Erster Blatt Sreitag, 19. März 1920 170. Jahrgang noch nicht cuszestorben Schleswig herzlichsten G Gruß und unsere hei besten T. W- aUßi vn bereits zu neuen politischen Entschlüssen üt sie doch ein Zugeständnis eben dieser früheren Unterschätzung der politisch erreg- .Ter geschichtlich denkwürdige Tagten dem die Deutsche Nationalversammlung in Stuttgart in schwerer Zeit zusammentrat, trug in seinem Aeuße- ren den Charakter einer außerordentlichen Begebenheit. Vom Kunstgebäude am Schl oßv atz wechnte die s^ahne des republikanischen Deutschland. Scharfe Sicherheitsmaßnahmen und ein großes Aufgebot von Polizeimannschcften vor und im Versamm- folg unserer Taktik schlägt jeden Einwand nieder. (Selm richtig.) Das ganze Volk erhob sich und stellte sich hinter die Regierrmg. Es rtif nach Waffen gegen die deutsch-nationale Reaktion, die ostelbischen Junker unb die Osfiziers?aste, dre uns in die"en Zustand hineingefüHrt hat. Nach fünf Tagen haben wir den Sieg aur der ganzen Linit. Der Beweis ist geführt, biß m der deutschm Republik sich keine Äcilitärherrschaft halten kann. Den del lern und Mitstrri«ern im ftampr lei herzlicher Dank getagt Anck der deutschen Arbert'r- schost, an deren Widerüa d Abenteuer »nr- schellt ist. Zum Jubeln haben nxr tone Zeit. Das Verbrechen Kapps hat uns um Monate, wenn i '' teln und Wegen erreicht werden können. Wir Hellen mit freudiger Genugtuung gleich allen Stimmen, die in der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung in Stuttgart zum Ausdruck gekommen sind, die schnelle und ein« rirütigc Entschlossenheit der Gesamtheit un- s'cres Volkes fest, von allen Gewaltplänen und ^ewaltstreichen sichtbar und entschieden ab» yrrürfen. Wenn man in diesem Zusammenhang die Zchuldfragen erörtert, so darf man sich freilich nicht verhehlen, daß auch die Regierung narb die Mehrheiten des Parlaments nicht die rechten Wege gewandelt sind. Sie haben die 'Gefahren der Nichtachtung und Zurückweisung inner immerhin ansehnlichen Minderheit sehr unterschätzt. Wenn die Gewährung baldiger Neuwahlen fein Zugeständnis an die neuen Revolutionäre darstellt, was von Stuttgart «Klommen. Interessant war, daß der Sprecher dts Zentrums beschleunigte Neuwahlen als unvermeidlich hingestellt hat, während ttcr Redner der Demokraten in diesem W'ila isschlü Jiäti 1920 hegt i Kesselbach bei >r die ÄhebM t Unterlagen p des Ausschlusses afterei Kessclbach gifrung sollte ans diesem Putsch erkennen, daß sie streng an der Verfassung festhält und zur Wahl des Reichspräsidenten Maßnahmen trifft. Das wird Nr. 67 Ter ekt*eer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«, -ezvgrprei,: Monatlich Mk. 2.30, vierteljährlich Mt. 6 90 einschließltär de« Bestellgelds: durch di« Post vierteljährlich Mk. 6.— ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech - Anschlüße: für die Schristleitung I12 Berlag.Äeschöfn'stellebl AnschrötlurTrohtuach- richten. Anzeiger «jehe». postsch«tlollto: zranftnn a. M. 11686 | tuen Lesern ganz ähnliche Gedanken über dtc lungshause mahnten an den Ernst den Stunde. Orage der Neuwahlen und die damit im Zu- In der .Euvr^lkalle des Kunstgebäudes sammelten j.minenhang stehende Politik zum Ausdruck'sich gegen 4 Uhr ungefähr 20ü Mitglieder der Na- H unkte sich zurückhaltend zeigte. Auch über iftc gemeldeten interfraktionellen Abrnachun- ijen in Berlin ist noch nicht völlige Klarheit vorhanden, und bis dahin muß man es sich versagen, die Notwendigkeiten der Lage im einzelnen zu erörtern. Daß die Urheber des Oewaltstreichs vor Gericht gestellt werden, verlangt nicht nur der Antrag der sozialdenio- ^atischen Fraktion, sondern darin sind sich die Ordnungsliebenden im ganzen Volke rnig. Nur parteipolitische Befangenheit und ungezügeltes Propagandabedürfnis werden i ch, nach dem Muster einiger Mehrheitsblät- tor, fortgesetzt bemühen, die Parteien der Rechten für das Unheil der letzten Wocl)e verantwortlich zu machen und damit das poli tische Leben in Deutschland unnütz zu verschärfen und zu vergiften. Der plötzliche Ausbruch des Generalstreiks am Samstag hat uns verhindert, un- Unfewit Brudern in Deutsche Nationalversammlung. Stuttgart, 18. März. Annahme von Anzeigen s. die iogeenumincr tms ginn 91(1 di mit tag vorher ohne jedcBerhini'lichkest. Preis für 1 mm höhe iitr Anvohl noch nie in Szene gesetzt worden als wie der Putsch der Kapp, Lüttwitz und Genossen. (Sehr richüg.) Unsere Feinde schienen zu ter Eriu- sicht gekommen, daß es unmöglich sei, den Friedens-, Der trag aufrechtzuerhalten. Im Innern begann Ordnung einzuziehen. Die Hoffnung wuchs im deutschen Volke wieder auf. Man begann aufzuatmen, ganh nur hingegeben einer Friedenstätigkeit. Diese ruhige Entwicklung entsprach nicht dem Geist von Menschen, die viel vom Vaterland reden, aber ihre persönlichen und Parteiintevessen nicht dem allgemeinen Wohle unterzuordnen en verstehen. (Lebhafter Beifall.) Es ist etn ungeheures Verbrechen am deutschen Volke begangen worden. Wehe den Menschen, auf die die Verantwortung für die Freveltat fällt. Wehe den Verführern, die nicht bloß den Eid, den sie der Verfassung geschworen, brachen, sondern die es über sich brachten, die unterstellten Mannschaften zum Ungelvrsam zu verführen. Ten Truppen, die treu geblieben, sagen wir unsere berg’ lick'ste Anerkennung. (Bravo.) Tank auch dem großen Beamtenkörper, der mit verschwindenden Ausnahmen seine Pflicht in Treue erfüllte. Tank auch dem deutschen Volke, das namentlich im Süden und im Westen die Treue zur demokratischen Verfassung gewährte. (Beifall.) Mit inniger Freude und Genugtuung haben wir tvn dem Abstimmungsergebnis in der zweiten Zone-in Schleswig Kenntnis genommen. Politische Reife und deutsche Vaterlandsliebe sind in unserem Volke Lin amerikanischer Kredit für Deutschland. Haag, 18. März. (WTB.) Der „Nieuwe Rvtterdamsche Lourant" meldet aus Was hing- ton: Im Repräsentantenbause wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der für Deutschland einen Regierungskredit von einer Milliarde Dollars zum Zwecke des Ankaufs von Lebensmitteln und Rohstoffen vorsieht. Deutschland muß für diesen Kredit Sicherheiten geben, die durch die Wiedergutmachungstommission genehmigt werden müssen. b:- Sw6"' Wünsche Staatspräsident B l o s begrüßte die Nationalversammlung namens der würitembergischen Regierung imd wünschte ihren Arbeiten besten Erfolg. Das deutsche Volk in seiner ungeheuren Mehrheit verwarf die Putschpläne in Berlin. Württemberg habe in alter Zeit das Recht gehabt, die Sturm- sahne voranzutragen. Heute erfülle es Württemberg mit dem stolzen Bewußtsein, daß es der Nationalversammlung seinen Schutz gewähren kann. Mit dem Wunsche, daß die Verhandlungen. die notwendige Klarheit und Entschlossenheit zeigen möge, schloß der württembergische Staatspräsident seine Ausführungen. (Beifall.) Reichskanzler Bauer: Regierung und Nationalversammlung haben zum zweitenmal, dem Zwang brutaler Gewalt folgend, und um das Leben der jungen deutschen Republik zu retten, Berlin verlassen müssen. Es geschah dies einzig und allein, um von dem Reich den Zusammenbruch unb die Bedrohung von nuten und außen fernzuhalten. Tann gibt der Reichskanzler eine Darstellung der bekannten Ursachen und Vorgänge des Berliner Putsches und betont besonders, daß v. Lüttwitz eine Verstärkung der Reichswehr und eine Vorbereitung der Revanche verlangt habe. Bezeichnend für Kapp sei, daß er im November 1918 dem damaligen Reichskanzler einen Ergebenheitsbesuch abi'battete und ihm seiner festen Lovalität versicherte. Auch der Admiral von Trvcha, der seinerzeit zu der entscheidenden Kabmettsitzung zugezogen war, hat sich später zu ben Leuten um Lüttwitz geschart. Wenn die Aus- rübter nicht durchgedrungen sind, so ist dies dem Verhalten der Beamten in ben Ministerien mit- zudanken. Tie Agitation für Fachminister, die man entfaltet hat, ist lediglich eine verstärkte Agitation für reaktionäre Ziele. Es ist gewiß, daß die geeigneten Männer berufen werden sollen, aber in einem parlamentarischen Teutschland kann man nicht mehr unpolitische Fachmänner haben. Ein führender Politiker und geeigneter Fachmann m einer Person muß deshalb das Ministeramt bekleiden. Tie schwersten Vorwürfe wurden gegen Erzberger gwichttt.1 Trotz der ungeheuren Angriffe und des schw'r verständlichen Urteils muß man sagen, daß es kaum einen tüchtigeren Fachminister gegten hat, als Erzberger. Es wird kaum einen Miami geben, der eine solche Riesenarbeit geleistet hat wie er als Finanzminister. Es sind auch VerdäcArgungen gegen die Regierung gerichtet worden. Sie hatte ruhig in Berlin bleiben und sich mit den Am- ritbrem auseinander fetzen sollen. Aber der Er- SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gderhessen Zwlllingrnmdtznttk u. Verlag: vrShl'sche Univ.-Such- il $temtni ipegung hervewgerufen. Der Ruf nach Diktatur des Proletariats cricbaHt. Wir werden fort fahren, jebe Gewalt zu mu rbmden, die gegen die Verfassung steht. Unser wartet letzt d.e ganiltige Auigale des Witd- r.iufdoues. Der Putsch ist beseitigt Morgen (xginnt die Arbeit zum Wiederaufbau des deutschen Volkes. Wir wolle,, den Wahliprnch mit InnauSneornen, der leit alters her xm schwäbisäieu Wappen steht, unb der fernerhin über der Reichsregxerung stehen soll: „Furchtlos und treu!" Abg. Scheidemann (Soz.): Dieselben Preußen, die rms in das Elend des Krieges trieben, haben auch diese verbrecherische Revolution angc- zettelt. Ich muß hier in aller Ceftvntlid)ifl*it feit- stellen, daß bei dieser Revolution nur Leute der Micditcn beteiligt waren, daß die Deutschnationale Partei und die Deutsche Volkspartei kein SBort der Verurteilung dafür gefunden haben, ia sogar dec Regierung Kapp treue Mitarbrit zugesichert haben. Ich glaube, mit dieser Parole werden wir die kommende W a h l s ch 1 a ch t glänzend gewinnen. Wir verlangen unverzügliche Entlassung aller Offiziere, die nicht zur Republik stellen, und Entwaffnung der Truppen, die gemeutert haben. Wir verlangen ferner Auslese unter der Beamtenschaft, Bestrafung der Berbreckier in Uniform unb Zivil, Konfiskation des gesamten Vermögens derer, die diese Verbrecher angezettelt haben. Abg. Bur läge (Ztr.): Falschpit und Hinterlist, Bruch der Ehrenworte, Verführung der Soldaten zum Treubruch kennzeichnen die Kräfte diejer (ikgenretwlutwnäre von vxhts. Schonung ist nicht am Platze. Wir stehen jetzt vor einer neuen Zeit, die nicht Vorüber geben darf, ohne daß dem deutschen Volke Gelegenheit gegeben wir zur Meinungsäußerung. Tie Wahlen müssen bald ausgeschrieben werden. (Zustimmung im Zentrum.) Von einem abgepreßten Zugeständnis zu reden ist unzutreffend. (Sein richtig bei der Mehrheit^) Von einem Beschluß unsererseits, den Reichspräsidenten durch das Volk wählen zu lassen, kann feine Rede sein. Dir stellen auf dem Boden der Verfassung Ter Wunsch, Fachminister an die Spitze der Ministerien zu stellen, ist unbesonnen und unvereinbar mit dem parlamentarischen System. (Beifall links.) In listiger Weise forderten die Ausrührer Aushebung der Zwangswirtschäft. Tie Zwang roirischuft aegenroättifl aufzuheben, wäre Wahwvitzig.. (Berfa U.) Vor den Neuwahlen sind noch wichtige gesetzgeberische Aufgaben abzuschließen. Abg. v. Payer (Dem.): Noch sind wir nicht über die neue Lage orientiert, aber eins könne» wir sagen: Nach rechts wird sich die Politik unserer! Fraktion unter keinen Umständen orientieren. Wir danken den treugebliebenen Beamten unb ben verfassungstreuen Arme hörigen des Heeres unb Dank allen Arbeitern, Bürgern und Soldaten, die sich und ihr Leben für das Wohl des Vaterlandes eingesetzt haben. Wir verlangen, daß das Verhältnis Der Regierung zu den innerlich nicht auf dem Boden der Verfassung stehenden Offizieren ein klarer wird. Wir verlangen dasselbe für d« Beamtenschaft Wir erwarten, baß bie Gerechtigkeit gegen bie Urheber und Mithelfer des Putsches unverzüglich und schonungslos ihren Lauf nimmt. (Lebhafter Beifall.) Vor einer Woche noch haben sich bie Mehrheüs- parieien aus sachlichen Gründen für bie Wahl i m Herbst eingesetzt. Diese Grünbe bleiben bestehen. Daran ändert auch die putfchistische Regierung nichts. Es laßt sich noch nicht übersehen, bis wann unser Volk zur Wahlurne schreiten kann. In der Frage bet Präsidentenwahl haben wir nie daran gedacht, bie Verfassung zu ändern. Ick glaube be» Itfmmt, daß die Entwicklung bon Hcmoel und Industrie von selbst in der Richtung der Fachminister gehen wirb. Abg. Kraut (D.