Nr. W Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezugspreir: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10.80 einschließlich des Bestellgelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech -Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. (1686 Erstes Blatt (70. Jahrgang Freitag, (8. Zmi (920 Gietz« erAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platz- vorschrift 20°/, Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für der Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Vie Maul- und Ulauenseuche. Tas Ministerium des Innern, Abteilung für Gesundheitswesen, veröffentlicht im Regierungsorgan folgende Ausführungen : Tie Maul- und Klauenseuche ist eine Krankheit, die die Rinder, Schafe. Ziegen und Schweine befällt und auch auf Menschen übertragbar ist, insbesondere durch den Genuß unabgekochter Milch von kranken Tieren. Sie wird hervorgerufen durch einen Erreger, der so klein ist, daß er mit den jetzigen optischen Hilfsmitteln nicht erkannt werden kann. Trotzdem kennen toll seine Eigenschaften recht gut, insbesondere wissen wir, daß er außerordentlich leicht übertragbar ist. Tie Maul- und Klauenseuche beginnt mit Schüttelfrost und Fieber; die Tiere fressen nicht mehr, kauen nicht wieder und sind sehr matt treten von einem Fuß auf den anderen und zeigen ost auch Volikartige Erscheinungen. Bald darauf erscheinen im M aul, am Gaumen lauf der Zunge, am Euter und zwischen den Klauen und am Saumband kleinere und größere Blasen, die nach kurzer Zeit platzen und Geschwüre hinterlassen, die allmählich abheilen. Infolge dieser Blasen und Geschwüre geifern die Tiere viel und öffnen ab und Ml das Maul mit einem eigentümlichen schmatzenden Geräusch. Der Verlauf der Seuche ist ganz verschieden: »manchmal verläuft sie so mild, daß die Tiere nach wenigen Tagen wieder fressen und auch wieder Milch geben. Oft aber ist der Verlauf so schwer und bösartig, daß ein großer Teil der Tiere plötzlich .am Herzschlag verendet infolge der durch den Erreger abgesonderten Giftstoffe. Gefürchtet sind bei schwerem Seuchenverlauf auch die Nachkrankheiten, die insbesondere an den Klauen zu schweren Vereiterungen und zum Abstoßen des Klauenschuhs führen Tragende Tiere verkalben sehr oft und bleiben später unfruchtbar. Schon bei gewöhnlichem Verlauf .der Seuche sind die direkten und indirekten Schädigungen unseres Viehstandes außerordentlich groß. Ungeheuer groß und unersetzbar aber werden die Verluste, wenn die Seuche in einer so bösartigen Form austritt, wie in diesem Jahre beobachtet wird. Diese Form bet Seuche wurde zuerst in Oberitalien festgestellt: sie kam dann über die Schweiz nach Elsaß, Baden Bayern, Württemberg und jetzt auch zu uns nach Hessen und ist aus dem Wege nach Nortckeutsch-- land. Cs muß deshalb mit allen Mitteln versucht weden, die Weiterverbweitung der Seuche aufzuhalten. Die Seuche wird nicht nur von Tier zu Tier, sondern auch durch sogenannte Zwischenträger verbreitet. Als solche kommen auch Tiere in Betracht, die selbst nicht an der Klauenseuche erkranken, wie Pferde, Hunde, Katzen, Hühner, Gänse, Tauben und Enten, aber auch Ratten und zweifellos auch die Vögel. Daneben wird die Seuche insbesondere auch durch Personen (Hamsterer, Hausierer, Metzger, Händler, Dienstboten usw.) von Gehöft zu Gehöft und von Stall zu Stall übertragen. Die Zwischenträger übertragen die Seuche insbesondere durch die Füße bzw. das Schuhwerk. Die jetzige außerordentliche Verbreitung der Seuche ist in erster Linie aus die Verschleppung durch den Personenverkehr zurückzuführen, denn der Viehverkehr, der in früheren Jahren die Hauptursache dec Verbreitung war, ist zur Zeit außerordentlich gering. Insbesondere aber die Wanderschafe haben verschie- dentlich die Seuche von Ort zu Ort geschleppt. Auch die Tanzvergnügungen, Belustigungen sonstiger Art, Kinos usw. tragen zur Verbreitung der Seuche bei. Aus dem Obengenannten geht hervor, daß es für den einzelnen Landwirt sShr gut möglich ist, seinen Viehbestand vor der Ansteckung weit- gehendst zu schützen dadurch, daß er den An- stecküngsstoff möglichst aus seinem Gehöft und insbesondere aus seinem Stall fernzuhalten sucht. Dies geschieht am einfachsten dadurch, daß er Leute, die nichts in seinem Stalle zu suchen haben, nicht in denselben hineinläßt und die Personen,^ die im Stalle beschäftigt sind, möglichst in besonderer Kleidung, namentlich aber in besonderen Stallschuhen (zu empfehlen sind die leicht waschbaren und desinfizierbaren Holzschuhe) die Ställe b.-toeten läßt. Vor den Stalleingang ist ein großer Sack zu legen, der ständig mit einer desinfizierenden Flüssigkeit (Kreosinwasser, Lysolwasser und Kalkmilch) getränkt sein muß. Vor jedem Betreten des Stalles sind die Schuhe an diesem Sack gründlich abzureiben. Ein ähnliches Verfahren empfiehlt. sich vor der Haustüre, damit die Personen, die im Hause verkehren, sich ebenfalls vor dem Betreten des Gehöftes die Schuhe desinfizievcn. Gan zbesondere Aufmerksamkeit muß auch dem Geflügel gewidmet werden. Es ist unbedingt notwendig, daß in verseuchten Gemeinden in der jetzigen Zeit am besten überall das Ge- flüget den Hof nach Möglichkeit nicht verlassen kann, weil die Gefahr besteht, daß die Hühner, Gänse und Enten den Ansteckungsstoff mit in den Hof und den Stall tragen und auch das Futter mit dem Ansteckungsstoff besudeln können. Um die Weitecverbreitung der Seuche zu verhüten, ist es weiterhin unbedingt notwendig, daß alle zur Bekämpfung der Seuche erlassenen Vorschriften von den Landwirten und Viehbesitzern befolgt werden, beim auch bei dem jetzigen Seuchengang ist es bewiesen, daß da, wo alle Maßnahmen von allen Interessenten befolgt und kontrolliert wurden, die Seuche auf die Ursprungsherdc beschränkt geblieben ist. Der Ansteckungsstoff wird aus verseuchten Gehöften besonders hmausgetragen aus die Dorfstraße und auf die Feldwege durch Abfahren von Dünger und Jauche. Es darf deshalb aus verseuchten Gehöften aus keinen Fall Dünger und Jauche vor erfolgter Desinfektion und namentlich nicht aus Gehöften ausgefahren iverden, wo die Seuche, wie letzt zweifellos vielfach amtlich festgestellt, verheimlicht wurde. Aus all dem Gesagten geht Her-I vor, daß ohne die verständige Mithilfe der Tierbesitzer und Landwirte eine Bekämpfung der Seuche, nicht möglich ist. Daß diese Mitarbeit der Landwirte teilweise bisher' gefehlt hat, ist um so unbegreiflicher, nachdem feststeht, daß die Seuche ungeheuere Verluste unserem an sich schon reduzierten Viehstand verursacht. In einzelnen Fällen, wie namentlich in Württemberg und neuerdings auch in Hessen, ist festgestellt, daß zu 8 0 Prozent und mehr des ganzen Viehstandes der Seuche zum Opfer fällt. Besondere Aufmerksamkeit erfordert di: Tes- inftktion des Stalles und des Gehöftes nach dem Abhellen der Seuche, und zwar deshalb, well b:i ungenügender Desinfektion das Wiedevaufflammm der Seuche nach wenigen Wochen oder Monaten zu erwarten ist, well die durch 'das Ueberstehm der Krankheit bedingte Unempsängbichkell nur von verhältnismäßig kurzer Dauer ist. Der Desinfektion des Stalles hat eine ganz gründliche Reinigung der Standplätze, der Krippen, der Stallgasse, der Jaucheabflüsse, der Dungplätze, möglichst mit heißem Sodmoasser vorherzugehen. Die eigmtllche Desinfektion erfolgt durch gutes Austünchen mit frisch angesetzter Kalkmilch nach den von dem beamteten Tierarzt gegebenen Vorschriften. Der Dünger muß vor dem Entfernen aus dem Stalle gut mit dünn angerührter Kalkmilch vermengt und dann fest aus den Düngerhaufen gepackt werden. Ebmso ist die Jauche durch Einbringen von großen Men- ßen frisch gelöschtem Kalk und durch nachheriges Ümrühren zu desinfizieren. An Kalk, der übrigens auch ein gutes Düngemlltel ist, soll möglichst nicht gespart iverden. Lieferung der nötigen Mmgen Kalk ist in Aussicht gestellt. Die Behandlung der Maul- Und Klauenseuche ist dem Tierarzt zu übertragen. In neuerer Zeit stehen verschiedene Mittel zur Anfügung, die nach ben bis jetzt vorliegenden Ergebnissen besonders in den schweren Fällen eine wesentliche Milderung des Verlaufs und ein bedeutendes Zurückgehm der Sterblichkeistziffer herbeiführen. Gewarnt wird vor den jetzt vielfach angepriesenen Mitteln und Mittel- chm, die alle mehr oder weniger in g:winnbring:n- der Absicht angeboten und vertrieben werdm und absolut wertlos sind, namentlich auch deshalb, weil dadurch eilte rechtzeitige sachgemäße Bchandlung vereitelt wird. rm. Darmstadt, 17. Juni. Die Bekämpfung der mit entsetzender Verheerung Um sich greifenden Maul- und Klauenseuche war Hauptgsgenstand der Beratung des gestern auf Einladung des Ministeriums dahier einberufenen Ver- sammlung destierärztlichenProvinzial- vereins. Für die Regierung war Obermedizinal- rat Beiling, für die Landwirtschaftskammer Oeko- uomierat Dr. Hammann amvesend. Der Direktor des vet.-path. anat. Instituts der Landesuniversität Gießen, der im Auftrage der Reichsreginung die Seuchengebiete in Württembwg zum besonderen Studium bereist hatte, hielt einen eingehenden Vortrag, aus welchem festzustellen ist. daß die Seuche aus Oberitalien durch die Schweiz hier ein» geführt wurde, daß sie nichts mll L u n g e n s e u che «and Rinderpest zu tu nhat, sondern nur eine bösartige Form der Maul- und Klauenseuche ist. Die Hauptursache der Ausbreitung liege in der Ungenügenden Beachtung der behördlichen Vorschriften und der Gewissenlosigkeit vieler Ti:r- besitzer, besonders auch der Führer der Wand:r- schafherden. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der vom Reich eine besonders strenge Bestrafung für leichtfertige Verbreitung gefordert wird. In der Aussprache wird von Dr. Kranich als vorzügliches Mittel Jodinkarbon empfohlen, das von der Firma E. Merck in Darmstadt her- igestellt, bisher recht gute Dienste g'leistet hat. Es kamen in der Aussprache auch weiter sehr empfch- lenswerte durch Erfahrungen gezeitigte Vorschläg: zur Kenntnis. ma. Bingen, 17. Juni. Mit Rücksicht auf das außerordentliche Umsichgreifen und das bösartige Auftreten der Maul -mb Klauenseuche würben zur Derhü ung der Weiterverbreitung für den ganzen Kreis Bingen cis auf weiteres verboten: Viehmärktx und öffentliche Tierschauen, auch soweit sie aiTberc Gattungen als Wiederkänw und Schweine betreffen; Jahr- itnb Wochenmärkte, auch wenn auf ihnen Vieh nicht gehandelt wird, sowie Kirchweihen; Körungen von Tiei'en jeder Gattung. int. Zweibrücken, 17. Juni. Folgenden aufsehenerregenden Warnungsmf erläßt di: „Pirmasenser Zeitung": Kaust fein Fleisch aus der Umgebung non Zweibrücken, da in dieser Gegend, wie amtlich mitgeteilt wird, die Maul- und Klauenseuche in erschreckender Weis: um sich greift uni) Gefahr besteht, daß Fleisch von an dieser Krankheit gefallenem Vieh hier (in Pirmasens) v:rkauft wird. Es ist in den letzten Tagen vorgekommen, daß Bürgermeister der von dieser Krankheit h Km- gesuchten Ortschaften hiesigen (Pirmasenser) Metzgern kranke Tiere angeboten haben und zwar zu einem Preise von 6 bis 7 Mark das Pfund. Schon dieser niedrige Preis gibt zu den größten B:den- ken Anlaß, und es kann nicht eindringlich genug vor dem Ankauf derartiger Tiere aus dem Seuchm- igebiet gewarnt werden. Durch den Genuß dieses Fleisches können die schwersten Krankhrit'n ent- ffebeit, und es wäre angebracht, daß die zuständigen Behörden die Einfuhr dieses Fleisches untwbinden würden. — » um—......... «gaatnrOT. -- Die Verhandlungen Trimborn;. Berlin, 18. Juni. Die Bemühungen Trim- borns, ein Kabinett aus den drei alten Kvalitionsparteien zu bilden, hatten bisher keinen Erfolg. Die Sozialdemokratie erklärte laut „B. T." daß sie sich nicht an der Regierungsbildung beteilige. Sie würde angesichts der Verhandlungen in Spaa dem neuen Kabinett keine Schwierigkellen bereite, behält sich aber alle Schrille vor. Es könne daher wieder nur eine Regierung der bürgerlichen Par teien in Betracht kommen, an der sich Zentrum, Demokraten und Deutsche Volkspartei