Samstag, 12. Zum 1920 1Z0. Jahrgang Erstes Blatt Eine Zusammenkunft zwischen Lloyd Georae und Mllerand. Amsterdam, 11. Juni. (Wolff.) Nach einer Londoner Meldung ist für den 2. Juli eine Zusammenkunft zwischen Lloyd George und M i l l e r a n d in Brüssel als Vorbereitung für die Konferenz in Spaa vereinbart worden. Paris, 10. Juni. (Wolff.) Laut „Petit Parisien" liegt in offiziellen Kreisen noch keine Bestätigung der Nachricht vor, daß Lloyd George und Miller and sich tu Bologne sur Mer in der letzten Juniwoche, treffen wollen. Sollte dieser Gedanke nicht so viel Werbekraft besitzen, daß er die Parteien zu einer tragfähigen Koalition zusammenführt? Sollte bte Mehrheitssozialdemokratie, die in der Zeit ihrer Beteiligung an der Regierung etwas gelernt haben könnte, nicht etnsehen, daß ihr hier ein ganz anderes Feld der Tätigkeit erblühen würde als in einer, wie wir aus dem „Vorwärts" ersehen haben, von ihr selbst mit gemischten Gefühlen betrachteten, unfruchtbaren Opposition an der Seite radikalster Gewaltpolitiker? Annahme von Anzeigen für die Tagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Berbll dlichkeit. preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Ps., aucroärts 45 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz- vorfchrift 20% Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Vie Neubildung der Kabinetts. Berlin, 11. Jimi. (Wolsf.) Ter Reichs- ( Präsident hat Reichskanzler Müller mit der i Neubildung des Kabinetts beauftragt. 1 Der Reichskanzler wird sich noch im Lause des Tages mit dem Reichstag sabgeomettm C r i s p i e n Dum der unabhänigen Sozialdemokratie in Verbindung setzen. Ablehnung der Unabhängigen. Berlin, 11. Juni. (WTB.) Der Reich s- k a n z l e r hat infolge des ihm gewordenen Auftrages zur Kabinettsbildung an deit Abgeordneten Crispien von der unabhängigen sozialbemoUa tischen Parier ein Schreiben gerichtet, in dem er ausführt: Zur Lösung der mir gestellten Ausgabe wende ich mich zuerst an die Leitung der unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die Wahlen brachten der unabhängigen sozialdemokraliichen Partei 80 Mandate und machen sie damit zur zweit- stärkstcn Partei des künftigen Reichstags. Die Beteiligung der unabhängigen soz:aidemokratisch.'N Partei an der Regierung ist deshalb das nächstliegende. In unserer jungen deutschen Republik erscheint mir die Teilnahme der unabhängigen sozialdemokratischen Partei an der Regierung aber deshalb als besonders notwendig, weil nur durch eine nach links hin verstärkie Koalitionsregierung,unsere republikanischen 'Einrichtungen gegen Angriffe von rechts verteidigt, reaktionäre Attentate aus "den Achtstundentag und die sozialpolitischen Errungenschaften den Nachkriegszeit äbgeiveudet werden können und eine auswärtige Politik durchg-'fü/^ '. erden Fann, die den republican.schm und pa tsisti.chen Ideen der weit überwiegenden Mehrheit de_ deutschen Volkes entspricht. — Anschiießmd bat der Reichskanzler Herrn Crispien zu einer Besprechung, wobei er zum Schach aus die D rin g l i ch- keitderRegierungsbildung wegen der in Spaa zu führenden Verhandlungen hinivEs. Auf dieses Schreiben ist am 11. Juni naä>- mittags eine Antwort der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei, gezeichnet Crispien, eingegangen, die folgendermaßen lautet: . Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Im, Auftrage des Zentralkomitees der Unabhängigen soziat- demokratisä)Lll Partei Deutsch an'os übermittele ich Ihnen folgende Antwort auf Ihre Einladung vom 11. Juni zu einer Aussprache über den Eintritt von Mitgliedern unserer Partei in die neu zu bildende Regierung: Die Unabyängige Sozialdemokratie kann nicht in eine Regierung eintreten, die sich die Wiederaufrichtung der im Kriege zusammengebrochenen kapitalistische Ausbeutungswirtschast zum Z.ele gesetzt hat und zur Niederhaltung des Prolctariats dm MiutaiZ- mus neu belevt unb stärkt, wie es die bisl-erigei Koalitionsregierung getan hat. Der Eintritt der Unabhängigen Sozialdemok.atie in ein' solche Regierung würde eine Unterstützung der konterrevolu tionären Politik bedeuten, die sie grundsätzlich bekämpft hat und wäre eine Preisgabe ihres Programms und Verrat an den Jnteresim der Arbeiter, Angestellten, Beamtm, Kleingewerbe- treibeiaden und Kleinbauern, die der Unabhängigen Sozialdemokratie bei der Rüchötagswahl Stimme und Vertrauen geschenkt hab n für die Fortsekmrg ihrer Pollak des rücksichtslosen proletarisckien Ktassenkampses, mit dem Ziel der Eeitigmig der kapitalistisch-militaristischen K aäenherrsckwft. Zur Erkämpfung dieses Zieles ist die Unabhängige Sozialdemokratie zu Beginn der Rervlulwu tn eine gemein same R>:giermig mit der veck>sozr^ lifrischen Partei einpetceteu. Tvotzdem tne.e Part i versprochen Tjattr, das so iali i chc Programm zur Grundlage ihrer RegierungÄpo itik zu macken laben ihre V rtreier unausgesetzt eiae Polckrc d s Kompromisses mit dm Vertue cm der alten stoot- lickieu Bürokratie, b i gapilolisk chen Par even und ces alten Militarismus g»trieben, so daß die unabhängige Soziali»?mokv.'.tie gezwungen ivar, aus der Regierung auSzutvelen, um nicht mit.chuldig zu werden b i der Med:rbelebimg des Kapitalrs- im:s Militarismus uut> der von ihnen ms 4T?cr? geerck-'n blutigen Gewaltpolitik g-genübr der revolut'onänn Arbeitersck-ast. Die seitdem b - triebene rrcksts v i listi che Kvali ionsrvlrtik mit ka- vitalisiisckeu Parteveu hat dazu geführt, btt inairn Machtrerchaltnissk zu ver'cheiern und die Arbeiterklasse in ihrem Vormarsch zu behindr-rn. Die Er- ^arkung der R^ltiv-u, wie es bei den ReiMtags- wahlen zum Ausdruck gevommcn ist, ist nur bte Folge der rechtssozia'istischen Korn prom>ßpo link mit dein g-eschwvreneusFmnden ber-Arbeiteicklasst itftib kann» nicht bekämpft werden durch die Forls'tzung der das Proletariat verwirrenden und spa tenden Koa- litionspo!itik, sondern nur durch eine g unpäßliche, klare und Eonfeqnente sozialistisch' Politik, die die iBesitzergreifung der poli'isckxn Macht durch das Proletariat und dessen A l.iiih.