Erstes Blatt lind Sachsen statt. Am nächsten Donnerstag wird Grob-Berlin und Brandenburg dieselben Fragen * Carl sehnni Millerand nimmt die Präsidentschaft an. Paris, 20. Sept. (WTB.) Havas. Millerand hat, dem Wunsche ter Nation nachgebend, sich entschlossen, die Kandidatur für die Präsidentschaft anzunehmen. Der polnische Heeresbericht. Warschau, 20. Sept. (Wolff.) Der polnische Generalstabsbericht vom 19. September 'nutet: Die Polen haben bei der Verfolgung des Heindes nach sckito. reu Kämpfen die Orte Husiatyn, Trernbowla, Alejow, Tarnopol und Brody ge* nommen. Einer polnischer Abt^nlung gelang es, auch Dubno $u besetzen. In der Ni -uni am Row.ro wurde eine bolschewistische Abteilung aus Kleban verdrängt. Sehr bedeutende feindliche Kräfte, so sagt der Bericht weiter, werden am N je men und an der Sozcara zu- sammengezog'n. Westlich Sephl) verstärkten die Litauer ihre Stellungen. Heute früh be'chos'crr sie polnische Abt ilungen bei Karalin in der Nähe des Weißen Sees. Ter litauisch-polnische Konflikt. zordcrungen der deutschen Kolonisten in ventsch-LSdwestasrika. London, 20. Sept. (WTB) Die „Times" meldet, daß die deutschen Kolonisten des vormaligen Deu ts ch-Sü dwe sta frika dem General Srnnts, der,sich auf einer Jnfpek- tto ns reise in Südafrika befand, in Windhuk --in Memorandum überreichten, worin sie erklärten. die Dermaltuna Teutsch-Südwestafrikas als Teil der südafrikanischen Union würde eine Verletzung des Fttedarsvertraaes bedeuten und den em* mütirvn Wünschen der Einwohner widersprechen, die nicht in die Rasienpolitik der Union hineingezogen xu merben wünschen. Das Memorandum for- tert das Fortb-fteben deutscher Errtichttinaen. Zu- lassicng beu tiefer Kultur, Rücktohr nach Süd'vest- asrika der unter- Kriegs recht ansgewie'enru Deutschen, Errichtung eines deutschen Konsulats, das Deutsche als Amtssprache und Beibehaltung des bürgerlichen Gesetzbuches, da die Emfübrung des in Sudas'ika geltenden römisch-holländischen Rechts einen Rückschritt um Jahrbnnderte bedeuten würde. In seiner Antwort auf das Memorandum erklärte General Smuts, die Deutschen sollten es für immer aufgebeir, um Unterstützung und Hilfe nach Deutschland cmszuschLuen und müßten ein* sehen, daß ihr Sckflckial von nun an unauflöslich mit dem der Union verknüpft sei. Witte 0kto^an* Die Kampfe in Italien. Paris, 20. Sepl. (Wolff.), Das „Echo de Paris" meldet aus B r e c c l a, daß die Kaserne der Karabrnieri von der Roten Garde g e ft ü r m t worden ist. In Turin wurde eine chenmchc Fabrik, die sich raxf) in den Händen zxm treu gebliebenen Arbeitern befand, von der Roten Garde im Sturme genommen. Rom, 20. Sept. (WTB.^ Stefani. Nach ehret Besprechung im Ministerium des Innern setzten die Industriellen und Arbeiter eine schtifklick« Erklärung auf, melcfr betont, daß die Arbiter rückwirkende K^rast der Vereinbarungen ab 1. September, mib Bezahlung der Tage der Ärbettsverweigerunq und des ihnen erwachsenen Schadens fordern, die Industriellen aber die For- tvrungm ablebnen, und daß daher beide Teile den Beginn der Gelttrng des neuen Abkommens auf ten 15. September sespepen und jede Entschädigung für die Tage der Besetzung der Fabriken durch die Arbeiter auäWkieau Die ErLarurm bezeugt hat tchung. ^lt Einbethung y ®«ben laut Leschiu, ^pu atwn unb'^ 9 ioI9«nbe )sM^äbigtt (50*/ nnj jÄäsaps '«Ion zum Preist DM [lt, ^nnen bie gl« ’°|tenpr(is btt St., behanntgtgtbtn will JMontn gelten ah Industriellen, daß sie Giolittis Formel über die Entlassung von 9übeitem als di e ihnen gemachte Vorschittft hinnehmem Der „Mes^gero" hört, daß der Allgemeine Ärbeiterverb anb tnc Arbti- ter anwies, bie besetzten Fabriken zu räumen unb die Arbeit wiedu aufsunehmen. Der Ar feuer- verband versichere, daß bie Ordnung gewahrt bleiben würde. ----, Kus (Dbtr!d)Iefkn. Oppeln, 21. Sept. (WTB.) Amtlich Die interalliierte Kommission teilt mit, daß General Le Rond nach Paris berufen worden ist und am 18. September seine Reise dorthrn rt a. M. U685 Seschlüfte -er völkerdundrraler. Pans, 21. Sept. (WTB.) Ter Böller- bundsrat hat nach dnem HavaSbericht den deutschen Protest gegen bie Ms.immung in Eupen und Malmeby verworfen und die Ikbertragung dieser beiden Kreise an Bclgren endgültig anerftinnt. Ferner hat ber Voltorbmid die Demission des Hernr von B-xh als Mitglied der Sturtominijbn angenommen und zu )d> em Nackf^lger den früheren ^ü gemvi cr ,txni Saar louis, Dr. Hrckor, eniaimt Der Aolrerburchsral hat ferner aus die Cf;obene.iammümg bcs Rates die Genehmigur.g des Budgets b s Bölkrb.nitec. für das Jahr 1921 verschoben und iäe Enoerbung eines Hauses in Genf as Sitz des VölLroundes beschlossen. ßh.tjcg.ngeiDDmn c.i tourte der Bri t Fisch r über die Aalandsfrage, in dem b c Schluß so g. ru- 'g des juristischen Ddrats an enam- men wird 91ad> dieser Schuß'olgeruug idti) der Völkerbund für zustä.tdig erklärt, jebod) unter dem Vorbel>alt der außergewöhn.ichen Lage Rußl»erd aesteltt sind. Diese Llirffasiung ist nicht zutreffend. Sie gefy ans von Mi teilungm, t<> bet 9ieichs- arck>ei sminisber im volkswir schastlicken Ausschuß mad;tc, die in der Tagesp'esse nicht nchttg wiedev- geg. bcn wurden. Der R icßsarbei smini'er hat icur gesagt, daß ans den 50 Millionen Mark, die tas Reick) berdtstellt und aus Mitteln, die die La "der und Gemdnden dazu geben, nach überschläglicher Rechnung im Durchschnitt auf den Kopf der Erw.rbslvseu c.nxi 400 Mar? cn.fallen werben. Die Länder und Gemein beit baben aber, wie schon kürzlich in ber Presse bertorgehoben nxur^e, nach den Ansfübrungsbesimmungen des Reickcharbei:smirristers to i geh.mde Irei^hett in ber Art u..3 Hohe ber beson)wm Unterstützung, die sie den Erwerbslosen' zulvmmen lasen können, selbswerständlich im Rahmen der Mittel, die dafür zur Verfügung gestellt werden tonnten. Vom 1 arteifnmvf in ber h'eickshauptsta^t. Berlin, 20. Sept. (Wolff) Wegen ber Wahl Dr. Löwensteins (U. S. P.) zum Oberstadtschulrat von Berlin waren gestern Protest Versammlungen von ber Deutsch- nationalen Volkspattei, ber Deutschen Volkspartei, ber Zentrumspartei unb den jüdischen Religionsvereinen einberufen worden. Mit Ausnahme der Zentrumsversammlungen, die ohne b.sondere Zwi- schensälle durchgesührt werden konnten, unb ber Versammlung der jüdischen Rclmionsvereine wurden alle Versammlungen durch Massenaufgebot Unabhängiger unb kommunisttscher Elemente gestört unb teilweise vereitelt. Es kam in den Versammlungslokalen, besonders im Zirkus Busch und im Kriegerverdnshaus in ber Chausseestraße zu wüsten Auftritten unb Prügeleien. Berlin, 20. Sept. (Wolsf.) Im Hauptausschuß bcs preußischen Abgeordnetenhauses erwiderte Minister Severing auf dne Anfrage, daß das Ministerium beim gegenwärtigen Stand« der Dinge jede Stellungnahme zum Magistrat von Groß-Berlin abtebne? müsse. Das nächste Wort hätte der Lberpröschent. Weder er noch Staatssekretär Freund hätten diesem auch nur im geringsten vorgegriffen. In anderen FÄlen, wo ungeeignete Personen in Staatsstellungen berufen worden seien, hätte er sie nach Erweisung ihrer Mängel rüch'ichtslos entfernt, so den Landrat Pfaff und andere. Berlin, 20. Sept (Wolff) Der Vorstand des Bezirksverbandes Groß-Berlin der sozial- demokratischen Partei De.utschlanbs warnt im „Vorwärts" die Arbeiterschaft vor ber Teilnahme an ber am 21. September an gesetzten kommunistischm Demonstration. Ein Ukiis ans Moskau. Berlin, 20. Sept. (WTB) Wie die „Rote F a h n" mitteilt, änderte die kommuni striche Partei ^Spartakusbunb) ihren Namen, entsprechen) einem Ukas von -fi.ru, in Kommunistische ParteiDeutschlands, Sektion der dritten tolmmrnistischen Internationale, um. AuS Lippc-Dktmold. Berl in, 20. Sept, tWolff.> Die Mitteilung von ber unmittelbar b vorstehenden Einverldbung Lippe-Detmolds in Pr.nßen ist im’.utreffenb. Es sanden lediglich auf Anregung Lippes in Sei lut*. 1920 Besprechungen mit Lrppeschen Vertretern ur Berlin statt. Da Lrppe leit dider Zett mcht mehr auf bie Angelegenheit zurückgekommen nimmt man in ber preußisch n Regierrmg an, daß die Sacke fallen gelassen roorben. nt t. Er hält es für seine Pflicht, „Das Parlament zu verhindern, eine solche Dummheit zu begehen". In der Verlegenheit greift man auf Ion ner t zurück. F-ür diesen wird in der französischen Oeffentlichkeit jetzt sehr starke Propaganda gemacht. Jonnert war bei der letzten Wahl, am 18. Januar 1920, zweiter im Rennen Während Deschanel von den 897 Stimmen der Nationalversammlung, d. i. der mit dem Senat vereinigten Kammer, 734 hatte, erhielt Jonnert 54, Clemenceau (der auf seinen eigenen Sieg sicher gerechnet und schon daS Festmahl in Versailles bestellt hatte) 53, Poincarö 8, Foch 7, Bourgeois ö usw. Jonnert ginge also diesmal glatt als erster durchs Ziel, wenn er auch nur einen Teil der seinerzeit für Deschanel abgegebenen Stimm en erhielte. Jonnert, ein ehemaliger Bankier, der Schwiegersohn des größten französischen Privatbaniiers (Aynart in Lion) gehört zu den reichsten Leuten in Paris, Reichtum aber spielt in der französischen Politik die allergrößte Rolle. Sonst ist Herr Jonnert alles andere eher, als ein großer Mann. Er verfügt über einen guten Durchschnittsverstand und ist sogar ein schlechter Redner. Im dritten Kabinett Briand, vor bem Krieg, ist Mnnert zwei Monate lang Minister des Aeußeren gewesen. Er verriet bei keinerlei Begabung und nicht