beteiligen. Unter diesen Umständen sei der Sitzung der de mo kratischen Reichstagsfraktion von heute vormittag große Bedeutung zuzusprechen. Die Demokraten wünschten ziemlich weitgehende Zusicherungen, daß die Sozialdemokraten gegenüber einer Regierung, in der sie vertreten feien, fick nicht unfreundlich stellen. Nach dieser Entscheidung werde sich Fehrenbach entschließen, ob er feine Bemühungen Weller fortsetze. Sollte der Beschluß der Demokraten für die neue Regierungsbildung günstig sein, so wären damit die Haupt- schwierigkeiten überwunden. Die Ernennung F e h- renbachs zum Reichskanzler wäre dann in kürzester Frist zu erwarten. Ueber die Auffassung in demokratischen Kreisen hört die „Vo 1 kszeitnn g", daß man dort nach wie vor den Wunsch hat, die Tür nach links offen zu halten und die alte Koalition früher oder später wieder herzustellen. Berlin, 17. Juni. (Wolff.) Die Lage der Regierungsbildung ist noch ungeklärt. Nach den Abendblättern scheint der Präsident der Nationalversammlung, Fehrenbach, sich gegenüber der Anregung, die Kabinettsbildung zu übernehmen, nicht mehr unbedingt ablehnend zu verhalten. — Den^ „Vorwärts" zufolge wendet sich Fehrew- bach zunächst an die Demokraten und die Deutsche Volkspartei. Der „Vorwärts" verzeichnet noch eine Meldung, wonach die Demokraten nicht abgeneigt wären, zu versuchen, durch den Abgeordneten Schiffer das Kabinett zustandezubringen. — Die „Vossische Z t g." fafet die vorliegenden, Nachrichten dahin zusammen, daß die Bildung eines auf dem Zentrum und den Demokraten gestutzten Fachministeriums bevorstehe, welches im Herbst den Anschluß nach links anstreben dürfte, um sich aus der mehrheits- sozialistischen Fraktion zu ergänzen, damit würde die alte Koalition wiederhergestellt. Berlin, 17. Juni. (Wolff.) Staatssekretär Trimborn berichtete heute vormittag dem Reichspräsidenten über den Fortgang seiner Verhandlungen. Der Reichspräsident dankte Trimborn für seine Bemühungen, die, wie er hoffe, wesentlich zur Ueberwindung der bestehenden Schwierigkeiten bcigetragen haben. Zurzeit verhandelt bet Reichspräsident mit dem Präsidenten der Nationalversammlung, Abgeordn. F e h c e n - bad), wegen der Uebernahme des Reichskanzleramtes. * Der Kommunist Paul Levi im Reichstag. Berlin, 17. Juni. (Priv.-Tel.) Bei den Wahlen vorn 6. Juni waren auf die kommunistische Partei 438 000 Stimmen entfallen, trotzdem erlangte sie nur zwei Mandate. Im Wahlkreis Chemnitz wurde Heckert, auf der Reick>swahlliste Klara Zetkin gewählt. Wie die „Rote Fahne" beute mitteilt, hat Heckert entsprechend der vorn Parteitag sestgelegten Reihenfolge im Einvernehmen mit dem Zentralkomitee und den Genossen des Chemnitzer Kreises aus die Annahme der Wahl verzichtet, so daß an feine Stelle im Kreise Chemnitz—Zwickau die Genossin Klara Zetkin rückt uitb an ihrer Stelle Paul Levi das aus die Reichswahlliste entfallende Mandat übernimmt. Ein Erlatz öes Reichspräsidenten an die Marine. Berlin, 17. Juni. (WTB.) Der Reichspräsident richtete an die Reichs marine folgenden Erlaß: Die M ä r z u n r u h e u und ihre Folgeerscheinungen führten in der M ar ine zu scharfen Gegensätzen und haben die Erhaltung der uns gebliebenen Wehrkraft zur See ernstlich in Frage gestellt. Mit Befriedigung habe ich daher die Meldung des Reichswehr Ministers empfangen, daß am 31. 5., dem Jahrestag der Seeschlacht am Skagerrak, die Offiziere, die nach Prüfung der Vorgänge als unbelastet befimben wurden, den ihnen zufallenden Dienst ordnungsmäßig wieder aufnehmen konnten. Damit ist die militärische Ordnung in der Marine, wie die gesetzlichen Bestimmungen und Organisativnsvorfchriften es verlangen, wieder hergestellt worden. Allen denen, die in den Unruhtagen zur Reichsversassung und verfassungsmäßigen Regierung standen, spreche ich hiermit den Dank des Vaterlandes aus. Pflicht jedes einzelnen ist es nun, in mrbedingter Verfassungstreue und selbstloser Hingabe an das Bolksganze unter Beiseitestellen alles Trennenden redlich, mitzuwirken, daß treue Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen alle der Marine Angehörigen verbinden zu gemeinsamer, auf Pflichttreue und Manneszucht beruhender Leistung. Soll die Marine ihre Aufgabe erfüllen, so muß sie festgefügt im Innern und von dem einmütigen Willen bffeelt sein, sich rückhaltlos der verfassungsmäßigen Regierlmg unterzuordnen. Die Regelung der Dienstverhältnisse in der Marine ist Sach: des Reichswehrministers und der von ihm eingesetzten Dienststellen. Die Mannschaften müssen sich jeder Einwirkung auf militärdienstliche Augelegnt Hellen enthalten. Der Dienst in der Marin: ist freiwillig. Wer den Dienst auf sich nimmt, muß sich aber verpflichten, die Pflichten, di' ihm die Verfassung, die Gesetze und die Dienstordnung auferlcßen. gewissenhaft zu erfüllen. Sv fordere ich alle Offiziere und Mannschaften auf, die Reihen zu schließen', zu treuer Mitarbeit am Wiederaufbau der Ma-" eine zum Besten des Vaterlandes und feiner- Zukunft. Ter Termin der Konferenz von Boulogne. Paris,,18. Juni. (WTB.) Es bestätigt sich,, daß die Konferenz von Boulogne am 24. Juni stattsinden wird. Außer den Vertretern EnglcurdF und Frankreichs sind Italien, Belgien und Japan eingeladen worden, sich vertreten zu lassen. Keine Vertretung Amerikas in Spaa. Rotterdam 17. Juni. ’ (Wolff.) Das, Staatsdepartement in Washingtow widerspricht, wie der „Nieuwe Rotterdamfche Cou-. rant" meldet, amtlich den Gerüchten, daß Oberst! Honse nach (Europa gegangen sei, uni die Ver- einigten Staaten in Spaa zu vertreten. Unter den gegenwärtigen Umständen würden die V:r- einigten Staaten wahrscheinlich auf der Konferenz nicht vertreten sein. Die Entschädigungssumme. Paris, 17. Juni. (Wolff.) Die Senatskom. Mission erörterte die Festsetzung der deutscher Entschädigungssumme und die demnächst ftattfinbenben englisch-französischen Verhandlungen über diese Frage. In der Debatte wurde verlangt, daß an die Festlegung der deutschen Entschädigung gewisse Bedingungen geknüpft werden müssen. Es müsse eine interalliierte oder internationale Anleihe zustande kommen, deren erste Rate größtenteils dem für die verwüsteten Gebiete geschaffenen Spezialfonds zufließen müsse. Die nächste Rate könnte dann unter gewissen Bedingungen zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands Verwendung finden. Frankreichs Kriegsopfer. Paris, 17. Juni. (Wolff.) Das französische Kriegsministerrum gibt bekannt, daß im Kriege auf französischer Selle 1 358 872 Mann gefallen sind. Darunter sind als verschwunden gemeldet 361 854 Mann. Die Wirtschaftsverhandlungen mit Rußland. London, 16. Juni. (WTB.) Havas. Der ständige Ausschuß des obersten Wirtschafts- r ckl e s und Krassin sind am Donnerstag nachmittag zu einer Besprechung zusammengetreten. Amsterdam, 17. Juni. (Wolff.) „Algemeen Hcnchelsblad" meldet aus London: Krassin soll nach der gestrigen Sitzung des Völkerbundsrates der englischen Regierung bestimmt versprochen haben, die bolschewistischen Truppen würden aus Persien zurückgezogen. Der Bölkerbnndsrat und Persien. Amsterdam, 17. Juni. (Wolff.) Aus London wird gemeldet: Der Völkerbundsrat Nahm eine Resolution an, in der erklärt wird, die persische Regierung appelliere mit R:cht an die grundlegenden Schlichtungspriuzipien der Vol- öerbundssatzung, wenn sie den Völkerbund ersuche, seine Bereitwilligkeit zur Erhaltung der Unverlch- lichkeit Persiens zu erklären. London, 18. Juni. (WTB.) Krass in hatte gestern eine Unterredung mit dem persischen Minister des Aeußern, dem Prinzen Firuz. Amsterdam, 17. Juni. (WTB.) Die „Times" meldet aus Teheran: Der rote vwolli- tionäre Ausschuß Persiens meldet in einer Proklamation die Ausru f ung der Räterepublik in Re s ch t an. Die persischen Bolschewisten gebm in Telegrammen an die amerikanische und fran- zosische Gesandtschaft die Errichtung eines roten Ausschusses und die Abschaffung der Monarchie bekannt. Sie Oroteftierten gegen die fort bauern be Anwesenheit der englischen Truppen in Persien. Eiu Massenmord der Bolschewisten. Kopenhagen, 17. Juni. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus Warschau meldet der polnische General st absbericht: Im Mlli- tärhofpital in Shitomir, wo es der bolschewistischen Reiterei vorübergehend gelungen war, einzudringen, ermordeten die Bolschewisten 6 0 0 verwundete Soldaten, außerdem das gesamte Personal an Aerzten und Krankenpflegerinnen. Das ganze Spital wurde niedergebrannt. Eine japanische Rote an China. Tokio, 16. Juni. (WTB.) Der japanische Minister des Aeußern veröffentlicht nunmehr den Inhalt der am 13. Mai an China gerichteten Note. Darin wird wiederholt gesagt, daß Japan wünfche, Verhandlungen über die Rückgabe von Kiautschau an China einzuleiten und er- flärt, daß Japan zur Rückgabe dieses Gebietes und lur Zurückziehung seiner Truppen bereit ist. Die Note erinnert daran, daß vor dem Versalller Frieden China in die Hebertragung von Schan- tung an Japan eingewilligt habe. Die Rückgabe von Kiautschau an China würde an den Besllm-' mungen des Versalller Friedens nichts ändern. Eine Sinnfeinerschlacht in Irland. London, 17. Juni. (WTB.) Ter Morning Post wird aus Londonderry gemeldet, daß sich am Mittwoch zwischen 200 Sinnfeinern und Anhängern der Regierung eine förmliche Schlacht abspielte, die drei Stunden dauerte. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Amsterdam, 17. Juni. (WTB.) Auf dem Kongreß des amerikanischen Arbeiterverbandes in Montreal 'wurde eine Resolution angenommen, die fordert, daß die militärische Be- falrnng aus Irland zurückgezogen und das Selbst- bestimmungsrecht des irischen Volles anerkannt werde. Die Fk ischpmmgswirtschaft. Karlsruhe, 15. Juni. Eine Haupt- ausschußfitzung des badischen Bauernverbandes beschloß, die Mitglieder des' Verbandes aufzusordern, zum Protest gegen die Beibehaltung der Fleischzwangswirtschaft die Abgabe jeglicher Art Schlachtvieh an die Kommunalverbände im ganzen Lande zu v e r w e i g e r n. Nürnberg, 15. Juni. Der Stadtrat hat heute beschlossen, die von der bayerischen Landesviehstelle neuerdings geforderten hohen Preise für Schlachtvieh abzulehnen, da der durch die abermalige Preissteige-- rung bedingte Preis von 10 Mb. für.das Pfund Fleisch von der Bevölkerung nicht gezahlt werden könne. Entsprechend diesen Be-- fchlüssen werden die im Schlachthof Nürnberg zu den erhöhten Preisen angerechneten und bereits eingetroffenen 300 Stück Großvieh wieder zurückgegeben werden. Der bayerische Städtetag soll angegangen werden, sich dieser Aktion anzuschließen. Ferner wurde beschlossen, vom 1. August an das Fleisch kar- tensyftem aufzuheben. Landarbeiterstreik in Pommern. Köslin, 17. Juni. (Wolff.) Nach dem Scheitern der Tarifverhandl ungen, die für die Landarbeiter im ganzen Regierungsbezirk Köslin eingeleitet sind, sind heute früh auf über 20 Gütern des Kreises Köslin die Landarbeiter in den A u s st a n d getreten. Die Beauftragten des Landarbeiter-Berbandes haben gedroht, ab morgen auch die Schweizer zur Arbeitsniederlegung zu zwingen. Verkauf der Frankfurter Nachrichten. fm. Frankfurt, 18. Juni. Der Verlag der „Frankfurter Nachrichten", des früheren „Jntelligenzblatts" und „Frankfurter Journals" (Verlag I. G. Holzwarths Nachfolger, G. hn. b. H.) ist um einen das Ge- sellschaftskapital von IV2 Mill. Mk. nahezu erreichenden Betrag in den Besitz einer Gruppe von Frankfurter Großkapitalisten übergegangen, die das Blatt in der politischen Richtung der Deutschen Volkspartei weiterführen wollen. An dem Kauf sind unter anderen beteiligt:'Kommerzienrat Häffner von der Firma Voigt und Häffner, Direktor Stenr- pel von der Schriftgießerei D. Stempel, Baw- rat Dr. Köster, Generaldirektor der Maschinenfabrik vorm. Pokorny und Wittekind, Richard Merton von der Metallgesellschaft, und Freiherr von Bethmann vom Bankhaus Gebrüder Bethmann. Warnung vor der Fremdenlegion. Das badische Unterrichtsministerium hat an alle badischen Schulen einen Erlaß gerichtet, in