rein I e n SU iwitnet Witt« »rstand. Sf ÜJjtam bei Sb?e“ wird Tonuertka, nsult, tzorv. protze Quan- inhol; cl* verstrignt. mmetmelftet ^rlch DIU. Wohnung" ldet sich USZ Itr. <>» Der iiegener erscheint täßlich, außer Sonn- und Feiertags. Bepmspieife; Monatlich Mark 3.60 ehbMk.- 65Trägcrlohn, oierleljährlichMark 10 80 undMk.l.gSTrägerlohn- durch die Post vierteljährlich Mark 12.— ausjchlieblich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüste: für die Schrifttestung 112; Derlag.Gejchasisstelle 51. Anschrift für Druhtnach. richtens Ln»ei§er Lietzen. pastscheeS—»«. $ranffurt a. M. U6S6 Erstes Blatt 170. Jahrgang Mittwoch, 25. August 1920 General-Anzeiger für Oberhesten Druck und Verlag: vrtchi'lche U»iv. Such uni« Stdndrwferei H. Lange. SchnfUeivmg, 6cf*5fte*elk imü Druckerei: Zchvlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Taqesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derkindlichkeit. Preis für l mm YSHe für Anzeigen t>. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Ncklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20°, Aufsehlag. ^aovtfchrrfUeetae- Au». Boch. Derautwortlich für Politik: Aug. Boetz; für den übrigen Teil: Dr. Bemhald 3«X6; für den Anzeigenteil: fi. SeA, sämtlich in Bietzen. Vie Befreiung Aegyptens. Aus Lonvon kommen verschieDentliche Meldungen, oie britische Regierung habe sich entschlossen, Aegypten zu räumen! Zu räumen mit fast Der gesamten Besatzungsarmee, mit Den englischen Zivilbeamten, mit den englischen Zollwächtern uno Steuereintreibern. Die Nachrichten erschienen erst so unglaublich, Daß man versucht war, einen Bluff anzunehmen, wenn man sich nicht erinnerte, Daß England kurze Zeit nach dem Burenkriege, d. h. narb der Vernichtung der burischen Selbständigkeit plötzlich in Südafrika eine Politik der Milde, der Großmut und offiziellen Uneigennützigkeit einleitete. In Aegypten herrscht seit 18 Monaten volle Revolution. „Aegypten für die Aegypter" war das Feldgeschrei, mit dem die Studenten von Kairo am 9. März 1919 iq den Ausstand traten unb eine große Det- monftration unter Mitwirkung der Volksmassen veranstalteten; doch wurden die Demonstrationen unter Blutvergießen von briti- ichen Truppen unterdrückt. Gefährlicher für die englische Herrschaft wurde die Bewegung erst, als sich die Aufständischen anschickten, durch Sabotage den ganzen Verkehr des Landes, insbesondere den Eisenbahnbetrieb lahmzulegen, was auch zu einem großen Teil gelang. In Unter- und Ober-Aegypten wurden die Eifenbahnzüge allenthalben angehalten, die Schienen aufgerissen, die Lokomotiven zerstört. Jv Wasta wurde der englische Eisen- bahnpräfident von der Menge getötet, seine Frau entkleidet durch die Stadt geschleppt, und nur mit Mühe infolge der Intervention eines Eingeborenen vor dem Tode errettet. Im Süden wurden noch schwerere Ausschreitungen verübt. Der Luxor-Kairo-Expreßzug, der mit Offizieren und Pflegerinnen besetzt war, wurde von der wütenden Menge angegriffen, i>ie unter den Passagieren ein Blutbad aw- richtete. Bei Der Ankunft fand man die Leichen von sieben verstümmelten Offizieren. Seit jener Zeit finü in den Städten des Nillandes säst an jedem Freitag Demonstra- lionen^Umzüge und dergleichen an der Tagesordnung, die niemals ohne eine Anzahl Toter unb Verwundeter ablaufen, denn der Engländer ist mit scharfem Schießen schnell bei der Hand. An jedem Freitag, sobald am Vormittag die Bevölkerung aus den Moscheen slröml, bilden sich dort unter Teilnahme aller Volksschichten, hauptsächlich der Studenten, Umzüge, die sich durch die Straßen bewegen unter den Rufen: Es lebe das freie Aegypten! lieber mit England! Und immer neue Metzeleien waren die Antwort der Engländer. Ueberall wurde das Kriegsgesetz und der.Belagerungszustand eingeführt. Die Gefängnisse lind überfüllt. Seit Ende des Weltkrieges, also seit dem "Waffenstillstände, wurde 30 000 Aegypter gelötet und 60 000 zu Krüppeln geschossen. Diese Wahlen sind nicht die Ausgeburt orientalischer Uebertreibung, sondern stammen von dem sehr 'achlichen Führer der ägyptischen Bewegung, Dr. jur. Said Bey, der kürzlich mit Giolitti n Rom verhandelte, dann mit Mohamed Ali, )em Vertreter der Inder, nach Paris fuhr und letzt in den Londoner Aemtern vorsprach. Die Frucht dieser Konferenzen scheint der Räumungsbeschluß Englands zu sein. Die britisckie Regierung hat offenbar eingesehen, daß man mit dem ewigen Krieg auch in Aegypten nicht Meiler kommt. Aegypten ist durch die Revolution so geschwächt, daß es politisch nicht mehr gefährlich wird. Durch wirtschaftliche Beherrschung ist der Suezkanal besser gesichert als durch die Flinten der Besatzungstruppen. Möglich ist ja, daß die gesamte englische Politik übergeht von der Beherrschung der Kolonien durch das Mutterland zu einer Ver- nndung der Einflußgebiete nach dem Muster Bereinigten Staaten von Nordamerika. Aber Aegypten gegenüber ist die neue Politik vorläufig nichts anderes als ein verschleiertes Sinknfen, weil man eben nicht mehr weiter ^kiß. Für Deutschland ist die Besreiung Aegyptens von größerer Bedeutung, als man vielleicht im ersten Augenblick übersieht. Im Artikel 147 des Versailler Vertrages mußte Etschland das von Großbritannien am td. Dezember 1914 erklärte Protektorat über Uegypten anerkennen. Wenn nun dieses Pro- tettotat entfällt? Gelten immer noch alle Deutschen Verträge mit Aegypten seit dem 1- August 1914 nach Artikel 148 des Friedens- als aufgehoben? Lebt nicht beut $e5 Eigentum in Aegypten wieder auf? (Artikel lo3.) Das Papier von Versailles hat iinen neuen Riß. Die Notwendigkeiten der Revision häufen sich. Dr. Simon» über die Lage. .fl/Bctlin, 25. Aug. Ter deutsche Austenmi- Simons ist gestern aus der Schweiz ^ber Ski/trn nach Berlin zurückgeLehrt. Am Tage Zuvor hatte er eine Unterredung mit einem schweizerischen Zeittmg»>ertretrr. btek-r wird dem „Berl. Tagebl." berichtet: Der Minister holde jede Differenz zwischen Sngland und Frank.«ich als für Deutschland schädlich. Die Gegensätze wurden tut dem Rücken der Deutschen ausgelvaaen. Schlimm sei das grenzenlose fvanzösische Mißtrauen. Tie Nicht Unterzeichnung des Versailler Friedens und ein französische Einrücken in Deutschland seien pi'ych « lagrich besser gewesen. In Frankreich hätte dies entspannend grtrnrft unb gleichzeitig der ganzen Welt eingeprägt, daß Versailles ein unmöglicher Geivaldakt sei. Auch von den polnischen Bäumen sei zu erwarten, daß sie nicht in den Himmel wachsen würden . Er, der Minister, trete mit Leidenschaft für die volle Neutralität ein. Zwischen Oft und Mesl könne Deutschland nur Schlachtfeld ober Bindeglied fein und er strebe darnach, daß es das letztere sei. Nach seiner Meinung werde die Entscheidung über die Zukunft fallen, wenn Frankraich seine wahre fwanyeLe Lage cdfannen würde. Giolitti in Vern. Luzern, 23. Aug. (Wolff.) Giolitti ift heute vormittag kur- nach 9 Uhr wach Bern ab- gereift. Lloyd Qk arge, der sich bereits gestern abeiü> von Giolitti verabschiedet hatte, ließ sich bei der Abreise durch feinen Privr4: ekretär vertraten. Bern, 24. Äug. (Wolff.) G io li t t i ist heute vormittag im Sonderzug in Beni eingetroffen, wo er vom Bundespräsidenten M'o t t a empfangen wurde. Im Eisenbahnwagen hatten beide Staatsmänner eine kurze Unterredung, wobei Bundos- präsibent M'otta die Grütze bes Bundesvats a»s- sprach unb Giolitti seine große Befriedigung Über den herzlichen Empfang durch bas schl-ei-erische Volk ans: rückte. Auf de» Hinweis des BundesvräsDenten M'otta, daß er in Giolitti denManndesFrie- bens unb der Bersö hnu ng sehe, woraus die Sympathie der Schweizer für ihn zurück-uführen sei, betonte Giolitti, daß dies allerdings die beiden Hauptpunkte seines Programms seien. Er erklärte sich im übrigen von den Luzerner Besprechungen befriedigt. London, 24. Ana (Wolff.) Luzern wird folgende offizielle Meldung verbreitet: Giolitti und Lloyd George haben an M i 1 l e r a n d folgendes Telegramm gesandt: „Bei Abschluß unserer Zusammenkunft in Luzern entbieten wir Ihnen herzlich-n Gruß, unb wir sehen mit Vergnügen der nächsten Gelegenheit entgegen, mit Eurer Erzellenz -usammenzutreffeu." Bern, 24. Äug. (Wolff.) Wie die Schweizerische Tepeschenagentur erfährt, wurde das gestern in Luzern au-gegebene Communiqus auch nach Moskau gefunkt. Paris, 24. Aug. (Wolff.) Tie englische Botschaft hat dem Minister des Aeußern offiziell ben Text des Communiquös über die Zusammenkunft LloydGeorges unb G i o- littis in Luzern bekanntgegeben. Darausbin übergab ber Minister des Aeußern der englischen Botschaft folgende 9L*te: „Die französische Regierung dankt ber englischen und italienischen Regierung für die gemachte Mitteilung. Sie freut sich, festftellen zu können, daß in den gepflogenen Unterhandlungen nichts enthalten ist, was nicht überein- stimme mit den Prinzipien, die sie stets befolgt habe. Nene Zusammenkünfte. Paris, 24. Aug. (WTB.) Havas bezeichnet die Meldung«! über eine unmittelbar bevorstehende Zusammenkunft zwischen Giolitti, Lloyd George und Mill er and als unzutreffend. Tie Zusammenkunft zwischen Gwlitti und Mille- rand bleibe auf Mitte September festgesetzt. Mit dem englifcbeu Ministerprästdenten werde Millerand er)t später zusammentreffen, wenn nicht besondere Umstände eine frühere Begegnung notwendig machten. Der Krieg im ©Sten. Königsberg, 24. Aug. (Wolff.) Das geftngc Gefecht bei Chorzele war em Tnrm- bruch-kampf des bisher weft.ich der Linie Chorzele- Mlawa abgeschnittenen 3. Kavalleriekorps. Tas Korps befand sich am 33. August abends im Rückmarsch über Mysckmietz. Der Uebertntt der russischen Truppen verstärkt sich. D*e Gesamtzahl beträgt jetzt rund 20 000 Mann. PariS, 25. Aug. (WTB.) W»e aus London gemeldet toirb, besagen die letzten aus Wan'chau eingetroffenen Nachrichten, daß in elhrwaoaphlsch Polen 21 Divisronen der Roten Armee operierten, von Denen bisher 6 DoUb turnen vernichtet sind. 2er polnische Heeresbericht. Kopenhagen, 24. Aug (WTB.) Nach einem Telegramm aus Warschau meldet der po> msckL He-rrSberi«t: Nordfront: Unser erists Heer hat endgülttg die fetnbiidxsi Tchftsisnen ver- nüfrtet, die dm Abzug der Bolschewik deckten. Nach scharfen Kämpen hab?n wir P-.