Schwere ZufammeWöhe in Gberschiesien. In Oberschlesien haben sich heute nacht ernste Ereignisse abgespielt, deren Folgen noch unübersehbar sind. Die Vertreter der Gewerk- schasten Oberschlesiens hatten am Montag beschlossen, zur Unterstützung der Neutralitätserklärung des Deutschen Reiches in einen halbtägigen Demonstrationsstreik einzutreten, ausgehend von dem Gefühl, daß von Oberschlesien aus eine Unterstützung der Krieg!Handlungen vorgenommen wurde. An dem Streik sollten sich die Hotels, sämtliche Kaufleute und großindustriellen Werke beteiligen, ferner sämtliche Bureaus und Kommunen, auch die Gruben in Beulhen, Königshütte, Kattowitz, Hindenburg, Gleiwitz, Oppeln, Kreuzburg, Nikolai, Rybnik. In Zusammenkünften sämtlicher Streikenden sollten Ansprachen i.'halten werden, an die (ich Demon- strationszügc und Umiüge anschließen. Die hierbei vorgeschlagene Resolution hat folgenden Wortlaut: Die ob*rschlc,i che Bevölkerung protestiert gegen die Maßnahmen der Entente, die Oberschlesien in ein KriegsIebiet verwandeln könnten. Die b i s - herigenTruppengenügen zum Schutze les Plebiszit. Neue Truppenverstärkungen belasten trur die Steuerzahler imd vergrößern die Kriegs- fahr. Sämtlich BerölkerungSschichten werden aufgeforder:, alle Maßnahmen zu unterbinden, die igoeigiilct sind, die Neutra.ität Oberschlesiens zu verletzen. Wir haben genug Krieasgrcuel! Noch sind die Folgen deö vergangenen Weltkrieges nicht verheilt und schon wieder neue Kriegsgefahren heranf- Lescbwvren. Nieder mit dem Krieg! Es lebe der Friede! Hoch die Solidarität der Kopf- und Handarbeiter! Zu welchen Verwicklungen eS bei diesen Kundgebungen kam, darüber geben die nachstehenden Meldungen ein Bild. Es war sehr- unklug und herausfordernd, daß französische Kavallerie hinter einem solchen DernonstrationSzug in Kattowitz wie zum Spott herritt. Die herausfordernde französ- sische Politik hat auch in Oberschlesien eine Lage geschaffen, die zu ernsten Betrachtungen Anlaß gibt. Die deutsche Bevölkerung wollte nur bte Neutralität, und in Paris totrb man nickt behaupten können, die deiztschc Politik haoe einen Friedensbruch bewirkt. Umge- kehrö verhält sich die Sache! Wie sich Ruhe und Ordnung wieder Herstellen lassen werden, hängt ganz von dem Maß von Zurückhaltung irnd Selbstbescheidung ab, das die Franzosen üben werden. Frankreich hat wahrlich kein Interesse daran, Konflikte über Konflikte entstehen zu lassen. Beuthen, 17. Aug. (WTB.) Der ongc* kündigte Demonstrationsstreik ist heute in allen oberschtesi scheu Städten durchgeführt »vor- bcn. Elektrizität, Wasser, Gas und Post setzten aus. Der Personenverkehr blieb aufrecht erhalten. Alle Geschäfte und Gasthäuser waren geschlossen. In den Nachmittogsstunden fanden überall die von den Gewerkschaften einberusenen Protestver- sammlungcn statt. Es wurde einheitlich emeEnt- sckließimg gegen den Krieg und für die Neutralität Oberschlesiens angenommen, sowie folgende Forderung an die inteo- alliierie Kommission: Einsetzung einer Kontrollkommission von Ei enbahnbeamten und Arbeitern, welche im Benehmen mit der interalliierten Kom- Mission sämtliche Transporte kontrolliert; vorherige Verständigung ntü dec irtteralliierten Kommission über alle noch zu erwartenden Truppen- ttansporte und Trupperiverschiebungen. Im An- Wub an die Versammlungen fanden Massen- umzüge statt. Hierbei ist es in Kattowitz und Rybnik zu Zusammenstößen gekommen, über die uns folgende private ?Neldungrn vorlie-en: In Kattowitz setzte sich an das Ende des Demonstrationszuges französische Kavallerie. Tie Menge griff sie an. Ein französischer Soldat blieb tot aus dem Platze. Die Franzosen ,eröffneten Maschinen- gewehr- und H andg ranatenfeue r. 9 Tote, darunter 2Sicherheitsvoli- iisten, und 26 Verwundete blieben aus dem Platz. Der Polcnsührer Rechtsanwalt Dr. Milewski, der eine Handgranate aus dem venstcr warf, wurde aus der Wohnung geholt, Mchlageu imi> in die Rawa gewor-en. Die Sichec- r'äsoolizei stellte den Diercst ein und gab die Waffen ab. Gegen 8 Uhr zog die Menge zur Polizei, um sich der Was len zu bemächtigen. Das russisch? Militär ist cuis Grund von Berhand- umgen mit den Grwer!sä>astssührern zurückgezogen worden. In Rybnik drang ein polni- lcyer Stoßtrupp in die Protestver- 'vmmiung ein und sp«ngte sie. Auf einen vNft fielen Schüsse. Ein Toter und vier Verwundete b'.i:ben auf dem Platze. Entwaffnung der Vesatzungrüdpen. Katto iu itz. 17. Aug. (WTB.) Dir- Er- rcguntz Int h e.i Hähepunkr cr richt. Größere u,lo tic-nc;c Trupps durchziehen unter > . m ® clang der „Dacht am Rhein" SV ”• d-can sicht vereinzelte Zivi- n it *lt Dev-ch e i. Bor Ztm Haus fc-r ixrcr- n* ^on.mfs ii) i versammele sch um 1 - n.c ungchrure Menschcuulel.se. Nr. 103 De: «Lietzener Anzetaer erscheint täglich, aujyx Sonn- und Feiertags. Bejsasprcife Monarlie, v-arh 3.50 llndMä-etzTrägErlol)!,. vierteljährlich MalN 10 80 undMK.1.95Trägerlohn; durch die Post viertel- jährlich Mertz 12.- auL^tzdctz ich Vesie lgetd. Fernsp rech-Anschlüsse: fürdieSchriftleitung 112; Derlag.Eefchäftsstelle 51. Am'ch*ift T6r Drahtnach. richten 2kefr4aoi Srairtfnrt a. ». lzchtzä Erster vlatt 170. Zahrgang Mittwoch, 18. August 1920 General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ. Buch- und Steindruckerei H. Lange. Schriftleituug, SeschSstLftelle und Druckerei: Schulstratze 7. 2»iiKdi}Bie vov dn^.gen für b.c Tagesnummer bis zum ‘.Hadtmttiag vorher ohne jede Derbindlichkeir. Preis für l mm Höhe ar A»zeigeno. 34mm Brette örtlich 35 Pf., aufwärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz, vorfchri.t 20" n AufichiSg. fiau»tf*rrftlertcr: Aug. Doetz. 'tntworl!ich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Seil: Dr. Bemdold 3e#3; für den AnzeigenteU^ tz. $e*, sämtlich in Sietzen. Eine Abordnung der Gewerkschaften b?- g b sich zum Oberst B l a n c a r t, lc.ii Vorsitzenden der interalliierten Kommission, Der die Ar-.o d lung i- A-:u>e c h'i. Des fronzösi- >chen Militärlc eh' h b.rs empfing. Die Ab oTönung unterere.teie Vie Fo veru lg der Be- vö!keru"g auf Entwaffnung der Be- satzu gstruppn un e Z u f i ch e r u n g freien Abzugs. Falls i iese Fs - r ng nicht beroil g-' ttrihte, mühte jede Beran.wvr- ttrng für die tvc teren Er? g lisse abgcieh t toeruen. Der Atilit. rdefthl t) btt erf ä te, daß er lieber sterben wütÄc, al; Diese Forderung erfüllen. Die Ve.hanü'ungen wurden buiD darauf abgebrochen. Beim Her-lustreten der Aboidnung wuideu Rufe laut: „liniere Leute haben nichts erreicht. Barsen fcr, cs geht zum Sturm!" Die Dcpttt erten konnten sch nur mit gotzcr Mühe einen Weg durch die Menge bahnen. Ilm V*12 Uhr war die Li ua- tion aufs äußerste gespannt. Vertreter der Be- »ctferu g versuchfcn die Vcrhu^lung-n noch einmal zu erneuern, was ihnen jedoch nicht gelur.flcn ist. Kattowitz, 18. Aug. (WTB.) 1 Uhr morgens. Man hört unun erbrochen Geweh.- u.ld Handg anatenseuer. Die Me ge berüchtigte sich eines vor dem H ms der interü-liicr- ten Kommission stehenden Autos, sh c von -en Besitz lngMnppen d ran g Hs Oert zu toet c l Ang. s ch s der furchtbrren Situation verhandelte soeben ein f.