-N.): Zunächst möchte ich feststellen, daß es der überwiegenden Mehrheit meiner Fraktionsfreunde nicht möglich gewesen ist, hierher zu kommen. (Zurufe: tote sind bei der Kappregierung.) Den >chärssten Protest muß ick einlegen gegen bie Zensur, bie besonders scharf an rechtsstehenden Blättern geführt wird. Eine Revolution geht niemals ohne 3djulb der «Regierung vor sich. Die Gemüter mußten auf^tegt werden burch den Verstoß, entgegen ben Stimmungen der Verfassung bie Wahl bes Reichspräsi- Denten durch die Nationalversammlung vornehmen zu lassen. Auch die Verzögerung Der Wahlen hat mit dazu bei getragen, die öffentliche Meinung aufs äußerste zu erregen. (Jnioloe bet vielfachen Zwischenrufe blieben viele Aeuherungen des Redners unverständlich.) Minister H e y m a n n (©oj.): Der Protest des Vorredners gegen die Anordnungen dt Zenlur tft unberechtigt. Dxe württembergische Regierung übernimmt die Verantwortung für alle Vorbeugungsmaßnahmen. Reichsmrnister Koch: Kraut hat die Stunde benufct, um Angriffe gegen die Regikrung zu richten. Die Abrechnung mit den politischen Freunden, die dem Redner nahestchen, will ich auf Berlin verschieben. Abg. Dr. Becker-Hessen sDt. Vpt.) spricht als einziger Vertreter seiner Frattion. Tie Deutsche Volkspartei stehe in offener Opposition der Regierung gegenüber. Sie hat stets deren cmfeitige Zusammensetzung bekämpft und verlangt bei Auswahl der Minister in erster Linie fachliche Tüchtigkeit. Wir verurteilen den Putsch auf das Schärfste und lehnen ihn ab, wie bieNovemberrevolution 1918. Die Re- Der deutsche Sieg in Schleswig. Hamburg, 15. März. (Wolff.) Ter Deutsche Ausschuß für das Herzogtum Schleswig teilt mit: Das vorläufige Absrimmungs- ergebnis in der zweiten norbschleswigschen Zone brachte eine Sechssiebentel-Mehrheit für Deutschland. Im Kreise Flensburg stimmten für Deutschland 6751, für Dänemark 1421 Wahlberechtigte. In der Stabt Flensburg betrug bie Stimmenzahl für Deutschland 27 056, für Dänemark 8935. Flensburg, 15. März. (Wolff.) Bis 10 Uhr abends lagen aus der zweiten Zone aus etwa 80 Orten Wahlergebnisse vor. Es erhielten von diesen 80 Orten 85 Prozent deutsche und 15 Prozent dänische Mehrheiten. zu bringen, wie bie eben angeführten. Das Blatt mar bereits druckfertig, als die Parole zum Streik Druck unb Ausgabe verhinberten Es traf sich für unsere örtlichen Verhältnisse insofern recht ungünsttg, als gerade durch unser Blatt manche Ziveifel Und manche Erregung im Publikum hätten unterbunden werden können. Es blieb uns nichts anderes übrig, als mit Hilfe spärlicher uns zur Verfügung stehender Mittel die regelmäßigen Quellen des Wolff-Bureaus und einzelner Frankfurter Blätter in Anspruch zu nehmen, um durch Aushang und später durch Ausgabe eines Sonderblattes die städtischen Leser in beschränkter Zahl mit ben wichtigsten Ereignissen bekannt zu machen. Hiesige Druckerei- besrtzer hatten sich dankenswerterweise für diese Dienstleistungen im allgemeinen Interesse zur Verfügung gestellt, während aus der Studentenschaft die ebenso dankenswerte Hilfe des Austragens und Verbreitens der Blätter uns zuteil wurde. Frellich ließ sich nicht vermeiden, baß bie eine unb bie andere Meldung je nach den Quellen, aus denen sie entstammten, einander widersprachen, aber es war uns ja durch den Streik unmöglich gemacht, durch erwünschte Kommentare Klarstellung zu versuchen. Das Vertrauen in unsere Wahrheitsliebe unb Loyalität war nur in ganz vereinzelten Köpfen erschüttert, bie ihre Parteipolittk unb bie allgemeinen Inter» essen nicht auAeinanberhalten konnten. Die Lage in Berlin. Berlin, 18. März. (Wolff.) Die auf bem Wilhelrnsplatz und Umgebung bei dem Putschversuch ausgestellte Marinebrigabe sammelte sich heute nachmittag, um durch bas Brandenburger Tor nach Döberitz abzuziehen. Bei dem Ausmarsch der Truppen nahm die Unter den Linben angesammelte Menge in berßtegenb des Hotels Adlon eine drohende Haltung an und stieß Schimpfworte aus Als „Schießbereitschaft'' kommandiert wurde, ergriff die Masse eine Panik. Alles flüchtete in die offenen Häuser. In diesem Augenblick fielen mehrere Schüsse, wodurch zwei Personen schwer verletzt wurden. Als ein großer Teil der Truppen bas Brandenburger Tor bereits erreicht hatte, drängte bie Menge aufs neue nach, worauf vom Brandenburger Tor eine Maschinengewehrsalve abgefeuert wurde. Eine größere Anzahl Personen wurde schwer (verletzt. Schießerei in Kassel. Kassel, 18.März. (WTB.) Heute vormittag kam es hier zu Unruhen unb anschlie- ßenb daran zu einem Feuer gefecht zwischen Aufrührern unb Reichswehrtruppen, wobei es Tote und Verwundete gab. Lin schnelles Ende des Berliner Gewaltstreichs. Heute vor acht Tagen druckten wir bie letzte Ausgabe des Gießener Anzeigers; was dazwischen liegt, ist leider nicht nur ein wüster Traum, sondern eine tiefbebauerliche Berket- tung frevelvoller und verderblicher Ereig- «isse. Alle Welt war ahnunyslos von diesem plötzlichen Emporschießen eines Putsches in per Reichshauptstabt. Das bedeutet zugleich, daß dieses unverantwortliche Unternehmen keineswegs einer Verschwörung weitester LolkSkrerse im Reiche entsprungen war, unb daß auch bestimmten Parteien nicht ber Vor- öurf bes Verrates gern acht werben kann. Die Herren Lüttwitz unb Kapp vertraten nur ihre eigene Sadje, nicht bieienige irgenbeines gröberen Bolksteiles. Höchstens bie ihrem Machtbereich unterstehenben Truppenkörper verfolgten eigene Pläne. Unb von diesen zum größten Teil aus den Balttkumkämpfen z"- rückgekehrten Wehrmännem und ihren Führern wurden in erster Linie soldatische Wünsche verfolgt, ähnlich wie früher in den heißen Tagen nach der Novemberrevolution Die Berliner Marinetruppen sich einer fried- licken Auflösung zu widersetzen suchten. Freilich, bei dem Unternehmen Lüttwch spielten größere politische Gedanken mit hinein, Absichten, bie aus ber augenblicklichen politischen Lage ihre Nahrung sckwvften, aber darum nicht minder verwerflich erscheinen. Wenn bie Verschwörer nichts anbered zu erreichen trachteten, als Neuwahlen für den Reichstag, Dolkswahl des Präsidenten, demokratische Umbildung ber Regierung, so waren sie bamit einer Meinung mit einem großen Teile des deutschen Volkes. Das war bei der entscheidenden Abstimmung über einen entsprechenden Antrag der Rechtsparteien in der Nationalversammlung deutlich zum Ausdruck ge> kommen. Von ber friedlichen Verfolgung solcher Ziele, von einer erlaubten Agitation gegen den Willen der Mehrheit der bisherigen Nationalversammlung bis zu einem gewaltsamen Eingriff in bie Ordnung der Dinge ist jedoch em sehr weiter Schritt. Auch Lucnn die Wirren der letzten Tage als Teih- ergebniä die Beschleunigung der Neuwahlen unb der anderen soeben erwähnten Ziele herbeigeführt haben sollten, so ist bamit die Revolution der Regierung Kapp keineswegs gerechtfertigt oder rerngewaschen. Diese Erfolge hätten am Ende auch mit anderen Mit- || [lil ! °M' cm Lage. UUIvm g Wie weit sich die entscheidenden Jnstan- 5 ^Karten- äufgeraift haben, ist in den Stuttgarter Re- ' -ttt k sierungserklärungen noch nicht zum Ausdruck W kvtff bat bar» „©turmglDcfe" von Walder Bann einer heldenhaften mit bu zur iLNftftyrung crned abgeEürfrDdri Verjährens bii den obigen Volksgettchten, sowie Mr fjfixtigen Einberufung des parlamentarischen Ausschlusses b.r Nationalversammlung zur Attbarbeit bei der Ausführung dieser Maßnahmen und bet weftevm diot- vevordaiungen. gestellten Tat. In Walter v. Molos Rvmach „Luise" wurde mit Hilfe echter, wenn auch bisweilen überladener Geistigkeit ein Stück entscheidungsschwerer preußischer Geschichte lebendig. STif Hermann Gurtes Schauspiel „ftatte" — ah Lesedrama wohlgelungen — gefiel am besten der Widerstreit der als sittlich verfochtenen Ideen. Landkreis Gießen. xWieseck, 15. März. Unsere Gemeinde- j a g d wird, nachdem die früheren Termine ein. den Gemeinderat befriedigendes Ergebnis nicht erzielt, am Mittwoch nochmals verpachtet werden. Kreis Büdingen. )) Bergheim, 17. März. In vergangener Woche wurde in dem Landhaus des bekannten Frankfurter Musikers Mack dahier eingebrochen und fast das zanze Mobiliar ausgeraubt. Auch die wertvollen Silbersachen ließen die Einbrecher mitgehen, während sie das unechte Gut daließen. Bon den Einbrechern fehlt jede Spur. Auch im benachbarten Ortenberg wurde bei dem Händler Schatzmann eingebrochen und Jelle und andere wertvolle Sachen im Werte von mehreren tausend Mark gestohlen. Kreis Alsfeld. Ans Stadt und Land. Gießen, den 19. März 1920. Die Vorgänge in Gießen. In Gießen behielten in den Tagen der Abwehr gegen den Berliner Putsch Ruhe und Besonnenheit die Oberhand, obwohl die Stimmung verschiedentlich gereizt war. Der Generalstreik griff bereits am Samstag schnell um sich und ergriff von Montag ab auch die Angestellten. In sder Stadt waren die Schau- ensterläden herabgelassen unb in größeren Ansammlungen, die sich hauptsächlich am Markt und vor dem Gebäude des Gießenev Anzeigers bildeten, Wurden die Ereignisse erregt besprochen. Mit Sonntag morgen stellte )ie Straßenbahn ihren Betrieb ein, von Montag abend ab streikte die.Bahn. Am Dienstag besetzte die Reichswehr, an deren verfas- ungstreuer Haltung trotz umlaufender Gerüchte nicht zu zweifeln war, zur Sicherung wichtige Punkte der Stadt, darunter auch den Gießener Anzeiger, was anfangs erregte Gemüter beunruhigte. Zu Demonstrationen und Umzügen kam es nicht. Der Generalstreik wurde erst Donnerstag nachmittag abgebrochen, als der Streikleitung die Parole hier- ür zugegangen war. Heute morgen bewegt sich alles wieder im alten Gleise. Der Gießener Anzeiger hatte in den Tagen des Generalstreiks nicht mehr die Möglichkeit, in der gewohnten Weise zu erscheinen. Um wenigstens die Leser in der Stadt Gießen mit »den wichtigsten Nachrichten zu versehen, vereinigten sich die Buchdruckereibesitzer von Gießen, so daß im Handsatz, auf der Handpresse abgezogen, von Montag ab eine Extrablattnummer verteilt werven konnte. Lewer war es nur in wenigen Fällen möglich, sie auch unter unseren Lesern auf dem Lande zu verbreiten. ** Geh. Mediz in alrat Professor D r. Strahl ist vor 8 Tagen verschieden. Einen Nachruf können wir erst in der morgigen Nummer unseres Blattes folgen lassen. ** Der Amtssitz des Laudamt- m an ns für den Kveis Gießen ist nunmehr in Bad-Salzhausen (Kurhaus). Der Amtstag zum Verkehr (mit der Bevölkerung wird jeden Dienstag in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags abgehalten. Mhmigung, bie nächste Sitzung, die voraussichtlich in Berlin stattfinden wird, anzuberaumen. Schluß 9 Uhr. Stuttgart, 18. Marz. (Wolff.) Die so- zialdernokratrf che Fraktion der Na- tionäkversammlung bat beute einen Beschluß gefaßt, worin die Reichsregierung aufgesordett wird, sofortige Maßnahmen zu treffen zur Einsetzung eines zentralen Volks gerrchts beim Reichsgericht in Leipzig zur Abuttnlung sämtlicher Mitglieder der sogenannten Kappv'gft- rung, ferner zur Einsetzung von etwa sechs unteren Bolksgerichten in den sechs Hmiptbezirken Teutschloichs zur Aburteilung der örtlichen Kappverschwörer der Bezirke, außerbnn zur Herder- führung to'eimigner Ve mögensbe chstgn-ahme zur Sicherung des Vermögens der zentralen und örtlichen Glieder der Kapvverfchwörung, schließlich gestohlen wurden, können dieses bei der Kriminal- Polizei einsehen. . T* Auch die Blitzableiter futb vor der rührigen Diebeszunft nicht mehr sicher. Heute nacht wurden auf dem Dache des Fabrikgebäudes der Firma Bock u. Co. in der Nord-Anlage—Stem-- straße zum zweiten Male bereits die Blitzableiter abgerissen, die Kupfer- und Platinteile geftohlen unb die gesamte Blitzableitereinrichtung vollkommen zerstört. In der Nachbarschaft herrscht allgemeine Beunruhigung und Aufregung, da man annimmt, daß sich der verwegene Kletterkünitler mit seiner bisherigen Beute nicht zufrieden geben wird. Größte Vorsicht ist daher am Platze. ** Aus dem Stadttheater-Bu- r e a u. Die Uraufführung des Symbolischen Schauspiels „Diogenes" geht am morgigen Samstag in Anwesenheit des Verfassers, Dr. Ernst Schwarz-Echzell, als 18. Vorstellung im Samstag-Abonnement in Szene. Das Werk ist unter der Spielleitung von Herrn Karl Volck sorgfältig vorbereitet. Eine abgerundete Vorstellung äst zu erwarten. Ueber den Inhalt des Werkes ist seinerzeit in diesem Blatte schon berichtet worden. — Sonntag nachmittag wird „Die Frau im Hermelin" gegeben, abends die lustige Korn ö d i e „Küm melblättchen", beides Werbe, die sowohl in Gesamtdarstellung wie typischer Ausstattung bekanntlich Sehenswertes bieten. — Am Montag wird als 19, Montagsabonnementsvorstellung „Diogenes" wiek^rholl und auch dieser Vorstellung ivird der Verfasser voraussichtlich noch beiwohnen können. >'— Das Künstlerfest mit der Hauptattraktion „Ein Walzertraum" findet am Dienstag statt. *♦ Lieb ig-M nseum. Der engere Senat der Universität hat beschlossen, ben 26. März anläßlich der Eröffnungsfeier des Liebig-Museums als dies academicus zu erklären. — Die musi- 1 alische Leitung bei der akademischen Feier in der neuen Aula sowie vm Abend im Stabtt Heater hat Dberrnusikmeifter L ö b e r übernommen. **Deutsch-eVolksparteftDieani Don- tag abend im Saale des Gasthofs Hindenburg veranstaltete außervrdenlliid' zahlreich besuchte Mitgliederversammlung des hiesigen Vereins der D'eutschenVolkspartei rahm einen äußerst anregenden Verlauf. Der Vorsitzende. Professor