m. 218 Dec Sityener Hnjelfltt erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreise Monatlich Mark 3.60 undMK.- SSTrägerlohn, viertelj^hrlichMark 10 80 undMk.l.S5Tcägerlohn.- durch die Post viertel, jährlich Mark 12.- ausschlieblich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: fürdieSchriftleitung 112; Verlag,«Zeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. lichten: Lnzeiaerrietze». Postscheckkonto: ^autsurt a. M. U68S 170. Jahrgang Donnerstag, 16. September 1920 /WV 'V'T* ax Annahme von Anze.gen ^WWWM d.e Tagesnummer dir GletzenerAnzelger s ^auplschristletler: Au^. General-Anzeiger für Oberhessen MM V W 1 e 1 1 Anzeigenteil: H. Deck, Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. 5chrif1lettung, Geschäftrstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. sämtlich in Gießen. nisber lange genug im Amte ist, um weit greifende teitak tische Vorteil ausschlaggebend zu sein. Scheidemann hat in Kassel neuerdings Stresemann über die Erweiterung der Regierungskoalition. Innerhalb der sr^ialdemokratischen Partei mehren sich die Anzeichen, daß sie jetzt, nachdem sie die Unabhängigen nicht mehr in dem Grade fürchtet wie früher, bereit wäre, in die Regierung einzutreten. Dr Strese- mann, der Führer der Deutschen Volks- eine Rede gehalten, in der er u. a. sagte: „Ein merhuürdiges Geraum geht durch die Lande über den angcb ich bevorstehenden Wi d rein- tritt der Soziold.mokcaten in die Reichsregierung Was für nicht vorherge.ehme Ereignis e sind denn eingetreten, die es der sozialdemokratischen Partei als zeitgemäß erscheinen la sen könnten, die Kürte der Regierung wieder auf sich zu nehmen? Im Gegenteil, die Zustande haben sich derart verschlimmert, daß wir froh sein können, nach den Wahl.n eine Taktik eingeschlagen zu haben, die damals alsolut richtig war und zur Stunde noch richtig ist. Wir gehen schlimmen Monaten entgegen. Kartoffelwucher, Lebmsmittel- not, Wohnungselend schl.mmsber Art, Kohlcnnot, Frost im Hause, Arbeitslo igkeit und grauer- Elend aus unabsehbare Zeit. Ich berufe mich gar nicht auf die im Sommer von Hermann Müller gegebene Parole: unter keinen Umständen m eine Regierung mit der Deutschen Volkspartei einzutreten. Aber jetzt kann die sozialdemokratische Partei rwch wenig,r mit Stinnesleuten gemeinsam eine Regierung brlden als früher. Was uns einzig retten kann, ist eine vollkommen zielklare Politik, die auch einheitlich geführt narben muß. Wir müssen in kürzester Zeit die reftioie Sozialisierung des Bergbaues durchführen, um nur ein Ziel zu sehen, odjeitemann sck^ß: „len Zeitpunkt festzustellen und die Bedingungen zu formulieren, unter denen die sozialdemokratische Partei in die Berliner Wilhelmsstraße einziehen kann, steht bei uns." Scheidemann wünscht also offenbar, daß seine Partei in der härtesten Leidenszeit unseres Volkes sich von der Mitregierung und Mitverantwortung weiterhin drückt, daß sie den schlimmen Monaten aus dem Wege gehe, um desto skrupelloser Progaganda und Stimmenfang zu treiben. „Gs mag", sagt Stresemann, „im Lande als eine Entlastung empfunden werden, wenn die Partei, außerhalb der Regierung stehend, volle Agi- tationskrast für die Propagierung ihrer Jteen zurückerhält." Dieses Partei taktische Moment bürfe aber nichtausschl aggeben b sein, denn ,-ein freiwilliges Ausscheiden der Deutschen Volkspartei aus der Regierung würde mit Jubel begrüßt toerten/imb zwar von denen, die nur bar auf warteten, die alte Koalitionsregierung — Zentrum, Demokraten und Sozialbemokraten — wieder her- »ustellrn, sich die parlamenlarische Mehrheit durch Unterstützung der Unabhängigen zu sichern oder durch eine Reichstages ö img bie gegenwärtig als gut angeselenm Chancen der Sozialdemokrat i e so zu stärken, baß sie von selbst ben Stern einer spälern Regierungsbildung abgebe. Was wäre aber dann erreicht? Das Bürgertum wäre in einer solchen Koalition zur Bebeutungs- l o s i g k e i t verbammt. Ter sozialdemokratischen großen Partei stünden Zentrum und Demokraten kaum zahlenmäßig gewach'en gegenüber. Die führenden Äemter der Reichsregrerung würben von irr Sozialbemokratie besetzt werden, und die übrigen Kabin-ttsmitglieber wären gerabe gut genug, um der Sozialdemokratie die Steigbügel zu halten. Di« ausschlaggebende Stellung in welche bie Sozialdemokratie dadurch käme, würde, wie bie Verhältnisse in Preußen gegenwärtig .zeigen, rücksichtslos ausgerrutzt werben, um bie Reste bes unab- fiänkeit wirkt, bann kann man sich bes Beteickrns nicht erwehren, baß damit biejenigm Kveise, welche bei dm letzten Wahlen sich nrr Deutschen Volk-parei bekannt haben, oder deutsch-national wählten, auf lange Zeit in bet nichtigsten Periode des Wiebwaufbaues Dcutsch- lands einflußlos sich zur Sei!« drängen ließen und lediglich das parlamentarisch unb politisch vielleicht dankbare Brot der verantwortungslosen Opposition äfrn. gleichzeitig aber dem lieber hanb» nehiwn soz aftstiscken Ein lusses iri* gebundenen Mn ben zu ehen müßten. Den Schaben bavon t üit letzten Äides nicht bie Partei, sondern es würden damit alte Hoffnungen begraben, bie man in ben Wahlausfall vom Juni ge etzt hat. Man kann boch an der Tatsache nicht Vorbeigehen, baß auch in ber Deutschen demokratischen Partei be gemäßigten Elemenie in her neuen Reichstag ftaktion mehr iührenb geworben sinb, und baß sich ein gewisses stärkeres Be onen des bürgerlichen Solibaritätsge- fühls in diesem Reichstag wiederholt gezeigt hat; es sei nur an die letzten Verhandlungen,des Parlamentarischem Beirats für die Entwaffnung erinnert Vielleicht würben biese «mäßigten Kreise als Wählersck-aften durch eine der Kritik lebhaft wsges^te Regierung weiter nach rechts gedrängt, mb Gelegen!eil zu neuen Wahlerfolgen wäre gegeben, aber schließlich hätten das Reich unb das Bürgertum bie Rechnung zu bezahlen. Dann fährt Stresemann fort: Wir haben keinen Anlaß, uns bie Richtung unsrer Politik von ber Sozialdemokratie Vorschrei- ben zu lassen, die ihre Kräfte doch überschätzt, wenn ße annimmt, daß sie einfach zu bestimmen hätte, unter welchen Voraussetzungen in Deutschland Regierungsbildungen vor sich zu gehen haben. Wenn 'te in 'bie jetzige Koalition eintritt, Jo würde damit ein vernünftiger Ausgeich »nmchrn^ Bürgerbon unb Sozialbemokratie gegeben sein, -sie würde eilten vollberechtigten Anspruch haben können auf ben Einfluß, ter ihr zahlenmäßig nach ihrer Frak- MsftiLfc znkommt, nicht m-hr unb nicht toemger. Mmerhin bliebe das bürgerliche Element ® tiefer Kvaltion führend durch das L-chwer- ^wichl seines gegenwärtigen Einflusses., In der taktischen Politik hätte man eine Verständigung tljustreb.m, die schließlich auch bei ber bisherigen ?Mrungspolitik durch Fühlungnahme mit ter giialtemotratie tatsächlich durchgeführt mortem ift “äne bann auf Grund von Ncauvahlen eine,gleiche Walition in Preußen zustunte, so wäre am..dieser vrunblage für eine Stetigkeit ter Verhältnisse im Reich und in dem führeuten teurscheil Staat Sorge getragen, auf ter eine ersprießliche Arbeit sich deshalb aufbauen könnte, weil eine Stetigkeit mich ber Personalverhäl.nisse schließlich die Voraussetzung dafür ist, baß hervorragende Periönlichkeiten auch tfrieber wie früher in ihren Ressorts in ber Lage fairen, praklisckte Arbeit zu leisten, währenb heute ter Ministerialdirektor bte allmächtige Figur ist, ter bie kommenden unb gehenden Miniltcr überteuert, unb vielfach die gan-c Regiermigsmaschine 01 Stagnation erstarren hissen must, weck kein Mi- Cine neue deutsche Note übet