Nr. 12| Erstes Blatt 170. Jahrgang Mittwoch, 26. Mai 1920 Der Siebeoer Avzeiaer erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Ütjngspreis; Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 1080 einschließlich des Bestellgelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 «vsschkehlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: filrdieSchriftleitung 112; Verlag,lSesihäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietztv. poftichecNsnto: Kraokfvrt a. M. U686 GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck unö Verlag: vrühl'fche UniV.-vuch- und Steinöruderei R. Lange. Zchriftleltung, Geschöftrstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. A»oh«e von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20° f Aufschlag. fSauptlchnitlcitcr: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Jenz; für den Anzeigenteil H. Beek, sämtlich in Giehen. Staatsmonopok. Der unglückliche Ausgang des Krieges, die ungeheure Schuldenlast des Reiches und nicht zuletzt die neue politische Konstellation haben das Problem der Monopolisierung in verstärktem Mähe in den Vordergrund ge= rückt. Von besonderer Bedeutung sind daher die kürzlichen Ausführungen des Finanzministers Wirth im .Hauptausschuh der Nationalversammlung und anläßlich der Regierungserklärung über die wirtschaftliche Lage Deutschlands unter dem Plenum. Nachdem der Finanzminister unter lebhafter Bewegung des.Hauses das finanzielle Elend und die erdrückende Schuldenlast des Reiches mH besonderer Betonung der Milliardendefi- zit e der Post und Eisenbahn dargelegt hatte, kam er auf die „Sicherheit und Tragfähigkeit der steuerlichen Grundlagen" zu sprechen. Nach seinen Ausführungen erscheinen durch die umfassende Erzberger-Steuerreform weitere große Steuermöglichkeiten erschöpft zu sein, und es treten nun finanzpolitische Ueberle- gungen in den Vordergrund, die zu Monopolen führen. „Neue organisatorische Zusammenfassungen, die große Produktionszweige der Wirtschaft zu umfassen haben, müssen mit der Steuer in Verbindung gebracht werden." Ebenso in der Nationalversammlung: „Ich sehe die Rettung weniger in neuen Steuergv- setzen als in Staatsmonopolen." Diese Worte des Reichsfinanzministers beweisen unzweideutig, daß sich die Regierung von neuem mit dem Gedanken trägt, die Monopolisierung größerer Produktionszweige in Angriff zu nehmen, vor allem und in erster Linie aus finanzpolitischen Gründen. Von allgemeinem öffentlichen Interesse dürfte die Frage sein, ob die Einschla- gung solcher finanzpolitischer Bahnen vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus gutgeheißen werden kann, oder ob hier nicht das augenblickliche finanzielle Elend die Regierung kurzsichtig macht und zu Mitteln greifen läßt, die späterhin gerade eine Umkehrung des beabsichtigten Erfolges, vielleicht auch noch mehr als das bedeuten. Erst in allerjüngster Zeit hat der Staat als Unternehmer eines großen Betriebes das Ergebnis seiner Tätigkeit der Oeffentlichkeit unterbreitet. Die Bergwerksgesellschaft Hi- bernia in Herne, die seit 1917 völlig im Staatsbesitz ist und unter fiskalischer Leitung steht, istseitrund 47 Jahren zumer- ttenmal ertraglos geblieben, während sie unter privatwirtschaftlicher Leitung selbst in den Jahren der schwersten Krise um 1875 Dividenden ausschütten konnte. Wenn auch auf Grund dieses beklagenswerten Ergebnisses nicht allgemein auf eine völlige Unrentabilität aller Staatsbetriebe geschlossen werden kann, so wird doch an Hand dieses Ergebnisses die volkswirtschaftliche Bedeutung immer weitergehender Monopolisierungspläne gemessen werden können. Diese unrentable Wirtschaft des Staates wird wie im Bergbau auch bei den Monopolen in anderen größeren Produktionszweigen die Folge sein, denn sie findet ihre Erklärung nicht etwa — wie es die oben angeführten Zahlen beweisen — in augenblicklich vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten; hiervon müßten auch die Privalwerke in demselben Maße getroffen werden. Der innerste Grund hierfür ist vielmehr der, daß auf dem Monopolgebietc alleprivatwirtschaft- liche Regsamkeit ausgeschaltet ist. Eine Verödung der Volkswirtschaft ist die Folge. Jeder Beamte, der einmal in einem solchen Staatsbetrieb angestellt ist, weiß genau, daß ihm seine Stellung auch bei nicht zufriedenstellender Leistung nicht genommen werden kann, und daß er keinen Pfennig durch angestrengte Arbeit mehr verdient. Die gefährliche Rückwirkung auf die Arbeitsleistung liegt auf der Hand, letztere hervorgerufen auch insbesondere durch das Bestreben des Staates, die Löhne möglichst gleichmäßig zu gestalten, so daß der Fleißige nicht oder nur sehr wenig besser gestellt ist als der weniger Fleißige. Im Privatbergbau sind dagegen die Leiter und Angestellten im Interesse der Erhaltung ihrer Stellung und der Erhöhung ihrer Bezüge gezwungen, ihre ganzen Kräfte in den Dienst des Unternehmens zu stellen. Diese Momente gewährleisten mehr als alles andere eine billige, sparsame und ergiebige Arbeitsleistung. Aber nicht nur die Rücksicht auf die Marktbeherrschung und die Steigerung der Erzeugung ist im Monopol geschwunden, sondern auch der Wetteifer der Betriebsführer und Techniker im technischen Fortschritt ist, wie „Spectator" in den „Dresdner Neuesten Nachrichten" mit Recht bemerkt, beseitigt. Ein Mensch oder ein Stab von Menschen regiert im Monopol eine ganze Industrie, und an keinem Wettbewerb im eigenen Lande kann von ihnen selbst oder von anderen beobachtet werden, ob sie aus der Industrie wirtschafb- lich und technisch das Letzte herausholen. Die I verwaltungstechnischen Schwierigkeiten der Leitung einer ganzen Industrie kommen hin- ■ zu. Darin liegen die größten Nachteile aller Monopole, die nicht nur theoretisch erklügelt sind, sondern von der Praxis an allen Stellen immer wieder nachgewiefen werden, wo Staatsmonopole, ja wo auch nur einzelne Staatswerke bestehen. --------• । n um ----- Vorbereitungen ffir Spoo. London, 25. Mai. (WTB.) Wie die Agentur Reuter vernimmt, ift für die Konferenz in Span die Ernennung einer Delegation des britischen Reiches beschlossen worden. Die Dominions sind ermächtigt worden, ihre Vertreter zu bestimmen. Die Entschädigungssumme. Paris, 25. Mai. (WTB.) Tie interparlamentarische Gruppe der Deputierten und Senatoren ter ehemchgen Kampfzone hielt heute Dornrittag wieder eine SO yung ab und forderte angesichts der Auskünfte, C*e Millerand über die augenblicklich gepslog»mcn eng» lifch-ffranzöiischen Berhand'.ungen gab, die lückenlose Ausführung des Friedens Vertrages tun Versailles. Sie sieht die ins Auge gefaßte Pauschalsumme als eine Verminderung der deutschen ts-d/uio an und erklärt, daß der FricLensvertrng von Versailles vom Parlament angenommen worden fet und nur vom Parlament abgeändert werden k'inne. An der Aussprache beteiligten sich u. a. Ä'totz, Poincars, Loucheur und Louis Marin. Paris, 25. Mai. (WTB.) Ter gemäßigt sozialistische Abgeordnete Paul A u b r i o t, der letzte Woche aut Veranlassung Millerands seine Interpellation über die Festsetzung der Wiedergnt- m a ch u n g s s u m m e, die Deutschland an Frrn t* reich zu zahlen hat, zurückzog, schrieb heute an Millerand, er müsse seine Anfrage aufrecht erhalten Er werde am Donnerstag oder Freitag in der Kammer die Festsetzung der Debatte verlangen, die er im Jntevesse Frankreichs für unvermeidlich Hal e. Haag als internationaler Gerichtshof. Haag, 25. Mai. (WTB.) yöeederlundsch Kvrresp.-Bureau. Beim Ministerrum des Aeußern ist eine Mitteilung des Sekretariats des Völkerbundes eingegangen, wonach die Kommission zur Vorbereitung des Entwurfes für den ständigen internationalen Justizhof Haag als Ort des Zusammentritts der Kommission wählte. Das Sekretariat des Völkerbundes lud dir Kom- mission zum 11. Juni in den Friodenspalast im Haag ein. Die Lage in Irland. London, 25. Mai. (Wolff.) Reuter. Bedeutungsvolle Perionalveränderungen in Dublin Castle lassen die Befolgung einer mehr gemäßigten Politik erwarten. Ter Hillsuntersekretär des Vize- königs von Irland, Sir John Taylor, ist zurückgetreten. Ter Präsident des Landessteueramts, Sir John Anderson, wurde zum Unter» sekretür ernannt. Der irische Eisenbahnerbund hat nch dem Vorgehen der Hafenarbeiter angeschloffen und weigert sich, Kriegsmaterial zu befördern. Ein mit Kriegsmaterial nach Eork in Südirland bestimmter Eifenbahnzug blieb in Kingstown unter milckärischer Bewachung liegen, da die Maschinisten und Signalwärter sich weigerten, ihn absahoen zu lassen. Dublin, 25. Mai. (WTB.) In einer Verhandlung »wischen Vertretern der Ei>enbahngewerk- schatten und streckenden Dockern haben sich die letzteren unter der Bedingung, daßkeinKriegs- material befördert werde, zur provisorischen Wiederaufnahme der Arbeit verpftichtet. Entschließung norwegischer Sozialisten. Kristiania, 25. Mai. (WTB.) Der tta- tionale sozialistische Kongreß stimmte mit 285 gegen 30 Stimmen einer