Nr. 43 Ter 6iefctr.tr Anzeiger erscheint rnalick, außer Sonn- und (feiertags. Bezugspreis: Monatlich Mk. 2.80, vierteljährlich Tif. 6 90 einschließlich des Bestell- gelbe; Durch die Post vierteljährlich 'Mk. 6.— ausschließlich ^eftcügelb. Fernsprech - Anschlüsse ftirbie LchitftlettungI12 Berlap,^eschaf«rslelle51 Anschrift iür Drahtnachrichten. »»zeiger Liesse«. postschc«en1o: Frankfurt a. M. U686 170. Jahrgang Freitag, 20. Februar 1920 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen 3willtng«runi6rusvervrdnung vom 21. März 1919 unb vor dem Inkrafttreten der neuen landesrechtlichen Be Kimmungen (vom 1. bis 30. April 1919) auch in Hessen keine den Verkehr und Verbrauch von Eiern normierende Vorschrift, so daß auch flxafbare Hand Lungen gegen solche Vorschriften rechtlich unmöglich waren. Aber damit, daß ein Einzelstaat Bestimmunb-ri über irgend ein Rechtsgebiet erläßt, ist noch mchl gejagt, daß diese auch reckusivirksam sind. Die Gültigkeit landesrechtlicher Verordnungen ist Von Fall zu Fall zu prüfen, unb unterliegt der freien richterlichen Würdigung. I ch komme zu dem Resultat, daß alle nach Erlaß der Reich svecordnung vom 21. Marz 1919 verkündeten einzelstaatlichen Vorschriften über Gier i eher rechtlichen Wirksamkeit entbehren, wei l sic der genannten Reichsverordnung widersprechen. Zunächst einmal ist, wie schon betont wurde, dst Zwangswirtschaft reine Reichs- angelegenheit und unterliech deshalb dem Lairdes- reebt jnir dann, wenn das Reich die Länder mit der Führung seiner Bestimmungen betraut; daß diese AusftilÜ'ungsbestrmmnngetl sich nur im Rahmen der vom Reich erteilten Vollmacht halten türfen, ist selbstverständlich. Man kömrte aber auch noch weiter gehen unb sagen: es mag richtig fein, daß dir Zwangswirtschaft Reichssache ist, das schließt aber nicht aus, daß neben den Reichs- üorfdrriften auch solche der Einzelstaaten einher- gefrn. Warum soll, trenn z. B. das Reich eine Regelung des Verbrauchs des Fleisches von Hühnern unb Gänsen vornimmt, nicht der Einzel- ftaat befugt sein, auch Fleisch von Enten einer solchen Beschränkung zu unterwerfen? Ob ein solcher Schluß an sich berechtigt ist ober nicht, kann bei Prüfung der vorliegenden Frage auf sich beruhen bleiben. Hier kann er jedenfalls nicht gejogen werden. Tas Reich wollte mit seine rBerordnungvom 21. März 1915 die Eierzwangsbewirtschaflung total abbauett und hat das in der geschilderten Weise getan; jeglicher Verkehr mit Eiern sollte fortan vollkommen frei fein. Wenn nun ein Einzelstaat trotzdem dem Verkehr mit Eiern noch weiterhin Schranken auferlegt, so ignoriert er damit einfach das Reichs recht. Hätte jedes Land die Befugnis, sich mit solcher Leichtigkeit über Gesetze des Reichs hinwegzusetzen, bann führte die Gesetzgebung s macht des Reichs überhaupt nur noch eine papierene Scheinexistenz. Jeder Bundesstaat würde dann befugt fein, bie Aufhebung einer reichsrecht-, lichen Bestimmung einfach dadurch illusorisch zu machen, daß er bie aufgehobene Vorschrift als Landesgesetz wieder ein führt. Ein solches Verfahren war und ist unzulässig. Aus dem Gesagten ergibt sich das Folgende: Durch bie Reichsverordnung vom 21. März 1919 ist auch in Hessen die Zwangsbewirtschast ung der Eier beseitigt unb Cann auch durch landesrechtliche Bestimmungen »richt mehr eingefiührt werden. Alle seit 21. 3. 1919 erlassenen heft. 'Serorbrarngsn und Bekanntmachungen über Eier einschließlich der neuesten vom 3. Januar 1920 (Reg.-Bl. 1920 S. 9) sind ungültig, weil verfassungswidrig, und deshalb als nicht vorhanden zu betrachten. Es kann demgemäß ieder Eierproduzent mit den Eiern machen, was er will, und ber freie Aufkauf, auch der gewerbsmäßige, ist unbeschränkt zulässig. Strafen »vegen 9hri)*ablieferung ober freien Ankaufs können feit März 1919 nicht mehr verhcnrgt werden. Bezahlte Geldstrafen müssen zurückerstattet werden. Es wird hiermit die Forderung erhoben, daß das Justizministerium bie Staatsanwaltschaften aru weift, Strafverfahren wegen Vergehen gegen die Verordnungen vom 22. und 25. April 1919 und 3. Januar 1920 in erster Instanz bei den Strafkammern anhängig zu machen, damit sich den zu Unrecht Verurteilten die Möglichkeit bietet, die Gültigkeit der zitierten Verordnungen durch das Reichsgericht nachprüfen zu lassen. Die Botschaft der sranzöstschen Präsidenten. Paris, 19. Febr. (WTB.) In seiner Botschaft an Senat unb Kammer sagt Präsident Teschanel, in bet Vereinigung aller siegreichen Völker liege die erste Sicherheit für ben Frieden und die Gxambtay für ben Bölkn:- bund. Frankreich wolle die Erfüllung des Versailler Vertrages durch Deutschland. Seine Politik fei bie Willensftaft, die Tatknrft unb ber Glaube. Auch im Orient müßten feine Interessen und Rechte fichergestellt werben. Die Friedensaufgaben feien im Innern nicht weniger schwierig als diesenigen des .Krieges. Sie verlangten sortgefetzte Arbeit unb mrtleicht neue Entbehrungen. Tie soziale Gesetzgebung sei tu ver- oollstänbigen und Konflikte zwischen Kapital und Arbeit zu verhüten. Ter Bevölkerung bet besetzt gewesenen Gebiete habe die wärmste Für- orge zu gelten Ter Präsident begrüßte Elsaß- Lothringen und gedachte der Kolonien, der Adop- trvkirtder Frankreichs. * Bon der Preße Kronkreich». Paris, 19. Febr. ^Wolft.) In der gestrigen Generalversammlung des nctsmaltn Lrettebureau mürbe beschlossen, die Regierung zu ersuchen, beit Preis für den Einzel verkauf der Zeitungen auf 20 Centimes zu erhö >en unb die obligatorische Sonntagsruhe einzuführrn. * Wilson. __ ly. Febr. (Wolff.) Nach einer Washingtoner Meldung des „New York Sxralb" im ter fagten bie ?lerjte Präsident Wils o n , b*m für gestern angesagten Ministerrat zu präsidierm. London, 19. Febr. (Wolfs.) Im Unterhaus fragte Carlon, ob die scharfe und wenig entgegenkomntendc '?l n t ro o r t auf Wilsons Tepesche von vornl^rein abtpe- saßt ober ob sie erst infolge der Vorstellungen von Grey, Cecil und Chamberlain spater abgeänbert worden fei. Sonar Low erwiderte, es bestehe nicht der geringste Anlaß für eine derartige Vermutung, und fuhr fort: Ich glaube datjäMich, cs ist kaum notig, su sagen, baß cs keinen Vertreter irgendeiner alliierten Macht aus der Konferenz gibt, der nicht die außerordentliche Wichtigkeit eines guten Einvernehmens mit der Regierung und der Bevölkerung der Vereinigten Staaten erkennt. Bvnar Law erklärte ferner, um ben Armeniermetzeleien zu begegnen, sei ber britische Vertreter in Konstantinopel bevollmächtigt worden, bekanntzugeben, daß die üfernftwenz zwar beabsichtige, ztzonstanttnopel bat Türken zu überlassen, daß aber, ivenn die Metzeleien nicht aushörten, die Entscheidung der Konferenz wahrscheinlich zum Nacheile ber Türkei abgeändert werden würde Tie „Daily Mail" schreibt, es verlaute, daß die Antwort an Wilson besage, daß ber Oberste Rat gezwungen gewesen sei, nrntyrenb ber freiwilligen Abwesenheit des amerikanischen Vertreters einen Beschluß zu fassen. Tie Antwort setze ferner auseinander, daß die Vorschläge vom Tezember in Kraft gesetzt worden sollten, wenn Wilson sagen wolle, wie sie ausgeführt werden sollten. England als Geldgeber. Nach einer Amsterdamer Meldung wird aus London berichtet: Ter Schatzkanzler erklärte im Urttertzaus, daß Großbritannien an Rußland 568 Millionen Pfund, an Frankreich 47072 Millionen Pfund, an Italien 470 Millionen Pfund, an Belgien 86Vi Millionen Pfund und an andere Verbündete 71 Millionen Pfund, also zusammen 1'666 Millionen Pfund Darlehen gegeben habe. Der Luftverkehr. Bern, 19. Febr. (WB.) Der Bundesrat hat mit F r a n k r e i ch und Großbritannien zur Förderung des Luftverkehrs ein provisorisches Abkommen getroffen, dos am 1. 