-rrschaft bis zur V?r wirklichung des Sozialismus erstrebt. E gibt sich . aus der Entwickelung der Revolution die Notwendigkeit einer soMMchcn Regierung. so tommt für Von einzelnen demokratischen Organen, die eine Verbreiterung der Koalition nach rechts durchkreuzen wollen, — der Vorsitzende dieser Partei, Senatspräsi- >ent Dr. Petersen, hat in einer Ansprache sich volle Handlungsfreiheit Vorbehalten — wird gegrollt und gehöhnt, zuerst hätten die Rechtsparteien ihre Partei nicht genug kritisieren und herabsetzen können, und jetzt suchten sie sie an der Hand zu fassen zur Mitarbeit. Vor per Wahl hätten sie die Koalition mit der Sozialdemokratie und die Kom- womisse, die daraus entsprungen wären, verurteilt, und jetzt suchten sie selbst eine solche Koalition und ebenfalls Kompromisse. Hier wird die „Milch der frommen Denkart" weitab von den politischen Oefen aller Systeme gekocht. Vergißt man denn ganz, hinzuzu- ügen, daß ja eben doch eine andere politische Mischung erstrebt werden soll? Auch daß es aus das Maß sehr wesentlich ankommt? Auch heißt es dann wieder, die Deutsche Volkspartei, die im Wahlkampf die Koalitionsparteien so heftig geschmäht habe, könne nicht verlangen, daß die Demokraten neben ihr auf einer Bank Platz nähmen. Auch hier wird verkannt, daß es neben Parteipolitik auch ein Streben nach großen vaterländischen Zwecken gibt. Die Rechte kann einwenden, daß sie sich auch nicht um der schönen Seelen der Linken willen in eine Koalition eingliedern wolle, daß sie im Interesse des Ganzen Opfer bringe und weiterhin zu bringen geneigt sei, int)em sie eine Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie anbiete. Das Z e n t r u m, das ja auch von manchem schweren Säbelhieb getroffen worden war, will, wie wir seinem Hauptorgan, der „Germania", entnehmen, nicht abseits stehen, und so erleben wir es vielleicht, daß nach dem Reichskanzler Müller Herr Trimborn den Versuch der Bildung einer Regierung unternehmen wird. Ob er die Geister zu belehren und zu bekehren vermag — wir wollen's hoffen! Sein Parteigenosse Giesberts kündigt in der „Germania" die Möglichkeit einer baldigen Wiederauflösung des Reichstags und von Neuwahlen für den nächsten Herbst an, damit inzwischen der Boden für eine wirklich tragfähige parlamentarische Mehrheit geschaffen werden könnte. Mit Recht schreibt dazu die „Dägl. Rundschau": „Ja, glauben beim die Herrschaften, daß sie bet der Auflösung des neuen Reichstags bessere Geschäfte machen füllten ? Kommt wegen des Mangels an polnischem Veraunvortuugsbewußtstin eine neue Regierung nicht zustande, oder es würde eine Regierung geschaffen werden müssen, durch welche sich die Gegensätze im Volke verschärfen, obwohl die politische Lage dringend eine Entspannung braucht, so würde die Bevölkerung bei der Neuwahl ein noch viel schärferes Urteil über die bisherigen Regierungsparteien fällen! Die Ausschreibung von Neuwahlen würde im übrigen dis Wankrotterkiä ung des parlamentarischen Systems bedeuten und dürfte dem Volke noch viel klarer vor Augen führen, daß die alten Regierungsparteien nur and Parteicgois- mus, nicht aber aus politischem und vaterläudi,chem Verantwortungsgefühl Politik treiben." Es tut Not, daß die Parteien ohne Ausnahme sich innerlich erneuern. Es liegen so viel nahe und dringende Aufgaben vor uns, von deren sachgemäßer Erledigung das Wohl des Vaterlandes, ja, nur dessen notdürftige Berlin, 12. Juni. Verschiedene Blätter finden, daß die Ablehnung des Versuches, mit den Unabhängigen zusammen eine Regierung zu bilden, in ziemlichbrüsker Form erfolgt ist. Der „V o r w ä r t s" sagt, die U na b h a n g i - gen hätten mit der Ablehnung die Bildung einer Nechtskoalition erzwungen. Ihre Begründung dieses Schrittes enthalte eine yaufung von falschen Voraussetzungen und Unwahrheiten. Sie hätten ihre Bedingungen stellen können, um die Sozialdemokratie in ihrem Bestreben, dav Steuer weiter nach links zu drehen, zu unterstützen. Die Unabhängigen erklärten auch letzt, Deutschland ganz allein regieren zu wollen, obwohl erst am 6. Juni 12 ur 4,8 Millionen Stimmen für sie abgegeben wurden und 20,4 Millionen gegen sie und obwohl bei den Reichstagswahlen 5,5 Mill. Stimmen für die Sozialdemokratie abgegeben wurden gegen die 4,8 Millionen Stimmen für bte Unabhängigen. Das deutsche Volk werde jc&t dw Regierung bekommen, die die Unabhängigen gewollt hätten, nicht die unabhängigen Wähler, die über beit Erfolg ihrer Stimmenabgabe vor Erstaunen auf den Rücken fallen werden. Die ,,T ägl'iche Rundschau" würde den Ausschluß einer arbeitswilligen Sozialdemokratie aus der Regierung für einen schweren Fehler halten. Der Sozialdemokratie ständen alle Tore offen. Wenn sie sich weigere, einzutreten, falle ihr die Verantwortung allein zu. Wie dem „Lo k al a n z e i g er" mitgeteilt wird, dürfte der Reichspräsident kaum vor nächsten Soimtag einen anderen Parlamentarier mit der Neubildung des Kabinetts beauftragen. Die am Sonntag ftattfinbenbe Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion bilde den Angelpunkt der Krise. Erklärungen der Parteien. Berlin, 11. Juni. Gestern hat der demokratische Parteivorst and seine erste Sitzung abgehalten, unb über das Ergebnis wird parteioffiziell folgendes mitgeteilt: Die übercinfmnmenbe Auffassung aller Vorstandsmitglieder geht dahin, daß die gegenwärtige Lage durch die maßlose Agitation der bisherigen Oppositionsparteien, der Deutsch- nationalen VolkSpact i, der Deutschen Voltepartei und der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei, verschuldet ist. Auf diesen Partien liegt in erster Linie die Verantwortung für die heutige Situation. Sie mögen jetzt Wege finden, auf denen sie ihre Wa'lversvrechen er ü len und der de t eben Repu blik eine alt onssä ige Regi rung schassen föni.en. Gleichzeitig mit der Demokratischen Partei tritt auch die T eu t schn a tiv nal e VolksparteF mit einer partetosfiziösen Kundgebung, hervor, in der es heißt: Tie Deutschnationale Volks Partei femit . in einer Lage wie der gegenwärtigen nur ein Ziel: den Wiederaufbau des nieder geb rochewn Vaterlandes. Sie lat auch als Oppositänispartei umfassende Vorschläge für den Wiederaufbau gemacht' in dieser Hinsicht braucht nur auf die Rede des Parteiführers Staatsminister Hergt in der Preu-- ßischen Landesversammlung über das Orimungs-, Programm und die nationale Einheitsfront vor-, wiesen zu werden. Es zeugt für den Wert dieser programmatischen Kundgebung, dcH sie auch 'freute noch als Grundlage für positive Arbeit durckians geeignet erscheint. Wie der Hauptvorstand in dieser Erklärung vom 9. April 1920 bereits betont, iß die Partei bereit, bei der Arbeit am Wieder- aufbau des Vaterlandes' mit allen zusainmenM-' gelten, die guten Willms sind, bei der Wiederher-, ftellnna von Arbeit, Wirtschaft und Ordnung in Deutschland zu helfen. Für die Bildung der neuen Regierung darf nach ihrer Ueberzeugitng nicht Abneigung aber Zuneigung der einzelnen Parteien, sondern nur das große vaterländische Arbeitsziel maßgebend sein. Tie Deutschnatwnale Vollsfartri, würde demnach bereit sein, unter Zurückstellung ihrer verfaßungspolitischen 'Wünsche "mit jeder Partei zusammenzugckhen, mit der sich ent gemeinsamer Boixn für praktischen Wiederaufbau finden läßt. Tas Vaterland stellt für sie in der g-<-m- wärtigen Not noch me'frr als sonst über der Partei. Ebert als Präsidentschaftskandidat. Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Ter „Lokalan- zeiger" beraubtet von lunterricj teter Seite zu hören, der Reichspräsident Ebert gedenke nicht roch einmal für die Präsidentschaft zu kandidieren, besonders weil sich gewisse Widersprüche innerixilb seiner Partei geltend gemacht hätten. Es handelt sich bei dieser Meldung um eine reine, Kombination o'hne jede tatsächliche Unterlage Erhaltung, abhängt, daß fernliegende Grund- süße alter Ueberzeugung zurücktreten müssen. Die Streitfrage „Republik oder Monarchie" z. B. muß ruhen. Richtig verstandene demokratische Forderungen können nicht ein fad) verworfen werden. Auf der anderen Seite hört man doch auch schon aus der demokratischen Partei Stimmen, die aus ihrer Wahlniederlage richtige Folgerungen ziehen. Demokratisierung bedeutet, so bekennen solche Männer, Emporhebung der Massen zur mitverantwortlichen Satigfeit im Staats!^ ben, sie bedeutet aber nicht eine Herab- z i e h u n g unseres politischen Lebens auf ein tieferes Niveau, wie sie leider auf so vielen Gebieten wahrzunehmen ist. Wenn es ein demokratischer Gedanke war, in der neuen deutschen Republik die Kluft zwischen Bürgertum unb Arbeiterschaft zu überbrücken, so war dieser Gedanke richtig. Bei der Uebertragung dieses Gedankens in die Tat sind aber bisher schwere Fehler gemacht worden. Der eine Brückenpfeiler darf nicht auf dem Randstein der Straße des Bürgertums aufgerichtet werden, sondern er muß getragen werden von stärkeren Fundamenten, von einer für unsere jetzigen traurigen Verhältnisse bemessenen, wohlerwogenen Wirtschaftspolitik, einer wirklichen A r b e i t s g e m e i n s ch a f t der schaffenden und arbeitenden Stände. Die Lohnfragen müssen auf diesem Boden ein^x gerechten, arbeiterfreundlichen Lösung zugeführt werden. Stetigkeit und Planmäßigkeit müssen Willkür und Maßlosigkeit, die bisher vielfach > vorherrschend waren, ablösen. Und für die Arbeiter aller Stände muß etwas dabei !.Herats kommen« die Unabhängige Sozialdemokratie als Uebergang nur eine rein sozialistische Regierung tn Betracht, in ber sie die Mehrheit hat, den beitummenben Einfluß ausübt unb in ber ihr Prog amm bte Grundlage ber Pottlik bildet. Durch diese Antwort buifto auch nach Ihrer Ueberzeugung die von ^hneii gewünschte Aussprache gegenstandslos geworben sein. Nr. 136 Der «ieftentr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Bezugspreis: Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10 80 einschließlich des Bestellgelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: fürdieSchriftleilung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt n. M. U686 wochenrSckb'iL Die parlamentarisch-demokratische Re- aierunasweise findet im Deutschen Reiche reine glatte und bequeme Bahn. Die politische Volksstimmung ist rechnerisch aufgeklärt worden, aber nun weiß nach den Reichstags- Wahlen noch niemand, wer die Träger der \ künftigenRegierungfein werden. Die Regierung muß auf einer tragfähigen Mehr- ' beit ruhen, denn zu dem liebel der Zerrissen- < heit unserer Parteien gesellt sich das weitere, . daß die Staatsautorität gebrochen am Boden liegt. Sie wiederaufzurichten, ihr Sicherheit und Stetigkeit zu geben, ist die vornehmste und dringUchste Aufgabe der deut- ; scheu Politik, die Voraussetzung aller guten ; Pläne eines Wiederaufbaues. Die Frage der Staatsautorität hat ja auch im Wahlkampf eine entscheidende Rolle gespielt, und in der Abstimmung kam es zum Ausdruck, daß das Volk nach der Einkehr von Ordnung, der Achtung von Gesetz und Recht, verlangt. Da die Stimmenzahl der beiden sozialistischen Parteien sich nicht vermehrt hat, kann man die Abwanderung von den Mehrheitssozia- listen zu den Unabhängigen vorwiegend als eine innere, taktische Angelegenheit der Sozialdemokratie betrachten; im Endziel sind sich die beiden Gruppen einig. Dann ist das Wahlergebnis aber offenkundig ein starker Ruck nach rechts. Der allgemeine Drang des Bürgertums hat sich gezeigt, die b i s h e r i g e Koalition zu verbessern und zu verbreitern. Man wollte die Stützen und Pfosten der Regierung nicht mehr ausschließ- ttch auf die Linkshälfte eingeschlagen wissen, wo die Säge der Unabhängigen sie mehr und mehr unbrauchbar machte. Der Sinn der abgelaufenen Wahlen ist: Festigung der Staatsautorität, Heranziehung positiv arbeitender und leistungsfähiger Kräfte zum wirtschaftlichen Aufbau auch von rechts her, Beseitigung der Auswüchse reiner Parteipolitik. Das ist der bei den Wahlen zum Ausdruck gekommene Mehrheitswille. Ihm muß auch die S o z i a l d e m o k r a t i e schließlich gerecht werden. Diese Partei tut jetzt einen schrveren Gang. Der Reichskanzler Müller ist zunächst wegen der Bildung eines Ministeriums an die Unabhängigen herangetreten. Beide sozialistischen Parteien würden auch mit Hinzuziehung etwa der Demokraten — die wenig Lust zum Beitritt verspüren werden — nur eine knappe Mehrheit sein. Die Unabhängigen wollen aber, wie ihre Organe laut und unzweideutig verkündet haben, in der Opposition bleiben; also werden die Mehrheitssozialisten auf andere Wege sinnen müssen. Die „Freiheit", das Hauptorgan der Unabhängigen, hat die Ansicht ausgesprochen, daß es das beste fei, wenn den Rechtsparteien die Uebernahme der Regierung an- geboten würde. Es ist nun höchst iuteresfant, wie der „Vorwärts" gegen diese Auffassung polemisiert. Er stellt der „Freiheit" vor, es ; sei fragwürdig, ob es dann der Opposition immer gelingen werde, Nachteil von der Arbeiterklasse abzuwehren und weist z. B. auf die Fragen des Achtstundentages, der Streik- . freiheit, des Ausbaues der wirtschaftlichen Räteorganisation, hin. Dann führt der „Vorwärts" fort: „Tas ist auch uns gewiß: Die Wirtschaft einer Rechtsregierung würde in kurzer Frist; einen Umschwung in der VolkSstirnnrung zugunsten ber Sozialisten herbeiführen, vorausgesetzt, daß die Sv- zialisten in der Opposition eine vernünftige Pplitck trieben und durch Wiedeifrerstellung ihrer Einigkeit ihre Reise zur Führer schäft bewiesen. Eine NeuwaA, bie nicht erst in 4 Jähren slattzufinden brauchte, würbe dann eine sozialistische. Mrilühert ergeben. — Aber weniger zuversichtlich könn-, ten wir in bie Zukunft sehen, wenn auch in ber Opposition die Zersplitterung der Arbeiterbewegung anbauerte _ und wenn ein Teil von ihr den Erfolg auf dem Wege der Gewalt suchen würde. Tann würbe die Nechts- regicrung fein Zwisck^rspiel bleiben, unb bie äußerste Linke könnte sich bann des Erfolges rühmen, ber Reaktion nicht nur bie Stühle der Macht an- geboten, sondern sich auch auf ihnen für alle absehbare Zeit befestigt zu haben." Aber gelten diese letzten Satze, dte fur ben „Vorwärts" ausschlaggebend sind, nicht auch für den Fall einer „rein bürgerlichen" Regierung überhaupt? Dann würde die Oppo- sitionslage der Sozialdemokratie ja dieselbe fein! Der „Vorwärts", der den Sck)lußsatz hinzufügt: „Die Situation ist ernst, aber nicht verzweifelt, wenn weiter keine Dummheit e n gemacht werden", scheint also dartun zu wollen, daß die Mehrheitssozialisten in der Koalition bleiben sollten. In einer anderen Nummer hat das Blatt aber im Hinblick auf die Deutsche Volkspartei gesagt, „daß für ein Zusammenarbeiten mit einer Partei mit unverhültten kapitalistischen Tendenzen unb monarchischen Bestrebungen die gemein- ame Plattform für die Sozialdemokratie zu chmal ist". Liegt darin eine Neigung eilige-- Mit zum Verhandeln, zur Aufstellung eines Nindeftprogramms"L GietzenerAnMger General-Anzeiger für Oderhesfen Druck un» Verlag.