Dr. Krausmüller machte ausführliche Mitteilungen über die letzten Vorgänge innerhalb des Parterlebens. Die Wahl und Neugründung einer Finanzkommission nach Vorschlägen aus der Versammlung fand allseitige Zustimmung. Auch in dem wichtigsten Punkte der Tagesordnung, her Bildung von Berufsgruppen innerhalb des Vereins, trat vollste Einmütigkeit zutage, und es nmrden gleich die entsprechenden Obmänner gewählt, so daß die einzelnen Berufsausschüsse bereits in der allernächsten Zeit innerhalb des Rahmens des Vereins ihre Beratungen und Tätigkeit beginnen können. Ava. Kling- spvr erstattete einen ausführlichen Bericht über die zwei letzten Sitzungstage und die kommenden Aufgaben der Hessischen Bolkskarnnrer. Nachdem Patteisekretär Dc. L u i s ch noch kurz über den Verlauf des 2. Hess. Parteitages und über die persönlichen Erfahrungen in der Werbetätigkeit in Oberhessen berichtet hatte — die Partei hat im Vertan von noch nicht 3 Wochen in letzter Zeit 25 Versammlungen in der Provinz Ober Hessen abgehalten —, schloß der Vorsitzende die Versammlung. ** Vortragsabend. Gestern abend trug Werner v. Bl n menthal Alles und Neues, Prosa und Versdichtung vor. Die Auswahl zeigte mancherlei anregende gcdankluhe Vezuchungen zu unferm heutigen Suchen und Streben, und sie mußte bie Zu Höver fesseln, da sie auch stets tut Geiste des Werkes und mit feiner Rezenstonskunst gebracht wurde. Vertrauen ins Deutschtum mürbe zur Pflicht erhoben in einem Gedicht von Schiller: Das Ew-vge und Unzerstörbare unseres Volkstums Regt in der Größe des deutschen Geistes. Der Märchen dichter Andersen zeichnete menschliche Torheiten unb liebenswürdige Schwächen mit gutem Humor und mit der ihm eigenen abgeklärten unb alles verstehenden Weisheit. Die Ballade *♦ Markenausgabe. Am Freitag und Samstag, 19. und 20. März, gelangen in den Bezirken Nährmittel-, Milch- unb Zuckermarken zur Ausgabe. Sie^ Anzeigenteil. ** Diebstähle. In letzt« Zeit wurden aus einer Werkstatt 4 Arttoschl Luche 820/120 Fabrikat „Michelin" und eine Metengleftschutzdecke, ebenfalls Fabrikat „Michelin" 820/120 gestohlen Aus einer Fabrik wurde mittelst Einbruchs eine Kiste (Seife, deutsches Fabrikat, Nr. 19, ohl« Preisangabe, entwendet. Äus einem Garten an der Marburger Straße stahl man 5 Hühner und einen Hahn. — Aus ein« hiesigen Militärbüchsenmacherei wurden durch Diebstahl entwendet: ein Drilling mit Hahnen, der Schvtlauf Kal. 16, die Kugelläufe 11 Mm. Der Schaft ist am Kolbenhals mit Schnitzereien verziert. Die Läufe sind mit Schmetterlingsvisieren versehen. Fern« eine einläufige Jagdflinte Kal. 28 mit Hahnen, eine Mehrladepistvle „System Walter" Kal. 7,35 Mm. mit zerbrochener Griffschale und fehlendem Ma- gazinhalter. Vor Ankauf wird getoarnt. Für Ermittlung des Täters ober der Gewehre ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. ** Wem gehört das Hasenfell? Vor einigen Tagen wurde ein Hafenfell beschlagnahmt, welches jedenfalls von einem gestohlenen Hasen herrührt, fßerfonen, denen in tefcter Zeit Hasen bunq von Neuwahlen. Gegenüber dem Abg Scheidcmann betont der Redner unter 'türm.scheu । Zwischenrufen, daß dieser die Revolution von iyio genau so unter Bruch der Bersasiung gemacht habe, wie Kapv und Genossen. Aber Sie (zu den Sozialdemokraten) beurteilen die Revolution nach dem Erfolg. Es muß inner aller Aufgabe fein, die Leidenschaften deS Volkes zu beruhigen. Mg. Henke (llnobh. ^oz.): Gegenüber dem reaktionären Putsch war dos Proletariat einig. Sogar bie Regierung Scheibemann hatten sich für den E^neralslreik erklärt. Die R'gierung ist mit» schuldig an den Berliner Vorgängen. Jetzt gilt es. auch über Bauer unb Nvske zu richten. Ich bewundere den traurigen Mut, mit dem sie hi'r auftreten. Als der Siebter dem RnchsKanzler den Vorwurf der Lüge machte, wirb er vom Präsidenten zur Ordnung geraten. Abg. Dr. Heim (Bayr. V) gibt eine Erklärung ab, daß sich die Bayerische Volkspartei auf den Boden der Verfassung des Reiches und der Länder stelle und jeden Versuch, diese gewaltsam zu ändern, verurteile. Sie anerkenne die Reichsregierung als die einzig legale Regierungsgewalt im Reiche unb bekenne sich zum parlarneuliariichm System, betone aber, daß es zweckmäßig jet, bie höchsten Regierungsstellen teilwnse mit Fachleuten zu besetzen. Der Föderalismus im Reiche muß existenzfähig fein. Bezüglich des Streiks der Arbeiter betonte der Redner, daß dieser einen Lieserungsstreik in Bayern provozieren konnte. Das wäre bann ber Streik aller gegen alle. Redner schließt: Bayern will in Deutschland nicht nur als ein Glied, sondern als ein Stück Deutschanbs leben. Reichskanzler Bauer: Ich muß die Vorwürfe des Vorredners, daß die Beamtenbeftechungen sich immer mehr äußern und daß dagegen nicht einge- fchritten wird, auf das entschiedenste zurückweisen. Wenn dem Abg. Heine derartige Fälle bekannt geworden sind, wäre es seine Pflicht gewesen, uns das mftzuteilen. _ Abg. Eisenberger (Dayr. Bauernbund): Auch wir verurteilen den Berliner Putsch mit allen feinen Folgen aufs Schärfste. (Bravo.) Wir bekämpfen alle Bestrebungen, die auf einen Sturz der demokratischen Regierung-sform hinzielen. (Lebhafter SOcifalL) Abg. Langwost (Welfe): Die deutfch-han- noversche Partei, die die Reichsunmfttelbarkeit Han- novers erstrebt, ist im Kampfe gegen Absolutismus und Reaktion zum Aeußersten entschlossen. Wir protestieren gegen bie Verhaftung des Abg. Cols- Präfident Fehrenbach: Ungeachtet aller ' Patteigegenfätze verurteilen wir alle mit aller Kruft und Äitschirdefthnt diesen revolutionären Putsch unverantwortlicher Kreise, die in der kritischsten Stunde des Vaterlandes bie Brandfackel ins Volk warfen und ronaitcrt haben. Tas Blut ber Gefallenen schräi Himmel gegen bie, die schuld daran fuib. Wir beklagen bie Toten tatb drücken den Angehörigen derselben unser herzlichstes Beileid aus. (Tas game Haus hatte sich bei diesen Worten erhoben.) Wir hoffen, baß der General- fttcfl bald überflüssig sein wird und baß das deutsche Volk sich wieder zur Arbeit zusammen- fenbet Wir gehen hinaus ins Land, amt einzutreten Str ein neues demokratisches Deutschland. In bie» • fern ©inne begrüßen wir die deutsche Republik als einen Hort der Freiheit, der Disziplin unb Ordnung. Rückkehr zur gemeinsamen Arbeit tut uns not, bann brauchen wir an der Zukunft des demdkratischen Deutschland nicht zu verzweifeln. △ Alsfeld, 17. März. Am 16. März sollte im ,Sotel zur Kvone" bie in vielen Zeitungen ausgeschriebene Verpachtung der fiskalischen den stattfinden. Liebhaber aus ber Umgebung, aus der Frankfurter, Kölner und Düsseldorf Gegend, etwa 100 an der Zähl, hatten sich an gefunden. Ter mit ber Versteigerung beauftragt Oberförster verkündete, bie Versteigerung fltan- nicht fhattfinben wegen des Eisenl^ahneryreiSes, nnt es mußten bie vielen Liebhaber, die teilweise er- hebliche Reisekosten hatten, unverrichteter Svb abziehen. Von vielen weithergeveisven Herren wvck gegen ein derartiges Verfahren Protest edjotri Kreis Lauterbach. i. Grebenhain, 12. März. Die FeL>-wr Waldjagd wurde gestern auf weitere 6 Jahre tei pachtet für den jährlichen Pachtpreis von 7500 Dl Pächter wurde I. Krümmelbtin, Dampft,Lgewitt bescher in Lauterbach Der bisherige jährliche Pacht preis betrug 900 Mk. la. Lauterbach, 15.März. Der All forderung ber Behörde zur Ablieferung von Kartoffeln für die notleidende Stadtbevölkerung ist die Einwohnerschaft seres Kreises mit Verständms und anerken nenswertem Eifer nachgekonnnen. Bis jetz: würben 280 Zentner abgeliefert. Da aber noä viele Ablieferer rückständig sind, besteht fclt Hoffnung, daß noch ein Waggon zusammen kommt. Die Kartoffeln sollen bei Stadt Gießen überwiesen werden Kreis Schotten. e. Schotten, 15. März. Auf wiederholt? Drängen der cm der Strecke Nidda — Scho 1: ten liegenden Gemeindm, bi«' in ihrem $tr gehen von dem hiesigen Kreisamtt tatkräftig mtr stützt wurden, verkehren von heute ab an all Werktagen versuchsweise bie Abendzü gc 5 40 ab Schotten, Nidda an 6.30 und von hur. 8 30 hierher zurück. Dadurch ist dem brmgata Bedürfnis einer Ab-ndverbindung von hier Gießen und Frankfurt a. 3JL Rechnuvg Scbwitrgeridyt ** Morbprozeß Rein. In unferm toten Bericht heißt es am SÄuß, batz ber Dorsitzeii> nach kurzer Beratung bas gefÄlte Urteil für recht- kräftig erklärt habe. Dies beruht auf einem M Verständnis unseres Berichterstatters: kein Geria kann sein eigenes Urteil für rechtskräftig erkläre Gegen Schwurgerichtsurteile steht ber StaalSa woltschaft und dem Angellagten das Rechtsmilt: ber Revision zu. Wirb diese vom Reichsgericht toc worfen, bann ist das Urteil ohne besondere 6rT: rung rechtskräftig. — Vetteidiger des Angeklagtc war Dr. Leopold Katz. Staötmiifion Stehen, Löberfttahe II Sonntag abend 8>/4 Uhr: .Der Gekreuttgte ii Urteil seiner Feinde". Jeden Mittwoch at «> 8V, Ubr: Einführung in die heilige Schnft Jnter.dvicl. Brnchleidenden sei tiflNir Stelle nochm ganzbesond ansdasJnscratd.H^m Pb. Steuer Sohn in beut. Nr. bingewiesen. *v- ^gebracht hat, I ein Zuspringen wurde, ferne künsllerische Spann- x brr Mensch- kraft erwies. Die rührende gvttesfürchtende Seele, Wohltuend wirkten darnach dir beiden prächtig- frischen Chöre „Der Jäger aus Kurpfalz ber feine Erbtante systematisch umt um mit ihren Millivnen ein Wohltäter . . . heft, ein „Menschenfreund" werden zu können — rieten in einem Geh. Sanftätsrat, Regierungspräsident unb Oberbürgermeister gut typisierte Gestalten, ohne übliche Karikatur, was besonders anzuerkennen war. Die Gießener, die ftch eine so überragende Darstellung aus TeilnahmslosigLett entgehen ließen, dürfen sich nicht wundern, wenn den Frankfurter Gästen das Wiederkommen verleidet wird. zz. die alle Wirtschafterin Anna verkörperte Emmy R a be schlicht unb eindrucksvoll. Hermann Kner, Otto Schmö le unb Hermann Fransky zeich- Sietzener Ztadttheater. RicharD-Dehmcl-Gedenkfeirr. Die Nirnschrnfreunde. (Drama.) Gießen, 12. März 1920. Die vielen Nachrufe, die ber Dichterperfönlich- 4eft Richard Tehmels gerecht werden wollten, feierten vornehmlich den Lyriker, insbesondere, den ethischen Lyriker, ber das sexuelle und soziale Ethos als appolfttischen Fuftken ans der naturalistischen Welterstarrung herausEug und damit unserer Zeit ber Gesvitiurrgsdichtung vorrmleuchtete. Nirgends ift aber auch bie tiefste Menschlichkeit dieses Dichters ßo zu fassen, wie in den lyrischen Wnfessionen, wo sie in ekstatischer Inbrunst anf- glüht, hinter der Selbstzucht der Form dem 'hellhörigen Ohr in ber leisesten Färbung des Rhythmus und des StirnmungSge'haltes mi.schwingt. Tehmel als PcrsönlichLit, als Mensch, als Mft- mensch, steht in seinen Versen am reinsten und lautersten vor uns. Wie er als Dichter ber zeitgenössischen Literatur seinen Stempel aufbrütfte, so wird er im Geistesleben unseres Volkes unvergängliche Spuren hufterlassen. Ihm eine Gedenkfeier an unserer Bühne zu veranstalten, war die Erstattung einer Doftkes- pfticht, für die das Gießener Publikum leider kein Verständnis zeigte, berat der Besuch des Theaters war beschämend schwach. Und dabei ist Dehmel auch als Dramatiker nicht irgend ein Großer, der auf einem ihm fremden Felde einen Achtungserfolg errangen hat, sondern ein Seelendramatiker, den man neben Ibsen nennen ivirb. Nur vo-n den „Ptenschenfteunden" sei diesmal die Rede und auch hier sei nut Grundsätzliches hervorgehoben, da ber Inhalt anläßlich eines Gastspiels des Mainzer Stadttlleaters vor zwei Jahren eingehend besprochen wurde. Sauerscher Gesangverein. Am Sonntag, 14. März, trat ber unter Leitung des Herrn Otto G ö r l a ch stehende Bauersche Gesangverein zum ersten Male nach dem Kriege wieder vor die Oeffentlichkeit. Schon seit mehreren Jahren weiß dieser Verein durch seine vorzüglichen Darbietungen die Kunstfreunde für sich zu interessieren unb es ist als ein Zeichen feiner großen Beliebt heft zu danken, wenn schon in wenigen Tagen nach Bekanntgab edes Konzertes bas Hans völlig ausver kaust war. Das in ber neuen Aula ber Universität veranstaltete Konzert bewies auch diesmal den unermüdlichen Eifer der Mitglieder für die edle Sangeskunst unb zeigte, wie ein b^eistertes Streben in den Leistungen den schönsten Lohn findet. Es war eine Freude zu sehen und zu hören, mft welcher Hingabe Dirigent unb Sänger das Programm aus- fühtten. Der etwa 90 Sänger starke Chor brachte zuerst — zur Erinnerung an bat hundertsten Geburtstag des Lomponisten — „Bineta" von Fr. 2bt. Mft dieser Nummer, sowie mit den darauffolgenden beiden alldeutschen Volksliedern „Innsbruck, ich muß dich lassen" unb „Schabab" bewährte ber Dürein von vornherein seinen guten Ruf. Eine Heine Jntonationsschwankung beim Uebergang in die zweite unb britte Strophe des ersten Chores konnte den Gesamteindruck nicht ab= ichwächen. Wenig Geschmack konnte ich ber teilweise sanglich auf Hornsignalen aufgebauten Komposition „Der Postillion" abgewinnen. finben. , _ Als Fnstrummtal-Solist