enz **• ’>‘/’7,8.20Uhr Ur. 91 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. vezugrpreir: Monatlich Mark 3.60, vierleljährlichMark 10.80 einschließlich des Bestellgeld» ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld, ^ernsprech -Anschlüsse: sürdieSchristleilung 11'2; Verlag, Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Lrantsurl a. M. U686 170. Jahrgang Montag, 19. April 1920 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Druck un- Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- und Lteinöruckerei N. Lange. Schnflleitung, Geschäflrstelle und Druckerei: ächulstrahe 7. Annahme van Anzeigen für die Taqesnummer oi« zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mm Brcita örtlich 35 Pf^ auswärt, 45 Pf ! für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20° 9 Aufschlag, tzauptschristlcitcr: Äug. Goetz Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz; für den übrigen 2>il: Dr. Neinhold Fenz; für de, Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen. ............» AM 1920. chm sich mguyigen Ltthg»- 1920. 1 1920. [( Leisler Lpnl 1920' so doch in dessen Gc- l hächr Wagm 'n Dietz Heller obte jufall leimann die Philippi Mg rlobte Drlttrrhat" (&• ®rr -langen, Putschs icktten u. ä&nl. zugrngcn, faßte ter ReichSwel/r Minister den Entschluß, persönlich den Vorgängen auf den Grund zu geben, £ne no — wemi auch nicht durch An gehörige des erlobung an Lalk-Mershos Mitten, ®otijtftr.a \ jene $ermäl)li»! ch aitjujetgen icgch eiten ------- , .'frrbm'tncr als reife irnu^t erhoffen! »n geb. filoje M Die geheimnisvolle Tagung im Neichswchrminifterium. Berlin, 17. April. (Wolff.! Das Reichs- h chrmrnistenum drill mit: ,,Am 15. April spät nachmittags erhielt bi?r Stid^dmnmiftjcr eine dringliche Mitieilung aus turc Reichskanzlei. Die Mitteüung, die der Reichs- iauzlei von führenden Persönlichkeiten der U.S.P^ zugegcmgrn war, wies auf eine „seh eime Si p n n g" bin, b’c um 8 Uhr abends tri einem genau bezeichneten Zimmer des R.nchs- n chrministeriums ftattfinbeu sollte, und zwar zw.- 'lLen einigen namentlich genannten Offizieren und verschiedenen Arbeiterverrretern. In der Sitzung vlte die Fortsetzung frül^rer Besprechungen stau roden, die angeblich sich rn der m der „Freiheit' Dargenblatt v. 14. 4. och Wahnsinn, hat es gleich Methode! Dte Probe Ulf das Erempel konnten wir machen, als der .app Putsch und tin Anschluß daran die Re- tolution im Ruhrrevier, beide aus demselben Boden eivachsen, diese auf jenem auf gebaut, das Joch der latente verschärften, indem die Franzosen die Kriegen beit lre.mtzten, weiteres deutsches Ge- >vt zu besetzen. Schon hatte _ es den 'Infdjehi, als ob sich aus diesem An- qb eine Art reinlicher Scheidung Zwischen ■ Frankreich und den anderen Alliierüm, die jenen knapaft mißbilligten, vollziehe, als setzt die creme Putschgesahr unsere Gegner wieder z u sa in m en-- ! >t»ieistt, indem sie sic in der gleichen Sorge vor |:an „deutschen Militarismus" einigt. Tas ist 'it Wirliing dieser Wahnsinnstaktik, freilich auch ta nitge'chicteil, clarmierteu osfiziö en Bericht- rcibattung. Wird doch berichtet, dast am der^bc- rorstehenden Tagung des Obersten Rates in ean 'tano, und zw-ar diesmal anscheinend aus eng* scheu Boi sch sag, ein gcmerw'amcr Schritt unter- nommen weid.ii soll, um in kurzer Befristung bit „Entwassnimg Deutschlands" durch;uführen, und „Sicherheiten gegen einen neuen reaktionären Staatsstreich" zu erhalten. Tic deutsche Regierung t'ird frciiid) demgegenüber darauf hm- mtifen, daß das ein Widerspruch in sich ist, H das entwaffnete deutsch? Volk, dessen Ein- I »hncnvehren und sonstige Widerstandsmasmahnieu r.an unterbindet, gerade der Abwehrmöglickk'nten aegen einen Staatsstreich beraubt wird. Zweifellos iit es eine sehr durchsichtige Taktik, wenn gerade Frankreich, das durch und durch militarisiert ist, Enid) über den „deutschen Militarismus" beklagt: . „ick c6er es ist zu befürchten, dast England, welches ,„s,ren R llnzuzvrj iiej) bnrtf, Wl. Wegnahme unserer Flotte, durch die Dtc9 II rg uuo Augicidt wehrlos und konkurrcnzunsähvr il II ntxid:: r später doch Neigung „ „„.J ; -eigen wird, den .ranzc.fischen Plänen entgegen- ' t. (Heil; -utoninini. die von einem der Anarchie preise IfariC 9c0, 9 ' icgebenen Teutschland am Ende doch noch das <,lW alA Tf*iTr prhvfi'H ' - Sich 1D‘ s^kichswshrministci-iums — bäibe abspielen sollten. Es rtrurbe zunächst festgestellt, daß der An- lege cnpprechend im Tienstzimmer des iwuvt- «mrns im Stabe des Reichswehrgruvpenkomman- l«s I v. Viebahn eine Sitzung zwischen Offizieren Vid Zivilpersonen stattfand. Dar Retä/swchr- Minister liest die Sitzung aufh'ben, ordnete sofort die lelephenische Sperre üb r das gesamte Reiche wehrministcrium an und unterzog sich persönlich der Vernehmung aller an bet Sitzung Beteiligten. Das Ergebnis der Vernehmungen war, daß cinec- eits der Gegenstand der Besprechungen nichts für die Teilnehmer unmittelbar Belastendes enthielt, andererseits aber die scharf präzisierten Angaben der Anzeige und die sclünereu Beschuldi gungen gegen die militärischen Teilnehmer der Sitzung nicht entkräftet waren. Die Aussagen und Angaben der Vernommenen waren zur Stunde weder erweislich noch nachprüfbar. Mit Rücksicht auf die vorliegenden seltsamen Verhältnisse in Verbindung mit den teils bestätigten Angaben der Anzeige, ferner auch um jeden Schein der parteilichen Beljandlung der Angelegenheit zu vermeiden, entschloß sich der Reichswehrminister, die Teilnehmer an der Sitzung zwecks eingehender Untersuck-nng dem Staatskommissar für öffentliche Ordnung zuM- führen. Darüber hinaus hatte der Reichswehrmiüi- ftcr gerade im Interesse des Ofsizieriorps die Absicht, sowohl durch llntersuchung von unbeteiligter Seite wie auch durch Gegenüberstellung von Anklägern und Beschuldigten die restlose dlusklä- rung der Vorgänge baldmöglichst herbeizuführen. Am 16. April vormittags wurde der E h e s der Heeresleitung von den nächtlichen Vorgängen unterrichtet. Bei der von ihm weitergesühr- ten Nachprüfung der Vorkommnisse erhielt er von dem Chef des Stabes des Rcichswehrgruppen- kommandos I, d. h. von dem Dienstvorgesetzten Vie bah ns, die Meldung, daß Viebahn die vorgesetzte Dienststelle über den Zweck und die Absickt der infriminierten Sitzung unterrichtet und diese daher mit voller Billigung seiner Vorgesetzten abgehalten hat. Durch diese Meldung wurden die Angaben, die tzauptmann Viebahn bei seiner nächtlichen Vernehmung gemacht hat, bestätigt. Auszuklaren bleiben noch Charakter und Inhalt ber Besprechungen, die früher, so am 11. April, in der Wohnung ViebahnS stattgefunden haben, und ferner die Gründe, aus welch.m weitere Persönlichkeiten wie beispielsweise Kapitänleutnant Altvater und Bertram, an der Besprechung beteiligt wurden. Die Angelegenheit wird nunmehr durch em gerichttickics Ermittlungsverfahren klargestellt, dessen Ergebnis baldmöglichst der Oeffenttichkeit mitgeteilt werden soll." Em neues Umsturzkomplott? Berlin, 18. April. (WB.) Die ^hiesige bayerische Gesandschaft teilt mit: In letzter Zeit haben sich Anhaltspunkte dafür ergeben, tutz in der Festungshaftanstalt Rieders chönen- feld zum Sturz der Regierung und der Ein- s ü h r u n g b e r Räterepublik anscheinend ein neitveizw.igtes hochverräterisches Komplatt geplant ist. Tas ini einzelncn ieflgekgte hochverräterisch.' Unternehmen sollte nach der Entwaffmmg der Ein- uohnenvehr ins Werk geletzt w.rden. Eine am 17. April in der Festungs-anstalt Niederschönen- selb bei d?n GK'faiigene-u vorgenommene Durchsuchung bestätigte diele Verbachtsgründe. Die Untersuchung ist eingeleitet. Die Oesfentlichkeit wird über den mnbereit Gang der Angelegenhüt unterrichtet. Warnung des englischen Botschafters vor einem neuen Putschversuch? Berlin, 17. April. (Wolff.) Tie „Teutschc Allgemeine Zeitung" bestätigt, daß der e n g l i s ch e Geschäftsträger in Berlin sich vor acht Tagen zu dem Unterstaaislekrelär des Auswärtigen Amtes Haniel in dem Sinne äußerte, daß die Vorbereitung eines neuen Putsches zu seiner .g-enntnis gelangt sei, und daß er es für seine Pficht halte, vor dieser Gefahr zu warnen. Berlin, 17. April. (WTB.) Wie die „Deuffche Allg. Ztg." von unterrichteter Seite er» fährt, beabsichtigt der Minister des Innern sich demnächst mit der Reinigung des Beamtentums in dem StniK zu beschäftigen, daß Beamte, die nicht auf dem Boden der heutigen Ver- iassung stehen, künftig ihren Dienst nicht mehr aus- V.ben dürfen. In ein geweihten Kreisen werde es nicht für ausgeschlossen gehalten, daß hierbei auch der Prozeß gegen den Prinzen Joachim Albrecht zur Sprache komme. Eine vernünftige Stimme aus England. Haag, 17. ?tpril. >Wolff.) Laut „Rcieuwe Courant" schreibt „Westminster Gazette": Tie deutsche Regierung steht noch immer der^glei- chen Schwieiigkeit gegmiiber. Sie muß entroarpien, kann aber die zu entwaffnenden Truppen nicht zur Waffenabgabe zwingen, wenn sie nickst die Erlaubnis erhält, für diesen Zweck eine genügende Anzahl anderer Truppen zu haben. Tie Wieder Erstellung der Ordnung in Deutschland und die Öersiellung seines politischen und