Nr. HO Der Giehener Anzeiger erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags. Sezugspreis: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10.80 einschließlich des Bestellgelds , durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: fürdieSchriftleitung 112; Darlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Zranksurl a. M. H686 170. Jahrgang Donnerstag, 17. Zum 1920 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ. Such- und Steindruckerei R. Lange. Schristleltrmg, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verkitt dlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breit- örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platzvorschrift 20°/? Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Sparsamkeit und Kommunismus. Ohne Sparsamkeit ist ein wirtschaftlicher Fortschritt für eine Wirtschaftseinheit — mag sie eine Einzelperson sein, eine Familie, eine Gemeinde, ein Staatswesen, einfach unmöglich, undenkbar. Lebt ein primitiver Bolks- stamm in gesegneten Gefilden, so wird er ohne Sparsamkeit vielleicht buchstäblich von der Hand in den Mund leben, bei Naturkatastrophen unbedingt in Not geraten mässen und einen Aufstieg auf eine höhere Kulturstufe un-^ möglich machen. Der Bauer, der seine gesamte Ernte, die ihm gewachsen ist, verzehren wollte, müßte überhaupt schon im folgenden Jahre unweigerlich verhungern, da er eben nichts für die Aussaat, die weitere Aufzucht, erspart hätte, und würden alle Bürger eines Landes, das ahne Bearbeitung keine Nahrung spendete, in gleicher Weise verfahren, so wäre ein solches Volk in kürzester Zeit vom Erdboden verschwunden. Was für die Urproduktion, wie Landwirtschaft, Viehzucht, Bergbau gilt, trifft auch auf Industrie, Handel und Gewerbe zu. Das Ersparte nennt der Nationalökonom Kapital, das derjenige £eit des Vermögens ist, der als Produkt menschicher Arbeit wieder zur Neuproduktion, also nicht zum Verzehren, bestimmt ist. Der volkswirtschaftliche Laie denkt bei den Begriffen Kapital und Vermögen in erster Linie nur an Geld, während Kapital.gerade in erster Linie Güter sind, deren Wert nur in Geld ausgedrückt wird. Wegen dieser unklaren Vorstellung wird es vielen so schwer, einzusehen, inwiefern die Ersparnis von Geld eigentlich ein Reicherwerden des Volkes in Sachgütern wie Getreide, Vieh, Häuten und andern Dingen bedeuten könne, ohne deren Ansammlung ein Volk, wie eben gesagt, nicht reicher werden, seine Produktion und so seinen Vorrat an Bedarfsartikeln vermehren könne, wodurch erst mancherlei Gebrauchsgegenstände zu schassen sind, die eine gewisse Behaglichkeit des Lebens ermöglichen, damit man nicht wie der Urbewohner der Natur ganz auf Gnade und Ungnade ausgeliefert auf Bäumen oder in Erdhöhlen wohnt, sondern einen gewissen Luxus genießt, ohne den selbst der Aermste bei uns nicht denkbar ist. Was aber heißt nun sparen? Wer hundert oder tausend Mark int Jahre zurücklegt, die dann durch Sparkassen und Banken den Vergrößerungen der Unternehmungen zufließen, tut nichts anderes, als daß er auf den ihm in Höhe des ersparten B^rages zustehenden Anteil an wirtschaftlichen Gütern verzichtet, die also nicht von ihm verzehrt werden, sondern der Bereicherung der Allgemeinheit dadurch zuk'ommen, daß die dem Konsum, also der Vernichtung entzogenen Güter für Erweiterungsbauten verwendet werden können. Wer einige hundert Mark erspart, wird nun so viel weniger Güter verzehrt haben, sei es, daß er weniger Kuchen aß, also Mehl und Getreide für andere Verwendung dadurch freiließ, oder daß er weniger Holz verbrannte, das nun zum Häuserbau verwendet werden wird, oder daß er sonst irgendwie einen Beitrag lieferte. Daß man natürlich auch falsch sparen kann, ändert nichts an der Richtigkeit und Wichtigkeit des Sparens, denn int allgemeinen kann man nur sparen, was man et- behren kann, und die Institute, die mit den Ersparnissen arbeiten, müssen im eigenen Interesse für die nutzbringende Verwendung des Ersparten sorgen. Und wir sahen ja, daß ohne Ersparnisse Fortschritte unmöglich sind. Was aber Hat das Sparen mit dem Kommunismus zu tun? Kann nicht auch ein kommunistischer Staat sparen oder vielmehr, wird er nicht besonders sparsam wirtschaften? Zur Beantwortung dieser Frage geben wir uns erst einmal eine ehrliche Antwort auf eine weitere Frage, wer denn eigentlich spart? Nun, niemand anders als der Egoist. Und warum spart er? Er will später einmal die Früchte seiner Arbeit genießen, wenn er alt oder schwach ist oder seine Freude an seinen .Erben erleben will. Der Staat aber, auch der.kommunistische Staat, ist kein Wesen, das denken und wollen kann, das müssen die ihn bildenden Menschen besorgen, die einzeln aber nicht der Staat sind. Wenn aber der einzelne im Sparen, was doch Entbehren heißt, nichts mehr findet, was ihn in Zukunft persönlich entschädigen kann, so wird er bald gerade ins Gegenteil verfallen. Das Wohl der Gesamtheit wird in den meisten Fällen ihm so uferlos fern liegen und so weltenfern erscheinen, daß der! menschliche Egoismus das Gegenteil von Sparen bewirkt. Warum sind denn die Staatsbetriebe am unrentabelsten? Warum lebt man so gern und so großzügig auf Regimentsunkosten? Am liederlichsten geht man mit fiskalischen Gütern um, wenn man dies ungestraft tun kann, was doch alle Revolutionen! und die letzte nicht zum wenigsten gelehrt haben. Wenns flticht aus der eigenen Tasche geht,1 versteht mau großzügig zu handeln. Nur das Einzelinteresse bleibt in der Regel das Lebens- interesse, unbi jede Staatenform, die diesen Grundsatz verkennt, mitergräbt die Wurzeln chres Lebensbaums, womit natürlich nicht gesagt ist, daß zu den Wurzeln die doch nur am Lebensmarke zehrenden wilden Triebe gehören. Eine Regierung der bürgerlichen Mitte? Berlin, 16. Juni. (Wolfs.) Die Abendblätter bringen zu den Mitteilungen des „Vorwärts" über die Ministerkri- s i s noch einige ergänzende Einzelheiten. Dem „Tageblatt" zufolge erklärten die Mehrheitssozialisten heute gegenüber Trimborn nochmals, daß sie sich nicht von vornherein auf eine grundsätzliche Opposition festlegen, sondern erst die Taten der neuen Regierung und den Ausgang der Verhandlungen in S p a a abwarten würden. Trimborn habe darauf