Montag, 21 Juni 1920 170. Jahrgang Erstes Blatt drei Parteien verwirklicht werden könne. für den Rücktritt des portugiesischen Kabinetts« Lissabon, 19. Juni. (Wolff.) M. Kabi^ nett ist aurütf getreten. lands. Sie Müssen den Beweis erbringen, daß ohne diese Wiederherstellung unserer Leistungsfähigkeit auch unsere Zahlungsfähigkeit nur auf dem Papier bleibt, daß jede Festsetzung unserer Verpflichtungen völlig nutzlos ist, wenn Man uns nicht die Mittel (in die Hand gibt, unsere Wirtschaft wieder, in Ordnung, unsere Bevölkerung zu regelmäßiger und genügend ertragreicher Arbeit zu bringen. Die Initiative zum produktiven Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Welt muß in Spaa lin den Händen unserer Vertreter liegen. Sie müssen dort sogleich zur Offensive eines schöpferischen Programms, eines Programms übergehen, dessen Logik zu zwingend ist, als daß es einfach mit einer Handbewegung beiseite geschoben werden könnte. Bleiben sie, wie bisher, in der unfruchtbaren Defensive leeren Protests, so wird auch Spaa nur leine Etappe auf.unserem Wege zu völliger Verelend düng sein. Zur Regierungskrise. In der politischen Krise, die nunmehr über eine Woche dauert, haben die Parteien, die nach dem Ergebnisse der Wahlen ihre bisherige Macht mit andern politischen Richtungen teilen.müssen, leider so gut wie ausschkeß- lich parteitaktische und parteiegoistische Gesichtspunkte zur Debatte gestellt und zur Geltung gebracht. In einem Berliner Mittagblatte hat der Abgeordnete Vögler in vortrefflicher Weise darauf hingewiesen, wie vollkommen die Parteien der bisherigen Regierungskoalition die Interessen sowohl des inneren Wiederaufbaus wie der Sicherung und Förderung unserer Stellung nach außen ignorieren und wie ihnen nichts weiter als Grundlage ihrer Haltung und ihrer Entschlüsse dient als Erwägungen über die Wirkung, die das Zusammenarbeiten mit dieser oder jener Richtung für ihre Erfolge bei den nächsten Wahlen haben -wird. Es ist überaus charakteristisch für den.allgemeinen Mangel an staatlichem Verantwortungsgefühl, daß die Konferenz von Spaa in den Aeußerungen der bisherregierenden Parteien zur Krise und zur Neubildung des Kabinetts überhaupt keine Rolle gespielt hat. Ju -jedem anderen Lande hätte das Bevorstehen einer internationalen Entscheidung von so außerordentlicher Tragweite alle anderen inner- und parteipolitischen Rücksichten und Bedenken in den Hintergrund gedrängt und alle staatsbejahenden parlamentarischen Gruppen hätten.sich in dem Bestreben geeinigt, die besten Männer für die Teilnahme an so schicksalsschweren internationalen Verhandlungen zu finden und ihnen unbekümmert um die mehr oder minder aufgebauschten inneren Gegensätze einen starken Rückhalt int Parlament und in der öffentlichen Meinung zu sichern. Statt den Parteihader zu schüren und die Führer anderer politischer Richtungen persönlich zu verunglimpfen, hätte man sich in einer solchen Situation in jedem anderen Lande unverzüglich an die Aufstellung eines praktischen Aktionsprogramms für die bevorstehenden internationalen Verhandlungen gemacht und hätte alle Kräfte herangezogen, die.für den Entwurf oder für die Ausführung dieses Programms Nützliches leisten könnten. Hätten wir die politische Reife, die unsere demokratisch-parlamentarische Verfassung voraussetzt, so hätte es für die Mehr- heits- und Regierungsbildung vom ersten Augenblick an nur eine Parole und einen Leitsatz geben dürfen: Spaa. In Wahrheit aber kannten die meisten unserer sogenannten politischen Führer keine andere Sorge als die, ob sie sich mit diesem oder jenem an einen Bll- ratungs- und Arbeitstisch setzen könnten, ohne sich bei ihren Wählern allzu sehr zu kompromittieren. Den Gipfel der Verantwortungslosigkeit erreichte die Aeußecung eines sozialdemokratischen Ministers, es geschehe dem Volke ganz recht, wenn es jetzt keine Regierung bekomme, die nach innen und außen für seine Interessen und seine Wohlfahrt sorgen könne. Das Volk habe falsch gewählt und müsse jetzt dafür seine.Strafe haben. Wenn ein Preis füll die beste Methode ausgeschrieben würde, das parlamentarische Regime lächerlich und unmöglich zu machen, so müßte ihn der Mann erhalten, der dieses unglaubliche Wort gesprochen hat. Die Tatsache, daß die größte Partei des Reichstags ihr Fraktions- und Wahlinteresse höher stellt als die Verantwortung für Staat und Volk, wird leider hochstwahrscheinlick) zur Folge haben, daß unseren Vertretern in Spaa der notwendige.kräftige Rückhalt int Paria« ment und in der Oeffentlichkeit der Heimat fehlt. Die Erfüllung ihrer Aufgabe wird dadurch naturgemäß außerordentlich erschwert werden, und es wird für eine Regierung nut ungenügendem parlamentarischen Eigengewicht fast unmöglich sein, eine wirkliche Parität in Verhandlungen mit Ministern zu erzielen, hinter denen in bei uns leider unbekannter nationaler.Geschlossenheit ihre Länder stehen. Umso wichtiger ist es, daß wenigstens beider Auswahl der Persönlichketten, die uns in Spaa vertreten werden, die allergrößte Sorgfalt angewandt wird, und daß jede unsachliche Rücksicht auf Parteifreundschaften und Koterien unter allen Umständen unterbleibt. Nach Spaa dürfen nur die außenpolitisch und wirtschaftspolitisch sachkundtgsten und erfahrensten Männer, über dte wir überhaupt verfügen: und diese Männer dürfen nicht nur Proteste mitnehmen, mit Ziffern belegte Versicherungen unserer Armut und unseres wirtschaftlichen Unvermögens, sondern sie müssen in der Lage sein, in Spaa ein wtrk- liches positives Arbeits- und Wiederaufbau-' Programm vorzulegen, ein Programm europäischer und sogar über Europa htnausgret- sender Arbeitsgemeinschaft, ein Programm internationaler Hilfe für die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts und her wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutsch- Ur. 143 Der Giehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: Monatlich Mark 3.60, vierteljührlichMark 10.80 einschließlich des Bestellgelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 ; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 1(686 Der Boykott gegen Ungarn. Wien, 20. Juni. (Wolff.) Der Boykott gegen Ungarn hat, den Blättern zufolge, heute begonnen. Die „Arbeiterzeitung" schreibt: Zum ersten Male greift die Internationale der Gewerkschaften mit einer großen Aktion in die Getriebe der europäischen Politik ein. Der Boykott, den die Gewerkschaftsinternationale über Ungarn verhängt hat, stellt den ersten Versuch dar, die gewerkschaftlichen Kampfmittel in den Dienst einer internationalen politischen Aktion zu stellen. Es wird, wenn nicht alle Zeichen täuschen, sehr bald Gelegenheit zum Eingreifen auch bei anderer Gelegenheit gegeben sein. Wien, 20. Juni. (WTB.) Die Korrespondenz Herzog meldet, daß feit Mitternacht der B o tz- ko t t aus den Bahnen, mit Ausnahme des Personenverkehrs, und im Post-, Delegraphm- und Telephonverkehr in Kraft getreten ist. Wie verlautet, wurden die Tei'-phonleittmgen an der Grenze unbrauchbar gemacht. Eine einzig» Leitung dient noch dem TelephonverkM der Regierung und der diplomatischen Vertretungen und Missionm. An Telegrammen werden nur bffördert Staatstelegramme, diplomatische Korrespondenzen und Trau- sitde^schen. Der ungarische Gesandte in Wien Dr. Gratz bespricht in Budapest die Boykottfrage. Budapest, 20. Juni. (WTB.) Der Standpunkt der ungarischen Regierung zum Boykott gegen Ungarn ist, wie das „Ungar. Korr.-Bnr." erfährt, der, daß die ungarische Regierung gegen alle Staaten, welche die Blockade tatsächlich durchführen, von ihrem vollen Rechte, Repressalien zu ergreifen, Gebrauch machen und dieselben Maßnahmen durchführen wird, welche gegen Ungarn in den betreffenden Staaten tatsächlich. durch- geführt werden. Die Regierungskrise in Oesterreich. Wien, 19. Juni. (Wolff.) Bei der heutigen Besprechung der Parteiführer büm Prästdenten Seitz über die Neubildung der R^ierung schlugen die Christlich-Sozialen die Bildung emes Kabinetts aus neutralen Fachmännern vor, das von allen Parteien imtcrftüfct werd; ober eventuell die Bildung eines parlamentarischen Kvnzentrations- kabinetts, lehnten aber die Bürauung des demissionierten Koalitionskabinetts mit der Fortführung der Geschäfte bis zur Durchführung der Neuwahlen ab Die Grvßdmtschen stimmten der Bildung -nnes neutralen Kabinetts zu, wenn alle drm Parieren sich zur Unterstützung verpflichteten. Die Sozialdemokraten erflärten, sie könnt;n ein bürgerliches Kabinett, auch wenn es nur aus sogenannten Fachmännern zusammengesetzt sei, w;der wählen noch mtterstützen. Die Beteiligung an -nnent Konzentrationskabinett sei für die Sozialdemokratie ausgeschlossen. Die Sozialdemokraten nriirbnt im äußersten Falle, wenn infolge dm Weigerung der bürgerlichen Parteien, die Regierung zu übernehmen, eine Regierung überhaupt nicht zustande kom- men könnte, zulassen, daß die sozialdemokratischrn Mitglieixr des gegenwärtige Kabinetts bis zu den Wahlen die Geschäfte weitwführen und zwar imter der Voraussetzung, daß bestimmte Bedingungm bezüglich der Wahlordnung, des Wahltermins mit der Vermögensabgabe erfüllt würden. Di; Verhand- hmgen wurden dann behufs Berichterstattung an die Parteien unterbrochen. Berlin, 19. Juni. (WTB.) Tie Verhandlungen -zwischen Fe'hvenbach unb den Parteiführern gelten den Abendblättern zufolge als soweit gediehen, daß man von einer Lösung der Krisis sprechen könne. Tie Demokraten,, die besonders auf die Sicherung der republikanischen Verfassung brangten, sollen durch die Erklärungen der Deutschen Bolkspartei befriedigt fein. Die Deutsch«; Volkspartei erklärte, wie das „Berl. Tgbl." mitteift, daß sie sich auf den Boden der Verfassung stelle, den gegebenen Verhältnissen Rechnung trage und von einer monarchistischen Agitation muer- halb der Regierung und Koalition absehen werde. Nachmittags soll die programmatische Regierungserklärung formuliert werden. Tie sdzialdemV- kvatische Fraktion wird nach Mitteilung ves „B. Tgbl." der neuen Negierung voraussichtlich, wenn auch vielleicht ein bedingtes Bertrsuensvotum erteilen, um ihr bte parlamentarische Möglichkeit einer einigermaßen gesicherten Stellung für die nächste Zeit zu geben. Tie Deutschnationa len feien entschlossen, mit Rücksicht auf die bevor- stellenden Verhandlungen in Spaa eine ähnliche Haltung wie die Sozialdemokratie einzunehmen. Berlin, 19. Juni. (WTB.) Tie demokratische Reichstagsfraktion setzte auf Grmch neuer Verhandlungen zwischen dem als Reichs'Ämzler in Aussicht genommenen Präsidenten Fetzren - bad) und dem Fraktionsführer Dr. Petersen ihre Beratungen heute fort. Wie in den vorher- gegangenen Sitzungen wurde auch in dieser als erste Voraussetzung für den Eintritt in die neue Regierung gefordert, daß ihre Tätigkeit sich klar und unzweideutig auf dem Boden der verfassungsmäßigen, republikanischen Staatssiorm auf» baut. Tie weitere Aussprache war vertraulich. Berlin, 19. Juni. (WTB.) Die Deutsche demokratische Partei beruft den Parteiausschuß auf Dienstag nach Berlin ins Reichstagsgebäude zur Stellungnahme zur politischen Lage. Berlin, 20. Juni. (Priv.-Tel.) Die Morgenblätter sind ziemlich einig, daß mit dem Zustandekommen des Blockes der Mitte noch nicht endgültig gerechnet werden könne. Man müsse noch das weitere Ergebnis der demokratischen Beratungen und den Besdstuß der Sozialdemokratie am Dienstag ab wart en, ob nämlich diese der neuen Koalition für alle Fälle wohlwollende Neutralität Tas Gesetz tverde im Auslande den Eindruck erwecken, daß es sich hier um die alte Politik des Einsackens handele. Er verlangte, daß die Vorlage zurückgestellt werde, bis der Völkerbund über den Umfang der Rechte der Mandat - macht entschieden habe. Asquith bezweifelte die Korrektheit der Vorlage. Tie alliierten und assoziierten Mächte hätten überhaupt kein Recht cü> Mandat zu übertragen. Das Abkommen sei vom juristischen und völkerrechtlichem Standpunkt ans ungültig und verstoße gegen den Wortlaut und Geist der Völkerbundssatzung. Die Angelegenheit sei an sich nicht bedeutungsvoll, werde es aber weil sie für größere Fragen einen Berufungsfall bieten könnte. Nachdem Bonar Law die Vorlage verteidigt und die Beschuldigung selbst- füdjtiger Bestrebungen zurückgewiesen hatte, bemerkte Lord Robert Cecil, er habe viele Regierungen gekannt, aber nicht eine, die in ihrer Wahrheitsliebe und der Ehrlichkeit ihres Handelns in so schlechtem Rufe gestanden habe, wie die gegenwärtige. Bonar Law bemerkte: „Das sind sehr starke Ausdrücke^. Tie Vorlage wurde schließlich in zweiter Lesung angenommen. Eine Anfrage im englischen Unterhaus. A m fte rdarn, 19. Juni. (WTB.) Im englischen Unterhaus richtete gestern Bettonv- bey folgende Anfrage an Lloyd George: Will der sehr ehrenwerte Herr denn nicht das Haus ins Vertrauen ziehen und uns mitteilen, daß die Frage der Bestrafung der Kriegsverbrecher in gleicher Meise wie viele andere Wahlversprechen als p o l i t i s ch f a u l e S ch u l d ab- geschrieöen werden muß. Lloyd George erwie- derte: Ich kann nicht im mindesten zugeben, daß sie abgeschrieben werden sollte. Das wücds eine schwere Pflichtversäumnis unsererseits bedeuten. Die Entwaffnung Deutschlands. Paris, 20. Juni. (Wolff.) Die Botschafter- konserenz hat heute vormittag unter dem Vorsitz von Jules C a m b o n eine Sitzung abgehalten. Sie hat Entscheidungen festgestellt über die Frage der Entwaffnung Deutschlands. Diese Entscheidungen entsprechen denen des mterallierten militärisck>en Komikers und werden den Regierungschefs, die in Bonlogne versammelt sind, mitgeteilt. Zu dieser offiziellen Mitteilung bemerkt der „Demps", daß die Sitzung nur von kurzer Dauer gewesen sei, da die Mitglieder des Botschafterrates im Besitze von Instruktionen ihrer Regierungen gewesen seien. Ob zwar die Entscheidungen des Obersten Rates nicht veröffentlicht wurden, glaubt der „Temps" zu wissen, daß das deutsche Heer innerhalb der sestgesetzten Zeit, also bis zum 10. Juli, auf 100 000 Mann zurückgeführt werden müsse. Im Falle die deutsche Armee von 100 000 Mann nicht genügen werde, um die innere Ordnung aufrechtzuerhalten, müsse zur Schaffung regionaler Polizeitruppen geschritten werden. Die nächste Sitzung des Botschafterrates findet kommenden Samstag statt. * Die Politik des Einsackens. Amsterdam, 19. Juni. (Wolff.) Englischen Mattern zufolge kam eß' im Unter hause ber der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs über das Abkommen über die Nauruinsel zu enter lebhaften Ausspracw. Die früher deutsche Insel, dte wertvolle Phosphatlager enthält, wurde bet den Besprechungen in Paris unter die Kontrolle der Regierungen des vereinigten Köntgsveichs, Australiens und Neuseelands gestellt. Die gewonnenen Phosphatmengen fattten nach dem Gesetzentwurf diesen Regierungen gegen Selbstkostenpreise, den anderen Ländern zu Marktpreisen verduft werden. Lord Robert Geeit erklärte, die Vorlage set mit M. 22 der WlkMmdÄatzML »huckein bat zusagen werde. Dem ,Lok al an feiger" zufolge wirb auch in demokratischen Kreisen betont, baß es nicht angehe, daß die Sozialdemokvaten bei Abstimmungen int Reichstag von Fall zu Fall entscheiden. Die „G e r m a n i a" sagt : „Nach Feststellung der grundsätzlichen Bereitwilligkeit der drei beteiligten Parteien bleibt noch die Verständigung über das Regierungsprogramm übrig. Sie scheint nur eine Frage der richtigen Formulierung zu sein, damit die Möglichkeit gemeinsamer Arbeit den Wiederaufbau des Vaterlandes zwischen gutmachungskommission Dhysse. Japan wird seine beiden Gesandten in England und Frankreich Lur Konferenz entfenbm. Italien ist durch den Minister des Aeußern Grafen Sforza vertreten. Tie englische D elegativn ist noch nicht bekannt. Paris, 19. Juni. (WTB.) Hävas. Laut einer Reutermeldung wird Veniselvs an der Konferenz in Bonlogne teilnehmen. 