Dienstag, 15. Mi 1920 1Z0. Jahrgang GietzenerAnMer Nr. 138 Der Siebener Nnzeiqer erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags Bezugspreis: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10 80 einschließlich des Bestellgelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 5l. Anschrift für Drahtnach- > ichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Zranksurt a. M. 11686 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Brett- örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Bei Plah- vorschrist 20% Aufichlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3«n3; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. General-Anzeiger für Oherheffen Druck und Verlag: vrühl'fche Univ.-Buch- und Steindruckerei K. Lange. Zchriftleitung, Geschästrstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Ein Kabinett des Wiederaufbaues. Ein Mitarbeiter der „B. Z. am Mittag" hat auf Grund des aufgeworfenen Problems, anstatt eines rein politisch-parlamentarischen Ministeriums ein Wirtchaftskabinctt aus Fachleuten zu bilden, den Abgeordneten der Deutschen Bolkspartei, Generaldirektor Dr. Bögler, als eine der Fnhrerpersönlichkeiten im deutschen Wirtschaftsleben, um seine Meinung darüber befragt. Generaldirektor Dr. Bögler machte darauf folgende Mitteilungen: „Die Vorschläge, die bisher für die Bildung des neuen Kabinetts gemacht worden sind, verraten die abstumpfenden Einflüsse dec reinen Parteipolitik. Koalitionsrechnungen werden nach allen Permutaiionen aufgestellt, und nur diejenigen ausgewählt, die taktisch für den Bestand der Partei am günstigsten zu sein scheinen. Dadurch ist eine völlige V e r- wahrlosung des parlamentarischen Systems eiugetreten. Nicht darüber, daß wir in den nächsten Wochen die schwerwiegendsten Verhandlungen mit unseren Gegnern in Spaa zu führen haben werden, Verhandlungen, von deren Ausgang alle Volksgenossen in gleicher Weise abhängig sind, nicht darüber, daß die Wirtschaftskrise, die zahlreiche Betriebe, Jndustrie- gruppen und deren Arbeiterschaft stillznlegen droht, durch eine Steigerung und Verbilligung der Urproduktion überwunden werden muß, nicht darüber, daß die Defizitwirtschaft, bei den Eisenbahnen monatlich zwei bis vier Millionen Mark, sobald als möglich durch eine Reorganisation unseres Verkehrswesens beseitigt werden wird, nicht darüber, daß eine Vereinfachung der Verwaltung und schleunigste Auflösung der Kriegsgesellschaften schon aus Gründen der Sparsamkeit dringend durchgeführt werden müßte, nicht darüber, daß ein Abbau der Zwangswirtschaft eingeiei.et werden muß, der die Produktionsfreudigkeit hebt und den kostspieligen Apparat der Verteilungs- Bureaukratie auflöst, nicht darüber, daß die Notenpcesse stillgelegt werden muß, wenn wir uns nicht jede finanzielle Gesundung selbst unmöglich' machen wollen, nicht darüber, daß das S t e u e r s y st e m vereinfacht werden muß, schon damit es überhaupt von der Steuervecwallung durchgeführt werden kann, nicht darüber, daß zur gründlicheren, vorurteilsfreieren Behandlung dieser dringenden wirtschaftlichen Maßnahmen ein organisiertes Zusammenarbeiten aller werktätigen Berufs st ände nötig ist, nein, darüber hat man sich nicht den Kopf zerbrochen. Die schwierigen Ueberlegun- gen der Parteimathematiker gehen dahin, ob die Partei bei der jetzigen Konstellation günstig abschneidet. Ein peinlicher Anblick für jeden Wähler! Dieser Verwirrung muß man entgegentreten. Der Weg ist vorgezeichnet. Vor der Sicherung unseres wirtschaftlichen Daseins, vor dec Sorge für den Wiederaufbau müssen alle anderen Zukunftsforderungen zurückgestellt werden. Dementsprechend ist die Focoe- rung der Zeit nicht ein koaliertes Parteiministerium, sondern ein Kabinett des Wiederaufbaus, dessen Mitarbeiter auch das Vertrauen dec Wirtschaftsorganisationen haben. Der Reichspräsident hat die ihm von der Verfassung übertragene Aufgabe, einen neuen Mann mit der Kabinettsbildung zu beauftragen. Es handelt sich jetzt darum, daß bei dec Auswahl dieses Mannes vorurteilsfrei verfahren wird. Seine Mitarbeiter müssen die sachliche Eignung zum Wiederaufbau, zur wirtschaftlichen Erneuerung Deutschlands, besitzen. Der verhängnisvolle Unfug, daß die Parteien dem Ministerpräsidenten ihren Ministerkandidaten präsentieren, muß verschwinden. Gerade in der jetzigen Lage ist.eine solche engstirnige Pactcihecrschaft völlig unmöglich. Der Ministerpräsident muß seine Mitarbeiter s e l b st a u s w ä h l e n und in der heutigen Lage Wert darauf legen Fachmänner um sich zu haben. Ein solches Ministerium wird eine Mehrheit im Parlament finden. Diese Mehrheiten können wechseln, obwohl bei den praktischen Vorschlägen für den Wiederaufbau ein sachlicher Zwang vorliegt, dem sich keine Partei ungestraft entziehen darf. Die Partei, die gegen dasWiedecaufbau- Kabinett in kurzsichtiger Opposition stände, triebe Obstruktion gegen die Gesundung uir- serec wictschastlichen und sozialen Verhältnisse. Ein solcher, von einer festen Koalition freier Ministerpräsident wäre endlich wieder in der Lage, zu führen. Da könnten auch Oppositionsparteien in bestimmten Fällen mitarbeiten und zustim- men. Die Opposition wäre nicht mehr, wie bisher, in einen dauernden Gegensatz hineingezwungen, und: dem Volke wäre geholfen! Jedermann weiß, wir brauchen die Arbeiterschaft, wir brauchen die Landwirtschaft, wir orauchen die Intelligenz der Industrie, Daudet, Gewerbe und Beamtenschaft. Also macht ein Ministerium aus Arbeitern, B a u e r n u n d F a ch m ä n n e r n, ein Ministerium des Wiederaufbaus! Das wird das Volk begreifen und gutheißen." —- ■ ■! ■ — ' C.’ .........—1 ■■ r Vorschläge Triml'orns. Der mit der Kabinettsbildung beauftragte Derr T r i m b o r n setzt: sich zunächst mit den Unter Händlern der Sozialdemokraten, dcn Herren Müller ir.ib Löbe, in B:cbin>ung und fragte sie, wie der „Vorwärts" berichtet, ob sie einer nach rechts erweiterten Koalition beitreten könnten, wenn das Zentrum darin die Führung übernehme. Nach der Vern'.inung wandte er sich einer zweiten Kombination zu, die mit Einschluß der Bayerischen Vollspattci 2-13 Mandate umfassen würde. Herr Lobe erwiderte, daß die sozialdemokratische Fraktion auch hieran nicht teilnehmen könne. Herr Müller führte daraus aus, eine von solch geringer Mehrheit g-etrag>ens Regierung werde nicht mit der nötigen Autorität nach Spaa gehen könnm. Darauf erwiderte Trim- born, es gebe eine dritte Möglichkeit: pin Block der Mitte, aus Demokraten, Zentrum und Deutscher Volkspartei bestehend. Er könne zwar nur 183 Aogeorou te ausnehmen, viel.eicht aber aus wohl wollende Neutralität der Nachbarparteien r.ch- nen. Die Sozialdemokratie wünsch: doch auch cm regierungsjähiges Kabinett und dürfe eine solche Regierung nicht schroff ablehnen. Sie könne ja einen Fachminister als Sicherheitswache im Kabinett zurück-assen. Ein al.en genehmer Reichskanzler sei vielleicht in &erm Fehrenbach zu gewinnen. Besonders h-er vorgetretene Vertreter des Großkapitals und des Alldentschtums würden in' einem solchen Kabinett nicht enthalten sein. Da die sozialdemokratische Fvattion zu einer solchen Koalition noch nickst Stellung genommen batte, mußten ihoe Vertreter, wie der „Vorwärts" berichtet, ihre Stellungnahme vertagen. Genosse Müller habe aber im voraus versich rt, daß eine solche Koalition von der sozialdemokratischen Fraktion nach ihren Taten beurteilt werden müste und jeder Versuch, auswärtige Politik nach dem Rezept der Deutschen Volkrpartei zu treiben, aufs schärfste bekämpft roerben müßt:. Der „Vorwärts" überschreibt seinen Bericht „Keine Aussicht auf Lösung" und sagt: Auch der weiter ab- ilegende Plan, die Koalition aller bürgerlichen Parteien noch einmal in Erwägung zu ziehen, wird kaum größere Aussicht auf Erfolg haben. Berlin, 15. Juni. (WTB.) Die Abendblätter ergehen sich in Vermutungen über den weiteren Verlauf der Ministerkrise. Die „Voss. Zertung" bezeichnet es aus Grund von Mit teilungell aus politisch orientiert n Kreisen als unwahrscheinlich, daß Trimborll die Lösung der Krise durch parteipo itstche Kombinationen erstreben werde. Vermutlich werde ec daS wirtschaftspolitische Moment in den Vordergrund schieben. Im Hinb.ick auf die Haltung der Mehrhritssozialisten sei indessen auch das Scheitern dieser Kombination wahrscheinlich. Als letzte Möglichkeit käme dann bie alte Koalition in Betracht. Lei.diesem Anlaß hüt das Batt hervor, .daß in dem gestrigen Beselstuß der Sozialdemokraten gesagt werde, daß die Fortsetzung der bisherigen Koalitionspolitik gegenwärtig als unmöglich betrachtet werde. Dieser Gedanke solle offenbar nicht als Absage an Den Kvalitionsgedau- ken überhaupt gedeutet werden. Vstlleickst müsse hier do ernt alles andere versage, der Ausweg aus der Krisis gefeben werden. Die „Kreuzzei- t u n g" dagegen ist der Meinung, daß der Beschluß nicht nur die Beteiligung an einer Regierung, worin die Deutsche Volcspartei vertreten sei ableljne, sondern auch an einer solchen mit dem Zentrum und der Demokratie. Das endgüüye Wahlergebnis im Freistaat Hessen. M. In der Sitzung des Wahlkreisausschusses für den Wahlkreis 22 „Hessen-Darmstadt" am 14. Juni 1920 würbe folgendes endgültige Ergebnis der Reichs ügswahlcu festgeste lt: Die Zahl der in die Wählerlisten eingeira. enen Wahlberechtigten betrug 781 724, die Zahl der Wähler auf Wahlscheine 6808, die Zahl der ungültigen Stimmen 1923, die der gültigen Stimmen 592 622. Es entfielen 3014 gültige Stimmen auf die Kom- munistische Partei, 72 420 auf die Unab - hängige sozialdemokratische Partei, 179 800 auf die so z i a l de m o kr a tis ch e Mehrheitspartei, 63 873 auf die Demokratische Partei, 95 536 aus die Z e n t r u m s p a r t e i, 94 755 auf die Deutsche Volkspartei, 83 224 aus die Einigungsliste der. Hessischen Volkspartci und des Hessischen Bau - e r 'n b u n d es. Die W a h l b e t e i l i gu ii g betrug demnach 75,4 Prozent geg-n 86,8 Prozent im Jahre 1919. Auf die Kommunistische Partei entsinken 0,5 Prozent (1919: 0,0) der Stimmen, auf die Unabhängige sozialdemokratische Partei 12,2 Prozent (1919: 1,9), aus die sollalvemokratische Mehrheits- parlci 30,3 Prozent (1919: 44,3), auf die Demokratische Partei 10,8 Prozent (1919: 19,0h auf das Zentrum 16,1 Prozent (1919: 17.0), auf die Deutsche Volkspar.tei 16,0 Prozent (1919: 11,2), auf die Hessische Volkspartei 14,1 Prozent (1919: 6,6 Prozent). Helffcrich Abgeordneter für Hessen-Nassau. Braunschweig, 14. Juni. (Wolff.) Nack den „Brminfck^veigiu: Neuesten Nachricht, n" teilte Tr. H e l s s e r i ch der Parteileitung . der deutsch- nationalen Partei in Braunsckstvrig mit, daß er aus Grund bestimmter Erlvägimgen ümerhalb der Par^ teileitung sich entschlossen habe, die auf ihn gefallene Wah^ in Hessen-Nassau anzunelwien. Damit treten in den Wahlkreisen Bvaunst^veig, Süd-Hannover und Hamburg Ersatzkandidaten an die Stelle Helfferichs. Erzbcrger. In der Münck>en-Angsburger Abendzeitung werden die bürgerlichen Reichstagsabgeordneten aufgefvrdert, bei Erscheinen Erzbergers im Sitzungssaal diesen