geäußert, daß er nunmehr das Kabinett aus der Deutschen Volkspartei, dem Zentrum und den Demokraten zu bilden versuchen werde. Als Reichskanzler soll nach demselben Blatte nicht Fehrenbach in Aussicht genommen sein. — Wie der „Lokalanzeiger" erfährt, würde ein anderer Zentrumsabgeordneter in Frage kommen. — Die „Germani a" enthält feine neuen Mitteilungen über die Kabinettsbildung. Berlin, 16. Juni. (Wolfs.) Wie der „Vorwärts" erfährt, sind die Verhandlungen über die Bildung einer Regierung der bürgerlichen Mitte heute vormit-- tag weiter fortgeschritten und scheinen unmittelbar vor dem Abschluß zu stehen. Für chenj Kanzlerposten sei nicht T r i m b o r n, der sich auf die Rolle des Vermittlers beschränken wollte, vorgesehen, sondern ein anderer Zen^ trumspolitiker. Berlin, 17. Juni. Heber die gestrigen V er- handlungenTrimborns teilen verschiedene Blätter mit, daß sich der genannte Zentrumsführer u. a. mit dem Vorsitzenden der volksparteilichen Reichstagsfraktion in Verbindung setzte, .um ihn zu fragen, ob er das In stizm inisteriu m zu übernehmen bereit sei. Dr. Heinze machte die Annahme von bent Beschluß seiner Parteifreunde abhängig. Diese entschieden sich in verneinendem Sinne. Die Deutsche Volkspartei, so soll erklärt worden sein nähme an der Zusammensetzung des neuen Kabinetts nur insofern Anteil, als sie Wert darauf lege daß das Reichswirtschaftsministerium mit dem Geheimrat Wiederfeld besetzt inerte und das Reichswehrministerium einem Fachmann übertragen werde. Dr. Mayer-Kaufbeuren als Reichskanzler? Berlin, 16, Juni. (WTB.) Tie Germania schreibt: Staatssekretär Trimborn verhandelte am Mittwoch vormittag nochmals mit den Vertretern ter Meprheitssozia listen. Er mußte dabei feststellen, daß für die Teilnahme dieser Partei an ter Regierung zur Zeit keinerlei Aussicht vorhanden ist. Es bleibt also nichts weiteres übrig, als das Aug-enmerk nunmehr auf die Bildung einer bürgerlichen Regierung zu richten. Trimborn brachte in diesem Sinne dem Reichspräsidenten in erster Linie Fehrenbach als Reichskanzler in Vorschlag, der jedoch, obschon er allen Parteien genehm ist, aus triftigen Grünten glaubte able^hnen zu müssen. Darauf benannte Trimborn in Uebereinftimmung mit Fehoenbach und umter voller Billigung ter Zentrumsfraktion und des Parteivorstantes, die '^eute eine gemeinsame Sitzung abhielten, den deutschen Geschäftsträger in Paris, Dr. Mayer- Kaufbeuren. Dieser Vorschlag fand die volle Billigung des Reichs- präsitenten, ter seinerseits sofort telegraphisch sich mit einem entsprechenden Angebot an Dr. Mayer wandte. Dessen Antwort steht zur Stunde noch aus. Nimmt er an, was' in parlamentarischen! Kreisen allgemein gehofft wird, darf inan eine befriedigende Erledigung ter Trimboruschen Mission bestens erwarten. Berlin, 17. Juni. Verschiedenen Blättern zufolge kann das Eintreffen Dr. Mayers in Berlin nicht vor Freitag erwartet werten. Die voraussichtliche Kabiuettsliste. Berlin, 17. Juni. In parlamentarischen Kreisen spricht man von folgender Liste: Reichskanzler Mayer, Inneres Koch, Auswärtiges v o n N o ft i z (früher sächsischer Gesandter in Wien), Wirtschaft Wiedfeld, Finanzen Wirth, Schatz von Siemens, Arbeit Stege rwald, Verkehr Gröner, Justiz Heinze, Reichswehr G e ß l e r. Der Zusammentritt der Reichstages. Berlin, 16. Juni. (Wolfs.) Der Präsident der Nationalversammlung erläßt folgende Bekanntmachung: Auf Grund der Artikel 27 und 180 der Verfassung wird .der neugewählte Reichstag berufen, am Donnerstag, den 24. Juni 1920, nachmittags 3 Uhr, zusammenzutreten. Der Präsident der Nationalversammlung: C. Fehrenbach. Die Abstimmung in Ostpreußen. Danzig, 16. Juni. (Wvlsf.) Wie wir erfahren, muß ieder stimmberechtigte Ostpreuße, der bisher noch nicht bei dem Abstimmungsausschuß seiner Geburtsgemeinte in die Listen der Stimm- Iterechtigten ausgenommen ist, bis spätestens 20. Juni bei der für ihn zuständigen Kontrollkommission für die Volksabstimmung schriftlich oder telegraphisch Einspruch wegen nicht erfolgter Eintragung in die Listen erheben und zwar in folgender Form: Ich bin am .... in Kreis .....geboren, bin also laut Artikel 95 des Versailler Friedensvertrages berechtigt, an ter Volksabstimmung in Ostpreußen teilzmiehmen. Ich erhebe hiermit Einspruch wegen Nichteinttagung in die Stimmlisten. Diesem Einsprüche füge ich in ter Anlage die polizeilich beglaubigte Abschrift meiner Geburtsurkunde bei. ... (Eigenhändige Unterschrift, Adresse.) Falls der Einspruch telegraphisch erhoben wird, muß die Geburtsurkunde sogleich nachgesandt werden. Bei schriftlichem Einspruch empsiehlt sich die Absendung unter Einschreiben und durch Eilboten. Die zuständige Kontrollkommission für die Volksabstimmung hat ihren Sitz in ter Kreishauptstadt desjenigen Kreises, wo der betreffende Abstimmungsberechtigte geboren ist. Die Notifikation der schleswigscheu Grenze. B e r l i n, 16. Juni. (Wolff.) Der Präsident der Friedenskonferenz hat gestern dem Vorsitzenden der deutschen Friedensdelegation die offizielle Notifikation der neuen sch les-» wigschen Grenze übersandt und mitgeteilt, daß die Alliierten das nördlich der Grenze gelegene Gebiet Dänemark zuweisen würden. Abzug der Franzosen aus Flensburg. Berlin, 17. Juni. Gestern mittag sanken in Flensburg die Fahnen der vier.alliier-» ten Mächte unter dem Jubel einer großen Menschenmenge. Als die Franzosen ab- 8 0gen, ertönten deutsche, vaterländische Lieder. * Die deutsche Abrüstung. Paris, 17. Juni. (WTB.) Die Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten nahm einen Bericht Andrae Lefevres über die deutsche Abrüstung entgegen. Der Minister gab seiner Mei- fnung dahin Ausdruck, daß, wenn Deutschland auch gewisse Punkte des Frietensvertrages ausgeführt habe, es doch im ganzen genommen feinen guten Willen an bat Tag lege. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ter Entschlossenheit und der Uebereinstimmung unter den Alliierten schließlich doch gelingen werte, von Deutschland doch die vollständige Ausführung ter Bedingungen zu erlangen, die ihm auferlegt wurden. Holländisch-deutsches Kredit- und Kohlen- abkommen. Haag, 16. Juni. (Wolff.) Der Gesetzentwurf über das holländisch-deutsche Kredit- und Kvhlen- äbkmnmen ist ter Zweiten Kammer zu gestellt worden. In ben Erläuterungen heißt es: „Auf Grund des Abkommens wird Holland einen zweifachen Kredit für Deutschland eröffnen, einen von 60 Millionen Gulden für den Ankauf von Lebensmitteln holländischen ober niederländisch-indischen Ursprungs und einen zweiten von 140 Mill. Gülten für ten Ankauf von Rohstoffen. Für beide Kredite ist ter Zinsfuß auf 6 Proz. festgesetzt. Ms Unterpfand werden deutsche Schatzanweisungen bis zu einem Betrage von 200 Mlltonen Gülten bei der Niederländischen Bank deponiert. Die Rückzahlung des Lebensmittelkredits soll durch Verrechnung mit 25 Prozent des Preises für Kohlen erfolgen, die auf Grund des Abkommens durch Deutschland an Holland geliefert werten, mit der Maßnahme, daß Deutschland nicht mehr als höchstens 20 Millionen Gülten jährlich abzuzahlen braucht. Es wird damit gerechnet, daß der Lebensmittelkredit auf diese Weise in fünf Jahren getilgt sein wird. Der Rohstoffkredit muß spätestens am ,31. Dezember 1921 getilgt fein. Hierbei ist nicht bestimmt, daß die Rohstoffe nieder ländisck>en ober niederländisch-indischen Ursprungs sein müssen, so daß Deutschland auf ben vo rteilhaf testen Märkten laufen kann." Wiederaufrichtung der deutschen Konsulate in Italien. Berlin, 17. Juni. Wie der „Deutschen Ml- gemeinen Zeitung" aus Rom gemeldet wird, hat die italienische Regierung die Wiederaufrichtung der deutschen Konsulate, auf die Deutschland Nach dem Friedensverttag keinen Anspruch hat, zugelassen. Da; Kabinett Giolitti. Rom, 16. Juni. (Wolfs.) Das neue Kabinett Giolitti weist folgende endgültige Zusammen- ftellimg auf: Vorsitz und Inneres, Giolitti, auswärtige Angelegenheiten: Graf Sforza, Kolonien: Rossi, Justiz und Kultus: Fern, Finanzen: Tedesco. Schatz: Meda, Krieg: Bonomi, Marine: Admiral Seechi, Unterricht: Croce, öffentliche Arbeiten: Peano, Landwirtschaft: Michele, Industrie und Hantel: Alessio, Post und Telegraphen: Pas- aualine Vassalo, befreite Gebiete: Reineri, Arbeit: Labriola. Die Minister haben am Mittwoch vormittag 11 Uhr dem König ten Eid geleistet. Die Neubildung des polnischen Kabinetts. Warschau, 16. Juni. (Wolff.) Deutsch-Polnischer Pressedienst. Der Staatschef betraute den bisherigen MinisterpräsidentLN Skludskimitter Neubildung des Kabinetts, Die Kabinettsbildung in Norwegen. Kopenhagen, 16. Juni. (WTB.) „Ber-- lingske Titente" meldet aus Kristiania: Die Rechte des Storthin^s erklärte sich bereit, die Bildung ter neuen Regierung zu übernehmen. Als Mitglieder ter neuen Regierung werden folgende Namen genannt: Haelsvorses Ministerpräsident und Justizminister, Michelot Minister des Aeußem, Lykke Handelsminister, Riddervolte Jensen Unterrichtsminifter. Ein Attentat aus den japanischen Ministerpräsidenten. A m st e r d a m, 16. Juni. (Wolff.) lieber Neuyork wird aus Tokio gemeldet, daß auf den japanischen Ministerpräsi- denten ein erfolgloser Anschlag gemachL wurde. Der Täter, ein Japaner, wurde verhaftet. Keine Aburteilung Wilhelms II. Brüssel, 16. Juni. (WTB.) Havas. Auf eine Anfrage erklärte ter Minister des Aeußem, daß die alliierten und assoziierten Mächte nicht daran denken, den deutschen Kaiser rn con- tumacio abzuurteilen. Die Bildung eines Justiz- ausschusses, der mit der Bildung eines ständigen internationalen Gerichtshofes in Haag sich befassen soll, stehe, wie der Minister weiter ausführte, mit ter Frage der Aburteilung ober Auslieferung des Kaisers in keinerlei Zusammenhang. Aus dem Reiche. Republik Preußen. Berlin, 16. Juni. (Wolff.) Der Ver- sassungsausschuß der preußischen Landesversammlung hielt.bei der Beratung der einzelnen Paragraphen der Verfassung im 8 1 die Bezeichnung Preußens als Republik (nicht Freistaat) aufrecht. Das Nachspiel des Kapp-Putsches. Berlin, 16. Juni. (WTB.) Beim Untersuchungsausschuß für die Märztv-gange im Reichs- Wehrministerium wurde gegen 691 Offiziere Anklage erhoben. Bisher ist in 307 Fällen ent-> schieten wurden. In 97 Fällen wurde auf Dienstentlassung und Beurlaubung erkannt, ter Rest durch Versetzung und Nieterschlag erledigt. Um auch dem Unterpersonal zu seinem Recht zu vev-, 'Oetien und unrechtmäßige Entlassungen zu verhüten, tourte ein weiteres Referat für Beschwerden von Unterpersonal mit einem Ofsizier, einem Unteroffizier und einem Zivilreferenten errichtet. Obsteinfuhr aus Ungarn. Budapest, 16. Juni. (WTB.) Wie die Blätter melden, hat Deutschland Ungarn 600 Waggons zur Durchführung der Obstaus- f u h r zur Verfügung gestellt. Ein Teil davon ist bereits unterwegs. Die Obstausfuhr nach Oesterreich und Deutschland hat bereits begonnen. * Düsseldorf, 15. Juni. (WTB.) In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde ein Antrag angenommen, daß die st r e i k e n - den städtischen Arbeiter unverzüglich aufgefordert werden sollen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Wer der Aufforderung nickt folge, soll entlassen werden. Aus Hessen. Neuwahl des hessischen Landtags? rmk. Darmstadt, 16. Juni. Eine Neuwahl des 'hessischen Landtags hat der Abg. Kiel (USP.) in einem Mittag an die Kammer geforbert. Ter Antrag, ist hauptsächlich mit ter Er-, llärung begründet, daß die jetzige Zusammensetzung ter Kammer bent termaligen Volkswillen nicht mehr entspreche und daß auch in den Staaten Bayern, Württemberg, Braunschweig usw. Neu- wählen statt gefunden haben. Ter Staatshauptvoranschlag für Hessen ist, wie wir erfahren, soweit fertig ge- gestellt, daß er in Truck gegeben werten Sonnte und in den nächsten Tagen den Kam rnermitglietem «u- gestellt toerten wird. Ter Finanzausschuß Ser Kammer wird sich jedenfalls noch Ente dieses Monats damit beschäftigen, so daß der Zusammen-, tritt des Landtags selbst für Anfan g des Juli zu erwarten ist. Bekanntlich ist wegen ter Unmöglichkeit den diesjährigen Voranschlag von Seiten des Finals Ministeriums fertig zu stellen, eine Verlängerung des vorjährigen Voranschlags durch die Kammer genehmigt Worten. Wie roir, erfahren, wird nun in Anbetracht ter ganz unsicheren Finanz-- und Zählenverchältnisse die Frage aufgeworfen, ob es sich nicht empfic'hlt, überhaupt eine Verlängerung für das ganze Jckhr eintreten zu lassen. Has dem besetzten Gebiet. Der drohende Generalstreik. Ludwigshafen, 