- Vriihl'sche Univ.-Vuch- und Aeintzruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschästsstelle und vruckerei: Schulstrahe 7. Dänemark und die nordfchlr-wigjche Frage. Kopenhagen, 12. Juni. (WTB.) Der n»rdschlesnngsche Ausschuß des Reichstages n>irb heute zu einer Sitzung zufammentreten. Der Ministerpräsident und der Minister des Aeußern loerben bei dieser Gelegenheit die sozialdemokratische Anfrage über die gegenwärtige Lage in der n o r d s ch l e S w i g s ch en Frage und die Absichten der Regierung in dieser Frage beantworten. Sonderburg, 11. Juni. (Wolff.) Die Stadtvertreter lehnten mit 13 gegen 8 Stimmen den Antrag von dänischer Seite auf Bewilligung von 20 000 Kronen für die Ausschmückung der Stadt anläßlich des Besuchs des dänischen Königs ab. — Der Generalausstand dehnte sich in der ersten Zone auch auf die Zeitungsbetriebe aus, so daß die Zeitungen nicht mehr erscl-einen. Die internationale Kommission wies neuerdings zehn Streikende aus Sonderburg aus und schaffte sie nach Flensburg, ihre Familien erhielten Befehl, bis Sonntag das Gebiet der ersten Zone ebenfalls zu verlassen. Berlin, 12. Juni. Wie verschiedenen Blättern aus Flensburg gemeldet wird, steht die Abreise der internationalen Kommission und ihrer Truppen in den allernächsten Tagen bevor. Die Abstimmung in Ostpreußen. Berlin, 11. Juni. ^WB.) Ter Deutsche Schuhbund feit mit, daß die Einspruchsfrist für die Abstimmungsberechtigten in Ost- Preußen bis zum 20. Ium verlängert ist. Stimm- bcrcrhtigte, welche bis zum 15 Ium den Wahl- auSweis noch nicht erhalten haben, tuen gut, un- rerzug.ich uei b r Ab ünmu, gs.'^mmstrou foks (Geburtsortes Einspruch zu erheben. Die Temisfisn des österreichischen Kabinetts. Wien, 11. Juni. (Wolff.) Staatskanzler R e n n e r überreichte heute mittag dem Präsidenten Seitz die Demission des Gesamt- labinetts. Der Präsident nahm die Demission entgegen und beauftragte die scheidende Regierung unter dem Vorsitz des bisherigen Staatstanzlers Renner mit der einstweiligen Fortführung der Geschäfte. Das -Lnschlußbegchren Salzburgs. Wien, 11. Juni. (WB.) Wie die „Neue Freie Pr s>" meldet, faßte der Salzburger Landtag ct ern l'v g n'en Beschluß: Ter Landesrat wird beauftragt, den Anschluß an Deut sch- l a nb bzw. an Bayern nach wie vor energisch we.ler zu verfolgen. Es wurde getrennt abgestimmt Die Worte „bzw. an Bayern" bildeten den zweiten Antrag, der ohne die Stimmen per Sozialdemokmten angenommen tourte. Tie iiaTtemofrütifdje Partei Oemryicfpietc i ten Stan - punkt dsihin, faß sie nur für den Anschluß ter «mnzen Republik an das Teulscke Reich unD nicht für läntertoeikn Anschluß cüitrete. Güt Kabinett Giolitti. Rom, 11. Juni. (Wolff.) Zu der Mini fterkrise schreibt „Giornale d'Jtalia", es herrsche die Meinung vor, daß Giolitti mit der Bildung des Kabinetts betraut werde und dieser ein Kabinett auf bpj breiten Grundlage einer demokratischen Koalition bilden werde. Rom, 11 .Juni. (WTB.) Laut „Gior- uale d'Jtalia" hat der König Giolitti offiziell mit der Kabinettsbildung beauftragt. — Dem „Messagero" zufolge hat Giolitti die Kabinettsbildung angenommen. Gin LebenSmittelabtommcn mit Amerika. Berlin, 12. Juni. Das Handelsministerium der Vereinigten Staaten benachrichtigte laut „Vossischcr Zeitung" die deutsche Regierung, daß ein Kredit von 45 Millionen Dollars mit Fleischexportfirmen vereinbart worden sei und daß die sofortige Verschiffung von Lebensmitteln nach Deutschland erfolgen Pbnne. Berlin, 12. Juni Wie tem „Perl. Tageblatt" auS Halle gemeldet toirb, hat Ich tn den 53er einigt, n Staaten ein amerikanisches Hilfskomitee für Sachsen imb Thürtn - g e n geb ld t, um Sachleit ur.ö Thüringen mit LebenSutitteln und Geld zu versorgen. Hu» dem Reiche. Eröffnung der Rkichssdnilkonfereu;. Berlin, 11. Juni, s Wolfs.) Die Reichs- s ch.Olkonferenz wurde Hane Vormittag im großen Sitzungssaal des Rerchstagsgebäudes vom Rcichsmmister des Innern Koch mit einer Will- kommensansprache eröffnet. Der Minister wies darauf hin, daß die Konteren; der Auftakt zu der großen Gefetzgebung des kommenden Jahres für das Schulwesen fein so.le. Tie Bahn sei frei zu ruhigem, besonnenem Fortschritt. Unter dem Beifall des ganzen Hauses führte er aus, daß es jetzt nach dem leidenschaftlichen Wahlkampf Zeit fei, sich zu besinnen auf die (Stentciniamteit kultureller Arbeit. Märchktt. Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Der „Daily Mail" in Neuyork zuso g- mürbe der größte Teil der Möbel aus den kaiscr ichen Palästen in Berlin und Potsdam verkauft. Für teil Er.ös sollten Lebensmittel für Deutsch and lxschatft rv.rcen. An^ gebsich soll sich unter den zum Verkauf gelangten Gegenständen der kaiserliche Thron be sinben. Leider sind dies.' un innigen Meldungen auch in bte deutsche Presic üb.rgegangen, obwohl nicht ein wahres Wort daran ist. Aus eine Anträge wird uns mitjet.’i t, daß die Zeitungsnachricht.n über die Berste.g.rung kaiser ichen Inventars in Neuyork frei erfunden sind. Ans ber Berliner Ltadlverordnctcnvcrsamnilmlg. Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Bei der Magistratsvorlage über die Entlohnung der M a g i st r a t s h i l f s k r ä f t e kam es zu einer überaus stürmischen Aussprache und andauernden lärmenden Kundgebungen der Tribünen- besucher, so baß Sdadlvorodneter Öd.fd einen größeren Schutz gegen diese planmäßigen Ruhestörungen verlangte. Während dec Versammlung verharrten mehrere tausend Hilfskräfte vor dem Rathausc; nach Sitzungsschluß verkündete ihre Verhandlungs- kommission vom Balkon des Rathauses die Annahme ihrer Forderungen. Berlin, 11. Junt. (Wolff.) Die Bureau- hifskräfte des Magistrats versuchten gestern abend gewaltsam in das Berliner Rathaus einzudringen. Obwohl eine Abordnung der Hilfskräfte im Rathaus? mit den Stadtverordneten verhandelte, mürben aufreizende Ansprachen gehalten, so daß die Menge immer unruhiger wurde, bis schließlich ^erkundet wurde, daß die Stadtverordneten ihre Forderungen angenommen hätten. Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Der preuß. Versassungsaus schuß nimmt unbeirrt durch die politische Lage die Beratungen am Dienstag wieder aus. Aus Stadt rind Land. G i e tz e n, oen 12. Juni 1920. Der Steuerabzug vonr Lohn. Das Molsfschc Bureau teilt mit: Um irrigen Auffassungen zu begegnen, sei darauf hingenneten, daß jeder Arbeitslohn, der am 25. Juni 1920 zur Auszahlung gelangt, dem lOprozentigett Abzug zur Einkommensteuer unterliegt und zwar auch bann, wenn er auf einen vor dem 25. Juni liegenden Zeitpunkt entfällt. Wenn alfo beispielsweise für die Lohnwochk vom 21. bis 26. Juni 250 Mark Arbeitslohn ausgezahlt wurden, so sind 10 Prozent von den ganzen 250 Mark zu kürzen. Wenn am 30. Juui 1920 1000 Mark Arbeitslohn für den Juni ausgezahlt wurden, so unterliegen die ganzen 1000 Mark dem Abzug. ftübait der Lebensmittelpreife. Tic sich Häufenden Kund geb ungm der gewerkschaftlichen Organisationen im gesamten Reiche aus einen sofortigen Abbau der Lebensmittelpreifa haben die „Zentrale des Gewerkschafts-' bundes" beroegen, tn dveser Angelegenheit an) die Regierung eine Eingabe zu richten. Es toüb in dieser Kun gelmng ba auf hinge - wiesen, daß schwere Erschütterungen unseres gesamten wirtscfaftlichcn und politifdjen Lebens bc- vorstehen, wenn nicht unverzüglich ein sehr tat« kr/ifliges und sichtbares^ Eingreifen der zu- ftinbigen Reichs behöchen in dieser Richtung erfolge. Tic Gefahr sei nicht abzidwenten, daß bei einer weiteren Verschärfung der Notlage sich Elemente der Bewegung bemächtigten, die diese z u politischen Zwecken benützten, was zum Verfangnis werden könnte. Bis jetzt sprech noch die Erkenntnis aus allen Kundgebungen, daß m i t weiteren Lohnerhöhungen eine dauernde und wirksame Abhilfe in der Lebensmittelfrage nicht mehr zu erreichen sei, sondern ein sofortiger und scharfen Abbau der Preise die einzige Lösung, sei. Werde diesen Forderungen Glicht statt gegeben, dann beftv-'b? bie (Ma'Ijr, daß die Verzweiflung sich in noch weiteren Lvhnsvrterimgen geltend madx, die in An betrach t der steigenden Teifoenz eine bisher nicht dagewefene Höh? erretdxm dürften. Tic Gesundung und Wiedei^l-erstellung normaler Wirtsichaftsvcr" hältnisse könnte nur durch den Abbau der Lebens- Mittelpreise erveicht werden. Zu der Meldung, daß an amtlicher Stelle an eine gesetzliche Regelung der Preisfrage und an eine neue Verschärfung der Gesetze gegen das Wuchertum gedacht wird, erfährt die „Tena" von unterrichteter Seite: Eine Senkung der LebensmiNelprcife wird eines der erfönv Gesetze sein, das von allen Parteien unterstützi dem neuen Reichstag zugehen wird. Man denkt an normierte Friedenspreise, die vom Produzenten nicht über 15, vvm Kleinh ändler nicht über 30 Prozent überschritten werden bürfen. L e - bensmittelschieberundWucherer, aben auch Sclfteber in anderen Warrn sollen außer mit hohen Strafen durch vollkommene Vermögen s- beschlagnahme und .^bassierung des Geschäfts, fowic 53erbot des Weiterfandrins gestraft werden. Wohnungswucher wird durch Ernziefaig der Mieten für den Hauswirt und durch zwangsweise Verwaltung der Häuser bestraft. Verbilligung der Schnhwaren. ma. Mainz, 12,. Irma Tie Adamzer Blrätter veröffentlichen eine Zuschrift des SkreinS der Schu l nva r en Händler von Mainz und Umgebung über die Herabsetzung der SchuHw a ren- preise, in der es u. a. heißt: Nachdem die Sage im SchulA-andel sich in einer Art verschärft hat, die zu außerordentlichen Maßnahmen zwattg, hat der Verein der Scl-uhvavetch-ändler von Mainz und Umgebung E. D. seine hiesigen Mitglieder zusarn- menberufen. Es ist nun eine Tatsache geworden, daß die Schul/, ändler von Mainz ab Montag der lommenden S&ixfce die Preise für ihre sämtlichen Waten g e w a l t i g 'h e r u n t e r s e tze n , wobei bei ber größeren Anzahl Artikel nicht nur ber bisherige ganze Verdienst geopfert, sondern auch noch roeit unter den Ernkftufspreis gegangen wird. Tiefe ganze öerunterfeMmg ber Ware auf Verlustpreise hat aber nur bann handelstechnifch einen Wert, wenn bas Publikum 'hierdurch toieter z u Käu - fen ermuntert und dadurch der Schuhl-Lndler mit seinen Mitteln fo ftüFig wird, daß er imstande ist, wieder Aufträge zu erteilen, in den Fabriken Waren zu übernehmen und dadurch die Produktion wieder in Gang zu bringen! Es liegt also im Interesse svwv'hl des Handels wie auch Ides Publikums selbst, wenn ber Käuferstreik nunmehr zu Ende gefa. Veranstaltungen. Samstag, 12. Juni: Hotel Einhorn, 7'/r Uhr, öffentlicher Vortrag über „Tic Schuld ber Kirchensysteme am Weltkriege im Lichte der Bibel". — Lichtspieltheater wie gestern. — Sonntag, 13. Juni: Restaurant Sauer, Oswaldsgarten, 10 Uhr, Mitgltoerversammluwg des Verbandes der Bureauboamten und Angestellten bei den Reichs- und Staa.stehörten. — Lichtspieltheater wie SamStag. * ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 4. Junr ber Fabrikant Philipp Heim in Offenbad) zum Ergänrungsrichter an der Kammer für Handelssachen in Offenbach für die Zeit bis zum 31. Dezember' 1921. — Uebcrtrare.i wurde am 3. Juni dem Schulamtsamvärtcr Rich. Bechtold aus Eckartsbvm eine Lchrersbellc an der Volksschule zu Ober-Lais (Kreis Schotten), dem Schulam.sanwärtcr Friede. Heimburg aus Friedberg eine Lehverstelle an der Volksschule zu Schlitz. ** Aus dem Militar-Wo chenblatt. Den Charakter als Hauptmmrn erhielt Oberleutnant a. D. v. Specht, zuletzt im Inf.-Regt. 116, mit der Erlaubnis zum Tragen der Regiments- unifvrm. ** Ausze i chnun g. Dem von Straßburg i. Els. nach hier verzogenen Rechnungsrat Kaul ist für seine Verdienste um die'Sache des Roten Kreuzes in Elsaß-Lothringen die Rotr-Kreuz-Me- baille 2. Klasse verliehen wvrd.n. ** Tie beiden hessischen Reichswehr - Jnfaitterie - Regimenter Nr. 36 in Gießen und Nr. 35 in Darmstadt wurden am 1. Juni infolge der Verminderung des deutschen Heeres auf 203 000 Mann zu "bem hessischen Reichswehr- Schütze n R e g i m e n t Nr 2/ verschmolzen. Regimentskommandeur ist Oberst Kumme in Gießen. Starrdort des ersten Bataillons ist Babenhausen, des zweiten Wetzlar und des dritten Bataillons Gießen. Außer diesem Scl;ützenregiment besitzt Reffen keine weitere Jnfanterieformation. ** Ober hessischer Kun st verein. Tic Ausstellung bleibt w.gen vollständigen Wechte S ber Gemälde einige Tage geschloßen. Tie Kunstsammlung im neuen Schwg ist von 11—1 Ulir unentgeldlich geölfret. ** E i n raffinierter Paketsch wind- l e r. Gestern gelang es in hiesiger Stabt ben Karl Statthalter aus Köln als P a k e t s ch w i n d l e r sestzunehmen. Er hatte sich bei ber Hanbgcpäckstellc Gießen in ben Besitz eines wertvollen Koffers zu setzen gewußt, indem er einen Hinterlcgungsschem in sehr geschickter Weise fälschte. Zu diesem Zweck hatte er sich in der Nähe der Stelle ausgestellt und beobachtet, wie der Herr den Koffer aufgab und battorhabet gesehen, welche Nummer er erhieN, lieferte bann selbst zwer Kartons, die er mit Steinen gefüllt hatte, ab, um in Besitz von Hinterlegungsscheinen zu kommen, wovon er den einen fälschte und dann den Sbüer damit durch einen Dienstmann abtoten ließ. Er konnte bann in einer diesigen Wirtschaft, wo er sich einlogiert und ben Koffer schon mit einem Nachschlüssel geöffnet hatte, festgenommen werden. Der Mann muß auf diesem Gebiete schon mehr gearbeitet haben, denn er hat die Tat in fein raffinierter Weife ausgesuhrt. ** Tie Ledens Mitteltabelle für die Woche vom 14.