23autogne, 20. Juni. (WTB.) H Nach 19lägiger ^auer ist der Aufstand der G a st h a u s a n g c ste l l t1 u zu sa m m nie* b r o d) cn . Eine Bersammiuu . ter Ängem-llten nahm die Bedingungen bei Unteressengenuu di"; ■ füt das gesamte Düsseldorfer Äaftwri -'gewerte n Au- Stadt unS Land. Gießen, den 21. Juni 1920. Der letzte Kampf um deutsche Erde, deutsches Land tobt jetzt im Osten und Westen unseres Vaterlandes gegen fremde Anmaßung und fremde Eroberungsgelüste. Deutsch bicibcn und die Heimat dem Deutschen Reich erhalten, heißt die Parole in den Abstimmungsgebieten, für die heiß und erbittert gestritten wird. Groß sind die Opfer dieses Kampfes, groß bic Zahl der Flüchtlinge aus Elsaß, Ostpreußen, Westpreußen, Posen, beten Not gelindert werden muß Helft uns diesen, und helft unserem letzten verzweifelten Ringen um deutsche Erde, deutsches Vaterland. Zeichnet Grenzspende! Annahmestelle: Jede Bank und Zeitung. • Tie Arbeitsgemeinschaft Gießen zur Unterstützung des deutschen Schutzbundes für die Grenz- und Auslands- deutschen schreibt: ,,Wie verlautet, beabsichtigte die Polen ihre Werbetätigkeit in Ostpreußen em- Huschränlen und dafür eine erhöhte Propaganda in Oberschlesten zu betreiben. Sie scheinen einzu- sthen, wie wenig Erfolg sie damit in Ostpreußen gehabt haben und daß sie eher eine polenfeind- liche als eine polenfreundliche Stimmung erregt haben. In Oberschlesien wünschen unr ihnen denselben Erfolg." Nathans und alte Klinik. Mr erhalten folgende Zuschrift: In der gestrigen Nummer des „Gießener Anzeigers" tourte öffentlich angeregt, es möge einmal die Rathaus- und Alte-Klinik-Frage in einer allgemeinen Bürgerversammlung besprochm tver- ben. Hierzu darf bemerkt werten, daß der Vorstand des Bürgervereins in Gemeinschaft mit Vertretern anterer Körperschaften bereits am Donnerstag, 17. Juni. besä)lossen hat, auf den 1. Juli eine allgemeine öffentliche Bürgerversammlung einzuberufen. In dieser soll — neben anderen sehr wichtigen bürgerlichen Angelegenheiten — auch die Rathaus- und Alte-Klinik- Frage zur Besprechung gestellt werden. Diese Frage ist, wie ter Einsender des gestrigen Artikels richtig bemerkt, so heikel gewvrom, daß sich mancher Stadtverordnete vor der Verantwortung scheut, die er durch seine Absttmmung auf sich nimmt ehe er sich auch über die Stimmung anderer Kreise unserer Einwohnerschaft klar ist. Daher dürfte diese temnächstige Vürgerversammlung manchem eine willkommene Gelegenheit fein, seine Meinung zu äußern, ater auch diejenige anderer zu hören. Näheres über Ort und Zeit ter Versammlung erscheint in einer der nächsten Nummern des „Gießener Anzeiger". Das Fleisch von Maul- und Klauenseuche erkrankten Tiere«. Von Geh. Medizinalrat Pvof. Tr. Olt er» 'halten wir nachstehende Zuschrift: Gegenwärtig macht ein auftetzener regender Warnungsruf ter „Pirmasenser Zeitung, lvonach durch den Genuß des Fleisches von maul- und fknienfeutbefrarifert Tieren die schwersten Kvawtz- 'beiten entstehen könnten, die Runte durch die Blätter. Diese irrige Ansicht darf aus triftigen Gründen nicht ohne Entgegnung hingenommen werden. Von jeher ist das Fleisch fraglicher Herkunft ohne Störung der Gesundheit genossen worden. Es ist frei von den Erregern ter Maul- und, Klauenseuche von solchem gesunder Tiere nicht zu unterscheiden und auch züm Einwecken geeignet. Die Behandlung des Kopfes und ter Füße, welche Träger ter Krankheitskeime sind, ist gesetzlich geregelt. Kommen Keime zufällig mit ter Oberfläche des Fleisches in Berührung, dann gehen sie alsbald zugrunde, daher tarn das Fleisch in den Verkehr gegeben werden. Tie Maul- und .Klauenseuche tritt jetzt in einer seit Menschen gedenken nicht Rhenen Heftigkeit auf. In manchen Gehöften erliegen 60 bis 100 Pwz. durch plötzliche schlagähnliche Herzlä'h- nrung der Krankheit; besonders sind die gutgenähr-- ten Tiere geUhrtet. Aus wirtschaftlichen Grünten' ist ba'ter in vielen Fällen die Schlachtung z. B. aller gemästeter Ochsen und solcher Rinder geboten, die Ur die Nachzucht nid# -in Frage klommen. In Württemberg, wo sich der Schaden ter Seuche bereits auf viele Millionen beziffert, ist von Schlachtungen in letzter Zeit reichlich Gebrauch gemacht und ein diesbezüglicher Regierungserlaß hevausyogeben Worten, welcher den wirtschaftlichen Fragen ter Zeit gerecht wird. Der Obfiwucher. Unter dieser Stichmarke schreibt die „Frkf. Ztg.": Nicht mehr von „hohen Obstpreisen" soll man sprechen, fontern das mißratene Kind beim richtigen 9tamen nennen: Obstwucher! Tie Kirschenernte ist reicher als je, das Pfund Kirschen kostet aber bei uns im Klein Hantel 3,50 Mk., ein Preis, ten der Turchschnittsbürger nicht zahlen kann und soll. Man muß also auf diesen Obstgenuß verzichten. Aehnlich liegen die Verhältnisse auf dem Erdbeermarkt .wo Psundpreise von 5 und 6 Mk verlangt werden. S) ist es bei uns in Frankfurt, und anderwärts wird gleichfalls in miet härter Weise gewuchert, wenn auch in ten eigentlichen Obstgegenden die 'Preise niedriger sind. £x> vernehmen wir aus Stuttgart, daß terrt die Großhandelspreise für Kirschen, Richtpreise 80 Pf. bis 1 Mk. betragen, die Kleinhoäitelsprcise 1,10 bis 1,30 Mk., während stosort bei Markt- begimi Händler und Hausfrauen sich auf die Ware stürzten und sie auf 1,50—1,80 Mk. trirten. Und aus Schlesien wird terickstet, daß infolge brr hohen Pachtpreise — eine Obstnutzung, die in ten letzten Jahren für 1000 bis 1200 Mk. verpachtet war, erzielte heuer 35 000 Mk. — ..der Zentner Kirschen nicht unter 100 Mk. im Gvoschrntel zu haben sein wird". Tas sind für jene Gebiete Rekordpreise. Wir aber irören froh, wenn wir sie hätten, da .vir das Doppelte und Dreifache zu zahlen haben. Als Abwehrmittel wird ter Konsumenten streik empföhlen. Ta mit hat man aber bis jetzt keine guten Erfahrungen gemacht: die Grünte hierfür sind bekannt. Auch sucht man die städtischen Behörden zum Einschreiten zu veranlassen, nachdem die schal- litten twllkommen versagt haben. Tas geschaht jetzt auch in Frankfurt. Ern Stadtverordneter fragt den Magistrat an, welche Maßnahmen er treffen will, um ten unerhört hohen Obstprrisen zu begegnen und ter Frankfurter Hausfoauenverein verlangt von ter Diadtvevortmeten-Versammlmüg YLbtiilk gegen die ungerechtfertigte Virteluninva die das Ein machen ter Früchte zur Unmöglichkeit I wache, -ten ^uädlischeu Behörden wird da Schweres I erinnern, uns, daß in früheren I x/iteen tee stabt icfbft taufte und verkaufte und damit eüte Preissenkung erwirkte. Es ist, aber nicht bekannt gQvorten. wie die Stadt hierbei finanziell abgeschnitten hat Es sck-eint aus- geschbossen, daß sie angesichts ter heutigen Finanzlage hier erhebliche Zuschüsse leisten darf. Jedenfalls aber foltte man, wenn das Risiko nicht zu groß ist, ten Versuch machen. Inzwischen wird aus Würzburg von einem Akt ter Selbsthilfe berichtet. Tas Verkehrspersonal ter Eisenbahnen hielt dort eine Versammlung ab und faßte ten Beschluß, vom 18. Juni ab Annahme und Transport der Kirschen, überhaupt des Obstes zu ueripeigern, „bis die Preise zwischen Erzeugern'und Konsumenten von Fall zu Fall im Benehmen mit ten Vertretern des Verteyrsperstmals festgelegt find." Wenngleich diese Art ter Preisregulierung, die wegen ter grundsätzlichen Bedenken, die sich gegen Elchen Eingriff erheben, nicht gebilligt werten kann, so zeigt ter Beschluß doch, wie weit die Mißstimmung verbreitet ist, die die unge- temmte Ausbeutung ter Verbraucher überall hcr- vorruft. Veranstaltungen. Montag, 21. Juni: Hotel Einhorn, 8Vr Uhr, Gastspiel Paul Buchwald (Programmwechsels. — Lichtspielhaus wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Das Kloster von Sendomir" und „Der gleitende Schatten". * LU. Landes-Universität Gießen. Der ortenUiche Professor für Mineralogie und Geologie Dr. Erich Kaiser hat einen Ruf an die Universität München als Professor ter Geologri erhalten. — Der ortenUiche Prof'ssor für Altes Testament Dr. Hermann Gunkel hat ten an ihn ergangenen Ruf an die Universität Hallt angenommen. ** Endlich Regen. Am Samstag glaubten wir den R e $ e n, auf den wir schon seit etwa fünf Wochen fehnlichst warten, enteich zu erhalten. Aber vergebens. Das Getvitter zog nördlich der Stadt vorbei, wir bekamen nur einige Spritzer. Auck in ten Orten südlich der Stadt regnete es kaum, dagegen haben schon Krofdorf, Lollar, das Lumdatal mehr Regen erhalten. Auch am Sonntag löste sich die lastende Gewitterschwüle noch nicht in befruchtenden Regen aus. Seit heute früh endlich rieselt ein richtiger Landregen, wenn auch mit kleineren Unterbrechungen. Hoffentlich dauert dieser Regen einige Tage an, denn selbst mit einem mehrstündigen Regen ist dem ausgedorrten Lande nicht allzuviel gedient. Dringend nötig ist das Pflanzen der Runkeln und der Gemüsepflanzen — aber ohne Regen geht's nicht. Auch am Obst macht sich die anhaltende Dürre bereits bemerkbar; unreife Aepsel und Zwetschen liegen in großer Zahl unter den Bäumen. Die Kartoftelstcätuch'r hängen welk und müde die Köpfe. Zum Teil war es ten keimenden Kartoffeln noch nicht möglich, die Harri Schollendecke zu durchstoßen. Die meisten Kartoffelfelder zeigen große Lücken; auch.hier stecken viele Pflanzen noch unter ter Erde. Mit Rücksicht auf die schon aufgegangenen Sträucher kann man der Schollenkruste auch nicht mit Egge und Hacke beikommen. In den höher gelegenen Fluren sieht besonders die Sommerfrucht ärmlich aus, Hafer und Gerste sind mitunter nur handlang und treiben schm Rispen bzw. Aehren. Die Kleeäcker sind braun gebrannt, ter Boden ist hart und rissig. Als Folge der allgemeinen Futternot geht die Milchproduktion bereits zurück. ** Tie Oberhessische Volkszeitung hält es für angebracht, gegen uns in den ihr eigenen Höflichkeitsformen nochmals ten Borwurf ter Unwahrheit in ter Behauptung zu erheben, ter Oberbürgermeister habe sie wiederholt über die Schweigepflicht aufklären müssen. Wir halten unsere Behauptung entschieden1 aufrecht, müssen aber eine nähere Aufklärung ter Sachlage bis zur Rückkehr des Oberbürgermeisters aus seinem Erholungsurlaub zurückstellen. ** Rudvlf Presber-Abend. Wie schon geleMntlich an-gezeigt Worten ist, ist es ter Leitung ter Literarisck-en Gesellschaft gelungen, einen ter liebenswürdigsten und gewandtesten Autoren ter Gegemvart — Rudolf "Prester — zu einem Vortragsabend nach Gießen zu gewinnen. Witz, Laune Humor, Schalkheit, das sind die Waffen, mit denen er sich überall in ten überfüllten und ausverkauften Vortragssälen die Herzen seiner Zu- 'ftörer erobert. Rudolf Prester, ter lachende Phi-' losoph und Lebensbeiaher, weiß, was ten Menschen gut tut — das Lachen (siehe "heurige Anzeige). ** Neue Titel. Das Finanzministerium gibt bekannt, daß beim Sekretariat und ter Buchhaltung mehrere Sekretärstellen und außerdem mehrere Hauptstaatskassebureau-Jn- spektor ft eilen ziu besetzen sind. ** Diebstahl. Hier wurde eine auswärtig: Frauensperson durch die Krim.-Polizei feftgmom- men, welche einem Hkrrn in Wetzlar, bei dem si>» bedienstet war, 1500Markentwenb'. t hatte. — Mit Hilfe eines hiesigen Fahrradhändrirs nahmen Krim.-Beamte einen Fahrrabbi', b in dem Augenblick fest, als er das Rad verkaufen wollte. — Am Samstag wurde ein hier in ter Markt- straße ausgestelltes Fahrrad (Marke „W'il- Torpedo", Farbr.-Nr. 157 397) entwendet. Es hat schwarzen Rahmenbau, gelbe Fe!gm mit schwarzen Strichen, an der rechten Pedal' fehlt die äuAm Mutter. Bor Ankauf wird gewarnt. ** Leichenländung. Am Samstag nachmittag 5,30 Uhr wurde hier am Bootshaus Rudersport die Leicte eines alten Mannes von außerhalb geländet. ** L i g a zum Schutze der deutschen Kultur. In der letzten Zeit wurden neue Ortsgruppen gegründet in Gambach, Mitnzenterg (Kreis Friedberg), Lollar > Kreis Gießen) und Schotten. ** Keine Einstellung Deutscher in d ie japanis che Marine. Der japanische Geschäftsträger bittet uns, mitzuteilen, daß die immer noch nicht verstummenden Gerüchte, wonach für Deutsche die Möglichkeit beftelst, offiiicH oder auf unteren Wegen rn die japanische Armee oder Marine e i n g e ft e 111 werden, jeder verläßlichen Grundlage entbehren. Die hiesige diplomatische Mission pflegt afle derartig en Gesuche entschieden ablehnend zu beantworten. ** Wiener Kinder passierten am Samstag wieder die Umgehnngsbahn auf ter Fahrt nach Holland, wo sie den Sommer über zur Erholung Weiten. ** B e i der städt. Obst- und Gemüsestelle, Marktlauben, forftmt morgen an Frischgemüse Weißkraut, Schotenerbsen, Spargel und Kirschen zum Verkauf. Ferner noch grüne Erbsen und Bohnen. ** Der Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft (Abteilimg Gießen Veranstalter Mittwoch ten 23 Juni 1920, abends 81,, Uhr, tm Saale des „fcotri Groß Herzog von Hessen" erneu Vortrag von Frau El< Trötenrus, GeneralsekretLrin, Berlin, über „Arbeiten mid Ausgaben des Frauenbundes ter deutschen Kolonial», gesellschaft". ** Der Obst- und Gartenbauverein Gießen veranstaltet am Mittwoch ten 23. Juni, abends 8 Uhr, im „Pfälzer Hof", Schanzenstr. 2 eine außerordentliche Hauptversammlung. ** De r Tierschutz verein Gießen lädt seine Mitglieder zu ter am 24. Juni, abends 8‘/2 Uhr, in ter Wirtschaft Zum Aquarium statt- findenten Hauptversammlung ein. Landkreis Gießen. = Lich, 18. Juni. Tie Heuernte in ten weiten Gründen des Wettertals ist fast beendet, nur wenige Nachzügler sind auf bemvberen Grund noch beschäftigt. So rasch und so früh war man hier mit dem Heu machen noch -selten fertig. Wenn das heute möglich ist, sv war einmal das gute Wetter daran schuld, dann ater auch die nun durchgeführte FeldterciniPing, die es jedem Wiesentesitzer ermöglicht, auf lein Grundstück zu gehen, wenn er will während früher die meisten Wiesen ohne Zuftchrwcge toaren und von ter Stadt erst nacheinander ,-aufgetan" wetten mußten. War dann irgend einer ter alten Stad wat er noch mit anderen Feldarbeiten beschäftigt, sv tarnte es geschehen, daß das „Austun" ter einzelnesi Grünte sehr in die LTnge gezogen wurde und die Besitzer auf dem oberen Grund beim schönsten Heuwetter unfreiwillig zu Hause bleiten mußten, um ^nachher bei Regen und manchmal sogar Hochwasser sich mit den, Heumachen ateuplagen. Ter Segen, den die Feldbereinigung gebracht, wird da- ter heute von jedermann geschätzt. Der Quantität nach stützt die diesjährige .Heuernte ter vorjährigen nicht nächster Qualttät nach übertrifft sie sie sogar noch. Soweit hier Heugras zur Versteigerung getan men ist, wurden teilweise noch beträchtlich höhere Preise als im Vorjahre erzielt. Sogar Feldwege und Okabarränter wurden teuer bezahlt. Für ten Ansatz des Grummeri grases wäre ein baldiger Regen notwendig. Kreis Friedberg. Blitzschlag in eine Schafherde! 