16. Jüni. (WTB.) Tie Arbeiterschaft von Ludwigsttasen nahm gestern! nachmittag tn gut besuchten Versammlungen Stellung gegen die Verhaftungen ihrer Führer durch die Franzosen. Sie erklärte sich bainit ettwer stauten, daß, wenn die Führer bis Freitag abend nicht freigelaffen würden, ter Generalstreik für das ganze von den Franzosen besetzte Gebiet (Pfalz, Hessen-Nassau Saarge«. biet) erklärt toerten würde. Aus Stadt und £an&. Gie ßen, den 17. Juni 1920. Veranstaltungen. Donnerstag, 17. Juni: Hotel Einhorn, SV, Uhr, Gastspiel Paul Buchwald. — Schöne Aussicht, 8 Uhr, 2. Abonnementskonzect derReuhs- wehrkapelle. — Lichtspielhaus wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Vieine Frau, die Filmschauspielerin" und „Galeotto". LU. Von der Landesuniversität. In unserer gestrigen Notiz handelt es sich selbst- verstcndlia) um den Professor der Forst wissen schäft Heinrich Weber, der einen Rus nach Freiburg erhielt; nicht der Volks wirtschaft, wie cs infolge eines Druckfehlers irrtümlich hieß. ** Billigere Schuhwaren! Die Schuhwarenhändler von Gießen haben beschlossen, m Anbetracht der derzeitig herrschenden Verhältnisse die Preise der Schuhwaren ganz erheblich herabzusetzen. Der Verein schreibt hierzu: „Nach Ansicht maßgebender Fachleute dürste der Tiefstand dec Preise in der Lederindustrie bereits erreicht ober sogar überschritten sein. Die Pfälzer Schuhindustrie, die etwa 40 Proz. der deutschen Schuhwaren herstellt, hat ihre Betriebe zum großeii Teil stitrgelegt und wartet die Zeit ab, wo der Bedarf wieder stark einsetzt, so daß sich die Wiederaufnahme dec Fabrikation lohnt. Im übrigen muß auch das Publikum den Vorgängen im Wirtschaftsleben selbst kritisch gegenüberstehen und sich überlegen, daß nur das Rohmaterial, die Haut, gesunken ist, aber immer noch zehnmal mehr als in Friedenszeiten kostet, dagegen alle anderen Unkosten, wie Löhne, Fracht, Gehälter Mieten usw. gestiegen sind. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus dürfte daher das Vorgehen dec Schuhwarenhändler, welches ihnen immerhin größere Verluste auferlegt, anzuerkennen sein." ** Kohlenpreise. Es ist allgemein zu beobachten, daß die versorgungsberechtigte Bevölkerung, welche Kohlenscheine bereits in Empfang genommen hat, mit dem Bezug von Kohlen zurückhält in der Annahme, daß mit einer Reduzierung des Kohlenpreises zu rechnen sei. Demgegenüber wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß zurzeit keinerlei Anzeichen vorhanden sind, die auf einen Preisrückgang schließen lassen. Im Gegenteil ist erneut eine Lohnerhöhung bewilligt und nur eine Preiserhöhung dadurch vermieden worden, daß das Reich den größten Teil der Lohnerhöhung übernommen hat. Die über die Kohlenmarktlage informierten Stellen sind übereinstimmend der Ansicht, daß wohl eine Erhöhung der Kohlenpreisc vorerst nicht eintreten wird, aber auch mit einem Preisrückgang vorerst nicht zu rechnen ist. Es wird deshalb den Bezugsberechtigten empfohlen, jetzt die trockenen Kohlen zu kaufen, als bis zum Eintritt nasser Witterung zu warten. Es wäre auch denkbar, daß später, nachdem gewerbliche Betriebe und ein großer Teil der Bevölkerung sich mit Kohlen eings- deckt haben, bichenigen, die mit dem Kohlenkauf zurückgehalten haben, Schwierigkeiten in der Kohlenbeschaffung haben können. ** Ein 14jähriger Einbrecher. Gestern wurden in hiesiger Stadt durch Einsteigen in offene Fenster und unverschlossene Türen verschiedene Diebstähle ausgeführt, wobei dem Täter ein Geldbetrag von 3000 Mark, ein solcher von 31 Mark, ein goldener Kneifer, eine Lupe, goldene Ohrringe, 1 goldene Brosch 1 Rum ohne Stein 1 vergoldetes Armband, ein wert Willes Messer mit Nagelfeile usw. und 1 Paar brounlederneOffiziers» gamaschen in die Hände fielen. In dem ersten Falle wurde ein etwa 14jahriger Junae, der barfuß war, beobachtet, wie er durch das Küclienfenster .das Haus verließ. Bor Antauf wird gewarnt. ans ** Fleisch-Verteilung. Die bei dem Mehgec Karl fttug, Marktplatz 23 abgegebenen Fleischmarken der 24. Woche werden von dem Metzgermeister Julius Rosenbaum, Kirchenplatz 4 beliefert. Fleischmarken dürfen für die Folge an den Metzger Karl Krug, Marktplatz 23, nicht mehr abgeliefert werden. die erforderliche politisch? Rüfe gewonnen , können. Diesem Wunsche wird in voll Um Rechnung getragen werden, und schon in ** Orchesterkonzert. Zur Feier des fcrf'djähripttt Stiftungsfestes des Bundes Mr Pflege vvn Musik und Literatur, des Mitbegründers der Literarischen Gesellschaft, wird am Dienstag, den 22. Juni, abends 8 Uhr, in der neuen Aula ein Konzert stattfinden, zu dem der Bund gute mufi- kalische Kräfte gewonnen hat: Den von seinem öfteren erfolgreichen Wirken her in Gießen bekannten Orchesterverein und außerdem als Solisten Kon- zertsänger E. Schuchard (Tenor) und Musiklehrer lehrer W. Schüttler (Violine). Herr Schuchard wird das von der vorletzten Opernaufführung „Walküre" her rod) in fnscher Erinnerung stehende Liebeslied Und bie Gralserzählung aus „Lohengrin" singen, während Derr Schüttler die F-Dur Romanze von Becthoveil und tue Faust-Phantasie von Sarasate als Violmsoll zum Vortrag bringen wird. Aus dem guten Programm des verstärkten Orchesters sei noch besonders envähnt die Egmont-Ouvertüre von Beethoven, Heimkehr aus der Fremde von Mendels- ,ohil und die Militärmärsche von Schicken. Um Nicht den hiesigen Musikfreunden die Möglichkeit zum Besuch eines in Anbetracht dieses reichhaltigen und guten Programmes so genußreichen Konzertes M nehmen, soll von Freitag, der, 18. Juni, an in -Usl/alienhandlung E. Challier der Rest der Eintrittskarten und die Karten, die van den Mit- Bundes und der Literarischen Gescll- rJ"*1 «f^Mt sind, zur Deckung der hohen n.nh cc angemessemm Preis von Mk. 3 EL®m ^rtauft werden. Da nicht all- * * » . Gelegenheit geboten wird, ein Streich- "ut M'ter Besetzung zu hören, so fiSL besuch des Konzertes empfohlen Nrerden. (Näheres liehe Anzeige.) r#- m„YV.9UflC^bffrut)^c t'er Deut- ^ttjcn Volks parlei teilt uns mit: Um wich- tfge Fragen des tieferen Ausbaus und der ?)citcreii Organisation zu besprechen, trat Montag abend die Sul»vk der TMischm V°lkSp-mc? in aufit” orbentltd) »aHlrr.ch befucfeter Waiieberhcriamm- U-u» Ujter Settaö löteä «orfisenben, Obcrlehrrr flammen. Insonderheit der so den die Partei bei den bintcc uns liegenden Wahlen bestanden hat, ließ den Rerben der Mitglieder den Wunsch laut den, auch die Jahrgänge von 17 bis 20 zur politischen Ausbildung heranzuziehen sie durch vorlrerigc Zugehörigkeit za, ?mj gruppe mit Eintritt in das wahlber.