Vcrs"chen Blfilid ^•Woriju ,eo jeder von hu Pehlen $/ci Ä/cfier s ‘Schift, str. 35//. SB dend weiß illos steifl /vascherei । * eiweiß str. 12, Tel 4®; it acht Tage rg gibt; „M. 23‘ tv - au|wifienf*-yr hr. In 2 Pat«-. ),iirabnste>r>.. Sllöreiaigtni i mit diamtnl«! Zahnarzt P. Bü1 Roll, BahnhvUi game (mir®. 2.- 105 WwL r-Mandolta i 3 I c-s 62 --- 170. Jahrgang 45 Pf.: für Reklame» Anzeigen von 70 mm Drelle 150 Pf. Bei Platz» Vorschrift 20 „ Aufschlag. Hauptfchriftkrter: Ang. Goetz. Deranlworllich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3"3i für den Anzeigenteil, tz. Deck, sämtlich in Gießen. Nr. 194 Der Siehener Anzeiaer erscheint täglich, anher Sonn» und Feiertags, üejugspretfe: Monatlich Mark 3.60 mrdMK.- 65Trägerlohn, vierleliährlichMack 10 80 und Mk.l 95Trägerlohn; durch die Post viertel- jährlich Mark 12.— aussch ließ'.ich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüffe: für die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. U686 Donnerstag, 19. August 1920 Annahme von Anzeigen für d.c Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts GiehenerAnMger General-Anzeiger für Gberheffen vrvck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Such- und Stemdruckerei K. Lange. Zchnftleitrmg, Sefchäftrsteüe und Druckerei: Schulstrahe 7. Wo liegt die Schuld an der Geldentwertung? Von Prof. Dr. H. Köppe, Marburg a. b. Lahn Währetw über bat Rückgang der Produktion immer stärker und mit vollem Recht geklagt nrirb, ist allein die Prvduktion der Rotenpoesie m un- erfreulicher Steigerung begriffen. 53,8 Milliarden Mark betrug am 15. Juli 1920 ber Notenumlauf gegen drei Milliarden bei Kriegsbegiun. In dieser durch den Umlauf von 13,3 Milliarden Mark Dartehnskassenscheinen auf über 67 Milliarden Mark gesteigerten ungeheuren Bermehning der papernen Jcchlungsmiftel, bei ber die ReiclMchen- scheine und das Papiernotgeld ber Städte und der Kleinstaaten noch nicht einmal einberechnet sind, erblicken die weitesten Kreise die Ursache ber Geld- enttocrtinig. Minister und Abgeordnete, Führer des politischen und bc5 Wirtschaftslebens erheben über- einsttmmend den Ruf nach Herabminderung des Papiergelbumlaufs. Ist die Grundanschauung, ber dieser Ruf entspringt, aber richtig? Ein Zweifel scheint kaum möglich, da Geldentwertung und Papiergelbvermehrung ihrer Entstellung und Entfaltung nach örtlich und zeitlich zusammenfallen. Und doch sollte schon ber „für den Verkehr unentbehrliche Bedarf" stutzig machen. Welche Menge an Zahlungsmitteln hat ber Verkehr denn notig? Doch sovrele, um bie Preise, soweit Barzal>lung erfolgt, bezahlen zu können, nicht mehr und nicht weniger.. Die Höhe ber Preise ist also bestimmend für den Bedarf an Zahlungsmitteln und damit für deren Menge — nicht aber umgekehrt bie Menge der vorhandenen Zahlungsmittel für die Löhe ber Preise. Angenommen, es würbe mit einem Male das Papiergeld auf die Hälfte feiner jetzigen Menge berminbert, womit sollten bie Zahlungen erfolgen, wenn die Preise nicht ebenfalls atempo auf bie Hälfte herabgesetzt würben? Solch- ruck- intb zwangsweise Herabsetzung aller Preise würbe aber, nachdem bie ganze Volkswirtschaft sich aus bie Kriegspreisc, wenn auch unter großen Schmer - >n und Verlusten, eingestellt hat, von katastrophalen Wirkungen begleitet sein Wer durch bie Geldentwertung Nutzen gehabt hat, würde Schaben leiden^ und umgekehrt. Alle, bie über Sachgütervorräte oder über produktive Verinögens- Lnlagen verfügen, also namentlich alle Unternehmer in Landwirtschaft, Industrie und Hculdel, deren Sachgüter und gütererzeugenbe Betriebs- anlagen im Grade ber allgemeinen Güterverknappung unb noch weit darüber hinaus im Preise gestiegen waren, würden durch dessen Sturz schwer leiden, bie Gütererzeugung baher ftodai, die Unternehmungslust schwinden, Arbeitslosigkeit um sich greifen, neue und noch erbittertere Lohn- kämpfe ausbrechen, weil bie Arbeiter und Angestellten sich ihre Löhne und Gchälter nicht gutwillig auf die Hälfte herabsetzen lassen würden, große Verluste an Kapitalwerten eintreten. Alle nicht in die Friedens zeit zurückreichenden, also in entwertetem Gelbe eingegangenen Schulden, müßten zum Schaden der Schuldner und Vorteil der Gläubiger fortan in Geld von doppeltem Wert verzinst und getilgt werten. Nur die Festbcsoltet.n, bis'ber die Stiefkinder ber Kriegszeit, würden besser gestellt. Alle Leiden dieser sechs Jahre sind solche, in welche die davon Betroffenen allmählich hinein gewachsen sind, so daß sie sich mit ihnen, wenn auch weit mehr schlecht als recht, schl ießlich irgendwie abfinben konnten. Die gewaltsame Kürzung ber Preise um bie Hälfte würde aber die davon Betroffenen jäh und mit ber Wucht eines schweren Schlages treffen, würde zertrümmern, was noch vorhanden und was in den bescheidenen Anfängen des Wiederaufbaues ist. Kann man nun aber die Preise nicht mit einem Ziffern in verkkhrsmäßige Erscheinung. Tre gelegenen Umsapsisfern erforderte^ aber entsprechend mehr Zahlungsmittel. Tie ^rche ist also ge-1 rabe umgekehrt vor sich gegangen, wie nach ber leider landläufigen Vorstellung. Diese Erkenntnis ist von grundlegender Wichtigkeit für die Frage nach den richtigen Mitteln zur Beseitigung der Geldentwertung. Denn eine Krankheit läßt sich nur heilen, iixnn man ihre Ursachen genau kennt, anderenfalls kuriert man an ihren Symptomen erfolglos herum. Die Pa- pierge!doermehcung ist aber ein unvermeidliches Symptom der GeÜ>entwertung, nicht ihre Ursache. Tie Entwertung finbet in rhr ihren natürlichen Ausdruck. Es muß also das Uebernrafr der Kaufkraft beseitigt werden, das in der Kriegs- und Revolutionswirtschast ins Kraut geschossen ist, barm mindert sich in gleichem Umfange der Bedarf und damit ber Bestand an Zahlungsmitteln von selbst. Von feiten des Geldes aus könnte das wirkungsvoll mir geschehen durch Steuern, deren Erträge nicht wieder ausgegeben, sondern zur Sclullden- tilgung verwendet weiden. Nun ist bie Steuerlast aber schon überveichlich groß. Daher bleibt nur der Weg von der anderen, der Güterserte her. Es muß also bie Güterknappheit in ein reichliches Angebot von Gütern durch Steigerung ber Erzeugung umgewan- belt ioerben. Dann hört das Mißverhältnis zwicken Angebot und Nachfrage auf den Gütermärkten auf unb damit die Ursache ber Geldentwertung. Nur Steigerung ber produk- riven Arbeit kann uns — kann namentlich auch die lohnarbeitenden Klassen — von den katastrophalen Wirkungen der bisher noch immer wachsenden Geldentwertung erlösen. Wird sie begleitet von einem durch Verständigung zwischen den Erzeugern und Verbrauchern herbeigesührten, im Interesse ber Rückkehr zu normalen Wirtschafts- Verhältnissen zu begrüßendem allmählichen Abbau der Preise, bamt wird, durch bie alsdann von zwei Seiten' her sich vollziehende Verminderung der Umsatzzlftern die Nachfrage nach Zahlungsmitteln geringer werden unb bann äud) deren Verminderung von selbst eintreten. Sie ist dann möglich und ungefährlich geworden. Man glaube aber nicht, daß sie das Ziel einer vernünftrgen Wirtschaftspolitik sein müsse. Die Kvanlheitssymp- tome verschwinden von selbst mit dem Aufhöven ber KiwrN-eitsmsiache. Wenn Personen in führenden Stellungen die Sache gerade umgekehrt ansehen, so ist das nicht ein Beweis für die Rrch- tigleit .ihrer Anschauung, sondern für bte Not- tvenbigieit besserer Erkenntnis volkswrrtschaftlrcher Grundzusammenhänge in allen Kreisen unseres Volkes, oer Mwenden tote ber geführten. Die Ereigniise in Gberschiesien. Berlin, 18. Ang. (Wolff.) Wie aus Kat- towitz von zuverlässiger Seite gemeldet wird, beruht die Mitteilung über die Entwaff- nung der dortigen Siche rheitspolizei auf einem Irrtum. Vielmehr wird daraus verwiesen, daß das Verhalten dec Truppen in jeder Hinsicht einwandfrei und korrekt war. Berlin, 18. Aug. (Wolff.) Wie wir von zuverlässiger Quelle erfahren, steht die deutsche Regierung seit mehreren Tagen mit ber interalliierten Kommission in Oppeln in Verhandlung über bk Wahrung ber Neutralität im oberschlesischen Abstimmungsgebiet. Tie interalliierte stommissivn versichert, baß sie etwa die Grenze überschreitende Truppen ber kriegführenden Mächte entwaffnen und internieren werde und daß sie auch jede Unterstützung der kriegführenden Mächte aus dem Abstimmungsgebiet heraus ober durch das Abstimmungsgebiet hindurch, wie zum Beispiel durch die Zufuhr von Munition, Rekrutierung usw. verhindern würde. Beuthen, 18. Aug. (Wolff.) Die interalliierte Kommission für Oberschlesien erließ folgende Bekanntmachung: Von verschiedenen Seiten hat man das Gerücht zu verbreiten gesucht, baß die interalliierte Regierungskommisfion