3. in Kraft tritt. Danach dürfen private Lufts Erzeuge dieser drei Staaten bi? Staatsgebiete unb Territorialgewässer überfliegen; di? Grenzen dürfen aber nur an bestimmten Punkten passiert w?r- ben, ebenso dürfen nur bestimmte Lanbungs^ätz? benutzt werden. Die Nngzeuge bürfen ohne Genehmigung ihrer Heimatsstaaten keine drahtlosen Apparate mit sich führen. Das Abkommen ist mit breimonatiger Frist kündbar. Der Beitritt Hollands zum Völkerbund. Haag, 19. Febr. iWTB.) Nach ausführlicher^ Befürwortung durch den Minister des Aeußern nahm bie Zweite Kammer mit 59 gegen 5 Stimmen ben Gesetzentwurf betr. den Beitritt Hollands zum Völkerbund an. Die Türken in Konstantinopel. Paris, 19. Febr. (Wolff.) Nach einer Londoner Meldung des „Pettt Parisien" scheint England^ letzt wiederum gewisse Vorbe'halte hinsichtlich ber Anfrechksthalrang der türkischen Herrschaft in Konstantinopel zu machen. Tie mehr oder weniger bestätigte Nachricht von der Nietermetzelung von 7000 Armeniern m Cilicien diene als Vorwand, um der osmanischen Regierung zu notifizieren, daß solche Ereignisse nicht in Einklang gebracht werden könnten mit der ferneren Erhaltung der türkischen Regierung in Konstantinopel. Aus dem Aeicye. Frivoler Klatsch. Berlin, 19. Febr. (WTB.) Die Regierung dementiert die aus Hollanb verbreitete Nachricht, baß Teutschlarrd in einer demnächst ab» zusendenden Note zur Abwehr bestimmter Entente- ordemngen den St aats bau kero t t erklären werde. Es handele sich um eine frivole Erin d u n g. Beschlüsse des ReickiSrates. Berlin, 19. Febr. ^WTB.i Ter Reichs- ra t nahm bie vom Volkswirtschastsausfchuß der Nationalversammlung bereits gebilligte Verordnung über bie Regelung der Einfu hr an. Tec Reichswirtschaftsminister kann banach einen Tispens von dem Einfuhrverbot erteilen, wenn es sich um Waren handelt, bie bereits im Aus- lanbe angefaufe sind. Angenommen würbe ferner eine Verordnung über bie Außerkurssetzung ber Silber münzen. Die technische Nothilfe. Bitterfeld, 10. Febr. (Wolff.) Dk? Arbeiter d7s Großkraftwerkes Zschornewitz bi Golpa, traten heute wegen nicytbewilligt?r Lohnorderungen in den A u s st a n d. Da durch bie Stillegung dieses Werkes die Stromv?rsorgung Berlins sowie der umliegenden mitteldeutschen Industriegebiete gefährdet ist, wurde die technische Nothilfe in Berlin und Halle alarmiert, um den Betrieb aufrecht «u erhalten. Stuvenvenpanamcnt in Berlin. für 6 Äom hessischkil Bolksbuud. 14. (3. £eil), letzter Tag. sicht c den an jede Bühne grofec Anforderung stellen. I hessischen Untversität-stadt, ferne Anstellung und „Walküre" bat gezeigt, daß das lhiesige Stadt, sein Wirken baselbst bilden einen int."rasanten Teil L.M. Geber wenig dekannden Lebensg.'schicht.' dieses verdienstvollen .NrchenmusiVers und geben wttto-oll^ Einblicke in die 2lnstellungsverhältnrsse der Or- g-anisteri imd Lehrer imb in den Stand der Musik- Pflege in .Kirche und Schule vor mehr als 100 Jahren. darüber entschieden werden soll, ob das zur Zeil noch zu P r e u ße ii ^hörige hessen-nassauische (Gebiet sich von Preußen lösen und dem Freistaat anschließen werde. * Christian Heinrich Rinck als Stadtorganist in Gießen. Art» Ststvt Nttö Land. Gi e ßen, den 20. Februar 1920. Veranstaltungen. Freita g. Stadtthoater. Orchestertonzert. Uhr. — Gießener M lederner ein. 8 Uhr, Felsenkeller. Vortrag über Mieterschutz. — Ltchttpiel- haus. „Das Kcrviarmäuschen", letzter Tag. — Lichtspiele Seltersweg. „Die Herrin der Welt" Maffei, 19. Febr. werk und her vlvrste Stock des Gebäudes ist ringe stürzt, durch das Wasser hat der unterste Stock sehr gelitten. Mmfchmleben Wer um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in eine hessische evangelische Dorf oder Stadtkirche ging, der hörte die Choräle in der Be- arbcitung von C^istian Heinrich Rinck, und in den Bor- inti> stäackrsvielen nur Kvmpofitivnen dieses Meisters: denn das OberVonsistornim hatte im Jahre 1842 angeordnet, daß nur Rincksckx Kompositionen in den YVotteSdiensten verwendet werden sollten. Rincks Choral- und Präludienbuch ffcllörten dem Inventar einer jebcn Kirche an, ja sic bildeten in vielen Orten lange Zeit den einzigen Besitzstand an Musifa'ien. Seine Bor- und Nachspiele finden wir noch in den neuen und neuesten Präludicnbüchern, und der Name Rinck bat bei den Organisten noch heute einen guten Rinck stammte aus Thüringen. Er war 1770 N? Elgersburg im Herzogtum (Motto, wo sein war, geboren und erhielt einen vor- ^Nl»ck:en Unterricht bei dem Organisten Kittel rn Erfurt, -inem Schüler Job Sebastian Bockst!. lMpikalischc Täiigttkit begann er Im Sommer 1789 sollte die „vakante Stelle eines dritten Schullehrers und Organisten bn d?r Stadtsckwle" in Gießen wieder besetzt w.wtxnl Für diese Neubesetzung war „von höchsten Orim verordnet worden, daß. ein Subjekt, welches nicht allein die Orgel spielen, sondern auch die Jugend in der Vokal-Musik nach Noten unterrichten könne, in Vorschlag gebracht werden solle, do- mtt auch dem äußerst uerfalkmen Gesang..' in b*r Stadtkirche wieder aufgelwlfen werd.'." Nach manchen Schimerigkriben Umrbc Rinck Organrst Er trat seine Stelle sofort an, die er 15 Jahr.' lang bekleidete, die ilnn aber nti eine volle Befriedi- ginifl gewährte „Da sein geringer (Yehalt zu Gi ßen nicht hinreichte, die nöttgsten Bedürfniss' zu befriedigen, so mup.te das Fehlende durch Privatunterricht und Abschreiben für RechiKg^-lehrf tvr- öient werden. Doch mehr als diese ökonomischm Beschränkungen schm-erzten ihm manche ander' Hin- d^nisfc. Während ßstnes 15jährigen Auf'nthalts zu Gießen wurde ihm nur chtmal daS Glück zu- wil, einet Partitur habhaft zu nxtben Es war E die uon dein Wwrtidwn Requim Im Jahre zugleich die F Stadtschullehv-r- Itdle, im Jälwc 1793 noch die Stelle nir.-S Schreib- lehrers und 1805 die eines Musiklehrws am Päda- gogio zu Gießen übertragen. Hierdurch wurde Kn- ökonomisch' Lage verbessert. -r-^?^.?^^§E-ellung entfaltete er eine fruchtbare ^ätigkett als Komponchl. @t gab eine vortreffliche Ueberschtchten in der rlohienförderung Berlin, 19. Febr. (Wolff.) Wie bekannt, fanden kürzlich in Gegenwart des R e i ch S f a n v lers in Essen Besprechungen ^wischeu den Zecheuvribänden und 'Organifalionen der Berg arbeitet über die Steigerung der Kohlenförderung statt. Im lveiteven Verlaufe der Verhandlungen wurde solgeiches Mllommen getroffen: Es sollen wöchentlich z we i ha l be U c b e r s chi ch t e n gefahren werden. Ms Entgelt hierfür erhält der UntertagSarbeiter 100 Prozent, der Uebertagsar- bciter 50 Prozent Zuschlag zu den bestehenden Löhnen. Außerdem wird den Bergarbeitern, die Ueberschichlen leisten, eine Zulage an Lebensrnittel n gewälht. Sie erhalten pro Mann und Monat 12 Shuograinm Brot und 4 Kilogramm Fett, und zwar zu den Preisen der rationierten Lebensmittel. Tas Abkommen tritt am 23. Febr. in Kraft und gilt vorläufig drei Wochen bis zum, 14. März. In etwa vierzehn Tagen sollen neue Verhandlnng.m Über die Verlängerung des Ab- Hammens cinsetzen. Tiefe Vercitwilligileit, die Kohlenprvdicktiion durch Leistung von Ueberstunden M steigern, sichett den Bergarbeitern den Dank des ganzen Volkes. Ein Teil der mehr geförderten Kohlen wird zur Erfüllung unserer Beipflichtungen aus dem Frie- ben stier trag benutzt. Tie übrige Menge wird sowohl der Industrie wie der Landwirtschaft zugute kommen. Aus Hessen. Ein Erlaß und feine Folgen. Erbach, 18. Febr. Auf alten auch unter dem jetzigen System noch nicht aufgehobenen Bestim- toungen fußend, hatte das hiesse Kreisamt, gez. Muhl, folgende Verfügung erlassen: ,,WeAen des Ablebens Seiner Erlaucht des Grasen Evasmus zu Erbach-Erbach und von Wartenberg-Roth 'bat auf Grund des Art. 5 des Gesetzes vom 18. Juli 1858 bett, die Rechtsverhältnisse der Standesherrn während der Dauer von 14 Tagen T ra uergel ä u te stattzufinden, und sind während dieser Trauerzeit alle öffentlichen lstustbarleiten einzustellen. Sie wollen hiernach das Weitere veranlassen." Der Darmstädter VolkEfieund war über diesen Erlaß sehr unzufrieden, was man durchaus begreifen kann. Er v.rstieg sich zu folgender Anrede an bat Minister des Innern: ,,Genosse Dr. Fulda, kramen Sie doch einmal in dieser alten Kehrichtecke mit aller Ihnen zu Ge- l bote stehenden Energie, nehmen Sie den ruppigsten Besen, über den Sie verfügen, erinnern Sie y sich dabei der vielen, vielen diesbezüglichen Forderungen, Anregungen und ' persönlichen Belehrungen unserer Or- aanisationsvertteter in Parteiversammlungen und Kreiskonferenzen. Sorgen Sie vor allem dafür, daß die Ihnen unterstellten Kreisdirektoren den sog. Freistaat Hessen in der Wett nicht so arg blamieren." Herr Dr. Fulda, der gegen bürgerliche Zei- - tungen sehr rasch mit Beleidigungsklagen vorzu- Gcben pflegt, konnte dieser eindringlichen Mahnung nicht widerstehen. Am folgenden Tage war dann auch im „Volksfreund" zu lesen: „Zum Kreis- trauer-Ukas des Erbacher KreisdirektorS über das Ableben des Grafen Erasmus wird uns von offiziöser Seite mitgeteilt, daß die sofortige A u f- hebung des Erlasses der Kreisdircktion Erbach pom 12. Februar 1920 verfügt wurde. Ferner stehen — wohl im Zusammenhang damit — Person a l ä n d e r u n ge n bevor." — Es wäre Sache der Regierung gewesen, die alten Bestimmungen zu Gunsten ehemals reich^unmittelbarer Häuser rechtzeitig auf »u beben. Daß mm ihretwegen ein Beamter cmS feiner Stellung geschickt werden soll, vermögen wir nicht einzusehen. Oder braucht man einen Sünden bock, der in die Wüste geschickt >ver. den muß ? ** Maßregelung von Eisen- bahnern? Bon feiten der Deutschen V o l k s p a r t e i wird uns geschrieben: 3n einem ; hiesigem Partei blatt wird am 14. d. Mts. unter der Ux*berfdKift: „Maßregelung von Eisenbahnern im Bahnhof Gießen" der Deutschen Bolkspartet der Vorwurf gemacht, daß diese Maßregelung auf einer „haltlosen Denunziation" der „nationalliberalen« ! Partei" erfolgt wäre. Es trirb dabei auch von „müßiger Angeberei" gesprochen und betont, daß an der ganzen Sache „nicht das Geringste" sei. Demgegenüber soll nur festgestellt fein, daß die deutsche Bolkspartei lediglich Beschwerden, die bei ihr seitens verschiedener Mttglieder aus dem Eisen bahn dien st über einen ivegen ihrer Parteizugehörigkeit gegen sie geübten Terrorismus vorgebracht wurden, als Referat an die Eisenbahndirektion mit der Bitte iveitergeqeben hat, die Sache zu untersuchen und nötigenfalls für Abhilfe besorgt zu jein. Schon die Feststellungen des envähnten Artikels lassen unzweideutig erkennen, daß von einer „haltlosen" Denunziation nicht die Rede sein kann, sonst hätte man sich wohl nicht über „Maßregelungen" zu beschweren Aber auch die amtliche Antwort der Eiscn-- bahndirektion an den Vorstand der Deutschen Volkspartei läßt erfenneu, daß die Beschwerden unserer Parteimitglieder nickst unbegründet waren. * * H ühner -Ticbstä hle. In den letzten Nächten wurden m den äußere« Stadtteilen Hühner gestohlen und abaeschlachtet. * * Bei der ft 6bt. Obst- und Gemüse- Verkaufsstelle, Marktlanben, kommen zum Verlauf Gelberüben, Roterüben, .'gvhlrab.'N, Tafrl- äpfel und Dörrobst, Aepsel und Zwetschen. Törrgcmüse, Weißkraut und Gelb»'rüben. Ferner kommen nvck>, zu Imtterzwecken g>ngnet. Gelberüben nist» Stobtrabai in größeren Mmgm zum Verkauf. * * F r c i b a n k. Samstag, 21. Februar, werden tron 1 bis 3 Ulyr nachmttbass die Nrn. 991 bis 1040 beliefert. ♦ * Ter Landes verband der hessischen Hausbesitzervereine hielt kürzlich in Frankfurt a. M. eine Versammlung ab. Zur Behandlung standen unter anderem die Frage der Miethöchstpreise und die Sozialisierung. Zur Frage der Sozialisierung wurde nachstehende Entschließung angenommen: „Tie Vertreter der hessiscku'n Hausbesitzervereine lvenden sich mit größter Nachdrücklichkeit und Entschlos'enheih gegen alle Bestrebungen, die darauf hinausgelien. den privaten, selbständigen .tzausbesitz ziu vernichten und zu unterdrücken und die Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses ösfentlick>-recht.icheu Körper,cha'ten zu überantworten. In dieser Zeit der höckisten Sckiwierigkcit für die Beschaffung und Berettstellung der notwendigen Wohnungen darf das Wohimngswesen weder zur Berwirklichund eines unklaren Schlag- wvttes noch zur Befriedigung parteipolitisck)er Sonderbestrebungen ausgenützt werden. Tas Wol)- nungswcsen widerspricht begrifflich und nach aller Erfahrung der öffentlich-rechtlichen Bewirtschaftung. Tie letzten Reste von persönlicher Freiheit der Mieter würden durch eine öffe Bewirtschaftung des Wohnungswesens vernichtet werden. Jede öffentlich-rechtlick)e Bewirtschaftung des Wohnungswesens wäre ferner mit einer unerträglichen Beamtenherrfchaft und Beamtemvillkür verbunden. Sie würde entweder die Wohnungen in bobem Maße verteuern oder Reich, Staat und Gemeinde mit Aufwendungen belasten. Wenn und solange aus dem tatsächlichen Mangel au verfügbaren Wohnungen eine unbillige Verteuerung der Mieten oder eine ungerechtfertigte Vergünstigung der Vermieter zu erwarten ist, bietet die Mieter- schutzgesetzgebung den Weg, auf dem volkswirtschaftliche Schäden vermieden werden können. Aber auch innerhalb jeder Mieterschutzgesetzgebmig muß das Gebot der Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Billigkeit zur Geltung kommen. Soweit die Mietsteigerungen den Notwendigketten der wirtschaftlichen Entwickelung entsprechen, dürfen ihnen keine gewaltsamen Widerstänoe entgegengesetzt werden. Ter Gedanke, auf gesetzlichem Wege ein heil'iche Höchstmieten oder HöcksttsteigeruNgen ein zu führen, wieder- spricht jeder wirtschaftfichen Vernunft und jedem Gerechtigkeitsgefühl. Tie deutschen Hausbesitzer haben die ständig gesteigei-te Beeinträchtigung ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Freiheit hingenommen in dem Gedanken, die Ruhe und die Ordnung im deutschen Volke nach Möglichkeit zu schützen und den Wiederaufbau unseres zerrütteten Staats- und Wirtschastsletons z!u erleichtern. Die deutschen Hausbesitzer sind die letzten, die sich einer unabweisbaren wirtsck>aftlichen und sozialen Entwicklung turn Studentenparlament ergaben an Berliner Universität eine gewaltige Mehrheit bic nationale Studentenschaft. Siebener Dpern- und ttonzertwochc. Gießen, den 20. Febr. Die Walküre. Mtt einer der „Fidelio"-Aufführung nicht nachstehenden Aufführung von Wagners „Wal- k ü r e", jener durch Zerstörung imd Aufruhr aller Elemente, durch Leiden und Sckmerz charakteri- sierten, gewaltigen und ergreifenden Komposition des „Ringü der Nibelungen", verabschiedeten sich vestern die Opernkräfte des Hessischen Lan- des t Heaters in Darmstadt, um heute abend die Grehener „Opern- und Kvnzertwoche" in einem vrchefterkonzert unter Generalmusikdirektor ®al- ar 1cc®t£.*eitun®' man tim Schluß der gestrigen Auffühi'ung vergeblich wr die Rampe rief, ans- llutgen zu laffen. Die musikalisch wie mimisch hervorragenden Qualitäten der mitwirkenden Künstler Je»te. mSLfclttin Lvrtzings „Zar", vor allem aber m Beethovens „Fidelio" erfemien. Es erübrigt sich daher, heute auf eine nochnialige Bür- öigung ihrer Leistungen cmyugclxm. Zwei Dar. fhlkr anertnng«, dw man vmi dm beiden letzten Äufführungen her noch nicht kannte, verdienen be- «ondere Ertväbnung: die Sieglinde von Else Wühler, beren Berpflic^ung an haS Fcankfiltter Opernhaus für die Darmstädter Bühne einen fein fchmerzlichm Verlust bedeuten würde, intö die ^rida von Aima Jacobs Elfe Wühlers Sieglinde verrät dramatische Gestaltungshkraft, die durch eine »ovhlgebildete, feine Stimme, hei1 sie innere Wärme au nerieiben weiß, besondere Vornehmheit geivinnt. Anna Jacobs gab die, Ehe und Familie ickn'»tzt-7'^' Fricka mit großer, im Gesang und Spiel znn- .'lus- *xn< druck Vommeirder, Leidenschaft.Man batte dr. auf,er | treff' dem im meisterI>aft gelungenrn Wolkürenr .....bi Q 3. Auszuges die Rolle der Waltraute am- -aut. I Die gestrige Aufführung der in szenischer Hin ! a. entgegen stemmen. Wer sie aber mtt Gewalt zum Untergang treiben will, dem soll gesagt jein, daß die deutschen Hausbesitzer i1yr Hab und Gut, ihre Würde und chre Ehre zu vetteidigen wissen werden. Mögen die maßgebenden Stellen diese Warnung mit dem tiefen Ernste vernehmen, von dem sie ein« gegeben ist. Mögen sie reiflich überlegen, welche Folgen für das deutsche Volk entstehen könnten, wenn den Hausbesitzern dieser letzte Stambf um Tod und Leben aufgezwungen würde." ♦* Akademikerbund Oberhessen. Der bereits angekündigte Vortrag des Verbanos« dirckwrs Dr. Pinkerneil (Berlin) über Ent- tvickelung der berufsständigen Akademikerbewegung findet nunmehr am Samstag, 21. Februar, abends 8 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums, Ludwrg- ftraße statt. Außer Mitgliedern sind alle Maoe- mifer mit abgeschlossener Hochschulbildung ein- geloben. _ ** Tie Deutsche Bo l kS par tei gibt im Anzeigenteil unseres Blattes bekannt, daß seit dem 1. Februar in Gießen, Bergstraße 21II., Telephon 2195, ihre ProvinzialgeschäftSstellc für Oberalsen errichtet worden ist, die alle Privat- ange logen beiten erledigt imb für jede Auskunft jur Verfügung steht. Landkreis Gießen. X Wieseck, 19. Febr. Wegen Verhinderung des Vorttagenden muß die Vorlesung über „Praktische und künstlerische Baufragen" am Montag den 23. Februar in unserer Volkshochs chu le ausfallen. Näheres wird Herr Senßfelder noch mit seinen Hörern verabreden. 