-chiia' nächsten Wochen setzen trotz der für politische Ber-1 ammlung wenig günstigen Jahreszeit dem Wunsche der Mitglieder der Jugendgruppe entiprechend die politischen Diskusfionsabende wieder ein. Zahlreiche Anregungen gaben zu eingehenden Erörterungen Veranlassung, an denen sich außer den eigentlichen Mitgliedern der Jugendgruppc im bc- onderen Profesior Dc. Vigener, Landgcrichts- rat Schudt unö Parteisekretär Dr. Lutsch beteiligten. Mit Freude konnte festgestellt werden, daß dec Sieg der Partei auch der Jugendgruppc eins große Reihe neuer Mitglieder zugefühct hat. ♦* Stenographie. Tie vorn Deutschen Stenographenbund „Gabelsberger"' füc den Bezirk Gießen am 30. Mai in Lollar veranstaltete Geschäftsstenographenprüfung hatte ein schönes Ergebnis. Es bestanden die Prüfung und erlangten hierdurch die Befähigung zum Geschäfts stenogcaphen in 180 Silben (10 Minuten Diktat): August Hirsch, Ernst Pfeiffer iGesell- schaft Gießen: in 150 Silben (10 Minuten Diktat): Alfted Mäher (Friedbergs, Fridel Balken, Heinr. Eanß, Karl Heß Tilly Hofmann, Helene Peter, Willy Reinhardt, Karl Böhm (Gesellschaft Gießen), Emil Grube, Heinrich Müller (Verein 1861 Gießen», Walter Schmidt (Gvoßen-Linden> Karo- line Pöst (Wieseck). ** I m Lichtspielhaus wird der vierte Teil des spannenden Abent-mrerfilms „I u d e x" nur noch heute gegeben, worauf die Direktion die Freunde dieser Filmserie besonders aufmerksam machen läßt. Die Fortsetzung ist vollständig in ich abgeschlossen und auch ohne die twrhergehenden Teile zu verstehen. Landkreis Gießen. -m. Inheiden, 16. Juni. Ein merkwürdiger Streik, an dem nur ein Mann beteiligt ist ist gestern abend hier ausgebrochen. Dec Gemeürde- chäfer hat nämlich seinen Dienst eingestellt und eine Herde ins Dorf gebracht, wo er die Tiere ihren Besitzern zustellte. Da sich auch viele auswärtige Tiere darunter befanden, brachte er diese in einem in der Nähe des Orts aufgeschlagenen Pferch unter, wo sie sich selbst überlassen warew Tie Gründe sollen aber nicht in Gehaltsforderun- gen zu suchen, sondern anderer Natur sein. Es handelt sich um einen Hitten, der bisher für seine Herde äußerst besorgt war, was der vorzügliche Zustand der Schafe beweist. Deshalb dürfte es der Gemeindevertretung nicht schwer fallen, die Differenzen zu beseitigen, so daß der gute Hirte sich wieder seiner Herde annimmt. Kreis Büdingen. B. Burkhards, 15. Juni. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten in körperlichen und geistiger Rüstigkeit die Eheleute Stephan und Elisabethe Katbarine geb. Käiser. Dem Jubelpaar zu Gissen wurde eine kirchliche Feier veranstaltet, bet dec Kirchen- und Ortsvorstand ihre Glückwünsche überbrachten. na. Nidda, 16. Juni. Bei der Versteigerung des städtischen Heugrases wurden am Montag in Nidda 52 000 Mk. erzielt. Vergangenes Jckhr mit seinen immerhin hohen Preiseit brachte 21000 Mk., während vor dem Krieg der gewöhnliche Ertrag sich zwischen 4 urtib 5000 Mk. hielt. Kreis Alsfeld. np. Aus dem Ohmtal, 16. Juni. Tie Heuernte ift| in vollem Gange: das Ergebnis bleibt hinter dem vorjährigen wohl um ein Drittel zurück. Die lange Trockenheit und die kalten Nächte hemmten den Graswuchs: nur die guten Grundwissen bringen volle Erträge, die Bergwiesen '(Jabern dünnen, zurückgebliebenen Grasbestand. Ter bisher schon hohe Preis des Heugrases erfuhr bei den Versteigerungen eine Erhöhung um das Tappelte bis Vierfache. Die Qualität des Heues' ist bei der anhaltenden Dürre ganz. vorzüglich. Kreis Lauterbach. la. Schlitz, 16. Jüni. Wie der Lauterbacher Anz." erfäihrt, wird die letzte Reichstagswahl 'hier noch ein gerichtliches Nachspiel 'haben, da der hiesige Wahlvereinj der Deutschen Vvlkspartei infolge einer Flugblattpolemik sich jetzt veranlaßt sie'Ä, gegen den Vorstand der hiesigen Ortsgruppe des- Hessischen Bauernbundes auf dem Klageweg vvrzugeihen. sb. Schlitz, 15. Juni. Durch Wachtmeister Haust wurden am Samstag zwei Michnner ststge- nommen, welche einen aus einem Pferch bei Hünfeld gestohlenen Hammel an einen hiesigen Metzger verkaufen wollten. Wahrend crner der Hammeldiebe in der Günthergasse sestgenommen werden konnte, wurde der mckeve, der vorher Reißaus genommen hatte, in einer Scheune bei der Berleburg verhaftet. — Aus dem Vogelsberg, 16. Juni. Infolge der anhaltenden Dürre macht sich ein steigender Wassermangel in den Flußläufen und den Wasserleitungen bemerkbar, der bereits zur Schließung bzw. Einschränkung mehrerer Betriebe führte. Starkenburg und Rheinhessen. ** Darmstadt, 17. Juni. In einigen: Müttern, auch in Oberhessen, war die Meldung zu lesen, daß die „Hes s. Landeszeit un g" (früher Neue Heffische Bvlksblätter") am 1. Juli ihr Erscheinen einstellen würde. HierM veröffentlicht nunmehr die „Heff. Landeszeitung" folgende Erklärung: „Gegenüber verschiedenen, teilweise auch von Zeitungen verbreiteten Gerüchten stellen wir fest, daß die Hessische Landeszeitung" ihr Erscheinen nicht einstellen wird. Sie wird es sich nach wie vor angelegen sein lassen, den nationalen Gedanken in unserem tassiscken Vaterlande entschlossen zu vertreten. Tie Schriftleitung." ma. Mainz, 16. Juni. In Mainz und Uni» geglnb wurde in verflossener Woche rationiertes Frischfleisch zu dein vom rheinhessischen VichhandlesveLband festgesetzten Preise von 12 Ins 13 Mark pro Pfund verkauft. Die große Mehrzahl der Bevölkerung, besonders die minderbemittelten Arbeiter- und Heamtcnfamilien, haben das Fleiscb mangelsgeringcr Kaufkraft nicht gekanft. Aus Heideslieim N-ird berichtet, daß dort so viel rationiertes Fleisch nicht getauft wurde, baß ein Metzger, um das Fleisch nicht verderben M lassen, Dauerwurst daraus herstellre Terlei Er- ichknnmgen, die deutlich davon sprechen, oaß es seine Grenzest hat, wenn man dem Verbraucher alles aufhalsen zu können glaubt, sollten doch ?u d, tuen geben. Mainz, 16. Juni. (WTB.) Wie der Polrzcibenckt