4 Bad-Nauheim, 19. Juni. Die Gewitter, die heute zwischen 12 und 2 Uhr mittags über unsere Gegend nictergingen, brachten nur wenig Stegen; nur aus ter Butzbacher Gegend, besonders von Ostheim, wird stärkerer Meterschlag gemeldet. Trotzdem die Wetter nicht besonders heftia waren, im Gegenteil als leichte Gewitter angesehen werten mußten, schlug ter Blitz im benachbarten Ober-Mörlen cm und richtete großen Schaden an. Vor dem Dorfeingang liegt dort um die Mittagszeit immer die etwa 300 Stück zählende Schafherde im Schatten eines großen Nußbaumes, auch heute wieder, als die Gewitter faipen.. Der Blitz schlug in ten Baum, fuhr die eine Seite entlang und erschlug sämtliche auf dieser Seite liegenden Tiere, zusammen 81 Stück, von denen viele auf ter Stelle tot waren, die andern nur noch ganz schwache Lebenszeichen von sich gaben. Sämtliche Metzger des 3000 Einwohner zählenden Ortes waren sofort zur Stelle imd schlachteten die 81 Schafe ab. Nach erfolgter tierärztlick>er Untersuchung wurde ein Teil des Fleisches dem Kommunal verband zur Verfügung gestellt, ein Teil verblieb ten Schaftes)tzern und wurde ihnen für die Fleischversorguni angc rechnet. Von Friedberg und Bad-Nauheim strömten im Lause tes Nachmittags zahlreiche Leute nach Ober-Mörlen, um sich von dem ten Bauern frei- gegebenen Fleisch zu kaufen. Für das Pfund tourten 8—12 Mk. im freien Verkauf bezahlt. Obwohl die Schafe erst kürzlich geschoren worden sind, ist für einige Besitzer, die zufällig ihre gesamten Tiere verloren, ter Schaden recht betracht lich. Dem Gemeindeschäfer, ter sich in einiger Entfernung von der Herde befand, ist nichts geschehen, während ein anderer Mann, der unter dem Nußbaum Zuflucht gesucht, einigen Schaden davon trug; der elektrische Strom, der an bei einen Körperseite hinfuhr, zerriß Rock und Dosen und betäubte den Mann; es wird angenommen, daß er schwereren gesundheitlichen Schaden nicht erlitten hat. V ** Fauerbach v. d. H., 20. Juni. Eine Wandervögel-Zusammenkunft verlun- den mit Sonnenwendfcier sand beute hier statt. Auch die Gießener Wantervögel nahmen daran teil. -m. Aus der Söctterau , 21. Juni. Begünstigt durch die l-eiße Witterung ter letzten Tage ist die Heuernte fast überall beendet und vorzüglich ausgefallen. Tas Heu wurde in Güte und Menge selten so gut und unberegnet eingebracht. Auch selten war ter Landmann so schnell damit fertig wie in diesem Jahre. Innerhalb weniger Tage toaren die Wiesen leer. 9hm wäre aber für die Grummeternte und den .ftleenachwuchs ein durchweichender Regen dringend nötig, ebenso für alle anderen Gewichst, die sehr unter der Trockenheit leiten. Tas Getreide fängt teilweise an abzusterben, ohne daß sich ter Kem entwickelt 'hat und das Obst fällt infolge der Hitze mafien- 'hast ab. Kreis Schotten. ff. Eschenrod, 19. Juni. In der vergangenen Woche wurde unser: alte Kirche abgerissen, nachdem sie 270 Jahre in iforr armseligen Gestalt ihrem Zweck g.‘bient hatte. Das Holz, gut erhaltenes Eichenholz, das nach ein'.r alten Sage schon einmal eine Scheun in Oter-Lais ge» westn fein soll, wurde für 7000 Mk. von ter Möb l sckreinerei Ringshausen (Nidda) erroorbm. Um ten Altar wurden fünf Gräber fr ei gelegt, in tenen bic Gebeine von Gliedern früherer Pfarrfamilien ruh ten. Die Einweihung der neuen Kirche findet, wenn nicht besondere Schwierigkeiten entstehen, voraussichllich im September obrr Oktober statt. Da bic kleine Glocke ter albm Kirche ohne Glockenstuhl in der neuen Ktrche nicht «ufg‘hängt werten kann, ist unser Dorf zur Zeit ohne G'läute. sb. Eichelsdorf, 20. Juni Die Firma Himmelsbach Freiburg i. Br., die feit Jahrzehnten hier ein großes Sägetverk mit Jmprägnier- anftalt betreibt, errichtet zur Zeit unmittelbar aut tem Betriebs getönte die Einrichtung für eüte groß angelegte Backsteinbrenncrei, die durch Maschinen betrieben werten soll. Kreis Büdirrgen. 3E. Aus dem Niddertal, 18. Juni. Born schönsten Wetter begünstigt schreitet bic Heuernte rüstig voran und fallt sowohl nach Güte und Menge vorzüglich aus. Auf einem Morgen werden stellenweise 20 Zentner und noch mehr geerntet. Infolge der hoh^n Pachtpreise stellt sich allerdings häufig ter Zentner Heu schon auf der Wiese auf 40 Mk. und noch mehr. Bei ten Versteigerungen ter Heuernte auf ten Wiesen ter Gemeinde und ter Stantesherrschaften konnte man wieder die unsinnigsten Preistreibereien beobachten. Obwohl bk leitenden Beamten immer wieder zur Vernunft mahnten, waren Gebote von 500 dis 700 Mk. pro Margen keine „Einhorn-Oieie16 010980 Küm'FLEDj KONZpEKTjf Mi Saalba^ö^feLeib Mittwoch den 83. Juni ^enefis-Abend zrl.Hliilß Lckrögxieitt ii.Hrn. Direktor Meier mit besonders gewähltem Programm. Motto: Alles lacht! Anfang abends 8 Uhr. Vorverkauf: Zigarrengchchaft Lout.S Scharmann, VinbcnplaQ; Karl Ätöhl, Papiergeschäft, Walltorstr^ Frtscurladcn Möhl, Schulstraße 5. 011133 liefert prompt 6764ss zrneitiilt der öcnWeii KolouisIgeseWsft (Abteilung 64ießen). Mittwoch, 23. Juni 1920. abend 8*/< Ubr im Saale deS Hotels „Großberzog von Hessen" Vortrag von Frau Else Frobenius Generalsekretärin, Berlin. Meile« nnö MsWüen Ses Junntinies :: Sei SeMen 8oIo«i«lsese!!sAsl. :: Eintritt 1 Mark. AuchNichtuütgltederwillkommen. 6818] e Karl Pietschmann, Höchst am Main. 6767] Wer im August einen 9i86dwafltn non BnIiMWerhtjskn zu befördern hat, wird gebeten, zwecks Ausnutzung der Rückfahrt sich zu melden bei Psr. Schick, Lw«kboru,P.Grünberg Mittwoch den 23. Jnni vorn». 9 Ubr wird eine KiiteKekS versteigert."'"^ HauvtsteueramtGiesten Wer nimmt Vrläbr. gesunden Jungen alS eigen an? Zu er fr. in der Geschäftsstelle d.G.A. 6790 anzusehen. Hessen-Nassau. Die — Frankfurt a. M., 19. Juni. i r g, 19. Juni. Nach fünfhägrgec in Ta-g auf den Augen scheinStermM Jl Marbur Höchstpreis für aufgehoben. — Frankfurt a. M., 19. Juni. Ter Magistrat hat der B e r st a d t l i ch u n g> der Hausratsammelstellen der Kindergärten und Kinder-- 'horte zugestimmt. — Für Ferienspiele der Frankfurter Jugend stellte dre Stadt 160000 Mk. und der Ausschuß für Ferienspiele 100000 Mk. zur Verfügung,. s vermischter, Käuferstreik und Selbsthilfe. Osnabrück, 20. Juni. (Wolff.), Infolge der hohen Preise für Obst und Gemüse setzte am gestrigen Wochenmarkt zunächst ein K äufe r- st r e i k ein. Schließlich setzte das Publikum selbst die Preise fest. Da die Verkäufer sich dem Zwange fügten, kam es nicht zu größeren Gewalttätigkeiten. Anschließend zogen verschiedene Trupf^ durch die Stadt und schrieben den Gemüse- und Lebensmittelgeschäften die Preise vor. Obst und Gemüse wurde statt zu 4 Mark bis zu 50 Pf. das Pfund verkauft. Fleisch intb Butter statt zu 26 Mark zu 12 Mark und 10 Mari. In der Möserstraße kam es nachmittags zwischen einem Zug Ortswehr, der inzwischen alarmiert war, und der Menge zu einem Zusammenstoß, der aber unblutig verlief. Reichslederstelle hat der Stadt Frankfurt a. M. Soße Posten Schuhsohlen überwiesen. Die tatst verkauft von heute an Herren-Sohlen und -Flecke zu 25 bis 27 Mark, Frauen-Sohlen und -Flecke zu 16 bis 21 Mark. Der Andrang zu der billigen Sohlenguelle ist außerordentlich groß. oz. Marburg, 21. Juni. Nach dem Marktbericht Marburger Blätter waren auf dem letzten Wochen markt u. a. zu haben: Eier per Stück 1,70 Mark, Ente (lebend) 35 Mark, Hühner (lebend'» 20 Mark, Tauben (lebend) 3 bis 4 Mark. a. M., 19. Juni. Ter Pferdefleisch wurde Angellagte, die Studenten Engelbrecht, Kraus und i Jähn, je zwei Jahre Gefängnis, für alle übrigen 1 beantrage er Freisprechung. Ter Verteidiger, Dr. i Luetgebrune berief sich auf die Gutachten 1 der ärztlichen Sachverständigen und des Gewehr- 1 fabrikanten Schrader aus Göttingen, ferner die 1 vollständig gelungenen Wähvheitsbeweise der Lln- geklagten und die Widerlegung der vielen wilden Gerüchte .die über die Thüringer Sache in alle Zeitungen der Welt gelangt seien. Tie Angeklagten 'hätten, als sie auf entflohene Gefangene schossen, befeUsgemäß gehandelt. Tas Gericht kam nach kurzer Beratung zu einem Freispruch für sämtliche Angeklagte. Ein politischer Belewigungsprozetz. — Frankfurt a. M., 18. Juni. Nach dem mißglückten Tortenschen Lostreimungsversuch der Rheinlande von Teutsckstand war es auch in Hof- Herm i. T. zu einem Tenronsttationszuge der Ein- wohnersckxfft gekommen, der sich namentlich gegen den katholisck;en Pfarrer Dekan Buns richtete, iveil in der Bevölkerung die Meinung bestand, daß Pfarrer Buus ein Hauptagitator für die Dortenschen Besttebungen sei. Eine Schilderung dieser Vorgänge in der hiesigen „Volksstimme" enthielt scharfe Bemerkungen über den Pfarrer. Dieser wurde darin als Kriegs Verlängerer und jetziger Franzosenfreund geschildert. Auf die Beleidigungsklage des Pfarrers Buus wurde Redakteur Markwald von der „Volksstimme" durch das hiesige Schöffengericht zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Beide Parteien legten gegen das Urteil Berufung ein: Pfarrer Buus, um eine höhere Strafe zu erwirken, Markwald, um freigesprochen zu werden. Die Angelegenheit stand heute deshalb vor der Strafkammer zur erneuten Verhandlung. Pfarrer Buus bekannte sich auf Befragen des Vorsitzenden als Anhänger dar Rheinischen Republik, jedoch unter Anschluß an Deutsch- land. Mit Dorten habe er nie Beziehungen unterhalten ; der Pfarrer gab aber zu, daß er später „bei einer Gelegenheit" mit Dorten bekannt geworden sei. .Verkehr mit französischen Offizieren habe er außer in seiner Eigenschaft als Geistlicher nicht gepflogen. Der französische Administrator Altmaier aus Höchst habe itfyit jedoch zweimal aufgesucht, aber nur in dienstlicher Eigenschaft. Der Vorsitzende stellte die Besuche als ein eigenartiges Entgegenkommen der französischen Behörde fest, die sich sonst die Leute, mit denen sie ettvas zu verhandeln habe, zu sich kommen ließe. Nach ter Dortenschen Affäre sei von, der ZMtrums- fraktion des Kreises Höchst eine Erklärung für die Rheinische Republik erlassen worden. PfarverBnus, der zweiter Vorsitzender der Fraktion war, erklärte, hiervon nicht unterrichtet gewesen zu sein. Ec habe seiner: Vorstandssitz niedergelegt. Buus verweigerte aber die Auskunft darüber, wann er den Vorsitz niedergelegt Ixtbe. Aus der Vernehmung des .Landtagsabg. Weber suchte der Beklagte nachzuweisen, daß die Erregung der Bevölkerung über den Pfarrer groß sei. Verschiedene Vorkommnisse ließen daraus schließen, daß Herr Buus als Vertrauensmann der Franzosen a.izu- sehen sei, was ixnt ihm scharf bestritten wurde. Redakteur Markwald wurde zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Urteil soll in der „Volks- stimme" veröffentlicht werden. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die „Volks- ftimme" den Wahrheitsbeweis nicht erbracht habe und daß die Wahrung berechtigter Interessen dem Beklagten nicht zugebilligi werden könnte. Die Strafe wäre weit höher ausgefallen, wenn Pfarrer Buus nicht durch sein Verhalten einen gewissen Schein gegen sich verursackst habe, der nicht urteilsstarken Menschen wohl ehtc andere Auffassung : von den Dingen geben Sömrie. SÄtenheit, in einer Gemeinde trieben sich sogar zwei Liebhaber auf 1200 Mk. In einig l Tag n dürste der Talgrund der Nidder vollständig abgeerntet sein. Infolge des trockenen Wetter^ sind die Arbeiten noch sehr im Rückstand, Diclwurz und Zuckerrüben konnten teilweise noch nicht gesetzt tverden oder stehen infolge der Trockenheit sehr kümmerlich, auch die Kartoffel und vor allen Dingen die Sommerfrucht bedarf eines durchdringenden Regens, ein solcher würde auch den Wuchs des Klees und Grummets wesentlich verbessern und so die hohen Preise für das Heu und auch die Milch günstig beeinflussen. Der Stand der Gartengewächse läßt infolge der Dürre sehr zu wünschen übrig. Die Beerenernte fällt ziemlich gut aus, das Obst fällt durch die Trockenheit sehr ab, die Bäume, die voriges Jahr getragen haben, versagen meistens in diesen: Jahre, so daß man höchstens mit einer Mittelernte rechnen kann: hoffentlich bringen die nächsten Tage den unbedingt nötigen Regen. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz.18. Juni. In vergangener Nacht brachen Diebe bei einem Schneidermeister im nahen Unterschwarz ein und ließen für 3000 bis -1000 Mark au Kleider und Kleidungsstoffen mitgehen. Dem Bestohlenen wurde im letzten Winter die ganze Räucherkammer ausgeplündert. Die Aufregung über den neuen Gaunerstreich ist im ganzen Torfe begreiflicherweise groß. — Eine ausgezcich- nete Heuernte hat dieses 1 Jahr wieder das Schlitzerland auszuweisei:. Prachtvolles Heu konnte in großen Menge:: glücklich eingebracht werden. Tie Heuernte ist hierzuland bereits als beendigt Brandenburg, 18. Juni. (Wolff.l In bc_r hiesigen Strafanstalt begann heute der Prozeß gegen die Haupträdelsführer der großen Meuterei am 28. März, wobei 130 Zuchthäusler ausbrachen. Der Arbeitssaal der Anstalt wurde zum Schwurgerichtssaal umgetvandelt. Angeklagt sind 9 Haupträdelsführer, davon 8 wegen schwerer, einer wegen leichter Meuterei. 44 Zeugen sind geladen. Unter den Angeklagten befindet sich auch der türkische Oberleutnant E d i b S ch ü k r i, der vom Kriegsgericht Berlin wegen schweren Raubes und Diebstahls zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt ist, und der Dekorateur Isaak, als Artist Wolf bekannt, der während der vorjährigen Märzunruhen von dem Berliner Kriegsgericht wegen schweren Landsriedeiisbruchw zu vier Jahren Zuchthaus. verurteilt worden ist. Zweibrücken, 19. Juni. (WTB.) Im Frankenthaler Gattenntordprozeß verurteilte das Pfälzische Schwurgericht nach zweitägiger Verl-andlung den 19jährigen Hilfsdreher Franz Adam Magin aus Eppstein, der im Novem- brr vorigen Jahres auf Bitten und Bersprechmt- gen der Witwe Barbara Schmstt deren Gatten, den Eisenbahner Peter Schmitt in Frankenthal (Pfalz), durch drei Axtsckläge auf den Kopf getötet j-atte, wegen M or des zum Tode, imi> die Witwe Barbara Schmitt wegen Anstiftu:^ zum Totschlag unter Zubilligmrg mildernder Unv- stände zu 5 Jahren Gefängnis. Itanft und Wissenschaft. Mio. Frankfurt a. M., 18. Juni. Im amerikanischen Staate Dyomina wurde vor neun Jahren in Felsen eingeschloss.m der versteinerte .Ka Tauer, wovon ein Tag auf den Augenscheinstermm in Thüringen: entfällt, gingen 'heute die Verhandlungen nur dem Kriegsgericht der 22. Tivisivn in der Anklage gegen die 14 Marburger studen- tifdjen Zeit freiwilligen zu Ende. Tie letzten 3eu genüerne'fmrmtgr.m erstreckten sich noch aus angebliche Mißhandlungen Von Gefangenen aus Bad Thal ufw., die von mehreren Zeugen, darunter von einem Sergeanten, behauptet Wurden. Ter öffentliche Ankläger, Dr. Suren wies in ferner Rede auf den Aufruhr in Thüringen, auf das Austreten der Roten Garde, die Plünderungen und Waffen- beschlagitähmungen imb daraus 'hin, daß die zur Hilfe herbei gerufenen Marbuvg>er Zeitsteiwilligen, als sie Gefangene nach Gotha bringen sollten, befehlsgemäß hätten handeln sollen, nämlich auf Fliehende zu schießen. Tamit sei nun nicht „Erschießen" zu verstehen. In einem Falle sei da geseUt 'morden, deshalb beantragt? er gegen drei Sport« — Frankfurter Regatta. Erster Tag. Samstag (Vorrennen). Alle Rennen 2000 m. Vierer: Preis des Deutschen Ruder- Verbands. 1. Kölner Club für Wassersport (7 Min. 1 Sek.), 2. Wassersport-V. Düsseldorf (7,4), 3. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 (7,41/5), 4. Ruderverein Cassel (7,233/ö). Achter. Jubiläums-Preis. 1. Rudergesellschaft Heidelberg (6,51s/ö), 2 Frankfurter Ruderklub (6,53V5), 3. Verein „Rudersport" Gießen. Gießen ab 1000 Meter auf dem brüten Platz kurz vor dem Ziel aufgegeben. — Sonntag. (Vor- r ernten). Heyter-Achter. 1. Frankfurts Ruder verein (6,503/ö), 2. Ruderaes.'llschaft Heidelberg (7,22/5), 3. Verein „Rudersport" Gießen. Gast-Vierer. Preis von Frankfurt a. M. 1. Mannheimer Ruder verein „Ami- citia" (7,292/s), 2. Ruderverein Caflel (7,374/s)- Mannheimer „Amicitia" hält das Rennen vom Start ab sicher. Universitäts-Vierer. 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 (7,312/6), 2. Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" (7,543/5), 3. Rudergesellschaft Heidelberg. Mit ungezählten Längen gewonnen. Gießener Strafkammer. Gießen, 18. Juni 1920. . Wilhelm I. aus Hommertshausen, Heinrich Sch. von Nidda und Martin M. aus Butzbach sind geständig, aus einer Butzbacher Fabrik für etwa 10 000 Mk. Kupfer gestohlen zu haben. M. hat sich außerdem der Begünstigung schuldig gemacht. Unter Annahme mildernder Umstände erhielten I. und Sch. je 11 Monate, M. 8 Monate 2 Wochen Gefängnis. Georg H. aus Vilbel hat aus einem umschlossenen Garten in Vilbel für etwa 4000 Mk. Wäsche gestio hlen. Er ist geständig, bestreitet aber, eingestiegen zu sein, vielmehr will er das offene Gartentür benutzt haben. Da seine Behauptung nicht zu widerlegen war, wird er nur wegen einfachen Diebstahls verurteilt, und zwar zu titer Monaten Gefängnis. WilJ H. aus Büdingen hat aus einer Steinbruck . >, in die er eingestiegen war, einen Ofen und . ir eiserne Winde gestohlen. Mit Rücksicht auf seine wirtschaftliche Notlage Hefe es das Gericht bei der geringsten zulässigen Strafe von 3 Monaten Gefängnis bewenden. Hermann und Karl K. von Erda hatten :m Frühjahr in 6 hiesigen Geschäften raffinierte Gerichtssaal. Der Freispruch der Marburger Studenten. Marburg (Lahn), 19. Juni. (Wolff.) In dem Marburger KriegHgerichtsprozeß, in dem sämt- lidje Angeklagten freigesprock>en wurden, erkannte das Gericht an. daß die Zeugen Harts, Arnold und Fvau Wolff beleidigt und mißhandelt worden sind. Dafür kamen nur die Angeklagten Goebel und weitere Zeitfreiwillige in Betracht, die nicht unter den Angeklagten seien. Die Feststellung dieser Tatsachen wäre die Aufgabe eines weiteren Verfahrens. Die Gcsangenenerschietzung in Thüringen. 