Montag, 2/. September 1920 170. Jahrgang Lrrü Volk S. Wine« m indessen stünde .dJtS im Wege. dost die entscheidenden Verhandlungen erst Ende dieses Monats stattfinden könnten; tr*- " einer Auszahlung von Vorschüssen nii. liardenetat abzubauen, wie kann das lawinenartige Anwachsen der schwebenden Schulden und des Papiergeldumlaufs verhindert werden, und wie will man, zu alledem, auch noch eine Milliarden-Kriegskostenrechnung der Entente befriedigen? Werden in Brüssel direkt oder indirekt diese Probleme, die schließlich eng verknüpft sind mit dem Schicksal der gesamteuropäischen Wirtsü-aft, gelöst werden? Berlin, 18. Sept. Von der Pressestelle der Reichsregierung wird heute bestätigt, daß die Rücktrittsabsichten des Reichsfinanzmini st e r s auf Meinungsverschiedenheiten zu- rückgehcn, die sich in der letzten Zeit zwischen dem Finanzminister und einem seiner Kollegen in der Besoldungsfrage ergeben haben. Es handelt sich um den Reichspostminister Giesberts. Tas Reichskabinett wird sich in den nächsten Tagen mit dieser Frage neuerdings beschäftigen. Dabei ist indessen anzunehmen, daß der Finanzminister nicht nur die vorliegende Meinungsdifferenz, sondern umfassendere Vorschläge für die gesamte Reichsfinanzwirtschaft vor das Kabinett bringen wird. Man nimmt an, daß die Krise im Mrnistermm beigelegt werden kann. , Wie wir erfahren, hat der Reichsfinanzmrnister das preußische Finanzministerium auf seiner Seite, das wie er die Ansicht vertritt, es sei unbedingt der Augenblick für die Rückkehr zu einer gesunden Finanzpolitik im Reiche gekommen und es müsse vor allen Dingen mit den Ausgaben Haltgemacht werden. Berlin, 18. Sept. (Wolff.) Zu den Gerüchten über den Rücktritt des Reichsfinanzministers Tr. Wirth können wir noch fügendes mitteilen: Tie Gerüchte beruhen aus Meinungsverschiedenheiten, die sich zwischen dem Reichspost» minister und dem Reichsfinanzminifter in der Besoldungsfrage ergeben haben. Diese Differenzen werden das Reichskabinett in den nächsten Tagen beschäftigen. Bei diesen Verhandlungen wird die Besoldungsfrage aber mir eine untergeordnete Rolle in den großen Entscheidungen spielen, die in der Finanzwirtschast des Reiches und der Staaten getroffen werden. uyewerde MÜH chlnendau löpferfaWule llung für VraM u. Keramik. :erfachfchule achschule, stete We«- .Hochschule, icr u. Metallarbeiter e Meisterprüfungen November 1920. Die Direktion Die PräfidentschastSkrisis in Frankreich. Paris, 20. Sept. (WTB.) Havas. Die meisten Abendblätter sind der Ansicht, daß Millerand die Präsidentschaft der Repub ik annehmen wird, falls er einmütig dazu berufen wird. Die neuen polnischen FriedenS- bc6inßuitflen. Warschau, 19. Sept. (WB.) Tas Blrtt „Czas" veröffentlicht eine Mittelung, wonach die polnischen Friedensbcdingungen u. a folgendes verlangen: 1. Im Augenblick des Abschlusses des Waffenstillstandes bleiben die beiden Armeeen in ihren Stellungen, die sie augenblickHch besetzt haben. 2. Die Grundlinie für die Grm- zen ist die Grenze zwischen der Teilung (1793). Tie Gebiete westlich dieser Linie fallen an Polen oder Litauen. * „Daily NewS" über die Völkerbnnds- politik. Amsterdam, 18. Sept. (WTB.) „D a i l Y News" schreibt in einem SeitartiLti, man mime begreifen, tast innerhalb der uäch'vm zwei SDh/iLKc Entscheidungen getroffen iverdm mu'.cken, ixm denen die gesam.e Zukunii der euwpäi chm Polr- ttk abhänge. Es handle sich darum, ob Euvopa zu einer einzigen internationalen Gesell ck-ast zu- s.immengeschweist werde cter in die al ver.>ttu> nisrolle Tra?i ion geteilter feindtick>.r Mächte zurücklalle. Das Bla t w it darauf hin, daß von den bevorstehenden Bblkerbundsoerscnmnlungen et Brüssel und Genf, vor allem der letz:eren, die Zulünst des Bundes und daher auch der Weltvolitik in großem Maste abhängen wird. Die Eröffnung direkter Verhandlungen mit den Deutscten in L-vaa fabe einen l e:räch licken FoNsch i t le eutet. Die wichtigste Fr .g:. i.'in Spoaerörer w r en Kl.te, fei je.och bis zum näch'en in Ge ff itatifintenten Zusammentreffen verdaten. Jetzt aber tue eine der hauptsächlichsten alliierten Mächte chr L7vg- itt erziele»! Entspannung der Lage in Italien. P aris, 19. Sept. (WTB.) Nach ehrt Havas- meldung aus Rom tbmmen von allen Seiten Nachrichten über eine Entspannung der Lage. In Genua sind die Fabriken fast vollständig geräumt, die roten und schwarzen Fahnen sind oon den Gebäuden und Schiften cerschwunden. In Salerno haben sich die Arbeiter und Industriellen geeinigt. Tie Arbeit ist wieder ausgenommen. Fünf Kilometer von Mantua entfernt ist eine Pulverfabrik in die Lust geflogen; sieben Personen ivur- ten getötet, mehrere verletzt. Eine große Anzahl Gebcmte wurde verletzt. Mailand, 19. Sept. (WTB.) Giolitti hat die sozialistischen Abgeordneten empfanien und ihnen die Gründe aus-einandergesetzt. die ihm nicht eine sofor ige Elnberuffung der Kammer gestatteten. Er hat aber versprochen, die Kammer einige Tage früher zusammenzuberufen. Eine landwirtschaftliche Maschinen» Ausstellung in Italien. Rom, 19. Sept. (Walff.) Gestern wurde die Internationale Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen eröffret, die von den italienischen landwittschastlick)en Verbänden veranstaltet ist. Auch Deutschland ist vertreten. teilen. Zugleich bildeten in EuWpa kl i e Staaten eine sogenannte kleine Entente. ..Daily News" Kommt zu dem Schluß, daß die Vötkerbundsver- sammlung im November m Genf zur wich.igsten internationalen Versammlung gemacht werden könne, die die Welt je gesehen habe, wenn die Staatsmänner sie dazu madten wollten. Das Blatt tritt dafür ein, daß Gwßbritannien jeine einsluß- reichsle Abordnung nach Genf entsende, die es zusammenstellen kann, da dann jeder Saat dem Beispiel Englands folgen werde und empf ehlt die Teilnahme Lloyd Georges, Bal'ours, Robert Cecils, Greys bzw. Clynes an der im November in Genf stattfindenden Versammlung. chicksalsfragen sind: Wie ist der Mil-1 lichtstes, bamit die Genfer Verhandlungen nicht \ sbattfänden trotz der Bestimmung des Völkerbundes, I wonach alle internationalen Mmackmngen dem Sekretariat des Völkerbundes mitgeteilt und von tiefem veröffentlicht werden mü'sen, hätten zwei Unterzeickmete des Völkerbundsvertrages ein in ter nationales Abwmmen gcsckstossen, und fvei heraus erklärt, daß sie nicht die Absicht haben, dieses Abkommen dem Sekretariat des Völk.rduntes mitzu- Au» Hessen. Hessische Schulfragen. b. Frankfurt, 18 Sept. Diehefsischen Städte und Landgemeinden mit eigenen höheren Schulen hatten heute hierh.-r Vertreter entsandt, um zu einem Bechlust Stellung zu nehmen, den die oberh.'ssischen Städte am 4. September auf einer Zusammenkunft in Gi e ße n g faßt hatten. Sie hatten beschlossen, an die 'hessische Regierung die Forderung zu rich en, der Staat möge die burd) die SchulgeL-einnahmen nich' gedeckten Personal-Ausgaben für die höheren Schulen der Städte und Landgemeinden vollständig übernehmen. Der heutigen aus ganz Hessen beschickten Versammlung rot> Unten als Vertreter he-? Landesamts für das hessische Bildungswesen die Oberschulräte Ritsert und Dv r f e I b zur Informa ion bei. Den hessischen Landtag vertraten die Abgeordneten U r st a d t und Diehl, den hessischen Oberlchrerverein Pros. Allen- darf. Der Letter der Versammlung, Bürgermeister Völsing (Alsfeld) erkläre, daß die Gemeinden nickt mehr in der Lage seien, die höheren Schulen weiterhin zu unterhalten, wenn der Staat nicht in Zukunst die gesamten Personallasten übernehmen würde, die sich ungefähr verzehnfacht haben. Zum Beleg wies der Redner u. a. darauf hin, daß der Zuschuß für die Oberreal sckule in Alsfelc» van 14 OOO Mk. in 1914 jetzt auf 150000 Mk. gestiegen sei. Der Vertreter Gießens teilte mit, daß die Zuschüsse für die drei dortigen höheren Lehranstalten (Gymnasium, Realgymnasium und Oter- realsckmle^ sich von 98 153 Mark in 1919 auf 733 355 Mk. in 1921 erhöhen. Abg. Dr. Diehl hielt es aus sozialen Gründen für bedenklich, wenn sich die Beamtenschaft schlierst ich nur doch aus der städtischen Bevölkerung rekrutiert. Die höheren Schulen müßten erhalten teeiben, nenn auch, nachdem das Einjährigen-Privileg beseitigt sei. nicht mehr in allen Fällen in ter bisherigen Form. Bürgermeister Recht in -Vilbel) wies aus die großen Gefahren für die Jugend hin, die mit der Eisenbahn auswärtige Schulen besuchen muß. Die höhere Schule in Vilbel ist fast ausschtießlich von Kindern aus Arbeiter- und Mittelstands frei en besucht. Ter Redner empfahl die Ausdehnung