zu verlassen. Deutschlands Lieferungen an die Entente. Paris, 14. Juni. (Wolsf.) Die Wiedergut- /machimgskommission teilt über den gegenwärtigen Stand der Kohlen- und V i e h l i e f c r u n* gen Deutschlands laut Versailler Fciedewsvertrag mit, daß erhalten hoben am 31. Mai an Kohlen: Frankreich 4 686 042 Tonnen, von denen 406 000 'Tonnen an Luxemburg abgetreten wurden, Italiens 316 063 Tonnen und Belgien 93 553 Tonnen: Vieh: Frankreich 6547 Pserde, 40 720 Stück Riiwvieh, 67 476 Schafe, 7875 Ziegen, Belgien 3116 Pferde, 43 489 Stück Rindvieh, 32 614 Schafe, 6140 Ziegen und 28 339 Stück Geflügel. Italiens Wiel ergutmachungssoreernng. Rom, 15. Juni. (WTB.) Nach Mitteilungen der „Agenzia Stefani" beläuft sich die von Italien für die Wiedergutmachung zu forbernbe Summe auf 66 Milliarden Lire. Nitti be- absichtigte, diese Summe den Alliierten bei der Diskussion über die Verteilung der durch Deutschland zu zahlenden Entschädigungssumme mitzuteilen. Neue französische Uebergrisse in Schlesien. Beuthen, 14. Juni. (WTB.) In Glei.wi.tz wurde der kaufmännische Beamte der Huldschinskv- U'-erte Bu chwald von zwei französischen Svlbatel' um Ofener gebeten. Er entsprach dem Verlangen. Als er die Hand ausstreckte, um die Streichhölzer zurückzuerhalten, nnrrben die F.anzosen tät.ich uub bearbeiteten Buchwald mit Scitengetvehren und Fußtritten, so daß er besinnungslos liegen blieb und — anscheinend mit inneren Verletzungen — ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der polnische Korridor. Berlin, 14. Juni. (Wolsf.) Nach Fertigstellung der Fahrpläne für die Züge zu den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen bvgaben sich gestern Vertreter des Reichs- verkehrsminifleriums zu den beteiligten deutschen Reichs komm issaren in Allenstein und Marienroer- ber, um den Absümmungskomnnssivnen die Notwendigkeit der Freigabe des Korridors durch die Polen für diese Züge nochmals auseinanderzufetzen. Crösinung der verfassunggebenden Versammlung für Danzig. Danzig, 15. Juni. (WTB.) Gestern nachmittag wurde im Sitzungssaal des Landhauses, in dem früher der Provinnallandtag tagte, die verfassunggebende Versammlung der zukünftigen freien Stadt Dautzig, der 120 Abgeord- rete angehören, eröffnet. Hierzu er;dienen, d-ec Oberkommissar des Vötkerbuildes, Sir Regüiald Tower, der Generalwmmifsar der Repilb.if.Polen Dr. von Biesiadecki. der deutsche R-ichs- und p.eußisckie Staatswmmis ar, Regierungsprüsi deut Förster, der Gouverneur der alliierten Streitkräfte ht Danzig. General Haykins, foiuie die ausländisck-en Konsuln. Sir Reginab Tower hielt eine Ansprache. Nachdem der Oberkom- missar bann noch auf die Jutta ftsetzung des Abkommens zwisck-en Polen und der freien Stadt Danzig hin gewiesen hatte, das bei der Erklärung Danzigs zur freien Stadt in Kraft trete, erklärte er t>ie verfassunggebende Verfammlmig für eröffnet. Hierauf erfolgte die Konstituierung des Hauses, zu dessen Vorsitzenden der deutsckmativnale Abgeordnete Generalsuperint-ndent R e i n h a r d t gewählt wurde. 3um Präsidenten des ©tabtrate» wurde Oberbürgermeister Saarn gewälstt. Auslösung öcr östcrreschischen liatioMlyerimrmhmg. Wien, 14. Juni. (WTB.) In bei* Sitzung des Hauptausschus es ergab sich a.ls den Erklärungen al er Redner die übereinstimmende Meinung, daß unter den obwattnioen Verhältnissen die Fortdauer der gegenwärtigen Nationalversammlung nicht mehr möglich sei. Demgel.:üß wurde einstimmig b'schlosfen, die nöllgn Geetzerttwürse letvesfend Auflösung der konstituierenden Nationalversammlung und Dnrck>- führung der Nerlwahlen unverzüglich wlsarbeiten zu lassen. Die Beratungen üb'r die Bildung der Regierung werden in d?r nächsten Sitzung des Hauptausschusses sottgesetzt. Da; neue italienische Kabinett. Zürich, 14. Juni. Der „Secolo" veröffentlicht folgende vorläufige Liste des neuen Kabinetts: Vorsitz und Inneres: Giolitti: Auswärtiges: Sforza; Kolonien: Raggi; Schatz: Bonomi; ^irai^en: Meda; Oes gütliche Arbeiten: Peano; Landwirtschaft: Micheli; Krieg: de Nicola; 2)14iriiie; Secchi; Unterricht: Croce; Befreite Gebiete: Rar- neri; Justiz: Fera; Jndusttie: Asesfro; Arbeit und Fur^rge: Abbiate; Post: Camera Das neue rumänische Kabinett. Bukareft, 14. Juni. (WTB.) Take Jone s c u unb Bratianu wurden zu Ministern ernannt. Hierdurch erfährt die Regierung Averescrr eine bedeutende Verstärkung. Die Wirlschastsvcrhandlunüen w.it Rußland. Paris, 13. Juni. (WTB.) Rach einer „Temps"-Meldung aus London soll Krassin, wenn die Sowjetregierung nicht die Einstellung des Vormarsches der bolschewistischen Truppen in Persien veranlasse, aufgefordert werden, England zu verlassen. Die Sowjetregierung habe behauptet, daß sie jede Verantwortung.für die Besetzung von En- zeli und .Rescht ab lehnen müsse. Die Lage in Persien. A m ft e r b a m, 14. Juni. (WTB.) Die Times meldet an5 Teheran vom 10. Juni: Kutschik Khati entschied stich i-.ach einigem Sck^vanken für den Leninismus und rief sich selbst in Rescht zum Mi niftcrbräiiberitcn und Kriegsminister ter persischen Smoietregiernng aus. — Das deutsche Kon sulat in Täbris wird einem Bericht zufolge noch immer belagert. — General Haldane, Oberbefehls' Haber in Mesopotamien, ist in Teheran eingetroffen. Die BoLfchewisicn in 51iew. A m st e r d a m, 14. Juni. (WTB.) Eine drahtlose Moskauer Meloung besagt: Die roten Truppen besetzten Kiew. Vor der Räumung sprengten die Polen die Wladimir-Kathedrale, die Eisenbahnstationen, die Elektrizitätswerke und die Wasserleitung. Diese Maßnahme, die durch keinerlei militärische Notwendigkeit zu begründen ist, hat die Stadt der Gefahr schwerer epidemischer Krankheiten ausgesetzt. Aus desn Aeicbe« Das Wahle-cgebnis in Mecklenburg. Rostock, 14. Juni. (WTB.) Nach dem vorläufigen Landtagswahlergebnis aus allen mecklenburgischen Bezirken mit Ausnahme von Dömitz, das noch ausjteht, entiattep aus die Mehrheitssoziaästen 15 Mandate, die Deutschnationalen 9, Deutsche Vo kspartei 9, die Unabhängigen 6, den Wirtschastsbnnd 3, die Demokraten 3 und die Llommunisten 2 Sitze. Aus Hessen. Der verweigerte Treueid. Landgerichtsdirekror K. Leb recht in Mainz wurde auf sein Nachsuchen in Nul)e stand versetzt. Lebrecht, der sich noch durch beit Tren - e i d gegenüber der früheren großiherzoglich-hes- sischen Negierung gebimben füllte, Txitie sich g e- weigert, den Eid auf die neue Verfassung, zu leisten. * rmk. Darmstadt, 13. Juni. Das Hessische Justizministerium hat dem Landtage eine Regierungsvorlage bete, den Entwurf eines Gesetzes über Zuschlägezuden Gebühren der Notare zugehen lasten, der auf die ständig steigende Teuerung und die hohen Ansprüche der Gehilfenschaft begründet wird. Der Mindestsatz der Gebühren ist von drei auf fünf Mark erhöht, die Gebühr bei Gegenständen bis 500 Mk. Wert betrügt zehn Mark und steigt entsprechend. Entgegen dec bisherigen Gepflogenheit, prozentuale Zuschläge zu erheben, wurden die G r u n d gebüh- r e n entsprechend erhöht. Die Schreibgebühi wurde von 80 Pf. jetzt auf eine Mark festgesetzt. Der Pauschsatz wurde von 20 auf 30 Prozent, bei kleinen Objekten auf 40 Prozent festgesetzt. Das Gesetz soll rückloirkend bis 1. April gültig sein. Mus dem besetzten Gebiet. Schmachvolles Verhalten dcutcher Frauen. hl. Griesheim, 14. Jmti. Am Mittwoch abend unternahm die hiesige Gendarmcrie und Polizei mit einer französisckien Patrouille eine Streife in der Umgebung des Truppenübuitgs- plat^s, um dem immer mehr zu einem Skandal ausartenden Treiben lieberlichw Weiber Einliolt zu tun. Die Zahl der lieh hier herumtreibenden Weiber beträgt gegen hundert. Sie kommen aus der ganzen Umgegend, im Laster ergraute unb kaum der Sckmle entlassene Mädckwn. Manch werden auch von Kupplerinneit hierher verschleppt Dies Ivar auch bei der vom Kreisamt Groß-Gerau als vermißt ausgeschriebrnm 15jährigen Marth.: Schmuck von dort der Fall. Sie konnte von ihrem Vater hier abgeholt werben. Eine Mutter brachte täglich ihre noch sehr jugeirblichen beiden Töchter hierher und hielt sie zur gewerbsmäßigem Unzuch an. Die Namen von sämtlichm obre Grund sich hier chwumtreibenden F aueusp. ’ feiten wurden fest gestellt unb sollen veröffentlicht werden. Ein großer Teil der „Damen" nmrbe über die Grenze rach Darmstadt abgeschoben. Die Franzosen holen die Weiber nicht, tonnen sie aus dem unbesetzten Gebiet auch nicht Holm unb sprechen von ihm. verächtlich als „viel San". Hochschule und Volksbildung. Auf Veranlassung der „Zentcalstell zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen" fand am Mittwoch den 9. Mai, nachmittags 3 Uhr, in dec Technischen Hochschule zu Darmstadt eine Konferenz statt, an dec sich der Rektor dec Hochschule und eine Reihe von Dozenten beteiligten. Direktor Bäuerle-Stuttgart nimmt zu Beginn seines Vortrags Stellung zu Einwänden gegen die Vo.ksbiloung, wie sie von Männern wie von Münchhausen int Kunsttoart, Herrigel Frankfurt, Walter Hofmann u. a. geäußert nrurten. Seine Ausiührungcn werden wohl am besten in den Leitsätzen wiesergegeoen, denen wir u. a. entnehmen : Universalbildung ist heute unmöglich. Wissen schaftliche Bildung ist eine Sache des Intellekts und beilrht in ter stofflichen Beherrschung eines Teilgebietes d c Wissenschait und in der Tätigkeit, die Einzelerscheinung.n in einen gesetzmäßigen Zusammenhang emzuorbnen. Der formale Wert wissenschaftlicher Schulung testeht in der inneren Verpflichtung und Fähigkeit, mit Hilfe der wissen- schaftftchm Forschungsmethoden eur:r Sache aus den Grund zu gehen. „Bildung" selbst ist nicht an den Erwerb einer bestimmten Art und Summe von Kenntnissen gebunden, Mangel an wstsenscha tt icher Schulung ist nicht Mangel an Bildung. Geoiltete und Ungebildet? gibt cs in allen Kreisen und Ständen. Bildung ist vielmehr in ihrem Endziel die Fähigkeit, sein Leben zur Einheit zu gestalten, aus dem Chaos der Erscl)einun^en eint Kosmos zu machen. Dec Weg dazu ist die subjektive Anteilnahme an dec objektiven Kultur. Volk.bildung ist: Lebendigmachm des Kultur- besiives für die Gcsamth it (der Empfänglichen) des Volkes. Die Wurzeln der Volksbildung liegen in den großen Lebenskreisen: Familie und Beruf, Heimat und Vo kstum, Wissenschaft, Kunst und Religion. Die Wege zur „wissmfchaftlichen Bildung" sind nicht ohne weiteres Wege zur Volksbildung. Intellektuelle Volksbildung ist nur ein Teilgebiet -der Volksbildung, durch Unterordnung der intellektuellen Bildung unter hie Idee der Volksbildung entsteht die Volkshochschule. Die Volkshochschule ist eine Bildungs-, keine „Schulungseincichtung". Die Volkshochschule ist nicht Hochschulersatz. Die Bezeichnung Volkshochschule ist irreführend. Die Mitarbeit der Hochschule an der Volksbildung kann in folgender Weise geschehm: Einrichtung von Ausbildung^angelegen- heiteu für Vo.k bi bimgSteiler und Volkshochschul- lehver an den Hochschilen. Schaffung eines Lehrstuhls für Volkserziehungswissenschaft zur Behandlung der theoretischen Grundlage der Volksbildungsarbeit. Auswahl und Bearbeitung des für die Vo.k bildung, insbesondere für die Volkshochschule in Betracht kommenden Stoffes in den Einzelwissenschaften. Einrichtung von Vorlesungen, sowohl allgemein verpflichtender Art als auch in den einzelnen Fakultäten zur Vertiefung der Berufsauffassung, des sozialen Vevantwortlichkeits- gesühls und des Verständnisses von Volk und Volksleben, überhaupt Mehrung der Bildungs- qelegenheiten an den Hochschulen. Beteiligung dec Studierenden an der Volksbildungsarb'it (Volksunterrichtskurse). Erweiterung bzw. Einrichtung eines volkstümlichen Voclesungswesms. Prof. Heidebroek spricht dem Referenten • seine volle Zustimmung aus. Wiener Referent, setzt auch er sich für eine Humanisierung der technischen l Wissenschaften ein. Der Verein der Ingenieure l, will diese Volksbildungsarbeit in großem Maße be- ■ treiben. Der Endzweck soll sein, daß der Respekt des . Arb.