wirtschaftlichen Gleichgewichts ist dringend notwendig für die ganze Welt. Tie Wiederherstellung ist unmöglich, wenn die Alliierten nicht bereit sind, die gemäßigte deutsche Regierung zu stützen und m.'im sie nicht gestatten, daß diese für die Durchführung ihrer mühevollen Aufgabe eine ausreichende Truppcp- marht unterhält. Die ftanzöflsche Propaganda gegen Deutschland. Paris, 18. April. (WTB.) Der „Matin" tcroifentiid t heute vormittag Aeußerungen sian- zösischer Politiker über die Art und Weife, wie Teutsckland die Friedensbedingungen von Versailles ausgefühn Hobe. Ter ehemalige Tena'spräsident Dubost meint, ein Grund seht er des Friedensverrrages sei, daß man nicht begriffen habe, daß die Sufonfi von der Regelung finanzieller Fragen abhönge. Ter ehemalige Pkäsident Poincar6 hat Bedenken, ob Teutsckland bis 1. Mai 1921 die vorgeschriebene Summe in Goldmark zallen werde Louckieur habe in der Kammer mitgeteilt, daß, alle schon erfolgten Lieferungen abgeredmet, Franlreich auf die Summe von 5—6 Milliarden zälien könne. Pvimars ruh aus: „Möge es dem Öimmel gefallen, daß er recht behält!" Finanzminister Francois Marsal lxibe in der Sammer am 14. l'lpril erklärt, nach feiner Kenntnis hätte Amerika 730 Millionen Goldmark, England 325 Millionen Goldmart für gelieferte Nahrungsmittel 'von Teutschland er ballen Franlreich habe für g lieferte Nah^u: gsmittel 131 Millionen Franks in ttohlen empfangen. Als Ersatz für die Unterhaltungskosten der Besatzungsarmee habe Frankreich bis 1 Februar 600 Millionen Mark in Papier erhalten, was weniger als den zelinten Teil der Kosten für die Besatzungsarmee darstelle, die er im ganzen auf 1600 Millionen Franks berechnet. Ter Abg?ordnete Louis Dubost l;ibe ht der Kammer gefragt, welch: ^ßohlenab- schlüsse im August 1919 mit Deutschland getroffen worden seien und welche Mengen cS zu liefern gehabt hätte. Das Protokoll spreche sich darüber nick t aus. Bis 31. Marz Haie Deutschland Frankreich geliefert 3 654 318 Tontten. Der sozialistisch^ Abgeordnete Vincent Auriol 'habe in der Kammer die Zinsenfrage besprochen. Teutschstand müsse im Grundsatz 5 Prozent bezal-len, Frankreich aber bezahle mindestens 53/i Prozent, also während 25 Jähren müsse es einen höheren Zinsfuß bezahlen als Deutschland. Deutschlands Llohlenlicferungcn. Haag, 17. April. (Wolff.) Ter „Rieuwe Eourant" meldet aus London: Tie (Entarte untersagte auf Ersuchen Frankreichs Deutschland, Steinkohlen nach dem Auslände zu liefern, solange nicht die verabredete Bkenge an Frankreich geliefert ist. Der Prozeß Caillanx. Paris, 17. April. (Wolfs.) Der Generalstaatsanwalt hot gestern abend seine Anklagerede gegen C a i l l a u r vor dem obersten Gerichtshof beendet und die Verurteilung Caillattt" auf Grund der Artikel 77 und 79 des Code pefale des Strafgesetzbuches zu einer politischen Strafe verlangt. Politische Strafe will heißen: Devortienmg ober Verbannung. Ein Denkmal für JaureS. Paris, 18. April. (WTB.) Nach einer Meldung jdcs „Populair" aus Le Davre soll dort ein Denkmal sür Jaurös errichtet werden. Die Franzoseiherrschast in $ranffurt. Messe- und Reisepaß. Frankfurt a. M., 17. April. >Wolff.) Tas Mes-amt Frankfurt gibt offiziell bekamst: Tie französischen Besatzungsbehörden haben bestimmt, daß bei Fortdauer der bestehenden ruhigen Ver- llältnisfe die Zureise nach Frantsurt a. M. zum Besuch der zweiten Frankfurter Internationalen Messe oom 2. bis 11. Mai und des Internationalen Wirtfchaftskongresses am 1. und 2. Mai auf Gnmd des üblichen Reisepasses, der mit einem Vermerk: „Inhaber reift zur Frant7urter Messe" versehen ist, erfolgen kann. Der Vermerk „Inhaber reift zur Frankfurter Messe" kann durch alle Handelskammern und ähnliche Stellen, sowie durch die Polizeibehörden ausgestellt werden und genügt zur ungehinderten Einreise, zum Sluienthalt in Frankfurt und zur ungehinderten Ausreise aus dem hefteten Gebiet ins unbesetzte. — ?luch sonst wird die Abhaltung der Frankfurter Frühsahrs- messe durch die französische Besatzung nicht bc- lindert. Das Meßadreßbuch erscheint dieser Tage. Bestellungen, sowie alle Anfragen wegen Wohnung ufw. sind an das Meßamt Frankfurt n. M. zu richten. Der Streik in Amerika. A m ste r d a m, 17. April. (WTB.) Wie deniBlättern drahtlos aus Washington gemein bet wirb, sind in Chicago 24 Streik- sührer verhaftet worden. Laut „Newyork Sun" sind in Neuyork von bolschewistischer Seite Flugblätter angeschlagen worden, ivorin zum Sturz bes Regierung und zu einem allgemeinen Streik ausgefordert roirb. Tie Aufstandübewegung in Irland. Londonderry, 18. April. (WTB.) Am Samstag abend wurde die Solbatenge ndarmerie- Kaserne überfallen. «Die zu Hilfe geeilten Polizeik^amten wurden mit Maschinengewehrfeuer überfallen. Eine Anzahl Soldaten und Polizisten sowie mehrere Zivilpersonen wurden verwundet. , Amsterdam, 17. April. (Wolff.) Wie „Zele» graas" aus London meldet, wurde der P o st z u g Eork-Baltimore sIttand) gestern fiich von 50 bewaffneten maskierten Männern angehalten, die einen Teil der Driefpost n^gnahmen. Tie tlricgSgewinnsteuer tu Italien. Mailand, 17. April. (Wolff.) Der „Eor- riere della Sera" berichtet über Maßnahmen bet Regierung zur Einschätzung der Vermögen. So müssen beispielswepe von einem Kapital rwn 100 000 Lire, das durch den Krieg auf 2 Millionen angewachsen i|t, 1 700 000 Lire, d h 91 Prozent abgegeben werden. Die Kriegs- gewstrne dürfen das Grundkapital um nicht über 80 Prozent übersteigen. Die au&erorbeiitlidic Steuer auf Vermögen, die schon vor tvm Kriege bestand, beträgt im Minimum 4Vi Prozent auf Vermögen von 50 000 Lite, nuib 11 Prozipil bet Vermögen von einer Million Live und 50 Prozent bei Vermögen von 100 Millionen Lire. Hölz verhaftet, Dresden, 18. April. (WB.) Born Wehrkreiskommando 4 wird mitgekilt: Nach übereinstimmenden Meldimgen der tschechischen Grenz- kommmidos in Gradlitz imd Breitenbach fowü> txer| Militärpollzei in Eget ist Hölz am 17. b. Mts. in Marien bad verhaftet und in das Kriegs- gerichtsgefäi^guis Eger eingeliefert nwtden. Planen i. Voqtl., 18. April. (Wolff , 8« der Verhaftmig von Hölz wird bet Poliz. iinspek- tion Eger noch mitgeteilt: Hölz verweigert > de '2lM£>fuitft über seine Person. Et erklärte, crst vor dem Gerichtshof in Prag Rede stehen zu wollen Durch Gegenübers^ ltmg mit einigen anderen im Stri gsg.'richtsgefängnis befindlichen V x-* lasteten muib.* jedoch seine Identttät idtgr'ft 11t. Bei ihm wurden noch etwa 130 000 Ml. vor gesunden. Mit ihm zusammen wurde ein Kommunist namens Webet festgenommen. Das (Ergebnis im Zalle Sklarz. Ter von der s o z i a 1 d e nt akratischen Partei eingesetzte ll n t e rind) u n g s ans« schuß zur Untersuchung der im Falle Sklarz gegen fvzialdenvokratisckie Parteiführer er tulenen Beschuldigungen veröffentlicht jetzt bas Resultat dieser Untersuchung. Er kommt nach genauer Prüfung jeder (Änzelbeschuldigung auf Grund bet Vernehmung aller in Betracht kommenden Personen: zu folgendem Schlußergebnis, das.die Grundlosigkeit der Beschuldigungen feststellt: Der Ausschuß hatte natürlich nicht die Möglichkeit, seine Zeugen eidlich zu vernehnum. Drvtz- dem erscheinen die Ergebisisse der Untersuchungen so einbeinig klar, daß schwrlich jenurnb, der bis Aussagen und das dem Ausschuß sibriftlich übergebene Material vorurteilsfrei prüft, noch bei»übten kann, daß auf Grund dieses ^.Materials und dieser Zeugenaussagen von Ävrrup'.ir.m^-erfck>einunM gen an der Spitze der Sozialdemvkratisck>en Partei Deutschlands gesprochen werden dürfe. Keiner der 91t!flöget, Baumeister, Davidsohn und Svmienfeld, lat einen Beweis auch nur versucht, daß sozialdemokratische Minister für entsprechende Gegenleistungen die Herren Sklarz und Pärnus begünstigt hätten. Baumeister und Sonnenfeld erklärten sogar wiederholt, daß ihnen solche Behauptungen ganz ferngelegen hatten. Tie beschuldigten führenden Parteigenossen haben entschieden zurückgewiesen, das- sie jemals an Sklarzschen ober Par- ousscken (^schäften beteiligt gewesen seien, und niemand 1-at anck nur versucht, das Gegenteil zu beweisen. Ob bei den Sllarz-Parvusschen Geschäften und ob bei den Abrechnungen bet Regierungs- huuyen strafbare Unregelmäßigkeiten vor gekommen find, wird die Staatsanwalffchaft.zu prüfen haben. Der fozialdemotratische Unterfuchun^sausschuß lattc nick! die Ausgabe und auch nicht die Möglich- feit, die Geschäfte dos iberm Sklarz zu prüfen, der überhaupt nicht Parteigenosse ift Für die Verhandlungen vor dem Ausschuß war bezeichnend: der Beweis, daß sich die Ankläger in manchen Behauptungen nachweislich geirrt haben, in anderen unzweifelhaft unsichter waren, ans eigenem so gut wie nichts wußten, immer wieder versickerten, daß es ihnen nicht um die Belastuarg von führenden Parteigertosten, sondern nur um die Klärung der Angelegenheit zu tun sei. Immer mehr schränkte sich während der Verhandlungen die Untersuchung auf die Frage ein, ob einige führende Parteigenossen in ihrem gesellschaftlichen Berke hr mit Sklarz nicht weitergegangen seien, als mit ihrer politischen Stellung vereinbar sei. Eine solche Frage ist aber nur sehr schwer und wohl immer nur subjektiv