3. Verhandlungstag. Marburg, 19. Juni. Schon lange vor Beginn der Freitagsitzimg zeigte der Zuhörerraum eine fast beängstigende Fülle. Der Zeuge Schellenbstrg ergänzte zunächst seine geftrigc Aussage dahin, daß feiner Ansicht nach einige Tote nicht auf der Flucht ersckwfstn sein könnten. Der Bezirksarzt von Eisenach, Dr. Jaenicken, gab bann sein Gutachten über die Leichenfunde. Die Sektionen sind s?chs Tage später vorgenommen worden. Was die Schußrichtungen anbelangt, so wurde festgestellt, daß die mststen Schüsse von hinten erfolgt waren, einige der Getöteten waren auch von der Seite, in zwei Fällen von vorne getroffen worden. Manchmal ließ sich auch die Richtung des Schußkanals gar nicht stst- stellen. Einige der Getötedm waren mehrmals gsr= troffen. Be: einem Fall muß der Mann getrosten worden sein, als er schon am Boden lag. Die Verlesung der umfangreichen Sektionsprotokolle '?rgab, daß die Darlegung der Angeklagten, lote si> geschossen, nicht widerlegt war. Kolbenschläge lägen nicht vor, auch keine Stich?, sowie Benutzung von Stumpfkugeln. Der Sachverständige Schrader wurde darüber vernommen, wie die Richtung der Schüsse gewesen, über die Entfimung usw. Er führte aus, es handle sich tunt das unhumane S.-Geschoß, das so traurige Wirkungen habe und sich im Körper, in den es eindringt, dreht und Spreng- wirkungen hervorbringt. Es ähnle dem Dum-Tum- Geschoß. Die Kopfschüsse seien auf das tief? Gelände (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Ar titel übernimmt die Redaktion bun Publikum gegenüber keinerlei Vevrntworümg.) Wir leben in einer Zeit unerhörter V e r - teuerung nicht nur der heimischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse, aller Lebens- und notwendigen Bedarfsmittel, sogar des Achtstundmtags, da wo ungenügende Leistungen vorli?gen. So ist jüngst den Schornsteinfegern ein? 40pro- zentige Teuerungszulage auf bi? schon mehrfach erhöhten Gebühren zugebilligt worden, w?lche jetzt erstmalig den Hausbesitz (der schon durch die seitherige Ärt der Berechnung, wob?i Keller-, Erd-, Ober- und Dachgeschosse, sowie Dachboden als j? ein Stockwerk betrachtet werden, in der Stadt besonders bedacht war) recht unangenehm belasten. Gewiß, jeder vertrauenheischender, besonders auch einer außergewöhnlichen oder gefahrvollen Leistung gebührt entsprechend? Entlohirung! Wenn aber jetzt für die sog. Reinigung ohne Ausbrennen der Schornsteine — mehr eine fachkundige Inspektion in luftiger Höhe — für einen Zeitaufwand von kaum 10 Minuten, wie auch an dem Besuch des schwarzen Genossen in den Nachbarhäusern von höchstens einer Viertelstunde einwandsfrei zu beobachten war, über 8 AN. für ein kleines Haus aus Erd-, Ober- und Mansardengeschoß berechn?: sind (= die Arbeitsstunde etwa 30 bis 40 plarf), so übersteigt dies doch, trotz der teuwen Seifenpreise und dem Periodischen Badebedürfnck, jedes zulässige Maß, zumal dem in der Stadt ansässigen Gewerbe wed?r namhafte Ausgaben für teuere Bahnfahrten und größer' Abnutzung von Schuhsohlen und bürgerlichen Kleidung erwach-sm. daver eutfS Dinosauriers gefundm. Geheim- rat Dr. A. von Weinberg hat den überaus uterte , vollen Fund dem Senckenbergisch?n Museum gc- ! sichert und jetzt hat, nachdein der Präparator 1 Strunz nach fünfjähriger Tättgkeit die Haut des Riesenfossil von dem Gestein trmnen konnte, das I rntereffante und wertvolle Schaustück Aufft?llung im Museum gefunden. Der Präparator fand in des Leibeshöhle des Untiers noch Nahrungsreste, zerkautes Pflanzenmaterial. sw. Mannheim, 18. Juni. Die Flucht durch das Fenster des dritten Versuchte der wegen Raub vor dem Richter stehende neunzehnjährige Maschinenschlosser Mohr von Neckar- 'Raufen. Er sprang in den Schloßgarten und blieb dort infolge eines Senkelbruches sowie innerer Verletzungen liegen. rm. Ludwigshafen, 20. Juni. Hier wurden durch ein Aufgebot von 80 Schutzleuten etwa 12 0 Arbeiter der Bad. Amlinsabrik fest genommen, welche nach Schluß der Abend-- schicht im Begriffe waren, nach 5)ause zu gehen. Sie wurden auf den Inhalt ihrer tKucksäcke untersucht, >vobei sich herausstellte, daß sie teilwerse wertvolles Material aller Art entweichet und mitgenommen hatten. Die Klagen über die Diebstähle in der Fabrik hatten sich in der letzten Zeit außer ordentlich vermehrt. Die Leitung sah sich zu dieser Maßnahme gezwungen. Hannover 19. Juni. Bei der Trocken' 'bleit wüten in der Provinz Hannover groß: Wald-, Moor- und Heide brande. Da« Bissendorfer Moor bei Hannover ste'ht seit bre Tagen in Flammen. Tas Feuer vernichtet ge ivaltige Dorfvorräte. Unineit Hannover.bei Lähe brennt seit 5 Tagen das Moor. Heute ist in dem waldreichen Gelände des großen Naturschutzparkes' in der Lüneburger Heide Feuer ausgebrocheu. Ter ganze Waldbestand zwischen Wilsede, Heinbruch und Heinköten ste'ht in Flammen. Viel Wilo ist umgekommen. Während der letzten Nacht glich die ganze Heide einem gewalttgen Fen er mehr. Auch an der 'Hanirover-oldenburgischen Grenze wütet ein svänor- und Heidebrand. Schließlich war uikweit Hahnenklee im Obeöharz ein großer- Wald- brand ausgebrochen, der aber gelöscht to?rben Bannte. Auch aus mehreren anderen Orten in der Lüneburger Heide und Ostfrieslands werden größere Moor- und Heidenbrände g?meldet. * Kopenhagen, 19. Juni. (WTB.j Laut Meldung der „Bcrlingske Tidende" aus Kowno sind infolge des gestrigen Riesenbrandes gegen 10 000 Men schon obdachlos. zurückzuführen, es sei doch immer von oben geschossen worden. Auch der Nebel trägt, was jeder Jäger tvohl versteht, bei dem Schi?ßen erl)eblich zur Schußerhöhung bei. Fliehende würd?n meist in den Kopf getroffen, die Schüsse ging?n zu hoch. Mejearigen, die von vorn getroff?n seien, hätten sich beim Saufen umgedveht Und nach den B'r- folgern geschaut. — Es wurde dann noch eine R?ibe von Zeugen vernommen, die aber wesentlich neues nicht mehr auszusagen vernwchten. Damit war die Zeugenvernehmung be?ndet und wurden die Verhandlungen auf nwrgen früh vertagt. Ob das Urteil morgen noch gesprochen wird, ist dahingest?llt. L ci b e u b i - b ft äh le ausgeführt. Das Schöffengericht hatte sie zu je 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Als sie sich von der Aussichtslosig- l’cit ihrer Berufung überzeugt hatten, nahmen sie sie zurück. Der Möbelträger Wilhelm W. von Gießen hatte bei einem Umzug eine Hose aestohlen. Er leugnet und wilt bi? bei ihm gefundene Hose von einem „Unbekannten" gekauft haben. Diese Ausrede fand, da der „Unbekannt'" dein Gericht zu bekannt ist, keinen Glauben. W. ist. als Dieb rückfällig und wurde zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Diebsbande hatte im Frühjahr 1920 unb im Sommer 1919 dem Lager des Althändlers Rothenberger mehrere Besuche abgestattet und Altmetall und Fahrradteile gestohlen. Zu diesem Zweck waren die Tater von benachbatten Hofreiten eingestiegen und hatten einen Lagerschuppen erbrochen. Heinrich V. aus Bieber, der wegen Diebstahls mehrfach bestraft ist, erhielt 2 Jahre Gefängnis. In einer weiteren Anklage gegen ihn — er hatte feinen Eltern 3000 Mk. gestohlen und das Geld mit Gesinnungsgenossen in einigen Tagen durchgebracht — erfolgte die Einstellung des Verfahrens, weil sein Vater den Strafantrag zurück- italjm. Ter Stadtschüler Bruno L. von hier erhielt 2 Monate Gefängnis, der Stcü>tschüler F. 2 Wochen. Zwei weitere Stadtschüler würben frei- gesprochen. Otto L., der an der Verwertung des gestohlenen Metalls beteiligt war, erhielt wegen H Mer ei 3 Monate Gefängnis, der Althändler Sch. der es gekauft hatte, wurde mangtts Beweises freigefprochen. Literarische Gesellschaft. Freitag den 25. Jnni abends 8 Uhr In der neuen Aula der Universität Rudolf Presber aus Berlin. Ernstes u.Heiteresaus eignen Werken. Eintrittskarten zu M. 5.—. M. 4.—, M. 3.— (sämtlich numeriert) im Vorverkauf in d. Musikahenhanal. E. Challier und an der Abendkasse, ötudenten- karten nur im Vorverkauf beim Hausverwalter gegen Vorzeigen der Ausweiskarte zu M. 1.50. Die IHitgliodar der Literarischen Gesellschaft er- halten die übliche PreisermäÜi rung. (^«,1) :: Verreist:: bis $8ositag den 28, Juni^ Heilkundiger. Einhorn-Festsaal Komiker PauB Buchwald mit seiner Gesellschaft 0IMt0 Bei rednerischer oder kühler Witterung findet morgen Sonntag eine Nachmittags-Vorstellung bei ermäßigten Preisen von 4 bis 6*/» Uhr statt Der Liebestrunk « Gift Siehe gefälligst die Anzeige vom 18. ds. Mts. Abend-Vorste11ung von 8 7> Uhr ab. (HtgenManl-u.Krarleilseudie wirkt absolut sicher innerhalb 3 Tagen durch £jar einfache äußerliche Behandlung -W8 Dr. Berflmanns P r o l a f t a n. Kein Geheimmittci: Hervorragend begutachtet von Tierärzten und Tierhaltern. Es gibt kein gleichwertiges Konkurrenzfabrikat. Zn beziehen d. Npothekcn u. Drogerien. Wo nicht erhältlich, direkt au5 der Fabrik. Chemische Zadrik „vetera" G. m. b. 6. Görlur. Emmerichstrafte 8. 68o3 Telegramm-Aoresse: „Vetera" Görlitz. Tüchtige Vertreter gesucht. Statt Karten. Statt Karten. Hannover, den 21. Juni 1920. 011189 Giehen, Juni 1920. •um Statt Karten. Verlobte Ruppertsburg, 20. Juni 1920. im 25. Lebensjahre. [6836 abzugeben. 011181 Watzenborn, den 20. Juni 1920. 68191 Launsbach. Giehen, den 21. Juni 1920. •11148 Willy Glatthaar, und drei Enkelkinder. Giehen, den 20. Juni 1920. •IHM 6809A Plockstratze 6. 011141 zu verkaufen. [6828 nichts hafte. 011156 jabv.Aud Jtnxrfce JHrilR US. Die Beerdigung findet am Mittwoch den 23. Juni, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Linchen Parr Otto Stein Gesponnenes Seegras mehr. Zentner A 3JL 1B, vorjährige Ernte hat fof. Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen an Katharina Böttner, geb. Glatthaar Katharina Glatthaar, geb. Kehl, Augenarzt Dr. (Bros u. Frau Sufi geb. Biermer. Die Beerdigung findet Dienstag den 22. Juni, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Elektromotor für Drehstrom, 3 P.-&, 220—380 Bolt, noch neu, für 5200 Mk. und ein desgl. 5.5, auch neu, für 11500 Mk. sofort abzug. Martin Jung IIL, 011125 EbcrSgönS. Guc erhabene Bettstelle mit Matratze zu verkaufen 010992 Seltersweg71 11. Arme 3rau verlor 200 Mark in 4 neuen 50-Mark-Scheinen. Gegen gute Bel. abzug. auf dem Polizeiamt.""" Gießen, Appenrod, den 19. Juni 1920. Die Beerdigung findet Dienstag den 22. Juni, nachmittags 3 Uhr statt. Von Beileidsbezeigungen bitten wir abzusehen. In tiefer Trauer: Georg Sommer und Kind Familie Konr. Ruhl Wwe. Familie Jobs. Sommer VI. und alle Angehörigen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Salomon Heß, Adolf Heß, Sally Gumb. Schotten, Gießen, Offenbach a. M., den 20. Juni 1920. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. Juni, nachmittags 3 Uhr in Schotten statt. 6823 In tiefer Trauer: Katharina Glatthaar, geb. Kreuter, Johannes Glatthaar, Heinrich Böttner II., Ihre Verlobung geben bekannt (Bretel Linkmann Ludwig Woelke •- Todes-Anzeige. Nach schwerem Leiden ist heute unsere innigst- geliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Sophie Heß,geb. Kaufmann im 75. Lebensjahre sanft entschlafen. Für bie vielen Beweise mmger Teilnahme bei dem Heimgang« unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Frau Lisette Hucke nebst Familie. LtbensstellW! Leute von 14—45 Jahren erhalten Stellung in feinsten Häusern nach Besuch der Fachschule für Herrschaften- u. Hotel' personal Bad GodeS brrg. (Prospekt frei.) WID Daubringen, Kr.Gtehen, telegraphisch zu benachrichtigen. tUnkost. werden erseht.» 011140 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem schmerzlichen Verlost, der uns durch den Tod unserer lieben Gattin und Mutter betroffen hat, sagen wir Allen tiefgefühlten Dank. Die trauerndeuHinterbliebenen. I. d. 91.: Karl Klaus. Todes-Anzeige Plötzlich und unerwartet verschied nach kurzem, mit großer Geduld getragenem Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Karollne Summer geh. Ruhl Warne mann, meiner Frau Anna Avermann geb. Rinker aus Hörnsheim etwas zu borgen, da ich für Sm Oer Am a. Beiträgen vonBüchern in den Abendstunden ges. Nachruf Am 17. Juni 1920 verstarb der erste Vorsitzende unseres Vereins Herr Rechtsanwalt und Notar Geheimer Justizrat August Metz Sein Heimgang bedeutet für uns den schmerzlichen Verlust eines pflichtge;reuen Hüters des Rechtes, eines tatkräftigen Förderers unseres Standes und seiner Interessen, eines warmherzigen Freundes und Beraters. Ein ehrenvolles Gedenken und unauslöschliche Dankbarkeit sind ihm über das Grab hinaus gesichert. Der Verein Oberhessischer Rechtsanwälte. langem, mit großer Geduld ertragenem, schwerem Leiden entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante FrMttariDelieiliiiejergiUcteifcr im 62. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. I.d.N.: Ludwig Wiedmeyer. Gießen (Kirchenplatz 6), Fechenheim, Kostheim, Barmen, 9täherin nimmt noch Kunden an. "'«»1 Ebelttrahe 36 l. Elektr. guglampe und neues Sofa zu verkauf. Gr. Linden, Lndmigstrahe 28. [011136 Steuer gr.Fiochkocher (Zinks, »ür Hotelbetrieb, zu 30 Mark abzugeben. »»”] Alicettrahe 26 I. Wilhelm Avermauu. Ernstgemeint. Mann (ledig» in mittl. Jahren, mit 30000 Mk. Baroermögen, sucht die Bekanntschaft ein. Dame nicht unter 30 Jahren ob. Witwe mit 1—2 Kind. Ää Heirat. Einheirat bevorzugt. Schr. Angebote unter 011120 an den Gieh. Anz. Welche junge Tarne- wünscht oft Offiz., jetzt penL Mitte 30, BTw ichl. u. bl., fatb-, durch LiLbeSheirat glücklich zu machen bzw. zu fein? 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Schlossermeister Faber, Fahrradhandlung, (drohen-Linden. daß dies ein närrisches Vorgehen war, bummelte den Korso hinab, setzte mich für eine Welle in das Caf6 Colonna und kehrte zehn 9Jhnuten vor zwöls Uhr ins „Minerva" zurück. Punkt zwölf Uhr wurde ich benachrichtigt, daß eine Dame mich zu sprechen wünsche. Si: erwartete mich in ihrem Wagen vor dem Portal. Im nächsten Augenblicke saß ich neben ihr, und der Wagen fuhr davon. Es hat mir so leid getan, sagte sie, daß ich keine Gelegenheit hatte, Sie noch einmal int Zuge zu sehen. Diese Leute hingen an mir wie Kletten. Das hat mich so fürchterlich gelangweilt. Aber es ist besser so. Ich nickte. Gewiß, sagte ich. Hier können wir frei reden und unsere Pläne besprechen, fuhr sie fort. Aber, erwiderte ich, ich habe keine Pläne. Ich überlasse alles Ihnen. Ist das nicht Ihr Wunsch- Gewiß. Ueberlassen Sie mir den Anfang! Sollte mich der Erbgraf irgendwie mit Gewalt behandeln, so werde ich ihn Ihrer zärtlichen Be- Handlung übergeben. Ich denke, Sie wüßten schon« wie mit dem Herrn umzngehcn ist! Wollte Gott, ich hätte Gelegenheit dazu! ent-- gegnete ich grimmig lächelnd. Ich würde diesem Menschen am liebsten die Knochen entzwcischlagen^ (Fortsetzung folgt.) Er. Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 2). Juni 1920 Börsenkurse DerNn 154,87 209, Dcrmifcbtes Juni. (WTB.) Bei dem gestri- .f dem Kruppschen Gebäude, Essen, 19. 172,- 221,50 296, 18.6. und 17 Millionen durch Erhöhung der 500 Mk. bei Bestattungen vom Sterbehaus aus Fortsetzung 61. lNachdruck verboten.) 461, 347, 462, 349, 15,75 12,25 282,- 297,50 26,65 85,85 22,03 Kurs 19.6. 79,75 Zürich . . . . Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. . Wien . . . . Prag . . . . 317,85 675,70 640,65 840,85 182,20 232,75 153,95 38,67 307,80 700,70 645,65 27*03 86,10 22,15 Frankfurt a. M., 21. Ium. Devisenmarkt. Kurs 18.6. 