Gberschlefien. Berlin, 15. Sept. (WTB.) Der deutsche Bevollmächtigte für den Absrimmungsbe- zirk Oberschlesien übyrgab dem Präsidenten der interallii.r en Komm s ion in Oppeln, General Le R o n d am 14. Sep ember folgende Rote: ,,Die deutsche Regierung ist im Be ide von polnischen Operationsplä. en, oraari a orisckMt Anordnungen, ton Meldungen imS Befehlen, bie in ihrer Gesamtheft einen neuen Beweis für die Absicht einer gemalt tarnen Besetzung Obersch, l e s i c n s und für das Bestehen einer hierzu geschossenen geheimen polnischen Kampfvrganisa- tion erbringen Es darf anheim gestellt werden, die DriginalSofuntente im auswär.igen Amte durch einen Bevollmächriglen er..feben au taffen. Aus dem Material ergeben sich svlgende Einzelheiten, die zum Teil auch den Schlüssel zu den Vorgängen Der letzten Wochen liefern. Das gesamte Abstim- stimmungsgcbiet ist von einer geheimen Oraani- sation in 9 Bezirke gegliedert, bie nach ben land- rätlid-en Kreisen untergeteilt sind und zahlreicks« Rayons umfassen. Innerhalb ter Ra Pons sftch Zehnerschaf.en organisiert, tie die klein i.e Kampfeinheit darslellen. Jeter Rayon muß mindestens verfügen über eine Sturm- und eine Maschinen- gewehr-Zetmerschaft, um die sich bie Jnfanterio- Zehnerschaf en gruppi.ren. Die ZÄM-rschafen bestehen aus besonders verpflichteten Ortseingesesse- nen. Nach dem Stand vom 1. Juli 1920 zählten diese Organisationen 11 736 Köpfe. Daneben besteht Die' ben Ra ans eingegliederte Hilfsorganisation des polnischen Selbstschutzes, der aus den Arbeitern ter Hütten, Gruben und der Eisenbahnen sowie aus ben Mitgliedern von Sport- unb Gesangvereinen gebildet ist. Zu ihr gehört auch der Verband ter Hallertruppen, ber anfangs Juli berefts 2000 Dftmn umfaßte unb befien Mi:glieder durch^Vermiftlung tes volnisckien Roten Kreuzes in Deulhen ihren militärischen Sold weiter e rollt en. Tie Leitung ter gesamten Organ rarem ruht bei einem obersten Kommando, das auf polnischem Boten in Nvsnowica seinen Sitz bat und dem die neun Bezirke unmittelbar unteritmt futO. Dem obersten Kommando obliegt dick Verständigung mit den rvlnischen höheren Behörden. Aufgabe der Organisation ist es, sich ter rögenannten O p e- rationsbasis zubemächtigen. D eie umfaßt die Kreise Tarnowitz. Beut hin, Hindenburg, Kattvwitz und Pleß, also den Hauptindu'lriebeztrk. Zur Durchführung ter Aufgabe sollen aus einem Test der Einheiten dieser Krei'e drei Bataillone Infanterie, eine Stoßtrupp- und eine Maschinen- gewelfrtampagnie überraschend zusammen Erzogen werden, um bie Westgrenze, etwa in Linie Ko- schentin—Sounitze—Dembi.'.a, zu besetzen, zte übrigen Einheiten, formftrt zu einem Bataillon Infanterie, drei Stoßtrupp- und drei Mai-chr^en- gew.'hrkvmpignien, sollen, untenstützt vom L-elb't- schutz, die in ter Basis gelegenen Städte nehmen und etwaigen deutschen W'ter. and bre^i Insgesamt wurde Mftte Juli hierfür mit rund xC1000 Mann gerechnet, darunter die obenerwähnten 2000 Mann vom Verband ber Haller:ruppen. In enger Verbindung hietmi steh' iii Aufm.rsck>r-lan, nach welchem auf p lnis-em Bo.^m ter t g > ell.eS.tei - fräfte sich zu gegebener Zeit tes Abstimmungsgebiets temäch ig n sollen. Die deut ch Regierung beehri sich, bet interalliierten Kbntm s im vv.t v r eh n em Kenntni. zu geben. Sie glaubt, gera e im gogcnroärtig.m Augenbl ck ihre früheren Warnungen eindringlich wiederholen zu sollen, weil sie zUverläs igc Nachrichen ton einer i,t Vortercitung befind!ichm polnisch.n Aktion hat. Ein schweres Verhängnis, für t-as die interalliierte Kvmmisüon ute Verantwortung tragen würde, ist von dem Abstimmungsgebiet nicht mehr abzuwenten, wenn nicht schleunigst tic durch den Augustaufftand geschaffenen Mißstände beseitigt uno die polnisckien Vorberei mtgen für neue Auf, andsbewegimgen unter -rückt werden. Bei bet polnischen Regierung, ter Friedenskonferenz, dem Stetigen Stuhl lutb Den Kabinetten in London, Paris und Rom find die erforderlichen Schritte unternommen worben. * Deutsch-polnischer Gefangenenaustausch. Berlin, 15. Sept. (Wolff.) Gestern hat tn Stentsch ter dritte deutsch-po lrl che Gefangenenaustausch ftattg.f nden und zwar sind 31 bisher in polnischer Gefangen) ck>ift gewesene Deutsche freigelassen Worten. Wie schon bet früheren derartigen Gelegenheiten hat sich aur polnischer Seite Rittmeister Szoz-'pa tf vom P>- sener Generalkommando und ter teutscke Füriorge- kommissar Arlt in Pofen um ten Anstatt sch besonders verdient gemacht. Es ist anzuerLennsn, daß in letzter Zeft dem Bestreben tes Auswärtigen Amtes, die Freilassung der ReichSxutfchen terter- zufühven, von polnischer Seite mehr entgegen» •cfommtn wird. Auch die Unterbringung ter Gefangenen in ber Sternburg in Posen gibt zu Beanstandungen keinen Anlaß mehr, was ter Fürsorge kommisfar aut Grund persö. li er B.fiästig mg bestätigt. Angehörige von Deutschen, die noch in Polen zurückgehalten werten, tun gut, tem Auswärtigen Amt, Referat Polen, sobald wie möglich davon mit allen Einzelheiten Miitellung zu machen. Die Lage in Italien. Rom, 15. Sept. (Wolff.) Stefani. Der Nationalverband der Gewerkschaften setzte die Verhandlungen mit den Ministern für öffentliche Arbeiten und für Inneres sowie mit mehreren Banken zwecks Erwerbung einiger großer Betriebe durch ein nationales Konsortium der metallurgischen Gewerkschaft fort. Die Erwerbung der Werften von Castellamare, die 2000 Arbeiter beschäftigen, scheint nahe bevorzustehen. Ter Völkerbundtzrat. Paris, 16. Sept. (WTB) Ter Völkerbund s r a t wird am 18. September unter dem Vorsitz von Leon Bourgeois in Paris zu seiner 9. Sitzung zusammentrelen Auf der Tagesordnung stehen: Bericht über bie Regierungskommission im Saargebiet, die Ergebnisse der Volksabstimmung in den Kreisen Eupen und Malmedy, Bericht ber Internationalen Jurijlenkommission und ein Bericht über bie Aalandsfrage fein schwedischer und ein finnischer Delegierter werden an ber Debatte über letzteren Bericht teilnehmen), sowie die Ernennung zweier Kommissare in die durch ten griechisch-bulgarischen Auswanderervertrag vorgesehene Kommission und endlich bie in Genf abgeschlossenen Kontrakte über bie demnächstige Errichtung tes Sitzes tes Völkerbundes in dieser Stadt. Die Aohlenlieferungen. B e r l i n, 15. Sept. (Priv.-Tel.) Wie dem „Berliner Lokalanz." aus Essen gedrahtet wird, sind entgegen anders lautendenBlätter- meldunaen ebenso wie im August auch im September die Kohlenlieferunaen an den Verband aus dem Ruhrbezirk bisher in vollem Umfang durchgeführt. In Rückstand geraten seien lediglich infolge der Unruhen die oberschlesischen Kohlenlieferungen an Italien. Millerand in Genf. Genf, 15. Sept. lWTB.l Sofort nach ber Ankunft tes französischen Ministterprä identen Millerand in Genf besuche er den Direktor tes intemationa^cn Arte t amls, Albert Thomas, ter in einer Rede bie Arbeiten des Amtes wie folgt darlegte: „Mft unterem ganzen Willen, mit aller unserer Energie unb unserem voilen Glauben, we.