meldet, wurde gestern in der ■öorHabt ein Auto angehalten, in bem sich 23 itDerDQrren tm Gewichte von 10 Zent- 11 uern jc^nnben. Die Insassen desselben wur- I den Df rboftPt. Die Barren üMb hnä 91. Hessen-Nassau. Riesen-Kokainfälschungen. = Frankfurt a. M., 16. Juni. Die Kriminalpolizei deckte nach wochenlanger harter Arbeit ein ganzes Rattenncst von Kokainfälschern und Verläufern des gefälschten Arzneimittels auf. Tic Fälscher stellten in raffiniertester Weise „Original"- Flaschenpackungen der bekannten Firma E. M e r d- Darmstadt her, versahen die Flaschen mit täuschend riachgeahmten Etiketten, Siegelmarken und Plomben. Der Inhalt bestand aus Borax imo ähnlichen Substanzen, denen eine leise Spur Kokain zu- gesetzt war. Hiesige Geschäfte gaben sich bedauer- lidfecweise zur Anfertigung der Siegelmarken usw. mit dem Ausdruck „E. Merck" her. Der Haupt- älschec, der 63jährige Schneider Alexander W e ß- o 1 o n s k i hatte ftch zudem noch eine Menge Re.zeptformulare mit drei fingierten Aerztenamen anfertigen lassen, die ebenfalls prompt geliefert wurden. Bisher sind in die aufsehenerregende Affäre 25 bis 30 Personen der verschiedensten Berufsklassen verwickelt und größtenteils verhaftet worden. Die Fälscher und Hehler haben bann das falsche Kokain — echtes ist int freien Handel überhaupt Nicht zu 6oben — durch Schieber in bedeutenden Mengen zum Preise bis zu 18 000 Mk. das Kilo absetzen lassen, während das echte schon zu 10 000 Mk. zu haben ist. Die Affäre zieht noch weitere Kreise in Mitleidenschaft. Es ist fest- gestellt worden, daß sich von den Fälschungen erhebliche Mengen im Handel befinden, selbst in Apotheken und Handlungen mit pharmazeutischen Erzeugnissen. * Bad Ems, 16. Juni (WTB.) Gestern abend brach hier im Hotel „Englischer Hof (Fürftenhos)" Großfeuer aus, welches die ganze Nacht an hielt, und nur mit Zurhilfenahme der Feuerwehren aller benachbarten Bezirke glücklich gelöscht werden konnte. Mehrere Nachbarhäuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. — Frankfurt a. M., 16. Juni. Der neue städtische Haushaltsplan weist ein ungedecktes Defizit von 5 7 Millionen Mark auf. Zur Deckung dieser Riesensumme plant der Magistrat eine Fülle neuer Steuererhöhungen, bie sich erstrecken sollen auf: Realsteuecn, Haus- und Landsteuern, Waüergeld, Lustbarkeitssteuer, Friedhofsgebühren, Hundesteu.rn, Kehricht- und Kanal- benutznngsgebühr. An neuen Steuern sind geplant: Wohnungs-Lux ussteucr. Biersteuer, eine Steuer aus Dienstboten. Die Troltoirreinigung soll in städtische Verwaltung übernommen werden, für ihre Durchführung wird dann eine besondere Straßenreinigungs-gebühr erhoben. ht. Herborn, 16. Juni. Wie das „Herb. Tgbl." erführt, ist vsm Landesausschuß bestimmt worden, daß die Geisteskranken der Anstalten Weilmünster und Hadamar sämtlich nach Herborn verlegt werden. Tie Für- svrgezögttnge kommen von Herborn ganz fort und es soll Weilmünster als Fürforgeanstcüt eingerichtet werden. Tie Anstalt Herborn wird somit wieder voll belegt werven. hl. Kirchhain, 16. Juni. In der letzten Kreisansschußsitzung wurde eine anderweitige Aufbringung des Schlachtviehs besprochen. Es wurde angeregt, die Schlachtviehablieferung auf die einzelnen Grundeigentümer nach der Größe des Besitzes derart umzulegen, daß für einen Hektar Besitz jährlich 75 Psund Schlachtvieh geliefert werden sollten. Allseitig war man der Ansicht, daß diese Umlage dem bisherigen Verfahren vvrzuziehen sei. Die Angelegenheit soll aber vorerst durch eine Kommission vorberaten werden und wird dann endgültige Beschlußfassung erfolgen. [1 Marburg, 16. Juni. Dem Magistrat gehört jetzt auch zum erstenmal eine Dame, die bisherige Stadtv. Frl. Oberlehrcriu Jahnow, an. Sie wurde in der gestrigen Stadtverordnetensitzung in ihr Amt erngesührt und verpflichtet. — Ferner genehmigte man eine Anleihe von 1280 000 Mk. zum Bau von 30 Kleinwohnungen hinter der Vorstadt Weidenhausen. Unter Zurechnung der Staatsbeihilfen betragen die Kosten für eine Drei- und eine Zweihäusergruppe 1 364 700 Mark. Bei 700 Mk. Miete für jede Wohnung muß die Stadt jährlich noch rund 75 000 Mk. zulegen. Wie dec Oberbüraermeister mitteilt, liegen rund 500 Wohnungsgesuche vor. — Für Notstandsarbeiten wurden 150 000 Mk. und ferner 10 000 Mark für die Begutachtung eines Projekts, durch welches die Wasserkraft der Lahn durch Anlage von 3 Kraftwerken nördlich und südlich, sowie in der Mitte der Stadt besser ausgenuht werden soll. r. Aus bem Kreise Marburg. Nach- bem nunmehr bie Preise für Schlachtvieh einheitlich geregelt sind, sollte man meinen, daß auch bie Fleischpreise gleich seien. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß im Kreise Gießen das Pfttnd Fleisch 9 Mk. tastet, während in un- uin'erem Kreise das Pfund Kalbfleisch 10,50 Mk. Rindfleisch 11 Mk. tostet. In Fachkreisen glaubt man, daß bie jetzigen Vie'hpreise ber Uebergang zur freien Fleischbewirtschaftung seien, ba sich bie Zwangswirtschaft nicht rn^hr lange halten könne. Kirche und Schule. B. Gießen, 16. Juni. Tie diesjährige allgemeine Verfammluny ber evangelischen P farr er ber Provinz Ober'hbssen wurde heute in dem Konftrmandensaal der Jöhanneskirchc ab- g^halten. Nach gemeinsamen Gesang und einem t»n Tetan Engel gesprochenen Gebet eröffnete der Vorsitzende, Geh. Oberfonsistvrialrat D. Petersen Darmstadt, die Verhandlungen, indem er zunächst der feit der letzten Versammlung verstorbenen Mitglieder in der üblicken Weiß: gedachte. Sodann hielt Pfarrer Weber -Lang-Göns einen Vortrag über „Kirche und Gemeinschaft" Er führte aus, daß die Kirche eine große Gabe urrd Ausgabe in der Verkündigung des Evangeliums und in der Verwaltung der Sakramente 'habe, eine Aufgabe ber sie sich in aller Treue wibmen müsse, auch gegen die Zeitströmung. Tie äußere Ordnung in ber Kirche soll in Ehren gefallen werben; auch die 9tbTjängig?eit vorn Staate t*abe manches Gute. Habe die Kirch? ihre Stärke, so sei diese and) bei bet Gemeinschaft zu finden. Sie könne sich auf die Schrift, auf Suffer u. a. berufen. Zu wünschen wäre ein inniges Zusammengehen van Kirche und Gemeinschaft. Der zweite Referent war Pfarrer Becke r-M arienschboß, der mehr Anbetung im Gottesdienst forderte. Tie Predigt