-anMssscher Offizier iureft mit der Menge und stellte die AuÄ- lieferung der Waffen in Aussicht. Von an= ocrer Seite veriautet, daß Die Besatzung bereit ist, die Waffen in die Obhut der Siche.h-its- beamten zu geben. Oppeln, 18. Aug. Die Stadt war bis Mit- ternochl. ofme Licht nnb Wa ser, ;onft aber oö.lig ruhig Gestern nachmittag wurde in einem Enten tetransport, bei Lebensmittel l>eklariert hatte, Munition gefunden. Sonst war der Zug voll Hafer. Unter der Begleitung von Eisenbalmern Uuirde der Zug nach Gleiwitz gebracht, wo er entladen und untersucht wird. Der weitere Verlauf der Errignisss ist von den zur Zeit stattfindendeir Verhandlungen mit der interalliierten Kommission abhchrgig. Berlin, 18. Aug. ZudenblutigenZu- sammenstößen inOberschlesien sagt daS „B. T.", daß durch bte offene Unterstützung, bte dic Polen ^unausgesetzt ton den Frmr»o en erhalten halten, die Stimmung feit langem sehr erregt gewesen sei. Wie die „Vvss'sche Zeitung" berichtet, wurden in Kattowitz sämi!ick-e Straßen von französischem Milüär abgesperrt und ci.ie Ravz^ veranstaltet. Daraufhin sol.en etwa 2000 Männer im mililärpf.ichtigen Mer, anscheinend kölnische Staatsang.bärige, über Myslonsttz nach Polen ab» geschoben wo wen sein. Die Kriegslage im Osten. Der polnische Heeresbericht. Kopenhagen, 17. Aug. (Wolff.) Nach entern Telegramm aus Warschau melbet der pol - n i f ch e Heeresbericht: Im nördlichen Frontabschnitt entwickeln sich immer mehr hartnäckige Kämpfe gegen den ongreifenden Feind. Wir begannen eine Gegenaktton in der Gegend von Plonsk. .Hierbei sprengten unsere Truppen drei bolschewistische Regimenter auseinander, machten 200 Gefangene und erbeutete nmebrere Maschinen tewehre; ein Ulanenregiment machte eine bolschewistische Druvpenab.eiiung bis uni den letzten Mann njixr. Uniete Aktion entwickelt sich günstig. Oestlich Warschau begannen die 3 und die 16. Sowietarrnce den Vormarsch; sie haben den strengsten Befehl erhalten, Warschau ru nehmen. Der Feind richtete seinen ersten Angrifs gegen Kadagmen (?), das vorübergehend für uns verloven ging, später aber von der 1. litauischen wißen Division wieoer genommen wmLe. Die ha. tuäckig^A Kämpfe in die em Abschnitte bauern fort. Oestuch Cholm durchbrachen (innere Truppen bie Linie des Feindes bi ^natow und besetzten Dorogusk. Sie warfen die Bvlsche- wisten über den Bng zurück, doch befahl das Oberkommando, um die Front zu verkürzen, den Rückzug auf den Bug. Dir zogen uns daher () o n Brody zurück. Bei Radziechow und Eholojow hält unsere Kavallerie den zalstenmäßrg ülvrleae- eten Truppen des Generals Budjenny weileryin stand. An der ganzen Front wurden a.'le Angriffe des Feindes längs der Strypa abgeivieen. Königsberg i. Pr., 17. Aug. (Wolff.) Lagebericht. Tie Weichsel wurde nördlich von WwclaLveii Gesandtschaft in Bern einstetrosfenen Nachrichten nicht mit der „Times" überein, daß die Roten Truppen am 15. August Warschau besetzt hätten. Tie polnische Gesandt- schast in Bern erhielt am 16. abends von dem Ministerium des Aeußern ein am gleichen Tage nachmittags 3 Uhr in Warschau ausgegebnies Te tegramm über bie Lage In diesem Telegramm wird gemeldet, daß ein Teil der fflegirrang-: braniten nach Posen geschickt worden sei, baß sich aber bas Ge.amtmimsierinm noch in Warsckwu aufhalte Warschau, 17. Ang (WTB.) Der K a m pi um Warschau gebt auf b~r ganzen Front hartnäckig weiter. Die Roten Truppen rücken in Eilmärschen auf bem polnischen Korridor vor. Die G adt Graudenz ist bedroht. In den früher deutschen, jetzt durch den Fricdensver- trag Polen zugesprochnen Gebeten halten die Bolschewisten mit Belüstigungcn der Bevölkerung zurück und verzichten ans ihre sonstige Propaganda. Tic Besetzung der Grenzorte auf dem tzstlichiN Weichfelufer durch die Polen. Marienwerder, 17. Aug. (WTB.) Tie „Neuen w stpr nßischeu Mitteilungen" melden: Tie Polen besetzten gestern vormittag von Mews aus bas ihnm birrd) bie E.rtsch.nbung des Bot^chaft-rrotes in Pari; zng spwchene Gebiet aus bem östlichen Weichscluser. Die Besetzung nnrrx g.ö^uttrils durch polnische Gendarmerie ausg führt. Da man deut cherfefts besürchtetc, die Polen würden sich Grenzüvcr- schi-eitnngen und andere Uebergriffe zuschn.den kommen lassen, wav.m für heute nacht umsang- veiche Vorsichtsmaßregeln seitens der deitt eben Be- bbvjzen getrogen worben. Die Nacht ist indes ruhig üer auien. Viele deutsche Einwohner haben das Polen zug-sp^ochme Geoiet fluchtartig mit ihrer Haoe zu Fuß und Wagen verlassen. Eine Hckssaktion lnr bie Flüchtlinge wurde in Marionwerver in die Wege geleitet. Dculschlaud, Deutschland über allcö. Marienwerder, 17. Aug. (WTB.) Bei ber Abfahrt bes Sonberzuges der interalliierten Kommission sang die auf bem Bahnhof versammelte Menschenmenge „Deutschland, Deutschland über alle s". Tie Entscheidung über das oftpreußischc Abstimmungsgebiet. Berlin, 17. Aug. (Wolff.) Tie Bot- scha-fterkonferenz übersandte am Sonntag abend dem Präsidenten der Frieoensbelegation die Entscheidung über das ost preußische Abstimmungsgebiet. Tarin werden die Orte Loben stein, Klein - M oppern und G r o s ck k e n von Deutschland ab getrennt und! Polen zugeschlagen. Anscheinend handelt I es sich.jedoch um eine bereits überholte Ent-i s ch e i d n n g des Obersten Rates, denn die istter- alliierte Kommission in Allenstein erwähnte bei ihrem Abgang diese Entscheidung mft keinem Wort und übergab bas ostpreußische Abstimmungsgebiet einschließlich dieser drei Ortschaften dem benftchen Reichs- tmb Staatskommissar. Eine polnische Hetze gegen Deutschland. V e r l i n, 17. Aug. (Wvlsf.) Itt eiiieml Aufruf des polnischen Verteidigungsrates: „An bte Völker der Welt," Funkip^uch aus War- stkiau vom 10. August, verdächligt die polnische Regierung Terttschümd des Bruches der Neutralität. In lern Aufruf heißt es: „Kann das Gewissen ber Welt a-ngesichäs des Verbrechens schlweigen, das an ben Weichtelusern bte ehemaligen Generale Riärlaus' II. unter Leitung ber Generale Wilhelms II. vorbereiten?" Td wird vvn zus'ändiger Stelle erklärt: Es ist unwahr, daß deutsche höhere Offiziere in ber russischen Armee bienen oder baß deutiche Generäle an der Leitung der ruHifdxn Operationen Gegen Bolen irfienbnxe beieifist sind Auch die russische Regierung erklärte in einem Fnnkspruch ttmn 13 Juli: „In allen unseren Armeen gibt es nicht einen einzigen deutschen Offizier!" Ter polnischen Regierung ist dies zweifellos bekannt. Es ist klar, k-aß sie mit bsnußl unwahrer Behauptung nur gegen Teutschiand und die Deutschen hetzen will. Paris, 17. Aug. (WTB? Im Anschlnft an Ne Mitteilung über die Unterredung zutschen: Paleologne und Lord Derby schreibt St. <> 11 c c im „Journal": Man habe gestern ror- mittag befamitgegvben. Pal' ologne ha le dein englischen Botschaiter einen Besnm abqe:lattet, und zwar so zeittg, daß letzterer noch Llovd George vor Beainn d.'r Sitzung des Un'erdauseZ von ber Unterrebung in Kenntnis setzen konnte Al^eids habe Lorb Terby am Quai b Orsay varg sp neben. Tie 91 ng-J egen beit bleibe also in Schvcve. Man bürte sich über die Langsamkeit nicht nninbem, denn es sei keine Kleinigkeit, eine g e •' m einsame Aktionsbasis z n sinben, wenn bie Gesicht punkte so weit von einander entfernt seien, wie sich das in Lr»»do:i und Paris gezeigt habe. Tie Engländer hätten nicht daraus Verzichter, ) t d) mit d e n Soro* jets zu verständigen. Sie blieben dabei, bah sie das Recht gehabt hätten, Polen anzuraten, die Bedingungen Kamenews anzunehmen. Sie wollten von Wrangel nichts wissen, solange die Möglichkeit einer Lösung des russisch- polnischrn Kvnstikt s bestehe. To; Hca btr einzigen Schlüsse, bä man aus den Erklärungen Bonav Laws und Lloyb Georges ziehen könne. Tret Lösungsmöglichkeiten gebe es: einen biplomattschen Frieden, einen russischen Sieg oder einen polnischen Sieg. Jede erüssne verschiedeng Perspektiven für die Polftik der Alliierten im Osten. Eine Einigung Englands und Frankreich»? London. 