-iters von der Fachbildung tviederl>crgestellt wird. Damit kommt wohl and) der Kontakt mit den Hock-schulen. Für äußerst wichtig hält er die Errichtung eines Lehrstuhles für Soziologie an der Tedmischcn Hochschule in Darmstadt. Rach Mitteilung des Landesamtes ist eine Stifttmg von 50 000 Mark zu diesem Zwecke bereits vorluntden. — Prof. Limmer wendet sich dagegen, daß die Bezeickmung Volkshochschule beinhalten werden soll, obgl-ich sie als irreführend bezeichnet wird. Dann sollte man sie auch obichaffen. Er will ■erfahren haben, daß man an dem Rauten festhült, weil sonst nid>t Hörer g nug kommen. Auch spricht er sich gegen die ^Beteiligung von Studierenden att der Volksbildung aus, die selbst erst noch lernen müßten. Lehren sollte nur der Fachmann. Wenn an allen Hochschulen gemeinsam die Vorbereitung aut den h-Heren Beruf bezeichnet werde, so sei nach seinem Dafürhalten das Gemeinsame der nationale Gedanke. — Direktor Bäuerle säh- den Ausdruck Volkshochschule and) gerne ab- geschafst, es gibt aber bis jetzt noch keinen geeigneteren. Daß die Hochschulen den nationalen Gedanken gemeinsam baten sollen, ist nichts. was enteren nicht auch gemeinsam ist. wie etwa unseren Bollsschulm. höheren Schulen, der Kirche usw. Wer Volksbilduitg will, pflegt eben den nativ» italcn Gedanken. — Geh. Studien rat Dr. H o r st ist dec Ansicltt. daß sich viele an dem Begriff „Volkshochschule" stoßen und schlägt daftir „B o l k s b i l d u n g s s ck> u l c" vor. Das, was an der Volksh'dMule g-boten wird, habe nichts mit ter Hock-schule zu tun. — Geh. Studienrat Dr. Hör st in der Ansicht, das Wort „Volkshoch- schirle" hab? politischen Charakter angenommen und testelb böses Blut gesetzt. — Rektor Professor Dingel de»; hält das niedere Volk für noch nicht reif dazu und meint, es müßte zuerst sittlich erzogen werden. — Direktor Hass inger betont, daß fitttiefe Ml düng ja gerade die Aufgabe dec Volksbildung sei! — Direktor Bäuerle äußert in seinem Sck-lußwort, daß man nicht allgemein sagen könne, das Volk sei für die Dvlkslwchschule mcht reif. • Am Donnerstag nachmittag fand eine gleiche Bei prechung an ter Landes Universität Su Gießen statt. Sie war sehr stark besuckü und tourte g l itet von dem Rektor d r Universität.Prvf Kalbfleisch. Nackidern Direktor Bäuerle sein Referat über ,Dock.«schule und Volksbildung" erstattet hatte, fetzte eine sehr lebhafte und höchst wertvolle Aussprache ein: Prof. Messer Mit die Balksbildungsarteit für hervorragend geeignet, einen neutralen Boden zu sclxftfen, auf dem sich die Vertreter der ixt- fdricbenflcn Parteien mit» Weltansdiouungen zu getneinsamer Arbeit finden können. Er b.'tönt fer nrr, dal; die praktische Arbeit auch ohne vorherige thwretisd-e Bt fuitg ter Probleme nötig uns möglich sei. — Prof. Herzog fürd)tet ein zu starkes Zurückdrängen der klassischen Bildung, was eine Verarmung des deutschen GeisteSl b -ns beteutc Die Spezialisierung ter Forschung habe überdies üjren Tieipimkt Tnuter sich tue Sdiranken ter Fakultäten seien und nriirten geöffnet. — Prof. Mitternxaicr verbrcttet sich über btt Entwtd limg ter Gießener Vokkshochsdmle. Er hält^es für eine Hauptaufgabe, das Verständnis ter studierenden für die Vollsbcldung rarbeit zu wecken. — Dr. Werner ergänzt die allgemeinem Angaben Prof. Mtttermaiers aus der Praxis. Er betont besonders die '’Jtotwenöigleit, den geschichtlichen Sinn ter Vollshacha'chül.r zu roelen. Int übrigen ist er der Ansicht, daß ter Erfolg ter Volksbtt- dnngsarl»eii nur von ter Persönlichkeft des Lehrers getragen w.-rte. — Direktor Has sing er kommt auf teil Volksl-ock-schu l ku c sus für Arbeiter und Angestellte von 1910 zurück, ter auf ausdrücklickM Wunsch ter Gewerkfdraften veranstaltet Worten war und ter den Zweck hatte, die schwebenden Fragen durck? Sachverständige imssens-chftllich Hären zu laifm: denn gerate der Vel.siioat vertrüge ein urteilsfähiges Volk. Es gelte, das Verantwortlich- teitsgefülst zu stärken und die Zahl ter verantwortlich sich Fühlenden zu vermehren. Wir sind durch gemeinsame Not auf Gedeih und Verderb zu einer Schicksalsgemeinschast verbunden. Wir müssen deshalb ater auch im Bewußtsein und im Willen ein Volk werten. Ehrfurcht und Bescheiten- l;eit müssen wieder bei uns einzi'hen und erfüllt sein müssen wir bei ter Volksbildungsarbeit von einer großen Liebe und einem starken Glauben. — Cand. phil. Schäfer erklärte den Zusammenhang von Hochschule uno Volksbildung für unwesentlich und zufällig. Die Hochschule könne auch nicht mehr geben als Rezepte für die Praxis. Die synthetisch Kraft des Einzelnen sei nicht an die Hochschullaufbahn gebunden. In feinem Schlußwort faßte Dir. Bäuerle die Ecgebitisje ter Aussprache zusammen. Bei aller Verschiedenheit ter Wege gäbe es nur ein Ziel: Im Dienste des Volkes, Kamps gegen dm Materialismus im Wirtschafts- und Geistesleben. Aus StaM und Land. Gießen, den 15. Juni 1920. Warnung vor Prcisübersorderrrng. Die Preisprüfungsstelle für die Provinz Oberhessen erläßt nachstehende Warnung: Nachdem im Laufe dieses Frühjahrs beträchtliche Preisrückgänge auf dem Gebiete der Lebensmittel, besonders Reis, Sago, Maisgries, Tapioka, Hülsenfrüchte, sowie auf dem Gebiet der Nahrungs- und Genußmittel, bes. Kaffee, Trockenmilch und Milchpräparate eingetreten sind, werden die Kleinhandelsgeschäfte der Provinz aufgefocdert, bei ij-ren Preisbemessungen diese Preisrückgänge entsprechend zu berücksichtigen und zwar sowohl bei ihren Einkäufen wie auch bei ihren Verkaufspreisen. Die Preisprüfungsstelle Oberhessen wird bei den im Laufe des Monats Juni stattfindenden Revisionen in der Provinz alle Geschäftsleute unnachsichtlich wegen Wucher zur Anzeige bringen, die nicht einwandfrei in der Lage sind, den Nachweis zu erbringen, daß ihr Geschäftsgewinn innerhalb der normalen, vom Reichswirtschaftsministerium anerkannten Grenzen liegt. Als normaler Geschäftsgewinn auf dem Gebiet des Lebensmittelhandels sind 25 Prozent vom Einkaufspreis zuzüglich der Transportkosten und aller sonstigen Geschäftsunkosten anzusehen. Lebensmittel. ** Sei bet städt. Obst- und Gemüsestelle, Marktlauben, kommen täglich frisch' Spargel, Grüngemüse, Erbsen, Bohnen, an Dörrobst Apfelspatten und Zwftichcn, zum Verkauf. Diese Woche trifft noch ein Waggon Frischgemüse, Wirsing und Weißkraut ein. ** Freibank. Mittwoch, 16. Juni 1920, werden von 1 bis 3 Ähr die Nrn. 3501—3650 beliefert. Veranstaltungen. Dienstag, 15. Juni: Neue Aula, 8V2 Uhr, Vortragsabend des Ausschusses ter Gi.ßener Studentenschaft. — Hotel Einhorn, 81/2 Uhr, erster Gastspielabend Paul Buchwald. — Lichtspielhaus, „Iudex", 4. Teil und „Das Brillantenschiff". — Lichtspiele, Seltecsweg, „Der Prozeß Worth" und „Karlchen bei ter Feuerwehr". L. U. Von per Landes-Universität. Ter außerordentliche Professor an ter Universität M ünckzen Dr. Ernst von Aster hat einen Ruf an die hiesige Universität als Nachfolger für Ge heimerat Dr. Sicteck erhalten. — Dr. phil. Wil beim Peppler, ter sich für das Fach der Meteorologie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Mittwoch, den 16. Juni, nachmittags 5V2 Uhr s. t., im großen Hörsaal des Vor lesimgsgcbäudes seine öffentlich? Probevorlesung über das Thema: Die Physik ter Wolken. ** Auszeichnung. Der Wirtschafterin ter Univ.-Kindeck in.k, Schwester Lisa Lab'autzki ist durch ten Kommissar und Militärin p kteur ter freiw. Krankenpflege in Berlin die Rote Kveuz- Medaille 3. Kl. verliehen worden. ** E i n b r ü ch e. In der verflossenen Nacht wurde mittelst Einbruchs aus einem Bureau der Bismarckstraße eine Schreibmaschine, Marke „Continental" mit der Fabriknummer 46 583, im Werte von 3000 Mark gestohlen, die zweifellos in einen helb grauen Herrenrock verpackt worden ist, der auch dort entwendet wurde. — Ferner in derselben Nacht aus einer Waschküche in der Lud- wigstraße ein markenloses Fahrrad im Werte von 1800 Mk., das schwarzen Rahmenbau, ebensolchem Felgen mit grünem Streifen und zweierlei Pedale hat. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Markenausgabe. Vom städtischen Lebensmittelamt wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß dieMarkenaus- gäbe, wie schon wiederholt bekannt gegeben, Donnerstags und Freitags in den Bezirken stattfindet. In den Bezirken nicht abgeholte Marken können am Montag auf Zimmer 7 des städt. Lebensmittelamts in Empfang genommen werden. Personen, die die rechtzeitige Abholung der Marken auf den Bezirken zweimal versäumt haben, müssen bei jeder weiteren verspäteten Abholung für jede Lebensmitteb- ausweiskarte eine Ordnungsstrafe von 50 Pf. zahlen. ** Besitzwechsel. Tas Anwesen tes Metzgermeisters Gustav Kreu der, Neustadt 17, K " Ipolv Schlatt ersehe Lte«rschofl. 8 und 10 gingen für 90 (XX) Mark in den Besitz des Schlossermeisters Heinrich Schön über. — Das bisher Altert Wendel gehörige Haus, Alicesttaße 2, wurde an Louis Marcus, die Besitzung des Revisors B^o h u e , Ludwigsplatz 14, an Metzgerrneistec Karl Schar- mann und die Hofteile Neuen Baue 15 für 54 (MX) Mark an Schreinermeister Karl Zimmermann verlauft. ** Reinhalten der Straßen. Seit neuerer Zeit ist wieder die Unsitte eingerissen, Pa vier, Obstschalen, Obstkerne und sonstige Absä.l. auf Bürgersteige und Fahrbahn zu werfen. Hierdurch werten nicht nur die S raßen verunreinigt, sondern auch Gefahren für Passanten hervorgerufen, die durch Ausgleiten auf Obstresten und terg.eidten zu Falle fommen und sich echeblcch verletzen können. Wir envanen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um den Uebelstand abzustellen, widrigenfalls die Polizeibeamten mit Strafanzeigen vor gehen müßten. ** Eine Sonnenwendfeier wird am nächsten Sonntag auf Münzenberg veranstaltet. Redner ist Pros. Werner (Butzbach). Näheres siehe Anzeigenteil. **Der Wartburg-Verein, durch seine Konzertabende in den weitesten Kreisen unserer Stadt bekannt, veranstaltet am Donnerstag, 24. Juni, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität einen Kammermusikabend, der nach dem uns vorliegenden Programm sehr genußreich zu werten verspricht. Es gelangen Werke von Jos. Haydn, W. A. Mozart und von L. v. Beet- Hosen zur Aufführung. Näheres siehe Anzeige. Kreis Lauterbach. sb. Schlitz, 14. Juni. In der letzten Ge- meinderatssitzung entwickelte der Vorsitzende einen Plan, wie es möglich wäre, die bisher noch teilweise unbenutzte Wasserkraft der Hoh- müblc für das Elektrizitätswerk a'^.unutzen. Da sich dec Besitzer der Hohmühle bereit erklärt hat, die von ihm nicht benötigte Wasserkraft der Stadt zur Verfügung zu stellen, so schlägt ter Bürgermeister in liebereinftimmung mit ter in Betracht kommenden Kommifsion vor, in ter Hoh- müljle durch die Stadt eine Dynamomaschine auszustellen und die erzeugte Energie direkt dem Netz zuzuführen. Die gesamten Kosten des Ausbaues und Umbaues ter An.age übernimmt Herr Rein Hardt, die elektrischen Maschinen und Apparate liefert die Stadt: sie verbleiben in ihrem Eigentum. z. Vom oberen Vogelsberg, 12. Juni. Im Lause ter berg an gen m Woche hat die Heuernte hier ihren Ansang gmommen, eine große Seltenhett, da sonst vor Johanni (24. Juni) kein Anfang damit gemacht wurde. Durch die anl.aitente große Trockenheit verspricht aber das Gras kein großes Wachstum mehr. Das Ergebnis steht im gleichen Verhättitis wie im vorigen Jahre. Kreis Friedberg. rin. Bad-Nauheim, 14. Juni. Der K u r- bireftor C. v. Frankenberg tritt am 1. Julr von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger wurde ter Bankdirektor v. Böhmer zum Bade- und Kurdirektor ernannt. 