl des zweiten Vizepräsidenten, für den der Abg. Bell in Vorschlag gebracht ist. Tie Abstimmung ergibt, daß 367 Abgeordnete an der Wahl teilgenommeu 'haben. 8 Stimmzettel sind weiß 356 lauten auf den Abg. Dr. Bell, der somit gewählt ist und die Wahl annimmt. .Je ein Stimmzettel lautet auf Becker-Hessen, Erz- berger und Roske (Heiterkeit). Für den dritten Vizepräsidenten ist der Abg. Dietrich (D.-N.) in Vorschlag gebracht worden. An der Abstimmung haben 348 Abgeordnete teil- genommen. 83 Stimmzettel sind weiß. Abg. Dietrich wird mit 260 Stimmen gewählt. Je eine Stimme entfällt auf von Gräfe, Frau Zietz, Dr. Bell und Helfserich. Abg. Ha'hl (Vpt.) schlägt vor. die noch, ausstehenden Schriftführerwählen durch Zuruf zu erledigen. Abg. Ledebvnr widerspricht. Abg. S ch u h - Bvomberg (Tntl.) betont, seine Partei 'habe keine Tem-onsdration ausüben wollen, sondern lediglich der Ueberzcug.mg Ausdruck gegeben, daß die von den Unabhängigen vorgeschlagenen Persönlichkeiten nicht die recksten seien. Abg. Ledebvnr (USP.): Wenn die Deutsch- nati-onalen erst 'heute mit ihren Bedenken heran s- getommen seien, so müsse er dieses Verhalten als hinterhältig bezeichnen. (Unruhe.) Präsident Löbe rügt den Ausdruck „hinterhältig". . Tie Wa'hl der Schnstfuhver erfolgt nunmehr nach der bisherigen Art, aber in einem einzigen WM gang. Als Schriftführer werden gewählt die Abgg. Fischer (Soz.h Frau Schuch (Soz.), Frau Agnes - USP.), Tr. Pfeifer (Z.), Maltewitz (Dntl.), Kemples (Vpt.), Beucrmann (Vpt.) und Heile (Dem.). Zur Gefchiftsoi^>nimg begründet Ledebour USP.' einen Antrag seiner Partei, die g-'gen den Abg. Mittwoch verhänge Festungstaft straft aus zuheben. Er wolle nicht auf den sackstuhen Inhalt cingthen, betone aber die Dringlichkeit. Der Präsident erklärt bas für möglich, wenn sich kein Widerspruch ergebt. Abg. Müller-Franken (Svz.) beontoagt Ueberweisung des Antrags Ledebour an die schleunigst zu bildende Gesck-äftsvrdnungsllommissivn. Ter Antrag wird! angenommen. Nächste Sitzung Däontag vormittag 11 Uhr. Cntgcgnnsthnie einer Regierungserklärung. Außerdem inelrcre Jnteri?ellationen. Sck-luß Uhr. 2lus dem besetzten Gebiet. Landau (Pfalz), 24. Juni. (WTB.) Das französische Mi.itärgerickst in Landau verurteilte die Redner der Pwtestv-ersammlung vom Dienstag in Ludwigslxrfen zu svlgenden Strafen: Bau 6 Monat Gefängnis und 10000 Aiark Geldstrafe, Fischer 9 Atonale Gesiängnis und 10 UOO Mark Geldstrafe, Bauscl>ert 8 Tage Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe. Aus der Sitzung der haudelstaminer Sieben. Der Wiederaufbau unseres Auslandsgeschäftes erfordert mit gebieterischer Notwendigkeit die Schaffung starker Stütz- und Knotenpunkte im Aus- lande: solche erblickt die Handelskammer neben den Konsulaten in den deutschen Au slandshaudelska mm ern, welche zweckmäßigerweise in den für unseren Außenhandel wichtigsten Plätzen des Weft- Marktes errichtet werben sollten. — In dem vorbereitenden Reichswirtschaftsrat sind zu wenig die Interessen der Produktion berücksichtigt worden. Es muß daher bei der Zusammensetzung des endgültigen ReichswictlchaftLrates gefordert werden, daß ein richtiges Verhältnis zwischen den Vertretern der Produktion und der Verbraucher hergestellt wird. Dieses kann, auch bei voller A if- rechterhaltung der Parität, in der Weise geschehen, daß die Arbeitnehmerinteressen entweder von den Vertretern der Verbraucher und Beamtem mitvertreten werden ob. r die Vertretung der Verbraucherinteressen den Arbeitnehmern und Beamten überlassen wird. — Als Wah körper für die B e z i r k s - wirtsckastsräte sollen die Handelskammern gelten. Ter Aufgabenkreis der Bezirkswirtschaftsräte ist auf die allgemeinen den,Bezirk als solchen allein ober überwiegend betreffenden sowie die ihnen im B^icksrätegcsetz zugewiesenen.Aufgaben zu beschränken. Bei Erlaß von Richtlinien des Reiches für die Bildung der,Handelskammern ist darauf Gewicht zu legen, daß die Festsetzung der Bezirke nach örtlichen Bedürfniss n und den Wünschen der Kaufmannschaft entsprechend vorgenommen wird. — Anträge der Kammer aus Zulassung von Zigarren zur Eilgutbefor- d e r u n g ist von der Eiftnbahnverwackung versuchsweise entsprochen roorben. Bei dem Rcichs- wirtsckiaftsministerium ist die Aushelung der sünf- prozentigeu Ausfnhrabg ab e für Hüte beantragt worden: in eht.-r gemeinsamen Eingabe werden die hessischm Handelskammern für die Aushebung sämtlicher Ausfuhrabgabeu eintreten. Gegen den Verkauf von Textilwaren durch Filialen der Kornhausgesellschast Alsfeld hat die Handelskammer beim Ministerium Einspruch erhoben. — Bei dem Ministerium der Finanzen ist der Erlab einer Anweisung an die Finanzämter angeregt worden, wonach die Steuerbescheide vor Ab!aus des Steuerabschnitts den Sbuerpflich- tigen zugestcllt meeben. — Die Handelskammer hatte wiederholt Gelegenheit, sich zu Anträgen auf Zulassung zum Großhandel mit Talmk- sabcikaten, Lebens- und Futtermitteln gutachtlich zu äußern: sie hat ber für die Erlaubniserteilung zuständigen Stelle die größte Zurückhaltung der Genehmigung solcher Gesuche dringend anemp- sohlen. — Das Eisenbahnverkehrsamt Gießen wurde gebeten, von ber beabsichtigten Festsetzung des Schlusses der Güter ann ahme auf 4 Uhr