5lreis Lauterbach. Zur Ernährungsfraae. --Lauterbach, 17. Febr. In einer fozitt- demokvatisckien Versammlung berichtete b't bisherige Präsident des EmArrungsnxsens, H'rr Neumann, das zwangsweise (Stilb rin gen von Emährungsprvdukten sei zur Zeit weit schwerer als während des Kriegs, da man noch den gefürchteten roten Zettel hatte, brr den Säumigen in den Schützengraben beorderte. Schl'chte Erfahrungen habe man gemacht beim Einbringen von Kartoffeln im Kreise Darmstadt durch die Reichswehr, was in den ersten 14 Tagen gut ging, dann aber an dem guten Willen der jungen Leute scheiterte. Auch die Kosten stiegen täglich höher als der Wert der erngebvachtrn Kartoffttmen- gen. Neumann berichtet, dafi man im Ätieife Frisd- berg 2700 Lieferungspflichtige für treibe hab:, die aber nicht soviel lieferten, um bt? Stadt Offm- bach mit Brot versorgen zu können. Man sei bestrebt, die bestehenden Verhältniss: yu bessern durch gemeinschaftliches Zusammenarbeiten mit b.m ländlichen Organisationen, dies scheitere ab?r immn am Entgegenbommen derselben. Dadurch ivürd.' unsere mißliche Lage noch verschllechtert. ftnd nicht zu beklagen, doch ist ber Sck-aden an Material, Wäsche, Kleidern usw. außerordentlich groß unb wird unter den jetzigen Verhältnissen aus etwa 1 Million M ar t geschätzt. Die ken verhielten sich verhälttiismäßig ruhig. Kreis Wetzlar. Ein Knabe erschossen. Mo. Wetzlar, 19. Febr. Ein Posten deS Durchgangslagers bemerkte, wie zwei Jungen, von denen einer einen Rucksack auf dem Rücken trug, den Zaun des Lagers überkletterden. Er rief die beiden, die nach der Richtung des L-agerfriedhofes davonliefen, fünf- bis sechsmal an, um sie zum (Stehenbleiben zu bewegen. Vergeblich: auch ein Schreckschuß nützte nichts. Ein zweiter Schreib' schuß hatte nicht die boabsichttgte Wirkung, dast einer von den Jungen von einer Kugel in den Kops getroffen wurde. Er war svgelich tot. Ter andere Knabe setzte seine Flucht unbehelligt weiter fort. Ter Junge ist als der 12- jährige Sohn Karl des Arbeiters Bvoggi ermittelt Der Rucksack war leer: dagegen trug der Knabe einige Fähnchen in der Hand, die scheinbar vom Lager Ijcrftammten. Wie die beiden- Jungen in das Lager gekommen sind, zu dessen Betreten sie keine Berechtigung besaßen, steht noch nicht fest. Tas WachVommando wird von Gießen gestellt Der Soldat beteuerte bei seiner Vernehmung, daß er nicht die Wsicht gehabt habe, auf oie Junges zu schießen. Lediglich Schreckschüsse tobe er ab-i geben wollen. Bei Beurterumg des iVvrftllllS inü^sen gerechterweise die zahllosen TiebsdäUe beachtet werden, denen das Läger feit längerer Zett ausgesetzt war und noch ist. Hessen-Nassau. Ein rabiater Hausbesitzer. X Hanau, 18. Febr. In dem mtterfrän- kischen Dorfe Stetten halbe lein Ortseinwohner .gegenüber feinem Mieter eine erhebliche Steigerung der Miete vorgenommen, worüber es z» Streitigkeiten kam. In Abwesenheit des Mieters riefen Frau und Kinder desselben um Hilfe, Orts* j einwohner erschienen vor dem Hause und be*. | gehrten Einlaß. Als ihnen dieser verwehtt wurde, ’ die Hilferufe aber immer stärker wurden, drückten : Burschen und Männer das Hoftor mit Gewalt ein. Im gleichen Augenblick gab der Hauseigentümer zwei Schüsse in den Volkshaufen ab, von denen der eine den Lehrer traf, der sofort tot war. Die Aufvsgung in dem Orte ist ungeheuer. * ---Frankfurta. M., 19. Febr. Bei dergestrigen Razzia auf Schieber in der Altstadt smd man in dem Zimmer eines Galiziers deutsch' Silbermünzen im Gewicht von mehr als 1 2 0 P f b. vor, die der Mensch schon sorgsam zur Etnihme nach Antwerpen verpackt hatte. = Frankfürta. M., 19. Febr. Während der Straßenbahn fahrt nach dem O st ba lm hos entfiel Mittwoch abend einem Bankbeamten aus Grof-- Auheim aus ber Brieftafcto ein Brief mtt 2000 österreichischen Kronen und 400 holländischen Gulden. Bevor er den Umschlag aufheben ta.mtp. bückte sich ein anderer Herr danach, griff den Bri'f auf unb sprang in voller Fahrt .aus dem Wag« imb verschwand in ber Menge. X. Hanau, 18. Febr. Tie Polizeibehörde mutmaßte feit längerer Zeit, daß in einem hiesigen Cafs in den Morgenstunden H andel Sge- schäfte, namentlich mit Tiamanten, vorgeMiw- men wurden. Gestern früh erschienen einige Beamte in dem Caf6 und sistierten eine Anza'Ä Personen. Tie meisten von il-ren waren im Besitze 1 orschriftsmäßiger Handelspapiere, während ein ge» toiffer Maliniak aus Frankfurt a. M., der sieben Päckchen Welsteine im Werte von 80 000 bis 100000 Mark bei sich trug, verhaftet wurde. oa. Marburg, 19. Febr Aus dem heutigen Schweine markt standen etwa 320 Ferkel und Läufer zum Verkauf. Der Handel aing anfangs flott, später matt. Verlangt wurden für 6 Wochen alte Ferkel 200 bis 250 Mk., für 12 Wochen alte Ferkel 350 bis 380 Mk. und für Läufer 500 bis 600 Mk..das Stück. Kriegsgesangenen-Heimkehr. ** Lich, 18. Febr. Ms erster Kriegsgefangener kehrte Reinhardt Dann nach achtzebn- inonatiger Gefangenschaft wohlerhalten in seine Seimat zurück. Der Sängerverein Männerguattett brachte ihm abends um 12 Uhr ein Ständchen. up. Ruppertenrod, 18. Febr. Von den Kriegsgefangenen, die in französischer Gefangen- fdrift waren, sind jetzt die beiden ersten aus linieret Gemeinde heimgekehri; es sind Johann Sttehler und Heinrich Tichl. Jetzt fehlen aus unserer Gemeinde noch drei Mami, von denen zwei letzthin schrieben, während vom dritten, Karl Finkernogel, noch keine Nachricht vorliegt. K Steinbach, 17. Febr. Aus der Kriegsgefangenschaft sind zurückgekehri und zwar au3 englischer: Georg Schäfer, Sohn des Poli'eidienerS Sckstifer unb Wilhelm Balser, Sohn des Spengler- Balser; aus französischer Gefangenschaft kehrten Orgelschule beraud, verfaßte das Choralbuch für das preußische Westfalen, das neue Choralbuch für das Großherzogtum Hessen (1815), eine prak« iilchc Ausweichungsschule, den „Choralfreund" (mehrere Jahrgänge) und eine große Zahl von Vor- und Nachspielen. So weite Verbreitung seine' Orgel ko mpositio neu fanden, so wenig bekannt wurden feine Chorkomposttionen, von denen erwähnt fcten: „Deutsch. Messe" und „Missa solemnis“ für 4 Männerstimmen und Orgel, Motetten „Befiehl dem Herrn deine SEßege" und „Gott sei ungnädig" für Sovr., Alt, Tenor und Baß und Orgel, Weihnachts- und Karfreitagskantate, Hymnen und Chorgesänge mit und ohne Begleitung. Wie sehr man Rinck äu seinen Lebzeiten schätzte, geht aus den vielen Ehrungen hervor, die dem Meister zuteil wurden von feinem Landesfürsten. Tvnkünstler- und Musikvereinen u. dgl.. auch kreierte ihn die Landesuniversttät Gießen honoris causa zum Doktor. Rinck starb am 7. August 1846. Um sein Andenken z».l lehren, veranstalteten seine Schüler, Verehrer und Freunde eine Sammlung, welche im Betrage von 800 fl im Jahre 1851 dem Großh. Schullehrer-Seminar zu Friedberg mit der Verbindlichkeit überwiesen wurde, jährlich die Zinsen hiervon in der geeignetsten Weise, insbesondere durch Ankauf gediegener, namentlich von Rinck komponierter Orgelmufikalien, an einen oder einige der besten Orgelspieler unter den Seminaristen nach der pflichtmätzigen Beurteilung der Seminardirek- twn als Prämien zu verteilen. — 1917 regte der Verein ev. Organisten und Ehordirigenten in Hessen anläßlich des hundertjährigen Bestehens des Friedberger Lehrerseminars eine neue Sammlung an, wodurch der Rinckstiftung wettere 1100 'M überwiesen werden konnten. behördliche Anzeigen ® etr.: der 1956B Gießen, den 16. Februar 1920. Krenzien. Der Nr. 1 an der Gabelung der Kaiser-Alke and Licher Straße. Nr. 2 am Torhaus am Walltor, 8.tW. Bei der» « ta Mttdl int T ifiyamten ou8 @tp- rin Zriei mu M [) hollSndisckrn ig aufoibtii dm nid), griff bat ihr btt Ms dem Ntp Uhr hier einzureichen. Zur Verpachtung vom men a) die Trinkhallenplätze: ms am Neuenwegcrtvr, ihnhofstraßc Ecke der Liebig Nr. 4 am Ta Nr. 5 an der ftrafc. Nr. 3 am Oswaldsgarten Ecke der Neustadt und Nord-Anlage, Nr. 10 an der Bahnhofswahe zunächst der West-Anlage, Nr. 11 an der Ecke der Marktstrahe und -reustadt. ----- Tie AizeibM aß in einem en 5anbtl5(i* imantm, rschienen tw ft en riiit n nxtcrn tieft** iere.wWerin. ?' rt a. M„ bfi^. !r tun 80(w rrtnttt Mte. %uf bem heutig üg 320 Jerfrl und bei ging cmfangi M für 6 Wochen r 12 Wochen ahf r Läufer 500 » yfes Sfe-js “ÄS euKm„ bgL, * § Ä#» t MX Ä toten 23^ "EZ ,am^n M Sä»e VW* . Bekanntmachung. : Antrag deS Angestelltenverbandes des Buchhand^s, Buck» und ZeitungSgewer- bcs, Ortsgruppe Gießen, gegen 7 Buch- und Verlagshandlungen in Gießen wegen Tarifvertrags. Der am 11. Februar 1920 erlassene Schieds- Much ist nunmehr auch von den Arbeitgeber- Firmen anerkannt worden. Gießen, den 19. Februar 1920. Schlichtungsansschuh der Provinz Oberhessen. I. A.: Raab. 1960D JtrjiitnHiifififltr Plipzir üiftthif pon ItinfijaÄtH uni ]mn P^ptrfof. Tie nachver zeichneten, bisher verpacht gewesenen städtischen Plätze sollen zum 1. April 1920 • neu verpachtet werden. Tic Bedingungen, unter denen die Verpachtung ersolgen soll, liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 6, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen «rrihf: Jakob Krämer, Sohn des Landwirts ^rri Rrämtr I., Ludwig $>oa3, Sohn des Oeimüllers Friede. Laos, .tart Hermaun, Sohn des Straßen- Warrs wart Hermann, Ot«o Haas, Sohn des Drehers PH. Sxkiid V. In französh'cher Gesangen- schaft weilen iwch: Eberhard Hemttch Haas, Sohn des Zieglers Heinrich Haas III. und Karl Krämer, Sohn des Landwirts Ludnrig Krämer II. Doch ist begründete Aussicht vorhanden, daß dieselben bis Ende deS Monats in der Heimat sein werden. AuS dem AmtSverkündigungsblult. ** Das AmtSverkündigungsblatt Nr. 24 vom 19. Februar enthält: ErwcrbSlosen- fürsorge. — Beschaffung von Brennholz zur Kriegsbeschädigte. — Ausschluß vom Handel. — Fleischbrsckwu in Linden struth. — Zuckervcr- brauchSregclung. — Feldbereinigung in der Ge» markung Mlendorf a .d. Lahn, Kreis Gießen. — Feldbereinigung Wieseck, Großen-Linden, Klein- Linden, Lumda, Reinhardshain. Beschassuna von Brennholz