hatte ber Ve«m<- hiesigen Pianisten Herrn Julius Hahn ber als stngersertiger Spieler schon mandgera ». ttTunberung abgerungen hat. In dem (Tausig) Capriccio und in dem Rondo überwand er die darin enthaltenen Beiten mit Leichtigkeit. Die Bedeutsamkeft ber 13. Rhapsodie von Liszt hingestellden Leistung brachten dem Künstler rauschenbeti - fall und fand erhöhte Anerkennuug m ber ut- reichung eines Blumenkorbes. Das Gesamtergebnis ber musikalischer bfttungen war ein für ben Vevein durchaus „ volles. Hoffen mir, daß seine öeiltunga weiterhin aus ber Höhe unb seine Konzern : I regelmäßige Erscheinung in. Gießener jüfflwy und' blejheu. „Der Studenten Nachtgang", bie beide Mustek interpretiert wurden, so daß der erste wiedcp werden mußte. „Sandmännchen" von Zuccalmaglio, trjr der Verein Gelegenheft hatte, durch ein wvN rundes Piano seine gute Stimmschlullmg M ’ weisen, war ein Kabinettstück ber VortragSkm In kompositorischer Hinsicht waren bie großen Chöre: „Des Geigers Heimkehr" »l' Hegar und „Hoch empor" von Gurti die W- tenbften und wettvollsten. Ihre Aus gesangstechnisch der Stimmentfaltuna Terrain eröffnet, zeigte eine wie tüchtig- — Verein in seinem Chormeister besitzt. Er vM' es, seine Sängerschar zu einem Gesangskörvtt - verschmelzen, in dem Chorwort und CHortor c- einheftliches Ganze prächtig zur Geltung Der für das Kon-ett als Gesangsolist gesehene Herr Windgassen hatte wegen der d: zeitigen unsicheren Verkelwsvcrhältnisse abM An seine Stelle trat Herr Müller-Ra BeM- Kassel mft Liedern von Wolf, Thuille und Stiri" Der in letzter Stunde vorgenommene B«ä stellte den Begleiter vor eine schwierige Au^ Trotzdem erzielte ber Sänger mft seinem Lomn packende künstlettsche Eindtticke. Seine Stimme zeigte eine tüchtige Schulung. Die sation war edel, die Tonverbindung geschv:^ und die TettauSsprache von vorzüglicher ecjjn unb Deutlichkeit. Auffassung und Vortrag ZE von künstlettschem Geschmack und warmem «v Zweimal kttstallisiett sich der Kern des Dramas in Worten. Eftimal, wenn ber „Menschen- fteund" dem lauernden Seelenfänger sag': „Wir haben beide unseren Beruf nerfebU: du als Mft- vEnsch und ich als Unmensch' und das andermal, wenn am Schlüsse des Dramas schafterfti den Selbstgerechten, der glaubt, mft ben schlichten Worten Sie, Sic armer Mensch." Mycholvgie Rasbolnikows gleick Christian Wach, der an dieser Schuld sich selbst zu Tode schleppt, — ber, (eine geistige Kurve, bie ber Psychologie Raskolnikow gleichkommt) nerven- peitschendes Spiel mit halben Geständnissen treibt — ber mit schlaggelähmter Zunge die ©ctbi'tanflage lallt und mit einem letzten „Nein" wieder zerreißt — er stehe als Mensch ethisch höher als fein Gegner, ber ihm das Geheimnis entreißen will. Seine Bersdockthrft ist zerfleischende Reue, sein fanatisches Spiel das verzweifelte Bohren des von der Menschheft Enttäuschten nach dem verzeihenden Berstrhen des „Mitnienschen"; ist rachsüchtige Entlarvung der selbstsüchtigen Spitzelnatur des Selbstgerechten. Aus dem Kern, ben bie beiden zitierten Sätze umschreiben, strahlt das ganze Drama aus, dessen psychologischer Aufbau em Meisterwerk ift Bemerkenswert für die Selbstzucht Dehmels ist es, daß der Lyriker sich in diesem Drama restlos zu verleugnen weiß, sowie der formal strenge, ja gleichförmige Ausbau der drei Alle, ber dem starren Schema entspricht, in das Dehmel feinen (trotz mancher Mängel unvergleichlichen Roman in Romanzen „Zwei Menschen" hrneingepreßt hat. Eingeleitet wurde bie Gedenkfeier durch einige Worte, die Otto K e h r, der Spielleiter des Abends, über die Bedeutung Dehmels sprach und zwei Ge- dicÄe. Der Anfang war alles andere wie ermutigend. Aber (bann zwang das Spiel der Frank- furter Künstler in einen Bann, der auch lange nach Schluß des Dramas nicht weichen wollte. Vor allen Otto Henning als Chttstian Wach. Wie verblaßt gut gemeintes Wollen hinter solcher Schauspiel kunst, die eine Gestatt von ihrem innersten Wesensderne her packt und vermenschlicht. 1 Wie war jedes äußere Mittel — das Zerkauen des widerspenstigen Wottes, ein Frösteln, ein Lauern, ein Lachen, ein nervöses Spiel der Hand, ein Auf- begclyrcn und die grauenvolle Maske des Schlag- slusses —, vergeistigt durch den niemals nachlas- sendeu Willensimpuls, mft dem der Schauspieler - die Psyche des Menschenfreundes zu feiner eigenen war eigenschöpferische, nicht nach- lmngskunst. Sie wurde zu unver- >ni?. Sein Gegner in dem furcht- ' tilampf F. W S ch r ö b e r, wirtte fheriv zvemlich indifferent, obwohl Slio menten, wo aus dem Lauern * erlcht Rtixi Urtel (fax s bmdjt au! rats ■ ichtkrstattni' taf ftr rechMit^c [teile »tef» Beklagten W ?■*’■ »lese «in Wpf dd**fc zerteidigu W lterbch. März. Die vachl-rns von 7N' ndkm, Äunvisy, blshmse jährliches , 15.Marz. 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Giehen, den 19. Mär» 19®. Die Beerdtgring findet am SamStag den 20. dS. Mts., 2 Uhr nachmittags, auf dem neuen Friedhöfe statt. Todeö Anzeige. Sott dem Allmächtigen hat e» gefallen, meinen inntgftgeliebten Mann, den treusorgenden Vater seiner Mnder, den Ober» Wil ÜlQttner nach kurzer, schwerer Krankheit zu 'ich in ein besseres Jenseits abzurufen. 9m Namen der trauernden Kameraden 3007 Herrn (Emil plattner. Die Beerdigung findet Samstag, 2 Uhr. aus dem neuen ftrtebbof statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Voretand. AklllleneoereiL tiletten. Unseren Mitgliedern geben wir hiermit Kenntnis von demHin- scheiden unseres lieben Wege innigen Dank. 04781 Familie Johannes Hofmann. (Stehen, Treis a. d. Lda-, 12. Mär» 1920. Danksagung. $VflT die melen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unserer lieben Entschlafenen sagen wir aufdlcsem Eberhard Haas Schmiedemeister ud Gastwirt i tiefer Trauer : Sophe Haas geb. Roth Augun Haas nebst Frau und aen Verwandten. Steinbach, Oarbenteich, den l.Mirz 1920. Die Beerdigung findet Samsta «en 20. März, 3 Uhr nachmittags, btt. 04M6 Frau johannette Simon geb. Seipp Suche guten (***88 MsM-MsleSer Zeitz oder Goerz, zu kauf. S. Engel, Berlin, AndreaSftr 40. Möbl. Zimmer »u verm. 04804 Süd Mu löge 11. Zimmer mit und ohne Ponfion zu verm. 04000 _____Gclterswea 40. Stall ^vermieten. 04736 Wolittraste »6 1 ■aller, Bönstadt. 2827 freu/t v u fiorfiilen Treten Ziegen-, - Zickel-, Kanin= und Katzenfelle kauft z. hSchsteuPreifeu J. Russ, SieSeaLMMrTZS, | Mietgesuche | Suche m. schöne, geraum. 5 - Zimmer - Wohnung gej|. eine äbnl. andere U m» stände halber zu tauschen. DiSkr. mgei. Schr. Angeb. unt. 04663 an d. Giest Anz. Ju oberhefi. Landstadt ch ob. Ort rn. Boirnit., elcktr. Vi*t, Wafier, wird von ktnderl. Ehev. 2-4-Lim».- WekiMB in beS Hanse gesucht. Kauf d. Dauses nicht ausgeschl. Oü'. an Lahror Kaufe s getragene Herren- und TamenNeider, Schnhe, Wäsche, Möbel all. AN. L. 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Oür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei den Heimgänge unserer lieben Entschlafenen, besonders Herrn Pfarrer Dörr für die trostreichen Worte am Grabe, sowie für die vielen 5lranz- spenden sagen wir innigsten Dank. I. N. der trauernden Hinterbliebenem- Wilhelm Hofmann V. Heuchelheim, den 12. März 1930. (2962 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Sohnes und Bruders sagen wir allen, insbesondere der Firma Bänninger und den Mitarbeitern, unseren innigsten Dank. Krau Schmidt Witwe und Kinder. «testen «Marktstr. 21), den 1L März 1980. atm Heute morgen 11 Uhr entsetef sanft nach kurzem, schwerem Leiden im 58. Lebensjr mein lieber Mann, mein lieber Vater, Schwiegervatexjruder und Schwager im Alter von 71 Jahren. 2998 In tiefer Trauen Martin Simon Emil Simon, Res.-Lokomotivführer. ‘'"chevenintren und Gießen (Mittelweg ISk den 14. März 1920. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei dem uns betroffenen schweren Verlust sagen wir auf diesem Wege allen, insbesondere Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte am Grabe, unseren innigsten Dank. Im Namen der tieftrauemd Hinterbliebenen: Karl Erb nebst allen Angehörigen. Wieseck, den 13. März 1920. 2980 Nachruf! Am 29. Februar 1980 verschied ith kurzem, schwerem Leiden ganz unerwartet unser Mitglia Herr LudwigBecker Im Alter von fast 19 Jahren. Aue der Blüte seiner Jahre habiieini tückische Krankheit hingerafft. Die Vereine verlieren iieni Heiinjregranßenen einen treuen Kameraden. Pflichttreue.ewisseuhafligkeit und Unermüdlichkeit, das waren die Tur*,en, die ihn vor allem anszeichneten. In seiner vielseitigen irksainkeit war auch nicht ein Augenblick, in dem er je . einer strengen Pflicht erfü Inner nachgelassen hatte und Charakter war so durch und durch rechtschaffen, daß er ai die Hochachtung seiner Kameraden erwarb. Ein Andenken! sein Leben und Wirken bei allen, die ihn kannten, wird foriien und als leuchtendes Beispiel noch vielen tum Segen gerben. Turrerein Londorf SpofeKlub Londorf. Londorf, den 12. März 1990. 2965 Für die vielen Beweise defeilnihme an unserem 30»D 4ii kaufen 04667 Zirka N Zemluer Maa Me i»,. 2786 fiüMütiÄS schweren Verluste sprechen w hierdurch unseren herzlkhen Dank aus. Theo von Holend Ponientzietz geb. Schirri Familie Hemrit Schirmer Atkrh.Hnm-Arug sowie leicht üebarxlalier, 1 Fllxhat, 1 Paar Betrag. Herreaichahe 3r. 42 and Basienachuhe Mr. 39 »u kauf, gesucht- Sckr. Ang. u. 2058c a. d. Gien. An». -----,-------- --v- 1 Robert Geiler, (04680 ‘ heüaer Laidstr. U. [8ss ’ Fronti. Str. 19, b. Hehler. zu laufen gesuchiZ/.'ob- nungen werd. frcLÄvift- licbcangcboic uitff>81D an den Ottekencr iegetg. Lüchk Jag-Aiitt iZentralfeuerl zu kaufen. Schrittl. Angebote unter 2892c an^den Giest. An». er^Ht. Damenrad tauch ohne Reifen» zu kaufen gesucht. Sckrifti. 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Verei Rudersf Gießer IR ffll Nr. 67 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Freitag, p. März (920 vke Urteilsbegründung im hclfferich-prozetz. Berlin, 12. März. (Wolff.) In der Urteilsbegründung im Prozeh Helffcrich wird u. a. ausgeführt: Ter Wahrheitsbeweis sei dem Angeklagten im wesentlichen gelungen. Das Gericht habe sich ein Bild von dem Charakter des Nebenklägers machen müssen und glaube, in den siebcnwöchigen Verhandlungen cm solckMs Bild gewonnen zu haben. Ter Nebenkläger sei ein Mann von zweifelloser Begabung, einem bewundernswerten (Gedächtnis und großer Tatkraft und Rührigkeit, aber von einem bedauerlichen Mangel an Urteilskraft und geradezu erstaunlicher Ungenauigkeit in allen Singen. Im Falle Thyssen liege eine unzulässige Vermisckzung poli- ttscher Tätigkeit und eigener Geldinterefsen vor. 3m Falle Berger hätte der Nebenkläger das Amt nnes Schicdsrictüers keinesfalls annehmen dürfen. Jem Verhalten in diesem Falle sei zum mindesten unanständig. Im Falle Anhydat habe sich Erzbergcr für eine Palentverwertung während des Krieges in Norwegen, also für ein recht bedenkliches Vorhaben, eingesetzt. 3m Falle Hapag hätte er seinen Aktien- besitz abstvßen müssen, bevor er die Entschädigun- qcn der Gesellschaft in die Land nahm oder er» mdgliditc. Auf jeden Fall habe er amtliche Keimt- msse dazu benutzt, um seine Geldgeschäfte zu machen. Diese FÄle rechtfertigen die Beziehungen des Nebenklägers als politisch-parlamen- lariscker Geschäftemacher, denn sie seien licht Einzelvorgänge, sondern Erscheinungs-- vrinen seines Charakters. Im Falle Pöplau habe irr Nebenkläger seine früheren eidlichen Anssagen Wer Lügen gestraft. Im Falle .politische Lügen" feien mehrfache Unwahrheiten bargetan. Daß cs sich Tri diesen Unwahrheiten nicht um vereinzelte Fälle bandle, sondern um einen Ausfluh der inne« 7en Unwahrhaftigkeit, werde durch das Anhalten des Nebenklägers bestätigt. Die dritte Kruppe der Beleidigungen „Unanständigkeit^' falle Zusammen mit diesen verschiedenen Tatbeständen. 