einmal besondere geschäftliche Erfahrung. Im Kriege erwarb er sich als Oberkommissar der Entente in Griechenland von der Pariser Boule- ivardpresse Lorbeeren durch die gewaltsame Bertteibung Konstantins und die Einsetzung des Venizelvs in die Macht. Unter Clemenceau war er eine Zeitlang Blockademinister, nach dem Kriege als Nachfolger Loucheurs ebenfalls nurckurze Zeit Vorsitzender dev Wie- bergutmachungskommission. Er hat auf rein polttischen Poften nie lange'gut getan. Trotzdem gehört er zu den 8 odm: 9 Zivilmachthabern ht dem Frankreich der Gegenwart, ffr steht in der engen Fühlung mit dem Kreise bchneider-Greuzots, des verhängnisvollen Mannes, der hinter den Kulissen die parlamentarischen und militärischen Drahtpuppen lenkt, und von dem Poincars nur ein Vasall war. Auch Raoul P e r e t, der derzeitige Kammerpräsident, wird genannt Er rückte in die Stellung ein, als Deschanel Präsident von Krankretch wurde. Sehr bezeichnend für die heutige Stimmung in Frankreich, wenn auch rechnerisch aussichtslos, ist die von rechtsstehenden Kreisen geschickt beschriebene Kandidatur des Generals de (Ea ft ein au. Man hofft, mit diesem religiösen Militär das Manöver zu wiederholen, das vor 40 Jahren mit «ac Ma hon mißlang. Der Gedanke ist der, tinen unpolitischen Strammsteher ins Elysee hmeinznbringen, der dann im günstigen klugen blick einem Monarchen den Platz rä u- wen werde. Foch ist nicht gefügig genug. Dsv wählt man Castelnau. Ein verrückter Plan, der in gewöhnlichen Zeiten zum Lachen reizen würde. Heute ist es ernster. In einer qtit, wo neben einer konservativen Partei tine geschwächte republikanische Partei be» 'lebt und wo die Sozialisten dauernd mit Re- tolution und Diktatur des Proletariats drohen, ist ein solcher französischer Streich rla Kapp-Putsch denkbar. Oh, eS ist so man» faul im Siegerstaate Frankreich, und ?ller. Glanz Don Spaa, Aix-les-Bains und Brüssel kann darüber nicht hinwegtäuscheu. U0. Jahrgang Dienstag, 1\. September 1920 jffggy A Annahme von Anzeige« X [ I 'Ny für bie laqt^nummer bi» SietzenerAMger m fSauptfchrif tlciter 2lug. General-Anzeiger für Gderheffen MW 1 w Anzeigenteil: H. Deck, vnick unb Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steixbruderei B. Lauge. Schrfttlettung, Sefchaflsftelle unb Dmtferei: Schulstraße 7. fämiiid) in Bietzen. bie Zreift Dort, der (^siperrc hat sich! auf einem her letzten Maßen die wirt--1 der Straßenbahn eine ebenso verworrene ttnc pol rk ten-, Genossenschafts-, Kleinhandels- uni) -Handwerks-, sowie Kleinrentnerkreise ein Verbraucher!) und gegründet, der unter Ausschluß parteipolitischer und konfessioneller Bestrebungen alle Kräfte int Kampfge- mc. Ludwigshafen, 17. Sept. In Bad Dürkheim wurden zwei Mädchen von Marokkanern Überfallen und vergewaltigt, jo daß sie dem Krankenhaus überwiesen wer- oen mußten. bis 20 Mark bezahlt. . mc Worms, 20. Sspt. Ern großer B r e r- krieg tobt in der Stadt. Die Brauereien fordern von den Wirten für den Hektoliter eine Preto- erHöhung von 50 Mk., während die Wirte $um alten Preis verkaufen sollen. Ein allgemeiner Bierstreik wird wohl die Folge sein. Andererseits erklären die Wirte, auch das Bier künftig aus der Pfalz beztihm zu wollen. einem Amte zu vereinigen, so nur könne für die Bedürftigen etwas ersprießliches geleistet werden. Es sei nicht angängig, einzelne Zweige zu trennen, da kein Gebiet der Fürsorge heute ganz unabhängig vom andern sei. Gleichzeitig hielt Redner es für dringend notwendig, daß alle deutschen Städte sich Wohlfahrtsämter einrichten, beim nur so könne man über die gesamte Fürsorgetätigkeit einer Stadt den richtigen Ueberblrck gewinnen. Q Marburg, 20. Sept. Ein in der Dunkelheit auf dem Heimweg begriffener Einwohner aus Michelbach stürzte im Wald über einen über den Weg gespannten Draht. In demselben Augenblick tourbe auch ein Schuß auf ihnabgegeben, Ktittfi utib Wissenschaft. Darmstadt, 21. Sept. Bon Knut Ham- sum, dem neuen Nobelpreisträger, kommt das Schauspiel „Königin Tamara" Mitte November im Hessischen Landeschea'er $u Darmstadt zur Uraufführung. 1I«$ dem besetzten Gebiet. Gründung eines VcrbraucherbundeS in Wiesbaden. Wiesbaden, 19. Sept. (Wolff.) Hier wurde unter Führung von Direktor Abiat- Wiesbaden von Vertretern aller Konsumen- einem Reichsverband zusammenzuschlie- ßen, der auch im Reichswirtschaftsrat starke Vertretung finden müsse. Material und Mustersatzungen stellt der Berbraucherbund Wiesbaden für Neugrundungen bereit. (ßericbhfaal. fd. Frankfurt a. M., 20 Sept. Zur Zeil Ortsgewettbevereins. ± Lumda, 20. Sept. Unser Altbürger- meister Peter Schultheiß wurde unter lehr starker Beteiligung beerdigt.. Auch viele Bürgermeister der Umgegend gaben ihm das letzte Geleite. Er war fast ein Menschenalter Bürger- meister, dreimal wurde er stets einstimmtg gewählt. Starkenburg und Rheinhessen. spräche, in der besonbers über die Desttmmun- gen des Reichsrats vom 10. Januar 1920, bte Beihilfe-Darlehen betr., diskutiert wurde. Der Vorsitzende des Vereins, Bergwerksmstr. S mm r e d e- knecht, dankte dem Vortragenden tm Namen d s fd. Fran kfurt a. M., 20. Sept. Gegenüber dem vor der Regierung festgffetz en Lieftrpre s für Vertvagsfartoffeln von 31,75 Mark für den Zentner l>aben sick) die landwirtschaftlichen Organiiat'" uen zu einem Lieferpreis von 20 Ma für den Zentner für wirtschaftlich Schwache bereit erklärt. Der Oberprösident der Provinz Hessen. Nassau hat nunme'bt einen Verteilungs- Plan auf Gmmd genauer Grmidlvyen festaesetzt, taß 1800 000 Zentner Kartoffeln zum Preise v 20 Mark beschafft werden müssen, um LI- ._1„ _ r angemaitete uno ia>rr Schweine andauernd in die Höhe. Durch die Freigabe der Kartoffeln geht man allenthalben dazu über, wieder selbst Schweine zu zücken. Für das Pfund Lebendgewicht werden durchschnittlich 15 Wanderung erregen. ** Ter Verkehr mit Kraftfahrzeugen in G ießen. Die Mäusburg und Marktstraße dürfen mit Kraftfahrzeugen nnftt befahren werden. Ter Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen ist verboten in den innerhalb bet Anlagen gelegenen Stadtteilen. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Polizeiverordnung toerben bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft. ** Fahrrad dieb stahl. Gestern vormittag gegen 12 Uhr wurde ein in der Schulstraße vor dem Postamt II ausgestelltes Fahrrad, Marke „Opel", Fabr.-Nr. 424 456, von unbekanntem Täter entwendet. Das Rad hat schwarzen Rahmenbau, ebensolche Felgen und graue Kontinentalbereifung. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Wie man Blumen monatelang frisch erhält. Die Blumenpracht des Gartens, die jetzt im Herbst noch einmal in strahlender Leuchtkraft sich entfaltet, mahnt uns zugleich daran, daß diese Herr lichtsten bald vergehen müssen, und erweckt den Wunsch, wenigstens etwas von diesem Glanz auch in die dunklen 'flaften Wnrtermtonde hinüberzuretten. In einem englischen Fachblatt weichen einige Mittel für die Erhaltung abgeschnittener Blumen angegeben. Zunächst muß man die Blumen schneiden, wenn keine Sonne im Garten ist, sie bann sorgsam in Gummiwasser tauchen und sie dann troen Preis gesichert wäre. Hessen-Nassau. Notwohnung. mc. Frankfurt a. M., 20. Sept. In einer hiesigen Tageszeitung sucht ein Schriftsteller für sich und seine Familie einen alten ausran - gierten Eisenbahnwagen zu mieten, damit er wenigstens wohnen fönrte. fd. Frankfurt a. M., 20. Sept. An einem einzigen Tag im Polizeipräsidium sind 5 2 2 00 0 Mark Belohnungen für die Entdeckung von Mördern und Dieben' ausgeschrieben worden, wobei allerdings zu bemerken ist, daß die Höchstbelohnung für die Entdeckung von MöÄern 10 000 Mk. nicht überschreitet, während für die Ermittlung von Einbrechern und die Herbeischaffung des Diebesgutes Belohnungen ausgesetzt sind, die in einem Falle die Höhe von 300 000 Mk. erreicht. Der Wert des gestohlenen Gutes, Platindraht, beträgt dafür aber auch 1800 000 Mark. fd. Frankfurt a. M., 20. Sept. Bei Fechenheim wurde ein Landwirt von Niederissigheim mit einer Kuh abgefaßt, die er nach Frankfurt verschieben wollte. Er behaup- . . , tete zwar, daß es sich um eine Notschlachtung gehrtesten lfnd erzielten die höchsten Preise, gehandelt habe, weil bas Tier krank gewesen Der Zentner dieser Sortenl kam am Baum auf sei. Das Schöffengericht in Hanau glaubte 50—70 Mk., mitunter noch höher. Andere Ta- ihm jedoch nicht und verurteilte -ihn zu 14 feläpfel waren etwas billiger, aber unter 45 Tagen Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe. Mark der Zentner kamen selbst die geringeren mc. Frankfurt a. M., 20. Sept. Jrn Lehr- Sorten nicht. Die Käufer waren mitunter sehr gang für städtische Wohlfahrtsämter sprach heute erregt und gerieten aneinander, so daß wie- vormittag der frühere Frankfurter Bürgermeister derholt heftige Wortkämpfe und Be- Dr Luppe über den Ausbau der Wohl- dr-ohungen entstanden. Besonders wandte V.?mA£rQ/^r a.iVL sich die Erregung gegen einzelne Händler. hxmbtgteit, alle Zwerge der Wohlfahrtspflege m Daß bei den diesjährigen Obstmassen die Preise so hoch sind, muß allgemeine Ver- ** Sehr hohe Ob st preise zeitigte die Versteigerung an der Kreisstraße Klein- Linden—Dutenhofen. Halb Gießen schien auf den Beinen zu sein, so groß war die Zahl der Kauflustigen, die wohl wußten, daß gerade diese Straße das meiste und edelste Obst zeitigt. Auf nahezu 600 Zentner war die Obstmenge geschätzt. Landsberger, Boskop, Kanada-Reinette, Goldparmäne waren am be- Arrs Stadt ttnfc Land. Gießen, ten 21. Sept. 1920. Veranstaltungen. Dienstag: Pvstkeller, 8y» Uhr, Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Volks Parte ß — OSwaldsgarten, Vergnügungspark. — Cafe Leib 8 Uhr, Konzert und Vvrstellimg der Medick- Meidinger. — Hv:el Einhorn, 8'/2 ll'fjr, Gastspiel Buchwald. — Lichtspielhaus, „Der weiße Pfau". — Lichtspiele, Seltersweg, wie gestern. Der Karfoffelfrieg. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, die Arbeitsg?meinschaft freier Angestelltenver- tande, sämtliche Eisenbahner-Gewerk chaften, bet Gesamtverband christlicher Gewerkschaften, der Zentralverein Deutscher Gewerkvereine und der Deutsche Beamtenbund öeröffentltdjen im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes einen Aufruf an die gesamte Bevölkerung der Provinz Hessen- Nassau und des Freistaates Hessen, in dem die Transportsperre gemeinsam mit den Gewerkschaften der Eisenbahner angekündigt und bei der zu erwartenden und reichsseitig festgestellten guten Kartoffelernte aufgeforbert wird, grundsätzlich nur den Wvckjenbedars einzudecken. Die Provinz ohne Licht. □ Friedberg, 20. Sept. Wie soebm durch Anschläge bekanntgemacht wird, haben die Arbiter des Elektrizitätswerkes in Wölfersheim als Prötest gegen die hohen Kartoffelpreise die Arbeit niedergelegt und wollen dieselbe nicht eh'r wieder aufnehmen, bis der Preis auf 20 Mark herabgesetzt worden ist. Verhandlungen mit dem Bauernbünde sind im Gonge und wir können wohl die Hoffnung aussprechen, caß diese in beiderseitigem Interesse bald zu einem befriedigenden Austrage kommen. Es ist gar nicht daran zu zweifeln, daß in bäuerlichen Kreisen vielfach die Geneigtheit herrscht, zu dem genannten Preist zu liefern und daß die von der Regierung abgeschlossenen Lieferungsverträge die L. W. zu Kl.-iL. hatte gegen ben Voranschlag der Gemein« Kl.-iL. Einspruch erhoben, weil ibm für den Bürgermeister vorgesehene Vergütung zu hock erschien. In der heutigen Sitzung, zu der er vorgeladen war, zu erscheinen, hatte er nicht für nötig befunden. Der Kreis ausschuß, der m heu- tiger Sitzung über den Einspruch M entscheiden hatte, war mit Rücksicht daraus, baß bet Bürgermeister in einer Gemeinde von rund 2000 Seelen der jedoch fehlging. Der Bedrohte gab nun ebenfalls einen Schuß ab und hörte auch einen Schmerzenslaut. Er eilte dann spornstreichs nach Hause und erzählte dort sein Erlebnis. Sofort angestellte Nachforschungen hatten keinen Erfolg. — Beim Fußballspiel trug gestern ein junger Mann in folge eines Fußtritts einen doppelten Beinbruch davon. hl. Marburg, 20. Sept. An den Land- sttaßen ist während der letzten acht Tage das Obst verkauft worden. Groß war die Zahl der Kauf- hiftigeir. Bei der reichen Obstmenge dürften die Wünsche Aller bezüglich der Menge erfüllt worden ein. Die Preise waren im allgemeinen ganz an» gemessen und stellten sich nach Sorte und — Vertilge rungsglück auf 10—25 Mk. pro Zentner am Baum. 0 Marburg, 19. Sept. Nachdem die Radfahrer- Kv m pagnie der Jager nach Sondershausen. abgerückt ist, treffen in den nächsten Tagen zwei Kompagnien 22er (ehemaliger 117er) aus Wetzlar hier ein, um mit der hier verbliebenen 3. Kompagnie der Jäger als Ergänznugsbatai(Ion des Infanterie-Regiments Nr. 15 die neue Marburger Garnison zu bilden. sckaftlich Schwachen zu versorgen Für Frankfurt werden 320 000 Zentner benötigt, die aus den Kreisen Fritzlar, Hersfeld, Bied-mkopf, Limburg, Marienbucg, Ufingen und We.ierberg gedeckt werden sollen. mc. Frankfurt a. M„ ?0. Sept. Das Frankfurter Polizeipräsidium l>at den Verkaufspreis für Kartoffeln auf höchstens 45 Pf. pro Pfund festgesetzt. Alles, was Darüber hinausgebt, toirb als Wucher bestraft und die Kartoffeln ztoangsweise versteigert. Minden, 20. Sept. (Wolff.) Hier liegt eine große Menge von Kartoffeln b er» s andtbereit, die von der Reichskartoffelstelle zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung Dortmunds bestimmt ist. Die Versendung kann jedoch nicht erfolgen, da die Eisenbahner die Verladung nickt zulassen. _________ Sitzung des Nreisansschuffes. Gießen, 30. September. züglich ausgefallen. -m. Hungen, 21. Sept. Sämtliche an bte elettr. Ueberlandzentrale Wsw.--Rg t. 22 uitterMusikb^glti- tung der hiesigen Regimentsmusik statt, an denen ungefähr 400 Mann teilnahmen. Es ist sehr zu begrüßen, daß in unserem neuen Heere dem Spöck so großes Interesse entgegengebracht wird und hoffentlich noch altgemtin an Ausdehnung gewinnt. Ist doch der Sport iii3, was den Menschen an Leib unb Seele zusammenhält und zur Ertüchtigung und Stählung unserer Jngenb viel mit beitragt. Sv nxrr es auch Santo tag und Sonntag eine Lust, bem Vielseitigen, was auf sportlichem Gebiet geboten wurde, mitzuzusehen, und muß man tiie Leistungen von Offizier wie Mannschaft als vorzüglich ansprechen. Das Programm war sehr reich'hlllig und rouMte sich flott ab, so daß das Auge des Zuschauers dauernd beschäftigt war. Leider verbietet es der Raummangel, einzeln« Kämpfe befonbets zu skizzieren, doch mag allgemein gesagt fein, jeder der Teilnehmer gab sein Bestes her in dem Kampf um bie Ehre für seine Kompagnie. Den Schluß bildtte ein Fußballwettspiel zwischen dem ersten BÄaillon Wetzlar unb dem dritten Bataillon Gießen um bie Regimentsmeisterschaft. Selten sah man ein so flottes bis zum Schuß durchgehaltenes Spiel. Wetzlar hatte die technisch bessere Mannschaft, doch Gießen wußte den überlegenen Sieg mit 4 zu 0 durch seine SchnMigkeft und Ausnutzung jeder einzelnen Chance zu schaffen. Mit diesem Sieg hat Gießen die Regimentsmeisterschaft einwandfrei errungen. Eine Ansprache des Regimentskommandeurs, in welchr die Bedeutung des Sports nochmals g» würdigt wurde, bildete den Schuß von dem in jeder Beziehung schön verlaufenen ersten Sportfeste unserer Michstoehr. Die Endergebnisse der einzelnen Kämpfe können wir erst morgen wieder- geben. genWucher und alle anderen den Preisab- «Arost-Gerau, 20. Sept. Während bau hemmenden Mißstände vereinen toill. Esi^ Ferkel preise bis zu 50 Prozent gesunken wurde aufgeforbert, überall in den Ländern sind, geht der Preis für angemästete und schwere am Rhein den gleichen Zusammenschluß durchzuführen und sich mit der schon über ganz Bayern ausgedehnten, auch die Kinsum- vereine, Detaillfften, Handwerker, Gewerkschaften, Mieterschutz vereine, Angestellten^- und Beamten umfassenden Organisation zu X Londorf, 20. Sept. Im Orts- aewerbeverein hielt Architekt C. L c i ch u m, Lehrer an der Gewerbeschule zu Gießen, gestern vor den versammelten Mitgliedern einen Ertrag über den Bau und die Herrichtung von Kleinhäusern unb über sparsame Bauweise Nachdem der Referent die allgemeine wirtschaftliche Notlage unb bie damit verbundene des Baugewerbe gestreift, versuchte er in seinen Ausfüh rungen, bie er burch Skizzen und Zeichnungen unterstützte, auf Mittel unb Wege hinzuweffen, um bie Beschaffung von zweckmäßigen Kleinwoh- „ _. mmgen, auch in biefer Zeit, zu ermöglichen unbl nt ot b^n Forbeil/ngen tragen. Auck> dadurch ber herrschenden Wohnungsnot Grenzen > bie Obftpreise haben zur Zeit eine Höhe erreicht, Absätze ,deS Vorstandes So gut wie Continental «Reifen. Hausfrauen, verlange nur Levi u. Hedwig Sondheim geb. Baum 135.—*7,, m L5 w 10044c 3R. 28.50 Weit unter Preis k Weit unter Preis! Gießen (Stephanfttaße "^6), den 20. Sept. 1920. Theater- Caf6 Statt Karten. Darmstadt. 110063 Geschlossen Gießen, September 1920. oiMie ist unser Geschäftshaus am kommenden ! Eintritt 50 Ps. Eintritt 50 Pi. geführt bei 015791 Die Iduna-Versicherungsgesellschaften haben geladen. 10048J) Der Vorsitzende. dem Unterzeichneten die oisier WHgentit 5 KU fr STLED EDSTED EINHORN Erst- k'au ascMHi Haar- und Mundpflege- Artikel Partüaerien I zeigen hocherfreut die glückliche Geburt eines gesunden Jungen an. rf>erritente Sitzungen ftllfthaft Deutscher Natur- Bohnerwachs reine weihe Ware, nieder zu baden bet ,ww L. Altltoff, Walli ortzrnhe 16. Hanns Gent und Frau Marie geb. 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Vortrag des Herrn vr.msil.Erwin Lilber-Frankfurt/M. über Lungenschwindsucht eine unserer schwersten Volks-Krankheiten! Ml Mzeiltatolh! Suter Verdienst für Sammler und Aufkäufer. Auskunft erteilt: ^nSu.KulniiglDsnielh^roijtngroBianlilani -n,30 Wei weil L. Eschene irof..; LÄW esS nsruchemViebn "Strahr vAche erloschm. r,l ueten SverrmaklkysW Fockenberg, NüM serg, ist die Maul-llt M teilt worden. Tie pW mrknngen werden u|H Gemeinde lieber- I unter der Schass I ch ist die Maul' ul' Ä worden. TieSchq, V Än der ÄenikiLk Inngviehwrche 8«. it Maul- und fffuuij' ie Maul- uns ftautn- Rommelhausen, m. ist keine Kunst, wenn Sie Continental« Absätze tragen. Durch ihre große Haltbarkeit — Leder übertreffend — * verringern - Ihre Ausgaben. Sie haben dabc. elastisch weichen Gang und erhöhte Gehleistung. Verlangen Sie von Ihrem Schuhmacher nnd Sport. itfeil des beV' I n-R> giment y. 