Resolution zu, die die Uebergabe aller Macht an die revolutionären geistigen unb körperlichen Arbeiter verlangt. Einstimmig genehmigte der Kongreß einen Aufruf an die Fabrikarbeiter, in dem diese ersucht werden, unverzüglich die Fabrikation von solpetersaurem Ammoniak ernzustellen da dies zur Herstülung von Munition diene, die gegen die ruffischen Genoffen verwendet werde. Russisch - finnische Friedensverhandlung. Kopenhagen, 25. Mai. (Wolff.) Einem Düegramm der „Berlrnske Ttbenie" aus Delfin gfors yriuige teilte der rus'ische Volksüvm- miffar für auswärtige An g^rgem eiten Tschitscherin bau finnischen Antzmrminisier drchstos mit, drtz die Räteregierung in der freundschaftlichsten Weise di-' Vorschläge ter finnischen Regierung über Zeit und Ort für die Friedensverhandlungen ausnebmen werde. Tie finnische Regierung nnrd ihre Vorschläge sofort nach Pfingsten nach Moskstu übermitteln. " Es scheint jetzt festzustehen, baß Kopenhagen als Ort für die Frieden sverhrnb- lungen in Dissicht genommen ist. Die Bolschewisten in Persien. Amsterdam, 25. Mai. (WTB.) Wie Ha- vas-Reuter aus Teheran melden, werden dre Räumung der Stadt erwogen und alle zum Schutze der Fremden notwendigen Maßnahmen getroffen. Tie roten Truppen bombardieren die Küste. London, 26. Mai. (WTB.) Der perfische Minister des Aeußern ift hier ange- kommcn. Er hat bereits mit dem auswärtigen Amt Fühlung genommen. Englische Verluste in Mesopotamien. Amsterdam, 25. Mai. (WTB.) Englischen Blättern zufolge verloren die Engländer in M e s o p o t a m i e n bei ffksechten mit den Arabern 47 Mann. Die Besetzung Westthraziens. Amsterdam, 25. Mai. (WTB.) Laut Tele- graas meldet der Konstantinopeler Berichterstatter der Times, daß die Besetznng von W e st t h r a zien begonnen hat. Eine von Jaffar Tagar Pascha nach Adrianopel einberusene Versammlung von Notabeln beschloß mit 118 gegen 82 Stimmen der Besetzung von Thrazien durch griechisch' Truppen Wldcrstand entgegenzusetzen. Daily Telegraph berickstet, die militärische Organisation in Thrazien sei jetzt vollendet. Jedes einigermaßen wichtige Dors habe eine militärisch Besatzung urtter dem Befehl eines Leutnants ober eines Hauptmnans; ansehnlich Mimik wnsvov- rate seien vorhanden. Zahlreich bulgarisch Frei- williae hätten sich ben türkischen Nationalisten angeschlossen. Das neue bulgarische Kabinett Sofia, 25. Mai. (WTB.) Bulgarisch Telegraphenagentur. Infolge des Ausscheidens der Minister Burow, Magqlarow und Ta new unb des Eintritts der agrarischen Abgeordneten Omari- schewsft und Obvw in das Kabinett setzt sich dieses wie folgt zusammen: Präsident und Stieg: Stam- bulinsft, Inneres: Temitivw, Finanzen: Tetvkow, Handel unb Llrbeit: Tamiälaw, Unterricht: Omari- schewski, Post und Eisenbahn: Atamosvw, öffentliche Arbeiten: Bakalow, Justiz: Radlow, Ackerbau : Obvw. Tas Ministerium bes Aeußern wird noch nicht besetzt und bis auf weiteres vom Ministerpräsidenten geleitet. Die Schantuiigfragc. Peking, 23. Mai. (WBT.) Havas. Gestern nachmittag gab die chinesisch st^gierung bent iapa^ nischn Botschafter hi Peking die Antwort, daß fit das Verlangen, Verhandlungen über die Schon- tungfragc emzuleiten, ablehne Macao, 22. Mat. (WTB.) Havas. Einem chinesischen Hans in Hongkong ist das Opium- Monopol für 3 Jahre gegen eine jährlich Entschädigung von 3 950 000 Dollars übertragen worden. Aus Mexiko. Mexiko, 25. Mai. (WTB.) Der Kongreß wählte zum provisorischen Präsidenten den General Adolfo de la Huerta mit 44 Stimmen. Ter Gegenkandidat General Pablo Gonzales erhielt 22 Stimmen. Mexiko, 25. Mai. (WTB.) Am Montag nachnrittag fand die Beisetzung des Generals Carranza statt. Es ereignete sich fein Zwischenfall. Vas Schicksal Tirols. Innsbruck, 25. Mai. (Wolff.) Die Zeitung „Das Alpenland" veröffentlicht einen Bericht über eine Unterredung ihres Berliner Vertreters mit dem Reichminister des Aeußern, Dr. Köster. Der Vertreter legte dar, daß Tirol das durch ben Frieden von St. Germain am meisten betroffene österreichsch Land und durch feine Zerstückelung ein wirtschaftlich unhaltbares Gebilde, geworden fei. Er fragte, ob dies der deutschen Oeffentlichkeit Ivtamt fei und ob sich hieraus für Tirol eine Hoffnung auf Hilfe schpfen Iaffe; Der Muttster erwiderte: Tas Schicksal Tirols wird wie kaum ein anderes Gebiet des Auslands- beutschtums von der deutschen Oeffentlichkeit mit dem wärmsten Interesse verfolgt. Vor dem Kriege ist 'es dem steten Strom reichdeutscher Reisenden mit all seiner großen Geschichte, seinem aufrechten Volkstum und seiner unser gleich tchen Schönheit bekannt und lieb geworden: während des .ikriegs hat es den Kamps um seine Grenzen und das Heldentum seiner Truppen dem deutschen Empfinden immer nahegebracht, so wurde bei allen Ncchrungs- unb Hilfsspenden für das hungernde Oesterreich, Tirol auf ausdrückliche Wunsch der Geber ganz besonders bedach. Auch das ferne Königsberg habe sich hieran beteiligt. Ter Magistrat der Stadt Berlin setzte sich dauernd in seiner Hilfstätigkeit ganz hervorragend für Tirol ein. Man mißt Tirol heute wegen seiner geographischen Lage allein eine (ocdeutsame Rolle für das außenpolitisch? Verhältnis seiner Nachbarstaaten bei. Gerade deshalb ift wohl auch bei den Tirolern die Volksbewegung tvegen der durch den Frieden geschaffenen Lage überaus akttv. Dom Standpunkt deutscher Poli- ttk erscheint das nicht nur berechigt, sondern m>t- wendig. Mit aufrichtiger Genugtuung begrützen wir die jüngste PolrtikJtaliens, die an Stelle von alten diplomatischen Knfffen unb der Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln dre Notwendigkeit der europäischen Lolidarttät zur Erreichung des gemeinsamen Aufbaues und der Versöhnung in dir Diskussion geworfen hat und diese Position gegenüber anderen Anschauungen verteidigt. Wir können die sichere Hoffnung hegen, daß die Richtlinien der ttalienr- schen Politik durch die Wucht rhrer Lage jeben Personenwechsel überdauert. Durch Trrol führen zwei der direktesten Blutadern dieser JnLressen- gemeinschafl. Vrelleicht schiebt dre Taft unbeimttzte Erfassung dieser Tattache ganz automattsch Tttol in den Vordergrund der außenvolittschen Fragen. Auf die Frage, ob. die Politik Ntttts auf Verneinung einer möglichen ® on auf ö berat io n hinauslaufe, antwortete der Mrnr,ter, der Besuch des Staatskanzlers Renner in Rom dokumentierte den italienischen Widerstand «gen eine solche Föderation ,a aut das energischste, selbst ohne diese Gegnerichaft dürfte das vergangene Jahr säutt- lichen Subzeffionsftaaten der früheren östenvichuch- ungarifdrn Monarchie zur Genüge die Unmöglich- fcit einer derartigen Donaukonstellation vor Yuigm geführt haben. Der Reichswehnninifter über die Marz- ereignifie bei der Marine. Wilhelmshaven, 25. Mai. (WTB.) Ter Reichs wehrmini ft er hielt an bv Dffüjrrc und Abordnungen der Marinetruppentelle in Wilhelmshaven eine 9lnsprache, in ber er unter Hin- weis out die Märzcreigniffe u.a. sagte: Dadurch, taR der damalige Ches der Admiralität sich Kapp und L ü t t w i tz zur Verfügung stellte, entftanb an der Wasserkante ein besonders hohes Maß von Unklarheit und Verwirrung. Auf der einen Seite stunden streite Kreise des ffiz«r- dorps, die glaubten, ihrem rechtmäßigen, vom Reichspräsidenten eftigesctzten Vorgesetzten zur Aui- rechterhalmng von Ruhe und Ordnung Geh^rs-rm leisten zu müffen, auf der andern Seite cntftmo bei den Untergebenen der Verdacht, t»atz das Se^- vffizierDrps in seiner Gesamtheit sich ben Ufinr- patoren zur Verfügung stelle. Dadurch van. eS ru W li e mshaven zur vorläufigen Jeünahme ter Offiziere, die, soweit sie zu llnrecht erfolgte, bedauert werden mutz. Das batte zur Folge, dal; nicht nur seit Wochen k in Osflz er mehr T-lenst tut, sondern auch bride Teile fich mit einem täglich wachsenden Gefühl i*e6 Mißtrauens und der Erbitterung gogenüberstechnl. Ich habe mich bis jetzt jeglicher Stelliurgiiahme enthalten, weil ich mir des schweren OX-wissenskonftikteS beider Telle bewußt war. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, da der UnlersuckTM^s- ousschuß auf Grund eines einstimmig gcfatzten schlusses sowohl für Wilhelmshaven wie für Kiel eine große Llnzckhl Offiziere Vorschlägen konnte die vollständig unbelastet aus dem Verfähreit hervorgegangen sind. Für diese kann ich deshalb die Bürgschaft iLemehnien, daß sie als Männer von Eharukier den benaff rings mäßigen Organen bed.ngmrgÄos zur Verfügung stechen. Für sie muß ich ober ebenso fordern, daß ihren T^nsLbefehlen voll und ganz unter Ausschuß aller Nebenenrftüsse (fklorfani gcleiftet wird Dafür wird sich die {Regierung mit ihrer ganzen Autorität rinjefeen. ES gilt, dem Vaterlande die bescheidene Wvchrmacht «ur See, die uns der Friedensvertrag läßt, in bester Qualität .zu erhallen. Wenn uns die Aufgabe «u schwierig erscheint, so denken wir an die toten Helden von Skagerrak, deren Gedächtnis wir in diesen Tagen be^hen, und geloben wir, daß wir ihr Erbe auch in trüben Tagen in Treue verwalten, nicht nur für uns, sondern auch vor allem für unsere Kinder und Enkel. Bauer und Ehrhardt in Budapest? Berlin, 25. Mai. (Priv.