—20. Juni ist im Anzeigenlell der heutigen Nummer veröffetrllicht. ** Äohlenbezugskarten für die Be zirkc 12 und 2 roerben im Laufe der nächsten Woche ansgegeben. Näheres siehe Anzeigenteil. ** A n der Kaffe des Städtischen LebensmittelamtswerdenBargeldza'tz- l u n g c n nicht mehr angenommen. NAferrS siehe Anzeigenteil. ** Bankneubau der Disc^>nto-Ge- sellschast. Tic Tirection der Diseonto Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, bezieht am 14. d. Mts. die lilimnehr für ihre Zweck neueingerichteten Gc- schäfisräume Plockftraße 13 (Eck Johannesstraße>, oic voll und ganz den Anforderungen eines moder neu Vrnnllokais entsprechen. Sie sind äuiterft praktisch und geschmackvoll eingerichtet. Neben den üblichen Kassen- und Schalteranlagen enthält das Lokal eine doppelgcschoifige Stahlkammer- und Silberkammeran:age, die ben neuzeitlich technischen Errungenschaften gemäß feuer-, dieltes- und ein bruchsicher hergcstellt ist und einen besonderen 53au iNTTCdhalb des Hauses darstellt, ber mit einem S’on* * troLfganj umgeben ist. Die für die Kundschaft bienbe Stahlkammer Daseanlagei ist mit allen Begnem- lichkeüen für bas benutzenbe Pub.ikum ausgestattet und enthält eine Anzahl geräumiger Ko en in denen die Ermicter ben Inhalt ihrer Schrankfächer unbehinbert prüfen und bearbeiten können. Ter Neubau, der die Raume des früheren Cafä Astvria fo verändert hat, daß man sie nicht mehr nneber- erkeniit hat im Juli 1919 begonnen. Die bislserigen Räume der Bonk wareii Aliecstraße 2. ** Noch nicht heim gekehrte Kriegsgefangene. Wie uns das Kveisamt mitteilt, müssen die Anmeldungen der aus England, Frankreich, Amerika, Belgien, Italien und Serbien noch nicht zurückgekehrten Kriegsgefangenen bis spätestens 15. Juni 19 20 bei der genannten Behörde erfolgen. Für ordnungsmäßige Erledigung der Meldungen, die nach dem 15. Juni einlaufen, kann eine G.währ nicht übernommen werden. Das Kreisamt weist darauf hin, daß es sich bei diesen Meldungen nur um einwandfrei festgestellte Kriegsgefangene, nicht aber um Vermißte handelt. ** Tic diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießiiderer Be» rücksichtigung ber Spieltowegrmg". — Sonntag vorm. 7 Uhr ist Fortsetzung des Unterrichts in den einzelnen Spi-larten bis 6 Uhr abends. — Ter Montag ist besonders btnt Fußballsport gewidmet. Landkreis Gießen. sk. Hungen, 12. Juni. Eine hiesige Mülle r s w i t w e wurde auf einer Reise nach Frankfurt unterwegs unwohl, mußte in ein Krankenhaus aufgenommen werden und starb kurz darauf. Tie betagte, aber arbeitsame Fran lebte mit ihren Angehörigen in guten Verhältnissen. Wte man erzählt, soll die Frctza auf ihrer Reise in Frankfurt eine amerikanische Erbschaft über 60 000 Mark abgehoben haben. Kreis Büdingen. na. Nidda, 12. Juni.. Im Dachstvck des slarl Orthschen Hauses am Marktplatz in Nidda entstand gestern nachmittag vom Kamin aus ein Brand, der glücklicherweise bald bemerkt und von der Feuerwehr im Entstehen erstickt wurde. Kreis Schotten. sk. Schotten, 11. Juni. Kteisdircktor Dr. Merck wurde vom Berwattungsches in Polen, Abwicklungsbehörde 53erlin, als Anerk nnung seiner Verdienste bei ber Verwaltung in Polen bas 53er- bienstkrruz für Kriegshllse verliehen. Kreis Friedberg. n Friedberg, 10. Juni. In ber heutigen Sladtverordnetensitzutig tmir e beschlossen, in den Selteitstraßen her Stadt bte Gasbe- Die Grskin. Roman von G. W. Apple ton. sRachdruck verboten.) Fortsetzung 56. Wantm soll ich länger tobet verweilen ? Es nm einer rran blitzirtigen Augenblick tm Leben, nh< ihn jeb?r einmal er ebt, wo ein Mann den Kopf verliert unb cnttoe.er feine Arme der G - tegenbrit gegenüber audanntet unb, wenn et sie schießt, bis Glück an seinrnt Derzett hält, oder — ein k.ineSnx'gs seltener Fall — entb.'ckt, totz er sich unsterblich b am tert tot und alle Mackste auruft, ihn unb seine Tumnch.it vor ton Blicken einer un^mtoUi chen Welt zu verbergen. Ich nxir mir ttttod nicht bewußt, fcfxM bei nncr foldx.n ßtelegcntoit an^langt zu sein, als tos Blut tn meinem 3nneiK* einen 2lnlauf nahm ur.b mir bur^ bte «beni galoppierte. Dir Gelegentoit wäre al^o nubl bigctoe.en, ?Iber mit einer ilbcrmädv- tigci Anstrengung raffte ich mich zusammen und blickte aus meine Ulst. 1Hlt ^>.'iF"-svät !ries ich rnis. Ich muß 'lnrknch fort Gut alp, hne Sie sagen, nnr müren toe alte lerne den Stellten Jlwev verehr- hdc.t Schwagers entreißen Ein hübscher Erbgvif Reden Sie mir nicht mehr von Graten und tprairnite n vier v i vereis ans Mi ii nL das herzlich zuwider. Früher Ickß'ich Man R"- bertS Ich nxrfltc, mich würbe trut nod» icmaith fo nennen. 3d) Wh’ riren Moment, baut icfyiuic ich ihr voll ins Auge Was ich bart erblickte, ermutig' • mich, unb ich streckte die Hrurd auv. Wohlan tonn. Gute Nacht, May Roberts! sagte ich kühn. Sic brach toraufhin in ein fröhliches Gelächter aus, unb ihre Leine weiße Hand stähl sich ui meine große Tato. Guten Abend, ToEtur, sagte sie. Es ist mir, als ahne ich mietet die gesunde Luft Neuenglands. Es ist so hübsch, einen Freund zu besitzen, Oer es gut mit einem meint. Din ich toS'? fragte ich gespannt. Natürlich sind Sie es. Nochmals gute Nacht r • Ms ich an jenem Abend zu Hause anlangte, wat ich nickst genügend gesammelt, um gleich etwas le,en, feien ober b ur eilen zu rönnen. 