nachmittags abzusehen, weil die beteiligten Kreise hierin eine Schädigung ihrer Inter ssen erblicken. — Das Staats Ministerium ist gebeten worden, bei der b vorstehmden Vergebung der neuen Staats stempel im engeren Weltbewerb die im Kammerb zirke ansäs.ige Industrie in einer deren Leistungsfähigkeit und Bedeutung entsprechenden W ise zu berück: ichtigen. — Einem Anträge bes Verbandes obcrhe.suchec Brarlereien entspreckMd wird sich die Handelskammer liei den zuständigen Stetten dafür einsetzen, daß die bisher für die Einfuhr b ohmischen Bieres be- nilligteu Devisen besser zur Einmhr cmslänoisch'N Malzes verwendet werden möcksten, um batmrd) ber einheimischen Brauindustrie die Herstellung guter Biere zu ermöglichm. — Die beftischeu Handelskammern haben sich für die Schaffung eines hessischen Landesauftragsamtes ausgesprochen,- welches dem Reichs- ausgleichsamt als Unterstelle dimen imd vornehmlich bei dec Vergebung der Aufträge für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und für den Bedarf der Reichsbehörben tätig sein soll. — Die hessischen Hanbeltkammern hab n sich basür ckuS- gesprochen, baß in allen den Fäck n, in denen an Stelle ber bahnamtlichen Verwiegung eine Verwiegung von beeidigten privaten Personen vorgeirommen ist, die von diesen Personen sestgesetzten Gewichte auch von der Bahnverwaltung als verbindlich anerkannt nxrbcn. — Für den Verwaltungsrat in der Außenhandels- stelle beim A u s w ä r t i a e n Amt, für den Beirat beim Landesberufsamt sowie für den vorbereitenden Reichswirtschaftsrat haben die hessischen HanbelSkam- mern die vorgeschcriebene Anzahl von Personen als Vertreter der hessischen Industrie und des Handels namhaft gemacht. — Nach der Reichssteuerordnung sollen die Länder und Städte berechtigt sein, Zuschläge von «Steuern a u s das Gewerbe zu erheben. Das Ministerium dec Finanzen ist gebeten worden, von einer hierauf bezüglichen Gesetzesvorlage an die Volkskammer den hessischen Handelskammern Gelegenheit zur gutachtlichen Aeußerung zu geben. — $n einer Eingabe an das Reichswickschastsministerium sind die hessischen Handelskammern dasür eingetreten, baß die zwischen Nord- und Süddeutschiand bestehende Ungleichheit in der Festsetzung der Malzkontingente beseitigt wird. Sie haben sich ferner im Interesse der Brauereien für-eine anderweite Regelung des Bezugschein- Verfahrens eingesetzt, wobei als ft.bitverständ- liche Voraussetzung gelten soll, daß hierbei der Getreibehanbel nicht ausgeschaltet und die über bas zu gesprochene Kontingent , hinausgehende Gerstenmenge restlos an die Reichsgetreidestelle abgeliefert wirb. --- .■-■pan»—--- Ans Stadt und Land. Gießen, den 26. Ium. 1920. Die Abstimmung in Ostpreußen. Ter Deutsche Schutzbund teilt mit: Tie Frei- fährtsckeine des Deutschen Schutzbundes berechtigen zur Fährt durch beit polnischen Korridor nur in Sonderzügen ober burckftauftmden Züg,m Laucn- burg -Danzig und gegebenenfalls Könitz—Czerck— Marienwerder. Ter Deutsche Schutzbund- i)f im ganzen Reiche durch Zweig>st>ettcn, Arbeitsgemeiu- schäften sowie durch die Vereine heim-attreuer Ost- und Westpreußen vertreten. Tie Schutzbundsahir-' scheine gelangen durch diese Stellen zur Ausgac^. Wer noch nicht im Besitze eines Fahrscheines ist, tut gut, bei ben ^namtten Stellen anzufragen, sofern er nicht bereits verständig: ist, baß er wegen den immerhin beschränkten Transpvrtmöglichseiten nicht befördert werden ßrnn. Bei der Benutzung ber Abstimmungss-onderzüge genügt auch für die Fahrt durch den polnischen Korridor der Abstim- mungsausweis, ein amtlich r«on der Ortspolizei aber anderen Behörden beglaubsgiter Personalaus- tveis mit Lichtbild. Für die Benutzung von Züg-en des öftenllickien Verkel-rs, die burch ben polnisck-en Korridor fahren, muß ein Paß mit polnischem Visum besorgt werden. Sollte der ZugiverLelw Könitz—Czcrck— Marienwerder so rechtzeitig eingerichtet werden, daß er für die Abstimmung in Frage kommt, fo kann diese Strecke ohne Paß benutzt werden. Für die Fa'hrt über See sind weder Paß noch Persionalansweis erforderlich, sondern lediglich der Abstimmungsausweis. Die Rückreift muß dann aber auch auf dem Seewege erfolgen. Tie AbstimmungsEÄveift werden von ber deutsch- polnisck/en Absttmmnngsklommission im Wstim- mungs-geviet selbst ausg>estettt und versandt. Ter Versand erfolgt teils unmittelbar, teils durch Vermittlung der HeimatverbÄidbe. Es muß damit gerechnet werden, daß ein Teil ber Ausweise erst in den erffen Tagen! des Jusli in den Besitz fixer Stimmberechtigten gelangt. ftWTB.) * ♦* Besitzwechsel. Professor Lambh verkaufte sein Haus Großer Steickwcg 21 für 55 0(0 Mark. — Wiederverkauft wurde das Haus Seltersweg 59 für 115000 Mark an Kdrl Kölner. *• Dem Zirkus Althoff wäre zu seiner gestrigen Eröffnungsvorstellung wirklich ein besserer Besuch zu wünschen gewesen. Denn^ er steht mit seinen Darbietungen wohl an ber Spitze ber Zirkusse, bic Gießen im letzten Jahre auf bent Oswaldsgarten sah. Angenehm überrascht ward man vor allem durch ben hervorragend schönen Tierbestand, besonders toemt man bedenkt, mit nclch ungeheuren Schwierigkeiten gerade heilte ein Zirkusimternehmen zu kämpfen hat, um diesen aus der Höhe zu halten. Eine wahre Augmfveude, wieder