5ffer Hemm Nr. IZO «Der rsietzen« Anzeiaet erscheint täglich, autzrr Somi. und Feiertags. Stzu-,preist Monatlich Werk 3.60 rnd«il.-65TrLgertehn, rierteljahrlichMark 10 80 undMk.l.95Trägerlohu,- -urch die Post viertel» iährüch M'rk 12.— ausschließlich 8rae o-n ^njeiacn jür ine Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbiiidlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf De, Platz, vorfchritt 20' ? Aufschlag. HauptschrtfUetter: Äug. Dort;. Verantwortlich für Politik: Auy. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Bech, sämtlich in Gießen. m l . 5. „ fang btt Glltschtili btm Gutjchnn p ^sGtsess. vühr bitte bi, Ettgeöffna 7790D rnnholz. "Ntn holzbtMz, 'ch mit Harthkll 5 den Mc MH aus 9 M umstaffamt in be oormätags zu et rzulrgtu. 6s wir! '22. Juli 23. , 24 , 28. , 27. , 28. , 29. „ 30. „ 31. , 2. Aug. 'rplätjt ge/chlojsn (7872t iamt. Äif Käse. 1920 wirb in to rieb, ßinbtn?^ ihkc 3 unb 5 & len etwa 100 6tan ßorlagt bet ßebr, des Abschnitts S!- n Sejitkt tr]M gen.__M sUNg. Lebensmittti-A' n 21. W 1920 t )9U- . 8.- , 8- 78« tfl* bf 2.50 . 7S MW , en ßebensmitttl-L SjtfSÄ ' a70-oj " 0.50-0' ' 0.30-0* ' . 0.60-0. ' 0.60-0 • 0.30-J! » 0^0-0 ' ' V 0.30 2-00-*' 015-f; 0.15': . . - 1.15- • funb " 0.30-0 " 1Ä- ° ' 1.60- « * 1.20-1 vorbil^ich genamit fei, bieten nach Feierabend reichlich Gelegenheit zu ausgedehnten und genuß- Verlängerung der Arbeitszeit kommen, so würde die Abneigung der Arbeiter gegen fremd; Be> setzung sehr r.achlassen Es sei ihnen gleich, für reichen Promenaden. Die Lebensv.-rhältnisse im Abstimmungsgebiet sind im allgemeinen nicht übel. Es gibt fast alles zu kaufen, was in der Nachkri.'gtepoch" das Herz begehrt, und ist es auch t.mer, so ver- diettt der vberfchesiiche Arbeiter doch reich ick genug, um sich manches teilten zu können, was der Berliner oder der mitteldeutsche Arbeiter nur noch vom Hörensagen kennt. Em mtereflautet und färben freudiges Bild bi tet z. B. der Bu- lhener Markt, aus dem an den Vormittagen iid) ein überraschender Betrieb entfaltet. Abgesehen von der Fülle des F ilgebotenen, fa len die ober- sästesischen Nationa!trachten der vom Lande gekommenen Bittrernrn n angenehm ins Auge. In tLutscher und polnischer Sprach: versuchen sie. bei den Hartssranm des Industriegebietes ihre Landwirtscha tsprodukte abzusetzen Und für den Maler böte sich hier ein Bild, das auf der Lem- wand sestzuhalten, wahrlich lohnend toäa*. Von al en Volkstrachten im Reich' irnd die oberschlesischcn, gmtz zu Unrecht, wohl am wenigsten bekannt. Bis zu Kriegsbeginn veranstaltete Fürst Guidotto von Hentel Donnersmarck aus Kos- lowagora alljährlich oo<-rschi'?ji.ch? Trachtenfeste, die sich der größten Beliebtheit und eines auverordent- lichen Zuipruchs erfreuten. Es ist beabiich.igt, diese Trachtenfeste wieder aufleben zu lassen, was umso begrühensiverter wäre, als dadurch der Beweis geliefert wird, daß man gewillt ist, die kultu- rel.en Eigenheiten der oberschlesischen Bevölkerung zu erhalten und yit pflegen. Die prlnffche Propaganda arbeitet mit der lächerlichst intb durch nichts gevechtlertigten Behauptung, daß nach einem Ab- stimmun^ergebnis für Deutschland der Sitte der Volkstrachten und völkischen , Eigenheiten Zwang angetan werden würde. Daß deutscherseits derartiges nicht beafrichttgt ist, braucht wohl kaum besonders betont zu werden. S. D o r . c. ; Rund durch Oberschlesien. Gleiwitz, irn Juli 1920. Wer da aus dem Reiche kommt und glaubt, n einen Hexenkessel politischer Erregung hinein - Mgeraten, dessen Gewoge ihm sofort auffallen nuß, sobald er die Grethe des Abstimmungsgebiets bei Dambaau, einer Eisenbalm-Biertelstundc oor Oppeln, passiert hat, der wird enttäuscht sein Ober btc Ruhe, mit der sich Oberschlesiens Leben allenthalben abspielt. Vielleicht ist es die Ruhe vor dem Sturm. Denn unter der Oberfläche gärt , es Die Brandfackel politisch'r Hetzarbeit ist nun einmal ins oberschesi.ch- Volk hineingeworfen und tvs entMchle Feuer schwelt weiter. Wohl geht in den Städten wie auf dem Lande alles seinen ruhigen Gang, wohl fährt der Bergmann täglich zur gewohnten Zcrt ein in sein finsteres Reich, wohl fließt das Elsen in der Hütte wie einst. Aber nach Feierabend, oder aber, wenn es aus diesem oder jvnem Grunde zu einer Betriebsversammlung kommt, dann merkt man die Gärung. Dann bilden sich Parteien, dann sieht man, Deutsche und Polen gegeneinander stehen,, sie, die einst m frieblidier Arbeitsgemeinschaft geschafft hatten. Um aber Zeuge politisch r Auseinandersetzungen %u fein, bedarf es entweder der Führung Eingeweihter, die da toifs n, wo etivas los ist, oder aber einer läng.ren Anwesenheit im Abstimmungsgebiet. Wer in den großen und mit allem weltstädtischen Luxus ausgestatteten Restaurants in Äeuthen, Katlvwitz ober Gleiwitz sitzt oder am Nachmittag vom Eafä aus das bunte Straszen- lebcn beobachtet, der wird nur zufällig einmal Zeuge jener Zusammenstöße fein können, von denen die deutsche Pres e in den letzten Wochen leider nur zu ost berichten mutzte. Interessant aber ist es, den Beobachter zu spielen. Die oberschle isckicn Städte sind international geworden durch die interalliierte Besatzung einerseits und durch bi? östliche Invasion andererseits. Wir sehen inmitten des deutschen BürgerturnS und den Scharen der werktägigen Bevölkerung die blauen Uniformen der Poilus, ter französischen Alpenjäg r, mit ihren schwarzen TtuK-elkäppis, sehr scliick und wie aus dem Ei gepellt, französische Os Liiere, ein wenig gepudert, ein wenig parfümiert, s.hen inmitten des deutschen Mtagspublikums feldgraue Engländer, Italiener mit wellendem Federbusch und ab und zu auch Amerikaner. Um das Bild aber noch internationaler zu machen, bevölkern, besonders in Katto- witz, Grupren fa tanb.fi cib- ter Ostfuten aus bem benachbarten Polen unb Galizien die ©traben und dazu eine aus bem Osten kommende Damenwelt vom groben Warschauer Schick bis zur tiefsten galizischen Schlamperei. Das afies wird man in Oberschlesien ebenso bemerken, wie den groben Nationalitäten kam Pf, ter von beiden Seiten mit gleicher Regsamkeit erführt wird. Schon ein Blick in die oberschle- sisclie Preise belehrt einem, baß hier zwei nationale Gedanken, mit allen Mitteln einer Agitation irnterstützt, um die Entscheidung ringen. Unb wo num ’lxn'liort, im Restaurant, Eass, Theater, auf ter Eifer bahn ober auf der Strotze, es wird sehr viel politisiert. Man hört, auch vom einfachen - Meinungen, die erkennen lassen, daß der Abstim- • > inungskampf fein früher nur geringes politisches Verständnis geschult hat, und daß man ihn nicht mit Schlagworten einfangen kann. Wie ernannt sind immer und immer wieder ü-ie aus bem Reich nach Oberschlesien kommenden Jremben. toemt sie Oberscki-lesien und seine Kultur 'chen. Es sind nicht rauchgeschwärzte, von poli- ?iich radikalisierten Arbeiiermassen bevölkerte NietskasernewStä,>te, sondern es sind freundlich anb schmucke £)rifd)aften, deren Eindruck ruhig und I^mpathisch ist. Des Abends sind sie in eine Lichtfülle getautht, die die an äutz-erste LichtersParins ^wohnten West- und Mitteldeutsckien schier erblassen tif>t vor Neid. Auch künstlerisch wird in Lberscblef-.en wesentlich mehr geboten, tote man es «■eftlub seiner Grenzen ahnt. Tas Kattvtoitzer BtadtUieater, dessen Mfschrift „Teutsck)>em Wesen, Kutscher Art" Verantesfung ztr erregten Debatten in der Kattvtoitzer Stadtverordnetenversammlung gab. in der die Velen eine Albsckiafsung dieser Ans- ^h.-ist dunl-z s tzeu v?r achten, stand in »er Thea er- todt stets in gutem Rufe. Zur Zeit finden in ihm Ll^astspiele der Wiener Volksoper flalt, die für Oberschlesien etwas Neues, Hock/un'.lerisches dar- fiellcn. Auch das Beukhener Stadttheater steht auf achtbarer Höhe. Nicht zu vergessen ist das - Gteiroil.-er Theater. Diese drei Bühnen der In- dustriebezirfs Hauplstvdte stellen jedenfalls Stät- tm dar, die tert deutschen Gedanken mehr fördern. welche Kapitalisten sie arbeiten. Abg. Stampfer tritt dieser letzten Aeutze- rung des Dorvedners entgegen. Die Arbeiter sind an .er alten Umständen gewillt, die Einheit der Natron zu erhalten. Ein sozialisiertes Ruhrgebiet würde für bi'? internationale Arbeiterschaft ge- herlig ies Land sein. Abg. H ö tz s ch: Die Frage des Ostens hätte chon in Spaa zur Sprache kommen müssen. Das vas unterid) neben ist, halten meine Freunde nicht ür erfüllbar. Reichskanzler Fehrenbach: Wir hatten nickt aintrtymen können, daß die Mililärsrage zur Sprack-e kommen würde, jelxmfalls nicht sofort, und zwar jaus Grund der vorangeganganen Kundgebungen <>:r Alliierten, wonach die Frage für sie erledigt schien. Nach der Ankunft in Spaa 'lyat Llay.> Oteorge -durch seinen Adjutanten mitteilen lassen, daß als erster Punkt d>er Tagesordnung die Ab- rüstungssrage bei-andelt toäroe. Wir wurden gefragt, ob wir mit der Tagesordnung einverstanden wären. Eine Abtehnung uürve erfolglos gewesen fein. Eine Möglichkeit, Einfluß auf die Tagesirü- inmg zu geivnuien, war nicht, gegeben. Bei den Ausfül/rungen in der Sitziung ist auch auf die Gefahr im Osten .aufmerksam gemacht worden, und zwar hinsichtlich der Notwew>igteit eines Grenz- sckwtzes. Datz die Repavationsfrage in Spaa nicht sel/r aussü'hrlich zur Sprock« tarn, ist kein Unglück. Es ist jetzt eine bessere Vorbereitung der Frage für Gens möglich. Abg. Freiherr v. Lersner: Die Entente weiß, daß sie gamicht das Recht zum Einmarsch bat. Ein Einmarsch würde ein Bruch des Versailler Friedens und des Völkerrechts sein. Abg. Frl. Sander teilt zur Lage im Osten mit, daß in Ludwigshafen Waffen- trans Porte b er Entente nach dem Osten emgetrofien seien. Die Arbeiter hätten bie Beförderung dieser Waffen abgelehnt. Gegen Separa- ttonäbeftrebungen trete ihre Partei mit aller Schärfe auf. Im weiteren Verlauf der Sitzung uachmReichs miniiicr Dr. Simons in seinem Schöntzwort zu den za Istreichen in der Debatte aufartporfmin Fragen Stellung, loubei er weitere Ausführungen, für das Plenum sich vorttehielt. Tatz er von einem Erfolg der Delegation gespivchen habe, lehnte er ab, benn er habe nichts anderes erwartet, als baß Spaa eine zweite Auslage von Versailles sein werde. Die Rechtslage, die von Iierschiederte'.i Re-tmern zum Gegen'and der Tis.ünion gemuckst worden ist, hätten von den deutschen Delegierten nicht zum Kampfe gegen die Alliierten benutzt werden können, denn ebenso wie die Alliierten die Firiemng des Friedensvertrages mit Gewalt erreicht haben, könnten sie auch je.