an Polen während der jetzigen schwierigen Sage Waffenhilse zu leisten beabsichtigen. Man hat sogar behauptet, daß Truppenbewegungen zu diesem Zwecke begonnen toorben seien. Das ist durchaus falsch. Diesen Tendenz gerückten zufolge sind große Protestversammlungen einberufen worden, gegen eine Handlung, die die Kommission nie unternommen hat und nicht einmal zu unternehmen beabsichtigt. Damit kann nur eine. Störung des amtlichen Dienstes und eine Verwirrung des öffentlichen Lebens und Rechtes erzielt werden. Eine solche Agitation führt zu nichts. Sie kann nur der Hetzerei derjenigen, die die allgemeine Ruhe stören wollen, ohne sich um die Wohlfahrt des Lebens zu fümment, dienen. Eine Darstellung der interalliierten Kommission. Kattow itz, 18. Aug. (WTB.) Vmr der interalliierten Regierunqs unb Plebiszit kornmission in Oweln toirb über die gestrigen Vorgänge folgende Darstellung gegeben: Ten Anlaß zum Vorgehen der K_av a l - i e ri e lot die V erwundun g zweier Jäger urch die Menge. Die Menge stürzte sich auf die Jäger und mißhandelte sie, iveshalb sich die Kavallerie 5um Ähutze des Lebens ber beiden Jäger in Vormarsch setzte. Ter Sichefheftspolidei war es Gen ältst reiche allesamt beträchtlich herabsetzen, so ist eine plötzliche starke Papiergeldverminderung völlig wirkungslos. Tenn wir haben, von dem «hamsterten Papiergeld abgesehen, immer unge- 'ähr soviel Papiergeld in Umlauf, wie Der Verkehr bedarf, und soviel bei den Banken liegen, wie diese «fahrungsgemäß als Handkasse und als Rein« für plöäiche Fälle, also zur Aufvechterhal- kwig ihrer Liquidität brauchen. " Ein Zuwachs darüber hinaus würde als Einlagen den Banken und Sparkassen zuflleßen, ein Mangel Dagegen durch Nolbehck.se (Fabrikgeld), Briefmarken u. a. NotMckd^ auSgeglidien Ivetten. Wir leiden also gar nicht an einem Zuviel von Papiergeld, sondern an einem anderen Zuviel, das von sich aus einen ständig wachsenden Bedarf an Papiergeld erzeugt. Dieses nähre Zuviel ist die Kaufkraft, die, durch die großen Gewinne und hohen Löhne der Kriegs- und ber Revolutionszeit, durch döchslpreisiib erschreitungen, Wucher unb Schieber- bvofite maßlos aufgedunsen, sich nicht auswirken kann, n>eil ihr — gegen bie Friedens zeit — nur sthr geringe Gütervorräte gegenübersteheu. Dieses Aißverhällnis findet feinen naturgemäßen Ausdruck im S)erabiinf?n des Geldwertes, in der Ent Artung der Friedensmark zur Mark von 1920. Jstst Entwertung ist also die unvermeidliche Folge des Sinkens der Gütererz eugrmg einerseits und der gewaltigen, im letzten Grunde auf die Kriegs smanzwirtschaft zurückgehertden Geldrermehrrmg andererseits. Aus dem Zusammentreffen dieser beiden entgegengesetzten Bewegungen müßte sie entstehen wie ein Natur vor gang beim Eintritt ber für ihn bestimmenden Voraussetzungen. Macht man sich diese Entstehungsursache Der 0>eibentnxrtung klar, so erscheint der Glaube, daß fic aus der Vermehrung der Zahlungsmittel her sei, wie ein Aberglaube. Nicht weil totnet vaprerne Zahlungsmittel ausgegeben wur Den, entwertete sich bas Geld, sondern weil es ITtn entwertete, mußten mehr Zahlungsmittel ans- I wäre um ein Haar von Prrben werden. Tas Sinken des Geldwertes trat " k ur\ .er Form von entsprechend höheren Umsatz- inzwi scheu gelungen, die beiDen Jäger zurück; u- b ringen, von Denen einer einen Kopfschuß auf» loeist. Ter Rittmeister Lallune, der ebenfalls 1 Den bedrängten Jägern zu Hilfe kommen wollte, I wäre um ein £*tar von der wütenden Menge gelyncht worden. Nur der Umstund, daß einige Per- [ soncn, bie ihn toti£n, der Menge yirebeten. rettete ihm das Leben. Eine große nchar war inzwischen in die Scdanstvaße cingebrungen unb1 versuchte, in die Friedrichsmäße riirzubringen. Zugleich Drängten auch die Ätaffen aus bet Friedrich Uraße vorwärts und drückten die Soldaten und bie Sicherheitswehr immer ntehr an das Daus ber inneralliierten Konrnrissivn. Plötzlich fiel aus einem üxnife schr-ig gegenüber der Kommission ein Schuß und durchbohrte die Fenster. Drrz daran> wurde eine Sxrnbgranate aus derselben Richtung geworfen, Die schweren Schaden unter Den Demon ftrarrten angercd)tet haben dürfte. Darauflsin euertc der Posten vor dem interalliierten Okbäube aus eigener Initiative einige Schüsse ab. Es ent land zwar eine kleine Panik, doch kehrte die Menge bald wieder vor bas Haus ber öwmmission zurück, lieber Den Tod des Sanitätsrats Tr. Mileckr wäre zu berichten, daß dieser in Gegenwart des Majors drei Verwundete verband. Büi dieser sani-> tären Tätigkeit tourbe er von Der fanatisierten Menge angefallen und schwer misstxrndelt. Die Fußbodenbretter des ÜtanBentoagcns wurden aus Dem Wagen herausgerissen unb Milecki damit er cklagen. In später Nachtstunde staute sich eine riesige Menschenmenge erneut vor dem £>aufc der Kommission. Inzwischen tarn • bie Nackwicht, daß Der Posten am Bahnhof (20 Mann) heftig angegriffen wurde und bereits einen Toten unb einen Verwundeten habe. Daraufhin ging eine Kompagnie zur Hilfeleistung nach Dem Bahnhof ab. Sie tourbe aber auf dem Wege dorthin von einem wahren Trommelfeuer von Handgranaten unb Gewehrschüssen überschüttet. Erst mit dem Ado r gen - grauen nahm Die Schießerei ein Ende. Auf Seiten Der alliierten Truppen sind an Verwundeten zu verzeichnen zwei Lote und ein schwerverletzter Soldat sowie 10 leichter Verwundete. Kattowitz, 18. Aug. (Wolff.) 10 Uhr vormittags. Tie Sage ist ruhig, doch sehr gekannt. Hauptmann Leist, Adjutant der ersten Abteilung Der Sicherheitswehr, ist bei dem Versuch, die Menge am Bahnhofe zu beruhigen, durch (Herzschuß getötet worden. Bisher war es unmöglich, die Zahl der Opfer einwandfrei festzu- slellen, da die Toten unb Verwundeten zumeist in ihre Privatwo hnungen geschafft wurden. Reue Kämpfe in Kattowitz. ist den Polen bekannt. Daher hat schon am 15. August ber „Bzionnik Berlinski" niilge^ teilt, daß bie Deutschen für bie allernächste Zeit bic Veröffentlichung einer neuen Reihe authentischer Akten einer polnischen tzeercs- organisation vorbereiteten. Das jetzt zur Kenntnis oer deutschen Behörden gelangte Material deckt bic gesamte großpolnischc Ver- scsstvörung bis in die kleinsten Einzelheiten auf unb hat die Namen aller führenden Verschwörer und die Stärke und Art ihrer Bewaffnung verraten. Die Kriegslage im Osten. Königsberg i. Pr., 18. Aug. (WTB.) Die Eisenbahnlinie Deutsch-Eylau-Thorn ist überschritten. Bolschewistisch,.' Truppen erreichten Lessen unb Rehden. Südlich Bischofswerder ist russisck-e Kavallerie auf getreten. Graudenz wird mit $)ilfe der Zivilbevölkerung be schleunigt armiert. Der Bahnhof Wlzla- wek liegt unter russischem Artilleriefeuer. Südwestlich Eiechanow ist ein Entlastungsslvß des polnischen Nordflügels zum Stehen gebracht worben. Eie cha now ist in Den tzänden der Bolschewisten. An der Nordostrront von Modlin und der Ostfront von Warschau halten die starken bolschew'Aschen Angriffe an. Ter Gegenstoß des polnischen Zentrums aus der Linie Warschau—Jnwangorod und oer Flankenstoß nördlich des Oberlaufes der Wieprz gewinnen an Boden. Kämpfe bei Nowo-Minsk, nördlich jwn Zelkechay und bei Luknotv. An der Südftont örtliche Kampfhandlungen. Die Schlacht vo» Warschau. London, 18. Aug. (WB.) Lxrvas. Tie Schlachtvon Warschau scheint sich »u Gun- sten ber Polen zu entwickeln, die das Fort Nowo-Minsk genommen haben. Ei» polnischer Heeresbericht. Warschau, 19. Aug. (WTB.) Nachdem man die bolschewistischen Truppen an den mittleren Teilen Der Kampffront bis an die äußeren Zeitung" meldet, veröffentlicht bie „Oberfchl. Volkszeitung" Dokumente, die das Bestehen einer großangelegten polnischen militärischen Geheimorganisation in Forts von Warschau berantommen ließ, machten die Polen auf den beiden Flügeln Gegcn- angriffe. Der eine gxSyt toon Lublin aud m der Richtung auf Bvest-Litowsk und steht unter dem Kommando des Generalstabschefs. Der andere geht von Nowo Gcorgiewsk aus den Norew auf- wärts. Andere polnische Truppen entwickeln sich an der Bahnlinie Warschau-Danzig tn ber Richtung! auf Mlawa. Den Truppen bes Marschalls Pil- sudski gelang es, fast auf der ganzen limie Lwtepr unb Narew die Bolschewisten 60 "Kilometer m ber Richtung Brest-Litowsk zurückzuwerfen. Die Operationen erreichten eine vollständige Säuberung des Narewufers unb die Wiedereinnahme der Stadl Sorirk am Zusammenfluß von Bug und Narew. Damit ist die natürliche Verbindung nach Warschau wieder hergestellt. Gegendarstellungen von HavaS. Paris, 18. August. (WTB.) Die aus' Posen kommenden Nachrichten über die Lage Polens sind beruhigender. Die zur Ent- lastung der Stadt Graudenz unternommene Gegenoffensive ist geglückt. Die Verbindung mit Danzig ist nicht mehr bedroht und die Züge können wieder b i s Strasburg fahren. (?) Die aus Thorn eingetroffenen polnischen Truppen haben gegen Ostedt hin weitere Fortschritte gemacht. Beutb-en, 18 Aug. (WTB.) "«Nach emer Meldung Der Ostdeutschen Morgenpost" ans Kattowitz ist die ungeheure Spannung heute nachmittag abermals zur Entladung gekommen. Gegen 6 Uhr nachmittags hatten sich vor Dem Hotel Deutscher Hof, dem Sitz des polnischen Plebisztt- kommissariats, eine ungeheure Menschenmenge angesammelt, die dort ein großes Waffenlager vermutete und dessen Auslieferung forderte. Ms ein Auto mit Sicherheitspolizei erschien, das die Menge zerstreute, wurde plötzlich aus dem Hause bas Feuer eröffnet. Die Straße war sofort leer. Ieber Passant war bedroht. Einige junge Leute mit Gewehren und Handgranaten erschienen unb es entwickelte sich ein regelrechtes Feuergefecht. Gegen 8 Uhr brach in ben unteren Räumen Feuer aus. Gegen 9 Uhr ergab sich bie Besatzung. Die Sicher- beiteMijr unb bie Feuerwehr gingen an bie Löschung bes Feuers unb bie Festnahme der Besatzung. 