zu entscheiden. Es müßte zu bedenk- licken Folgerungen führen, wenn man Partei-, qeridjte über den gesellschaftlichen Verkehr der Parteigenossen einrichten nullte. Auf diel em Gebiete wird immer das TaktgefuA des einzelnen zu entscheiden haben, das allerdings führende Parteigenossen und Regierungsmitglieder stets heran- lassen muß, in ihrem Verkehr besonders wählerisch und lurückhol.'end zu sein. Ter Llussckuß hat auf Grund des ihm von den Anklägern vorgelegten Materials, das nach deren eigenen Bekundungen vollständig ist, die lieber- zeugung gewonnen, baß nichts vorliegt, toas zu dem Vorwurf der .stvrrupnon gegen führende Parteigenossen berechtigt:. Zwar hatte der Ausschuß nickt die Möglichkeft, den jungen Somienfeld zu vernehmen, weil dieser sich in Lolland bi .haft befano, aber es liegt auch kein Anhaltspunkt dafür vor, daß Sonnenfeld junior gegen führende Parteigenossen belastend au singen könnte. Tie Aussckstißmitgtieder hatten während der langwierisen, mühevollen und zum Teil kleinlichen Verl/LNidlungen oft den ©rnbrurf, ihre Zeit und Arbeit an eint Sache zu verschweigen, die den Ausivan> nickch lohnte. Immerhin werd die Untersuchung infofern von Wert sein, aXS sie ^eigt, dafe die maßlose Betze, die monatelang in vielen Zeitungen gegen svzialdemokrattsche Parteiführer getrieben worden ist, in dem Material, das Baumeister, Davidfohn und Sonnenfeld vorlegten, und das auch die Quelle des Preffefeldzuges bildete, feine berechtigte Grundlage hatte. Ter Ausschuß ist überzeugt, daß auch die bevorsdeheichen Prozesse, soweit sozialdemokratische Parteiführer in Betracht kommen, fein anderes Ergebnis haben werden, alS es in den Arbeiten des so^mldemrofrati'cken linier- füchungsauÄchlo'ses torliegt. Ans Vein ReicHe» DK Bildung eirus „Landes Thüringen'. Erfurt, 17. April. (WTB.)Die „Thüringer lAllgemeine Zeitung" erfährt: Bei der Reichs reg ierung ist ein Antrag der thüringischen Staaten auf Bildung eines,Landes Thüringen" unter Ausschluß der preußischen Gebietsteile eingegangen, weil deren Bevölkerung sich dagegen erklärt. Den Antrag hat das Kabinett bereits beschäftigt. Die Einbringung der Vorlage beim Reichsrat und im Parlament steht unmittelbar bevor. Aus der Deutschnationalen Volkspartei. Graf Posadowsky teilte dem Landesverband Merseburg der Deutschnationalen Bolkspartei mit, er wolle für die nächste Reichstagswahl nicht wieder kandidieren. Der stellvertretende Vorsitzende der deutsch-nationalen Fraktion in der preußischen Landesversammlung, Abg. v. Kar- dorff, ist aus der Deutschnationalen Vvlkst- partei ausgeschieden und hat fiif)i der Deutschen Volkspartei angeschlossen. Revolutionäre Studenten vor dem Voltsgericht. München, 17. April. Bor dem Münchener Wolksgericht hatten sich vier Studenten und eine Studentin, die in der Zeit der Münchener Räterepublik Mitglieder des sogenannten revolutionären Hochschulrates gewesen warm, unter der Anklage des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, der Beihilfe zum Hochverrat, der Beamtennötigung und Ausübung eines öffent- lichm Amtes zu verantworten. Der revolutionäre Hochschulrat gründete sich anfangs April vorigm Jahves, um die Münchener Universität im Geiste der Räterepublik umzugestaltm. Die Angeklagten ließen auf dem UniversitätsgÄ»äude die rote Fahne hissen, erklärten die Universität für geschlossen und verlangtes! unter Androhung von Waffengewalt die Auslieferung des UniversitätssiegelÄ und die Aushändigung der Senatsakten. Sie er* ließen außerdem eine ganze Reihe von Bekanntmachungen und Beschlagnahmen. U. a. verfügten sie die Sperre der Gehälter der Professoren. Ursprünglich war auck die Absetzung der Professoven und Beamtm der Universität verkündet worden, doch ergaben sich in diesem Punkte so viele Schwie- rig Beiten, daß man sich sofort zu Zugeständnissm bereit finden mußte. In der Beweisaufnahme, zu der eine Reite von Professoren und Beamtm der Universität als Zeugen geladen warm, wurde dm Angeklagtm das Zeugnis ausgestellt, daß sie sich nicht von selbstsüchtigen Motiven hätten leiten bissen, sondern zweifellos geglaubt hätten eine kulturelle Tat zu vollführm. Auf Grund des Derhandlungsergebnisses hielt der Staatsanwalt lediglich die Anklage toegen Beihilfe zum Hochverrat aufrecht und beantragte Festungsstrafen von je zwei bis drei Jahren. Das Urteil lautete auf Festungshaft von je 1 Jahr drei Monaten bis 1 Jahr 6 Monaten, unter Zubilligung der Bewährungsfrist nach Verbüßung von je drei Monaten der Strafzeit. (F. Z.) Warenbörse kam es zu einem richtigen Preissturz; es tofrete vorr ungebrannter Kaffee 25,40 Mark das Kilogramm, kondensierte Milch, die vor 14 Tagen noten Sie Der lleberbringmn — meiner Kammufrau — die Kleider und übrtaen Sachen, die ich bn Ihnen zurückgelassen habe, da ich sie sehr notromSng brauche. Hochachtend Frau Latimer. Ich schaute zu Mimms auf und lächelte. Er lachte seinerseits recht v'rtehmlich. Wofür hat sie mich eigentlich gehalten ? iagt" er. Tie muß sich tenten, ich sei ’m verflucht s grüner Junge, ter noch nich trocken hinter das der Ohren ist. „Mit Wilhelm MimmS treiben Sie nid) j Gr Schindluder, Madam," sag ich ihr; „machen Si. ' Br sich aus die Socken, Madam, und zwar etwas plötzlich! Sonst versetzen Sie mich in die schmerzhafte Notwendigkeit, die Polizei zu tenachrickstigm, unter deren Anordnung ich jetzt zu hanteln Vie (Stym habe." Daraufhin wirft sie mir eine frech’. Bemerkung an ten Kopf unb sagt, ich weite recht bald wieder von ihr hören, sagt sie. „Nur nick zu bald, Madam," sag ich in ganz ernstem Ton. „in Ihrem eigenen Interesse." Also steigt sie wieder in ihren Wagen, und ter fährt ten weg, da kommt zufällig mein Freund mit seinem Wagen an gefahren — ich hab' Ihnen von ihm erzählt —, um eine Tasse Dee bei mir zu trinken. „Tommy," ag ich, „Tommy, alter Junge! Folg tem Wagen »! Wenn du mir sagen kannst, wo er hinfährt, ind dir fünf Sclnlling sicher." „Is recht, Wilhelm," sagt er, „ter Tee kann ivart.’n," und los fährt er, hinter tem anderen Wagen her. Das is erst vor ein paar Minuten passiert, und so hab ich mir gedacht, ich sollte rasch mal heruuter- teinten, Herr Doktor, und es Ihnen fag?n. Freut mich, wie gesagt, daß ich Sie noch erwischt hibc. Mich auch, Herr Mimms. Sie haben sehr klug gehantelt, berat ter Bries da ist gar nicht von ter Gräftn geschrieben. Es ist nicht ihre Handschrift. lich is eris nich. Das hab' ich schnell wie 5 gefeten. Mein' Alte is bei ।nettem kein: 0 m gerate, wie loemt si' einen .tt Madame Mimms unterf(breiten wollt', dem. — Das Gesamtmtntsterium beschließt: Der Regierungsrat Linkenheld wird mit Wirkung vom 15. d. Mts. von dem Amte eines Staatskommissars für die wirtschaftliche Demobilmachung entbunden. Der Ministerialrat Dr. Wagner wird zum Staatstommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung mit Wirkung vorn 15. d. Mts. ab bestellt. — Ernannt wurde am 12. April ter Privatdozent an der Technischen Hochschule in Darmstadt Dr. Friedrich Behn, Direktorialassistent am Römisch- Germanischen Zentralmuseum in Mainz, auf Antrag der Technischen Hochschule zum Professor. — Die Stelle eines Staatskassesekretärs und eine Steueraufseherstelle in Friedberg sind erledigt. — Die bisherige „Generaliezeptnr dos Mainzer Lbiv= versitätsfonds" hat anstelle dieser Benennung durch Entschließung des Landesamts für das Bildungs- »vesen vom 14. April 1920 die Amtsbezeichnung „Rentamt des Mainzer Universitätsfonds" erhal- (ten. — Ernannt wurde am 8. April der Derwal- Itungspraktikant Heinrich Weinel zu Büdingen zum Kreissekvetär. — Heber tragen wurde am 23. März dem Lehver Friedrich Herrmann zu sSösgesäß eine Lehverstelle an ter Volksschule jai Offenbach — Entlassen wurde die Lehrerin an ter Volksschule zu Gießen Auguste Schneider, geb. Haggenmüller aus tem Schuldienst sowie die Lehrerin an ter höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu Alsfeld Elisabeth Feick. Am 17. d. Mts. tourte Herr Friedrich Leo zum Vorsteher des -Ortsgerichts ernannt. ** Ans dem St ad 11Heater büreau. Ein hochinteressantes Gastspiel bringen uns am nächsten Mittwoch abend zwei ter allerersten Künstler des Neuen ThAllers Frankfurt a. M. Frl. Leontine Sagan und Herr F. W. Schröder in der Komödie in 6 Akte?! von Peter Nansen „I u - diths Ehe". Dasselbe Gastspiel hat vergangene Woche in Marburg einen ganz außerortentlichen finanziellen und künstlerischen Erfolg erzielt, und es ist zu erwarten, daß das Gleiche hier ter Fall fein wird. Guter Besuch ist umsomehr zu wünschen, ba die Ansprüche gastierender Künstler in ter letzten Zeit ganz außerordentlich in die Höhe gegangen sind und nur bei wirklich gutem Besuche mich weiterhin — namentlich im Sommer — ähnliche Aufführungen stattfinden können. ** Volkshochschule. Das 3. Semester, das am Montag den 3. Mai beginnt, wird tem längerer Dauer fein, als die beiden vergangenen. Damit wird einem Wunsch vieler Hörer nach noch größerer Vertiefung tes Stoffes Rechnung getragen. Hoffentlich führt diese Maßnahme ter Volkshochschule abermals neue Beftrcher M Läßt sie doch erkennen, daß es ter Vokkshochschule vor allem mtf Gründlichkert ihrer