-z-ssriyrt und Mlawa besetzt und die letzten RückM-skins-ei für die uaniöarttg flüchtenden ftindlichm Trnp ^ao- geschnitten. "Danach nnrrben das Der bienen Sow'^arme.' und das bitte bvlschewi tische Kava li er) elorps ftngeschkoften. T« m gchkure^Brute an Gesänge en und Material, Die von SNucke zu Stunde wächst, kann nach nicht gezählt trcrben. Die Niederlage Der bolsckxust .i chm No darmee iit so entscherdrick', daß z. B. allein untere 18. Kavalleriedivision am 21. August Über 5000 Gefangene machte unb 16 Geschütze, 135 Maschinengewehre unb eine M«ige Train erbcutere. Gleich- ze.tig gehen imsere« Truppe-.r von Pommerellcn längs der deuffchen Grenz« vor. Sie haben Sal- b a u besetzt unb dadurch die Bolschewisten von Norden her abgesperrt. Zentralfront: Unter ber persönlichen Führung deS Oberbefehlshabers Pilsudstt setzen unsere Heere den Bormarsch gegen Norden fort. Die Linie Zambvow-M.^'wrnfk ist überschritten, ebenso der Narewiluß südlich txxt Bialystok. Nordwestlich von Eysockö-alitowfk stieß innere vierte Reiteveibrigade aut eü»e (Kruppe schwerer fernd- iicher Geschütze, die noch AuSfage von Gexingenen bA#u beftimmt waren, Warschau zu bombardieren. Sie erbeuteten insgesamt 22 schwere Geschütze und 100 Wagen und machten 500 Gestrn^e. Aus einem auf gefangenen Befehl der 21. br'lfchewiftt- schen Tivisstnr geht hervor, daß die Bolschewisten ihren Train in Brand stecken und die Pferde dazu benutzen sollten, die Fluch zu beschleunigen. Südfront: Allgemeine Unsicheiheit hat ihre Ursache in der großen Niederlage. Sie macht fich auch auf ber bolschewistischen Südsront bemerkbar. Die feindlichen Llbteilungen, die in der Gegend von Lemberg operierten, befinden sich im vollen Rückzug und werden von uuferen Truppen sckiarf verfolgt. Ter Femd hat auch S t r y i aufgegeben. Polnische» Lchreckcntzregimcntin Soldau? Berlin, 25. Ana. Wie verschied-ne Blätter melden, führen die Polen ix Soöhni ein wahres SchMsckeusregiment. Die F-riedentzverhandlungen. Am ste rdam, 34. Aug. (WTB.) Ter Korrespondent des „Taily Chvonicle" in Warschau meldet, daß die russischen Delegierten in Minsk mit Rücksicht auf die Erfolge ber Polen gemäßigtere Friedensbedingungen stellen. Paris, 25. Aug. (WTB.) Mc aus London berichtet wird, haben die Polen die ihnen von den Ricsien untetibreiteten Bedingungen ab- gewiesen. Bon 15 Punkten haben die Polen nur einen Punkt angenommen und zwar den der Temobilisation, falls die russische Armee ebenfalls demobilisieve. Eine englische Note an Äamenew. London, 25. Aug. Havas. Gleiebieitifl mit der Uebermittlung des Luzerner Eommuniqu4s a n Kamenew wurde diesem von Balfour eine Note gesandt, in der die englische Regierung feststellt, daß die Friebensbedingrmgen, die Rußland Polen vocgelegt habe, soweit sie der enHlifchen und italienischen Regierung durch die ihnen zu gegangenen Informa turnen bekannt fntb, im Widerspruch stehen mit ben Bedingungen, die Kamenew seinerseits mitteilte. Tiefer wird ausgesowert, zu erklären, ob seine Informatioire:' richtig sind unb ob die Sowjetregierung die Absicht habe, die Bedingungen für Polen aufrecht zu erhalten. Balfour »erlangt in seiner Note im Auftrag des Ministerpräsidenten Antwort bis spätestens Freitag abend und macht darauf aufmerksam, daß seine Antt»ort die Haltung der englischen Regierung gegenüber Sowjetrntzland beeinflussen werde. viepolitil derZranzssen in Gberschlrfien. Berlin, 24. Aug. (Wolff.) Obivvhl die interalliierte Kommission in Oberschlesien der Reichsregierung zugesichert hat, die Entt»affnung der polnisck;en AufstärchisckMN durckHu'üh.en und für schZeunige Herstellung gcorix^cr Zuiiände zu sorgen, haben nach den hier vorliegenden Nach- ricksteu aus dem oberschllesischen AuMandsgeriet die dort eiug-mieften ffxrnzöfiftl)en trwen bisher keine Anstalten zur Entwafsnung der polnischen Banden gemacht. Sie ließen Istelme^-r ben Insurgenten Zeit, die Waffen ter- schvinden zu Icjien, und erklären nun, daß fte fernen 2lnlaß zum Einschreiten haben. Es ist auch tedfah zwisck>en den polnischen Banden und ben Franzo en zu Berbrüderungen grfommen. Irgendwelche Maßnahmen gegen die Führer der Bm'.dm )inb nickt getroffen worden. Im Gegeirsatz drzu sind die wenigen dort besiT^ichen rtalienr- schen Truppen au^ energischste gegen die Ausrührer eingi schrit en und haben ihr MöglichstÄ getan, um eine Entwaffnung durchz-iführen. Trshender Generalstreik. Benthen, 24. Aug. lWolff.) D« Deutsche nationale Volk?Partei, bie Katholische Bolkspartei st Zentrums die Demokratische Partei, die Sozialdemokratische Partei, ber Allgemeine deutsche Ge- werffcha'ttbund (freie Gewerffchaten», die Arbeitsgemeinschaft softer Angestelt-enverbände (Asas, der Teutschr Gewrtffchaftöbund (christlich: Gewerffchar- ten), der Gcsamtoerband deutscher Angestellten- Gewerkschaftrm, die Hirsch-Tunckr chen Gewerkschaften mW ber GewerkschaftsirEid der Angell- ten erlassen folgenden Aufruf an die oberschlesische Bevölkerung: „Unsere ober- schlesische Heimat ist in tiefster 9tot, Teutsche und Po en stehen gegeneinander und Brudecblut ist geftonen. Tie Sühne der Verbovchm gehört vor das Geruht. Wir wollen Frieden. Tie interalliierto Kommiffion sicherte uns zu, die Ruhe, Sicherheit und Ordnung wrederh-rzusdellen. Wir forderten am 21. August und General Gracier sicherte uns folgendes zu: 1. Restlose Entwaffnung der Bevölkerung ohne Rücksicht auf Nationalität: 2 Aushebung des Belagerungszustandes, soweit es die BerhÄtrnsse gestatten: 3. Hmmziehrmg deutt'chn: unb vvlnisck^r Arbeiter zur Wiederherstellung des Friedens: 4. Verhütung von Gewalttaten aller Art. — Die Bewaffnung pol- nischer Banden schreitet dennoch fort, sie reihen die Gewalt an sich und mißbrauchen sie. Tem muß ein Ende gemacht werden. Die gesetzmäßige Gewalt muß sofort wftderhevges-ellt werden. Tas ist unsere einzige Forderung und sie wird noch beule der uUerallüertai Kommission unter- breitet. Wird sie rricht erfüllt, dann snrd wir ent-- fchlosftn, den Frieden durch einen Generalstreik zu erzwingen. Haltet euch bereit und wartet auf den Ruf der Führer. Es geht um unsere Heimat!" Breslau, 24. Aug lWolff ) (Erbittert über die Ereignisse in Oberschlesien, faßten heute die Angestesiten des hiesigen Hotels Monopol einstimmig ben Beschluß, ab heute bifll zur vollkommenen Wiederh rstellung der Reche der deutschen BeMIcrunb Oberschlesiens an die französischen Mit g l i e b c r der interalliiertai Kommission webe r Speisenno chGetränke zu verabfolgen, foivie jede sonstige lienft* Iriftung zu verweigern An alle Berussvenossen- schaften richten die Angestellten des Hotels Monv- pol die dringende Bitte, sich mit ihnen sotidartsch zu erklären. Kattowitz, 24. Aug (Wolff) In Kvttowitz Stadt und Land ist unter dem Vorsitz des französischen Hai»ptman7rs 2 ’elaune eine Qualffi- zierung-svommission, besbehend Mis bni Teuffchen und drei Polen gebildet worden, dft die O r g a n i- sation der Bürgerwehren in Angriff net>' men soll. Tie Zusammensetzung dieser Bürger-- wehven soll nach der Stärke ixr Neutralitäten auf Grund der letzten Gemeindewahlen erfolgen. Das Eingreifen der Italiener. Berlin, 25. Aug. Wie dem „Lokalanz/' aus Rybnik gemeldet wird, hat ber italienische Oberst Pesenti den Polen im Landkreise Rybnik ein Ulttmatum auf Ablieferung der Waffen zugehen lassen, widrigenfalls er sich gezwungen! sehen würde, die allerschärfsten Maßnahmen gegen die polnischen bewaffneten Banden zu ergreifest. Ter Abstimmungtztermin. Be rlin, 25. ?