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Tort stand aber ein tzilfs- »lirist, bet die TiKe »»hielt, und der Krach war fertig Schmipfworie floa m hm und her, es wurden gc-genf i ig Prügel ausg tauscht und bam srietz der Metzger Gollwitz dem Lilssschutzmann ein fest- tz/hendes Messer in die Rippen, so daß der Ge- ttoffenr neun Monate an den Folgen der Verletzung zu leiden hatte Durch ein großes Zeugen- anfgebot suchte Rechtsanwalt Dr. Prack vor der Strafkammer ixHfysinretfen, daß Gollwitz in Rot- wchr gehandelt Haie, berat Unbeteiligte, die sich ja immer bet solchen ^l-?q^nhi'erbscnwnaten in b'sonders schönem «leide zeigt. Bon der Bürgerschaft, der Hvtel- mdustrie, der Stadt und bem hessischen Staate ist vlles auf geboten werden, um den Gasten den Aufenthalt hier angenehm und abwechslungsreich )u gestalten, und fo üjmmt cS, daß die Teilnehmer auch über die liebenswürdige Aufnahme, über Unterbringung und Verpflegung des Lobes voll «sind. wandelbar geworden durch die Einsteinsche Relativitätstheorie. Diese werde in einer gemeinsamen Sitzung der Mathematiker und Php- fifcr zur Verhandlung tommr.i, freilich in ganz anderem Geist als in jenen tumultarischen Versammlungen in Berlin. Wissenschaftlitt^ Fragen von solcher Schnierigkeit und solch hoher Bednitung wie die Relativitätstheorie ließen sich nicht in Volksversammlungen zur Abstimmung bringen, sie würden vielmehr im engen Kreise der Fachgelehrten eine sachliche Würdigung finden, die der Bedeutung ihres genialen Schöosters gerecht würde. Zur Frage des Unterrichts übergehend, warnte der Redner, indem er die hohe Bedeutung des llasfi- schen Unterrichts der Gymnasien verteidigte, vor Verftachung des Univerfitätsstudiums. Eine De- bung der allgemeinen Volksbildung ließe sich sehr wohl auch erreichen, ohne daß das Niveau der Lochsäptlen gefenft ,u werden brauche. Das letztere wäre verderblich, weil es uns baim auch im Reiche des Geistes die Konkurrenzfähiakeit mit dem Ausland rauben würde. Unter lebhaftem Beifall gedenkt der Vorsitzende der Förderung, die die deutschen Fürsten der Wissenschaft hätten zuteil werden lassen, und schließt mit der Hoffnung, ein Menschengeschlecht, das wie das deutsche Volk in Krug und völkischer Not eine derartige Anpassungsfähigkeit und Lebenskraft gezeigt hätte, dürfe und könne nicht dem Untergang entgegen^ gehen. Hm Gegenteil, aus der Not der Gegenwart müsse ein neues Geschlecht heranwachsen, bas die Not überwinden werbe. Tie sich ausck>ließenden Referate deS Dov- mittags behandelten einen der aktuellsten Gegenstände unseres Wirtschaftsleben-: die Stickst off frage. Pwf. Dr. Bosch (Ludwigshafen) sprach über den Stickstoff in Wirtschaft und Technik, Vrof. Ehrenberg (©dttingen) über den Stick- stoffbedars unserer Kulturpilanzen und seine Deckung, Professor Rubner (Berlin) über die physiologische Bedeutung des Stickstoffs in der Ernährung der Tiere und Menschen. Ter letztere hob in seinem Referat hervor, daß trotz aller Friedensschlüsse unb Verhandlungen die deutsche Ernährung jetzt rwch weit unter dem Mittel der anderen Nationen stehe. Alles sei darauf angelegt, Deutschland im Zwange scUechter Ernährung zu halten: bei dsnMaßregeln der Entente zugunsten der notteidenden Bevölkerung sei Deutschland leer ausgegangen. Wenn Wohnungsnot und Nahrungszwang schon in das siebente Jahr gehen, sei es fein Wunder, daß allmählich alles mit elementarer Gewalt nach Freiheit der NahrungS- wahl dränge. Erst mit der Rückkehr zu den altgewohnten Ernährungsformen könne die große Masse körperlich unb geistig voll gesunden. Ter Volksernährung galten auch die beiden Referate der zweiten allgemeinen Sitzung am heutigen Nachmittag. Pros. Paul iMünchen) legte in seinem Vortrag ,,Neue Wege der Lebensmittelchemie" an zahlreichen Despicl-m klar, wie die Erzeugung guter und billiger Lebensrnittel iie Grundlage für den Wiederaufbau unseres gesamten Wirtschaftslebens bildet. Pwf. M. v. G r u b e r (München) sprach bann Über iorscker und Aerzte, sowie des wissenschaftlichen Ausschusses und anschließend daran ein geidTigrr Abend im SprudelhvtÄ fhtitgefimbcn Tjuttcii, wurde die eigentliche Tagung heute früh in der ersten allgemeinen Versammlung rm Koncert- Hanse durch den 1. Geschäftsführer Geheimrat Prof. Dr. Groedel, der Senrär der Bad-Nouhermer Aerzteschan, mit Worten der Begrüßung eröffnet. Einen besonders herzlichen Willkommgrutz wurde den Ausländsdeutschen entboten. Trotz aller Bedenken, die in unferrr ernsten Jeit eine w grafr? Tagung nrspr^g'ich7aim für ntf-g il' geHelden, sei eS den einzelnen SlussdiMian unter Miwrbett ber benachbarten Hochschulen ge ungen, Tie umfassenden Vorarbeiten ui bewerkstelligen. R^mer wünscht, daß die Gesellschaft fr utfdjer Na- turforscher und Aerzte stets der Stiern- und Sammelpunkt aller derjenigen bleiben möge, die nach Wahrheit und Vertiefung der Wissenschaft streben. — Im Namen der hessischen Staals^egürung begrüßte der Präsident des Lanbesbildungsamt^-s Dr. Strecker die Versammlung. Tie Tagung möge ein Symbol dafür sein, baß wir auf den Trümmern ber JPuItur, die uns geblieben sind, mietet Aufbauarbeit leisten. — Für das hessische Finanzministerium und die ihm unterstellte Bade- und Sunrmxilhing sprach Ministerialrat Balser, der wünscht, daß uns die Wisiensckiaft Licht, Ltütze und £>:Ik auf dem dornenvollen Wege des Wiederaufbaus bleiben möge. — Nachdem Bürgermeister Dr. sta y sc r den Gruß der ^tabt Bad-Nauheim überbracht, hieß der Rektor der Giefe-icr Uniacr» lität, Magnlncenz Prof. Tr. stalb fleisch, tm Namen der vier benachbarten Lwelychulen (Gießen, Darmstadt, Franfnrt, Ma.bu g^ will'vmmen uno bittet dabei, von der sich btcienten Gelegenheit, wähvend und nach der Tagung die Musenstätie ter Nacbbarstätche und ihre wissenschofiliclzen Etnriti'- tungen bequem besuchen zu können, reckt z-rttl- rcichen Gebrauch zu machen. Wenn man die Versammlung mit ihren Vorbereitungen überschaue, so stelle sich ein Estsühl ein, das wir seit 1918 nickst mehr kennen, das Gefühl des Stolzes, Deutsche zu sein Die deutsche Wisienschaft müsse jetzt zwar auch darben, aber untergeben würde sie nicht; sie würde auch in Zukunft die Welt beherrschen und wieder »um Sieg ber Mehrheit führen, ber allein ben «wahnen Frieden und Völkerbund bringen werde. — Darauf dankte ber Vorsitzende ber Gesellschaft deutscher Naturforsckwr und Aerzte, Geheimrat Fr. v. Müller (München), in seiner gedankenreichen Eröffnungsansprache der hessischen Landesregierung für das bereitwillige «Entgegenkommen, durch das die Versammlung nur ermöglicht worden sei. Es sei notwendig, vor der Oefsentlicy- 8eit Rechenschaft abziilegen, daß das Wissenschaft' liche Leben in Deutschland während des Krieges nicht erloschen sei. Das könne man mit gutem Recht von ber Medizin und auch von ber Chemie und Physik behaupten. Nicht nur die k einsten Quenten ber Materie und ber Energie, die Atome unb Moleküle, seien ber Berechnung zugänglich geworben, sondern auch die Erscheiiuingen am Limmelsge- wölbe hätten einen Wandel der Anschauungen erlebt : Der A e t h e r , der früher das Weltall erfüllt und das Licht ber fernen Sterne vermittelte, fei abgeschaffl worden Denn er sei nur eine Hypothese gewesen, die wir heute entbehren könnt?n. Ja selbst die Begriffe von Raum unb Zeit, die wir als feftftetenb anzusehen gewohnt waren, seien la. Batterien stets frisch. Mk. 3.50. 9614 Carl Schunck. Klaviere | Harmoniums werd, fatfmem-u. preiswert gestimmt u. revar. G.EbeFtJIavierBiacheF G-eßen, Piecks rage 11 Stimmer u.Neoarat.d. Fa.Rudolvh,Gteß. Abteilung I. Medizinal-Dregen Sämtliche medizinische und tectnleche Drogen, Kräftigungsmittel Stärkungsweine Die Emtshrnnfi-lgfle des deutschen Vones. Der genannte Friedsi von Versailles Hal dem deutschen Vrckte seine bisberiaen Lcbensdv- trngungen rri» Industrie- und lbandelstvlk geraubt. Für ferne Erchoumg und Erhakrimg aI-3 ein Ganzes ist seine Qrrntirung aus bem Inlaute interUtiiir Bedingung. i?eutc iino wir rat diesem Ziel er- schrecklich weit entfernt. Der Redner weist aber miiHHnlufc nach, daß die Ernährung aus bem 3nIanbc gut möglich ist, trenn hie Verbraucher jede Vergeudung vermeiden, nur bescheiden c Nal»rungswen>wn txTje'b.cn und namentlich ihr Degchnm nach Fleisch we'entlich einschrän fcn.. Nur wenn uns tue xxmdtiere nicht yUviel wegfrefsen, bleibt für uns selbst genug übrig. Dieser Sackverhalt muß auch das S.xmbdn ber Landwirtschaft befrinnnen Di.se muß vor jetzeq Störung geschützt werden. Namentlich müssen vor- läufig die g ro feen Güter erhalten bl e i b en, ba fie bie besten Lel>ensmLt1ellirieranteu ber Se«chsetzung ber Msmahlung wäre höchst wünschenAoen. Wenn die Selbsttx-rforger weniger Getreide ans Vi?h reriüthm würden, wäre die Herabsetzung ber Ausmahlung ohne Steigerung der Em fuhr von Getreide möglich. Komme Orngersnot in fchrrfer Form, io Homme niuf» die Anarchie Diese in Deutsthland wäre aber dos sichere Ende ber europäischen Kultur. verbleit, mit Muffe, 11, 13»\ 16 mm SJ)L 2.50, 3.50, 4.50 p.m gmin,guteGummi-Jfol.,M.90.—*/,m Bei Großabnahme billiger. Sonstige Materialien und Glüblampen auf Anfrage. ,Oj1sid Walleaaläller i Co, Kektromaterialien, Mannheim, Tultastr.16 Neue Nartoffel- n. Getreidefäkte (FriedenSw) offeriert bill. M. Mühlstein, | Sockgroßhandl., Gießen, Selteröweg 83. Tel. 532. MiniiiiinßiHiuiiiiiiiruttnHtinfD An- u. Verkauf von Lumpen, Eifen,Me- allcn, Knochen. Papier, «tzlafcheu, gebe. 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Für die in so reichem Maße erwiesene Teilnahme bei dem so schwer betroffenen Verlust sagt herzlichsten Dank Allen, die meiner lieben Frau bei ihrem so frühen Tod gedachten und die mir und meinen Angehörigen mit Trost und Teilnahme zur Seite standen, spreche ich hierdurch meinen herzlichen Dank aus. Wer gibt geg. g. Bezahl. Sieftcnmildi geboten. Amtsger.