>erzeit die Interpretation des Vertrages erzwingen. Er könne den Ausführungen. des Herrn von Lersner nicht beißimmen, daß der 8 18, Annex 2, Teil 8 abgeändert worden sei. In Uetereinfrimmung mit der Rechtsabteilung habe er den Standpunkt eingenommen, daß der 8 18 ein geltendes Vertrags recht fei. Der Reichsminister erinnerte daran, daß die Annahme des Friedensvertrages als Rechtsbasis überhaupt die einzige Möglickkett >ür Verhandlungen dargestellt habe. Rechtliche Streitereien wären sinnlos gewesen. Auf Grund birter Auffassung hätten wir uns gegen jede Ein- marschdrohung gewchrt, die sich auf irgendwelche andern BEttmmimgen bezog als auf den befarmten § 18. So haben wir bei dem ersten Protokoll unfern Standpunkt ausdrücklich protokollarisch nie» deroelegt. Lloyd George habe ihm dies ausdrücklich protokollarisch bestätigt. Das zweite Protokoll ent frei t Artikel 7 als Teil eines zweiseitigen Vertrages. Die Unterschrift fei verweigert worden. Er habe dem Präsident der Konferenz erklärt, er könne nicht verlangen, daß wir zuerst eine Ohrfeige empfangen und dann zugeben, daß es feine Ohrfeige gewesen sei. Unsere Ablehnung des Artikels 7 ist in der brt Abschlüssen internationaler Verträge üblichen Form zum Ausdruck ge; kommen: soiis reserve de l'artiele feixt. Durch die'e Form wird fefteestellt, daß § 7 für uns nicht exifttert. Die Anicht, daß die Gegner nicht auf strikte Erfüllung des Friebensvertrages bestehen mürben, bezeichnet der Minister als irrig Wir müssen bestrebt sein, bafrin zu arbeiten. tvorbol- schewlstischer Propaganda. Um er Verhältnis zu Rußland werde von uns mir vom Rechtsstandpunkt beurteilt werden. Wenn von der Entente beabsichtigt sei, Deutschland als Etappen- und Durchmarschgebiet gegen Ru ßland für den Fall einer Unterstützung der Polen zu betrachten, so dürfe kein Deutscher sich einer solchen Absicht schweigend beugen ober z u ihrer Durchführung helfen. Was bas Jrtteresse der Entertte an Deutschland angehe, so glaube er nicht, daß sie die Vernichtung Deutschlands wolle, nxnl sie miifc, daß sie mit Deutsckstand zugrunde gehen würde. Wenigstens wüßten dies bie Klügeren unter unferenf Gegnern, zu denen zähle er auch Lloyd George, Millerand und sicherlich den Grafen Sforza. Auf die Anfrage, ob das Kohlenab'ommeu endgültig sei oder ob Frairtteich etwa unter gctoiifet Umständen wieder auf den Jrie.enSvert ag zurück- greisen könne, erwiderte ber Reichominifter, baß das Kohlenabkommen vor äufig nur für sechs Monate gelte unb baß bann neue Vereinbarungen zu treffen seien Für Gens fei uns burch ben Präsidenten der Konstienz in Spaa ausdrücklich zugesichert, daß die iMilfdxm Vorschläge zur Brhano un^sbasis g.nomm'n würden. Schließlich ermi-jerte der Reick-sminisier auf die Ausfülxrungen des Fräulein Sen fre r (USP.), daß er auf bem Standpunkte st he, daß bie Revolution nur bann mit Waffen nteberzusch'agen sei, wenn sie selbst mit SBaif.n au "trete. Eine Revolution ber Geister w rde er niemals mit Waffen bekämpfen. Wenn sick> ab r bie Revolutton nicht auf geistige Waffen b schränke, sondern zur Ergreifung der Waffen schv.ite, bann werbe er der Regierung raten, daß der Gewalt mit Mitteln der Gewalt begegnet werde, bis sie gebrochen sei. Er hoffe aber, daß ein Appell an die Macht in keiner Form nötig sein werde. Der Rcichs- minister 'drückte die Hoffnung aus, daß auch diejenigen, die jetzt noch aus Furcht die Abgabe der Waffen verweigern, das Vertrauen zur ejigen Regierung bekommen würden, i>aß sie sLstg iet, die Ordnung gegen rechts und links selbst mit den ihr zur Verfügung ste'l-enden Mitteln aufrecht zu erhalten. Er sprich die Bitte aas, daß alle Kräfte angespannt werden mögen, uns durch die Durchführung des Protokalls größere Ruche im Innern unb Vertrauen bei am. anderen Ländern y. schaffen. Ber 1 in, 21. Juli. (Amtlich.) Vormittags sand unter der Leitung des Rrichskanzlers eine Sitzung ber Ministerpräsidenten ber Länder statt, die einer Aussprache über die Beschlüsse von Spaa galt. Der Reichskanzler eröffnete bie Besprechung mit einer Begrüßung ber erschienenen Herren und erteilte dem Reichsminister des Auswärtigen das Wort zur Berichtersta-ttung. An den Vortrag bes Ministers bes Aeußem schlossen sich Darlegungen des Reickswehrmiristers über militärische Fragen unb des Reichsministers des Innern über technische Fragen der Entwaffnung. Der Berichterstattung folgte eine mehrstündige Aussprache. Dabei kam von ben verschiedensten Setten die Sorge über die schweren militärischen Bedingungen zum Ausdruck, die uns von der Entente angesichts unserer schwierigen politischen Lage auferlegt sind. Ebenso wurden die Lasten des Kohlenabkommens für unsere Arbeiterschaft und für uniere Industrie sehr ernst b.'ufr.eilt. Gleichwohl wurde anerkannt, daß die Delegation in Spaa nicht in der Laae war, andere Ergebnisse zu erzielen. Es wurde nachdrücklich darauf hingewiesen, daß alles, daran gesetzt werden müsse, den Verpflichtungen des Abkommens gerecht zu werden. In ber Sitzung war Hessen durch ben hessischen Staatsrat Dr. Mathias vertreten. Schutz der deutschen Neutralität. Berlin, 22. Juli. Laut „Vorwärts^ wird inderdeutschenNote betreffend den Vormarsch der Bolschewisten, iiter die Reichsminister Dr. Simons in ber gestrigen Sitzung des Reichstagsausschusses berichtete, der Entente mitaeteilt, daß der militärische Grenzschutz in Ostpreußen durch Ortswehren verstärkt wm> den fei. Gleichzeitig betont die Note die Notwendigkeit, die äußere Grenze der Abstimmungsgebiete durch deutsche Truppen zu schützen, da diese neutral sind, während die Franzosen, die im Kriege mit Rußland stehen, die russischen Truppen angreifen und damit den Krieg auf deutschen Boden tragen würden. Aus Hessen. rm. D a r mst adt, 20. Juli. Der Aus- schußbericht über den Hauptstaats- voranschlag ist durch die rasche Arbeit ber Ausschußberichterstat'er nun doch soweit fertig gestellt, daß er im Druck erscheinen und den Kammermitgliedern zugehen konnte. Dadurch konnte er auch schon in den gestrigen und heutigen Fraktionsberatungen als Unterlage menen Die am Mittwock) beginnenden Kammm- beratungen können mit ber Hauptaussprache über den Hauptvoraufchlag eröffnet werd« — Der Kammer sind zugegangen: Eine Regierungsvorlage tetr, die Abänderung des Volks schulgesetzes von 1874. Danach bleibt die Er.eilung ces reckgiö en Unterrichtes der Willenserklärung der Lehrer, die Teilnahme an den religiösen Unterrichts- fäctern der Willenserklärung denjenigen üterfaffen, die über die religiöse Erziehung der Kinder zu bestimmen haten. Art. 50 wird aufgehoben, die Verpflichtung zur Ausübung des Organistendlenstes erlischt drei Monate nach Annahme dieses Gesetzes. Lehrer können zu Mitgliedern der Kreisschulkommission und zu Vorsitzenden des Schulvorstandes gewählt bzw. ernannt werden. Die Strafsätze für unentschuldigte Versäumnis werden auf das Zehnfache erhöht. — Eine wertere Regierungsvorlage betrifft die Erhebung von Zuschlägen zu gerichtlichen Beurkundungen. — In einer anderen Vorlage soll die Staatsregierung zur Neuregelung der Dienstbezüge der Kommunalsor st warte, sowie zur Neueinteilung der Für st ereien ermächtigt werden. — Ein Nachtrag zur Regierungsvorlage betr. die Zuschläge zu den Gebühren der Notare enthält den Vorschlag zu einer Erweiterung der Gebührensätze. Endlich betrifft eine andere Regierungsvorlage die beantragte Niederschlagung eines Verfahrens gegen Ad. Daum-Jugenheim. — Der Abg. Soherr hat einen dringlichen Antrag betr. die Freigabe der Hindenburgbrücke bet Bingen über den Rhein zu beschränktem Fuhrwerksverkehr eingebracht. — Dringliche Anfragen des Abg. Kiel (U. S. P.) betreffen die Nichtbestätigung des Schulvorstandes in Mörfelden und die Entlassung der Lehrerin Neser sowie die Maßregelung des dortigen Lehrers Egner (U. S. P.). Eine Anfrage über die Dmschprämien. D a r m st a d t, 20. Juli. Eine mri'ere dringliche Anfrage der Abgeordneten D i n g e l d e v und Genossen (DBP.) betrifft die Druschprä- m i e. Sie lautet: „Trotz ter ernstesten Warnungen aus den Kreisen d r süddeutschen und insbesondere der hessischen Landwirtschait, ist auch für das neue Ernrijahr die von den besten Sachkennern bekämpfte Frühdruschprämie au.fr chterhalten wor- ben. Ist der Negierung die dadurch hervorgerufene Erbitterung der hessischm Landwirte bekannt? Welche Stellung hat die Regierung in den Beratungen des Reichsrates zu dieser Frage einge- nomtnen ? Was gedenkt sie zu tun, um die schleunige Aushebung dies'r, die großen Wirtschastsbe- triebe des Ofttns begünstigende, aber die kleineren und mittleren Landwirtsäm'ten unseres Landes schädigenden Maßnahme herbeizuführen? teberirmlttetteuerung. ka. Lauterbach, 20. Juli. Gestern nachmittag fand int Johannesberg eine Protestversammlung der Arbeiterschaft für den allgemeinen Preisabbau statt. Krcisdirektor v. Werner und Bürgermeister S1 ö v le r versuchten eine Verständigung her- ’ beizuführen. Es bildete sich darauf ein Demo n st r a t i o n s z u g , der zur Molkerei, zu -Derrn Forstrat Eule eld und vor verschiedene . Geschäfte zog. Warenhaus Alt setzte die Preise * um 30 Prozent herunter: der Holzpreis sank ? um 20, die Schuhpreise um 40 und die Lebensmittelpreise um 10 Prozent. — Die Mol- ' ferei Lauterbach teilt nun heute im Anzeigenteil des „Lauterb. Auz." mit, daß sämtliche Vertrauensleute der Molkerei Lauterbach, welche gestern aus den milchliefernden Ortschaften des Kreises in der Molkerei versammelt waren, einstimmig beschlossen haben, auch ihrerseits beim Preisabbau Mitzu- 'uirken. Sie wollen 'ab 1. August mit einer geringeren Bezahlung der Milch bis auf weiteres zufrieden sein, damit es der Molkerei Möglich wird, die Vollmilch und Magermilch billiger an die Stccht abzugeben. Die Stadt kommt dadurch in Die Lage, den Einzelpreis je Liter ebenfalls herabzusetzen. Das genannte Blatt will hierzu erfahren haben, daß der Preis für Vollmilch auf 1.60 Mk., für Magermilch auf 80 Pf. herabgesetzt sei. dz. Dillenburg, 21. Juli. Am 19. Juli fand im Kreishause eine Besprechung über den Preisabbau statt zwischen den Verbraucherorganriationen und der Kreis- bauernschast, sowie den Metzgerinnungen. In einer amtlichen Bekanntmachung des stellver- tenden Landrates heißt es über das Ergebnis dieser Besprechung, daß die Notwendigkeit des Abbaues der Preise, der sich auch auf landwirtschaftliche Produkte erstrecken muß, allgemein anerkannt wird. Die Kreisbauernschaft erklärt, daß unter diesen Umständen bei guter Ernte ein K a r t o f feier z e u ge rp re i s von 15 Mk., bei mittlerer Ernte ein solcher von 18 Mk., bei schlechter Ernte ein solcher von 20 Mk. als angemessen betrachtet werden kann und sie für f r e i h ä n - digeAbgabederKartoffelnzu diesem Preise eintreten wird. Der freihändige AuskaufdesSchlachtviehes soll nicht geändert werden. Die Metzger werden aber den Viehhaltern nur solche Preise zahlen können, die den festgesetzten Kleinverkaufspreis von 8 Mark für Kalbfleisch und 9 Mark für Rindfleisch noch ermöglichen. Erzeuger und Verbraucher sowie die vertretenen Magistrate und der Kreisausschuß sind einig, daß der Vieh- bandelsverband ausgeschaltet werden muß und daß jede Provisionszahlung an thn auf hört. Die Kreisbauernschaft erklärt, daß der Erzeugerhöchstpreis für Milch von 1.50 Mk. ab Stall nicht überschritten wird. dem besetzten fd. Frankfurt a. M., 22. Juli. Der Geschäftsführer Kallenbach dermehrheits sozialistischen „Freien Presse" in Höchst a. M wurde vom französischen Oberpolizeigericht in Mainz lals Reviftonsinstanz) zu 6 Mo naten Gefängnis und 5000 Mk. Geldstras verurteilt wegen Verhöhnung der Besatzungstruppen durch Aushang der illustrierten Z.it-' fchrist „Der wahre Jakob" im <5d>aufenfter der „Freien Presse". „Der wahie Jakob" ist aus demselben Grund für drei Monate in dem besetzten Gebiet verboten. höfische Volkskammer. rm. Darmstadt, 21. Juli. Der Hessische Landtag wurde teilte vormittag l0'/i Uhr durch den Prät identen Adelung mit einer Begrüßung eröffnet. Er teilt mit, daß die Verhaftung des Abg. Schildbach der sozrald Fraktion Veranlassung gegebn hat, einen Antrag auf Befreiung desselben während der Tagung der Kammer einzur ichen. — Der für den Abg. Scheuer eingetretenc Abg. Nuß-Worms (Z.) und der für den zurückgetvetenen Abg. Gruber-Alzev neu eingetretene Abg. Nesf-Michelstadt iverten verpflichtet. Dann wird in die Beratung des hauptvoranschlags nnsetrcten. In der Generaldebatte führte Finanzmi- nister Henrich aus, datz der Eta. von 7u .vri l von 1914 auf 2 7 0 Mill io nen im neuen Jahren gestiegen ist. Der AbftUnß sei an sich nicht ungünstig. Durch die neue Besoldungsvorlage sei man unvorherg- sehen auf einen ungedeckten Feh b trag von 35 Millionen Mark gekommen, sonst hätte man mit ein.