£ug. Nach einem schlesischen Zentrumsblatt soll der Abstimmungstcr- nun in Ol»erschlesien auf die erste Dtoobemxbe feftgesatzt worden sein. Ein Druck auf den Oberkommandauten von Danzig. P a r i s, 25. Aug. (WTB.) Nach den von Lloyd George und Giolitti gemachten Vorschlägen hat M i l l e r a n d durch den Vorsitzenden der Bot- fchaft-erkonferenz dem Oberkommandanten für Daw- sig telegraphisch die In st r n k t i o n zu gehen lassen, daß gemäß des Artikels 104 des Friedens Vertrages! betr. die Benützung des Danziger Hafens für die Ein- und Ausfuhr diese Bestimmung sicher zu stellen sei. Tower hat den Auftrag erhalten, mit allen Mitteln, über die er verfügt, die Entladung der Schiffe für Polen bewerkstelligen zu lassen. (Eine Streitfrage im Saargebiet. Berlin, 24. Aug. (Wolff.) Innerhalb der internationalen Kommissron, bte mit der Abgrenzung des Saargebiets betraut ist, kam es befofiTTtilkf) vor einiger Zeit zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem deutschen Vertreter und ben übrigen Mitgliedern. Tie Kommission wollte die als Grenzen des Saargebiets beüimmten Verwaltungsgrenzen abäntern. instruktionsgemäß erklärte der deutsche Kommissar dies für unzulässig urtb lehnte eine Bete^igung an der Beschlußfasfung ab. Es entftxinn sich sodann, wie wir hö en, ein längerer Notenwechsel über die Angelegenheft. Tie Alliierten verlangen von Teutsckstand, daß es feinen Vertretern anweise, eine Aenderung von VermaltimgÄgrenzen als zulässig anzuerkenncn, und führten dabei aus, der ueutKbe Kommissar habe arftänglich denselben Standpunkt eingenommen wie die übrigen Kommissare unb seine Meinung erst später geändert. Tie deutsche Regierung übergab darauf der Frie- denslvnferenz Anfang Juni eine ausführliche Note, worin sie sich ber Rechtsouffaffung ihres Vertreters in jeder Hinsicht anschloß und hervorhob, daß sie nach genauer Prüfung keinen der gegen den deutschen Komme sar erhobenen Borwürfe a l s begründet anerkennen könne. Tie Frie- densvonferenz hielt ihren Standpunki auftecht. In eener Gabe Juli emgegangenm weiteren Rote führte sie aus, daß bet Gren-en ton Verwaltungsbezirken unmöglich ohne weiteres zu Landes- grenzen umgewandelt werden könnten Tie Rück- lichtnahme auf die örtlichen und wirtschaftlichen Fnteressen mache geringfügige Kenterungen er- svrdersich: polche Aenderungen seien durch den Frie- denFoertrag kerneswegs tertoxn. Im übrigen wird in der Note der Vorwurf widerspr.chStollen Verhaltens gepen den dm. scheu Kvmmi far nnederholt und am Schluß erklärt, iverrn bie den:sch? Regierung nicht für bie baldige Wiederaufnahme der muerbrochenen Abgrenz ingsarb i en -forge, wirrten sich \xt Alliierten gciötigt sehen, biefe Arbeiten Durch hre Svnmr.s'are all in cheittrführeitz yu Lassen. Tie Note erwähnt ferner, pah die deutschen Mitglieder der GrenzLnnmissttmen un Gegensatz M denen der alliierten Mächte keine Uniform tragen dürfen. Diese Note hat die deutsche Re- g-znmg vor funem beantwortet. Sollten die alliierten Machte sich der Auffassung der Rutschen Regierung nicht anschiiehen zu können glaubet, si> würde sie bie Meckmäßigste Lösung darin andhabung des Vereens- und VersammlungSrechrs in den Hfaden der Umber liegt und cs den Beteiligten frei geht, über ixe Rechtmäßigkeit des Verbots gerichtltä)c oder verwaltungsgerichtliche Entscheidung l-erbeiznfuyren. Eine neue Bewegung im Ruhrgebiet. Berlin, 24. Aug. Die Abendblätter melden aus Essen: Die B e rgar bei ter v e r b an do haben den Lohntarif im I^hrbergbau gekündigt und fordern eine Lohnerhöhung von 6 Mk. pro Schicht für Untertagearbeiter unb 65Ps. pro Stunde für llebertagearbeiter. Auch die A n- gestelltenorg anifationen haben den Lohntarif zum 31. August gekündigt. Prämien für Waffenablieftrung. Berlin ,24 .Aug. (Wolff.) Wie der Rekchs- lomnrissar für Entwaffnung zu der Ausführungsbestimmung des Entwa'fnungsgesetzies ergänzend mitteilt, werden für schnelle Ablieferung der Waffen Prämien ausgesetzt werden. Es werden für die erste Ablieferungszeit vom 15. 9. bis 10. 10. für jedes abgelieferte Gewehr bzw. Karabiner 100 Mk. gezahlt werden. Für die Zeit vom 10. bis 20. Oktober beträgt die Prämie 50 Mk. Für die anderen Waffen werden entsprechend höhere ober niedrigere Summen bezahlt werden. Berlin, 24. Aug. (WTB.) Der Reichspräsident erliefe folgerten Ausruf: An das deutsche Volk! Tas Gesetz über die Entwaffnung ist in Kraft getreten. Tie erforderlichen ersten Ausführungsvorschriften sind mit Zustimmung des Reichstagsbeirats festgesetzt. Geboten ist jetzt, das deutsche Volk auf die schwere Bedeutung der Gesetzes hinzuweisen. Die Verpflichtungen, die wir durch den Friedensvertrag und die Vereinbarungen von Spaa übernehmen mußten, verlangen das Entwaffnungsgesetz. Unabsehbar sind die Folgen, wenn die Entwaffnung nicht gelingt. An alle Volksgenossen geht die Forderung, die Waffett herauszugeben. Wer sein Vaterland nicht neuerlich infolge der Nichterfüllung des Friedens- verttages in schvere Gefahren stürzen will, darf sich der Forderung der Waffeitabgabe nicht entziehen. Die Befolgtmg der Vorschriften, die zur Durchführung der Wafsenabgabe erlassen werden, ist gebieterische Notwendigkeit. Tie Entwaffnung der Bevölkerung ist für uns Zwang und gleichzeitig Lebensfrage. Tie Waffenabgabe wird gleichmäßig und unparteiisch gegen jeden durchgeführt, mag er in seiner politischen Anschauung rechts oder links stehen. Wer säumig ist uns wtderwtllig bleibt, den muß die schwere Strafe des uns in Spaa abgeforderten Gesetzes treffen. Wir müssen durch die Tat auch hier den festen Willen zur Erfüllung der übermnnmenen Pflichten beweisen, sonst drohen uns neue schwere Belastungen, die unser gesamtes Wirtschaftslebein vernichten würden. Berlin, den 21. August 1920. Ter Reichspräsident: Ebert. Der Reichskanzler: Fehrenbach. Die Ausführungsbestnmnungen zur Entwaffnung. Berlin, 23. Aug. (TRllff.) Der Reichskommissar für die Entwaffnung erläßt die erste Ausführungsbestimmung zum Gesetz über die Entwaffnung der Bevölkerung. Es werden die Gegenstände aufgezählt, die als Militär- to a f f e n anzusehen seien, und der Begriff der Militärmunition festgelegt. Sämtliche Vereinigungen, die Militärwaffen oder Munition im Besitze oder im Gewahrsam haben, müssen diese bis zum 1. 10. 1920 .bei den zuständigen Landes- (Bezirks-) Kommissaren unter Angabe des Ortes, wo die Waffen sich befinden, der Art ihrer Aufbewahrung sowie ihre Zahl und Art arnndben. Ort und Zeit der Ablieferung bestimmt der Reichskommissar. Anzumelden sind auch die im Besitz von Privatpersonen oder Firmen befindlichen Militärwaffen. Tie Ablieferungspflicht erstreckt sich auch auf solche Personen, die aufgrund eines Waffenscheines Militärwaffen, abgeänderte Militärwaffen oder wesentliche Teile von diesen im Besitze oder im Gewahrsam haben. Von der Ablieferung der Waffen ist nur die Reichswehr und die zur Ausübung ihres Berufes mit Waffen versehene Beamtenschaft befreit. Die abgelieferten Waffen sind unverzüglich zum Gebrauch untauglich zu machen und an die vom Reichs Kommissar bestimmten Stellen abzuführen. Wer von Waffen-- und Munitionslagern im Sinne des Entwaffnungsgesetzes Kenntnis hat oder erhält, hat unverzüglich dem zuständigen Landes- (Bezirks-) Kommissar Anzeige zu erstatten. Tie Bestimmung findet keine Anwendung auf Mitglieder der anmeldungspflichtigen Vereinigungen. Tie Bestimmungen treten mit dem Tage der Verkündigung in Kraft. Aus dem Reichskabiuett. Berlin, 24. Ang. (Wrflff.) In der 'heutigen Kabinettssitzung berichtete der ReichSmini- fter dcS Innern Koch über seine Reise ins besetzte Gebiet. Er 'ffcb hervor, daß sich in zMreichen Besprechungen mit den Angehörigen aller Parteien und Bevölkerengsschichten die kraftvolle Entschiedenheit ergab, womit die Bevölkerung an dem Reiche fe sichelte. Durch bewußte und tendenziöse Pvvpagcv^da die Bevölkerung auf ihre nationalen Pflichten h-insuweisen, sei un- zneckmäßig und werde von allen Kreisen ima> Parteien deS besetzten Gebietes entschieden abgekhnt. Tagegen sei es von der größten Bedeutung, die Hohe bodenständige deutsche Kultur des Rheinlandes zu fördern und dadurch den Zusammenhalt des Rliernlandes mit der deutschen Kultur zu starken. Heber die Wege habe er sich mit den Führern des Bildungswesens, der Kunst, des Sports und der Jugendpflege eingehend bespnochep. Ferner sei eine Reihe wirtschaftlicher Beschwerden, die dem Reichsminister gegenüber geltend gemacht wurden, den zuständigen Ministerten zur Berücksichtigung überwiesen worden. Endlich wurden die burd) die starte Besetzung des Rhembandes hervor gerufenen Beschwerden und alle darüber mit der interalliierten Kommission geführten Verhandlungen des Reichs- ijwrrifteri erörtert. Berlin, 24. Aug. (Wolff.) Tas Reichs- kabinett befaßte sich in der gestrigen Sitzung mit der Behandlung derOrganrsationEsche- rich. Tie Reichsregierung war einstimmig der Asfficht, daß dieser Organisativn keine Ausnahmebehandlung sm gewahren sei, unb daß der Reichstmmissar für bte Entwafftnmg die Angehörigen dieser Organisation bei der Durch führung der Entwaffnung schon mit Rücksicht auf beu Friedensvertrag und die Abmachungen von Spaa nicht anders zu behandeln habe als ander> Aus dem besetzten Gebiet. Der Verkehr am Rhein. Berlin, 24. Aug. (WTB.) Wie wir hören, äußerte der Reichsminister des Innern bei Besprechungen in Köln sein Bedauern darüber, daß sich die deutschen Touri st en von Wanderungen am Rhein jetzt abhalten lassen. Es sei gerade in der gegenwärtigen Zeit erwünscht, daß die deutschen Touristen soviel wie möglich am Rhein wandern. Ebenso bezeichnete der Retchs- minister es als wünschenswert, daß so häufig wie möglich KongresseundVersamm- lungen in rheinische Städte gelegt werden. Französische Gewaltjustiz. Paris, 24. Aug. (Wolff.) Die Liga für Menschenrechte veröffentlicht eine Erklärung zugunsten eines in St. Ingbert in der Pfalz verurteilten Bürgers namens Johann Burger, der zu 10 Jahren Gefängnis und 20 Jahren Aufenthaltsverbot verurteilt worden ist, weil er angeblich einen französischen Posten belästigt haben soll. Burger sei. unschuldig und seinem Verteidiger sei nicht die Möglichkeit gegeben worden, vier Entlastungszeugen zur Verhandlung zu laden. Die Liga für Menschenrechte hat von der Regierung die Revision des Urteils und zuerst die Begnadigung des Verurteilten verlangt. Auf neun Briefe habe der Kriegsminister nur mit einem einsachen Schreiben geantwortet, daß ote Angelegenheit geprüft werde. Wenn die Angelegenheit nicht in kürzester Frist eine günstige Lösung gefunden hätte, so werde die Liga für Menschenrechte die öffentliche Meinung sich mit der Angelegenheit befassen lassen. Selbst einem Deutschen gegenüber schulde man Gerechtigkeit. xiri ** Amtliche Personalnachrichten Ter JTreiSöireftor des Kreises Erbach Dr Eugen Kranzbühler wurde mit Wirkung vorn 1 .April 1930 an zum Hessischen StaatMimmissar beim Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete ernannt. — Ernannt wurde am 18. 