0. Frankenberg ist in den Ruhestand versetzt. = Bad-Nauheim ,13. 3uni. Ein weiterer Bad-Nauheimer ist aus fünfjähriger Gefangenschaft in Sibirien zurückgekehrt, Christoph Will, Sohn des Maschinenmeisters Will. Nun werten noch drei Bad-Nauheimer aus russisckier Gefangenschaft zurückerwartet. Die hiesige Ortsgruppe der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener veranstaltete heute in ter Turnhalle einen Unter Haltung s- abend, dessen ansehnlicher Reinertrag dem Sibirierfonds zugeführt wird. — Wegen Zuckerschiebung sind zwei Gebrüder, die den für Gewerbezwecke empfangenen Zucker zu Wucherpreisen anderweitig abgesetzt haben, in Haft genommen worden. 4- Bad-Nauheim, 14. Ium. Tre Säuglings- und Kinderfürsvrge veranstaltete heute einen Blumenverkaufstag zugunsten unterer not- leidenden Kinder. 4 Bad-Nauheim, 13. Juni. Eine große Aufgabe halte sich der hiesige Vortrags- und Mufik- berein gestellt, intern er gestern abend im Konzert- haus gemeinsam mit dem Kurorchester das beute sche Requiem von Brahms unter Sei 11mg von Musikderik.vr Ferdinand Bischof (Frankfurt a. M.) zur Aufführung brachte. Als Solisten wirkten Frau Quistorp-Wisfig (Leipzig) und Herr Robert Cuntz (Frcmkftirt a. M^ mit. Tas wunderbare Werk, des fen Studium sich der noch junge hiesige Chor in b.onatelanger hingebungsvoller Arbeit und Liebe gewidmet hat, wurde trefflich wiedergegeben und hinterließ auf die zahlreichen Besucher einen tiefen (Sinbrud. Hcsftn-Nassau. ge. Esckwege, 13. Juni. Auf bem benachbarten Bahnhofe Nieter ho ne geriet gestern nachmittag ter Rangierer Hupseld aus Niebechone bei dem Zusammen kuppeln von zwei Güterwagen zwi- fd>en die Puffer und wurde getötet. — Wegen Erhöhung der Fleischpreise sind in dem benach barten Wanfried die Metzger in einen Konsumentenstreik eingetret n und haben die Ab- naljme ter ihnen zustehenden Fleischmengen aö« gelehnt. ha. Hanau, 14 Juni Im Anzeigenteil des ..Hanauer Anzeioeis" veröffentlicht eine Hanauer Firma folgendes A cgelwt: Herren S iete mit Lack- kappen 185 Mk., Echt Chevreaux-Herren-Stiefel, Rahmenlvare, 195 Mk., Herren-Tou-isten-Stiefel, gute solide Ausführung, 187 Mk., Kräfiige Herien- Stiefel, breite Form. 160 Mk, Kräftige Knaben- Stiesel, Größe 36—39, 136 Mk, Damen-Stiefel, hoher Schaft, Lackkappen, 178 Mk.. Eleg. Borcalf- Damen-Stiefel, Rahmercarbeit, 215 Mk., Leder- Damen-Stiefel. moderne Form, 125 Mk., Wichs- lebcr Tamen-S i.ftl, holzgeriagelt, 96 Mk., Damen- Stiefel, Bvxcalf, Besatz, 65 Mk. 0 Wetter, 14. Juni. Gestern früh Brann» ten im nahen Treisbach die Gebäulichkeiten des Schreiners und Landwirts Dietrich Dippel völlig nieder. Da nur sehr wenig gerettet werden konnte, ist die Familie in bitterste Not geraten. Turnen, Spiel und Sport. 75jühriges Jubiläum. O Friedberg, 13. Juni Die Feier ihres 75jährigen Bestehens beging heute und gestern die Turngemeinde unter Bete ligarng zahlreicher Vereine des 5. Bezirks im Tumgau Hes en. Am Samstag nachmittag fand ein Wetturnen der Schüler und Schülerinnen und anschließ-nd daran die Enthüllung ter Ehrentafel bet 21 fürs Vaterland gefallenen Turner statt, wobst Divektv'- Phil- lipps bte Weiherede hielt. Die Stiftungsfeier, die abends im Saalbau unter bem Vorsitz des ersten Vorsitzenten, (Seminarlebtet Thierolf, abtebalten wurde, war von zahlreichen Vercretem der Behörden und auswärtiger Vereine besucht. Die Gesangsabteilung ter Turn gemeinte trug mehvece Cho^ vor und Hanauer und Offenbacher Turngäste wußten durch Kunstturnen am Barren und Reck die Fcstgäste in Erstaunen zu setzen. Der Vet'-stn empfing zahlreiche Ehrungen, u a. ließ der Turnverein 1860 Bad-Nauheim c/ne künstlerisch auc>geführte Ehrenurkunde im Eilboten laut überbringen. Als Vertreter des Gaues Heften konnte Redafteur Schneider (Butzbach) an fünf um die Turn fache b? Inders verdiente Mitglieder den Ehcenbrief des Mittelcheinkreises ter Teutschcu Turnerschaft über reichen. Emen Festvortrag über die inlecessantc Geschichte der Turngemeiilte hielt Seminarlchrer Scyuchmami. Heute morgen fanden auf dec Sce- toiese Wettumen an den Geräten, Wettkämpfe der leichtathletischen und ter Fußballabteilung, sowie Wettfechten ter Fechtet des Gaues Rott. Heute mittag bewegte sich ein stattlicher Festzug nach ter Seewiese, wo gemeinsame Freiübungen vorgesührt und Schaummen der geübteren Turner des Gaues, Faust- und Fußballwettspiele veranstaltet wurden. Friedberg, 15. Juni. Am 13. Juni, anläßlich der 75iähcigen Jubelfeier dec Turngemeinde Frredb:rg, vecansta.tete der dritte Feckitec-Be-ltk des Mittelrh.inkreifes ein Wett- Achten, welches als ein VorpcüiunAsfechten für das bevorstehende Gautumfeft in Giegen gedacht war und sich einer zahlreichen Beteiligung erfreute. Trotz scharfer Konkurrenz errangen die Fechter des Turnvereins 1846 Karl Hergenrötber im beut scheu Säbelfechten den 2. Preis mit 24V3 Punkten und im Florettfechten loser Stellung ten 3. Preis mit 22 Punkten, Hans Noll im deutschen Säbelfechten ten 2. Preis mit 24V2 Punkten. me. Frankfurt a. M., 14. Juni. Vor einer Zufchauecmenge von 35 000 Person n wurde am gestrigen Sonntag der Kamvf um die deutsche Fußballmeisterschaft entschieden. Spiel oetcinigimg Fürth rang mit dem Fußballverein Nürnberg, ter tec taktisch beifiTe war. Nürnberg blieb mit 2 :0 gegen Fürth Sieger. Leihgestern, 15. Juni. An ter Gau turn fahrt des Gaues Wetterau am vergangenen Sonn tag beteiligten sich vom Turnverein „Frisch auf" 16 Wetturner. Es errangen in ter Oberstufe unter 180 Mitbewerbern ten 3. Preis: Heinr. Volk, 11. Preis: Otto Arnolb, 22. Preis: Otto Lub, 30. Preis: Wilh. Amold: in ter Unterstufe unter 540 Mitbewerbern den 2. Preis: Karl Arnold, 3. Preis: Wilh. Will, 7. Preis: Wilh. Dietz, 9. Preis: Karl Jung, 13. Preis: Karl Pauli, 18. Preis, Ernst Reitz, 19. Preis: Georg Arnold, 20. Preis: Max Lilienfeld, 22. Preis: Otto Dietz, 27. Preis: Will). Seipp, 31. Preis: Karl Dill, 34. Preis: Wilh. Arnold. Lollar, 14. Juni. Der hiesige Rad fahrerverein beteiligte sich mit gutem Erfolg an dem gestern in Krofdorf stattfintenten Feste. Er errang beim Kor so fahren in Klasse A den Ehrenpreis. An der Wanderfahrt nahmen 29 Fahrer teil. Turngau „W ett er a u". Bei günstiger Wittenlng fanden fick) am vergangenen Sonntag tu Dorheim zur 22. Gautumfahrt 720 Wetturner des Gaues ein. Auf dem schön gelegenen Sportplatz boten sich von 9—3 Uhr viele Bilder turnerischer Leistungen und sportlichen Könnens. Ein stattlicher Feskug, bem sich bic Vereine tes Gaues vollzählig anschlosfen, bewegte sich mit Musik nach dem Turnplatz. Nack) ber Ansprache des 1. Gau Vorsitzenden Günther aus Bleicheubach wurden unter ber Leitung tes 1. Gauturnwarts Grimmel von den Wetturnern Freiübungen ausgeführt. Der Preisverteilung schloß sich in drei Lokalen ein Tanz an, unterbrochen von turnerischen Darbietungen. Besonders zu erwähnen sind die vom 1. Turnwart des Turnvereins Dorheim, Herrn Löw, eingeübten Frei- Übungen einer Schüler gruppe, hinter denen ein von Lehrer Fink mit der Damenriege bes Turnvereins Dorheim aufgeführter Lampionreigen nicht $u» rückstanb. Beide Gruppen ernteten reichen Beifall. Das diesjährige Gauturnfest findet voraussichtlich am 18. Juli in Friedberg-Fauerbach statt. Aus dem -lmtsverkündignngsblatt. ♦* Das Arntsverkündigungsblatt Nr. 80 vorn 14. Juni enthält: Ausdehnung bet Versicherungspflicht in ter Kranken Versicherung.— Arbeiter- und Angestelltenversicherung. — Urlaub ber Lehrer unb Ferien. — Zahlung ber Ablieferungsprämien für Brotgetreibe unb Gerste. — Ber bot ber Herstellung von Weißgebäck. — Iteichsreise- brotmarten. — Schutzimpfungen gegen Schweine rotlauf. — Viehseuchen. — Warnung — Dienstnachrichten. — Felbbereinigungen Queckborn und Heuchelheim. — Rein halten ber Strafen. Za hlung ber AblieferungsprSmien fürBrotgetreibeund Gerste. Die Rerchs- getrcibcfteKe hat angeordnet, daß für sämtliches bis zum 15. Juni 1920 abgeliefertes Brotgetreide und Gerste die Höchstpramie von 300 Mk. für die Tonne gewährt wird, während für die nach dem 15. Juni 1920 zur Ablieferung fommenben Mengen Brotgetreide und Gerste nur eine Ablicferungsprämie ttin 200 Mk. für die Tonne bezahlt wirb. Die Höchstprämie von 303 Mk. wirb nach bem 15. Juni 1920 nur noch in ten Fällen gewährt, wo es fick tem Mengen hantelt, bie 100 Prozent bes vom Kvmmunalverband errechneten AblieferungssollL tes betreffenden Erzeugers übersteigen. Verbot ber Herstellung von Weißgebäck Wie bie Preisprüfungsstelle für Cber> Hessen festgestellt hat, wirb trotz des Verbots tes hessischen Lantesernährungsamts noch W:ißgeback hergestellt. Es wird deshalb darauf aufmerksam ge macht, daß bie Verordnung tes Lantesemährungs« amts vom 29 November 1919 noch in Kraft ist imb demgemäß das Verbot ber Herstellung von Weißgebäck noch besteht. Vornahme ber Schutzimpfungen gegen Schweinerotlauf Da bie Maul- unb Klauenseuche ständig zunimmt unb in bösartiger Form verläuft, rotrb bas Fvlgenbe an geordnet: In ten verseuchten Bezirken werten die all gemeinen Impfungen gegen den Schweinerotlauf eingestellt unb die Impfungen auf die Bestände beschränkt, in denen Schweinervtlauf' festgestellt wird. — Un'cr bem Schweincb stände tes Friebrich iHofmann zu Steinheim ist bic Schwcineftuche festgestellt worben. Die erforterlichert Sperrmaßregeln fmb angeorbnet. Warnung vorPreisü bersch re i tu n* gen im Schuhmachergewerbe. Die Pveis- prüfungsstelle Oberhcssen warnt hierdurch die Angehörigen tes Schuhmachergewers^ vor Preis- Überschreitungen und macht a^csdrücklich darauf aufmerksam, daß nunmehr, nachdem die Lederpreise um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen sind, der Einsatz ber bei Schuhreparatucen unb Neuanfer- timmn tatsächlich verwendeten Scbermcnge unter Berücksichtigung ter wirk! ch aufgewenbe:^n Preise statthaft ist. Die Beibehaltung ber früher wtleittlich höheren Preise wird von soften der Gerichte und ttch bet PreiSprüfungösstelle ctlS Micher angesehen ynb demgemäß fixen# bestraft. Dienstnachrichten des Kreisamts. Der Pbikiplp Heinrich Klein II. von Treis a. d. Lda. wurde als Jagdaufseher für den zweiten Jagdbezirk zu Treis a .d. Lda_ von uns verpflichtet. — Das Ministerium des Innern hat der städtischen Merdemarktdepntation in Gießen die Erlaubnis er- • teilt, anläßlich des im September d. I. daselbst stattfindenden Pferdemarkts eine Verlosung zu veranstalten mit der Maßgabe, daß erforderlichenfalls die Gewinne nach dem vorg-bogten Berlosungsplan in bar ausgezahlt werden dürfen. Ziehungstermin: 22. September 1920. Gießener Strafkammer. Gießen, 11 .Juni 1920. Von den Fällen, die die Strafkammer in .'