-m Ueberschuß von etwa 40 Millionen abfch'rißen können. — Er berichtet dann die wichtigsten Zweige der S t a a t s w i r t s cha f t. Die Erträge aus den Staatsgütern sind von 6Vs Millionen auf 43'/r Millionen gestrigen, so daß ein erheblicher Betrag m den Forstbetriebsstock au;g ntommen werden konnte. Aus den Holzsältungen wie aus den Weingütern wurden erhebliche Ueber- schüsse erzielt. Der Redner geht auf die Holzrationierung näh?r ein, die als günsftg bezeickmet' toer.ien kann, die Versorgung der Kommnnalsvrstwarte sei in die Wege geleitet. Tas Kraftwerk L u d w i g s h v f f n u n g feite entsprechend erweitert werden. Ungiin ig schließt Bad-Nauheim ab und es frage sich, ob man das Bad aus Steuermitteln aufreckst erhalten ober erheblich ein schränken wolle. Noch weniger erftcu- lich seien die Thvatcrfvagen. ©ine neue Aufgabe sei mit dem Siedelungswefen ent anten. Tas Eisenbohnbapilel im Hauptvo ran schlag sei uerid,:rounten. Tie Steuerfrage sei noch un- uriläit. Tie Ausgaben seien entsprechend Pivach- len. Ganz bedeutend seien die Ausgaben für die Arbeitslosen. — Tie allgemeine Lage für das Land sei nickt ungünstig. Sorge bat er nur für die G e m e i n de n. Tie Exi e iz des Staats hinge mit dem Schicksal des Reick>s z-usammen. Wenn das Reich zusammenbrsche, werde es mit dem Staatsleben vorbei sein. Spaa habe dem deutschen Volke die Augen gwffnet. Das deutsche Volk habe nur noch zwei Wege: zu Arbeiten und zu opfern, ober z u verderben! Abg. Kaul (Soz.) bespricht zunächst die große Umwälzung der letzten Zeit und erklärt, daß die unter Dem Ziwang zustande gekommenen Vereinbarungen in Spaa für uns feine inner l i che moralis che Bindung darf eilen kennen, sie seien einfach undurchführbar. Tie Wirtschaftlichen Verhältnisse feien z. B. in Offenbach unhaltbar. Tie Trttate von Versailles und Spra seien furchtbar. Tie Verantwortung trage nicht die Revolution, sondern diejenigen, welche den Zusammenbruch herbei geführt haben. Er verurteilt das Verhalten der U.S.P., welch: die Besetzung miwer- fchuldet und and) die Verhaftung einer Anzahl, Personen veranlaßt haben . In unserer Ohnmacht mutzten wir das Weltgewissen anrufen. Eharak- terii.isch ist tse bsabsichtigte Neubildung eines neuen hessischen Freistaates. Im Falle die wirffchaflliche Dreiteilung Hes- send von Berlin aus beabsichtigt fein sollte, werde man mit aller E.rergie dagegen arbeiten. Gegm- Über teil vielfachen Angriffen der Republik, irerte man mit aller Kraft an der Demokratie fest- l-allcn. Mmi solle in dem Ausfall der Nricbstags- wahlen keine allzugrvßen Hoffnungen knüpfen. — Auf den Etat selbst eingehend stellte er die fortschreitende Zentralisation fest. Unsere Selbständig- leit ist mehr und mehr verschwunden. — Der Frietensvertrag kam auch hier zum Ausdruck'. Bei alter Rücksicht auf die notwendige Sparsamkeit darf diese aber nicht auf bis Erfüllung unserer Kultur aufgaben ausgedehnt werden. — In Zukunft werde man die Geschäftsordnung dahin ab» zuändern versuchen, daß alle Vorlagen zimächst im Plenum beraten werden und dann an die Ans- schüsse gehen. — In der Forstwirtschaft dürfen nicht in erster Lime finanzielle Fragen, sondern die Interessen der Volksimrifchaft entscheidend fern. — Die Landwirtschaft dürfe nicht allem für die Landwirte, sondern im Interesse der Allgemeinheit unter bestimmten Grundsätzen getrieben werden. (Abg. Dorsch: Dann kann sie gut werden!) Man wird im der Sridelungsfrage neue Bahnen gehen müssen. Wenn die mittleren und gröberm Gutshöfe besser liefern, so kann dies nur an der wirtschaftlichen Betriebs form (legen. Genossenschaftlicher Zusammenschluß der Siedler sei notwendig. — Der Redner wendet sich bann gegen die vw- schiedenen Angrifte gegenüber der bedeutenden Ausgaben in der Staatsverwaltung. — In einer parlamentarischen Regierung könne die Zahl der Minister in Frage kommen. Selbst wenn die Rechte mit der U. S. P. die Regierung übernehme, werde nicht viel gespart werden können. (Abg. Kiel: Das wäre sehr gut! — Heiterkeit.) Das Landesamt für das BiQungswesen könne man nicht mehr dem Ministerium des Innern nnlerstellen, da bteinS von altersher immer noch so sehr nach Polizei riecht. — Auch auf anderen Gebriten, wie bei der VolkZernäl)runa und der Fürsorge sei eine unbedingte Selbständigkeit nottoenbig. Eine Vereinfachung des Staatshaushalts sei daher nicht ahti. — Anders stche es mit den unter den jetzig:n Füh- rern stehenden Beamten, die noch von tem altm Grift beherrscht sind, gegen diese bestehe in vielen BevölSerungskrrisen ein großes Mißtrauen. Die Leute, welche in den Geheimratsstuben sitzen, sollten sich den neuen Verhältnissen anpaffen oder — ihrer Wege gehen. Man solle überhaupt im Be- amtenvecht ganz andere Grundsätze, wie z. B. in England und Amerika, schaffen und die Leute im Privat vertrage ansrillen. Bor allem haben sich bri Lehrer und Oberlehrer aller G^en- agitation gegen die heutige Regierung zu enthalten. Das Verhältnis zum Reich müsse ein gutes sein, doch solle man den Namen Gesandter m Berlin beseitigen. Notwendig sei eine Nm- organifation unsenes Selbstvertvaltungsrechts, ins- "rionbere auch im Polizeiwesen. — Erne Hmipl- aufgabe der Staats regierung. sei es für die Schn t/uitg zwischen Kirche unt Staat aairf> noch bitter einzutreten Abg Bü chn er (Dem.) hätte gewünscht, daß । die Etatsdebatte ausgefallen wäre damit man die I kostbare Zeit zu anderen Zwecken hätte vertvenden und viel Geld hätte ersparen können, auch wollte er bet al.gemeinen Moekrankhrit -entgegenivivtrii; leider habe fein Antrag keinen Erfolg gehabt. In Anbettacht der großen weitgeschichtlichen Ereignifse komme man sich furchtbar klein vor. Bei den scharsen Zugriffen, die unieie Freunde von gewisien Seiten eriahrcn mußten, war es fein Wunder, daß man bei den Verträgen so anders verfahren ist. — Trotz der großen Niederlage sei der Sieg doch auf unserer Seite, da die Demokratie den Sieg errungen habe. Leider habe die Sozialdemokratie nach den Neuwahlen die Veranttvor- tung in der Regierung abgelehnt. Für Hessen sei der Ausfall ter Wahlen nicht von Bedeutung. Hoffentlich habe man demnächst Aussicht, mit der Deutschen Volkspartei in demokratischem Sinne, wie sie versprochen, gemeinsam im Interesse des Hessenlandes zu arbeiten. Notwendig fei vor allem Bekämpfung des Klassenhasses bei allen Parteien. Deutschland könne und müsse in diesem Sinne vorbild ich wirken. Erft dann kann man zum Völkerbund und Pazifismus erziehen. Tas Streben nach Sozialisierung werte nicht meh l.",ur Ruhe kommen, koch liegen hier große Probleme, die zum Teck burd), sich, selbit mit ter Zeit gelöst >ver.en müssen. Hier mü fe man init- atterien, leider verlasse man sich allzuviel auf den St a a t, ter überall helfen soll. Leider wollen die Menschen mehr genießen als arbeiten! (Heiterkeit und Widerspruch. Zuruf: Sie müssen cs ja wissen!) Ter Rrimer bespricht dann noch den Etat, von dem man hofft, daß er sich besser stelle, als es bis jetzt den Anschein, 'bat. — Eine schvere Frage sei die Steuerfrage, hier fehle cs an der Erziehung des Volkes, da bei jeder neuen Steuer ein Ent- ririungs 2urm entstehe. — Bedauerlich sei der R: ck- gang von Bad-Nauheim, viele Kwanke könnten die 'hohen Preise nicht mehr bcyifjrin. — Tri Kloben-Mr V.ul tur^wocke seien freilich schr gewachsten, loch müfte man, wie ter arme Maim, den letzten Gvoscheu für seine Billmng ausgcbcn. — Ter Redner kritisiert schrrs, daß bei einem kürzlichen Vortrag zahlreiche Damen stehen mußten, während die jungen Leute bequem Platz behielten. — Tie Zwangswirtschaft merbe jetzt endlich beseitigt, der Preisabbau müsse beginnen, damit auch die Löhne herabgesetzt werten können. Tie Landwirtschaft solle voningckhen, ehe man durch die Not dazu gezwungen werde. — Tie wirtschaftliche Höhe in ter Indu.rie sei erreicht, ein Umschwung sei ein getreten. Hauptgrund seien die Erhöhungen ter Roh toffpreife auf den Weltmarktpreis. Unsere Erzeugnisse seien doppelt so teuer wie im Ausland. Die Ausfuhr stocke gänzlich 'imb es müsse hier bald eine Aenterung eintreten. Die Bekämpfung des Streikfieters sei unbedingt erforderlich. Bei der Besteuerung sei eä wichttg bor «allem die zu gvnfen, die aus der N o t d e r Z e i t ein Geschäft gemacht haben. Beamte und Angestellte werden sehr scharf hercmgez>agen. Der Lanobckoölkerung könne man bei der guten Letens- Mtung nicht alles nack-rechnen, deshalb solle sie ui Steuerfragen entgegentbmmenb sein. Tie Großindustrie mit ihren imgdbeuren Ver iensten müßte mit allen Kräften herangeAagen wer.en, da sie nicht wisse, wohin mit den großen Ver.ckensten. Ter oberste Grundsatz ter Et itbevatung muß ter soziale Ausgleich fein. Die Arbeitsleistung des Einzelnen muß erhöht werten, dann können wir wieder in die Höte Lammen. Schluß 1,15 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag halb 10 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Juli. KreiSauöschuß Gießen. In ter letzten Sitzung des- Kreisausschnsses des Kreises Gießen wurde die K l a ge desKreis- d i r e k to r s des Kreises Gießen gegen die Ge - meindeGrüningcn wegen Bewilligung einer Teuerungszulage an den Bürgermeister zu Grü- ningen verhandelt. Bereits seit November 1918 hatte sich das KreiSamt darum bemüht, den Ge- mrinbeteamten und -bediensteten in Grüningcn Teuerungszulagen zu erwirken. Ter Gemrinderat bat im Laufe langer Verhandlungen fast allen in Betracht fcommenten Personen Teuerungszulagen bewilligt, für ten Bürgermeister eine solche jedoch abgelehnt. Tie heutige Verhandlung endete mit vostenpflichtiger Verurteilung ter Gemeinte Grü- nrngen, auch ihrem Bürgermeister mit Wirkung vom 1. April 1919 ab eine 50prozentige Teuerungszulage zu bezahlen. Der zweite Fall betraf einen Ein spruchge gen den Voranschlag lder Gemeinde Treis a. i>. Lda. Der Ro- flamaitt hatte während ter Osfenlegungssrist des Voranschlags benirjtontet, daß die Kosten für Haltung des Faselochsen und des Ebers auf allgemeine Umlagen verrechnet würden und verlangt, daß gemäß Artikel 183 der L.G.O. diese Kosten besonders ausgeschlagen würden auf die Besitzer von Muttertieren. Ter Krrisausschuß gab ten Ein- rvendungen nur zum Teil statt. Tie Kosten für Haltung der Gemeintebullen sollen in Zukunft auf Grund derartiger besonderer AusschLäge erhoben werten, tvährend biejenigen für die Eberhaltung in die allgemeinen Umlagen aufzunehmen sind. Der BerbandStag des Eisenbahn-Asfistentenverbandes fand am 19. und 20. Juli in Kassel im Stadtparksaal statt. Es waren etwa 200 Delegierte der 16 000 Mitglieder aus allen Teilen des Reiches erschienen. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: „Dec Verbandstag stellt mit Entrüstung fest, daß, obwohl die Eißnibahnassistenten in einzelnen Ländern und die Assistentmklacken bei ter Finanz- Verwaltung und des Reichs in die Sekretärllasse überführt und die Lehrer in Klasse 7 eingestuft worden sind, die preußischen Eisenbahnaffisdenten zurückgeblieben sind. Der Eisenbahnassistenten-Ver- band erhebt erneut eine seit Jahren vertretene Forderung mit ten gleich zu achtenden Beamtengruppen des Reiches und anderer Ne'ssorts gfriete gestellt zu werden und ersuckst die Neichsgewerk- schaft deutscher Eisenbahnbsamten und Anwärter, diese Forderung mit allen gewerkschaftlichen Mitteln zu verwirklichen." Turch die Arbeit des Verbandes war fenvr im Wege des Erlasses die Besörterung von Eisenbahnassistenten ohne Prüfung zu Vorst'hern und Sekretären mig>wrdnet. Aus diesen Besörterimgen haben sich Mißhelligkeiten ergeben, so daß nad> stehente Entschiichung angenommen wurde: „Tie zum 15. Verbandstag versammelten Vertreter des Eisenbahnas istenrin-Verbandes erheben Beschwerde gegen die unterschiedlick>e Art ter Besörterung von 485 Eisenbahnasftftenten ohne Prüfung zu Vorstetern und Sekretären, die mit ten Absicksten des Miniftr-riums nicht im Einllang stellen. Ter V'rbandstag bittet den Herrn Minister, eine Untersuchung darüber anzustellen, ob bei diesen Beförderungen einwandfrei und natfi ten N.cht inieu des Ministers g.chame t worden ist Ter Verbano wird alsuald Dem Minister eine Statistik unterbreiten, die unsere Beschwerden näher belegt." Durch die vor kur^rn erfolgte Gründung der Reichsgewerkichast, ter der Verband angeschlossen ist, wurde ferner der Antrag angenommen, daß er Eisenbahnasistent n Ver.and mit e nigen w.i teren Verbänd.n sich zu der Fachg.'werischast der nicktlechnischen Eiienbahnb amten zu am Mensch. ießt. Eine ganze R ihr Anträge, die sich mit cer Personalreform und ter Besoldungsordnung tesaßten, wurden behandelt und ter Reichsgewerkschaft sowie dem Vorstände zur weiteren Bearbeitung übergeben. Veranstaltungen. Donner s ta g, 22. Juli: Gieß?ner Wald» bühne, 41/2 Uhr, „Ter Nachtwächter" und „Der Bruder und die Schw-ester". — Hotel Großherzog, 8 Uhr, Gründungst-ersammlung des Vol.'sbun^es deutscher .VCri' gsgräbersüriocge. — Sck-öne Aussicht, 8 Uhr, Militärkonzert ter Nrichsw.hxkapckle. — Mat.häussaal, Kirchftr:se 9, Ver iusver ammlung ter Männer- unb Frauenvevri.iigamg der Mat- thäusgemeinte. — Hotel Einhorn, 83, i Uhr. Gastspiel Buchwald. — Lichtspieltheater wie gestern. * * Leben smi t te l rna r ken. Tie am 15. und 1|3. Juli in i.enPezirken ausgegebenem Lebensmittelmarken sind bis spätestens 23. Juli den Verkaufs ellen zur Eintragung der Firma und Abtrennung ter KontvollabsckMitte ttorzulegen. Tie Verlaufs st ellen 'baten die Kvntwllabsch.iitte bis spätestens 26. Juli an das Letensmittelamt, Zimmer 6, rin^urridjicn, * * Ausgabe von Brennholz. Die Nummer 3 ter ausgeg benen Holzbezug: karte wird mit 5 Ztr. Holz wahlweise mit Hartholz oder Weichholz beliefert. Der Preis für ten Zentner Hartholz ist auf 11 Mk., für Weichholz aus 9 Mk. festgesetzt. Die Zahlung l>at auf dem Brennstoff, amt in ten Äckchästsstunden von 8—12 Uhi vormittags zu erfolgen. Die Holztezuyskarte ist vorznlegen. Wann die einzelnen Bezirke abge- sertigt werten, ist aus dem Anzeigenteil der gestrigen Nummer erficht, ich. * * I m Verein der Freunde deS Humanist i f ch e n Gymnasiums sprach am Dienstag abend Professor Dr. Gundel Über Vorschläge zur Reform der Gymnasien. Er führte u. a. aus: Der wissenschiaftlichen Aufgabe, bei Erschließung des Dersändnis-es unserer Kultur und ihrer wissenschaftlichen Gruni-lagen, steht eine ethische gegenüber: die Erzirimng deutscher Jünglinge. So ergibt es sich ton selbst, daß ter deutsche Unter« richt einen wichttgen Platz rinzuncklMen bat. In der engen Verbindung dieses Faches mit dem Lateinischen und Griechischen beruht die Eigenatt des Gymnasiums, und um diese mieterherMstellen und dem Gymnasium feinen buntscheckigen Charakter, ten ihm ein ungesundes Streben nach! oberflächlicher Viellvifserei aufgedrückt bat, zu nehmen, gilt es, ten Unterricht in denjenigen Fächern einzuschränken, deren intenfiPer Betrieb ten Reol- anstalten eignet: moderne Sprachen sowie Mathematik und Naturwissenfchafetn. Tie hierdurch gewonnene Zeit soll auf die Vermehrung ter Turnstunden, bereit Bedeutung für «die körperliche Ertüchtigung ter Jugend nachdrücklich betont wird, verwendet werden. Tie berechtigten Forderungen, im Unterricht auch die wichtigsten Lehren der turwiffenschaften, Technik und Medizin zu berücksichtigen, können wohl verwirklicht werten, wenn man der Jugend auch diese Seite antiker Kultur vvrfü'hrt, die die Wurzeln dieser modernen Disziplinen in sich schließt. Des^«alb ist es ein dringendes Gebot, daß der Kreis ter Lektüre in den allen Sprachen wesentlich erweitert wird; es müssen neben den rigentl. „klassischen" auch polittsche, technische, medizinische Sckwifti eller den Schülern nahege- bracht und somit Raum geschaffen werden für einen weitgehenden Kulturunterricht, der die Schriftsteller um ihrer selbst willen und nicht als Sffl- mufter lieft. Tie hierfür erforterlidje Zeit wird durch die Absck>afftmg des 'bcut^utagc zwecklosen und zritraubenten deutsch lateinischen Skript^mnS in den Obcrllassen gewonnen werden. Turch Verwertung der Ergebnisse der Smachwisfensck-aft sowie durch Behandlung der alten als lebendige Sprachen muß die sprachliche Bildung vertieft werten. Gegenüber den modernen rebungen, das Gymnasium durch, eine zu große Ausdehnung der Grundschule^ von imten und durck> Einftilwung Ivahlfreier Sonderkurse von oben her zu verstümmeln, muß davor gewarnt werden, das erprobte Alte zugunsten tes imerprobten Neuen beiseite zu schieben. — In ter Aussprache betonten besonders ’ Oberstaats-anwalt Hvfman 11 und Pros. Tr. Brüning die Notwendigkeit der Erteilung des Turmnllerrichtes durch Fachlehrer sowie die Wickx tigkrit, im deutschen und gefchlichckick-en Unterric» : auf Erhöhung ter sprachlichen Ausdrucksfähigkeit ter Schüler zu adyten. ** Die Uebersüllung der technischen Berufe. Man schreibt uns: Del Bedarf an technischen Kräften ist für Jahre gedeckt. Wir wissen nicht, was Industrie und Baugewerbe mit dem Ueberangebot an Technikern beginnen sollen. Wenn man bedenkt, daß unsere Technischen Hochschulen zurzeit von rund 20000 Studierenden gegenüber 12 000 vor dem Kriege besucht sind, wenn man die Uebersüllung der staatlichen und namentlich der privaten technischen Mittelschulen betrad? tet, die ja bekanntlich aus der Schule ein Geschäft machen und in ihren „Jngenieurfabrit ken" die Konjunktur ausnutzen und deshalb wahllos alles aufnehmen, was sich nur anmeldet und in die Hörsäle noch hineingestopft werden kann, muß man eine Verelendung des ganzen Technikerstandes befürchten, der keinerlei Tarifpolitik gewachsen wäre. Mangelhafte Ausbildung, Stellenlosigkeit, Unterbietung, Auswanderung und letzten Endes Unzufriedenheit und Unglück werden Die Folge dieser volkswirtschaftlichen Kraftvergeudung sein. Tüchtige Handwerker, die sich als Arbeiter vortrefftich bewähren, wenden ihre letzten ersparten Groschen daran, eine technische Schule zu besuchen und bedenken nick-t, daß ter Handwerker meist besser gestellt ist als der mittlere Angestellte und Beamte. Zu spät bereuen sie ten Uebertritt in den angeblich gehobenen Stand. Wer also als gelernter Facharbeiter das technische Studium ergreift, muß im allgemeinen mit dem Rückgang seines Einkommens, mindestens ater mit dem zinslosen Aufwand erheblicher Geldopfer rechnen. Die Ueberfüllung der technischen Berufe ist somi auch feine Lohnverkurzung.m Eintreten, lieber die Die vermischtes 7711 WM Um- Spiegel 7914 Katharina Zecher unb Kinder Tel. 403 Ssmenhandlung Tel. 403 M-kmM Fernruf Nr. 98. 7172V Behördliche Anzeigen i ein- Be- wiesene letzte Ehre. Mainzlar, den 20. Juli 1920. eine noch schneller als Senf wachsende, vom Rindvieh mit Begierde genommene, gut bekömmliche Futter- und ausgezeichnete Grün« düngungspflanze entzückend> Neuheiten empfiehlt K wächst ebenfalls außerordentlich schnell, sodaß er in etwa siebenWochen schnittfähig ist. Er be« gnüqt sich mit jeder Bodenart und liefert nahrhaftes vorzügl. Futter gestellten Ansprüche wird in Verhandlungen getreten, ebenso üver die Zuschüße zu den darfsartikeln. Die Wohnungsnot in Frankfurt. Danksagung. Herzlichen Dank sagen wir für die vielen Beweise inniger Teilnahme an dem uns so iah betroffenen schmerzlichen Verlust unseres lieben Heimgegangenen, besonders danken wir Herrn Dekan Gustmann füc die trostreichen Worte am Grabe, dem Krieger- und Gesangverein und seinen Berufskollegen für die er- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir Allen auf diesem Wege innigsten Dank. 7s>j Familie Heinrich Schmidt. Gießen (llirchcnplah 18), den 20. Juli 1920. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde beute bezüglich der Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen eingetragen: Dem Kaufmann Gustav Zenner und dem Kaufmann Hugo Engel ist dergestalt Prokura erteilt, daß sie gemeinsam mit einem Dir.-kwr oder stellvertretenden Direktor der Bank zur Zeichnung berechtigt sind. Gießen, den 15. Juli 1920. 7826B Hessisches Amtsgericht. Herren- und Damen- Kabinen-u. Coupekoffer in bester Ausführung - Eigenes Fabrikat Handkoffer mit Necessaire-Einrichtungen Handtaschen, Maulbügeltaschen Reisenecessaires aus la. Rindleder, Segeltuch und Kunstleder Hochfeine Reisedecken usw. zu mäßigen Preisen Damentaschen, Damengürtel Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Jacob Häuser, Gießen eingetragen: Dem Kaufmann Ludwig Lenz in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 16. Juli 1920. 7890B Hessisches Amtsgericht. Wir suchen für unser Bootshaus ein Ehepaar welches imstande ist, gemeinsam die Wartung u. Bedienung der Bootsmaterial- und Gesellschaftsräume auszuführen. Die Stelle ist als Nebenverdienst sehr einträglich und bietet kleinem od. mittlerem Beamten die Möglichkeit zu einem solchen. Bewerber wollen sich schriftlich melden bei dem Vorsitzenden des Vereins Rudersport e. V. 1913, Seltersweg 73. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Koch u. Eichenauer, Gießen eingetragen: Die Witwe Hermann Eichenauer, Emmy geb. Rstbsomen zu Gießen ist infolge Ablebens ans der Gesellschaft cru-5gesch»eden. Gießen, den 16. Juli 1920. 7824B Hessisches Amtsgericht. u! iw d'-K'» Klkl*l 4* fit. Lb A ugustKilbinger Seltersweg 79 Lederwarenfabrik mit Motorbetrieb. Frankfurt a. M., 21. Juli. (WE) NiungS:wr ist hier derart gestiegen, daß das X. ® ein häufen, 20. Juli. Ter 24. Juli ds. Js. ist der 750jährige Gründungstag der Stadt Gelnhausen. Bor 750 Jahren hat Kaiser 9iotbort Gelnhausen zur rcichs- fteien Stadt erhoben. Ter Jubiläumstag soll einfach begangen wett>en. Ter Direktor des kunst- gefch-ichtlichen Seminars an der Universität Mar- inirg, Professor Tr. Hamann wird die Ergebnisse seiner Forschungen in den hiesigen Baudent- mÄern der Gelftl)äuier Bürgerschaft in zivei Vorträgen darbieten. Sie sollen am 24. und 25. Juli stattfinden. Sonntag, den 25. Juli ist Festgottes- dienst in der Marmekirche. Montag ist eine gesellige Nachfeier in der Turnhalle mit einem Vorträge des Stadese?retärs Kräuter aus Frankfurt a. M. über „Gelnhausens älteste Zeit". X. Hanau, 20. Juli. In der Stadtverordnetensitzung ist gestern abend nach erregter Verhanl-lung die Vorlage über die Besoldungsreform der sMtifchen Beamten und Lehrer, welche sich an die Besold ungsrefvrm der Staatsbeamten eng anlähnt, genehmigt nwrben. Weiter erfolgte eine Gehalts . gelang ter städtischen Hilfsangestellten und eine Lohnregclung der städtischen Arbeiter. Angesichts der Lage aus dem Bau- markt ist von der Sdadt Bad-Homburg die Anregung gegeben worden, die bei der Stadt Frankfurt a. M. bereits seit längerer Zeit bestehende P r e i s - P r ü f u n g s st e l l e zu einer zentralen Stelle für den Wirtschaftsbezirk Frankfurt a. M. auszubauen. Tiefer Anregung bat die Stadt Frankfurt Folge geleistet. Ihren Beitritt zu dieser Zentralstelle babzn erklärt die Städte Bad-Nauheim, Wiesbaden, Höchst, Bad-Homburg, Mainz, Gießen, Tarmstat-t und Offenbach, das staatliche Hochbauamt Wiesbaden und das Neick)svermögcns- amt. Geplant ist, das gesamte Verdingungswesen der dieser Stelle an geschlossenen Behörden und Gemeinden einheitlich zu regeln. Wohnungsamt bis zum 15. Sep.emder üb rhaupl keine Wohnungsgesuche mehr annimmt und außerdem an drei Tagen in der Wocl>e gefci^lossen bleibt, um die gegenwärtig vorliegend an 10 400 Wahnungs^efuche b.'arbeiten zu können. Zuzi^hcnde Personen bleiben obdachlos SelbftsckMtz gegzn Feldfrevel. ba. Flörsheim, 21. Juli. Jeder Grundbesitzer, der eme näher zu bestimmende Anzahl von Morgen Feld besitzt, wurde zum kostenlosen Nacktfeldschutz der Reihe nach verpflichtet. Wer den Feldpol iz ioi.mst des Nachts nich: selbst ausführen will, muß aus seine Kosten einen Ersatzmann stellen. Wer dieser Pfticht nicht genügt, wird außer der für den von der Gemeinde gestellten Ersatzmann zu zahlenden Vergütung pro Nacht mit 3J Mk. Geldstrafe belegt. Alle Nacht- sechschützen diestr Att haben volle seldpolizciiiche Gewalt. Die Namen der ermittelten Felddiebe werden öffentlich befanntgegeben. Vertretung und Lager 7eM Otto Reitz, Gießen Telephon 1250 Herweg 44 Ersatzteile Oel Nadeln bietet an in zuverlässiger Saat Heinrich Hahn, Giessen Ra stock, 21. Juli. (WTB.) Ein gewaltiger Brand hat am Die.iSag ab^> das Gut Vietgest bei Güstrow heimgesuci^. 37 Pferde sind verbrannt sawik größere Futtervorräte und landwirtschaftliche M'lchchen usw. vernichtet. Ter Schaden beträgt mehrere Millionen. Muhnerau&en Hornhaut,-Schwielen, u Warzen, beseitigt schnell juha u schmerzlos Kukarol 100 ooo fach bewährt Preis K 2.50 Drogerie Noll Bahnhofstr. 5L (74«A Bekanntnrachnng. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma „Hansa" Patent-Neuheiten- Vertrieb W. Brück & Sohn, Gießen. Gesellschafter sind Wilhelm Brück, Kaufmann in Gießen und Wil- Helm Brück jun., Kaufmann daselbst. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juli 1920 begonnen. Gießen, den 16. Juli 1920. 7891B Hefsisclies Amtsgericht. Sport- **DasTennisturnieraufder Liebig s h ö h e beginnt am Freitag nachrn. 3 Uhr. Die stattliche Anzahl Meldungen ausgezeichneter Spieler (50!), worunter Arbenz, Dr. Fische r, Dr. Ieß, von Hammacher, Griesbach usw. bürgen dafür, daß spannende Wettkämpft zum Austtag kommen. — Für Zuschauer wechseln sich Konzerte, Tennisrunden, Ball und Tanz in bunter Reihenfolge ab. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 4'/, Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Becker im Alter von 70 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Steinstraße 25), den 21. Juli 1920. Die Beerdigung findet Freitag den 23. Juli nachmittags 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. [7893 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen die Firma Otto Schepp & Eo., Hoch- und Tiefbau, Burkhardsfelden. Geiellschaster smd: 1. Otto Schepp, 2. Marie Schepp, 3. Wilhelm Schepp, 4. Ernst Schepp, 5. Arthur Schepp, 6. Eugen Schepp, 7. Ewald Schepp, alle in Burk- hardsselben. Dem Peter Schepp in Burkl>acds- seldeu ist Prokura erteilt. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Februar 1919 begonnen. Sämtliche Gesellschafter sftrd doti der Vertretung der Gesellschaft ausgeschlossen. Diese wird allein durch den Prokuristen Peter Schepp vettreten. Gießen, den 14. Juli 1929. 7825B Hessisäies Amtsgericht. Landkreis Giefzen. ** Leihgestern, 22. Juli. Auf dem Gauturnfest des Gaues „Wettevau" in Friedberg-Fauerbach wurden von Turnern des Turnver.ins „Frisch auf" u. a. folgende Preise errungen: In dec Oberstufe unter 129 Mitbewerbern im Zwölfkampf den 2. Preis: Hch. Volk, den 4. Preis Otto Arnold; ftn Neunkamps den 1. Pveis mit 89Vs Pmitten (90 Punkte Höchstzahl) Heinr. Volk, den 3. Preis Otto Arnold. Ten Sonderpreis im Sond.rturnen errang dec Turnec Heinr. Volk. In der Unterstufe unter 397 Mitbewerbern im Zwölfkampf den 6. Preis Otto Luh. Im Neunkompf den 4. Preis Wilh Dietz, den 8. Preis Gg. Arnold und Wilhelm Seipp, den 9. Preis Karl Di.'tz. Im Jugendturnen erhielt Karl Somer den 8. Preis. KreiS Alsfeld. a. Flensungen, 20. Juli. Der hiesige Radfahrer verein stiftete von dem Reingewinn, den er bei Abhaltung seines tztiftungs- festes erzielte, 103 Mark zur Anschaffung einer Gedenktafel für die im Krieg Gefallenen^aus dem hiesigen Kirchspiel. Sie soll an einem Steindenkmal auf dem Flensunger Kops, bas die Form einer Kanzel erhalten soll, angebracht werden. Kreis Friedberg. ** Butzbach, 22. Juli. Vorgestern sand in Birtzbach im „Goldenen Löwen" eine Sitzung des F or st wirtschaftsr-ates Gießen statt, in der wichttge Fr^rg-n der Waldwirtschaft einer eucgehmden Besprechung uni^erzzgen nzurben. Unter anderem wuv^e nach Referaten über die Nutz- und Breunh)l-bewirtschaft ung, über die Lage auf dem Gerbstofftnartte, über Arbeiterlvhn- und Taris- fragcn, über die Einkommensteuerabzüge und deren Turchfülnrnng beraten. 0 Fr iedber g, 21. Juli. Die auf drei Tage berechneten Vorträge der Professoren Schulze und Schlager mrs Leipzig über „E x - peri m enteile Psychologie" haben heute ihr Ende gefunden, lieber 200 Personen waren Zuhörer. Starkenburg und Rheinhessen. sw. Darmstadt, 21. Juli. Die unglaublichsten Diebstähle werden ausgeführt. Dieser Tage wurde aus einem Hose ein Kinderwagen gestohlen. Das darin befindliche Kind hat der Täter neben dem Wagen gelegt. sw. Heppenheim, 21. Juli. Die Torf- st i ch a u s b e u t u n g wird gegenwärttg auf dem (Nemeindegelände vorgenommen. Die Förderung beträgt täglich ca. 10 000 Kg. sw. Langen, 21. Juli. Ein wirksamer Feldschntz dürste wohl die Verordnung der hiesigen Bürgermeisterei sein. Die Namen aller ertappten Felddicbe sollen am Rathause öffentlich angeschlagen werden. Hessen-Nassau. Der Frankfurter GaSarbcitrrstreik beendigt. fd. Frankfurt a. M., 21. Juli., Nach vierstündigen Verhandlungen entschieden sich die Gasarbeiter in einer Versammlung im „Zillertal" mit großer Mehrheit dahin, die Arbeit morgen früh wieder aufzunehmen. Maßregelungen sollen nicht stattfinden, fd. Frankfurt a. M,, 21. Juli Zeit einigen Tagen berühren täg ich Sonderzüge aus der Schweiz den I); ;ig?n Haupt.alnttof. Sie bringen ft in Der aus bau norjo-nticben Städten, die in dec Sclpv iz zu einer vierwöchentlichen Erholung roeüte.i, zurück. Allen ttinbem ist cer Auicuthatt in der Sicho iz außerorl:ent..ch gut bekommen. Sie sino üb.r da.- gastfreie Wesen dort entzückt. 9hir über eins brk.agen sie sich, daß chicen das „Schwyzer Dütfch" unverständlich gewesen ist. Zuteilung von Gaskoks. Auf Nummer 2 der H (Haushaltungskarte) wer- den 5 Zentner Gaskoks ansgegeben. Der Koks dann durch die hiesigen Kohlenhandlungen oder von dem städt. Gaswerk direkt bezogen werden. Gießen, den 21. Juli 1920. 7910B Städt. Brennstoffamt. fg. Kreuzn ach, 21. Juli. Die Holz preise sinken erheblich. Bei einer Holz- Versteigerung im Binger Wald, bei dec die Taxe für das Raummeter Scheitholz auf 200 Mark festgesetzt worden war, erzwangen die Steigerer, daß die Taxe auf 90 Mark herabgesetzt wurde. Zum Test wurde das Holz noch billiger verkauft. Kranke und (ßciuubc, welche Essig nicht vertragen können, dürfen wieder nach Herzenslust saure sowie pikante Speisen, Salate ufro eiten, wenn diese mit Qetker'S Svelsen-Estenz Kiicken- saner subcieuet werden. Man beachte die Anzeige in heutiger Nummer. Bahnhofstraße 7720 Ecke Wolkeugasse inand Pauln in Bad- Homburg war ein Waggon Meist, den er von den Siädten Ä>den und Höchst gevaufl hatte, beschlagnahmt worden. Tie Bescklagmaimrc wurde aber nneOcr aufgehoben. Taraushin schrieb er an den Staats-» aiuiMlt, daß er das Äle.st nicht n.ehr verkaufen könne und die SttlatSamvattichftt ntüfsc tue fttoften tragen. Tie Reichsgetreide die, die von diesem Brief Kenntnis erhielt, verfügte die erneute Beschlagnahme der 10 000 Zentu.-r Mchl. Inzwischen hatte er aber das Mcbl, dao er füc 130 Rtart getauft hatte, ftir 135 Marl wieder verkauft. Wegen Kettenhandel unb Pvcis.cciberei erhielt Paulp einen Strafbefehl von 20000 Mark, gegen den er Ein- spruch erhob. Tie Sache wurde vor dos Ober- landesgerichl vettviesen, das jedoch auf Freisprechung et türmte. f Montagen Demontagen von Dampfanlagen übernimmt SiegerläDier Bamplkessel-Industrie o. -Handel Neunkirchen, Bez. Arnsberg am r ^benen leL ben A tfirnui unb i Wegen; 1 “UMiittt b iMMamt, Zß nnholz. ^9-torte toin f.VLNhvh Ä' chMz LUI 9 Ml dem BremM von 8-12 U| vlzhua-Zkark l -u BeM nzenteil btt ge unbedesht m s fprach L Gundel fite naficn. Gr W len 'luigabe, de nferer ftuitui k sieht eine aü Uscher 3üngliiw. er deutsche Untn nehmen Hit. > mit bem L Ä die Gigenc wiederhemW mticheckM Chr streben luich ote t iat, zu nehm 'geil Lachern ed •.trieb ben M m joime Math» !ie hierdurch gt lumq bex Tur» i (ötixdW G- (ich betont rii ttn s^rdenm« \ Leeren 6er > llebi$in zu bra cht werden, na ite antiker AM modernen M cs ein bringend iie in ben all y. cs müsen rdn vlitisck, tahniÄ AKern iwW n werben für ehifl der die SW ird nicht als derÄse Zeil ilMge W erden, .rurchvv rachwisMlchM' ten als lrbatz linmg vertieft w De'rcbungen, J e Ausdehnung $ durch EinfuW' n her zu 5 M bas Neuen 6flW betonten bej’nb# und 1 der Ettetluna« r sowie bic Wft Vtidcn llntef1“ zhiKrucksfähigd ,n» der trt irciM uns. 