9Iug 1920 per Notar mit dem Amtssitz in Nieder-Olm Friedrich Karl Bohn aus Alzey mit Wirkung oom A«s Stadt und Land. Gießen, den 35. August 1920. Aufhebung der Reichsfteifchkarte. Vvm 30. August ds Is. an '.Derben feine Fleischkarten mehr für die Landgemeinden des Kreises ausgeaeben. In den Landgemeinden des Kreises sind Fteisth unb Ffeffchwaren von den Metzgern nur auf Kundenlisten ausiugeben. In die Kundenliste hat der Metzger alle Haushaltungen und selbstäiidige Einzelpersonen einsutragen, die bisher schon regelmäßig Fleisch aus fernem Geschäft bezogen haben oi.w die Eintragung mit der Erklärung beantragen, daß sie künftig ihren Fleischbedarf bei dem betreffenden'Metzger decken wollen. In denjenigen Gemeinden, wo die Fleischausgabe abwechselnd durch ixe an ber Fleischverfagung beteiligten Metzger erfolgt, 'hat die Führung der Kunoenliste durch die Bürgermeisterei zu erfolgen. Tie Metzger fertigen sich hier eine Abschrift an, die vor jeder Ausgabe von Fleisch mit der von der Bürgermeisterei zu führenden Liste zu vergleickren ist. Tie Kundenliste unterliegt der lieberivachung durch die Ortspvli-eibehörde, letztere kann eine Döchstzahl von Künden für itixn Metzs-er festsetzen. Die Eintragung in die Kunoenliste mehrerer Metzger ist verboten. Dem Oberbürgermeister der Stadt Gießen bfeibt es überlassen, Kunden- listen einzufuhren ober die Gemeindefleischkarte bei» zicktehalten. Lebensmittel. ** Fleischp reise. Laut Beschluß oer Städtischen Lebensmitteldeputation werden die Fleischpreise mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt: Rindfleisch 8Mk., Hammelfleisch 8 TO., Kalbfleisch 6,50 Mk. für das Pfund. **Ausgabevon Rindergefrierfleisch. Freitag nachmittags und Samstag den 28. August gelangen in den hiesigen Metzgergeschäften auf die Fleischmarke der 34. Woche 250 Gramm Rindergefrierfleisch zu 4,75 Mk. zur Ausgabe. Die Ausgabezeit ist unbedingt einzuhalten. ** Kartoffelpreis. Der Kartoffelkleinverkaufspreis wird mit sofortiger Wirkung auf 35 Pf. für das Pfund herabgesetzt. Es findet bis auf weiteres markenfreier Verkauf in den amtlichen Verteilungsstel- len statt. **Städt. See fisch markt. Morgen, Donnerstag ftüh treffen wieder lebendfrische Seefische (Nordseeware), wie Kabeljau, Schellfische, Seehecht und Rotbarsch ein und kommen von 8 Uhr ab in den Marktlauben zum Verkauf. Veranstaltungen. Mittwoch. 81/. Uhr, Cafe Leib: Oeffentl. Versammlung des Gießener Mieterverems „Das Wohn- und Mieteinigungsamt". — Lichtspiel- hte, wird wohl aüf den noch ganz unbesetzten Mittwoch übergehen. ** Kerbsabend. In einem Vortragsabend in der neuen Aula der Universität am Montag den 30. August, zu dem der Bund zur Pflege von Musik und Literatur eudäbt, wird Rudolf Korbs unter dem zusammenfassenden Titel: Liebe, Genius, Gott Dichtungen aus der Bibel, besonders Psalmen, von Ewethe, von Nietzsche, besonders aus Zarathustra Md aus neuerer Lyrik vortragen. An- febenb mit dem in die satte Farbenpracht des Orients getauchten „Lied der Lieder" führen die Dichtungen des ersten Teils von der rein sinnlichen Liebe bis zur Liebe in höchster Vollendung. Dem Martyrium des Schaffenden güt der zweite Teck, der die Tragik btofetegt, aus der das künstlerische Schaffen geboren wird und die das Schaffen begleitet. Der dritte Teil führt aus den Niederunsen erkenntnismäßiger Zweifel, aus den Tiefen seelischen Jammers imrch Gottsehnsüchtige hindurch enger zu sieghafter Gottesgewifeheit. So bieten die einzelnen Teile, auch unter sich verbunden, geschlossene GedcmkenMsammenhänge. An der Vortragsweise von Ritoolf Kerbs, der jüngst auch mit großem Erfolg in der Universitätsaula in Marburg gesprochen hat, rühmt die Presse übereinstimmend „das wundervoll klare und modulationsfähige Organ, die Durchdringung des Stoffes, die seelische Vertiefung". Den Vorverkauf hat die Musikalienhandlung Challier übernommen. Mitglieder des Bundes zur Pflege von Kunst unb Literatur und der Literarische Gesellschaft, die zugleich hierdurch eingeladen werden, erhalten auf allen Plätzen eine Ermäßigung von 1 Mark., ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Walrarbeiten ist die Sttecke des Wetzlarer weges zwischen der Frankfurter Straße und K l i n i k st r a ß e für Fnhrwevks- und Rcto- fahrverkehr bis auf weiteres polizeilich gesperrt. ** An die Arbeitgeber, die Gefangene beschäftigen, wendet sich eine Bekanntmachung der Direktion des Kriegsgefangenenlagers Kassel im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes. ** Tie Maul- und Klauenseuche ist amtlich festgestellt worden in Gießen in zwei weiteren GeWfeen. Es werden gebildet einS p e r r- bezirk, bestehend aus der ganzen Gemarkung Gießen, sowie ein Beobachtungstzebiet, bestehend aus den Gemarkungen Wiessck unb Schiffen berg. Tie Erlaubnis zum Fahren mit Klauenvieh innerhalb der Gemarkung wird mir unter besonderen Bedingungen genehmigt. — Tie Maul- uni> Klauenseuche ist ferner in Langd aus gebrochen. Es ist ein Sperrbezirk für bte Gemarkung Langd, unb ein Beo-bachtungsgebiet für die Gemarkungen Rabertshausen mit Ringels- hLusen und Hof Graß gebildet. Landkreis Gießen. -m. Hungen, 24. Aug. Im benachbarten Roicheim machte am Sonntag ein junger Mann einen Selbstmordversuch,, indem er sich zwei ftugeCn in den Kopf schoß. Tie Kugeln blieben aber in der Schädeldecke stecken. Man brachte den jungen Mann in das hiesige Krankenhaus, wo er schwer krank bamieberliegt. Was den LebensmiLen zu dieser Tat trieb, ist unbekannt. Kreis Büdingen. △ Nidda, 23. 9hig. Ter kürzlich von hier gemetbete Einbruchsdiebst-ahl in die Vorratsräume des Metzgermeisters Rudolf "Nings^hausen ist nun aufgeklärt. Als Täter sftrd drei junge Männer von Schotten ermittelt worden, wovon einer, ein Weißbinder, im vorigen Jahre in den Gebäuden des Metzgers R. gearbeitet hatte und dadurch mit den Einrichtungen vertrant war. X Orten berg, 36. Aug. In einer in voriger Woche afegebattenen Versammlung der Beamten Vereinigung wurde beschlossen, erneut an die Regierung wegen Verbilligung des zu^- tetlten Dolzes b-w. wegen einer gerechteren Verteilung i«d Preiseslsttzung des Holzes heran- zutreteu. Auch die Versorgung der Mitglieder mit Obst wurde beraten. Kreis Alsfeld. vz. Maulbach, 24. Aug. Hier brach kürzlich ein Dienstboten streik aus. Nach 6 U'hr nady- mittags stch man die Knechte und Mäc^e über die Dorfstvaße spazieren gchen, während il/ve Herrschaften, rnxh fest mit Erntearbeiten beschäftigt wäre«. Ter Streik sollte aber bald eat tragisches Gnde Hnixnc. Während die Timst boten sich wieder nach „Feierabend" mit Spazieoer^ckhen ver- snfegien, erschienen plötzlich mehtere Väter aus einem benw^bartat Orte, holten sich ihre Töchter aus den Rechen der Spaziergänger heraus, unb Ao" rcgirete es Träftig Maulschellen. Mit den Worten, daß sie in den Erntearbeiten um biefe 3cü auch noch nicht Feierabend hätten, machten sie chre Töchter auf Ihre Pflichten als Dienstboten «ffmerffam. Seit dieser Zeit hat man in bfeftger Gemeinde von einem Tienstbotenstreik nichts wte- der gehört. Kreis Lauterbach. _ D Schlitz, 24. Aug. Ter verstorbene Apotheker L. Gaerth hat in seinem Vermächtnis dem hiesigen Turnvevem einen größeren Geldbetrag vap gewiesen. Starkenburg und Rheinhessen. Oberstadt, 22. Aug. Die schweren SchÄvn, welche bte Gewttter und der verheerertde Hagelschlag des vorigen Jahres dem Modautale gebracht haben, sind mmmehr soweit wieder aus- aeglichen, chs durch die großen Opfer in gemein» $emeinben das Bachbett und bie Verkehrswege, Brücken usw wiederheraestellt sittd imb auch die Staatsbeihilfen an b?e Gefchatngten m den einzelnen Gemeinden m bar zur AuszKrmg gelangt sind, die in mandyen Gememden 70000 Mk. und mehr ausmachen. Hessen-Nassau. mc. Frankfurt a. M., 24. Aug Den Frankftrtter Bankangestellten wurde für die ^Dnf^ dlligust