9.1t.nä> lid) aber wurde mir ter Sinn und bfc 53e\ utung eines Zettels dar, ter in meinen Brieskrst«, gciwrfen morfc n wat. Et trug weder Auf- noch Unterfchrift, und wat in it Heni cb r Sprache al- gefaßt Ich entjifferte torauf b.e cinadje Mitteilung : „Tic alte Tarne wird nach Rom gebracht. Patezzo Frangipani." F ü n s u n d z w a n z i g st e s Kapitel. hatte sich mit .iriem Schlage tos Feld mciucr Tätigt, ü bettäckstlidä e'weitert. Bvn Lan'- lte.h nach Rom war es ein uri.er Weg. Ich hatte inde> feit Jahren ten leitensdos idxni Wnn ch fletegt, den Tchaurlatz m.i ec 5E dH V. :riete - R c -®r tdiitf'e d r letzten ;Jeit b ttrn been Wun d» noch ixr ärfl Srinet Erfüllung la>!b *Cvl r W schwurigleit mefrr im Wege, I ut‘ ,-Y|ntlc nteid z. itig das Nützliche mit tarn Aber formte ich auch ter Mitteilung Glauben schenken, die mir auf so geheimnisvoll Weise üterbracht worben war'? Kam >ie rctrUid) von ter Frau, der ich die zehn Pfund bevtlylt Hutt-, oder war es rin Schack^ug von selten meines Feindes, um mich von neuem matt zu setzen'? b* saß der Erbgraf witLich den Mut, ein so gewagtes Experiment anzustcl.'en, tos eine lange See- und Landreise in sich schloß, ter doch sicherlich b:e alte Gräfin einen entich os enm Widerstand entgegengesetzt haben würde ? Offen gestanden, tarn mir bte er Getonke unglaub ich vor. Auf,erd m stand dem auch ihr Mangel an Kleidern, von dem sie in ihrem Brief ge p ochen hatte, im Wege In jeder B z elmng tt-aitg es ung au'lich. Ab r trotzdem war d e bloße Mög ichlli, sie aus dem Paläste zu befreien, worin sie frü'ler gewohnt falle unb wo sie nun vi-lleicht eingekerkert war, tot verführerisch für mich, unb so beschloß ich doch, mich so bald wie irgend möglich nach Rom zu begeben. Tarnt erst ließ ich meine Gedanken befriedigt, memt auch einigermaßen verleaen zu den Efig- nisen ds Atends zurückschw^i'en. Aut welches Ziel steuerten diese Ereignisse so stürmisch zu? Ich versuchte, mir tos ganz kühl auszutenlen. Wt ganz gleichgültig ist, unb daß die Tinge sich in Elle entwickln. Sie inüs.'cn sich aber auch entwickln, und ich muß mich a i mein gutes Glück verlassen. Tie ganze Ang.leg. - beit ruht jetzt noch in des Schicksals Schoße. Wc..., sie mir freundlich gesinnt ist, nnrd sich altes jm.i lauten wenden. Und nun muß ich, nn* idenk., dem elwcnwerten Herrn Simpkins in B Ifam ten verfp.ochenen Sckeck iitenv.t en." Ich füllte tos Formular aus, trug es zur Post, speise zu Atend und te.bradjtc den Rest des Abends mit mri.iem Amtsnachfolger Dr. Perkins. sFortsetzung folgt) 8 S 7 7 6 6 5 5 4 3 3 2 2 Leben gerufen. ins Nr. »cmn Soiartag Bechdolsheimer. Hochglanz erzielt. [6503 von Anton Otto Erich ist spStes'ens bis -um neue Arbeitsordnung zu tritt mit dem Tage der mittags Pfarrer 13. Juni, vorm. 10: Kirchberg. 11: Cchristen- Idyre f. d. weibl. Jugend. Nachm. IV2: Lollar — 13. Juni. Wieseck. Bonn. 93/< - GottvSbioust. Nachm. 1: Christenlehre (männl. Jugend). Katholische Gemeinde. Samstag, den 12. Juni, nachm. 5 und abds 8 Uhr: G-elegewh. z. hl. Beichte. — Sonntag, den 13. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. Barm 61/2: Gelegrnh. z. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. 8: Anstlg. d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr 11: Hl. Messe m. Pr. Nachm. 2: Christenlehre: iyrrouf Andacht. 3: JünglmgsÄmgregatton. — Tiaspora-Gottesdienst am 13. Juni. In Grünberg 91/2, Hungen 8, Lich 10 Uhr. Gerichtssaal roa. Wetzlar, 11. Juni. Mehr als 30 Landwirte in Waldgirmes waren seinerzeit in MrchNche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Somitaa den 13. Juni, 2. nach Trvi. In der Stadtkirche. Bvrm. 8 Uhr, zugi. Christenl. f. b. Neukonf. a. d. Markusgenr.: Mr Becker. 91/»: Pfr. Mahr. 11: Mndrrkirche f. b. Matthäusgem.: Pfr. Mahr. — In der Jv hsrr- neskirche. Borm. 8 Uhr, zugl. Christerü. f- d. Neutons. a. d. Johcmnesgem.: Pfr. Ausstld 91/2: Pfr. Bechtolsheimc-r. 11: Kind-erkirche t b Lntasgem.: Pfr. Bschwlshrimer. ?lbds. 8: Bibel- bespr. i. JvharmeSsa-al: Pfr. Ausftld. — Im Ko rn irm an den s aal (Lrebigstraße 56). Nart>- nuar 1919 erlassen, s-o 1. September 1920 eine erlassen." Dieses Gesetz Verkündung in Kraft. me. Frankfurt a. M., 11. Juni. Auf dem Frankfurter Wochen markte zeigt sich eben die eigenartige Tatsache, daß trotz der ganz kolossalen Anfuhr von Frühobst die Preise nicht fallen, weil die Straßenhändler, die ohne öeruerbeidytin hausieren., die Preise überbieten, so bafe der reelle Handel, loeirn er kaufen will, in die Höhe gehen mutz, Kirschen kosten sv nach wie vor 3.20—3.50 Mk., Erdbeeren 4—6 ML Spargel halten gleichfalls den Preis mit 3.80—4 Marl für erste unb 1.80—2.50 ML für zweite Sorten. Tie ersten Heidelbeeren wurden lns zu 5.50 Mk. pro Pfund bezahlt Stachel- und Johannisbeeren kosten 2—3 Mk. je nach QualitÄ und Reifegrad. mc. Fra^nkfu rt a. M., 11. Juni. Die Frankfurter Sbadtverwaltuug verhandel augen- blicklich mit dem Reichswehrmrnis.e.ium über die Ablassung eines Tci.es des Truppenübungsplatzes Bad Orb, um dort, ähnlich wie auf dem Heubcrg in Baden, erholungsbedürftige Kinder nntcrzubringen. Ter lUbnngs- platz mit seiner w.!Nd:rvol en wal reichen Umgebung würde sich hierzu ganz vorzüglich eignen, zumal -auch das Holz zur Beheizung der Küchen und Bäder sehr leicht zu beschaffen 'wäre. 4tanf* rrnd wssenschaft. hl. Marburg, 11. Juni. Das städtis ch e Sommertheater Marburg hat unter der Direktion Otto Henning einen erfreulichen Aufschwung genommen. Dies beweist am bester: ein Blick auf den Spielplan, der für die Zeit vom Schachecke. Nr. 8. A. Kraemer [Dritter Preis, Dl)e Go^> Companion Ehetz Problem Club, Tnrnicr 19 los. des Verbrauchs Einschränkung ___ . . elektrischer Arbeit. Sämtliche dm S.rom. kommissar für die Kohlenverteilung, Abteilung Elektrizität, einzurcichen. Lehrerversammlung. VLonvag, den 14. Juni, vormittags 81/? Uhr, soll eine Km seren z mit den Schulverw-.dt rn u d Schulverwa "terrnn, n des Kreises in Gießen (Schulhaus Schillerstratze) abgehalten werden. Sicherungder Ernte. In Anbetracht der Wichtigleit d.r diesjährigen Ernte für bv. Bolls- ernährimg ist das Lagern vvn Hcu, Sir-ch, Frucht, Grummet usw. unmit.elbar an Bäfmlörpcrn der Feuersgesahr wegen zu vermeiden. Die Mühle ds Karl Frey, Lollar, ist ab 16. Juni 1920 zum Vermahlen von Getreide für Selbstver sorger wieder zu geles en. Die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen werden aufgefordert, ihre etwaigen Wünsche und Anträge künftig bis .ruf Weiteres bei den Bürgermeistercun vor- zubringcn. Anträge und Wunsche können unmittelbar beim Krrisamt, Zimmer Nr. 24 des Regierungsgeb äud.s zu Meßen, geltend gemacht w r- ben, insbes-onderc gilt dies für die Kapttal-abfin- dungsanttäge. In Dorf-Güll ist die Maul- unt> Klauenseuche festgestellt iwben. DoN'-Güll wird daher zum Spr--B?zirk erlä.t und scheint Ida mit »aus dem onlätzlich des ?lusbru:l>eIber Maul- unb Klauenseuche in Ho'z eim gebiLeten Beobacht tungsgebiet aus. Das anläßlich d s Ausbruchs Der Maul- und Kiauenseuch' in Holzherm, Eberstadt unb Lich gebildete Beodacknmgsgebiet b e bt bestehen. Es bleiben somit im BeobaMarngsg birt die Orte Grüningen, Ober-Hörgern, Lang-Göns, Leihgestern, Muschenheim, Hv^Güll, Anrsburg, Albach, Steinbach, Langsdorf, Birklar, Ober-B^s- singen, Nieder-Bessingen. 