- ten wir alles daran setzen, um bie gesetzgebende Organisation, bie ber Völkerbund geichaffen hat, in Wiik amkeit zu setzen. Wir werden danach streben, daß die 6 Kvnven ionen und bie 6 Konsulate, ter Konferenz von Washing'on unb dw drei Kon- vemionen und bte 4 Konsulate ber Konferenz von Genua ratifiziert werden unb zum internationalen Recht ausgestattet werden. Wir werben die Regierung jetzt ersuchen, uns in unteren Anstrengungen zu unterstütz ruund niemand kann das besser, als Sie, Herr Präsident." Der bevorstehende Rücktritt DeSchanels. Paris, 16. Sept. (WTB.). Angesichts ber Verschlimmerung im Gesundheitszustand tes PräsibentenTeschanel beschäftigen sich bie Regierungskreise mit den zu ergreifenden Maßnahmen. Gerüchtweise verlautet, Deschanel werte nach ter Rückkehr Millerands seine Demis'ion einreichen. Man retfcnet auch damit, daß das Parlament im Laufe der nächsten Woche zusammen- treten wird. Paris, 16. Sept. ftWTB.) Havas. In ber Präsibentenkrife taucht zunächst die Frag« auf, ob Millerand kandidieren werte oder nicht. Man nimmt an, daß seine Kandidatur vor seinen Freunden aufgestellt werten wird. Von Senatoren w.rten genannt: Leon Bourgot, Jom i.art, Rilot, Pams unb Daurnergue, von Depu» tierten Pcret, Lehgues, Castelnau unb Biviani. Aushebung von Freiwilligen znm Kampf in Frland? London, 16. Sept. (WTB.) Nach einer Havasrneldung aus London berichten verschiedene Zeitungen, daß die Regierung beabsichtige, in den nächsten Tagen einen Aufruf zu erlassen zur Aushebung von Freiwilligen mit dem Zweck, sie für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Irland zu verwenden. Aur Vein Reiche. Sitzung des Reichsrates. Berlin, 15. Sept. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Reichsrates wurde ein Antrag auf Herabsetzung des Branntweingrundpreises von 620 auf 600 Mark, sowie der Entwurf des Gesetzes gegen die Kaprtals- flucht angenommen. Die preußische Finanzpolitik. Berlin, 16. Sept. In verschiedenen Blättern wird festgestellt, daß das preußische Finanzministerium bereits einen Gesetzentwurf 'ausgearbeitet hat, welcher bestimmte Vorschläge für eine Deckung der Fehlbeträge des laufenden Jahres und der noch zu erwartenden Fehlbeträge des nächsten Jahres durch Erhebung von Landes steuern enthält. Der Finanzminister stehe, so wird gesagt, auf dem Standpunkt, daß gleichzeitig sowohl eine starke Einschränkung der Ausgaben als eine Schaffung neuer Einnahmen unvermeidbar sei. Die Neuordnung der Polizei in Preußen. Berlin,' 15. Sept. (WB.) Dre über bei Neuordnung des Polizeiwesens in Pre aßen unter tem Vorsitz des Ministers teS Inneren, Severing, abgehalt?ne Sibung, wozu Amtliche Oberpräsitenten, Regierungspräsidenten, Poliz»ftpräsitenten und äußert em auch V.rtretec ber unteren preußis lien R i s.ninis.e um g taten waren, hat, wie wir hören, zu einer lieberem» ftimmung g> führt. Wenn auch die Regftrungs- präsitenten gegen die Übertragung eines wefent- lichen Teiles der bisherigen Befugnisse auf die Oterpräsitenten Betenk.n geltend machten, so trat doch überall das Bestreben hervor, ter unabweisbaren Nottvendigkeit Rechnung zu tragen. In diesem Sinne hat die Aussprache das Ergebnis gezeitigt, daß in Anbetracht der von ter Entente erhobenen Forderung die Polizei nach Rickst.mien umgestaltet wird, die im Mmistermm tes Innern ausgearbeitet worden sind Am Donnerstag •ibenb wird dieselbe AngelegTuhrit int HauptauSsck-uß der Landesversammlung und unmittelbar ^darauf int Staatsministcrium erörtert werten. Labald das geschehen ist, werden die Organisatwnsäiitermigen veröffentlicht, gemäß den En enteforberungen. Ten durch-zusührndren Maßnahmen wird in Kürze eine Vorlage tes neuen Po.ieiss'setzes folgen, testen Gestaltung zuvor in einem größeren Kreise unter Hinzu?i hung von sachverständigen Barnten und Vertretern ter let ilig.en B^amienocganisatunen beraten werten soll. Die Ausnützung der Wasserkraft. München, 15. Sept. (WTB.) ReichAB schatzrninister von Raumer reiste zur Besichtigung des Walchenseekraftwerkes von hier ab. Seine Verhandlungen mit der bayerischen Regierung über die Fragen der Wasserkraft- ansnutzung zur Elektrizitätsversorgung sinb vorläufig abgeschlossen. Eine Talsperre im Schwarzatal. Berlin, 16. Sept. Wie das „Berk. Tagebl." aus Halle meldet, ist die Firma Karl Z e i ß in Jena von der Landesregierung beauftragt worden, ein großzügiges Proiekt für die Ausarbeitung einer Talsperre im Schwarzatal auszuarbeiten. Don den Siemens-Schuckertwerken in Berlin wurde gleichfalls ein Projekt für eine Schwarza talsperre eingereicht. Ein soziabtemolratischeS Aktionsprogramm. Berlin, 16. Sept. Wie ter „Vorwärts" mitteilt, ist nach auf Jahre Hinausgehenten Beratungen ter sozialdemokratischen Agrar ko mmission jetzt ein Aktionsprogramm fertiggestellt Worten, das tem Parteitag zu Kassel voraelegt werten soll. In ten Einleftungssatzen wirb die Notwendigkeit eines solchen für die Wahrung ber Interessen ter wenig und nichts befttzenben ländlichen Bevölkerung unb für bie Sicherung ber Äbensmittelversorgung hervvrgehoben. Als das Ziel ter sozialistischen Agrarpolitik wirb bie Sozialisierung ter für die Vergesellschaftung reifen lanb- unb forstwirtschaftlichen Betriebe festgestellt. Kommunistenpläne in München. München, 15. Sept. (WTB. Die K orn- rnunisten beabsichtigen als Einspruch gegen die Verhaftung Eisenberaers fuc Freitag einen zweistündigen Ausstand vor- zubereiten, worin auch die lebenswichtigen Betriebe, vor allem Derawerke. einbezogen werden sollen. man zu nahe an den über dem Nordstollen ftch l system. Es beteiligten sich an den Avftimmun ___v ... er- ■ j. <_ . t, cm _rr.„ Xitrrfl imA w -witv ficxfrlio SlfrPiotfo-r Alt» irrt (jV'ht.TIfiC (TT Arm nahm. gen nur solche Arbeiter, die im Gedinge arbeiten. Bus dem besetzten Gebiet. Auch ein Trost. mc. Frankfurt a. M., 15. Sept. An dem Wahnhof Louisa haben die Frankfurter Kriegsbeschädigten eine mustergültige Anlage von Kleingärten geschaffen. Gleichzeitig wurde eine Klemgartengenossenschaft der Kriegsbeschädigten gegründet. mc. Frankfurt a. M., 15. Sept. Die gest ige Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich mit den Frankfurter Er- ioerbslosenurrruhen. Dabei wurde von den Unabhängigen, wie das ja gar nicht anders zu erwarten war, dem Magistrat alle Schuld dafür in d'e Schuhe geschoben. Mit der Bereitstellung von annähernd 13 Millionen für Notstandsarbeiten erklärte sich die Versammlung einverstanden, jedoch wurde in einzelnen Punkten noch eine Ausschußberatung gewünscht. D'e Einführ-ung einer Nachttaxe bei der städt scheu Straß nbahn wurde mit den Stimmen der beiden sozial stischen Parteien und der Deu.sch- nationalen abg lehnt. Teich o sen wurde ferner die Einführung des staatsbürgevlrchen Unterrichts in den Schulen. Die ttartoffelversorgung. Gießen, 16. September 1920. Das Gewerkschastslartcll Gießen und die Organisation der Versorgungsberechtigten des Kreises Gießen hielten gestern nachmittag im Felsenkeller eine Versammlung ab, der auch Vertreter von Stadt, Kreis und Landesregierung beiwohnten. Oberregierungsrat Becker machte zunächst darauf aufmerksam, daß mit dem 15. September bekanntlich die Zwangswirtschaft für Kartoffeln aufgehört und der freie Handel nncter eingesetzt habe. Das ünglückliche System der Kartoffelliefe- rungsverträge sei im Frühjahr zustande gebrm- men, als die Regierung mit einer weiteren Ster- ' gerung von Löhnen und Lebensmittelpreisen glaubte rechnen zu müssen. Sie wollte durch diese Verträge von vornherein eine größere Kartoffelmenge zum einheitlichen Preise von 30 bzw. 31.75 Mk. ter Bevölkerung sichern. Nun habe der Sommer die Wirtschaftskrise gebracht, die es der breiten Masse unmöglich mache, diese Kartoffelpreise zu zahlen. Die hessische Regierung habe sich schon seit Wochen bei der Reichs reg ierung bemüht, die Annullierung dieser Lieferungsverträge zu erwirken — leider bis jetzt erfolglos. Am vergangenen Montag seien nun die Vertreter sämtlicher hessischer landwirtschaftlicher Organisationen in Darmstadt zusammeng b)mmen und hätten folgenden Besckstuß gefaßt: 1. Die hessischen landwirtschaftlichen Organisationen erklären sich bereit, ihre Mitglieder, soivrit diese Herbstkartofseln angebaut haben, zu verpflichten, für jeten angebauten Morgen Herbstkartoffeln durchichnittlich 4 bis 5 Zentner je nach der Leistungsfähigkeit der einzelnen Betriebe zum Preise von 20 Mark für den Zentner der Landeskartoffelstelle zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung dieser Kartoffeln soll an die minderbemittelte Bevölkerung durch die Landeskartofselstelle unter Mitwirkung der Kreisämter erfolgen. 