sollte volkstümlicher und erbaulicher werden Sie braucht Krüik nicht zu fürchten, solange sie auf dem Boden des Evangeliums bleibt. Bei der Gemeinschaft fette es vreltach an religiöser rlese und Nüchternheit der Auffassung: Kirche unb Gemcrnschan sollen sich gegmieirig verstehen 'mb ichätzen lernen. In ber Aussprache, an der nch zahlreiche Herren beteiligten, Tarnen zu stimmende und gegnerische Ansichten zum Ausdruck. Gerichtssaal. Die Gefangenencrfchießung in Thüringen. Marburg (Lahn), 16. Juni. (Wolff. Heute morgen sand auf der Straße Eisenack Gotha bei den Orten Sattelstedt, Mechterstedt und Teutleben ein Lokaltermin des Kriegsgerichts ber ehemaligen 22. Division wegen ber Vortamlnnisse bei Bab - Thal statt. Außer ben 14 Angeklagten waren auch 12 Zeugen und einige Sachverständige erschienen. Die einzelnen Tatorte unb bie Lage ber 15 Leichen würbe festgestellt. Die Aussagen der Angeklagterr stimmten wieder darin überein, baß auf bie 15 Gefangenen wädrcnb ihrer Flucht geschossen worben ist. Um 10 Uhr vormittags wurde ber Termin beenbigt. Morgen früh finbet bie Fortsetzung ber Verhandlungen in M ar> bürg statt. Die Meuterei im Offenbacher Gefängnis. sw. T arm stabt, 15. Juni. Am 18. April b. Js. haben bie Ana^lagten Hch. Tobi er, Otto Griesche, Jos. Malsy, Mich. Spachrnann unb Emil Hofmann, bie sich im Gefängnis zu Offenbach tu Untersuchungshaft befanden, versucht, nach vorheriger Abmachung ben Gefaugenenaufseher Jvft zu übermütigen, um ausbrechen zu können. Zu bieiem Zwecke liehen sie sich vvn dem Auffeher Schreibmaterial bringen. Beim (Eintritt des I. lag Hofmann am Boden und markierte Kvampfe. Wahrend ihm ber Aufseher Hilfe leisten wollte, fielen bie Angeklagten über ihn her, überwältigten ihn unb entriffen ihm die Schlüffe!. Sie flohen dem Ausgang $u, fanden diesen aber verschlossen. Hierauf versteckten sic sich int Kbosett des ersten Stockes, wo sie von ein getroffener Hll^ festgenommen und in Einzelhaft abgeführt wurden. Tas Gericht verurteilte Spach mann, Tvbler unb Griesche zu 1 Jahr Zuchthaus. Doalsy zu 11 Monaten und Hofmann zu 5 Mvnaten Gefängnis. Millionendiebstähle im Mannheimer Rangierbahnhof. Mannheim, 16. Juni. Ein Riesen» Prozeß, dessen Dauer auf sieben Tage berechnet ist, hat vor Der Strafkammer begvmten. Wie an vielen anderen Eisenbahnknotenpunkten, so nxirbe in den Jahren 1918 und 1919 auch auf dem Mannheimer Rangierbahn Hof, ber zu ben größten Anlagen dieser Art gehört, in einem Umfange gestohlen, daß die Ersatzansprüche an die Bahnvcrwaltung nach Millionen zählten. Nun stehen 114 Bahnbedienstete unter Anklage, fast ans- nahrnslos Leute gefetzten Alters vvn vorher tadelS- freier dienstlicher Führung, die aber durch die Re- nolutton und vor allem durch das schlimme Beispiel der von der Etappe und der Front zurückflutcnden Truppen mit ihrer heillosen Vergeudung von Na» fionalgut aus der Bahn von Recht und Amtspflicht geworfen worden waren. Für die Plünderungen, hatte sich ein förmliches System heransgebildel. Won den Revisionsbnreaus wurde mündlich ober burch Telephon weitergemelbet, wenn Wagen in einem Transport waren, deren Beraubung sich besonders lohnte. Daltn wurden diese Wagen an einen geeigneten Platz gestellt, die Plomben erbrochen und dcnm nahm jeder was ihm paßte. War es Wein oder Champagner, dann wurden förmliche Gelage veranstaltet, unb es kam vor, daß bas ganze Personal mehr oder weniger betrunken war. Schuhe, Fett, Margarine, Speck, Seife, Schokolade, Zigarren und Zigaretten waren besonder» begehrt. Unmittelbar vor Beginn des Prozesses hatten noch die Eisenbahnerorganisationen an den Landtag eine Eingabe gerichtet, worin um N ie- derschlagungdesVerfahrens und W i e* deranstellung der Schuldigen gebeten wurde. Dabei ist aber zu berücksickttgen, daß eine große Menge von Anklagefällen schon durch die Amnestie von 1918 ausgeschieden sind und wettere 50—60 Fälle im Laufe der Untersuchung gestrichen wurden. Dem Prozesse werden noch weitere folgen. fn. Ein ganzer Eisenbahnzug Messing verschoben! Wenn es nicht in einet Gerickstsverhandlstng festgestellt worden wäre, daß aus dem Artillerie-Depot in Kassel eine Menge von 9000 Ztr. = 45 Eisenbahnwaggons voll Messing verschoben worden ist, man hielte es für unmöglich. Diese Menge entspricht der Gesamtlabung eines ganzen Eisenbahnzuges^ wobei angenommen wird, baß jeber Waggon eine Labung von 200 Zentnern ausgenommen hätte. Um welche Millionenwerte es sich bei biefer Riesenschiebung hanbelt, kann sich jeber ausrechnen, ber weiß, was heutzutage ein einziges Pfand Messing kostet. Diese Riesen-Schiebung Mm Nachteil ber Heevesverwaltnng ist nicht bie einzige; es waren bereits viele ähnliche oorausgegangen, als biese Schiebung burch die Ausmerffamkeit eines revibierenben Eisenbalinbeaniten, welcher einen gefälschten Eisenbahnfrachtbrief entbeckte, ans Tageslicht kam. „Verschoben" wurden biese Riesenmengen von Leuten, welche im Artillerie-Depot beschäftigt worden waren: Kaufleuten, Technikern und Arbeitern. Die Urteile lauteten auf 3—1 Jahr Gefängnis: der Hauptschieber hat eine Kaution von 100 000 Mk. im Stich gelassen unb ist geflohen. Berlin, 16. Juni. Wie bas „Bert. Tageblatt" aus Dessau meldet, hatten sich drei Angehörige des 1918 in Armentieres einguar» Uerten Lichtmeßtrupps 134 des Garde-ReservekorpS vor dem Deffauer Schwurgericht wegen der Beraubung einer Schankwirtin in Armen- tteres zu verantworten. Die Aburteilung bet Sol- baten durch das Kriegsgericht war durch den Mck- zug und die Revolution verhindert worden. Das Schwurgericht erfaimte auf je zwei Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Sport. Kiel, 16. Juni. Lnteigmlm lick höher, geltem na tnnben. A senmgen. 9 -Mmher Erwartung .^ursllwes nchn eins aus begreif mgab. Bo beruhten. Fran stimmnn ter in Frc weiter fort ton guten Legen bis 646.-. C sch (272.- hmipttt (I 188.