eine Teuerungszulage non 100 bts o50 Maack je nach Mer imb Geschlecht iwm <-chlichtungs«usichuß zuerfoiint. me. Frankfurt a. M., 24 .Aug. Tie heutige S tadtveror d ne ten-V-rr sam m- I u n g stand wieder unter starker Bewachung durch, die Sicherheitspolizei. Da vor dem Haus groß;> Ansammlungen von Erwerbsl-osen stattfanden, bie, trotzdem sie feine Eintrittskarte besaßen, Einlatz begehrten, hatte der Vorsitzende zur Sicherheit bie Plstizeimannschaften kommen lassen. Die Erwerbslosen gaben sich aber schlieUich zuftieden und gingen ohne Störung auseinander. Ms wich, tigsle Vorlage behandelte die Versammlung bitl Teckungsfrage der durch bie Erhöhung der Ax. beiterlöhne noch unausgeglichenen 31/2 Millionen, Es wurde demgemäß einer Fr em den steuer zu gestimmt, ferner bie ErhöhungderStrom- preise von 3.50 auf 3.80 Mk. pro Kilowattstunde und der Gaspreise von 1.20 auf 1.23 Mk. pw Kubikmeter gutgrheißen. Die Erhöhung derStraßenbahn- ta r if e lehnte die Versammlung als unsozial ab. Dadurch bleiben 3 Millionen ungedeckt, für bie einige Stadw-erorlmete u. a. eine Autamobil-, Anlagen- und Park-, Kavier- und Straßmpflaster- steuer Vorschlägen, was aber beim Magistrat keine Gegenliebe fand. — Wie sehr das Bevantworttings- gefM gewisser Kreise geschwunden ist, geht aus der Mitteilung des Frankfurter Stadtverordneten- Vorstehers .Hoch hervor, daß in der letzten Sitzung von der Galerie in den Saal durch ErwerbÄost fleine P ill-e n geworfen wurden, durch die mehrere Mitglieder des Kvllegiums am Erbrechen erkrankten. T«s ist anscheinend die „moderne" Art, Forderungen durchs setzen. mc. Hanau (Main), 22. Aug Das Geschäft in Golbwaren unb Edelsteinen ruht noch vollstünbig. Tie Käufer bleiben nach wie vor aus und bte Fabriken flogen über Ar- beitsmangel, rote er währenb der scAechtesten Zeiten ’ dos Krieges nicht zu bemerken war. Trotz der in Aussicht stehenden Messe für Gold und Edelsteine in Stuttgart ist eine Geschästsdelebung bisher noch nicht eingetreten. Nur bie bisher fab leibe Tendenz für Silber und Diamanten Hal einer kleinen Befestigung Platz gemacht, ob btefetb aber von Tauer ist, vermag man in heutiger Zeil noch nicht zu sagen. Hochschnlnachvichten. Deutscher Freistuöenteutag. Marburg, 22. Aug. Born 31. .Juli bis 3. August fand in Marburg der 15. Freistudententag statt. Zahlreiche Vertreter der freifhitfcn* tischen Organisationen waren von den einzelnen Hochschulen erschienen. Das Programm, das von der Notwendigkeit der Besinnung auf die Idee der Hochschule ausgeht und bie tätige Mitarbeit zu ihrer Verwirllichung forbert, ist neu famuliert worden. Ein Aktionsprogramm,- bas bie Grundlage der praktischen Tätigkeit für die einzelnen Orgrstisatio- *nen bildet unb die Errichtung von staatsbürger- lickien Arbeitsgemeinschaften, ferner soziälstuden- tische Betätigung, Bilovngsarbeit in Arbeitsgemeinschaften, wirtschaftliche Selbsthilfe und tätige Mitarbeit an der Hochschulreform verlangt, ist ge- schaffen worben. Man beschäftigte sich ausführlich mit den freibeutschau, akademischen Verbänden. Dv Gemeinsamkeiten wurden herausgestellt imb bit Notwendigkeit eines Zusammengehens in allen studentischen Fragen betont. Nus dem AmtsverkilndiMngsblatt. ** Tas Amtsverkündigungs blaü Nr. 120 vvm 24. August enthält: Aushebung ba ReichsfleischParte. — Versorgung der land.virt- sckastlichen Arbeiter. — Er.r erbstosenf Lr sarge: hier: Nack Weisung für den Monat August. — Viehseuchen. — Tienstnacheichten. Maul- und Klauenseuche. Tie Maul- und Miuenseuche ist amtlich fest- gestellt: 1. in Londorf. Es wirb gebiktet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarckung Londorf, ein Beobcrchtun-sgebiet, bestehend aus der Gemarkung Allendvrf a. Äxr.: 2. bei GH ünin gen. Es roiro ein Sperrbezirk, bestehend aus der Qtemarlung Grüningen gebildet. Tas Belobachtungsgebiet bleibt untxränbert; 3. in Hungen. Es wird gebildet ein Sperrgebiet, bestehend aus der Viehweide Tiergarten in Gemarkung Hungen, ein Beobachtungs- gebiet, bestehend aus der Gemarkung Hungen im übrigen und Billingen. Das Fahren nrit Rinder- geipcmn östlich der Straße Hungen—8iHingen ist en Gemarkung Hungen verboten. In Bernshausen u. Uetzhattsen ist die Maul- und Klauenseuche . Frankfurt a. M., 24. 9üig. Tie Preise sind int allgemeinen fest oder sogar leicht weiter- steigend. Angebot und Nachfrage ist lebhaft, besonders in elektrotechnischen Artikeln nach Jn- stallationswaren. Aw dem Textilmarkte hat sich die Geschäftslage nicht verändert. Für Ameriki wurden große Posten Schnürriemen verlangt. Ferner waren gesucht Lederleim durch Spanien. Unter den Angeboten sind zu errvdfjnen: große Posten Strümpfe, englifck-e Tuche zu 150—170 Mark, 40 000 englische Segeltuchdecken, große Posten Lemenersatz, Papierstnöhsäcke und Papiergewebesäcke. Angeboten wurden größere Posten Messingsasfungen ohne Hahn, 50 000 StreichfEr- zeuge zu 4.50 Mk., große Posten Rleisterptnsel und schließlich 6 g«terhalwne Flußkähne von 400 bis 660 Twnnen. I» Chemikalien herrscht bet steigendem Preise große Nachfrage nach Phenazitin, Salirylsäure, Phenol'ohül.lern und Acetanid. B e r l i n, 24. Ang. Börsen st immungs- bild. Tas Hauptgeschäft spielte sich an der wiederum festen Börse in einigen bevorzugten Werten ab, wogegen dxe Mehrzahl der anderen Aktien nur mäßig höher bewertet waren, die Umsätze sich aber auch in weitaus engeren Grenzen hielten. Am Montanmarkte nahmnt wiederum Bochumer Gußstahl und Buderus als besonders begehrenswerte Fusionsobjekte eine führende Rolle ein und es vollzogen sich bei sprunghaft steigenden Kursen, besonders in dem ersten Papier namhafte Umsätze, so daß sie schließlich über 40 Prvz. höher standen. Für die andere« Papiere dieses Gebietes betrugen die Kurssteigerungen bis 8 Prvz. und waren nur bei Bismarckhütte und Thale etwas höher. Ein weiteres Gebiet lebhafterer Geschäftstätigkeit war der Kalimarkt, wo Westeregeln auf ein angeblich bald bevorstehendes, sehr wertvolles Bezugsrecht in raschen Sprüngen 50 Pvoz. stiegen, wodurch die anderen Kaliaktien in mäßigerem Umfange mit- gezogen wurden. Als dritte Trägerin des Hauptgeschäftes sind Gebr. Bühler zu bejeichnen, die bis 20 Prvz. an ziehen konnten. Im Einklang mit der mäßigen Abschwächung am Tevisenmarfte gingen auch Valutapapiere zurück, besonders Canadas und Baltimores. Heimische Renten waren wenig verändert. Von Mexikairern waren Tehuarnepec aus bekannten Gründen ganz wesentlich in die Höhe gesetzt. Frankfurt a. M., 24. Aug.- Börsenstimmungsbild. Auch an dec Abenßb-örse konnten Montanpapiere ifcre Aufwärtsbelvogung weiter fort setzen. Fusionsgerüchte gaben Anlaß zur festen Tendenz, außerdem wurden TeckungEuft vorgenommen Hnrpener stiegen 8 Prozent aut 376, Phönix Bergbau 8 Proz. auf 468, Bochumer 4 Proz. auf 507, Gelsenkirchen 3v_> Prozent aut 318.50. Lebhaft waren auch die Umsätze r» Dali Westeregeln mit 800 plus 7 Prvz., Lochrrugec Hütte 326 plus 6 Pw-. Buderns stiegen 14 Pvoz mit 399. Chemische Aktien sowie Elektropapiirce 8 «8. TWt WrMot Tte Deputatarbeiter habon bdber neben ihrem Deputat keinen Anspruch mehr rveect tun die SctiBttoer N-cgerratuo it noch auf Ver- iotgwug bord) Drottvrlcn. Kttnfi und wrs§enschaft. nn' T ar mst adt, 25. Aug. Der neue Intendant des Landest Heaters, Hartung, wurde am Montag vormittag durch den Präsidenten des Landesbtldungsamtes, Dr. Strecker, vor dem gesamten auf der Bühne versammelten Perwnal in sein Amt cingeführt. Ter Präsident wies u. a. auf die Schwierigkeft der Theaterlertung in finanzieller und kulturpolitischer Beziehung, auf die Verrohung durck.die Kinos, die reichen hessischen Traditionen und die Bedeutung Hartungs in der Theaterwelt hin. Das gemeinsame Interesse aller müsse die Schaffung künstlerischer Qualitätsleiüun- gen sein. Er hofft, daß das Landestheater unter der neuen Führung zu .einem Hort und Muster bester deutscher Theaterkultur sich entwickeln werde. Intendant Hartung erwiderte unter Tankes- worten, daß er kerne Versprechungen mack>en wolle, er komme von einem Theater, das nach dem Worte seines Leiters Dr. Zeiß ein gepflegtes Theater werden sollte und geworden ist. Hartung will aus der ihm anvertrauten Bühne ein lebendiges Theater machen, wenn wir die Kraft haben. Ten Menschen den (Rauben an die Notwendigkeit der .Kunst für ein menschenwürdiges Dasein zu erhalten. Ec führt die Worte Goethes aus dessen Annalen über den zu verurteilenden Schlendrian beim Theater und die Vernai^ässigung der Schauspieler an und ersucht zum Schlusft, ihn nicht alter Gewohnheit gemäß als Feind zu betrachten, weil er an dec Spitze des Ganzen stehe. Herrn iftfHo. Strotzen raub und vierfacher Mord. teffen, 24. Aug. (WB.) In Recklinghausen nxrrbe ein verwegener Straßenraub und mehrfacher Mord mittags IV2 Uhr durch vier maskierte Räuber verübt. Auf der Horneburger Straße wurde ein Zechenfuhrwerk ber Zeche „Emscher-Lippe", das mit ca. 2 Millionen Mark Löhnungsgeldern aus der Stadt kam, von vier maskierten San inten, dft im Auto hecanftchven, überfallen. Tie Räuber schossen den Kutscher und bie §wei Begleit beamte nieder und raubten ca. eine Million