dem unter Hinweis auf die neuerdings sehr rege Werbetätigkeit für die französische Fremdenlegion die jungen Leute in nachdrücklichster Weise gewarnt werden. Dabei wird mit Recht darauf -hingewiesen, daß es vom vaterländischen Standpunkt aus als Ausdruck einer niedrigen Denkungsart angesehen werden muß, wenn . nach all dem Vorhergegangenen heute Söhne 1 deutscher Eltern sich bereit finden, in franV Mischen Militärdienst einzutreten. Hhs dem besetzten Gebiet. Eine Machtprobe der Franzosen in der Pfalz. M ü n cb e n , 17. Juni. lWTB.) Halbamtlich. Die Lage in der Pfalz droht sich zu einer Katastrophe auszuwachsen. Alle Anzeichen deuten darauf bin, daß die französische Besatzungsbehörde die jüngst vollzogene Verhaftung sozialistischer Arbeiterführer zu einer Machtprobe aus- nützen will. In Ludwigshafen sind Trup- penverstärkungcn eingctroffen: starke Patrouillen mit Maschinengewehren durchziehen die Stadt. Harmlose Passanten werden auf Ausweise geprüft. Bekanntmachungen verlangen die Ablieferung versteckter Waffen. Die Verhängung des Belagerungszustandes über die Pfal- wird befürchtet. Am 18. Juni mittags 12 Uhr erwartet die Arbeiterschaft der Pfalz die Antwort auf ihren Protest wegen der Verhaftungen. Dann wird es sich zeigen, ob in der Pfalz der französische Militarismus neue, vielleicht blutige Triumphe feiert, wie seinerzeit in dem Ludwigshafener Postamt, oder ob doch noch die Vernunft und Menschlichkeit den Sieg davontragen. ♦ ma. Koblenz, 17. Juni. Ein hiesiges Ladengeschäft verkauft von jetzt abechteh 0 l- ländische Süßrahmbutter, das Pfund zu 22 M art. Tags zuvor kostete sie noch 33 Mark. Andere Lebensmittelgeschäfte, in denen die Butter twch 33 Mark kostete, gingen dann ebenfalls schnell mit dem Preis herunter auf 22 Mark. Damit haben nun die Hamfterfahrten für Butter wohl endgültig aufgehört. Saarbrücken, 16. Juni. (Wolff.) Die gestern statt ^eiundenen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Bergarbeiterorganisatto uen einerseits und der französischen Bergverwaltung andererseits haben bis heute dahin geführt, daß vom 1. Juli ab die F r a n ken en tl öh- nung im Prinzip eingeführt wird und Abschlagszahlungen sowohl wie die Hauptzahlungen des Lohnes zum 1. August in Franken erfolgen. Die Letansmittelliescrungen werden aufgehoben. Die chryiiichen Gewerkschaften hab.m gegen die Franken- entlölmung Protest eingelegt. Die Verhandlun- geil über die Höhe der Löhne und anderes sollen heute mittag fortgesetzt werden. ... S. 16. Juni. Die französische Mi- lttarbeborde tat über zahlreiche Geschäfte für die Truppen den Boykott verhängt. lieber die Gründe Verlautet rnchts — Wie irrere es, wenn das deutsäie Volk in ferner Gesamtheit einmal den BcMÜott über sämtlicta Waren französischen Ursprungs üertartfli'.c? Tas wäre vielleicht ein heilsames Gegenmittel gegen die fortgesetzte Nadel- fticfajulitit der Franzosen wz. Kaiserslautern, 17. Juni. Der mehrheitssozialistische Abgeordnete, frühere bayerische Ministerpräsident, Hoffmann hat, nachdem er bei der Bürgermeisterwahl in Ludwigshafen ldurchgefallen ist, nm 1. Juni eine Stelle als Voltsschullehrer in Kaisers lautern angenommen, ist alfo wieder zu se teilt ursprünglichen Beruf zurückgekehct. Art» Stadt und Land. Gießen, den 18. Juni 1920. Veranstaltungen. Freitag, 18. Juni: Hotel Einhorn, 8V2U.br, Gastspiel Paul Buchwald neues Programm). — Lichtspielhaus, „Verschleppt" und „Die Liebe der Sklavin". — Lichtspiele, Seltersweg, wie gestern. * LU. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, den 20. Juni, vorm. 11 Vt Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts- Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Es sind keinerlei Plätze Vorbehalten; die Stühle trhen jedem Besucher gleichmäßig zur Verfügung. Die Predigt hält Professor Dr. Schi an. ** Einspruchsfrist für Abstimmungsberechtigte. Der Deutsche Schutzbund teilt mit, daß die Einspruchsfrist für Abstimmungsberechtigte in Ostpreußen bis zum 20. Juni verlängert worden ist. Stimmberechtigte, die den Wahlausweis bis zum 15. Juni noch nicht erhalten haben, tun daher gut, unverzüglich bei der Abstimmungskommission ** Elektrizitätsversorg u n g. Nach einer Bekanntmachung im Anzeigenteil verloren am 31. Mai sämtliche den Stromversorgungsunternehmen von den ehemaligen Kriegsamtsstellen, jetzigen Kohlenwirtschaftsstellen, oder dem Rcichs- Üommissar für die Kohlenverteilung erteilten Befreiungen von der Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Arbeit ihre Gültigkeit. Anträge aus Weitere Befreiung sind mit eingehender Begründung über die zuständige Kohlenwirtschastsstello beim Reichskommissar für die Kohlenverteilung> Abteilung Elektrizität, einzureichen. ** Fahrraddieb ft ah l. Am 17. Juni wurde hier ein in der Bahnhofstraße aufgestelltes Fahrrad Marke „Presto" mit chwarzem Rcchmenbau und gelben Felgen, ohne Schutzbleche, entwendet. Als Täter kommt ein etwa 26 Jahre alter Mensch mit eldgrauer Hose, grünlicher Joppe und Hut in Betracht; vor Ankauf wird gewarnt. Bor einem Schwindler, der feit einiger Zeit in unserer Stadt und auch leider zum Teil mit Erfolg sein Handwerk betreibt, wird hiermit gewarnt. Er gibt sich als Beauftragter des Elektrizitätswerkes aus, der die Zähler nachzusehen habe. Nachdem er die Plomben geöffnet und sich «einige Zeit am Zähler zu schassen gemacht hat, präsentiert er eine Rechnung, die sofort zu b.'glei- cheu sei. Der von dem Schwindler mitgeführte Ausweis ist gefälscht; die Einwohnerschaft wolle nur ölche Ausweise des Elektrizitätswerkes anerkennen, die die Unterschrift des Direktors Stolte tragen. ** B e i der st ä d t. Obst- und Gemüse st e l l e, Macktlauben, kommen morgen Spargel, an Frischgemüse Weißkraut, Wirsing, Blumenkohl, Gelberüben und Gurken, ferner noch Erbsen und Bohnen zum Verkauf. ** Freibank. Samstag, 19. Juni, werden von 1—3 Uhr die Nr. 3651—3700 beliefert. ** Galeotto. „Der große Kuppler", Wie der Untertitel des Films lautet, der zur Zeit in den Lichtspielen, Seltersweg, läuft, ist nicht ein Held im gewöhnlichen Sinne. Der «große Kuppler ist nächt mehr und nicht weniger als die sogenannte öffentliche Meinung mit ihrem Klatsch und Tratsch, die Lästerzungen der es ja ach so gut meinenden lieben Mitmenschen, di: es fertig bringen, zwei Menschenkinder, ursprünglich Vein und ohne FÄt, in fündiger Liebe zu vereinten. Dieser Film ist schon um deswillen besonders sehenswert, weil er sich in seinm Haupt- zügen mit dem gleichnamigen Schauspiel des Spaniers Jose Echegaray deckt, das diesen Winter auch im hiesigen Stadttheater aufgeführt wurde. Ein nataliegrnder und auch sehr interessand:r Vergleich fällt, soweit das „sehen" in Frage kommt, natürlich zugunsten des Frlms aus, während anderseits nicht zu verkennen ist, um wieviel tiefer das g:- f pro ebene Wort das hier behandelte Problem auszuschürfen vermag. Kreis Scholten. nt. Laubach, .18. Juni. Das Gymnasium, welches Graf Friedrich unter großen Opfern gegründet hat, und für welches das gräfliche Haus jährlich einen großen Zuschuß gibt, ist in Gefahr seinen Charakter als Bollgymnasium zu verlieren. Tie drei obersten Klassen sollen eingehen und die Schule wird mit nter-Sekunda abschließen. Der Grund, wesl)alb die Schulbehörde solch eingreifenbe Maßnahmen erwägt, ist die geringe Schülerzahl (noch nicht 80 Schülers und der babuixf) bedingte zu hohe Staatszuschuß. Kreis Friedberg. nt. F r i e dbe rg, 18. Juni. Am Mtttwoch vormittag wurde der Bahnwärter Wilhelm Nei- sel mit einer schweren Kopfverletzung in bewußtlosem Zustande in das hiesige Hospital eingetiefert. Diese Verletzung war ihm von dem Bahnwärter .Hermann Jan ich, der mit ihm zusammen in einem Bahnwärterhaus wohnt, nach einem Wortwechsel mit einer Sense beigebrrabt worden. Neisel, dem die Hirnschale zertrümmert ist, ist Vater von fünf Kindern. Sern Zustand ist lebensgefährlich. Janich wurde in Haft genommen. Starkenburg und Rheinhessen. Brotpreisermätzigung. hl. Darmstadt, 18. Juni Nach schwierigen Verhandlungen des Kommunal Verbandes mit der Reichsgetreidestelle ist es gelungen, Zusage auf eine Verbilligung des für die Brotstreckung noch zu verwendenden Hafermehls zu erlangen. Dadurch würde es möglich, den Brotpreis für gewöhnliches Brot auf dem Lande und in der Stadt sofort um 60 Pf. für den großen Laib zu ermäßigen. Gleichzeitig tounim auch die Preise für Krankenbrot, für gemischtes Mehl und für das an Kranke abzugebende Weizenauszugsmehl herabgesetzt werden. Das I600-Gr.-Brot kostet jetzt 3.60 Mk., das 800-Gr. Brot 1.80 Mk. und 750 Gr. Krankenbrot 2.10 Mk. Ein Kampf mit Einbrechern. — Offenbach a. M., 17. Juni. In der vergangenen Nacht versuchten Einbrecher einen Einbruch in das K r e i s a m t. Sie wurden hierbei von zwei Polizeibeamten überrascht. Als sie flüchteten, gaben sie auf die Beamten mehrere Schüsse ab, die aber nicht trafen. Die Beamten erwiderten das Feuer, wodurch ein gewisser Tobert aus Offenbach 'chwer verletzt wurde. Ein zweiter Täter ent- • tarn. Der dritte Täter, Karl i^raulitz, ver- r“14 hk. Darmstadt, 17. Juni. Die Aussichten der diesjährigen Spätobsternte in Starkenburg lassen sich jetzt überall klar überblicken. Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß uns der Herbst, wenn auch eine gute Mittel - ernte, so doch nicht die reiche Fülle der diesjährigen Frühobsternte bringen wird. Die Zwetschen ver- prechen noch den besten Ertrag. Tie Bäume zeigen hier einen sehr guten Behang, und wenn infolge der Trockenheit nicht allzuviele Früchte vorzeitig ab- fallen, io dürften Zwetsck-enkuchen und Zwetschen- mus.im Herbst nicht aljzuteuer zu stehen kommen. Recht verschiedenartig stehen dagegen die Birnbäume. Biele von ihnen zeigen trotz herrlichster Blütenfülle im Frühjahr jetzt einen recht spärlichen Behang. Sie haben „falsch" geblüht, wie sich der Bauersmann ausdrückt. Andere Bäume beugenjict? schon jetzt unter einer überreichen Fruchtfülle. Für die Aepfel geht das allgemeine Urteil dahin, daß wir auf eine schwache Mittelernte rechnen dürfen. Bei frühblühenden Sorten fiel die Blütezeit in regnerische, falte Tage, so daß die Blüte infolge langsamen Verlaufs den Insekten vielfach Zeit zu ihrem Zerstörungswerk bot. Später blühende Sorten, wie die bekannten Schafnasen, stehen meist sehr gut. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M., 16. Juni. Der neugewählte Bürgermeister Gräf erhielt h:ute seine ministerielle Genehmigung. — Zur vorzugsweisen Der so r gung Frankfurts mit Kohlen hatten sich verschiedene Zechendklegschaften des Ruhrgebietes zu Ueberschichten bereit erklärt. Die Zechenbesitzer lehnten das Angebot ab. Nunmchr laten sich Vertreter der Stadt in das Ruhrgebiet 'begeben, um mit den Zechenverwaltungm durch persönliche Verhandlungen günstige Abmachungen für Frankfurt zu erzielen. — Eine gemeinsame Sitzung des Arbeitsamtes mit den Fachausschüssen behandelte heute das Problem der Ar b ' its- los igkeit. Man einigte sich dahin, die Unterstützungen in produktive Arbeit umzuivandeln. Es soll vorzugsweise die Bautätigkeit in Frage kommen. Die Lage auf dem hiesigen Arbeitsmarkt wurde noch als günftig bezeichnet. mc. Fr ankfur t a. M., 17. Juni. In dem neuen Steuerbukett, das die Bürgerschaft überreicht erhält, befindet sich auch das Unikum einer Dien st boten st euer. Es ist rwrgesehen, daß die Herrschaft für ein Dienstmädchen 100, für zwei 200, für die dritte 500, die vierte und folgende je 1000 Mark Steuer bezahlen soll. ma. Flörsheim, 17. Juni. Billige Kartoffeln gibt es jetzt in unserem Orte. Am Bahnhof wurden Kartoffeln in beliebiger Menge an jedermann, den Zentner zu sechs Mark, abgegeben. Turnen, Spiel und Sport. Turnbund „Lahn-Dünsberg". Zur 10. Bundesturnfahrt waren 625 Turner aus den 3 Bezirken erschienen, um ihre Kräfte im volkstümlichen Wetturnen zu messen. Bundestum- wart Schmidt hatte die ganze Veranstaltung trotz des nicht allzu großen Turnplatzes trefflich organisiert. Das Wetturnen (Freiweit, Freiweit- hoch, Stemmen und 100-Meter-Lauf) lockte viele Turnfreunde herbei. Es beteiligten sich 274 aktive Turner, 147 Zöglinge der Oberstufe und 204 Zöglinge der Unterstuse an dem Weltkampf. Wegen Platzmangel könenn wir nur die Namen der zehn ersten Preisträger jeder Stufe bringen. Aktive Stufe: 1. Preis Ernst Schwalm, Lollar, 2. Karl Scherer, Wieseck und Heinrich Olmotz, Kesselbach, 3. Wilhelm Wehn, Mainzlar, 4. Kgrl Agel, Lollar, 5. Heinrich Frank, Wieseck, 6. Philipp Höchst, Londorf, 7. Karl Häuser, Watzenborn, Karl Gissel, Waldgirmes und Theodor Hirtz, Steinberg, 8. Heinrich Walter, Reiskirchen, August Best, Waldgirmes und August Schmidt, Waldgirmes, 9. Wilhelm Best III., Waldgirmes, Friedrich Weimer, Roth, Heinrich Größer, Großen-Buseck, Wilhelm Von der Heit, Hausen und Heinrich Ruppenthal, Hausen, 10. Wilhelm Hofmann, Alten-Buseck und Wilhelm Bernhard, Wieseck. Zögling-Oberstufe: 1. Preis Gg. Deuker, Garbenteich, 2. Ldw. Wagner, Lollar imd Wilh. Bepler, Kinzenbach, 3. Ldw. Bringe!, Garbenteich, 4. Hrch. Mohr und Hrch. Wagner, Daubringen, 5. Adolf Kolb, Wieseck, Gottfried Speicr, Odenhausen und Leonhard Neidel, Kinzenbach, 6. Otto Keller, Wieseck, 7. Ehr. Amend, Allendorf a. d. Lda., F. Mandler, Kinzenbach und K. Wolf-Argenstein, 8. Richard Winnemann, Lollar, 9. R. Preuschen, Hausen, E. Göbel, Nordeck, Wilh. Hainbach, Kesselbach und Hrch. Orb, Daubringen, 10. Wilh. Leib, Burkhardsfelden. Zögling-Unterstufe. 