'n ist lur 34 8ndustt'2 9C0enl V STÄ er sH °^ei(?nbe5 •' letzten werden die slH-LleS? ,-nde» y. SM G- Gerufe ‘i‘ keine soziale Gefahr, und es ist höchste Zett, daß die breite Oesfentlichkeit, vor allem die Miltern und Schäler selbst, die augenblicklichen Verhältnisse klar erkennen und daß alle Berufsberatungsstellen mit allem Nachdruck vor »Ergreifung des technisä-etr Berufes warnen. --Nur die wahrhaft Begabten und Geeigneten dürfen sich von jetzt ab diesem Berufe widmen, denn nur sie allein werden imstande fein,' den Gefahren dec Uebersüllung standzu- 1 eiten, nur sie allein werden der großen Aufgabe, Mithelfer am Wiederaufbau unseres Vaterlandes zu »verden, gewachsen sein. ** Warnung vor An kauf und Verwendung von ft'a r t u schben tc l stoss en. Mehrer.: Versal.« lassen daraus sch ieße'.i, daß die .'.rkge5 zur Anfertigung vnt Kar- ru'chbeutelü im Auftrage der Heetesrerwaltung hec- qskeilttn Gewebe sp i e in den Handel gekommen 'ivd und unter der Bezeichnung „Kunstseide" verlieben nx r^en. Diese Stosse verbrennen ent- fmeckeiQ ihrem eigentlick>en wen'nmgsztveck bei 5ntzünc-ung, ja schm sogar bei Er-.värmung über* aus luftig, unter Uinftcuo ix explosionsarftg. Vnt amtlicher Seite wird auf die hieraus entsu: enden Vxfabtcn ousin-.r^am gemacht und vor An:taus mH) der Ver!ve::.mng dieser sät ch.ich als Kunstseide bc* zschueb n ft. r.-ui. j^ut' 1.3 fr brin et' getoarni. Ht Zwejselssäilcn wird empfahlen, ein eBtxi fingerlanges inrb zwei Finger breites Stückchen Schs- sÄ anziiz in.eu; tox Pulvcrg-cn>ebe bremt dann falt augenblicklich ab. Uelnigens gelten Kartusch'-eute> >süsse, die b'i der V-rbrenmmgsprol'e plötzlich vec- ibrennen, als Spre-tgstosse, für deren Be itz und Vec- tneb ein Spn-ngstasfeclaubnisschin nötig ist. ** Abzeichen furSchwerhöcigeund Ertaubte. Tie vielfachn oft schweren Unglücksfälle, von denen Schwerhörige und Ertaubte in letzter Zeit betroffen wurden, und die vielen Urannehinlichkeiteu, denen die Schwerhörigen im ■ öffentlichen Verkehr dadurch aufgesetzt sind,, daß man ihnen ihr Leiden äußerlich nicht ansehen lann, haben dazu geführt, daß die Zentrale deutscher Schwer hörig en verbände beschlossen hat, ein besonderes Schwei Hörigenabzeichen herauszugeben. Das Schwerhörigenabzeichen besteht aus einer runden gelbe.-: Scheibe, auf welcher sich drei schwarze Punkte befinden. Das Zeichen wird als Nadel, Brosche oder Armbinde gettagen. Die Polizeibeam- ten und -bediensteten sind angewiesen, allen Personen, tvelche mit diesen Schwerhörigenabzeichen versehen sind, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und ihiten nach Möglichkeit behilflich zu sein. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn auch die Bevölkerung sich aller solchen Personen hilfreich an- nehmen wollte. ** Tie Gesellschaft Liebig-Museum veranstaltet -am Donnerstag, 29. Juli, -abend i/j8 Uhr eine gesellize Zusammenlünft im Gar:«t b« Museums. Um 9 Uhr ab'ne-s wird im Hörs-aal 1>i?f. Dr. v Uerküll über die Umgestaltung her Weltanschauung durch die Biologie sprechen. ** T ie neuen F l e i s ch p r ci fe. Ham- n: elfleisch kostet nack, der antilicfcn Anr.eige das shsund 8 Mark un. nicht 5 Mark, nne es in dem gestrigem .Hinw.ns infolge eines Druckfehlers irr- ticmlich ^hieß. !lA. durchgebrannten Graukalk gibt ab Werk billigst ab VkiMAo.BaMM.ni.b.ß Betzdorf a. Sieg A.l>tciluna Bicbcrkalkwerk,9todbcim a.d. 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Laut Beschluß der Städtischen Lebensmittel-Deputation werden folgende Richtpreise für den Kleinhandel mit Gemüse und Frühobst als angemessen erachtet: Erbsen das Pfund M. 0.60-0.70 Dohnen, grüne . . „ „ „ 0.60-0.80 Bohnen, gelbe . . „ „ „ 0.70-0.90 Karotten ohne kraut „ „ „ 0.50-0 60 Kohlrabi, oberird. . „ „ „ 0 30 - 0 40 Weißkraut . . . . „ „ „ 0.60-0.80 Wirsing „ w „ 0.60 0.80 Römisch-Kohl . . „ „ „ 0.30-0.40 Zwiebeln ohne Schlatt. „ H „ 0.50 - 0.70 Tomaten . . . . „ „ ,, 2- Menggcmüse . . . „ „ „ 0.30 Blume, kohl . . . das Stück „ 2.00-.400 Salat „ „ 0 15-0.25 Gurken „ „ 0.15-0 20 Birnen das Pfund „ 1.15-1.50 Falläpfel . . . . „ „ „ 0.30 - 0 50 Pflaumen . . . . „ „ „ 1.25-1.50 N.irabellen . . . . „ „ „ 1.60 - 2 00 Reineclauden „ „ „ 1.20-1.50 Pfirsiche „ „ 2.50 Landkreis Gießen. ** Saasen, 20. Juli. Die in unserer Gemeinde veransla.t.-te Sammlung zur Beschaffung eines Gedenk st eins für die irn Weltkrieg Gefallenen hatte das schütte Ergebnis von nahezu 4000 Mk. Ein Beweis, wie die $e-= meinbeglieber in ihrer großen Mehrheit in dankbarer Liebe derer gedenken, die ihr Leben für alle geopfert haben. Kreis Büdingen. na. Geiß-Nidda, 21. Mi. Tie neuen Glocken sind angenommen und am Moirtag von den hiesigen Vereinen, der Schuljugend und unter gvoszer Teilnahme der ganzen Bevölkerung in feierlichem Zuge vorn Bahnhof abgeholt worden. Tie Einweihung wird vorausfichllich am 1. August stattfinden. Hessen-Nassau. Dir Angestrlltenbcwrgung in Frankfurt. fd. Frankfurt a. M., 21. Juli. Tie Tarif- gcmeinschasl der kaufmännischen Angestellten, der alle Angefielltenverbäude angehören, hat den Ta -- r i f zum 31. Juli gekündtgt. Es wird eine Erhöhung auf das Gesamteinkommen um 40 Prozent verlangt. Sport. ** Reichsjugendwettkämpfe. Sieger- lisle für die Leichtathletik. 150 Meter Lauf. I.Altersstufe. 1. Sieger: Weißgerber (Zeit 23Vs Sekunden), 2. Völzing (24), 3. Panneck (24). Mannschafts Kampf. Sieger: Gymnasium. 150 Meter Lauf. II. Altersstufe. 1. Sieger: Bingel (212/s), 2. Änzenbach (21 Vs), 3. v. Eicken (217/ioV Kugel- sioßen. I. Miersi'tufe. 1. Sieger: Dodt 5,30 Meter, 2. Gartenschliäger 5,20 Meter, Ziegler 4,80 Meter. Kugelstoßen. II. Altersstufe. 1. Sieger: Schenck 7,50 Meter, 2. Schmidt 7,45 Mdter, 3. Klemm 7,10 Meter. Mannschaftskampf. Sieger: Verein für Bewegungsspiele. Weitsprung. I. Altersstufe. 1. Sieger: Fisch 4,40 Mettr, 2. Mandler 4,20 Meter, 3. Scipp 4,12 Meter. Weitsvrung. II. Al- terssttrfe. 1. Sieger: Zöl^r 4,22 Meter, 2. Klein 4,11 Meter, 3. Kübel 3,91 Mdter. 1000 Meter Lauf. I. Altersstufe. 1. Sieger: Pannecke, 2. Todt, 3. Köhler. 1000 Meter Lauf. II. Mtersstust. 1. Sieger: Neumaier, 2. Braubach, 3. Schmidt. Stabhochsprung. I. Altersstufe. 1. Sieger: Fisch, 2. Marx, 3. Seipp Stabhochsprung. II. Altersstufe. 1. Sieger: Kübel, 2. Schneider, 3. Zöller, MannschastSeämpfe: Tauziehen (für Schulen). I. Altersstufe. Sieger: Gymnasium. Dauziel>en (für Vereine). I. Altersstufe. Sieger: Verein für Bewegungsspiele. Tauziehen. II. Altersstufe. Sieger: Verein für Bewegungsspiele. Stahellauf (10 mal 100 Meter). I. Altersstufe. Sieger: Verein für Bewegungsspiele (Zeit 2,40V5 Minuten). Staffel» lauf (10 mal 100 Meter". II. Altersstufe. Sieger: Verein für Betvegungsspiele (Zeit 2,32 Minuten). Gießener Strafkammer. Gießen, 20. Juli 1920. Ter Karl M. von Bellerslieirn hatte, als er von mehreren Burscheir abends auf der Straße durch Steinwürfe geneckt wurde, einem derselben einen faustdicken Stein derart an denKvps geworfen, dah der Sckhädel zertrümmert wurde und längere Zeit Lebensgefahr befand. Tas Sdjäffengerügt verurteilte ihn deshalb 'wegen fahrlässiger Körperverletzung und Werfens mit Steinen zu 50 Mk .Geldstrafe. Auf die Berufung der Staat-Santoalt fdjaft hob die Straffammer dos Ur- teil auf und erkannte roegen vorsätzl icher Körperverletzung auf 100 Mk.; die auf Freisprechung gerichtete Berufung des Angeklagten wurde verworfen. Freigespvochen wurde der Gastwirt Fritz K. in Gießen, den das Schöffengericht wegen Hehlerei einer aus dem hiesigen Gefängnis gestohlenen Teck -u 1 Woche Gefängnis verurteilt hatte. Halse reden, um denen etwas klar zu machen, und er kam doch nicht weiter. Was hatte er nicht alles zusammengeschwätzt, um den Fabrikbau zu verhindern, was hatte et nicht alles gesagt, um von dem Berkaus der Waldstücke und oer Ländereien abzuraten. Es war alles gerade so gut genesen, als ob man einem Ochsen ins Horn gepetzt hätte. Das war ein Viehovlk? Guckte nur nach dem Geld und verluderte den Besitz, den die Väter und Großväter einst billig von Napoleon erworben hatten. Und verhalf in seiner Tummheit dem hergelaufenen Kerl zu Reichtum und Macht. Ter saß da oben aut seinem Schloß und lachte sich ins Fäustchen. Jetzt wollte er sogar schon eine Fahrstraße von da oben zum Bahnhof und zum Rhein haben, und die Gemeinderäte hatten mit ihren dicken Köpfen dazu genickt, als ob es sich bloß um ihr eigenes Gelände gehandelt hätte, als ob sie ganz allein darüber zu bestimmen hätten. Sein Schvag r, der geldhungrige Simpel natürlich am allerersten. Und an der Klostermühle vorbei sollte die Cl)aussee ziehen! Ab r da verguckten die sich; an ihm konnten sie sich die Zähne ausb.ißen. Er gab keinen Krümel von seinem Eigentum her, und rueim der Teufel auf Stelzen kam und darum scl>acherte. Die sollten den Franzosenmüller kennen lernen. Franzosenmüller! dachte er weiter und mußte lachen. Tas war auch so eine Dummheit von dem Tie Straflammhsxlt nicht: für erwiesen, daß st. von dem strafbaren Erwerb der Teckc Kenntnis gehabt fcrt:e. Wegen schweren Diebstahls zweier Treibriemen wurde der noch unbestrafte Johann T. von Vilbel zu vier Atonalen Gefängnis verurteilt. Tie Berufung ber Staatsanwaltschaft gegen ein schösfengerichlliches Urteil, das den Schuhmacher Peter M. aus Köppern wegen Beleidigung und Bedrohung ran Eisenbahnbeam- ten und Uebcrtrctung der Eisenbahnl-auordnung verurteilt halte, Ivar insofern von Erfolg, als M. wegen zweier Beleidigungen — nicht, wie das . Schöffengericht annahm, einer Beleidigung — schul- * big erkannt wurde Bei den Geldstrafen erfüer Instanz behielt es sein Bewenden. Vier bereits wegen Eigentumsdelikten vorbestrafte iugcnMufa Personei. :«tten in der Nacht zum 29. April 1920 versucht, in einen Zigarrenladen zu Bad-Nauheim einzubrechen, iumreit aber dabei überrascht ioorien. t undheits- en, V. Oeffen men Nachdruck verboten.) Fortsetzung 9. Der Klostermüller. Eine Erzählung von Karl Neurath. Aufs neue erwachte fein Haß wider den Staat, imd oft erwog er den Gedanken, ob er picht alles erkaufen und nach Amerika auswandern solle, wie iio mancher andere. Ein viel schöneres Leben sei das da drüben als hier. Da mifd)e sich nicht teilänbig ein Beamter in die eigensten Angelegenheiten der anderen, da stelle man nicht beständig uifiter Aufsicht wie böse Schulkinder . . . jeder sei fern unumschränkter Herr . . . niemand Rechen- iifiaft schuldig . . . und das Leben sei so billig. Das alles hörte der Müller mit Genugtuung, aber er konnte sich doch nicht zum Auswandern ^schließen, konnte seine Mühle nicht verlassen, 'it bet sclwn Vater unb Batersvater gehaust und levirkt hatten. Und war es nicht ein schönes, herrlich.'s Land, [eine Heimat, sein Rheinhessen? Sollte er in fremder Erde begraben sein wie feine Buben? Und er tat wieder feine Arbeit wie sonst und tanb wieder fest auf seinem Grund. Still unb eintönig vergingen die Jahre, eins rit das andere; ohne besondere Sorgen, ohne befördere Freuden. Unten ganz dicht am Rhein, ' ivo der alte schöne Weidenwald begann und fich l'turtbenfang stromab del-nte, wuchs jetzt der masfige rlöiehe in Iteillgoetttr Zuli 1920 H WM MM Wiesbaden) on" vbroffe Tbo»' Ende gegen 10 E mersiag "n^ chamSpi-lme' iefiellunflen R ® ndllbeiyers ru w ou bliBuiltg Oper md Drama von kten. Ferner: mann )ielin3Akten kN wieei lta$ । >Be 34 wC ! •rt*l nbrccber, Me W Seit evpcn, . Lj "“iS Twä» >“u2b Jettete«! Ä'SS°« Punkt 8: Ter Betriebsvoranschlag rr elektrischen Ueberlandanloge für I ^20 wurde in Einnahme unb Ausgabe mit Mark L50 000 einstimmig angenommen. Punkt 9. TerAntragdesProvinzial-- » sschusses auf Ole Währung eines Teuerungs- michlags von 50 Prozent zu den am 1. November 1919 für die Mitglieder des Provinzialtags und ^wvinzill lusfckm'es festgesetzten Tagegeldern unb In'bernachtungsgebühren wuä>e rückwirkend vom 1 April 1920 an genehmigt. Punkt 10- Bericht über die Elektri- !