3n einigen wenigen Punkten sei her Wahrheilsbe- weis nicht erbracht. Auch soweit er erbracht bleibe der Angeklagte strafbar, denn die Umstände ergaben, daß er die Msicht hatte, den Netzen klüger zu beleidigen. Straffreiheit wegen Wahrung berechtigter Interessen sei dem Angeklagten nicht ziHubilligen. Fine strafbare Beleidigung enthielt folgende Aeuherung: Der Krebsschaden Erzbevger, der Mann mit der eisernen Stirn, ich spreche ihm öffentlich meine Verachtung aus, Erzberger ist zu feige, er drückt zur Schande Deutschlands den Mi° uffterftuhl. Ehren notwehr konnte das Gericht in keinem Falle annehmen. Der Angeklagte fet Angreifer gewesen. Bei der Strafzumessung sei not- mcntlich zu beachten, daß der Angeklagte aus vaterländischen Beweggründen gehandelt habe, möge ihm auch der Haß die Feder diktiert haben. Aus Stabt rrnd Land. Gießen, den 19. März 1920. . Lieferung-prämie für Milch. Das Landesernährungsamt gibt bekanntj daß denjenigen Kuhhaltern, welche ihren Milchablieferungsverpflichtungen regelmäßig txn gesetzlichen Bestimmungen entsprechend irachikommen, eine Lieferungsprämie dis ^u 19 Pfennig für den Liter bewilligt wird, für bte Lieferung derjenigen Vollmilch, welche zur Deckung des Bedarfs in den Städten, Gemeinden und anderen Stellen benötigt wird, ist die Landesmilch- und Fettstelle ermächtigt, einen Zuschlag von zehn Pfennigen zu bewilligen. ** Beerdigung von P rofesso r Bousset. Am Samstag dem 13. März touribe Professor Bousset von einer zahlreichen Trauergemeinde feierlich zur letzten Ruhe be- ihttet. Am Sarge sprachen Professor Dr. Schi an als Geistlicher und Dekan der theologischen Fakultät, der Rektor der Landesuni- bersität Professor Dr. Kalbfleisch, oer Senior der theologischen Fakultät Professor Tr. Krüger, ffür die theologischen Fakultäten von Marburg und Göttingen die Pco- fefforen Dr. Heitmüller und Titius, snr die Studentenschaft stud. hist. Grüne- rtald, für die Theologiestudierenden stud. fieol. Wißmann, ferner die Vertreter der '"identischen Verbindung Germania in Göt- t'ngen, und für die Deutsche demokratische Äartci Lehrer Fischer. **PostsenoungennachOrtenin Hn Kreisen Eupen und Malmedy, 6te nach dem Friedensvertrag an Belgien ab- gitneten woroen sind, sind nach den Weltpvst- v-treinstaxen freizumachen. Unzureicheno frei- g'tmachtc Sendungen verursachen den Emp- jLngern erhebliche Unkosten. Bei Zweifel ü bet die Lage her Bestimmungsorte oder über bne Höhe der Gebühren wende man sich an He nächste Postanstalt. AufsichtüberdieHunde. Innerhalb der bewohMen Teile der Stadl müssen auf össent- lich-n Straßen, Wegen und Plätzen bissige ober vom Polizeiamr als bissig bezeichnete Hunde mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulkorb versehen sein und an einer kurzen Kette ober Seine geführt werden. Ebenso müften Bernhardiner Neufmt dl ander, Leonberger, Doggen (Deutsche Ulmer, Dänische und Bulldoggen), Barsoys, Mastiffs, Zieh- und Metzgerhmidc, sowie alle aus Kreuzungen dieser Rasten hcrrwrgegange- nen Hunde an einer kirrzen Lerne ober Kette geführt tuetben. Alle Hunde sind an eine kurzen Leine oder Kette zu führen im Botanischen (Harten, in ben öft'entlicheir gärtnerischen Anlagen innerhalb ber Gemarkung Gießen unb auf ben Bahnsteigen der Bahnhöfe Die Besitzer eher Begleiter von Hunden büren Rasenplätze, Blumen beete, Gebüschanpflanzungen unb dergleichen in den öffentlichen Anlagen durch die Hnn^e nicht betreten lassen. Es ist verbalen, Hunde in ösfent lidje Dienstgebäude, in Wirtschaften ober Witts- gärten innerhalb ber bewohnten Teile ber Stadt, zu öffentlichen Feierlichkeiten, auf Märkte ober in Räume mitzubringen, wo Nahrung«- ober Genuß mittel hergcstellt ober fe>laehalten werden. Die Besitzer ober Begleiter »wn Hunden haben zu «rhinbern, baß bie Ruhr burch anbauernbes Gebell ober Geheul ihrer Hunde gestört r;irb. Es ist verboten, zur Nachtzeit, d. i. in ber Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, Hunde ohne Aussicht aus öffentlichen Straßen, Wegen unb Plätzen frei umherlaufen zu lassen. ** Die 3t waren aus Fleischabfällen, die sonst tottgeworfen werden, köstliche Pasteten herg?fL*nt. Vorzüglich schmeckte der pataswnische Hase, ein Ti:r, das rinc Att Kreuzung zwischen Meersckw.inck)en unb Kaninchen darstellt. Dieses sehr fruchtbare und l richt aufzuziehende Tier lvirt) besonders zur Kleintierzucht empfohlen. So wurde viel llngrtvöimltd)e3 dem Gaumen geboten, wenn auch die „Hmpt- gäatge", wie Klapperschlangenragout und Gürtel- tiertrmten auf dem Grill, dresmal fehlten. * Die „nasse" Welle in Amerika. Seitdem die Vereinigten Staaten „trocken" geworden sind, indem dis. Erzeugung und ber öffentliche Genuß von Albihol verboten wurden, hat ber leidenschaftliche Kampf gegen diese so schwer einschneidende Maßnahme nicht ausgehött. Jetzt wird von einer „nassen^ Welle gemeldet, einer immer anwachsenden Bewegung gegen das Allbholverbot, die sich in allen Staaten sehr stark bemerkbar macht. Von überallher wird eine Abschwächung des Alfeholverbotgesetzes gesordett, und zwar verlangt man die Erlaubnis, leichte Weine imi> Biere zu erzeugen und zu verkaufen. In New Jersev ist der neue Gouverneur Edwards auf Grund eines „nassen" Programms gewählt worden und setzt sich jetzt mit aller Macht dafür ein, daß eine Milderung des Gesetzes erfolgt. Natürlich spielen diese Dinge auch in die hohe Politik hinein. Edwards glaubt, daß die Milderung des Alkoholverbots eine glänzende Wahlparole für die Demokraten bei der Präsidentenwahl sei, und bie Republikaner fürchten, auf diese Weise ihre Anhänger in ben großen Stäbtcn zu verlieren. Arn meisten spricht aber gegen bas Gesetz bie Tatsache, daß es ftch überhaupt gar nicht durchführen läßt. Man hat berechnet, baß eine genaue Kontrolle, auch wenn das Gesetz gemildett wird, 200 Millionen Dollars erfordern wird, so viel Aufsichtsbeamte wären nöttg. Gegenwättig läßt sich überhaupt nicht feft* stellen, wieviel gegen das Alkoholverbot gesündigt wird, und es ist nur eine stete Quelle für Aerger- nisse, Unruhen, Denunziationen unb SNettigkeiten. Der Abgeordnete W. I. Jgoe, ber im amerikanischen Abaeordnetenhaus eine Rede für die Aufhebung des Gesetzes hielt, konnte mit Recht erklären: „Das Gesetz wird überall übertreten. Wenn alle bestraft würden, die sich nicht an das Alkoholverbot halten, bann würde der größere Teil bet erwachsenen Bevölkerung der Bereinigten Staaten im Gefängnis setzen." Kopfschmerz • gHopapofheken OHo». ■ ■ ärtMich H^OVän ! Ile bevorzugt Er hatte einen Degenstich durch bie Lrimgt erhalten. Was mir indes am deutlichsten im Gedächtms haftet, ist der Kummer und Schmerz meiner Printer : cs war fürchterlich! Sie nahm mich ins Sterbe-» zimmer, um mir den Taten zu zeigen unb brach dort völlig nieder. So jung ich damals war, bie Szene hat einen unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht. ' Ein stechend scharfer Blick kam aus den Augen der alten kleinen Tarne, als fte \v. in bie menugen bohrte, sich vorwärts beugte und fragte: Hat sie — Ihre Mutter — von ber Ursache des Todes Ihres Vaters gesprochen? Hat sie in Verbindung damit den Namen einer Frau erwähnt? Ich suchte in meinem Gedächtnis. Tas Drama hatte sich vor so vielen Jahren abgespielt. Jawoist, erwiderte ich schließlich. S« hat von einer gewesen Gräfin gesprochen ; ihr Name war, wenn ich mich nicht irre, Frangipam. Und hat sie von dieser Gräfin im Haß gesprochen? Nein, erwiderte ich. Ich habe nichts von Haß oder Mißmut bemerkt, als sie von ihr redet?. Gott seis gedankt, sagte bte Gräfin nut Wärme, Gott sei's gedankt! Ich but bie Gräfin Fvangipam. Kaum waren ihr dreie Worte über die Lippm gekommen, da fuhr sie mi) einem Angstschrei aus. Was war das ? Haben Sie nichts gehört^ Mit einem erschreckten Blick übet ihr Ztrnrnwehen, ergriff fte wie hilfesuchend meinm Arm. Ich chatte in ber Tat etn eigenartiges Gttäufch gehört, als ob jemand im Zimmer anwesend gewesen wäre, aber ich formte es nicht gmauer beschreiben, noch formte ich irgendeine Ursach: dafür ausfindig machen. Ich riß die Tür aut, aber entdeckte niemand auf dem Vorplatz. Aus die Bette der Gräfin durchsuchte ich auch das anstoßende Schlafzimmer, aber auch Heer tonnte ich nichts Verdächtiges entdecken. Allerdings habe ich etwas gehört, sagte ich Mießlich^ aber, fügte ich mit beruhigendem Lächeln hinzu, es war nichts, worüber Sie sich zu beunruhigen brauchen. Im Zrmmer ist absolut niemand anwesend außer uns, und bann, warum sollten Sie sich beim fürchten? Weil die ganze letzte Woche mein Leben hier unausgesetzt von Schrecken erfüllt war. Können Sie nicht mutmaßen, warum ich an einem berar- tigen Orte lebe, in einer elenden Sackgasse eines der ärmlichsten Stadtteile Londons? Sie waren so liebenswürdig anzunehmen, daß mir das Spatz bereite. Wett gefehlt, Herr Todor! Es ist eine fürchterliche Notwendigkeit, unb ich gäbe Welten darum, wenn ich ihr entfliehen könnte. Apropos, sprechen Sie Italienisch? (Fortsetzung folgt) behördliche Anzeigen. per Ausweis!arte erhoben. Äbgai Zilgai bei llchen 299UB die 5,07 Holzsubmission 20 Lindenstämme 5. Klasse Los n. Fstm. 2993B Los m. ’tm. 6,15 8-hn. stumm 4. Klasse 3014B 2 Lv s 3011B 8016 47 Stück 5. Kl. 13,68 6 Rm. Nutzknüppel 3 Stück 4 Stück 4. Kl. 5a. Kl. >e ffe ffe 2 5 5 1 6 1 8 5. Kl. 3. Kl. 'tm. hn 42 7 1 St. St. St. St. 3. Kl. = 4. Kl. = 5. fit = 4. fit. = 5. Kl. = 3. fit = 4. fit. = wer wer 6 7 8 9 10 11 12 1 2 38 38 2. Kl. = 3. Kl. = 4. fit. = 5. Kl. = sick vor Los Los m me: 2,26 2,68 234 Los Los Los 2.98 F 1,63 F St. St. Eichenstamm Eickienstämme Ci (ensdamme CiäMrstämme ,24 St. 274 St. Kie' 6 Stück St. Buclenstckmnc St. Buä«nstämme St. Birkcnstamm istm-Bobm . (Engeh dieselbe Kirche (Eng Tem.FeU»I , fiebg „ Hlrit ämme . 2,95 5,47 1,27 2,82 3,96 14,91 17,50 2,66 Los 24 Los 25 Los 26 der Stadt Gießen. Stolte. L 2. Kl. -- 1,14 Fstm tainiu Ku- Linden stamme 5. fildi EsckMrstamme 4. «. 5 Los Los Los Los Marken-Ausgabe. Am Freitag und Samstag den 19. und 20 März gelangen in den Bezirken Nährmittel-. Milch- und Zuckermarken wie nachstehend zur Älngebvts vergeben toerden: Eichenstämme: 1 Stück 4. Kl. 0,42 24 Stück 5. Kl. 10,24 37 Stück 6. Kl. 11,15 6 Rm. Nutz knüppel. ist.Prokura erteilt Gießen, den 10. März 1920. Hessisches Amt^ericht. 0,17 Fßw 0,54 FM bekannt-gegeben. Röthges, den 14. März 1920. Hess. BüryermeistLver. Meckel. Bekanntmachung. Für sofortigen Dienstantritt werden einige jüngere Schreibgehilsen, welche schreibmaschinen- uTtb stenographiekundig sein müssen, gesucht. Schriftliche Angebote sind zu richten an die Diretti-on der Elektrizitätswerke und Straßenbahn Bekanutmachung. In unser Handelsregister Abt A wurde heute eingetragen die Firma Kalkwerke Abendstern Wilhelm H. Meyer, Gießen. Inhaber Wilhelm Hermann Meyer, Bergwerksdirektor in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Anfertigung und Vertrieb von gebrannten Kalksteinen und damit zusammenhängender Produkten. 2989B Gießen, den 8. März 1920. Hessisches Amtsgericht. dert bestehen. ( Gießen, den 16. März 1920. Städt. Gas- und Wasserwerk Gießen: Steding. fit-Fernflümnte Kvescrnstiäinme 5a. Kl. = 12,46 5b. Kl. -- 4836 IV. „ ll'Si gk 'M eitii u b oder M Die ÜrdÜMI Mm A Jubm'ss Ang 'M Ä ^.März und ver mchm. Die i Mqi 1 Mr 16,20 Mk. 15,95 „ 14,90 „ 17,40 19,55 „ 20,30 „ 10,20 „ 19,85 „ 22,00 „ 16,50 „ 17,50 „ in vollen das Haus bei Gasnußkoks (ab Gaswerk) Bo"stehende Preise verstehen Fuhren ab Eisenbahnwagen bis »es Käufers oder frei Lager des ... . einschließlich der Warenumsatzsteuer. Die Preise »er Brenn- und Heizstosfe, die streckenweise mit steigen: bei Fettstückkohlen bei Fettnußtehlen bei Fettkohlen melierte Eß Nußkohlen (Halbmagerkohlen) St. Ei-chmst. (Grubetttz) 6 fil = 27,53 Fsttn. St. Kiefernst. „ 5. Kl. -- 80,34 Fstm. St. Lär-chenst ,, 5. Kl. -- 23,32 Fstm. Los V. werden: 1. Für das Einwerfen des Brennstoffs von »er Straße in den Keller 15 Pf 2. Für das Einträgen des Brennstoffs von der Straße in den Keller 20 Pf. 3 Bei Lieferung in Säcken ober Körben bis zu Höchstmengen von 15 Ztr. ab Eisenbahnwagen in den fieUer 40 Pf. 89 423 99 15 Pf. 5. Bei Lieferung des Kohlenhändlers bis vor das Haus 70 Pf. für Kohlen und 90 Pf. für Koks. 6. Bet Lieferung in SäcLn oder Körben bis zu Höchstmengen von 15 Ztr. ab Lagerplatz des ^»hlenhändlers bis in den Keller 80 Pf. Mit schweren GÄdstrafen wird bestraft, »ie festgesetzten Höchstpreise überschreitet und der . Aufforderung der zuständigen Behörde zum Verkauf von Brenn- und Heizstoffen, für di: Gemeinde Röktz des schrfftttchen Angebots Los 1 St. Bucherrstanrm 10 St. Buchenstämme bei Anthraztt bei Eiform- und Steinkohlenbriketts bei Braunkohlenbriketts (Marke Union) bei Zechenkoks, grob bei Zecyenkoks, Ruß bet Gasstückkoks (ab Gaswerk Ui GH L.' >1 Ni 113 Rnt. Fichten-Nntzreisig. Tie Gebote sind getrennt nach Losen und Klassen, pro VervaufsMaß, verschlossen mit der Auffchrift Holziubmi'sivn, bis spätestens Dienstag den 23. März, mittags 1 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo um Vz2 Uchr die Eröffnung der Offerten erfolgt. Tas Holz ist mit Rinde gemessen und lagert an fahrbaren Wegen zirka 3 Km. vvm Bahüho Ruppertsburg entfernt. Wettere Auskunft ertetit Forstwart Butteron in Röthges. Bieter erkennen dir allgemeinen Verfaufsbe- dingungen an. Nähere Bedingungen liegen an der Bürgermeistern offen und werden im Termin c) auf Straße Wahlen - Gleimenhain. Los 13 10 Lindenstämme 3. Klaffe 4,48 M Los 14 8 Lindenstämme 4. Klasse 3,10 M Los 15 3 Lindenstämme 5. Klaffe 0,51 W HjMpktist för Nrerni- rn>i> Heiziissse. Auf Grund des Gesetzes betreffend Höchstpreise vvm 4. August 1914 und der Bekanntmachung über die Aenderung des Gesetzes über Höchstpreise vvm 23. März 1916 bestimme ich unter Aufhebung der seitherigen Höchstpreise für Hetz- und Brennstoffe: t _ Der Preis für den Zentner darf nicht über- Gaspreise. Infolge der Erhöhung der Kohlenpreise und der Frachten am 1. d. Mts. ist eine weitere Erhöhung der Gaspreise nötig geworden. Es kostet ab 1. März d. Js. nunmehr das Kubikmeter Gas zu Beleuchtungs-, Koch- u. Heizzwecken 80 Pf. Gas für Motore und Jndnstriezwecke 76 Pf. Gas geg. Vorausbezahlung (?lntom, ettizureichen. 