mal edle, wohlgebaute Pferde zu schauen, die auch hinsichtlich ihrer Dvessuren keinen Wunsch unbefriedigt ließen. Näheres Eingehen auf die einzelnen Nummern des reichlmlttgen und ab iveänlungsretchen Programms reebietet leider die Raumnot. Den Pferden stehen die Leisttlngen des kleinen Htmdekoppels würdig zur Seite. Auch die Kamele, die den Beschluß des Abends bildeten. In ihrer Art gleich vorzügliches boten die verschiedenen Trupps der Akrobaten usw. Man weiß wirklich kaum, wen man an erster Stelle nernten soll, ob die ikarischen Spiele der fünf Rothenecks, die mit dem menschlichen Körper unglaublich zu jonglieren und Fangball zu spielen wußten, ob dem Trapezkünstlerpaar mit seinen schwindelerregenden Leistttnmn, ob der temperamentvollen Araberfamilie mit ihren Menschen-Pt)raniiben oder den drei beweglickren Tralstseiltänzerinnen. Auguste und Clioivns sargten zwischendurch für genügende Heiterkeit. Hessen-Nassau. Die Werbung für die Fremdenlegion. , = Frankfurt a. M., 24. Juni. Dte Pressungen junger Deutscher durch Agenten für die Fremdenlegivn nehmen trotz aller Warnungen ihren Fortgang. Heute kehrten zwei junge Leute aus Franlreich zurück, denen es im letzten Augenblick gelungen war, sich aus den Horden der Franzosen zu befreien. Ter eine, ein 21jä'hriger Kellner aus Altenburg, wurde bei Höchst a. Alain ti-jr einigen Wochen angeblich für Auftäumungsarbeittm im Saargebtet g^vorben. Dem jungen Mann, der mit Geivalt in dem Höchster Schloß festgehalten: wurde, näl-men die Marokkaner die Sachen ab. Tann transportierte man ihn nach Landau, wo er von den Schwarzen die schwersten Mißtzandlungeit zu erdulden hatte. Von hier aus Bant er mit 30 Leidensgefährten nach Metz in die Trainkaserne. In Metz waren bevefts an 150 junge Leute in Kellerräumcn tafemiert. _ Tieft mußten bei schlechtem und mangelhaftem Essen — in 40 Portionen mußten sich die 150 Mann teilen — die sd/wers:en Arbeiten verrichten unb wurden bann unter sclKrsster Bewachung, nachdem man ihnen Geld unb Kleiber zwangsweise abgmommeit Tiatte, nad) Marseille tranSporttert. Bon hier gelang es bem Kellner in einem T--Zugc: zu ent- weichen und glücklich das unbesetzte Gebiet vöttig rnittettos und aus gehungert zu erreichen. — Ter zweite, ein 17jähriger Bursche aus Hedwigsbuvz in Braunsck>wetg, wurde in Köln von einem Herrn auf offener Straße für Räumungsarbeiten in Eus - kirchen geworben, nach einem französischen Bureau r.ckhe dein Tom geführt, später nach Forbach und dann nach Metz in die Trainkaserne vecocacht. Auch dieser junge Mann hatte in Metz die schwersten Aiischänblungen zu erdulden, namentlich von elsast - lothringischen Soldaten, die jetzt in sranzöstsck;eu Tiensielt st^h n. Beide junge Leute wurden grcwalt- sain unter varge!ialtenem Revolv-w gezwungen, sick> lür eine sünßä'hrige Dien streit in der Frentben- legion zu verpflichten. Dem Hedlvigsburg. r gelang es, von Metz atts in das mtbesetzte Gebiet zu entkommen. oz. K ässe l, 25. Juni. In der letzten S t a d t- Verordnetensitzung kam es zu stürmt-, scheu A u s e i n a u d e r s e tzu n g e n. Anlaß hierzu bildete die Anfrage eines demokratischen Stadtverordneten über die öftere Abw esen- heit des Oberbürgermeisters Scheibemann aus Kassel. Der ftzialdemokratische Stadtrat und frühere Schriftleiter bes „Volks- blattes" Häring wandte sich hierbei in scharfen Ausdrücken gegen die angebliche Hetze der bürgerlichen Kftrsseler Zeitungen gegen Scheidemann. Die s2(u5fültamgcn — so schreibt hierzn die „Hessische Post" — strotzten derart von persönlichen Beletdi- Mngeit gegen die Schriftleiter dieser Zeitungen, daß sie sich bei jedem Menschen von einigen moralischen Qualitäten von selbst rich.en. Im ivetteren Verlauf der Auseinawbersetzmtg, die äußerst stürmisch verlief, wandte sich Oberbürgermeister Sdeidemann namentlich gegen bic Verschmierung seiner Dienstwohnung, die in einer ber letzten Nächte mit ellenlangen Settern aus Oelfärbe versehen worben ich Audi seine Frau, so sagte Scheidemann, werde täglidj- mtt anonymen Schmähbriefen überschüttet, und sogar seine Tochter habe unter diesen Gehäisigftiten zu leiden. Naä>dem man sich anverthdlb Stunde gegntfeitig die stärkten Grobheiten gesagt hatte, ging man zur Beratung ft>es Haushalts über. AlrchNche Nachrichten Cvnngtliiche Gemeinde. Sonntag bat 27. iFuni 1920, 4. nach Trinitatis. Stadtkirche. Vorm. 8 U'tr, zugl. Christenlehre f. d. 9teu tonfirm. a. d. Markusgern.: Pfr. Becker. — Vorm. 9y2: Pfr. Mähr. — Varm. 11: Kinrergottesdienst f. d. Mcckthäusgem.: Pfr. Mahr. — Donnerstag den 1. Juli, abends 8^/2 Uhr, Ge-- nteind'wcrsammlirng für Männer unb Frauen ber Markusgemcind? im Markussaal mit Besprechung des Themas „Unser Gotteschenst". Jo-han nes- kirche. Bonn. 8 Uhr fällt aus. — Bonn. 9Vs: Pfatwass. Ramge n. vovausgog.t'Ngener Ordination. — Bonn. 11: Kindergottes Tatst f. b. Lnkasgem.: Pfr. Bochtolsheimer. — Abends 8: Btbelbesprech. im Jplwmtessaal: Pft. Mahr. — W t e s e ck. Vor- mittnigd 91/2: Gottesdienst. — Kirchberg. Vav- mittags 10: Gottesdienst. — 11: Christenlehre f. b. weibliche Jugend. Kalholischl» Gemeinde. Samstag den 26. Juni. Nachmittags 5 und abends 8 Uhr: Gelegenheit z. hl. Beick>te. ' Sonntag den 27. Juni. 5. Sonntag nach Pfingsten. Bonn. 61/2 Uhr: Gelege nh. z. hl. Beichte. — j 7: Hl. Messe. — 8: AuÄl. d. hl. Kommunion. !