Arbeit anüommt, die es jedem Teilnehmer ermöglicht, auch ohne besondere Vorbildung erfolgreich mitznarbeiden. Tas neue Programm enthält wieder viele Stoffe die für jedermann von Nutzen und Bedeutung sind. ** Das feu chtwarme Frühlings- to-etter hat das Wachstum auf Wiesen und Feldern sehr gefördert, so daß wir gegen das vorige Jahr 2—3 Wochen vor sind. Das tjl gut so, denn das Futter toirb allerwegs knapp, zumal wir voriges Jahr eine geringe Heu- und Runkelernts hatten. Jetzt stehen die Kleeäckcr und Grasgärten steveits so üppig, daß schon in diesen Tagen die Viehzüchter Grünfutter holen können. Die Futter- tmittelpveise sind infolgedessen auch schon sehr im Sinken. Der Zentner Runkeln, der vor 14 Tagen Noch 20 Mk. kostete, wird jetzt mit 12 Mk. und billiger verkauft. Die Saaten stehen gut, der Raps ^beginnt zu blühen, sicht aber in manchen Gemarkungen lltmmerlich aus. Das Stecken ter Kartoffeln hat begonnen. ** Fahrraddiebstahl. Am verflossenen Hreitag, abends gegen 8 Uhr, wurde in ldem Tiefenweg ein vor einem Hause aufge-, stellbes Fahrrad, Marke Neckarsulmer-Pfeil, altes Modell, mit der Polizeinummer 2156, gelötetem Rahmenbau, neuer grauer Gummfo bereifung, Marke „Turingia", ohne Gummli an den Pedalen, dunkelbrauner Satteldaschef mit rotem Borhängeschl-oß, das mit einem Schloß in sich angeschlossen war, gestohlen. Vor Ankauf toiri) gewarnt. ** Diebisgut. Tie vor einiger Zeit aus dem Hofe eines hiesigen Bäckermeisters gritohlen-en zwei Pferdegeschirre konnten toieter zur Stelle gebracht und tem Eigentümer zurückgegeben werden. Am verflossenen Freitag gelang es zwei Kriminalbeamten, die Täter mit den Geschirren, die sie in Koffern verpackt hatten^ bei der Karlsruhe abzufassen, als sie im Begrift waren, sie nach Auswärts zu veräußern. **■ Diebische Zigeuner. Am verflossenen Freitag wurde ein Zigeunerpaar festgenommen, das in ter Graben straße aus einem unverschlossenen Korridor, ohne daß es die Bewohner merkten, zwei Vorhänge entwendet hatten. Dadurch, daß die Frauensperson das gestohlene Gut unter hie Röcke verpackt hatte, und das ihr beim Gehen auf der Straße zu Boden fiel, war man auf den Diebstahl aufmerksam geworden und konnte die Festnahme veranlassen. ** Diebe aneinerDicktourzelmiete im Felde. Bor kurzer Zeit abends bei Dunkelheit traf ein junger Mann eines hiesigen Oeko- nomen z'wei junge Burschen im Felde, welche sich an einer Dickwurzrimiete seines Herrn zu schaffen machten, um zu stehben. Der den jungen Mann statt Mathilde Mimms, wie sie's gewöhnlich tut. „Nein, machen Sie sich auf die Socken!" sagt ich, „treiben Sie nicht Schrndluder mit mir!" Ter ehrliche Maurer schien vor Stolz übn: seinen Scharfsinn ganz aufgeblasen zu sein, womit er den plumpen Schlachtenplan durchschmt hatte, durch ten man ihm Besitztümer hatte ab» schwindeln wollen, tee doch einen gewissen nicht unbedeutenden Wert für ihn b:saßen. Nun, Herr Mimms, sagte ich mit einem Blick auf meine Uhr, ich bin Ihnen zu größtem Dank verpflichtet und beglückwünsche Sie zu J'hvnn Scharfsinn. Aber jetzt muß ich fort. Ich muß zu einem wichtigen Rendezvous. Meine freunoliche" Empfehlung an Ihre Fvau! Adieu! Im nächsten Augenblick ’nxrr ich wieder aut ter Suche nach einer Trvschüe. Bald gllang es mir auch, eine zu entdecken; rasch gab ich tem Kutscher mein Ziel: „Formosa Mansions, Qu>oens Gite" an und stieg ein. Als wir über die Westminster- brücke fuhren, schlug es zehn Uhr. Somit hatte ich noch eine volle Sttrnte Dur mir uni> tonnte nun Betrachtungen über die Ungewöhnlich!!riten meines Unternehmens anstellen. Es lag nun nicht in meiner Natur, irgend einer Fran gegenüber schlicht nm zu sein; je schöner sie war, desto besser. Ich war — und bin es noch — fein Schwächling, sondern ein großer, breitschultriger Bursche; wegen nietntS Kopfes und meines Gesichtes habe ich mich me geschämt, wenn vegleitende Hund eilte voraus irm die Trete zq stellen. Benn Herannahen des jungen Mannes, gab einer ter Diebe auf diesen mehrere scharfe Schüsse ab, wobei ihm eine .Kugel nahe am Kopfe vorbei- sauste. Hierauf ergriffen sie die Flucht und verschwanden im Felde. ** Der „Finanzminister" der Rheinischen Republik. Die neueste Beilage zum Hess. Reg.-Bl., bringt unter Dienstentlassungen die Nachricht, daß ter Amtsgerichtsrat Dr. Peter Paul Liebing zu Mainz aus tem Staatsdienst förmlich entlasten wurde. £idnng ist ter „Finanzminister" der RheinischM Republik der Dorten und Genossen. Geschützt von den Franzosen mußten ihm, trotz Weigerung ter deutscher Behörden, seine Gehaltstezüge weitergezahlt werden. Nach Ratifizierung des Friedens war es dann möglich, zudem sich am Mainzer Gericht alle weigerten, mit Liebing zusammen zu arbeiten, ihn aus tem Staatsdienst zu entfernen. ** Ausgabe von Kvn sthb'nig. In ter Zeit vom 20. bis 30. April 1920 gelangen in den Klei nhantelsgeschäften, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, gegen Vorlage ter Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugsabschnitts Nr. 4 125 Gramm 'Kunsthonig zlum Preise von 95 Pf. für das Viertelpfund zur Ausgabe. ** Besitz wechsel. Das bis jetzt gepachtete Anwesen Restauration unb Saal-Etablissement Cafo Leib ist käuflich an Hans Kirzinger, Weiß^, Brauhaus, über gegangen. ** Der All gern. Deutsche Frauen- verein und ter Politische Frauenverein veranstalten am Tonnerstag ten 22. April abends 8 Uhr im Hotel Schütz eine öffontllche Frauenversammlung, in ter Uniteriitätspwsesfor Ro- lo ff über „Deutschlands Lage" ftnechen wird. Zur Teckung ter Unkosten totä> em Eintrittsgeld von 50 Pf. erhoben. Landkreis Gießen. ± Lang-Göns, 18. April. Im Henrich- schen Saale fand heute eine Kaninchen - und Geflügel-Aus st ellun^ tes hiesigen Zu«A« i Vereins statt. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Abteilung Hühner: Siegerpreis W. Brückel, Ehrenpreife: O. Mai, K. Müller und W. Brückel, 1. Preis K. Müller, 2. K. Spieß unb A. Romys, 3. Preise H. Zeiß, W. Henrich, O. Artz, W. Dem; 2. Abteilung Tauben: Siegerpreis A .Brückel, Ehrenpreise W. Ebel und A. Brückel (2), 1. Preis W. Ebel, 2. Preis W. Merz, 3. Preise: R. Kaiser, W. Ebel und A. Briickel; 3. Abteilung Kaninchen:a)Silber: Siegerpreise: W. Wagner und W. Stern II., Ehrenpreise: W. Ebel und W. Merz, 1 .Preis W. Merz, 2. W. Brückel, 3. Preise: Bürgermeister Velten, W. Wagner, W. Dem II. und W. Datz; b) andere Rassen: Ehrenpreis Eisen- branbt, 2. Preis Konrad Wagner, 3. Preis Eisen- branbt. Kreis Schotten. x Gedern, 19. April. Tie Arbeiten am Kirchturm sind nun vollendet; die Turmspitze erhielt völlig neues Gebälk und tourte neu ge» sckieseri; außerdem wurde die Kirche mit einer Blitzableiteranlage versehen. c. Schotten, 16. April. Zu ten (Stenten» merieüaturnen, die bisher un Kreise Schotten tn Schotten, Laubach, Getern und Mrichstrin bestanden, ist nun mit Wirkung vom 1. April ds. Is. in Eichelsdvrs eine 5. Gendarmeriestativn errichtet worden. Sie ist besetzt mit tem Stativns- führ er Wachtmeister Schmidt und WachtmeO-r I hrig. Zu ihr gehören die Gemarkungen ter Orte Eichelsdorf, Oberschmitten, Ulfa, Stomfels, Em- arishausen, Rainrod, Eichelsachsen und ObechnS. Erne Vermehrung ter Gendarmerie hat sich leider in ter verschiedensten Hinsicht als dringende Not- wendig'keit erwiesen. Starkenburg und Rheinhessen. 6vv-Jlchrsei!er. s.w. Bensheim, 19. April. Am 16. b. M. Konnte Bensheim den Tag ter 600. Wiederkehr seit Verleihmig ter Stadtrechte begehn. Die Stadtverordneten versammÄten sich aus diesem Grunde zu einer öffonllichen Fcsttogung. Ein« historischen Rückblick gab Bürgermeister Dr. LöS- lein. Die Urkunde über die Geschichte verlaS Professor Henbelmann. sw. Darmstadt, 16. April. Das Drago- nertegim ent welches seither hier stationiert war und zur Wuftechterhaltung ter Ordnung noch Thüringen abgerüeft war, ist jetzt auf ter Rückkehr in Fulda eingetrvffen und m ter dortigen Av> tillackekaserne unter gebracht. Hessen-Nassau. mc. Frankfurt a. M., 17. April. De frMrzösisiche Behörde hat nunmehr wieder gestattet, daß auch ab Frankfurt die Schnell- züge nach auswärts sofort bestiegen werdw können. Seicher msußden die Reisenden erst nach Friedberg, Hanau oder Darmstadt fahren, ehe sie auf Schnellzüge übergehen konnten. mc. Frankfurt a. M., 16. April. Die Sicher he i tsweh r, die beim Einzug ter Franzosen verhaftet und entwaffnet tourte, ist nach längerem Aufenthalt im Lager Griesheim bet Darmstadt nunmehr freigelassen worden. Die amten haben sich nach ihrer neuen Garnison Bod Orb begeben. ich in den Spiegel sah. Ich bin, das möchte ich betonen, bei weitem Bein „schöner" Mann. Aber immerhin auch fein Krüppri. Trotz all tem machte mich das bevorstehend; Rendezvous unerklärlich nervös. Ich war aup geregt, ungeduldig, dre Frau zu treffm, unö dock bedrückte mich eine seltsam: Vorahnung von Gefahr und Unheil, als wir uns immer mehr tem Ziele näherten. Queens Gate! Formosa Mansinrs! Mieter drängte sich mir die unbestimmte Erinnerung an den Namen auf, aber ick wußte ihn nicht unter* zubringen, und vergebens zermarttote uh mir daS Gehirn über ten mir so bekannt öätgenten Namen. Wir fuhren am St. GwrgSstetal vorüber, und