17 Personen wurden fefeenommen. Die Akten liegen auf der Straße. Tie Stadt ist jetzt -ruhig. Die gesamte Bevölkerung ist trotz des Belagerungszustandes auf der Straße. D ie Besä tzungs t ruppen werden in ben Kasernen gehalten. Seit 9 Uhr ist bie Verbindung mit Kattowitz unterbrochen. Korfantys Hetze in Oberschlefien. Beuthen, 18. Aug. (WTB.) Der Leiter der polnischen Agitation in Obersch l e s i e n, Korfanth, verbreitet einen Aufruf, worin von einer deutsch-bolschewistischen Verschwörung und einer militärischen Geheimorganisation die Rebe ist. Diese Organisation betreibe in Verbindung mit Den politischen Parteien Oberschlesiens Sabotage gegen die Besatzungstruppen. Die polnische Bevölkerung Oberschlesiens wird aufgerufen, sich bereit zu halten, um die interalliierten. Truppen zu unterstützen. Am Schlüsse des Korfantyschen Aufrufes heißt es: Wir sind die Sherren des Landes. Es wäre eine Schande, |id) von einer Handvoll zugelaufener Fremdlinge terrorisieren zu lassen. Seid besonnen unb ruhig, zum Kampfe bereit! Anmerkung des WTB.: In den Aufruf werden Einzelheiten über bie angebliche Geherm- organisation mitgeteilt Sie soll ihren Sitz in der Königin-Augusta Straße 38 haben. Auch werden die Namen der nchrenden Militärs genannt. Kor- fantn hat in seinem Eifer, eine deutsche Verschwörung zu entdecken, unterlassen, sich über bie Tatsache zu unterrichten. Die von ihm angegebenen Namen treffen völlig zu. Es iinb bie Namen einer Abteilung des Reichswehrministeriums unb zwar ber amtlichen Verbindungsstelle zu ber Ententemission. Die Verbindungsstelle hat ihren Ach unter ber von Korf an tp mitget eilten Adresse, nämlich im . Reichswehrministerium selbst unb nimmt die ihr übertragenen Geschäfte auf legitimen amtlichen Wege wahr. * Eine polnische Geheimorganisation in Oberschlesien. Berlin, 18. Aug. Wie die „Vossische Die wafsenftillstandsverhandlungen. London, 18. Aug. (WB.) Havas. Nach in London eingegangenen offiziellen Nachrichten aus Moskau begann bie russis ch-polnische Waffen still st anbs-Kommission am Dienstag nachmittag um 7 Uhr zu beraten und vertagte sich kurz darauf auf Mittwoch London, 18. Aug. (WB.) Havas. Eine offizielle Moskauer Tepesch über die russisch-polnisch Waffenstillstandskonferenz besagt, daß nach dem Austausck der Vollmachten derVorsitzendo ber russischen Delegation, Tani- s chewski, eine Rebe hielt, in der er bte russische Friedenspolitik bestätigte, insbesondere bie Absicht Sowjetmßlanbs bie Souveränität unb Unabhängigkeit Polens unb sein R e ch t au s Se l b st- beftimmung seiner Regierungsform zu achten. Gleichzeitig erklärte et, baß Rußland Polen größere territoriale Vorteile bieten würde als die Entente. London, 18. Aug. (WM.) Ter Korrespondent des „Daily Herold" in Minsk telegraphiert seinem Blatte: Dani sch kewtkffch, der Vorsitzende der russischen Friekmsdetegatton, erklärte: Sämtliche Zusammenkünfte ber Frte- denskonferenz werden öffentlich statt- Rnben. Wir beabsichtigen nicht, eine Politik des Gehei m haltens und des Zwanges, die in Versailles befolgt wurde, nachzuahmen. Wir werden auf- merffam auf alle polnischen Argumente höv-n, unb wenn wir auch hoffen, daß "Die bereits veröffentlichten Bedingungen Einnahme fmden werden, so beabsichtigen wir doch, ehrlich gememte Annäherungsvorschläge nicht abzulehnen. Mutz- land wünscht aufrichtig den Frieden sein Bestes tun, um etn Mitzlmgen ter hntrar» zu vermeiden. Ter allgemeine GEidiatz bet rusn- schen Politik ist die vollständige A^srnrarg von Pt>lbns SouveräWtät und Unabbangtgtert Öberschlesien unzweifelhaft be-k weifen. Daß den amtlichen deutschen Stellen diese Dokumente in bie Hände glatten sind,» abzugspflichtige Teil des Arbeitslohnes, auf) "Fcn [et. rA™ j Vergiftung in der Familie Bühl hat nun bÄlm a“d’ das letzte Opfer, Pen Ehemann Bühl, nt- straft der Israeli- gefordert. ft i gurkt zu liefern. ort. . Mit Recht hafi vergehen Ein weiteres Opfer der Pilzvergiftung. fd. O ff en b ach a. M., 18. Aug. Die Pilz Vie vewirtschastrmg der £tbtn$mM Versuchter Preisabbau. fd. Frankfurt a .M., 18. Aug. Im werkschaftshaus tagten heute vormittag erneut me G«rerkscl)aften zusammen mit den Vertreter* der Landwirtschaft und der Regierung, um emen Preisabbau für die wichtigsten Lebensmittel herbei zuführen. Es waren u .a. vertreten die Reg^ rung in Kassel, die hessische Regierung!, Me ^taot Frankfurt a. M., die hessische Bauernschaft, du landwirtschaftlichen Organisationen von Friedberg, Darmstadt, Wiesbaden und der Reformbund der Gutshöfe. Die Vertreter der Landwirtschaft boten an, den Kartoffelpreis auf 25 Mk. ftstzusetzen und es den Landwirten zu überlassen, unter Dreien Preis herunterzugehen. Trotz der ausgedehnten Debatte konnte kerne Einigung erzielt werden, de die Gewerkschaften den Preis von 2j Mk. zu hoch solchen. Man einigte sich schließlich dohrn, gemerw same Kommissionen zu bilden, zu denen auch du Regierung ihre Vertreter entschickt, um weiten Mittel und Wege zu einem Abbau der Preise z« finden. Billigere Kartoffeln. fd. Aus dem Westerwald, 18. Aug. Tn Landwirte aus dem Kreise Altenkirchen haben obwohl der Höchstpreis für Kartoffeln auf 25 Landkreis Gießen. i. Ettingshausen, 18. Aug. Die bv* figen Versorgungsberechttgien t/ab-en Bet b. in Kreis- amt Gieren nach gesucht, ihnen den Aukaus der Brotgetreides bei den hiesigen Landwirten zu gc- Üütten. Sie hoffen auf ivenehmigung ihres Gesuches, besonders wenn die Verforgungsbevechtig- len der anderen Kreis gemeinde das gleiche An- futten stellen Empfehlenswert dürfte auch eine Organisation der Dersorgungsberechtigten auf dem Lande sein. Starkenburg und Rheinhessen. Kreis Wetzlar. ra. Atz ba ch, 17. Aug. Ter Obst- und Gartenbauverein des Kreises Wetzlar plant in Anbettacht der reichen Obsternte für die ersten Oktobertage zu Atzbach eine Obst- und Gem ü s e a us st e l - l u n g. Die erste Ausstellung des Vereins fand im Jahre 1899 in Wetzlar statt, (£" folgten die Ausstellungen in Groß-Rechtenbach, Aßlar, Braunfels, Dutenhofen und Wetzlar. Die zu erwartende gute Apfelernte, die günstige Lage Atzbachs, lassen erhoffen, daß nach der langen Kriegszeit gerade die diesjährige Ausstellung ein schönes Bild bet im Obst- und Gemüsebau gemachten Fortschritte bieten wird. Auch dem Blumenfreund ist Gelegenheit geboten, seine Topfgewächse zur Schau zu stellen, da jeder Kreisbenwhner ausstellen kann. Hessen-Nassau. Grotzftuer. fd. Oberhöchftadt, 18. Aug. Wahrscheinlich infolge Brandstiftung wurde in der Nacht zum Montag die mit Erntevorrätcv dicht gefüllte Scheune des Landwirts Phil. Keil vollständig eingeäschert. * fd. Frankfurt a. M., 18. Aug. In bet Bockenheimer G asfab rik entstand heute nacht ein Brand, der das Laboratorium schwer beschädigte. Die Feuerwache hatte mehrere Stunden mit der Bekämpfung des Brandes zu tun. tnc. Frankfurt a.M., 18.Aug. Wie seit vielen hundert Jahren sollte am heutigen Tage die Herbstmesse vom Dom eingeläutet werden. Dieser seit Menschenget- denken geübte Brauch mußte dieses Mal ausfallen, da das Läutepersonal streikt. Frankfurt, 17. Aug. Im Einvernehmen mit dem Fachausschuß für städtisches Fürsorgewesen des deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge veranstaltet, das Wohlfahrtsamt zu Frankfurt a. M. vom 19. bis 23. September einen Lehrgang über städtische Wohlfahrtsämter für Leiter, Beamte und ehrenamtliche Organe der Wohlfahrtspflege. Zur Erörterung gelangen Fragen, die bei der Einrichtung von Wohlfahrtsämtern 'Schwierigkeiten bereiten (Aufbau der Aemter, Zusammenarbeit mit der privaten Fürsorge, Abgrenzung von anderen Aemtern, Ausbau des Unterstützungs- Wesens, Heranziehung und Ausbildung von Beamten und freiwilligen Helfern). Referenten sind Oberbürgermeister Dr. Luppe-Nürnberg, die Bürgermeister Pick-Stettin und Gräf-Frankfurt, Stadtrat Heimerich-Nürn- berg, Beig. Krautwig-Köln, Frau Stadtrat Meta Quarck, Professor Klumker, Dr. Pollig- keit, Amtsgerichtsrat Dr. Levi, Dr. Hans Maier in Frankfurt. 