293-5B Gießen, den 12. Mär; 1920 Der Oberbürgermeister (Lebertsuiittelamff b) auf Straße Leufel-Ober-Gleen 5 10 Eschenstämme 3. Kla se 16 EsclLnstämme 4. Klaffe 8 Esft»mstämme 5. Kla 4 Lindenstämme 1. Kla Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wyrd- heute bezüglich der Firma Max Baer (Stefan, emge- tragen: Die Ftrma ist in Max Baer Nachfolger, Siegmund Bensinger geändert. Der lieber gang der in dem Betriebe des Geschäfts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist bei dem Erwerb des Geschäfts durch den Kaufmann Siegmund Sat» inger ausgeschlossen. 2990B Gießen, ben 10. März 1920. ______________Hessisches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Schmidt und Faß, Ober- hessische Maschinen-, Ketten- und Kupferwerke, Gießen eingetragen: Der bisherige Gesellschafter Kaufmann Erich Faß von Gießen ist aus der offenen Handelsgesellschaft am 1. Februar 1920 ausgetreten und diese hierdurch aufgäöst. Das Ge- chäft wird von dem bisherigen Gesälschaster Theo- »or Schmidt unter Aenderung der Firma in: „Ingenieur Theodor Schmidt, Oberhessische Maschinen-, Ketten- und Kupferwerke Gießen" in Gießen vrtgeführt. 2988B Gießen, den 11. März 1920. ___________Hessisches Amtsgericht.______________ W-MMWM Das nachstehend aufgeführte Holz soll auf christlicher Angebote verkauft werden: a) auf Straße Ober-Ohmen - Kreisgren-e Los 1 2 Eschenstämme 2. Klasse 1,43 Fstu- Los 2 4 Eschenstämme 3. Klasse 1,69 Fstw- Los 3 6 Eschenstämme 4. Klaffe 1,66 Fsirt Los 4 4 Escheustämme 5. Klasse 0^8 Fsw- Bekanntmachung. Fn unser Genoffenschastsr^ister wurde heute bei der Spar- und Darlehnskasse zu Grüningen, eingetragenen Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, eingetragen: Adam Marsteller ist aus dem Vorstand ausgeschieden und an seine Stelle Jab»b Cbristtan Engel in Grüningen als Direktor in den Vorstand gewählt worden. 2986B Gießen, den 11. März 1920. ______________Hessisches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute b^üglich der Firma Theodor Brück, Gießen eingetragen: Das Geschäft ist auf den Möbelfabri- tanten Theodor Weinert in Gießen übergegangen, der dasselbe unter der bisherigen Firma ohne Uebernahme der im ^Betriebe des Geschäfts begründeten Forderungen und Verbtttt»lichLetten weiterfuhrt. 2987B Gießen, ben 8. März 1920. ______________Hessisches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute klüglich der Firma I. Schmücker Nachfolger in Gießen eingetragen- Walter Siesel in Gießen ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft Höchstpreise festgesetzt frnb, nicht nachkommt. Obenftehende Höchstpreise erhalten rückwirkende Kraft für solche Lieferungen, die nach dem 3. ds. Mts. erfolgt sind und btt denen wegen der noch nicA feststehenden Preise ein Preisvvrbehalt erfolgt ist. 2934B Gießen, den 11. Marz 1920. Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenz ien. Hessenland" aufzunehmen. Ti-e Willenserklärung und Zeichnung für die GenDssem'chaft muß durch zwei VondandsmttÄie- ber erfolgen, wemr sie Tritten gegenüber Rechts- verbindlichteit Haben soll. Die Zeichnung geschieht fcn der Weife, daß dve Zeichnenden zu der Firma der Genlofsenschaft chve Namensunterschrift bev- Ntgen. 2. Ter Borswnd, bestehend aus: 1. Wilhelm Herzberger, 2. Ludwig Hainbach, 3. Philipp Bö eher U.., alle in Bersrod wohnhaft. T« Haftsumme für den erworbenen Geschäftsanteil beträgt 2 00,— Mk. Tie Beteiligung eines Genossen auf mehrere Geschäftsanteile ist nicht Die Stelle eines Stadtsekretärs bzw. Lebensmittelverwalters bei hiesiger Bürgermeisterei soll vergeben werden. Bewerber, mit den erforderlichen Borkennt- mssen, wollen sick unter Mitteilung iljtcr Gehaltsansprüche alsbald bei unterzeichneter Stelle an» melden 3000 Hessffche Bürgermeisterei Lich. Bekanntmachung. Die Landesversicherungsanstalt Hessen in Darmstadt beabsicÄigt auch in diesem Jahre die Durchführung von Solb ade kuren für bedürfttge und erkrankte Kinder versicherungspsitch- tiger Personen. Es kommen in erster Sune skrofulöse, tuberkulöse - verdächtige oder schwächliche Kinder beiderlei Geschlechts rm Alter von 4—14 Jahren in Frage, die mcht bettlägerig und keiner außergewöhnlichen Pflege beduNen. Die Aufnahme von an offener Tuberkulose und an sonstigen Infektionskrankheiten leibenben Km- dern ist ausgeschlossen. Bei bedürftigen fiinbern werden die Kosten für die Fahrt zum und von dem Badeort durch die Versicherungsanstalt vergütet. Die Aufnahme erfolgt in der Reihenfolge der eingehenden Anträge und der zur Verfügung stehenden Plätze. Das unterzeichnete Versicherungsamt nimmt Anträge zur Kurbewilligung entgegen und erteilt hinsichtlich der Aufnahmebedingungen pp. b« forderliche Auskunft. 2904B Gießen, den 6. März 1920. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Die noch rückstönd'gen Beiträge zur Krankenkasse und Invalidenv-'-sicherung für den Monat Januar 1920 können noch bis zum 31. ds. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Tinzahlung auf unser Postscheckkonto and) die Kosten beizufügen. Gießen, den 18. März 1920. 3015D Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. 3. 21: Alb. Lentz.______________ ,">°L Airo-ßrec SetriebS' Mqliede 3,1g. 197 «.[troefo ' jolg. 240 Urbersch^ 3. Kl. = 7,80 Fstm. 4 Kl = 20,66 F, rn. 3.18 Fstm. 0,40 Fstm. 0,61 1X8 Fs 24,54 18P9 Fstm. 1,42 Mtm. 3,92 Fstm. 2,63 Fstm. 0,79 Fsttn. Kohlenhändlers LVer die Au L'veri AL Ml Q Mr, 1: Msor 8i ÄrZrc Mu h) auf Straße BUtzfeld Romberg Los 34 2 FiclttTnstämme 2 Kaffe 3,49 W Los 35 16 Fichtmstämme 3. Klas e 22,27 Los 36 27 FichtenNämme 4 Klaise 26,60 Los 37 22 Ficht'-nslämme 5a. «I. 12,71 LvS 38 3 Fichtcnstämme 5b. Klaffe 1,^®'’ Die Angebote sind schriftlich unter Aug der Lose bis zum nrm( Freitag den 26. März l. Z. vor«. W * .holderzeichnisse werden zum SelbsttosteM^ abgegeben und auf Wunsch auck verjMwl. . Alsfeld, ben 10. Mch^ 1920, » Städt. Arbeitsamt Gießen Weft-Anlage 31, Teleph. 265*. Es können eingestellt werden: a. bei biestgen Arbeitgebern: 1 Holzbildhauer, 1 Schmied, 2 alt. Mowrfchloffer, 3 -schreiner, 2 Schneider, 1 Schäftemacher, 1 Srukkateur, 1 Wa» genlackie'-er, 1 Äüier, 1 älterer Bauschlosfer. Lehrlinge: 3 Maler und Anftretcher, 1 Schmied' 1 Schreiner, 1 Zahntechniker, 1 >r>seur,l Glaser' 1 Polsterer u. Tavezterer, 1 Svengler, 2 Schneider' 1 Kellner, 2 Gärtner, 1 Stukkateur, 1 Photogravy, 1 Glaser, 1 Bäcker. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landw. Knechte und Arbeiter, 24 Schreiner, 2 Anker- Wickler, 2 Fetlenhauer, 50 FeldberetnigungS- orbeiler, 4 Schuhmacher, 1 Schlosser, der autogen schweißen kann, 2 Friseure, 1 Kastenhelser, 3 Stellmacher, 2 Küfer, 1 Gärtner für Gemllfe- und Obstbau. 2 Hot-bildbauer, 2 Zimmerleute 2 alt. Mechaniker als Schtchtleirer, 1 Metallschleifer und Polierer. 3 Eisengraveure, 2 Schneider, 1 verh. Schmied für Hosgut, 3 Drechsler, 3 OoUbeUer u. Polierer, 2 gevr. Bagger- u. Lokomotivführer. Lehrlinge: 1 Backer, 1 Mechaniker. ES fuefarn Arbeit: 4 Bäcker, 5 SLriftsSer, fünf Buchoruckrr. 2 Schweizer, Kaufleute. Schreiber und Reisende. 2 landw. Verwalter. Packer. LwuS- burschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bau- schlosser. Mechaniker, 2 Konditoren, 2 Svengler, 1 Glaser, 2 Schuhmacher. 4 Heizer. 2 Küfer, 4 Krankenpfleger, 2 Schmiede, Weißbinder und Anstreicher, 5 Lhauyeure. 1 Dreher, 4 Tapezierer und Polsterer, Sattler, 4 Maschinisten, / Metzaer, 1 Techniker, 1 Vergolder, 3 Kellner, 2 Buchbinder, 1 Oberknecht, 1 Schornsteinfeger, 1 Werkmetster, 2 Pflasterer, 1 Steindauer. Maurer, 1 Operateur, 3 Aiüller, 2 Brauer, 1 Lackierer und Maler, 1 Koch. 1 LaboratottumSgehtlfe, 1 Maschinen-Jngeuieur, 1 Bauiübrer. Lehrlinge: 10 Schlosser. 1 Gärtner, 1 Schmied, zwei Kellner, 1 Schuhmacher. 1 Schneider, 1 Schreiner. 2 Konditoren, 6 Mechaniker, 1 Metzger, 16 Kau ff lerne u. Schreiber, 10Elektromonteurs u. -techniker, 2 Weißbinder und Maler, 4 Techniker, 1 Bäcker, 1 Schlosser aufs Land, 1 Koch, 1 Zahntechncker. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Gartenmädchen für einzelne Tage, Mädchen tagsüber, Dtentt- mädchen, Lauffrauen und -mädcken, tüchtige ANetn- mädchen, 1 eins. Stütze, 1 Fltckerin, 1 Waschfrau, 1 Hotelköchin, 1 Lehrmädchen für Schuhgeschäft, 1 Fraulein für Bureau. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 4 lanbrotrt- fchaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, 1 einfache Stütze, Alleinmädchen, eine Köchin, 1 Stenographin und Mafchinenschreibertn. ES suchen Arbeit: 2 Lehrmädchen für Damen- schneiderei, 1 Dame f. Nachtnlsestunden in Sprachen, eine 2. Friseuse, 1 Büglerin, 1 Kindergärtnerin für nachmittags. ________________[3069B Bekanntmachung. Aus der Hensel-Stiftung tont rat eine lebenslängliche Pfründe im Jahresbetrag von 175 Mark an eine bedürftige und würdige hiesige Bürgerswitwe oder Bürgerstochter über 60 Jahre alt, ohne Unterschied der Konsession, zur Vergebung. 3024B Meldungen nimmt das Städttsche Armenamt, Asterweg 9, bis 15. April l. I. entgegen. Gießen, ben 16. März 1920. Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) Ausgabe: A—E Freitag vormittag von 9—12 Uhr, F—K Freitag nachmittag von 2—5 Uhr, L—Q Samstag vormittag von 9—12 Uhr, R—Z Samstag nachmittag von 2—5 Uhr. Die Marken sind unbedingt an vorgenannter Ausgabetagen m den Bezirken abzuholen. Bei mehrmaliger Nichtabholung der Marie:: am zuständigen Äezirk wird laut Beschluß bei Lebensmitteldeputation eine Geldstrafe von 50 N 67 Stück 5b. Kl. 15,33 Derbstangen (Fichte): 31 Stück 1. ,Kl. 3,73 Die Angebote sind getrennt nach Klasse M Abteilung bis zum 23. März vormtttags 10 D fei unterzeichneter Bärgermeiftcrei einjurtidjfl Genehmigung wird im einzelnen tote im gawc Vorbehalten. 29X1 Climbach, den 12. März 1920. Bürgermeisterei Climbach, ©.teilt. f) ans Straße Alsfeld—3 Los 22 1 Linden stamm 2. Klas Los 23 2 Lindenstämme 3. Kla Gießen, den 16. März 1920. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Meisterprüfungen für handwerte, in Gberhesten. Die diesjährigen Meisterprüfungen (§ 133 k Gew.-Ordn.) werden im Monat Mai, Juni m Suh abgehalten. Bor der Anmeldung ist an bi Sekretariat der HandwerMammer zu DarmM: eine Prüfungsgebühr von 55 Mk. ernzuzahlen von wo dann ein Anmeldeformular nebst Duithm: ibers-andt wird, auf welchem die Unterlagen ich sind, die mit der Anmeldung bis «um 30. ML an die unterzeichnete Prüftmgsvommisswn m- l! geschickt werden müssen. 22661 Die MetsterprüfungStommissivn für dve Provte Oberhessen: Dipl.-Jng. Bünings, Vorsitzender. Holzverkauf. Nachverzeichnetes Holz ans den Waldar,F7 der tztemeinde Climbach soll auf dem Wege schall Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen 590.- Lss (Rieten LttL W3 Statt Karten! Hardthof, den 13. März 1920. 3006 Statt Karten. Zugang 1919 0470 Holzheim Grüningen März 1920. Watzenborn, 15. März 1920. Rechner: Statt karten! Gem.Bobenhause,r H - •m 3 2. Lich Riedmühle, März 1920. 52 61 40 u. ßos i.30u. U.-Seibertenrod — Zettbach - 20 60 7. 10 g Vermählte SeUrzweaSl Sra Ablaerf von 3 Woche tbmission an ihre Gebote Gießen, 19. März 1920 Dießen, 13. März 1920 2LL Vermählte Z« verkaufen: »7,0 Gießen, den 13. März 1920. 04TT1 M 047« empfiehlt 3065m Kaufe jeden Poften jeglicher Art. 3054ss M. Hantzdarff, «erlitt W, LeipziLr Straße 108. In Bad Ems sofort verkäuflich primaMel 2041 zu verkaufe» z.verk.g.aufl tilachtziea. z. vertausch.'"- »umte.32 Hüt tu- »u verkanten. 2961 Verkanten. 04758 2966 D verkaufen IT. Leichter P Bahnhofstraße 43, rt 10. VjeÜxrtuteg' 30 g 31 g Johanna Herrmann Heinrich Schmidt Direktor: Sommer 7. 17 32 53 5 10 15 38 Ein saß noch neneS Grammophon mit (imtsurf, sowie ein SehieO- Automat 15 135 15- 100 u. 16 80 13112011. NodbeimcEltraße 6 neben Müsei ri^lmühle Eine bochtra ztrstklaffig. Für die übersandten Glückwünsche zur Vermählung danken bestens Dr. med. Georg Rullmann und Frau Elisabeth geb. Stoll Die Geburt eines kräftigen Stamm Halters zeigen hocherfreut an (Es grüßen als Verlobte: Hermine Schmidt Ernst Hebermehl 2. 32 u 44g Trauerkränze Brautbuketts u. Myrtenkränzchen Blumenkörbchen sowie frlecheBlumen Katharina Schneider Ernst Geißler Verlobte Heinrich Grünewald Lina Grünewald geb. Rupp 45 75100 g 93 130 45u. Los 1- 149 ■ - 8 älcud 157 1 Paar Ohrringe 14tnr.,bef.ft6öne AuSfLhr. xVubtgevu »um Preise von 250 iJL»u oert Schr. Ang. u. 04700 an den Gieß. An». •10 Kontrolleur: Leicht •(«hafuften« kann ie#t nxrSen. Leichter Tovvelspänner, auch als schwerer Einspänner gecifln. Wage», sowie ein leichter Veder- vritschwagen »u verkauf. Os»- Rodbetmer Etr.S«. Margrit und Ewald von Hammacher -xöffmmq der |Q tandwittsch. Konftfmoerein r. S. m. u. I zu Watzenborn-Steickerg. Blei- und Kopierstifte. Richard Hausdorff, Barlin W. 8, Leipziger Stoße 108. 00 öj hichv° 1920. uszabe. 