ein paar Augenblicke später las ich mechanisch den Namen Alexandrahotel an einem großen Gebäude, immer noch in mein Nachdenken »irtiett. Aber in diesem Augenblick wußte ich auch, wohn: ich die Formosa Mansions kannte! Wohnte dort nicht ein alter Freund von mir, Davenport, ter gleich Dick Molyneux sein Patent in die Dasch: gesteckt und von seinen Rentm lebte? Eine einfache Gedankenvnchindung hatte mich wieder an diesen alten Kvmmilitonm erinnert; ich wußte, daß fein Klub un Alexantwcchotel residi'.rte. Rasch ließ ich den Kutscher halten und eilte in die Klubräume hinaus. Um diese Zeit mußte Davenport noch im Mub sein. (Fortsetzung folgt) 3. $u 3 Mir 4 W. Der Bois mafter Kvnmm Vadmhmi in da M, die A teen baito, tou Enjm ttm 1 Äs dir B brate bt M bi wrn bortigenf «wsges-wchenr ■ Mt,lveilteri Mg mi> Bvv wr, stchdadm znitsts atoen ßforit un- ds (?in rütff 1 Sonnt, ein n Ww M Kaufmann M LtleichM Gelds b K- K. Don ^aei 1 Jahr ''M mußten v •v solsche 50-D über 'M AZ; MM nMs) Berte txm u»3 KLoeM ^MUitnach LedermM-dtt PräsM W M'trgin5S fcmmc Wj a. entgegen, M nachdem er M «morsen datle,b jvrnrumps und rntsMN M ew M Garten, der Mb. Dort rnrtf teile nieder und af den BeaiM SMckmcthaM. : und «s schuß am Ähei I W- " qelang cs dem 8ereive t Mdung b< gWitige )vi M Beifall) «tonbem 2«aus die ffragen turnet Arp un Mlt und d Dcrli Reu nner Sfanbbncfe aus 4 4V* Pvvz. Cärfewturfe. Derlln sehr 364, 344, irrt) 306,50 nm 320, 330, getrieben. behördliche Anzeigen L. Althoff <355 u. M. 28.50 M.24 Fritz Nowack, Wäsche-Fabrik 8rnci$aebm afler irt m: 61 hgtta, 1112,75 1116,25 1121,25 1128,75 1079,75 1081,25 1083,25 1086,25 349,65 269,70 245,70 62,40 372,10 22,72 28,53 98,10 24,53 337,15 274,70 245,70 62,15 379,60 22,72 29,97 99,90 27.47 337,85 275,30 246,30 62,85 380,40 22,78 30,03 100,10 27,53 209, 201, 22,72 28,47 97,90 24,47 394, 396, 350,35 270,30 246,30 62,60 372,90 15.4. 8,90 435 9,25 7,50 398,- Vereiue und Veranstaltungen. •* Großen-Buseck, 17. April. Bor Kurs 16.4. 79,75 16.4. 9,- 4,30 9,50 7,50 390,- Lii» Sie Turueu, Spiel und Sport. Der Turnverein von 1846 veranstaltete eingehender Ausspradie über wirtschaftliche »litische Fragen zweckdienliche Anregung. 296,50 481,- ekom- >! unti 1918. 2322,75 2327,25 2322,50 2327,50 404,60 405,40 407,10 407,90 1248,75 1251,25 1248,75 1201,25 1098,75 1101,25 1098,75 1101,25 1373,50 1376,50 1373,50 1376,50 lüttfil pril. Tie Irteita a ißenbet; dir Ämchhr ft und laate rzn gt- btt -ich mit dmr Zürich . . . . Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. . Wien . . . . «hattet und dies auch selbst 'getan habe. Tin rückfälliger Dieb erhielt 1 Jahr Gieren, 16. ÄXtl. Der Stuüateur Friedrich Wilhelm M- von gen 3h)npcrtteruna entgegcnMnebmea. 545,- 310,- 315,25 338,50 ©tnbarnitrwMh' tßt mit tem Sftßw nbt intb Bachwr Öararttimgöi br/ M. Swnrsck> Mm «J Oft darmmr ha! m ® M als briMM"« Freiwilliqe Gerstkiqerunq. Mit twoch den 21. April 1920, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich. Dalltor- straßc 6 dahier DarmstÄtter Sxnis'i gegen Bai> zaAnng: l.^olzbett stelle, 1 eiserne Bettstelle, 1 eisernen Blumentisch und Blumenständer, 1 Treppenstuhl, 1 -Kinderttsch, 1 gut erb. Tamenstchrrad ohrre Bereifung, 1 polierte Bettstelle mit Rvßhaar- mattatze, 1 gr. 3tn9>abatxntne, 1 blauen Che», yiotwck und Weste, 1 Zither, 1 Rasenmähma- ichme, 1 Paar gut crh. ^xbaftstrestl, 1 ov. eich. Tisch, sowie verschiedenes andere. 4386 Junker, Gerichtsvollzieher, Plockstraße 4. lpril. Zu btn cflteT- an mit Saoc« v Vermischte». ** Geldstücke aus — Porzellan. 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It. bereits oer- öffenllichter Anzeige la der Turnhalle am OSwaldS garten um 2 llhr bestimmt und pünktlich. 17.4. 79,75 76,60 75,60 77,50 142,50 307,- 222,50 166,75 149,75 1 208*50 199,37 366,- 357,25 339,75 352,- 244,50 298,- 488,- 559,- 394,50 392,25 224,50 550,- 315,- 340,- 333,- Ich suche jederzeit bei heben Preisen zu kanlen: wissensch. Bibliotbekeu aus all. Gebieten •weit kleinere oder gröBere Speilal-Santelengsn ans PrlvatheeitE, Ken vertat lonslexiki aewle eliulie Werke von Wert. Vermittlern zahle ich hohe Provision; ich suche auch in kleineren Städten Vermittler, die für meine Interessen tätig sind. [4288m K.F.Koehler's Antiquarium, Leipzig,Täubchenweg 21 Bezugsquelle für neue und alte Bücher. Marknatteraage«. Datum: .s vuhneri _ tfe: 0. Mai, $ M 5..M ®. W 'Teilung Tauber M-rrise 8. Sbd ß W. Ebel, 2. 8 la, W. Ebe! und i ?anin6en:a)Si&r ' mid W. Dm L. ) S. Met), 1 ,9m 7 3. $rriie; 8ihp er, W. Dern II. ai Ö Rhrsthksiev. 9^2. 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Der Betrieb der Frankfurter Universi- t ä t erleidet durch die Besetzung der Stadt keie nerlei Einschränkung. Für die auswärtigen Studierenden sollen die Einreisepässe rechtzev- tig vor Beginn des Sommersemesters beschafft swerden. mc. Frankfurts. M., 16. April. Ter Beginn des SommersemesterS an der Frankfurter Universität wurde jetzt endgültig auf den 6. Mai d Is. festgesetzt. Hornhaut. Ballen u. Warzen beseitigt man schnell, sicher und schmerzlos mit In vielen tausend irällen glänzend <1 UlirUl» vewähri. Kukirol istm allen beRcren Drogerien »um Preise von Mk.2— erhältlich. Lasten Sie sich nicht» ander, aufreden, es gibt nichts BeffereS. 9 c t t. : Festsetzung von (£yeugo>, Grvßhandels- and Kleinhandel «Höchstpreisen rür den Brmdesstaat Hessen und den Regierungs-- bezrrk DieSbatrm Bekanntmachung. Ans Grund der Verordnung über Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917 sReichs- xftetzlü. S. 307^ § 4 ff. wird bestimmt: Die für Zwuckeln geltenden Höchstpreise werden mit Wirkung vom 15. April 1920 ab auf» Phöben. 43808 Berlin, den 12. April 1920. Reichs stelle für Gemüse und Obst. Der Vorsitzende: von Tilly Ämnlag sein Anturnen. Eine stattliche Schar Zöglinge und Schüler traten am Vormittag jum ««turnen, bestehend in einem Sechskamm, pielhaus. Monttrg, 19. April: Pygmalion. Dienstag, 20.: Der Tod des Empedollcs. Mittwoch, 21.: Romeo und Julia. Donnerstag, 22.: Der Tod des Emped^lleo. Freitag, 23.: Pygmalion. SamStag, 24.: Don Carlos. Sonntag, 25., nachm. 2»/r Uhr: Michael Kramer. Abds. 6 Uhr: Die Seichung Semaels. Montag, 26.: Liliom. Dienstag, 27.: Pygmalion. Mittwoch, 28.: Gespenster. kennen geleimt, der sich seit Jahresfrist unter falschem Namen umbmrieb- Beide verabredeten, Diebstähle ju begeben. Am 17. Januar stiegen sie in Bad-Nanheitn in ein Lxrus ein und gelausten über die Dächer in das 5>aus eines Gold- wavenhändterS. Da sie aber erkannten, daß sie die dort befindlichen Panzertüren nicht zu öffnen vermochten, entfernten sie sich alsbald. In der nächsten Nacht drangen sie, rrachdem sie durch ein steller- jeuster emgeschlüpst, nach dem gewaltsamen Oessnen wehvever Türen die Treppe her aus gegangen und Lurch ein Ganafenster dnarflicgnt uxuen, in die Räume eines Nauheimer Kaufhauses ein und ent* wendeten dort Pelze, Kleider und andere Sachen im Werte von über 16 000 Mk. Auf dem Rückwege «ach Friedberg, wo sie sich in einem Lotel eingr- tnebet hatten, erbrachen sie ein Gartenhäuschen, teilten und verpackten dort die Beute. Dann gingen sie getrennt nach Friedberg zu. Dort fiel der Vorabende M. dem in Zivil btsdrdlichen Polizeiwacht- nirijter Korn.ru mps auf, hauptsächlich weil aus einer ledern,appe, die M. neben anderen Paktten trug, Gamaschen herausragten, an denen sich noch der Preiszettel befand. Kornrumpf stellte M. zu Rede; dlescr ging flüchtig, konnte aber alsbald nneber fest* otmnmmtni werden. Da er angab, sein Freund Lamme hinter ihm, ginej der Polizeibeamte dem v- entgegen und nahm chn test; I. riß sich aber, nachdem er seine Pakete dem Beamten vor die Brust «worfen l>atte, los und ging flüchtig, verfolgt von tvrnrumpf und einem städtischen Beamten. Es imtspann sich eine wilde Jagd durch die Vorstadt g Garten, dem Seebach entlang, bis ins freie . Dort warf sich I. am Ende einer Schleben- rtBcbcr und feuerte aus seiner Drowningpiswle auf den Beamten, der sich im freien F,ld nie« ixrocfntet hatte. Kvrnrumpf erwiederte sofort den Schuß und es begann ein Feuergefecht zwischen beiden. Der Einbrecher wurde durch einen Streifschuß am Schenkel verwundet und gina wieder flüchtig Erst nach etwa 3 Kilometer Verfolauna gelang <4 dem Beamten, ihn in einem Steinbruch dingfest zu mack)en. Die Strafkammer verurteilte »en M. zu 1 Jahr 3 Monaten Gcfängnis und den | ju3 Jahre 4 Monaten Zuchthaus und 3 Wochen !Host- Der Dorsitzorde sprach dem Po'li^ciwacht- merster Kvrnrumpf, der in ttrrzer Zeit dreimal mit Verbrechern in einen Feuerkampf verwickelt worden war, die Anerkennung des Gerichts für sein aattiges Verhalten aus. Mehrere Bahnarbeiter von Kirch-Göns, die -Vklirischen Hamsterern Mehl abgenom- «ien hatten, wurden mögen Nötigung zu Gefängnisstrafen von 1 und 2 Monaten verurtellt. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft >wrbe die von dem Schöffengericht Friedberg gegen rarji dortigen Eisenbalmarbeiter wegen Diebstahls ausgesprochene Strafe auf 1 Monat Gefängnis erhöht, weil der Airgeklagte, der mit der Beaufsichtigung und Bewachung der Güterwagen beauftragt war, sich dadurch eines cruhervrdentlich groben Der- lässige Kaufmann Adolf N. von Riga behielt die negen Kettenhandels mit Zigarren gegen ihn and* gesprochen r GeLstvafe von 300 Mk. Ter Stein* teuer K. K. von Ober-Mörlen erhielt wegen eines tlinbruchSdichstahls und wegen gewerbsmäßiger Bilderei 1 Jahr 2 Monate Gefängnis. Zwei weitere Lachen mußten vertagt tverdcn. Außerdem wurden fünf saffche b0-Mk.^Acheine eingezogen. k »Sy* 1 (In einem Teil der Auflage wiedntzvlt.) Die ©nträte und die Besorgnis vor neuen Putschen in Deutschi und. Paris, 17. April. ..MTB.) Die .Liberi" veröffentlicht folgende Mitteilung: Die Unter* rd)ung, die Lord Derby gestern mit dem Mi* nisteroräsidenlen M i l l e r a n d über die deutsches Angelegenheiten hatte, ist veranlaßt worden durch die beunrubigenben Berichte, die England intb Frankreich von ihren IhmtroUtommniDiivn m Deutschand über die Vorbereitungen $ir einem neuen reaktionären Staatsstreich erhielten Diese Nackirichten smd der italienischen und belgisches Regierung mitgeteilt worden, deren Anttoorl erwartet wird, um bei dem deutschen Lanz* ler einen ge me infamen Schritt durch die verschiedenen alliierten Ge* schäftSträger zu unternehmen, m dem ©iime, in dem Lord Kil manrock bereits verhandele^ Wenn ein militärischer Staatsstreich, ähnlich dem von Kapp, ausbveche, werden die Alliierten sofort die Lebensmittel- und Robstosfseu- düngen einstellen und die K r e d i i c annullieren^ Der „Temps" bestätigt im großen mrd ganzen diese Meldimg. Tas .Journal deS Debats" sucht den oorzunehmenden Schritt bezeichnenderweise nur mit der lückenlosen Erfüllung des Versailler Vertrages in Verbindung zu bringen. Kapp und Ludendorff. Frankfurt a. M., 17. April Der hiesige Hochfchulftkwcr Prof. Fritz Kern erzählt in Den „Grenzboten" seine „persönlichen Eindrücke'^ von dem Kapp'Abenteuer und schreibt u. a.: „DaS, was Bauer und Papst die „mllitärische Lage" mannten, wurde als günstig hingesiellt, die Fiktion des einheitlichen Lnrndelns der W-.chrmacht auf* rechterhalten. General Ludendvrff wa- durch seinen alten Freund Bauer gebeten imntm, der Sitzung als Privatperson bei-uwvhnen. Er fxitte den Putsch als solchen nicht gewünscht $u seinen bekannten Wesenszügen gehört aber eine oft za Iveügehendc Treue gegen seine Mitarbeiter. Auf Grund der ihm von Bauer gelieferten Angaben konnte er in jener Sitzung seinem ganzen Dem* perament nach nichts anderes als das militärische Durchhalten empfohlen. Der Mangel an politischem Augenmaß bet diesem großen Soldaten wurde ihm wtedermn verhängnisvoll. Indem er ans Portepee schlug, gab er für den?bugen- blick den Desperados neue Kraft. Seine Autorität hielt die Wankenden fest. Es war der Mut des Offiziers, der ans verlorenem Posten ausharrt, an Stelle bei Zivilkoarrage, die ein ver-- schltes Unternehmen mSglichst rasch glattstellt. Der militärische Geftchtspunkt verdrängte wieder einrnaf ■‘fit VÜ ^5 M Mttt Htz Soldatenkundsebunaen in BersailteS. Paris, 17. Tlpril (WTB.^ Nach dem ,,Petrs Parisien" ist es gestern abend in BersarlleS zu Kundgebungen der Soldaten (inen. Sie zogen durch die Straßen der Sb verlangten tne Entlassung der Jahves klaff Der , Matin" bestätigt, daß sich dabei einige Zwischenfälle ereignet haben und daß ent Kapitän, der ein greifen wollte, insultiert rtArrtx. Nach dem „Petit Parisien" wurde er verwundet. Patrouillen haben bte Demonstranten auseinander»- — Ürrnner DV>»tSeTruha«T-l!* tiengese ll schäft. Die Bank ttbxbiat ihre r»dpot beke^imdbrieie Serien V/VI und XIXL-ix zur Rückzahlung am 20. »di 1920. Gleichzeitig erklärt sie stch auf mehrfache "Jüncgain* gen itaer .'kundschaft bereit, mit Rücksicht ate die SxTtebre' dXT'rm,iteitvn der letzten Zett, nxxb bis Xattea Runränter abgeschwücht dteSJfljr wema verändert. Zvllanlerte 83 (4- 1), Türbm- yt 620 (4- 20), Lauoller 290 (ft- 201 fahtildn Tabak im Verlauf fest mtt 1050. Baltinvre setzten . Dvvzenl höher ein, dann nachgcbend bis 363. Bon Farbwerten Berliner und Badische Anttin gesucht und höher. Felten il Guilleaume fest, dagegen Ä. E. G. abdrvckelnd. Schucken 9 Droz, höher, Öeimrsche Anleihen matter. In Lypothekenpfandbriefcn schein^etwas mehr Material an den Markt zu tommen. Stadtanleihen und kJndustrievttiaationcn kaum verändert. Der (Ln- hettsmarkt schien ruhiger, aber ziemlich fest. Eine ganze Reihe von Werten imes auch fretc größere äurssteigerrrngen auf. Tägliches Geld gesucht, zrrka 4i/i ProzeM. Frankfurt a. M., 17. Aprll. (Börsen- stimmungsbild.) Der Schluß der öörfen- woche brachte dem Gesamttnarkl nur geringen Verkehr. Die Geldknappheit macht sich deutlicher be- merkbar. Neben der wenig geklärten politischen Lage sowie dem vorliegenden Ausweis der Reichsbank, der eine gewaltige Anspannung der letzten März- woche verzeichnet, standen keine Meldungen, die An- veaungen hätten geben können. Das Geschäft hielt sich deshalb in engen Grenzen mit Ausnahme von Montanwerten, wo es vorübergehend yu lebhaften Umsätzen kam. Sehr fest lagen Phönft Bergbau, bte auf spekulative Käufe mtt einer Preissteigv- (nw von 16 Prozent einsetzten. Mannesmann und dato schlossen sich der Aufwärtsbetveguny an. Zell sw ff Wald fps waren bei regerer Nachfrage 15 Proz. gesteigert. Deutsch Ueberfee Elektrische lagen fester. Stärker bevorzugt wurden Felteri und Guilleaume, die 533 ei nutzten und bann auf 577 stiegen. Schuckertschwächer. Gut behauptet haben sich chemische Aktien. Schifsahrts- aktien unterlagen nur geringen Veränderungen. Schantungbahn etwas schwächer. Kvlonialwerte zeigten ein ruhiges Aussehen. L>eimische Anleihen ruhig. Mexikaner wurden teilweise höher bewertet. Am Einheitsmarkt war die Grundsttmmung gut behauptet. Die Börse schloß still. Privatdlskont Frankfurt a. TL, 19. ApriL Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 16. April 17. April Ausgabe von Kunsthonig. In der Zett tont 20. bis 30. April 1920 ge» fangen in den Klemhandelsgeschäften, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, gegen Vorlage der Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugsablchnitts Nr. 4 125 Gramm Kunsthonig Sim Preise von 95 Pfennig für das Viertelpfund zur Ausgabe. Die KteinbatchÄsgeschüfte haben die Bezugs- ebftbniite Nr. 4 bis spätestens 3. Mai 1920 dem Ct&t Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 11, einzu- »nchen. 13568 Gießen, den 17. Aprtt 1920. ^^er Oberbürgermeister (Ledmsmittelamt). "W'fctaJS PL Aietzm. e ikaninchrn- ui! Mittwoch. 21. Avril 1920, nachm. 2 Uhr, verweigere ich Walltorftraße 6, dahier, Darmstädter Haus, zwangsweise gegen Barzahlung: 4 tompl eis. Wagenachsen (ä Stück 46 Kilogramm» und \ Herrenrock ($öffo). 4816 Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen. Handel. Berlin, 18. April. Börsenstimmungs- bild. Die Börse verlies zurückhaltender mrd bei erheblich verringerten Umsätzen. In Nebenwerten ist das Publikum noch tätig. Auch einige führende Spekulationspapiere blieben im Bordergrund«. Ueberjee 1240 ä 1275, Petroleum fest 806, schließ- 792. Einzelne Papiere der Schwerindusttie schienen weiter belebt auf die fortgesetzten Preiserhöhungen für Kohle und Stahl, Die schon so erheblichen Nutzen eingebracht hätten, daß auch bte dem- nächstigen angeblich energischen Maßnahmen der Regierung gegenüber der Valuta- und Preispolitik der Werke an den Ab- schlußaussichten wenig ändern könnten. Schontuttg nur behauptet 568. Westevegel fest 775. Rottweiler 380. Im Verlaufe wurden namentlid) Luxenchurger lebhaft gehandelt mit 356. Mannes- mann weiter befestigt 414, auf die Verhandlungen über die Saarttttereffen. Otaviwerte abbröckelnd. Im Freiverkehr bewerten Kolonralantette den Sur5 auf 7600. Stahlwerk Becker stlll 308. Bon ftemden Frankfurt Abenb- Schlüße Schlüte- Schluß- Kurs Kurs Heute entschlief unser liebes Christinchen im 27. Lebensjahre. j Lichtspielhaus 9 •» A Heuchelheim, den 18. April 1920. Bahnhofstraße 34 Heute letzter Tag: Die Pest in Florenz 99 G 3165c Zu haben im QJ7odebmjs\qlomon Gr ! V tnes&rp’C-' übjraß» Ferner: Die Herrin derWelt Ludwigstr. 41, 2 Tr. 3. Teil Fleißiges, sauberes Mia May g 9999999^999999® für kleinen Haushalt sucht 437383 sofort 0.121] Suche für sofort 07143 empfiehlt öiajsan 1 Verkäufe | 2 gesucht. Goetz, 1 Kliilke mit 9 Men äu verkaufen. 07149 Heoebelhelm, Ernststr. 19. Heringe . SW. 1.50 au verkaufen. 07102 Näh. Ludwigstr. 40, Lad. 437öss 80-90 Mark ND. Bettstelle (Gr. 451, prima Ware. 0J5 2.50 SW. 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Zn Betracht kommen hierbei Verkäufe von Brillanten und sonstigen echten Schmuck fachen, Kunstgegenstände, Antiquitäten und (Gegenstände zu Sammelzwecken, vergoldeten, versilberten und platinierten Gcgenstän den, Halbedelsteinen, Siegenständen aus oder in Verbindung mit Bernstein, Wrallen, Elfenbein, Meerschaum, Perlmutts und Sckildplatt, ferner Klavieren, Harmonien nsw. mit selbsttätigen Spielappavaten, Fälnzeugen, die mit motorischer Kraft betrieben werden oder Vergnügungszwecken dienen, Pelzwerk, Teppichen. Personen, die derartige Sachen umsetzen, müssen somit ent weder beim Umsatzsteueramt ihreit Gewerbebetrieb angemeldet haben oder, wenn es sich um nicht gewerbsmäßige Einzelverkäufe handelt, verstempclte Empfangsbekenntnisse erteilen (§ 30 und 39 a n. O.