für Kriegsbeschädigte. Nach einer Anordnung des Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Tomänen und Forsten, Berlin W 9, darf bedürftigen Kriegsbeschädigten und bedürftigen Kricgs- bintcrblicbencn und solchen Kriegsunterstuhungs- nnpsäugern, deren Ernährer vermißt oder in Gc- iangenschast sind, nach Maßgabe ihres dringenden Bedarfs, aber mit dem Verbot der Weiterveräuße- runfl in jeder Form Brennholz zu zwei Drittel des sonst für Minderbemittelte festgesetzten Preises ah» gegeben «oerden. Auch die Hessische Hauptfursorge- Mle der Kriegsbeschädigten- und Kriegshüiter- bliebenenfürsorge zu Darmstadt hat das Ministerium der Finanzen, Abt. für Forst- und Kameral- dcrwaltnng, um Erlaß einer gleichen Anordnung Nr. 6 an der Friedrichstraße zunächst der Brücke über die Oberhestischc Eisenbahn, Nr. 7 an der Fvankfurter Straße neben dem Hause Nr. 63; b) d ie Obstverkaufsplätze: Nr. 8 am Neuenwegertor, Nr. 9 am Sclterstor, Sitzung Ser Krei$awsfd)ufit$ am 18. Februar 1920. ft. H. non Nieder-Bess i n gen hatte bei der Bürgermeistern beantragt, mög.' ihm für diesen Winter Loshol z zugewiescn w'rdrn. Dieser Antrag war von der Gemeindevwtvttung abgelehnt rvatben, weil tz. im Jahve 1910 auf dos ihm znstehende Losholz verzichtet und die G> mnnde dafür das Pflege^ ld für dessm Sohn übernommen hatte. H. hatte sich mit dem .ablehnenden Bescheid nicht zufrieden g-g^ben und Beschwerde beim >^reiSausschuß erhoben. hat in heuttger Sitzung entschieden, daß dem p. H. für das Jahr 1919 LoShvlz zu gewähren sei. Die am 6. Juli 1919 erfolgte Wahl de s BurgermeisterszuRöthges war von dem ÄreiSxireftor gemäß Art. 62 der Anleitung ;u den Wal)len der Stadtverordneten und G'mriitde- vatsmitglieder forme des Bürgerineistns und irtr Beigeordnetei' m den Landgem 'irtdnt beanstandet worden. Der KreiSni4schuß hatte daraufhin un- term 11 September v. Js. die Beanstandung für begründet und die Wahl für imgülhg erklärt. Nachdem dieses Urteil Rechtskraft erlangt hott', war von dem ft'reidamt Neuwahl angeortmct worden, die am 14. Dezember v. Js. stattstmd. D«fe Wahl war von zwei Wählern angefochten nur ben, weil geietliche Borschriften bei btt Wahl mchtb.»- weil gesetzlichr- Vorschriften bei brr Wahl nicht brachtet worden waren. Die .Klage wurde bvst.'n- Vftichtig abgewiesen. lürctye und Schule. ed. Eschenrod, 18. Febr. Bei bet Firma Schilling Apolda wurden zweiBronze- g l o ck c n und ein eiserner Glockenstuhl bestellt. 21000 Mk. wurden am Totensonntag gestiftet, den Rest von 20000 gibt die Gemeinde. 4 Orten berg, 18. Febr Am nächsten Sonntag veranstaltet die eoangelische Gemeinde einen Missionssonntag. Im Vormittags« gottesdienft predigt MissioaarWalther auS Beuern, ein geborener Ober Hesse. Er hält auch nachmittags mit Frl Wuttke aus Frankfurt einen Missionskindergottesdienst, abends findet braut im Saal oder bet Kirche ein Missionsvortrag statt, in dem beide Redner sprechen werden. Frl. Wuttke wirkte als Missionarin an der Basler Mission in Indien. ^eimlehr. s erster W um nach «w ^erhalten » •ein MütmetiLM, ühr ein SW 18 W nzösischer W en ersten nb )ltn au-3 1 denen ut, Kal ins Zucbtdaii-, her Bäcker M«un und der Schlosser Schäfer bekommen 1'/, Jahre Zuchthaus, der Arbeiter Beyor 1 Jahr und acht Monate Gefängnis, der Kaufmann Frank und eine Frau Reithenspieß negen Hehlerei vier tesp. drei Monate Gefängnis. Briefkasten der Uedaktion. Ulfe 306. Sie können die Verjährungseinrede geltend machen, sofern Sie nicht etwa die Forderung anerkannt und dadurch die Verjährung unterbrochen haben. v. v. Sie müssen die UmzugÄLsten selbst bezahlen. Vermischte». * Im Schieber-Hotel. Der Dichtet Hermann Hesse entwirft in einem Schwer Winterbrief des von S de sau Großmann herntA- gegtbenen ^Tagebuchs" ein amüj int.*5 Bild vom Leben und Treiben der Schieber in •rinem eleganten Hotel in Lugano und knetet in dieser tronischen Schildertn-g einen nicht unioichngen Beitrog zu den sozialen Verhältnissen unserer Tag.-. „Ich war tn eines der großen Hotels znm Mittagstisch geladen," erzählt er. „Es war herrlich. Ich zog meinen besten Än-ug an, meine Wirtin hott- mir schon Tage zuvor bas kleine Loch im linken Knie mit etwas blauer WoNe -ugestochen. Ich sah gut aus und wurde tatsächlich vom Portier ohne Schwierigkeiten etngdafien. Durch gläf ?nv? lautlose Flügel tuven stoß man sanft in eine riesig: Halle wie in ein luxuriöses Aquarium, da flunoen tiefe, ernste Sessel aus Lcher und aus Sammet, und der ganze riesige Raum war geheizt, wohlig warm geherzt, man trat in eine Atmosphäre wie einst im Galle Face auf Ceylon. In den Sefrln da unb dort standen gutgefleibete Schieber mit ihren Gattinnen. Was taten sie? Sie hielt'n bi: europäische Kultur aufrecht. In der Tat. frer war sie noch vorhanden, triefe zerstörte, vi:lb:weinte ftidtur mit Mubsesseln, Jmpvrtzigarren, unterwür- ftgen ftellnern, überljeiitcn Räumm, Pal mm, gebügelten Hosenfalten, Nackenscheit:ln, iog^ir Monokeln, alles war noch da, und vom Wiedersehen ergriffen, wischte ich mir bic Augen. Freunolich lächelnd bettachteten mich die Schieb:r, sie haben das schon gelernt, unseoeinem gerecht zu w:roen. 3n der Miene, mit der sic mich betractrt.’tm, wie Lächeln und leiser Spott sehr diskret mit Artigkeit, Sckzonrmg, sogar Anerkennung gemischt. Ich besann mich, wo ich diesen seltsamen Blick schon einmal geidyai habe? Richtig, ich fand es roieo.-r Diesen Blick, mit bem her ftririegsgewinn.'r d.rs Zfriegsopser betachtet, hatte ich während d.'s 5fri->geS in Deutschland oft gefefrm. Es war der Blick, mit bem damals die Kvrnmerzienrättn auf der Straße ben verwundeten Soldaten betracht.'te. H.rlb sagt er „Armer Teufel!", halb fagte er ,,H:ld'". Hrlb war er überlegen, halb war er scheu . . . Mit d r Heiterkeit und bem guten Gewissen des Besiegten der Schaber. Sie s-hen prächttg aus, beianbert txe Tranen. Man dachte an prahrwvrrsche Zeiten, an Zeiten vor 1914, w, OTr^Il^txeum deganbriatitrierhm Zustand für b:n 'dlrifbeiHä^riichen und einzig ivünfchenlwert'.'' breiten " Unb bram schildert er die Herrschaft'., berm Esten: „Weiß unb gläsern leuchtet: d:r ^peiteiaal, unb wie bübsch wurde serviert, rot? gut man, und was für Weme: Ich schweige bioon (^6 war ergreifend, die Schieber ?f}m zu sehen. <5te legten Den auf Haltung, ftr behurscht m sich schön. Sie aßen die deliSatesttn Bissm nat G.'siä)- tem voll ernster PstichterfüUmrg, ia lässiger Bcr achtlichkett, sie schenkten sich Gläser aus alten Burgundenlaschen voll mit gelassenen unö etwas lerdenden Mienen, als nzMymcn si: Medtzm Ich roiml^tv djucn dies unb jene», nxriyrenb id) zusab । Eine scmmel unb einen Apfel ftxfte ich mir ein, für Sen Abersd . ., e Die ManetS „Olympia" in den Louvre tarn. Tas Hauptwert des gnoßen srrn- zÄpchen JmpresfvnistQl Manet, tic „Olvmpia", dir erst nach schweren fttintpfen überh^npr in eine 2tnat6gatmc 9hrfn»bnK fand, tot endlich im Lxivre ihren batimtcM Ehremriatz grhntoen. Dies gcicl-ah aber nur auf avsderuoichen Befehl Cle- mr-nceans, wie hn Bulletin b? la Vie Anistioue erzählt wird. (Hemencrau, der selbst in seiner Iugnch>zev von Manrt gemalt worden ich kümmert sich gtixir wenig tun .ikunch Ws aber Mravt wähnnib hwt letz en M ini sterf^äsibEt scho ft an >h» mit der Äufstorderung berantrr*, endlich die ■^abaten gegen br Auftuihme der „Olympia" in den Louvre zu begegnen, sagte er: „Morgen soll sie an bet Wand fanden." „Morgen, ermöglich,' erwiderte Manet. „Sie muß ja erst verpackt unb verschickt werden." „Nein," sagte Griemenceau. „Ter Urttcrstaatssekretür Duiarden-Beau mrtz soll sie selbst im Wagen 'Einbringen." Und so geschah es. Handel. Frankfurt a. TL, 20. Februar. Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 18. Febr. l 9. Febr. Amsterdam. Rotterd. 3716,- 3724,- 3671,- 3679, - Brüssel-Antwerpen . 719,25 720,75 716,75 718,25 Thristiania...... 1718,25 1721,75 1708,25 1 711,75 Kopenhagen 1458,501461,50 1458,- 1461,- Stockholm 1853, - 1857,- 1828,- 1832,- Helfingfor» 397,10 397,90 384,60 385,40 Italien........ 539,50 540,50 537, - 538,- London 335,95 336,65 334,65 335,35 Rew°York 100,40 160,60 99,40 »<,60 Paris......... 696,80 698,20 692,60 693,70 Schweig 1613,251616,75 1576,- 1579, — Spanien . . 1693,25 1696,75 1678,25 1681,75 Men (altes) .... 39,96 40,04 39,21 3 <,29 Deutsch-Oesterr. abg. 35,96 30,04 35,71 35,79 Prag ........ 100,90 101,10 100,90 101,10 Budapest 35,96 36,04 35,96 36,04 Dul§anen —, — —, — — Koustantinopel. ... —, - -, — Marluotlernugen. Datum: 18.2. 19.2. Zürich.................. 6,20 6,40 Amsterdam 2,70 2,77 Kopksthagen 7,20 7,10 Stockholm 5,65 5,60 Wien .................. 