2. Diese von der hessischen Landwirtschaft freiwillig übernommene Aktion kann aber nur zum Gelingen führen, wenn jeder unbefugte Eingriff in die weitere Kartoffelversorgung für die Folge unterbleibt und dem ab 15. September her gestellten freien Verkehr in bezug auf Versand- und Lieferverträge keine Erschwernisse mehr in den Weg aelegt werden. Tie hessische Landwirtschaft erachtet es für ihre Ehrenpflicht, den Bedarf der hessischen Verbraucherschaft überhaupt in erster Linie sicherzustellen. Hessischer Bauernverein, Hessischer Bauernbund, Freie Bauernschaft Rheinhessens, Landwirtschaftskammer für Hessen, Landwirtschaftlicher Provinzialverband für Rheinhessen. Oberregierungsrat Becker teilte weiter mit, daß die Negierung hierzu Stellung genommen habe und diejenigen Personen als minderbemittelt und zum Bezüge dieser 20-Mari-Kartoffeln für berechtigt erachte, deren Einkommen 1 0 - bis 12 000 Mark nicht übersteigt. Weiter selbstverständlich diejenigen, die Erwerbslose nunter st ützung beziehen. Weiter bat der Redner im Namen der Regierung, daß die Verbraucher jetzt noch nicht allzu scharf vorgehen möchten: dies sei die allergrößte Dummheit. Er habe die Ueberzeugung, daß genug Kartoffeln vorhanden seien und daß das Gesetz von Nachfrage und Angebot bald auf die hohen Preise drücken würde. Vor allem sei es auf das entschiedenste zu verurteilen, wenn die Verbraucher jetzt schon größere Mengen einkauften, als sie überhaupt für den Winter benötigten. Es sei unerhört, wenn man schon jetzt große Mengen Karlvffrin zur Schweinemast emkellere. Jede übertriebenen und übereilten Käufe würden sich an der Höhe der Preise bitter rächen. Qm Frieden habe man sich mit Winterkartofseln ja auch erst Mitte oder Ende Ottober eingedeckt. Man möge auch deswegen mit dem Einkauf zurückhalten, weil begründete Aussicht vorhanden sei, daß es dem Handel gelingen werde, bald g r ö -1 ßere K a rt o ffe l me n g en zu billigeren! Eisenbahnunfall. fd. Betzdorf, 15. Sept. Auf dem hiesigen Bahnhofe fuhr eine Lokomotive einem Personenzuge in die Flanke. Zwei Eisenbahnbeamte erlitten leichtere Verletzungen. Das Hauptgleis von Köln nach Gießen war etwa drei Stunden gesperrt. Billige Braunkohlen. fd. Fulda, 15. Sept. Die Aufschlußarbeiten der Gewerksck-aft Keutzelbuch bei Finten zur Gewinnung von Braundhlen sind soweit gefördert, daß mit der Ausbeutung begonnen werden kann. Die Grube kann bis 20 Tonnen pro Tag liefern. Die Kohle soll mit 6Mark der Zentner ab Werk an die Bevölkerung abgegeben werden. Unterschlagung. fd. Siegen, 15. Sept. Am 7. September wurde bei der hiesigen Filiale des Barmer Bankvereins der Kassierer Artur Bu- scholt, angeblich aus Berlin, eingestellt. Schon nach drei Tagen brannte der Kassierer mit der ihm anvertrauten Kasse, in Höhe von 111630 M. durch. Die Unterschlagung wurde erst nach drei Tagen bemerkt. Bon dem Täter, der auf Grund gefälschter Empfehlungsschreiben eingestellt war, und mit einem Helfershelfer namens Stowasser bei der Unterschlagung zusammen arbeitete, fehlt bis jetzt jede Aus Sfafrt rind Cattö« Gießen, den 16. Sept. 1920. Sperrzeit für Zuziehende. Das Stadt. Wohnungsamt ersucht unter Bezugnahme auf unsere Anmerkung zu der Mitteilung „Sperrzeit für Zuziehende nach Frankfurt a. M." in Nr. 215 um Ausnahme folgender Notiz: Tie Sperrung des Zuzugs besteht auch in Gießen. Tas Zuzugsverbot ist zwar aufgehoben worden, doch ist nach der Verordnung des Oberbürgermeisters vom 2. Januar 1920 die Vermietung, Uebcrlassung und Ingebrauchnahme von benutzten und unbenutzten Wohnräurnen, Läden und Werkstätten nur mit vorheriger Zustimmung des Städt. Wohnungsamts zulässig. Diese Zustimmung wird an auswärtige Woh- nung suchen de, abgesehen von Ausnahme- fällen (Flüchtlinge und versetzte Beamte) nicht erteilt. Sie ist übrigens auch erforderlich, wenn Hausbesitzer ihr neuerworbenes Haus oder eine Wohnung in demselben beziehen wollen. Zuwiderhandelnde werden aus den Wohnungen entfernt und zur Anzeige gebracht. Wohnungsuchende, die von auswärts ohne Genehmigung zuziehen, trifft selbst die Schuld, wenn sie hier obdachlos werden. Die Wohnungsnot ist in Gießen so außerordentlich gestiegen, daß die im Wege der Beschlagnahme und durch Neubau geschaffenen Wohnungen nicht im entferntesten hinveichen, die bei dem Wohnungsamt gemeldeten dringenden Fälle zu erledigen. Beranftal tungen. Donnerstag: Hörsaal des Liebigmuseums, 8 Uhr, Reichsbund deutscher Technik, Vortrag des Geh. Rats Sommer. — Caf6 Seih, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. — Hotel Einhorn, 8V- Uhr, Gastspiel Buchwald. — Lichtspielhaus, wie gestern. — Lichtspiele, Seltersweg, „Der Kampf unter dem Meeresspiegel" und „Bri- gantenliebe". fd. Oppenheim a. R h., 15- Sept. Drei hiesige Frauenzimmer, die von französischen Soldaten mit je einem Kinde beglückt und von den Vätern sitzen gelassen wurden, erhielten dadurch einen Trost, daß der Kommandant von Oppenheim die Mütter besuchte, sie tröstete, ihnen ein Geldgeschenk überreichte, und dann die Kinder auf den ** Amtliche Personalnachrichten. Am 11. September wurden die Forstrefcrendare Hermann Schefers aus Amorbach i. O., Dr. Wilhelm Lang aus Griesheim a. M., Wilhelm Faatz aus Assenheim zu Fvrstasses'oven ernannt. — Ernannt mürbe am 13. September der Oberlehrer an ber Höheren Bürgerschule in Nidda Dr. Kurt Becker zum Oberlehrer an dem Wolfgang- Ernst-Gymnasium in Büdingen mit Wirkung vom 16. Oktober 1920 ab. — In den Ruhestand versetzt wurde am 11. September der Reallehrer an der Oterroalschule zu Gießen Jakob Grimm auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 1. Oktober 1920 ab. — In den Ruhestand versetzt wurde am 6. September ber KveiÄ)berwachtmeister Karl Streu- 6er in Büdingen auf fein Nach'uchen unter Anerkennung ferner dem Staate geleisteten Dienste mV Wirkung vom 1. OÜoter 1920 ab. — Die Prüfung zum Zvllsekretär haben bestanden die Zoll- oetriebssekreiäre Wilh. Fischer. Herrn. K a a f und Gg. Beck zu Gießen und F. Kans zu Butzbach. ** D ie Technische Nothilfe hat zur Zeit im Schaufenster der Ferber schen Buchhandlung, Seltersweg, eine Bilderserie aus den Hanauer Generalstreiktagen ausgestellt. Tie Bilder zeigen die Nothelfer bei ihrer Tätigkeit in den lebenswichtigen Betrieben, wie Gas- und Elektrizitätswerk, beim Schlackenabfahren, Holzauslaben für den Hausbrand usw. JMeressant ist das Bild, das die Nothelfer als Totengräber zeigt. Bekannttick war ein Vater wegen des Streiks der Friedhofsarbeiter gezwungen, feinem eigenen .Kinde das Grab zu schaufeln, worauf die Technische Nothilfe" eingesetzt wurde. — Anmeldungen zur T. N. werden in der Ferberschen Buchhaltung entgegengenommen. ** Tas Dilfswerk unserer deutschen Stammesverwandten und Freunde in Amerika xugunften ber notleiben den Bevölkerung Deutschlands hat schon viel Eilend gelindert und ungezählte Herzen zu Tank Verpflichtet. Neuerdings sind in Gießen durch Vermittlung des Deutschen