-Sekr. Schröder (Amtsgericht). 01578 In tiefem Schmerz: Minna Dörfner geb. Schäfer und Kinder. Danksagung. Für dienens erwiesene innige Anteilnahme bei dem und betroffenen schmerzlichen Verlust sagen wir auf dtesem Wege innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Richard Reinhardt. Gieften, den 20. September 1920. (oueie Ein Paar neue elegante BiSmarckftr. 28 II. im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Fritz Egly. Bkjs. Älteres MWrn das elwaS kochen kann, für tagsüber gesucht am-. SelterSweg 88 a L Suche zum 1. Cftober ein kbLhMwWen. Gut empsohlene bitte ich, sich nachmittags bet mir gebt, «er 'S tertianer des dies. 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Schmerzerfüllt geben wir hierdurch allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht daß mein geliebter Gatte und unser guter Vater Herr Josef Schneider M ineralwasserfabrikant plötzlich und unerwartet infolge eines Unglücksfalles von uns gerissen wurde. Um stilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Schneider geb. Eisenhut Clara Schneider Karl Schneider. Gießen (Seltersweg 83 H.), Marburg, Wieseck, den 19. September 1920. Die Beerdigung findet Donnerstag den 23. September, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. (KXbO Ahonnentensammier! Für eine gut eingeführte Versicherungs-Zeitschrift werben tüchtige Abonnentensammler (auch Damen) ür Giehen und die weitere Umgebung gesucht. Tüchtigen Personen bietet sich eine auskömmliche und dauernde Existenz. 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Ach, Tante, ich nx:iB * doch, (mctnel du hast leiden müssen un Leben 7* — aber wenn du trotzdem gut sein und Mitleid ?ticn möchtest mit den Leiden anderer — das .oare 'o schön, wie ich's gar nicht Jagen kann! Tante, Ni, ru's! Ich lasse nicht ab mit Bitten — netn — ne® — nein!" , __ Und er glitt in seiner stürmischen Ervegnng ® förer hohen Gestalt nieder und umfaßte ihre fctiejnit seinen zuckenden Armen. . Sie berührte mit einem scheuen ertretcKin ^nen Kopf S) sehr sie sich auch dagegen wehrte, btlnte sie eine gewisfe Ergriffenheit nicht verbergen ,chve Stimme klang unsicher, als sie nach einem ^rzen Schweigen sagte: „Sieb’ aus, SVinb! Später, **nn das Leben dir selbst erst einmal von seinen Bitternissen zu kosten gegeben hat, wirst du heute Drglücklichc Tante verstehen. Ich kann deine Bitte ruht erfüllen! Wir, die nur hier aus der Erde Aushalten müssen, find Menschen — feine Engel! Ab' aus und geh! Und nie mehr ein Wort van Äsen Tingen! Tu bereifest dir und mir nutzlose Dualen! jc^rit ix-?" Die Wertermittlung für da; Heidjsnotopfer. Tie vom Reichsfinan zrn m ist erium nach langer Verzögerung jetzt endlich veröffentlichten Grundsätze für Die Wertecmittelung nach dem Reichsnotopsergesetze enthalten die Richtlinien, nach denen die Finanzämter bei der Veranlagung d?s der Abgabe unterworfenen Vermcg.-ns zu verfahren haben. Sie verweisen einleitend aus den gründ- >ätzllchen Unterschied zwischen der Kriegs- abgabc ovm Vermögen szuwachs und oem ReichSnotopfer. Tie Kricgrabgabe sollte nur die während des Krieges entstandene Vermögen»* mehrung erfassen. Bei ihrer Veranlagung tonnte deshalb im allgemeinen von einer neuen Bewertung des schon vor dem Kriege vorhandenen, in seinem Bestände nicht verändenen Vermögens ab- gesehew werden, und es mußte aus der anderen Lette den Erschütterungen des gesamten Wirt- schastslcbens, wie sie durch die Nachwirkungen des Krieges und ganz besonders durch die fortschret- tende Geldentwertung eingetreten waren, in .veit- yhalbem Maße Rechnung getragen werden. Trotz tiefer Rücksickftnahrne hat es sich nicht vermeiden lassen, daß neben dem ivirklichen V rmögenszuwack^s vielfach auch der nur stktive von der Abgabe erfasst wird. Tos Reichsnotopfer dagegen wird von dem ysamten Vermögen nach dem Stande, den es am 31. Dezember 1919 gehabt Hal, erhoben, gleichgültig ob cs gegenüber der Vorkriegszeit eine Zunahme oder eine Verminderung auszuweiscu hat Von den Verschiebungen, die das Vermögen in seinem inneren Wert erfahren hat, tvird deshalb diese Abgabe nicht in dem Maße berührt, nne die- jenige vom Vermögenszuwachs, und die Gruno- sätze, die den Finanzbehärden für die Weiterermitte- lung bei der Kriegsabgabe an die Hand gegeben würben, lassen sich nicht ohne weiteres aus das Reicksnot pfer übertragen. Neben t-en besonderen Newertungsvorschristen, die dasReichsnotopfergietz selbst enthält, sind hier vielmehr die allgemeinen Grundsätze, die die Reichsabgabenordnung für die Wertermittelung der einzelnen Vermögens- beftandteile ausgestellt hat, maßgebend. Die vom Reickssinanzmmisterium herausgegedne Anw.t- sung an die Finanzbehörden beschränkt sich jedoch nickst aus eine Zusammenstellung der einschlägigen Bestimmungen, sondern sie enthält darüber hinaus die Richtlinien, wie diese Vorschriften im einzelnen »uszulegen sind. Nach § 138 Abs. 1 der RAO. wird der gemeine Wert eines Gegenstandes durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Gegenstandes und unter Berücksichtigung aller den Preis becrnflusfenoen Umftäntk bei einer Veräußerung zu erzielen wäre: ungcwlchnlickse oder ledig i 1i persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen. Tie Ziveifcls- frage, ob zu den unge.vvhnlichen Verhälttnsfen dieser Art auch die durch die Nachwirkungen des Kriege» verursachten Konjunkturschwankungen der Wirtsck-aft zu reckmen sind, wird vom Finanzministertum ausdrücklich bejaht mit her Begründung, daß als gemeiner Wert nur der Wert in Betracht kommen könne, den der steuerlickie Gegenstand am Stichtage selbst als einen dauernden gehabt hat. Ta beim Reickrsnokopier der Stick>- tag in einer Zeit der erheblichsten Geldwertscliwan- htngcn liege, könne der Preis, der an diesem Tage für ein Objekt zu erzielen gewesen wäre, trr Besteuerung nicht zu Grunde g.legt werden; es sei beim, daß es sich um Gegenstände handle, die zur Veräußerung in der auf "ben Stickstag un» nittelbar folgen>en Zeit bestimmt waren 'liefet Auffassung e-spricht es, wenn in den speziellen Bewcriunasvorschriften auSge peockru wird, daß die Gegenstände des Anlagekapitals, d. h bi. einem Vctiicbe der Land- aber Fonstwirtscha't, ds Berg.aues oder eines Gew rbes dauernd ge- rnbmcfen Gegenstände mit Ausnahme der Gruno- fiüde mit dem Ansckaf ungs- ober Äcrsellungs- pr.s, die Gegensiiride des umlaufenden Betriebs- llpitals (War n, Rohstoffe, Swlbfabri atc usw kag gen nach dem gemdi1 n Werfe L zu setzen sind. Äei der Bewertung des Anlag Lrpita.s sind autz r- fem an gemessene Äbsckrreibungen für die or.nungs- gemäße Abnutzung w berüchichtigen. Ist der wirtliche Wert zur Zeit der Bila'^aufstcllung nr- feiger als der Ansch-affui gspreis, so tmn de <5teueipflistetige Dcr.angcii, ban der gemeine Wert ju Gru b gelegt wirb. Tie zum umlaufender Betriebs a i.sl zählenden Vorräte sind mit d.m gtit. tertianer noHumsn* °Ina. ii. 100»£ Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 2f. September 1920 Eine Bewertung jum Anschaffungspreis i)i mithin ausgeschlossen Das gleiche gilt für Wertpapiere, die zum Betriebsvermögen g:hören, sie sind mit dem zum 31. Tezember 191b sestgesctzfen Steuer- kurs bzw. Steuerwert zu berechnen, gleichviel ob sie zum Anlagekapital oder zum umlaufenden Be- lriebskapi.al gehören. Aus den Bewertungsvorschriften für das Äa- kitaloermögen ist hervorzuheben, taß F o r d e r u n- gen und Schulden, soiern nicht besondere Umstände einen höheven ober geringeren Wert begründen, mit dem Nennwert einzusetzen sind. Un- beiträbbare Forderungen bleiben außer Ansatz. Ter Wert unverzins.icher, befristeter Forderungen- ober Schulden ist gleich einem Betrage, der mit angemessenen Jahreszinsen bis zur Fällig-keit die Forderung ober Schuld ergibt Bei Valuten« torberungen ist der Nennwert der Hemden ValuM zum Kurswert am Stichtag umzurechnen. Las gilt besonders auch für die im Ausgleichsbesfeu- erungsgesetz vom 12. Juni 1920 angeführten Forderungen und Ansprüche. Für die Velxrnblinig noch nickst fälliger Ansprüche aus Lebens-, Ka vital- oder Rentenversickxrungen.ist eine verschiedene Bewertung vorgeschrieben, je nackrdem bt- Ansprüch: aus Versickerungen herrühren, die vor dem 1. August 1914 ober nach diesem Beitpunkfe abgeschlossen werden finb. Im ersteren Falle sind die Ansprüche entweder mit ihrem Rückkaufswerie oder mit zwei Tritteln, im anderen Hille mit der vollen Summe der cingezahlfen Prämien- ober Kapitalbetrage anzujetzeu, deutsche Gold- und Silbermünzen sind mit ihrem Medallwert zu veranschlagen. Bei der Bewertung von Grundvermögen spielt eine besondeve Ralle der Ertragswert, der an Stelle des gemeinen Wertes zu Grunde zu Legen ist bei Grundstücken, die dauernd land- ober forstwirtschaftlichen ober gärtnerischen Zwecken zu bienen bestimmt sind, sowie bei bebauten Grundstücken, die gewerblichen oder Wohnzwecken dienen. Auch bet der Ermittlung des Ertragswerts sollen lediglich vorübergehende Ertragssleifferungen ober Ertvagsminderungen außer Betracht bleiben, da als Eriragsw^ri das Zwanzigsache des Reinertrages anzusehen ist, den die Grundstücke „nach ihrer wirtsck-a'tlichen Bestimmung bet ordnungsmäßiger oder gemeinüblicher Bewi.tsckastung imicr gewöhnlick^n Verba.tnifien mit entlohnfen Arl^ertZ- h:äffen im Durchschnitt nachhaltig gewähren können" (8 152 Abs. 3 der Reicktsa^gabenordnung) Tie Rickst.'inieii des Finanzn.r i emums te i n» men, daß, wenn auf der einen Seite die vorübergehenden Preissfeig rungen ztrar unberücksick.ttgt zu lassen finb, so müsse doch damit geredjetet .oer- den, daß die Preise für die Dauer weentlich er- hölst bleiben. Die Einstellung der Fnedenspreise fei ebenso ausgeschlossen wie es sich verbiet.