0 Marburg, 18. Aug. Nachdem die Bauarbeiter und Malergehilfen seit heute die Arbeit wieder ausgenommen haben, sind nunmehr heute früh die Holzarbeiter plötzlich in den Ausstand getreten, weil ihnen die vom Schlichtungsausschuß zugebilligten Lohnnachzahlungen verweigert wurden. fl Marburg, 17. Ang. In der städtischen Festhalle sand heute nachmittag wegen der Nichtanerkennung der Tarifverträge ttotz der Entscheidungen des Schlichtungsauchchusses und des De- mvbilisationskommisfars eine Massenversammlung der Mitglieder sämtlicher Gcwerk- schaften statt. Ansprachen hielten die Gewerkschaftssekretäre Zimmermann, HüttmMrn und ScUeicher aus Frankfurt a. M. Sie waren in der Lage, mitznteilen, daß in letzter Stunde sowohl im Maurer- als auck im Zimmerer- und Änsfreicher- gewerbe eine Einigung erzielt und die Tarrs- verttäge unter Na Zahlung der bisherigen Tif- ferenzen anerkannt worden seien. Von der städt. Festhalle aus zogen die Teilnehmer in geschlossenem Zug enach dem Marktplatz, tvo Herr Schleicher nochmals eine Ansprache hielt, die mit einem . Hoch auf die Gewerkschaften endete. Ter Vorsitzende : des Marburger Gewerkschaftskartelks forderte beim die Teilnehmer auf, rUhig nach Hause zu gehen, dem auch Folge geleistet wurde. Eine zu gleicher Zeit anberaumte Sitzung der Stadtverordneten erfuhr keinerlei Störung. T-er Bauarbeiterausstaili dürste von morgen ab beendet fein. **TieBeisetznNgdes verstör denen Geh. Kommerzienrates Dr. rer. pol. h. c. Siegmund K eichelhe i m fand gestern morgen 11 Uhr auf dem neuen Friedhof unter außerordentlich großer Beteiligung aus allen Bevölkc- rungskreisen statt. Unter anderem gab auch der Kriegerverern dem Verstorbenen das letzte Geleite. Rabbiner Dr. Sander zeigte, von dem Bibel- wvtt ausgehend: „Wisset, daß ein Fürst und ein Großer heute in Israel gefallen ist", wie der Verblichene dem Fürsten glich, dem die Mitbürger unbegrenztes, Bertramm entgegenbrachten, indem selbst der Mißtrauischste ihm sein mühsam erworbenes Gut anvertraut-, wir man seine Sachkenntnis und Unparteilichkeit in der Bevölkerung anerkannt und ihn zur Mitarbeit in allen öffentlichen Aemtern berief: weil man seinen, unbeugsamen Gerechtigkeitssinn und seine Unparteilichkeit würdiger ' • - richtet. Beschlüsse der französischen Sozialisten. P a r i s, 18. Aug. (TN.) Zur Forderung der Sozialisten, die Kammer einzuberufen, wird berichtet, daß die Fraktion einstimmig beschloß, sofort -eine Interpellation über oie Ausweisung der englischen Delegierten ein- zubringen, sowie eine Interpellation über oie ungesetzliche Haltung oer Regierung gegenüber der russischen Revolution. Im Verfolg dieser Interpellation wird die sozialistische Kammer- fraktion verlangen, daß die M inister Cle - menceau und Millerand in Anklage- zustand .versetzt werden. Die Neutralität Amerikas. P a r i s, 18. Aug. (Wolff.) Nach einer Havas- meldung aus Washington weigert sich die amerikanische Regierung, den für Po- len bestimmten Anteil an dem bewilligten Kretz i t von 250 Millionen Dollars auszuzahlen, weil die Bereinigten Staaten sich nicht mit Sowjetrußland im Krieg befinden und infolgedessen auch nicht in der Lage seien, Polen in tiefem Augenblick einen Kredit zu bewilligen. Eine Einladung zur internationalen Finanzkonferenz. Amsterdam, 18. Aug. (Wolff.) Wie aus London gemeldet wird, hat der Generalsekretär des Völkerbundes der deutschen Regierung eine Einladung zur i n t e r - nationalenFriedenskonferenzfür den 24. September in Brüssel zugestellt. Die deutsche Regierung wird darin ersucht, drei Delegierte zu ernennen. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Konferenz nicht ermächtigt ist, irgendeine Frage, die sich auf die Wiedergutmachung, die Deutschland im Versailler Vertrage übernommen hat, oder irgendeine andere Frage, die im Augenblicke des Zusammentrittes der Konferenz den Gegenstand von Besprechungen zwischen Deutschland und den Alliierten bilden sollte, zu behandeln. Ans dem Retche. Erleichterungen im Steuerabzug Berlin, 18. Aug. (WTB.) Das Reichs- rm. Darmstadt, 18. Aug. In einem offenen Brief an die Redaktionen teilt der durch das Urteil des französischen Kriegsgerichts wegen versuchter Spionage im besetzten Gebiet zu 20 Jahren Gv- ängnis und 20 Jahre Aufenthaltsverbot verurteilte Abgeordnete des Landtags Loos mit, daß ihm erst durch die Blätter bekannt wurde, daß man gegen ihn verhandle. Er weist zum Schlüsse das Urteil, wie überhaupt die Berechtigung des französischen Kriegsgerichts, über ihn zu Gericht zu sitzen, mit Entrüstung zurück. Mark, nicht aber den Betrag von 30000 Mk., so sind bis auf weiteres von dem Tetl des Arbeitslohnes, der, auf das Jahr umgerechnet, den Betrag von 15 000 Mk. nicht übersteigt, 10 Proz., vom übrigen Teil des Arbeitslohnes 15 Prozent einzubehalten. An zweiter Stelle wird angeführt: Vom Abzug bleiben bis auf weiteres frei: Besondere Entlohnungen für Arbeiten, die über die für den Betrieb regelmäßige Arbeitzeit hinaus geleistet wurden. A(s regelmäßige Arbeitszeit gilt die Arbeitswoche zu sechs Arbeitstagen, der Arbeitsmonat zu 25 Arbeitstagen, das Arbeitsjahr zu 300 Arbeitstagen. n wußte, durste er auch richterliche Wie ein Fürstbabe er Wissenschaft, er Barmherzig^!t und die Stätten Der Schiffsverkehr mit Amerika. Bremen, 18., Aug. (WB.) Ter amerikanische Dampfer „S u s g u e h a n n a" lief unter bet Reedereiflagge der in Newyork jüngst gegründeten „United ©tiuatc? Mail StoamÄhip Company" heute in Bremerhaven ein. TerTampftr wird nack Danzig weitergehen und auf der Heimreise die Weser anlaufen. Tas Anlaufen des Dampfers bedeutet die Wiederaufnahme des regelmäßigen Passagier- und Frachtdampserdienstes zwischen den Vereinigten Staaten und der Weser uno damit die Eröffnung der Aussicht, daß Bremen seinen einst führenden Platz im transatlantischen Personen- und insbesondere Auswanderer verkehr im friedlichen Wettbewerb wieder wird erringen können. „Susque Hanna" der frühere Dampfer „Rhein" des Norddeutschen Lloyd 'batte 170 Passagiere und 730 Säcke Post für Bremen an Boro. Bremen, 18. Aug. (2B93J Heute trat zum ersten Male die vom Lloyd-Flugdienst und der SablatnigMugzeugbaugesellschaft m. b. H. geschaffene Luftpost zwischen Bremen und Berlin in Tätigkeit. Ein berejtstehendes Flugzeug überna'hm die für Berlin bestimmte eilige Post vom amerikanischen Dampfer „Susgnehanna" und trat kaum eine halbe Stunde nach Ankunft des Dampfers aut "der Bremerhavener Reede mit den Postsääcn und mehreren Posten der von Newyork herüber gekommenen Schifsspassagieren den Flug nach der Reichshauptstadt an, wo es etwa drei Stunden später ankam. Lloyd Georges Reise nach Luzern. London, 18. Aug. (Wolff.) Lloyd George ist heute morgen nach Luzern abgereist. Paris, 18. Aug. (WTB.) Lloyd George passierte heute mittag Voulogne. Er setzte von dort nach kurzem Aufenthalt mit feinem Gefolge, bestehend aus 20 Personen, im Extnmug die Reise nach Luzern fort. In Chantilly bestieg der e n g l i sch e B o t schaf te r in P a r i s. Loch Derby, den Zug, um eine kurze Strecke mit Llioyd George zu fahren. Während der Reise 'fyat der englische Botschafter den Miinsterpraftd-enten über seine Verhandlungen mit PalÄ-logue unter- Arrs Hessen. Bewaffnung der hessifthen Forstfchutzbemnten. rm. Darm stadt, 19. Aug. Zu der Zeitungsmeldung aus Leipzig, wonach der Betriebsrat auf der Verladestation Wahren 7 Kisten nach Hessen bestimmter Waffen aufgefunden hat, die angeblich für die Orgesch-Organisativn bestimmt seien, erklärt die Hess. Forstabteilung des Finanz- mmisteriums, daß durch die außerordentliche Zunahme der Forstdiebstähle und der Wilddiebereien in Hessen die außerordentliche Bewaffnung der hessischen Fvrstschutzbeamttn und Hilfspersonen erforderlich geworden sei. Die Waffen wurden daher schon im September vorigen Jahres an maßgebender Stelle in Berlin beantragt, und zwar nur in der für die Sicherheit des Personals erforderlichen Zahl. Auf wiederholte Anfrage wurde im Februar dieses Jahres das Ginzel lager in Jüterbog mit der Belieferung beauftragt. Eine Verwendung der Waffen für Orgesch- Organisationen ist ausgeschlossen. Ein Aufruf Tschitscherin«. Moskau, 