79,75 189,50 183,50 317,15 674,30 641,35 841,65 179,80 229,75 152,67 39,57 307,20 699,30 644,35 26,59 85,65 21,97 317,85 675,70 643 15 843,35 180, 0 230,25 153,07 38,67 305,80 700,70 640,65 317,15 674,30 639,35 839,15 181,80 232,25 153,50 38,57 307,20 699,30 644,35 26,97 85,90 22,09 Datum-. Amsterdam • Notterd. Brüssel-Antwerpen . Christiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London Rew-PorK Paris Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien Konstantmopel. . . . 210,50 250,50 225, - 83,25 297,- Kurs 18. 6. 79,75 74,- 65,20 73,40 155,75 208*25 180, - 144,25 150,50 154,50 179, — 259,- 283,25 298,- 280,- 190,- 240,- 407,- 469,- 345,50 277,- 175,50 gen Großfeuer auf dem Kruppschen Gebäude, das auch auf die Kvankenbaracken, in denen 350 Patienten untergebracht waren, Übergriff, wurden alle Kranken unversehrt gerettet. Von beit zehn Krankenbaracken wurden dank der Kruppschen Feuerwehr sechs erhalten. Görlitz, 19. Juni. (WTB.) Gestern nachmittag wurde hier die Tochter des hiengeu Stadtgartenbesitzers beerdigt. In der letzten Nacht ift von unbekamtten Tätern das Grab aufgeschaufelt, der Sarg erbrochen die Leiche vollständig entkleidet und ihrer Sachen beraubt worden. Tie Leiche wurde heute früh nackt am Grabe aufgefunden. 280,- 279,25 29.9, - 192,50 Datum: SXTeut.flrltqsanL 4"/„Deut.9leich?anl. I° .Deut.Be chsanl. 46/0 Preuß. Konsolr Darmstädter Band Deutsche Bank. . . Disconto» Gesrll'ch. Dresdener B nk. . Nationalbank f. v. Mittels.Creditbank H..2lmerik.-Pakctf. NorddeutscherLloyb Doch. Gttsttahtwrk. D.-Luxemb.Bergm. Gelseukirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschi. Eisenb. - B. Oderschles.Cisenind. PHSuix«Brgb..Akt. Bab.2lnilin-u.5oba Höchster Farbwerke (Llehtr. 21. (E. tß. . . Schuckert-Werk«. . FelteuLGuilleaumr Daimler Bub.-Eisenw.-Akt. Adterwerk« ... . 4*7'0 Hess- Saatsanl. Electron türierhei« Marlnotierungen. Datum: 19. 6. 14,25 7,22 15,75 12,25 420 - 116,75 (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Zusammenschluß der deutschen Unternehmern schäft. Berlin, 18. Juni. (WTB.) Die Organisationen der landwirtschaftlichen Unter- Kurs 19.6. 79,75 73,90 64,75 73.- 155,75 277,- 209,75 180,25 144, - 150,50 188,50 180,75 255,- 279,- 290,- 284,25 188,25 240,25 400,50 448,50 342,- 275,50 175,50 210'- 248,75 225,- 84,- 292,50 Die Gräfin. Roman von G. W. App le ton. .y u u»->, Land- und Gewerbesteuer gedeckt werden. Für das Jähr 1919 sioll ein weiterer Zuschlag von 21 Proz. am die Sätze der städtischen Einkommensteuer erhoben werden. Die Real-,Hausund Landsteuern werden von 160 aus 320 Proz. erhöht. Die Frage der Abwälzung der Haussteuern aui die Mieter soll noch eine Klärung erfahren. Die Gewerbesteuer wird von 133 auf 300 Proz. erhöht. Ferner werden wesentlich erhöht das Wassergeld von 3 auf 22 Proz. oes Mietwertes. Die Kana lbeNutzung und Siebenundzwanzigstes Am folgenden Tage erwachte und frühstückte ich frühe. Hieraus sÄ-kte ich mich «kJ« mn eine Reihe von Stunden völlig zur Verfügung stand, die sehr schattenhafte Bekanntschaft mrt meiner Geburtsstädt zu erneuern Es war ein für Rom sehr kalter und grauer Tezembermvrgen, der wenigstens ganz tm Em- klang mit meiner gegenwärtigen, düsteren Umgebung stand. Ich hatte bereits von mernem Schlafzimmer aus einen Blick auf Berninis Elefanten geivorsen, der etneir Obelisk auf seinem Rücken trägt Das mitten auf dem Platze stehende ^nf-3 mal hatte zum Hintergrund? die düstere, alte Fassade von Santa Maria Sopra Minerva. Hier stand ich noch dem vierzehnten Jahrhundert gegenüber ?lber zur Rechten führte mich eine enge Gass^ in wenigen Augenblicken in das Augusteische Rom. Und mit andächtiger Scheu betvunderte ich i?cn anostartigen Tempel Zoller Götter Agrippas Pantheon, das trotz der Zerstörungen so titelet Jahrhunderte, heute noch stolz, so gut wie unberührt, dasteht und in Dielen Hinsichten das vor- ntf/mfte Bauwerk darstellt, das uns vom alten Rom erhallen geblieben ist. "Wohnungsuchenden vorzugsweise zu berücksichtigen. . Gegen eine von der Gemeindebehörde im Einzelfalle getroffene Verfügung steht den Beteiligten innerhalb von fünf Tagen seit Zustellung der Verfügung das Recht der Beschwerde zu. Die Beschwerde ist bei der Gemeindebehörde einzureichen; sie hat aufschiebende Wirkung, lieber die Beschwerde entscheidet das Mieteinigungsamt nach billigem Ermessen: es kann insbesondere eine Beschlagnahme für unwirksam erklären oder eine Frist für die Ueberlassung bestimmen oder besondere Bedingungen festsetzen. Die Entscheidung des Miet- einiguugsamts ist unanfechtbar. Zuwiderhandlungen gegen erlassene Anordnungen können mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit Haft bestraft werden. * ** Pensionsan gelegen heiten e hemals aktiver Offiziere und der Offiziere des Beurlaubten ft andes. Di: beim Reichsarbeitsministerium fast täglich efnge'benben Gesuche pensionierter, ehemals aktiver Offiziere um Erhöhung ihrer Perff ton infolge Wiederverwendung, GewLhnrnn von Krivgszulage üfw. und Anträge der Verforgungsstellen gleicher Art für diese Offizieve, zeigen daß, bei den Versorgungsstellen vielfach noch Unklarheit über die Zuständigkeit der obersten Verwaltungsbehörden für die Erledigung von Pensionsangelegeftheiten der Osfi- ziere besaht. Zur Be-hebung von Zweifeln weist das Reichsarbeitsministerium däh?r darauf Hütt daß nur für die Pensionsangelegeiiheiten der Offiziere des Beurlaubtenstandes, soweit sie nicht früher aktive Offiziere gewesen und aus dem aktiven Dienst mit Pension ausgeschieden sind, vgll Abs. 3 ferner der Feldwebelleutnants und derjenigen Ehemals aktiven, zum aktiven Militärdienst vorübergehend wieder hevangezogenen Offiziere, die seinerzeit ohne Pension ausgeschieden sind, zuständ-ty ist. Tie Pensionsangelegeiffsnten der ckhemals ak- ttven pensionierten Offiziere und der in den Beurlaubten stand überführten Ehemals aktiven Offiziere, die seinerzeit mit Pension aus dem aktiven, Dienst ausgeschieden sind, werden durch das Hee- resabwickelungsamt Preußen, Versorgungsdeparte- ment (Abw.) Berlin, Verl. Hedemanuftvaße 10, erledigt. ** Zur Fernsprechgebühren-Er- höhung. Die zum 1. Juli b. Js nt Kraft tretende Erhöhung der Fernsprechgebuhrm rft bereits in'ben Tageszeitungen veröffentlicht nwrden. Wie Wit erfahren, ist der Termin zur Kündigung von Fernsprechanschlüssen infolge der Gebühten- Berlin, 19. Juni. Bö rsen ftim m u n gs- b i l d. Wegen des Fortdauerns der Reginungs- krise und des Fehlens anderweitige roirfiamer Anregungen war die Börse äußerst zurückhaltend: di? Kurse waren vielfach nur nominell, die Neigung zur Abschwächung aber überwiegend. Schantung verloren 7 Prozent angeblich auf den Arttkel eines süddeutschen Blattes, der vor übertriebenen Hoffnungen hinsichtlich der Entschädigung warnt, Kali- werte konnten sich gut behaupten, zum Teil sogar dessern. Für Schiffahrtsaktien trat im Verlaufe einiges Kiteresse hervor, so daß Argo 30, Pak't fahrt 5 Lloyd 2 Prozent gewinnen tonnten. Am Montanmarkte waren nur rheinisch Braunkohlen, und zwar um 12 Prozent höher. Bon Elektrizitätsaktien litten besonders Deutsch-Uebrrsee: sie verloren 18 Prozent. Der Bankenrnarkt behauptet: im Anschluß an Frankfurt seine feste Haltung. Berliner Handelsgesellschaft waren bevorzugt und fünf Prozent höher. , Frankfu rt a. M., 19. Ium. Börsen- stimrnungsbild. Ander heutigen Börse machte sich zum Wochenschluß eine gewisse Beru'hiMng in der Auffassung der innerpolittschen Lage gel tend. Im allgemeinen zeigten sich die Kurze wieder überaus widerstandsfähig. Auf den Hanptmard Ich wußte, daß der Korso zu meiner Rechten liegen mußte: so behielt ich diese Richtung einige Minuten bei und gelangte aus die Piazza Colonna und den Korso selber. Nunmehr tvar ich aus bekanntem Boden. Es fielen mir bloß geringe Veränderungen auf, nur daß die. Lätzen und Eaftzs größere und freiere Verhältnisse crufwie'en, als früher. Dasselbe war mit der Via Eondotti uiiO der Piazza 61 Spagna der Fall, wo ich mich augenblicklich wieder zu Hause fMte. Ich schlug die Bia Babuin» ein, nur hxmtge Schrttte inves, und stand nun vor meinem Geburtshause, in drs auch der Leichnam meines Vaters nach dem Duell mit Vittorto Frangipam verbracht worden war. Als ich mich miäxrr daran erinnerte, schossen mir so dunkle und böse Gedanken tzarrch den Kopf, drß ich mich gerne wieder auf die Piazza zurückbcgab. Bon ba flieg ich die breite Treppenflucht zur Kirche Trinitü bei Mvntt "hinan und Betrat, rnich bei der Villa Mdici zur Rechten wendend, bte Gärten des Monte Pincio, wo augenblicklich tn>> Ruhe aus meine brütenden Gedanivir sich herabsenkte Hier hatte ich -an vielen Nachmittagen stundenlang als Kind in der Sonne gespielt. Wie seltsam betonnt mir das alles vorlkrn! Tie breiten Wege, die langen Reihen von Marmorbüsten, die Brunnen, die Tenkmalgruppen in weißeslem pa- rifcbem Marmor, das vornehme Beffei-ere, von wo aus man die wundervolle auf den trag dckhinziehenden Tiber, die EngelÄburg und schlossene Wahrnehmung einer gememsamen Wrrt- schastspvlitik und der Interessen der deutschen UnternelMerschaft, ferner die eiNheitlrche WNveyr aller gegen sie gerichteten Bestrebungen. Durch dre Erricht ber bezirklacki^v Ausschüssen jeglicher Art und über bte Durchführung der notweitdigen Maßnahmen zur reichung der gesteckten Ziele auch auf örtlicher Grundlage die erfvrderlillM Richtlinten er!an en. Die sinkenden Lederpreise. Leipzig, 18. Juni. Ter in Leipzig tagende Zentralverein der Deutschen Ledertndustrie erklärte in einer einstimmig angenommenen Entschlteßnng', die Lederpreise so zu gestalten, wie sie sich auf den jeweiligen Weltmarktpreisen der Rohware und oes fertigen Sebert au flauen, und zwar ohne Rücksicht au) die in den Betrieben befindlichen wesentlich teureren Bestände. Ter Zentralverein erwartet, daß auch die Schuh fabri kant en und Händler sich diesen Gesichtspunkten anschlteßeu werden. Geschehe dies, dann sei eine Hebung der Kauflust des Publikums und die Wiederbelebung aller Betriebe der Lederwirtschaft zu erhoffen. ning gesunder Zustände auf den Häuteaicktion-en! anzustreben. Der Proteststreik in der Pfalz. er Höhung bis zum 25. Juni verlängert worden. Bemerk wird noch, daß sich die Gebührenerhöhung auch auf die Fernsprech-Nebenanschlüsse bezi'ht. Künftig wird zuschlagsfreie Leitungslänge nicht mehr gewährt. Die zuschlagspflichtige Leitungslänge (20 Mk. für je 100 Meter Leitung) wird 'm der Hauptstelle an berechnet. Für jeden vstchS- tätigen Nebenanschluß sind al 0 künftig mindestens 2U Mk. jährlich als Leitungszuschlag zu zahlen, so daß die Gebühr für einen Nebenanschluß sich auf mindesterts 100 Mk. belaufen wird. ** Ho lzver so r gu ng. In den Mainzer Blättern lesen wir ftrlgende Notiz: Ober- Ingelheim. der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Ankauf von weiteren 1033 Raummetern Brennho lz von oberhessi- schen O der sör ftereien beschlossen und der Verkaufspreis des bisher angelieferten Holzes auf 12 Mk. pro Zentner festgesetzt, — Tie Ba^.ifracht von Gießen nach Ober-JitMlhäm stellt sich bä nxiggonroäfer Verladung auf etwa 1,50 Mk. für den Zentner. Demnach würde der Verkaufspreis des glächen Holzes in Gießen Nchstens 10,50 Mark für den Zeittner betragen. Trotzdem der Holzpreis in der letzten «Aadtvevordnetensitzung be- rells erheblich hevabgesetzt wurde, tostet der Zentner Hartholz noch immer 13 Mk., Weichl>olz 10 Mark. Wir haben alfo hier einen Durch^chuitts- holzpräs von 11,50 Mk. und dürsten demnach mit Iiecht wo'hl eine wätere Herabsetzung des Holzpräses erwarten. Kreis Friedberg. Ans Statt rrnd Land. Gießen, den 21. Juni 1920. Maßnahmen gegen WohnungSmangei. Die Nationalversammlung hat am 11. Mai 19M ein Gesetz über Maßnahmen gegen Woh- nungsmangel angenommen, zu dem däs Hessische Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt am 12. Juni 1920 Ausführunasbestimmungen erlassen hat. Das Gesetz bestimmt, daß die auf Grund der Bekanntmachungen zum Schutze der Mieter und über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel vom 23. September 1918 bzw. 22. Juni 1919 btsher getroffenen Anordnungen und Maßnahmen in Kraft bleiben und bringt folgende Neuerungen: Die Mietzinse für Wohnungen, für die aus öffentlichen Mitteln Beihilfen zur Mbürdung der Ueberteuerung gewährt worden sind, unterliegen nicht der Festsetzung durch das Einigungsamt. Das Einigungsamt entscheidet im Rahmen dec getroffenen Anordnungen. Die Inanspruchnahme von öffentlichen im Eigentum oder der Verwaltung des Rächs oder eines Landes oder im Eigrntum ober der Verwaltung einer Körperschaft des tzssentlichen Rechts stehenden oder vlligiösm oder anerkannt gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken dienenden Gebäudm ist nur mit vorheriger Zustimmung der zuständigen obersten Reichs- oder Landesbehörde zulässig. Die oberste Landesbehörde kann mit Zustimmung des Rächsarbeitsministers Gemeindebehörden auch zu weiteren als den seither erlassenen Anordnungen und Maßnahmen insbesondere zu Eingriffen in die Freizügigkeit sowie die Unverletzlichkät der Wohnung und des Eigentums, soweit solche Eingriffe zur Behebung oder Milderung der Wohnungsnot dringend erforderlich sind, ermächtigen oder verpflichten. Die obersten Landesbehörden rönnen die von ihnen erteilen Ertmächtigungen zurücknehmen ihnen auf Grund der Ermächtigung getroffenen und die Gemeindebehörden zur Aufhebung der von Anordnungen und Maßnahmen anhalten. Die zurr Bekämpfung des Wohnungsmangels getroffenen Verfügungen können im Wege unmittelbaren polizeilichen Zwanges durchgeführt werden. Deutsche, Die unter den Einwirkungen des Krieges aus dem Ausland oder aus einem vom Feinde besetzten oder infolge des Friedensschlusses aus dem Reichsgebiet ausscheidenden oder einer anderen Verwaltung unterstehenden Landestelle geflüchtet ober vertrieben worden sind, sowie Deutsche, die zur Erfüllung einer Wehrpflicht aus dem Ausland nach Deutschland znrückgekehrt sind und denen jetzt von der ausländischen Regierung die Rückkehr nach ihrem Wohnort verboten oder erschwert wird, sind von den Gemeinden bei der Unterbringung der Frankfurt Abend- Abend- Schluß- Schluß- Ludwi g s^a fen , 19. Juni. (WTB.) Der Generalstreik ist nur zum Teil durchgesührt worden. Alle lebenswichtigen Betriebe müssen, auf Anordnung der französischen Behörden arbeiten. Ebenso die ftadttsckoen u-nb staatlichen Beamten, denen im Weigerungsfälle die Abschiebung auf das rechte Rheinufer angedrvht ist Tie Läden in der Stadt sind geschlossen. Tie Strahenbalw verkehrt nicht. Dagegen wird der EisenbcklieibetrieÄ zum Teil aufrecht yffhalten. Einzelne Züge sind ausgefallen, während andere gefahren werden. Wie sich die Lage während des heutigen, Tages ge-, statten wird, ist noch unbeftimmt. Tie Ruhe in der Stadt wurde nirgends gestört. Tie Zeitungen können, da die Setzer stch gleichfalls dem Generalstreik angeschlosien haben, nicht erscheinen. Verhandlungm mit den Snmfeinern. London, 19. Juni. (WTB.) Die Regierung hat sich geweigert, die Munition und Truppentransporte von Irland einholen zu lassen. Sie ist aber bereit, alles zu vermeiden, was provozierend wirken könne. Sie ist ferner bereit, mit den Sinnfeinern in Verhandlungen zu treten. Englische Verstärkung für Persien. Rv 11erdarn , 19. Juni. (WTB.) Tem ,,Nieuwe Rotterdarnschen &ourant" wird aus Loudon berichtet daß starke Streitkräfte ans Brittsch- Jndien nach Persien unterwegs seien, um die Bolschewisten zu verhindern, gegen Teheran vorzurücken. Freisprechung der Marburger Zeit- freiwilligen. Marburg, 19. Ium. (WTB.) In der Kriegsgerichtsverhandluug, gegen die Marburger Zeitfreiwilligen wegen Erschictzung der Thaler Gefangenen wurde heute mittag das Urteil gefällt Sämtliche Angeklagten wurden freigesprochen. — Den Bericht über die Freitag- und Samstagverhandlungen werden wir in unserer Monlagnummer nachtragen. Neue Kommunalsteuern in Frankfurt. Frankfurt a. M., 19. Ium. Nach Mitteilung des Magistrats schließt der städtische Haushaltsplan für 1920 mit einem Fehlbetrag von 58 Millionen Mark ab. Hiervon sollen 10 bis 15 Millionen aus Ersparnissen gedeckt werden. 