15^' schöner Landsitz Fronhausen (Lahn) - Kirchberg März 1920 Depot-Konto: Tenttal-Kassa Darmstadt . . . Maren-Konto: Bestand am 31. 12. 19 n. «. . . Inventar-Konto: n. 15°/0 Abschreibung . . . . Bbckstäode ........ Debitoren: Biro-Debitoren....... Prachtvoll guttchneier SchivSMAiseM preisw. zu verk. Schnitt. Ang, u. 04 87 o»d. QkBL -Kaufe jeden Poste Aluminium-Löffei, Bestecke nd Geschirre Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Marie Euler Wilhelm Mehl Für die anläßlich unserer Hochzeit zu« gesandten Glückwünsche sagen wir unseren Freunden und Bekannten auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Adolf Bocher und Frau Emma geb. Bocher Trais-Horloff, den 13. März 1920. .........-...... nr Buchenholz ofenfertio, mied, vorrätig. 5? Emil Lotz 5? Koblenbaudlnng, Telephon 2061. 2832 Heinrich Langstr«ftf Margarethe Langstroff geb. Strauch Holzfnbmiffion. Aus ben Salbungen der Qkmerxtie 'Setirr jt L'eld soll nachttehenb verzeichnetes tzol; tm Snb 275 ^nrisswnswcge txdeuft werden: „ (Engelrob dieselbe Kirche (Engelrob Dem. Feldkrüchen , Nebgeshakr „ Ulrichstein Waggonlitatöcte eefunb, er befrei, mein in Stücke gesprengt, sofort versandbereit, frei Siat. Vnrg, w Mü 9 hat zu Ihre Vermählung beehren stch hierdurch anzuzeigen Emil Adam approb. Arzt Else Adam geb. Sack 301$ Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst. Wilh. Brühl und Frau Emilie geb. Fink g bedeutet: geschält und ohtz^Rmde Gemessen ober entrindet ins Maß gefefct. u bedeutet: ungeschält, mit Mrde gemessen ober imentrixbet ms Maß gefeit Die Bieter ernennen die bef traben Berkauss- bebingimgen als rechtSt'erbmdlich a und send bis Ein blaue* Keetttm aut Seide, elae Golf» Jacke und ein Kleid zu verkaufen. 104797 Ariedrichstratze 14 Ü AWAM1 u verk. Näheres 14 1 L * te-ru. ® Ä > Detektiv-Abenteuer in 4 Akten 1018 Frau lil ta zwei fetal Monumentalfilm in 5 Akten Anfang 3.30 Uhr. Sonntags 2.30 Uhr. MoilkaL Lettene: KaMümtr. Czlersoa Zu terkaufen BemsMei Straapfe, l8$ch.-hrin. wal d. «tarz, TrSgencMrzai Berkau sS zett vormittags von 9—*/,l. nach mittags von 2—7 Uhr. 04SJ2 92115 50 u. 15 44 40 g 20 4C 20 u. 70 6t 15g Passiva. 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Präsident Adelung eröffnete die 'Sitzung um W< Uhr. Am Regierungstisch der Staatcpcäsidmt Ulrich, Finan-Minister Henrich, Minister bed, Innern Fulda und verschiedene Regierungs'- Vertreter. Zunächst wird die Regierungsvorlage bar. die Verordnung über die Beschränkung der Verfügung über das Bergwerkseigentn im beraten Berichterstatter Abg. Schröder gibt Mitteilung über eine Anzahl meist redaktioneller Aenderungen und empfiehlt die Annahme. Abg. Brauer (Hess. Vvt) glaubt, daß die Veranlassung des Gesetzes wohl der Berkaus der Oberh. Br^a u n ko h l en gr u be „Fried- r i ch" an die Stadt Frankfurt«. M. sei. Durch den starken Frachlautoverkelw werden die Straßen stark beschädigt^und die Negierung möge veranlassen, daß die Stadt Frankfurt zu den Kosten der Wiederherstellung der Straßen herangezogen lverde. Die Vorlage wird angenommen. Dann wird dir Vorlage des Eifenbahnvertrages beraten. Finan-.Minister Henrich stellt zunächst fest, daß die wichtige Frage eigentlich in der Oeffent- lichkeit wenig besprochen worden sei. — Er gibt dann ein Bild über die geschichtliche Entwickelung der ganzen Angelegenheit. Fn dem neuen Deutschen Reiche war die Uebernachme aller Bahnen vorgesehen. in der Nationalversammlung habe keiwg eigentliche Gegnerschaft bestanden Aber Art. 171 der Verfassung war ausschlaggebend, der bestimmt, daß spätestens bis Avril 1921 alle öffentlichen Verkehrswege und Wasserstraßen an das Reich übergehen müssen, da sonst der Staatsgerichtshof ein* greifen würde. Damit war das letzte Hindernis befestigt. Viele Arbeit in einer großen Anzahl Ausschüssen war ;u erledigen. Die Arbeiten wurden nach Möglichkeit beschleunigt. Bisher seien nur rein äußerlich«- Beanstandungen über den Geschäftsgang erfolgt. Bei Abschluß des Preust-Hess. Eisenbahn- Vertrags vor 24 Jahren habe die gleiche Beschwerde vorgelegen, daß man sich nicht Mreichend vorher informieren konnte, Atzt sei der Fall durch Gesetz erledigt. Bei Abschluß des neuen Vertrags habe er in sehr dankenswerter Weise bei Preußen großes EntgegenkomnZen gefunden. Er geht dann ans die finanzielle Frage näher ein. Die Bahn kostete uns 415 Millionen, darauf bestanden 410 Millionen Schulden. Die Rente betrug durchschnittlich 4V» Prozent. Nunmehr erhalle man das ganze •Anlagekapital zurück. Das gesamte Anlagekapital einschließlich des Betriebskapitals stellt sich jetzt aus 518 Millionen Mark. Dazu komme der Ertrags- wert, der zur Hälfte dem Betriebskapttal zugerech- net werden kann. Der Gesamtbetrag stelle sich auf 798 Millionen Mark. Nach dem Vertrag ist Hessen nicht verpflichtet, sich an einem Betriebsdcfizit zu beteiligen Man habe einen U eberschuß von 690 Millionen, für uns also eine bauernde Renke von 73/4 Prozent. Das sei ein außerordentlichk Vorteil. Wenn das Reich unsere gesamten Schulden übernehme, bleibe uns immer noch ein Uieberschuß von 215 Millionen Mark, die mit 4 Prvz. verzinst werden. Neber die Art der Abfindung sind bestimmte Abmachungen nicht getroffen. Die Frage der Sichertest spielte bei dem Vertrage eine große Rolle. 'Inch hierüber sind noch Vereinbarungen zu treffen. Der Redner bespricht noch die Aufrechnungsmög- lichkeiten auf die Schulden des sJtcid)-3 über die noch Verhandlungen stattfinden. Die finan- ielle Seite sei nicht ungünstig; man habe aber immti im Auge behalten, daß wir ein Bestandest des Reichs und an dessen Wiederaufblühcn wir efbft beteil i n sind. Das wichtigste sei die O r> jan ifat io n$ frage. Der Vertrag bestimmt, iafj jedes Land eine selbständige Direktion erhält, lebet die Beamten- und Arbeit erfragen sind be- onbere Vereinbarungen getroffen. Mitglieder und üsenbahnbeamte der Direktion in Mainz sollen- ^andesanqehöritze sein, lieber Nebenbahn-, Fracht- vagen verkehr usw. sind ebenfalls besondere Be- timmungeii vereinbart: das Ganze sei noch nicht ^geschlossen, man könne deshalb noch Wünsche oißwu, ehe bet Abschluß erfolgte. Ani 24. Mürz oll die d r it t eLe u n g in der Naiionalversamm- img stattfinden, wenn alle Länder ihre Zustim- mmgen erteilt haben. Abg. Dr. Büchner (Dem.) teilt als Berichterstatter mit, daß sich der Ausschuß im allgemeinen ms den Boden der Vorlage gestellt.habe. Hierzu tat der Ma. Eißnert beantragt, daß bei der Dirck- ion ein Dezernat für Beamte und .Eifenbsthn- irbeiter eing richtet werde. Abg. Reiber u. Gen. taantragen eine Aendcrmig der §§ 33 und 37 da- tfn, daß auch hessische Beamte mehr wie bisher n gehobene Stellen kommen. Eure Borstellung der 'Gewerkschaften her deutschen Eis.mbahner betr. lebernahme der Nebenbahrvm an das Reich soll ut erledig', erklärt werden — Auch die Fragt ter Freikarten für ine Abg^rrdnetm auf der Reichst isenbahn wird zur Berücksichtigung empfohlen. }m Namen seiner Partriaeiwsen empfiehlt er bic In nähme des Vertrags, der viele große .Vorteste •ifte, wenn auch manche Wünsche noch unerfüllt eien. Jedenfalls stehe di: crtreulid)e Besserung rnd Budgets jetzt außer Frage. Es drehe sich egt noch da raum, daß auch für die Unterstützung x*r hef fischen Industrie bx gvngneten -icherheite,' erfolgten. Die B>nntentrage fer zur Zufriedenheit geregelt, insbesondere sollen unsere Beamten gegenüber Den preußischen Beamten nicht .nrückstehen. Nach der Pause erklärte Abg. Köhler (D. 8p.) im Namen seiner Fveunoe, daß der Gchan 1< xt ReichScisenbahn ein erstr'kxmswceter sei. Wre ich der reue Vertrag gestalte, in noch nicht zu ibanebeit. Es scheint, daß ter sti eirbahnv:rtrag ür Hessen günstig >«, so leicht lasse sich dies eüoch nicht prüfen. Vielleicht fei ine >R'm rang ;u weiterer Auskunft bereit, da es wohl b:rechttgt ei, die steigernde Tendenz der Einmstimen nnv-. xe bis ictzt in Betracht zu ziehen. Sehr zu b> Sauern iei es, daß der 1 nichtige .Vertrag in so stirzer Zeit durckrgeveitsckst nxroen müsse. Erne . ndcre Frage sei es aber, daß das l.icich hier Lasten übernimmt, von kn en «s absolut nicht sagen tarnt, rote «ed tie'e d:cken :imn. Man müsse dafür ein treten, daß ifür un- *•«6 Forderung::: die stärksten Stch:run- >;en erfolgen, t>i die Gläubiger sich.an uns Hal- :tn werden. Bei ter Ei l enbahnv: noaltung werde ubem in wirtsck>aftlicher Beziehung aubcrorDent ich gesündigt. Die Erhöhung der Fahrpreise .m 100 Prozent wirke direkt Derfebräb i n > ^erlich, statt umgekehrt. Solche Maßnahmen steigerten die Einnahmen sicherlich nicht. Es fei zu fürchten, daß man jetzt in Be r l t n die vielen Wünsche, die von allen Seiten des Reichs kommen, nicht so leicht befriedigen werde. Es sei nicht ausgeschlossen, daß auch aus Dessen noch Wünsche nach weiterem Ausbau des Eisen bahnnetzes kommen. Bisher konnte man durch bat- Nebenbahngesetz einen Ausweg finden, dies sei in Zukunft jedenfalls anders. Jedenfalls sei gut, wenn man sich rechtzeitig vorsehe. Die Besetzung der Eisenbahndirektionen mit Beamten aus dem stände lasse sich schwer durchführen, da ja auch preußische GebietsteUe in Frage kommen Diese Zusage habe also keinen besonderen Wert. Man habe in den Direktionen vielfach Leute gehabt, die für unsere Bedürfnisse immer großes Verständnis gezeigt haben: es sei daher verkehrt, ivenn man die aus kleinen Berchälmisscn flammen* den hcsulchen Beamten aus der Tirctrian heraus jetzt einfach an hervorragende 'Stellungen anrücfrn (affe. Man muß Leute haben, die in grüßen fremden Betrieben auch großen Aufgaben gegenübergestanden und eine reiche Ausbildung genassen haben. — Hoffentlich werde der Vertrag so eingehend und zweckentsprechend gehalten, daß er nicht die gleiche Kritik erfährt, wie der frühere Vertrag. Abg. E i ß n e r t (Soz.) glaubt, daß die Reichsregierung ihre guten Gründe hatte, die Ufebernabmx) des Verkehrswesens jetzt schon vorzunehmen. Jedenfalls bringe der Vertrag manche Verkehrsverbesserungen. Die Beamtenfrage werde zur Befriedigung geregelt, die Berkehrswünschc auch nach dem Ausbau weiserer Linien werden hoffentlich in Erfüllung geben. Die finanzielle Teste ist ztveifellos für uns günstig. Ob das Reich selbst dabei günstig abschneidet, werde durch dessen Finanzleute geprüft werden. Die Einrichtung der sog. Staatszenttalen finde seinen Beifall nicht, da sie unter Umständen den Verkehr erschweren, man müsse sich aber damit abfinden. Im Nomen des Finanzausschusses ernp- siehll er die Annähme des Vertrags mit den Anträgen. Abg. S 0 h e r r (Ztr.) erklärt, daß seine Fraktion großen Wert auf dte Vereinheitlichung auch der Nebenbahnen lege; auch die Verstaatlichung der Arbeiter sei wünschenswert. Das bisherige Entgegenkommen Preußens fei rückhalllos anzu- cr kennen. Abg. Kiel (U. S. P) stimmt im allgemeinen dem Vertrag zu, hätte aber gewünscht, daß die vier WagenNassat befestigt würden. Auch sollte den Beamten und Arbeitern das Mitbestimmungsrecht erhalten, damit es nicht gehe, wie in Gießen, wo man die Vertrauensleute des Verbandes einfach entlassen habe. Er bringt verschiedene Beispiele von Terrorisierungen Der und erhofft bereit Beseitigung. Auch jet bk Verbilligung der Wochen- sahrfarten zu erstreben. Aba. Brauer (H. Bpt ): Nach den ausführlichen Worten des Abg Köhler könne er im Namen seiner Fraktion nur seine Zuststnnrmrg zu dem Vertrag erlläven. Der Finanzmimster Henrich teilt mit, daß nach der Berfaisuttg auch die Verreichlichung der Nebenbahnen erstrebt werde. Die Beseittgung der verschiedenen Ätaffcn werde sich durch den Verkehr und den Tarif von selbst regeln. Die Frage des Zukunftswertes sei unter Rücksicht der allgemeinen Verhälttnsse wohl in Betracht gezogen. Es gehe auch mcht an, ohne weiteres den Handelsstand herauszukehren, ohne die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse des Reic^ zu beachten. Ob das Reich die Lasten tragen kann, wird von der dukunst avhängen, da es ja über die hauptsächlichste Einnahme verfüge. Außer Frage fei, daß die letzte Tariferhöhung kein Vorteil sei, es sei aber der Ausfall des Staates durch den geringen Geldwert hierbei zu beachten. Gegenüber den Bedenken, wie wir uns mst unseren Gläubigern abfinden, sei festzustellen, daß das Reich alleinige Schuldnerin wird, doch sei diese Frage noch nicht bestimmt geregelt. Daß wir einen gewissen Einfluß in die Verwaltung haben, sei ohne Zweifel vertraglich feftgriegt. Der Schwerpunkt soll nicht mehr in den Parlamenten hegen. Man erhalte einen Vertreter in der Reichszentralverwaltung. Die Mainzer Divektion gilt als hessische Direktion. 