.wolfstündiger, nur durch eine kurze Mittagspause untei-bcochenen Sitzung beschästigten, folgen wegen Platzmangel nur die int >re,sanken. Ein Landwirt aus Groß-Karben war vom Schön enge richt wegen Jagdvergehens zu 300 Mk. Geldstrafe verurteilt wordm. Die Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung, da gewerbsmäßige s W i l de rn vorliege. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte nacheinander drei leasen geschossen l-atte. daß er wegen Wilderns bereits vorbestraft war und allgemein als Wilderer bekannt ist. Er schielt vier Monate Gefängnis. Ein Installateur von Ober-Schmitten ivar der fahrlässigen Tötung angeklagt. Er war mit zwei aneinanderhänzenden Wagen auf der Ortsstraße von Ober-Schmitten nach Eichelsdorf dem Geleise der Eisenbahn entlang gefahren und, um dem hinter ihm herkommenden Zug auszuweichen, plötzlich nach der Seite abgebogen. Dabei >var der Hintere Wagen von der Lokonrotive erfaßt und ein auf dem Wagen sitzendes Mädchen hcrabgeschleudert und überfahren worden. Das Schöffengericht hatte den Angeklagten freigesprochen, da ihn kein Verschulden treffe. Auch die Strafkammer war der Ansicht, daß der Unfall ausschließlich auf die unglückliche Geleisanlage zurückzufahren sei und gelangte ebenfalls zu einer Freisprechung. Zwei zu empfindlichen Gefängnis- und Geldstrafen verurteilte Schweineschieber verfolgten Berufung, um wenigstens milder bestraft zu werden. Sie hatten keinen Erfolg: die Berufungen wurden zurückgewiesen. Eine Anzahl Diebe wurde zu Gefängnisstrafen verurteilt. <6erid>t*faal. Das Urteil im Geiselmordprozeß. München, 14. Juni. (WTB.) Das Urteil im dritten Geiselmordprozeß, wodurch der Angeklagte Walleshauser zum Tode verurteilt wurde, ist gestern vom Ministerrat bestätigt und heute vormittag vollstreckt worden. fg. Nied, 15. Juni. Gin junger Bursche, der einer Frau denZvpfabgeschnitten hatte, ging vor dem Höchster Schöffengericht straffrei aus, weil die „Beschnittene" erklärte, sie häbe sich durch die Tat des Zopfabschneidens weder gekränkt noch beleidigt gefühlt. Außerdem fei auch der Zopf falsch gewesen. Da die Frau bat, von einer Bestrafung Abstand zu nehmen, mußte das Gericht das Verfahren einstellen. Ltnnft unb Wissenschaft. me. Frankfurt a. M., 14. Juni. Mit Mahlers 2. Sinfonie verabschiedete sich Sonntag nachmittag der Amsterdamer Dirigent Willem M e n g e l b e r g von der Frankfurter Museumsgesellschaft und dem Cäcilienverein, deren Konzerte er 13 Jahre geleitet hat. Mengelberg, einer der fruchtbarsten Dirigenten unserer Zeit, wird sich ganz seinen holländischen Aufgaben widmen. Er wurde stürmisch gefeiert. Schon vor einigen Wochen hat er die silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Frankfurt a. M. erhalten. vermischtes. *BrandimPotsdamerSchaus piel- ha us. Am Freitag nachmittag brach im Kulissenhaus des Potsdamer Schauspielhauses ein größeres Feuer aus. AbentB gegen 8 Uhr wurde man der Flammen Herr. Der Kulissenraum ist vollständig au-gebrannt, die Vorstellungen sind ans mehveve Wochen unterbrochen. * Havanna, 14. Juni (Wolff.) Wahrend der Aufführung von Aida platzte im National- theatec eine Bombe in dem Augenblick, als Caruso sang. Es entstand eine große Panik, bei der es mehrere Verwundete gab. Caruso erreichte im Theaterkostüm sein Hotel. Qan&eL Preissturz in Frankreich Paris, 14. Juni. In Marseille gingen gestern an der Börse die Preise derart zurück, daß Befürchtungen für eine ernste Handelskrise auftauchen. Kaffe efiel von 294 auf 272 Franks, Erbsen von 205 auf 170, Lin len von 230 auf 115, Rizinusöl von 160 auf 140, Palmöl von 450 auf 350, algerische Weine von 146 auf 130, Baumwolle von 630 auf 580. — Aus Bordeaux wird über das Sinken der Wein- preise gemeldet, daß trotz der sehr stark gefallenen Preise die Käufer noch zurückhalten, weil vermutet wird, daß die Abwärtsbewegung der Preise noch nicht beenbet ist. Auch die Vieh- preise fino um 20 Prozent herabgegcmgcn. Paris,14. Juni. (WTB.) Der Ernährung«- etiitifter erließ heute eine Bekanntmachung, nach der die Fleischpreise bedeutend herabgesetzt werden, in Llirberracht der stark sinkenden Prelle für lebendes Vieh. Amsterdam, 14. Juni. (WTB. Die „Times" meldet aus N e u y o r k: Die Preise a u f 'd e m Wo l l m a r k t sind jetzt tief unter den Erzeugungskosten. Um die Wollindustrie zu schützen, beriefen der Gouverneur des Bundesreseroeamdes und die Senatoren der westlichen Staaten eine Kon; ferenz von Bankiers und Wollproduzenten nach ChicaM für den 17. Juni ein, damit ein Fonds von 100 Millionen Dollar zusammen gebracht werde, der für ein Darlehen der Schafzüchter 25er-- tr-enbitng finden soll. * Berlin, 14. Juni. Börsen st immungs- b i 1 b. Die Fortdauer der Kabinettskrisis ließ die Börse in ihrer Zurückhaltung verharren. Die Kursbildung war anfangs unregelmäßig und vorwiegend zur Schwäche neigend. Von Elektrizitätsaktien waren A. E. G. 11, Felten und Guilleaume 10 Prozent niedriger. Valutapapiere stellten fick- höher im Zusammenhang mit dem Anziehen der Devisenkurse. Späterhin war eine allgemeine Befestigung bemerkbar, als verlautete, daß der Zen trumsabgeordnete Trimborn den Aujtrag der Kabinettsbildung angenommen habe. Am Montanmarkt nahm das Geschäft unter Führung von Phönix-Anien lebhaftere Formen an. Pl)önix wiesen zeitweilig etwa 16 Prozent Besserung auf. Andere Werte, wie Bismarckhütte und Mannesmann, gewannen die anfängliche Abschwächung zurück. Tahler Eisenhütte stellten sich etwa 11 Proz. besser. Am Schiffahrtsaktienmarkte erholten sich die meisten Werte teilweise von den letzttägigen Realisierungen. Der Anlagemarkt war vernachlässigt. Die Börse schloß im allgemeinen ziemlich fest. Olavi stiegen erheblich bis 800 auf das Gerücht, daß die Verhandlungen liegen her Ent- schädigungsfragen begonnen hätten. Frankfurt a. M., 14. Juni. Börsen- Htimmungsbild. Die Abendbörse zeigte ein entschieden lebhafteres Ausselien, was besonders in einzelnen Spezialpapi-eren stärker zum Ausdruck kam. Mit einer Steigerung wurden Deutsche Petroleum bedacht, welche mit 612 einfetzten und auf 626 ftiegen. SÜdsee-Phrsphat waren 2000 Geld gesucht. Auch auf den übrigen Gebieten trat festere Haltung hervor auf die Meldung, daß der Zentrumsabgeordnete Trimborn den Auftrag der Kabinettsbildung angenommen hat. Schantungbahn 641.— werden rege umgesetzt, "Deutsch Uebersee- Elekttische fanden ebenfalls Kurserhöhung 800.— bis 805.—, Felten u. Guilleaume gaben 14 Proz. auf D92.— nach Holzverkohlung wurden 341.— rationiert plus 16 Proz. F.a'ckentbaier Zucker notierten 359.— plus 7, Bleistift Faber 370— plus 8, Scheideanstalt 240.— plus 4, Maschf Eßlingen 214.— plus 7 Pwz. Otavi-Minen stiegen erheblich 800.— bis 805.—, dito Genußscheine 690.— bis 695.— auf das Gerücht, daß die Verhandlungen wegen der EntschädigungLfragen begonnen hätten. Mexikaner, Oesterveichifche Creditmistalt sowie Staatsbahn wurden ansehnlich höher. 5 Prozent Reichscrnleihe 793A. FranN fnn a. SOL, 14. Jimt 12. Juni 1423,60 1426,40 1438,60 i 441,40 14.6. 13.75 6,95 15,25 12,- 12.6. 14,- 7,02 15,30 12, — 415,- 317,15 699,30 669,30 869,10 189,80 223,25 157,80 40,20 303,20 729,25 314,65 684,30 659,35 854,10 189,90 222,50 155,30 39,35 299,70 711,80 Tetoffenmarft. Veld Vries Zürich Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm. , Wien 317,85 700,70 670,70 870,90 190,20 223,75 158,20 40,30 303,80 730,75 315,35 685,70 650,65 855,90 190,20 222,75 155,50 39,45 300,30 713,20 Veld Brief 14. Juni Datum-. Amsterdam - Rotterd. Brüssel-Antwerpen . ühristiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London Rew°7)ork Paris Schweiz Spanien....... Wie« (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . Datum: 57.Deut.flrieg«anL 4°/„Deut.Beichsanl. 3"/^Deut.B«'chsanl. 4°/e Preutz. fionfols Darmstädter Dank« Deutsche Bank. . Disconto» Vesellsch. Dresdener Brnk. . Nationalbank f. D. Mitteld.Creditbank H.°Amerik.°Pakctf. NorddeutscherLloytz Doch.Gnßstahlwrk. D.-Luremb.BergM, Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschl.Eisenb.-L Oberschles. Cisenind. Phönix.Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda Höchster Farbwerk« Eteklr. A. E. G. . . Schuckert-Werke FrltenLBuilleaume Daimler Bud.-Eisenw.-Akt. Adlerwerke .. . 4% Hess. Saatsanl. Electron Griesheim Marknotierungen. Datum: 034,35 636,15 166,80 168,20 27,47 —•* , •» — , — 28,53 27,09 27,15 87,15 87,35 87,90 88,10 22,07 22,13 21,97 22,03 —. — —, — —, — —, —■ Frankfurt Berlin Abnrc> Schllrst- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs 12.6. 14.6. 12.6. 14. 6. 79,75 79,75 79,75 79,75 75,- 74,50 74,75 74,25 65,50 65,- 65,50 65,70 75,10 —. — 74,30 74,50 154,50 154,50 154,75 154,75 279,- 278,- 278,50 . — 204,50 202,— 203,50 203,- 177,- 176,- 174,50 173,50 141,50 141,- 142,25 145,- 158,- 158,- 158,- 150,- 183,25 182,50 180,50 183,75 175,- 180,50 173,50 177,- 242, - 247,- 244,- 275,- 273,- 275,84 276,- 297,50 289,- 296,50 300,- 271,- 270, - 266,25 274,50 184,- 189,- 191,50 188,- 239,- 238,- 240,— 240,- 390,50 389,- 388,- 401,- 469,- 469,- 470, - — _ — 354,- 358,- 1, —. — 288,- 292,- 21h,— — - — 177,- 175,- 177,- 177,75 396,- 403,- 406, — 397,- 211,50 254,- 213,50 257,- 256,- 253,- 250,50 220,25 220,- 227,75 225,- 86,90 86,10 86,90 292,- 294,50 291,- —, — aus de« bis-Srigr« ff onTYttoTi 8 per** teien eine tragfähige Mehrheit nwa lich sei, wies der Reichskanzler darauf hm, da« die oberschlesischen Abgeordneten noch immer an der Ausreise behindert seien. Ohne deren Stimmen verfüge aber die K o a l ition noar nicht einmal über eine schwache % t T' ernmäßige Mehrheit. Die Haltung der Unabhängigen fei unsicher und schwankend. Rach dem die Mebrheitssozialisten die von den llnab hängigen ausgestellten acht Punkte angenommen hätten, wären die Unabhängigen von diesen acht Puntten wieder abgerückt. Verbleiben bte Sozialdemokraten in einer nach rechts erweiterten Regierung, so bringe dies battet politisch f o großen Schaden, daß dtec ür die Partei nicht in Frage kom men könnte. Die Rechtsparteien wollten die Sozial demokratie aufreiben. Die von der bisherigen Re gierung angestellten sozialdemokratrfchen Beamten dürsten im Falle des Ausscheidens der Sozialdemokraten aus der Regierung ohne Zwang ihren Platz nicht verlassen. Auch vom Reichs- Präsidenten müsse man verlangen, daß ei aus politischen Gründen das Opfer bringe, solange wie möglich auszuharren. Der Ucbergang des Heeres in die Hände einer fo§ialii"tenfmen Regierung wäre weniger bedenklich. Wohl aber sei zu fragen, was bei einer Koalition mit der deutschen Bolkspartei aus der Sozialisierung des Kohlenbergbaues und aus der Beschneidung der Gewinne der Kohlenmagnate werden wollte. Ein neues Bezahlungssystem der Ent fchädigungssumme. Paris, 14. Juni. (WTB.