1. Preis Karl Sommer, Garbenteich, Ludwig Möbus, Burkhardsfelden und Heinrich Walter, Lollar, 2. Ludwig HaaS, Annerod und Ludwig Fabel I., Atzbach, 3. Karl Schneider, Steinberg, Will). Jonas, Londorf, Karl Winter, Launsbach und Heinrich Kalesch, Wenkbach, 4. Willi Christ, Bieber und Wilh. Hahn, Großen-Buseck, 5. Karl Knott, Wenkbach, 6. Otto Kreiling, Wieseck, 7. Karl Bremer, Bieber, 8. Fr. Weller, Atzbach und Karl Hoß, .Kinzenbach, 9. Wilh. Bügel, Garbenteich und Martin Lowenbach, Reiskirchen, 10. Wilh. Bolz, Alten-Buseck. — Fußball. Für kommenden Sonntag, 20. Juni, ist es dem V. s. R. 1900 Gießen gelungen, die beiden ersten Mannschaften des V. f. B. Friedberg zu Freundschaftsspielen zu gewinnen ls. Anzeigenteil. Da die Gäste in ihrem Bezirk an führender Stelle stehen, dürften sehr spannende Spiele zu erwarten sein. — Am 6. Juni spielte in Worms die Ligamannschaft 1900 gegen die gleiche Mannschaft des Fußballvereins Alemania Worms. Nach flottem Spiele mußten sich die hie- figen Elf mit 0:1 geschlagen bekennen. Die Reiul- tate der Jungmannschaften am gleichen Tage sind folgende: V. f. R. 1900 V gegen V. j. B. Gießen V 1: Ö (gewonnen!; B. f. R. 1900 IV gegen V. f. B Gießen IV 0:0 .unentschieden»; B. f. R. 1900 II gegen Wetzlarer Turnverein I 0:0 (unentschieden); V. f. R. 1900 III gegen Wetzlarer Turnverein II 1:0 gewonnen. O Marburg 15. Juni. Ter Turn verein 1860 hat sich mit dem hiesigen Fußball0'rein- 1917 unter dem Namen! „Turn- und Sport- verein von 1860 Marburg" zusam ineng-schbos- fen. Turch den Zusammenschluß ist der neue Verein in Bezug auf seine Mkity'tederzahl an die Spitze des Turugaues Hessen sowie des Bezirks I Ober heften des M. S. V. getreten. Friedb e r g , 15. Juni. Gtt sämtlich der I 75101" igen Jubelfeier der ‘■ie’ie.cn Turnge - Imcinbc wurden mit tem El enbrics des Mittel'.: . 1 .v.-.-P ;v • 1 TurnetD. A. Muller, Aug. Valentin. Tie beiden erstgenannten waren als junge Männer einst an einer Musterriege auf einem Turnfest in Paris beteiligt, Gg. Falck ist außerdem einer der wenigen iroch lebenden Mitbegründer der Deutschen Turnerschaft in Kvburg. Tie Turngemeinde ehrte außerdem eine Reihe verdienstvoller Mitglieder, indem sie sie zu Ehrenmitgliedern ernannte und ihnen entsprechende Urkunden überreichte. Es sind dies die Turner Gg. Gönner, Johs. Hertel, Hrch. Lang, Alb. Stark, Gg. Mate, Fr. Roßbach, Willy Trapp. Gictzcner Strafkammer. Gießen, den 15. Juni. Der Besenbinder August Schtv. von Gonterskirchen wurde wegen Diebstahls eines Beiles zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Wenig Glück hatte der Arbeiter Otto W. von Mainzlar mit seiner Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, das ihn wegen Hehlerei von Heeresgut zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt hatte. Mit Rücksicht auf dir, ertebliche Menge der gehehlten Gegenstände (es handelt sich um die Plünderung der Eifetrbahnwagen auf der Strecke Lollar—Londorf) und die Vorstrafen des W. wurde die «Strafe auf 3 Monate Gelängnis erhöht. Die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein schöffengerichtliches Urteil, das den Architekten Hermann B., den Kaufmann Eduard K. und den Kaufmann Theodor B., sämtlich in Bad-Nauheim, von der Anklage des Sa)leichhandels mit Salvarsan freigesprochen hatte, wurde zurück- gewiesen. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angeklagten einen Handel nicht getrieben haben, Architekt B. vielmehr das Salvarsair im Auftrag und mit Zustimmung dos Militärfiskus an K. ohne Gewinn verkauft hat, der es seinerseits an den noch jugendlichen Kaufmann B. veräußerte. Bon Erfolg war eine weitere Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Schöffengerichts Ortenberg. Dieses hatte den Müller Johann Adam M. von Ortenberg ipegen Tauschmüllerei zu der geringen ©träte von 500 Mk. verurteilt. Die Strafkammer hielt Gewerbsmaßig- keit für gegeben und erkannte wegen des gemeingefährlichen Treibens des Müllers auf 5000 Mk. Geldstrafe. Ter Fuhrmann Johann W. aus Friedberg hatte dort auS einer Russenhütte 52 Pfund Alteisen gestohlen und erhielt dafür als rückfälliger Dieb 4 Monate Gefängnis. Ter Handelsmann Julius Gr. von Vilbel war zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil er eine im Juni 1919 gekaufte Kuh nicht zum Viehkataster angemeldet haben sollte. Aus seine Berufung sprach ihn die Strafkammer frei, weil er heute die Bescheinigung über die Anmeldung vorzulegen in der Lage war. Wegen Tiebstalsts eines Geldbetrages von 250 Mark, V2 Sacks Zwiebeln und Apfelsinen im Gesamtwert von 300—400 Mk. wurde der jugendliche Arbeiter Gottlieb E. von Friedberg zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ter Schmied Karl Gr. von Brauerschwend war wegen Jagdvergehens vom S<Ä>ffengericht zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er war beobachtet worden, wie er mit einem Rehbock auf dem Rücken aus dem Felde kam«, diesen kurz vor dem Ortseingang niederwarf und mit Laub und Reisig zudeckte. Zwei Mitangeklagte, die dies beobachtet hatten, nahmen Den Rehbock weg und stellten zusammen mit einem Zeugen fest, daß das Wild stark schweißte, mithin erst frisch geschossen war. Gr. behauptete ftüher und heute, er habe einen verendeten Rehbock im Felde gefunden, wurde aber durch die Beweisaufnahme des Wilderns überführt und auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Gegen den Aushilfsschaffner Karl P., den Schlosser Gg. Sch. und den Eisendreher K., fämt« lich von Gießen, nxtr Anklage wegen Dieb sta hls und Hehl er ei erhoben. P. hatte Mttbewohnern seines Hauses eine Hose aus ihrer Bodenkammer, die er mit Nachschlüssel ober Dieterich geöffnet hatte, gestohlen. Ende Januar l. I. toaren aus dem hiesigen EiseTÜrehnmagazin mehrere Ballen Tuch und Hemdenstoff sowie etwa 8 Paar Schnürschuhe entwendet worden. Sie fanden sich später größtenteils im Besitze des P., soweit er sie nicht an die Mitangeklagten Sch und K. verkauft hatte. Strafen: Gegen P. 1 Jahr Gefängnis, gegen Sch 2 Monate Gefängnis. K. wurde mangels Beweises freigesprochen. Wegen Wilderns und tällichen Angriffs auf einen Forstschutzbeamten standen die Brüder Heinrich und Ernst Ludwig H. von Espa vor Gericht. Sie hatten ftn Somnrer vorigen Jahres mehrfach in den Gemarkungen Ober- und Nieder-Mörlen gejagt. .waren dabei von einem Fvrstanfseher aus Nauheim überrascht worden und hatten mehrfach auf ihn geschossen, ohne ifpt zu treffen. Die Strafkammer ging über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte wegen der Gemeingefährlich- leit der Angeklagten auf Strafen von 3 Jahren 6 Monaten und 3 Jahren Gefängnis. Wuchergericht. Gießen Den 13. Juni- Tas Wuchergericht verhanoelte gegen den Kaufmann Heinrich Gr. von Rendel wegen Schleichhandels. Dieser war in Vilbel mit einem Wagen angehalten worden, auf dem mehrere Zentner Fleisch verladen waren, die er nach Frankfurt a. M. verbringen wollte. Wegen unberechtigter Fleischausfuhr erhielt er 5000 Mark Geldstrafe. <£eri cbtMaaL Ein Scheidemannprozeß. Berlin, 17. Juni. Sonnenfeld fen., der behauptet hatte, auch ihm gegenüber sei f in?neit von Scheidemann nahestehender Sei^' erflärt worben, daß für die Tö t u n g L ie b k n c ch t S und Rosa Luxemburgs 100000 Mk. von Scheid - mann Sklarz bereitgestellt wurden, wurde mm Landgericht Berlin wegen Beleidigung S:b id- manns zu zwei Monaten Gefängnis und Pnl li': tionsbesugnis im „Vorwärts", der „Freitait", n „Täglichen Rundschau" und der „Deutschm 3n tung" verurteilt. Aus dem Amtsvcrkündigungsblnti. *♦ Das Amtsverkündigungsblalt Nr. 82 vom 17. Ium enthält: Maßnabrnm gegen Wohnungsmangel. — Forderung der Volksbii lw ttaten. — Turnunterricht. — Verkam von Rerchs leite. — Viehseuchen: Maul- und Klauenseuch: in Watzenborn-Steinberg und Obersteinberger-Hof: Schweinerotlauf; Sch^tankatarrh. Berkans " ''erfe. Nach Mitteilung ta- ~b V-rdrtebs- &ntf<5e RmchSsinfe tnfblg-e der sich st'ts veränderten Preise, kein Preisaufdruck ausgeführt. Dies; Bestimmung hat nach Mitteilung der Preis- fprüftmgsstelle dazu geführt, daß verschiedene unlautere Geschäftsleute Reichsseis; aus früheren Zuteilungen zu einem höheren Preis: als vorgeschrieben, in den Handel bringen. Die Preisprüfungs- stellc für Oberhessen hat daher aufgrund des 8 1 der Bekannntmachirng über äußere Kennzeichnung von Waren vom 18. Mai 1916 (RGBl. S. 380) ungeordnet, daß in sämtlichen Geschäften, in welchen deutsche Reichsseife zum Verkauf kommt, an sichtbarer Stelle, im Laden, sowie im Schaufenster, der jeweilige Verkaufspreis der dmtschnr Reichsseife angebracht ist. Der vorgeschrieben-' Verkaufspreis gilt als H ö ch st p r ei s und werden Zuwiderhandlungen, oder Nichtbefolgung der obigen Anordnung, unnachsichtlich zur Anzeige gebracht, sowie die Gcschäftsschließung des in Frage kommenden Geschäftes, wegen Unzuverlässigkeit des Inhabers, beantragt. In Watzenborn-Steinberg ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Es werden neu gebildet: 1. ein Sp.'rrb-zirk bestehend aus der Gemeinde Watzenborn-Steinberg, welche damit aus dem wegen des Ausbruches der Maul- und Klauenseuche in Leihgestern gebildeten Sperrbezirk ausscheidet; 2. ein Beobachtungsgebi't bestehend aus den Gemeinden Hausm und Garbenteich. Es bleiben bestehen die Sperrbezirke Holzheim, Cberstadt, Lich, Dorf-Güll, Leihgestern sowie sowie die anläßlich des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in diesen Orten gebild'tm Beobach- timgsgebiete enthaltend 'die Orte Ober-Hb" ^n, Lang-Göns, Muschenheim, Hof-Güll, Ar - ->, Albach, Steinbach, Langsdorf, Birklar. r'- 3c i* singen, Nieder-Bessingen, Gießen, Gru ibm, Klein-Linden, Grüningen, die Güter . und Kolnhausen. — Die Maul- und Klauenseuche ist struer auf dem Obersteinberger-Hof untrr einer Schafherde festgestellt worden. Der ObersteinbergerHof wird daher zum Sperrbezirk erklärt. Im übrigen gilt unsere heutige Bekanntmachung betreffend Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Watzenborn-Steinberg. S ch weinerot La u f ist unter den Schweineibeständen des Heinrich Kehr IV. zu Treis a. d. Lda. ausgebrochen. Die erforderlichen Sperrmaßregeln sind angeordnet: ferner ist in dem Gehöfte des Wilhelm Reichhardt II. in Rodheim Schweinerotlauf festgestellt worden. Scheidenkatarrh ist unter den Rindviehbeständen der Gemeinde Staufenberg ausgebrochen. Die «erforderlichen Sperrmaßregeln sind angeordnet. Hochschulirnchrrehteir. rm. Darmstadt, 17. Juni. Das soeben erschienene Mitgliederverzeichnis der- T e ch n. H o ch s ch u l e für das Sommersemester 1920 ergibt eine