-Teff) Wie die Abendblätter melden, sollen sich Oberst: Bauer und Kapitän Ehrhardt in Budapest befinden, wo sie organisatorisch tätig seien. Putfchgespenfter. Berlin, 26. Mai. Der „Deutschen Tageszeitung" wird aus Stettin gemeldet, es bestehe zwischen dem PommerAen Landbund und Paderborn nicht einmal Verbindung, viel weniger noch mit den in Paderborn befindlichen Korps. Kpnrmunistische Mordansthiägc. Grünberg i. Schl., 25. Mai. (WTB.) Auf den st äd ff scheu Oberförster S t u ck Y wurde gestern nacht ein Mordanschlag verübt. Bon der Veranda eines Hauses wurden von zwei intbetam» ten Männern vier Schüsse aus Jnsanteriegewehren auf das Schlafzimmer des Oberförsters abgegeben. Die abgegebnen Schüsse waren aus die Stelle gerichtet, wo bis vor kurzem noch das Bett des Ober- förfterS stand. Da dieses inzwischen weggerückt war, wurde niemand verletzt. Der Anschlag hängt mög.- lich:rweise mü kommunistischen Mord- plauen in Gründerg zusammen Au» dem Reiche. Der Be^tg von Düngeftickstoff. Berlin, 25. Mai. (Wolff.) Der beim Reichsministerium für Ernährung urrd Landwirtschaft. tagetrde, die oberste beratende Behörde für die Düngestickstoffwirtschaft bildende Düngestick st offausschuß gibt bekannt: Die Stickstoffe^eugung ist im Anstieg begriffen und bei den augenblicklichen Bertehc^- oerhältnissen macht schon das Abiahren der laufend anfallenden Erzeugung Schwierigkeiten. Im Herbst tritt erfahrungsgemäß eine ungewöhnlich starke Beanspruchung der Bahn ein. Wenn in den Sommermonaten nicht laufend von den Werken abgefahren wird, und sich infolgedessen Bestände ansammeln, so wird es völlig unmöglich sein, in der Bedarfszeit, die außerdem die Zeit des größten Wagenmanaels ist, neben der laufenden Erzeugung auch noch Bestände abzufahren. Aus diesem Grunde und in der weiteren Erwägung, daß im Hinblick auf das Steigen der Gestehungskosten mit einer Senkung der Preise für Stickstoffdüngemittel nicht zu rechnen ist, gibt der Düngestickstoffausschuß den Abnehmern von Stickswffdüngemitteln den dringenden Rat, in den Sommermonaten laufend abzunehmen, damit zur Verwendungszeit der nötige Stickstofsdünger beim Landwirt ist. 18,000 Mark 3310 Mark 16,000 zurück. Lebensmittel geführt. Kreis Friedberg. i Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Wer bann ging ich zum anderen Teile des D« Setter?" na, na! bemerke idj, lieS rar der Brief dich mter- bald einen erstaunter. mtr inricü-ten, urrch etmnal ta( den, der den Dod meines Baders ans dem wissen hat. Was? Dem Erbgnrfen? Ja. Wo in aller Welt bist du rhm begegnet? Bel der Gräfin. Tick schüttelte bat Kopf. du es nicht sie gerne darüber, aufilären, der Ordnung halber, verstehst du? Soll geschehen. Dick, wenn alles sich toätcr entwickelt wie bisher. Wir sind nunmehr Partner. Partner? Jawohl, wenigstens sagte sie das. Tu redest etwas rätselhaft. Was ist denn seit gestern oorgefallen? Eine Menge Dinge. Unter anderem kann ich dir mitteilen, daß ich das Vergnügen gehabt habe. bliche, sagte er: Tas ist doch eine verflixt lalle ®efgeord- neten D 0 rsch und Gen. an die Volkskammer gerichtet : ,Hst der Regierung bekannt, daß nutzem in allen anderen Ko mmunalverüänven für den ab- gelieferten PftichtlMer 60 Mk. für den Sentnet gezahlt wurden, im Kreise AlsfelD nur 20,75 Mk. für Öen Zentner gezahlt werden? Ist die Regierung m der Lage und bereit dafür zu sorgen, daß die Bauernschaft des Kreises Alsfeld in dieser Hinsicht den Landwirten der anderen Kreise glcichbehcmdell wird? in Fortfall kommen. Steins Garten. Für 350000 Mk. erwarb die Stadt von Ingenieur Otto Göbel dessen Liegenschaft (früher Steins Garten), Bergstr. 20. Ob das Gebäude als städtisches Dienstgebäude Verwendung finden wird, steht noch dahin und soll erst in der nächsten Woche entschieden werden. Wir kommen auf den Ankauf näher ** Das städtische L evens m i 11 e l a m t veröffentlicht im Anzeigen teil eine Bekanntmachung über Souherausg abe von Eiern, weiter über die Ausgabe von Kartoffeln und Kar - tvffel mar ksn. ** Stadt. Seefisch-Markt. Morgen Donnerstag früh trifft wieder lebmdfrische Ware, wie Kabeljau, Schellfisch und Seelachs, in voller Eispackung ein imb gelangt in den Marktlauben zum Verkauf. Der Beginn des Verkaufs wird am Stadthaus, Lebensmittelamt und an der Ver- kausssÄle bskanntgegeben. Veranstaltungen. Mittwoch, 26. Mai: Caf6 L-eib, 8 Uhr, öffentliche Versammlung der Deutschen demokratischen Partei. — Hotel Großherzog, 8 Uhr, öffentliche Versammlung der Deutschen Volkspartei. — Lichtspieltheater wie gestern. rnt. Bad-N anheim, 26. Mai. Das Hessische Finanzministerium erläßt eine Verordnung bett, die B ade - und Kurverwaltung In Bad-Nauheim, wonach die Verwaltung des staatlichen Bades und des Salzwerkes zu Bad-Nauheim durch die .Hessische Bade- und Kurverwaltung" geschieht, die dem Hess. Ministerium der Finanzen unterstellt ist. Vorstand ist der Babe- und Kurdirektor. Der Verwaltung sind unterstellt das Betriebsamt, die Salzwerksverwal- hmg, die aus zwei Abteilungen.bestehende Anstalt für Bäderkunde, der Forstassistent. Es ist Wetter bestimmt, daß dem Tiefbauamt Bad-Nauheim das Kcmalisatious-,. Wasserversorgungs- und Jnstalla- tionswesen, dem staatlichen Hvchbauamt Friedberg das Hochbauwesen übertragen sind. Der Bade- und Kurverwaltung wird ein Berwaltungsausschuß als Beirat zur Seite gestellt, dessen ordentliche Mitglieder sind: der Bade- und Kurdirektor, die Vorstände bet verschiedenen Abteilungen, ein von dem Ministerium zu bestimmender, btiit Staatsdienst laugehörender Arzt. Außerdem können durchs bas Finanzministerium geeignete Personen, inslTson- bere Bad-Nauheimer Aerzte auf die Dauer von drei Jahren zu außerordentlichen Mitgliedern ernannt werden. Die der Baoe- und Kurverwaltung vorgesetzte Behörde erläßt übet die Obliegenheiten bett, die Verwaltung des Babes uftv. die nötigen Borschriften, wie Mich die Aufstellung der Geschäftsordnung für den Verwaltungs-Ausschuß. Die Q^erorbraing tritt mit dem 1. Juli b. I. in Kraft. Starkenburg und Rheinhessen. sw. Darmstadt, 25. Mai. In der Nackß vom 21. auf 22. Mai sind auf dem Postamt I verschiedene Pakete, darunter ein solches mit einer Standuhr aus Messing mit Glasplatten gestohlen worden. Von den Dieben fehlt bis jetzt noch jede Spur. nur. Mainz, 25. Bi. Auf dem Mainzer Wochenmarkt kostete vor ’ben Feiertagen Spargel 1. Qualität 3,00—3,50 Mark, 2. Qualität 2,20 bis 2,50 Mark und 3. Qualität 1,50—2,00 Mark SpaiMl behaupteten also ziemlich ihren Preis und 'hobm nur wenig gegen die letzten .Märkte nach- gegeben. Bezeichnend ist, daß dieselbe Spargelsorte, die die Händler mit 2JdO Mark verkauften, von den Landwirten zu 3,30 Mark angeboten wurde. Dabei ist zu bemerken, daß die Umgegend von Mainz bekanntlich zu den Haupterzeugungsgebieten Spargels gehört. Kreis Wetzlar. «XL Wetzlar-Niedergirmes, 26. Mat Ter etwa 16Mrige Heinrich Becker, Sohn ves unlängst verstorbenen FriedhofÄvärters Loras Becker, ertrank am zweiten Feiertag nattinüttotf in der Lahn an der Stelle, wo die Freibacxranstml demnächst wieder eröffnet werden soll. Die Leiche tonnte erst gegen 9 Uhr abends gelandet werben. wa. Wetzlar, 26. Mai. Der Inhaber der Automobllwerkstätte Röhrich in der Braunfelser Straße Ingenieur Bruno Röhrich, ist Donnerstag nachmittag so unglücklich von einer Leiter gt- stürzt, daß er nach mehreren Stunden starb. Wäy- rend auf den ersten Blick Verletzungen an der Leiche wicht wahrzumchmen waren, stellte eine genauere ärztliche Untersuchung fest, daß der stürzte zwei Schädelbrüche und einen Muttrgo» ms Gechrn durch den Sturz davongetragen hatte. die explodierte und den Mann am Gesicht, Händ«^ Armen imb Brust so schwer verletzte, daß er alsbald nach Gießen gebracht werden mußte. b. Nidda, 25. Mai. Gastwirt und Metzger« meister Heinrich Rullniawn scn. feierte am 1. Pfingsttag seinen 80. Geburtstag. △ Nid 0 a, 22. Mai. In einer der letzten Nächte winde einem .Lanowirt in Ober-Widders- heim ein wertvolles Pferd aus dem Stalle g e- stohlen. △ Stockheim, 21. Mm. Hier fand gestern eine Versammlung sämtlicher Bürger- meiner und Beigeordneten des Kreises B ü d i n- gen statt, auf der die Gemeindevertreter von Kreis- Airektor Boeckmann aus Büdingen auf die neue Verfassung vereidigt wurden. Kreis Schotten. y. Eichelsdorf, 21. Mai. Ein Dienstmädchen aus Rainrod, das bei einem Landwirt hier in Stellung war, hat sich aus Liebeskummer in seinem Schlafzimmer erhängt. c. Stornfels, 25. Mai. Unser sehr hochgelegener Ort hatte von jeher an großem Wassermangel z»ui.leiden. Seither wurde die Gemeinde durch ein Pumpwerk mit Wasser versorgt, das von Benzinmotoren bedient wurde. Bei den unerschwinglich hohen Preisen für Benzin trägt man sich jetzt mit der Absicht, den Anschluß an die elektrische Licht- und Kraftanlage zu erreichen und das Pumpwerk