17. Aug. (WTB.) Der „Eve- ni ng S ta n dar t" ersähn von zustäl i:er Sei‘e: Tie diplomatisch; Lage zwischen England und Frankreich ist heut- günstiger. Man hält den be- bcutenben Fortschritt zu einem vokien Einvernehmen über alle strittigen Punkte als unmittelbar bevorstehend. Die Einmischung Amerikas. London, 17. Aug. (WB.) „Daily Expreß" erfährt, baß in L o n b o n wichtige, nicht offizielle Besprechungen zwischen b o ck - gestellren englischen unb amerikanischen Amtspersonen über verschiedene schwebende Fragen stattgesunden haben. Tie Ame»- rtfaner haben versichert, daß Amerika nicht beiseite zu stehen wmrsch-c, und die Erwartung ausgesprochen, baß bie Alliierten die Vorbehalte des Senats bezüglich des Versailler Vertrages annehmen würden. Haag, 17. Aug. (WB.) Nach einer Meldung ans Chicago hat die American Federation of Labour eine Resolution zugunsten des Generalstreiks angenommen, der proklamiert iverden soll, salls die Vereinigten Staaten den Polen müi- tarische Hilfe leisten sollten Die .Kämpfe auf der Krim. Konstantinopel, 17. Aua. (WolffO Reuter: Auf dem Krim nehmen die schweren Kämpfa ihren Fortgang. Tie Bolschewisten erhalten Verstärkungen von der polnischen Front und greifen energisch an, wobei sie massenhaft von eingesetzleni Bomvenflugzengen unterstützt werben General W r a n g e l s Streitkräfte, bie ebenfalls Verstärkungen erhalten, haben den Tim überschritten, Konstanttwlvskaja besetzt unb bie' Eisenbahnlmi« Ziarizyn—Jekarerinobar überschritten. Die Ton- ko s a k e n sind infolgedessen in Gefahr, abge- schnftten zu werden. Ern Kampf in Pcrfien. London, 17. Aug. ^Wolff.) Aus Teheran wird von zuständiger Stelle gemeldet, daß die englischen Truppen zwischen Mendjil und llaswin mit den Roten Truppen Fühlung bekommen haben. Bei Esinillabad, wo ffen bie ^ivten Truppen ht einer Höbe von 1900 Meter über dem Meer sehr stark verschanzt hatten, mürben fi€ in einem sechsstündigen Kampfe gesch'aaen und mußten die Stellung räumen. Der Kampf dauert noch an. Rentralität Nngarnv. Budapest, 17. August. (WTB.) Das Korr.-Bur. meldet: Die ungarische Regierung erklärte am 17. Juli, nd) jeder militärischen oder diplomatischen Aktion enthalten zu wollen, die nicht unmittelbar die ungarischen Interessen berühre. Trotzdem verbreiten gewisse ausländische Blätter ein Gv- rückt, daß die ungarische Regierung eine militärische Intervention gegen Sowjet- Rußland beabsichtige. Diesen Ausstreuungen gegenüber wird amtlich festgestellt, daß die ungarische Regierung ihren Standpunkt in der angeführten Erklärung vom 17. Juli deutlich präzisiert 'hat. Jedes Gerücht über eine geplante militärische Aktion ist daher eine eigenmächtige Ersindung und entbehrt jeder Grundlage. Tie Politik Frankreichs Paris, 17. Aug (Wolfs.) Havos Tie Som» -mm i b*r Generalräte wurde gestern eröffnet. Tie Haltung Millerands in der pol- msch-russischen An»legenhrft wurde in der Aus- HNxtcbe gebilligt. Poincarö forderte die vollständige Ausführung des Vertrages von Versailles und betonte, daß bä ben bemnä chsttgen internationalen Zzisam men fünften bic SQertrrtnt Frankreichs nicht» m- hr von den Rechten Fvank- reichs Nachlassen köantcu, ohoe das Vertrauen des. Lvllcs zu tedieoea Die englischen Arbeiterführer ans Paris ansgewiesen. Paris, 17. 9ütg. (WTB.) Ter Präsident ber parlamentarische» Sektion der englischen Arbeiterpartei, Adamson und der Präsu- dem des Transportarbeitertxrbanoes, Goßling, sind heute in Paris ein getroffen und haben sich mft der C. G. T. (Allgemeiner Acbefterverband) in Verbindung gesetzt und sich mit Jvuhauz; besprochen. Sie wnden heute abend mit ber io*ia- listischen Partei Fühlung nehmen. Paris, 17. Aug. (WTB.) TreTelegier- ten ber englischen Labour Party wurden bei ihrer Ankunft ersucht, das französische Territorium zu verlassen. Sollten sie bicser Audosrvcruna nichr nachSommen, fu würde ein Ausweisungsbefehl erlassen Paris, 17. Aug. (WTB.) Tie Delegierten der englischen Arbeiterpartei, die von der fron- zösifchenRegicrungausgewiesen wurden, haben Paris heute abend verlas'en. Ein Antrag anf Einberufung der frauzöfischen Kammer. Paris, 17. Aug. (WTB.) Tie parlanvm- torische Grupp! der Sozialisten hat beschlafen, an den Kammerpräsidenten das G^uch um fo- fertige Einberufung ber Kammer $u richten, angesichts ber Schwere bet gegenwärtigen Ereignisse. Dr. Simons in der Schweiz. Bern, 17. Aug. (Wolffs Ter deutsche Mi-s nister des Su^xxärti^en, Tr. Simons, der au> yit in der Schweis auf Ur Ixruf) weilt uw) gtftcrn. im Hotrl „Berner Hof" lto gestiegen ist I)*t henk in Begleitung des deutichen Gesandten in Bern, Dr. M aller, dem Bundespräsr- be « te n entert offiziellen Besuch abgestattet. Bern, 17. Aug. (WTB.) Mini,ter Dr. Simons, dessen Urlaub smisirnthall in der SÄvei^ sich nur noch auf wenige Taye berechnet, hat Bern heute nachmittag Wieder verlassen. Aus dcsn Ueicye« Die Aufhebung der KartsffelzwungSwirtfchaft. Berlin, 17. Aua. (Wolff.) Ter Volkswirt scha ft sau s s chu st des Reichstages nahm tr.< Vervrdining vom 16. August an, nach dcr tne Ka r to f f e I zwa n g sb c wir t scha f- tung ab 15. September 1920 aufgehoben wird. Prinz Max von Bader, über die Lage. Mannheim, 17. Aug. (WTB.) In einer vom Prinzen Max von Baden einem Mitglied dec „Neuen Badischen Landeszeitung" (Mannheim) gewährten Unterredung sagte der Prinz über Deutfchands Außenpolitik u .a. föl- genbeS: Lenin sei Psycho oge genug, um zu wissen, datz die militärische Invasion gerade eine Nation sammeln könnte, die er sprengen will. Der Plan ist vielmehr: Entfesselung des Bürgerkrieges in den angvmzenden Ländern. Die revolu- twnäve Bern gung soll ihm entgegenschwellen, so daß schließlich der Vormarsch, w-mn er überhaupt nötig ist, osftire Tüoen findet und nur eine Vereinigung von Bundesgenossen ist. Auf die Weitere Frage, ob er denn gar Keinen Weg ins Freie sähe aus unserer furchtbaren ZwangÄage heraus, OKEWovtele er: Es acht eiine sehr schmale Hoffnung, aber wir müssen ihr nachgehen, denn feder ließend mer- an liegt ein ruhiges Sprechzimmer zur Beguemlich- kett der Kundschaft. Die sonstigen Räume für Buchhaltung, Korrespondenz, Schreibmasclftnenzimn'er, Direktionszimmer ftnd in der praktischsten Werse an-georbnet. Nicht zuletzt auch der Tvesorban, der mit allen technischen Neuerungen crusgestattet ift Dcr Umbau ist als in jeder Hinftcht gelungen und vortellhast zu bezeichnen. ** Giftige und eßbare Pilze ist»das Thema eines vom sliaturheilverein am Donnerstag beit 19. August abends 8 Uhr im Hotel Schütz veranstalteten Vortrag. Der Vortrag wirb in der jetzigen Jahreszeit, in der in unseren Waldungen Pilze gesammelt werden, allgemeines Interesse finden. Nicht an bunten Tafeln und Zeichnungen, sondern an selbst gefemmeten Pilzen wird der Redner des Abends, Inspektor Rehnelt vom Botanischen Garten seine Ausführungen machen. Siehe Anzeige. Landkreis Gießen. o Gründer g, 17. Aug. Am Montag wurden hier nicht weniger als zwei Selbstmordversuche verübt. Am frühen Morgen erschoß sich in den Anlagen am Brunnental ein junger Main im Alter von 20 Jahren, der Sohn eines Metzgers und Gastwirts. Ein SSerbältniS mit einem