^Essorgung der Provinz. Provttt- f>ollvat Wolf berichtete über den Stand des Aus- Es der elektrischen Ueberlondanlage der Provinz. oimirfFommenb auf den Beschlu ßbes Provinzial-- vow ^8. Februar lft>. Js., wonach nur solche UemeintK n an btc Ueberl andanlage an geschlossen wwden tollten, btc sich verpslicheten, bie lieber- iQerungslvften zu übernehmen, stellte er fest, daß BrM LätzSÄ rlstln 7^ clbln^y M W* a'iri 0 siege, VIII. Soziale Fürsorge die nach gÄvünschten Aufklärungen. Für bie Kreisstraßen sind in Ausgabe 4 096 132,lo Mk. vorgesehen, zu beit Kosten der Provinzialsiechenanstllt, bie Mark 1 034 675,36 betragen, muß bie Provinz einen Zu- ichuß von Mark 535 303,— leisten. Dis Pflegegcld ne ber Siechenanstalt routce vom 1. Juli 1920 an rür Pfleglinge von Anncnverbänden und ber Plock- ichen Stiftimg sowie für bie Selbstzahler der dritten Älasse auf Mark 5,50 unb für die Selbstzähler der ,weiten Klasse auf Mark 6,50 täglich festgesetzt. Die b'inheitsUost ist eingeführt worden. Der bisherige Verwalter, Herr Heinrich Lerch, wurde auf sein 'ldcchsuchen mit Rücksicht auf seinen Gesundheits-- slistand mit Wirkung vom 1. Juli 1920 an in . ten Rühe st and versetzt, wobei Vorbehalten wurde, ihn bei geeigneter Gelegeüheit wieder zu einer hinen Fähig leiten entsprechenoen Tättgkeit zu Der-» i enden. Turch Provinzial Umlagen sind zu decken ' J.'tart 4 860 000. Nach beendeter Beratung wurde ber Voranschlag in Einnahme und Ausgabe mit OZxrrf 5 717 445,41 gegen eine Stimme genehmigt. Punkt 4: Rechnung unb Verwal-- omgsbericht des P rovin zi a l wa sse r- Hlverks Inheiden für 1918 wurden ^hne Iussprack)e genehmigt. Punkt 5: Voranschlag des Provin- oalwasserwerks Inheiden für 1920. I-er Vorsitzende berichtete, baß gegen bie Stadt Frankfurt über die Höhe des von ihr zu zahlenden Äasserprcises ein Rechtsstteit anhängig sei. Ein- ahmen und Ausgaben wurven unverändert mit ütarf 2 471012,— „für den Betrieb" unb Mark 798 774,48 „für das Vermögen" einstimmig angenommen. Punkt O: Die Rechn ung und der Vcr- ivaltu itg 5bericht der elektris chen tLlleberlandanlage für 1918 wurden ohne Debatte genehmigt. Ptlnkt 7: Die Rechnung der elektri- tf>en UeberLa nbanlage (Bau) für die ■ 3 tit Dom 1. Oktober 1911 bis 30. Juni 1 S1 8 und ber varhandene Ausstand von 600 Mk. niirben genehmigt. Lrdcntlichc Sitzung des Proviuzialtags der Provinz Oberhessen vom 12. Juli 1920. Ter Vorsitzende eröffnete um 10i/2 Uhr -vormittags die Sitzung uni begrüßte bie Er- tf'iciieu.n. Es waren '.iiwesend 31 Mitgliei.>er bes 8'krovinzialtags, liec Mitglieder unb ein Ersatz- nitglico es Pravinzialausschusses. Als Urkunds- .qjnen mutxn oie Herren Eell ariuS (Sd»t* t«n) unb Bür geringster Die bl (Dock-Hst bc teilt uiti> Pv Aniiiialiefcerär Schüller 1:1 a n n als Proto^lluurer t:_. ,u .aj rerpflicht't. «rv 7 . r i 1V e 11 be ge.- '.chte mit ehrenden I ^Zartt' ■?'*’ r:? 1J. Juni 1920 verstorbenen frü- i4rei; illoireltors Herrn Gel)eimerat Tr. lBreidert. Tie Anwesenben erhoben sich zur (S.riing ces Verstorbnen von ihren Sitzen. Nach .eschäftSardnungsmäßigen Mitteilmrgen wurde in r t-ie Tagesor.nung eilige treten. Punkt 1 : Rechn ung dec Provinziallasse und Berwaltungsbericht des I.Zrovinzialausschusses f ü r ,1 9 1 8. Tie jedmmg, bie mit einem Ueberschuß von Mark 146 641,94 abschl eßt, sowie der Verwoltungsberichi ourbeii genehmigt. Punkt 2: Antrag des Provinzial- lUsfchusses betreffend die Dienst- e z ü g e ber Beamten und Ange stellt en. (stach einer längeren Aussprache, 1 »ährend ter eine jeitlang die Oe sf ent lichte it ausgeschlos'en war, wurde der d jrgelegte Antrag mit der beigebenqn <)esoldunAsordnung unter dem Vorbehalt genehmigt, baß eine Nachprüfung im Laufe des Jahres . orzunelwien unb daß bis spätestens zum nächsten .ibenttidKn Provinzial tag Vorlage über die endgültige Regelung der Gehaltsverhälttiisse der Be- imtcn und Angestellten sowie der Rul,egdhalts- i>yüge mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1920 an, zu machen sei. Punft 3: Voranschlag der Provin- iialkasse für 1920 Rj. Ter Vorsitzende trug den Voranschlag rubrikenweise vor unb1 gab iiu den einzelnen Rubriken, insbesondere zu III. Lllgemeine Verwaltung, IV. Kreis- man zunächst Ermitlelungen Darüber habe anstellen müssen, welche Gemeinden be.eit seien, diese B.- twgung zu erfüllen. Es hätten sich im Kreise Gießen zwei Gemeinden, im Kreise Alwin gen 20, im Kreise Schotten 13, und je eine im Kreise Friedberg und Alsfeld gemeldet, die im Lause dieses Jahres Elektrizität erhalten würden. Die Me.r- kosten für die Fernleitungen würden in der Weise verteilt, daß sie innerhalb eines bestimmten Bezirks und einer bestimmten Bauperiode aus d'e beteiligten (V>emcinbcn nach einem noch festzuie en.en Maßstab ausge'chlagen würden. Vielfacha; ich Wroer- stand gegen :ic Uebemaljme der Ucbeuv.uerung geltend gemacht, besonders im Kreis Alsfeld. Tort seien einzelne Gemeinden zur Selbstversirgwig geschritten, andere hätten sich zusammengefchlassetl zu einem gemeinsamen Bezug aus den anarenzen en preußischen Kreisen. Einnlne an ter PeJpherne d s Kreises Alsfeld gelegene Gemeinten könnten wohl, so lange der Ausbau der Fernleitungsanlagen der Provinz nicht so weit vorgeschritb.n sei, aus der durch t-en Kreis Kirchil>ain [auf.nben B-ersor7ungs- anlage gesp.ist werden. Dieserhalb seien Verharid- lungen eing-eleitet. Doch werte ausdrücilich vor einer Auffassung gewarnt, daß eine Gemein e sich beim Anschluß an Preuß n irgendwie bei er steilen tonne als bei der Provinz. Besprecktungen iV.ec diesen Punkt hätten gerade dos Gegenteil erwiesen. Tie Art der Kostenverteilung in den angrenzenden preußischen Bezirken, ivonach der ^ammunal- verband bie Kosten der Fernleitungen, die Gemeinde biejenigen des Ortsnetzes mit Tvonsformakne-u- ftation übernähme, brächte der Gemein.e den Vorteil, daß sie für bie aufgewendeten Kosten einen Gegenwert in bie Hand bekäme. Als Eigentümerin des Ortsnetz.s könnten sie ber Provinz gegenüber als Großabnehmer von Ew.rgie auftreten und se b- ständig den Preis innerhalb des G^meindebezirks bestimmen. Es sei jedoch nicht zu verkennen, daß bie Unterhaltung eines Ortsnetzes mit allem Zubehör mit recht erheblichen Kasten für die Gemeinde verknüpft fei. Für die Provinz brächte dieses Ver- fähren den Nachteil, daß bie Provinz mit weit stärkeren Kosten belastet würde als vorgesehen, und daß die Einheittichkeit der Preise, wie sie seither in ber Provinz bestanden, aufgehoben würde. Es sei in dem kurzen Zeitraum seit dem letzten Provinzialtag nicht möglich geioefen, die eilte Methode der Kostenaufbringung >auszuprobieren unb gleick>zeitig eine neue bis in ihre Endwirkungen hinein auszuarbeiten. Anscheinend hätten bie Gemeinden den Umstand nicht genügend gewürdigt, baß die Provinz Rückerstattungen der von ihnen aufgewanbten Ueberteuerungskosten vornimmt, die für das Rechnungsjahr 1920 vorläufig in Höhe von 600 000 Mark = 12 Prozent der Gesamteinnahmen in den Voranschlag eingestellt worden seien. Weigere sich jedoch gleichwohl der größere Teil dec Gemeinden, die Ueberteuerungskosten ganz auf^bringet, fo werde bie Provinz versuchen müssen, eine neue Methode ber Kostenaufbringung in Vorschlag zu bringen, um die Möglichkeit zu bieten, nicht nur den wohlhabenden, i'onbern auch den bedürftigen Gemeinden kn Anschluß zu erleichtern, selbstverständlich ohne diejenigen Gemeiw'en, die schon die ganze Ueberteuerung übernommen hätten, zu schädigen. Es müsse jedoch bann: feftgehalten werden, daß jede Gemeinde, bie heute Elektrizität haben wolle, unter allen Umständen Opfer bringen müsse. An der Aussprache beteiligten «ich außer b’.m Vorsitzenden die Herren. Kvrell (Ang-m- rob), Ko rell (Eudorf), Dillernuth (Hainchen), Braun (Alsield', Selbmann (Lauterlach' unb Stein (Stumpertenrod). Der Vorsitzende teilte mit, daß die Provinz ere in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Sd)otten (nördlicher Teil) so rasch wie möglich zu fördern. Es fei geplant, demnächst in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach unb Schotten unter Führung der Kveis- ämter, Bürgermeister- und Interessentenversammlungen stattfinden zu lassen. In diesen Versammlungen tönnte man doch die Ansichten ber Ge- meinbebertreter besser hören, unb bie Pvovrnzial- verwalttlng könnte aus klärender wirken. Es sei selbstverständlich erwünscht, daß in diesen Versammlungen auch bie in bat betreffenden Kreisen wohnenden Mitglieder des Provinzialtags und Prv- vinzialausschusses mitsprechen müßten. Diese Mit- teilung«des Vorsitzenoen wurde von der Versammlung begrüßt unb daran die Hoffnung g» Lnüp-ft, daß auf diese Art und Weise der Ausbau der lieberLanbanläge besser geföriert werden würde, da die Gemeinden, nach den Darlegungen des Mit- gliedes Braun (Alsstlo), doch viel lieber bei ber Provinz verbleiben würden, um mit erträglichen Energiepreisen rechnen zu können. Der Provinzial tag beschloß, daß der Provinzialausschuß für die VerHallungen, insoweit sie den Ausbau ber elektrischen Ueberlanb- fmlagen in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotteit betreffen, durch folgerebe Herren ergänzt werden solle: Oekvnomierat Korell (Angenrod', Bürgermeister Stöpler (Lauterbach, Bürgermeister Jost (Bermutshain) und Landwirt Friedrich Wilhelm Stein (Stumpertenrab). Nachdem die Tagesardnung erschöpft war, schloß der Vorsitzende um 4V1 Uhr nachmittags die Sitzung. Bau einer Zementfabrik langsam über bie Baum- wipfel, und mit Weh und mit Wut sah ber Müller den Tag kommen, wo sie ihm die Aussicht auf den Strom unb die Taunusberge mit ihren kahlen Backsteinwänden zugebaut hätten. Oft stand er und schaute hinüber und wünschte, daß ein Wetter oder ein Blitz hineingefahren märe und alles zusammengerisfen hätte . . . Und er schalt auf den Bürgermeister und auf die Ge- meinberäte, die das zugelassen hatten. Von dem Nutzen, den die (Semernbe aus bem Verkauf des Geländes und aus bem Betrieb der Fabrik zog, wollte er nichts hören; ihm war es vicl wichtiger, daß sich der Kalkstaub über seine Wiesen lagerte und alles mit einer garstigen grauen Öaut überzog. Auch andere besagten sich, und ber Besitzer, ber sich jetzt weit oben aus dem Wendclmsberg ein stattliches Schloß errichtete, traf Vorsichtsmaßregeln, aber sie nutzten nicht viel, und der Gewinn, den bie Gemeinde gemacht batte, wurde durch ben Schaden, ber bem einzelnen 5ugefügt wurde, reichlich aufgehoben. Jeder war empört, und ein Gemeinderat schob bie Schuld an bem Verkauf auf ben anderen. Aber die Empörung legte sich halb, als ber Schloßherr Wald und Wiesen, Ackerland unb Gärten aufzukaufen begann unb weit über den Wert bezahlte. Der Klostermüller aber schäumte. • Da mochte sich einer bie Lunge aus bem Tagesordnung über. I MM Betr zubereitet werden. 