Roten Kreuzes als amerikanische Liebesspenden 2 Kisten Liebesgaben verteilt worden, z. H. v. Dr. Eger, Vorsitzender! der Assistentenverbindung der Universitäts-Augenklinik. ** Ter Wo chenmarkt beginnt Donnerstag den 16. September um 8 Uhr und endigt um 2 Uhr mittags. ** Unfall im GießenerBraunftein- berawerk Am Dienstag abend, kurz nachdem die Belegschaft das Werk verlassen hatte, ereignete sich ein Unfall, ber, eine Stunbe früher ein getreten, schwere Folgen hätte nach sich ziehen können. Bei Neuanlegung eines Schachtes stieß dieses Jahres allgemein zur Fveimachung von Postsendungen zugelassen. Auch ber Umlauf (Weier Wertzeichen sollte mit dem 15. September auf» Höven, ist aber jetzt ebenfalls bis zum Ende des Jahves verlängert worden. Es hat sich heraus- gefteüt, daß'noch große Bestände an diesen Marken sich in den Händen des Publikums beftriteii. Früher wurden ältere Wertzeichen von der Post überhaupt nicht für ungültig erklärt. Sie wurden von selbst ausgebvaucht und verschwanden mit der Zeit aus dem Verkehr. ** Den Flachsanbauern des Jahres 1920 werden auf besonderen Antrag nach Ablieferung ihres Flachses und Ausfüllung eines Lieferscheines Flachs und Webwaren zurückgeliefert, worüber das Nähere von den Aufkäufern oder der Deutschen Flachsbau-Gesellschaft zu erfahren ist. Ter Strahslachs ist an die Destische Flachsbereitung G. m. b H. in Hünfeld zu liefern. Flachseinkäufer im hiesigen Kreise sind für Flachs aller Arten: Johann Töring, Otto Töring, Arthur Döring, Josef Töring und Karl Döring in Fulda, Georg Langsdorf in Leihgestern. ** Das Fest der Silbernen Hochzeit begehen am 18. b. M. Karl Fleischer und Frau. ** Tie Ausstellung ber abgehen den Schülerinnen des Gießener Fröbel-Semi- n a r s ist, wie eine Bortesichtigung ergab, in diesem Jahre ganz besonders sehenswert. Die Abteilung „Handfertigkeiten und HandarbeitLn" beweisen, wie man nfit geringen Mitteln auf geschmackvolle Weise allerlei Hübsches und Pral- tisches Herstellen Rinn. Es sei daher an bieier Stelle besonders auf die Ausstellung verwiesen. Sie ist geöffnet Samstag, den 19., Sonntag, Den 20. und Montag, den 21. September, von 11 bis 1 und von 3 B 6 Uhr. ** Einhorn. Ab Donnerstag beginnen die Toppelgastspiele von Kurt Gäbler und Hildegard Gebhardt vom Landestheater in Strelitz in „Tie Schulreiterin" von Emil Pohl. Paul Buchwald wird sich in „Graphologie" aus „Gemeiner" vorstellen. Die Vorstellungen beginnen pünktl. 8‘A Uhr. Kreis Alsfeld. § Aus dem Ohmtal. 15. Sept. Von allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist wohl am besten ber Kleefarnen gebiehen. Ter überaus trockene Sommer begünstigte sowohl beim weißen wie roten Klee reichen Samenansatz, den das trockene Wetter auck sehr gut ernten liefe. Die reiche Kleefarnen- ernte hat den bisher übermäßig Hohen Preis für Kleefarnen um die Hälfte heruntergehen lassen. Kreis Büdingen. na. Nidda, 14. Sept. Anläßlich seines Silterhochzellstages stellte Konsul Engler Brd- Salzhausen dem Kriegervavcin den Betrag von 2000 Mk. zur Verfügung, der unterstützungsbedürf- tigen Kriegstellnehmern und solchen Mitglreberu, die nicht durch eigene Schuld in fftot geraten sind, zugute kommen soll. Kreis Lauterbach. oz. Maar, 14. Sept. Samstag morgen brieten einem ber hiesigen Gemeinteschäs er bte S cha f e aus dem Pferch und fraßen auf einem danebenliegenden Acker Klee, wodurch bei einer großen Anzahl der Tiere Blähungen entsbano-en. 14 Schafe mußten auf der ©teile abgeschlachtet werden. Kreis Friedberg. 4- Ba d-Nauhe im, 16. Sept. Die durch die Presse gegangene Mitteilung, daß Schwierigkeiten bestanden, die zahlreich angemeldeten Besucher des Aerzte- und Naturforscher- t a g e s unteraubringen, entspricht nicht der Wirk- lichkrit. Im Gegenteil, der Wohnungsausschuß hat bereit für sämtliche Angemeldeten Quartiere bereit gestellt und daneben noch zahlreiche Neservequar- ticre vor gemerkt für noch etwa einlaufende Anmeldungen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 14. Sept. Vielfachm Wünschen entsprechend soll wieder das schon vor dem Krieg gepflegte Turmblasen vom Wahrzeichen Darmstadts, dem altehrwürdigen Stadtkirchturm, an Feiertagen ober sonstigen festlichen Gelegenheiten ausgenommen werden. Kreis Wetzlar. . ra. Ebersgöns, 14. Sept. Im Anschluß an die Zusammenlegung wurden hier über 400 Morgen Ackerland dräniert, eine Arbeit, die für sich im ganzen Kreise noch kein Gegenstück findet. Die Kosten ber "Drainage stellten sich auf 23 000 Mk., wozu eine Beihilfe von 11000 Mark gewährt wurden. Der Mehrertrag der Ländereien ist insolgeteften so ergiebig geworden, daß die GefaimVosten bald gedeckt sein toerben. Hessen-Nassau. Die Eisenbahner gegen das Akkordsystem. fd. Frankfurt a. M., 15. Sept. Bei einer Urabstimmung der Arbeiterschaft der Eisenbahnwerkftätten im Direktivnsbezirk Frankfurt a. M. über das Gedingeverfahren (Akkord) haben sich in Frankfurt 1180 Stimmen gegen das Gedinge und 51 für das Gedinge erklärt, in Nied 958 gegen, 186 für; in Limburg 1500 gegen, 100 für; in Betzdorf 433 gegen, 19 für das Gedinge. In der Werk- stalte Gießen ftimmten von der gesamten 1 Belegschaft nur neun Mann für das Akkord- Aur Hessen. Kinderpflege in Hessen. rmk. Darmstadt, 14. Sept. Die in Hessen im Jahre 1918 in entgeltliche Pflege gegebenen Kinder unter 6 Jahren betrugen nach der amtlichen Statistik 943, davon 184 eheliche und 759 uneheliche. 110 Kinder wurden von den Eltern in Pflege gegeben. 607 uneheliche von einem Elternteil. 84 eheliche Kinder waren ortsfremd, ebenso 506 uneheliche. 7 eheliche Waisen wurden durch den Vormund in Pflege gegeben, ebenso 13 uneheliche. Auf Kosten der Landeswaisenkasse wurden 11 eheliche und 7 uneheliche Kinder verpflegt. Im Wege ber öffentlichen Armenpflege waren 56 eheliche und 132 uneheliche Kinder untergebracht. Von den in Pflege gegebenen Kimbern stammen 399 aus Starkenburg, 202 aus Oberhessen und 342 aus Rheinhessen. Am meisten beteiligt sind die Städte Mainz mit 209, Darmstadt mit 132, Offenbach mit 115, Gießen 84, Worms 69, Friedberg 53, Bensheim 41, Groß-Gerau 34, Dieburg 33, Büdingen 31, Bingen 23 usw. Preisen aus den Uebersckußgebieteu Ostdeutschlands nach Hessen zu bekommen. Weiter teilte ber Redner mit, daß die l a n d- wirtschaftliche Zentralgenosse ns chaft bereits Kartoffeln zum Preise von 2 5 Mark anbiete. Deshalb glaube er kaum, daß für die breite Masse ein Preis von 30 Mark und darüber hinaus in Frage komme. Unangenehm seien nur die Aufkäufe der industriellen Werke des Ruhrgebiets, die jeden Preis zahlten. Hessen habe vor zwei Jahren etwa 12 Millionen Zentner Kartoffeln erzeugt. Die diesjährige Ernte sei, besonders im Ried, geradezu als eine Rekordernte anzusehen. Durch Lieferungsverträge seien in Hessen dagegen im aanzen nur 650000 Zentner ge bunten. Nun habe die Reichsregierung die Zusicherung gegeben, baß, 500000 Zemner dieser Vertragskarwffeln auf die Reichsreserv-e übernommen werden sollen, damit die Preisgestaltung der übrigen Versorgung vorerst völlig unbeeinflußt durch die Vertragskartoffeln bleibe. Die übrigen 150000 Zentner seien für die Städte Frankfurt, Wiesbaden, Griesheim a.M., Höchst und Saarbrücken bestimmt: diese Lieferunyen seien auch von der Regierung gutgeheißen worden. Weiter bat der Redner, alles zu tun, um eine Ausfuhrsperre z u verhindern. Hessen sei zwar ein landwirtschaftliches Ueberschußgebiet, aber nur für Kartoffeln. In allem anderen fei es auf die Einfuhr angewiesen. Wenn es seine Grenze für Kartoffeln schließen