Mädchen, das er gegen den Willen feiner Eltern unterhielt und mit welchem er auch in der verflossenen Nacht die Kirmes im benachbarten Beltershain besuchte, soll die Ursache des Selbst- inoiches fein. Lerner unternahm ein junges Mädchen einen Seldsttnoidverfuch, indem es Salzsäure tränt Wahrscheinlich war aber die Menge des genossenen Gtstes nur gering, denn mit Hilfe eines Arztes gelang es, die Lebensmüde am Leben zu erhalten. Borwürfe der Eltern über zu langes Ausbleiben auf der oben erwähnten Kirmes sollen die Tat veranlaßt haben. Kreis Büdingen. △ Nidda, 15. Aug. Zum 50jährigen Ge- ben’fleg der Schlacht bei Gravelo11e fand heute hier eine wfctije Gedächtnisftier statt, woran der Betevanenverban-d Nidda mit den umliegenden Orten und die GriegerDererne von Nidda, Michelnau und'Unter-Schmitten geschlossen mit ihren Fahnen t e^ nahmen. In dem Haupigiot t esd Len st, zu dem fity die genannten Vereine eingefunden hatten, hielt Kirchenrat Werner die eindrucksvolle Festpredigt über den Satz: „Was Wir wllton, und was wir svllon!" Ter PosannenckK-r Vv: Ober- Mocksivr-t Wirte durch Bvttrag mehrerer geizigen Mufitsrücke mit. Hierauf z»gen tne Vereine zum Srirgerbenfmal. Ter Vorfitzeirde des Veterancn- vervands. Bahnhofsvorsteher d. R. Hammel von hier, hielt die Gevächttnsrede und gedachte ihrer tror 50 Jäh-ven gefallenen Kameraden. Borschuß- lttsserechner Hermann Seum sprach im Namen beS Niddaer Kriegervereins kernige Worte als Teilnehmer des Weltkrieges zum Wiederaufbau des Vaterlandes. Beide Redner legten zur El)ve der in 18 <0 Gefalleiten Kränze am Denkmal nieder. Der Posaunenckior eröffnete und schloß, durch ein Musikstück die Feier. Nachmittags hielt noch der Beteranenverband seine Hauptversammlung im Gambrinus ab. Wobei Vercinsangelegenlflüten erledigt und würdigen VererusmitgliLoern größere Gelountersttitzungen bewilligt wurden. Kreis Friedberg. sH Friedberg, 18. Ang. In der letzten Woche der Sommerferien ist ift her Nähe sctnes Heimatortes Seckmauern der Schüler der ersten Klasse des hiesigen Lehrerseminars Georg Schäfer, beim Versuche, den Main zu durchschtvimnun wahrscheinlich an den Folgen eines Herzschlages verschieden. Zu seinem Gedächwis üeranftaliebe das Seminar heute beim Wiederbeginn des Unlerrichts eine Trpuerfeier, bei welcher Professor Keller etne ergreifende Ansprache hielt und der Seminarchor zwei Trauerchöre öortrng. Starkenburg und Rheinhessen. Ein neues Rathaus. « fb. Offenbach a. M., 17. Aug. Die Stadt Offenbach a. M. hat für drei Millionen Mark das d'Orville'sche Schloß erworben, das, wie verlautet, zu einem neuen Rathaus umgewandelt werden soll. * dz. Darmstadt, 18. Aug. Die Aep- felernte wird in diesem Jahre im ganzen hessischen und bayerischen Maintale und in den angrenzenden Gebirgstälern des Odenwaldes und Spessarts ungemein reichlich ausfallen. Vom Untermain bis zum Oberlauf des Flusses hinauf bieten die die Straßen umsäumenden Obstbäume und die großen Obstbaumanlagen in den Feldern durch ihren überreichen Behang einen hoch- erfreulichen Anblick. In weiten Gebieten erreicht die diesjährige Spätobsternte den Riefenertrag der Rekordernte vom Jahre 1917. Man rechnet angesichts dieser reichen Aepfelernte auch schon sicher mit einer erheblichen Senkung der Ochstpreise. Der Abbau der Weinpreise dürfte jedenfalls auch auf den Preis desneuen Llepfelweins erheblich drücken. Ein Anzeichen für dieje Annahme ist schon darin zu erblicken, daß für Fallobst weit geringere Preise als im Vorjahre gezahlt werden. Man bietet dafür höchstens 5—10Mk. pro Zentner. rm. Darmstadt, 17. Aug. Die Maul--» und Klauenseuche, welche in Rheinhessew stark im Abnehmen begriffen ist, hat in den letzten ack-t Tagen nur im Kreise Dieburg wieder einige Orte neu heimgesucht, während die verheerende Krankheit in einer ganzen Reihe Ortschaften der ober hessischen Kreise Gießen, Alsfeld, Büdingen, Ftteoberg und Lauterbach neu aufgetreten ist. N. Ingelheim, 17. Aug. Ter Steuer-- streik bei der Firma Böhringer u. Sohn dahier wurde nach dreitägiger Tauer beigelegt, nachdem die Firma fick bereit erklärt hatte, den Steuerabzug zu tragen. Tic weiter geforderte Lohnerhöhung wurde abgelehnt. Worms, 17. Aug. Zur teil weifen Deckung des Fehlbetrages im städt. Haushalt in Höhe von etwa 131/2 Millionen Mark wirb von der Stadtverwaltung eine Wohn st euer, eine Vergnügungssteuer und eine Steuer auf die M i n - de ft einkommen vorgeschlagen. Kreis Wetzlar. Für den Anfthluß Wetzlars an Hessen-Nasssu. ui. Wetzlar, 17. Aug. Tie am vorigen Sonntag versammelten 63 Gemeindevorsteher legten einstimmig Protest ein gegen die nach dem Em- ’n»urf der neuen Landgemeindeordnung vorgesehenen Bevormundung der Gemeinden durch Amtsvor- fidper und Landbüraermeister und forderten die uneingeschränkie' Etnsührung der Selbslpec.vältung für die Landgemeinden und zwar auch in polizeilicher Hinsicht. Gleichzeitig forderte die Versammlung die &>3irenirung des Kreises Wetzlar von der Rheinprovinz und den Anschluß desselben an Hessen-Nassau. * Wetzlar, 16. Aug. Einen jähen Tod fand am Samstag früh der Seilbahnwärter August Raabe von hier. In Ausübung seines Dienstes stürzte er ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er nach einigen Stunden starb. Hessen-Nas^u. Die Bischofsksnferenz in Fuwa. fd. Fulda, 17. Aug. Heute vormittag wurde in der Bonifatiusgruft des Tomes die 50. Bischofs- l-onftrenz durch eine feierliche Andacht eröffnet. Im Anschluß an die religiöse Feier begann in der Aula tid z-i erwidern, und zwifck^n dem „großen" Rit er urd ihr spann sich sogar ein paarmal etwas wve ein kurzes Gespräch an. Als sie in Lobe da an seiner Hand den StB^gen verließ, ftieg eine wanne edXe Fr.-und i -fei' t-i ihiem Gestcht auf, und i.)re Stimme hatte teil geiDshnten, vollen Mang und noch ein Wenig Glanz darüber hinaus. Sie sagte: „Ter Tag war trotz dem tTeinen Unfall schön — sehr säum! Mein Bruder uni) ich sind Ihnen vielen Dank sch>u:dig . . . Und nun bart 'ich Sie wohl Bit en, mit [-ereinyufommen, damit wir unsere R.ch.umg begleichen . . ." Nicht aus die'em Grund ging H.'tm-ann Hüttich mit. Aber^es fj-.tte für ihn enen ganz eignen Reiz, die Schw Le des Hauses zu Überschreiten, in dem zwei Frauen wofriten — die eine m blühendem Jugnbreiz, die a.-be/e im geb.eichten H«ar, gezeichnet 10 i schwe em Unglück —, die fein Inneres selbst beschäftig en Er übe.f og mit raschem B ick das Anwcsen, das man im Städtckni das „alte Schloß" ra- nt'. Eine mit elbole Ste nm ner, über die tu kft Baum Wipfel heraus, ickttn, umgab gis Ganze. Ein of.e es, für ten Turü-g ng von Wirt 6a,.swagm e.ngerichtttes, großes Dor gewährte einen Blick in einen ausgedehnten Hof, um ien sich weitläufige Sta.lungen und ©dauern reih. n. Links irom Hof lag^ dos Le'tä6 ge Wohngebäude, das sich m mehrere Teile gliederte, bt" im Laufe b:r Jahre fche.nbar wll.kü.lich anet ander gefügt wa ai. Auch ohne die Jahreszahl 1620, die ein Stein unter dem Dach aufwies, sah inan ten Mauern bas ehrwürdige Alter an. Trotz dieser Eh wü d g- ceit er!>i- llen sie aber erst eine besondere Phnf-.>og- nomic durch einen uralten, runden Turm, le ein gut Teil darüber hi raus age, und aus de seu ab» geyt.t.etem Dach ei.i lu ig.s (j^midjer war von al er ei Goaöarten und nie'- ig m Bu ch erf — Doge oder her Wind mochten ten Samen dazu I l-erbeig-'trage’i haben 1 Rena t?aite den Wagen an her Hand des jungen Mannes verlassen, bann aber sofort nach der Schul- tec des Brüters geg ifsen, um sich bi rauf zu stützen. Eng anei'nanlxrgeschmi-gr beraten die G- schnstser den g oßn. freien Pl.tz vor 'em Woch::-- gebäude, den woh.iger Baumschat.