Zahl von 32 ord. und 13 außerordentl. Professoren, 47 Lehrern und Privatdozenten, und 40 Assistenten. Es bestehen hier jetzt 35 Studentenvereinigungen. Die Zahl der Studierenden betrug 2529, darunter 262 Gäste (149 Damen) gegen 2450 im Wintersemester, darunter 456 Gäste (271 Damen). ---- rat. Darmstadt, 17. Juni. Die gestern im Landestheater erfolgte Erstaufführung des Schauspieles „G a s" von Georg Kaiser erlebte. Dank der sehr guten Leistungen der Darsteller einen schö- men Achtungserfolg. Ter Inhalt des Stückes, in roclchem das Problem der unersättlichen Arbeitsund Gewinngi-er die beschauliche Ruhe des Landsiedlers mit einfacher Lebensweise gegenüber- gestellt wird, kam für viele unverständlich, trotz wortreicher Sprache und teilweise dramatischem Einschlag, nicht zur endgültigen Lösung. Ganz hervorragend wurde der Schauspieler Joh. Heinz ausgezeichnet, der den „Milliardärsohn" vorzüglich zur Darstellung brachte. H. verabschiedete sich nach zwölfjähriger verdienstvoller Tätigkeit, um nach Basel überzusiedeln. Vermischtes. dz. Aus der West Pfalz, 16. Juni. Ein ungeahnter Kartoffelsegen ergießt sich seit einigen Tagen über Kommunalverbmrde, Gemeinden und Einzelverbraucher der Westpfalz. In den Zeitungen, durch Ferniprecher und im Straßen- verkaus werden riesige Mengen frei angeboten, wobei der Zentner 30 Mk., aber auch darunter kostet. Ganze Wagenladungen dieser bisher so seltenen Knollenfrüchte stehen auf den Bahnhöfen, besonders an der Saarlandgrenze, umher, vielfach tropfen die Spuren der Fäulnis aus den Fugen der Wagen. Von einzelnen Kommunalverbänden und Bürgermeisterämtern wird die Annahme ganzer Waggons verweigert oder der Inhalt weiter verhandelt. Der freie Hairdel verkauft bereits wesentlich billiger als die Lebensmittclämter. Das Lebensmittelamt Neunkirchen bietet öffentlich Speise- und Futterkartoffeln zu 5—12 Mk. den Zentner an, wobei jede Menge erhältlich ist. Die Angebote werden immer umfangreicher, doch läuft auch viel minderwertige Ware mit unter. Für die Kartoffelbesitzer, die ihre Vorräte zu Wucherzwecken zurück- gehalten haben, sind jetzt schlechte Zeiten angebrochen. Berlin, 18. Juni. Nach einer Meldung des „Berl. Lokal-Anzeigers" aus Budapest Hot ein gewisser Martin Jellinet 450 Millionen Kronen erschwindelt und ist dann mit einem englischen Paß geflüchtet. Jellinet ließ die Nachricht verbreiten, oaß er mit Hilfe von Missionsoffizieren Valuten ins Ausland schmuggeln könne, woraufhin ihm die Millionen anvertraut wurden. Bertrtt, 18. Sinti Wie der „Berk. kLokal- Anzeiger" meldet, soll die Feste Kufstein an ein Wiener Konsortium verkauft und niedergelegt werden. Ter Gemeinderat von Kufstein hat den schärfsten Protest dagegen erhoben. Berlin, 18. Juni. In Weißenbürg bet Wien soll, wie verschiedene Blätter melden, der Dichter Hermann Bahr schwer erkrankt sein. * Meaux, 17. Juni. Die fünf Mühlen von Meaux wurden heute nacht durchs Feuer zerstört. Sie waren im 16. Jahrhundert gleichzeitig mit der Brücke auf deren Talseite erbaut worden und wurden als historische Denkmäler betrachtet. rttrchttche Nachrichten. Israel. Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 19. Juni 1920.Vorabd. 7,45, morgens 8,30, abends 9,00 und 9,40 Uhr. Israel. Religions-Gesellschaft. Sabbatfeier den 19. Juni 1920. Freitag abd. 7,45. Samstag vorm. 8,00, nachm. 4,30. Sabbatausgang 9,40. Wochengottes dienst morg. 6,30, abds. 8 Uhr. ^0fPa,*k’CaS^ I Bad-Nauheim | Lnäwigelrafle 13 mm Telephon 65. Hnnfplrt Rap“ Eine Sehenswürdigkeit! Eis- ä nllUjnu!U Uul getränke, Liköre, Mokkastube. m IhmfnM Mala" tonangebend. Nachmittagstee Es „Uupiull Ululu Gesellschaft!. Veranstaltungen W „Hupfeld Weinstuben" He,ÄÄSne. I „Hupfelds W-Botel" FH IUI ARM KÜNtTLEK- KONZfeRTJ I li Nur noch heute und morgen Der grosse Erfolg jetzt nur 125 M früher bis 300 M :: Schwarze und dunkle prima Tagal-Hüte jetzt nur 95 M. früher bis 200 M. WKNWMKMW GUMWe-WMeM Hocheleg. Tagal- u. Liferets-Hüte, wh.,sarb.,fchw. 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Hypt. 292,000.— Sonst Immobilien v#C 1,652,684.56 abz. Hypt 255,000.— Mobiliar....... AKTIVA Nicht ein gezahltes Aktienkapital ..... Kasse, fremde Geldsor- ten.Couponsu. Guthab. bei Noten- und Ab- rechnungs- (Clearing-) Banken ...... Wechsel und unverzinst Schatzanweisungen . Nostroguthaben bei Banken und Bankf. . Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere .... Vorschüsse auf Waren u. Warenverschiffung. Eigene Wertpapiere. . Konsortial-Beteilig. . . Dauernde Beteilig, bei anderen Banken und Bankfirmen . . , . Debitoren in laufender Rechnung a) gedeckte Jt 222,953,708.92 davon durch börsengängige Wertpapiere gedeckt Jt 149,217,235.70 b) ungedeckte M 125,817,497.17 außerdem Aval-u. Bürgschaftsdebitoren Jl 82,602,873.62 I -5» 105967006 38 50739970202 92157037^31 28587321k? 125844025 12148856— 11862580^7 1935500 348771206 -09 736516 11 9500000 — 1397684 56 1 1121721851 PASSIVA Jt — Aktienkapital . . . . Reserven...... Kreditoren...... 60000000- 9250000— 101910040972 Akzepte und Schecks. 27504928 89 außerdem Aval- und Bürgsch afts Verpflichtungen ...... JC 82,602,87X62 Unerhoben e Dividenden 96907 60 Reingewinn des Jahrs 1919 Jt 5,648,466.62 Vortrag aus dem Jahr 1918 M 124.139.63 5772606 25 K121721851186 Gewinn- und Verlnetrechnnng per 31. Deiember 1919. Unkosten a) Gehälter, Teuerungszulagen, Gratifikationen, Tantiemen und sonstige Geschäftsunkosten b) Steuern..... Beiträge zum Beamtenversicherungsverein des Deut- schenBank-u.Bankier- gewerbes u. zur Pensionskasse der Bank Abschreibungen auf Bankgebäude . . auf Mobiliar . . . . Reingewinn Verteilung: 8% Dividende auf Jt, 60,000,000 ..... Tantieme des Aufsichtsrats ..... Ueberweisung an die Wohlfahrtsk..... Vor trag auf neue Rechnung..... A Gewinn-Vortrag aus 1918....... 1660664730 216184841 Gewinn ausZinsen sowie aus deutschen und fremden Wechseln Gewinn aus Provisionen Gewinn aus dauernden Beteiligungen beiBan- ken und Bankfirmen Verschiedene Gewinne und Mieteinnahmen . 211650741 15572822 13136935, 4800000- 32432432 500000- 148281W 2503985027 12413963 16178315178 801930108 330928,52 378165» 2503985027 In der heute abgehaltenen 65. ordentlichen Generalversammlung unserer Aktionäre wurde die Dividende für das Geschäftsjahr 1919 auf 8°/0 festgesetzt Der Dividendenschein für 1919 kommt mit BI. 24.— für jede Aktie zu M. 300 96.- , „ . , ,♦ 1200 zur Auszahlung. Die Einlösung der Dividendenscheine erfolgt von heute ab. in Frankfurt a. M.. Merlin, Angsbnrg, Baden-Baden, Fesen, Fürth, Gießen, Göttingen, Hanau, Hannover, Hiideehelm. Karlsruhe, Köln, KönlgMberg i. Pr., Magdeburg, Mains. Memmingen, München, Nürnberg und Wiesbaden bei unseren Niederlassungen, sowie bei unseren Depositenkassen und Wechselstuben in Alsfeld 1. II., Biebrich a. Rh., Büdingen, Bnts- bach I. H., Friedberg I. H., Höchst a. M.. Lauterbach 1, H., Limburg a. d. I ., Marburg a. d. L., Neu-Isenburg I. H., Xlen- barg u. W., Offenbach a. M., Schotten I. H., Heizen (Prov. Hannover) und Wetzlar an unseren Kassen vormittags zwischen 9 und 11 Uhr, in Coblcnz und Köln bei der Firma Leopold Sellg- mann, in Hamburg bei der Firma M. M. Warburg & Co., in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anwtalt (Abteilung Becker & Co.), in Meiningen und dotha bei der Bank für Thüringen vormals B. M. Strnpp Aktiengeeellechalt, in München bei den Firmen H. Aufhänger und Moritz Schulmann, in Stuttgart bei der Firma Doertenbach &. Cie. €1. m. b. H.. in Tübingen, Hechingen und Sigmaringen bei der Bank- commandlte Siegmund Well. Die Dividendenscheine sind auf der Rückseite mit dem Firmenstempel oder dem Namen des Einreichenden zu versehen. Frankfurt a. M., den 15. Juni 1920. 6690D Der Vorstand der Mitteldeutschen Creditbank Dr. Katzenellenbogen. Mommsen. Reinhart Wolfensperger. Achtung! Achtung! Haarspange» und Haarpfeile werd, repariert nach deni neuen Verfahren. 010979 Rodbeimer Str. 58 v. [Verschiedenes) Gesangsunterricht (Stimmbildung, Sprech- und Atemteshnik). Ernst Schuchardt, Stephanetr. 11 II. Sprechstunde Montag, Mittwoch und Samstag 12-1 Uhr. O1WW Kaufmann, 23 F. alt, ev, gngen. statll. Ersch., mit tadell. Dergangenb., z.Zr. im SiaatSbelr. tätig, der Luttu.Liebez.Landwirtfch. bot, w auf dies. Wege mit Gutsbesitzerötochl. bezw. LandwiriSt. zw. spät.-Hei- ral bek-z. werd.Sckr.Ang. m. Bild u. Pnsicher. streng. Diskr. u. 010953 a. d. G. A. Franiöelieh.Konvereetion sucht Student zu nehmen möglichst von geborenem Franzosen od. Französin. Schriftl. Angeb. u. 010982 an d. (Siebener Anzeiger. Tätige Beteiligung mit 50-100000 M. sucht Fachm. der Holzbranche. Führe eotL lohn. Svez.- Art. ein. Schriftl. Angeb. u. 010981 an d. Gieb.Anz. Relgnnieehe. Oberlehrer- Witwe, 36J.,LKleinstadt. gesd., verm., sucht Briefwechsel zw. bald. Ehe! Herzensbildung, nicht Vermögen, Hauptbed. Zuschr. nur direkt, nicht anonym, unt H. 9. 0. 756 (6712ÄI an d. Gieß. Anz. ( Vereine | ta'tallscli. Babelsberger und Damenibtetlnng e. V. Samstag. 19. Iuni^o Frankfurter Hof, Baner'sdisrGesaDgvereiii. NächsteSingftunde Dienstag d. 22. Funi. 6702] Der Vorstand. GieWer Hnöertlaö „öaHla“ 1906e.B. Samstag den 19. Juni abends 8'/, Ubr: Hilglietier-VemmmloDg im BootsbanS. T.-O.MainzerRegatta. 6709 Der Vorstand. ©UBenerBaöfaöret- Betfln 1885 e.B. Sonntag den 20. d.M. Fuchsjagd. Ab Karlsruhe 8Nor ötmv Treffpunkt ab lOUHrRest. Philosopdenwald. Der Fabrwart: 6716 K. Lenz. qnoot SamStag. deu 19. Juul Lffizielle Kneipe. Sonntag, den 20. J»ni Ausflug nach Lich. Abf.1.18. Der Vorstand. Nr. KJ Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) ......... .. ........................"»IM ! 1H~1~TTTIBHII III I ■ TmnWTi~l T—- ' ■ -TOTnurHIWI I“ II I ■« Kreitag, (8. Juni P20 Ans Sta-t und Land. Gießen, den 18. Jnni 1920. ** Amtlich e Personal nachrichten. Ueb2rLragen wurde am 8. Juni bjm Le.-rer Jakob Wolf zu A.ckchach eine Lchcerstelle an dec Volksschule zu Ober-Wöllstadt, Kreis Friedberg. Erledigt ist eine mit einem evange.ischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Kefenrod, Kreis Büdingen; dem Inhaber der Stelle kann Organisten-- und Lettocenttenst übertragen werden. ** Aus dem Militärwochenblatt. Stellenbesetzung im n.wn 100 009-Mann-Heec vom 16. Mai 1920 mit Gültigkeit für das Frie densveri'ä.tnis. Rw.-Gr.-Kdo. 2; Abwehroffizier: Hptrn. Henke, Jnf.-Rgt. Nr. 11?, Landes- kommandant für Dessen: Generalmajor Kundt. Befehlshaber der N.ich^we.rbcigade 11. Jnsantertelchuie, 1. Lehrgang: L hrec: Hauptleute K ü ch l e r, Feldart.-Rgt. Nr. 2j, Quade, Jnf.-Rgt. Nr. 168: 2. Lehrgang: Lehrer: Hauptmann Möller, Jnf.