würde, würde als Repressalie jegliche Zufuhr nach Hessen, besonders ter doch so sehr benötigten Kohlen und Fette gesperrt werden. Beigeordneter Dr. Seib meinte, .wenn die Preise ber Lieferungsverträge allgemeine Norm würden, müßte ber Verbraucher infolge höher Uribosten tatsächlich mit einem Kartoffelpreis von 38 bis 40 Mark rechnen. In Berlin habe man im Frü'hjckhr recht planlos gehandell. Die Mehrzahl ber Landwirte, die mit einem Preis von 18 bis 20 Mark zufrieden gewesen wäre, sei erst durch die Regierung kopfscheu gemacht worden. Natürlich sei es der Regierung sehr schwer, ihr« Vertragsverpflichtungen untreu zu werden. Er, der Redner, habe die Ueberzeugungudaßdie Landwirte bei einem Preis vo n 2 0 Mark voll- befinbenben Teich, das Wasser brach durch imo ergoß sich in reißender Flut, vermischt mit uw- ungeheuren Massen von Schlamm, in bte Stollen. Es ist ein Glück, daß ber Unfall nach Feieratend eintrat, denn bei ber Wucht, mit ber das Wasser unb ber Schlamm eindrangen, hätten sich die Bergleute unmöglich letten können und viele Menschenleben wären verloren gewesen, ^vie Arbeit mußte an diesem .Teil des Werks vorläufig ein- gestellt werben, ba die Stollen unb ber Schacht verschlammt sind unb vollständig unter Wasser stehen. Ter angerichtete Sachschaden burfte bedeutend sein, da sich außer Arbeitsgeräten aller Art auch viele Wagen in den Stollen befinden. ** Zu dem Unglücksfall auf dem Bahnhof, wobei bekanntlich einem Lokomotivführer die Beine abgefahren wurden, wirb uns mitgeteilt, daß eine Fahrlässigkeit des Verunalück- ten burch vorzeitiges Verlassen feiner Maschine nicht 'vorliege, ba er nicht von feiner Maschine, sondern von einem Wagen beim Ueterschreiten der Geleise gefaßt wurde. *"- Die a utze r Kurs gesetzten Brie t- marken wieder gültig! Tie ffreimarßen ber Reichspost zu 2, 2^ 3 und 7V2 Pf. waren bekanntlich zum Ende des Monats August für ungültig erklärt worben, wurden aber später wieder zur Ergänzung von Postkarten usw. zugelasfen, wähvend sie für Briefe, Drucksachen ufw. ungültig blieben. Jetzt sind sie wieder für gültig erklärt worben und werden zunächst noch bis Ende ständig aus ihre Rechnung kämen. Durch das Preisprüfungsgesetz läge es ja auch in der Hand der Regierung, Richt- ober Höchstpreise zu erlassen. Selbstv-erständlich sei es Unsinn, bie Preise in einem Heinen Bezirk zu regeln. Hier müsse mindestens in ganz Hessen einheitlich vorgegangen werten. IM übrigen halte der Reform du nd der Gutshöle fein bekanntes Angebot von 20 Mark aufrecht. Auf Grund des DarmstLster Beschlusses toüiben für ben Kreis Gießen — ater nur auf dem Papier — 16 000 bis 20 000 Zentner für Minderbemittelte zur Verfügung stehen. Diese Menge fei nicht ausreichend, um die minderbemittelte Bevölkerung des Kreises zu versorgen. Dr. Seid sprach noch die Befurch- tung aus, daß man die Erfahrungen in ber Kar- tofselversvrgung vielleicht schon in 14 Tagen wieder bei ber Aufhebung der Fleischbewirtschaftung machen werde. Man höre schon jetzt davon, daß alles erreichbare Viehzu wahnsinnigen Preisenaufgekauft werde, um über das besetzte Gebiet wahrscheinlich nach dem Ausland verschoben zu werden. Oterregiemngsrat Becker bemerkt hierbei, daß die Regierung größere Mengen Fleisch ein- geführt habe, um die nötigste Versorgung ber Bevölkerung mit Fleisch für die nächsten drei bis vier Monate sicherzustellen. Dr. S i e g e r t vom Komr^maloerbandGießen. meinte, daß sich ein Weg finden lassen müsse, auf dem Hessen in Sachen ter Lieferungsverträge unabhängig vom Reiche Vorgehen könne. Es sprachen noch eine große Reihe 'von Rednern, die aber meist nur Klagen vorzubringen wußten. Fast allgemein wurde der Auffassung des Negierungsvertreters entgzgeitgetreten, datz ber freie Handel eine Senkung des Kartofsstlpreises bringen werbe. Von mehreren Herren wurde für einen H öchst preis vo n 15 Mark eingetreten: ein hundertprozentiger Aufschlag gegen bas vergangene Jahr sei mehr als ausreichend. Ms von einigen Rednern betont wurde, daß mit Aushebung der Zwangswirtschaft eigentlich auch die Kartoffel l i e fe run g s ve rtr ä g e als hinfällig angesehen werden müßten, erklärte Ober- regierungsrat Becker, baß die Reichsverorbnim- über die Aushebung ber Kartvffelbüvirtschaftung ausdrücklich das weitere Bestehen der Lieferungsverträge betone. Es wurde Weller vorgeschlagen, Preis kvm Mission en zu bilden unb einen Ueberwachungsausschuß, der jeglichen Mucker sofort zur AnKri^e bringen.solle, weiterem« Straßen- und Bahnsperre für die Ausfuhr von Kartoffeln. Ferner, den Gütertarif der Eisenbahn für Kartoffel sendungen auf bie Hälfte herab zu setz en. Letzterer Vorschlag wurde auf bie Bedenken mehrerer Eisenbahner fallen gelassen. Weiter wurde angeregt, Arbeitslose zur Einbringung ber Kartvffll- emte den Bauern zur Verfügung zu stellen: auä- hiergegen wurden Bedenken laut. Weiter rourbt vorgeschlagen, daß bie Regierung, wenn \v bie Verträge nicht zu annullieren wage, einffflP einen Z uschuß leisten möge, um ber Bevöllb rung bie Beschaffung von Kartoffeln zu anncW barem Preis zu ermöglichen. Das Reich könne diese Beträge dann ja durchNachtrags steuern bei ben Bauern wieder einziehen. Zum Schlüsse würbe folgenbe Entschließung einstimmig angenommen, die vorläufig de: am Freitag in Frankfurt tagenden Vertreter«» sammlung fämtliajer Gewerkschaftskartelle und de: Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten Hessens unt Hessen-Nassaus als Material überwiesen werter. soll, falls diese Versammlung weitergehenbem Maßnahmen beschließen sollte: „Die Versammlung von Vertretern des Gc- werkschaftskartells unb ter Versorgungsberechllg- ten tes Kreises Gießen protestiert in (Segenmart von Vertretern ber Stabt, des Krem» unb ber Regierung g e g e n b i e von ber Reichs regierung abgeschlossenen Lieferungsverträge, wonach ein Kartoffelpreis vo» 31,75 Mark festgelegt ist, unb verlangt, baß bteir Verträge sofort für ungültig erklär» werben. Die Reichs- und Landesregierung wei den aufgefortert, unverzüglich Richt- und Höchstpreise für Kartoffeln mit b ö dH stens 20 Mark zu erlassen. Die Hessisae Regierung wirb aufgefortert, sofort im Smrs dieser Enffchließung bei ber Reichsregierung vorstellig zu werten. Der Vorstand des Geweck« fchaftskartells unb ber Versorgungsterechtigtcn des Kreises Gießen werten beauftragt, falls bie Regierung nicht innerhalb 10 Tagen handel:., bie schärfsten Maßnahmen zu ergreifen. Ferner fordert bie Versammlung scharss« । Bekämpfung des Wuchers unb be§ I Schleichhandels." Stroh Veft auf 50 bis Mr. und für Berlin fttbertiN- Abend- Schluß- Schluß- 9869B 9802V la. Batterien Brt-tacto haben erstaunlich. Eriolg Termin werden. 12,70 8,50 13.9. 11,25 175,20 249,25 208,70 31,06 400,40 978,50 880,90 26,53 27,03 82,72 20,52 174,80 248,75 208,30 60,94 399,60 976,50 879,10 26,47 26,97 82,52 20,48 in der HetratS-eitung .Der Amor-Bote", Teriai Prukhrt UL*SU Ianq . .. , Amsterdam . AopenhagOK. Stockholm. . 'Prag.... toten ... . London . . . Börsenkurse. Frankfurt Lichtspiele Seltersweg We|.aa«.FlliMilflkrweievtrptll8htiaeee nur heute und morgen: 181,20 244,25 207,20 59,56 385,40 950,95 850,85 25,03 26,90 82,60 20,02 Bekanntmachung. .Vom Donnerstag den 16. Septem ber *920 ab begimnt der Wochen markt um o Ufyr und endigtuIN 2 Uhr mittags Büdingen öffentlich meistbietend zu den im bekannt zu gebenden Bedingungen verpachtet Nähere Auskunft durch die Unterzeichnete. Büdingen, den 11. September 1920. Fürstliche Rentkamrner, Abteilung Forstamt. 