^n e.chllte. Hermann Hütiich folgte, nachdem er den Kutscher abgeftrtigs und das Rad der Patientin selbst vom Wagen gehoben hatte. Vor dem Haus kam den Ge'chwistem, vom Garten ijer, -eine Magd entgegen. Rena bau» trage sie, die Tan e zu benad) ifitigen, datz sie mit dem B uder zurück sei, und baß sich Besuch eingefunden 'habe. Dann bat sie den „SJe’ud/', in Las Wvh °> zimmer zu tretzm u.id sich dort einen Augenb.ick zu gedulden. Sie vwllte nur erst noch einmal nach rl/reni Fuß feten, der ihr üb igens auch letzt f t» ;:e lei n nnei-Swerte Beschwerden be uq'aa.e, sie sei gleich zurück. An der Seitt deS Bruders stieg sie bann bte breite Steintreppe ‘btnan, die in das obere Stockwerk führte. Ter junge D'utsck-ameri aner sah sich in der Wohnstube um, über deren hohe Schwelle er g - t.e.en war. Von zw> 1 'Seitni siel in den weiten Raum das Licht durch b.eie, ni/ rige Fen t . Jedes dieser genfer wies zwei trauliche Nisüen- sitze auf, die sich zwang'os einfügten in di- dicken Manern. Tieft Ni-chewitze gaben für die ganze Ausstat.ung den Sftnimu. gSton an, ter auch gut getroffen und fest gehalten war. Von ter Mu e ung der Einzekh iten iru bf der junge Ma-mt plötz ich abge,zogen. Durch ei-.s ter Fenster sah man bis hinüber zu Leuchtcuburq Tort erhob sie sich am fernen Hattze-nt — klar und deutlich, nur ganz schwach verschramm ihre stolze Bekrönung im Geftimmer der noch immer leuchtttäftigen Spä nachmit agsMtne. Dort Hatte er heute ein schönes Mädchen w den Armen gehalten — und 1/t.r in ten D iinben, die der fü&? Hauch ihres Atems Tag für u» durchwärmte, fükstie er s nun mit bcjce igenbet Geavalt —: er würde dief.^s Mvdck-e: und den Augenblick, da sie an f-.iner Brust geruht, nie wie.er berge,fm Fön en! Tas Oesfnen der Tür weckte ihn aus seiner ttäume.rschen Derfmi.'e h tt. Die Herrin d's Hauses trat ein mit fl) « Nichte und dem jungen Neffen. Hermann Hüttich sah aber im ersten Augenblick nur die Blinde — einen so übcrwälti e ben Eindruck empfing er von der düster maiestattschen Erscheinung mit dem starren, weiß-'N Eesi ht und ten toieii Augen dar n! Er vergab gani, der Unglück.ichen, die ihn rtfr. Angeb. mit Zeugn. n. Bild uni. 8S16 an den Grest.Anrei i -r'' werblichen Niederlassung, die im Auftrag und tm Namen des Unternehmers außerhalb der gewerl^ lichen Niederlassung Lieferungen aussühren, haben eilte Bescheinigung des Steuerumsatzes hierüber bei sich zu führen. Tie Maul- und Klauenseuche ist amtlich seft- gestellt worden: 1. in Grünberg. Es werden gebildet: ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Grünberg, ein Beobachtungsgebiet bestehend aus den Gemarkungen Remhardshain, Stangenrod, Gö- belnwd und Beltershain: verändert: 3. in Gießen in 2 weiteren Gehöf- t e n. Es werden gebildet: ein Sperrbezirk bestehend aus der ganzen Gemarkung Gießen, ein Beobachtungsgebiet bestehend aus den Gemarkungen Wieseck und Schiffenberg. Sprechstunde tagl. 9-1 tu 2-8 Ohr. Auskunft über li fleiiK^ake, 2i ür., nur 850 M. Plüsch-Sofas, Schreibtische sehr billig. c Möbelhaus J. 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Während Gießen allabendlich in ägyptischer Finsternis liegt, machm Gattenstraße und Lnd- wigsplatz eine Ausnahme. Hier kann man beobachten, daß auf eine Entscrrrung von einigen hundert Metern nicht weniger als vier Bogenlampen ihr Licht in venchlvenderischster Weise spenden, während ringsherum weit und breit lebensgefährliche Dunkelheit herrscht. Bor einiger Seit wurde in unserem Stadtparlament eine bessere Straßenbeleuchtung bewilligt, die hoffentlich noch in diesem -Herbste zur Ausführung kommt. Es sei deshalb die Frage gestellt, ob es nicht möglich wäre, die Anlage so einzurichten, daß von den vier Lampen in der Gartenstraße drei an ebenso wichtige Straßenkreuzungen oder sonstige 'nur mir LebÄtsgefahr zu passierende Pdmkle der Stadt ausgehängt werden könnten? Es wäre damit schon etwas erreicht und Licht und Finsternis wären gleichmäßiger, aber auch gerechter verteilt. sofort Qcfudit. 01,4(07 Qebr. Ilafir, Gießen, Marklitraße 29. röiht. Llhrckkr - a. fidtenicaooen emofiehlt Karl Schmidt, Weuemucn 42. 014124 Bureaugehilfe zum 1. Oktober d I gesucht. Psychiatrische Klinik Gießen, Frankfurter Straße 99. einem Gesellschaf^spiel seiner Lr^amann chaft gegen die gleiche des F.-E. „Borussta"-F-ulda. In der erfttm Halbheit ivar das Spiel verteilt, die Gäste zeigten ein ichönes Spiel, auch die Gießener sanden sich bald zusammen, doch b'.üben E folge aus Nach Halbzeit ging Fulda durch ein schönes Tor in Führung, doch nun bedrängten die Beiuegun-rsspieler das Tor der Borussen: ein von Bruchhauscr gut getretener Eckball wird von den beiden Möller durch Kopsball — eine Glanzleistung — zum Ausgleich verwandelt. Gießen ist weiter im Vorteil, einen Schuß des Halblinken schlägt der Fuldaer Verteidiger nnt der Hand aus dem Tor, der Elfmeterstoß wird von Kleinke zum 2. Erfolge verwandelt. Das Spiel wird immer spannender, Fulda will unbedingt den Ausgleich erzielen, was ihnen auch in den letzten 3 M mulen durch ein Mißverständnis der Gießener Verteidigung gelingt. Bei Gießen ivar Kapeller weitaus der beste, auch die beiden Möller und Wingenfeld tonnten gefallen. Das Resultat ist für die Gießener Bewegungsspieler ein großer Erfolg, da die Borussen gegen die erste Deutsche Klasse schon mit Erfolg gespielt haben, so zum Beispiel vor acht Tagen gegen den früheren Deutschen Meister, den 1. F.-E. Freiburg ein Resultat von 0:0 herausholten. — Fußball. Tte 1. Mannschaft der Hess. Sicherheits-Polizei Gießen spielte vergangenen Sonntag gegen die 1. Mannschaft Fußballverein Lauterbach und verlor das an sich spannende Spiel durch Selbsttor 2:1. — Das! Feldbergfest, dessen Abhaltung auf dem Berg von der Besatzungsbehörde verboten wurde, weil sie darin eine Gefahr für die alliierten Armeen erblickt, wird nun unweit davon auf bau früheren Truppenübungsplatz Bad Homburg am Fuße der Saalburg abgehalten. Tie Ausgangs- orte sind Oberursel und Bad Homburg. Es sind bereits über 1100 Wettkämpfer für bat Vierkampf gemeldet, darunter zahlreiche Turner aus Köln, Bonn, Kassel, Ravensburg, Siegen, Saarbrücken, M.-Gladbach, Mannheim, Ludnngshafm usw. Zu dem bedeutsamen MannschaftLkampf um das Völ- sttngeuhorn haben sich 12 Vereine und für den Stafselkampf 5mal 100 Meter um bat Iahnschild ebenfalls 12 Vereine gemeldet. Es ist ein heißes Ringen zu erwarten. Der Vierkampf besteht aus nach wiaxenachalt- Heiter Methode. Bary F.belNtraöe 10 p. Turnen, Spiel und Sport. ** Leichtathletik. Am vergangenen Sonntag, den 15. ds. Mts., weil bat einige Herren der leichtathletischen Abteilung des Vereins für Bewegungsspiele Gießen zu den in Gedern statt- findenden nationalen Dporllvetttämpfen des Fußballklubs ,.Alemania 1910". Tie Beteiligung war sehr groß. Insgesamt über 30 Vereine mit rund 380 Teilnehmern waren vertreten. Trotz der scharfen Ävnkurrarz formte unser V. f. B. folgende Preise erringen: Straffe der Senioren: Lians Thöt 1. Pveis lEprenpreis) 50 Meter-Laufen, 1. Preis (Ehrenpreis 100-Meter-Lausen, 1. Preis (Ehven- preis) Hochsprung, 1. Preis (Ehrenpreis) Weitsprung, $xf) Hauser 1. Preis «Ehrenpreis) S4ab- lrockFoning, Otto Köhler 3. Preis Lwchsprung. Klasse der Jugendlichen: Fritz Sopp 3. Preis 100-Meter-Lauf, Tualla Misipo 3. Preis 50- Meter-Lmtf. Eine Refordleistttng völlbrackrte Thöt insofern, als er beim Weitsprung ohne Brett einen Sprung von 6,60 Meter auSsührte, während am gleichen Tage bei den Deut schar Meisterschaften in Dresden der 2 Sieger 6,58 Meter sprang. Fußball. Am letzten Sonntag eröffnete der Bevern für Bewegungsspiele feine Fußballsaison mit Kaufe i getragene Herren' und Tlimen'leider, Schüße, Wäsche, Model all. Art. L. Rosenzweig, Gießen,Selterrweg58I TW. AkllilmWn da5 kochen kann, gegen nuten Vo'in Mort oocr svister gesucht. Zweil- mädchen vorbanden. „( e« Frau Vnbntifl Herbert, Mäuttuirg L V/lIh. Mfilier, | ußer 17 ff.i;re, sofort ge- '' sucht. Lo >n von mona,l. 240 Mk. au. Ssn4I) Sifol* iliid fioloniol- 'Diiiiitiiarn auf Euer wnh. Se hoth, Seilerei. nioBee, Hedhelmer Sir. Bl, Tel. 1288.