durch elektrische Kraft betreiben zu lassen. Zu den entstehenden Unkosten in der Höhe von 40 000 Mk. haben die Ortsbürger unserer fiemen Gemeinde den Betrag von 24 000 Mk. freiwillig aufgebracht. , _ Schotten, 25. Mai. Tie diesjÄhrige Hausversammlung des Vogelsberger Hühen-ClubS findet am Sonntag, 30. Mai, in Büdingen statt. e. Ulfa, 25. Mai. Die hier neu eingerichtete Gemeinde-Krankenschwesterftation wurde durch einen besonderen Gottesdienst eröffnet und die neue SchweftA: Doris S chmitt in ihren Dienst einsei. Daß sie am Loben und in Sicherheit sei, daran hatte ich nicht den geringsten Zweifel, denn ihr Tod würde den Plänen ihrer Feinde ein Ende madjen. Die große Schwierigkeit mm lag darin, ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Wenn dies ohne Inanspruchnahme der Börse der jungen Gräfin geschehen konnte, um so besser; doch konnte ich mir den Umstand nicht verhehlen, daß cd zur Erlangung der Freiheit der alten Dame vielleicht notwendig sein würde, unsere Zuflucht zur Bestechung, und zwar möglicherweise in größerem Maßstabe, zu nehmen. Auf alle Fälle schien sich, dank der Schlauheit des Maurers Mimms, ein Weg zur Erlangung von Informationen zu eröffnen. Dieser Weg führte in die Richtung noch Balhorn. Punkt ein Uhr erschien zu meiner Freude Dick Molyneux in meinem Sprec^immer. Ich hatte eben meinen letzten Patienten behandelt und schloß die Türe ab. Nun, fragte Dick, wie haft du die Gräfin vorgefunden? wesens imb der Wucher gejetzgebung. Wir^ werden nach Bsenbigung ber Tagung auf bte Verhandlungen, die im übrigen nichtöffentlich sind, zuruck- kommen. 3 ** Tie studentischen Vv l ksun t er- richtskurfc sollen wieder wie früher schon ab» gehalten werden. Beginn 31. Mai 1920. Lehrplan: 8—10 Uhr abends: Montag: Deutsch, Dienstag: Geometrie, Mittwoch: Algebra, Donnerstag: Englisch, Freitag: Französisch. Tie Klirse^ftnden im Physikalischen Institut der Universität Gießen, Eingang Stephansttaße 24, kleiner Hörsaal 13, statt. Anmeldung im Kurs. Siehe Anzeigenteil. ** Eingebrvchen wurde heute nacht nach 12 Uhr in dem Zigarrearge schäft von H. P. Koch, Ecke Plockstraße und Seltersweg. Die Einbrecher drangen von der Plocksttaße aus in das Gebäude ein, indem sie die Füllung einer Holztür l^raiis- schnitten, und stahlen für mindestens 6000 Mk. Zigarren und Zigaretten. Vor Ankauf.wird gewarnt. Auf Namhaftmachung oder Herbei,chaft ma der gestohlenen Waren (Zigaretten Matteo „duxIjeM", „Khef". „Bospvr", „Salmi", „Knser- mog", „Gerbathy" und Zigarren, Marken „Kleine Heros", Gitana" Bigoi/^, „Gtti Adler", „Goldene Wege", „Saluta", „Prinz Rupprecht") ist gute Belohnung ausgesetzt. ** Wäschedieb stahl. Aus einer hiesigen Waschanstalt wurden entwendet: Fünf Herrenhemden, weiß n. bunt aus Zephir, gez. A. M., ein Herrennachchemd, eine seidene Unterhose, zwei Damenhernden, weiß, gez. H. V., zwei Damenhosen, gez. H. V>» ein Damennachthemd und sieben Anstaltshemden, gez. M. K. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen bittet ihre Mitglieder, die Aerzte nur in den dringendsten Fällen in Anspruch nehmen zu wollen. Etwaige gezahlte Honorare der Aerzte werden von ihr zurückgezahlt. Näheres siehe Gesellschaft „Liebig-Mn- s e u m" veranstaltet am Sonntag, 30. Mai, vormittags 11V4 Uhr, im Liebigmnseum eine Mitgliederversammlung. ** Das Konzert zur Hundertjahrfeier des Akademischen Gesangvereins findet am Mittwoch, 9. Juni, abends 6V2 Uhr, in der Stadtkirch? statt. Es gelangt „Der Messias'" von G. F. Händel zur Vorführung. ♦* Die „Deutfche Wehrerschaft" als Aus dem besetzten Gebiet. Die Kosten der Besetzung des Rheinlandes. Berlin, 25. Mai. Aus Aachen wird den „P. P. N." gemeldet: Pariser Nachrichten zufolge überreichte der deutsche Geschäftsträger dem alliierten Rat eine Note feiner Regierung, die gegen die fortgesetzte Erhöhung der Stärke der alliierten Besatzungsttuppen im linksrheinischen Deutschland Einspruch erhebt, da Deutsäjland diese Belastung finanziell nicht ertragen könne. Dem „Temps" zufolge erhebt Frankreich für die vierzig Tage Besetzung des Maingaues Ersatzmrsprüche in Hohe von 29'/s Millionen Francs gegen Deutschland. Der Gipfel der Schamlosigkeit. Flörsheim, 25. Mai. Am Samstag nachmittag badeten nach der Meldung eines Frankfurter Blattes etwa 20 Mädchen mit Franzosen in vollständiger Nacktheit im offenen Main. Männer aus Flörsheim zogen alsbald nach dem Mainufer, konnten aber leider nur sechs von den Bade-Jungfrauen erwischen. Es setzte Ohrfeigen links und Ohrfeigen rechts, und wer weiß, vielleicht hätte diese Prügelszene ein tragisches Ende genommen, wenn die Flörsheimer Polizei die „Dämchen" nicht in Gewahrsam genommen hätte. * ma. Mainz, 25. Mai. Aus arten Gegenden der Provinz Rheinhessen kommen Nachrichten über eine epidemisch auftretende Viehseuche (Maull- imb Klauenseuche). Tau- fenbe von Ziegen, Hunderte von Kühen, Rindern imb Jlmgschweinen sind bereits eingegangen, wodurch insbesondere {ov F eisch- und Milchversorgung auf das ernsteste gefährdet wird. Die Seuche ist so stark, daß in einzelnen Orten des Kreises Bingen z. B. täglich 20—30 Tiere, vielfach Ziogen, verenden. Tie Veterinär Polizei ist gegen bte Weiterverbreitimg der Seuche trotz aller Tes- infektüms- und Sperrmaßregeln machtlos und er- toägt, ob nicht ein vorübergehendes Verbot großer Menschenansammlungen auf Großmarkteu, in Ver f a mml ungen ufro. zur Bekämpfung der Seuche erforderlich ist, da erfahrungsgemäß durch Menschenansammlungen die Seuchenteime verbreitet werden. — In der gleichen oadtf richtet der Hessische Bauernbund die öffentliche Bitte an die Parteivorstinbe aller polittschen Parteien des Kreises Groß-Gerau, im Interesse der Erhaltung des Viehstandes unb damit der Ernährung des Volkes mit Fleisch und Milch, alle aus Anlaß der am 6. Juni stattfindenden ReichStagswah! jgeplanten Wahlversammlungen zu unterlassen, da durch die im Kreise ’öerridjenbe Maul- und Klauenseuche die Gefahr außeuordentllch groß ist, daß durch Zn- lammenLünfte von Menschen die Seuche verschleppt wird. Weißt du, bis jetzt sieht sie mich immer noch als armen, windig bezahlten Assistenten in einer Lambechcr Klinik ober dergleichen an. Ich möchte Briefes über. Was ich davon hielt? Offen gestrn- öar wußte ich nicht, was ich dazu sagen stollte. Ich tixmte dem Erbgrasen alles zu. Ich muhte das tim. Daß er ein schlimmer Gesekbe fei, davon war ich so fest überzeugt wie oon meiner eigenen Existenz. Aber trotz allem konnte doch etwas Wahres an seiner Aussage sein. Das '.var nicht schlechterdings unmöglich. Er war sicherlich nicht der Mann, der am Pontifex Square oorgefprochen hatte, trotz der Versicherung der alten Gräfin, er fei es gewesen. Sie hatte erklärt, daß die Stimm', die sie unten im Gange hörte, die des M rrmes sei, der meinen Vater ermordet habe. Daß sie sich getäuscht hatte, davon war ich jetzt fest überzeugt. Zweifellos war die Sachlage jetzt noch verwickelter geworden. Vielleicht war der das Opfer eines noch größeren Gauners, als er selber einer war, in welchem Falte sein ■ - 1 mutwrg — daß die in meinem Besitz beftuDtichm Papiere der Gräfin wertlos seien - mit einem Schlag Lügen gestraft tonrbe. Darüber hatte !•'? meine eigenen Ansichten. Nichts konnte meine Überzeugung davon erschüttern, daß der Iiihllt des mir anvertoauten Pakts von großem Werte Das ist schon toll! sagte Dick. Hast dar bow feine Zeit, mir das näher zu erzählen? Ta lies! erwiderte ich und händigte chm bat Brief der Gräfin ein. Ich habe den Bries da beut morgen erhalten. Er enthalt alle Aufklärung, t* ich dir geben kann, unb außerdem noch ein pacv andere Tinge, worüber ich gerne deine Meinung hören mürbe. Er zog den Brief aus seinem Umschläge. ** Amtliche Personalnachrichten. Erledigt ist die Stelle eines Bureauassistenten bei ber Laubes-Heil- und Pf lege anstatt Gießen. Sie kann alsbald definitiv besetzt werden. Meldungen sind bis l.Juni an die Direktion dieser Anstalt zu richten. ** D r. Erwin P r e u s ch e n f. Schon wieder ist die theologische Fakultät der Landesuniversität von einem schweren Schlage getroffen worden. In der Nacht von Pfinastuwntag auf Dienstag starb in Hausen bei Gießen der dortige Pfarrer D. Dr. Erwin Preuschen, der als außerordentlicher Prvfeffor an der Universität wirkte und in diesem Sommersemester das Fach des Neuen Testaments, für das nach dem Tode Bouf- sets noch kein Ordinarius geltronnen war, allein vertrat. In Preufchen verliert die Universität wiederum einen hervorragenden Gelehrten, ber seinen Namen durch zahlreiche Arbeiten auf bem Gebiet des Neuen Testaments und der Kirchen- gefchichte in ber deutschen und außerdcutschen Forscherwelt bekannt gemacht hat. Ein besonderes Verdienst hat er sich burch Gründung und jahrzehntelange ßeitung der „Zeitschrift für die neutesta- mentliche Wissenschaft" erworben. Auch in religiös interessierten Laicnkreisen war er bekannt durch eine in vielen Zehntcmsenden von Exemplaren verbreitete