> Der Kvrresvon drnt des „Petit Parisien" meldet, daß die Zu sammenkunst zwischen Lloyd George und M i l l e r a n o immer noch im Prinzip für den 21. Juni feststehe, daß aber möglicherweise in dieser Woche die Vertagung beschloss«: iverde. Drest Vertagung iverde nach der Ansicht einer englischen Persönlichkeit erlauben, etwas Rarer in brn russi scheu Angelegenheiten -zu sehen. Anderseits müsse inan die Beendigung der Arbeiten der Sachver ständigen über die deutsche Schuld abwarten. Bezüglich des letzten Punktes glaubt der Kvrre spvndent zu wissen, daß man ein System erfunden, habe, das den Alliierten die Zahlung der deutschen Schuld verbürgt mit Vorzugsbehandlung Frank reichs und gleichzeitig Deutschland den eigen eit Wiederaufbau gestatten würde. Das System bestehe darin, aus Grund der von Deutschland zu zahlenden Entschädigung durch die Wiedergutmachungskommission internationaleAnleihen aus- zn,nben, deren größter Teil Frankreich als Vor- schuß auf die deutsche Entschädigung zugestellt würde, damit es ohne Verzug an den Wiedercmsbcur seiner nördlichen imb östlichen Provinzen heran gehen könne. Anderseits würde ein gewisser Pro zentsatz dieser Anleihe, den die Wiedergutmachungs Kommission festsetzen würde, Deutschland geteilt werden, um ihm. zu erlauben, sich wieder aufzurichten. Der Wiederaufbau dieser beiden Länder werde also gewissermaßen parallel verlausen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Kabinettsbildung Giolittis. Nebernahme der Kabineltsbildung durch Trimborn. Berlin, 14. Juni. (WTB.) Der Reichspräsident hatte heute vormittag mit dem Abgeordneten der Zentrumspartei, Geh. Rat Dr. Trimborn eine längere Besprechung, in deren Verlaus Trimborn bic großen Schwierigkeiten der Bildung des neuen Kabinetts betonte. Der IiÄchspräsident ersuchte Trimborn unter Hinweis ans 'den Ernst der Lage gleichwohl die Kabinettsbildung zu übernehmen. Trimborn übernahm darauf den Auftrag. Der ReichSkan^er Über die innerpolttische Lage. Berlin, 14. Juni. (WTB.) In der gestrigen Sitzung der sozialdemokrattschen Reichstagsfraktion und des sozialdemokratischen Parteiausschusses führte Reichskanzler Müller den sozialdemokratischen Mißerfolg bei den Wahlen auf unpolitische Fragen wie die Erhöhung des Brotpreises und den Steuerabzug vom Lohn und Gehalt zurück. Weite habe das Verhalten der Entente, insbesondere Frankreichs, weitere Kreise des deutschen Volkes den national ifti scheu Parteien in die Arme getrieben. Zu der Frage, ob ohne die Deutsche Bolkspartei Rom, 14. Juni. (WTB.) Laut „Tribmm" dauerte die Besprechung Giolittis mit dem König eine volle Stunde. Darauf stattete Giolitti Tittoni einen Besuch ab und empfing sodann den Sekretär der katholischenBolks- p art ei, der den amtlichen Auftrag hatte, mit Giolitti über das Kabinettsprogramm zu verhandeln. Die „Tribuna" versichert, daß 'Giolitti, um feine Stellung zu festigen, die Absicht habe, fick die Mitarbeit Sonninos zu sichern, der vier Jahre lang Minister des Aenßeren war. Die radikale Gruppe hat beschlossen, dem Kabinett Giolitti ihre Unterstützung zu leihen, das sich bemühe, die politische, soziale und finanzielle Autorität Italiens zu festigen und auch nach außen hin seine volle Kraft einzusetzen, um die nationalem §icle als (Entgelt für den Krieg und die Opfer taliens zu verwirklichen und am internationalen Friedenswerk mitzuarbeiten. Ml» V Botöleehflö Anerkannt gute Verpflg. Pens, mit Zim. v. 30 M. an. Wohn. m. Küche. 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Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung feines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschluß auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. t v Außer den Pflichtigen werden auch Kmder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine, geimpften Kinder muffen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht,, wird, können gletchfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werdm. Die Impflinge müssen mit reiner Wasche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinstttut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 9. Juni 1920. 64648 Ter Oberbürgermeister. I. B.: Krenzien. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Ludwig Weiß jr., GroßewLinben eingetragen: Die Firma ist erloschen. 6566B Dießen, den 9. Juni 1920. Hessisches Amtsgericht Bekanntmachung. In unser Hanbelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: a) Bezüglich der Firma August Schwarz & Co. in Gießen: Der bisherige Gesellschafter Otto Römer ist am 27. Mai 1920 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgesch!eben und diese hierdurch aufgelöst. Das Geschäft wird unter der seitherigen Firma durch den bisherigen Gesellschafter August Schwarz fortgeführt, b) Bezüglich der Firma Th. Haubach II. von Gießen: Die Firma ist erloschen. 6567B Gießen, den 1. Juni 1920. _______________Hessisches Amtsgericht.______________ Kirschenverstcigernng. Donnerstag den 17. ds. Mts. werden in der Gemarkung Bettenhaufen zirka 50 Bäume Kirschen versteigert. Anfang am Oberholz nachmittags 4 Uhr. Dettenhausen, am 13. Juni 1920. 6573 Bürgermeisterei Bettenhausen. __________________Roth.__________________ Versteigerung. Donnerstag bett 17. Jnni b. Js., nachm. 3 llbr. verweigere ich Zwangsweise gegen bar auf meiner Schreibstube, Babnhofttrakc 29: 1 ielh. IMnichr mit Armband, 1 «olh.Siio. Versteigerung bestimmt. 6576 Deckenbach, GericblSvollzieberstellv. in Gießen. Wegen Geschäftsveränderung und Aufgabe des Ladengeschäfts verkaufen wir «nfert gesanitcu LMbGildt zv bk-kvtkiiii hmbgesttztt« Kkisk«! Göbe!&AppeI,Seltersweg73 Das Zahnpulver „Nr. 23" (gesetzlich geschützt).' 1 " 1 Die neue verbessene Zahnpflege aufwiffeuschasilicher Grundlage nach Zahnarzl P. Bahr. In 2 Packungen: üßflffl erhall die Zähne gesund zabnstcnlösend, vlu|ll und blendend weiß *1-h if) reinigend. Man verlange QQ/i mit NamenSzug ait-brüctlid) SabnarAt P. Buhr In (Sieben in vor Drogerie Aug. Noll. 16562 ßntzn IMWWt MW WlWMM-lN.MNM NMMMl/.MIIIIlllUIMIIUIMNIIUI.IIMMIINNIIIINNIMNMIMIII.IIIilisllMIIIMUMIiNUMIU Hocheleg. Tagal- u. 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Juni naefnn. 4 Uhr vom Trauerbause Burgstrabe 20 aus statt. 010795 Gestern abend 7 Ubr entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe Mutter $ran ElisaW MiMM geb. Becker. J:n Namen der trauernden Hinterbliebenen: Todes-Anzeige. Heute erhielten wir die erschütternde Nachricht, daß unser geliebter, treuer Bruder, Schwager und Onkel, der Unterprimaner Olgierd v. Benislawski uns in Wilna am 11. 6 20 jäh durch den Tod entrissen wurde. Ein Kraftwagen- Unfall setzte seinem hoffnungsvollen Leben ein allzufrühes Ende. Dr. Og. Gail und Frau Irene geb. v. Benislawska und Töchterchen. Gießen, den 14. Juni 1920. Seelenamt für den Verstorbenen Mittwoch 6*/a Uhr vormittags. Von Beileidsbezeigungen wolle abgesehen werden. *nWM 11 Stellengesuche! Schwer krlcgSbcfchä digtcr iurnt Stellung zum Stenographieren u. Maschinenichr. in Gietten ob. Um iebung. Schr. Ang. utit.010793 a. d. 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JellW-vSikisLn Baiiö. 1P Damcnschniirstiefcl, neu (41>, v.eiviu. zu ort 010684 Pio-kstr. 7 IIL 1 weiüeS SclüenkleM (44), 1 rotgestickt Kiol'l <42) a. v oiwoil ftajscr Allee 32 I. 1 VelleMelil, verschiedene B'asan, Wr.42,2'1< Stleful, Gr. 37, 1 P. weihe Halb- schabe, Gr 38, (einmal geir.),An vk. Aw.2u.3Uhr nachm.01u817 Nord-Aal. 11 I. iPaarBoxkalf-Herren liicrcl sJk. 40 und mehrere br. Herrenstiescl (mob. Form) billig au verkaufen. o,«,i,Wettfteinaaffe8,Ld. Anerikal Bor rn.biesmal. Rückfahrt habe ich uochbi ll. abAug.: Damen- it.Herren- Regen-Gummi- u. (Stoff- Män'el, rooll. Paleniiu u. Strümpfe, Nluff, Badeh-, Nachigesch., 1 Stahl- und 1 Holzt., a. Spiel k.,M.-Ar- beitssch. u.Stief.lAnA.f.J- Deinem, ufro. tägl., anuer 12 1 U.milt.B.Wm.Boeokel Aatarwtg l'j!, H. oio-k | Kaufgesuche | V Uuh AU tnuien gesucht. Schr. Ang. u.6578a.d.GieK.Anz. Elmkem.Mlk.o.Klüikc zu kaufen gesucht. (OIO7C>7 Kl in müller, Steinstr. 42. 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(Erf^etnt nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen MK. 2.50 vierteljährlich. 81_________15. Juni 1920 Aufstellung der Gemeindevoran>chlage. — Rückführung von Kriegsgefangenen. Ausführungsanweisung des Reichs finanzministeriurns, Stelle für ausländische Wertpapiere zu der Belanmmachung des ReicysnlmisterS für Wieueraufoau vom 12. VJtoi lv20 über t>ie Anmeldung und Be, chtag - nähme von Urkunden u n d Wertpapieren aus A n - last der Durchführung der Bewrnmungen oes 8 10 Aus 1 der Anlage zu Artikel 2*8 des Friede nsverrrages. Auf Grund der §§ 1, 2, 5, 6 der vom Reichsminister für Wiederaufbau im Einvernehmen mit dem Reichsmuliirer oer Finanzen erlassenen Bekanntmachung vom 12. Mai 1*20 über die Anmeldung uno Beschlagnahme von Urkunden und Wertpapieren aus Antütz der Turchsüt-rung der Beitimmungen des 8 10 Abs 1 der Anlage zu Artikel 2*8 des FrredenSvertrages wird iolgenves be sttmmt: I. Anmeldung: 1. Bei der unterzeichneten Stelle sind anzumelden: Aktien, Genußicherne, Kuxe, ^nlertmsscheine und andere Wertpapiere durch oie eine Beteiligung an einem Unternehmen verbrieft imro' einschließlich der Zeugniste über die Beteiligung (Zertisimte-, sowie aus den Inhaber lautende oder durch Inm)),amem übertragbare L-chu ld v er )chreiv ungen oder andere vertretbare Wertpapiere, >osern sre von Geiell.chasten ausgegeben sind, die zur Zeil des Iniiast- tretens des Fnevensv-ertrages ihren Sih in oem Gebiet fotgenoer Mächte hatten und gemäß dem Recht der beteiligten Macht zu- g ernsten waren: Britisches Reich, Frankreich, Italien, Japan, Belgien, Bolivien, Brasilien, Guatemala, Peru, Polen, Siam, Lichecho-^lv- walei, Uruguay, Ku^a,-Lerbisch-Kroaliich-SU,wenllcher ^taat, Griechenland, Portugal, einschließlich der KoMmeu, Beübungen und Protektoratsländer dieser Staaten. Ter Friedensvertrag ist in Kraft getreten im Verhältnis zu: dem Britischen Reich, Frankreich, Italien, Japan, Belgien, Bolivien, Brasilien, Guatemala, Peru, P^len, Liam, der T>checho-Slowafei und Uruguay am 10. Januar 1920, dem ^erbisch-Kvoati^ch-Sboweniichen Staat am 10. Februar 1920, Kuba am 8. März 1920, Griechenland am 30. März 1920, Portugal am 8. April 1*20. Ter Anmeldung unterliegen nicht: a) Banknoten und Papiergeld, Wechsel und Schecks sowie vor dem Jntrafltreten der Bekanntmachung vom 12. Mai 1920 jliilig gewordene oder vor. diesem Termin ausgeloste oder zur Rückzahlung gekündigte Stücke, b) Wertpapiere, aus denen einer der oben genannten Staaten oder in diesen Staaten belogene Gemrinden oder andere össentlich-rechtliche Körperschaften als Schuldner hasten, c Wertpapiere, die sich Huf Güter, Rechte und Intereisen in den durch den Friedeüsvertrag abgetretenen deutschen Reichsund Schutzgebieten bezrehen, d; Wertpapiere, die sich zur Zeit des Inkrafttretens des Frie- densverlrages mit einer bisher feindlichen Macht innerhalb des Gebietes dieser Macht befanden, 6 Wertpapiere, die nach Inkrafttreten des Friedensvertrages mit der beteiligten Macht nachweislich aus ausländischem in deutsches Eigentum übergegangen sind. 2. Von den an deutschen Börsen amtlich notierten Werten unterliegen die aus der Anlage 1 ersichtlichen Wertpapiergattungen der Anmeldung. 