____________8M» Stöltgan Pettbantiuckcn ebne ^erufSstömug. 1000 >00. fach bciunbrt. KlfiBlge Preise. Central Trog., StbuIftr.; F. Tikorneit, Waütorstrahe. 1673/ [Verschiedenes! Für die anläßlich unserer t Silhetnra öoöneit erwiesenen Aufmerk, samkeiten sagen rorr OeWen Bant Johannes Bender u. Frau. ! tttedr. Honstein. 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August 1920. 8818D ’c Röhr L Co 8812 □ □□□□□□□□ oo □□□□□□□□□ □□□□□□□ödd □□□□□□□□□■□ aDODO □ d □□□ □□aDanöQQQQa □□□raaoaaa oa □□□□□□□□ ciaaoo' i | 8798V WA M MesMAsl, Wie KW MW LL Sonder-Angebot: Großer Posten •f. -r,; diesem Wege ihren innigsten Dank Familie PHMpp Debus. f 6 M Für die vielen Beweise herzlicher FRABWW’MiMAIN- Verk aufs stellen und Agenturen an allen Plätzen gesucht Die Beerdigung findet Donnerstag den 19. August, nachmittags 4 Uhr in Lieh vom Amtsgerichtsgebäude aus statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Die Beerdigung findet in aller Stille statt — Von Beileidsbesuchen bittet man dankend absehen zu wollen. werden zu den bil.igsten Preisen umfa^ionlert Velour . . 24 M. „ Fllzhnt. . 18 M. 3 Herrcnfllz 20 M. F. Mandler TeL 3159 Gr. Stein wes 1». i Der Umbau unserer Bank-Räume ist nunmehr beendet. Die bedeutend vergrößerten Räume sind mit allen Neuerungen versehen worden, zur besten Bequemlichkeit für unsere Kundschaft Launsbach, den 16. 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An den bestehenden Zuständen sei l< Regierung nicht schuld. . der Verianrmlung nahmen der Reichs- ^rßkr und seine Begleiter eine Besic^iDirrg der "Mwiashafener Dafeneinrichtungen vor. Dann er- Der Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 11. August 1920. 1. Den verheirateten Arbeitern bei den Firmen Gerbereien Lotz u. Becker bier ist mit Wirkung vom 11. August eine Stundcnlohnzulage von 20 Pfg. zu zahlen. 2. In der Sache des Holzarbeiterverbands gegen die Firma Bingel wegen Lohnnachzahlimg ür den entlassenen Schreiner Heinrich wird die Unzuständigkeit ausgesprochen. 3. Die von der Braunkohlengrube „Jägerthal" ausgesprochene Kündigung des Arbeiters Brück wird für unwirksam erklärt; der Arbeiter ist weiter zu beschäftigen oder eine Entschädigung von 200 Mk. zu zahlen. 4. Den Arbeitern der Schreinereien G. M. Reuß, Georg Frank, Metzger, Schlecht & Kurr und Paul Friese, sämtlich in Friedberg, sind die tarifmäßig festgesetzten, durch Vereinbarung vom 16. Juni 1920 erhöhten Löhne zu zahlen. 5. Für die Gehilfen der Bäckerinnung Bad- Nauheim werden mit Wirkung vom 1. August folgende Wochenlöhne festgesetzt: für Scheßer 170 M., für Teichmacher 150 M, für letzte Gehilfen 140 Mark, für alle verheirateten 180 M ; der für Kost und Logis in Abzny ztu bringende Betrag wird pro Woche auf 60 M. erhöht. Ein weiterer Fall fand durch Verständigung seine Erledigung. B ien werden. Für Getreide und Mtlw müllen wir E sie aber noch beibehalten. Zur Einfuhr von Le- ■ l> ensmitteln wird defr freie Handel in Zu- f tinft mehr herangezogen werden, als es bisher P der Fall gewesen ist. Tie Heranziehung und Mit- loirfung der Arbeiter in der Ernährungsfrage ist schon während des ganzen Krieges erfolgt. Mi- rt.i|ier Raumer wird im Laufe der nächsten Berlin, 17. Aua. (WTB.) In der heutigen Hauptversammlung der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft wur e Die TageSoidmmg glatt erledigt. Tie ausscheidew- den Mitglieder des Aufsichtsvates wurden wiedergewählt. Ferner wurde der Abschluß der auf die Dauer von 80 Jahren bestimmten Interessengemeinschaft zwischen der Gelsenkirchener Bergwerks- grsellschrft und der Teutsch-Luremburgischen Gesellschaft in Form der Errichtung einer gemeinsamen Gesellschaft Rhein-Elbe-Union G. m. b. H. getreh- migt. Als Vertreter ÄuffühtsruteS von Teutsch- im Ausland. Unter tätigster Mitarbeit von zahlreichen Bundesbrüdern aus diesen Gebieten wurden Wege gesunden zur Bereitstellung von Mitteln, die auch den geldlich loenig leistungsfähigen Studenten es ermöglichen, ohne erhebltche Geldopfer tat kräftig mitzuwirken. Ausgehend von der Ueberzeugung, daß die deutsche Frage nicht durch Entschließungen und Bekenntnisse, sondern nur durch tätige Arbeit zu lösen ist, stellt der K.-V. als Ziel auf: Kulturelle und staatliche Einigung aller Teutschen, Unter- iützung der deutschen Minderheit in der Tschecho lowakei in ihrem Kampfe für die Erhaltung ihrer deutschen Eigenart, wärmstes Einsetzen für den Anschluß Teutsch-Oesterreichs an das Reich. In den studentischen Fragen will der K.-V. hinwirken auf eine Einigung aller deutsch-völkischen Studenten. Tie „Hochschulringe deutscher Art" sind nachdrücklichst zu unterstützest; wo noch keine bestehen, ist ihre Gründung anzuregen. Bon jeder sonstigen Ringbildung ist abzusehen, außer wenn ich diese Ringe zur Wahrung besonderer und eng umgrenzter Belange als notwendig erweisen. Ten Höhepunkt der Tagung bildete die Gedenkfeier für die Gefallenen des Verbandes an 'einer Bismarcksäule auf ber Rothenburg. Zum Vorort des K.-V. für 1920 wurde der V. T. St. Göttingen gewählt. Frankfurter Fell- und Hüuteverfteigeruntz. fd. F r a n k f u r t a. M., 17. Aug. Bei außerordentlich starkem Besuch lagen große Angebote vor aus Mainz, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt a. M. Die Preise waren im allgemeinen niedriger bis auf Großhäute unb leichtes Gewicht. Angebot und Zuschlag waren lebhaft. Vor der Versteigerung gab es eine lebhafte Auseinandersetzung darüber, ob sich unter der an- nebotenen Ware auch Händlerware befand Es wurden zugesch'agen: Kalbfelle ohne Kops 14 50—14.95 Mark, Kalbfelle Fresser 9.45—10 45 Mk., Schußfell, Sein Gebot, beschädigte, Angebot 8 Mk.; kein Zuschlag; Kalbfell mit Kopf 12.85 Mk., trocken, kein Gebot; Schaffelle, halb wollig 7 85, 7.55, 7.75 Mark; Schaffelle, kurz- kein Gebot; Schaftelle, Blößen, 6 und 6.30 Mk.: Schaffelle, Halbwolle beschädigt, kein Gebot; Schaffelle, Halbwolle Schuß, 4.10 MS.; Ziegen fette das Stück 50 Mk. Groß- oieHäute: 1. Masse, Herkunftsböre 1: Gewichtsklasse 20—30: 12.20 Mk., 12.35 Mk.; Gewichtsklasse 31—50: 12.70, 12.95, 13.05, 13.35, 13.45; Gewichtsklasse 51—70: 13.40, 13.35, 13.25, 14.25; bei 12.20 Mk. «ein Zuschlag; Gewichtsklasse 71 aufwärts 12.75, 12.95, 13.05; bei 12.60 fein Zuschlag. Schußhaute. Gew kl. 20 bis 30 9.25, Gew kl. 31—50 9.45. Herkunfts- börse 2. Gewkl. 21—30 10.35, Gewkl. 31—50 10.35, Gewkl. 51—70 10.55, Schußhaute kein Gebot. Bullenhäute Klasse 1: Gewkl. 20 bis 30 11, 11.05, Gewkl. 31—50 9.90, 10.10, 10.15, 10.25, 10.45, Gewkl. 