— 9: Lwchimt m. Predigt. — 11: Hl- Messe m. Predigt. — Nachm. 2: Elwistenl-hie; darauf Andacht. — Abends 8: Alosiusandach. — Freitag vorm. 7 Uh r ist Segensmesft. — Diaspora-Gottesdienst in Grünberg um 9Vs Uhr, in Hungen um 8 Uhr, in Lich um 10 Uhr. Die Gräfin. Roman von G. W. Appleton. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 64. Die Gräfin stellte mich der Wärterin vor und erttäcte, daß ich die alte Gräftn Elena behandelt habe, als sie plötzlich auf geheimnisvolle Art verschwunden, ja in WirLichLeit unter Anwendung brutalster Gewalt aus ihrer Wohnung in London weg geschleppt worden fei. Was wir jetzt begierig wären, zu erfahren, seien die Gründe und näheren 'Umstände, unter denen die arme alte Dame nad) Rom verbracht und in Wahrheit als (befangene in dem Palast interniert woröen sei, in dem sie jahrelang als Herrin geschaltet habe. „Was wir wollen," sagte ste schließlich, „ist nur die volle Wahrheit. Ich bin überzeugt, daß Sie nichts zu verbergen wünschen. Außerdem wird es Ihnen zu Ihrem Vorteil gereichen, wenn Sie offen und freimütig in dieser Sache mit uns sprechen." Die Wärterin, die offenkundig erstaunt diesen Worten 5ugehört hatte, erwiderte ohne Besinnen: Nun, Frau Gräfin, soweit ich in die Angelegenheit verwickelt bin, ist bic Sach- sehr einfach. Ich habe nicht im entferntesten etwas zu verbergen. Ich bin Wärterin von Beruf und das letzte Jahr über in der Krankenabteilung «einer privaten Jrrenklinik angestettt gewjen. Nagern ich mich mit dem Oberarzt überworfen, suchte ich mir einen «neuen Platz. Zufällig sah ich eine Annonce in der „Times", durch welche eine erfahrene Wärterrn, die gewöhnt sei, mit Irrsinnigen umzugehen, gesucht wurde, um eine an Halluzinationen leidende Dame auf Reisen zu begleiten. Das Ergebnis war, daß ich am folgenden ober übernächsten Tag m „De Keyftrs Hotel" mit einem Herrn -usammen- traf, ber sich mir als Erbgraf Frangtpant vor- stellte unb mir eröffnete, baß seine Schtvester vor ein paar Jahren aus Italien verschw^cnben fei, und er sie nach langem Suchm endlich in irrem Zustande in einer ärmlidjcn Vorstadt Londons entdeckt habe. Sie sei dort all ihres Eigentttms, sogpr ihrer Kleiber beraubt worden. Das ist in gewissem Sinne sehr richtig, stimmte die Gräfin bet. „ , t, . Ihre Wahnvorstellung sei, fuhr die Wärterin fort, — so sagte mir der Graf — daß er sie sett Dielen Jahren verfolgt unb in diese verrufene Gegend getrieben habe. Das ist vollständig wahr, sagte ich, zum ersten Male das Wort ergreifend. Nun, was formte ich anders tun, als seinen Angaben Glauben zu schmken? Sie schienen mir sehr einleuchtend, und als er fragte, ec wünsche sie in seinen Palast nach Nom zu verbringen und dort für sie zu sorgen, damit sie mit jeher möglichen Sorgfalt behandelt werbe, warum sollte ich aus seinen Beweggründen Verdacht schöpfen ober an seinen Worten zweifeln? Gewiß, sagte die Gräsin, Ihr Benehmen in dieser Angelegenheit war völlig korrekt. Nimmehr, fuhr die Wärterin fort, wurde ick dem Sekretär des Grafen, einem Herrn Salviatt, vorgestellt. Er sollte in demselben Zuge mitsahren und uns nach Rom in ben Palast begleiten. Befinbet er sich gegenwärtig hier? fragte ich. Ja. Wenigstens sah ick ihn noch gestern. Daher wurde alles Weitere sofort abgemacht. Die alte Dame sollte am selben Abend in das .Hotel verbracht werden, und ich wurde angewiesen, am nächsten Morgen meine Stelle anyutreten, um mit dem ersten Schnellzug abzufahren. Ich will mich kurz fassen: ich sprach in dem Hotel vor, sah die alte Dame imd fand sie in fo aufgeregter Verfassung — tobend, weinend, mich anflehend, sie aus der Gewalt ihres Feindes, des Erbgrafen, zu erretten, daß mir ihr Benehmen, so sehr ich an derartige Schauspiele gewöhnt war, die Worte des Grasen nur betätigte. Ein großer Koffer mit Kleidern war da, aber ich hatte fürchterlick)e Mühe, sie nur so wett zu bringen, daß lie etwas, das für die Reise paßte, anzog: auch aus dem Bahnhof hat sie eine nette Szene aufgeführt, aber nach und nach hat sie sich doch beruhigt. Wir hatten ein reserviertes Abteil zu unserer Verfügung. Die ganze Reise über war sie saust wie em Lamm. Sie ließ sich ohne Murren in den Palast hier verbringen und hat mir seither keinen Augenblick mehr Schwierigkeiten bereitet. Sie liegt einfach da und jammert den ganzen Tag. Das tut mir schrecklich weh. Dann ist sie also bettlägerig? fragte ich. Sie bleibt im Bett liegen, gewiß. Sie will nicht anfstehcn und ist meiner Ansicht nach sehr krank, aber sie weigert sich, einen Arht zu ernv- fangen. „Lassen Sie mich allein, meine Liebe," sagt sie. „Ich bin mit meiner Kraft zu Ende, lassen Sie mich daher in Frieden!" Jetzt glaube ich, daß sie nicht mehr irrfinnig ist, als ich selber, und ich kann Ihnen gar nicht sagen, welche Er- leichteruna Ihre Ankunst mir bereitet. Die Gräfin erhob sich. Sie wird sich wieder aufheitern, sagte sie, wenn sie uns sicht. Kommen Sie, Doktor! Ich werde vorausgehen, — aber einen Augenblick! Damit wandte sie sich an den nunmehr fas- ftmgslvftn Pasquale, ber zwar kein Wort von ber ganzen Unterhaltung verstanden hatte, aber etwas Unerwartetes ahnen