9)lan werde in dieser Leitung bereckstigte Forderungen stellen können. Die Verwendung hefsischr '-Beamten an leitenden Stellen werde sicher Berücksichtigung frühen. Es seien ja in der Uebernahme der hessischen Eisenbahnabteilung und unserer Vertretung im Reichs- vcrkehrsministerium noch Schwierigkriten zu Überwinden, doch flei auch hier eine befriedigende Lösung zu erwarten. Damst ist die Besprechung geschlossen. Die Abstimmung soll in einer der nächsten Sitzungen stattfinden. Dann wird die Regierungsvotlagc bttr. Brftütigungsvecht oes Landtags nach Artikel 37 unb 39 der Verfassung beraten. Abg. Eißnert (Soz.) erstattet Bericht- Es dreht sich um die Frage der Uebernahme deS Vor- standes der Landcsversicherungsanstalt durch den Präsidenten Neumann. Er empftehlt die An- nabme, da ja keinerlei Veränderungen im Ministerium selbst statt finden Abg. Köhler (T. B. P.): Er hatte es auch gewünsckst, daß die Regierung vorher die Partei.-n unterrichtet hatte. Er kann wohl verstel)en, daß es wünschenswert für Derrn Neu mann war, aus der Stellung herauszukommen. Es sei aoer zu verurteilen, daß die Regierung, um diese Stellenbesetzung zu ermöglichen, eine Gesetz es ändern ng als die Vorbildung des fragl. Beamten vorgenommen habe. Er sei von der Tüchtigkeit des Derrn fest überzeugt, glaube aber nicht, daß er für den Posten mit seinem weitverzweigten Amt geeignet ist. Äbg. Dorsch (D. V. P.) schließt sich dem Borredner an. Staatsvräsident Ulrich erklärt, daß man durch die Stellung der Beamtenschaft zu raschem Vorgehen gezwungen war, ihm selbst sei dies unangenehm gewesen. Er habe persönlich einem 'edem'alls .geeigneten Derrn gewisse Ver- .prechnugen gemacht, wurde aber durch das Ministerium überstimmt Er habe dem in Frage tömmenben Herrn schriftlich diesen Standvuntt dargelegt. Unzw.i'elhaft 'ei dieser Beamten00 .c.-i auch polstisch wichtig. — Die Regierung werde sich mich in Zukunft nicht genieren. Männer aus politischen Gründen in end brechende Stellen in berufen. Jedenfalls sei unzweifelhaft, daß Präsident Neumann sich für den Posten sehr gut eignet. Ma.: werde sich auch vor Drohungen der Beamten nicht fürchten, die 'Bräfibentenirage sei leider eutc >r unangenehmsten. In diesem Falle war man sich bewußt, einen Fachmann an die wichtig): Stelle zu setzen. Die Vorlage wird bann genehmigt ,, ubr. Nächste Sitzung Freitag VilO Uhr. * rm. Darm stadt, 12. Niärz. (Sitzung vom Freitag, 12. März.) Ueber den Antrag der Abgg. Widmann rniö Ei ßnert betr. tue Wohnungen der Staatsbeamten in den staatlichen Gebäuden, bericht': d.'r Abg. Delp. Die Ülntragitciier verlangen Erb> bim gen unb neue Taxation der Drennwvhnungeii. Die Regierung steht aus den Standpunki, daß auch die Dienstwohnungen den 'Jlnoromingen der Wohnungsämter unterstellt sind. Es wird daher vom Ausschuß^ beantragt, den Antnut für erledigt ut erttäten. Der AuSschußintrag nxr' angenommen. Die Vorstellung des ArbestSauschusses in dem Verband der Vereine aFabern, g'bildetcr Beamten, betr. die Vergütung der afcrbem. gebild'ten Staatsanwärter nhrt> nach Bericht des Abg. Wünzert (D. Vp.) der Regierung zur Berücksrchttgmig empfohlen. Tie Vorstellung des Landesverbandes dmtschcr MÄitäranwiarter 6rr Hessen betr. die Uebemochme und Anslellungsverhältnisse derselben nxrb nach Berickft des 9(bg. Büchner (Tem.) ftircrlcbigt trHärt. Ueber die Vvrstellimg des Reichsbund?s der Mriogsbeschät'isten usw. für Hessen betr. doppelte Anrechnung der ^riogsdienstfcckwc für Dnegsbnchä- digte imt Lehrer bei ihrer Pensionierung wird nach dem ablel/nenden Standpunkt der Remwimg nach mündlick^em Bericht des Abg. Eißnert (Soz.) für erledigt erklärt. D<» selbe Schicksal erfährt die Vorstellung des gleichen Bundes betr. Anreämung der 5 Zkri'gs- dienstfabre als ruhegehaltsfähige D^enstznt für kriegsbeschädigte Staatsbeamte und Lehrtr. Zu den Vorstellungen des demokratischen Frauenausschusses bett, die Zulasfnng der Frauen zu höheren Staatsämttrn, Tie Vorstellung des Verbandes Hess. Fraunv^nne und die Vorstellung des Verbchtdes Tarmstädtec Frauenvereine Ixit nach dem mündlichen B'ncht des Abg. Eißnert die Regirrung grundsätzlich ihre Zusage erklärt, die Vorarbeiten snen aber noch nicht beendet. Es nxrb beantragt, die Vorstellungen der Regierung als Material zu üb'r- weifen. — Abg. Frau Balser gebt näher aus die Notwendigkeit der Mstarbett der Fraum in der Regierung an und nxift daraus hin, daß zahlreiche andere Staaten s ck-vn mehr're Referentinnen in den Ministerien haben. — Abg. Frru Bierau (D. Vp.) spricht (aus der Bühne unverständlich) in gleichem Sinne, ©v tritt dafür em, daß die Regierung die Fvage recht bald zur Erledigung bringt. Abg. Frau ^attemer (Ztt.) schließt sich den Vorrednern an und hofft, daß die Regierung die Angelegen heft recht bald regele. Der Präsident R a a b des Arbests- und Wirtschaftsrats hält es für sehr erwünscht, daß eine Frau in das Landesarbeits- und Wirtschaftsamt ehrt ritt. Aus der weiteren Entwicklung mutz man sehen, wie roeü es nötig ist, woiteve Frauen anzustellen.. >00 es für notwendig «achtet wird, werde man für die Mitarbeit der Frau ein treten. Abg. Frau Steinhäuser (Soz.) spricht im gleichen Sinne. Abg. Dr. U r ftabt (Dem.) hält es für wichtig, daß die Frauen jetzt endlich in verantwortliche Stellen hevangezogen werden: die AngelegenIZett soll aber nicht in parteipolitischem Smnc behandelt werden. lieber die Vorstellung des Oberlehoerv Pros. Tr. Bender in Mainz, bett, die Anrechnung früher er Volks)chuldienstzeit als Besoldungsdienstzeit erstattet Aag. Reiber (Dem.) mündlichen Bericht. Die Regierung steht aus prinzipiellen Gründen der Bewilligung entgegen, es soll aber in eine erneute Prüfung des Falles eingetreten werden. Der An- trag wird angenommen. Zu der Vorstellung der Landesvereine Hess, rechn. Lehrerinnen unb des Hess.Lanbesstchrerinne,i^ Vereins, betr. 2ateamg@gulagm der Lehrerinnen der Aliceschulen zu Darmstadt, Gießen und Worms erstattete Abg. Sckorn (Ztt. münd lichen Bericht. Mit Rücksicht auf die bedauerliche Sage der Gesuchstellerinnen gehen die Vorstellungen nochmals zur Prüfung an bat Ausschuß zurück. Tie Rvsvaimg^rvrlage bett, die Gavälwung eines Staatszuschosses von ca. 26 000 Mk. zu der Ausftellsn^ „Deutscher ExprrffiomsmuS" Darmstadt 1920 wird nochmals Bericht des Abg. Eißnert (Soz.) [gegen die Stimme des Abg. So Herr (Ztt.), der aus verschiedenen Gründen und wegen der Konsequenzen dagegen spricht, zur An- na.hmc empfohlen. Abg. Loos (Dem.) führt aus, daß es nicht angebc, jetzt den Städten selbst die Aufgabe der Unterstützung der Kunst zu über lassen. Das Land habe die Pflicht, auch hier helfend cm^utreten. Abg. Wünzer (D Bp.» unterstützt die Ausführungen des Vorredners, wenn er sich auch die übermodernen Bestrebungen si ch nicht zu eigen machen will. Man sollte aber nicht rückständig fein und c.uyfidilt die Annahme in der Voraussetzung, daß andere künstlerische Bestrebungen nicht vernachlässigt werden. Abg.Kaul (Soz.) ist mit seinen Freunden für die Bewilligung, da man den modernen Bestrebungen unb Gärungen auf dem Gebiete der Kunst Gelegenh?st zur Entwicklung geben müsse. Die Voriage wird angenommen. Die Vorstellung des Vorstandes des Hess. £ber* lehververeins zu Darmstadt, bett, die Umwandlungi ber dauernd notivenbigen Assessoren stellen wird für erledigt erklärt, nachdem die Regienmg jetzt 79 nme Oberlehrerfbellen vorgesehen hat. Abg. Knoll Ztt. spricht >'ich entichieven rm Interesse der ärmeren Massen gegen die Erhöhung des Schulgeldes aus, wie sie vom Ausschuß angeregt wurde, ohne daß die Volkskammer g.’tragt werde. Abg. Becker 'Tem. wünscht, baß auch bte Volks'chul.ei-rer rascher zur Änüellung kommen. Des Sck)u!geld 'olle man für gubitmerte Sckuüler nach Möglicht v. erhöhen, aber anberen-nts D:dc Freistelleil schäften. Abg. Kaul (Soz. taut nch mit enter Erhöhung des Schulgeldes eimxntcmbeu *rHären, "0 lange man allgemeinen freien Lchulbh'uch erreichen kann. Abg. Loos 2 Tübruugen her Vorredner, soweit für eine befiert Erfassung der .striegSgewrnnler und Wucherer vstm odtulgelb em rieten. Nach weiteren Erörterungen wird der Ans- schutzanttag angenommen. _ Ein Ansinnen der Staatsanwaltschaft sux evttafverfvlgung des Mg. Kaul (Soz wegen Beleidigung der Rcichswcbr 95 wird abgtlebnt. Abg. Schulte (soz.) beridxet ulx*r die Regierungsvorlage bett, die Abänderung des Ge^ meindeumlagengesetzes, die noch kurz« Aussprache angenommen wird. Die VorsbÄung des Deutschen Tabakba«- Verbandes kn >karlSruhe, bett. Tabaksteuer^ wird nach Bericht des Abg. Hofmann (Ztt.) für erledigt erklärt. -Die Anftage des Abg. Dorsch, bett. Äurhrm» ui Salzhausen ist nach der Erklärung der Rv- gierung erledigt. Ts folgt die Beratung der Regierungsvorlage, welche die Verlängerung ScS Finau^esetzeS auf weitere 4 Nhanche erforbert. Sie wird nach Bericht des Aba. Eißnert angenommen. lieber die Regierungsvorlage, bett, den Ansba» des staatlichen .stiastwcrkeS in Wölfersheim erstattet Abg. Dr. Büchner (Dem.) Berichs, ber ausfuhrt, daß das Werk in besserer Weise aas'wnutzt werden soll. Man hofft mit einem Betrag von 6V2 Millionen Mark anSzukommen. Tic Pläne für weitere Ausgestollung liegen vor, und es unb hierfür 19 Millionen Mark vorgesehen. Der Ausv'äwß empfiehlt die Annahme der Vorlage, die bebattelnd erfolgt Es wurde ferner der Anttag Schreiber, betreffend Vermehnutg der Grndarmrriefttllen und die Regierungsvorlage hierzu angenommen. Schluß 1 Uhr. * (Sitzung vom DrenStag,lb. März.) rm. Darmstadt, 16. Mär». Die heutige LandtagSsitzung wurde vom Präsident Adelung um 10 Uhr eröffnet. Es wurde alsbald tiic Vereidigung des Staa ts- präsidenten Ulrich vorgeiwmmen, der die aorgeschriebene EidcSsvrmel mit dm Worten bestätigte : I ch schwöre! Noch einer längeren Paust wurden dom di ' out ber Tagesordnung stehenden Regiwungsvoc- lagen erledigt, darunter die ErlMung der lrnfm- ben Teuerungsbcihilse für Beamt: für 1920, Fürsorge für deutsche Wehrnürnner aus der Schwnz. dann die Regierungsmitteilung, nach der beschtossm wurde, daß die Volkskammer nunmehr wieder Landtag heißen soll, ein Gesetz über di Abänderung des Landes kredftflas sengest tzes, G'wäl-rung von Tew» ttungsbeihilsen für beniionierte l^nnemdebeamte, die Erl>öhung der Umlagen der Landivirtschafts- tanmer von 20 aus 40 Pf., die Billettsteuer. Bei der Vorlage bett, die Errichtung eint Sicheri-eitspolizri m Heistn, die für 1000 Mann einen Kostenpunkt von 11 Mill. Mark versieht, kam es ui entern lebhaften Zwischenfall, da ber Abg. Dr. Osann in entern nach autz,r- Ifalb in der Kammer geiührten Telepiwngstpräch die Einsprache des Staatspräsidenten Ulrich als Leichenrede bezeichn t und von der Diätenschinderet der Abg. gesprochen haben sollte. Abg. L o 0 s, der das Gespräch mit anderen Abgeordneten gchört hatte, da die aus dem Wandelgang gelegne Telo- Phon zelle geöffnet war, hatte die Wort' aiisge- .chrjeden und arm Präsidenten überreicht. Abg. M aul, der die Worte von anderer Seit: gehört batte, warf dem Abg. Tr. Osann vor, daß er tjeute anders spreche, als er giftern in der Erklärung der Kammer zum Ausdruck brachte. Es entstand eine pnnliche Auseinand.'rjctzung, m der Dr. Osann dem Abg. Loos wegen der Weitergab: des Zettels den Vorwurf der Unsländigkeit macht:. Auch Minister d. I. Dr. Fulda polemisierte ut ireftiger Weise gegen Dr. Osann und trifte schließlich mit, daß mit dem heutigen Tage der verschärfte Ausnahmezustand für Hessen erklärt worden sei. um bu stiegterung zu schützm. Begütigend? Won edes Präsident^ Adelung besänftigten de Gemüter, wib die Vorlage wuvv» dann angenommen. Dann wurde die Stummer bis nach Ostern vertagt. > — — ..-urltlX-Bn ' vermischtes. .ch. Stromberg (Hunsrück), 19. März. Ein geheimnisvoller Fund wurde hier in tem früher Hofschen Hause gemacht. Im Hofe des Hauses stand schon feit Jahren eine alte, schwere Kiste, die vollständig verrostet war und von niemand beachtet wurde. Auch der jetzige Inhaber des Hauses hat sich um die Kiste nicht gekümmert. Dieser Tage kam nun ein Allbändler, der die Kiste als altes Eisen kaufte .Der Besitzer ging auch mit, um sich das Innere der Kiste anzusehen. Aus dem Transporte ging der Deckel auf und zum großen Erstaunen fand man Gold- und Silbermünzen, -Wertpapiere, Dollarscheine und Schmucksachen im Werte von 40 000—50 000 Mark. Bekanntmachung! Ab 1. 3. 20 erhalten im Interesse der Allgemeinhett Katarrh-, Asthma-, Lungenleidenöe die Lchrift über die Selbstbehandlung der Schleimhäute kostenlos zugestellr. Interessenten haben ihre genaue Adresse an die Wiesbadener Inhalatoren-Gesellschast, Wiesbaden, Rheinstr.34, 2lbtl. E, sofort einzusenüen, da nur eine bestimmte Zahl zur Verteilung kommt. “47D Hansa“ÄSel!üleJ.Kunzelmann‘Kfi; K Seltersweg 73 GIESSEN Seltersweg 73 Bekanntmachung illt worden. Die Anstalt führt nheit zu geben, Zwei amt durchreparierte 04721 3 und 4/5 to. Holz & Forbach Tel. 2057. Marburger Str. 34. Fernsprecher 925 Mamburg 04698 Die noch vorrätigen Bestände in: 2728c Dauernder Neueingang bester u. feinster Stoffe Fritz Nowack Qeschäftszdt 9-1 Uhr und 3-6 Uhr 2389 04590 2836c Großer Posten Lehst, Hamburg/Vikdrook. preis- Aickel-Me Ziegen-Zelle 5chas-8este Er. 66 . Nr. 54 . Nr. 65 . werden wegen Auflösung der Abteilung besond. Cf, preiswert ausverkauft &