volkstümliche Darstellung der Kirchengeschichte. Er war aber, auch em vortrefflicher Lehrer. Fakultät und Senat hatten ihn als Ersten für die Nachfolge Boufsets in Aussicht genommen unb bereits ber Regierung in Vorschlag gebracht, fo daß seine Berufung täglich erwartet werden konnte. Bor allem aber war Preufchen ein vornehmer und lauterer Charakter, unb befaß viele Freunbe, bie nun um den zll früh Geschiedenen trauern. Geboren 1867 in Lißberg (Oberhessen), war Preuschen 1893—97 Pfarrverwalter in Steinbach, Hausen, Eberstadt und Darmstadt, wurde 1897 Religionslehrer am Gymnasium in Darmstadt unb 1908 Pfarrer in Hirschhorn am Neckar. Als solcher habilitierte er sich 1910 in Heidelberg für das Fach des Neuen Testaments. Die nahen Beziehungen, die ihn von jeher mit der Gießener Fakultät verbanden, ließen ihm die Ueberfiebehing nach Hausen unter gleichzeitiger Ernennung zum Professor 1918 als wünschenswert erscheinen. Nur kurze Zeit des Wirkens ist ihm noch vergöimt gewesen. Kr. ** Die 10. Tagung der deutschen Landes - .Provinz-unoBezirkspreis- prüfunysstellen beginnt am 26. Mai in Gießen unter dem Borsitz des Ministerialdirektors H ü 11 e n he i m vom Reichswirtschaftsmmi- sterium in Berlin. Die Tagung dauert drei Tage unb umfaßt wichtige Fragen der allgemeinen Preispolitik und der Organisation des Preisprüsungs- 330 20,000 3840 600 24,000 4960 995 30,000 6770 1260 35,000 „ 8360 1450 40,000 „ 10,050 1860 50,000 „ 13,600 2550 „ 75,000 ,, 23,850 2800 „ 100,000 „ 34,300 Uhr wurde die Versammlung geschlossen. 6 Wahlscheine für die im Besitze Vorschläge. eines Wandergewerbeschcines befindlichen Gewerbe aae erste Schritt zur Dauerneigen- Vulkanisier-Anstalt Giessen Die bleibt vor- vom REETZE Ei Einige schwere Eichenbohleu HMMiMMinitiflmmuiiiunB t) Für die uns gewordenen Beileidsbezeugungen sagen wir herzlichen Dank für Glaser geeignet sowie B«che«-2cheilbolä offeriert Wllh. Weisel, Allendori eim- gekehrten ein Gcdenkblatt zur Erinnerung an die glückliche Rückkehr, sowie eine Ehrengabe in Gestalt eines Barbettags überreicht, die von den Heimgekehrten mit Worten herzlichen Tankes entgegen genommen imirben. Leider besuchen sich immer noch 3 Söhne der Gemeinde in Gefangenschaft. Der Gesangverein Teutonia" trug durch seine gut ausgewählten und sehr gut ooraettagenen Gesangsdarbietungen wesentlich zur Verschönerung der wüdigen Feier bei. Zuschlags frist: 2 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerbern behalten. Gießen, den 19. War 1920. Der Kreisbaunrsltektor des Kneifes Cellarius, Baurat. f die t Mitgliedern e > tb ftirortMte- xe Dbtttgtntrür usw. die röhr Mlimg der ft ww L^W tm Vostami W «iS. Wien ötftoM 'M W toä i6' Md-mW» 2. LuaMl.. 1,50-2,00% h ihren selbe xrtauM^ toten yuw.*, itbron W* Mai. Das Hy. ine Verochmk rtoaltimg tr Vmvlümg fe kesruBad-diA »e-undSur «m Hess. W ilt. ^orsimd ü ^erroalhmg iiti ÄzwccksteNvc! «stehende ÄnU it. Es ist rodle lad-Naubeim bc: s- und M'laüc mmmt Friedber: i. Der Bade- ir.) Mgsausschubt-: ordentliche dtrektor, die gen, ein von ta dem SlaÄr vimen durcb.de: kaiur erretten, nur Arbeit sprengt die Ketten, nur Arbeit machet fm" Wer:er sprachen tiauptmann der Pslichtfeueriv?tzr und 2. Wilhelm Möll IV. von Röthges zum Stelwertteter des Hauptmanns der Pflichtfeuerwehr verpflichtet. 6 Stadt. teben5mittelamt. A. Sondenmsgabe von Eiern 1. 2 Stück an Kinder von 1 bis 12 Jahren gegen Vortage der KrndemLhrmittelfarte B 2. 2 Stück an Personen, die vor dem 1 Mai 1860 geboren sind. BeMasscheine werden auf dem Lebcmsmittelamt gegen Vorlage der Lebensmittel ausw-iskarte nne folgt ousgogeben: Anfangs- 1,Mladen A—Q Donner«ag den 27. Mai 1920, norm. ‘/«8—12 llhr, R—Z Donnerstag den 27. Mai 1920, nachm. Uhr 3. 2 Stück an Kranfe, denen durch die ärzr lidx PrüfunaSstelle Eier bereits -ugeteilt worden sind, gegen Vorlage des Ecerbezmaichevres. 4. 2 Stück an sonstige Kranke, gegen Vorlage der Postkarte der ärztlichen Prüsmrgsstelle über Zusa^ebensnnttel. 5. 2 Stück an werdende Mütter gegen Vorlage der Milchausweuckarte. Der Preis beträgt 90 Pf. für das Stück. Die Ausgabe erfolgt durch die Verkaufsstellen der Firma Gehr. (%nd> und durch die Etorhwrd- liatg Sternreich Süchnerhalter frnö ixin der Belieferung mtr &itm lmssefchlosfeu. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Die Eier müssen innedxxQ) 3 Tagen abgeholt das -u keinem Ergebnis fühven Bannte. U. S. P. und S.P. D. stritten sich und die anwrfeuden Frauen mutzten ftch dtmr Erläuterungen die Ausführungen der Rednerin mit nach öaufe nehmen. So aber werben die Frauen nicht in der rrot- wendigeri Weife über fbtr besonderen rnnerpofttt- schen Pflichten unterrichtet, wie die Rednerm rn stwem Schlntzwart selbst herteirheden mußte. 4 Bad- Nauheim , 23. Mai. Nachdem die verschiedenften politischen Parteien im Verlaufe des Winters schon in einer ober mehreren Versammlungen vor die Wählerschaft getreten waren, die alle aut besucht waren, hat nach einer mehrmdringen Paufe der ei gen fliehe Wahlkampf erst in vergangener- Woche eingesetzt. Was den bis fetzt abgehaltenen Bersammtungen allen eigen war, war der schwache Besuch intb eine gewisfe Lauheit der Wählerschaft. (Eröffnet wurde der Wcchlkanrps durch eine Versammlung der Deutschnalionalsn, in der Lehrer Martell (Sranffurt a. M.) spvach. Es schlos- fen fick» eine nur lau besuchte Versammlung der MehdbeitssvMkWen und eine unabhängige Versammlung an. Auf der letzteren forderte der Sekretär des Metallarbeiter-Verbandes, Max Übrig । 'Berlin;, daß eine vorübergehende Diktatur des Proletariats fbmmcn müsse, daß die sozialistische fifemofratte an Stelle der formalen Demokratie laten müsse und diplomatische Beziehungen zu Sowjet-Rußland notwendig seien. Für die demokratische Partei sprach der Reichstagskarrdidat Dr.- dsttz, ton an ben txfer tanck^en Victoria veranstalteten leichrathlettschen 29ettflmi tigen Pokal als Danderprets gestiftet, der in den nächsten lagen nebst einem Bilde der siegreichen Mannschaft im Blumen Haus Dietz ausgestellt wird. Dte pvachwolle, in jeder Bezikhling zufrieden stellende Veranstaltung und dir gaftlidr Äitsnahme, die dte Gteßener Sportsleute im schönen Lahnkretü gefunden hoben, werden die *Beyt6amgat zu unseren Landsleuten im besetzten Gcbfet nur no lttik sanden den Beifall der Versammlung. Dis- kuliton fand nicht statt. Die Versammlung wurde gefettet von Dr. Löffler-Orienberg. 8 Stockheim, 24. Mai. Sxute nachmittag 3 Uhr tanb hier eine große Versammlung des vess. Bauernbundes statt. Der große Saal von Gastwftt Weitzel war lange vor Beginn so dicht besetzt, daß die Versammlung ms Freie ber«- legt werden mußte. Mindestens 600—700 Bauern waren trotz der schlechten ZuaVerbindungen er* schienen. Tie Versammlung wurde eröffnet und ge leitet von Bürgermeister Maser-Wolf Als erster Redner sprach Landwirt unb Abgeordneter Dorsch- Wölfersheim Er bedauerte, daß es ihm infolge des neuen Wahlsystems, das die Abgeordneten für das ganze Land aufstelle und die Person - lichen Beziehungen des Abgeordneten zu feiner Wählerschaft sehr erschwere, unmögltch sei, an vielen Otten Oberhessens zu reden, durch das neuste, so hochgepriesene Wahlrectzt snen die 43 000 Stimmen tür die hessische Bolkspartei bei der letzten Wahl unvertreten geblieben. Nach einem geschichtlichen Rückblick über die Bewegung des Bauernstandes zeigte der Redner, wie nur Einigkeit zum Ziel führen könne. In die Bauernschaft suche die so»ialdemottattsche Partei durch den Unterschied Groß und .Aetn einen Keil zu treiben. Der A tb t flunbentag sei gewiß für einzelne schwere Arbeiten nötig, aber ihn für alle Arbeiten einzu- führen, sei Unfinn. Der Bauernstand wolle gewiß arbeiten solange es Tag ist, aber er verwerfe die sozialistischen Verrücktheiten, nach denen jede Gemarkung erst ein großer Pfannkuchen werden Äber dann in Gemeinwirtschaft genommen . Der Industriearbeiter fordere mit Recht Brot, aber die Landwirtschaft könne unter den heutigen Verhältnissen nicht alles produzieren, die 3nbuftrtearbciter müßten durch intensivere Arbeit sorgen, daß «nur auf allen Weltmärkten wieder hochkommen. Beim Landgesetz hatte sich der Bauemlamd vor allen Dingen gegen die Auswüchse dieses Gesetzes gewandt. Durch die Mitarbeit des Bauernbundes sei es erreicht worden, daß das Bauernland geschont wird, während der Großgrundbesitz heran gezogen werden könne. Warum aber nun das Siedlunysgesetz nicht schneller durchgeführt würde, solle die Landwirtschaft die heutige Regierung fragen. Dem städtischen Arbeiter sei es bange geworden, ob er auch nach der Aufteilung der Güter noch satt zu essen bekomme. Der sozialdemokratische Anttag Eißnert-Sästldbach wäre der vie wahweve-nng. ©o*ia(bemo!vatif(ber Wahl- bevein Gießen, Fm Mittelpunkt der urifeigen ffiäbl erberfam mlun g stand das Re- fenet bei Frau R vnek-Bees ko w: S>ie 5tau und bte Retchstagswahlen Die Stebnerui gab zunächst bte Geschichte der Fvauenstunm recht slx-wegun g, bte werft uno