19. Slug. In der. Kundgebung Tschitscherins heißt cs: Tre interalliierten Pläne auf Sowjetrußtond ftild ubev^l ergebni^ los zusammen gebrochen. Die englischen Arbeiter haben beschlossen, nicht nur einen Kneg zu verhindern, sondern die Aufhebung der Blockade uno die Anerkennung der Sowjettegiermig zu erreichen und die bayrischen Eyenbrhnm haben beschlossen, keinerlei Ausrüstung für Wen durch- tzulassen. Die Tschechoslowaken, Sudslaven, Oesterreich und sogar Amerilla lehnen eine Hilfe für Polen ab. Italien hat sich in Bezug auf die russische Frage von Frankreich und England losgelöst/ Rumänien beabsichtigt nicht gegen uns Krieg zu führen. Trotzdem konzentriert die Entente Truppen für Polen aui den nach Galizien führenden Bahnstrecken. Solange, Genossen, seid mehr wie vor ans'der Hut! .Ter 3Ä>lksuommissar für auswärtige Angelegenheiten : Tschits cherin. Weiter wird der Behauptung entgegengetreten, daß die Rote Armee selbständig arbeite. Das schnelle Vorgehen der russischen Armee erfolge nach einem genau festgelegten Plan. Grausamkeiten Trotzkis? Paris, 18. Aug. (WB.) Die in Paris erscheinenden „Russischen Neuesten Nachrichten" veröffentlichen ein T e k r e t T r v tz ki s, das die H i n- ricbtung des Führers der dritten Armee wegen einer an der südlichen Front erlittenen Niederlage anortznet. Es seien füsiliert worden: General Swictschnikow, der politische Kommissar Markow, der Intendant Kulkow und der Direktor des Propagantzadienstes Swastianow. Für die Richttgkeit dieser Nachricht muß den „Russischen Neuesten YLachrichben" die Verantwortung überlassen werden. ** Der O b st - und Gartenbauverein lädt zum Besuche seiner Kleingärten über der Lahn seine Mitglieder und alle Freunde des Obst- und Gartenbaues auf Sonntag, 22. August, vorm. V-9 Uhr, ein. S. Anzeigenteil. ** Im Lichtspielhaus, Bcchnhofstraße, wird von morgen ab der große Film „Tas Buch Esther" gegeben, der sich in seiner geschichtlichen Darstellung genau an die Vorgänge der biblischen Erzählung anschließt. Ter Film nimmt dabei Gelegenheit, den Glanz und die Pracht des alten Babylon vor Augen zu führen. Wir werden aus den interessanten Versuch nochmals zurückkommen. ** Die Lichtspiele S el tersweg bitten uns mitzuteilen, daß der langerwartete Harry Hill-Film „T er KampfindenLüfte n" schon von 'üeute ab auf dem Spielplan steht. Außerdem gelangt noch der Ellen Richter-Film „Der Aberglaube"' nach der alten Sage „Der Vampyr" zur Vorführung. Näheres jiche Anzeigenteil. des hochverdienten, ehrwürdigen Mannes trauere die Landesuniversität, die einen ihrer besten und werktätigsten !Freunde und Gönner verloren habe. Er wußte stets, der Landesmiiversität in Schwierigkeiten beizustehen, und zwar in der Stille, ohne daß es die Oeffentlichkeft erfuhr. Ganz besonders sei dies bei der Universitäts-Bibliothek der Fäll gewesen, in der sein Namen mit goldenen Lettern eingegraben sei. Er hob seine Beteiligung an der Gießener Ho chschülgesellschaft hervor und die von ihm Geschaffene Professur für Handelsrecht, die seinen Namen zum ewigen Andenken frage. Reallehrer Geller widmete im • Namen der Freimaurer-Loge ^Ludewig zur Treue" dem schlichten, einfachen Bruder, der 40 Jahve lang der Loge angehört, 3 Rosen und schoß mit den Worten: Tank deinem Werke, Friede deiner unsterblichen Seele! Ferner wurden Kränze niedergelegt von dein Krieger verein (Larchgerichtsrat Trümpert), Lesehallenverein (Professor Fritsche), Freiwillige Feuerwehr (Tickorä), Beberanenvevün, Preis- trüfungsstelle (Eduard Krumm), Turnverein 1846 und der Handelskammer Wetzlar. ** Personalnachrichten. Ernannt wurde am 7. August 1920 der Krriswohl- fahrtssekretär August Roth aus Kaichen zum Ministerialsekretär bei der Buchhaltung des Ministerium des Innern und des Landesamts für das Bildungswesen mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an. Am 13. Aug. wurde der Kreisdirektor des Kreises Heppenheim zum Ministerialrat bei dem Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt mit Wirkung vom l.Okt. 1920 an ernannt. Erledigt ist je eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulftelle zu Gimbsheim, Kreis Worms, zu Wachenheim, Kreis Worms und zu Groß-Karben, Kreis Friedberg. ** Auszeichnung. Dem Ersatzreservist Wilhelm Jäger, Gießen, Infanterie-Regiment Nr. 88 6. Komp., wurde nachträglich am 11. Mai 1920 das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. **EntrichtungderLuxussteuer s Ü r d a s 1. Halbjahr 1920. Durch Erlaß des Reichsministers der Finanzen vom 9. d. M. ist die Frist zur Abgabe der ersten Steuererklä" rungen für Luxus- und erhöhte Umsatzsteuer allgemein bis zum 1. September d. I. verlängert worden. Bei nicht rechtzeitiger Abgabe der Erklärungen kann neben der endgültig festgesetzten Steuer ein Zuschlag bis zu 10 v. H. erhoben werden. Ein Zwischenfall in Stettin. Berlin, 18. Aug. (WTB.) Wie sich das Pariser „Journal" aus Berlin melden laßt,Jei in Stettin die Frau eines frau^ofifchen Majors von einer Volksmenge belästigt worden. Die Manifestanten hätten auch em .Detachement farbiger Truppen angegriffen. .Diese hatten von der Waffe Gebrauch machen münen, um sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. — Stad) den amtlichen Feststellungen hat sich der Borfal! wie folgt abgespielt: Ein 7 2jährrg er Arbeiter wurde von der Frau des franzoiifcheil Majors auf der Straße, geschlagen, west er sie im Vorübergehen geftretft haben sollte. Der alte Mmm protestterte gegen die ihm widerfahrene Behandlung und forderte d'.e Dame auf, ihn in Ruhe zu lassen. Sie 'ging zunächst auch meiter, v-hrtt aber jxmn noch einmal um und riß ihm die Mütze vom Kopf, du' sie ins Zentralhotel mitnahm. Die ihr folgende Menge erzwang die Rückgabe der Aiütze, vhne daß es irgendwie zu Handgreiflichkeiten gekommen Witte. Die Sicherheitspolizei murce benachrichtigt, nachdem sich etwa 150 Personen vor ^dem Hotel migesammelt Chatten, mid zerstreute die,Menge. Ein Angriff auf fvmizösiscke Truppen i|t nicht erfolgt. Es waren gar keine da und farbige Truppen srel-en ohnedies nicht in Stettin. Orgesch in Heffen-Raffau verboten. Frankfu rt a. M„ 18. Aug. (Wolff.) Der Oberpräsident der Provinz Hesfew-Nafsau hat für den Ber ich der Provinz Hes'sen-Naffau sämtttche „Orgesch-Organisationen" sowie die Organisation „Jungdeutscher Orden" verboten. scheidestheit, mit der er fachmännisches Urteil würdigte, auf das gestützt er dauernde W^?e Mttstm tonnte, nicht Laune aber Eingebungen Augenblicks hätten ihn bei seinen Werken geleitet, fconc Bescheidenheit «offenbarte sich in der Anspruchslosigkeit seiner Lebensführung, in der ^cbe z>. den notleidenden Mttmenschen, in der -taniDar feit für jede ihm erwiesene Freundlichvett. vceoen den offenbar gewordenen Tattm aber t)abe er aud) großzügige Rettungswerke vollbracht, "oon denen bisweilen die itunbe, nicht durch fern Verlchulden, in die Oeffentlichkeit gedrungen sei. >)U Dreue !abe er seiner angestammten Religion angehangen und bis zuletzt, nachdem er bi: Bürden - "T Aemter ablegen mutzte, seine Kraft der Israeli,- tisch-en Religionsgemeinde gewidmet. Als ein Fürst des Geistes, als ein Großer tut Herzensgute, afr ein treuer Sbhn seiner angestammten Religion sei er von uns gegangen; mit der Krvne des guten Namens geschmückt, ziehe er in die Ewigkeit ein. Herr Strauß, als Vertreter der isr. Religions- gemeinde, sprach den Dank des Vorstandes mid der (Gemeinde aus. Ter Vorsitzende der Gießener Handelskammer, Kommerzienrat S ch i r m -e r, beklagte den Verlust des Mannes, der 40 Jahre der Kammer als Mitglied, 9 Jahre die Stelle des zweiten und 9 Jahre die Stäle des ersten Vor- itzenden bekleidet habe und legte einen Kranz an i>er Mrhre nieder. Als er sein Amt niederlegte, habe die Kammer ihn zum Ehrenpräs ident en ernannt. Zweifellos sei ihm die Mitgliedschaft unter den vielen Ehrenämtern die liebste gewesen. 