mochte. Sollte der Erbgraf ober Signor Salviati erscheinen, sagte sie, so teilen Sie ihnen sofort mit, baß ich gekommen bin, die Gräfin Elena zu besuchen und daß Doktor Perigord aus London bei mir ist. Perigord! wiederholte er. Der Name kommt mir bekannt vor. (Fortsetzung folgt) Ttr ttirkischt Freiheitsfampf. Laris 35. Ium. -WTB. einer Privat- Meldung des „TemHs" aus Beinrkh ist der Äaf- fenstillstan £>, den Diener al ökrurtnib mit Mu- stapha ttcmal Pascha obgodVoiien bohr, n i d> t e r* neuert morden. Dir Spammng 'wischen Finnland und Schweden. Kopenhagen, 25. Juni. WTB. Em lek» gramm der „Berlingske Teb.mde" aus Helsingsoes Deriticfmet das in Fumland verbreitete Gerücht, die schwedische Regierung wert-e Finn- land eine neue Note überreichen, hie bm kibarofter eines Untimatums trage imb mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen droben roerbe. Tae finnische Ministerium des Auswärtigen erklärt jedoch, daß das Gerücht jeder Grundlage entbehre und wahrscheinlich als Ausdruck der großen Span ming auszufassen sei, die zur Zeit in allen Kreisen Finnlands herrsche. — Die Veisingsorser Zeitung ,,i>ust»udstadbladet"' veröffentlicht einen Artikel, der den engen Anschluß an England empfiehlt. Drr Boykott gegen Ungarn. Wien, 25. Juni. (WTB.) In den Besprechungen, die unmittelbar vor dem Ausbruch des Boykotts »wischen dem Staatskanz- l e r Dr. Renner unb dem ungarischen Botschafter in Wien, Dr. Gratz, stattgefunben habe,!, ist der Gedanke der Vermittlung des österreichischen Staatskanzlers zwisä-en der ungarischen Regierung und dem internationalen Gewerkschaft»' lmnd in Amsterdam aus getaucht. Grap erklärte im Auftrage seiner Regierung, daß diese, falls eine solche Vermittlungsaktion ftotttinben sollte, sich der Erteilung von Aufklärungen an die Vertreter des internationalen Gcwerkschaftsbuirdes nickst ent- ziehen wolle. Drei Delegierte des internationalen Gewerkschaftsbundes treffen morgen, Samstag, von Amsterdam in Wien ein, wo sie unter Vermittlung des Staatskanzlers Renner mit Vertretern der ungarischen Regierung eine Aussprache habe« werden. Erfolgreiche Mastnahnirn gegen Lbsttvuchct'. Mainz, 25. Juni. (WTB.) Am hiesigen Obststroßmarkt herrschte heute sehr erregte Stimmung. Die Polizei mar stark ver treten unb kontrollierte die Preise. Außerdem' hatte sich eine große Menge Arbeiter einge- funbett, die von Stand zu Stand gingen und es erzwangen, daß die Verkaufspreise auf einen bisher noch nicht bagcinefencu Stand ermäßigt wurden. Kirschen tour den zu 60 Pf. bis 1 Mk. das Pfund angebo teu, Erdbeeren wurden zu 1,50 bis 3 Mk. das Pfund verkauft. Auch aus dem Gemüse markt wurden die Preise herabgesetzt. Unter diesen Umständen war der Markt bald ausver- kauft, da die Zufuhr zurückgehalten wurde. BeinervösenBeschwerden wie Migräne, Schlaflosigkeit, Hysterie, Herzschwäche, nervöse Magenbeschwerden ist du Beste das altbewährte Hausmittel Baldrian iu der neuen mit feinster Schokolade bergest eilten angenehmen Form unserer Desko-Baldrian-Praltie ohne Baldrian-Gesckinick und -Bersch. Originalachachtel mit 12 Pralinen 6.50 A.ark nur In Apotheken und Drogerien. “*ss Deiko-Werk 8. m. b. B., fflüuehon 11. Horeeassstr.Us Schachecke. Unsere heutige Aufgabe von F. Dittmar, die wir der Deutschen Tageszeitung entnehmen, ist sehr gefällig imb hervorragend konstruiert. Seütes- iveigs leicht imb sehr lehrvach ist btt Studie von Kling unb Horwitz. Nr. 11. F. Dittmar (Dt. Dagesztg.). Matt m drei Zügen. 4 2 5 7 6 3 8 m 6 5 4 2 8 7 3 f g h W deck abedefgh Nr .12. (Kling und Horwitz.) W: Kc4, T 1'2. S: Ian,dlungen in Spao trug hierzu bei. Tie Kursl«vegnit§eu waren vielfach noch unten gerickstet, zumal sich noch anfangs die Devisenkurse g>^m gestern etwas abschwächlcn. Schistal-rtsaktieu waren geruckt. Argo giben von den gestrigen Steigerungen 15 Prozent 'her. Am Mvittanmarkte waren Rückgänge von 2 —6 Prozent zu verzeichnen. Plönft büßen sogar 11 Prozent ein. <^est blieben aber Larpener. Rheinische Lwannkohlen g.-wannen sogar 10 Prozent. Von Jarläver'ke.i sti-gen bardische Anilin, Elberfelder Farben unb .Höchster 3—7 Prozent. Sehr lebl>astes Interesse beshrnd wiederum für Petvolannwerte, wobei deulsck-e Petvelcumattien eine erste Rolle spielten. BemerkenÄrert ist noch che Kuröephöhimg vvn ZclLswff-Waldhoff um 13 Pivzent. Ter Aula gemarkt war wie gewöhnlich vernachlässigt mtb stick. Tie Börse schloß unsicher. Petroleumakljen fest und lebhaft. Seutüte Petroleum mit 746 etwa 100 Prozent gesen gestern xWt. \ Frankfurt a. M., 25. Anni. Börsen- ^sti m m u n g s bi ld. Tie endgültige Lösuitg der . Kabinettskrise ist einflußlos geblieben imb der Geschäftsverkehr blieb ruhig. Line Ausnahme machten Deutsch« Petroleum, welche ihre Steigerung zunächst weiter io ersetzten. Das Papier stieg um weitere 10 Prozent auf 763, kannte jedoch diesen Kurs nicht voll behttuptsn Unter Schwankungen später 755, 750. 