des im hessischen Landtag gestellten Antrags Schreiber, auf Uebernahme der Iwteren Bürgcn'chuen durchs den Staat, auf alle höheren Schulen, meinte, daß auch seine Fraktion die sozialdemokratische, wmn sie auch heute nicht vertreten sei, im Hess. Landtag dafür zu haben sein teerte, und trat für den Ausbau ter höheren Bürgerschulen in der Wtise ein. daß der Uebertritt von diesen an die Gymnasien ahne weiteres erfolgen kann. Beigeordneter K'ö hier (Ncu-Zfen- burgi bezweifelt, daß der Staat in der Lage sei, die erhobenen Forderungen zu bewilligen, und verlangt.', daß die Gemeinden mietet ihr Budget- rctf.t und die Möglichkeit erhalten, Zuschläge zur R.tickseinkommensteuer zu erheben. Pro,. Altend'orf trat als Vertreter te» hess'scken O berlehrervererns aus ht turei en und Sta".tesrüch'ickte^c dafür ein, daß ter Jteaat toe gesamte Besoldung der Lter lehr er utern^nne. Abg. Prof. Urstadt (Gießen- erblickte dte einzige Möglichkeit, den Gemeinten »u Helsen, in der Heranziehung des 'U10«? -1 SeJL-L gleichsfonds, ter durch das Ausführung^, erti[pred)er!Hr.i! üoS und mtrbln< IW iiiS mobilen etWg au mätei sondere SBermieiung ciuerkomnMds. (jin> inibuälinien. * Id, A«lUMi eis Siegen Amt Rrcnital. Die Mörder von JosefSthal verhaftet! Beuthen, 19. Sept. (WTB.) Die Mörder von Josessthal sind aut- Anordnung des Kreiskontrolleurs durch Mannschaf en der Abstirn- mungspolizci verhaftet toorten. Der Rädelsführer, ein gewisser Baron aus Bttckten'hcmi, ist entwichen. Er hält sich offenbar jenseits ter Grenze auf. Sechs am Mord Beteiligte, sämtlich aus Birkenhain, die im Alter von 18 bis 25 Jahren stehen, sind ins Gefängnis eingeliefert worden. BerbandStag heimattreuer Oberschlesier. Breslau, 20. Sept. (WTB.) Stier fand am Samstag und Sonntag der erste Verbandstag der vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier statt. Die Tagung, auf ter hauptsächlich Organisations- und Abstim- mungsfraqen behandelt wurden, war von etwas über 100 Vertretern aller Abstimmungsberechtigten aus dem Reich und Oberschlesien besucht. Die Be- teutuny Dieses Tages liegt darin, daß an ihm einmütig das volle Einvernehmen zwischen den Heimattreuen Oberschlesiem im Reich zum Ausdruck kam. Das Ergebnis war ter einmütige Wille der Heimattreuen Oberschlesier im Reich, Oberschlesien unter allen Umständen beim Reiche zu erhalten. nr. 221 Der Gießener awjeiaer erscheint täglich, antzer Sonn, und Feiertags, verugrpreisr Monatlich ft'arii 3.60 -»dMK.-.65Trägerlohn, »,erte!sähtlichMarklO80 undMK.I.95Trügerlohn; durch die 'Post viettel- jährlich Mark 12.- allsjchlreßlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: /urdieSchristleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. rid)ien; Anzeiger Sieten. postscheäksnto- granffurt e. M. 11686 nstiM \L fliessen jähriger iz-- Kursus {.ort'1920, SS«®5* Ta nzl^er' Der Rücktritt öes Reichsfinanz- ministers Dr. Wirth. Man schreibt uns aus parlamentarischen streifen: Das Reichsfinanzamt verliert seinen ofsi- 1 teilen Leiter und es wird schwer halten, einen neuen zu finden. Der Rücktritt Dr. Virths ist kein gewöhnlicher Ministersturz, (fr hat nichts mit Parteikonflikten zu tun. Er liängt nicht mit den Störungen zusammen, tie ^ur Rückkehr der Sozialdemokratie in die Keaterung zu einer allgemeinen Kabinetts- «lrisis treiben. Es wäre auch sehr oberflächlich, mi sagen: der Minister hat nicht genügt, er lat sich seiner Aufgabe nicht gewachsen ge- geigt. Dr. Wirth l>at vielmehr als früherer radischer Finanzminister sehr wertvolle fachliche Erfahrungen ins Reichsamt mitgebracht ,nd als langjähriger Zentrumsführer stellte och noch irgendwie zu retten, was zu retten st. Die letzten amtlichen Bemühungen Dr. 3irths galten der Vorbereitung der Verhand- ungen mit dem alliierten Wiedergutmach- -ngsausschuß. Darüber erklärte er einem kreise von Parlamentariern: „Das ganze Aiederguttnachungsproblem wächst sich von elbft aus zu einem Problem der Produktion, welche Finanztransaktionen man auch erben» kn mag, alle gehen sie schließlich immer wie- btr zurück auf die einfache Formel der lieber» §Meistung der heimisck)en Wirtschaft an ^ vor dem H-ochaltar des Müns'.ers durch den Wtihoisck-vf Dr Knochr flott. Der Feier wohnte auch ter Reichskanzler bei, ter gestern mit dem Reickisvräsitentcn in Baden-Baten getocilr und abends hi r cingctroifen war. In seiner Eigenschaft als Präsident des Münsterbau-Vereins, ter einen sehr wesentlichen Anteil an den schwier'gen Arbtiten genommen tet, gab ter Reichslanzler seiner Friude darüber Au:- druck, das; aetate in dem Jahre der Turm des Freiburger Liebsrauenmünsters wie er neu bekrönt werten könne, in dem die Stadt auch die SOOjäfyr. Wieterle'hr ihrer Gründung b?g hm könne. Er kirüptte an die Worte an, die König Friedrich W^ltelm IV. am 4. September 1842 bei terGrund- fternlcgung zum Wiederaufbau des Kölner Doms spoack^ „Ter Geist, der diese Dore baut, ist derselbe, ter vor 29 Jahren un'ere Ketten brach, bie Sckmach des Va erlrntes wandte, cs ist ter Geist teu scher Enffgd it und Kraft." „Auf un'ere Zett," sagte der Reickis'anzler Feh cnbach, „pa'fen solche fyxhg'TTtuten Worte nicht Un'er Vatncka'ck liegt darnieder und kein Sonnenstral)l will durch die düsteren Wolken bringen urtt) in uns di^ H-osf- nnng ter Bes erring auf.bmmen lassen. Aber ein starkes und tuch iges Volk verzweifelt nie, und das heutige Fest ist ter Schimmer tes Lichts in her Finsternis. Tie ape Kreuzblume Hai auf viele schwere Freiburger Tage herrtietergeteten; die neue Kreuzblume erb b: sich bald zu steiler Höhe. Wenn das teu fete Volk sich wieder aufrafft zum Geiste ter Ordnung, ter Pflicht unb ter Arbeit, wenn es sich erfüllt mit Gottvertrauen, mit bei» liaer Begeisterung für die höheren Gitter der Menschhti, rann wird auch die'e Krerizblurne wieder aus ein glückliches G.schlech' l-erniederschauen können. Der Rtick-sVrnzler erflehe hirzu Gottes Segen, der allein es vermöge, die Trübnis in greut-e zu wandeln inti> sprach die Holffiung aus, tan eine gfü<Öidi£ Zukunft wenigstens der Jugend leudsten möge Werhbischof Dr K'.echt schloß lief) dem Wunschtes Reichsuanzlers an unb verwies auf die unbedingte Nvmxmdigktit, gerate in unseren Tagen Mr Gottesfurcht und Eottesglauten zurück zu kehren und die Jugend in diesem Sinne zu erziehen." Keine Abstempelung deutschen Papiergeldes. Berlin, 18. Sept. (WTB.) Im Auslande scheinen Gerüchte verbreitet zu werden, daß das Deutsche Reich die Abstempelung seines Papiergeldes vornehmen werde. Demgegenüber ist festzustellen, daß diese Gerüchte jeglicher Begründung entbehren. Die baprischeu Unabhängigen gegen Moskau. München, 18. Sept. Der Landesvorst a n d der Unabhängigen ParteiBayems hat sich mit 8 gegen 3 Stimmen gegen den Anschluß an die Dritte Internationale ausgesprochen, da die Anschluß- bedingungen für eine deutsche proletarisch Massenpartei nicht die geeigneten Grundlagen bildeten. Grenzspendentage und Massrnkundgebungen in Leipzig. Leipzig, 19. Sept. (Wolff.) Unter zahlreicher Beteiligung aller Bevteverun^rskreise fand mittags als Auftakt zu den für Anfang Oktober in Aussicht genommenen Leidiger Grenzspendentagen eine vom Deutschen Schutzbund für die Grenz- und Auslandsteutschen, sowie den vereinigten Verbänden heimattreuer Oberschlesier veranstalteten Massenkundgebung gegen die Vergewaltigung Oberschlesrens und für ein ungeteiltes deutsches Kärnten statt. Vom Reichsgerichtsplatz aus bewegte sich em gewaltiger Temonstrationszug mit Wagen und Grup^ penoiltern, bie die Hauptindustrien Oberschlesiens symbolisch darstellten, sowie mit zahlreichen Schildern, woraus eindringlichst die Forderung aus Rettung ter Abstimmungsgebiete und Unterstützung ter Abstimmungsberechtigten erhoben wurde, durch die Straßen ter Stadt nach dem Augustusplatz, wo nach Anlprachen verschiedener Redner ter einzelnen landsmannschastlidien Vereine von einer vieltausendköpfigen Mmschcnmenae eine Ent dstießung angenommen wurde, tvoiti: schärfste Verwahrung gegen die Vergewaltigung ter teutschgesinnten Bewohner Oterschlcsiens, gegen die von polnischen Banden an ter deutschen Bevölkerung begangenen Greueltaten und gegen das Bolen begünstigend« Verhalten ter französischen Beiatzungstruppen eingelegt wurde. 