295,- 295,- Büchertisch. — Ungemein reich an wertvollen, schön illustrierten Aussätzen ist d«s Iebruarheft von „Stu n st unb Künstler" (Verlag Bruno Easrirer). Ctk-* Heimrat sJRax I Fnedlander schveibt über Sie- vogtv Zaud-rriSte-R Gerungen, 3Pan Scheffler über Emst Ludwtg ftlrchner, Dr. SBillitm Eölm steuert einen schönen Aussatz über bad D:?en der indischen Bildnerei bet unb es schreibt b:r H.-ranö- geber ferner noch über ba5 Groste Säiauspickhaus Max Reinhardts, das Hans Poelzig erbaut hat. Tie Abbildungen des Großen Schauspielhauses, der Bilder ftirchners und der indischen Skulptumt erscheinen zum ersten Mal in der Onftmtlichkeit. Neben diesen Auftätzen findet b*r Leser wieder ein? Fülle von Notizen und Besprechungen, wie auch einen energischen Leitartikel Schefflers über ben Kunst-Ausverkattf. (3n einem der Auflage »trieb Tk Antwort Englands auf DttsonS Dcprfche. London, 19. Febr. (WTB.) Im Unterbaufe fragte Carson, ob die scharfe unb wenig entgegen-, kommende Antwort auf Wilsons *3)t* V c i cb c von vornherein abgefafet war, ober ob die Antwort erst infolge der Vorstellungen von Lord Cecil und Chamberlein später abiränbert worden sei. Bon a r Law erwiderte, es bestehe nickt der geringste Anhalt für eine derartige Vermutlmg und ftckr rort, ich glaube tatsächlich, es ist kaum nötig in sagen, daß es keinen Vertreter irgend einer vereinigten Macht auf der .iftmserenz gibt, der nicht die außerordentliche Dicktigkeit einet guten Einvernehmens mit der Regierung und der Bevälke- rung der Bereinigten Staaten erkennt. Bonar Law sagte ferner: Um den Armenier-Metzeleien zu begegnen, sei bet britifdx* Vertreter in Monitanhnoprf bevollmächtigt, bekannt zu geben, daß die Konferenz beabsichtige, Kvnstnntmopel-den Türken zu übet* lassen. Aber tueim die Metzeleien nicht auf hörten, ieurbc die (hitfebeiintng ter Konferenz ro.nmcty.'Li* lick) -um Nachteil der Türkei abgeändert werden. London, 19. Febr. rfe Eilgland m kurzem rebw Sch itbt* schiffe mit 30,5 cm-Geschützen metit haben wird. Die neuen Schiffc führen Geschützt von 31,3 und 40,64 cm und möglicherweisc solche noch > clevereren Kalibers. Die Schlachtschiff sc mit schwächer:,! Geschützen sollen tufrangierl ive.den. Darunt:r befinben sich 9 Dreadnoughts, bee berfauft roerb.-n sollen. D»e versteigenin« deutscher Handelsschiffe. Ne u y o r k, 19. Febr. (WTR.) Bei der Wiederaufnahme der Versteigerung der deutschen Handelsschiffe erhielt das Schifsahrtsamt nur e tit Angebot für ein Schift. Ter Verkauf wurde daraus geschlossen. Tie Schisse, wie der Leviatl-an, Vaterland, Agamemnon und George Washington erzielten kein einziges Gebot. Die amerikanische tzleifchausftchr. Haag, 18. Febr. iWB.) Ulke „Nreuwe Los- rart" aus Neuyork meldet, ist bfe amerikanische Fleij cka usf uhr infolge deS Stank?s bet Wechselkurse zum Stillstand glommen. £'iei* burrb ist tn Amerika ein starkes Fallen der Jte:sch- preisc verursacht worden. Schnelldampferve''kehr Swiivmunde-Pillau. Berlin, 18. Febr. (Akifs) Aus dem Reichs« Verkehrsministerium nriü> mi.geteilt, daß b mnächst erneut Verhanblungen mit den Reedereien ftatt- finben, die den Schnc llda mosenxtb' tz Swine- münde — Pillau übernähmen. Bei ben andauernden Schwierig-kecken für den Verüetz zu Lande wird der Weg über See noch LAiiy rv Zeit ein drrng.-ndes ErfvrderniS sein unb ftarten Zuspruch finten. Auch im März ist beirr mit oer Meiterfühcung der Schnellbamyfervertz biuigcn zu rechnen. Raub überfall. Frankfurt a. M., 19. Febr lWTB.) Sxute vormtttag gegen l/»H Uhr wurde einRaubübe r- f a 11 auf das Juwelier Geschäft von Bräutigam am Goetheplatz verübt. Ein Mann zertrümmerte mit einem Backstein das Fenster, beraubte zwei Stöc^ mit Ringen unb andren Schmucksachen im Werte von ungefähr 30 000 Mk. und schwang sich dann in ein langsam vorüberfahrendes Auto, das infolge des dichten Nebels entkam. Der Backsteiii war tn eine französische Zeitung eingewiefeü, so daß man annimmt, daß man es mit Verbrechern aus dem besetzten Gebiet zu tun hat. ZtaStmWnGiehen, Löderftrahe n Fed. Svliatan abend 8'/«Uhr: Religiös. Vortran. Jeden Mittwock abend 8'/, Ubr: ('einsübrnug in die beiline Bekanntmachung. Ter Nachtragsvoranschlag für die Gemeinde Klein-Linden für oas Rj. 1919 liegt vom 20. Februar 1920 ab eine Woche aus hiesigem Bürgermeistereibureau zur Einiicht und Erhebungen von Einwendungeil offen. Ts wurde die Erhebung einer Nachtragsumlage beschlossen, zu der auch die AuSmärker herangezogen werden sollen. Klein-Linden, den 18. Februar 1920. Hessische Bürgermeisterei. Jung. 1954 Nuhhalz-Lerstkigerunq. F hn. Klaj e Buche Klas'e ie Klos € Klas e Klasse Klas e Klas Klas fttasse Klasse e ’e Klas Klas Fsttn. Fstm. Fsttn. Kiefern Fichte 27,35 2,64 5,74 5,64 2,17 3,49 1,60 5,52 0,48 0,27 12,05 26,53 51 60 Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stuck Stück Stück Stück Fsttn. F'rm. Fsttn. Fstm. Fstm. 2. 3. 4. 5. 6. 3. 4. 5. 5. 3. 4 5a. 10 3 4 6 5 9 1 7 1 1 8 28 86 „ „ 5b. Klas e 123 Stück 33.06 Fstm Terbstangen Fichte 8 Stück = 0,98 Fsttn. Nutzreisig Fichte 90 Rm. Gerüststangen). Nutzfnüppel Eiche 6 Rm., Fichte 9 Rm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr von« Rad bei Stamm Nr. 243. Donnerstag den 26. I. Js. kommt aus dem Ulfaer Gemeindewald nachverzeichnetes Holz unter den bei der Versteigerung bekanntgemachten Be- bingungen brfentlid) mei'tbietenb zum Verkauf: Stamme Eiche: 1. ftlai Tas zerstreut liegende Holz rotto nicht vor- gezeigt. 1956 Ulfa, den 17. Februar 1920. Hess. Bürgermeisterei Ulfa. Hofmann. ■&W.ÄI- ttklSmmißkBSsk mit oder ohne Haus zu kaufen gesucht. Schrift!. Angebote u. 03238 an den Gieß.Anz. Holzvkt-steigerung. Montag den 1. März l. I s. von vormittags 9 Uhr an werden in der Gastwirtschaft „3 um Frankfurter S» f" in Göbelnrod aus dem Schutzbezirk Harbach versteigert: Stämme: 11 Buche 11,64 Feftmtzer, 75 Eichen = 32,31 Fstm., 1 Esche = 0,11 Fstm.. 1 Elsbeere -- 0P5 Fsttn., 129 Fichten - 78,72 Fstm., 173 Kiefer = 126,89 Fstm., 3 Lärche = 1,65 Fsttn Terbstangen: 247 Eiche «= 13,33 Fstm., 2 Esche = 0,18 Fstm., 590 Fichte = 41^2 Fsttn., 38 Kiefer = 3,56 Fsttn., 8 Lärche =» 0,74 Fstm. Reisstangen: 90 Fichte = Lil Fstm. Nutzscheiter: 2 Rm. Birke. Nutzknüppel: 5 Rm. Aspe, 16 Rm. Eiche, 3 Rm. Kiefer. Nur Selbstverbraucher und KleiTr-Gewerbe- Wirffdiaft in einer guten Lage Gießens zu kaufen oder zu mieten gesucht. Gute Anzahlung kann geleistet werden. Schriftliche Angebote unt. 03239 a. d. Gieh. Anzeiger. Kinder-, Mädchen-Hemden 60 cm lang, solange 2 Vorrat reicht, p. Stück M. • ® Franz Bette, Mäusburg 10. treibende dürfen mitbieten. Aus Verlangen der Dberförfbetei muß der Nachweis über btt Verwendung des gekauften Holzes beigebracht werden. Tas Holz ist vorher einzusehen, die geschälten Nadelstämme kommen nicht zum Ausgebot. Nähere Auskunft durch Herrn FSrster Kinkel- Horbach. 19310 Grünberg, den 16 Februar 1920. ___2__________Oberforfterei Grünberg._____________ NW Bollsportei Seit dem 1. Februar ist in Gießen, Bergstraße 21 II., Telephon 2195, die Provinzialgeschäftsstelle für Oberheffen Suchenbrennholz frei Waggon Gießen und Umgebung zu Mk. 2*00 je 10 Tonnen liefert Holzhandl. Mit, Aoliks L.S. Televbon 216. 1H7 An- u. Verkauf von Möbeln, Antiquitäten, sowieUebernabme ganzer Eiurichinngen. 15 LouitzStothenberger 22Neuenweg22. Tel. 176. Ealz-Lchuttt-Bohnen ff. 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Die Verlobung meiner Tochter Hildegard mit dem Zahnarzt Herrn Rudolf Lind gebe ich hierdurch bekannt. grau Lina Exter geb. Sommermann Löwen-Apotheke 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Seth ii. Danksagung. Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen in so überaus reichem Mähe bewiesene Teilnahme sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Wer tauscht eine Tuchhose gegen meine neue Mil.- Reithose um? (03240 Wolsstrake 13, IL Feldgrauer Bock (70 M.), 2 leltkoses (je 60 M s, !eld|r.Iapiie(204)L), Etoai- bakserkaape, .Stoofro. 54 b. 55 cm (8 Sl.), Weite (5 ®IJ Ä. vk. 8at-Aalaea XI. O3W7 Vortrag des Verbandsdirekt. Dr. Pinkemeil, Berlin: Entwicklung d.benifsständischen Akademikerbewegung am ffamstae, 21. Februar, afceads 8 Uhr, im Siassaal des Realerem., Ludwigstr. Außer Mitgliedern sind alle Akademiker mit ab. geschlossener Hochschulbildung eingeladen. (it»O Gebrauchte Telephonzelle sofort zu kaufen gesucht. Schr. 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Nachstehende Bekanntmachung des Staatsldmmissars für wirtschaftliche Temobllmachung in Dessen vom 31. Oktober 1919 bringen wir erneut zur allgemeinen Kenntnis. Tie Polizeibeamten sind mit Anweisung zur strengsten Durchführung versehen. Gieren, den 16. Februar 1920. Polizeiamt Gießen. Lauteschläger. für Kälber.............. für Schafe mit vollwolligen, halblangen und kurz- wotligen Fellen........... für Schafe mit Blößen......... für Plerte einschließlich Fohlen, Esel, Maultiere und' Maulesel............ Berlin, den 9. Februar 1920. Reichssleischstelle, Verwaltungsabteilung. Ter Vorsitzende: I. V.: Dr. Klumpp. i monatL SDIIttrr.-1 38-50 Mark Mr 'n. Jchrisil. 1» 5 an den Gr Aktien Dehnungen Geldsorten 1964D Ünhalls-Uebersicht: Verwendung des Mehrerlöses aus den Hauten von Schlachtvieh usw. - Verbot über den Verkehr mit kraitfahrzeugen. - Gefunden, verloren. — Feldbereinigung Allendorf a. d. Lahn. ^*1 v*« V I v • «» *VVIW W" ’d auch m dieser Woche arg mitgenommen | herben . . . ■ Der „Oberste Rat der Alliierten", der Ifeinen Schauplatz von Paris nach London ver- 1 Vgt hat, mürbe einer mit Initiative beseelten Mutschen Diplomatie wahrscheinlich durchaus dicht als delphischer Weisheitssitz vorkommen. ■Et hat sich in der Auslieferungsfrage „geeinigt", Herr Millerand hat Pariser Pressever- Irttern gegenüber gute Miene zum bösen Spiel gemacht, auch Lloyd George soll nach einer 'kttvas fragwürdigen Havasmelduny beruh i- fienb erklärt haben, es sei keine Revision des ^riebensvertrags geplant — aber man weiß nicht recht, was hinter den Kulissen alles vor sich gegangen ist. England hat in der Auslie- fetungsfrage eingelenkt; vielleicht hat es baH bei zu einem guten Teil auch amerikanischen Winken und Forderungen Rechnung getra- cen. Die deutschen ZeitungSleser haben das 'Zwitter, das von den Bereinigten Staaten nett? dem Jnsellande gezogen ist, nur als ein semes Wetterleuchten beobachten können. Ein Endender Blitzstrahl ist uns zwar zuletzt sehr mfgefallen: es war die kurze amtliche Rerv- »teinotiz, Wilson habe angedroht, daß Amerika sich von der Friedenskonferenz -urückziehen werde, wenn es bei denBer- bmdlungen nicht mehr als bisher zugezogen und angehvrt werde. Wilson, der Erkrankte, verstummte, der politisch schon gestorben zu ^n schien, ist plötzlich miedererstanden. Erev- Heint in einem Nebelmeer neuer Ungewißi- ieiten. Eine der letzten Meldungen besagte, ew Zustand habe sich in einer der letzten lc rchte Mieder so verschlimmert, daß die Aerzte n'Iends herbeigeholt worden wären. Ist nun |£in Handeln krankhaft verletzter Ehrgeiz oder zu der Verordnung über die Verwendung des Mehrerlöses a_xs den väuien von Schlachtvieh und Schlachtpferden vorn 26. November 1919 (Reichs-Gesetzblatt S. 1903). Auf Cruiw des 8 2 der Verordnung über die Verwendung des Mehrerlöses aus den Häuten von Schlachtvieh und Schlucht- pferden vom 26. Mvember 1919 (Reichs-Gesetzblatt S. 1903) werden für die Zeit vom 16. Februar bis 14. Äiärz 1920 einschließlich folgende Sätze als Häutezuschlag der an den Tierhalter zu befahlen ist, für den Zentner Lebeiügewicht festgesetzt: für Rmder, ausgenommen Kälber w v.> v-w IT- 1 vv. «UTll^ni Von 7 aut */rS.n den tLgVch « erhöhen. Hi rgeg> n erhoben sich jedoch in bat Kreisen Oer Bergarbeiter geivichtige Sorgen, und so kam man schließlich zu der Einigung, daß wöchentlich zwei halbe Ueber- schicht"n gefahren werden sollen. Das geschieht in der Weise, daß im Anschluß an die 7-Stundenschicht 3'/r Stunden Ueberschacht gefahr?« werden, so daß in den Tagen der Uebetschicht insgesamt lG/_> Strmden yxtrbeitet werden. Im Durchschnitt werden 6—7 Millionen Tonnen monatlich im Ruhrrevier gefördert. Dir jetzige Schichwerlänge- rung bringt also eine Steigerung der Leistung um etwa eine Million Tonnen im Monat, das heißt 12 Millionen Tonnen ftn Jahr. Gare Äusdehrrung der Bereinbarung auf Oberschlesien und die Braunkohlengebiete muß angestrebt werden. Es wird ein Lohnzuschlag von 100 Prozent Hk Arbeit unter Tage und ein Lohnznschlag von 50 Pro; über Tage gewährt. Geld allein macht aber auch die Bergarbeiter nicht glücklich. Sie müssen Gelegenheit haben, sich für dieses GeÜ> Lebensmittel zu kaufen. Wenn deshalb für die schwer arbeitenden Bergarbeiter Sonderzuweifun- gen an Brot imd Fett bewilligt worden sind, so dürfte das von der übrigen Bevölkerung durchaus verstanden und gebilligt werden. In seinen steak- tiidrn Folgen wird das getroffene Abkommen sowohl innenpolitisch wie außenpolitisch bald dem gesamten Volke sich äußerst wchtliäig erweisen. Dies gilt zunächst für die Versorgung der E i s e n - bahn mit Betriebsstoffen, wodurch auch der Ab- transpott von Lebensrnitteln eine Steigerung erfahren wird. Die Entente wird auch aus diesem Abkommen über eine Vermehrung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau ersehen können, wie ermt es uns ist mit der Erfüllung der übernommenen Pflichten. Mehr aber noch bürfte nicht nur bet Entente, sondern der ganzen kultivierten Welt aus der Env- schiosf-nheit der deutschen Bergarbeiter, die At- b-itsleistung zu steigern und die Arbeitszeit zu verlängern, die lieber^ tgung sinnfällig werden, daß Deutschlands moralische, wirtschaftliche und poli= tische äSeebergefunbung Doramdxxntet. Wgmiii den'.!. J! J l®*®» formiti. .oirnifunbrautibare Jf ^knttich meiii: nb Derhtiiert. IW J? ^itaiBon W SM Amtrverlündigungzblatt für die Provinzialdirektion Gberheffen und für das Kreisomt Liehen Lrscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag u. Freitag. Bur durch diePaft zu beziehen gegen TOk. 2J>0 viert elf ährt. Dostzeirungsltp« ?tr Iler tauidt tint ’iidjliW meine neue Jhb - oie um? W 3 yoh'rkßHeJJJl zMt-odri itttlanb uni lese ‘"Ä“ «WS i >*en H ; de m. fl.1- biel zu trmj J iphote nubuou.^ Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gcrnartung Allendorf a. d. Lahn, Kreis Gießen. Nachdem die Feldbereinigung in der Gemarkung Allendorf endgültig beschlossen und der Beginn der Felbbercinigungsacbeiiew vom Hess. Landesernährungsamt Abteilung für Lauowtrtschaft, angeorduet worden ist, lade ich hiermit sämtliche beteiligten Gruno- eigentümer zu der gemäß Artikel 16 des Feldbereinigungsgejetzes Tonnersta g den 4. März 19 2 0, nach mittags 1 y2 Uhr, im Saale des Gastwirts HeinrichHörrzu Allendorf a. d. Lahn stattsindenden Verfammlung ein. Tie Versammlung hat: 1. darüber zu beschließen, wie die Feldbereinigungskosten aufgebracht werden fallen, ob durch Ausschlag aui den Flächengehalt oder den Abschätzungswert der Grundstücke ooer abgesehen von dem in Artikel 20 des Feldbereinigungsgesetzes bezeichneten Fall durch Bildung und Verlaus von Masse- grundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen; 2. die zur Vollzugskommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie em Mitglied des Schied^ gerichts und dessen Stellvertreter (Artikel 35 Ges.) zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Beteiligten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat jeder amvesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme, auch wenn er mehrfach bevollmächtigt ist. Tie Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeit eine Mehrheit von Zneidritteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich, beteiligter Grundeigentümer im Sinne des Feldbereinigungsgesetzes ist, wer im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist. Ter Inhaber einer erblichen Leihe wird dem Eigentümer der Grundstücke gleichgestellt. Wenn ein hiernach beteiligter Grundeigentümer oder bekannte Erben derselben nicht vorhanden sind, der Aufenthalt der Beteiligten unbekannt ist oder diese sich außerhalb des Deutschen Reiches aufhalten, so ist der Besitzer als Beteiligter zu erachten, insofern er sich durch eine entsprechende Bescheinigung des Ortsgerichts als solcher ausweist. Ist unbekannt oder ungewiß, wer beteiligt ist, so findet die Vorschrift des § 1913 des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechende Anwendung. Gehört ein Grundstück zum Gesamtgut, so bedarf der Mann nickt der Zustimmung der Frau. Gehört ein Grundstück zum ein* gebrachten Gute der Frau, so bedarf diese nicht der EinwUligung des Mannes. Vertreter von beteiligten Grundeigentümern haben gehörige Vollmachten vvrzulegen. Kommen gültige Beschlüsse nicht zu stände, so hat: zu 1. Tie Vollzugskommission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen und zu 2. Tie Landeskommission die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Zugleich fordere ich die außerhalb Mendorf a. d. Lahn wohnenden beteiligten Grundeigentümer (Ausmärker) auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen in Allendors a. d. Lahn wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Feldbereinigungsverfahrens an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 11. Februar 1920. Der Hessische Feldbereinigungskommissar: S ch n i t t s p a h n, Regierungsrat. Gedächtnis haben, die von Franzosen auf Befehl begangen wurden, diese mitzuteilen, damit er sie veröffentlichen könne. Er habe Offtzsere gekannt, die sich rühmten, deutsche Kriegsgefangene niedergeschossen zu haben, um ihren Revolver zu prüfen. Vailtant sagt: „Ihr ^alle