51—70 9.95. Gew kl. 71 auswärts 9.20, Schußhäute verschiedener Gewichtsklassen 6.80; Bullenhäute Klasse 2: Gewll. 20—30 9.05. Gewkl. 51 aufwärts 8.20. Großvieh mit Kopf 1. Klasse: G.wkl. 21 bis 30 10.70, 31—50 10.70, 51—70 11 Mk. 9 90 Mk. fein Zuschlag. Großvieh mit Kop 2. .Klasse: 10.05 M k.,beschädigte Häute 9 45 Mk. Roßhcrute bis 2.19 m letzter Preis 166 Mk., heute 157 Mk., Roßhäute übet 219 cm letzter Preis 252 Mk, heute 277 Mk., Fohlen und Eselshäute lein Gebot. Frankfurter Warenbörse. st>. Frankfurter. M., 17. Aug. Ter Frankfurter Warenbörse hat sich heute als weiteres Glied die Börse für Jutegewebe, Säcke, Segeltuche und Seilerwaren angesÄossen. Ter Verkehr in dieser Abteilung nahm bereits bei reichem Angebot von Säcken aller Art und großer Nachfrage nach Fruchtsäcken lebhafte Formen an. — Auf dem Che- mikalienmarkt ist die begonnene leichte Besserung wieder zum Stillstand gekommen ohne daß inveffen die Preise zurückgehen. — Auf dem Textilmarkt war die Nachftage nach Hemdentuche und Rohnessel lebhaft. ES kamen Geschäfte mit elsäßischen Aermel futter zustande. — Der Lebensmittel markt brachte bemerkenswerte Angebote in getnxfneteit Pflaumen und Südfrüchten. Schmalz war begehtt. — Florida-Ledertaschen hellfarbig waren gesucht. Abend- Abend- Schluß- Schluß- Kurs l3n einem Test der Auflage wiederholt.! Die ReichsbesoDungSordnung. Berlin, 17. Aug. Tie Reichsregierung hat, wie aus der schriftlichen Antwort des Finanz- ministers auf eine Anfrage des Abgeordneten Delius hervorgeht, bereits trorbereitenbe Schritte für eine allgemeine lleberprüfung der Neichsbesol* dungsordnung eingeleitet. Insbesondere haben Be- prcchungen von Berttetern aller beteiligten Reichsministerien, ferner Verhandlungen mit den Regierungen der Länder und den Beamtenorganisationen stattgefunden, um festzustellen, welche Folgerungen sich für die Einstufung der in den R e i ch S- dicnst übernommenen Beamten der Länder aus der Persvnalreform bei der Reichspost verwaltting, aus der Einreibung der in den Reichsdienst übernommenen Beamten der Landes» inanzverwaltungen und aus der Einreihung der m Landesdienst verbliebenen Beamten in bie Be- oldungsordnungen der Lander ergeben könnten. Tie Untersuchungen wurden auch auf die Frage ausgedehnt, wieweit solche Folgerungen ettoa nicht erst gelegentlich der allgemeinen Ueoerprüsung der Reichsbesoldungsordnung, sondern in allernächster Zeit zu ziehen wären. — Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, ist der E n t w u r f einer neuen Reichsbesoldungsordnung ausgestellt und noch Gegenstand von Verhandlungen, llnab- hängig hiervon sollen den Beamten entsprechend der Entlchließung des Reichstags vom 2. August d. Js. die sich aus der voraussichtlichen Höherstufung ergebenden Mehrbeträge uno^riüglich vorschußweise bezahlt werden. Soweit fick bei der Regelung ber Bezüge der außerplanmäßigen Beamten unerträa- liche Härten ergeben sollten, wird Abhilfe zugesagt. Aenderungen der Tiätenordnung sind ledoch nur tm Wege der Gesetzgebung möglich. Beamte der Post- und Eifenbahnverwaltung, die aus dem Stand der Staats ar bet ter hervorgegangen find und als solche bereits höhere Bezüge hatten, als ihnen nach ihrer lleberführung in das Beamten- Verhältnis zustehen würden, sollen Ausgleichs-^ zulagen erhalten. Die englisch-französische SpammvK. Paris, 17. Aug. (WTB. ) Die Mcwgen- blätter veröffentlichen eine amtliche Mitteilung, in der es heißt: Der englische Botschafter Lord Derby hat gestern abend 7 Uhr den Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern einen Besuch abgestattet, wobei die politische Lage und bie Lage des Generals Wrangel besprochen wurde. Lord Derby und der Generalsekretär des Minisde- riums des Aeußern haben oerf chicbene Kombinationen besprochen. Paris, 17. Aug. Ministerpräsident Mille r a n d hat gestern gelegentlich einer Reise durch das ehemalige Kampfgebiet den Militürftiebhof in Ville du Bois besucht und dort eine Rede gehalten, in der er u. a. sagte: Wenn auch heute die Toten nicht mehr aufstehen würden, so könnte doch niemand vergessen, was Frankreich und England miteinander verbinde. Amerikanische Kriegsschiffe in den baltischen Gewässern. Washington, 17. Aug. Ter P a n zer- kreuzer „Ptttsburg" und ein Zerstörer, die sich gegenwärtig in Cherbourg aufhalten, erhielten den Befehl, sich sofort nach den baltischen Gewässern zu begeben, um dort die amerikanischen Interessen zu schützen. Tanzig soll mit aus Polen geflüchteten Amerikanern überfüllt sein. Depirtementswahlen in Frankreich. Paris, 17. Aug. Gestern fanden in Frankreich die Departementswahlen statt. In dem Departement Moselle wurde der ehemalige französische Präsident Poincarü zum Vorsitzern, den gewählt. Die Jrrnpolttik Englands. London, 17. Aug. (WTB.) Ten Blätter« zufolge verschwand plötzlich der nach England gebrachte irische Erzbischof Nanix nut seinem Sekretär. Sein Äufenthaltsott ist unbekannt. Die Aufruhrbewegung in Mesopotamien. London, 17. Aug. (WTB.- Nach einer Rentermeldung aus Simla sind zur Niederwerfung der Aufruyrbewegung in Mesopota-, mie n drei Jnfanteriebrigaden und eine FckdaNil- leriebrigade ab gegangen. Tie Lage hat sich ge-, bessert. Bolschewistische Aktionen in Perfiem Handel. Berlin, 17. Aug. Börsen st immungS- bild. Vvn Beginn an zeigte die Börse eine lusd- bose, abwartende Haltung bei meist abge'chwächten Kursen. Ties hing einesteils mit einer stärkeren RcalisationSneigung in A. E. G.-Alt:en wegen riesiger KUpitalsvermehmng zusammen, dann auch mit Michrichttn über eine sich anbahnende ausgedehnte Streikbewegung in Oberschle ien. Naturgemäß waren oberfchlesische Montanwerte und von diesen besonders Laura- und Bismarckhütte be- troffen, d«h auch Rheinisch^westfäli'che Papiere waren mit wenigen Ausnahmen abgeschwächt. Tie VerMufsneigung wurde später allgemein und führte in Schifs-cchrls-, chemischen, Elektro- und anderen Jndustriepapieren zu mäßigen Rückgängen. Verschiedentlich waren aber auch, wie sür Tynamit, Deutsche Waffen und Köln-Rvtttveiler Kursbesse- rungen festMstellen. Petwleumwecte waren weitaus stiller bei mäßigen Schwankungen, nur Steaua war stärker erhöht. Am Devisenmarkt übte die eingetretene Befestigung auf die KurSbildung am Valutamarkt keinen Einftuß aus. Renteriwerte nxircn wiederum wenig verändert, Me^itaner nach den gestrigen starken Erhöhungen nichl ganz preis- haltend. Im Verlaufe trat aus dem Montan markte eine Erholung ein, die sich in der Hauptsache auch auf die Gesamthaltung ber Börse mitt eilte. Frankfurt a. M., 17. Aug. Bö rsen- ftimmungsbild. Die feste Haltung am Devisenmarkt vermehrte die Kauflust in Valutapapie- iren, deren Haltung eine feste war. Missmiri Gar» tificate gingen 270 um Elektr. Deutsch Uebersee gewannen mit 863 28 Proz. Garnaba Pacific blieben höher gesucht, 750. Deutsche, Petroleum nur wenig verändert, 1323. Oesterreichische Staats- babn, welche im Angebot lagen, gaben 7 Proz. auf 178 nach. In Mexikaner war lebhaftes Geschäft. 