-, die Veranlagung zum Wehrbeilrag a s maßgebend an» zuerkennen. Als Ertragswett kömie nicht ohm- weiteres das Zmanzigfack>q des Reii:erirag>es irgend eines bestimmten Jahves angesetzt werden, vielmehr bedürfe es stets der Festsfel.ung ei.-es Tucch- schnitlserlrags. Die Voranlammgr-behörden werden demgemäß angewies-.n, Nonnalsätz!' für d n Ertrag tx r Grundstücke ihres Bezirks festzustellen. Zu diesem Zwecke sol en bcstimmfe (ßrund 'ücke oder wirtsck'astückn' Einheiteiz, deren Bevirtschas- tung in ordnungsmäßiger und gemetnüb td'er Beist- erfolgt, unter Zuziehung von Sackwemändigen au* ihren im Durchschiitt der Ja^rre 1914 bis 1919 erzielten Ertrag sorg ä trg gep.ü t werden. Vfi der Berechnung des ironna e i R i-ert.ags sn.b vom Rolxrteag al.e Kosten abju ie e i, die aui» gewendet rocrien müssen, um mit en lohnten pem» den Arbeitskräften Den Rolxrtrag zu erzielen. Wenn sich Elrnndstücke nach ihrer Lage irtb Ve- friwf fenbeit von den E>rundstückcn, biv bi d r Feit- fetzung ron Norma! ätzen mgrund ge e t wiro n. wesentlich unterfdeiben. >o l ein ^ui.tz a i bzro. ein Abzug von den 9ä)rnialsätzen gemacht iverbcn. Besondere Bestimmungen g Uen rür die Er - werbsgescl scka'te -, zu :«e en in erster Li ie dr i läi d s.i> n ft enge elf a :e , 1 om m it e e - schaffen aus Aktien, Ko o-.'.ia g sells »a" e , G el • schafti-n m b. £), Verii> »eru. gsvevein- an Grg- n festig feit, gewisse eingetragne &e:to"femicxil.n un. strebtlanstalten, Berg^.ngese lschaft^i u. a geböten. Tiefe Gesel sck-a fen si d mi t rem g - amten beweg ickten und un en g i e*. Ge ell- cka twermögev abgabepllickr tg Das a b n Vo - schrisfen des Reichs- 05 Pfe.ge tzes e ge el tc Rei - • mögen ist mit seinem ool.eu Wcr.e anzusetzen. Insbesondere sind die stillen Reserven zu> Besteuerung heran zu ie'cn Beitrag von 1OOO Mk. sür bat .Hauptanschluß und von 200 Mk. für ben Nebenanschluß aus die Tauer von 10 Jahren für ihn bei der Post ein» zuzahl-en Ter Teilnehmer verpstichtek sich als Gegenleistung hierfür eine viertellährlicke Vergütung z. Zt. von 8,75 Mk. feit ie 100 Mk. zu zahlen sowie eine einmalige Einschreibcgebühr von 20 Mk. Hat der Fernsprechteilnehmer diefen Kreditauftvag bei der Post gestellt, so kann er das wfttere abwarten. Tfe Post zieht die einmalige Einschreibegcbühr ein, ebn so die Diert l ä rit.lim, postnumcva do zahlbaren Vergütungen g eid^citig mit den Fernspreck-gebühren. Wenn ter Femspreck-feilnohrner teil Anschluß vor Ablauf 'der zehnjährigen Frist aufgibt, so zahlt die Post den Beitrag an die Deutsche Boll's- versicherung zurück und der Fernspi-echfeilnehmer ist für die Eünftige Zeit von jeder weiteren Verpflichtung b'sreit. Er kann seinerseits auch zu jedem Quartalsersten den Beitrag bei der Poft selbst ein^ahlen und daurch das Veriragsvethältnis mit der Deutschen Bolksversiclstrung beenden. Ter bequeme Weg und die in heutiger Zeil für die Gescksti'tswelt günstigen St.ebitbeOingungen haben, wie wir hören, zu einer starken Inanspruchnahme ge"ü rt; auch Großunternch- mungen, die jedes K'reoitbcdürfnis in beliebiger Äöhe anderweit würden decken können, haben sich bei der Regelung der Fernsprechanleihe der Deutschen Volksversichermi-e bedient. WTB. ** Amtliche Personalnachrichten. Ter Mini^terialsel.'retär bei der Registratur deS Stoa smiinsteriums Ernst Prinz wurde am 15 September 1920 mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 ab zum Borland der Rcg.stratur des Staats- Ministeriums ernannt. — llebertragen wurde am 9 September dem Lehrer Wilhelm Geiß zu Gelnhaar eine Lchrcrfe.lle an der Volksschule zu Ufentom, Kreis Bü ingen. — Der Vor.janb ter Regi ratur d s Stgatsministerrums Reckmungs/at Viril vv Spamer wurde am 15. Sep.ember 1920 auf sein Nachsuchen un er Linerkennung feiner dem Staate gst- isteten Dienste mit Wirkung vom 1 Oktober 1920 an in den Ruhestand versetzt — Er- le.'igt ist eine mit einem evouigelischei'. Lehrer zu bei tzende Schulieelle zu Daubnngen, Kreis Gießen. i:* Vriefmarfcnnertoirrung ohne End e. Die Briefmarken der Pfennigmerte der Reichspost sind jetzt bekanntlich mit demselben Bilde in zwei verschiedenen Farben im Verkehr. Die Marken zu 7y2 und zu 10 Pf- sind beide orange, die zu 5 und zu 20 Pf. saftgrün, die zu 10 und zu 40 Pf karminrot, die zu 50 Pf. hellviolett, die zu 20 und 80 Pf beide dunkelblau. Da die Zahl auf der Germaniamarke verhältnismäßig klein ist, so wird sie naturgemäß nicht immer beachtet und die Werte verwechselt, nicht bloß vom "Publikum, sondern auch oon den Postbeamten. Es ist bereits dazu gekommen, daß Sendungen zu Unrecht mit Nack>gebühr belegt wurden, weil der neue Wert der Farbe nicht beachtet wurde Das Reichspostministerium mußte deshalb schon den Postanstalten die größte Sorgfalt bei der Prüfung der Frei- gcbühr und der Wertzeichen zur Pflicht ma- d)cn, auch um Schmälerungen der Reichscin- nahmen zu vermeiden. Der Wechsel der Farben wird mu der Bestimmung des Weltpostvertrages begründet, daß die Werte zu 5, 10 und 25 Rappen grün, rot und blau sein müssen. Man hätte trotzd^in für diese drei Farben für die augenblicklichen Gegenwerte neue Farben tone wählen können, ebenso auch für die übrigen Werte. Sie schob ihn om sich and griff wieder nach ihrer Arbeit. Er sprang aur 'und rief: „Da sollst mich |o nicht fvrts cknckckn, Tante! Ich gehe auch nicht — nein! Ich bin Renas Bruder — und ich trete für sie ein!" „Schweig jetzt —" Die Tante sagte nichts mehr, sondern fchritt nach der Tür ihres Schlafzimmers, als wolle sie durch ihre Entfernung dem Gespräch ein Ende machen. Ter Schüler nxrrr sich ihr aber in den Weg. „Geh nicht fort," flehte er. In tTJfriyr Sfcr- yociflung richtete er sich bann aur einmal kerzengerade aut. Seine Äugen sprü trn. „Ich laste dich gar nicht fort!" ries er mit einer Stimme, die in ihrer wilden Entschlossenheit ganz öertr.i* bett klang, tief 'und stark. „Siehst du, Tante, roemt du nicht in Renas Glück willigst, dann, tu ich etwas —" „Was — ?z , „Ich schwöre, tafe ich's tue! Am unteren Turm geh ich hinauf und stürze mich herunter: Wenn ich bann tot bin, wirst du schon barmherzig sein gegen die arme Rena!" Ein dumpfes Schweigen entstand. Endlich sagte die B.inde mühsam: „Ter Respekt vor meinem weißen Lxrupt, du Küidskovf, sollte dir berbiden, faldje Schirze auszuiprechen." ,feZch scherze nicht! Du wirst ja sehen." Er packte nrit seinen zitternden Diab?ichch'.den den Arm der alten Frau. „Tante, willst du gut mit Rena fein? Willst du ihr das Wort zurückgeben, das sie so unglücklich macht?" Die Minde befreite ihren Arm. Ihre Strmme groLfe: „Wie darfst du dich so gegen mich betragen? Komm zu dir!" „laute, wirst du tun, um was ich dich bitte?" taugte der iriiabe noch besch.vövenfe-r — wie ein Schvri voll unsäglicher Seelenoual Lang die Frage. „Nein!" „Tann tu ich's! Ich tu's! Ich Kinn nicht anders! Ich stürze mich von unserem Turm yei> unter! Denn es geschehen ist, Tarte, dann ivird drin hartes L>erz —" er konnte nicht aussprechen, ein trockenes Ausschluchzen der Verzweiflung erstickte seine Stimme. Er eilte jur Tür. Bon bart aus würgte er noch hervor: „Grüße mir Rena — sage chr, daß ich's tat, nx.nl ich sie über alles lieb habe —" Nun war der arme June am Ene mit seiner Selbstbeherrschung. Er riß bie Tür auf und stürzte hinaus. Einen Augenblick stand die Blrnde regungslos. Aber in ihrem sonst so starren, weißen Gesicht spiegelte sich der furchtbare Kampf wider, den der davonstürzende Knabe mit seiner Todesdrohung in ihrer Seele aufgewühlt hatte. Wie ein Ritz ging es durch die marmornen Züge. Wenn die großen Augen darin auch tut waren — erschütternden Ausdruck, gemischt aus Zorn, Schmerz und Entsetzen, mochte selten ein Menfchenanllitz gezeigt haben. Jetzt taumelte die große Frau zu der affen* gebliebenen Tür, fiel über die Schwelle, raffte suh wieder auf, suchte einen foult an der Wand und rief währenddessen zu der Turmtreppe hin: „Mar komm zurück — ich habe dir etwas zu sagen —'* Tie emporstürmenden Schritte am den Stern» stufen hielten inne. Zögernd kam der Schüler zurück. Sein keuchender Atem flog j>rau5. Noch AreiS Schotten. ed. Eschenrod, 19. sept Tiefer T-chv fand im sehr geräumigen Saale der 1. Schul klaffe eine musikalische Äbenbfeier statt. Konzertmeister ctumpi von der Komischen Oper m Essen, der hier im Vfaribaulc zu Besuch weilte, stellte seine Kunst in tvn Dienst edelster Volte* Unterhaltung. Von unserm Pfr. Stumpf wurde er aus dem Klavier begleitet. Gedichtoorträge, von ben Schülern gesungene und gcmrinlanw Valls- lieber umrahmten die musitalffckvn Darbietungen. In seiner Aniprackte teilte Pfr. Stumpf mit, daß im kommenden Winter öfters Mustk- und Vortragsabende veranstaltet würden, Mmal im abgelegenen Vogelsberg ein sehr großes Bedürfnis nach edler Unterhaltung rorbaaben fet. en. AuS dem Vogelsbergs 20. Sept. Die nun soweit