761 Deutsche Erdölaktien 995 dis 685. Olavi Genußscheino lagen fest 625. Schau- tungdalm gingen 12 Pvozent höher um, 615. Teutsch-Uebersee Cettifikate 745 plus 5 Prozent. Montanpapiers behauptet. Phönix-Bergbau 380, Oberbedart 181,50, Mannesincvnn 328, Versicherungs-Gesellschaft Prvvideittia wurden mit 7.50 rationiert. Zellstoff Asck>aNeuburg lebhafter 293,50 plus 2* » und Zellstoff Waldhos 292 plus 7 Pvvz. Hambur g Paketsohrt vxfr?n 1 Prc-tzent aus 182,50 an. frankfurter Gasgesrilschatt wurden 12 Proz. gesteigert mit 182 rationiert. Sckreid^nstalt 507. Mexikaner lagen fest. 5proz. tÄoldmerikaner gewannen mit 337, 388 plus 8 Prozent. Steaua Romana 970 plus 10 Po zerrt. 5proz. Mr eg;«5 anleihe 79,75 (Wegen Schluß trat erneute stauilust in Icutfdx Petvoleum ein, welche bis 768 fliegen und 765 schlossen. grenfcfur. a. M., 27. 3unt. Tebtfenmarft. Datum: Amsterdam • Rotterd. Brüssel-Antwerpeu . llhristiania stopenhagen Stockholm Helstngsor«...... Italien London New-7)ork...... Paris Schweiz. . ., ,, . . Spanien Wien (altes) .... Deutsch.Oesterr. abg. Prag......... Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . . Geld Brief Geld Brief 24. Juni 25. Juni 1337,70 1336,30 1318,65 1321,35 322,15 322,85 319,65 320,35 639,35 640,65 629,35 630,65 619,35 620,65 611,85 613,15 816,65 818,35 809,15 810,85 177,30 177,70 177,30 177,70 227,75 228,25 228,75 229,25 148,60 148,40 146,35 146,65 37,40 37,50 36,90 37,- 308,20 308,80 307,70 308,30 679,30 680,70 674,30 675,70 619,35 620,65 619,35 620,65 26*22 26,28 26,22 26 M 87,65 87,85 86,15 86,35 22,22 22,28 22,84 22,90 •Datum: 5*/,Deut. Krieqsanl. 4°/,Deut.Beichsanl. I-',Deut.Ne chsanl. 4e/„ Preuh. flonjoU Darmstädter Bank Deutsche Banh. . . Disconto« Besrllsch. Dresdener B nik. . Nationalbank f. D. Milteld.Crcdiidanb K..Amsrik.'Paketf. NorddeutschrrLIoytz Noch. Gußstahiwr^ D.-Luxemb.Bergm. Gelseunirch.Bergw. tzarpener Bergbau Oberfchl.Eifenb.-L O bersch les. Eisenink. PHSnix.vrgb..Abt. Bad.Aiülin-u.Soda Höchster Farbwerke (tlehir. A. E. G. . Lchuckert-Werke. IelteiiLGuiUeaume Daimler Dud.-Lisenw.-Akt> Adierwerke ... 4% Hejs. Saatsanl. Electron GrieehetW Bärfrnhtrfe. Frankfurt BerNn Abend- Aoend- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs 24.6. 25.6. 24.6. 25.6. 79,75 79,75 79,75 79,75 —. * we - — 73,60 73.40 —— . — ■— e «rr 63,20 63.20 — 1 w* —» . — 72.40 72.- — , w 155,75 135,50 —. — ‘.>78.50 277,75 207,- 206,75 —, — -MW —- 175, — 177,- - —• 146,- 146,- 147,50 148,50 146,- 182.50 182,60 181,- , «■ ** . — 177,75 175,- 244,50 — . 244,- 236,75 262,50 264,75 231,75 284,- 285,- — , — - w 256,50 286,50 181,50 181,- 181,50 •V , •** 240,- •239.75 388.- 380, - 390,50 381,50 427,- —r . 1- 423,50 427,50 -w . — 340,— 332,- 334,- 268,- 263,75 264,50 — . *• 170,- 399,50 391,25 206.50 W a 205,- 204.- T" - IW . «B 235,50 235,- 211,50 — . — 213.- 217,- •— . ** - . — 84,50 84,93 a MW» 280,- 287,50 «arknotierunge». Datum. 24.6. Zürich 14,70 Amsterdam Kopenhagen............... 16,- Stockholm................ UUieii.................. 440,- Prag 25.6. 15,10 7,60 16,40 12,45 440,- = Frankfurt a. M., 25. Juni. Gegen eine der größten Lederwarenh andlungen Frankfurts, die durch den Kvnjunklurumschwung in Schwierigkeiten geriet, ist das Verfahren wegen Z w a n g s v e r w a l t u n g eingeleit t. Die Lager der Firma repräsentierten im Februar einen Wert von neun Milliouni Mark, während es jetzt nur noch mit drei Millionen Mark bervertet wirb. 111 ...... -■■■ .............................. (In einem Teil der Auslage wiedrrholk.) Die Aufnalnne Deutfchlanbs in den Völker- bunb. Amsterdam, 25. Juni. ^WTB. Lloyd George sagte im Unlerhause in Erwiderung auf eine Anftagc, Deut s chlandwerdeein geladen , in den Völkerbund einzutteten, wenn es den ernstlichen Willen zeige, die ihm nad? dem Friedensverttage obliegenden Perpflichtunsen ans- zuführen. Nochmalige Vertagung der Spaaer »lonfrrenz? Paris, 25. Juni. iWTB. Der Londoner ftorretoonbent des „Neuhork Herold" tmU aus guter Quelle fahren haben, daß die Konferenz von Spaa wegen der Lage in Deutschland jedenfalls nochmals vertagt werde. Di« Alliierten könnten Verhandlungen von Bedeutung, wie sie in Spaa bevvrständen, nur mit einer dauernden RogiMmg führet,. Giolittis Programmrrbf. Rv m, 25. Juni. WTB.) Stofmri. Ministerpräsident G i o l i 11 i führte in seiner am Donnerstag in der Kammer gehaltenen Rede über die Polt t i k d e r Regier» ngaus, das H.rnptzicl der auswärtigen Politik sei, Italien imb Europa oen oülligen und enzigUltimen Frieden zu fidy?rn, weshalb mit den Alliierten engste tmi> herzlichste, aber auch mit den anderen Ländern und ebenso mit Rußland sremrdschaftljche und normale Beziehung.:» nvtir-eudig feien. Giolitti kündigte eine Verfassungs- 'änberung in dem Sinne an, daß internationale Verträge der (^.nehmigung des Parlaments unb obens-o Kriegserkiärimgeii dessen vorherigen Zustimmung unlerlie^.m sollen. Er schlägt die Fassung von ftommiHioneit in Kammer und Senat zur parlamentarischen Kontrolle der auswärtigen Politik v-or. Auf dem (»febiete der inneren Politik toirb sich die Regierung mit der Teuerung, dem Preisabbau unb mit der Hebung der Pwouktion befassen. Giolitti bezifterte bic Sttiiatsi'chuld auf 95 Mi stunden, wovon 20 Milliarden an das Ausland geschuldet 'werden. Um den Bankerott zu vermeiden, feien große Ersparnisse, vor allem aber neue Einnatmu Miellen itohnenixig. Giolitti hin» bifftc Gesetzesvorlagen an über die Ablieferung der nußerorbentlichen Kriegsgewiime an den Staat, über die Kontrolle der K'ÄegSauHgaben unb Revision der