allem von der Sozialdemokrati'. gefordert ivorfrm fei und die durch die Retwlntton zur Anerkennung gelangte. Mit diesen »techten fei der Frau die Müht ßunächst der politischen ^lbstervettunq genudoen, daneben die der Aufllärung der jüngeren Gene-" vativu, nu bisher noch alles im Argen gelegen habe. Im Parlament, b. h. dem politischen Leben habe sie zunächst nur zu fernen, aber es gäbe doch hort Fragen, bei denen sie an der richtigen Stelle sei, um Tatsächliches zu leisten. Und da habe die Fvau im Klamps unb Zusammenarbeiten mit oeu Bürgerlichen, getreu dem >fioafttinrSslawdpunkt. tat Möglichste schon geleistet, um Programmpunkte ihrer Pattei zum Besten des Bollsganzen durch- iubringen, z. B. in der Frage bet ehelichen und unehelichen Kinder und Mütter unb des Reichs- Wochen^ Gesetzes Das aber seien nur ganz schwache und auf bte Dauer xmgenügenbe Losungen, die eben durch den Zwang der Koalition gestchiffen seien, besonders durch die Schuld her reckten Oppositionsparteien. Es steche ganz bei der neuen Regierung, die aus dem Mk Wahl ausgeschriebenen Reichstag heveruSwachfen fort, ob und wieweit in der begangenen Richtung weitergeschritten werde. Es sei ja sicher recht unbeguem und bedauerlich, ball das Erreichte so nach Kompromiß aussehe, ober müsse betont werden, baß es klüger und auch imirbtger fei, das Menschenmdglicke zu erlmgen suchen, als lieber gar nichts ju arbeiten. Es erwachfe aber für bte sozialdemokratisrie Frau und auch für die Männer die Pflicht, am 6. Juni für eine sozialistisch? Mehrheit zu sorgen, um nach und nach von dem rechtsscitigen Hemmschuh frei zu werden. Das gelte für die stieichStagswahlen wie für die Bildung des Stadtparlamentes, wo genau so vieles zu tun fei m Fiugendschutz und Sriml- pflege. — Fn Irr Aussprache würde der Bor- geb. Scheidt am 2. Pfingsttage im Alter von 60 Jahren nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Bender Familie Rudi Velten Wilhelm Bender und Frau Familie Karl Schmidt. Kunft tuib roiflenfd?aft. Breslau, 25. Mai. (Wolff.) Der Shnn- poonift Georg Jarno ist im Älter von 52 Jahren gejti)rben. vermischtes. Ein mmsatlantisches Luftschiff. Rom, 25. Mai. (WTB.) Deute morgen fand hier eine Probefahrt des transatlanti» scheu Luftschiffs B 34 statt, das dem nächst den Flug Rom —Buenos Aires ausführen wird. Das Luftschiff hat einen In hall von 50000 Kubikmeter und besitzt an Stelle einer Gondel eine Galerie aus Alu- minium, die 100 Fahrgäste aufnehmen kann und mit allem Konfort ausgestitttet ist Feldmarfchall Boroevic f- Klagenfurt, 25. Mai. (WTD.) Am Sonntag ist hier der Feldmarschall B o r o e - oic an einem Herzschlag geswrben. Büchertisch. Deutsche Trostbriesc, fe-rrmsgegebttr von Dr. R. Krauß. Die crhcbcnbftm unb wertvollsten twstspendenden Briese von Luther bis yint ausgehenden 19. Jahrhmtdett Preis geh. 7 Mk., geb. 10 Mk., VorMgsausqaben 16, 35 und 65 Mk. Verlag von Julius voffmatrn. Statt gatt. Wer noch freies (öartenland bestvi unb gnte Ernten machen will, der sollte noch Aussaaten von Buschbohnen, Erbsen, Winterkohl, Rosenkohl Svül- rabt. Karotten, Möhren, KllrblS, RadieS, Rettiche. Roterüben. Kopfsalat usw. machen. 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Es werden in den ersten £agen für dre Mitglieder und deren Angehörige Richtlrnren bekannt- gegeben werden. . Heute bitten wir die Mitglieder, die Aerzte nur in den dringendsten Fällen in Anspruch nehmen zu wollen. Etwaige gezahlte Honorare der Merkte werden von uns zurückgezahlt. 5817B Ter Vorstand der Allg. Ortsktankenkasse Gießen. n .....q Etwas ganz Feine» fABRIKAT DER, PETRI « STARK tfl OfH«AO1 OEOR । I tn KRNSPR.ftJ Ctricklumpen Uu.Wollabfälle der u"«»erer 5630D iel&Co. «iJif "LS Akte Paeden >d.RotuH,„ Ue rcetb' auf. fleatbeltt! onfleitniit Zchvtt,- ubiirgef Unblutig. Jl* tintrtfftnb evdsrische esische wer ©ipaitang, ih Nachflgr, ilktrakie io, M leraugen lornhaut v» len sicher nach eh meiner be- i Mittel. 4711 al-Drogerie tmlslraße. chiedenes In «neröen gk- üoöjteo. efeüe, 46 d- , I ,e VebenfiK ALZ. KW AZ arz-k-^Mt- ! ° <, E achsbrB Kl**. S°sdu"' ! I "5* LSw^'iss. $*•■ öalltoritr. 45». imeine Wri i mflißen OM [ i ? Lchr. Snt - ■ 11 ‘ M78a.dM ■ Privat MiM < bcnbtiidi. - i arer Wen 77 t>. | emosiehtt M im ■ t-. nnb fllcitr ■ sern und Hirtr )0tt Sitflb«« I ruber ber;«-'- I ygiM f inriitÄ ” Wi-ii'Cbe öagc°M^- letmititbexmün: ßm Mn* ^übbinflSbonfc nenftuncnM lewbaitbfumM ■ Daniel Z»hri. Menbaw . I 'w'Stidiulx [j B erhalt» bitte •ssl Hr. 121 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Mittwoch, 2d. Mal 19 zü vor -er Ehelchliehuug. Die Rechtsschutzstelle für Frauen und Mädchen schreibt pns: In dieser Zeit, in dec auch die Frauen be- Olfen ranrDen zur Mirackett im öffentlichen Leben, ift e-5 leider Tatsache, das die Frau fast ausnahmslos gänzttch im Unklaren ist über das, war im täglichen Leben, in rein persönlichen Angelegenheiten ihr rechtlich zu tun oder zu lassen geboten und verboten ist, und diese Unhmntnis hat schon viel Schaden gebracht. Vor allem ift es j. B. durchaus notwendig, das bei einer der nnchrigsden Lebens- Handlungen, bei der Eheschließung, einiger» maijert Klarheit herrsche über daS, was oermögcnS- rechtlich damit sestgelogt wird. Wenn darüber vertraglich nichts ausgemacht raird, so gelten dic Be- stimmuitgen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, und diese sind unzracifelhaft für die Frauen sehr ungünstig. Entspricht es z. B noch dem heutigen Zeitgeist, daß der Ehemann die alleinige Verwaltung und das Verfügungsrecht über das Vermögen hat, auch über das, was die Frau mit in die Ehe bringt daß er das einfach in Besitz nehmen kann? Tag die Frau nach dec Eheschließung sogar über ihr eigenes eingebrachtes Vermögen nicht mehr verfügen kann, ohne Zustimmung des Mannes^ Daß während also der Mann über Geld und Sacken der Frau ohne weiteres beschliessen kann, diese nicht einmal über ihre eigenen Lachen ein gültiges Rechtsgeschäft abfd)lie6en kann ohne Einwilligung des Mamtes, daß sie auch in andern RechaSgeschäs- ten von seiner Zustimmung abhängig ist ? Um diesen ungünstigen Bestimmungen zu entgehen, ist es deshalb jeder Braut dringend anzuraten, einen Ehevertrag zu machen vor dem Gericht ober einem Notar. Man kann darin Bestimmungen treffen, die im Gesetzbuch vorgesehen finb: kann darnach Gütergemeinschaft, Gütertrennung, Errungenschaftsgemeinschaft sestsetzen — natürlich erst nachdem man sich von sachverständiger Seite über die jeweiligen Vorteile und Nachteile im bestimmten Fall hat aufklären lassen — oder man lärm auch nach eigenem Wunsch Bestimmungen einfügen, die sich auch auf andere als vermögens- recktliche Dinge beziehen, z. B. über die fiinber und deren Erziehung über Verfügungen für Todesfall ufro. Wieviel Streitigkeiten und Enttäuschungen wären schon verhindert worden durch einen Ehevertrag. Dann wäre von vornherein Klarheit geschaffen bei beiden Ehegatten, und Mißverständnissen vorgebeugt. Man denke auch nicht, daß dies alles nur Bedeutung habe bei großen Vermögen, nein gerade im täglichen Heben, in kleineren Verhältnissen gibt es in diesen Punkten viel leichter Zusammenstöße und Streitigkeiten, die ans das ganze Familienleben verbitternd und zerrüttend nirten. Darum wiederholen wir unseren Mahnruf: vor der Eheschließung macht einen Ehevertrag! Die Zahl der Eheschließungen und Geburten in Hessen in und nach dem Nrirge. , Tie Zahl der Heiraten in Hessen war im Kriege bis auf die Halste zurückgegangen, ist aber nunmehr im Jahre 1919 gewaltig angewachseu. Zn diesem JckAe heirateten nämlich 17 000 Paare, gegen 6740 im Fahre 1918 und gegen 9636 im Durchschnitt der drei Jahre 1911/13. Mit der großen 3aM der Heiraten im Jahre .1919 ist die Fricdensiattl also um 76 Prozent überschritten, und gegen das Jahr 1918 ift eine 2l/2fache Steigerung eingctretai. In den Jahren 1913 bis 1919 betrug die Zahl der Eheschließungen: 9621 — 8952 — :>235 - 4987 — 5727 — 6740 — 16 954. Be- 'anders bemerkenswert ist, daß auf dem Lande die iimahme der Eheschließungen im Jahre 1919 be» eutrnd größer war als in den Städten. Tie Zahl der Heiraten ist nämlich Vvm Jahr 1918 auf 1919 gestiegen: in Starkenburg, ohne die Städte Tarmftodt und Offenbach, von 2170 auf 6183; in Ob erfleh' en, ohne die Stadt Gießen, von 1172 auf 3978; in R^inhessen, ohne die Städte Mainz und Worms, von 1017 auf 2692; m der Stadt Mainz von 797 auf 1256; in der Stadt Darmstadt von 532 auf 872; in der Stadt Offenbach övn 514 auf 997. Setzt man die Zabl der Ehesthlleßimgeii in 118 = 100, sv erhöht sich diese 3aM für Starkenburg, ohne Darmstadt und Offene dach, auf die Meßziftrr 285, für Oberhessen, ohne Gießen, auf 339, für Rhein Hessen, ohne Mainz und Worms, auf 265, für Mainz aus 158, für Darmstadt auf 164, für Offenback auf 194, für duS ganze Land auf 252. Die höchsteSteige-- ru n g der Eheschließungen von 1918 auf 1919 zeigen folgende Kreise: Lauterbach 97: -127 Ehestlkließungen (Mc^iffer 440>, Alsfeld 121:483 (399, Büdingen 164:638 (389), Schotten 107:384 (359), Erback 179: 650(358). Die starke Zunahme der Ehescküießungen auf dem Lande ift daraus zu erklären, daß auf dem Lande ioä'chend des Krieges die Heiraten mehr zurück- gcgangen waren als in den Städten. Weiter dün- ten hierbei der in den Städten bedeutend größere WohnungSmangel ufto. eine Rolle spielen, Ihre Anzahl fiel in den drei KriegSjahren 1915/17 auf die Hälfte des Durchschnitts der Heiraten in den drei Friü)ensiähren 1911/13, in Ober- he ssen ohne Gießen sogar aut 43 Prozall, während sie sich in größeren Städten auf der Höhe von 63 bis 80 Prozent der Friedensjahre hielten. Auch de Geburtenzahl ist während des Krieges natürlich stark geunxn, und &iar w.e die Zahl der Eheschließungen, bis aur die Hälfte, hat sich aber im Jahre 1919 wieder auf 75 Prozent der Friedenszahl gehoben. Bei der großen Anzahl von jungen Ehen, die nunmehr geschissen smd, ift es sicher, baB die Geburtenzahl nock wesentlich steigen raird. In den Jahren 1913 bis 1919 wurden in Hessen Kinder lebend geboren: 32 297 — 31 274 — 24 262 17 354 — 15 506 — 16 060 — 23955. 