5proz. Tehuantapec stiegen aus 334 plus 9, öprvz. Goldmexikaner 407 plus 6, 5proz Silbermexikaner 330 i^us 7 Proz., Hamburg Paket schwächer 181. Steaua Romana 1510 plus 40 Prvz Montan- papiere unterlagen geringen Schwankungen. Deutsch Luxemburg 300, Harpcmer gewannen 4 Pro;, aus 365. Unter den Ghemischm Aktien gaben Holzverkohlung 63/4 nach 371. Elektro Lahmeyer 195 bü^en 2V, Proz. ein. Bergmann verloren 2 Proz. (247). Elektro Reiniger gewannen 7 Proz. mit 267. Schuhfabrik Aug. Wessels notierten 284.50, Spiegel und Spiegelglas bei lebhafter Nachftage 430 plus 5 Proz. Eine Steigerung von 15 Proz. erführen KalÜverke Dornap 400, Nähmosichinent. Kayser stiegen auf 246. plus 11, Porzellan Wessel auf 380 plus 10 Proz. Metall Dannhorn 142. Farbwerke Höchst 356 4V2 Proz. niedriger. Fränkische 'Schuhs, fest 215. Metall Bingwerfe 229. 5proz. Reichsanleihe .79.50, Hochschulnachrichten. Kyffhäuserverbanb der Vereine deutscher Studenten. . 9 bis 13. August fand in Kelbra am ^ifhauser die 35. Tagung des Kyffhäuserverbandes vTnc deutscher Studenten statt. Die Auf- Dchme ber neugegründeten Bruder vereine Frank- *rt a M., Köln inti> Würzburg legte Zeugnis ab ,^r gfmrtiqen Entwicklung, die der K -V. «l letzten Jahre genommen hat. Seiner Ver- ,Uk C^rer im Weltkrieg gab der 58er» KL w, i)ut™ Ernennung Hindenburgs und Ehrenmitgliedern. Im Mittel» L ®Hatu2l9en stand die Frage des bc- c»wyten Deutschtums in den Grenzmarken und <ßcrid?tsfaa[. 0 M a r bu r g, 16. 2lug. Tas Wuchergericht verurteilte einen Handelsmann aus Höringhausen im Kreise Frankenberg, dem Schleichhandel mit Lebensmitteln nachgcwiesen wurde, zu 1 Monat Gefängnis, 3090 Mk. Geldstrafe und Beschlagnahme ber bei ihm Vorgefundenen Vorräte, 5 bis 6 Zentner Alchl und 10 Pfund Butter. — Ein Frankfurter Schleichhändler kam mit 1 Woche Ge- ängnis und 300 Mk. Geldstrafe davon. Kreise in Tiflis melden den Sturz der Regierung Kutschik Khans durch die Bolsch.wisten. Sie bemächtigten sich der Stadt Enzeli und errichteten dort em revolutionäres Komitee, das den Kampf gegen den englischen Imperialismus erklärte. Diese Beroegimg ist em Gegenstoß auf die Haltung Kutschik Khans, der versucht hatte, sich den Bolichewisten zu entziehen. Die persische Regierung ist entschlossen, sich Dem Vormarsch der Bolschewisten zu widenetzen. Andererseits stehen 8000 bolschewistische Truppen bei Artasapha an der georgischen Grenze. Ein bolschewistischer Kommissar kündigte die Möglichkeit einer militärischen Aktion gegen Armenien an, um mit Gewalt die Frage der bestrittenen Gebiete von Karabagh und Ganger zur zu erledigen. Ein deutsches Geschenk an Spanien. Berlin, 16. Aug. (WTB.). Der Reichspräsident empfing den spanischen M i l t - tär attachä Oberstleutnant Valdivia in Audienz, der ihm den Tank dec ivan-schen Rv- gierimg für die geschenkweise Ueberla 'ung des tur Museumszwecke geeigneten Heeresmatc- rials zum Ausdruck brachte, ^r Transport dieser Museumsstücke nach SpMiien ge'chreh- m den nächsten Tagen durch em bereits im vam-, bürget Hasen liegendes spanilches Krregstransportq schK Me kiedr de; Reichsminifter; vr. «och in der Pfalz. Ludwigshafen,17. August. sWolff.) Heber den gestrigen Besuch des Reichs- mmisters Dr. Koch in Ludwigshafen meldet die „Neue Badische Lanpeszeitung": Ter Reichsministet des Innern Tr. Koch, der .Bm Studium Der besonders schwierigen Verhält irlfte in der Pfalz hierher gekommen luar, traf Aftern vormittag 1/210 Uhr in Ludwigshafen ein, 1O0 er von Bürgermeister Tr. Weiß empfangen ]0Urt>e. Man begab sich in den Stadtratssaal, wo sßch inznnschen die Vertteter des Handels und der Inbuftrie, der Arbeiterschaft, sowie des Gewerk- iLnb Wittsckiastslebens eingesunden hatten. Regic- ^ngspräsident vonGhlingensperg hieß den Minister und seine'Begleiter namens der bayrisäxn Md pfälzischen Regierung in der Pfalz herzlich willkommen. Ter Reichsmini st er dankte für mc freundlichen Empfangstvorte und sagte. Daß .1 in die Psul» gekommen siei, in der Hoffnung, <ß ihm die Schwierigkeiten, unter denen die Bevölkerung zu leiden habe, offen, ehrlich und ihrig entyüllt würden. Syndikus Tr. Kahn >on der Handelskammer in Ludwigshafen brachte in eingehender Weise die Wünsche der pfälzischen Jnbuftrie und der Handelswelt vor. Er führte unter anderem auS: Es gelte nun aber auch den Lreis an ber Quelle ber Pr 0 bukti 0 n .-urückzus chrauben, unb es fei nottvendig, lab die Rcichsregierung auf die R 0 hst 0 f f i n d u- k ric, von der es in der Pfalz keine gäbe, cimvirkt, damit diese Industrie mit ihren Preisen zurückgeht. 85on Seiten des Reichsministeriums möge ferner dohin gewirkt werden, daß die Einfuhr von Le- öensmittel in cm>eitertcm Umfange zugcla,sfen wrbc, um eine Herabsetzung der Lebensmittel preise im Jnlande l-erbeizuführen. Ferner mußte der Abbau der Kriegsgesollschaften mit höchster Beschleunigung durchgeführt werden. Ein entsprechender Abbau der noch bestehenden Ausfuhrabgaben sei ebenso dringend. Stadtrat Schwaninger von der USPD, brachte als Vertreter der Arbeiterschaft eine ganze filtihc von Klagen und Beschwerden vor. Vier Hauptpunkte seien es, über die sich die Arbeiter iröbcfonbere zu beklagen hätten, nämlick Ernährung, Wohnung, Arbeitslosigkeit und Steuerfrage. Reichsminister Tr. Koch erwiderte: Hauptsächlich sei dafür zu sorgen, daß wieder so gut und s» viel produziert werde wie vor dem Kriege. Wenn eine andere Wirtschaftsform mehr leiste die jetzige, werde man dazu übergehen. Zurzeit gehe es allen schlechter als vor dem Kriege. J linset ganzes Wirtschaftsleben leide unter den I >^>lgen des Krieges und den Bestimmungen des Z-ciedensvertrages von Versailles. Tatum bedürfe :S der Zusammenarbeit aller, um Teurschland nniebcr auf die Höhe zu bringen. Unter den vot- . gebrachten Wünschen stehe die Ernähtungsftage otenan. Ten Bauern könnten wir nicht vot- Suremburg wurden Geheimer Obcrfman-rat Vvn Klitzing und Oberbürgermeister Marx-Düsseldorf in Den Aussichtsrat von Oki)cnFirdxnt gewählt. Gleickzzeitia in-icn die BvrslMidSmi.g icbcr bknieral- dircttoi Äoegler, Bergiverksdirelkor shtuiK und Hültendiret.vr, Kliiikcuberg vvn Deulscl^-Luxemburg in den Vvnhrnd von Olelsenkircknm ein lieber die gegenwärtige Lage wurde mit geteilt, daß infolge der Bc.vegung gegen lleberschichten die nwnatlickre Fvtderjiffer vvn rwhleii nneber geringer geworden fei (24 300 Tonnen im Juli gegen 26 500 Tonnen im Juni). Auch durch ben Steuerabzug sei eine Beunruhigung in der Arl»ei:ersct>ift ent aitbat, die ckon zu Teil streik geführt lybe. Die KvtLcw edxm erbrächteu noch befriedigende Ergebnisse. Tie Rehtzahl der Hütten arbeite noch nnt lochtendon Ucbetschüssen. Kurs Kurs Datum: 16.8. 17.8. 5e/0Deut.flriegsanL 79,50 79,50 4°/^Deut.Reichsanl. ■" e ■■ —— « *■ 3"/yDeut.Reichsanl. — , -• •. — 4° n Preuß. Konsols —. — Darmftäbter Bank Deutsche Bank . . . — - — - — Disconto- Gesellsch. 196,50 —. — Dresdener Bank . — _ —» —. — Notionalbank f. D. —. — Mitteld.Creditbank —— - — —. — H.»Ametik.»Paketf. 183,50 181,- NorddeutschetLloyd 173,- — — Boch.Gußstahlwrk. 460,- 456,- D -Luxemb Bergw. 303,25 300,- Gelsenkirch.Bergw. — . — — . — Hatpenet Bergbau 373,- 365,- Obe schl.Liseno.-B. 250,50 239,- Oberschles.Lisenind. — - * Phönix. Brgb.-2lkt. 448,- Dad.Anilin-u.Soda — . — HöchstetFarbwetke 360,- 356,- b 8101id LACTOWERK Gebr.Schredelseker,Horchheim,b.Worms Statt Karten! EiNHORM ??L? HerreoStärkeWhE Vermählte WS Statt besonderer Anzeige. 5 Akte. 8814c 6800 Vertreter: 5 Akte. 5 Akte. Achtung! Achtung! t 1 I Lichtspielhaus Achtung! Achtung! © MichaelBohnen, ErnstReicher 8825c Stella Harf ^iitiiiiin»iiiiiiniiimiitnimiiiiiiijiiiinHniiiimniinnim»n»m»inniu Bad-Nauheim = 8523D Mgemeines Bekanntmachung. = 5 niuiiiiiiiiiDiiiiHiiiiiiiiitiiinitiMihiüihiitiuHiiiiiiiliiiltiilTi Tiiiii 88118 EAFud** Tclegraphm-Bauarnt. 8824V