1912 W er die Mittel zur Verfügung gestellt, ein eigenes Heim zu errichten und sich dadurch ent dauerndes Tenkmal gesetzt. Sein lauterer Charakter, sein liebenswürdiges Wesen machen den Verlust besonders schmerzlich. Sein Andenken werde nie verlöschen. Auch die Hess. Handelskammer, deren Vorsitzender Bamberger wegen der Anwesenheit des Reichsministers Koch verändert , war, persönlich zu erscheinen, ließ durch Kommerz^ienrat Schirmer als letzten Gruß einen Kranz niederlegen. Oberbürgermeister Keller führte aus, daß mit der Stadtverwaltung die gesamte Bürgerschaft das Hinscheiden beklagte. Erneu bedeutenden Teil seiner Kraft habe Heichekl)eim dem Gemeinwohl gewidmet. Im Rate der Stadt, in zahlreichen Vereinen sei seine Tätigkeit stets dem Wohle der Gesamtheit gewidmet gewesen. Sein Gebersinn, seine persönliche Anspruchslosigkeit, seine Ehrlichkeit im Denken und Handeln seien unüber- ttesflich gewesen. Wenn es galt, neue Einrichtungen zum Nutzen unserer Stadt zu schaffen, stand der Entschlafene stets mit Rat und opferwilliger Tat zur Seite. Wie manche Not habe er gelindert, wie viele Stiftungen für kulturelle und materielle Wohlfahrt ins Leben gerufen und sick dadurch ein Denkmal bürgerlichen Gemein sinn s geschaffen. Wieviele Zeichen ferner Menschenfreundlichkeit seien nicht auf den Markt der Oeffentlichkeit gedrungen! Zum Schlüsse legte der Oberbürgermeister für die Stadt, den Theaterbauverein und die Sparkasse Kränze nieder. Ter Rektor der Universität, Kakb fleis ch, sagte: Am Sarge Aus Stabt und Land. Gießen, den 19. August 1920. Lebensmittel. ** Ausgabe von Käse. Fveitag, den 20. August wird in den Verkaufsstellen der Molkerei Grieb, Schanzenstraße, Lindenplatz und Bismarckstraße, an die Bezirke 1, 3 itfnÄ 5 Käse cms- gegeben. Auf einen Anteil entfallen etwa 100 Gramm (Preis 6.40 Mk. das Pfund). Tie Ausgabe erfolgt gegen Vorlage der Lebensmittelausweiskarte and Abgabe des Abschnitts A der neuen Lebensmittelkarte. ** Freibank. Freitag, 20. August, werden von 1—3 Uhr die Nrn. 1551—1700 beliefert. ,** Ter Kartoffelverkauf von Ed. Weisel, Schottstraße 10, befindet sich stets Sandgasse 22, im Mittelpunkt der Stadt. Beranstaltungen. Donnerstag: 8 Uhr, Schöne Aussicht, Militärkonzert. — 8 Uhr, Hotel Schütz, Oeffent- licher Vortrag, Inspektor Fr. Rehnelt: Giftig und eßbare Pilze. — Hotel Einhorn: 8 Uhr Gastspiel Buchwald. — Lichtspielhaus: Ter Skandal im Viktoria-Club. — Lichtspiele: Der Kampf tn den Lüften. • «pflichtig- Ml deS ZrWtA das Jahciimgerechnet den Betrag »°nlo«X) Grötz. habe sich offetixirt m ku t. Ml? «t t I- k AM X A M hall I I H II I 'IM , r / t I. . II A4 ( , 13, I 3 ftnanzminifterium hat in einer Bekanntmachung an die Landesfinanzämter bis yunst auf weiteres eine Reihe von Erleichterungen i -.,, im Steuerabzug vorgesehen. An erster Stelle, ;n u)r stcht folgende Bekanntgabe: Uebecsteigt der i n»' grundsätzlich? Entscheidung terteiiufüfyrrn. Die Straitammcr legte die Verordnung ebenso aus wie das Schöffengericht und verwarf die Be- FÄle von Belang tourten beute nicht en- lä' sigcs Nichten melden nicht strafbar sei. Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung, um Die eine Ein?fabri* worden ist, Existenz zu Weitere verhandelt. ; l8.Aug. Lu ite am heiüiga m Dom eii- it Mmscheng» iefes Mal an; nat streikt Emvermh für städtiW . fin tfuit a.M.r.-r en Lehrg'.r. fahrtsäA. -amtliche Dtgai rörterung gela> l8-N3nbtt entstand HW ' Saboratoriim erwache baut ekämphmg bt rusunq Der Fall wird noch die Rrchisionsinstanz be'ch ästigen. Bon vier jungen Burschen, die in der Gemarkung Friedberg in eine Gärtnerei erngeftic- gen waren und Ziakkand In gestohlen batten, er* Ri lten drei je drei, einer zwei Monate Gefängnis. Handels Auf seinen Einspruch hin verhandelte das Wuchergericht über ine Angelegenheit. Es tourte dort fest gestellt, daß .^ettenyonitel nicht x>jt* Liegt, dagegen wurde der Kaufmann wegen unerlaubten Hanois mit Lebensmitteln zu 15 OOO Viark Geldstrafe verurteilt. 8'N- DaP. 9 tontbe in fa ^Mevorrähi lwlviüz Phil *>« w Hellen. Ä )etnann gestellt, daß er den Waggon hatte teer laufen lassen und die Beraubung vvrgetäuscht hatte. Billcrnterg Iah vier Dochen in Untersuchungshaft, und das Verfahren ktitoebt noch gegen ihn. Der Kaufmann, der die 72 000 Mk verloren l>at, erhielt außerdem einen Stvafbefedt über 3000 Mk. i Degen Kett' Gießener Strafkammer. Gießen, 17. August. Ein Landwirt Ivar vom Schöffengericht Alsfeld zu einem Tag Gefängnis und 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden^ weil er zu einer Hoch* yit verbotswidrig ein ltc. Ten Kognak derkaufte er an eine Danziger Firma. Der Waggon tun jetaxb leer, hier ein und BiUcnberg verlangte von der Eisenbaibn für cmgcMidye Beraubung des DaagomS 200 000 Mk. Sck>atenersatz Hinterher wurte Anzeige gegen Billenberg erstattet und fesb- ^eridbt*faa(. Großfchiebrr. fd. Frankfurt a. M., 18. Ang. kant, der ans Straßburg Vertrieben suchte sich in Frankfurt eine neue ftmichtung t>r igkeiten btitun mmenarbeil m cenzung von m ! llnterstützmig; .j Ausbildung öff £ elfem). Reser« 7 £i. Lu-pr-Nün ßid^lettin int HeiMrich-Al» , Frau Stadl» mker.Dr.PM ; Levi, Dr. N I ug. NaOem l’ [feit feit heute b haben, find n« arbeitet M reten, iwjl Huß zugebtlligv । ert nmtben. In bet W» :q wegen der >st°L der k msses intb be? Z ' Maffe^ .J Ml und E v ;tintbc soMv.' I *v und 1! ’t irnb dre D Je ti*®0,,-; E feig" «wO tze. Etne-"^, VS t fein- Airche und Schule. Wall en rod, Ü8. Aug Am. letzten Sonntag sand hier daS Tekanatsfest für Innere Mission fbatt. Ter Feslgottesvicnst fand um 17t Uhr statt, Festprediger ivar Pfarrer Glock von Stumpertenrod. Ch" predigte über die Heilung des Gicht- brüchigen und zeigte tote die Innere Mission als Scbulerin Jesu dem Plensthen nicht mir in ihrer äußeren Slot helfen will, sondern sie innerlich erretten will. In ter Nachvcrsammlnna, die im Ssen unter ten Linden tes> alten Kirchhofes sand, hatte der Pvsaunenchor Wallenrod die keitung des Gesanges übernommen und eröffnete die Feier mit einer Motette. Defan Müller von Lauterbach begrüßte die Festgemeinde. Darauf bet ter Fenprediger drei Bilder aus fernem Wirten im Dienst der inneren Mission, di? Arbeit an ten Epileptischen irrt [Niedrr-^Ranrstvbt, dr? Arbeit der Dwlvnissen an ten Verwundeten im Felde und em- Volssmiss«mN'vche auf dem Dorfe. Der Orts- geistliche faLoft die Versammlung. Die Beteiligung ter Gemeniten war gut, die Kollekte ergab etwa 100 Mark. £>td?fd?ttüiad?ridfrtett. **DerVerbandixruNterenBeam- •fen und Be a m tena nw ärt er deutscher Universitäte» unb technischen Hochschulen hielt, wie er uns mitteilt, am 13., 14. n. 15. August Deinen dritten Berbandstag in Marburg ab. Die Tagesordnung war sehr reichhaltig. Bor allem würbe bte ungerechte Eingruppierung zur neuen Besoldwtgsordnimg eingehend besprochen und es soll schärfsten Protest an den zuständigen Stellen erhoben werden. Die Eingruppierung ist wiederum noch bat schon längst veralteten Amtsbezeichnungen erfolgt und nickt nach ter Tätigkeit, die diese Be- «nten in Wirklichkeit iu ldisten Haden. Ferner wurde weschwerde geführt über die hohen Preise, die der Beamte nach der neuen Besoldungsor'dmmg' bei den Mit fastechten TiarftnohmLngen (Kelle raohuun- Minder Hatz. Roman von Alfred Sassen. Nachdruck verboten.) Fortsetzung 10. erttdeiws» 1 rTL« Uw Lv Jdrd® W y» !%Ä <18^ ÄH Ter junge Tentschamerifaner fühlte eine plötzliche heftig? Beklemmung in jich, über lne er nicht gleich Derr werden fiynnte. Äie die Minte wvht die Nennung seines Namens ausnchmen rtiirix' —: Geschelxm mußte es — er durste die Vorstellung letzt nickt länger tzinausschieben. Und es durch-ucbte ihn jäh —: er könne tnrf» tem Zufall, ter ihn ht das Haus der Blm- vm geführt, zu Gunsten des Vaters einen Vor- ’td abnötigen! Warm quoll es in ihm aus Ja, £ wollte und mußte jetzt terfudyn, ein herzlich wrderndes Wort in ter Angelegenheit hi sprechen, den Vater vielleicht in wenig Worten schon wich Lodete führen würde! „Ich fcrfte Hermann Hüttich,"' sagte er mit 'Oer, klarer Stimme. Em Erbeten gmg durch die Gestalt der Blin- ven^ eie verletzte mit einer gewißen Anstren^ing: /rOuttidj — ter Name lommr häufig txn in Thü- rurgen---ist es vielleicht Ihre Heunat —T* Er beantwortete die Frage ter Blinden in teni vorigen b?stimmten Don: „Thüringen ist nictx weine Heimat. Wohl aber die meines Baiers ^r ging vor vielen Jahren nach Amerika, um f™’ O’fr großen gescheiterten Jugendhvfßurng stch brüten in Arbeit und Entsagung ein Leben auizubauen In Ihrem Städtchen, in Loteda, wurde er geboren, und Walter Hüttich ist sein Vcame Scheinbar ganz ruhig wandte sich Frau 9.Tfag* 8ä) ttt zahlen bäte Des weittven rrnnte von verschiedenen Bertteiern einzelner Universitäten ft läge geiübrr, über die unqerakte Veneclung ter für die Zwisttememelter von den preußtschen Ilmoer» Hl&m und technischen Hochschulen, pvoz. SUber mcxiftrner 334, 3pra-, Silbermcrikäner 237. 