>. Tie Unterlassung ist in beiden Fällen mit einer Steuersttafe nach Maßgabe des 8 43 des Gesetzes bedroht. Gemäß § 191 der Reichsabgabvordnung haben die Behörden des Reicks, der Länder und der Gemeinden den Steuerstellen jede zur Ermittelung der Steuer und zur Turchführuug der Prüfung und Aussicht dienliche Hilfe zu leisten. Sie werden datier angewiesen, von Ihnen bekannt werdenden! Verkäufen von Luxusgegenständen, insbesondere Brillanten, echten 5ck mucksachen, Pelzen, Teppichen, Autos und Klavieren oie Namen von Mäulern und Verkäufern, Gegenstand und Kaufpreis den. zuständigen Finanzamte mitzuteilen und zn»ar and« dann, wenn cs iid> um Einzelverkäufe von Privatpersonen fanbeit. Ebenso sind gelegentliche Feststellungen über hmterzogene Umsatzsteuern anläßlich schwebender Ermittclungsverfal/ren, insbesondere solcher, die eine Nachprüfung des gezogenen Gewinnes betreffen, den Steuerbehörden bctanntzugeben. Gießen, den 14. -lpril 1920. Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Bekanntmachung. Bctr.: Tie Grenzen des neu besetzten Gebietes. Nack der von dem französischen Verbindungsoffizier mitgctcilten Karte verläuft, die Richtigstellung in Einzelheiten Vorbehalten, die Grenze des neu besetzten Gebietes wie folgt: (Tie Orte, die als besetzt anzusel/en sind, sind eingetlammerti: ~ Wegegabel an der Straße hafa—Biebesheim und Hahn— Stock st adt — (hähm — (Pfungstadt) — (Eberuadt^ Nieder Ramstadtl -- Ober Ramstadt — i Roßdorf) — (Gundernhiuseu (Tieburgi — (Alt heim) — t Harpertshausen) — höh? 141 südöst lich Babenhausen) - Harreshausen> — Gersprenz bis -ur Mün düng in den Main den Main abwärts bis (hainstabt Alsdann verläuft die Grenze östlich und nördlich um Groß-Auh im und lhanau, und folgt der Bahnlinie Hanau Mvd bis Heldenb?rg?n) — i Roßdorf । — Windecken) — , Heldenbergen — (Marien fas) — (Okarben > — l Rod farm) — Köppern) — Wel-rleim — < Anspach) — (Schmitten — und erreicht bei Seclenberg die alle Brückenkopf grenze. Gießen, den 14. April 1920. Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Bekanntmachung. Bctr.: Verwertung der häute von Rindvieh, Kälbern, Schafen und Pferden aus geiverblichen Schlachtungen. Tie von uns erlassene Bekanntmachung vom 9. Februar ds. Zs. — Amlsvertündigungsblatt Nr. 28 — wird mit Genel-migung des hessischen Landesernährungsamtes zu Nr. L. E. A. 4345 vom 14. April 1920 aufgehoben. Gießen, den 16. April 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Siegert. Ter Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Krei- s e s werden angewiesen, vorstehende Bekanntmachung sofort zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen. Gießen, den 16. April 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Sieg ert. Verordnung über den Vevkchr mit Zucker. Vom 31. März 1920. Auf Grund des § 1 des Gesetzes über eine vereinsachte Form der Gesetzgebung für die Zwecke der Uebergangswirtschaft vom 7. April 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 394) wird oon der Reichs- regierung mit Zustimmung des Reichsrats und des von der verfassunggebenden Teutschen Nationalversammlung gewählten Ausschusses folgendes verordnet. Artikel 1. 1. Ter Preis für Verbrauchs;ucker (gemahlenen Melis! beim Verkaufe durch Verbrauchszuckerfabriken (Artikel 1, 'Nr. 2 der Verordnung über den Verkehr mit Zucker vom 14. Oktober 1919 — Reicks-Gesebbl. S. 1789 — in Verbindung mit § 1, Abs. 1 der Verordnung zur Förderung der Zuckererzeugnng und des Zuckerrübenanbaues vom 18. Tezember 1919 — Reichs-Gesetzbl. S. 2133 — und mit Artikel 1, Nr. 2 der Verordnung über den Verkehr mit Zucker vom 29. Januar 1920 — Reichs-Gesetzbl. S. 130) wird für Lieferungen nach dem 31. März 1920 auf 135 Marl für je fünfzig Kilogramm erhöht. 2. Tie im Artikel 1, 9h. 2, Satz 2 der . Verordnung über den Verkehr mit Zucker vvm 14. Oktober 1919 festgesetzten Monatsaufschlage werden vom 1. April 1920 an auf 0,70 Mark erhöht. wendig fei. Sir Regmast» Tower teilt bie Ansicht her polnischen Regierung, daß Danzig ein bedeute n der Hafen Po lens werden mülle, «machst als Handelshafen, dann als Kriegsfasen. Tie polnischen Vertreter wnnsckien, mit T anzig die besten Beziehungen zu unterhalten. Polen wird bi? Versorgung Danzigs bis zur nächsten Ernte über- nehmen. Die Konfercnj von San Remo. Paris, 19. April. (Wolff.) Nach ban j)ffie hielten havas Kommuniquä ist gcfnrm in San lento rntidvieben worden, daß die Konferenz fick zuerst mit der türkischen Frage be- festigen werde. Heber jede Sitzung wird der Presse am '?lbcnd ein offizielles Kommunique überreicht. Paris, 19. 9lpril. (Wolff.) Nach eurer ha- oasmeldimg auv San Remo wird Amerika ,is ter Konferenz nicht vertreten sein. Paris, 20. Slpril. (WTB.) Ter Sonder- ü?ridK erstatt er der „Daily Mail" meldet aus San Remo, Fock fabe einen Bericht ausgearbeitet, und? dem eine Armee von 300 000 Aiann nötigen- i?.g sei, um über die 95usführung des türkisck)cn ^riedensvertrages zu waäen. Nack einer havasmeldung begann die erste Sitzung der interalliierten NiinisterkoTrserenz in San Renw gestern vormittag 11 Ubr. Kein militärischer oder maritimer Sachverständiger wohnte i»>r Sitzung bei. Der Kriegsminister Lefevre äuMrte zu dem pariser Berichterstatter der „Moming Post": Tie Behauptung, Frankreich sei militärilch oder im- trrialistisck, sei umrahr. Tie letzten Ereignisse in Dcutschland seien di? beste Antwort, die man auf b'efc Anfrage geben könne. Tie sofortige EnNvag mng Teutschlands oder die allgeinoinc Abrüstung träten sicher die beste Nhtliodc, die G?'.rhr eines unten Konfliktes zu beseitigen. Unglückliävriveiic iradc aber die Haltung Amerikas, drs iid) ; iweigere, dem Völkerbund bei; u tret en, den zn^eiten ; $eg fast unmöglich. Es gäbe indessen noch ein anderes Mittel, um Deutschland tatsächlich zu ent- i »aitnen und es zu verhindern, einen neuen Krieg J »u begiinten. Das wäre, daß die Alliierten sich j Itt Kohlenbergwerke des Ruhrgebie - j s banäd)ti<$tai und sie zum Nutzen Europas auL- wnnirng oer mtiaMNkven ^maimif c cnngrwanvten Truste der alliierten Regierungen weichend bat sie sich nnnnwhr entt'chlo9en, die Au f l ö su n g der Weinen in ihrer kfeigen Form zu ve r a n l a f se n. Tie deutsch? Regierung vermag aber nicht anzu- erkennen, daß die Beüimnnmgen des Frio'ens- vertrages sie zwinge, der B.völkerung jede Möglichkeit des unter den gegebenen Verhältnissen bis auf neiier.s unbedingt nötigen Selbstschutzes zu versagen. Sie erachtet es vielmehr als ihre Pflicht, alle mit dem Friedensvertrag zn vereinbarenden Maßnahmen zu Gunsten eines solchen Selbstschutzes zu vertreten. Tie AufrestKerhaltung der inneren Sicherheit Deutschlands ist dte.hauvt- voraus''efeung dafür, daß den Bedingungen des Friedens nast>g. kommen loerden könne. Es nr.rb geprüft werden, welcke zulässigen Einrickstungen nvitcr b?m gekennzeichneten Zioccke btenm könnten. Tabei wird das Hauptaugenmerk daraus zu richten fein, baß der loyale Sckmtzcharaklcr genxrbrt bleibt und auch in Zukunft jede Zentralisation und icde ibilitäriscke Orgmiisation unb Ausbildung vermieden wird." Die Rirckberufnng der Truppen auS dcm Ruhrgebiet. Berlin, 20. April. Der Minister des Innern S e v e r i n g erklärte einem Mitarbeiter der P. P. N. dei Rückberufung derTruppen aus dcm Ruhrrevier habe begonnen. Ersatz werde wobl erforderlich erscheinen, der von der grünen Polizei gestellt werde. Er halte es für das Zweckmäßigste, wenn bald eine Vermehrung der Sicherheitspolizei eriolge. Gleichzeitig mit der Ver- mebrung der Sicherheitspolizei müsse eine wirkliche dcnwkratiscke Reorganlsation der Sicherheitspolizei durchgesührt werden. Tie ersten Schritte dazu seien getan. Die kompromittierten Führer der Abteilungen und Hundertschaften würden unnnachsichtlickentlassen. Tüchtige Beamte im Untervssittersrang würden bc-ör- dert. Ten Abteilungsstellen wurden Zioiikom- missare beigegeben. Zu den verschiedenen Putsch- gerückten erklärte der Minister, er halte diese Gerüchte für übertrieben. Schließlich teilte der Minister mit, daß das Ergebnis der Ablieferung im Ruhrgebiet bisher sehr unbefriedigend gewesen sei. Alliierten und Holland hin imb erklärte, Holland habe sich' verpflichtet, den Kaiser zu überwachen und seine Korrespondenz und seine Beziehungen zur Außenwelt zu kon- tro [fieren. 36 habe ihm zu diesem Zweck einen Wohnsitz in der Provinz Utrecht zugewiesen, lieber die Aburteilung der Schuldigen durch das Reick)sgericht in Leipzig befragt, erklärte Bonar Law, er fömi< seiner früheren Erklärung nichts hinzufügen. Er betonte, daß der Ministerpräsident gesagt habe, das; die Unterhandlungen fortgesetzt würden, daß aber noch keine Abmachungen getroffen worden seien, was auch heute nicht der Fall sei. Sus dem besetzten Gebiet. K o b l e n z, 17. April. (Wolfs.) Im September und Oktober v. I. wurden in der Koblenzer Gegend verschiedene Raubmorde und Raubmordversuche kurz hintereinander verübt, deren Häufung die Bevöl^ kerung in Aufregung versetzte. Als Täter wurden damals der 27 Jahre alte, stellenlose Klavierbauer Hahn aus Rhens, und seine Helfershelferin, die stellenlose 24jährige Kon^ toristin Franziska Ackermann aus Elberfeld verhaftet. Das Schwurgericht fällte heut« nach dreitägiger Verhandlung das Urteil. Es erkannte gegen Hahn und Ackermann wegen' Ermordung eines amerikanischen Soldaten auf T o d e s st r a f-e, und wegen Raubes und Totschlags an dem Kaufmann Christmann aus Ehrenbreitstein auf lebenslängliches Zuchthaus, sowie ferner gegen Hohn wegen schwerer Körperverletzung und Raubversuchs in einem anderen Falle auf weitere 15 Jahve Zuchthaus. ---- . 