2Ius dem besetzten (Bebtet Saarbrücken, 20. Sept. (WTB.) Bor einiger Zeit hatten die Angeftelltettver- bände den Arbeitgeberverbänden des Saargebiets mit Rücksicht auf die augenblicklich besonders teuren Lebensverhältnisse teS SaargebieteS n e u e L o h n- forderungen gestellt. Bei 'den gestern in dieser Angelegenheit in Saarbrücken abgehaltenen Beratungen erklärte ter Vertreter ter Arbeitgeber, A A Annahme von Anzeigen -/ Ay A \ f | ▼ für bielaqtsnummcr bis GletzenerAnzeiger ■ wLF fiauptfd)riftleiter: Aug. General-Anzeiger für Oberhesfen ZZM V 1 • Anzeigenteil: A. Be», vnick und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vllch- und Steinöruderet rr. Lange. Zchnstleitung. Seschäftrftelle und Druckerei: Schulstrahe 7. sämil.ch in Gießen. Zungen M st«»®*" Angebot! . und 32^ bleie- mit ii gesetz zum Landessteuergrieck irt Hessen geschaffen würde. Wenn jetzt das flache Land zu den Kosten .für die städtischen höheren Schulen mitherangezogen werde, so sei das nicht unberechtigt, zumal tue Städte bisher vielfach für das Land mrtbezahlen mußten, beispielsweise bei der Brandversicherung. Andere Redner sprachen sich ebenfalls tm ©inne der bisherigen Ausführungen aus. Nur die Vertreter von Offenbach und Darmstadt erklärten, keine direkte Stellung nehmen ^u können, da ihre Stadtverwaltungen fich noch nicht mit der Sache beschäftigen konnten. Aus kulturellen Gründen würden sie sich den erhobenen Forderungen nicht entgegenstellen, obwohl die Uebernahme der gesamten Personalkosten für die höheren Schulen durch ben. Staat die größeren Städte jedenfalls mehr belasten würden, als der gegenwärtige Zustand. Mainz und Worms waren auf der Versammlung nicht vertreten. Unter Stimmenthaltung der Vertreter von Darmstadt und Offenbach schloß sich die Versammlung einstimmig dem Gießener Beschluß an, der der Regierung und dem Land- -tag überwiesen werden soll. Hessische sozialdemokratische Landeskonferenz. Offenbach, 19. Sept. Unter Leitung des Ihessischen Ministerpräsidenten Ulrich tagte im Offenbacher Gewerk'chif shaus eine zweitägige Konferenz ber hessischen fozialdemokra- tischen Partei. Nach dem Bericht des Landessekretärs Widmann zählt die Partei in Hessen über 32 000 Mitglieder, die Parteipresse verfügt über rund 50 000 Abonnenten. Einen starken Zuwachs hat die Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer erfahren. Im Anschluß an diesen Bericht nnirbp bemerkt, datz infolge Ausfalls der diesjährigen Reichstagswahl die Frage der Doppelmandate eine besondere Bedeutung gewonnen habe. Durch die Doppelmandate werde die Agitation im Lande ge- bemmt. Zur zahlenmäßigen Stärkung der sozialdemokratischen Fraktionen müßten die Inhaber von .Doppelmandaten eines derselben niederlegen. Da in der Debatte die Meinungen über diese Frage sehr geteilt waren, wurde der Bezirksausschuß ersucht, später einen Bericht darüber zu geben. Den Bericht der Landtagsfraktion gab Redakteur Kaul- Offenbach. Hierzu wurden Anträge auf eine baldige Ueberführung der iwch im Privatbesitz der früheren SlandcSl-errm usw. befindlichen Jagden und Fischereien in den Besitz der Gemeinden oder des Staates ohne jegliche Entschädigung auf eine gründliche Schulreform, auf Sozialisierung der Fideikommisse, auf Veröffentlichung der Parlamentsabst mmun^eii nach der Stellungnahme und Zahl der Abgeordneten angenommen. lieber die politische Lage im Reiche berichtete Dr. Quark, wobei er auch eingehend die Frage des Wiedereintritts der Sozialdemokraten in die Regierung besprach. Die Verhältnisse im Reiche seien gegenwärtig so ^lagert, daß eine Weiterentwicklung der Dinge wie bisher auf Grund der schwack>en bürgerlichen Machtposition nicht ertragen werden könnte. Es sei die Frage, ob es nicht ratsam wäre, hier gesundend einzugreisen. In seinen weiteren Darlegungen sprach sich der Redner für eine M itarbeit in einer Koalitionsregierung aus unter folgenden Bedingungen: Gesundung und Hebung unseres Wirtschaftslebens und der Finanzen durch Vermöge n s k o n f i s k at i o n bis zu 25 Proz., um den Kredit d's Reiches im Ausland wieder zu sichern, und schrittweise Sozialisierung; nur gute kapitalistische Unternehmungen kämen zunächst in Frage, wie z. B. der Bergbau. Dr. Quessel- Darmstadt wies auf die riesige Reichsschuld und das sck echte Ernährungsw.sen hin und betonte, daß diese B aleit-eiffch-inungen einem Wiedereintritt hindernd int Wege ständen. Die Neuwahlen müßten hierüber entscheiden. Auch die nachfolgenden Redner sprachm in ablehnendem Sinne. In einer Entschließung rourbe zum Ausdruck gebracht, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein Wiedereintritt in die Regierung nicht geboten erscheine. (F-kf. Ztg.) An- Statt ttttt Land. Gießen, den 20. Sept. 1920. Die Hartoffelversorgung für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Minderbemittelte. Im Anzeigenteil der heutigen Nummer veröffentlicht das LebenSmittelamt eine Bekanntmachung über die Kartosfelbelieserung der Schwerkriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Minderbemittelten. Minderbemittelte Schwerkriegsbeschädigte (50 Proz. und mehr) sowie minderbemittelte Kriegshinterbliebene können hiernach durch das Lebensmittelamt mit 3 Zentner Kartoffeln pro Kopf zum Preise von 21 Mark versorgt werden. Sonstige Minderbemittelte können öie gleiche Menge zum Selbstkostenpreis der Stadt Gießen, der noch bcBramtgegebert wirb, erhalten. Als minderbemittelt wird nach dieser Bekanntmachung angeseheii, wer weniger als 4000 Mark Einkommen (!) hat. Für zweiköpfige Familien wird dieser Satz auf 5000 Mark erhöht, für jede weitere Person um 500 Mark. Weiter wird auf Antrag an diese Minderbemittelten ein zinsloses Darlehen von 50 Proz. des Kaufpreises ?ernährt. Wann und wo diese Anträge zu stellen ind, ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen, ebenso die Reihenfolge der Belieferung. Bon der Zwetsche. Wenn der Sprachgebrauch den Apfel als Männliche und die Birne als weiblich bezeichnet, sv form die Zwetsche, oder wie man Hierzuland.' sagt, „die Quetsche", infolge ihrer 'hausbackenen Vielseitigkeit als das Mädchen.für alles gelten. Während man früher gut ausgereifte. Ware für 3—5 Mk. den Zentner Taufte, hat auch die Zwetsche an der allgemeinen Pveisskngc-rung tcilgenonunen. Der Käufer weiß das und zahlt gern. Das Be- denlliche ist nur eine beispiellose Verschlechterung, denn man erhält für den mehr als zehnfache Preis gegen früher Früchte, die noch halbarun, sauer uni) zum teil bereits verdorben ftno. Dabi haben wir ein gutes Zwetschenjahr. Wie kommt das? Die Zwelsck-e reift in unserem oberhessischen Klima erst in der zweiten Hälfte des September und Anfang Ok.ober. Erst nachdem die Färbung stattgefunden, geht unter dem Einfluß der Herbstsonne die Umwandlung der organischen Säuren in Zucker vor sich. Das Fleisch wird bann goldgelb und die Frucht schrumpft am Stiel infolge Wasserverlust etwas ein, wodurch der Zuckergehalt weiter erhöht wird.' Weil nun der Wert der Zwetschen und die Haltbarivit von Mus und Zwischen auf ihm beruht, schädigt sich der und betrügt seinen Käufer, welcher vorzeitig erntet Nun seh: man sich daranflstn einmal die Zwetschm an, die seit drei Wochen hier auf den Markt fiom men. Man wird finden, daß der Wucher, welcher getrieben wird, ein doppelter ist. Ter Verkäufer fürchtet, die unsinnigen Preise könnten spater zurückgehen und erntet halbgrün, der Käufer i|t besorgt, er könnte später noch mehr bezahlen oder überhaupt nichts bekommen und täuft drauf los. Tie Folge ist eine gänzlich ungerechtfer.igte -Ber> schleckstcrung des Nahrungsmittels und vielsach eine Vergeudung von Zeit, Geld und Obst, baut jede Hausfrau weiß, daß Zwetschenmus aus sauren Früchten hrraestellt, nur dann haltbar ist, wenn der fehlende Zucker zugffetzt worden barm. Andernfalls verdirbt er .und da wir an Lucker kernen Ueberfluß hoben, sollte jeder seine Zwetschen unbekümmert um Profitsuchc und Wucher richtig reif werden lassen. Die Behörde aber sollte unreifes Obst einfach beschlagnahmen. Veranstaltungen. Montag: Oswaldsgarten, Vergnügungspark. — (Safe Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. — Hotel Einhorn, 81/.