habt die feindlichen, von unseren schwarzen Soldaten verstümmelten Leichen gesehen. Ilw habt auch feftfteUen können, mit welcher Beftiän- gurrg die Weißen davon gesprochen haben, die sie zum Angriff führten. Ich Benne die Namen von französischen Kommandanten, die in der Schlucht deutsche Kriegsgefangene, die entwaffnet waren, füsilieren ließen unb für diese Tat ein Avancement erlangten. Ich kenne einen Reiter, der vom Pferde sprang, um mit einem Revolverschuß einen Gayern niederzusttrcken, der unter guter Bewachung in der Schlucht vor ihm bergmg. Ich sah auch, wie man Ve r wundete tötete. Kanntet Ihr nicht bte Vitriolgranaten? Welcher Infanterist hat bei uns nicht Patronen abgeschnitten und um gedreht? Diese Taten müssen klassifiziert werden. Wir müssen beweisen, daß Beine Art zu töten uns fremd war. Wenn wir das tun, dann waschen wir weder die Deutschen noch ör Türken noch die Bulgaren rein, sondern wir nehmen nur Anteil an der ruhmreichen Schzvei- nerei. Dir entehren uns em bißchen weniger, indem wir es zugestehen." Vall'ant-Eouturier erklärt: Wir verlangen schon seit langem für alle Schuldigen aller Länder ein internationales Gericht, .urfammengeie&t aus Arbeitern und ehemaligen Soldaten. ine « EÄw«»* Ä«’ W djt eb. i"" snIederAren. A KW I LeloK liv.y Sw*Verein^ Ä=U. I ■ Iod)t6t \ Inner * i 5 Bekanntmachung. Auf Grund der 88 1 und 4 der Verordnung über die wirtschaftliche Demobilmachung vom 7. November 1918 ordne ich mit Rücksicht aus den großen Mangel an Betriebsstoffen, durch den es kaum möglich ist, die für die Volksernährung arbeitenden, sowie sonstigen lebenswichtige Gewerbebetriebe mit dem nötigen Betriebsstoff zu beliefern, wie folgt an: 8 1. Vom 8. November 1919 an ist bis auf weiteres 1. an Sonn- und Feiertagen, 2. zur Nachtzeit der Verkehr mit Kraftfahrzeugen (Personen-, Lastkraftwagen und Motorrädern) verboten, soweit er nicht ausschließlich für Notfälle, wie zur Herbeischaffung ärztlicher Hilfe, für Krankentransporte, für im Tlpftrage einer Behörde eiligst auszuführenden liebend* mitteltransportc, bei Brand- und Unglücksfällen erforderlich ist. 8 2. Als Nachtzeit gelten in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März einschließlich die ©halben von 8 Uhr abends bis 6 Ulyr morgens, vom 1. April bis 30. September einschließlich die Stunden von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. 8 3. Bei den in 8 1 genannten Ausnahmesällen hat der Fahrer des Kraftfahrzeuges durch Bescheinigung oder auf andere Weise den Notfall nachzuweisen. An diesen Notfahrten dürfen nur die zur Behebung des Notfalls unbedingt erforderlichen Personen teilnehmen. 8 4. Zuwiderl-vndlangen werden mit Gefängnis bis zu 2 Jahren unb mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark bestraft; bei mildernden Umständen kann getrennt auf eine der beiden Strafen erkannt iwrten. Abgesehen hiervon wird das Kraftfahrzeug — ohne Rück- ficht, ob es dem Täter oder Tellnehmer gehört oder nicht — von mir für verfallen erklärt. Ter im Besitz des Zuwiderhandelnden vorhandene, in dessen Garage oder sonstigen Räumen noch lagernde Betriebsstoff wird sofort beschlagnahmt und zu den gesetzlichen Höckstpreisen an Verbraucher abgegeben. Tarmstadt, den 31. Oktober 1919. Ter Staalskommissar für wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen. I. V.: gez. Bernheim. Bekanntmachung. In der Zeit vom 1.—15. Febr. 1920 wurden in hiesiger Stadt gesunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Stück Bleirohr, 1 Stahlherrenuhr, 1 goldener Anhänger, 1 Spa zier stock, 1 Paar schwarze Lederhandschuhe, 1 Mädchenstrumpfmütze und Papiergeld; verloren: 1 Teil eines Brillant-Anhängers, etwa 2x/t Meter Blusenstoff, 1 Portemonnaie aus Kvokoditteder mit 1 Krönungs- Amerika und der Friedensvertrag. Haag, 20. Febr. iWTB.) Ter amerikanische Senat hat taut „Nieuwe Courant" die Verhandlungen i&er den Frieden sver- trag ausgesetzt, weil erst die Lage bezüglich der Adria klar sein muß, und weil der Prä'ioent nicht geneigt ist zu einem Kompromiß über Art. 10. PliM- »WterrW ■In unb in Kurier, I m modernen dimm I l> ru lebet Saueren hM.LtUjlthl'tl ttzfteingaffc 811 jliern wird Peufin Mtliagessen für etr : bdien au» guter Qto • l)t. Seit-anloßt ci ! n Nähe benorAiiQt i r. Licht ermunM christl Anieb. u. IA •- >en (gift;. Änz. erbt' amstag, 2[. Februar 1920 er *ei: Schuld. 7. anga^me v»N Injeigen f. die Lagesnuminer diS zuin Nachmittag vorder ohne itbr'ÖerbtnMitbfeit preis fir 1 mm hShe für anxeMenu ,34mm Breite orllidj 36 pi, ausioärts 30 Pi.: Mr Reklame- Anzeigen von 70 mm ©reite 90 W. ^et Ptay- eoricbrifi2Oe A'chcvlag. Hauptschriliierten lug. ®»er.. Seiantmorthd) 16r Politik: Aua. »oetz; tür ben übrigen *etk Dr. ReiiihotO Zenz: für den 91iqeigented: v- Beck. fSintltch in Gießen. Au» dem Reiche. Aus dem Steutrausschuft. icrlin, 20. Febr. (WTB.f Der Steuer« chu ß der Nationalversammlung beendete die Lesung des Reichseinkommensteuergesetzes. rzuheben ist die Annahme des Antrags Blunk ), wonach 8 19 dahin geändert wird, daß nur m Betrag von 1500 Mk (bisher 2rtgesetzt. n auch diese Besprechungen zu einer Bo guna führen, soll der Staaisvcnrag zwischen Reich und den Lätidern uiwerziigttch dem stabüret! und den Kabxnetten der beteiligten r vor gelegt merben und sodann mit größter eimigung an die Verfass'.ing gebem5en Körper- n gehen, damit der Uebctgang des Eigen-, und der Verwaltung der Eisenbahnen auf teich am 1. April dieses Jahres dtxrchgefLhrt n kann. I er l in, 20. Febr. (Wolff.) Die „Tägliche schau" will von ihrem Müncksener Berichter erfahren haben, daß die b a y er i s ch e Post JO M Mionen Mark und diewürttember- >e Post für 250 Millioxxen Mark an das Reich eht. In der Frage der sinanziellen Entschä- g für die Eisenbahnen tonnte bis jetzt noch Einigung erzielt werden. Nach dem „Berliner rnzeiger" soll der Kaufpreis für die bayerische. 620 Millionen Mark betragen. Noske über die Reichswehr. Icrlin, 20. Febr. (Wolff.) Laut „Vor- " erklärte Noske in einer Hamburger Verlang von Funttionären von Betriebsräten s-ozialdemokrattschen Partei, er werde am •ril zum ersten Male 15 000 bis 16 000 neue Leute in die Reichswehr einftdlen. Ta x die Parteigenossen dafür forgen, daö-nicht oieber Söhne von Gutsbefitzern unb Stenn? n kämen, sondern sie sollten auch ihre Söhne icken. Das Privileg der besitzenden Klassen ie Offiziers posten werde er ausrotten. Die Rrichsdtsoldungsrlft)rm. lerlin, 20. Febr. (Priv -Tel.) Wie die lische Zeitung" erfährt, sollen die Gesetze zur chsbesoldungsresorm schon im Lause nächsten Woche an den Reichsrat kommen Die rückungsftisten sollen gegen den bisherigen Zn- d wesenllich verkürzt werden Der prozeh Lrzberger-Helfferich. Berlin, 20. Febr. (Wolff.) Bei Beginn deS Prozesses Erzberger gab der ,Vor- sitzende eine Er kl ärung ab, worin für die Oesfentlichkett nochmals llargestellt wird, worum es sich eigentlich handelt. Dadurch, daß ter Angeklagte den Wahrheitsbeweis antrat, k>ehve sich das Verfahren äußerlich um, so daß es den Anschein habe, als wenn der ReichSfinnizminister der Angeklagte fei. Das sei bedingt durch di' Stvaf- prozeßvi^nung. Er, der Vorsitzende, l«ß den Wahrheitsbeweis in sehr weitem Umfange zu, bannt ieber den lende Mensch sehen könne, daß bad Gericht alles tat, um die volle Wahrheit zu ermitteln. Darius stellte Rechtsanwalt Alsberg eine groß? Reihe von Beweisanträgen, die sich aus ben Vonvurs der Un wahrhaftig kett des Nebenklägers blieben und zeigen sollen, daß der Nebenkläg.'r auch in die'er Verhandlung selbst unter Eid es mit der Wahrheit nicht genau genommen habe, unb zwar in Dingen, worin es cmsgeschiossen erscheinen müsse, daß der Nebenkläger lediglich aus Vergeßlichkeit unrichttge Angaben machte. U. a. stellte Erzberger in ben Fialen Richter, BergT, Thyssen, Wolft usw. die Sache anders bat, als nackcher bxe B< weiSaufnahkne ergab. Allerdings kannte ?r damals nicht das Beweis material, das oer Ange- flagte vorbringen würde. Auch oerschwtcg Erzberger, daß er als Rei chsftnanzm mifter her Firma Wolft 4 0 Mxllionen Mar k au8 Rnchsmitteln ju einem ungewöhnlich nicbripm Zinsfuß zur Verfügung stellte. Rechtsan.valt Alsberg beantragt, eine Reihe unter Zeugen zu Loben, u. a. Bethmann-Hollweg. Abg. von Richthofen kann über die Beteiligung Erzbergers an der Anhydat-Gesellschaft xrichts bekunden Ter Zeuge besitzt auch Anhvdat- Äfrkn unb ist Auftichlsrat der Kriegswo llbedarf- Gesellschaft. Kommerzienrat Rech berg, Aufsichtsratsvorsitzender der Anh?dat Gesellschaft, er* Härt, Erz berget an der Gesellschaft beteiligt zu haben, well ihm daran lag, einen einftußteichS' uw 14fnrf)e Bergrötzeru»»a, au verkaufen. 08217 zu verkaufe«. 08214 Fides. 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