1848,15 1851,85 1878,10 1881,90 409,60 410,40 419,55 420,45 809,15 810,85 826,65 828,35 811,65 813,35 786.70 788.30 1238,80 1 211,20 1218,75 1221,25 180,80 243,75 206,80 59,44 384,60 949,05 849,15 24,97 26,84 82,40 19,98 ruhig. Die Tenden- der Fnttevartstes kst test bei reger Nachfrage. Seradella in neuer Warr bleibt begehrt bet anziehenden Preisen. &eu verändert. Hühneraugen Hornhaut, Schwielen aAMnzeo beseitigt xtmell. MeruJcbmEnte 1/ | . I 100000 fahMid KUKirOl • Preis M. 3. - In Apotheken u.Drogerien erhältlich Drogerie Soll, Bahnhofvtr. 61. > Lichtspiele Seltersweg Wei.aeü.FllmaanthnuipsTerpfllehtBBgeo . nnr heute und morgen der lang- b erwartete Detektlv-Senaationsfilm: Der Kampf unter ' dem Meeresspiegel k 5 Akte! Sensation anf Sensation! ▼ Eiu Film, wie er gesucht wird. Gießen, den 15. Sept. 1920. Ter Oberbürgermeister. eteta frisch, Mk. 3^0. 9614 Carl Sehnnck. 13,10 8,90 14. 9. 10,40 Ausstellung im Gießener Fröhel-Seminar,mm Die Arbeiten der abgehenden Schülerinnen werden Samstag. Sonntag u. Montag den 19., 20. u. 21 Sept, von 11—1 Uhr a. 3—6 Uhr ausgestellt Wir bitten um regen Besuch. Dai eeae Semester beglant an 11 Okt. N. werd, noch AnmeKang. eitieieiiesesuMB. Amsterdam» Botterd. Drüffel-Antroerpen sshristiania..... Kopenhagen .... Stockholm. .... Helstngfors» . .. Italien....... üonbon...... New-Dork..... Paris....... Schweiz....... Spanien..... Wien (altes) . . . Deutsch.Oesterr. ade. Prag........ Budapest.... Bulgarien .... ÄonftantinopeL . Tafelbirnen auf 70—90 Mk. den Zentner fest. Tas Angebot war reichlich. Bei den Obstver- strtgerunaen an den Landstraßen werden oft 30 bis 50 Mk. für den Zentner Obst am Baum bezahlt. Bekanntmachung. Betrifft: Kommerzienrat - Äeichel- Heim-Stiftung. AuS der Ko mme r zienrat-Heichel- hei m-Stiftung sind am 1. November 1920 als letzte Rate 828 Mark zu verteilen. Nach 8 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewertung nur zugriassen werden: a) Personen, die während des Feldzugs 1870/71 im Militärverhältnis gestanden haben und b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß sie einer devarrigen Unterstützung würdig und bedürftig sind und vom Tage der Bewerbung ab rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre ununterbrochen tu Gießen gewohnt haben. Bewerbungen sind bis zum 10. Oktober d. I. im Bürgermeistereigebäude, Zimmer 7, schriftlich oder mündlich emzuveichen unter Vorlage der die Erfüllung der Bedingungen nachweisenden Papiere und ärztlichen Bescheinigungen über etwa behauptete Krankheiten. 98678 Gießen, den 13. September 1920. Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Aus der L o tz-Len g - St i f tun g Hub die mesjährigcn Zinsen an bedürftige Witwen und Waisen zu vergeben. Annreldungen hierzu haben «s 30. September bei dem Armenamt, Asterweg 9, pr ersolgen. 9868B Gießen, den 15. September 1920. Ter Oberbürgermeister (ArmenVerwaltung). für 20 Mk. von der Stadt erhalten. Der Überschuß von 2 Mk. soll für Verbilligung der Not- veserve verwandt werden. --- Aus dem Schlitzerland, 15. Sept. Auch die Landgemeindeu erzielen bet den D b ft- ve r ste i gerungen noch nie erreichte Preise. So nahm die Gemeinde Uetzbausen 2000 Mk., Bornshausen über 1000 Mk. em. ft Marburg, 15. Sept. Tie Obstver- kaussvermittlungsstelle für den Kreis «m । Bittube», |l • vg. ■Uiülionen i n-- Grate iS' Gfri einem Test der Auflage wiedtrhrlt.1 VolkMnmL lmd internatloimler Gerichtshof. Amsterdam, 15. Sept. (WTB.) Der „Tele- graaf" meldet aus London: Der Völkerbund hat den Entwurf der juristischen Kommission für bic Errichtung eines internationalen Gerichtshofes allen dem Völkerbund angeschlos- sencn Länder mit Anmerkungen versehen^syesandt. Es heißt darin, es liege nicht in der Absicht des Rates, auf irgend eine Weise seine Meinung bezüglich der Vorteile des Entwurfes zum Ausdruck zu bringen, bevor er volle Gelegenheit gehabt habe, ihn zu studieren. Der Entwtrrf kam trach einer langwierigen Besprechung durch eine in jeder Hinsicht befugte Versammlung zustande. Ein so schwieriger und verwickelter Entwurf verursache unvermeidliche Schunerigbeiten fehlt zwischen den beftrg- testen Sachverstätrdifrte Befferung nicht eingewrien \n. Eftrzlne Blätter versichern sogar, datz der Qk* sundhritSzustand des Präsidmien neue Zwischon- Ttoc veranlaßt habe und drücken tbrr Nleinung dahin aus, baß trotz der innuMDlXidjen Persönltch- trit Teschaitris und des lebhaften allgementen Wunsches, daß er fein Mandat imRrr ausüben möge, die äugen blick! ickle Lage so auftrnordentsich ernst sei, daß dieser Zustand nicht t**mrngt ivertm könne. — Ter „Znttansigoant" glaubt txnidxm Zu können, daß oft kürzluche Reise des Ministel^ Steeg trach Aft-les-Bains mit dem OtefunbbcüÄ» zustand Teschanels in Zusammenhang stehe. — Girrzcine Blätter verweisen aus Die besondere Bedeutung deS rroch der Rückkehr MMeranks am Freitag haft findenden Minftterrats. — Tter ,,Ft- garo" nk-rnt, daß. toam der Ministerrat am Fve>- lvg diesbezügliche Besch üsie nichk fassen nxrDc, dies doch in einer denmächsttgen siQamg criXgtm werde. De-chanel fühle sich nicht länger fernem Amte gewachsen. Das Blatt schießt aus beeter Auffassung Teschwtels, daß lein Rücktritt nur etm* Frage von Tagen set und die Einberufung brr Nattonvlversamnllung unmittelbar beovrftehe — Ter „(iclmr" Und andere Blätter behaupten, daß Mrllcvand nicht für den PrLsidenttrtPostcn tavas berichtet aus Lonoon, daß an der Brüsseler Konferenz am 24. September alle Staaten einschließlich der Bereinigten Staaten durch je drei Delegierte vertreten sein weriren. Deutschland, Oesterreich und Bulgarien werden eingeladen, Delegierte zu entsenden, die aber nur beratende Stimmen haben sollen. Die ruffische Agitation in England. Paris, 15. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung des „Marin" aus London hat ber „Dailv dorald" das Angebot ber So ro jet r egier u n g auf Unterstützung durch 75 000 Pfund Sterling nicht artgenommen. Skandalszenen in der Saarbnickener Stadt- vcrordnetenverfaunnlung. Saarbrücken, 15. Sept. (WTB.) In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung kam es zu unerhörten Skandalszenen, als der Abgeordnete Thamerus, der von der unabhängigen so- zialdenrokratischen Partei ausgestoßen worden ist, sich weigerte, der Partei sein Mandat als Stadtverordneter und Beigeordneter zur Verfügung zu stellen. Während der Auseinandersetzungen zwischen den Fraktionsmitgliedern der USP. erhitzten sich oie Gemüter derart, daß der Stadtv. Krämer wütend auffpcang und Thamerus mit aufgehobener Faust ins Gesicht zu schlagen versuchte. Das Sorto mm* nis rief große Erregung hervor. Austritt sozialliemotnittfcher Minister aus der tschvcho-slowakifchen Negierun«. Prag, 15. Sept. sWTB.) Fn ber gestrigen Konferenz ber tschechischen sozial» demokra tischen Partei wurde eine Zu- schrift der sozial demokratischen Minister beriefet, worin sie um die Austrittsbewillitung ans dem «Kabinett ersuchen. In ber Zuschrift wird auSae- führt, daß durch die Erklärung ber Genossen, die sich ium Kommunismus bcLimen, die Bedeutung der sozialdemokratischen Partei bedeutend erschüttert worden fei, berat aus ihr gebe hervor, daß sich diese Genossin unbedingt zur dritten Internationale bckennen. Unter diesen Umständen könnten die sozialdemokratischen Minister in der Regierung bei der Durchsetzung ihrer Forderungen nicht die ganze Partei und ihre volle Bedeutung in die Wagschale werfen. Das Ersuchen der sozialdemo- krarischen Minister wurde genehmigt. — Ein Antrag aus Vertagung des Kongresses der Partei wurde mit 39 gegen 18 Stimmen angenommen. Vom republikanischen Führettmnd. München, 15. Sept. (WTB.) Der Staats- kommissar hat aus Gründen ber öffentlichen Sicher» heft die für heute angesetzte öffentliche Versammlung des republikanischen ^FührerbundeS verboten. Datum SXDeut.RriegsanL 4e/„Deut die nächM drei i | inten laife * er Liefmlngsvetiir -■ gehen käme. T* Rech- ir Klagen vorrckr" routX der Sure1.