- Uhr, Gastspiel BuchwaÜ». — Lichtspielhaus, „Mein Mann — der Nachtredakteur". — Lichtspiele, wie gestern. ** Waf/enablieferung. Von zu- ständiger Seite werden wir gebeten, die Bevölkerung darauf hinzuweisen, daß bei den Annahmestellen der Waffen und Munition weder nach dem Namen des Ueberbringers, noch nach einer Legitimation, noch nach Herkunft der Gegenstände gefragt werden darf. Es ist deshalb auch ohne Belang, ob der Abliefernde ortsangehörig oder ortsfremd ist und die Besitzer von Waffen und Munition können sich den Ott, in dem sie die Ablieferung vornehmen wollen, nach freiem Ermessen aussuchen. ** Ernennungen bei der Hess. Versicherungsanstalt für gemciu lick-e Beamte: Rechnimgsrat Heinttch Erb zum Direktor; Assistent Peter Torr zum Hauptkassierer; die Ässiftenten Wilhelm Roch und Wilhelm Schäfer zu Ober- Sekretären. ** Ein heftiges Gewitter mit Sturm und fReg-cn wütete in der Nacht vom Samstag zum Sonntag. Viel Obst wurde von den Bäumen gerissen. Der ausgiebige Regen kommt leider zu spät für das Wachstum der Pflanzen. ** Der Bauersche Gesangverein veranstaltete g.'ftern nachmittag in der neiten Aula ein Wohltcitigfeitslonzert zum Besten der Schuhbeschaf- fung für arme Kinder der hiesigen Volksschule. Bei der Zusammenstellung der Vortragsfolge ist man bemüht gewesen, möglichst den verschiedensten Ansprüchen gerecht zu werden. Den Beginn machte das romantisch-stimmungsvolle Lied „Vincta" von Abt, dessen Wirkung mehr auf der Zusammenstellung interessanter Harmonien, als in der melodischen Erfindung liegt. Aus der Reihe der übrigen Chorwerke seien nur einige besonders hervorge- hoben. Von den vier Volksliedern, die zum Vortrag gelangten, waren „Schabab" in der Humper- dinckschen mid „Sandmännchen" in der Rudorsf- schen Bearbeitung am schönsten. Das Prinzip einer Volksliedbearbeitung ist Schlichtheit und Anpassung an Melodie und Text, wie es Brahms in höchster Vollendung in seinen „Deutschen Volksliedern" gezeigt hat. Der Schulzsche Satz von „Innsbruck ich muß dich lassen" ist harmonisch zu raffiniert, eine einfachere Behandlung des schönen Liedes würde unmittelbarer und sinngemäßer wirken. Anpassungsfähiger ist die Humperdincksche Bearbeitung der rhythmisch-straffen ,,Schabab", die weniger aus harmonische Feinheiten, als -tut gute Stimmführung ausgeht. Denselben Grundsatz befolgt „Rudorfs in dem entzückenden Wiegenlied „Sandmännchen". dem Kunstlied ist eine raffiniertere Harmonisierung eher angebracht. Das zeigte der Hegarsche Chor „Des Geigers Heimkehr", der gerade damit und durch reiche melodische Bewegung die Einheit zwischen der sentimentalen Dichtung und der Komposition wahrt. Das Lied, das nach einer effektvollen Steigerung in zartes Pianissimo aus klingt, bildet eine dankbare Aufgabe füt einen gntgeschulten Chor. Hervorgehoben sei auch iwch der „Nachtgesang" von Abt, ein stimmungsvoller Gemälde mit Vattlonsolv. Der Bauer- sche Gesangverein löste seine Ausgabe mit großem Geschick, besonders anerkannt sei das schöne ausdrucksvolle Piano, wie man es bei Männerchören nicht häufig findet. Gute Aussprach.' und reine Intonation (wenn man von dem Baritonsolo im „Nachtgesang" absieht) legten Zeugnis ab von Eiser und fleißiger Arbeit. Herr G ö r l a ch dirigierte seine Sängerschar mit feinabwägendem Gefühl und verstand es, die Feinheiten und Steigerungen aus ben Werken herauszubringen. Eine angenehme Ab- Wechslung in der Vortragsfolge bildeten die Darbietungen des Herrn Pianisten Hahn und Kvn- zettsänger Möller aus Marburg. Herr Hahn spielte mit hervorragender Technik die Toccata und Fuge in D-Moll von Bach und das Chovinsch: C-Moll-Scherzo. lieber ei.iige Temporersch'eb u n- bungen in der Bachschen Fuge könnte man vielleicht verschiedener Auftastung sein. Im Gegenfatz zu dem sehr zarten und ausdrucksvollen Piano märc ein noch kraftvolleres Forte erwünscht. Auch beim Begleiten der Lieder bewies Herr Hahn ferne brillante Technik und eine feinfühlige Zurückhaltung. Herr Möller besitzt einen sympathifck)en Tenor, der durch seine reine Intonation angenehm wirkt. Allerdings trägt sein Ton nicht, er kommt etwas gepreßt. Er erntete mit der bekannten Freischütz- Arie „Durch die Wälder, durch die Auen" reichen Beifall. Eine gute Leistung waren auch die beiden Wölfischen Lieder, während er in dem von Brahms Option ewiger Wiebe") die Steigerung und innere Wärme vermissen ließ. Auch den Anforderungen Wagners ist seine Sttmme nicht ganz gewachsen. Ter ausverkaufte Saal spendete den Darbietungen reichen Beifall. ** Der Deutsche Jugendbund feierte gestern sein erstes Stiftungsfest, und es muß gesagt werden, daß der Bund seinem ersten Jahre rühriger Tätigkeit feinen besseren und würdigeren Abschluß hätte geben können. Eine beionbere Weihe erhielt der Tag durch eine F r ii h- andacht auf dem Sportplatz des V. f. R. (Rod- heimcr Straße) vor versammelten Turnern: hier verstand es namentlich Professor D. Schian durch seine Jestpredigt, bei den jugendlichen Hörern die rechte Stimmung auszulösen. Nach tem Gottesdienst traten die Jungen zum Vierkampf (leichtathletischem Wettkampf) an - die Namen d-r ersten Sieger werden wir im Sportteil unserer morgigen Nummer veröffentlichen Gegen Mittag wurden die sonntäglichen Anlagenbummler durch einen Stafettenlauf, den ersten rings nm Gvenen, überrascht. Von den 37 Läufern hatte jeder mehr als 100 Meter zurückzulegen Die Gesamtstrecke mürbe in 11 Minuten 20 Sekunden durchlaufen. Die Stafette .beginnend am Sport- i platz an der Rodheimer Straße, über ben Anlagen- | ring der Stadt und zurück zum Ausgangspunkt wurde im Namen der Stadt vom Beigeordneten Dr. Seid abgenommen. Der Nachmittag wurde durch interne Verbands Verhandlungen ausgefüllt. Am Abend fanden sich dann Mitglieder und Freunde des Bundes im Gerstensaale der Hardt zusammen. Musikalische und Gedichtvotträge forg- ten bestens für Unterhaltung. Besonders -eichmte sich das Orchester des Jugendbundes aus. Mit freudiger und ernster Hingabe spielten die jungen Künstler, Hie, an Dilettantenmaßstäben gerne)[en, wirklich vorzügliches leisteten. Die Festvede hielt Stadtverordneter Lehrer Valentin Müller, dem die rechten Worte zur Verfügung standen, um plastisch und eindrucksvoll die Not unserer Tage und unsere heutige Jugend zu schildern, die zum Teil in ober Gelbsucht unb verkanntem Freiheitsgefühl versage; aber dieser Abend gebe die Gewißheit, daß eine neue Jugend auch wieder ein neues Deutschland schaffen werde. Als Schlußfanfare des Stiftungsfestes wurde auf dem Bismarckturm ein Feuerzeichen abgebrannt. In seiner„Flammenrede" rief Professor v. Gall die versammelten Jungen und Mädc^n auf zu nationalem Ehrgefühl, zu nationaler Selbstbesinnung auf die Daten großer Ahnen. Tie prasselnde Flammenlohe, darüber die sternenbestickte Samtdecke der Nacht mit ihrem großen Schweigen und in der Ferne die tausend leuchtenden Augen der Stadt gaben dieser Schluß- feicr, die in vaterländische Lieder ausklang, einen eindruckstiefen Hintergrund. ** Das Lichtspielhaus bittet uns, mit- zu teilen, daß das bereits für Freitag vergangener Woche angekündigte Lustspiel „M ein Mann — der Nachtredakteur" erst heute eingetroffen ist und auch nur heute gegeben werden kann. Mor- gen, Dienstag, gelangt ein neues Programm zur Vorführung. Landkreis Gießen. L Saasen, 15. Sept. In der Nacht oom Donnerstag zum Freitag machte der 55jährtge Invalide Georg Schepp durch Erhängen seinem Leben ein Ende. Ein qualvolles unb unheilbares Leiden hat ben einsamen Mann zu dem Verzweiflungsschritt getriefen. Kreis Schotten. d. O b e r l a i s, 17. Sept. Wie anderotts, so wird auch .in unserer Gemeinde die Errichtung eines Kriegerdenkmals geplant. Tie erste Sammlung für diese Kriegerehrung ergab ben ansehnlichen Betrag von 7000 Mark. Tas Denkmal wurde von Gebeimrat Walbe-Darmstabt entworfen. Die Aufstellung soll an bet dem Dorfe zugekehtten Friedhofsmauer erfolgen. Tie Fertigstellung des Denkmals ist für nächsten Sommer vorgesehen. In der Kirche wirb außerdem noch eine Gedenktafel an die Gefallenen angebracht. — Ter Anschluß unserer Gemeinde an die U e b e r- landzentrale Wölfersheim ist soweit beendet. In Kürze werden wir unser „Lichtfest" feiern können. Kreis Friedberg. Acrzte- und Notnrforfcherversammlung. 