5pro;. Tetnuintepec fest 355 Ptus 5 Pro^., 5prv^. Tomei u ÜpuS 245 plus 5 Droz. Moinanpavierc Dcrtrtxr ten wiederum ruhig und waren leichten SdrH-cn- kunqeii unterworfen. Befesttgt geben Spiegelglas bervor 433. Buderus 365 — 2 Drv-z.). Tcutsch Luremburger 300 (— 3 Proz.). In Elektro und ckeno scheu toiuitcn sfa> bi baiuxen. Befeiti-t haben sich A. E. G. 286, Lohmener 190, Schupf. Aug. Wessels 280, ferner wurden bei regem- >t\nit» neigung Feinmechanik Frller gehantelt mit 470. Schwäcker lagen Bad. Anilin 460,50, Hvlzvertoh- Imig 3?6. Deutsche Petroleum werten znstschen 11306 bis 1325 gehantelt. Baltimore Ohio wurden 10 Prch gesteigert 295. (lanaba fest 790 bis 810. Missouri Scrtincatc 296, weiter anziehend. Mans- feiter Kuxe 4450 bis 4425. Framstrrtrr Hos 7 Pvozem gesteigert 512. Hamburg-Paket fahrt 179/>0, Schrntungbalni 683, 5pwtz. Reichsan leihe 79,50 Frankfan a. Ul., 19. August. Devisenmarkt. (Seid Brief (Bett) Brief Votum: 17. Ang 18. Aug. Amsterdam« Notterd. 1553,56 1556,50 1598,40 1601,60 Brüssel-Antwerpen Chriftiania ll»penhagm» .... Stockholm Helsmgfor«. .... Italien London SHero-'öorh...... Paris Schwerz Spanien ... .... Wien (alte») .... Deutsch.Oefterr. abg. Prag Budapest Bulgari«, .... Konstantinopel. . . 375,60 724,25 726,75 994,- 147,85 237,25 175,55 48,45 352,65 806,70 728,25 21,44 22,22 81,40 19,98 364,65 714,30 716,80 971,50 144,10 230,75 171,55 47,32 345,65 781.70 709,30 21,47 21,97 81,40 21,92 365,35 715,70 718,20 973,50 144,40 231,25 171,95 47,42 346,35 783,30 710,70 21,53 22,0 i 81,60 21,98 376,40 725,75 728,25 996,- 148,15 237,75 175,95 48,55 353,35 808,30 730,75 21,53 22,28 81,60 20,02 Värsenkurso. Frankfurt Berlin Atente Abend- Schluß- Sckluß- Kurs Kurs Kurs Kurs 'Datum: 17.8. 18.8. 17.8. 18.8. 5"/,Deut.Kriegsanl. 79,50 79,50 79,50 79,- 4"/„Deat.Veichsanl. ■ 68,30 68,50 3"/„Deut.Reichsanl. — . — 60,50 60,75 4° „Preuh. Konsols ■■ ■ *"* 65,30 65,40 Darmstädter Bank A — 142,- 142,25 Deutsche Bank . . . — . — — . 264,13 263,75 Distonto- Gesellsch. — . — — . — 199,25 199,25 Dresdener Bank . — _ —. 161,50 162,50 Nationalbank f. D. 149,- 149,- Mitteld.Credilbank — . — 141,75 141,50 141,75 H..Amerik.-Paketf. 181,- 179,50 180,75 178,50 NorddeutscherLloyd — . — 172,- 169,50 Doch. Gußstahlwrk. 456,- — , — 455,25 453,- D -Luxemb Dergw. 300,- —. — 298,- 302,- Delsenkirch.Dergw. —- - — — . — 315,- 313,50 Zarpener Bergbau 365,- — _ —- 360,- 366,- Oberfchl(kiseno..B. 239,- 242, - 241,50 244,- Oberschles.Eisenind. —. — 232,- 265,50 265,50 Phönix. Brgb.-AK6 —. — 443,50 444,- 444,75 Dad.Anilin-u.Soda — _ — 460,50 458,— 458,50 Höchster Farbwerke 356,- 359,50 361,- 358,- Clektr. A. E. G.. . 291,- 289,- 295,— 280,- Schuckert-Werke. . ~ t~ 209,75 205,50 Felten • Guilleaume — . — 416,- 417,50 Daimler...... 210,50 211,50 212,- 211,- Dud.-Eisenw.-Akt. 369,50 365,- 373,- 366,- Adlerwerke .... 223,- 223,- 225,- 4°/»Hest.Staatsanl. —. . — — — . Electron Griesheim —, — — . — 300,50 300,- viarkuotiernuge». Datum: 17.8. 18.8 3«rtch 1235 12 50 Amsterdam . 6,42 6,25 Kopenhagen. . . .......... 14,- Stoärholm l. 10,15 Prag . Wien 491,50 (3tt einem Terl ter Auflage wied.'rholt.) Zu den Nu ruhen in Oberschlcsien. Breslau, 18. Aug. (WTB.) Ter „Schlesischen Zeitung" zufolge wurde bei den Unruhen der Polenführer Tr. Rosa ins ki-Posen schwer verletzt. Lloyd Georges antwort an Kamenew. A m st er da m, 18. Aug. (WTB.) Wie der Telegraph aus London meldet, teilte Lloyd ®ec r ge in feiner Antwort an Kamenew auf dessen Schreiben mit, daß die en«ckische Regierung k»ch dem Rückzug Tenikivs lediglich danach strebe, die Sicherheit ter Truppen des (tzeneoals Wrangel und ter unter dessen Schutz stehenden Flüchtlinge zu gewährleisten und sie in den Stand zu setzen, sich in ter Krim zu verteidigen, bis ihre Sicherheit terwttNicht sei. T« englische Regierung habe nickt beabstcktiM. »rangd zu einer Offensive za ermutigen, sondern habe dm tm Gegenteil davor gauomt Weiter führte Llond George aus. daß die englische Regvrung unter dem 11. Juli bereit» einen Waffenstillstand gewünscht l>abe unter der Bedingung, daß tteneral Wrantel intWT3üg1id) seine T ntiven aarurfÄdsm' und ibn ein geinten habe, sich nach London zu begeben, um über die Zukunft der unter fernem Befehl siebenden T n^pen und ter unter seinem Schutz stehenden Flüchtlinge zu verhantekn Tos Ziel brr englischen ReMernn« fei grwcjen, die Streitigkeiten in Osteuropa y« beenden und friedlich zum Ansttag zu bringen. Es sei aber irirfx die Ab fickt ter enattsckeu 'Ht- incrung, die Krim von dem übri-en Rußfanb ab* zutrennen. Tie englische Regierung plane nnht, Wrangel zu unterstützen, itmtent lege Ivbifliirt) Wert daraus, daß dre Fn.-tensbedingpngen für Polen eine Bedrohung der polnftchen Ilnalckäng^p» Feit nicht in sich schlössen. Ein Aufruf Trotzkis. Berlin, 17. Aug. Die „Rote Falwe^ xm* verössenllicht einen Austin, den Drvtzki als Versitzender des revotnttonären KnegsrruS der 'Jtn«* blik an die gegen Polen kämpfenden Truppen gerichtet hat: ,Helden! Ihr habt dem weißen Polen, do» uns angegriffen bat, einen fdjtrercn Schlag rersetzt. Nichtdestotveniger will die verbreäierische und leickstinnige polnische Regierung keinen Friedech 1 viten. Pilfudski und ferne VLgentm wissen, vast nichts die llnablxrngigBrü Polens bedroht, dem mir, das Rußland ter Arbeiwr und Bauern, weitere Grenzen geben wallen, als die Entente eS geplant hat. Aber Pilsudstt befürchtet tw nahende Rechmschaft, die er vor dem polnifaien Volke für ten Krieg abzulegen bat, und dre Einmischung Frankreichs und Englands. Darum weicht die polnische Regierung vor Friedensverhundlungmi aus. Dadurch bekennt sie Visen, daß sie Versteck spielt. Ihre Delegierten kommen nicht zum bestimmten Termin, unb wenn sie kommen, so ohne Dollmach- ten. Tie Warschauer Radiostation nimmt untere Antworten nicht auf, oder die Warschauer ^Regierung stellt sich so, als ob sie sic nicht gesehen Hütte, gar wenn eine Quittung ter Warschauer Radiation vvrliegt. Wir wollen jetzt, wie am ersten ge des Krieges, den Frieden, aber eben darum müssen wir es ter Regierung ter polnischen Bankrotteure abgewohnen, mit uns Versteck zu spielen. T^orwärts, rate Truppen! Helten Warschaus! ES lebe ter Sieg! Es lebe das unabhängige unb brüderliche Polen! Es lebt», die Arbeiter!" Fmikcntelegnuchischer Vcrkchr mit Amerika. Berlin, 17. Aug. (Wolff.) Wie der Leiter des deutschen Telegraphenwesens Ministerioldivek* ter Tr. Bredow mitteilt, haben in Berlin Ber« frntblimgen statt gefunden über die Herstellung direkter funkentelearaphifaier BerbMtmngeu mit Airrest ka für den Privat verkehr. Tie amerifa* nischc Vfarmesdatioii, die bisher ten geiuiwnten Funkdienst Dcmntteltc, gab ten Pridatverkehr am 1. August an die amerikanische Gesellschaft Radio Corporation ab. Tie Verhandlungen mit dem Prä^ sidenten der (tefafffdrift 'haben das Erg^niS gehabt, caß die amerikanische (yesellfchast tx?m Tage der Aufhebung des .KriegSzushrndes zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten formell 5 um funstittelegvaphifchen Verkehr mit Dentichland zu- gelassen itarb. Bis zum Emrritt des FitetensM- shindes wird der Berk^r, wie es bisher mit der amerikanifchen Marinestation ter Fall gewesen ist, ohne besondere Seretiüxmrng abgewickelt. (tzleich- zsttig wird eine zweite amerikanische Gruppe, tes Treu gegründete Rädio Communicativn in Renpork, woran das große Zeittornvunternehmen von Hearst beteiligt sein soll, eine Govtzstrnkstelle bei Nenpork erbauen, ebenfalls für den Privatderkehr mit Deutschland. Durch Eröffnung dieser neuen Verbindungen ist erstmalig seit 1914 die Möglichkeit gtfawf)ner Welt- Zensur at^usenden und aus diesen Ländern zu cuqn fangen. Amerika und Mexiko. London, 18. Aug. (WB.) Reuter. Tos Matk „Exeksior" meldet aus Mexiko: Ter mexikanische Oberkommissar in den Vereinigten Staaten, Cal - deron, teilte Huerta mit, daß Wilson be* reit ist, die mexikanische Regierung anzuer* kennen, wenn sie sich verpflichtet, das Leben und Eigentum der amerikanischen Bürger zu achten, den Austäutern, die ourch die .Revolution zu Schaden gekommen sind, Ersätzen leisten und die Konfiskatwnsdekrete Carran^rs aufzuheben. Hungerstreik in Irland. Amsterdam, 18. Aug. Ter Bürger« meister von Cork ist gestern srüh auf einem Zerstörer nach England geschafft worden, wo er leinen Hungerstreik fortseyt. Die Kämpfe in Kleinafirn. Amsterdam, 18. Aug. Tie englischen Blätter melden, daß sich die Bewohner des VilchetS S i w a s gegen Mustafa Kemal P a s cha erhoben haben. dalene an Hre Nichte und folterte: „Schicke Max hinaus " Rena beugte sich M dem Bruder nieder und flüsterte ihm ein paar Worte zu. Verblüfft, aber gehorsam verließ er bas Zimmer. Als die Winde die Tür hatte in fallen hören, richtete sie sich m ihrer volfan majestätischen Höhe auf. Es kam jedoch zu keinem Ausbruch, wie man nach dieser fast drohenden Bewegung erwarten durfte. Sie sagte ran in voller, schneidender Schärfe des Tons: „Unjet Dank für die Dienste, die Sie meiner Nichte Renata Bodenbach geleistet, bleibt bestehen Wollen