*1 mt WC treten, Treten Öerren .im: J nlSMarkeviaeM rf§ ausmchM^«-.^ litWÄ genllich and)Jn W ert"Se °ls n müRtcn, entartet» flr, die MvffelbMckA tte werter W1“ .. « Men chZ BÄ" “"ta se,"sr ss»- . möge-J5Jn^u al«- einziehen^, | a?** en m rcn.^ u!1e ‘ mb Aichl SD? -den denn . Kurs Kurs Kurs Kurs 14.9. 15.9. 14.9. 15.9. 79,50 79,50 79,50 79,50 — . —• 68,50 66,60 *■ — 62,50 63,60 ■■ . — —— _ —— 71,40 70,75 » _ — 144,75 141,- 143,- — . — 274,50 274,50 — ■* 209,— 207,- 208,- — . — 178,- 179,75 ”1“ — . — 152,50 152,50 — f— 144,50 144,50 144,50 -1 — 188,- 187,- 185,- 184,75 183,13 183,85 745'1 — . • 750,- 690,- 329,- 330,50 330,- 330,- 339,- 338,- 338,- 338,- 381,- 380,- 384,- 253,50 269,- 250,- 257,- * . — 270,- 262,- 261,- — . — 519,75 521,- 517, — — f — 482,- 477,50 480,- 371,50 •* . 372,- 376,- 289,- 293,- 289,50 285,50 — . — 20S,- 199,85 208,- — . — 475,- — . — 450,- 207,- 211,50 209,75 210,- 430.- 430,- 426,- 432,- - * 260,- 262,- 259,75 —. — —. — 76^0 76,25 329,- 339,- 331,75 335,25 H | Empfehlungen Lollar, 15. September 1920. 9874 Preise der Plätze 4, 3, 2 M. W* Die Voretellnngen beginnen präiis. „Hansa“ 01M63 99 KUNSTLED EDHED Einhorn Bahnhofstraße 54 I. Telephon Nr. 40. 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Der Auslandsobtellung des Kaufmännischen ffns von 1858 in Hamburg wird aus Ciudad var berichtet: Im Vergleich zu der Zeit vor dem Kriege hier nur wenige deutsche Angestellte be* tigt. Aber s i e werden wiederkom- n — eine deutsche Firma hat bereits den An* gemacht: mit dem letzten Dampfer sind drei e Deutsche für sie herausgekommen Irgend, he Regeln für die Arbeitszeit gibt es nicht, it es nötig ist, muß sogar nachts gearbeitet >en. Darüber muß sich jeder Har fein, der »andern will. Mit den Gebältern, die hier Die Beerdigung findet Freitag d( mittags 3Vi Uhr < Jg. amt. B5ann ineht möWL Zimmer nur f. einine Stunden Aufemhalt am Tage, evtl, ohne Bett. Schrift!. Aug. u. 015386 a. d. G. Ans. Im Namen der trauei J ulius mit Sicherungselement u. rückseitigem Anschluß Friedensausführung, nagelneu, für 1500 Mark. Zur Schmiede! Bohrmaschine mit masch. Antrieb billigst abzugeben. Schr. Angeb. nm. 9860 an d. Gieß. Ans. In Frisch born, Meis Lauterbach, ist die AKrul- und Klauenseuche ausgebvochen. Die Gemarkung Frischborn ist zum Sperrbezirk erklärt worden. In der Gemarkung Michelb a ch, Kreis Schotten, ist die Maul- und Klauenseuche" aus gebrochen und genannte Gemarkung zum Sperrbezirk erklärt worden. Das Ministerium des Innern hat der Landesgruppe Baden des Hilfsbundes für die Elsaß^Lothringer im Reich, Freiburg i. Br. die Erlaubnis erteilt, 5000 Lose einer am 28. Januar 1921 zu veranstaltenden Geldlotterie innerhalb des Freistaates Hessen zu vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungsplan dürfen 70000 Lose zu je 2 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Hessen dürfen nur mit dem hessischen Zulassungsstempel versehene Lose gelangen. Während der Zeit des Vertriebes der Lose zur 1. Klasse einer Preußisch^-Süddeutschen Staatslotterie ist Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Lose in Hessen nicht gestattet. Gestern nachmittag entschlief sanft i Leiden unsere liebe Mutter, Großmu »Sciiwester, Schwägerin und Tagte Gebrauchtes, gut erhaltenes schwarzes Klavier (Marke Rudolph) aus Privatband zu verkaufen. ^Händler verbeten.) Schrift!. Angeb. unter 015604 an den Gieß. Ans. 3 gut trö. Ifiren Ä Caf6 Krämer, 016491 Gietze«. 2 Kontrollkassen National, Hebel- ob. Tastenkassen zu kauf, gesucht. Angeb. erbet, an b. Exo. b. Bl. unt J. N. 13579 [«“ssj. Mein Damen-FrlseurgeechÄft ÄVilhelmstri Ich halte mich den geehrt. Damen h waschen u-insämtLHaararbeiten b Samstag, d. 18. Sev' tember 1940, vor«. 9 Ubr, sollen auf dem hiesigen Güterschuppen 3 Sark Kleie, 89 kg, 1 Sack Lupinen, 1 Partie Deutsche Rcichsgesetze in Ein- zu verkaufen. 015568 Näheres „Stadt Lich". Der große Exklneiv-Fllm MiMeMtelote gelangt vom Samstag, dem 18. ab In Lichtspiele Seltersweg Selen n Seele wenn auch reparaturbedürftig, kauft 9622 H. Schön, Schlossermstr., Schanzenstraße L Der große Exklusiv-Film PatiiH,6lartti teilte gelangt vom Samstag, dem 18. ab in Lichtspiele Seltersweg hu"" im 73. Lebensjahre. Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Steinheim, als Beobachtungsgebiet gelten die Gemarkungen Trais-Horloff, Rodheim, Utphe, Langd und Rabertshausen, die bereits Sperr- bezw. Beobachtungsgebiet waren. v Unsere Bekanntmachung vom 2o. August ds. Js. m Nr. 122 des Amtsverkündigungsblattes smdet smngemaße Anwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, wenn sie wissentlrch begangen sii!d, sogar auf Grund des § 328 des StGB, mit Gesangnrs. Gießen, den 15. September 1920. Kreisamt Gießen. V.: Weicker.____________ Mus MidSits ob. eins. Stütze zum sof. oder bald. Eintritt ges. Frau Zahnarzt Flacher, oiss<7 SelterSweg 77. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. Sn Birklar und G arb ent eich rst die Seuche erloschen. Die Gemarkungen Birklar und Garben te ich werden aus dem Sperrgebiet ausgeschieden und dem Beobachtungsgemet an- oßoficbctt Gießen, den 14. September 1920. Kreisamt Gießen. V.: Welcker. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung T r eis a. d. Lda. Tag fahrt zur Entgegenna^hme der Wünsche, die die Beteiligten für die Bildung der neuen Ersatzgrundstücke geltend machen wollen, findet Donnerstag den 23. September 1920. von vormittags 10—11 Uhr, im Rathaus M Treis a. d. Lda. statt. Die Wünsche sind schriftlich einzureichen und müssen angeben, welche alten (nach Flur und Nummer zu bezeichnenden) Grundstücke zusammengelegt werden sollen und bei welcher alten Parzelle die Zusammenlegung erfolgen soll. Wünsche, die in diesem Termin nicht schriftlich eingereicht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Friedberg, den 7. September 1920. Ter Hessische Feldbereinigungskommissär. Schnittspahn, Regierungsrat. Frau Carl Momma, Wetzlar, Bannstraße 5. Suche für 1. 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I. V.: Hemmerde.__________ Dicnftnachrichten deS KreiSamtes. In den Gemeinden Stvrndorf und Berns feld, Kreis Alsfeld, ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. . In Angersba ch, Kreis Lauterbach, ist die Maul- und Klauenseuche aus gebrochen. Die Gemarkung Angvrsbach ist zum Sperrbezirk erklärt. Heute morgen entschlief sanft na Leiden meine liebe Frau, unsere 1 germutter, Großmutter, Schwester, S FrauMargareth geborene Rohrt j im Alter von 64 Jahren. Im Namen der trauemc Hch. Arnold, Sc 5 Meter Holz zu üert Georg Sauer, Walltorstr. 48. 015552 [Stellenangebo LKMelehrling , niMai E Euler, Aüerw Ruhiger Mieter sucht zum 1. Ort. möbl. Zimmer. Schrift! Angebote unter 015564 an den Gieß. Anz. Herr — Dauermieter — sucht möbl. heizbares Zimmer m. sep. Eingang, mögl. Parterre, per sofort. -Lchristl. Angebote unt. 015569 a. b. Gieg. Anz. Ruhiger, solider Mieter sucht zum 1. Okt. möbl. Zimmer ob. möbl. Wohn- u. Schlafzimmer, mögt. m. elettr. Licht. Schr. 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