Mark. Tie Räuber entkamen unerkannt int Auto. Bisher fohlt jede Spur von ihnen. * Berlin, 24. Aug. (WTB.) Wie der Generalbevollmächtigte des Herzoghauses Anhalt mitteilt, ist die nach der „Neuen Berliner Zeitung" verbreitete Nachricht, dah die verwitwete Prinzessin Joachim von Preußen sich mit einem Herrn Guerarü verlobt habe, unrichtig. * M a n n h e i m, 24. Aug. (Wolff.) Wie die Blätter melden, ist die umfangreiche Untersuchung in der Diebftahlsangele- g e n h e i t auf dem hiesigen R a n g i erbost n Hof nunmehr beendet. Bei 330 zur Untersuchung vorgelegten Fällen wurde bei 232 die Anklage^erstoben, während das Verfahren gegen 98 Angeschuldigte auf Grund des Ergebnisses der Untersuchung eingestellt worden ist. Gegen 80 Angeklagte hat das Hauptverfahren vor der Strafkammer noch zu erfolgen, während die übrigen Angeklagten bereits verurteilt worden sind. Die bisher verhängten Strafen bewegen sich zwischen einer Woche und zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis. * Tie Fenstersteuer. Die Miels- und Wohmmgs,teuer hängt drohend über unseren Häuptern, und da mag an die berüchtigte Fenster- lleuer erinnert werden, die William Pftt in England einführte und die noch bis tief ins 19. Jahrhundert hinein b.'stand. Nach diesem Steuergcsetz waren Häuser, die roemger als acht Fenster hatten, fteuetfrei. Häuser mit acht fanftem zahlten 16 Schilling 6 Pence Steuer, solche mit 9 und 10 Fenstern 1 Pstmd 1 Schilling. Wer ein Haus mit 12 Fenstern besaß, bezahlte bereits 2 Pfund 5 Schilling Steuern, bei 20 Fenstern 5 Pfmtd 12 Schilling, bei 30 Fenstern 9 Pfund 10 Schilling, bei 40—44 Fenstern 14 Pfund 8 Schilling, bei 50 Fenstern 17 Pfund 5 Schilling, bei 100 F-nstem 30 Pfmtd, bei 150 Fenstern 40 Pfund 12 Schilling, bei 180 Fenstern 46 Pfund 11 Schilling. Jedes Fenster über 180 kostete 1 Schilling 6 Pence Steuern. Frei von dieser Fenstersteuer waren nur die Armenhäuser, Hospitäler und gottesdienstlichen Gebäude. ruhig und vorwiegend fester. Kassenindustrttwvpi en? letzhoft bei günstiger Haltung 2dwljfabrif Aug. Aessels 283, Spiegel und Spiegelglas 425 25, Bin>werke 234.50, Emaillier Ullrich 240 plus 10 Proz., Zellstoff WaMwf anziehend 348.50 und Moschs. Eßlingen 225, je 5 Proz. höher. Ehern. Scheide am talt 536, Ehern. Alben 6u0, Stoaua Romana 1492. Ceilen. Stamsbalm fliegen 10 Prozent auf 210, Schamungbahn 685—684, Ba, ttmore Ohio 300. 5pcoz. Gvldmexikaner feit 428 5prv-, Teheantupec bei großen Umsätzen 408 bis 416. 5pcvz. Silber Mexikaner 333. 5prvzentige Reichsanleich? 79.50. Im freien Verkehr waren Pomona lebhaft begehn 9200 Geld, ferner ßnioen Heldburg Beachtung zu 287. Teutsche Petroleum 1225, Aufnahme am Schluß schwach 1210. Frankfurt 1. UL, 25. August. £ebifenw seiner Regierung den Titel „Regierung von Südrußland" beilegt. Aus ClterWdien. Beuthen, 24. Aug. (WTB.) Bon ber in» ter alitier ten Kommission wird miige- tcilt, daß feststeht, daß bewaffnete Polen- Hord en von icnsefts der Grenze in den Kreis Rvbnik eingefallen sind, Zusammenstöße mit der Bevölkerung gehabt und Zustände herbeigeführtz haben, die nicht länger ertragen werden können. Heber den Kreis Rybnik wurde der Belagerungszustand verhängt. Tie Miliiärbehörden sind mit allen Vollmachten zur Wiederherstellung der Ruhe versehen worden. Danzig, London, 24. Aug. (WTB.) In Artikeln zur Weigerung Towers, die Landung von Muninvns- feitiningen in Tanzig zu geitatlen, treten die englischen Blätter den ftanzöiisckian Anschuldigungen, daß Tower Unrecht gehandelt Ixibc, entgegen. Ses mit Rußland in dieser Frage erreicht werden könne. Streikende in Hmnburg. Hamburg, 24. Aug. (WTB.) d^achdem am Montag die zwischen den Vorständen der H 0 ch- bahn und den Streikenden abgehaftenen Versammlungen zur vollen Einigung führten, nrirb die Wiederaufnahme der Arbeit am Mittwoch erfolgen. Aus Irland. Dublin, 24 Ang. (WTB.) Reuter. Am Sonnabend und Sonuag wurden in Irland über 100 berbtecherische Handlungen verübt. In dec Grafschaft Cock geriet eine Abteilung Pvli-isien bei der Rückkehr von einer Stelle, wo ein Poli^kvorsitzendec ermordet worden war, jn einen Hftttevyalt. Nach einem zweistündigen Kampf wurden die Angvessrr öertrio bcn. Von den Polizisten wurden einige leicht verletzt. Mesopotamien. Bagdad, 24. Aug. (WTW) Reuter. Eine Abteilung Sikhs, welche in der Nähe von Hillcch operierten, schlug die Araber unter schweren Verlusten für die letzteren in die Flucht. Feindliche Ansammlungen in Bakuba wurden erfolgreich angegriffen. Um Tigris, bei Bagdad uns in ber Gegend von Mosul war alles ruhig. Leder oder Gummi? Tragen Sie versuchsweise einen Leder» und einen Continental» Gummi»Absatz. 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Für die vielen Beweise inniger Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Berlüfte unserer lieben Srufchlaienen sagen herzlichen Dank. Familie Rosenberg. Grohen-Busech den 25. August 1920. 0HMT >sch warne hiermit jedermann, dem Julius Weinberg etwas zu leihen oder zu borgen, da ich für nichts hafte. Hermann Weinberg; en. F. SoIlIIBd. Frankfurter Strafte 231 Dr. h. c. Siegmund Heichelheim und für alle Ehrungen, die dem Heimgegangenen bei der Bestattung erwiesen wurden, sprechen wir nur aüf diesem Wege — unseren wärmsten Dank aus. Dachziegeln (Bieberschwänze) naturrot, liefert billigst Damvfzieaelei "'°°° und Dachziegelsabrik Hell. Kslbfleisch Liebigstr.71,Tel.285. Für alle Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres innigst geliebten Todes-Anzeige. Ein hartes Geschick hat es gefügt, daß mir nach meinem lieben Manne nun auch mein innigst- geliebter einziger Sohn, unser guter Neffe und Vetter Herr Fritz Heuser im 23. 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Ein gemischter Ausschuß, üt dem txi5 Äeichrund das Preußische Staa:5miniücrium, die ftäbti schen Körp. rsckiaften, die Universitär, die Ortsver- Länre der Tcrussvereim (Gfcmrr surrten us'.v und .te bedeutend >en ^ca.itfur e Wvhlfahr s und B.l L ung £b r d an. f al ixmer. ort r le iv.r n. bat lorlxn tae Boruri-erteili abgefritboif n bt. fein' Gründung einer Akademie der Arbeit in Anleh- nung an die Universität Frankfurt führen sollen. Tie Beratungen cri'.Tctflcrt sich hniptsäch.ich aus die Frage bcr Ztvcckdejsinimung der neuen An ü alt, die Züle und ,9JZeJiatxm des lltrtemd;<§, die Vcrivalttmgsführuug und br Tel- Fiaig der voraus sicht lichen M’oiten. 'JIH IrilneOmcr sine 3 sammenhänge dos Wirtschofts- und Gesell scha s't sieben s sonne die Haupsi'ra e der Rechte und Staatslehre. Daneben ist eine Einführung -.n die naturUTisftuschasilickxm B t a tungßipc.ic.i imb eine PH:loföplsi'ch-pädtzgvg; e Grundlegung vore.e seien. Der. roll ständige Lehrgang soll vier Semester tauent. Jrgenb- welck« Facknusbildung ist nirbt lxaabsicknigt. Auch sollen parteipolitische Bestrebungen zeder Art ausgeschlossen teerte.i. Ter Ausschuß hat das Ergebnis der Beratungen in einem kurzen Bericht ^usamme.igeftßt, her gegenwärtig an alle inler< ssierten öffentlichen .st'örr erschuften und O/estlMlverbände der gs'vße i Be'usk- uird Bildm' gsvrgniisatiionLn im Reich' versandt wird, um deren St.liuugnachme -u erfahren. Nach Eingang der Anffiwrten will der AuSsckTuß ‘bi1* Inte,essi'ten zu n e. gemeinsamen Tagung zu- sam men führen, aus der die Gründung endgültig vollKvgen werden soll. l(irct?c und Schule. O Tarmstadt, 24. Aug. Ter Hessische Hauptvcrein der Gustav-Adolf-Stif tung wird seine 7 6. Jahresversammlung am 8. September m Friedberg halten. Nachmittags um 3 Uhr findet, die Sitzung deS Verwaltimgsrates in der Burgkirche statt. Um 51/» Uhr ist Festgottesdienst in der Stadtkirche, in welchem Pfarrer K n a b - Gustavs Karg predigen wird. Abends um 8*/< Uhr findet in der Burg- kirche eine öffentliche Festversammllmg statt, bei welcher reden werden Pfarrer Heine, früher in Posen, über „Deutsche Ostmark-nnot und unsere £)ilfe", Pfarrer Dedekind- Elberfeld über „Auswandereruot und die deutschen Kolonien in Süd-Amerika. Selbsterlebtes imd Selbstgeschautes" O Gedern, 24. Aug. Am Sonntag wurde hier ein Fest der Inneren Mission gefeiert. Vereinsgeistlicher Pfarrer Schaefer aus Darmstadt predigte im Festyottesdicnst. In Christenlehre und Kindergvttesdrenst erzählte er gnteressantes von seiner früheren Tätigkeit in beräaypten und in der Türkei. Abends fand eine Elternversammlung statt, in welcher er das Thema behandelte: „Unsere Verantwortung für iunsere Kindes'. Tie Kollekte für die Innere Mission ergab 204.15 Mk. — Di« hiesige weithin bekannte Wollspinnerei von Karl Hoffmann beginn dieser Tage das 50jährige Jubiläum ihres Bestehens. O Bad-Salz hausen, 24. Aug. Vom 12. bis 14. September wird hier im Hause Stillfried eine Frei zeit f ü r Pfarrfrauen und Pfarrbräute stattfinden, als deren Leiterin die bekannte Schriftst^lerin Frau Ufer- Held gewonnen wurde. Folgende Themen werden behandelt: Blicke in Jesu Gebetsleben, Paurinische Ziele nach Römer 8, 1, Korinther 15, Philipper 3; die Jugend und ihr Kampf, das Glück in der Ehe, unsere Kinder — iunsere Zukunft; die Psarrfrau in Haus und Gemeinde, in Frauen- und Jungfrauenvereinen, als Trägerin