3m Jahre 1919 raur.en also 7895 Kinder, ot-cr die Hälfte, mehr gejoren als tm Jahre 1918: Tiefe Zunahme gilt g'eichmävig für alle drei Provinzen, denn die Zahl ter Lebend geborenen betrug im Ja „re 1918 bjro, 1919 in Starkenburg 7445 bjro 11 073, in Oberbe ssen 3909 bzw. 5844, in Rheinhessen 4706 bzw? 7038. Auch die Zahl der uneljelick Geborenen nahm im Kriege ab, aber nicht in dein Mähe, wie die Zahl der ehelich Geborenen. Während ine Zahl b. r yebenbg.boner.en überbauet im Jahre 1918 bis rrui die Hälfte der Friedenszahl be runter ging, er mäßigte sich die Zahl der rrnrhelich Geborenen nur bis auf 71 Prozent. Handel Ber l in, 25. Mai. Börsen st immungs- b i l d. Die neuerliche beträchtliche Steigerung des Markkurses im Auslande und die dadurch bedingte Verslaunng ber Devisenkurse, die weiter um sich greifende ?lbsatzstockung auf dem inländischen Wa renmarfte und die im Anschluß hieran wahrschein- lich gewordene allgemeine Preissenkung steigerten in Börsenkreisen die Unsicherheit der ineiiereii Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Infolgedessen war die Kauflust für Aktien abge- schreckt. Das Privatstublikitm ist eingeschüchtert und sucht seinen Effektenbtsitz ab)ustos>tit. Tos Geschäft in Werten mit fortlausendcn Kursen blieb aber eng begrenzt; die Kurse erfuhren jebod) fast burefewg namhafte Rückgänge, die vielfach 10 Prozent überstiegen so bei Buderus, Phönix, Bad. Anilin, Allgem. Elektr. Ges. und Kaliwerten. Sehr beträchtlich waren die Kursstürze teilweise in Ans- lands^ intb .ikolonialwerten. So verlosen Steaua Ramana 190, Neu Guinea 35, Otavi 75 und deutsche Kvlomalanteile 400 Prvz. Ueberiee Elektr. Aktien büßten 70 Prvz. ein. Bankaktien waren gleichfalls etwas schwächer, jedoch Mttclbeutsck>e Ereditbank 3 Proz. höher. Am Anlayemaekt waren deutsche Anleihen bchauvtet, ausländrscl»? niedriger. Frankfurt a. M., 25. Mai. Börsen- stimmüngsbild. Die Geschäftstätigkeit an der Wendbörfe stand im Zeichen größerer Zurück Haltung. In Auslandsvapier^n blfeben die Umsätze auf Dnitsche Petroleum, Südsee-Phoshhat beschränkt, deren Kurse sich toeiter abschwächten. Schantungbahn ermäßigten ihren Kurs um wertere 12 Prozent auf 583.—. Unter den heimischen Pa^ picrcn verloren A EG. 10 Prvz. (280.—), Fetten u. Guilleaume 8 Proz. (110.—). Adlerwerke Kicher notierten 235.—, Daimler 220y?. Auch Montan- aftien unterlagen erneuten Pveisrückgängen. Ts stellten sich Buderus 5 auf 26Ö.—, Deutsch-Lurem- burg 41/* auf 265V<, Öbcrbebarf 1 auf 189V2. Mannesmann büßten 10 Pri^. ein (310.—), Westeregeln tieffer (645.—), Hapag 170 — behMrtet im Berlcmfe 168.— (— 2 Proz.), Bingwerke 242^, Bad. Anilin gaben 9*/2 Proz. nach (440Vs). Es fanden in Schon tun abahn gegen Schluß erneute Realisationen statt, btc den Kurs lnS 568 drückten. 5 Pn^. Goldmexikaner matt 299.— (— 16 Proz). Deutsche Petroleum schlosf«: 606.— bis 598.—. 5 Proz. Reichsanleihe 793/4. Frankfurt a. M., 26. Mai revifcnmaekt. Geld Dftef Geld Brief Datum: 21. Mai 25. Mai Amsterdam-Rotterd. 1523,50 1526,50 1333,50 1336,50 Drüstel-Antrverpen . 719,65 320,35 287,20 287,80 Ghnstiania 739,25 740,75 649,35 650,65 Kopenhagen 674,30 675.70 584,40 585,40 Stockholm 869,10 870,60 784,20 785,80 Selstngfors 189,80 190,20 179,80 180,20 Italien 219,75 220,25 199,80 200,20 London 160,80 161,80 140,35 140,65 Aew-Dort 41,75 41,80 34,70 34,80 Paris 312,20 312,80 269,70 270,30 Schweiz 744,25 745,75 619,40 620,60 Spanien 694,30 695,70 544,40 545,60 Wien (altes) .... 16,98 17,02 16,98 17,02 Deulkch-Oesterr. abg. 20,48 20,52 22,97 23,03 Prag 81,40 81,60 83,90 84,10 Budapest 17^8 18/12 19,73 19,77 Bulgari« — Konstantinopel. . . . Vtarknotteruugeu. Datum: 22.5. Zürich 13,60 Amsterdam Kopenhag«...............15,75 Stockholm 11,75 Wien 485,- 25. 5. 15,60 6,525 17,25 13,- 1 ärfenrurfe. Datum: 5e/,Deutflr1egsanL 4",Deut.B«ichranl. 3'^Deut.Rechsanl. 4e/e Preuß. ftonsols Darmstädter Band Deutsch« Bank,. . . Dirconto- Gesellsch. Dresdener Bini.. Nationalbank s. D. Niitteld.Credttdank ^.«Amerik.-Pakets. NorddeutschcrLloyd Doch. Gugstahlwrk. D-.Luremb.Dergw. Gelsenkirch.Dergw. HarpencT Bergbau Oberschi. Gisend.-'L» Oderschles. (fijenlnbk Phönix-Brgb..Akt. Vad.2lnilin-u.Soda Höchster Farbwerk« Ulehtr. A. C. G.. Schuckert-Werke. . IeltciiLGuilleaum« Daimler ..... Bud.-Lisenw.-Akl. Adlerwerke .... 4"/. Hess. SaalSanL Electron Griesheim Frankfurt Berllu Abend- Abend» Schluß- Schluß- KurS Kurs 21.5. 25.5. 79,75 79,75 157*25 158* - 212* - 175* - 170* - 175,- 277,- 253,- 276,- 265,- 271'- 260*- 200,- 189,50 -,- 245,- 373,- 360,- 469, - 440,50 342,- 280,- 180,10 -,- 410,- -,- 220,50 -,- 260,- -,- 235,- Kurs Kurs 21.5. 23.5. 79,75 79,75 75,50 75,25 71,- 70,- 75, - 74.75 157,75 158,50 278, - 269, - 208,- 200,- 178,- 172,- 142,50 141,- 156,- 159. - 172,50 169,86 171,- 160,50 270,- 252,- 276,- 266,50 298, - 293, - 270,25 262,50 196,- 188,- 251,- 247,50 369, - 350,50 460,- 440, - 363,- 352,- 302,25 282,50 184.- 176,50 430,- 405,- 230,50 223,- 270,25 264,50 250,25 240,25 312^- 312,- Reichsbankausweis. Bar l i n, 25. Mai. Der am 15. Ndm abgeschlossene Ausweis ber ReichLiank zeigt auf den Anlagekvnten die in der Mitte der dNvnate seit längnrr Zeit fast regelmäßig beobachtete Anschwel- limq. Die gesamte Anlage vermehrte sich nämlich um 3 914.8 Millionen Mark aus 41 856.5 Mill io nen Mark, während dic bankmäßige Deckung allein eine Steigerung um 3,949.9 Millionen Aiark auf 41 432.5 Millionen Mark aufzuweisen hatte. Dieser Zunahme steht aber auf ber anderen Seite eine solche der fremden Gelder um 3 517.5 Millionen Mark auf 16 451.1 Milliiuren Mark gegenüber, so daß hiernach die Neuinanspruchturhmc der Bank in der Berichtswoche sich auf rund 400 Millionen Mk. beläuft. — Der Umlauf an papiernen Zahlungs- mitteln (Banknoten und Tarlehnskassenscheinen) zeigte in der Berichtswoche wieder ein üd.-rauS im= fcefriebigenbe Entwicklung, und zwar mußten an diesen Geldzeichen (zum Teil unter der Einwirkung des Drohens eines Streiks der Bankangestellten) 500,6 Millionen Mark neu in den Verkehr gegeben werden, ivährLind in den Jahren 1917 und 1918 ein Rückfluß von 86,6 Milli-Nten ÄLark ^w. 3,2 Millionen Mark, im Vorsäbre ein Absiuß oon 130,1 Millionen Mark zu verzeichnen war. Im eirr^lncn nahm der Notenumlauf um 547,7 MrU. Mark auf 48947,5 Millioneir Mark zu, der Um# lauf an LarlehnsHaffensckcinen dagegen um 74,1 Millionen Mark auf 13 329,3 Millionen Mark ab. Tie Bestände an Gold, Sa?eidemünzen und Reichs- kassenschaE, itigten geringfügige Zunahmen — Ter T-arlehnsbestand bei den DarlchnsHasseit ec» höltte sich toeiter um 117 Millionen Mart iwi 29:554,4 Millionen Mark. Ein dieser Zcmthme entfvrcdienber Betrag an TaalechnSLrssensckeinen wurde der Reichsbank übergebet, in deren Kafs deö NcichswchrminiftcriumS. lieber die Neuorgancsatünt des Retchslvehr- Ministeriums wird mitgctcilt: . Das Ministerium glicbert fick m wer Abteilungen : Tie H e e r e S lei ttu n y , btt M a- rine, das S t aat s f e kr c t a r t a t und die Nachrichtenabteilung. Tie Heeresleftung erledigt alle Angelegenheiten, die sich mit der mclitärischen Fübrtfng, Ausbildung und Erztehung der Truppen befassen. Zum Staatssekretartat, das bis zur Bewclligung durch den Reichstag mir nnc provnorische Enrrichtung ist und mit einem Berufsoffizier besetzt werden soll, geboren tm Ar beiten des früheren KriegSministeriums. oamb« lidje Abteilungen sind dem Reich»wehrminlster direkt unterstellt. Die Nachfolge des früheren Ml lftärkablnetts hat das Personolarn; angetreten, das unter dem General Braun steht und aus dem alle Offiziere der Vorkriegszeü entfernt sind. D« Ernennungen verfügt der Relchsu>etnmlnlster, vom Stabsoffizier auftvärts der Reick>spräsident Der Sitz deS PölkerbundeS. Zürich, 25. Mai. Zu dem Gerücht, daß bad Generalstkretariat d S VS!verbiittbes