Sie uns aber vor allem bie Auslagen nennen, die —" „Gnädige Frau —" „Sie toerben einsehen," schnitt ihm die Wirche schroff das Wort ab, „daß unter den obwaltenden Umständen auch nicht ter Wert eines Pfennigs aus Ihren Händen in denen eines meiner Angehörigen verbleiben darf. Und ist dann die Abrechnung oor sich gegangen, so muß ich Sie ersncken, zu foet* gcifan, daß Sie jemals die Schwelle meines Hauses überschritten haben —" „Tante," bat das junge Mädchen „— zu vergessen, daß Sie ienmls die Schwelle meines Hames überschritten haben," toirterbolte tee Blinde in gesteigertem Nachdruck „Das larai und werde ich nie vergessen," rief ter junge Mann mit kraftvoller Wärme. „O, gnädige Frau, schicken Sie mich nicht so fort, Ifaren 'Sie mich wenigstens an. Nicht für mich faill ich Anechen — nur ein gutes Wort für meinen Later möchte ich entlegen, der mir bald nach Deutschland nachfolgen wird —" Zurückzuckend hob tae Baude in starker Abwehr beite Hände: „Ich will nichts von Ihrem Vater hören! Nichts — nichts?" .Hermann Hüttich. ließ sich nicht abschrecken: ,^Jch aber muß Ihnen sagen, daß der erste Weg meines Vaters nach seiner Rückkehr in die Heimat Ihrem Hanfa gelten wird? Er hat mir, ehe wir ne Amerika ausemLnterginqen, sein Inneres offenbart. In erschütternden Worten hat er mir von seiner Jugendzeit gesprochen, von Magdalene Schumann, an die ihn in jenen goldenen Togen, wie er meinte, unzerreißbare Fäten geknüpft —" Gellend lachte die Unglückliche aus. „Unzerreißbare Fäden! Jo, das habe ich auch gemeint! Allein ich mußte erfahren —" sie verstummte jäh. Emen Ausruf hatte fie sich da entreißen lassen, in dem etwas nne ein blitzartiges Auizucken von verschwiegenen Schmerzen war. Sie fühlte die Blöße, die sie sich gegeben, hinterher gleich selbst und nahm wieder die unnahbare Haltung an, ließ das Gesicht von neuem erstarren zu steinerner Härte. „Gehen Sie — gehen Sie," befahl sie. „Ich will nichts mehr hören ! Ich teufe, daß Sie ten Wunsch einer — BLnteu respektieren werden." Der junge Manu jagte nach einem kurzen Sckweigen ergriffen: „Ich bitte um Verzeihung dafür, gnädige Frau, Wverrd in Ihre Ruhe eingegriffen zu haben. Allein ich naifae versuchen, mir den Zufall dienstbar zu machen, der mich in Ihre Nähe führte. Tas Gegenteil wäre witematürlich gewesen. Ter Versuch ist gescheitert. Wir, denen lief) Stunde um Stunde im vollen, beglückenden Licht des Tages a61 pinnt, wissen wohl nicht von den Vorgängen in einem Herzen, für das der Tag ausgelöscht ist, das in einiger Nacht schlägt und atmet. Nur hoffen und wünschen können rorr, immer wieder hoffen und wünschen, es möge uns vergönnt fein, mit unseren Bitten doch noch em zudringen in das Dunkel. Mein Vater wird gewiß fernen Versuch unterlassen —" „Teilen Sie Ihrem Vater mft," erhob jetzt die Blmde machtvoll bie Stimme, ,chaß ich mein Haas verlassen und nie dahin zurückkehren werte, roemr er jemals wagen sollte, es zu betreten!" Damit wandte ne sich und verließ, in der Erregung nach dem Wege tastend, den )fa sonst ganz sicher ging, das Zimmer In wahrhaftester Erschütterung sahen ihr die beiten jungen Menschenkinder nach Rena brach zuerst das Schweigen. Mit hastiger, zitteruter Hand hatte sie ihrem Beutelchen ein Geldstück entnommen, das sie nun ans den Tisch legte. ,^Zch bitte, '5agte sie leise. Hermann Htttich rührte das Geld nicht an. „Sie haben gewiß .Kraute im Städtchen, denen Sie Are Fürwrge widmen, mein Fräulein — darf ich Ihren Kranfen dies Geld zuwersen —?" Sie entgegnete unschlüssig: „Ich weiß nicht, ob Tante —" ,Ich meine, darüber sollten Sie selbst und ganz allein die Entscheidung treffen." Sie neigte unmerklich das Haupt. „So nehme ich das Geld für meine Kranken an. Ich danke in ihrem Namen . . . Und nun, bitte, gehen Sie —" Er verbeugte sich leicht. Während er nach seinem Hut griff, fegte er leist: „Wie tut es mir weh, daß diestr Tag, der in Glanz und Duft begann und zu einem holden. Mittag austeg, so trüb enden muß." (Fortsetzung folgt.) I WWW K WWW nuumgi x WWN .WWM W WW tl 's r? bl ha 7"' w'' b-*1 fr • , C 3 fr v bi b. p- Inng, Rittergaffe 11. Dienstmädchen, leichte Gartenarbeit Uinderbettftelle monatlich. 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August 1920. 014'61 KMim-LmiMWiullM e. G. m. beschr. H. Frühkartoffeln markenfrei! Pfand 45 Pf treffen bie nächsten Tage grotze Mengen etn. Iie Abgabe geschieht on jehemana in allen Verteilungsstellen. WM1 Der Vorstand. Achtung 1 88« Achtung 1 Verkaufe morgen Freitag einen Waggon ßinm* ii. Lakt-Emkeil foroie Zmbcln n Äarotitn ÄÄ" WM31 Statt Karten. Ihre Vermählung zeigen an Dr. med. Ernst Höxter und Frau Alma geb. Schmidt Heute vormittag 73/< Uhr entschlief sanft nach langem, W schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, M Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Carl Gemmecker im Alter von 48 Jahren. In tiefer Trauer: Gießen (Mäusburg 11), 18. August 1920. Behördliche Anzeigen. StäM. Lebenzmittelamt. Ausgabe von Käse. Freitag, ben 20. Augnft 1920 wird in den VerkaufssdÄlen der Molkerei Grieb, Schcmz-enstratze, LindenpLatz unb Bismarckstraße an bie Bezirke 1, 3 unb 5 Käse ausgegeben. Auf einen Anteil entfallen etwa 100 Gramm (Preis 6.40 Mk. bas Pftmb). Tie Ausgabe erfolgt gegen Vorlage der Letensmittelausweiskarte und Abgabe be£ Ab- schknittes A ber neuen Lebensmittelkarte. 8863B Bekanntmachung betreffend Entrichtung ber LuMssteuer für das 1. Halbjahr 1920. Unter Hinweis auf bie Bekanntmachung im Giehener Arrzeiger vom 10. bs. Mts. wirb 'hrer- mit z^ur Kenntnis ber Beteiligten gebracht, baft durch Erlast des Herrn Reichs Ministers der Finanzen vom 9. bs. Mts. die Frist zur Abgabe (ber ersten Steuererklärungen für Luxus- und erhöhte Umsatzsteuer allgemein bis zum 1. September ds. Js. verlängert worden ist. Bei nicht rechtzeitiger Abgabe der ^Erklärungen kann neben ber endgültig festgesetzten Steuer ein Zuschlag bis zu 10 v. H. erhoben werden. 8833D Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 17. August 1920. Die Finanzämter (Umlatzsteuerämter). i*. —. । ■ । DerKartoffelverkmss von Gwwtteu befindet sich stets 22 Sandgasse 22 im Mittelpunkt der Stadt. 014166 Eintritt frei! Heute letzter Tag: @ Der Skandal im Mria-M 8 5 Akte. 5 Akte. 0© große Sensation u. Attraktion ist deei Löfittem 3. sensationelles Abenteuer des Meisterdetektivs Harry HäSi MMMWMW Wetzsteinftratze. Befitzer Hans Kirzinger. WWemlIIkimMeMU höchst gesetzlich zulässig eingebraute Qualität, bestes unb erfrischenbstes Sommergetrank. AMMIiNI-»ekUUW! Eintritt frei: Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34. 8M1c Harry Hills Abenteuer „Der Kampf in den Lüften“ stellt ein Sensations - Abenteuer dar, wie es nur Leute wie. Harry Hill und Harry Piel, die stündlich ihr Leben auf das Spiel stellen, ausführen können. Wenn man bedenkt, welche Tollkühnheit und welcher Waffemut dazu gehört, um einen naturffetreuen Luftkampf zu vollführen, muß man sich gestehen, daß der Ulm einer der sehenswertesten dieser Spielzeit ist. 2. Ellen Richter in Ihrem schönsten Film dieses Jahres: Der Aberglaube. Ein Drama nach der alten Sage „Der Vampyr“. Beide Filme sind ausgesuchte Sujets, die auch den verwöhntesten Geschmack befriedigen. Um zu den Abendvorstellungen Andrang zu vermelden, wird gebeten, die Nachmittags-Vorstellungen nach Möglichkeit zu besuchen. Anfang 4 ühr. Letzte Vorführung 3/49 Uhr. Ab morgen bis einschl. Montag: Der große Film Das Dach Este Monumentalfilmwerk in 6 Akten. Zu den Zeiten Achaschveros, der da ® König war über Babylon und über Ä& 127 Länder herrschte, geschah es, daß er wiederum heimkehrte von einem siegreichen Feldzuge. Und er befahl seinem Feldhauptmann Hamann, Gold zu verteilen unter die Menge des gfgj Volkes, und er befahl seinem Ober- Priester, ein Opferfest zu rüsten dem A Gotte Baal. Personen des Spiels: Der König .... Ernst Reicher Die Königin . . Küthe Wittenberg X Der Feldhauptmann Michael Bohnen Der Vorsteher der A Jehndim . . . Rudolf Lettinger ™ Sein Mündel . . . Stella Hari. @ Ferner: gst Stepseis Abenteuer • Lustspiel in 2 Akten. Ä oocomiMoesee® Frau Else Gemmecker Wilhelm Gemmecker, cand. med. Mathilde Gemmecker Frau Elise Bastert. Die Beerdigung findet Samstag den 21. August nachmittags 3 Uhr vom alten Friedhöfe aus statt ssbsd 8854V Die Angestellten der Firma Ernst Balser Nachruf. Am 18. August b. Js. verschieb unser verehrter Chef Herr kni titiütlei Inhaber der Firma Ernst Balser nach langem schweren Leiben. In bem Entschlafenen verlieren wir einen stets gerechtbenkenben Chef, besten Anbenken wir allezeit bewahren werben. Gieften, 19. August 1920.