des Missionsgedankens. Wie verlautet, sind schon zahlreiche Meldungen emgelcmsen, ein Beweis für das dringende Bedürfnis einer solchen Veranstaltung. D. Vurkbards, 25. Aug Nach mehrjähriger Unlerbrechung feiert der Hweiavcreiu Schotten der Gustav-Adolf-Stiftung icin HahreSrsl hier am 29. August. Von auswärtigen Rednern sind gewonnen Pfarrer F r i t s ch - Ltuppert^-burg und Michel- Wenings (früher in Auürasicn) Ferner wirken mit ier Ruppwisburger Posaunenchor und der.Eschenröder Kirck)encl)or, leijterer unter Leitung von Ptarrer Stumpf, der auch den Orgelteil übernommen hat. + Gedern, 23. August. Währeno des Krieges mußte unsere Gjenieinöc von den drei vorhandenen Glocken zwei abliefern. Nachdem man die erforderlichen Mittel durch eine in der Gemeinde veranstaltete Sammlung unc durch einen erheblichen Zuschuß der politischen Gemeinde sichc.geslclll harte, bestellte die bamii beauftragte Kommission zwei neue Bronze gfocfen bei der bekannten Firma Schilling in Apolda (Thüringen). Wie wir Oören, sind die Glocken nunmehr gegossen. T e Ueberiühn. g| nack) hier dürfte demnächst erfolgen. Der Preis dec Glocken roiro zwischen 40 000 und 50000 Mark betragen. K. Ruppertsburg, 22. Aug. Deute wurden in unserer Kirche die neuen Glocken, dir am Frei vag im Turm ausgehängt wurden, feierlich eingete.ibt. Die Kirche war dicht gefüllt, auch b;c P-atroi o -berrsck-aft von Lauback, mir eifrigeren. Ter Gottesdienst ivurbc verschönt burrf) Lic- dettwitträge ter Schüler, des Gesangvetems und i l es Posaunenchws. Tie Glocken sind aus Sterlsi ton den Finnen DuderuS, Wetzlar, Rinker, Sinn, cegossen. Bon ben drei alten Bcou. «stocken, b.e 1 erst vor 28 Jahren v-m der Gemeinde .angeschafft 1 wurden, mußten zw-si der Kriegsüot geoffett tret* !<-i inrb nur die kleinste wurde der Gemeinde als Notbehelf belassen. Sie wird trmt auch gegen die iicui.ni Glocken umgetausckst. Die Gemeuts-, die ftlmsückstig am das neue Geläute nurtete. ist von dem fefxmen Kftang voll und ganz brfricMgt Eine Marine irr abends im Gemebidesaal ßxvul;te noch Lickttb.lter, Teklamstiialonen ter Sckftiler und Erklärungen durch Lehrer Tebus von Schillers Glockenlied. Auch der Poscumeuchor und Gesangverein gaben hier wieder ihr Möglichstes. me. Bingen (Rhein), 23. Aug. Die geilnge Jubiläumswallsalwt zum hl. Rochus ivieZ einen mächtigen Besuch auf. Mindestens 25—30000 Personen waren anwesend. DaS Ende der Paozession war noch unten in Dingen, als die Spitze die. .Kapelle schon erreicht hatte. DaS feier liefe Hochamt litt allerdings unter dem strömenden Regen, der herniederging, durch den es auch sehr schwer wurde, den Worten des Bischofs v. Limburg, Dr. AugustinuS Kilian, zu folgen, der über die Wirksamkeit deS hl. Rochus spoacl) und btc Frage erläuterte, warum gerade in diesem Jastre die Jubiläumswallfahrt ge.'alten werde. Die Verpflegung und der Abtransport der vielen Tausenden machte wohl einige Schwierigkeiten, doch wickelte sich alles in Ruhe und ohne Unfall ab. dterid)isfaaL Die Verhandlung seyen den Fürsten Golitzine. fd. Frankfurt«. M., 24. Ang. Wie zu erwarten war, hat sich ein großer Test der Zeugen, namentlich derjenigen russischer Rationalität, nicht eingefunden. Fürst Golitzine, der im Gehrock mit Samtkragen unb gestreifter Hose erscheint, macht einen ziemlich ramponierten Eindruck. Er spricht in gebrochenem, aber gut verständlichen Deutsch, oft sehr lebhaft und mit großen Gesten. Er sei bei Ausbruch des Krieges Offizier im russischen Generalstabe in Paris gewesen und habe den Krieg in Frankreich bis 1917 mttgemacht, sei aber dann nach Rußland zurückgeschickt worden. Er schildert die Umwälzungen in Rußland und die Leiden, die lesonders die Intelligenz imb die vermögenden Kreise zu erdulden hatten. Während er im fängniS saß, denn die Bolschewisten hatten tljn verhaftet, ist seine Mutter unb ein Bruder erschossen worden. Seine Mutter, eine geborene Mallakofs. habe den Fürsten Golitzin geheiratet. Er fei ein Kind aus dieser Ehe. In Rußland wurde jedoch die Scheidung ferner Mutter nicht anerkannt,- er leitet aber au5 der zivilrechtlich abgeschlossenen Ehe für sich das Recht her, sich so zu nennen. Er kam bann in die Ukraine, wo er wiederum bei der Umtoalzung verhaftet wurde, wie er sagt, zu feinem Glück, benn er gehörte zur Umgebung deS Hctmannes, dessen Offiziere sämtlich erschossen worden seien. Mit den deutschen Truppen kam er bann in§ Gefangenenlager in Salz wedel. Er habe vollkommen mitteKos ba gestanden, da sein Majorat bei Nowgorod unb feine Rente von 80 000 Mark jährlich von den Bolst^wisten beschlagnahmt worden sei. WaS hätte er machen sollen? Er wandte sich an die reichen Russen und ging sie um Geld an, das er jedoch mit einem Kandwaden teilte. Damit will er die 2In!iage wegen Unter ch auung trlb-zeit gelang es Marburg durch Bombenschuß ben zweiten Erfolg zu buchen. Mit 2:0 für die Gäste werden die Seiten gawechsell. Rach Anstoß geht Marburg scgleich wieder in Führung und versteht es, immer wieder den Ball vor das geg- ncrifche Tor zu bringen. Ter Tormann Gießens I Uattc sich eine kleine Verletzung zugezogen, die ihn | unangenehm hinderte. Er tonnte nicht verhindern, * c-aß Marburg in der 15. Minute den 3. Erfolg bud\ B.-K. Merkur geb: nun etwas mehr aus sich t-eraus und kommt öfters schm r<»r des (iJe\jnvr-5 Tvr, ohne jedoch zu einem Erfolg »u g.-Iangnt. Taoei niußte crn Spieler von P.'ardurg wegen nn syortlichen Benehmens vom F>l:e ir.Ttvieic.i ux'r ■ bai. Ein danach gegebener Elfmeter für iv'ief\ni wirb von dem Halbrechten Zienier suni Ehrentor verwan elt. Tie Mannsch ft B.-K. Mr- hir5 findet für, nun auch etwas me.x zusammen, es ist aber schon zu spät, 'n der 40. Minute 'endet Marburg zum vierten Male ein. Tas Spiel bleibt nun offen, bis kurz vor Sckrluß die Gäste noch einmal fdwn auftommen und fid-er een fünften Erfolg 1)51: en buchen können: leider pfiff hier der Zchiedsricht.'r das Spiel ab. — Tiefe (Slunce durfte er Marburg nicht ncbmnt. Mit dem Re sultat 4:1 für Marburg 1860 trennen sich die Okgncr. — Um 2 Ub; sp.elte die 2. Mamischaft B»allspicEms, Marburg usw. Hans Thö t den 1 Prei^ im Hochsprung mit 1,66 Meter und im Wsitsprung mit 6,06 Meter, Wilh. Kolb den 3. Preis im Treikampf, Duallo Misipv in der Klasse der Junioren den 2. Preis im Weitfpning und ben 3. Preis im 100-Meter Laus unb unsere 400- Meter^Staffel den 2. Preis vor Köln-Neuß unb Bad-Ems erringen. Leider litt das gilt organisierte Fest se'hr unter bcr äußerst schlechten Witterung. 2V Bad-Nauheim, 23. Aug. Tie Taunus-Wette rauer Radsahrerverei n i- g u n g veranstaltete am Sonntag hier ihr Meisterschafts rennen in 4 Klassen. 12Ö Radfahrer beteiligten sich daran. Die 9$ramftaltung .vurde trotz des schlechten Wetters glatt durchgesühtt, rair ein b^xmerlicher UnglückNf-Äl ereignete sich an einer Kurve in Ober-Piörlcn, wo ein Renner | so unglücklich stürmte, daß er schwerere Beschädigungen am BrustAorb erfüi. Nächst) lg end seien in ben einzelnen Ätaifcn nur ine Mei!ter urtb einige der erften Sieger genannt : ^.-Klasse (40 .trtn., 11 Teilnr'hnu-r): 1. Meister: Hermann Bvrn--Ober-Mörlen, 1:06: 12: 2. W. Körber-Bad-Nau heim, 1:08:56; 3. Jos. Nein- Heimer-Friebberg--Fauerbach, 1:09: 37 ; 4. H. Hel • lerMber^Mörlon, 1:10:25. L-Klasse (30 Km., 22 Teilnehmer): Meister: H. Henes-Bad- Nauheim, 47:58; 2. W. Müller-Bad-Maiiheim, 49:03; 3. Herrn. Heller-Ober-Mörlen, 49:46; 4. L. Rupp-CranSberg, 49:51. 6 - Klasse (20 (Km., 57 Teilnehmer-: Meister: A. Wols-Oppers- Hafen, 38:04 ; 2. H. Frey-Ober-Mörlen, 38: 26: 3. A. Graulich-Bad-Maüheim, 38:43; 4. H. Bellinger-Bab-Nauheim, 39:17. Alters Klasse 10 Shn., 15 Teilnehmer): Meister: Joh. Schmitl- Cransberg, 12:42; 2. W. Wagner-Ober-Mörlen, 13:01; 3. Karl Beckei>B<ü>-NMcheim, 13:47; 4. W. Glaftr-Ober-Mörlctn, 14:04; 5. An ton Scheibet Bad-Nauheim, 14:22. 27 Ortenberg, 25. Aug. Bei dem dies biesjährigen Feldbergturnen, das in Bad- Homburg abgehalten wurde und an dem sich der l-icsige Turnverein im Wetturnen der Unterstuft beteiligte, erhielten stalgende Turner Preise: Hch. Schenk mit 69 Pnnft en den 5. Preis, Bernliarib Rüger mit 62 Punkten den 12. Preis, August Suhl mit 57 Punkten den 17. Preis, Frrtz Hebbel mit 56 Punkten den 18. Preis Blinder Hah. Roman von Alfred Sassen. (Nachdruck verboten ) Forffetzung 15 Rena setzte sich wieder, imb nach einem Schweifen, in dem nur OSkars scheues Beckhalven guälend sprach, forderte sie geradezu: „Bor allem — auf welchem Wege erfuhrst du das Bvrgefallene — ? Der hat dir gesagt — ?" Da sah es aus, als weise er ihr die Zähne, ft vszcrrde sich sein Mund. Er beugte sich über den Tisch herüber zu ihr. „Du möchstest mir alw fteismari>en, er habe mich nicht im Einverständnis mit dir auf gesucht —?" -siZch habe dir nichts weis zu machen," ent* - sie unter rasendem Herzklopfen, in imfäg* , Spannung. „Mit meinem Einverständnis ot, nichts gesche^n, gar nichts. Ich hoffe, du wirst ™ir hierin Glauben schenken/ Gr nahm seinen Oberkörper von der Tifch- zurück und fiel damit gtgert die Lehne d.'s „Gut — gut," murmelte er. ..Wenn deinen Willen tom, barm ist ihm recht geschehen —! Ter aufdringliche Narr! Wie durfte er. foa gen, vor mich hinzu tret en und das von mrr fordern —!" Seher Blutstropftir war aus dem Gesicktt de; lullten Mädchens g-nn.