4 B ad-Nauhe i m, 18. Sept. In dieser Woche wird unsere Badestadt annähernd 2000 Äerzte und Naturforscher Deutschlands und des Auslandes zu ernsten Beratungen vereinigen. Es sind alle Vorbereitungen getroffen, um den Gästen den Aufenthalt in unserem Heffenlande so angenehm wie möglich zu gestalten; und der Ruf unseres Bades soll von neuem hinausgetragen werden in die Welt, und zwar von Männern, die mit an erster Stelle dazu berufen sind, ben Wert des Babes und feiner Heilfaktoren richtig einzuschätzen. Wie sehr diese werbende Krast des Aerzte- tages für einen Badeort gewürdigt wird, das erhellt am besten aus der Tatsache, daß die Stadt Wiesbaden z. B. die hohen Kosten nicht gescheut hat, um die Teilnehmer des Kongresses im Verlaufe der Tagung in einem besonderen Zuge abzuholen und sie einen Tag in Wiesbaden als Gäste zu begrüßen. An der Tagung kann jedermann teilnehmen, der Interesse an den Naturwissenschaften und der Medizin hat, sobald er sich eine Teilnehmerkarte zu 40 Mark löst, die ihm dann den Zutritt zu den Votträgen gestattet und außerdem noch eine Reihe sonstiger Vergünstigungen gewähtt, wie freie Wohnung, Gebrauch der Kurmittel^ Besuch der Konzette und Theater- und Opernvorstellungen im Kur Hause. Die Kurverwaltung hat für ein reiches Unterhaltungsprogramm während der Kongreßtage Sorge getragen, so daß ben Teilnehmern nach ber ernsten Arbeit auch Stunden der Erholung geboten sind. Außer dem Ausflug nach Wiesbaden sind noch zahlreiche weitere Ausflüge vorgesehen, so nach Salzhausen, Münzenberg unb Arnsburg. Teilnehmerkarten können noch täglich im Wohnungsbureau im Seegerschen Hotel am Bahnhof gelöst werden. Von den zahlreichen Vorttägen feien nur einige von Allgemeininteresse hervor- gehoben: Pros. Dr. C. Bofch-Ludwigshafen: Der Stickstoff in Wittschaft unb Technik. Pros. Dr. Ehrenberg-Göttingen: Der Stickstoffbebarf unserer Kulturpflanzen und seine Deckung. Pros. Dr. Max Rubner-Berlin: Die Bedeutung des Sttckstoffes und Eiweißes in der Ernährung der Tiere und des Menschen. Prof. Dr. Max Gruber-München: Die Ernährungslage des deutschen Volkes. Heber den Bau der Moleküle und Atome sprechen: Dr. Tebye-Zürich, Pros. Dr. I. Franck-Berlin, Dr. Walter Kossel-München. Ferner Prof. Tr. Sud- Hosf-Leipzig über: Andreas Ve)alius, ber Begründer der modernen Anatomie. Pros. Tr. Steuer- Darmstadt: Die Bad-Nauheimer Quellen unb die Geologie ber Wetterau. Prof. Tr. von Zumbusch- München: Probleme ber Syphilis. Prof. Dr. Timerding-Braunschweig: Die Reichsschuldenkonferenz und der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht an den höheren Schulen. Auch die Einsteinsche Relativitätstheorie steht zur Diskussion. Auch eine Reihe Gießener Gelehrter wird in den Sondersitzungen der einzelnen Sektionen Referate halten. Alles Nähere ist aus dem Programm zu ersehen, das von der Geschäfts- führung auf Wunsch noch täglich versandt wird. — Bad-Nauheim, 16. Sept. Heute abend fand in ber Turnhalle bes Turnvereins 1860 eine Protestkunbgebung gegen die Vergewaltigungen im oberschlesischen Abstim- mungsgebiet statt. Die Versammlung wurde von Bürgermeister Dr. Kayser geleitet. Nach einem Vortrag von Dr. Metschke (Mieslowitz i. Sckstes.) wurde einstimmig eine entsprechende Entschließung angenommen. — Vom 18.—20. September findet hier eine Geflügel- und Kaninchenausstellung in ber Waldlust statt. Starkenburg und Rheinhessen. sw. Darmstadt, 16. Sept. Haussuchung in der Landwirtschaftskammer. Auf Grund einer Denunzierung fand vor einigen Tagen in der Landwir.schaftslanrmer eine Haussuchung statt, bei der eine Kiste mit Waffen gefunden wurde. Tie nähere Untersuchung ergab. Schl eich handel derart überhand genommen < hoben, daß dagegen die Landjäger nicht mehr aus- gehalten, ber als Heu und Stroh deklariert war. Die Preisgestaltung. Der Kartoffelvreis. nauer Metzgern verkauft. Sie erforderte in den letzten Monaten einen Zuschuß von 15 hu 20 000 Mark monatlich. 0 Marburg, 17. Sept. Auf dem Bahnhof wurde ein Waggon Weizenkleie feft- im der ’Nen itvti »für, daß ei My germ J auf omfung Der ± Queckborn, 19. Sept. Tie K'art^ felernte ist nahezu beendet; ber Ertrag ist''' Bezug auf Güte und Menge als recht gut zu i" zeichnen. Tas Obst ist auch hier ziemlich cn Preise, obwohl es viel gibt. So kostet em Zentum Zwetschen 55—60 Mk. * mc. Limburg (Lahn), 19. Sept. Ter Lar'l- rat hat folgende Fl eischpr eise ffcstgefetzt: Rb fleisch 10.00 Mk , Kalbfleisch 9 00 Mk., Sck>we' ^ fleisch 12.00 Mk, Hammelfleisch 9.00 Mk., Leb- und Blutwurst 6.00 Mk., N-ischwurst 10.00 ® Glückliches Limburg! — Dem Gewerksck-astsbw wurden von einem Wohltäter 100 Zentner Kartoffeln überwiesen, die zu je zwei Zentner wir Minderbemittelte kostenlos abgegeben werden. Obstvcrsteigerung. 4 Bad-Nauheim, 17. Sept. NaäjtM bei ber Versteigerung ber staatlichen Obsternte ma einigen Tagen schm ungewöhnlich hohe, auch m Verhältnis noch nicht erreichte Preise bezahlt narben sind, wurden diese bei der heutigen Verst-n- gerintg des städtischen Obstes noch ganz wesenllm überstiegen, trotzdem nur chimische Käufer rnl feine Händler zugelassen waren. Der ZentMi Aepfel steht sich durchschnittlich auf 70 bis 80 M am Baum, an vielen Bäumen wurden aber J-uä 100 und mehr Mark für ben Zentner bczadilt Manck-e Bäume brachten 500 bis 600 '.’JÖarf nc' Es wurde von Sachverständigen nachgerechnct, Hl an mandjen Bäumen ber einzelne Apfel auf 1 ja sogar auf 1,50 Mart zu stehen kam. — Zu tnl- ligerem Obst sind die Versorgmigs crechttgten nn benachbarten Schwalheim gekommen. Sar fanden vorerst nur Versteigerungen für Ernheimikb statt, unb erst, nachdem alle zu angemefiozr Preisen versorgt waren, wurde ber Rest ber reich" Ho, jOra verrichtete 5® hl. Geis Mart, MieMinik i 2? ®IteT gegen ff Asttzt Sc die aus , ^grhen Tagung ab. Die -Vorträge, die gehalten wer- I den, betreffen landwirtschaftlich-technische und I analytische Fragen. [] Marburg, 19. Sept. Aus dem Kämp!' rasen fand heute eine P ro te stku n dge b uk gegen die Vergewaltigungspläne der Polen .in j Oberschlesien statt. ÄnsprackLn hielten augrfi I dem Borfitzenden des Vereins heimattreuer Ober I sch'lesier, Exzellenz Heinrich, Vertreter ber Deir- \ scken Vollspartei, der Deutsch-natiionalen Vvlfe- " Partei und der Temakvattschen Partei, ferner wurden Zusiimmungsschrttben des Zentrums unb tm Soziofldemokratie verlesen. fd. Weilburg, 20. Sept. Da in hiesigen Kreisen die Felbdiebstähle und btf Fl einet Ctzrey M mc Deteili- vB werben; er r (Teil besage DxbenGeft Ut auf icr Peter 9 ein Tchwe yreife überst steigcsMfe zu Aucher worben, ui tzötWeisc Staatsanw l doch m eii lpbe unb 1 ÄMrast 815 Maö äuitrte 1 ständiger ObstM Mtpreis fo fügtet Ämz jo i liegertben j tom Sanbt tanntyemtri ■ vorbei nm. W M mehr c I Handlung ho als das Obst bezahlt toti Händler in d _ darauf aussi | bekommen, (l V mwerhälti 1920 gute ! Sagten — es tzeinrich Wi Mchen £nW [immer kam Mselben R Uchlcht aut sei die babu mtb Forltsky St. auf zmet saeisprechun Arsen. Der tu Aar St- v es > $iiii Sr luten Ki fs Marbur g, 17. Sept. Heutei und mot-1 gen hält hier,der Verband landwirt ! fchaftlicher Versuchs st ationen eine Bl e Roma Nbrucf btt 7 " nur & ■^cuäbri (A® hxn Äen ^.Frag, Sc6; Ät x B im Äff» W Kr Hz« sd. tzerk Haven, datz dagegen die itanojager nicht mehr au» «en setzten i reichen, ist nach einer Be?annttrrachimg des Lamd wmg bti E vates in einer großen Anzahl von Ortschaftenmc ^rQ. staatliche Sicherl^eitspoltzei ftationiert worden. Streitj ■pnunittelfd Elte daß es sich um Jagdgewehre handelte, die beim Ern rücken ber Franzosen in das besetzte Gebiet dorthin geschafft wurden. Die Gewehre stehen ber Landwirtschaftskammer wieder zur Verfügung, da sie nicht unter die Ablieferung fallen. rm. Großalmerode, 19. Sept. An Maul- und Klauenseuche erkrankt und nach einigen Tagen gestorben ist ein sechs Jahre aller Junge von hier, wie man annimmt durch den Genuß von Butter, die aus verseuchter Milch hergestellt ist. Auch eine Frau liegt an gleicher Krankheit schwer darnieder. Hessen-Nassau. Eine Hilfsaktion für den geiftesarbeitendnn Mittelstand. mc. Frankfurt a. M., 17. 'Sept. Hier ist eine gvoße Organisation in der Bildung begriffen, die den geistig arbeitenden M i t t e l st an d durch die Hilfe des neutralen Auslandes mit wohlfeilen Bedarfsartikeln, wie Kleiderstoffen, Wäsche, Schuhe usw. versorgen will. An der Universität konnte den minderbemittelten Studierenden übrigens schon An^ubstoff aus dem neutralen Ausland zu sehr billigem Preise zur Verfügung gestellt werden. Das verschandelte Straßenbild. fd. Fran kfur t a. M., 19. Sept. Die geb bett' P o stwagen sind über und über mit Plakaten beklebt, die zur Reklame einladen. Man kann sich daraus ein Bild machen, wie die Postwagen später einmal aussehen werden, wenn ihr« Reklamesehnsucht sich erfüllen sollte. Ein dreister Diebstahl. [] Marburg, 17. Sept. Gestern drano im nahen Hermershausen ein fremder Mensch in die Wohnung des Bürgermeisters Schnabel ein und entwendete etwa 10—11000 Mark. Einem hinzukvmmenden Mann hielt er dm Revolver vor und entkam, weil bei dm trockenen Wetter die meisten Leute im Felde waren. Nanbüberfall. fd. W i l h e l m s h ö h e, 19. Sept. Drei junn Stwlcke stellten gegen Mitternacht einen Kaufmann mit seiner Frau kurz vor ihrer Wohnung unb nahmen ihm, unter vorgehaltenem Revolver, seine Barschaft von 15 000 Mark ab. mc. Frankfurt a. M., 17. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkte machtc sich wieder die Konkurrenz der auswärttgen Händler stark bemerkbar. Die Marktverwal- timg zieht nun ernstlich Maßnahmen in Erwägung, die namentlich aus Oberhessen und Kurhessen stammenden Händler vom Frankfurter Markte fernzuhalten. Obwohl Gemüse in Hülle und Fülle vorhan- den ist, können die Frankfurter Detaillisten vielfach nicht in ausreichender Menge einkaufen, da die auswärtigen ungebetenen Gästr die Preise überbieten. mc. Hanau (Main), 17. Sept. Dic städtische Schweinemetzgerei wurde für 190 000 Mark an ein Konsortium von Ha- ammenben yänb- : Markte fen^ufjaltr Llle unb Alle vvrbi frankfurter DetaM^ reichender Menge tigen ungebetenen h. kam), 17. Sept ‘ nemetzgerei in Fonfortium vm ift Sie erforbm «n Aufchutz von li .Letzt. Auf dem nWeizenkleietz u und Strvh de!' 7. Letzt. Heute und 5.- e'rband landw's uchsstationen r träge, die gehalten p Maftlich-technWc a- M, 17. Sept l henmarkte ma* renz der austvartz^- ar. Die Mackvew: । Letzi, «u'uu" drotestkundg^- ung’pläne bet W Watten Ntaig Vteins hcinmttrvtll g mitten W- |cn'5; »Handlung Hörte, welche hohe Provisionen früher, als das Obst rod) nicht frei war, von Aufkäufern bezahlt worden sind, und wie sich jetzt die Obsthändler in die Höhe treiben und die Obstzüchter barauf auSsirrd, daß sie ja die höchsten Preise bekommen, tonn man verstehen, warum das Obst fo unverhältnismäßig teuer ist, obwohl 1919 und 1920 gute Obsftahre waren. Geg>en den Ange- Nagten — cs handelt sich um Jast'b B von Stoch- beim —, der bereits vom Schöffengericht fteige- spwcken worden ist, tomrtcn ausrcichendc Beweise dafür, daß er sich einer strafbaren Preistreiberei sduldia geTnachl habe, nicht beigebracht werden, so daß auf Antrag der Staatsmrwaltschaft ihre Berufung verworfen wurde. Gemeindeernte an Auswärtig.- und Händler versteigert, wobei natürlich auch, wre allerorten, btt fib{trle;i Preistreibereien stmtpanden E Winnerod, 19. Sept. Ber der £) b ft» -ersteigerung des dem Hosgur gehörigen Obstes wurden ca. 12 500 Mark erhielt. Db> toübt die Menge des versteigerten Obstes 6mm enn Tritiel des im Jahre 1919 versteigerten ObsbeS betrug, hat der Erlös den des vergangenen IahreS noch überschrittst. mc. Heppenheim Bergstraße), 17. Sept. Bon der diesjährigen reichen Z wc t s che'n e r n l e bürsten die ortsansässigen Bewohner nicht viel zu sehen btibmmcn, denn die schönen blauen Früchte wurden zu hunderten von Zentnern an norddeuN'che Händler verkauft, die jeden Preis boten CtoiA ähnlich ging ei auch mit den Pfirsichen, doch blieb hier wenigstens ein kleiner Teil der einheimischen Bevölkerung, ta di e nordischen Hamsterer das nötige Verpackungsmaterial für diese sehr empfind- rtchen Früchte nicht auftreiben tonnten Wietzener Strafkammer. Gießen, 17. September. Hemrick Karl St. von Breungeshain war vom Schäsfengericht Schotten wegen Wilderei $u zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Sern wegen Begün'igung mi-aug-llag er Sstniegersohn nac freig.-sprochen werden. Di.- Ltmrtöanioaltschaft fod;t das Urteil mit Berufung an Die Strafkammer kam, was den Tatbeitand anlangte, zu demselben Resultat wie das Schöffengericht. Mit Rücksicht auf das Ueberhandnehmen der Wildereien sei die dadurch) bedingte Gefahr für Iagdpächter und Forslschntzbannte wurde aber die Strafe gegen St. auf zwei Monate erhöht. Die Berufung wegen Freisprechung des Schwiegersohnes wurde verworfen. Der trotz seiner Jugend mehrfach bestrafte Mar St. von Gießen hatte mit seinem Freund Heinrich B. von Hochheim aus einer Wirtschaft in Alsfeld in einem unbewach en Augenblick 500 Mark gestohlen. Beide befinden sich eben in einer Erziehungsanstalt in Dillenburq. B. tonnte eine Beteiligung an dem Diebstoljl ntd>t bewiesen werden; er wurde wegen Hahlerei — er hatte einen Teil deS gestohlenen Geldes erhalten — zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. St. erhielt mit Rücket auf seine Vorstrafen ein Jahr Gefängnis. Peter R. aus Michelau hatte an eine Frau eht Schw e in vertan ft und dabei die Höchstpreise überschritten. DaS Schöffengericht hatte ihn freigesprvchen. R. behauptete, das Schwein lei zu Zuch: zwecken, nicht zum Schlachten verkauft worden, und für Zuch schweine bestünden keine Höckstpreise. DaS Gericht kam aus Berufung der Staatsanwaltschaft zu der Ansicht, daß es sich t-oefc um einen Dertouf zu Schlach Zwecken gehcrndelt 'habe und verurteilte den Angellayten zu 300 Mark Geldstrafe und zog den übermäßigen Gewinn von 875 Mark ein. „Richtpreise sind Humbug", so äußerte sich ein. Obsthändler, der als Sachverständiger in einem Verfahren g-gen einen anderen Obsthändler, der wegen Uebrrschreitung dieser Richtpreise angeklagt war, erschienen war, denn, so führte er aus, „es hält sich doch niemand an sie". Ganz so unrecht hatte er nicht zumal im vorliegenden Falle, in dem die „Rich preise für Obst" vom Landesernährungsamt ausgerechnet dann be- tonntgcmacht worden fii:b, als die Obsternte bereits vorbei war. Da kann man sich allerdings auch nicht mehr an sie halten. Wenn man m brr Ver- Z?ocbf*tilit(icbricbtett. mc. Frankfurt a. M., 19. Sept. An die neuerrichtete Gynäkologische Minik des Hospitals Dom hl. Geist ist der Frauenarzt Professor Tr. S i g w a r t, seither Overarzt der Universitäts- Frauenklinik in Berlin, berufen worden. m r„ I M de, in . uche",,«vt aHau. ilen -h-. 1 Strtigtnliiib. LiLZÄs 5 hatten, w bit d Diebstahl • &.Pt Gestern bitl ein frembnMZ »rgermeisters 3dm J toa 10-11000 M n Mann hielt er 1 "m, weil bei 1 teilten Leute im J btr|oO. )c:19. Sept. Drei toj Mitternacht einen Q urz vor ihrer Sktrj vorgMtmem iRaoi Isgeitfll»- * /-***♦ Tß I hrtl 900 3KJÄ ^^iMtrii^ eflAV1"*. Ä'W* rttird*' b^ >. i; ZM SMi 1 Zj I«c. r»l» ata ft« w«6 IChrebe «nd Scbttle. fd. Herborn, 19. Sept. Tie Stadtverordneten setzten die auf 150 Pro», eingeführte Erhebung des ©dtnlgdbed auf 100 Prozent herab. mc. Frankfurta. M., 19. Sept. Zu schweren Streitigkeiten kam es an der Deutsch- Herrenmittelschule zwischen dem SchuNefter und einigen Eltern. Ein Schüler batte bis abends nach "7 Uhr nachsitzen müssen. Daraufhin zogen mehrere Ettern vor das Rektvrhaus und pingen tätlich gegen den SchuNeiter vor, der zremlich ' schwer verletzt wurde. Erst herbeigerusene Polizei konnte die aufgeregten Ettern beruhigen und zum heirngthen veranlassen Blinder Hatz. Roman von Alfred Sassen. Nachdruck verboten.) Fortsetzung 3s Im Hause stellte er sich aber völlig unbefangen - nur bat er die Schwester, morgen den ganzen Tag mit ihm zusammen zu sein, spazieren »u gehen, oder im Garten zu sitzen. Sie mußte es ihm ausdrücklich versprechen. Rena roarT ihm bei ihrer Zusage euren leicht verwunderten Seitenblick zu, tat aber k.-ine besondere Frage. Ihre Gedanken schweiften wohl schon wieder ab . Mitten in der Rächt stund der Bursche auf, ftiieb vor Renas Zimmertür und horchte am Schlüsselloch, ob sie wohl auch ruhig schlafe. Nein, sie schlief tticht — sie weinte in ihre Kissen. Er hörte das unterdrückte Schluchzen g-rnz deutlich. O, er hatte es geahnt! , Mit zusammcngebissenen Zähnen, um nicht gleichfalls in Tränen auszubrecken, kehrte er in sein Bett zurück. Er schlief nicht bis zum Früh- wt- Immer wieder murmelte er vor sich hin: »Ich tu's — jawohl, wenn es sein muß, tu ictes! ^mn wird sich das harte Herz der Tante schon erweichen!" — Am anderen Morgen unternahmen die Ge- lchwiiter gleich nach dem Frühstück einen weiten Spaziergang — hinauf der alten, zerklüfteten Vobctxiburg. Max hing ferner Rena ununterbrochen Turnen, Spiel und Sport. _ — Fußball vom Sonntag Aus dem Sportplatz an der Hardt traten sich geltem die Liganvnnschcrften vom Fußballckub WeHlar und B. f. R. 1900. Das Spiel bv: wenig spannende Momente und endete nach überlegenem Spid mit 3:0 zu Gunsten von B. s R Schon in der ersten Biene!stunde können die htesrgen durch Gänsen die Führung übernehmen und nach der 'Laus-.- die Tvrzah! auf 3 erhöhen Die gute Battl-ewndlung und des eres Zusammenspiel der Ra'ensvi.-ler gaben den Ausschlag Wetzlar zeigte gute Ern-ckleistun- gen, ließ jcooch iegtick/es Zusamm-?n'piel rx-rmissen. Die wenigen Angriffe endeten meiitens schm in der Gießener Beneid gung. Bon den Ratenspielern ragte Christmann durch eifriges Spiel besonders hervor, der Sturm war besser als am letzten Sonntag, der Ersatz aus dem rächten Fiügrl führte heb gut. Der Schiedsrichter war dem Spie! em gerechter Leiter, hätte ifCxxf)Joci dem in der zweiten Hälfte äußerst scharten Spvl energischer eingreifen müssen Die 2 Mannschof en trennten sich bei dem Standen 2:2, nachdem Gießen bereit-: 2:0 geführt halte Weitere Ergebnisse Wetzlai F.E.