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Konstantinopel. . . . 339,65 641,85 637,35 848,15 148,80 223,75 149,72 39,07 319,65 681,80 Au den Sii M Bei iüi elel lerne) ■ Ge nter 23 anzuieh Be achugi Betr An ft 20.7. 14.60 7,375 15,86 11,90 empfiehlt in Röstern per Liter 3.50 Mk. Geld Brief 21. Juli Tevisenmarlt. Geld Brief Sämtliche weiße und farbige Waschblusen A. Merlau Bterhandlnng. Ludwigüraire 2»i. Tel. 239. El*en - Kurswaren, Ilan« nnd Kflchen- Qer&h*. landwirqe Mich für Kn schwante:Qen Kur en gechMDelten Wer-- tat, trotz gelegentlicher leichter Rüchchläge, cruS- gespvochen fcft freute vereinigte sich das zittere| sc an dem Mrntanmarkt auf oberschlcftsche Werte, ferner auf Kali- uiti> (SleitimEHcn, sowierm ireicii SBertebr auf Mansfft>er Kure, die bis 4550 Mark gesteigert wlivden. Bisiriarahütte und Cbcrbeisorf Riegen etheblich, erstere über 30 Prozent, wogegen Rheinisch-Westfälisch: Papiere mit wenrgen dlns- nxchmen realisiert und etwas niedriger lagen. Der Elektvoaktien betrugen die Besserungen bis zu zehn > Prozent. Siemens Halske verloren von ter gestrigen nachbörslichen Steigerung 25 Prozent. Kaliaktecn stiegen bis 20 Prozent und auch in den im freien Verkehr gehandelten Kaliaktien und Kalikupen entwickelte [teb bei steigenden Kurse:: ein reges Geschäft. Fest lagen auch Schifsa'hrDateien. Dagegen traten Petroleum und Kolonialwerte gänzlich, in den Hintergrund. Von ho z i a l i 1 x e r t iverden. Was unsere Vertreter in Spaa getan haben, sei grundsätzlich anzuertermen, wenn auch manche Punkte zu kritisieren seien. Die Berufung von Stinnes sei falsch gewesen. Dagegell seien die Arbiter vorzüglich vertreten gewesen. Die Konferenz von Spaa sei eine Etappe und auch in der Art der Verhandlungen ein Schritt vorwärts. Abg. Ledebour erklärte, in v>e m Punkten könne er dem Minister Recht geben. teile taä Befremden über die VerhandlunMsou e ^if setzrmg des Ruhrgebiets unter irgend einem Vor- ivand müßte 'verhindert werden. Die Ablehnung der Unterzeichrung der Einmarschdrohung genüge zur Wahrung unseres Rechtsstandes.' Er befxnbe ftch m vollem Einvernehmen mit der Rochtsaiiftassung der Regierung. Zur Heranziehung des Abgeordneten Stinnes sprich er sein lebhaftes Befremd«: aus. Ter Redner verbreitet sich bann über die Kohlen- schiebeveien und verlangt ebenfalls Sozialisierung der Kühlengri!ix n. Er begrüßt es vom Standpunkt seiner Partei, C-afs bi Reichswehr sckMtweise vermmdex t iüiiX) und ist auch mit der Uimvandluxig der Sicherhcitsntehr ei nversvanden. Er fragte, ab der Minister für den Fall von inneren Unruhen einen ?lppell an Oie Entente gerichtet habe. Ter Reichsminister des Austra Dr. Siw o iis, legt auf die Anfrage des Vorredners die Vorgänge bei der Unterzeichmmg de? Protokolls dar und weist die Darstellung, als .,abe er den von Ledebour angeführten Appell an die Entente gerichtet, nachdrücklich zurück. Weiter stellt er fest, daß er für die Berufung von Stinnes verantwortlich sei. Stinnes sei nicht Vergangenheit, smidern Gegemvart und Tätliche. Er sei der wesentliche Repräsentant der BergwerRbesitzer, wie Hne wesmt- licher Repräsentant der Bergarbeiter sei. Diese Repräsentanten der Entente vorzuführen sei nicht $u verhindern gewesen. . Abg. Helfserich erörtert die Einzekherten des Abkommens. Tie militärischen Bestimmungen bctradjtet er als unausführbar. Tie Kohlens chio- bungen hält er nicht für verhälMrsm äßig wesentlich, so sethr er mit der schärfsten Bersvlgimg von Schiobungen einverstanden ist. Die Bertrauenstagesordnnng für Mlllerand. Paris, 21. Juli. (WTB.) Die Tagesordnung, mit der die Kamme rderRegie- rung das Vertrauen ausgesprochen hat. lautet: Die Kammer genehmigt die Erklärung der Regierung, vertraut auf sie zur energischen Verteidigung der materiellen und moralischen Interessen Frankreichs in Verbindung mit seinen Verbündeten, weist jeden Zusatz zurück und geht zur Berlin, 21. Juli. Das „B. T." sagt zu den Aeußerungen Mil l e r a n d s in bet französischen Kammer über die Ernenn ung eines franz ösischenGesandtenrn München: Die deutschen EinzAstaaten brauchen nicht von Frankreich gegen eine preußische Hegemonie geschützt werden, die nicht mehr besteht, und Teutschland kann nur mit Ironie das Wohlwollen des Herrn Millerand entgegennehmen. — Tie auffallend starke Minorität, die gegen das Kabinett stimmte, führt das Blatt auf die Erklärung des französischen Ministerpräsidenten über die Unterstützung Polens gegen Sowjetrußland durch Frankreich und England zurück. England und Sowfttrukland. L o n d o n , 20. Juli. (WTB.) Wie die. Agentur Akuter erfahrt, hätte England am Dienstag abenb der Sowjetregierung die Antwort auf ihre Note überreichen sollen. England wünscht Er klärungen über die Note Tschitscherins, die man als sehr verwickelt betrachtet. Sollten die Bolschewisten! in Polen einbringen, ft würden die Handelsbeziehungen mit Sowjetrußland sofort abgebrochen werden. Datum: 5°'<>Deut.Kriegsanl. 4°/„Deut.Reichsanl. Zo/oDeut.Reichsanl. 4°/0 Preuß. Konsols Darmstädter Bank Deutsche Dank . . . Disconto- Gefellsch. Dresdener Bank . Nationalbank f. D. Mitteld.Treditbank H.-Amerik.-Paketf. NorddeutscherLloyd Boch.Gußstahlwrk. D -Luxemb.Bergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Obe schl.Eifenb. B. Oberschles.Eisenind. Phönix» Brgb.-2lkt. Bad.Anilin-u.Soda Höchster Farbwerke Elektr. A. (E. ®.. . Schuckert-Werke. . Felten - Guilleaume Daimler...... Bud.-Lisenw.-2lkt. Adlerwerke .... 4°/«Hess.5taatsanl. (Electron Griesheim ««rkuotlernuge»» Datum: Klryer E 234, Eßlingen 229.50, Moenus 219.50, Gasmotor Deutz 200, Spiegel u. Spiegelglas 355. Bwrg. Wayß u. Freytag 176, Gement Heidelberg 250, Brauerei Sonne 102.50, Waggons. Fuchs 310, Gnmmiwf. Peter 280, Metall Lüdenscheid 414.50, Schuhs. Herz 169. Nachbörse: 5proz. Goldmexikaner 352.75. Frankfurt a. 9JL, 22 Julu Frucht- u. Kartcf slsäcke Ernteteken la Sisal-Bindegarn 9 liefert prompt zum billigsten Tagespreis Ludwig Lazarus Fernepr« 506 Oetker’s Küchensauer ist kein Kunstprodukt, sondern aus der Natur entstanden und daher vor allem gesund und bekömmlich sowie von einem feinen, jedermann zusagenden Aroma. Magen-, Leber-, Nieren- und Lungenkranke haben bisher auf den Genuß eurer sowie durch Säure pikant gemachter Speisen, Saiate usw. o t verzichten müs en, w il sie Essig nicht vertragen können bzw Essig ihnen vom Arz verboten ist. Oetker’s Küchensauer ist aber Kranken sowie Gesunden ohne weite-es zuträglich. Vielfach wird auch sogar beobachte , daß durch Küchensauer der Appntit angeregt wi d, was Im besonderen wiederum für Personen, die zur Kräftigung mehr und abwechslungsreicher essen sollen, von großem Werte ist. Küchensauer wird auch gegenüber Essenzen mit ausgeprägtem Sondergeschmack bevorzugt, weil Küchensauer e nen absolut zusagenden Geschmack und Geruch besitzt Wer Oetker’s Küchensauer — sei er krank ode gesund — einm I versucht hat, wird es nie mehr in seiner Küche missen wollen und es überall an Stel e von Essig od jr anderen Essenzen verwenden. Küchensauer ist für Einmache-Zwecke vorzüglich geeignet O etker’s I (fielt ensauer ist in den einschlägigen Geschäf'.en erhältlich, Preis M. 3.50 (der I - halt einer Flasche ergibt 2 bis 3 Weinflaschen gebrauchsfertige Säure), wo nicht, schreibe man direkt an die Firma: 7900A Traekninnswerke Ostker & Co., G. m. b. H., Bielefeld. Ein vrrnünstiges Urteil eines englischen Arbeiterführers. Haag, 21. Juli. WTB.) Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus London meldet, hat der Führer der englischen Bergarbeiter Smülie sich in einer Rede in Nord-Cumberland zu Gunsten der Deutschen ausgesprochen. Er wies darauf hin, daß die Kohlenerzcugung in Deutschland infolge der ungenügenden Ernähnmg der B«g- leute sehr zurückg'gangen sei. Smillie ist der Ansicht, daß, wenn die Entente auf ihren Forderungen beftebt, Deutschland niemals imstande sein wird, die verlangten Kohlenmengeit zu liefern, ohne daß gleichzeitig die deutsche Industrie einen derartigen Schaden erleiden wird, daß von der Be- zahlnrrg einer Entschädigung kerne Rede sein kann. Die Aufteilung der Türkei. London, 21. Juli. (WTB.) Wie die „Times" aus Konstantinopel meldet, sind griechische Truppen in Jsmid gelandet und haben den Vormarsch nach Ostthrazien ausyenom- men, die Eisenbahnverbindung mit Adrranopdl ist bereits unterbrochm. Auch^ englische KrieaS- schifse haben Konstantinopel verlasjen, um südluh Thraziens zu operieren. . Paris, 21. Juli. (WTB.) Dre h«ft^n Morgenblätter verbreiten eine Meldung des „Exchange Telegraph", wonach die türkische Regierung ihre Demission eingereicht habe. Syrien. Paris, 21. Juli. (WTB.) Ter „Teuchs" meldet aus Kairo, daß die Regierung Emir Fes- sals gegen das Vorgehen Frankreichs in Syrien Protest emgelegt 'bat. Grokfturr in einem Sägewerk. Freiburg, 21. Juli. (WTB.) Ter Bvand auf dem Sägewerk I. Himmelsbach bei Neustadt im Schwarzwald wütet immer noch fort. Tas riesige Holzlager dürfte bereits zur Hälfte ausgebrannt sein. Ter Äähiroertehr auf der Höllen-- talbähn, die immittelbar am Lagerplatz vorbei führt, konnte bis jetzt aufrecht erhalten werden. Dagegen sind sämtliche Telephon- und Telegrapheuleftungen zerstört worden. Die Feuerntehr der Umgebung, einschließlich der von Freiburg sind immer noch tätig. Ter Schaden wuü >auf 25 bis 30 Millionen geschätzt, doch ist die Schatzung jetzt noch s^hr unsicher. Privat- ®9 4 Handels-Schule „HERMES“ Gießen, Bahnhofstr. 60 [ Jaber rollig «ath-'H ivild. ■ I E mir für Men)" retf Buchführung Stenogr., Maschin alle Handelsfächer u. Fremdsprachen. Bis 1.August Aufn. /. d. neue Halb/'.-Klasse. Anmeld. tägl. Prosp.frei. 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