7V2 Millionen sollen durch Einführung einer Dienstbotensteuer, einer höheren Luxus- st e ue r, einer höheren Vergnügungssteuer und durch andere Maßnahmen erwirtschaftet werden. 25 Millionen sollen durch Real steuern nennenswerten Betätigung tomrte aber weder auf dem Montanmarkt noch auf den Spezvalm-ärk teil die Rede sein. Tie führenden Mrmtänpapiere waren vorwiegend gebessert. Jnsbesivndere Harpener, + 6V2 Prozent. Oberbedarf gewannen 3’/2 Pvoz. Auch Daimler Motoren blieben gut Wfäirptct. Tas Hauptinteresse beanspruchten Schrff- faprtÄverte die bei regerem Geschäft autogen. C^misckfe 9fftien lagen lustlos und vhne nennenswerte Aenderung. Etwas Kausbeg^hr macht/ sich für Badische Anllin und Farbwerke Höchst bemerkbar. Am Bankemnarkt bewahrten Berliner Handelsgesellschaft ihre feste Tendenz. Teuffch Asiattsche Bank weseii-ttich 'foober. Kvlonialwerte Lagen schwächer. Desgleichen Schantungbahn. Teilweise 'höhere Kurse wurden für Kassaindustrie- pkpiere angelegt. Deutsche Petroleum wach matter Eröffnung gebessert. Privatdistont 4 Pvoz. und darunter. den mächtigen Peversdom in verschwommener Ferne hat. Alle bitteren Gefühle, alle tödlichen Rrch.'- gebanfen verschwanden aus meinem Geiste, als ich eine Stunde lang mich lvieder m die Ture meiner Kindheit zurückversetzt fühlte. An reden Gegenstand kittipfte sich irgend eine Erinnerung Ich wußte, daß, wenn ich mich zu jener feierlichen Gruppe von Steineichen und Zypressen dort rm Hintergrund des Gartens 'binüberbegvib, ich, über die aurelianische Mauer hinüber eruen Blick tn den herrlichen Park der Billa Borghese tun könnte, wohin mich meine Bonne einmal mitgenommen hatte, um Veilchen zu pflücken. Gerade einen Steinwurf von da hatte mir die schöne Königin Margherita einmal eine Kußhand zugeworfen, als sie in ihrem Wagen vorüberffchr. Wie mach die alten Erinnerungen von allen Seiten bestürmten! Ich konnte mich kaum von dem lieblichen Fleck Erde losreißen. Ich hatte daran gedacht, die Vra Giulia und den Palazzo Fvangipaui aufzusuchen, aber ich ließ den Gedanken wieder fahren. Puntt elf Uhr stieg ich die stattliche Treppe bin ab, bte zur Piazza del Popo lo führt, und einen Augenblick später stand ich vor dem Hotel de Russie. Dann entschwanden meine Träume, oder, richtiger gesagt, sie wurden rasch von anderen abge- lö'ft, als ich eifrigen Blickes die Fenster des.Hotels der Reihe nach absuchte, in der Hoffnung, bte schöne Gräfin zu sehen. Rasch sah ich mdes ein, Bad-Nauheim , 18. Juni. Durch die nunmehr vollendete Neugestaltung und B^rgrößeruna von der bekannten Weinl-andlung E r n ft1 Hupfe 1 d gehörenden „D i e l e n r ä u me n" ist. Bad-Nauheim um eine Sehenswürdigkeit vornchm-1 ften Stiles bereichert worden. S ff bst die kleiustm ; lAnzelheiten sind von ersten Dekorations- und Raumkünsttem mit auserlesenem Geschmack auserwählt und zu einem künstlerischen Ganzen komponiert. Einen märchenhaften Anblick bietet vor allem der neue große Saal mit fein'm Original- Wandgemälden. Den großartigsten Effekt erzillt die lOOkerzige Beleuchtuttg des den ganzm Saal überspannenden blauen Glashimmels. Jeder Raum ist tn einer anderen Farbe gehallm. Bor dem neuzn Kasino befindet sich das allen Besuchern bekannt.' neu modellierte Vestibül mit der allb.'kannten Dielv Der Gesamteindruck aller Räume ist ein derartig fesselnder, wie ihn bisher noch kein andwes Bad bieten tonnte. Bad-Nauheim ist durch das Kur- parkkasino um einen reizvollen Anziehungspunkt bereichert worden. Starkenburg und Nheinhessen. fa. N ie d e r -I n g e l he im, 18. Juni. Die Pferderäude ist auf dem Sporkmlieimer Hof festgestellt worden. Die Maul- und Klauenseuche wütet immer noch mit unverminderter Heftigkeit. Geld Brief Geld Brief 18. Juni 10. Juni 1383,60 1386,40 1378,60 1381,40 nebmer und die Spitzeuverbände von Handel, u..~ -■ Industrie, Handwerk und Gewerbe beJ Dau s schlossen den Zusammenschluß zu einem Zen -1 tralausschuß der Unternffhmerverbände. Tie-1 fern werden an.ge’bören: Reichsausschuß der deut-! sck)en Landwirtschaft, Reichsverband der deutscher I land- und fvrswvirtsck-astl ichen Arbeit geberverein i -■' 'Hingen; Reichsverband der deutschen Industrie I Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverblinde, Reich-sverband des deutschen Handwerks; Hansa- bund für Gewerbe, Handel und Industrie: Zetttral- verband des deutschen Gvoßl>rndels: Vereinigung! der Arbeitgeberverbärtde des Großhandels : Haup, Gemeinschaft des deutschen EinTerhandels: Zentral verband des deutschen Bank- mtd BMtkiergeloerbes; I die Kehrichtabfuhrgebühren werden mit je 4 Proz. des Miet wertes erhoben. Die Haus- ft euer wird von 30 auf 60 Proz. erhöht. Die Reichsverband der Banlleitungen; Arbeitgebertier Bestattungsgebühr soll von 4 auf 6 Proz. band deutscher VersicherungsunternelMungen: Zen-ck erhöht^ außerdem soll eine besondere Gebühr von gebieten mar 'eüt }efterer Grundtvn trotz aller I tratl'telle für das deutsche Transport- mrd Ver- 5II .B. B. BI Geschäftsunlust nicht zu oerfcnnen. Bvir einer ° kehrsgewerbe. Der Zentralausichuß beztoeckt dte ge-l erhoben werden. Behördliche Anzeigen. In ber Bekowntmschurrg der Nummer 141 des Gießener Anzeigers v>om 18. d. Mts. über die Erhebung der vorlLufiacn EiTtiiommen steuer durch W^ug vvm Arbei'sl-chn für das Rechnungsjahr 1920 ist em Truckfeü-ler bei III., § 12 untere lausen. Es muß richtig heißen: HL Unm ittelbare Einzahlung des« in- behal tenen Betrags bei der Steuer- Heb e st e l l e. § 12. Das LaudesfinanHanrt tarn auf Antrag des Arbeitgebers zulassen, daß eine Verwendung von Steuermarken unterbleibt und daß die Einzahlung des nach 8 1 und § 2 Abs. 3 einbehaltenen Betrags durch den Arbeitgeber in bar oder durch Heber roeifimg auf das Postscheck- oder Bauk- fiontü bei der Steuer Hebestelle erfolgt, die für die Entrichtung der von dem Arbeitnehmer zu entrichtenden Einkommensteuer zuständig ist. Das Landesfrnanzamt !mm die ihm nach i-tbsatz 1 zustehende Befugnis den Finanzämtern übertragen. (Ties ist für das Unterzeichnete Landesfinanz- amt erfolgt.) Kirschenversteigkvnnft. Dienstag den 2 2. Juni d. I., nachmittags 3 Uhr, wird dre Kirschenernte von den Bäumen auf dem Trieb in ca. 25 Losen meistbietend versteigert. Auswärtige Steigerer und Ländler sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Zusammenkunft an der Kaiser-Allee bei der Wirtschaft „Zur Germania". Gießen, den 17. Juni 1920. 67306 Ter Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Kirschenversteigerung. Donnerstag den 24. Juni d. Zs. kommen in der Gemarkung Dettenhausen zirka 70 Bäume Kirschen zur Versteigerung (die besten Cinmachkirschen). Anfang nachmittags 4 Uhr an der Straße nach Muschenheim. 6820 Dettenhausen, am 20. Juni 1920. Bürgermeisterei Dettenhausen. Roth. Stadt. Arbeitsamt (Ziehen Wcst-Unlage 31, Tele-H. 205*. ES können eingestellt werden. •. bei hiesigen Arbeitgeber«: 1 (»raveur, 1 Merall- treiber, 1 Schlosser u. Autogenschweißer für alle Metalle, 1 Schreiner. Lehrlinge: 2 Maler und Anstreicher, 2 Bäcker, 1 Glaser, 1 Wagner, 3 Schuhmacher, 1 Schmied. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landw- Knechte, 1 Gärtner, 1 Sattler, 1 Feinmechaniker, 50 Feldbereinigungsarbeiter, 1 Schlosser, der autogen schweißen kann, 3 Rundschlcifer, 3 Werkzeugschleifer, 3 Fe in sch leiser, 5 Dreher für Veit- svindelbänke, 2 Gürtler, 2 Hammerarbeiter, W Maurer, 25 Zimmerleute, 3 Stahlgraveure, 1 oerh. Schmied illr Hosgnt, 1 Müller, 1 lunger Huf- und Wagenschmied, 10 Gcsteinhauer. Lehrlinge: 1 Schriftsetzer, 1 Wagner. 1 Svengler, 1 Müller Cs snrireu Arbeit: Schriftsetzer und Buchdrucker, Schweiserdegeu, Armaturdreher, 2 Stellmacher, .Qaiiileitte, Schreiber undei sende, 1 landw. Ber- maltet, Packer, Hansbiirscken und Ausläufer, Mascbinenschloner, ^iairidjlofier, 1 Kupferschmied, 1 Konditor, Elektromon eure, 2 Glaser, 2 Schuhmacher, 3 Heizer, 3 5trankenpfleger, 1 Schmied, Weißbinder und Anstreicher, 1 Käser, 2 Sortiermeister, 2 Tapezierer und Bolsterer, Z Sattler, Bäcker und Neuner, 1 Kellner, 4 Kraftfahrer, 2 Brauer, 2 Köche, 1 Bautechniker, 1 Zeichner, 1 Bandagist, Mechaniker, 2 Dachdecker, 1 Koch für Aushilfe, 1 Autogenschweißer. Lehrlinge: 3 Schuhmacher, 1 Schreiner, 1 Mechaniker, ?> Kaufleute it. Schreiber, 1 Weißbinder und Maler, 2 Gärtner, 2 Schmiede, 1 Elektrotechniker, 2 Friseure, 5 Schlosser, 1 Wagner. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: », bei hiesigen Arbeitgebern: 1 eins. Haushälterin, 3 Mädchen s. tagSüder, Tienstmädchen, Hausfrauen u. -Mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein- mädchen, 1 eins. Stühe, 1 Flickerin, Zimmermädchen, 1 Ganenmädchen, 1 Waschfrau, 2 Lehrmädchen, 1 Kinderfräulein f. nachmittags, 1 perfekte Kaffeeköchin. b. bei auswärtige» Arbeitgebern: 7 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen. Zimmermädchen, Alleinmädchen, 1 Stütze, 1 Stenotypistin, 1 Friseuse Cs suchen Arbeit: 1 Lehrmädchen für Damenschneiderei, 1 Kontoristin, 1 Maschinenschreiberin, 1 Bibliotheksgebilfin, 1 Näherin, 1 Büglerin, 1 Stickerin, 1 Krankenpflegerin. (6800B Bekanntmachung Durch Beschluß des Lande-siedlunysamteS tvm 10. d. Mts. iw das Lant^MriLurrgsvcrsstzren in folgenden Gemarkungen beä Kreises Gießen eröffnet worden: Londorf, Allertshausen, Kesselbach, Utvhe und Feldheim. Tie drei erfbgeturmtten einerseits, Utrche und FeQcheim andererseits bilden je einen genrernstuwen Arbeitsbezirk. Die Liste der Landbewerber liegt rn ber Zeit vom 25. Juni bis emschl. 2. JuÜ d Js. aus dem Bureau der betreffenden Bürgermeisterei wälhvend der DiarsWuwden ofßm. Gemäß § 25 der Bollzuasordnung zum Lawc^- gesetz fordere ich sämUiche Personen, die sich an dem Verfahren der LandKtteilung beteiligen wollen, aber noch nicht in ber Liste der Qanbberoetber eingetragen sind, auf, sich wckhrend der Lfstir- lcgungsfrist in bte Liste emrcagai zu lassen. Tie Wähl ber Bertrauensm-Äorer ber öaniv bewerbet: findet am Sonntag den 4. Juli 1920 vormittags 11 Vs Uhr, statt, und zwar wählt jede Gemeinde ihre Vertrauen Sntiänner für sich. Die WcktzllvLrle werden durch die Bürgermeistereien in ortsüblicher Weise bekannt gegeben. Bad Salzhausen, bat 19. Juni 1920. Tcr Landanttmann zu Bad Salzhausen. Brill. 6608D Bekanntmachung. 3a unser Genoffenschaftsregister wurde heute bezüglich des Eifenbahner-Heimstätten-Dereins, eingetragenen Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Gießen eingetragen: Die Satzung ist dahin geändert, dah der Vorstand nur aus 5 Mitgliedern besteht. Es sind dies:FritzLandmann,Wilhelm Anton^DttoRöhnug, Karl Seibert und Georg Hübner. 6832D Gieße«, den 4. Juni 1920. Hessisches Amtsgericht. Versteigerung. Dienstag den 22. Juni von 2 Uhr ab versteigere ich in der Wirtschaft Seelinger am Schlachthof: 2 Bettstellen mit Mattatzen und Keil (Jaft neu), 1 Kleiderschrank, l Klappstuhl, 1 Badewanne, 1 Regulator, 3 gute Stühle, 1 Rauchtisch, 1 Zentrifuge (Kalt- enttahmung, 100 ßtr. Stundenleistung), 1 Nähmaschine, 1 neuen Herren-Anzug, 1 Damen-Friseurttsch, 2 bessere Militärröcke, 1 Rasenmäher, 1 Fleischtonne, 2 Wasch- bütten, 1 Pumpe, Einmachtöpse, 2 Fckhrrädrr mit Bereifung, 4 Dutzend gute Stühle, 1 neuen Divan, 1 Wäschemangel, mehrere Emzel-Bettstellen, Kinder- wagen, Tische, Nachttische, Waschttsche und vieles andere. Versteigerung bestimmt. h. Senner, Auilionator, Kroföorfer Str. 9. Annahme von Versteigernngeu aller Net, auch ctuzeluer Stücke. Bekanntmachung. 3n unser Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich der Spar» und Darlehenskaffe, eingetragenen Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Reiskirchen eingetragen: Die Genossenschaft hat sich in eine solche mit beschränkter Haftpflicht urngewandelt. Die Firma lautet jetzt: Spar- und Darlrhenskaffe, [ eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. { zu Reiskirchen. Die Haftsumme beträgt 1000 Mark, [ Gießen, den 17. Juni 1920. 6831D Hessisches Amtsgericht. Nachdem Jvhrnn Heinrich Sertty I. von Münster die SchlMelaLwalt seiner Ehefr-ru wv^der- 'hergesteL, ist der Eintrag in unserem Güter- rechtsregifter über die Entziehung gelöscht morden. La ubach, 5. Juni 1920. 68051) Hessisches Amtsgericht. Pa. große, schmackhafte Vollhcrlege 3 Stück M. 3.50. «„ GebrüderBe rbu$,b®f",^7 ! Frische Fische! Tiefe Woche jeden Tag frische Zufuhren: feinste Xordeee-Seheilfleche l'/,-4pfündig Pfd. M. 3.50 ^».««hlloi,. 2-6pfünd.,Pfd. M. 2.8« im Ausschnitt M. 3.50 ff.8eelachno.Kopf,3-6psd.,Pfd.M.S,— neue Kartoffeln, neue Zwiebeln W Nß- M- EsrlkiihgWkreiil Aegks. Wir laden unsere Mitglieder zu der nm Mittwoch den 23. Juul abends 8 Ubr im „Pfälzer Hoi", Schanzenstraße 2, stattfindenden 6821 autzerordentl. Hauptversammlung hiermit ehr Tagesordnung: 1. Wahl des 1. Vorsitzenden. 2. Festsetzung des Jahresbeitrages.. 3. Vortrag des Herrn Reallehrers Grimm. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Tierschutzverein Gietzen. Wir laden die verehrttchen Mitglieder zu der am 24. Juni abends SS Ubr in der Wirtschaft Zum Aanarium stattsindenden Hauptversammlung hierdurch freundlichst ein. 6802D Tagesordnung: L Jahresbericht. 2. Rechnungsablage für 1919. 3. BorstandSersatzwaHl. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Zeichnungen aller Art werden schnellstens ausgeführt Zeichnungen auf Kleider mc Zeichnungen für Handarbeiten Zeichnungen für Stickereien all. Art AeitereSt offekönnen zugegeben werden. a. G. ctsoD ------ Befreiung ----- von staatlicher Allgestekltenverficherung ermöglicht Beantragung einer Lebensversicherung bis zum 30. Juni 1920 bei der SkkhsnceöeilsvriWelüligsbM Bisher abgefckloffene Versicherungen: 2 Milliarden 750 Millionen Mark. Auskunft erteilt der Vertreter: Gebrüder Iullmann, (Stehen. Babnbosstratze 65. Telephon 542. Die modern eingerichtete W-Fätai UW asch-Blusen j: dunkelgrundig in la. Doiles und Daumwollmuffelinen M. 30.- M. 33.- M. 35.- ln Frankfurt a. Hain übernimmt das Färben von Kleidern und Stoffen aller Art Schnellste Liefervng. *uB8 Billigste Berechnung. Sorgfältigste Ausführung. Alleinige Annahmestelle für Gießen bei Konrad Anton ARTZ. Hemm- Mhaeilerel a. Konfektion, Lang-Göns (Hess.) Aul n eise Schrift-Neuheiten erlaube mir besondere hinzoieisen 29 Bychdruckerei Nitschkowski Ludwigstr. 4 GIESSEN :: Femspr. 724 Verlobungsbriefe VerSobungskarten aparte Muster große Auswahl W W Mitteldeutsche Creditbank Frankfurt a. M.— Berlin. Bezugsangebot auf M. 30,000,000.— neue Aktien. Die Generalversammlung der Mitteldeutschen Creditbank in Frankfurt a. M. vom 15. Juni 1920 hat beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von M. 60,000,000. - auf M. 90,000,000. - zu erhöhen, durch Ausgabe von 25,000 auf den Inhaber lautenden, vom 1. Januar 1920 ab dividendenberechtigten Aktien zu je 1200 Mark und, unter Ausschließung des gesetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre, die dreißig Millionen Mark neuen Aktien an ein Konsortium zum Kurse von 115% frei von Stückzinsen mit der Verpflichtung zu begeben, dieselben den alten Aktionären derart zum Bezüge anzubieten, daß auf je 2400 Mark alte Aktien eine neue Aktie von 1200 Mark zum Kurs von 115% zuzüglich des Schlußnotenstempels, jedoch frei von Stückzinsen bezogen werden kann. Namens des Konsortiums bieten wir in Gemäßheit der Beschlüsse der vorerwähnten Generalversammlung den Inhabern der alten Aktien die neuen Aktien zu nachstehenden Bedingungen zum Bezug an: 1. Auf 2400 Mark alte Aktien kann eine neue Aktie von 1200 Mark zum Kurse von 115% zuzüglich des Schlußnoten Stempels jedoch frei von Stückzinsen bezogen werden. 