mögiidyrox-ii' nickt nach Genf komme, erfährt der u n d", daß insbe onderc allerdings der Ehef brr poft- tischeu Sek.ion ixS BöllerbundSsefixtariats, der Franzose Manthoux, fick gegen den Umzug nach Genf sträube. Widerst ändc sollen sich auch im international ei: ArbcitSantt geltend mochcil, icbod) weniger bei dessen El)ef '.'flbert DhsmaS Die Wahl Genfs zum Böckrlmi.dssrtz haLt von Anfang an nicht bte Unterstützung Frankreichs gcchabt, und das scheme nachhuwircken. Italien für nochmalige Vertagung non Spaa Paris, 25. Mai. (WTB.) Nach einer Mel düng des Journal aus Turin versichert die „Ga zetta del Popolo", Ministerpräsident N i 11 i werde von den alliierten Regierungen ixe Vertagung der Abonferenj von Spaa verlangen, damit das italic nische Parlament Gesetze von großer Wichtigkeit verabschieden kann. Ungarns Friede. Paris, 24. Mai. (Wolff.) Der Botschafter- rat beschloß, daß die Unterzeichnung de» ungarischen Frieden-vertrage- am 4. Juni stattfinden soll. B u da pe st , 24. Mai. (Wolss.) H.waS meldet: Graf Apponyi bat seine Demission alt- Präsident der ungarischem Friedensbelegation br ber FrickensLmfelenz eingerricht. Er toitb durch Prokswski als Vorsitzender der ungarischen Friedensbelegalion ersetzt werden. DaS Mandat für Armenien. Washina ton. 25. Mai. (HavoS.) SBUfwi ersuchte den Kongreß, die Bereinigten Staaten zu autorisieren, daS Mandat für xlrmemen anzunehmen. Zusammenstöße in Kleinastrn. Athen, 25. Mai. (WTB.) Das yrWtoe Hauptquartier in Smyrna meldet, dah ein Zu' sammenstoß in der Gegend von Obernifd) »wischen einer türkischen Truppe von etwa 400 Mann, die von irregulären Truppen unterstützt wurde, und griechischen Truppen stattgefunden habe. Die Türken hätten eine starke Niederlage erlitten und viele Tote, Verwundete und Gefangene zurückgelassen. Die griechischen Verluste feien verhältnismäßig gering. Sühne für die Ermordung Carranzas. London, 25. Mai. (WTB.> „Dailh Mull" meldet aus Mexillo, die Partei des Genera.-) Obregon habe 2000 Mann entsandt, um bm Mörder des Generals Carvan-a gefangen zu mchmen. Die Streiklage in Frankreich. Paris, 25. Mai. (WTBZ Die Hafenarbecter und Seeleute von Dünkirchen weigern sich, die Arbeit wieder aufzunehmen, solange ihre gemaßregelten Kameraden nicht wieder eingestellt werden. Die Gewerkschaft der Eisenbahner setzt den Streik fort, jedoch bat der ausführende Ausschuß beschlossen, ben Gewerkschaften der einzelnen Ecsenbahnaesellschaften den Beschluß darüber, was geschehen soll, zu überlassen. Hagnnann Intendant für Wiesbaden. Mannheim, 25. Mai. (WTB./ Wie dü ,,Neue Badische LandeSzeitung" hört, ist die trrett- ßrsche Regierung nrit dem Mairn Heimer Intendanten Dr. Karl Hagemann in Derhandlu?Wen getreten, um ibn an Stelle des bisherigen Inttn^ bauten Legal, Der nach Berlin berufen wurde, für den Intendantenposten in Wiesbaden *u gewinnen. Es sollen ihm weitgehende Befugnisse zu> gestanden werden. Elektromotore Drehstr. 110/190 3 P8 , 500 33., 40, 60, 8L 100 PS Gleichstr. 110B.L 13» 32P8 „ Dynamo, 80 kw, 200 n , 220 S., 2, 3, 5. & 125, 140 PS 440 B, 3, 4, 5, 6 PS fofort lieferbar. g*® Wl.-Zvg. 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Maurer jede» Quam, tret fraul ob. ab Waggon ** zti25CL ß. SiOiamtn. Deutsche Volkspartei in Hessen Aufruf an das Hessische Volk Wähler und Wählerinnen des Hessenlandes! Wahltag ist Gerichtstag! «m 6. Juni ist ReichStagsmahl! erhaltung Pflichttreue in jede» Berufe. 5789D Statt Karten. Statt Karten. Verlobte Stuttgart oatre Münster (Westf.) 25. Mai 1920 Klein-Linden Redner 5791c Verlobte Krofdorf 25. Mai 1920. Statt Karte«. der GrSmngen b. Dietzen 8. Der Vorstand. 5801c Mmlwe Freie Aussprache! 5884c BoWrtiWe W Buchenholz Der Vorstand. I niiiiHiiiiiiuiiiiiimuia i Luise Haubach Amandus Ott Wilhelm Jung Techn. Landessekretär. Ida Mandler Paul Heupel Kastel Dt. Johann Becker, Finanzmmister a. D., Darmstadt Christian Schmitt, Landwirt, Guntersblum D. Dr. Martin Gchian, Universitätsprofessor, Gießen Frau Slse «ierau, Mitgl. d. Hess. Landtags, Darmstadt Srokltoraten, Jl ;iam und soebei Zur Anmeld i'Iihlet sind d teilt 3eu11d ü erste Schmie - B806D Alles Nähere siehe Lokalnotiz! Die Verlobung ihrer Tochter Marie mit Herrn Wilhelm Jung, Techn. Landessekretär in Münster (Westfalen), beehren sich hiermit anzuzeigen Lehrer Boßler und Frau Marie geb. Merz. Johannes Huff, Eisenbahnobersekretär, Nierstein a. Nh. Frau Karoline Krafft-Schramm, Offenbach a. M. Christian Scholz, Fabrikant, Mainz (Friedberg Heinrich Schudt, Müller u. Landwirt, Görbelheim, Kr. Meine Verlobung mit Fräulein Marie Boßler zeige ich ergebenst an. Bella Hetz Moritz Kugelmann Verlobte Unsere Kandidaten sind: Jakob Gteffau XL, Fabrikausseher, Lampertheim Jean Rempel, Tapeziermeister, Worms August Dollinger, Lehrer, Ober-Gleen, Kreis Alsfeld Georg Weber VIII., Landwirt, Groß-Umstadt (angefdjloffen an Dolkshochlchnl«) Beginn ZI. M M. kejkWch „Litiig-Mchm" Mitglieder Versammlung am Sonntag den 30. Mai, vormittags 1IV« Ubr, im Liebigmuseum. Vorlage von- 1. Juttasv.LiebigSBrieten auA W.v. Hofmann 2. Handbuch des Vaters Georg Liebig. Gäste willkommen. — Um 12 Uhr öffentl. Führung Bettleöem- IMgWSMM Frau K. Leinweber. Neustadt 48. <*” Abhol. auch v. auswärts. M bei den F Roheiten zu tete Zrage kn; svsihirns durch ■’Wt Schieds-e ushntg sind «fiihkt, die Fordei ^hat. § aiWn Amtier Rutsch Clywo« A IrrifstoreX irauenhöldiro1 lämtL Gummiartikel Damenbtnden emps. . jted.^lrosjJtreazplatz. X «bttdfl. f Damen. b#b weH E» «rWe** »etw.-»rwk*rel. V Imn. MMM ©«gen eine Korruption des Beamtentum» durch parteipolitische TmMste, für den Schutz unseres asten pflichttreuen Fachbeamtentums. Geaen Sozialifiernua oder Kommunalisterung von Wrrtschaftrbetrieben, für bte Aeffrecht. erhaltung der Privatwirtschaft und der verantwortlichen peinlichen Leitung im WtrtschastÄUben. ^©egen «rdroffelüng des Mittelstandes und der kleinen Betriebe, für Schutz des Hand- Werks und des gewerblichen Mittelstandes. ... . ©egen utwerständige Zwangswirtschaft, gr energischen «bbtttt ber AwaugSwirtschaft. Hebung der Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft durch Einfuhr und reichlichere Produktion von Futter°^und^Dungennt1eln^e für Schonung der wirtschaftlich Schwachen, besonders Per Zo von Die Frist M und Bet AtiiMgeoori^ M DnMiE Ungarn, Bulgai mb MeöönM Meten, btffn Arten gehört trnsvertragesao ZamlnEieme junt 31. OTat Zn dem im 1920, Äite £ Mgesetz, aus znedensoermige int in Serlm,: M ist, ist ir noig M Anm utenGelds' Milhen AuSgl Mimen und da Sen unterrichtet mdnitigen Fass .-ick Erläutern Ln ehemalig Mversabren! mnien mit fen spricht Freitag, 28. Mai, abend 8 Uhr im Saale des Caf6 Leib, WalltorstraBe über die Reichstagswahlen Es gilt mit den Feinden der Volksrechte und der Republik Abrechnung zu halten. Wähler u.Wählerinnen erscheint in Massen in dieser Freie Aussprache! Das soziald. Wahlkomitee. Ihr seid Richter über- bie Leistungen bes jetzigen Systems! Ihr seid Richter über die Regierung der Mehrheitsparteien und ihre Taten! Bedenkt die blutigen Burgerkämpfe in deutschen Landen! Bedenkt die Erschütterung bes Rechtes und jeder Ordnung in unserem Staate! Bedenkt die Gefahren der nationalen Knochenerweichung durch internationale und pazifistische Träumereien! , , ,, Bedenkt bie Vergewaltigung unb Verproletarifierung bes Kopfarbeiters durch bte unter dem Diktat der Sttatze stehende Regierung! , Bedenkt die nagende Sorge des schwer um seine Existenz ringenden Mittelstm^es! Bedenkt vor allem den gewissenlosen Mangel an Pflichterfüllung gegenüber der furchtbar drohenden und sich immer mächtiger erhebenden bolschewistischen Gefahr! Wahltag ist Gerichtstag! Wähler, Ihr seid Richter! Die Detttsche VolkSpgrtei fSmpft: Der Vorstand. Leiterwagen Kastenwagen MJ5 einzelne Räder. Carl Schunck. Dienstag den 15. Juni 1S20 vormittags 11 Uhr in unsrem Bankgebäude Neue Mainzerstrake 32 dabier stattstndenden fünsundsechzigsten ordentlichen Generalversammlung etngeladen. Gegenstände der Derbandlnug sind: 1. Vorlage deS Berichts des Vorstands für das yahr 19181 mit den Be> merkungen des AussichtsratS; Beschluk,assung über die Genebmtgung der Bilanz und Gewinn- und Berlusirechnung per 31. Dezember 1919- sowie über die Verwendung des Reingewinns. 2. Entlastung des Vorstands. 3. Entlastung des AusstchtSrats. L BeschtttNassun'g^über- die Erhöhung des Grundkapitals um dreikig Millionen 'lllark durch Ausgabe von tünfundzwanztgiausend ans den Inhaber lautenden, vom 1. Januar 1920 nut Dlvldendenberechttgrmg auSgestatieten Akiien zu ie zwölfhundert Mark. Beschluksaflung über die Begebung der neuen Satten. 6. Den Be?chlüfien zu 5) entsprechende Aenderung deS Statuts, msbesondere des 8 5 iGrundkapitalziffer unb Aklienerntetiung). 7. Aenderung folgender Paragraphen des Statuts: « 14. «Die f>trma der Gesellschaft kann auch von zwet Prokurrsteu zeichnet werden: Streichung dirr in Abs. 2 bestimmten Etnschrankuoge» 8^1^