3. Ter Eigentümer hat die Wertpapiere durch Vermittlung einer inländischen Bank oder eines inländischen Bankiers oder einer Reichsbankanslalt anzumelden, und zwar unter Anwendung der bei den Reichsbankanyalten erhältlichen Vordrucke nach anliegendem Muster A (Anlage 2). Ter Eigentümer hat die Anmeldung zu unterschreiben und dabei die Versicherung abzugeben, daß er seine Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht habe. 4. Tie iint^r 3 bezeichneten Banken und Bankiers (Einreichungsstellen) sind verpflichtet, die ihnen in Ausführung dieser Bestimmungen übergebenen und von ihnen entgegengenommenen Anmeldungen sowie die Anmeldungen ihrer eigenen Bestände an die unterzeichnete Stelle auf Anfordern weiterzuleiten und auch sonst mit den Anmeldungen nach den Weisungen der unterzcich- neten Stelle zu verfahren. II. BeschlagnahmeundAbwicklung schwebender Lr»eferungsgeschäft: ö. Tie nach Nummer 1 anzumeldenden Wertpapiere sind mit deni Inkrafttreten der Bekanntmachung vom 12. Mai 1920 be- !A?MahnN. Die Beschlagnahme erstreckt sich auf die noch nicht willigen Zins- und Gewinn an t eil s cheine. 6. Soweit rechtsgeschäftliche Verpflichtungen über Stücke der der Anmeldung unterliegenden Wertpapiecgattungen nach Inkrafttreten der Bekanntmachung vom 12. Mai 1920 zur Erfüllung und Abwicklung schwebender Liefernngsgeschäfte erforderlich sind, ist unverzüg ich, jedoch späteste s inn rhalb von 2 Wochen nach Inkrafttreten der Bekanntmachung vom 12. Mai 1920, die Genehmigung der unterzeichneten Stelle einzuholen. _ Soweit es sich um die Erfüllung und Abwicklung schiebender ^leferungsgeschäfte an deutschen Börsen handelt, bleibt Vorbehalten, den Börsenvorständen auf ihren Antrag eine allgemeine Ermächtigung zur Regelung dieser Geschäfte zu erteilen. Berlin, den 12. Mai 1920. Iieichsfinanzministerium, Stelle für ausländische Wertpapiere. Or. Lipper t. Anlage 1 zu der Ausführtmgsanweisung des Reichsfinanzministeriums, Stelle für ausländische Wertpapiere, zu der Bekanntmachung des Reichsministers für Wiederaufbau über die Anmeldung und Beschlagnahme von Urkunden und Wertpapieren aus Anlaß der Durchführung der Bestimmung des 8 10 Absatz 1 der - Anlage zu Artikel 298 des Friedensvertrages, vom 12. Mai 1920. Verzeichnis der an deutschen Börsen amtlich notierten unter Ziffer 3 der Ausführungsanweisung fallenden Wertpapiere: I. Br itisches Reich: 51/2°/o Amelia Nitrate Co. Ltd. Obl., Rosario Nitrate Co. Ltd. Aktien, St. Pauli Brewery ordy shs., 4°/o St. Pauli Brewery Obl., St. Pauli Brewery preferred shs. Cauada Pacific Shares, South West Africa Comp. Limited. Shares. , , II. I t a l i e n: Italienische Meridional Eisenbahn Ges. Aktien, Italienische Mittelmeer Eisenbahn Ges. Aktien, Sardinische Sekundärbahn Aktien, Banca Commerciale Jtaliana Aktien. III. Belgien: Banque centrale Anvcrsoise S. A. Aktien, Banque de Bruxelles S. A. Aktien, S. A. John Cokerill, Seraing 4°/o Obl. IV. Polen: Commerz-Bank in Warschau Aktien, Handelsbank in Lodz Aktien, Lodzer Fabrik Eisenb. Ges. in Warschau 4°/o sbeuerfr. Prior. Anl. von 1901, Warschauer Diskonto-Bank in Warschau Aktien. V. Tschecho-Slowakei: Montan und Industrialwerke vorm. Joh. Dav. Stark in Unterreichenau, Buschtehrader Eisenbahn Prag Aktien Lit. A, „ „ „ „ „ B, „ „ „ „ 40/0 Anl. v. 1896, Prag Duxer Eisenb. in Prag, Prioritätsaktien, Prag Duxer Eisenb. in Prag, Stammaktien, Aussig Teplitzer Eisenb. Aktien, Aussig Teplitzer Genußschäne, Aussig Teplitzer Eisenb. 3V2°/o Obl. v. 1896, Aussig Teplitzer Eisenb. 4°/o Obl. v. 1909, 4°/o Hruschauer Tonwaren Obl. Wegen dec amtlich nicht notierten Wertpapiere vergl. Ziff. 1 der Ausführungsanweisung. Nr. (Firmenstempel der Einreichungsstelle.) Anlage 2 zu der Ausführungsanweisung des Reichsfinanzministeriums, Stelle für ausländische Wertpapiere, zu der Bekanntmachung des Reichsministers für Wiederaufbau über die Anmeldung und Beschlagnahme von Urkunden und Wertpapieren aus Anlaß der Durchführung der Bestimmung des noch immer die nachgerade läppisch anmutende Erklärung finden, daß die Vermehrung der Banknoten und Darlehenskassenscheine auf die starke Nachfrage ' nach Zahlungsmitteln zurückzuführen sei. Dabei wurde allein in der letzten Märzwoche die ungeheuerliche Summe von 2601,6 Mill. Mark Banknoten neu ausgegeben, das heißt fast so viel wie Ende 1913* im größeren Deutschland überhaupt im Urn- lauf waren. Gewiß spielt namentlich am Quartalsschluß die Nachfrage nach Zahlungsmitteln eine große Rolle, aber damit allem kann man doch nie und nimmer die wahm- finnige Papiergeldvermehrung erklären und entschuldigen, die wir seit der Revolution und besonders in den letzten Monaten (im Monatsdurchschnitt reichlich drei Milliarden!) erlebt haben..Die wahre Ursache liegt doch allein in dem trotz aller Steuern jammervollen Zustande unserer Reichsfinanzen. Als Herr Erzberger Anfang 1919 ins Reichsfinanzministerium einzog, hieß es: Keine Ausgabe ohne entsprechende Einnahme, und es wurden trotzdem im Monatsdurchschnitt anderthalb Milliarden mit Irisch gedrucktem Papiergeld gedeckt, und .als Herr Wirth seine Nachfolge.antrat, versicherte er mit Nachdruck: Fort mit der Notenpresse! Das wäre allerdings der einzige Ausweg aus der ganzen Mißwirtschaft, aber wer kann daran glauben, wenn der Voranschlag des Reichsetats Ausgaben von fast 53 Milliarden Mark aufweist, während die einigermaßen sicheren Einnahmen noch keine 30 Milliarden betragen, wenn die Reichseisenbahn, die wir nun glücklich haben, füd dieses Jahr mit einem Defizit von 12 Miv- liarden rechnet, die Post trotz aller Gebühr renerhöhungen die Unterbilanz nicht wegschaffen kann, die Reform der Beamtengehälter Milliarden verschlingt und trotz alledem 5 weitere nicht vorhandene Milliarden zur Verbilligung der Lebensmittel aufgewendet werden? Das, Knde vom Liede ist ja doch nur Leimung oer MeyryertssoziaEsten reine grunoiatz- liche, sondem nur eine vorübergehende sei. Berlin, 15. Juni. (Wolff.) Bei Besprechung der Kabinettsbildung beschränkt sich die „Germania" darauf, die Angaben des „Vorwärts" in der heutigen Morgenausgabe als r i ch- tig zu bestätigen und hinzuzufügen, daß die Verhandlungen weiter gehen ohne bisher ein bestimmtes Ergebnis erzielt zu haben. Das „Berliner Tageblatt" streift die Bespreckmugen in der heutigen Zentrumssitzung und berichtet darüber, daß für die bürgerliche Koalition von den Deutschnationalen bis zu oen Demokraten keine Stimmung vorhanden gewesen wäre. Die einzelnen Redner hätten immer wieder erklärt, man müsse unter allen Umständen zu einem Ein- vernehmen mit der Sozialdem!vkratie kommen, da eine Regierung ohne Sozialdemokratie heute in Deutschland nicht m ehr möglich sei. Nach dem „Vorwärts" hat Trimborn heute vormittag wiederum' mit den Sozialistenführern Herrn arm Müller und L ö b e verhandelt, die ihm auseinandersetzten, daß das Weiterbestehen der b ishe ri gen. Koa l i t i o n s- re gierung unm ögli ch sei und daß auch sein Wunsch, die sozialdemokratische Fraktion möge wenigstens einen Vertrauensmann in das neue Kabinett entsenden, keine Aussicht habe, von der Fraktion bewilligt zu werden. — Das Verhalten der Partei zu der neuen Negierung werde von ihren Taten abhängen. Der „Dorivärts" wendet sich sodann gegen die Auffassung, die sozialdemokratisch? Partei bereite sich nur vor, die bürgerliche Reichstagsmehrheit gewaltsam zu überrennen. Jeder Kenner des Programms und der Geschichte der Partei wisse, daß für sie gewaltsames Vorgehen gegen Mehrheiten, die im Rahmen ihrer verfassungsrechtlichen Befugnisse handeln, nicht in Betracht kommen. Berlin, 15. Jüni. (WTB.) Der Führer der Deutsch-demokratischen Partei, Abgeordneter Se- inatvr Dr. Petersen, überreichte heute nachmittag dem vom Reichspräsidenten mit der Kabinettsbildung beauftragten Zentrumsabgeordneten Dr. Trimborn eine Erklärung über die Voraussetzungen, unter denen sich die D e u t sch- demokratische Partei an der Kabinettsbildung beteiligen will. Darin wird auf Artikel 53 den Völkerbund gebracht werden. Eine Sitzung des Völkerbundrates London, 15. Juni. (WTB.) Reuter. Am 15. Juni wird eine öffentliche Sitzung des Völkerbundrates im St. James- Palast stattfinden. Es soll die persische Frage und die Frage der Heimbeförderung der Kriegsgefangenen aus Sibirien erörtert werden. Bei der heutigen vorbereitenden nichtöffentlichen Sitzung konnte die erforderliche Einstimmigkeit nicht erreicht werden. Es wurde daher beschlossen, daß die persischen und französischen Vertreter eine besondere Zusammenkunft abhalten sollen, um die Meinungsverschiedenheiten zu beseitigen. * Eine neue französische Anleihe. Paris, 15. Juni. (Wolff.) Nach einer Meldung des „Journal" ist es höchstwahrscheinlich, daß tzur Tilgung der schwebenden Schuld und der Zurückzahlung der Vorschüsse der Banque de France demnächst eine neue französische Anleihe ausgegeben wird. Man spricht von einer 3prozentigen Prämienanleihe und auch von der gleichzeitigen Auflegung einer Zprozentigen Prämienlosen Anleihe. ► Paris als Seehafen. Paris, 15. Juni. (WTB.) Die Hafenkommission, die sich mit dem Ausbau des Pariser Hafens zu einem Seehafen zu befassen hat, ist wieder ins Leben gerufen worden. Die Wirtschaftsverhandlungen mit Rußland. London, 15. Juni. (WTB.) Nach der „Times" soll Krassin zu verstehen gegeben haben, daß, falls die Moskauer Regierung gezwungen werden würde, die russische auswärtige Schuld anzuerkennen, sie barauf be- Mittwoch, 16. Juni 1920 ier ti: Lchulfttatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derbin dlichkeit. Stets für 1 mm höhe für nzeigenv. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platz- vorfchrist 20% Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. en werde, daß man alle ihre Rechte und vilegien, wie sie in dem alten Londoner trag festgelegt seien, ebenfalls anerkenne, meint damit hauptsächlich! jene Teile des idoner Vertrages, wonach Konstantin pel an Rußland fallen werde. London, 16. Juni. (WTB.) Das Reu- che Bureau erfährt: Bisher ist eine neue tferenz zwischen Krassin und den eng- ;en Ministern nicht vereinbart worden. Es d eine solche Konferenz stattfinden, sobald issin aus Moskau Antwort auf die bei den )en ersten Verhandlungen aufgeworfenen ic-'n erhalten hat. Ein Hindernis ist nicht getreten. Auch.in der Frage der russischen )uld, die äls die wichtigste angesehen wird, ielt Krassin bisher eine Antwort aus Mos- nicht. Die Lage in Albanien. Amsterdam, 15. Juni. (WTB.) Einer ittermeldung aus Rom zufolge ist die Lage Albanien äußerst ernst, da die alba- cheiLAufständischen durch Serben verstärkt rden seien, deren Uniform und Waffen erikanischen Ursprungs sein sollen. Der deutsche Vertreter beim Papst. Rom, 15. Juni. (WTB.) Agenzia Ste-> :i. Der Papst empfing den deutschen Ver- ter v. Bergen. Hus dem besetzten Gebiet. Streik gegen französische Maßnahmen. Ludwigshafen, 15. Juni. (Wolff.)' i Anschluß an die Verhaftungen der Ange-' ltenausschüsse und Betriebsräte durch die :anzosen wird (weiterhin gemeldet: Im Haufe der Verhaftungen im besetzten Ge- te haben sämtliche Arbeiter der Eisenbahn- rkstätten, der Hauptwerkstätte und ein >ßer Teil des Lokomotivpersonals gegen die ckkürliche Verhaftung ihrer Führer die Ar- t geschlossen nie derg e.l egt. Die Stillung der großen industriellen Betriebe (Ba- che Anilin- und Sodafabrik, Sulzer Ma- inenfabrik usw) ist nur noch eine Frage der it Auch die Straßenbahner, Elektrizitäts- d Wasserwerksarbeiter werden in einen mpathiestreik eintreten. Nach einer weiteren Kdung ist der Schriftführer des Angeftell- ausschuffes, Schäffer, der von dsn anzosen nach seiner Verhaftung nach Mainz chafst worden war, gestern aus der ft entlassen worden. Mannheim, 16. Juni. (WTB.) Aus laß der Verhaftung von Arbeiterführern cd) die Franzosen in Ludwigshafen fand tern, wie die „Neue Bad. Larwesztg." mel- , in Ludwigshafen mehrere Versammlun- i der bereits streikenden Arbeiter statt, wurde eine Entschließung angenommen, tin : erklärt wird, daß, falls die Franzosen,' verhafteten Arbeiterführer, cht bis Freitag mittag 12 Uhr .f freien Fuß gesetzt haben, im uzen besetzten Gebiet der General streik erklärt würde. Mainz, 16. Juni. (WTB.) Wie die „Mainzer Bolksztg." meldet, ist im Zusammenhang mit den mit den Verhaftungen in Ludwigshafen der sozialdemokratische Arbeitersekretär Grötzner in Mainz ourch die Franzosen verhaftet worden. In Wiesbaden wurden durch die Franzosen bei dem sozialdemokratischen Arbeitersekretär Lieser, dem Redakteur Lindig, dem Parteisekretär Witte und dem Journalisten Wecks Haussuchungen vorgenommen, wobei etliche, überall erhältliche Broschüren beschlagnahmt wurden. Der Grund der Haussuchungen wird von den Franzosen geheim gehalten. Zeitungsoerbote. Köln, 15. Juni. (WTB.) Die Kölnische Zeitung und die Rheinische Zeitung wurden laut Beschluß der Rhein- landkommission auf gründ des Artikels 13 der Verordnung Nr. 3 von morgen ab auf einige Tage verboten. — Dem Vernehmen nach ist der Grund des Verbotes der Kölnischen Zeitung und der Rheinischen Zeitung darin zu suchen, daß sie Artikel gegen die Verwendung farbiger Truppen im besetzten Gebiete veröffentlichten. Außer dieser» beiden sind weitere fünf Blätter im besetzten Gebiete vorläufig verboten worden. Ludwigshafen, 16. Juni. (WTB.) Laut „Pfälzischer Post" hat die Rheinlandkommission das Erscheinen des „Kuseler Anzeigers", der „Kirchheimbolander Zeitung", des „Pfälzischen Merkurs" in Zweibrücken und der „Gegenwart" in Edenkoben ab 16. Juni auf 15 Tage verboten. Verbotene Lieder. Worms, 16. Juni. (WTB.) In einer amtlichen Bekanntmachung des Chefs des Generalstabs hat der kommandierende General der .Rheinarmoe in der durch die ^ftanzosischc An Von Derrn / Firma in . (Unterschrift) (Firmenstempel) Nummern Gesamtbetrag Stückelung Anzahl der Stücke 6. 8. • r 661' Cafe Ernst Ludwig Gr. 92 u. 94, braun, ri ei? «Romane». 6577 über flcfucbt 010798 KainnittMr Voun nrfiirt) . 0616 schwarz / gelb / braun / rotbraun Alkinhersieller: Werner L Mertz, Mainx i. 2. 3. Dostal Straub Morse Fall Suppe Kalman Icssel Dr. Oaeberlitt, Bad Nauheim, Ätavlitme 27. Kindergärtnerin ob. bernl uorin. n. nachm. Kreu»platz 3 I. St. ,>ür fo-ort tückttgeS <>vxndmnbdicit b. hohem Sclter««wra 38, II. St. TtiehtlKCN n&dclien f. (leinen Haushalt tag - Ist euch die Zukunft gar nicht klar, Erdal ist wieder wie es war. 3 der P. V. lli das Ab- Leeres Zimmer gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 010804 a. d. Gieß. Anz. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß nach 8 vom 20. 7.1911 (s. Kreisblatt Nr. 61 vom 8.& 19 ledern von Tieren, die gefallen ober, wegen Krankheit getötet worden sind, abgesehen von den in § 5 a. a. O. erwähnten ttus- nahmen, nur in der Kreisabdeckerei gestattet ist pnd daß nach § 14 a. a. O. von den der Anstalt eingclielerten Treren, Kadavern und Kadaverteilen außer den in §8 15, 16 und 17 angeführten Gegenständen nichts entfernt werden darf. Bei der gegenwärtigen Gefahr einer weiteren Seuchenverschleppung ist die strenglte Innehaltung der einschlägigen Vorfchristen unbedingt erforderlich. Die Bürgermeistereien wollen vorstehendes wiederholt ossent- Programn. I. Teil Flieger-Marsch . . Ouvertüre z. Opttc. „Fledermaus" Dorfkinder, Walzer aus „Zigeunerprimas" ... . . An der Weser Potp. zurOptte. „Dreimäderlhaus" II. Teil. Blau-Aeuglein, Marschlied Walzer aus „Rose von Stambul" ,,Dic schöne Galathee", Ouvertüre Potp. zur Optte. „Tzardasfürstin" Der Nose Hochzeitszug Schlußmarsch Aenderungen vorbehalten Gießen, den 14. Juni 1920. Seelenamt für den Verstör Von Beileidsbezeigun iBetr.: Rückführung von Kriegsgefangenen. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme aus unsere Bekanntmackwng vom 10 5. 1920 (Amtsverkündignngsblatt Nr. 64 vom 14. o. 1J20) weisen wir nochmals darauf hin, daß s ä m t l i ch e Kriegsgefangene letti fdxr Staatsangehörigkeit, auch wenn ste als trete Arbeiter ent- lassen, soweit sie gewillt sind, an dem letzten Abtransport teil» zunehmen, sofort in Begleitung ihres Arbeitgebers ober dessen Beauftragten zwecks Abtransport in ihre Heimat dem Lager Niederzwehren zuzuführen sind , Es wird ausdrücklich bemerkt, daf; es sich um die letzte Ab- ^ansportmöglichkeit handelt und die GefangeTten bis fpateftens am 17. Juni 1920 im Lager sein müssen. Gießen, den 12. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. B.: Tr. Heß. lieb bekannt machen. Gießen, den 1. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. B.: Tr. Heß. Montag vormittag O8/« Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Tochter, schmetter, Schwägerin und Tante grau ßlii’obetöc SröBtr gfLS^mibt im Alter von 42 Jahren. Jrn Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Größer VII. u. Hinter. Großen-Linden, den 15. Juni 1920. Die Beerdigung findet Mittwoch den 16. Juni nachm. 4 Uhr vom Trauerbaufe Burgstraße 20 aus statt. 010795 Per leigernng bestimmt. Trcfenbfld), GertchtS- vollA-- Stellv. in Gießen. Druck der «rühl'schen Universiräis-Buch. und Steindruckerel R. Lauge, Gießen. Bekanntmachung. Be t r.: Betrieb unb Benutzung der für den Kreis errichteten Kreisabdcckerei. Bekanntmachung. Betr.: Räude unter den Sck>afen der Gemeinde Garbenteich. Unter der Schafherde der Gemeinde Garbenteich ist Räude festgestellt worden. Maßregeln gemäß 88 120, 121, 122, 1-4 und L25 der Reick-sausführungsinstruktton zum Reichsviehseuchen gesetz sind angeordnet worden. Gießen, den 9. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. B.: v. Gemmingen. wert au verkauf. 01 777 Ailtnr«! W p., Werkstatt. Herren Riefel, Gr 41, n. schwarAseideuer Sonnku- ichirm oert 010774 Bri8!mark8Dsa^m!ßr Karre auf Germania 9 Werte nur Mk. 18,-, Karre auf Bayern 7 Werte (15ev in 2Farbeu> Dlt. 27,—, A Hemeteln I. Ausgabe, komvl., einschließlich der seit. 1 und 3 Mk., nur Mk. 95,-. Nachnahme ob. Poraus- 4. 5. Kalman Prestel Schuber Stepbanstrabe v. 1 neuer Anzug, mittlere 'arte Figur. 1 Paar neue , > „ e hnürirbuhe, Wr. 42. «u geiuefjt. Schr. Angeb u. vcrk. Laudmamrttr.lSp. 6564 an den Gieß. An». Todes Heute erhielten wir die ere treuer Bruder, Schwager und Onl Unterprimaner C uns in Wilna am 11. 6. 20 jäh durch Unfall setzte seinem hoffnungsvoll Dr. Gg. ( Schmitdrgksklle I sofort gesucht. 010803 I je 2 Stunden gesucht. gemißter Bekanntmachung des Reichsministers für Wiederaufbau (betr. 8 10 Absatz 1 der Anlage_zu Artikel 298 des ^riedenv- vertrages) angemeldet worden: dem • ■ ■ Mai 1920. Heute Dienstag: Großer Operetten-Abend! uiu/u» tsiccen. ij 10 Absatz 1 der Anlage zu Arttkel 298 des Friedensvertrages vom 12. Mai 1920. Vordruck . . Dieser Vordruck ist vom Anmelder auszufüllen und bet einer inländischen Bankfirma einzureichen.) Für jede Gattung von Wertpapieren ist ein besondere- For mular zu «rnxnhen. den Mai 1920. in. Ich / Wir melde . . hierdurch entsprechend der oben. bezeichneten Bekanntmachung des Reichsmmtslers für f aeude Stücke beim Reichsfinanzmtmitertum, »teile für auslandnche Wertpapiere, an: Leitung: Obermusikmeister Löber. Eintritt M. 2.—. Anfang 8 Nhr. Anfang 8 Uhr. Saalbau Cafe teil AMölWMAM die beste Truppe in diesem Fach, JT den letzte« Monat. ileben Tag 2 oberbayrische GebirgSkoniödieu iuioic Musik und Gesang. AMM non prima Scijcnbitr Es ladet ein Hans Kirzingcr. Herrmann. CPVenmi Umbern. 6600 i Cafe Amend Mittwoch den 16. Juni 1920 III. Extrakonzert i der Künstler-Kapelle Leo Stawitzki j Anfang 8 /2 Uhr Ende 12 Uh, Betr: Tie Aufstellung der Gemeindevoranschläge für 1920. Ast die Bürgermciilcrcieii her VnnögcuicuiDcii und die Gemarkuugs-, Mark- und Stiftuugsvorstände des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 2 De^mber 1919 (Amtsverkündignngsblatt Nr. 132. 9. Februar 1920 -Amtsverkündigungsblatt Nr. 22. und 14. April 1920 (Amtsverkundt- gungsblatt Nr. 51^ sehen wir der Einsendung der Voranschläge, soweit noch nicht geschehen, bis spätestens zum 30. ds. lUts. ent QCflCIL Weitere Frist könnte nur in besonderen Fällen gewährt werden. Gießen, den 8. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Hemmerde. Solider Herr sucht elnf. niöbl. Zimmer. Sckriftl. Angebote unter 01078«) an ben Gieß. Anz. Dentschgesinnier junger Aiann, (289 ), ebenuCffiA. sucht eins. möbl. Zimmer. Sckriftl. Angebote unter 01077!« an den Gieß. An». nöbllerte« Zimmer von alt. Herrn per sofort oder schnell'ens gejucht. Schristl. 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Unsere BekanntmackMNgen vom 12 Mai in Nr. 64 des Amtsverkündigungsblattes, in Nr. 6» des A-V.-Bl. vom 14. Mai 1920, vom 26. Mm m Nr 72 des Amtsverkündigungsblattcs, vom 26. Mm m Nr^74-desl Amts- verkündigungszblattes, vom 4. Juni in Nr. 76 des Amtsverkum Mlisele Stütze I die sich mit der Hausfrau in die Arbeit teilt, in HanS 11 Küche bew, kinderlieb, für ruhiges Haus (2 Pers, u. 1 Kindl nlöb. gesucht ftrou Sch. ft rebel, Michelstadt i. Cbeutv., R iibolf-'.0hix1)u rg st raße. Anstand. Mädchen für 3 .sciunbcn vorn, gesucht. Nrnn Stürfratb, 0594 21 sterweg 47 fiartoSrljliälttiniti. 0ÖÖ2B Med. Klinik. Dr. Krittler, Bleichstr.42. 6399 Tel. 603. Wir suchen aum sofortigen Aniritr perfekte Stcno- lyvistin. Eilnngebote m Bild u Gehal anspr. bei ganz freier Station erb. Heilanstalt Waldbos«lgerSdauien 1 Genaue und vollständige Bezeichnung der Gesellfchaft, von welck)er das Wertpapier aus- gestellt ist.__________________ 2. 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