ä - L.f R.3. 7:1 (1:1), Wetzlar F. C. -1. — B. f R. 4. 8:2 (4:2). Wanderungen. x Ulrichstein, 17. Sept. Zufolge der rührigen Tätigkeit des hiesigen Zweigvereins vom Vogelsberger Höhenklub ist die Errichtung einer ständigen Jugendherberge in Ulrichstein nunmehr gesichert. Die Gemeinde hat hierzu das am östlichen Stadt eingang gelegene Zoilhäus- chen in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt, und dieses soll noch im laufenden Jahre für seinen neuen Zweck hergerichtet werden Der V. 6. C. wird 8—10 Betten aufstellen und auch im übrigen die Räume nach Möglichkeit traulich ausstatten. Die Bleibe wird allen jugendlichen Wan derrrn, die sich zur Beobachtung der Hausordnung verpflichten, gegen ein geringes Entgelt offen- stehen. Es ist zu erwarten, daß durch diese Einrichtung dem Vogelsberg neue Freunde unter den Jugendlichen gewonnen und Heimatliebe und Wanderlust bei ihnen geweckt und gepflegt werden. Knuff tttiö Wissenschaft. — Juryfreie Kun st schau Berlin 19 2 0. Nach mehrjähriger, durch die allgemeinen Verhältnisse bedingter Pause wird vom 12. November bis 19. Dezember wieder eine „Große Jüry- freic Kunstschau Berlin" veranstaltet und zwar diesmal im Landes-Ausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof. Nach Vereinbarung mit der Grotzen Berliner zkunstausstellung sind die Termine für die I. K. B. 20 nunmehr wie folgt endgültig fcstgelegt: Anmeldung bis 20. September bei der Geschäftsstelle Eharlottenburg, Fritschestraße 54. hie mich alle Anfragen bcantnwrtet. Einlieferung im Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof am 26., 27. und 2& Oktober. vermischte». fd. Würzburg, 19. Sept. Nachdem dir 31 Jahre alte Dienstmagd Anna Kump mehrere Nächte auf Tanzvergnügungen gewesen war, fand man fie vorgestern morgen tot in der Wvteiung. Sie hatte sich mit Gas vergiftet. In (inan Wasch- torb, mit Chlortolk überstteut, fanb man die Leiche der seit mehreren Tagen vermißten 48jährigen Haushälterin Anna Grünewald, der die Kump mit einem Bügelasen den Schädel eingeschlagen hatte. «irchliche Nachrichten. Israel. Religionsgemeinde. Gottesdienst i. d. Synagoge (Süd-Anl.). Mittwoch, den 22. Sept. Bersöhnungsfest. Vo.obd. 633. Predigt: 7 Uhr. Morg. 7.45. Predigt u. Seelen feier: 11.30.Schlu ßpredi gt: 5 20 FestesauSgang: 7.05. — Während der Predigt ilt der Eintritt nicht gestattet. Israel. Religions-Gesellschaft. Tiens tag, morg. 5.00, nachm. 2 30. — Mittwoch, 22. Scpt. Versöhn ungsa g Vorabd. 6.30 Predigt. Bonn 6.00. Festesausgang 7.05. — Wochengottesdienst: morg. 6.30, aböd. 5.30 Handel Berlin, 18. Sept. Börsenstimmungs- bild. Zu Beginn der Börse waren im hxwn Handel Aus^andsdevisen zu gegen gestern stark erhöhten Preisen gehandelt. Di S bildete hauptsächlich Veranlassung Mr Fortfetzung der Kurssteigerung in Industrie, und Valuta papieren bei großem und ziemlich- erregtem Geschäft, doch tonnten die höchsten Kurse später nicht überall aufrecht erhalten bleiben. Bon Montan werten stiegen Bis- marckhütte, Bocburner, Hösch, Laurähütte, Mannesmann und Rheinstahl um 20 bis 30 Proz., auch für Gcbr. Böhler und Augsburg-Nürnberger und einigen anderen Nebenwerten nxiren Kursbesserungen zu verzeichnen. Bei den schweren Kolonialpapieren Teutsch-Uebersee und am Auslanos- ventenmarkte, besonders für M.xi äner und Griechen waren die Kursbessierungen gleichfalls erbeb» am Arm, manchmal umfaßte er sie plötzlich und küßte sie heftig aus "bai blassen, müden Mmrd. Und oft und oft ivollte er wist en, ob sie ihn lieb habe, unb hatte sie's ihm schwermüttg lächelrrd bestätigt, so versicherte er ihr, datz er sie auch liebe — o, fö sehr! Sie sollen schon sehen! . . . Als sie von dem Spaziergang zurücktehrten, fand Rena einen Brief vor. Er war von Der Mamsell des Gutes, die sich vor einigen Tagen zu ihrer Familie nach Neustadt an der Orla begeben hatte, weil ihre beiden jüngeren Geschwister an Tiphtheritis erkrankt waren Hastig, voll lebendigster Tellnahme, öftnete Rena den Bries und fuhr gleich darauf in totenbleichem Entsetzen zurück. Die Mamsell teilte ihrer Herrsck-o't in ergrei e den Schire ze::swor:en mit. daß 'die kranken Mnder eine Beute d.-s furchtbaren Würgeengels geivorden feien und schon Montag vormittag der Erde übergeben werden sollten. Rena stand einige Augenblicke in tiefster Erschütterung, dann legte sich ein unendlich bitteres Lächeln um ihre Lippen, unb sie sprach in unbe» sckrreiblichem Ton vor sich hin: „Was das Leben doch für grausame Waffen bat, um uns zu schlagen, das wir bluten — bluten — bluten —!" Tonn ging sie sofort zur Tante, um sie zu bitten, nach Neudors reifet zu dürfen, damit s« der armen (irf>en Getreuen des Gutes und ihren schwerbetroffenen Ellern zur Seite stehen könne. Natürlich war die gleichfalls ttc'erschütterte Blinde mit dem Entschluß des jungen Mädchens einverstanden. lich. Weniger groß waren sie ber SchlfDahrts-, Chemischen- und Elektrowenen. Hier traten auch verschiebentlich kleine Rückschläge em. Stärker rückgängig r-crb toylangcn Kurssteigerungen waren SiemenS-Halske. Auch dem Bantoktienmarkt tt-üle sich die Anfwärtsbewegung mit, am erheblichsten nxiren hier Deutsche Bank gebessert, plus 12 Pro,. Bon heimischen Rentenwerten erhöhten 3pvozentige Reiäsauleihe ibren ft'urdfbanb weiter um 3 Pro». Tas überaus lebhafte Geschäft sowM in zu Em- heitskursen als auch y.i schwankenden Kurien gehandelten Papieren unb in AuS.andSdeVisen unb Banknoten verzögerte die Seursfcststellung für diese wiederum ganz erheblich. Frankfurt a. M., 18. Sept. Börsen- stimmungsbild. Zum Wochenschlutz yngrtc der Gesamt markt ein ruhigeres Ausselen. Mehrfach erörtert wurde ba-S Rücktrittsgesuch des Reichs- ftnanzminislerS. Die mäßige Steigerung der Mark in Hollmib und der Schcveiz war einem nxiteren Rückgang gewichen. Zu etwcS lcbl-afen Umsätzen kam cs in einzelnen Montanaklien, die ledoch beneiden blieben. Höher trat u. a Mann, Smann, BuderuS, Phönix Bergbau und Laurayütie in den Verkehr. Cleitovwertr rul)tger und behauptet. A. E. G. etwas schwächer. Chemische Aktien standen tellweise im Angebot. Ho!zverkoh!ung 419. Von sonstigen Jndusttiewetten Daimler Moloren gefragter. Julius Sichel gingen zu steigenden Kursen um. Ausgesprochen feste Haltung wiesen Auslandswertc auf, die auf die weitere Steigerung der ausländischen Devisen hin erheblich anzogen. Mexikaner ebeiifalls steigend. Am Kassamarkt der Jndustricwerte waren mehr oder weiiiger starke Kursbesserungen zu verzeichnen. Privatdistont 4 Pwz. und darunter. mc. Frankfurt a. M., 19 .Sept. 3Xe Adlerwerke haben ihren Betrieb wesentlich er- iv. Größere Aufträge aus England und Italien t beantworten können mit seiner bre- dienbcn Stimme. Er begnügte sich, leidenschoftlicy feine bunte Mütze zu schwenken Als Renas Zug außer Sehweite war, lief ikr Bursch' den Wiesen weg zurück, bat er eben an der Seite der Schwester gekommen war Er ballte die Fäuste, um seine Jasiung wiederzuerlangcn — und endlich batte er auch die aufsteigenden Tränen hinuntergcwürgt. Elastisch und kraftvoll fbg er nun auf dun Pfad dahin. In seinen schön w Knabcnaugen blitzte es in entschtosfenem Tvetz auf. Eine Viertelstunde später trat er in das Zimmer der Tante, die auf ihrem Fatsterplatz saß und ihrer gewohnten Beschäftigung oblag — allerlei wollene Sachen zu stricken für ihre Armen. Es war seltsam — die unglückliche Frau, die H> bitter und unversöhnlich hasten tonnte, tat auch nach dem letzten Schlag, ber sie betroffen, noch unendlich viel Gutes im stellen. Qn einem Teil ber Auflage nnebntplij Die Kohlenliefeeungrn. Pari-, 17. Sept. (Wolff.) Nach einer Hcwaömeldintg betragen die deutschen Kohle n l ie ferun gen im August mögesamt 1975000 Tonnen Das Programm, ivonach im September zwei Millionen Tonnen geliefert werden sotten, sei in allen Einzelheiten festgelegt; seine Durchführung vottzielje sich unter befriedigenden Bedingungen. Tie PräsidentschaftSkrise in Frankreich. Paris, 18. Sept (WTB.) Der „Matin" berichtet, daß Miller and und ber Kammerpräsident Peret im Laufe dc- gestrigen Tages beim Senatsprösidenten Leon Bourgeois Schritte unternommen haben, um thn zur Annahme der Prasidentschaftskandi- datur zu veranlassen. Leon Bourgeois hat aber endgültig abgelehnt. Nachmittags vereinbarten Peret und Ion n art im Laufe einer Unterredung, daß, fall- sie beide zur Aufstettung ihrer Kandidatur veranlaßt würden, derjenige sich unmittelbar au Gunsten seines Gegenkandidaten entscheiden sott, der die wenigsten Stimmen in der Vollversammlung erhält. — Im „Echo de Paris" werden die gleichen Mitteilungen gemacht, aber hinzugefügt, daß man immer noch hoffe, Mitterand, für den man am Dienstag im Parlament eine besondere Huldigung vorbereitet, zur Annahme der Stanbibatur yu be- ivegen, für bis auch Jonuart unb Peret eintreten. Die Provinz Aleppo unter franz. Protektorat Paris, 18. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Beirut proklamierte General Gouraud aestern bic Autonomie der Provinz Aleppo unter sianzösischem Protektorat. Die Kämpfe in Syrien. Bairuth, 18. Sept WTBll Nach einer Havasmeldung hat eine französische Stotormr, dtc von General Gouraud in die Gegend von Damaskus entsandt wurde, um dort die Rebelten zu bekämpfen, den Feind in die Flucht geschahen. 200 Mann wurden getötet und Geschütze und Ma- sd'incngewehte erbeutet. Infolge biefeS Waften- crfoIgeS sind vielfach Versöhnungsangebote an General Gouraud gerichtet worden. Eine italienische Mahnung an die jugoslawische Regierung. Paris, 18. Sept. (WTB) Nach einer Meldung des „Echo de Paris" aus Rom hat die italienische Regierung gestern einen diplomatischen Schritt in Belgrad unternommen, um die Aufmerksamkeit der jugoslawischen Regierung auf bas ständige Vorrücken der südslawischen Truppen in Albanien hinzulenken und sie auf das Jnnehalten der Bestimmungen des Frieden^vertrages hinzuweisen. Die „Tribuna" hofft, daß sich auch die englische und französische Regierung diesem Schritte anscAießen werden. DaS Bombenattentat in Nruyork. A m ste rdam, 18. Sept. (WTB.) Nach einem Telegramm aus London glaubt man in Neuhork, daß die große Explosion die Folge einer Verschwörung war. Die Firma Morgan arbeitet in Amerika für die englische Regierung. Der Anschlag wird daher für einen Racheakt der irischen Sinnfeiner gehalten. Leutnant Ar-nrud, dessen Bureau dicht bei dem Platze liegt, wo daS Attentat stattfand, erhielt am Mittwoch morgen einen Brief, worin der Schreiber ihn warnte und ihm riet, er solle, wenn ihm sein Leben lieb sei, das Bureau um 2 Uhr nachmittags verlassen, 8a um */»3 Uhr in der Wallstreet eine Katastrophe statt finden werde. Ju benr Briefe heißt es, bestimmte Personen seien verärgert und haben die Absicht, sich zu rächen. Ein Efsektenmaller erhielt am 14. September eine Postkarte aus Toronto, worin ihm geraten wird, am Mittwoch nachmittag um 3 Uhr die Stadt zu verlassen. Tie Ansicht der Polizei geht dahin, daß der Anschlag bas Werk von Extremisten ist. Im Zusammenhang hiermit wird ein Kommunist mit Namen Fischer genannt, der Toronto in der Nacht des 14 September verließ und der in bezug auf die Wallstreet erklärt haben sott, dort lebten viele Millionäre, die getötet werden müßten. Einer anderen Neu Yorker Meldung folge wird der Schaben jetzt auf über 3 Millionen Dollars geschätzt. Hühneraugen Hornhaut, Schvidenu Warze» > //^^iölxhnell.sidieruJfhnieEb 'x-' 1/ I • I 100 000 fach bn/äkrt Kukirol -PreisM.3 In Apotheken u-Droderien erhältlich Drogerie Voll, Bahnhofetraüe 51. „Wer ist da?" fragte sie, als sich dte Tür öffnete. „Ich bin es, Tante," antwortete die atemlose Zknabenstimme, „ich muß mit btr sprechen —" Tie Blinde ließ ihr Strickzeug mit der großen Holznadcl in den Schiß sinken und rniederholte: „Mit mir sprechen — ?" „Ha, Tante. Ta Rena verreist ist, will td> es gleich tun. Sonst wäre ich am Tienstagnach- mitoag aus Jena hevausgetornmen An diesem Nachmittag geht ja Rena gewöhnlich zu ihren Freunden nach Winzerla, unb sie darf nicht dab-'i sein, wenn ich —" er stockte. „Nun —?" fragte die Blinde verwundert. Mit einem Sprung war jetzt der Schüler bei ihr, haschte nach ihren Händen, und aus feiner kindlichm, gequälten Brust schrie es heraus: „Ach, Tante, liebe Tante, fei doch gut mit Rena! Wenn sie zurücktommt, sag' ihr, daß sie sich nicht mehr zu grämen braucht! Tab sie Hermann Hüttich, den sie nun doch einmal lieb hat, heiraten darf —" „Schweig!" bvauste die alte Frau aus und erhob sich mit einem Ruck von ihrem Sipe. „Wie kommst du, unreifer Bursche, dazu, diese Angelegenheit zu berühren —?" „£), wenn du die arme Rena sehen könntest, Tante —" „Ich weiß schon," schnitt ihm die Blinde brS Wort ab, „man hat dich aufgestachelt — im Auftrag anderer bist du hier und sprichst st>!" (Fortsetzung folgt.) ■ ertragenen Leiden erlöst. Die tieftrauernden Kinder. Gießen (Steinstraße 63), den 20. September 1920. 10014 Die Beerdigung findet Mittwoch nachm. 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen wolle man absehen. Behördliche Anzeigen. 8 9940A Cassel. 100243 Ter Oberbürgermeister fLeb.msmittelamt). aller Art. 015353 Heute letzter Tag © G Liebigs traße 77 Sprechstunde 3-4 Uhr zu verkaufen. 10009 Geschlossen 99900 halt gesucht 9902 wegen Festtag. 10007c OZGDTOÄ|K|BGOVGGV PfliodebausQalomon. 6^/ Giessen Schulslraße WK- 'vSr 1909 nch- 4 nie getr-, f.ält.D.s jarkettu. schm. "Kermes Giessen Bahnhofstr. 60 Fernspr.1087 ■ £ bemittelten versorgt werden. Gießen, den 20. September 1920. Krofdorf, den 16. September 1920. Der Bürgermeister. Gießen (Bismarckstraße 40), 19. September 1920. Die Beerdigung findet Mittwoch den 22. September, nachmittags 2'/, Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. Kaufe getragene Herren- und Tamenkleider, Schuhe, Stiefel sowie Wäsche t- 01‘767] In Anfertigung eleg. Damen Kleider sowie von Kostümen n. 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Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. - Iuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 17. September 1920. 99953 Stadtbauamt Gießen: Braubach. Solzitrsltittkinlü Oft ßrincinhe Wißiillir. Am Samstag, dem 25. d. Mts., von nachmittags 1 Uhr ab, kommen im Saale des Gastwirts Bittendorf in Wißmar aus dem Disttikt 17 Asselbach zur öffentlichen Versteigerung Fichten: 49 rm Knüppel, 152 rm Reiser, 4 Stangen I. Klaffe. | Stellengesuche! Tüchtiges Büfettfräulein mit prima Zeugnissen und sehr guten Empfehlungen iuckt aus sofort oder später Stellung. Angeb. unter K. L. 1124 Z. an Ala-Hsasessteln & Vugler, tatatieo aller in wert die Brlhl'sito Selv.-Breekerei. B. Lenge, ®leise Mittwoch, 22. d. M., abends 8l/2 Uhr, im „Pfälzer Hof" Monatsversammlung. Gut erhalt. Wobnuugö- oder Kücheneinrichtung ob. Teile davon zu raufen gesucht. Schr. Angeb. u. 015770 an den Gies;. Anz. Böchiühroog ss, 'Schönschreiben n. Handelsfäeher. Tages- und Abendkurse. Anmeld.IlgL Prosp.treL Möhelnritsclienwagen gedeckt, gebt am 23. Sevt. leer nach Frankfurt a. M. zurück. Ladung gesucht. Näheres ftrnu Sann, Frankfurter Str. 91.°^7°° DieTragödie ein.Tänzerin in 5 Akten. Einer Frau Liebe und Leben, die von der Gunst des Schicksals aus den Niederungen einer trostlosen Kindheit emporgetragen wird, zu Glanz, Glück und Reichtum, um zuletzt dahingerafft zu werden im Rasen fesselnder Leidenschaft — ein wehmütig-wildes Lied. In der Hauptrolle: Hans Mierendorf u.Grit Hegesa. Dieses Pracht-Filmwerk war in Berlin sowie in Frankfnrt a. M. das Tagesgespräch und ist mit einem Riesenerfolg vorgeführt worden. Ferner: Das glänzende Beiprogramm. la. Batterien stets frisch». Mk. 3.50. 9614 Carl Schunck. Gesang | Vollst. Ausbildung t Over u. Konzert, Tonbildung, Svrcchtechn., Atemgymnastik nsw. Sammerffinget Hagen Krauksurt a. M., Grüne- vurgwegl43,Svrechst.3-4. Beamter tWitwer mit 2 Kind.), 32 I. alt, wünscht mit öröuL, 25 —30 I. alt fWitwe mit einem Kinde nicht auögeschl.) nf zwecks svätercr yllVUl in Verbindung zu treten. Vermögen nicht erforderl. Reff., welche ein trautes, geinütl.Heim wünsch.,wollen schriftl. Ang. u. 015763 an d. Gien. Anz. richten. 8r. GnWrb iUn van Baerle & So., Worms a. Rh. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden gestern nachmittag 7 6 Uhr, noch als ein Opfer des Krieges, mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, mein lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herr Zahlmeister Otto Witting im Alter von 44 Jahren. In tiefem Schmerz: Marie Witting geb. Lindemann nebst Kindern und allen Angehörigen. Aepfelversteigerung. Donnerstag den 23. September von vormittags 10 Uhr an sollen die Aepfel der Gemeinde Lauter an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist an der Kreissttaße Lauter-Wetterfeld. Lauter, den 18. September 1920. 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