abgeschlossene Vr om beer* e r n t e gewährte der geringeren heimischen Bevölkerung gute Nebenverdienste. Die Beeren waren in diesem Herbste so gut geraten, daß geschickte Sammler täglich bis zu 40 Pfd. pflückten, die zu 1 Mark ba$ Pfund in die kleinen Städtchen aebracht wurden. Einzelne Familien sammelten insgesamt einige Zentner. Starkenburg und Rheinhessen. un. Darmstadt, 19. Sept. Ein sonderbarer Heiliger scheint der dahier in guten Verhältnissen lebende, ein Konfektionshaus betreibende Peter H ö r t in der Grasenstraße. Er hat unter großen Unkosten ein Buch herausgegebm, in welchem er die Rettung der Menschen in die wahre Freiheit versucht und bie volle Wahrheit übet bi e SchuId am Weltkriege mitteilen will. Mit einem Aufwand von mehreren Tausend Mark für Saalmiete, Annoncen in hiesigen und auswärtigen Blättern veranstaltete er nun im großen Saalbausaal einen Lichtbildervortrag, in welchem er alletei verworrenes Zeug übet den wahren Geist der Liebe, über das Planetensystem usw. aus verschiedenen Büchern vorlas, den er aber nach einstündiger Tauer infolge der Unruhe abbrechen und das Eintrittsgeld zurückzahlen mußte. Die Zahl der Gäste batte nur wenig über 50 betragen, die aber trotz aller ernsten Worte des Wahrheitsapostels vom bösen Geist besessen blieben. Hessen Nassau. Differenzen bei drr Fransfiirter Stroßenbnhn. st». Frankfurt a. M, Freitag abend farch eine Versammlung der Strafe-nbah.ier statt, in der Kenn.nis von den Verhandlungen ihrer Vertreter mit dem Oberbütgetmei er wegen b r an* geordneten Derkü zung b:r Ardci szeil, durch die Gmlafüngen vermiede > ne den s l m, genommen wurde. Noch dem Bericht der Vent.ter, die mit- tciltni, daß die Verhandlungen k in Ergebnis gezeitigt hätten, wurde eine Entschließung angenommen, in der schärfster Protest gegen'bie Maßnahme der Arbeitsstteckung er« b.iben wird. Mft dem Verband der Gemeinde- und Siaatsarbeiter soll sofort in Verbindung getreten wer!en, um mit ihm über geeignete Mastnahmen zur Jperb/ifülnimg der Auslobung bet tKTtiirjten Arbei szeit zu beraten. Auch die Stadtverordneten- uerfammlung wird aufgcfoibert, zu der (frage bet Arbeussrreckung Stellung zu nehmen. * mc. Frankfurt a. M., 19. &cpt. Ein« socvm. „S t a b t m i f i i o n" nn bi tz! bei er Ad- trilung f.'T G«sck»le d s. ante des Wohl a rt.amtet gegründet. Aelle re Tarnen und .Sxrren sollen aut ben Straßen an Jugendliche beiderlei Geschlechts h-rantreieu inib sie auf die Gefahren der straffe aufmerk am machen. Man ver p i rt sich ixni der Ncueinrichtuiig eine wesenlliche V-rbcflfrang des sittlich e Lebet:s mc. Frankfurt a. M, 19. S^pt. JJlit einem Vor trag des Vürgerin-riterd Gräf wurde heute abend der Kongreß zur Ausbüdung und Forderung der Wohlfahrtsämter un Bürgersaal des Rath, ui es erdferet. Aus grnz Teutsch a rd sind zah rei e le Ine ne, nameiullch Bürgermeister und Magi.tvaism.t^ltrier der Städte, Gingetrofieit. mc. Kassel, 17. Sept Der Landes- ausschuß hat 90 000 Mark zur Verteilung an bie leistungsschwachen StTcifc des Regierungsbezirkes bewilligt Es erhalten davon G^wsfeld ^053 Mk, Efckjwege 2949 Mk, Fran- kenberg 5<81 Mk., Grafschaft Schaumburg 6249 Mk, Wolshagen 5161 Mk., Melsungen 5431 Mk , Hünfeld 5069 Mk, Kirchhain 4888 Mark, Schlüchtern 4662 Mk, Schmalkalden 4424 Mk., Rotenburg 4326 Mk, Homberg 4296 Mk, Gelnhausen 4261 Mk., Fritzlar 3705 Mark, Hofgeismar 3584 Mk, Fulda 3415 Mk., Witzenhausen 3411 Mk, Marburg 3377 Mk., Landkreis Kassel 3050 Mk. ehe der Knabe ganz herunterg^sti:gen war, fragte er in scheuem Unglauben: , Ta te willst du — ?" Tie Blinde gebot: „Geh hinunter in die Wohnstube Warte dort auf mich. Ich habe eingefeben, du bist fein Kind mehr. Ich mutz mit dir fpredfen wie mit einem Erwachsenen. Latz mich mit drr zu Rate gehen, wie alles werden soll. Ich fe-mme dann hinunter und bringe dir meine Antwort." „Ich — baute dir — Tante —" Tie Blinde gmg in ihr Zimmer zurüa und verriegelte Die Tür hinter sich. Ter Schüler stieg langsam treppab. Wie tn halbem Traum ging er. lieber fern Gesicht, das in der fürchterlichen Spannung vorher hart und eckig geworben war, lagerte sich ein weicher Glanz hin. Tas Leben war ihm gcfdxmlt — er fühlte es — ach, und bas Leben ist so schön, wenn man jung ist und das Herz voll blühender, glühender Wünsche hat! XV. Lange mußte Max Bodenbach in der großen, stillen Wohnstube warten. Ter Abend war hereingebrochen, als die Blinde endlich herunterkam. Sie fragte: „Wir sind doch aHetn?" „3n, Tante," gab der Schüler zur Antwort „Gut, dann setze dich an das Schreibpult. Es ist wahrschrinlich, daß Rena mehrere Tage fortbleibt. Sie soll aber van dem sie betreffenden Entschluß, den ich gefaßt habe, möglichst bald tn Kenntnis gesetzt werden. Darum wirst du ihr m meinem Namen schreiben und ben Brief gleich zur Post besorgen." (Fortsetzung folgt) ICircbc un- n Annerod, 19. Sept. Bei reger Beteüi- girng berGcminde nahm das heutige M i s s i o n^- f e ft einen schönen und >? r.eöigenben Verlauf. Kraftvoll b.’g eit ten die vereinigten Posaunen- chöie von K.ein-Linden inti) Dateichosen die Gesänge der F-eftgemein-re, und aufmerksam folgten die Zichorer der Predigt des Pfarrers Hartmann von Alten-Buseck und der Wifprache des Millionärs Waltl-er von Beuern. Unser Mädchenchor und der Sdftiferchor hobm die Stimmung dui'ch ihre Gesänge. Tie Kollekte betrag 358 Mk., für verkauf e Mifjionsschriftcn gingen 38.75 Mk. ein. ± Ettingshausen, 19. Sept. H ute fand die Einweihung unsrer neuen® t o den statt. Nack dem Fcstgotcksbimst rouroen die G.ocken mm erstcnma -um And.nken an die im Weltkrieg gefallen.n Söhne der Gemeinde geläutet. Die Glocken stammen ou-5 der G ockengiesterei F. W. Rinker in Sinn. Tas sehr harmonisch.' Geläute gefällt al'gern in Tie erste Glocke trägt die Aufschrift: Seid fröh.ich in Hosnung, geduldig in Trübsal, Haltei an am Gebet!, die zweite: Rufe mich an in ter Not!, die dritte: Aus schwerer Seit 1914—1920 Tie dr.i Glocken kommen auf 52 000 Mk, außerdem wu^d' die noch übrig» geb.'iek^ne kleine Glocke an di" Firma abgetreten. mc. Darmstadt, 19. Sept. Die hessischen Lehrerseminare werden ab Ostern 1'j21 in ine „Deutschen Oberschulen" umgewandelt. Ihr Abbau wird jetzt schon in Angriff genommen. Gl.ichzntig haben im Mini- sterinm auch Beratungm geschwebt, ob man an Stelle d r Osterversevungen nicht den Schluß des Sch i jah es au! den Herbst verlegen solle ^as wur.e aber aus manch rlei Gründen adgeteM Ittrgmfdttes. * Ter Kamps gegen den Fufel! Der 5. Ausschiß des Reichstags (für Volkswirtschaft) hat vor einigen Tag n einer Erhöhung des Ma'z- Kontingen'es und der Herseel u ig eines acht- pio einigen Vollbieres neben 'em bi herigen Ein- sachbrer zugestimmt Für bi'feil Entsch ust ist. wie > bei den Vorb spr ch m ;e i im Reicks ni nisten nm für Eni ähr- und Lani wfrt chait zutage trat, regicrung.j itig die Erkenntnis maßiebend gewesen. daß di' zur Zeit ravide Z.mahme des Schiiapsver '' ancks nur durch sch eunigc Herstes um g po lw r igm Bieres praktisch und erfolgreich bekämpf' w rden kann. Der Genuß von Schnaps in Ermangelung gelia tvollen Vollbieres hat in der Ta in den legten Fahren so bedenk ich um sich gegriffen, daß dem Entschluß des Reich tag ans'chuf. s vom Standpunkte einer nerniinf ig n Einährungspo.itik nur beigestimmt werden kann. ----- Märkte. mc. Frankfurt a. M., 20. Sept Ter heutige A r d e i t s p s e r d e m a r k t war nicht,sehr stark b'schickt. Es standen img säh>. 1700 Pferde zum Verkaui, meist mittleren und schweren Schlages.. Die Preise hie.teil sich auf der alten Höhe. Gute Tier wurden bis zu 25 000 Mk. bezahlt, geringweitigere kostete immerhin noch 12 bis 1.5001 Mk Schect'te imd ölt rr wu-den mit 6000 — l2 (XX) M'k l-ezahlt. Unter 6000 Mk. waren keine Ps r.>e tüiflich. Nach Schachtpferden war ziemliche Nackirag-e, doch wurden V rmex. c Deutsche P troleum 1'2^». einzelne 9-^''ian:vertc traten mieber durch nun gen u , dazu cebö Rl>ciustahl 4>:wnix Bo u.i :522, Harvener 377, Boch .i.l 670, während Westeregeln auf 900, LauraHütt: 39J zurückgiugen. Hapag behaupt t 190. Nordd. L.oyd mit ISS1/-? 1 Proz. niedriger. Banka:ti n fest. Deutsch' Bank fliegen auf 30-0, plus ö Pwz. Lebl>alle Käufe fanden in Siemens Glas 465, plus 15, Kalkwerke! Dornap 48 , Yllls 15, Kammgarnspinnerei D isers- lantern 44.5 rationiert, plus 21, Zellstoff Ä chaffen- burg 442, Pius 12. Spiegel u Glas 368, plus 13 Proz., statt. Schalle et ichwächten sich 1 Proz. ab. 220. 3proz. Neichsanleih', welche angebotem waren, verloren ca. 3 P o.;., 633/4, 3proz. Prenß. Eonsols 623/4 (minus 1 Pwz.), 5proz. Reichs- anleihe 79V2. (BeTS •RrT 20. Sept. Aui einigen Gebieien fanden Glattstellungen und damit Kursabschwächungen stall, Lideripätts setzten sich aber die Kurssteigerungen unier Führung einzelner Papreve fort. Das Geschäft war anfivankungen erheblich abschÄchien. Färb- unb Elektnowellke waren zu mein wenig verändert, ^chsfahrlsoknen waren übenviegend mäßig abb.schwächt, tod> ioaren Maschinen, 'Dee all und andere Nennwerte werter fest, namentlich Gebr. Bö'hller und Zellstoff Wald- lws. Bon Kchiwer:en sprangen Weueregeln 50 Prozent in die Höhe. Valutawerte ivaren im Ern- llang nn. den etwas schwächeren Au^landsdevisen f.itl und vorwiegend abg-esdrtvächt, be onders Mrxi- laner. Deu.sche Bank waren 7 Prozent höher. 