-Rgt. Nr. 116. (Die Angabe des Truppenteils usw. hinter den Nam^n bezieht sich auf die letzte Dienststelle vor dem Kriege.) ** Ausgabe dec Einkommensteuer- marken. Die Einkommensteuermaricn werden jetzt von dec Reichsdruckerei hergestellt. Sie kommen durch die Postämter am 21. Juni zur Ausgabe. Sie sind 28 mm breit und 21 mm hoch. Zunächst gibt es in roter Farbe zu 13 Pf., braun zu 50 Pf., grau zu 1 Mk., braun zu 2 Mk., grün fcu 5 Mk., grün mit hellrot zu 13 Mk. und vio.ett mit gelbbraun zu 23 Mk. Später werden solche M 50 und 100 Mk. ausgegeben. Das Bild der einzelnen Marke ist verschieden. Der Werl tritt überall in großen Zahlen hervor. Sie haben außerdem sämtlich die Inschrift „Einkommensteuer" in Fraktur. Die Marke zu 1 Mk. zeigt den neuen Reichsadler. Bei den ersten zu 2 mil> 5 Mk. ist auch der Werl „zwei" und „fünf" in Buchstaben wiedergegeben. Die Marken werden in Buchdruck auf weißem Papier mit dem Wasserzeichen „Bier- paß" hergestellt. Sie werden in Bogen zu 50 Stück «. Für den Ersatz verdorbener Marken und atausch gelten dieselben Vorschriften wie für die Umsatzsteuermarken. Auch die Postanstaltcn in den Abstimmungsgebieten führen die Marken, ausgenommen in der ersten Zone Schleswigs. ** Schwindler. Vor etwa 14 Tagen kam zu einer hiesigen Firma ein Monteur, angeblich aus Düsseldorf, um für eine hier auszufühcende Montage ca. 2 Meter Rohr 2" sowie einige Flanschen gegen sofortige Bezahlung zu kaufen. Einige Tage nachher erschien derselbe Monteur und entlieh eine Kluppe 3/4" und einen Rohrschneider ’/«" im Werte von zusammen 3000 Mk. mit dem Bemerken, daß er sie am gleichen Nachmittag wieder zurückbringen wollte. Dies ist bis heute nicht geschel)en. Zur Erfassung des Schwindlers ist es dringend erforderlich, daß festgestellt wird, wo in Gießen diese kleine Arbeit von diesem Monteur ausgeführt wurde. Wer hierüber irgendetwas weiß, wird gebeten, seine Adresse bei der Expedition des Gießener Anzeigers abzugeben. Kreis Lauterbach. oz. Lauterbach, 17. Juni. Auch in der Gemeinde Reuters ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die «Auche ist durch ein Ferkel des Händlers Konrad Lomp in Maar eingeschleppt worden. Die Gemeinde Reuters ist zum Sperrgebiet erklärt worden. up. Vom vorderen Vogelsberg, 16. Juni. Die langanhaltende Trockenheit erinnert an das Jahr 1911. Nur setzte sie damals erst nach der Heuernte ein, während sie jetzt schon vor ihr herrschte. Die gesetzten Heckpflanzen gehen meist verloren, der größere Teil ist überhaupt noch zu setzen. Die Sommerfrucht, Hafer und Gerste, kann nicht aus dem Halm heraus und keine Rispe und keine Aehre entwickeln. Am nachteiligsten wirkt die Trocknung sür die Kartoffeln, sie sitzen noch teilweise unter der Erde und können nicht heraus. Der zweite Kleeschnitt wird nicht wie der erste werden. Kreis Friedberg. bz. Bad-Nauheim, 17. Juni. Der Blumentag zugunsten notleidender Kinder brachte die Einnahme von über 4000 Mark. Diese Summe ist einem schon bestehenden Fonds der Kveiskinderhilfe Friedberg überwiesen worden und wird somit im ganzen Kreis dazu beitragen, Kräftigungsmittel verbilligen zu helfen oder zu Zuschüssen zu Solbadekuren Verwendung finden. ** Friedberg, 16. Juni. In der zweiten Sitzung der Handelskammer Friedberg für die Koeise Friedberg, Büdingen und Schotten erstattet zunächst Dr. Reimüller Bericht über die Tättgkeit der Kammer seit der letzten Sitzung. Besonders zahlreich waren die Anfragen über Ein- und Ausfuhrerlaubnis von Waren. Die Kammer verwies die Interessenten unter Beifügung dec notwendigen Antragsformulare an die Hessisch? Jndustriestelle in Berlin. Zahlreiche Großhanoels- erlaubnisarrträge wurden der Kammer vom Kreislebensmittelamt übersandt und gutachtlich erledigt. Aus einem hierauf von Dr. Reimüller weiter erstatteten Berich über die wirtschaftliche Lage im Handeskammerbezirk während des vergangenen (Bered? tsiaal. ab; Vörsenknrse !B erlitt 150, | 278, 280. 287, 243,50 350, 213, 215, 222,50 223, 16.6. a m Am 208. 178, 454, 345, 275, 17.6. 14,35 7,22 15,75 12,50 Wien (altes) Deutsch. Oesterr Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel 26,09 85,40 21,97 317,15 689,30 659,35 859,10 174,80 221,75 156,30 39,45 305,70 711,75 646,85 Kurs 17.6. 79,75 Zürich . . . . Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. . Wien 317,85 600,70 660,65 860,90 175,20 225,25 156,70 39,55 306,30 713,25 648,15 317,15 684,30 619,35 849,10 177,30 224,- 154,55 39,07 304,70 709.30 654,35 265,50 177,- 144,50 158,- 188,- 4—6 Monaten aus. Am dritten Verhandlungstage des großen Prozesses wurde mit einer fldnen Mittagspause von acht Uhr früh bis in die zehnte Abendstunde verhandelt. In drei Gruppen hatten sich diesmal 51 Angeklagte zu verantworten. In diesen Prozessen handelte es sich um Ott, Pfeffer, Margarine, Schokolade, Kaffee, Zigarren und Zigaretten, ferner um eine beträchtliche Menge Schuhsohlen und Stoffe. Die Bahnvern>altllrng hatte 2V2 Millionen Mark Schadenersatz zu leisten. Es wurden am gestrigen Tage bis zu 9 Monaten Strafe ausgesprochen. Die Verhandlung dauert fort. Geld Brief 17.' Juni Kurs 16. 6. 79,75 73,60 66,10 74,- 155,- 279,25 207,25 178,50 144,50 159, - 186,50 179,87 262,75 282,- 301,50 291,- 196,- 243, 414,- 450,- 346,- 284,50 174,- 397,- 214,50 250,- 226,- 86,75 300,- 685,70 650.65 850,90 177,70 224,50 154,95 39,17 305,30 710,70 655,65 26 J 5 85,60 22,03 Kurs 16.6. 79,75 handel. Die Kohlenprodultion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kvhlenproduktton des Landes Hessen weist für den Monat M a i 1920 folgende Zahlen nach. An Rohbcaunkoh en wurden gefördert 40 988 To., verkauft wurden davon 18 825 To.; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weit wen Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereipwdukten 'wz-engt: 228 Tonnen Braunkohlenbriketts, 1920 To. Naßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 1519 Tonnnen Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 9469 To. Rohkohlen, 21 To. Briketts, 2156 To. Naßpreßsteine, zusammen 11646 To. Braunfohlen und Braunkohlenprodutte im Gesamtwerte von 1 714 300 Mk. Markrrotieruugen. Datum: Devisenmarkt. Geld Brief (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Dr. Mayer lehnt ab i Berlin, 17. Juni. (2MB.) Der deutsche Ge- schäftsttäger in Paris, Dr. Mayer, hat auf eine Anfrage des Reichspräsidenten, ob er bereit stt, das Amt des Reichskanzlers anzunehmen, unter Hin- iveis auf die Wichtigkeit seiner gegenwärtigen Ausgabe in Paris geantwortet, daß er die Berufung a blehne. Der französische Senat und die Ausführung der FricdenSverträge. Paris, 17. Juni. (WTB.) Die Senatskommission beschloß, dem Ministerpräsidenten Ab- Kurs 17.6. 79,75 74,- 65,60 73.40 155,— 280,- 207,25 177,25 144,50 151,- 184,50 177,75 262, - 279,- 299,75 283,- 191,25 240,- 409,- 450,- 343,50 275,25 174,- 381,- 213,50 253,50 334,50 84,25 291, — Tahtm: S’A.'Deut.Jteieqsant 4<70Deut.9\e:d)sanl 3°^Deut.Re chsanl. 4% Preuh. fionjots Darmstädter Bank Deutsch« Bank. . . •Disconto» Besellsch. Dresdener Bank. . Nationalbank f. D. Mitteld.Creditbank H.-Amenk.-Paketf. NorddeutscherLloyd Boch. Gußstahlwrk. D.-Luremb-Bergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschl. Eisend.. L Oberschles.Eiseninb. Phönix.Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda Höchster Farbwerk« Elektr. A. E. (8. . . Schuckert-Werk«. . FeltenScGuilleaum« Daimler Bud.-Etsenw.-Akt. Adlerwerk« ... . 4°/0 Hess. Saatsanl. Electron Gri«h«tm Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn: 17 Grad R. 26,34 26,40 87,15 87,35 22,09 22,15 . 7,95 . 15,25 . 11,75 . 120,- Berlin, 17. Juni. Börsenstimmungs- bild. Kennzeichnend für den heutigen Börsenverkehr war die auf alle Umsatzgebiete sich erstreckende Abschwächung, die beim Fehlen dringlicher Angebote allerdings besonders erhebliche Kursrückgänge nicht zur Folge hatte. Auch waren dagegen einzelne Besserungen zu verzeichnen. So stellten sich Thaler Eisenhittte 71/2 Proz. höher und am Bankattienm-artte zogen Deutsche Bank, Diskontogesellschaft unb Dresdner Bank etwas an. Im Verlaufe trug auch die Ablehnung Dr. Mayers, die Kabinettsbildung zu übernehmen, zur Verstimmung bei, was in einer weiteren Einschränkung des schon recht stillen Geschäfts zum Ausdruck kam. Am Montanmartt verloren Phönix unter Schwankungen 9, Bochumer 6, Lothringer Hütte 3 Prvz. Elberfelder Farben büßten 6, Höchster Farbwerke 4 Proz. ein. Petroleumaktien stellten sich zum Teil gegen die gestrigen Notierungen höher, wiesen aber im Vergleich zu den aus Frankfurt gemelbeten Kursen einen Rückgang auf. Vom Anlagemarkt sind nur vereinzelte Kurs Veränderungen zu berichten. Die Börse schloß befestigt, da die anfangs nicht unerheblich ermäßigten Devisenkurse späterhin wieder anzogen. Frankfurt a. M., 17. Juni. Bör senkt i m m u n g s b i l d. Die Abendbörse verlief ruhig. Die Fortdauer der inneren Krisis übte im allgemeinen nur insofern einen größeren Druck aus, als das Geschäft auf den meisten Gebieten sehr bescheiden blieb. Schantungbahn gingen 625 um, konnten sich später befestigen bis 630. Oesterreich. Staatsbahn lagen schwach 218, minus 10 Proz. Bankaktien fest. Berliner Handelsgesellschaft zogen 2'/z Proz. an, 208. Montan Papiere behaupteten den Kursstand, Mannesmann mit 338, 4 Proz. höher. Bad. Anilin sind 5 Prvz. gebessert 454, dagegen gaben Farbwerk Mühlheim 4 Prvz. nach 1235. Schuhs. Wrgust Wessels 212, plus 2 Prvz. ** Die Millionendiebstähle Mannheimer Rangierbahn Hof. 2. Verhandlungstag halten sich 44 Angeklagte vor der Straffammer zu »er antwort en. Neben Stückgütern, wie Wein, Zucker, Margarine, Schuhe, Schokolade, bildete ein Hauptpunkt dieser Anklage die Beraubung eines Wagens mit Sekt. Die Straffammer sprach an diesem Tage Strafen von Frankfurt Abend- Avend- Schluß- Schluß- Datum: Amst-rvam - Rotterd. Brüssel-Antwerpen . Ehristiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Zta.ien London New°7)ork .... . Paris Schweiz Spanien Zellstoff Aschaffenburg gaben 83/< Proz. auf 310 nach Es notierten ferner Daimler 215, plus 1, Vereinigt. Oeliabriken 222 (minus 8 Pwz.), Allu- mulatoren Berlin 400 (minus 5 Pcozll. Otari Minen sowie Genußsch in: flehten sich mäßig höhe^. Deutsch Petroleum 63o bis 628. He ö >urg 289. Mexikaner gut behauptet. An der Nachoörte Sclwn- tnngbahn um wettere 4 Proz. gebelfert 631. 5pi0j. Reichsanleihe 793/<. Essen, 16. Juni. (Wolff.) Die Firma Thyssen in Hamborn, die das Mutungsrecht an der westholsteinischen Küste bei Husum besitzt, hat laut Deutscher Bergwerkszeitung mit den Vorarbeiten zur Ausbeutung des Braunkohlenlagers bei Drelsdorf begonnen. Der Umfang des Braunkohlenlagers wird auf etwa 1 Million Kubikmeter Braunkohle geschätzt. Die Schicht Braunkohle beträgt 2,60 bis 3 Meter. Berlin, 17. Juni. Verschiedenen Blättern zufolge bestätigt es sich, daß Verhandlungen zwischen einem russischen Konzern und einer deutschen Bank über die Gründung einen neuen, deutsch-russifchen Bank schweben. Frankfurt a. SOL, 18. Ium. 16. Juni 1428,60 1431,40 1393,60 1396,40 - ----- ----- 317,85 kommen, deren erste Rate größtenteils dem für die verwüsteten G bi t? gescka fenen Spezialnw.-s zufließen müßte. Die nächste Rate könnte dann unter gewissen Bediniung-m zum wi ftchaft chn Wieder» aufbau Deutschlands Verwendung ftnXm. Aus dem Tschechenparlament. Prag, 17. Juni. (WTB.) In Fortsetzung der politischen Debatte über die Regierungs'rklä- rimg sagte Senator Dr. Jessen ldeutschnatio- Haler Sozialist) das böhmische Problem sei kern inneres, sondern ein Weltproblem. Seine Parteigenossen wollten, daß die alte Wirtschaftsgemeinschaft, die vor dem Kriege bestand, wi.cher her- gestellt werde, weil sie auf das Wirtschaftsgebiet des alten Oesterreichs angewiesen se-ien. Die Deutschen seien zur Mitarbeit bereit. Wenn man sie aber haben wolle, müsse auch auf sie Rücksicht -genormten tverben. Wir wollen einen Völkerbund, eine Umgestaltung ganz Europas, eine Gruppe befreundeter Staaten. Auch in Amerika und in Italien, sogar in Frankreich mehren sich die Stimmen für eine Revision der Verträge. Es ivird auch den anderen Völkern immer klarer, daß das größte Pfusch werk in der Welt dte Friedensverträge sind. Wir wollen mit Ihnen arbeiten. Wir bieten Ihnen die Hand zum Frieden. Wir wollen eine zentraleuropäische Politik. Mer wir hüllen dte alten Fehler nicht wieder erneuern, sondern wir wollen eine Interessengemeinschaft, die auf gegenseitiger Hilfe beruht. Einspruch gegen die Pres'ekneblrmgen im besetzten Gebiet. Düsseldorf, 17. Juni. (WTB.) Im Hiw- blick auf die durch dte Besatzungsbehörde erfolgtem Verbote von Zeitungen im besetzten Ge-> biete, dte mit der Veröffentlichung unfremidlichev Artikel über dte schwarzen Truppen begründet wnr- den, beschloß der Verband rheinisch-westfälischer Presse folgende Erklärung: Der Vorstand des Verbandes der rheinisch-westfälischen Presse erhebt Einspruch gegen die Kneblung der freien Willensäußerung, die durch das Vorgehen der Obersten Rheinlandskommission gegen eine Anzahl von Zeitungen im besetzten Gebiet durchgeführt wird. Die rheinisch-westfälische Presse ruft die Aufmerksamkeit der Presse der Welt gegenüber der Schmach auf, die der iveißen Rasse zugefügt wird, durch 'die Verbrechen schvarzer franzö ischer Trup- ben im besetzten Gebiet. Es ist die Pflicht aller unabhängigen Journalisten, dte