2 Das Bezugsrecht ist bei Meldung des Verlustes in der Zeit vom 23. Juni 1920 bis einschließlich 7. Juli 1920 bei einer der folgenden Stellen geltend zu machen: in Frankfurt a. M. \ und > bei der Mitteldeutschen Creditbank in Berlin J bei sämtlichen Niederlassungen der Mitteldeutschen ferner Creditbank in in in in in in in in in in an anderen Plätzen Cobtenz bei der Firma Leopold Seligmann Cöln bei der Mitteldeutschen Creditbank Filiale Coln bei der Firma Leopold Seligmarin Hamburg bei der Firma M. M. Warburg & Co. Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt (Abteilung Becker & Co.) Meiningen bei der Bank für Thüringen vormals B. M. Stomp Aktiengesellschaft München bei der Mitteldeutschen Creditbank Filiale München bei der Firma H. Aufhäuser Stuttgart bei der Firma Doertenbach & Cie., G. m. b. H. Tübingen 1 Hechingen und } bei der Bankcommandite Siegmund Weil. Sigmaringen J 3. 4. Berlin, Bei Ausübung des Bezugsrechts sind die Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeubt werden soll, ohne Gewinnanteil- und Emeuerungsscbeine mit einem doppelt ausgefertigten Anmeldeschein, für den Vordrucke bei den Anmeldestellen erhältlich sind, einzureichen. Mit der Einreichung ist der Bezugspreis von U5»/o mit M. 1380.- für jede Aktie und der Schlußnotenstempel einzuzahlen. Ueber die Einzahlung wird auf einem der beiden Anmeldescheine, der dem Einreicher zurückgegeben wird, quittiert. O'.^.En Aktien werden mit einem die Ausübung des Bezugsrechts kennzeichnenden Stempelaufdruck zu ruckgegeben. Die Aushändigung der neuen Aktien an den beziehenden Aktionär erfolgt nach deren Erscheinen gegen Rückgabe des mit der Quittung über die fih^aLUFg Vrr5ehen5n Anmeldescheines bei derjenigen Anmeldestelle, die über die Empfangnahme des Geldes quittiert hat, gegen Empfangsbestätigung. Frankfurt a. M_ , den 21. Juni 1920. 8799D Mitteldeutsche Creditbank. Emkoch- Gl&ser Apparate rote Gummi, garantiert la Friedcnsqualität. Carl Schunck, Bahnhofstraße Nr. 62. '„Hansa“ Privat-Handelsschule Gießen, Seltersweg73. Inh. und Leiter: J. Kunze/mann Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. EinzigeSchuleamPlatze, deren In Kzugi. S chulleU., Lehrer u. Fachmann ist. Am l.Juli Beginn neuer Kurse in Engi., Franzos. Buchf., Korrespondenz, Stenograph., Maschinen- schreib, u. and. Handels- fächern.A nnield.täglich. Prospekt frei. L-SLIM gegen Bezugsscheine wird sofort geliefert durch [eilose Karl Nest»eldreher, v«t«haeh,Amtsgaffe7. Gummiringe garantiert la etos Frieden sqnalit&t Carl Schunck Achtung! Achtung! Haarspangen «nd Haarpfeile werd, repariert nach dem neuen Verfahren. 010079 Rodbeimcr Str. 58 p. MittHgstlslh für stud. Verb, gesucht; mögt, geschft Angeb. mit Preis unter 011126 an den Gießener Anzeiger. 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Eplsede: Wenn das Herz spricht $ Ferner: DD Reinhold Schünzel G und Wanda Treumann e in dem feinpikanten Lustspielsehlager Ä! in 4 Akten: ä Eine Nacht gelebt g :: im Paradies :: • ®eeee®«eieeeeeee i. Ellen Richter in Das Kloster von Sendomir Nach einer Novelle von Fraas Grill- par rar in 5 Akten. z. Der gleitende Schatten Nord. Detektiv-Schauspiel in 5 Akten. Äer heote! Nur heute! Ab morgen: 011131 Spartakus der Sklavenbefreier Römischer Sensations - Prunkfilm in l Prolog und 7 Akten. Sichern Sie »Ich zeitig Pl&tie. BtheMhi aller irt wart «O Brühl’aaha Betv.-DreakeraL R. Laa*, ütolw tzc l'ini stell Voi Nr. Nr. Nr. Nr. Nr. 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Schaall, Heinrich, Lehrer, Michelstadt. Verordnung Nr. 16. Die Interalliierte Kommission für Regierung und Volksabstimmung erläßt unter Bezugnahme auf die Artikel 96 und 97 des Versailler Friedensvertrages und die Ziffer I Nr. 1—5 des in Paris am 9. Januar 1920 unterzeichneten Protokolls folgende Verordnung: c Sozialdemokratischen Partei (Mehrheitspartei) c Zentrumspartei c Deutschen Demokratischen Partei c Deutschnationalen Partei r Deutschen Volkspartei c Unabhängigen Sozialdenrokratischen Partei . c Kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund) Jnhalts-Uebersicht: Reichslagswahl. - Abstimmung in Westpreuß 3t neun Divg. itlen, Xbib*1 > eitles an^ Bus dem besetzten Gebiet. Der Proteststreik in der Pfalz. Dz. Ludwigshafen, 22. Juni. Der raphen- und Telephondienst ruht, da die stellten Samstag nacht 12 Uhr die Ar- nnstellten. Die Elektrizitätswerke stehen Infolgedessen verkehrt auch die Straßen-^ nicht. Die Angestellten und Arbeiter der rwerke haben sich ebenfalls dem Streik chlossen. Im Laufe des Tages schritten canzosenscharfen Gegenmaßnah- gegen den Generalstreik. Die Eisenbah- »urden von Patrouillen aus ihren Woh- m geholt und mit Gewalt gezwungen, ligezu fahren. Beamte, die sich weigerten, tuuiuen auf der Stelle a u s g e w i e s e n. In einer von Joch unterzeichneten Bekanntmachung wurden die Eisenbahner als für den Dienst der französischen Besatzungsbehörden requiriert bezeichnet. Ebenso gebrauchten die Franzosen Gewalt «egen die streikenden Arbeiter in den Wasserwerken, die sie mit Hilfe von französischen Fachleuten wieder in Betrieb zu setzen suchen. Zahlreiche Verhaftungen sind bisher von den Franzosen vorgenommen worden. Die Geschäfte sind bis auf die Verkaufsläden für Lebensmittel geschlossen. Die Erregung unter der Bevölkerung ist sehr groß. Ludwigshafen gleicht einem Heerlager. Alle Anlagen und öffentlichen Gebäude sind mit Truppen besetzt. Die wichtigen Punkte sind mit Maschinengewehren und Artillerie gesichert. Fortwährend treffen neue Truppen-, Verstärkungen ein. Durch die Straßen ziehen Infanterie- und' Kavalleriepatrouillen mit Maschinengewehren. Jedoch ist dieser große militärische Aufwand unnötig, da die Bevölkerung ihre Besonnenheit bewahrt. Unberechtigtes Jagen der Franzosen. Wiederholt ist in der Oeffentlichkeit über das unberechtigte Jagen französischer Heeres- angehöriger im besetzten Gebiet Klage geführt worden. Die H e s s i s ch e R e g i e r u n g ist vor kurzem erneut bei der zuständigen französv-, schen Stelle insbesondere wegen unberechtigt ten Jagens von Franzosen in der Gemarkung! Griesheim vorstellig geworden, worauf ihr ein Befehl des Generals Degoutte an den betreffenden militärischen Befehlshaber zur Kenntnis gebracht wurde, nach dem unter Strafandrohung für künftige Fälle eine Untersuchung der kürzlich vorgekommenen an» geordnet worden ist. Erne neue Heldentat der schwarzen Kultur- b ringer. dz. Limburg, 19. Juni. Erst jetzt wird eine? schändliche Gewalttat der französischen Besatzung" Als Ersatzmänner kommen in der nachstehend angegebenen Reihenfolge in Betracht: 1. für die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (Kreiswahlvorschlag Nr. 1): Aus dein Reiche« Dr. Friedberg f. Berlin, 21. Juni. (Wolff.) Der Abge- te Staatsminister Dr. Robert Fried- ; ist gestern abend plötzlich an einem chlag verstorben. Er war gestern noch wohl und hatte seiner Wahlpflicht richten, sie angesichts der Not des Landes unter Zurückstellung parteipolitischer Zwistigkeiten in ihrer Arbeit zu unterstützen. Das Blatt -fügt hinzu, daß die Sozialdemokratie sich ihre endgültige Entscheidung hinsichtlich der sogenannten wohlwollenden Neutralität Vorbehalte, bis die Fraktion das letzte Wort gesprochen habe. Die Entscheidung der Fraktion sei aber abhängig von dem/ Programm der bürgerlichen Parteien. B e r l i n, 22. J-uni. Im einer Besprechung des Reichskanzlers und der Parteiführer,. die beim Rttchspväsidenten für 'heute in Aussicht genommen ist, soll die endgültige Zusammenstellung des Kabinetts erfolgen. . <. r< Tas neue Kabinett wird sich, nne die Deutsche Mlgem. Zeitung schreibt, in das parlamentarische Leben einführen als ein Kabinett des Wiederaufbaus. Damit sei das Programm gegeben, das es sich selbst stelle. Es wolle kein Kabinett parbeipolittscher Grundsätze und parteipvli- ttscher Betätigung sein; sein Ziel gehe darüber hinaus aus Maßnahmen zur Wiederherbeiführsmg geordneter ZusM-de, Schaffung wn Rühe und Sicher- 'heit und Festigung des Staates nach außen. In ber gestrigen Fraktions sitzung der Deutschen Volkspartei sand laut „Boss. Zeitung" die Tattik der Demokraten herben Tadel, weil sie die Deutsche Bolkspartei in eine schiefe ^tuiatiion zu bringen geeignet -gsioeseu sei. Die Hervorhebung der Vers<äfung>s frage sei umso über- Mssiger gewesen, als es sich doch nur um eine rein thsoretlstsche Erörterung handelte, der prak- ttsch gar keine Bedeutung zuÄimme, weil kein Mensch mit der Möglichkeit einer Monarchie in absehbarer Zeit rechne. Besonders günstig wird vom den Blättern die Berufung des Geheimrats Simons zum Reichsminister des Aeußern aufgenommen. Ein Blatt sagt: Als langjähriges Vtttglied des Auswärtigen Amts kann Dr. Simons den Anspruch erheben, als Fachmann für das neue Amt bezeichnet zu werden. Sein polittsches Programm ist der Oeffentlichkeit unbekannt, aber mau darf ihm zutrauen, daß er bei seinem hohen Pflichtbewußtsein und bei seiner unbedingtem OerMenhaftiMck ohne em solches tr *rt, auch ______ «utlt Bekanntmachung. Betr.: Abstimmung in den deutschen Randgebieten; hier: in Westpreußen. Nachstehend bringen wir zwei Verordnungen b?r Interalliierten Kommission für Regierung und Volksabstimmung in Marienwerder zur allgemeinen Kenntnis. e Kommunalwahlen in Groß-Berlin. ! e r l i n, 21. Juni. (Wolff.) Bei den Gerd -e w a h l e n für Groß-Berlin b-eteilig- ch nur 55 Prozent. Nach den bisher be- en Zahlen dürften ans die Unabhüngi- $7 Sitze, die Sozialdemokraten 38, die chaftliche Vereinigung 10, die Demokra- 6, das Zentrum 8, die Deutsche Volks- i 37 und die Deutschnationalen 26 ent» [. Drei Mandate erscheinen noch zweiseb dürfte auch nicht gering sein. Man sich dahin, daß , Deutschland ferne' :gutmachungsschüld in Form vow lichen Beiträgen zahlen solle, drL ich der .Leistungsfähigkeit Deutschlands rrch- >er eine Mindestsumme von drei Millr- n Goldmark betragen solle. Drese Jah- räge seien auf eine Dauer von 35 Jahrew trichten. Perthinar berichtet im „Echo de daß Marschall Foch eine Erklärung zur ckschen Lage abgegeben und die Alliierten irdert habe, an Deutschland eine neue Note rreichung der schnelleren Entwaff- ; und der Vernichtung der deutschen Kriegs- alien zu senden. Der gegenwärttge Stand utschen Heeres ermögliche es einer Militär- die sich jeden Augenblick in Berlin bilden die Gewalt an sich zu reißen. Wie das« nal" mitteilt, ist man bei der Durchführung riedensVertrages von den Zwangsmaßnah- -r militärischen Besetzung abgekornMen. Man ß, daß, wenn Deutschland die Klauseln des nsvertrages nicht erfülle, man zu einem der wirtschaftlichen Beziehungen greifen was einer gemilderten Blockade gleichckäme. ondon, 21. Juni. (Wolfs.) Die Zeitungen ntlichen ein Telegramm aus Hythe, wonach Sforza erklärt habe, daß Italien ozent von der von Deutschland zu zahlenden chädigungssumme verlange. lung einer bestimmten Summe garantiert wird, die zudem im Falle seines vorzeitigen Ablebens unverkürzt an seine Hinterbliebenen zur Auszahlung gelangt. Zweifellos wird be- sonders diese eine Form der privaten Lebensversicherung — die wir hier nur herausgreifen wollen — für viele weit anziehender sein, als das Verfahren der Reichsangestelltenversicherung, die bei ihrer behördlichen Verfassung gar nicht in der Lage ist, sich den individuellen Bedürfnissen in ähnlicher Weise anzupassen, wie die privaten Unternehmungen. Zu berücksichtigen bleibt dabei, daß die auf Grund eines Lebensversicherungsvertrages von der eigenen Beitragsleistung befreiten Angestellten für die vom Arbeitgeber nach wie vor zu zahlende Beitragshälfte in der Angestelltenversicherung . verbleiben, im Versicherungsfalle demgemäß Anspruch auf die halben gesetzlichen Lei st ungen der Reichsversicherungs-Anstalt haben. Darum muß es vielen Betriebsleitern, Gutsverwaltern, Werkmeistern, Betriebsbeamten, Buchhaltern, Privatsekretären, Hausvätern, Handlungs- und Apothekergehilfen, Bühnen- und Orchestermitgliedern, Privat-Lehrern und Erziehern, Offizieren der See- und Flußschiffahrt, die ein Einkommen zwischen 7000 und 15 000 Mark beziehen — um nur die wichtigsten der betroffenen Berufsschichten zu.nennen — wertvoll sein, heute noch rechtzeitig auf den Weg aufmerksam gemacht zu werden, den das Gesetz für eine oem persönlichen Geschmack oft bedeutend mehr zusagende Vorsorge für Alter und Tod offen ließ: Beantragt noch vor dem 30. Juni bei irgend einer Lebensversicherungsgesellschaft den Abschluß eines Versicherungsvertrages über eine Versicherung mit mindestens 160 Mark Jahresprämie, um später noch vor dem 1. September, nach Abschluß der beantragten Lebensversicherung den Befrei- Ei f i n g e r, Loni, Ehefrau, geborene Fröhder, Mainz. Zwilling, Georg, Bahnarbeiter, Mörfelden. Keller, Franz, Schmied, Worms. Sumpf, Hermann, Polsterer, Mainz-Bretzenheim. 2. für die Sozialdemokratische Partei (Mehrheits- Partei) (Kreiswahlvorschlag Nr. 2): Hasen zahl, Ludwig, Elfenbeinschnitzer, Erbach i. O. Moosdorf, Kurt, Gewerkschastsbeamter, Gießen. Jäger, Elisabeth, Hebamme, Offenbach. Lückel, Ludwig, Geschäftsführer, Alzetz. Lux, Anton, Gastwirt, Nieder-Florstaüt, Ob^rhessen. Weber, Wilhelm, Gewerkschaftsbeamter, Offenbach. Vetters, Friedrich, Redakteur, Gießen. Scharf, Karl, Lehrer, Bieber. L u tz, Wunibald, Parteisekretär, Wonns. 3 für die Deutsche Volkspartei (Kreiswahlvorschlag Nr. 4): Schmitt, Christian, Landwirt, Guntersblum. D. Dr. Schian, Martin, Universitätsprofessor, Gießen. Gießen, den 16. Juni 1920. Kreisamt Gießen. 3 - -_________________________1920 Reiseverkehr mit dem Memelgebiet. - Viehseuchen. Frau Bierau, Else, Mitglied des Hessischen Landtages, Darmstadt. St e ff an, Jakob XL, Fabrikaufseher, Lampertheim. R e m p e l, Jean, Tapeziererin Uster, Worms. Dollinger, August, Lehrer, Ober-Gleen, Kons Alsfeld. Weber, Georg VIII., Landwirt, Groß-Umstadt. Hufs, Johannes, Eisenbahnobersekvetär, Nierstnn. Frau K r a f f t - S ch r a m m, Karoline, Offenbach a. M. Schot z, Christian, Fabrikant, Mainz. S ch u d t, Heinrich, Müller und Landwirt, Görbelheim, Kreis Friedberg. 4. für die Z e n t r u m s P a r t e i (Kreiswahlvorschlag Nr. 5): Wagner, Franz Adam, Landwirt, Klein-Breitenbach bei Mörlenbach im Odenwald. Z u r n i e d e n, Karl, Gewerkschaftssekretär, Worms. S ch i f f m a ch e r, Elisabeth, Stadtverordnete, Lehrnin, Mainz. D e i), Lorenz, Altbürgermeister, Landwirt, Nied'r-Mörlen. Schell, Georg. Schreinernreister, Alz-'y. Herd, Josef Johannes, Kaufmann, Stadtverordneter; Offenbach a. M. Bungert, Franz, Postsekcetär, Stadtverordn., Bingen. Herrmann, Josef, Lokomotivführer, Darmstadt. Becker, Ernst, Fabrikant, Offenbach-Bürgel. 5. für die Deutsche Demokratische Partei (Kr'iswahl- vorschlag Nr. 6): Dr.-Jng. Heidebroek, E., Professor, Darmstadt. H i l b e r g, Wilhelm, Eiserrbahnarbeiter und Landwirt, Daubringen. Dullo, Alice geb. Japha, Offenbach a. M. Weidner, Ernst, Pfarrer, Oberlais. Dr. Thilo, Julius, Fabrikant und Chemiker, Mainz. Brambach, Otto, Schirrmeister a. D. und Angestellter, Darmstadt. Heß, Willy, Apotheker und Chemiker, Bad-Nauheim. Keller, Amalie, Sozialbeamttn, Darmstadt. Dr. Sauer, A., Fabrikant, Zwingenberg a. B. 6. für die E in i gu n g s l i ste de r H e s s i s ch e n Volkspar- tei und des Hessischen Bauernbundes (Krttswahl- vorschlag Nr. 7): < Dr. Werne r, Ferdinand, Professor, Butzbach. Dr. Müller, Georg, Geschäftsführer, Darmstadt. Naab, Wilhelm I., Landwirt, Schwabsburg, Rheinhessen. Frau Heraeus, .Julie, Stadtverordnete, Offenbach a. M. Werner, Georg, Schlossermeister, Reichelsheim i. O. Friedrich, Adam, Landwirt, Ober-Mossau. N o r t h , Franz, Oberpostschaffner, Gießen. Dr. med. Raiser, Theodor, Worms. I o st, Friedrich, Bürgermeister, Bermuthshain, Kreis Lauterbach. Schor k e, Fritz, Landstallmeister, Darmstadt. H a n ck V., Landwirt, Schaafheim. Darmstadt, den 15. Juni 1920. Der Kreiswahlleiter des Wahlkreises Nr. 22 Hessen-Darmstadt: Lo rba ch er. Paris, 21. Juni. (WDB.) Havas. Unter den in Hythe besprochenen Fragen soll, wie die Blätter berichten, die Frage der deutschen E n t s ch ä d ig n n g besonders vorgeschritten sein. Der „Pettt Parisien" stellt fest, daß das Ueber- ernkommen zwischen Frankreich und England sich berwirkliche. Die wichttgsten Punkte seien von den beiden Regieru nommen worden. Man sehe keinerlei feiten für die Annahme voraus, da sich die Ab- sichten ziemlich deckten. Da das Ernverständms Italiens noch erfolgen müsse, habe man den endgültigen Beschluß auf heute vertagt. Das Ueber- einkommen betrifft internationale Anleihen, die durch die deutsche Entschädigungssumme gewährleistet toerben sollen, und von denen Frankreich, England, Italien und Deutschland einen größeren oder kleineren Teil erhält. Laut „Pettt Pari- sien" war auf französischer Seite der Wunsch nach Verständigung- in dieser Sache, trotz gewisser Vorbehalte, sthr lebhaft, jmb fer Alle Wille §»3- Bekarrntmachung. B e t r.: Reichstagswahl 1920. Bei der Reichstagswahl, die am 6. d. M. stattgefunden hat sind im Wahlkreise Nr. 22 „Hessen-Darmstadt" nach der Fest stelliing des Wahlausschusses abgegeben worden: gültige Stimmen überhaupt .... 