Kriegsli-ferungsvarträg', über die Erhöhung der Erbschasts- imd der Automobilsteiker, iowie über die B-esteucrnng her Werttitel. Italien, so erklärte Giolitti zum Sckstuß, steht jetzt vor dem Beginn feiner Wiedererstehung oder seines Verfalls. Jeder Italiener müsse sich für das Land opfern. Auf Iwisch'enfragen einiger Exttemisten antwortete Giolitti, es falle ihm nicht schwer zu erklären, daß die Regierung einem Protektorat über Mbanien nicht günstig gesinnt sei und Albaniens Unabhängigkeit wünsche. Bei itWvänllle bevorzugt. Kopfschmerz Ab heute bis einschließlich Montag 011467 5 Akte. Ferner: Frl. Baronin, Lustspiel in 3 Akten WWW Cafe Astoria Statt Äartew. i Vermählte r Vnde 1 Nhr Ende 1 Uhr. 0U442 Inh . Jul. Kölner. WkNttmr $tiltr-$trtii Hotel Schütz Verlobte Saljböb«* filcm-lünben Jnni 1930 TOM Aiun 7. Trabreiten: 311(15 D. Mim 10. Villettr von 10 Xlsog rt lOMtr eorem ,rotze Vrstze m IlerlDoa. W. Althoff, Direktor. 011418 8. 9. Gretchen Jung Hermann Klein Eigene Konditorei. Fritz Zöller Lina Zöller geb. Adam Galovvreiten; Trabreiten f.alle Pferde: Schwere Spring foufurrena; Trabsadren: 3ciflbm.91 u^lauh vinderniSsabreu Nennen f. Pauje- Vierde. le zwei Extravorstellunoen t» d«t hiMiJjMctelttip-IwtieJIuf zahlen Bita tolle Preise. Montag, 28. Juni, abend» 8 Ubv 5. 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Allen denen, welche unserer lieben, teuren Entschlafenen während ihres langen Leidens so liebevoll und sorgend an der Seite standen, den evangelischen Schwestern, besonders Schwester Elisabeth, sowie für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange und für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir Allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Glatthaar geb. Kreuter Sie ttQneroöen MleMbem 3. d. 91.: Ludwig Wiedmeyer. Sämtliche Reparaturen sowie Neulieferung I und Zubehör berufen wurden. Fran kfurt a. M., 25. Juni. Eine vorn ScklichtungSaiissckxuK emberufene Versammlung» auswärti ger Bauunternehmer Mr Regelung der von den Bauarbeitern neu erhvben Lahnforderungen wurde heute mittag kurz nach Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters sagen wir unseren aufrichtigen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie fuörolg Dönges, tzeuchelhelm „ öelnriö) Dönges. Aovtzeim Wilhelm Dönges. Hoöhelm „ beinriö) Söjroeiber. Leun. --- Diez a. L., 25. Juni. In der sogenannten Wildweiberlei, einer Kalksteinfelsen- ' Deutsche« Schutzbund Annahmesielle: Geschäftsstelle dieser Zeitung. SAliszimer o.M preiswert abzugeben. Rudolf Blum Arrnst und Wissenschaft. = Frankfurt a. M., 25. .Juni . Tter Direktor der Stadtbibliothek, Ge'hermer Konsi- storialrat Professor Tr. Ebrard feiert morgen seinen 70. Geburtstag. Ter greife Gelehrte hat tn fast 30jährigem Wirken die Stadtbiblwthek aus kleinen Anfängen zu der zweitgrößten städtischen Bibliothek nächst der Hamburger ausgeKaltet. hervorragenden Ausbau erfuhren durch ihn dre Abteilung Städtische Medaillen und Bücher sonne die Abteilung tzebraica. Freunde nick Verehrer des greifen Gelehrten haben emc Festschrift verfaßt, in der sie die Verdienste und zahlreichen literarischen Veröffentlichungen Ebrards eingehend würdigen. __________ _________________________ Neues M-Ziie-ta mit Hinterbaus u.Garten, ■lOOqmgvofj, zu verkaufen. Näheres [7038c Hausbesitzer Verein. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Piano sehr sck. Ton. blll. z. verk. oi.4,°) Schottstr. 15,1. r. Gestern abend 7V2 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, das er sich im Felde zugezvgen hatte, mein lieber Mann Wilhelm Aldach im Alter von 41 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Albach geb. Liunestruth. Gießen tEderstr. 3), den 25. Juni 1920. Die Beerdigung findet Montag den 28. Juni, um *M Uhr, von der Kavelle deS neuen Friedhofes aus statt, l01*“19 1 frifdiyiclftniit Zlcgc zu verkaufen. cm«! LaunSback 65. 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Eine Hausdame «aus Bad-9touheim verfolgte [Berufung gegen ein Urteil W dortigen Schöffengerichts. eie batte an Stelle einer Bettslasche einen heißen Backstein in Papier und ihr Nachthemd ciu- gewickelt, ins Bett gelegt. Dec Stein war fast glühend tato das Deckbett sing Fetter. Sie riß es ’ter= aus, goß Wasser daraus und legte sich im Nebenzimmer schlafen. Sie chatte sich aber das Löschen zu leicht gemacht; das Feuer brach wieder aus lind es entstand ein Zimmerbrand, der der Angeklagten wegen fahrlässiger Brandstiftung emc Geldstrafe von 25 Mk. eintrug. Ihre Berufung dagegen wurde verworfen, da sie trotz ordnungsmäßiger Ladung heute nicht erf dienen war. Mehrere Diebe und Hehler erhielten er- heblichc Freiheitsstrafen. Die Fälle sind ohne größeres Interesse. NcincttlichcS, modernes in vornehmst.Lage <3 Etag. je 7 Zimmers zu verkauf. Sehr. Ang. unter 011410 an den Gießen Anzeiger. 3 Pferde 7-10jährig, mit Wagen u. Geschirren wegen Anschaffung eines Lastautos sofort zu verkaufen. Gotthilf Röhrte Nacks., Marburger Straße 7. Tetevhon 344. «ns .Milchlieferung im Interesse der 'Heranwachsenden JugOld. Ter oft bestrafte Arbeiter A. ö. aus Sachsenhausen 'hat in Vilbel einem Schafherdenbesitzer mittels Einbruchs zivei Schaflämmer gestohlen. W^en Rückfalld«bstcchls erhielt er ein Jahr sechs Monate Gefängnis und fünf Jahve Ehrverl ust. Ta er wogen der Höhe der Strafe fluchkverdäckftig erschien, wurde er sofort verhaftet.______ Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 27. Jüni: Aida. — Montag. 28.: Ter Bettelstudent. — Dienstag, 29.: Ter fliegende Holländer. — Mittwoch, 30.: Ter Zigeunerbaron. — Donnerstag, 1. Juli.: Die ersten Menschen. — Freitag. 2.: Hoffmanns Erzählungen. — Samstag, 3.: Schahrazade. — Sonntag. 4.: Tie ersten Menschen. — Montag, 5.: Ter Bettelstiudent. — Dienstag, 6.: Tannhäuser. — Mittwoch, 7.: Aida. Gießener Strafkammer. Gießen, 25. Juni 1920. Ziegen werde er nur bekmnmen, wenn deren Verwendung zu Zuchtzwecken behördlich überwacht werde, hatte der Direktor des Kreis-Ziegen-Zucht- vercins Alsfeld dem Angeklagten Händler P. K. geschrieben. Infolgedessen fügte-dieser einer Anzahl von amtlichen Bezugsbescheinigungen — öffentlichen Urkunden — einen entsprechenden Zusatz bei. Er hielt dies für ungefährlich, demr er hatte die Bescheinigungen mit seiner eignen Schreib- lrnaschine vorgeschrieben und die Zusätze, nachdem ihm die Scheine v!on den Behörden unter schrieben !»md beglaulngt zugegangen waren, mit der gleichen Maschine langefügt. Er täuschte sich; durch ein höchst scharfsinniges Gutachten des Ehem.-Mikrostop. Jn- stttuts von Tr. Popp in Frankfurt a. M. wurde die Fälschung in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise nachgewiesen. Der Angeklagte erhielt tee Zeitungsvoccke usw. Das zahlreich angesam- Ste Publikum im Zuhörerraum — über 100 Pcrson-en, darunter vielfach halbwüchsige — nahm in gleicher Werfe Partei und erging sich in .lebbasten Zwischenrufen. Es gab ein allgemeines Durcheinander. Im Anschluß daran verließen sämtliche bürgerlichen Stadtverordneten den Saal, so daß die Sitzung infolge Beschluß Unfähigkeit aufgehoben werden mußte. — Zu den beschämenden Vorgängen bemerkt die „Kreuznacher Zeitung": „Es lag nicht der mindeste Anlaß vor zu dein wüsten Lärm im Zuschauerraum, noch zu den Beleidigungen und Beschimpfungen. Wir können uns nicht denken, daß die soz. Parteileitungen derartige Exzesse meist jüngerer und politisch unreifer Elemente billigen sollten. Tann mußten sie aber auch mit allem Nachdruck dahin wirken, daß solcher Unfug aufhört. Auch die 'Leitung der Sitzung wird alle Maßregeln yu treffen haben, die die Verhandlungsmüglichkeit und die Wurde der Versammlung nachdrücklichst schützen. Solche Szenen, bei denen einem Stadtverordn'len gegenüber mit „Totschlägen" gedroht wurde und sich besonders eine Weiber st imme mit ihrem belferen Gekreisch in unartikulierten, unverständlichen Tönen unangenehm bemerkbar machte, müssen aufhöven. Sonst ist die Tätigkeit des Kollegiums lahmgelegt." Geriehtssaal. [1 Marburg, 25. Juni. Das Wucher- g e richt verurteilte einen von einer westfälischen Ortschaft mit dem Einkauf von Lebensmitteln beauftragten Mann, der in der Gegend von Wetter Erbsen, Weizen, Mehl und sonstige Lebensrnittel, sowie zwei Schafe aufgeLaust und den Frachtbrief mit falschen Angaben versehen hatte, zu 1000 Mk. Geldstrafe. --- hochschulnachrlchten. — Frankfurt a. M., 25. Juni. In der medizinischen Fakultät haben sich habilitiert Dr. R Weichbrodt, Assistenzarzt an der Psychiatrischen Klinik, als Privatdozent für Psychiatrie und Dr. meb. et phil. W. Lipschitz, Assistent am Pharmakologischen Institut, als Privatdozent für Pharmakologie. Vermischtes. * Kirschen für . . . Reichs ta g sw ter. Auf einen originellen Ern fall sind die -ot» Hörden von Semmel bürg geüomrneau Sie l-aben beschlossen, die ihnen vom Kreise Eisleben zugeteilten Kirschen an die ReickMisswMer zu verteilen. Tie Verteilung soll nach der. Wähler- liste borgenommen werden, so daß alle diejenigen, die nicht gewählt 'haben, leer aussehen. ** Das kom munistische Wickelkind. In der „Freiheit" war am vergangenen Dienstag folgendes Inserat zu lesen: „Die Geburt einer kleinen Spartokisttn zeigen 'hocherfreut an Friedr. Schnellbacher und Frau, Hanau." ha. Affolterbach, 25. Juni. Die Hei- delbeerernte, die in diesem Jähre über Erwarten reich ausfällt, ist jetzt in vollem Gange Ein gewaltiger Strom von Ausflüglern ergoß sich in die Odewwaldorte, um in den Wäldern nach Heidelbeeren zu suchen. In Wahlen traten ater die Em'hemrisck)eu den fremden Besuchern feindlich entgegen, weil sie angeblich eine Verschleppung der Maul- und Nauenseuche durch Waldbesucher^befürchteten. Junge Burschen warfen auf die Touristen mit Sternen und gaben sogar aus Revolvern Schreckschüsse ab. Kl. LMilmriÄung komplett u. gut erhalten, mit Erker n. Rolläden, sow. einige Fenster billig zu verkaufen. Wicseck, Gießener Straße 92. 69/11 011388] Neues, modernes Schlafzimmer Uinstönde halber zu ver- kaufen. Kirckstraße 16. Zn verkanien ein gut erhalt. Halbverdeck, fast neu, sowie zwei Milch' wagen, auch für Bäckerwagen geeignet. 7044 Krofdorker Straße 17. 2 noch nicht gebr. Fahrral- mfiitel iDrahlmäntel, Gr. 28X1V-) sind vreiswert abzugeben. Evtl. werd, auch solche auf Größe 28X1'/» umgetauscht. Schr. Ang. u. 6950 an d. Gieß. Anz. Damenrad fast neu, Frie- denöwar. m.Freil.u.Riick- ttittbr. z. uff. H. Kratz, Laubach iOberhesf.) 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