21115 öcm Uerche Wandlungen in den Parteien. Die Abgeordneten v. K ar d o r ff, v. T e- witz und Dr. Otto Arendt sind aus der Dienstag, 20. April 1920 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für | mm höhe für Anzeigen p. 34mm ‘Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.' für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz- Vorschrift 20“ Aufschlag. Nauplschriftletter: Aug. (jiocty Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; für ben übrigen Teil: Dr Reinhold Ienzfür den Anzeigenteil: SS. Beck t: Zchulstratze 7. sämtlich in Gießen ltsch-nationalcu Partei ausgetreten. Sie :n ihren Austritt durch nockfstehende Er- ung begründet: Tas schärfere Sxmrtnctcu extrem gerichtet -r önlickkeitcn innerhalb der TeutschmUionNeit 'sparlci uub deren Einflußnahme ruf die Ent- ung der«Parlei veranlaßt uns zu fvlgenSer Er- ing: Wir stehen vorbehaltlos nicht nur in for- cr Hinsicht, ivnbent auch dem (Mite nach verfaisungs mäßigem ® oben. En c cxnrng b?r Verfassung darf mir auf ge'efemäßi- Wege erfolgen. Wir verurteilen jeben Verfuä» c gcnaItrQmen Aend?rung der Verfassung aufs •ffre. Wir streben eine Versöhnung aller Volksen an, die sich nickt auf dem Boden grünt* d)cr OppO'ition. sondern nur durch Zusammen- cn aller Parteien imb Berufs !änb< erreichen , denen der Wiederaufbau des Vaterlandes am ,en liegt. Wir treten ein für ente^Verirrrk- ng der von dem 'Jfbgoorbr.ctcn Strefe « nn ausgesprochenen, aber rot dem Grafen tarp in dec Kreuzzeimng ab geleimten Möglick- einrs ;> u f a in men gehens auch mit be it h r h ei t s I o z t a l i st en, sofern sick diese .g in oersasgtngSmäßigen Salmen bcw gen uub innen einer Volksver söhn ung von ihrer htstellmia mit Mäßigung Gebrauch machen. verschlief-en uns d?b?i indyt deS Erndrucko, einzelne Mcbrlieitssozialisten, ime Noske. in Zeit d?S Umsturzes zur Erfaltinig der öifent- n Ordnung in einsiästiger Zurücklaliung par- st.'tischer Wünsche lern Vaterlande we ertttidic tste geleistet ixiben. Wir halten dafür, daß nickt liebe Sazia i'ierung, soi d rn eine n?ujrcitlidx* elung ber Verhältnisse zwischen den Utttemeb* i eines Betrieb's sowie den Angestellten und eitern mit d?m Ziel einer ausgeswodienen Jn- sengemeinschaft zu mol gen bat. Tas Problem Versöhnung der Arbeitnehmer mit dem Arbeit- r ist zwar angeblich bnrd) das Vem'ebSrätz-- \ in Angriff genommen urorben, aber bis- dock nur theoretisch und in einseittger Weise, n Turchsührnng zu den schwersten BL 111934hv jüdjt. PjccbkliiM siir sofort gesucht. 4292 (5tf, Stadtmiible, Aidda lObcrbessens. Ördentl. Junge auv guter Familie als Zahn tectinifcr Lehrling ges. Zahnarzt Metz, 4'393 SelrerSweg 81. Braver Junge hi die Lehre gesucht. »,<« I Atzbach, Bildhauerei, Marburger Strahe 49. Sdimitöckhrlinfl ges. oto» G. (Silier, Asterw. 15. Junge achtbarer Eltern, der Lust Hal, die Bäckerei zu erlernen, wird b. freier Kost u. 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Ter Handelszuschlag beim Verläufe von Verbrauchszuckcr (Arlitel 1, Nr. 4 der Verordnung über den Verkehr nut Zucker vom 14. DT.ober 1919 in Verbindung mit 8 1, Abs. 3 der Verordnung zur Förderung der Zuckererzeugung und des Zckerrüben- anbaues vom 18. Tezember 1919 und mit Artikel 1, Nr. 3 der Beiordnung über den Verkehr mit Zucker vom 29. Januar 1920) lvird für Lieferungen, die zu dem nach Nr. 1 und 2 erhöhten Preue erfolgen, wie folgt erhöht: Auster dem Preise, der für diejenige Verbrauchszuckerfabrik gilt, die für den Besluumungsort unter Berück sicl.iguug der Preise am frachtgünstigsten liegt, darf eine Vergil ung für die Monatsaufschläge, Fracht sollen von dieser Fabrik, Rollgeld und ein Zuschlag Unt 10,50 Mark für fun,zig .Kilogramm gefordert uit£> bezahlt werden. Tie Neichszuckerstelle kann uälierc Bestimmungen über die Berechnung treffen Bei Zuweisung von Zucker au Koinmunalverbäude kann sie, falls die Zuweisung nicht im wesentlichen aus der srachtgünsligst gelegenen Fabrik erfolgt, die Einrechnung höherer Fr ach tun kosten als derjenigen von der srackt günstig st gelegenen Fabrik zulassen. dlrtikel 2. Tie Verbrauckszuckerfabril'en haben auf je fünfzig Kilogramm des von ihnen nach dem 31. März 1920 gelieferten Verbrauchs- zuckers 58,40 Mark an eine vom eichSwirtschaflsmiinsier zu bestimmende Stelle abzuführen. Aus den abzuführenden Beträgen sind auf je fünfzig Kilogramm 25 Mark, entsprechend dem 8 1, Abs. 1 dir Verordnung zur Förderung der Zuckererzeugung uns des Zuckerrübenanbaues vom 18. Tezember 1919 > Reichs-Gesetzbl. S. 2133) und den dazu erlassenen AussuhrungSbeskimmungen vom 22. Tezember 191.9 zur Entschädigung der rübenbauenden Landwirtschaft und der rübenverarbeitenden Fabriken zu uerwenben ; im übrigen sind daraus den Perbrauckiszuckersabriken nach näherer Bestimmung des Reichswirtschaslsministers Entschädigungen zum Ausgleich für die erhöhten Herstellungskosten zu zahlen. Artikel 3. Tiefe Verordnung tritt mit Wirkung 'Dom 1. April 1920 in Kraft. Ter Neichswirtschaftsminister kann nähere Bestimmungen zu ihrer Durchführung treffen. Berlin, den 31. März 1920. Tie Reichsregierung: Müller. B e t r.: Tic Aufstellung der Gemeindevioranschläge für 1920. All die Biirgtrmeisltrcicn derLandgemcindcii, die Gemarkinigs', Mark- und StiftiNigSdorständc des Kreises. Soweit die Voranschläge für 1920 noch nicht vorgelegt sind, erwarten wir, dast dies bis längstens Ende Mai ds. Js. geschieht. Gießen, den 14. April 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Hemmerde. Betr.: Tie Beitragshöhe in der Invalidenversichernng. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. • Sie wollen «ortsüblich bekanntmackjen l>assen, dast für Versicherungspflichtige unständige Arbeiter vom 1. Mai 1920 ab nur ivodj Beitragsmarken fünfter Lohn klasse im Werte von 50 Pf. zur Verwendung kommen können, weil infolge der durch die enorme Lohnsteigerung berrur gerufenen Neufestsetzung der Orts löhne die Verwendung von Beitragsmarken einer geringeren Lol-nk.asse gesetzlich unzulässig ist. Gießen, den 15. April 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Hemmerde. Betr.: Fortbildungslehrgang für Lehrer und Lehrerinnen. An die Schulvorstünde des Kreises. Tiejenigen Lehrer (Schulverwalter) und Lehrerinnen (Sckjul- verwalterinneu>, die gewillt sind, an dem in Aussicht genommenen Fortbildungslehrgang in experimenteller Psychologie und Pädagogik in verpflichtender Weise teilzunehmen, werden ersucht, dies hierher binnen 3 Tagen durch Postkarte mitzuteilen. Wenn der Kursus zustande kommt, ergeht über dessen Abhaltung noch nähere Nachricht. , ; , Wir empfehlen Ihnen, alle Lehrpersonen unverzüglich auf Bor stellendes aufmerksam zu machen. Gießen, den 16. April 1920. Kreisschulöommission Gießen. I. V.: Hemmerde. Bekanntmachung. B c t r.: Ausbruch der Pferderäude; 'hier: bei einem Pferde des Augu st Serth, Ober-Bessingen. Bei einem Pferde des August Serkh, Ober-Bessingen, ist die Räude fest gestellt worden. Tie erforderlichen Maßnahmen sind altgeordnet worden. G testen, den 13. April 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemminge n. Bekanntmachung. Betr.: Ausbruch der Pferderäude in Harbach. Tic Räude bei dem Pferde des Heinrich Klös IV., Harbach, ist erloschen. Tie an geordneten Maßnahmen sind aufgehoben. Gießen, den 9. April 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen. Bekanntmachung. Bctr.: Feldbereinigung Geilsl-ausen; hier: das topographische Güterverzeichnis. In der Zeit vom 29. April bis einschließlich 12. Mai 1920 liegt werktags auf der Bürgermeisterei Geilshausen das topograpl-ische Güter Verzeichnis der Gemarkung Geilshausen sowie derjenigen der infolge Grenzregulierung mit den Nack bargemarkungen Allertshausen, Lumda, Beltershain und Reinhardshain zugezogenen Grundstücke nebst den alphabetischen Namensverzeichnissen zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen k/iergegen sind bei Meldung des Ausschlusses während der Offenlegungssrist bei der Bürgermeisterei Geilshausen schriftlich und mit Gründen versehen, einzureichen. Friedberg, den 9. April 1920. Ter Hessische Feldbereinigamgskommissär. Tr. I a n n, Rcgierungsrat. Dicnstnachrichten des Kreisamtes. Als Polizeidiener für die Gemeinde Harbach wurde Johannes Hartmann von Harbach ernannt und von uns eidlich versuchtet. Druck der Brühl'schen llniversitäts-Duch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen Eine gute fachmänn. Ausbildung für d.kanfmänn. Beruf erhalten Sie in der Privat - Hantele - Schale „Hermes“ Gießen. 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