Verbrechen der Schwarzen wahrheitsgetreu zu schildere und das Gewissen der kulturell hochstehenden Nationen wachzurufen zur Sühne vergangener und zur Verhütung neuer Verbrechen. Eine neue französische Willkürverhaftung. Wiesbaden, 17. Juni. (WTB.) Eine nent aufsehenerregende Verhaftung ist hier erfolgt. Der erste Vorsitzende des Rheinischen Mieterichntzver- bandes, Direktor E. A b ig t, nxirbe von den Franzosen oerhaftet unter der Beschuldigung, einen Brief politischen Inhalts an den preußischen Ministerpräsidenten gesandt zu haben. Der Brief ist durch eine grobe Indiskretion aus den Akten des Regierungspräsidenten verschwunden und den Franzosen in die Hände gespielt worden. In der Bevölkerung Wiesbadens herrscht über diese Maßnahme der Fran- zosen große Erregung. Man erwartet, daß die Re- igierung baldigst Maßnahmen zur Befreiung deS Verhafteten trifft. Die Bolschewisten am Schwarzen Meer. Teheran, 17. Juni. (WTB.) Die bolschewistischen Streitkräfte, die in E n s e l i landeten, bestehen aus einem Armeekorps- verstärkt durch ein kleines Geschwader Flugzeuge und Kavallerieabteilungen. Die Stadt und Umgebung wurden besetzt. Die bolschewistischen Schiffe steuern mit ungefähr 15 Kreuzern direkt auf Baku zu. Die Kämpfe in Kleinasien. Paris, 17. Juni. (WTB.) Der „Temps" berichtet, daß ein f r a n z ö s i s ch e s Bataillon, das die Stadt Bezanti in Sy- lizien besetzt hatte, auf dem Versuche, sich nach» der Küste durchzuschlagen, in der Nähe von Adana sich den Türken ergeben mußte, da ihm die Munition ausgegangen war. änderungsvorschlägezu dem Wortlaut imb Sinn des französisch-eng.i chcn Abkommens über die Gebote des ehemalig tüik.sche.i Kaiserreiches zu unterbreiten. Ferner wurde beschloß en, auf Grund der Abkommen von 1917, 1918 und 1920 dte Beziehungen zwisch n den Alliierten und den im früheren türkischen Gebt te Klemas! n^ und Syrien neu cntfianDen.n R g ecungen aufzuneh- men. Die Kommission erörtert ,oDann die Fe st- setzung der deutschen Entschädigungssumme und die demnächst statts:m enden englisch-französischen Verband unweit über biete Frage. In der Debatte rouro' otr angt, daß eine Festlegung der deutschen Entschädigung an gewisse Bedingungen geknüpft werv.n müje. Es mülle eine internationale Anleihe zustande Jahres ging hervor, daß sowohl dte Industrie trotz I des Mangels an Rohstoffen als auch dec Handel relatw gut beschäftigt waren und dasstalb auch! Arbeitsloftgteit im £)anbei5tammerb zitt kaum zu uemerten war. Der Syndikus R-chtsanwalt und Notar Stahl beuchte; in einem längeren Resecat über die Bertretcroespvechung hes rsch.r Handelskammern am 29. April in Frankfurt, lieber die Frage, zu welchem Bezirk der Handels kam mec- dezirk Friedberg bei der Wahl zum B^irkswirt- schastsrat gehröen müsse, wurde besch.ojsen, in gemeinsamer Sitzung mit der Handelskammer Gießen zu braten und das Ergebnis btt der nächsten V.'rtrtteroesprech ng dec Hess. Handelskammer.i am 2?. Ma: gi leg ent ich der Erörterung dieser Frage b kanntzugeben Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1920/2 1 wurde ansgesteift und gen.hmigt. — Zum Vorsitzenden der Kammer wurde Herr Kommerzienrat Langsdorf, zum 1. stellv. Vorsitzenden Herr Ph. Millner, zum 2. stellv. Borsitz-.'nden Herr L. Fertsch gewä lt. Ferner wurde zum Rechner Herr E. Rothschild gewählt. Die Grskin. Roman von G. W. App le ton. kNachdruck verboten.) Fortsetzung 59. Ich war für einen Augenblick starr vor Erstaunen; dann eilte ich lauf den Bahnsteig, wo ich meinen Gepäckträger beottts nach mir Ausguck hallen sah. Dort blickte ich scharf um mich und gewahrte sie ein paar Meter von mix, wie sie sich mir rasch näherte. Einen Augenblick später wir sie vorüber. Sie unterhielt sich, wie mir schien, ziemlich aufgeregt mit dem Marguis. Sie sckh mich wohl — davon war ich überzeugt —, über tn ihren Augen las ich kein Zeichen des Wtederertennms, unb im nächsten Augenblick war sie in dem Mteil neben dem meinigen verschwunden. Eine Zofe und ein Lakai folgten ihr mit em paar Gepäckstücken, und bevor ich mir recht bewußt war, was sich ereignet hatte, ertönte ein Pfiff, eine grüne Fchn> wurde geschwenkt, ich sprang in mein eigenes Abteil, unb der Zug setzte sich in Bewegung. Es ist nicht nötig, meine Gedanken unb Gefühle während der Fahrt nach Folkstone näher p beschreiben, da leicht zu erraten ist, womit sie beschäftigt waren. Bei unserer Ankunft goß es in Strömen, und ich sah die Gräfin über die Planken huschen unb in den Salon verschwinden. Ich selber Verfügte mich sofort in don Rauchsalon unb bestellte mir einen steifen Grog, den ich, tote ich fühlte, jetzt bringenb benötigte. In Boulogne sah ich sie wiederum und merkte mir den Wagen, den sie besti'g. Ich hätte letzt Gelegenheit gehabt, sie anzufrechen, du der Marquis mit den Zollbeamten beschäftigt war, aber ich hätte mich ihr um alles in der Welt nicht nähern mögen. In Amiens wiederum kam ich am Fenster ihres Abteils vorüber, als ich mich zum Büfett begab, aber ich wandte den Kopf nicht um eines Haares Breite nuch ihrer Richtung. Währerib des Restes unserer Reise hxtr ich höchlich gespannt daraus, was sich bei unserer Ankunft am Niordbähnchof in P-aifts ereignen würde. Würde sie mir irgend ein Zeichen geben? Bn unserer Ankunft verließ ich eilen.ds den Wagen und wartete stockstill die weitere Entwickedmg ab. 9Fbcr es tarn niemand. Ein Herr und eine Dame auf dem Bahnsteig begrüßten sie und den Marguis sehr lebhaft. Dann verließ die g-anze Gesellschaft den Bahnhvf. Ich folgte ihr in gebührlicher Entfernung unb sah, wie sie eine prachtvoll ausgestittete Equipage bestiegen, die rasch davonrollte. „Ties geht," sagte ich mir, intern ich eine Phrase aus dem Wörterschatz des würdigen Herrn Mimms entlich, „noch über das Bo'hnenlieo!" Meine Ucberiegungen wälrrnid der letzt.n Stunden hatten mich indes zu der Neberzeugnng geführt, tertz sie sich ihren eigenen Plan zurechtgelegt hatte und danach handelte und ihn auch yu jedermanns Zufriedenheit durchführen toürce. So beschränkte ich mich forgfältig darauf, die weitere Entwickelung geduldig abgunxrrten. Tatsächlich blieb mir auch gar nichts anderes übrig. Ich bestieg mm sofort eine Droschke, fuhr zum Lyoner Bahnhof und gab daselbst mein Gepäck ab. Der DurchgangHug nach Rom fuhr um halb elf llhr ab. Sv blieben mir eine ganze Reih' von Stunden zu meiner Verfügung. Ich speiste etwas zerstreut, aber vorzüglich im Gafs Anglais. Ta das Wetter sich wieder zum Bessern gewandt hatte, schlenderte ich die Boulevards hinunter, besuchte da und dort ein Eafö, unb um zehn Uhr fünfzehn traf ich wieder auf dem Lyoner Bahn- l)vs ein. Dort erblickte ich vor meinem Schlafwagen dieselbe Gruppe wieder wie auf dem Nvrbbahnhof. Absichtlich ging ich langsam vorüber, holte mem Handgepäck.ab und ließ es in einen Rancherwagen tragen. Ich habe noch genügend Zeit vor mir, dachte ich, mir einen Schlafplatz zu sichern. So blieb ich auf dem Bahnsteig stehen unb schaute zu, wie meine Bekannten sich verabschieden: b„nn bestiegen die Gräfin und ihre Zofe den Zug. Ick toollte schon in mein eigenes Abteil steigen, da näherte sich mir ein Beamter, grüßte und händigte mir ein Briefchen ein. Das Abfahrtssigna, ertönte, als ich in den Wagen sprang. Dann riß ich mit zitternder Hand den Umschlag auf uno las: Cher ami! Man muß bisweilen vorsichttg fern. Da Sie meine Hilfe in Rom brauchen werden, f-chre ich via Turin, Genua und Pisa dorthin. Mcw w, beim Lunch, werden Sie im Speisewagen Gelegenheit haben, mich zu sprechen. F. Eine starkes Gefühl der Erleichterung und dann eine freudige Zufriedenheit durchdrangen beim dieser Worte mit einem Male mein ganzes Sem. Glücklicherweise benützt sie dieselbe Route tov» ich, dachte ich. Und loas sie für ein slxes, schneidiges 2Beib ist! Wie ste das klug angezettelt hat! Bei Gott, es gibt Dein zweites Weib auf Erden, das ihr gleichtäme! Eine Stunde oder noch länger beschäftigten sich meine G-edanten in dieser närrischen Richtung. MS ich zwei Zigarren geraucht hätte, begab ich mich durch eine Reihe von Wagen zu meinem Schlafplatz, wo ich bald von den schönsten Träumen umgaukelt war. Am anderen Morgen ernxrchte ich erst um neun Uhr und erfuhr vorn ©dMiffncr, daß wir uns Ehambert) unb dem Mom-EeniS Tunnel näherten. Tabea' ließ ich mir eine Tasse Kaffee bringen imb kleidete mich nachher in aller Gemüttichteit an. Tann begab ich mich wieder in den 91.11!drrnxigm, jünbete mir eine Zigarre an und vertiefte rauf) in ein Buch, so daß die Zttt ziemlich mfd) verstrich. (Fortsetzung folgt.) StaHer z» § 18. Nachweisung der von Firma (Bewürbe usw.)---- in------------ an die SteuerhedesteSe in ... am-------------— 192 abgeBeferten Einkommensteuer. Nam«, Wohnort = ® "5 Vorname Straße unb ^3 ® und Stand Haus-Nr. J § E = 2L q des Att>eitnehmers ° ____________________I * 4 1 2 3 4 Bemerkungen (Jetzige ob« seitherige Steuer. nummer nfw.) Die Einzahlung ist erfolgt *): in bar auf das Post, schcckkonto Summe:, Nr — auf das Konto bei der Dank (Name evtl. Zweigstelle brr Bank) Die Richtigkeit der Nachweisung bescheinigt , den 192 (Unterschrift) ............. Den Empfang von Jt L(m Worten) —.......... ------------------------- bescheinigt —......, den 192 - Finanzamt Steuer hebestell«. *) Nichtzutreffendes ist zu durchstreichen. Vorstehendes wird zur Kenntnis gckracht. Gießen, Butzbach, Grünberg. Hungen, den 16. Juni 1920. 6565V ie Finanzämter. Bekanntmachung. Installateur Peter Walther, dahier, Kaplans- gasse 23, ist zur Ausführung von Entwassernngs- anlagen gemäß §16 der Polizeiverordnung, die Ent- wäfferung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend, vom 1. August 1904 zugelassen worden. 6705B Gießen, den 15. Juni 1920. Der Oberbürgermeister. I. V.: K r e n z i e n. Sehördlichr Anzeigen Ttenstoerhältnrs — für den während des ent- 6677V 6676V die für das Rechnungsjahr 1920 vorläufig zu ent* tärM werden, wird weg« rit ben in den einzelnen Gfcr Steuereinnahmen ver Steuerhinterziehung mit — ------ setzen hierfür angedrvhten Strafen bestraft. Der Mindestbetrag einer Geldstrafe ist, soweit fern Tie Ausstülung der Stenerkarten kann von ber Gemeindebehörde auf Antrag auch Arbeitgebern ärerlffifert werden. . Arbeitnefonern, welche das rnery^ntr Lebens- noch nicht irülendet haben, find Steuerwarten nutzt auszustellen. (Dies ist für das unterzeichnete Landesfinanzamt erfolgt.) § 13. Mit der Einzahlung, die spätestens bis zum 10. des auf die Lohnzahlung folgenden Monats erfolgen muß, hat bei Arbeitgeber jeder nach § 12 zuständigen Steuer Hebestelle eine Nachweisung nach unten folgendem Muster in doppelter Ausfertigung einzureichen. Die zweite Ausfertigung kann im Wege des Durchpauseverfahrens ober durch sonstige Vervielfältigung hergestellt werden, muß aber gut leserlich sein. Die Spalten 2 und 3 der Nachweisung sind von dem Arbeitgeber auf Grund der Angaben des Arbeitnehmers auszufüllen. Die Richtigkeit der Nachweisung ist von dem Arbeitgeber ober von seinem, der Steuerhebe- stelle gegenüber bevollmächtigten Vertreter zu bescheinigen. Die Steuer Hebestelle prüft die Nachweisung und gibt eine Ausfertigung mit Empfangsbescheinigung zurück. Das Landesftnanzamt ober im Fasle des § 12 Ms 2 das Finanzamt kann gestalten, daß die Einzahlung nach Äbs. 1 erst innerhalb bei ersten 10 Tage nach Manf eines Kalender Vierteljahres erfolgt. § 14. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer auf dessen Verlangen monatlich und bet Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Bescheinigung über den ausgezablren Lohn und den einbehaltenen Betrag auszustellen. § 15. Die im Rechnungsjahr 1920 zu Lasten eines Arbeftnehmers einbehaltenen Beträge werden Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 14. Juni 1920. Der Oberbürgermeister. I. B.: Kreuzten. Lich, den 15 Juni 1920. .hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. ist heute bei der Firma Wilhelm Dietz in Lich eingetragen worden: Das Geschäft nebst Firma ist unter Ausschluß der in demselben begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf Hermann Volkmann in Lich aber» gegangen, der es unter der Firma Hermann Volkmann, vormals Wilhelm Dietz in Lich weiterbetreidt. Der Hermann Dolkmann Ehefrau, Minna geb. Schneider in Lich ist Prokura erteilt. richtende Einkommensteirer zugegangen ist. Die im Rechnungsjahr 1920 über bte vorläufig ober endgültig geschuldete Einkommensteuer hinaus einbehaltenen Beträge werden erst nach der endgültigen Veranlagung für das Rechnungsjahr 1920 bar erstattet. Der Erlaß der Bestimmungen über die nach endgültiger Veranlagung für dos Rechnungsjahr 1920 wizunehmende Anrechnung und Erstattung ernbeffottener Beträge bleibt Vorbehalten. IV. Schlußbestimmnngen. § 18. Bor endgültiger Veranlagung für das Rechnungsjahr 1920 kann eine bare Hevauszaih-- hntg auf den gemäß § 1 embehaltenen Betrag durch die Steuerhebestelle auf Grund besonderer An- weißuna des Finanzamts erfolgen, sofern die von. dem Arbeitnehmer für das Rechnungsjahr 1920 endgültig zu entrichtende Einkommensteuer voraussichtlich weniger Äs 10 vom Hundert des mutmaßlich im Iahte 1920 « erzielenden Arbeitseinkommens des Arbeitn^mers beträgt. Entsprechender Antrag ist von dem Arbeitnehmer beim Finanzamt zu stellen. C. Ans bet Reichsabgabenordnung. § 359. Wer zum eigenen Vorteil ober zum Vorteil eines anderen nicht gerechtfertigte Steuer^ Dorteile erschleicht ober vorsätzlich bewirkt, daß Bekanntmachung über die Erhebung der vorläusigen Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn für das Rechnungsjahr 1920. Nach der jüngst hier veröffentlichten Bei- orbramg des Reichs Ministers der Finanzen vom 21. v. M. treten die Vorschriften der §845 bis 52 des Einkorn mensteuergesetzes vom 29. März 1920 über den Abzug der Einkommensteuer vom Ar- beitslohn mit dem 2 5. Juni 1920 in Kraft. Von diesem Tage ab haben alle Arbeitgeber, einerlei, ob es sich um ein öffentliches ober privates Dienstverhältnis handelt, bei allen einem solchen Dienstverhältnis entspringenden Lohn-, Gehalts- lufro. Zahlungen, einerlei, ob sie sick» auf einen Zeitabschnitt vor oder nach dem 25. Juni beziehen, ,10 v. $)• des Arbeitslohnes zu Lasten des Arbeitnehmers einzubehalten und — soweit nichts anderes zugelassen ist — für den einbehaltenen BeTer einzubehaltende Bettag ist, wenn die .Lohnzahlung für eine Woclnc ober für einen längeren Zeitraum erfolgt, auf volle Mark nach unten ab%n- nmben; in allen übrigen Fällen ist der ett^u- behaltende Betrag aus volle zehn Pfennig nach rmten abzurunden. 5 erft nach 'der endgültigen, nach Wlauf des H. Einzahlungbeseinbeha.ltenen.Be- lendeijahres 1920 vorzunehmenden Veranlagung trags burch Steuermarken. für das Rechnungsjahr 1920 auf die für das Rech- \ trag Steueimarken in die von dem Llrbeitnehmet 7 bei der Bürgermeisterei seines Wohn- ober Be- anderer Bettag bestimmt ist, zwanzig Marl. Es genügt, baß infolge ber Tat ein geringerer Staterbetrag festgesetzt oder ein Steuervorteil z» Unrecht gewährt ober belassen ist: ob der Bettag, der sonst festgesetzt wäre, aus anderen Gründen hätte ermäßigt werden müssen ober der Vorteil aus anderen Gründen hätte beansprucht iverden können, ist für die Bestrafong ohne Bedeutung. usw. § 367. Wer fahrlässig als Steuerpflichtiger ober als Vertreter ober bei Wahrnehmung ber Angelegenheiten eines Steuer Pflichtigen bewirkt, daß Steuereinnahmen verkürzt ober Steuervorteile zu Unrecht gewährt ober belassen werden, wird, wweit in den einzelnen Gesetzen nichts Abweichendes vorgeschrieben ist, wegen Steuergefährdung mit einer Geldstrafe bestraft, die im Döchstbetrag halb fo hoch ist we die für die Steuerhinterziehung angedrohte Geldstrafe. usw. Darmstadt, den 12 . Juni 1920. Landesfinanzamt. Abteilung I. Dr. Hellwig gewählt. Lich, den 14. Juni 1920. Hessisches Amtsgericht. schäftigungsorts $u beziehende Steuerkarte ein- znkleben und zu entwerten Wir geben nachstehend die lster in Bettacht Eommeni>en Besttmmungen des Einkommensteuergesetzes unb die hierztt erlassenen Ausfüfonngsbestimmungen im Auszug zur allgemeinen Nachachtung unter gleichzeitigem Hinweis ans die Sttafvvrschrifteii der £§359 und 367 ber Reichsabgabenordnung in Verbindung mit $53 des Einkommensteuergesetzes bekannt. Die uns nach §12 Abs. 1 der unten folgenden Bestimmungen usw. zusteheiide Befugnis haben wir den Finanzämtern übertragen. Die Gemeinden werden erfocht, für die rechtzeitige Ausgabe der ©teuer» karten Sorge zu tragen. A. Aus dem Einkommensteuergesetz vom 2 9. März 19 20. § 45. Der Arbeitgeber hat nach näherer Anordnung des Reichsministers bet Finanzen bet ber Lohnzahlung 10 v. H. des Arbeitslohns zu Lasten des Arbeitnehmers einzubehalten unb für den ein» behaltenen Betrag SteuerntarEen in die ©teuer» karte (§ 46) des Arbeitnehmers einyifieben uni) M entwerten. § 46, Der Arbeitnehmer ist verpftichtet, sich vor Begiim eines jeden Kalenderjahres ober vor Beginn eines Dienstverhältnisses von der Gemeindebehörde seines Wohn- ober Beschäftigungs- vrts eine Steuerkarte aus stellen zu lassen unb diese Steuerkarte dem Arbeitgeber bet jeder Locht- zalstnng zum Einkleben und Entwerten der Steuermarken oormdegen. , § 47. Der Arbeitnehmer hat dem Arbeitgeber auf Verlangen eine schriftliche Bescheinigung über beit empfangenen Lohn, den nach § 45 einbehab- tenen Betrag und den Wert ba txm bem Arbeü- geber in der SteuerEarte eingeklebten und entwerteten Steuermarken zu geben. § 48. Ter Arbeitnehmer kann die in seiner tot euer (arte und in den Steuerkarten solcher Haushaltungsangehörigen, deren Einkommen ihm zuzurechnen ist, eingeklebten und entwerteten Steuermarken unter Abgabe des entsprechenden Testes bet toteiierfarte spätestens innerhalb der nächsten drei Malenberoierteliabre auf die von ihm zu entrichtende Einkommensteuer an Zahlungsstatt bin» geben. Ueberücigt der Wert der nach Abs. 1 hingegen boten toteuermarten den $u zahlenden ©teuer» betrag, so Ixti das Finanzamt bett überschüssigen »«rag dem «teucrpftichtigen sofort nach ber enb» gmtigen V^aulagung in bar yi erstatten. verlorene, unbrauchbar gewordene oder ^rstorte toteuerkarten werden ersetzt. Tie in solchen Karten nachweisbar eingeklebten und ettiroerictcn Steuerwarten werben ihrem Werte nach auf die toteuerschuld angerechnet: eine bare Deraus«bluna ftnbet in diesen Fällen nicht statt. K. L.bO. Der Arbeitgeber bartet dem Reich efür die Einbehaltung und Entrichtung des im tz 45 bestimmten Betrags neben dem Arbeitnehmer' als Geiamtichuldner. 8 51. Tie Vorschriften ber §§ 45 bis 50 gelten auch für die sonstigen Fälle des 8 9 Nr 1 ttnd für die Fälle des § 9 9tt 3 entünrthenb § 9 Zum Einkommen aus Arbeit gefrören: 1. Gebälter, Besolotutgen. Löhne, Tantiem n i^ra Hfifationcn ober unter sonstiger Benennung gc währte Bezüge ober gdbtotrte Vorteste ber in I nats ober Kalender viettÄjahrs — spätestens jedoch öffcuilüfrm oder privatem Dienste angestelltm1 beim Anssä.viden bes Arbeitnehmers aus dem ober beschäftigten Derfonen Arbettslohm.); Tienstoerhältnis — für den währetü) des ent» 3. fSJartegelber, Ruhegch^l.er, Witwun- und Wai feruxnfronen und andere Bezüge ober gelbwerte Borteste für frühere Tiensrleistung ober Be- rufotätigteit. K 52. Der Reick)sminister der Finanzen kann ein von den Borfchristen der bis 49 abweichendes Verfahren zulassen. § 53. Wer die nach diesem Gesetze zu enttich- tenbe Steuer hinterzieht, wird mit einer Geldstrafe in fünf- bis zwanzigiachem Betrage bet hinterzogenen Steuer bestraft Neben der Geldstrafe kann auf Gefängnis erkannt werden. B. Bestimmungen über bte vorläufige Erhebung der Einkommensteuerdurch Abzug vom Arbeitslohn für das Rechnungsjahr 19 20. (1. April 1920 bis 31. März 1921.) I. Allgemeine Bestimmung. § 1. Jeder Arbeitgeber frat bei ber Lohnzahlung zehn vom Hundert des Arbeitslohns $u Lasten des Arbeitnehmers einznb-halten. Soweit die Auszahlung des Arbeitslohns aus einer öffentlichen Kasse erfolgt, güt die auszahlende Kasse als Arbeitgeber im Sinne dieser Bestimmungen. Die Einbehaltung nach Abs. 1 unterbleibt, solange ber Arbeitnehmer das vierzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. § 2. Als Arbeitslohn gilt jede in Geld ober Geldeswert bewirkte einmalige ober wiederkehrende Vergütung für Arbeitsleistungen, insbesondere Ge- IfolLer, Besoldungen, Löhne, Tantiemen, Gratifi- kationen ober unter sonstiger Benennung gewährte Bezüge der in öffentlichem ober privatem Dienst an gestellten ober beschäftigten Personen, Wartegel der, Ruhegehälter, Witwen- mtd Waisenp-nsio- rten und andere Bezüge für frühere Dienstleistungen oder Berufstättgkeft. Der Wert der Natural- und sonstigen Sachbezüge ist zur Bemessung des ernzu- behalrenden Betrags mit dem Betrage anzurestMen, der sich^ aus den Lohntarifvereiubarungen ergibt. Liegen solche Vereinbarungen nicht vor, so ist ber Wert ber Natural- und Sachbezüge nach bcn Ortspreisen anzurechnen, bie das Versicherungsamt nach § 160 Abs. 2 ber Reichs Versicherungsordnung festgesetzt hat. Die Befträge zur reiche- gesetzlichen Kranken-, Invaliden- unb Angestcllten- versichrung, soweit sie zu Lasten bes Arbeitnehmers verrechnet worden sind, können in Abzug gebracht werden: sonstige Abzüge, insbesonbere sirr Werbungskosten, haben nicht zu erfolgen. Als Arbeitslohn im Sinne des Ms. 1 gelten nicht: a) öic auf Grund der Militärpensioiis- und Vec- sorgungsge setze bezogenen Berstümmelungs-, Kriegs-, Luftdienst-, Alters- und Tropmzulagen, Pensions- und Rentcnerhohungen, ferner bie von ehemaligen Kolonialb.amten bezogenen Tropenzulagen: b) sonstige Versvrgungsgebührnisse, die auf Grund' enter infolge eines Kriegs erlittenen Dienst- beschädigung bezogen werden: 6) die Naturalbezüge ber Angehörigen der Wehrmacht (Reichsivehr unb Reichs marine); ck) Bezüge aus einer Krankenversick-erung: e) Wartegelber, Ruhegehälter, Witwen- unb Wai- senpensionen und anbeie Bezüge für frühere Dienstleistung oder Berufstätigkeit, wenn ihr Ialneslftrag 1500 Aäark niclst übersteigt: die Vorschrift des 1 findet jedoch Anwendimg auf Bezüge dieser Art, welche aus öffentlichen Kassen gezahlt werden, sofern der Bezieher rm Inland keinen Wohnsitz und keinen dauernden Aufenthalt bat. sprechenden Zeitraums einbcfraltaten Betrag entwerten und in die to teuertane des ^'lrüertnehmerS eintkben. § 5. Legt der Arbeitnehmer be" einer Lohnzahlung dem Arbeitgeber die Steuerkarte nicht vor, so hat ber Arbeitgeber Steuermackrn in vöhe des enrbe halten en Betrags zu entwerten und für den Arbeitnehmer aufzubewahren, bis dieser seine Steuerkarte vorlegt. § 6. Ter Arbeitnehmer hat dem Arbeitgeber auf dessen Verlangen eine schriftliche Bescheinigung über den empfangenen Lofoi, den einbehal- tenen Betrag und den Wert ber von dem Arbeitgeber in der Steuerkarte eingeklebten und ent» werteten Steuermarken zu geben. 8 7. Die im Rechnungsjahr 1920 in die Steuerkarte eines Arbeitnehmers eingeklebten Steuermarken. werden erst nach der endgültigen, nach Ablauf des Kalenderjayres 1920 vvrznnch- meuden Veranlagung für das Rechnungsjahr 1920 auf die von dem Arbeitnehmer für 1920 zu entrichtende Sinternmenfteuer onger xhnet. es sei berat, daß ihm ein 2 teuer an fordern ugs s chr eiben über die für das Reclmungsjahr 1920 vorläufig zu entrichtende Eintemmcnsteuer zugegangd)nr Zahlen, der Tfconat mit Buchstaben meberjufebreiben. Der Geb-ramb von Datum- Itempein nnt chenrrscher Tinte ist gestattet 9TL Eicke unv verständliche "Abkürzungen ber Monatsbe»eut,rungen mit Buchstaben forme Oie Weglassung ber hüben ersten 3a 14 n ber Jechres- b^mung B 29. £ft 20: 15. Sept 25 fhtb zulaisig. Auch ist atitattet, dem VcrwenbungSver- merfc bie Firma ober ber Namen bes Verwenden- bat ganz oder teilweise zuzusetzen. . Etnkleben von Steuermarken hat der Arbeitgeber ben Wert ber leweüs eingeklch«n iMarwm in Die dafür vorgesehene Spalte ber toteuerfarte cirtÄutiügen: ist eine Seite mit ^cuer« nrartat gelullt, so hat jeweils der letzte Arbeft- geder - wert M» Irtimto €rh.-BrMk»rtl, $L Laa*«.