3pwz. Nllickstsarüeihe gaben von ihrer vorwöchent- lidien St.igerang wieler -ettvas her Die zu Ein- liellskurien g.-handelten Induslriepapiere sind an- dai^rnd lebhaft, doch sind neben weiteren Kurssteigerungen aildi Kursrückgänge zu verz tebnen. Frankfurt a. M., 20. Sept. Börsen- stimmungsbild. Tie schwache Haltung deS Devisenmarktes trug zunächst eine gewiße Unsicherheit in den Verkehr, so daß Auslandswerto ihre Abwärtsbew gung fortfehteu. Gewinnreall sationen weidon ebenfalls vielfach vorgenommen. ; Deutsch Uebnfce Eort. lagen im Angebot 1002, i stellten sich somit 58 Pwz. niedriger. Schantung- bahn 650, gaben um 8 Pwz. nach Baltimore Ohio wurden -ebenfalls niedriger gen.. nt Unter 989,- 991,- 959,- 9ol, - 26.97 27,03 26,47 26,53 27,22 27,28 27,72 27,78 83,02 83,22 83,02 83,22 21,48 21,52 21,47 21,53 VSrsenkmks«. Frankfurt Berlin Schluß- Abenb- Schluß- Schlutz- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum 18.9. 20.9. 18.91 20.9. 56/nDeut.flriegsanL 79,50 79,50 79,50 79,50 4°^Deut.Ncichsanl. -- . ee 68,- 68,75 3°/„Deut.Neichsanl. —— . — 63,75 — 64,- 4°/n Preuh. Konsols — . — —- - — 70,12 69,- Darmstädter Bank 156,- ee , ee» 154,50 155,- Deutsche Bank . . . —. — 300,- 293,- 300,- Disconto- Gesellsch. — - — 215,- Dresdener Bank . — . — —- - * 184,- Nationalbank f. D. — » ■■ — - e* 156,- 156,- Mitteld.Ereditbank — _ E» 146,50 148,- H..Amerik.-Paketf. 188,50 190,- 191,75 189,75 NorddeutscherLloyd 195,- 186,50 188,50 187,75 Boch.Gußsta'ylwrk. 695, - 690,- 693,- 680,25 D -Luxemb Bergw. 329,- 329, - 330,12 329,87 Gelsenkirch.Bergw. 339,- 3 9,- 336,- 339,75 Harpener Bergban —. — 377,- 382,- 370,- Obe schl. Eisen x B. 273,- 271,- 273,- 270,- Oberschles.Eisenind. — . ■■ 277,50 266,- 280,- Hhönix-Brgb. Akt. 505,- 521,- 510,- 510,- Bad.Anilin-u.Soda 497,50 — . ■* 499,50 499,75 PöchsterFarbwerkr 387,- 379,75 384,- 377,- äkh;r. A. E. iß... 307,- 305,- 304,- 302,25 Schlickert-Werke. . . — 220,- 221,- 218,- Felten- (BuiJeaume —» _ —■ —— _ MSI 466,- 463, Daimler...... 214,- 225,- 219,50 228,75 Bud.-Eisenw.'Ant. 434,- •w —— 433,- 426,- Adlerwerke .... 256,50 260,- 260,- 257,50 4°/05ci{.5tciatsanL — . — — . — 77,50 ElectronGriesheim 3n,50 — , — —. — 337,- Marluotierunzea. Datum: 18.9. 20. 9. Illrl» . e . . 9 - 9,- Amsterdam _ e M » ■ 4,62 4.85 Kopen agtn. . . .. ä . • ■ 11.- 11 10 Stockholm. ..... . . . 7,50 7,20 ........ 468,50 —, — (In einem Teil der AuNage wieder hol t.t Vrnähsunasirastkn im Unterausschuß des Nfichaw'irtichn'tsriUks. Berlin, 18. Sept Der Unterausschuß des Ri^swrt afsate. ür i'anb irt chas! u id E- näi 'ung fa io(g n’en Antrag des Oberbürgermeisters Mitzlan er.stimmig a genommen: 1. Tie Zage M: deutsck.vn Vollswirtsdoft und d r Sta-.rd der heimischen Ernte gestatten zur Zeit noch nillck. die Z^vcnigs'rnrtsd-a-t des Getreides anfzul-eben, auch ist es nicht angängig, den bere-drtigteit Wünsdien r-ad) Erhöcku. g der Brotration g- genwärtr'g schon stattzugeben. 2. Um die Brctversargung Ser Bevölkerung zn sidxrn, ist es burdyiuA erforderlich, last die z-ur Durst^ührnng lxn Zwan swirtsd/all erlaßenen Borsdriseu mt allem. Nad^druck dnrdi>geführt werden und das Brotgetreide, soweit es irgend möglich ist, i>T Bv>t- t igntaren» u d Nährmi 11 elbeveitnng Mge u rt und nicht anderen Zwecken überlass- n werde. 3. Gl-1 V zeitig ist es nötig, daß alles getan wird, dve landwirtschaftliche Pwdukii.m besonders durch För- sow bar, daß die Freigabe der Sdpnal-bewirtschn- tung vom 1. Oktober ab beabsichtigt war, daß sich aber mit Rücksicht auf 'den Devisenmarkt noch sinanzpolitisd^e Bedenken ergeben hätten, so daß das Reichsernährungsministerium die freie Wirtschaft mit dem 1. Oktober nad? nicht zulasten könne. Es sei jedoch M hoffen, daß sie vielleicht unter einer gewissen Kontingentierung der treten Einfuhr zum 1. Dezember ein geführt werde, falls der Handel bis dahin sich auf die Einfuhr und auf die Versorgung der deutschen Bevölkerung etn- iMIen könne, lieber die Milchwirtschaft wurde folgender Antrag angenommen. ES wird folgende Äenderang gefordert: 1. Abgrenzung von Wirtsdxrftsgebieten nach den Gesidstspunlten der BerbraudvrPopfzahl und der Pr^>uktion und Zu- snhrrnöglidfck iten unter Jallenlafsen aller politischen Fandesgrenzen, 2. Forderung deS Absdilnsses von Mild-lieserungsverträgen zwisllen Er-mgern und Verbraucherzent en oder Ver- braudvrorganisatiionen auf der Grundlage freier Preisvereü'.barungen unter Be-ückfidchrg'mg der Er- zcugungsverhältnisse größerer Erz^ugungsgebiete,- 3. Stceitigfeiten bet Durchführung soldxr Verträge sind von einer Schiedsstelie zu begleidjen, die aus Bertretern der Behörde, der Erzeuger und Verbraucher zusammengesetzt ist. (" ;t Sicß dei- Arbeitcrsorderunsten in Italien. Rom, 20. Sept. (WTB) Havas. Im Ministerium hatte Giolitti eine Besprechimg mit Vertretern der Industriellen und Arbeiter unter Teilnahme der Präfekten von Mailand und Turin. Giolitti betonte in seiner einleitenden Rede, daß der Geist der Mäßigung notwendig sei, um l die schwere Krise zu einem glücktid)en Ende zu I bringen. Tann wirrden alle in Frage kommenden \ Punkte eingehend erörtert. Bezüglich der von dm i Industriellen für notwendig erachteten Arbeiter- ! entlassungen schug Giolitti eine ver>ähnlichere For- . mulierung vor, worauf die Vertreter der Industriellen und die Vertreter der Arbeiter getrennt berieten. Nach Wiederaufnahme der gemeinsamm Besprechungen erklärten die Vertreter der Industriellen, daß sie die Formulierung Giolittis nick annehmen könnten, sie aber wohl über sich ergehen lassen müßten. Giolitti erklärte daraus, daß er die Verantwortung mit üb.rnehmen würde. Nach Schluß der Sißung wurde ein Dekret veröffen-t- licht, in dem es h.ißt: Da die gewerkschaftlichen Verbände eine Kontrolle der Betr iebe zum Zwecke der Steigerung der Produktion und Wiederaufnahme des Wirtld^ists- lebens »x'r'ongen und der Verband derJndustciellm sich der Einführung dieser Kontrolle zu besagtem Zwecke nicht widersetzt, wird ein baritätifdjer Aus- schuß gebildet, der Vorsch.äge rniterb-eiten soll sm einen von der Regierung auszuaröeitenden Gesetzentwurf. Die Organisation der Inoustrie soll aus der Grundlage der Beteiligung der Arbeiter bei bei tedoiischon und finanzi llen Kontrolle sowie in der Verwaltung der inou"trief en Unternehmungen vor sich gehen. lZluch in dm Fragen oer Arbeitseinstellung n bzw. Enllafsungen sollen die Arbeiter zu Rate gezogen werden. Ein ifenVafjnnnnfüff. Fri,.'drid;s e(b fahrender Güte rzug auf einen muß von der Reidrskasse gedeckt und samit von b:r einer sclflver verletzt. Ae zt i.he Hilfe !t>ar alsbald zur Stelle. Fov.»motive und meh evc Wagen jinl> Unb raus schuß von fünf Mitgliedern etngesttzt, der entgleist. Hilfszüge sind von Mauick-um uni,1 Karls- die Mit.el und Wege prüfen soll, wie dir Znmngs- ruh? abgeg-mgen. Ter Dur g ngs e H)r Mann- ivirtsckaft für Getreide aufgehoben werden kann. Bci Besprechung der Mild)- und Fett wirt dernng der künftlid>en Düngemittel zu heben. 4. Was aus der einheimisdien Ernte nidst bereit geftert werden kann, muß durch Einfuhr von heim—Karlsruhe wird über Bruchsal umgekitet oder der Verkehr durch Pe>id-llbet ieb au treckt er« Allgemeinheit getragen w.-rden. Es wurde ein f d) a r t legte der Feiler der ReillÄlettstelle v. Fep lwllen. Eine Unterfudrung ist ei *g>?f i ;-t worden. Karlsruhe, 20. Sept. (WTB.) In F ri e- brichsfeld frhr in der Nackst zum 19. Sep- t-miber, 1.35 llhr früh, ein vvn Mannheim nach ausländischem Getreide beschafft wrbe^i. Ter Mehr- F.lckTck-lckck '_____' . "7 ll l _____ l - l preis dafür darf jedoch nicht den Berbraud-ern! i n der Station haltenden Güterzug durch Erhöhung dr B.-otpreife aiferkgt, faitbrrn auf. Tv i Eise bahnbed im ell tvurCei getötet, behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. Am Mittwoch den 6. Oktober 1920 vormittags 10 Uhr sollen auf dem Gemeindehaufe zu Trals-Horloss die auf den Namen der Fritz Hille Eheleute in Häselrieth eingetragenen Grundstücke, nämlich: a) Gemarkung Trais-Horloff: 1. Fl. 1 Nr 289'/,g. W ese amSteinheimerWeg 861 qm 2. Fl. 1 Nr. 404. Wiese in den Iickwölfen 1437 qm b) Gemarkung Inheiden: 1. Fl. 5 Nr. 104. Acker im schmalen Feld 5575 qm 2. Fl. 6 Nr. 25l/,n. Acker am dicken Stein 4242 qm c) Gemarkung Feldkeim: 1. Fl. 6 Nr. 119. Acker in der Wasserlache 6479 qm unter den ortsüblichen Bedingungen zur öffentllchen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. Hungen, den 7. September 1920. 10027D ______________Hessisches Amtsgericht._____________ Der Plan über die Herstellun^von unterirdischen Telegraphenlinien in Gießen liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab 4 Wochen aus.lO939D Friedberg (Hessen), den 21. September 1920. ______________Telegraphen-Bauamt.__________ Bekanntmachung. Der vom Markvorstand beratene Voranschlag der Mark Bellersheim für 1920 Rj. liegt oom 21. September an eine Woche lang zur Einsicht der Interessenten auf meinem Bureau offen. 10033 Bellersheim, am 19. September 1920. Der Markmeister'. Bopp. Frische Fische! Mittwoch frnb 9 Uftt ciutreffend: feinste Helgoländer 2lnaelichellfiiche l*/<—4pfünbia. Frische FischkotelettS. FrischeBoUbücklinge beuteeingetroff. VcSIhermge neue Holländer 3 Stück M. 3.50 arofte Norweger 3 Stück M. 3.50 Einstes neues Sauerkraut 70$ fs. ungesalz. Margarine Gebr.Berdux,ML I. 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