üen. Dumps unb schwer wlte sie tzt ihren eben noch so iviiben Herz- fchftg. Dem Erssicken nahe, hätte sie aunpringen und heraus schreien mögen: „Was ist ibm ge- ^heu —?. Das hast du ihm getan —?!" ^ Alleiu sie sagte nur mit unnatürlicher, starrer Supc: „Er — öermaiut Hüttich — war also bei dir in Davos, wie ich aus deinen abgeriifenen S&rrten entnehmen muß —?" „Unb hat von dir verlangt —?" „D^ langen imb breiten hat er gesprockmi, schon imb gefüAvoll, mit tausend Gründen suchte er mich zu überzeugen, daß ich verzichten müsse, beim dein Herz gehöre ihm, und er sei gewillt, mit allen Mitteln um bas Lostbam Gut zu kämpfen." Ein süßer, warmer Strom wollte Rena durchfluten. Sv sehr wurde sie geliebt! Aber nein, nein, wie burftc sie jetzt einem andercn Gefühl Raum geben, als dem der Angst, der fürchterlicken Angst! Dem Geliebten war etwas geschc^n, unb noch hatte sie ihrem Peiniger daS Geständnis nicht entrissen, was es sei. „Weiter — weiter," drängte sie flehend. Ostzar zog sein seidenes -ruch^und fuhr sich damit über die Stirn — kalter Schweiß mochte da hervor gebrochen feilt. „Tu kannst dir woU die Antwort denken," fuhr er fort, „die ich dem Herrn gab. Ich hab’ auch lange gesprochen imb viel, zngeschwcwen stob ich's ihm, die Hoffnung auf deinen Besitz iei her Lebensatem, der mich aufrecht erhalte — — dick — dich — dich und nichts sonst vermöge ich zu denken — nichts anderes zu wollen! Dieder, und wieder hab ich's ihm gesagt, bis ich erschöpft in einem Stuhl zusammenbrach ... Ta har er sich mit den Dorten, ich würde ruhiger werte:! und das Würdige von dem Unwürdigen in mir scheiden, zum Gehen gewandt — aus einmal sah ich seinen Fuß stockeii. Er blieb vor meinem 5d)rcib= tisch stehen. Seine Augen waren aus einem halb ter ausgewogenen Kasten gefallen — darin lag mein Revolver —" Rena zuckte Vvn ihrem Sitz empor. Ihre Finger krampften sich um die Tischplatte, datz die Nägel brachen. „Wie — wie kamst du zu einem Revolver —?" löste es sich in unsagbarem Entsetzen von ihren Lippeii. ,siZch >oeiß nichts davon, daß je enter in deinem Besitz war —" Finster entgegnete dec junge Mann: „Als ich dich im t-origen Jahve fragte, ob du mein Weib werden wolltest und du dir eine Bedenkzeit aus- batest, hab' ich mir gleich hinterher die Waffe gekauft. Im Fall deine Llntwort „Nein!" lauten wurde, follte mir der Revolver zur Ruhe verhelfen — zur ewigen . . . Ich nahm ihn dann mit aus 'die Reift — mein Gott, da ist dock) mchts Verwmllerlich^s dabei — dergleichen tun so vi-le." Jedes Wort dieser Erklärung bthtfie Rena eine Ewigkeit, unter bcr sie tausend Tode litt „Weiter — weiter," sichte sie abermals. „Jener — Herr sah also ben Rcvolc-ec tm Kasten. Der Himmel weiß, was er Men schon freundliches t-enlen mochte, er sah wohl einen Der- yv-eifeiten in mir. Kurz, er meinte Uxchrscheinlich, es sei besser, er nehme den Revolver an sich, und wollte das mit ein paar halb ernsten, halb scherz-hosteil Worten tun — — das erschien mir als ein lächerlicher lieber griff, der mich zu Hellem Zorne reizte. Ich eilte hinzu, um dem Narren den Revolver wieder fortzunehmen — es gab ein kurzes Ringen — bie Waffe entlud sich und —" „— und traf ihn?!" schrie Rena auf. „Sag, nein, nein! sag's —"; sic war aut "ben Sprechenden eingcdnmgen und hatte seinen Arm erfaßt, den sie mit Perzweiflungsvoller Gebärde rüttelte. „Der Schuß trat ihn in die Brust —" „Mörder! — Mörder! —" tollte sie mit erlöschender Stimme. „Er ist nicht tot —" In ihre Gestalt, die eben, dem Zusammeisiinflen nahe gewesen, kam wieder Leben. „Schwöre, daß es ft ist —" „Qkit denn — ich schwöre." „Und er wird am Leben bleiben?" ,L«, die Verwiiudung ist t sicht lebensgefähtt-ich." Jetzt löste sich die fürchterliche Erregung rn dem jungen Mädchen in ein bespeiendes Wein u auf. Sie lehnte die Stirn an die Wand imb schluchzte, als wolle sie in diesem Schluri)yen ihr, Seele als Danck hin strömen für das teure gerettet" Leben. Mit zusammen gebissenen Zähnen stand i?.r Vetter Oskar daneben. Tie Qualei, die er löt, rüttelten und schüttelten seinen gebveckFichen Körpea Äs die Schluchzende ein wenig stiller gewv' - den war, fragte er tonlos: „Rena, denkst trn gar» nicht ein wenig davm, wie mir zu Mute sein muß bei deinem Anblick — wenn ich dich ft weinen sehe — um jenen anderen —?!" Sie fuhr auf. „Aber wie kommt es, daß du hier bist? Warum bist du nicht hort gebü'eben, um bei Verwundeten $u pflegen? . . . Ah, du bist geflohen! Man hat dich als den Schuldigen rerfrafteii wollen —!" Er nährte erregt ab. „Sprich nicht von Schuld. Es müßte davr.t wohl ihm der größere, entscheidendere Teil zugesprochen nxrben ... Ich bin auch nicht geflcheu. Selbstverständsich lief ich unmittelbar nach ocm traurigen Geschehnis nach einem Arzt. Als ickr zurückkehtte, war schon van anderer L>eite tutet erschienen. (Fortsetzung folgte) Behördliche Anzeigen äfi ^VEW-i^ W «w»D «? otipe^ Statt Karten! Giesen, den 25. August 1920. 9353B Ter Lberbürüermrifter (Vc&.mömittelamt). abgegeben werden. 90548 0H4S8 s ■'CBI3reCE.ra.TL EBNMIOK^ sofort verkäuflich. 9001 DipL-Ing. Schwab, NMda, Obertassen. werden in allen ChöPen Lampenschirme an gefertigt. 8998c QT/cck’hfiJS, \ahmon. (// V üic.lsi-,'1 O icrudiiraio S N Babnuosstrane 26 l'ubiuinftrnfec 20 WnUtorstrnste 24. Gießen, den 25. August 1920. Der Oberbürgermeister fLebensmittclamtt. Bernhard Spieß Erna Spieß geb. Spieß zeigen ihre Vermählung an SW ■X «3! 8.-A.-SeisWvlM 2.10 AllsS SkiAMM 1.25 Wir sind in der Lage, Reinigimgs- und Farbaufträge MMßMSMßWMMWMkW- fütaog u.in MW kurzer Zeit susz&fiihren Duisburg-Wanheimerort (Fischerstr. 29 II), 25. August 1920 Bekanutmachnng. Der Metzger Karl Krug in Gießen, Marktplatz 23, ist vorn 1. September 1920 ab zum Handel mit Fleisch und Fleischwaren wieder zugelassen. Fleischmarken der 35. Woche können bei demselben Tie Lagerdirektion fügt hinzu, daß 1. der Abtransport langsam vor sich, geht, so daß viele Gefangene noch lange aus die Hetmkehr werden warten müssen. Infolgedessen vermeiden sie mn besten auf ihren Arbeitsstellen, 2. tun die Arbeitgeber oder Gefangenen gut, die genaue Adresse, letztere unter Angabe des Gouvernements, aus dem sie flammen, der iiager* Direktion mitzuteilen, die daraufhin im Falle des Abrufs eines Transportes in der Lage iem wird, die Gefangenen rechtzeitig im Lager zu sammeln. 3. alle Gefangenen, die sich nicht melden oder demivch selbständig nach Stettin fahren, mühen wissen, daß sie entweder den Abtransport verpassen oder im letzteren Falle bis zur letzten Transporrmöglichkeit zurückgehalten iverden. Um Bekanntgabe des Vorstehenden an alle Gefangenen bittet 9030V Tie Direktion des .Kriegsgefangenenlagers Kassel. gej. Riem ann, Lagerdirektor. Sbleme Sprechstunden beginnen wieder Freätagj den 27. August Emmy Sjiießj Liebigstr. 15. Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Ausmork- samkeiten sagen herzlichsten Dank Benny Katz und Frau Nelly geb. Kugelmann. Gießen, August 1920. An- «. Vertan? von Möbeln, Antiquitäten, sowieUcbcrnabnie ganzer Einrichtungen. 15 LottiSSrothenberger 22Neuenmea22. Tel. 176. NI ■ Verkaufsstellen und Agenturen an allen Plätzen gesucht. «•y* 41» 3/flM'flehe Vsl-e.-Sreelerol. L Luge. S!«2« ö Gebraucht gegen Kasse zu Staufen gesucht: 11 Aaffenschrcmk | \ Schmbmaschine etwa 2 bis 3 Meter lang, 80 Zentimeter breit W HM W LLuferstoffe Teppiche, Ve^dindungsstücke Dor'lQgen in prima ßiicLtäten bet Ehr. Arnold, Bcchrihofftr. 31 Fornfpreü-er 5ft5”** Gebrauchte Seli'sche BeiStepttoiDobile, slal. 17 PS toiz'sehe OteMoniohile, 8/12 PS Lanz'* lallte 2-HIIM-IMnM ■** EA.Fur.Is^ >LS Qaranf-^ fGr Erfolg^ Ü5BEB53 ® . c e ® ®<ä =5«! ■w © ® iste«er J für Arbeitgeber, die Dem Markenkleben bcircit sind- drückt sich unter der Pelotte hervor. Die Her« halber Hoacu — 50 Vs., bei 10 Stürf - 15 «k nlen-Bandage, (§rnnder Dr. VJfntsrliaUer, ist daS (für 41) Arbri'ne'-rnrtr ausreichend) ‘ I c patentierte Bnnd, daS r°n tin*en (Oanxrr ‘2)o „ Hauvtgewinn 20 000 „ Hauptgerviinl 10 000 „ ttsw., 10 836 Gcwinue. Lose versendet in jeder Anzahl auch gegen Nachnahme zum Preise von M. 4.-- inet. Liste. LotterteVSrfe. tzamvurg 33 0. Pörs». e» -o zurPllegg vonMusik aadlileratur Neue Aula der Universität, Montag den 30. August, 8 Uhr Kerbs-Abend Liebe Genius Gott Psalmen. — Paulus von Tarsus. — Aus: Also sprach Zarathustra. — .Neuere Lyrik. Blntrltts’rM-ten zu M. 6.—. 4.—, L— in der Musikalienhandlung E. Challfor und an der Abendkasse- — Mitglieder des Bundes zur Pfl ge von Musik und Literatur und der Literarischen Gesellschaft erhalten im Vorverkauf gegen Vor- I zeigen der Mi.gliedskarte auf allen Platzen eine Mark Ermäßigung. 9017D empfehlen Äissles lofelil 22.50 >/, Al. M. 21.60 -/, 81 M. 11.25 BÖÖ8I .... Liier M. 21.00 5 töm einef öj mflli 17.00 »MM 11.50 IßWreb.pdma Pfd. M. 4.80 Ißse!r?is,ellks Pfd. M. 5.20 Absen9tfin m,t SSm. 2.58 MMOraane' "ÄÄ 1.50 tznseMen Pfund M. 2.25 Färtersi Sehr. Röter Sieben, Marktplatz 8. „,D 8O12C