-. z W 8 (3. W c) für di« j ab Mt na% »• Dorf-WTB.) Havas. Das .»Journal officiell" veröffentlicht eine Benachrichtigung, Vie der deutschen Regierung am 12. Juni ^gestellt wurde, über die Aufrechterhaltung gewisser Kategorien von Verträgen, dst im Allgemeininteresse geschlossen wurden, gemäß Artikel 299 des Versailler Frredensvertrages. In der Benachrichtigung beantragt die französische Regierung die Aufrechterhaltung der Gesellschaftsverträge, der Verträge xN mildtätigen oder Ernährungszwecken und der Verträge, die Geschenke irgendwelcher Art begründen. Die französische Regierung wird ferner der deutschen Regierung eine Liste der Privatverträge zugehen lassen, die nicht unter die obigen Kategorien fallen, deren Aufrechterhaltung jedoch int allgemeinen Interesse liege. Die Wirtschastsverhandümgen mit Rußland. London, 16. Juni. (WTB.) Reuter glaubt zu wissen, daß sich die belgische und japanische Regierung an den kommenden Besprechungen mit Krassin beteiligen werden. Wie Reutet weiter vernimmt, wird eine neue Besprechung zwischen Krassin und den englischen Ministern stattsinden, sobald Krassin die Antwort seiner Regierung aus Moskau erhalten hat. Rücktritt des norwegischen Kabinetts. Kopenhagen, 16. Juni. (WTB.) Wie die Blatter aus Kristiania melden, lehnte der Stor- thing gestern das Bergbaugesetz des Ministeriums Knudsen mit 74 gegen 51 Stimmen ab. Infolgedessen ist das r ad ikale Ministerium Knudsen, das seit 1913 im Amte ist, zurück- getreten. Die Mehrheit bestand aus Konservativen und Sozialisten. Das neue Kabinett wird wahrscheinlich von den Konservativen gebildet werden mit dem Storthingpräsidenten Halvorsci an der Spitze. Keine Mobilisierung SchweLiens. Stockholm, 16. Juni. (WTB.) Die nor- Fleisch-Verteilung. Die bei dem Metzger Karl Krug, Marktplatz 23 abgegebenen Fleischmarken der 24. Woche werden von dem Metzgermeister Julius Rosenbaum, Ktrchenplatz 4 beliefert. Fleischmarken dürfen für die Folge an den Metzger Karl Krug, Marktplatz 23, nicht mehr abgeliefert werden. 6686B Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Nachverzeichnete Arbeiten und Lieferungen sollen zur alsbaldigen Ausführung vergeben werden: a) für die Feldberernigung Lich: Instandsetzung der oberen Strecke des Weidgrabens 3600 cbm Bodenbewegung. Eröffnungstermin: Dienstag, 22. Juni vormittags 9 Uhr. Datum: 5°/,D«u1.Kttegsan1. 4<7,Deut.Reich»anl. 3"/„Deut.Rcchsanl. 4% Preuß. Kons als Darmstädter Bank Deutsche Dank. . . Disconto- Gesellfch. Dresdener D§nk. . Nationalbank f. D. Mitteld.Kreditbank H.-Amerik.'Paketf. RorddeutfcherLloyK Bach. Guhstaklwrk. D.-Luremb. Bergw. Gelsenkirch. Bergw. fiarpenet Bergbau Oberschl. Eisend.» A. Oberschles.Eisenink. Phönix-Brgb.» Akt. Bad.Anilin. u.Soda Höchster Farbwerk« Elektr. A. E. G. . Schuckett-Werk«. . FeltenLGuilleamne Daimler Bud-Eisenw.-Mt. Adlerwerk« .... 4°/e Heff. Saatsanl. Achtnng! Achtung I MMeMermrmM Wir e,nvfehlen als besonders preiswert: Deutsche Mandelmilch-Schokolade, netto 95 g brutto 100 = in Packung (Kartons ä. 50 St.>, pro Tafel M. 6.30, Kleinverkaufsvr. M.7.50. Grossisten wollen besond. Offerte einholen. la irisches Alpenbrot mit Zuckerglasur pro Pfund M. 12.—, Feinst gemandclte Leckerli mit Zuckeralasur pro Paket (6 Stück» M. 1.25. KekS (nur Weizenmehl) pro Batet M. 3.60. Keks (Buttergebäck) pro Paket M. 4.—. Versand per Postnachnahme ober Eilgut. Gute Verpackung garantiert. 6660 Firma Ludwig Wies-Zöller Zuckerwarengroßhandlung, Wiesbaden 75 Keine Wanze mehr. WT e , Radikalmittel „Nlcodaal . 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Einem Telegramm aus Dedeagatsch zufolge hat Jafer Tuyor die Unabhängigkeit Ost- thraziens proklamiert und dte Oberhoheit der Pforte als aufgehoben erklärt. Es wurde ein Kabinett», gebildet. Unruhen in Mesopotamien. Teheran, 15. Juni. (WTB.) Havas. Die Lage in Mesopotamien, die ohnehin schon recht be- vrmTvhigend war, hat sich in den letzten Tage» wesentlich verschlimmert. Dieser Tage wurde die Stadt Tel-Afar von dem mächtigen Stamme der Chamar, der unter dem Befehl muselmanischer Offiziere steht, eingenommen. Alle britischen Beamten und ein großer Teil der Bevölkerung wurde nredergemacht. Dann bemächtigten sich diel Angreifer Mosuls, wo sie die öffentlichen Gebäude besetzt halten. Unter der Bevölkerung herrscht: große Unruhe. Die Verbindungen nach Bagdad sind unterbrochen. In B a g d a d begaben sich die Manifestanten vor die Polizeipräfektnr und verlangte» die Herausgabe der politischen Gefangenen. Eins drohende Panik wurde durch die mohammedanisch« Pvlizeittnppe unterdrückt. Aus dem Tigris wurden englische Boote geplündert und die Besatzung niedergemacht. Kämpfe in Korea. Tokio, 16. Juni. (WTB.) Aus Soeul wird gemeldet: 2000 koreanische Banditen haben die japanische Garnison am Tumon- Fluß an der chinesischen Grenze angegrif- : fen. Sie wurden zurückgeschlagen. Die Japaner verloren 62 Mann. Die Koreaner ließen 42 Tote zurück. Bei der Verfolgung betraten die Japaner chinesisches Gebiet. Der kommandierende Offizier erklärte das für unvermeidlich. Mitglieder der Koltschakregierung zmn Tode verurteilt. Kopenhagen, 16. Jpni. (WTB.) Die ..Rational Tidendc" meldet ans Helsingfors: Tie sibirische Revolutionsregieriing fällte das Urteil über die Mitglieder der Kolschakregierung. Vier Mttglieder wurden zum Todeverurteilt, sechs zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und zehn zu zelmjähriger Zwangsarbeit. Wegen Geschäftsveränderung und Aufgabe des Ladengeschäfts verkaufen wir untere gesamten Lagerbestande zn bthentenh herabgesetzten Preisen! Göbel & Appel, Seltersweg73 rooC c) für die Feldbereinigung Rieder-Beffingen: 11 Herstellen von Gräben 575 2) Liefern von Iementröhren von Wieseck, den 16. Juni 1920. «697 [010937 Harbach, den 17. Juni 1920. (X) X I. A.: Otto Schuler Gießen, 16. Juni 1920. 6664 D 6696 1200 Saite Falzziegel H IIIIII HIHIHI II MIIHII Hllllll t lllllllll 6 67 4 6689 Schulstrahe 7. | Vereine | e Artillerie -Verein. Allein müde he n 'Jinbereö bei (Arofnnaau, 010929 Schi Frau Lehrer (Slürt, 5 LangSdvrf b. Viel, I n mit Sx4-Zimmer - Wohn, liebst Vaben zu verkaufen. Gießen (Steinstr. 45), Nied, Wiesbaden, 16. Juni 1920. Die Trauerfeier findet Freitag den 18. d. M., nachm. 3 Uhr, in der Kapelle des neuen Friedhofes statt. (°10935 Der Ä.H.B. u.die Aktivitas der Burschenschaft im A.D.B. „Arminia“ Bin vom 20. Juni ab auf 3—4 Wochen verreist ab Lager zu verk. [019MS Hermann Meier, Dach- bedermitr., Walltorstr. 46. Die Beerdigung findet Freitag den 18. 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