592 622 ungültige Stimmen überhaupt ... 1 923 Bon den gültigen Stimmen entfielen auf den Kreiswahlvorschlag Dienstag, 22. Zum HE Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis A zum Nachmittag vorher ohne jede Verbiß dlichkeit. ST preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platzvorschrift 20% Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, Schulstrahe 7. sämtlich in Gießen. Meldung der „Times" besteht die Absrcht, die Konferenz von Spaa über den 5. Juli hinaus zu verschieben, jedoch nicht über den 12. Juli. Boulogne, 21. Juni. (Wolff.) Havas. Heute.vormittag trafen von Folkestone Millerand und Lloyd George, Marschall Foch, Ve- niselos, Finanzminister Marsal, Balfour und Chamberlain jntt den Sachverständigen hier ein, wo das Schiff von einer vieltausendköpfigen Menge «erwartet wurde. Bei der Ankunft wurde ein Kanonenschuß abgegeben. Miller and gab beim Aussteigen auf eine Frage die Erklärung ab: „Die Verhandlungen sind auf gutem Weg. Ich bin mit den Enb- scheidungen, die wir in Hythe getroffen haben, zufrieden." Fimrnzmrnister Mars al äußerte sich in gleichem Sinne und fügte hinzu, daß Hinsichtlich der von Deutschland zu zahlenden Wiedergutmachungssumme auch diejenigen Alliierten ihre Zustimmung erteilt hätten, die (nicht der Konferenz in Hythe beigewohnt hätten. Die Entschädigungssumme. 2Imt$üerlünWgimg$btatt für die provmzialdüektwn Gderhessen und für das ttreisamt Gießen Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Rur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich. Gewählt sind hiernach vom Kreiswahlvorschlag: Nr. 1: Beckmann, Georg, Krankenkassenangestellter in Gießen: Nr. 2: Ulrich, Karl, Staatspräsident in Darmstadt; Dr. David, Eduard, Neichsminister in Berlin; Nr. 4: Dr. Becker, Johann. Finanzminister a. D. in Darmstadt; Nr. 5: v. Brentan o, Otto, Minister der Justiz, in Darmstadt; Nr. 6: Korell, Adolf. Pfarrer in Nieder-Jngelheim; Nr. 7: Dorsch, Wilhelm II., Landnnrt und Abgeordneter in Wölfersheim. Dem Berbandswahlleiter des XI. Wahlkreisvlwbandes „Hessen" wurden Reststimmen überwiesen: vom Kreiswahlvorschlag Nr. 1: = 12 420 „ „ Nr. 2: -- 59 800 , „ Nr. 3: = 3 014 „ „ Nr. 4: 34 755 Nr. 5: = 35536 „ „ Nr. 6: --- 3 873 Nr. 7 : — 2tz 224. Auf die Reststimmen der im Wahlkreisverband Nr. XI „Hessen" verbundenen Kreiswahlvo rschläge entfielen zwei Abgeordnetensitze, die dem Kreiswahlvorsckstag des 21. Wahlkreises „Hessen-Nassau" der Teutschnationalen Bolkspartei und dem Kreiswahlvorschlag des 22. Wahlkreises „Hessen-Darmstadt" der Sozialdemokratischen Partei (Mehrheitspartei) zufielen. Hiernach war ferner im diesseitigen Wahlkreis als gewählt anzusehen: Dr. Quessel, Ludwig, Schriftsteller in Darmstadt. An nicht verbrauchten oder nicht berücksichtigten Reststimmen Behördliche Anzeig In ber SrftnerrtTTmröirng der 9hmnm des Gießener Anzeigers txrm 18. b. Mrs. ü ErHeburig der voÄLufiaen Efaüommensteuei W^ug vom Arbei-sl--yn für das Rechwur 1920 ist ein Truckfejjer bei III., § 12 lausen. Es mutz richtig heißen: HL Unm ittelbare Einzahlung de behaltenen Betrags bei der St Hebestelle. § 12. Tas LandesfrnanHamt tarn auf ' des Arbeitgebers zulasten, daß eine Vernx von Steuermarken unterbleibt und daß dii zaUung des nach § 1 und § 2 Abs. 3 etr tenen Betrags durch den Arbeitgeber in ba durch Ucberweistrng auf das Postscheck- ober fonto bei der Steuer Hebestelle erfolgt, die f Entrichtung der von dem Arbeitnehm entrichtenden Einkommensteuer zuständig if Das Landesfinanzamt kmm die ihm Absatz 1 Kustehende Befugnis den Finanzc übertragen. (Ties ist für das unterzeichnete Landess amt erfolgt.) Kirschenversteifternn Dienstag den 2 2. Juni d. I., mittags 3 Uhr, wird die Kirschenenu den Bäumen auf dem Trieb in ca. 25 meistbietend verst-stgert. Auswärtige Steigerer und ö ler sind vom Mitbieten ar schlossen. Zuiammenkunft an der Kaiser-ANee k Wirtschaft „Zur Germania". Gießen, den 17. Juni 1920. Ter Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosen Kirschenverfteigernn Donnerstag den 24. Juni d. Zs. Kommen Gemarkung Bettenhausen zirka 70 Bäume $ zur Versteigerung (die besten Einmachkirschen). Anfang nachmittags 4 Uhr an der Straf Muschenheim. Bettendausen, am 20. Juni 1920. Bürgermeisterei Dettenhausen. Roth. W- M tokHbmtran W Wir laden unsere Mitglieder zu der am Mr den 23. Juul abcndS 8 Uhr im „Pfälzei Schanzenstrahe 2, staltfindenden auherordentl. hauptoersamml hiermit ein. Tagesordnung: 1. Wahl des 1. Vorsitzenden. 2. Festsetzung deS Jahresbeitrages. 3. Vortrag des Herrn Reallehrers Grimm. 4. Verschiedenes. Der Vorst Tierschutzverein Gieß Wir laden die verehrlichen Mitglieder zu 1 24. Juni abends 81/, Ubt in der Wirtschaf Aauarium staltfindenden Hauvtveriammlun durch freundlichst ein. Tagesordnung: L Jahresbericht. 2. Rechnungsablage fü 3. BorstandSersatzwahl. 4. Verschiedenes. Der Borst Zeichnunge: aller Art werden schnellstens ausgeffl Zeichnungen auf Kleider Zeichnungen für Handarbeiten Zeichnungen für Stickereien all. A ArttereSt offekönnen Cfl?oMma('hr zugegeben werden. Wi ----- Befreiung ----- Von staatlicherAllgcstelltenverficherum ermöglicht Beantragung einer Lebensversicherung bis zum 30. Juni 1920 bei der SMettebeiWrMelilWlWl a. ®» Bisher abgeschlossene Berstcherunaen: 2 Milliarden 750 Millionen Mark. Auskunft erteilt der Vertreter: Gebrüder Iullmann, Gießen. Babnbosstratze 05. Televbon 542. Die modern eingerichtete IM-Färlierei 1LLB1F1 Restposten Wasch-Blusen dunkelgrundig in la. Voiles und Daunnvollmusselinen M. 30.- M. 33.- M. 35.- Fritz Norvack in Frankfurt a. Main übernimmt das Färben von Kleidern und Stoffen aller Art. Schnellste Lieferung. wugB Billigste Berechnung. Sorgfalt!gete Analührung. Alleinige Annahmestelle für Gießen bei I Herrn Konrad Anton ARTZ, Eerren- | sehHelderei u. Keslektlon, Lane-Göns (Ems.) I Artikel 1. Niemand darf das Abstimmungsgebiet betreten, ohne iin Besitze eines ordnungsmäßigen und mit Liästbild versehenen Passes zu sein. Für die entlassenen Kriegsgefangenen, welche einen Anspruch auf Wiedereinbürgerung haben, kann anstelle des Passes der Entlassungsschein treten, der mit einem im nächstfolgenden Artikel bezeichneten Sichtvermerk versehen ist. Ter Sichtvermerk ist nur für eine Fahrt gültig. Artikel 2. Tie für das Abstimmungsgebiet ausgefertigten Pässe sind am Ausreiseorte den diplomatischen und konsularischen italimischen Vertretungen, welche während der Tauer der Regierungs- und Verwaltungsbefugnisse der Interalliierten Kommission den Schutz der Interessen der aus dem Marienwerderschen Gebiete Stammenden übernommen haben, zur Ausfertigung des Sichtverm.wks ooezulegcn. Falls sich an dem betreffenden Orte keine italienisck>e Vertretung befindet, sind zur Erteilung des Sichtvermerks die diploma- tischen und konsularischen Vertretungen derjenigen Staaten berufen, welche bei der Interalliierten Kommission. vertreten sind. Auch kann, wenn sich dort keine diplomatischen und konsularischen Vertretungen befinden, d:r Sichtvermerk durch den Offizier ausgestellt werden, welcher di; militärischen Missionen b'.fehlrgt, oder durch die Mitglieder der Zivilmissionen der Entente, welche sich am Platze befinden. 1 'Auch kann der Sichtvermerk unmittelbar durch die Interalliierte Kommission (Departement des Innern) oder durch die Kontrollofsiziere des Gebietes erteilt werden. Artikel 3. diejenigen Personen, welche in einer Entfernung bis zu» 10 Km. von der Grenze wohnhaft sind, und deren Beschäftigungen anerkanntermaßen ein häufiges Ueberschreiten der Grenze von dort bis zur Höchstentfernung von 10 Km. erforderlich machen, müssen sich ebenfalls im Besitze solcher Pässe befinden. Ter für diese Pässe ausgestellte Sichtvermerk besitzt eine Gültigkeit von drei Monaten. Artikel 4. Jede Person, welche lediglich durch das Abstimmungsgebiet durchreist, muß ebenfalls im Besitze eines ordnungsgemäß visierten Passes fein. Ter Sichtvermerk ist nur für eine Reise gültig. Ein Sichtvermerk ist nicht erforderlich für solche Personen, welcl>e lediglich durch das Abstimmungsgebiet (auf der Strecke Tirschau—Marienburg—Elbing oder auf der Strecke Graudenz— Garnsee—Lessen) mit Schnellzügen reisen und dabei den Zug nicht verlassen. Artikel 5. Für diejenigen Personen, welche das Gebiet verlassen wollen, ist ebenfalls ein Paß nötig. Tiefer Paß wird durch die Kontrolloffiziere uird ausnahmsweise durch die Interalliierte Kommission (Departement des Innern) ausgestellt. Er kann auch durch die Behörden des Landes ausgestellt werden; jedoch muß er in diesem Falle durch die Kontrollosfizieve mit einem Sichtvermerk versehen fein. Artikel 6. Wer in das Abstimmungsgebiet einzudringen oder es zu überschreiten versucht, ohne im Besitze eines mit Sichtvermerk versehenen Passes zu sein, wird verhaftet. Die Interalliierte Kommission kann die sofortige Ausweisung desjenigen anordnen, welcher nicht in dem Gebiete geboren ober wohnhaft ist. Artikel 7. Falls auf Grund der Strafgesetze keine höheren Strafen in Frage kommen, wird mit einer Geldstrafe bis zu 1500 Mark od;r mit Haft oder mit Gefängnis bis zn einem Jahre bestraft: 1. wer das Abstimmungsgebiet betritt oder verläßt, ohne im Besitze eines Passes zu sein, 2. wer sich der Prüfung der Pässe durch die Grmzsicherheits- poften entzieht, 3. wer das Abstimmungsgebiet betritt oder verläßt, ohne dabei die in einer besonderen Verfügung noch zu bestimmenden Wege zu benutzen, 4. wer sich von dem im Passe vorgeschriebenen Orte oder Wege entfernt oder die im Art. 3 genannte Zone überschreitet, 5. wer den Bestimmungen über den Gr.'nzüberwachungsdienst zuwiderhandelt, 6. wer die in Art. 4 genannten Schnellzüge verläßt, ohne im Besitze eines Passes zu sein, 7. wer einen Paß oder den Sichtvermerk oder die betreffenden Stempel nachmacht oder sie auf irgendwelche Weise verfälscht, 8. wer wissentlich von einem verfälschten oder einem für eine andere Person ausgestellten Passe Gebrauch macht, 9. wer seinen Paß einem anderen zum Zwecke des Gebrauchs übergibt, i üiucfa der Br n h ichen Unwerfiräts-Buch 10. wer, um einen Paß oder den betreffenden Sichtvermerk zu erhalten oder sich zu beschaffen, falsche oder ungenaue Angaben macht, oder zur Unterstützung seines Gesuchs irrlumerregenbe Urkunden vorzeigt. Mit den gleichen Strafen wird jeder Versuch der genannten Handlungen bestraft. Artikel 8. Die Gültigkeit aller der durch die Interalliierte Kommission ohne Zeitbestimmung ausgestellten Sichtvermerke erlischt zwei Wochen nach Verkündung der vorstehenden Verordnung. Artikel 9. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem 1. Mai 1920 in Kraft. Erlassen zu Marienwerder, am 23. April 1920. Der Präsident: gez. A. Paoi a. Der Ehes des Tep. für innere Angelegenheiten: gez. A. AffifL . Tie Interalliierte Kommission für Regierung und Volksabstimmung erläßt gemäß Art. 1 Abs. 2 des § 1 des in Paris am 9. Januar 1920 unterzeichneten Protokolls: gemäß des Art. 2 der Verordnung Nr. 16 vom 23. April 1920 folgende Verordnung: Artikel 1. Zum Visieren der Pässe behufs Eintritts in das Abstimmungsgebiet bestftnmt die Kommission folgende Behörden außerhalb dieses Gebiets: Ort: Behörde: Allenstein: Italienische Delegation bei der Jnterall. Kommission. Berlin: Königs. Jtalienisäx Botschaft. Danzig: Franz. Konsul bis zum Eintreffen des Jtal. Konsuls. Graudenz: Französische Mission. Königsberg: Major Fergusson, Jnterall. Kontrollkommission. Posen: Jtalienisck)e Militärmission. Warschau: Königl. Italienische Gesandtschaft. Artikel 2. Für jeden Sichtvermerk wird eine Gebühr von 5 Mark, im Gelde des Landes zahlbar, erhoben. Erlassen zu Mariemverder, den 1. Mai 1920. Unterschriften. Bekanntmachung. Betr.: Reiseverkehr mit dem M'melgebiet. Das nachstehende Schreiben des Rstchsministers des Innern bringen wir zur allgemeinen Kenntnis. Gießen, den 16. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: W e l ck e r. Der Reichsminister des Innern. II B 3925. Berlin, den 29. Mai 1920. Nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts hat der Rstchs- und Staatskommissar für das Memelgebiet konsularische Befugniss - dieses Gebiets erhalten und ist demzufolge gemäß §5 122 ff. des Leitfadens zu den Paßvorfchriften berechtigt, selbständig tbeut)die) Sichtvermerke zur Einreise aus dem M emelgebiet über die Reichsgrenze nach Deutschland zu erteilen. Zur Einreise aus Deutschland in das Memelgebiet bedürfen Reichsdeutsche — neben dem Sichtvermerk — keines Sichtvermerkes einer französischen oder sonstigen Vertretung. Jeder Ausländer hat sich binnen 24 Stunden nach dem Eintreffen bst der Ortspolizeibehörde anznmelden und beim Verlassen des Gebiets in gleicher Wachse abzumelden. An- und Abmeldungen können verbunden werden, wenn der Aufenthalt nicht länger als drei Tage dauert. ______________Im Auftrage: gez. Tammann. Bekanntmachung. Be t r.: Ansteckender Scheidenkatarrh in Treis an der Lumda. Unter den Rindviehbeständen der Gemeinde Treis an der Lumda ist der ansteckende Scheidenkatarrh festgestellt worden. Die Sperrmaßregeln wurden von uns angeordnet. Gießen, den 15. Juni 1920. ________Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmin gen. Bekanntmachung. Betr.: Scheidenkatarrh in Queckborn. Der ansteckende Scheidenkatarrh in Queckborn ist erloschen. Di' angeordneten Sperrmaßregeln sind hiermit aufgehoben. Gießen, den 15. Juni 1920. ____ Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen. Dienstnachrichten des Kreisamtes. 3m Kreis Lauterbach ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Gemeinden Reuters u. Maar bilden je einen Sperrbezirk. Das Beobachtungsgebiet umfaßt folgende Gem stndebezirke: Stadt Lauterbach, Heblos, Rimlos, Walleurvd, Wernges, Willofs, Hof-Sassen, Angersbach, Landenhausen, Rudlos, Eisenbach, Frisch- bom, Blitzenrod, Dirlammen, Allmenrod und Sickendorf, sowie die Jungviehweide bei Lauterbach. Der ganz: Kreis Lauterbach ist zuiu gefährdeten Gebiet erklärt wordm. Der Handel mit Klauenvieh ist verboten. ur.O <’-einb:udutet. R. La *;e, 4mp,- '»20. 67991) Mitteldeutsche Creditbank. Haarspangen nnd Haarpfeile werd, repariert nach dem neuen Verfahren. 010979 Rodbeimcr Str. 58 p. Mittagstisch für ftub. Verb, gesucht; mögt geschl. Angeb. mit Preis inner 011126 an den Gießener Anzeiger. Btenkohl-tego pikiert, Originalsaat der Firma Haage, Erfurt, sowie u(le anderen Svüt- gemtticvslan»en emps. in schöner Ware (01 UM Sirtctrti Dönges Gleiten, Marb. Sir. 67, Haltest, d. Straßenbahn. Uordh. Kautabat 100 Rollen 1D M. ab frier, SO Probe roll. 40,10 M. frt. Nachn. einschlietzl. neuer Steuer. Streng reelle Bedienung. Ein Versuch führt w dauernder Sund- schäft. 6830D W. H. Bofrrer, Münster i. W. Rührige Vertreter ges. SrniL Mre^atira werden sofort prompt auSgeführt. «ail'sche ftaUateael find zu verkaufen Hermann Meier, Dachdecker« ei fier, Wa lttorstr ahe 46. A :: im Paradies :: • ^eee®@«eieeeeee® i. 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