10. bis 17.Juni folgende Stücke aufweist: „Früh- lings-Er wache n", eine Kindertragödie in 16 Bildern von Frank Wedekind. „Faust" 1. Teil von Goethe. „Stein unter Steinen" Schauspiel von Hermann Sudermann. .Liebe" Wildgans. „Rosenmontag" von Hartteben. Eine wirklich fachgemäße Pflege des Schab' und Ledermaterials sollte sich jede Hausfrau zur ersten Pflicht machen. Beim Einkauf von Heber creme darf deshalb nicht der Preis, sondern die Zusammenstellung desFabrikaiS ausschlaggebend setn-DteFirma Carl Gentner, Göppingen bringt, rote im Frieden, wieder Schubnutz ., N i g r i n " mit Banderole — Schutzmarke der bekannte Schornsteinfeger — aus garantiert reinem französischen ober amerikanischeu Terpentinöl, ohne jeden Zusatz von Ersatzstoffen, in den Handel, bei deffen Verwendung das Leder geschont und erhalten, wasserdicht und geschmeidig gemacht wird. Durch Behandlung mit „N igeln" wird ein frühzeitiges Brechen des Leders vermieden und bei sparsamstem Derbranch auf den eriten Bürstenstrtch ein prachtvoller, ltesschroarzer Dauer hochschrrlnachrichten. )( Marburg, 11. Juni. Ter Direktor bei. Physikalischen Jnsdituts und der Sternwarte, GTft Reg.-Rai "Prof. Tr.. ftram Richarz hat im Alter von 591/« Jahren das Zeitliche gesegnet. Ter Verblichene, der 1901 von Greifswald nach Marburg kam, hat sich auch besonders um die Luft- schiffahrt verdient gemacht und den Kurlhessischkn Verein für Luftfahrt, dessen Vorsitzender er «rar, 2 Uhr: Taudsttrmmeit-H'Vttesdrsnst:■ Ans dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkünbigungsblatt Rr. 79 vom II. Juni enthält: Mänd.rung des Gcivcrbegerichtsgesetzes und des Gesetzes b'tr. Kaufmann sge.ichte. — Aba rung des Betri.-bsräte- gesetzcs. — Verbot der Ausfuhr von Geflechten uub Flechtwaren. — Einschränkung d s Verbrauchs ebel- trischer Arbeit. — Einschränkung des ©telten* Wechsels ansländi'ch'r WanLer>arbei.er. — Abänderung der Preise für Kleie. — Gebühren der Schornsteinfeger. — Bekanntmachung des Landes- wahlvomniissms. — Lehrervcr.amm w.g. — Das Lagern von Heu, Stväh usw. — Wftdcreröfftumg einer Mühle. — Reuorganichtion der Kriegs- beschädigten- und Kri: gsfinte ch.iebenen-Fürso-rge. — Maul -und Klauenseuche in Dorf-Güll. Abänderung des Betriebsräte- g e se tz e s. § 80 Abstrtz 3 des Betriebsrätegesetzes vom 4. Februar 1S2J erhält folgende Fassung: „Ist bic geltende Arbeitsordnung vor dem 1. Ja- Weitz zicht und setzt mit dem -weiten Zuge matt Ter Zweizüger ist einfach gebaut und sehr Auflösung in nächster Nummer. Lösungen: Auflö suhg der Schachfvagen vom 29. Mar. Nr. 1. ScHvarz steht mit einem Zuge matt! 1. g2-g4, e7-e5. 2. f2-f3, Dd8-h4 Nr. 2. 1. ?2-f4, e7-e5. 2. Kel-f2, Dd8-f6. 3. Kf2-g3 und schwarz, der ja nicht matt setzen will, gibt ewiges Schach auf f4 und h6. Nr. 3. 1. c2-c4, c7-c5. 2. Ddl -a4, Dd3-a5. 3. Da4-c6, Da5~c3. 4. Dc6xc8 #; oder 1. d2-d4, d7-d5. 2. Ddl-d3, Dd8-d6 3. Dd3-h3 usw. Nr. 4. 1. f2-f3, e7-e5. 2. Kel-f2, h7-h5. den Butterstreik getreten, als der Erzeuger- Höchstpreis von 5.80 Mk. auf 5.40 Mk. herabgesetzt worden war. Räuber VII., der Vorsitzende des Bauernvereins, Ortsgruppe Waldgirmes, verbandelte nun mit dem Arbeiterrat, mit dessen Einverständnis er dann unter Nichtbeachtung der gesetzlichen Bestimmungen die Butlervetteilung in Waldgirmes auf eigene Faust arrangierte. Durch die Ortsschelle liest er bekanntmachen, daß dic Erzeuger die Pflichtbuttermengen an Frau Christine Wolf zu dem bisherigen Preis von 5.80 Mk. zu liefern hätten. Frau Wolf nahm dann in Räubers Auftrag die Verteilung nach Maßgabe der von den Versorgungsberechtigten an sie abgelieferten Fettmarken vor. Als Entschädigung für ihre Tätigkeit erhielt Frau Wolf 20 Pf. vom Pfund, so daß die Versorgungsberechtigten tatsächlich nur den festgesetzte Verbraucherhöchstpreis von 6 Mk. zu entrichten hatten. Mit diesem Verfahren durchkreuzte Räuber aber die amtlichen Anordnungen, so daß eventuelle Ueberschuß- mengen den versorgungsberechtigten Kreiseinge- sessenen entzogen roorbnt wären. — Während alle übrigen Landwirte durch das Schöffengericht frei- gesprochen nmrben, weil sie nach dem Wortlaut der Bekanntmachung des Räuber annehmen konnten, ihr Bereinsvorsitzender habe durch Verhandlungen mit hem Landrat in Biedenkopf die Beibehaltung des alten Höchstpreises erreicht, wurde Räuber VII .selbst zu 50 Mk. Geldstrafe evtl, fünf Tagen Gefängnis verurteilt: außerdem wurde der über den Höchstpreis erzielte Erlös von 54 Mk. eingezogen. 18.: „Margarethe". SamStag, 19/: „Fra Dioovlo". Sonntag, 20.: „Amelia oder „Ern Maskenball". Montag, 21.: „Die Fledermaus". Dienstag, 22.: „Tosca". Mittwoch, 23.: „Lohen- grht". — Schauspielferien vom 7. Juni brs tut schließlich 17. Juli 1920. 3. Kf2-g3, h5-h4-h 4. Kg3-g4, d7-d5#. 5. Es gibt A Lösungen, schwer sind nur solche, wo eine weiße Dame in einer Ecke steht; z. B., al, b5, c8, d6, e3. f7, g2, h4. leuchttmg betj^tWÖnfien, da dos ebektrtfche Lirhü zu teuer Mrne. — Ten Kteingartenpäcktrrn wird j aufgegeben, für Benützmrg der Wasserleitung für ihre Gärtw einen Beitrag von je 4 Mk. zu be- zatAeu. — Tie Anlage einer Feuer melde strllL uxirti wegen der 'zu yiwß!en Ävsten für spä>ler zurl.chgestellt. Dem Wetterauer Reidervereiu wird für fein im Laufe der nächsten Wochen swttfindendes Sportfest ein Ehrenpreis im Werte von 200 Bit. bewilligt. — Nach langer Tebotte wird beschlossen, einen Vorrat von 2000 Zentnern Kartoffeln zum Preise von 31.75 Mk. anzukaufen und für den Notfall an besonders bedürftige Familien bereitzu ' Halten. — Ein der Museumsleitung angebotenesi sehr interessantes Stamnrbuch der Familie Sch-atz-- mann mit vielen Llbbildungen und Silhouetten! frü'l)erer Friedberger Burger soll zum Preise von 1000 Mk. an getauft werden, nachdem Herr Fabrikant Roßbach in dankenswerter Weise die HÄste des Betrages gestiftet W. □ Friedberg, 11. Jüni. Einem schweren, aber durch eigene Schuld verursachten Unglücks fall siel die Frau des Bal-nschaffners Harth zum Opfer- indem sie Petroleum in das Feuer goß und durch die zurürkschtagende Flamme furchtbar verbrannt wurde. Sie starb kurz nach ihrer Einlieferung in das Hospital. fw. Pohl-Göns, 11. Juni Hier wurde durch Einbruch einer Braut die ganze Wöschc- einrichtung samt Brautkleid gestoh- len. Am Bahnhof in Gießen wurde der Dieb jedoch, durch sein auffälliges Wesen verdächtig, angehalten und ihm dec ganze Raub abgenommen. Dec Täter entpuppte sich als ein 18jähriger Einwohner von Pohl-Göns. Starkenburg und Rheinhessen. hl. Darmstadt, 12. Juni. Die 4 . Kompagnie des früheren Reichsw-rhr-Schützen-Regi- ments Nr. 35, die seit dem Abmarsch der Franzosen aus Darmstadt mit dem Schutze der Vorräte in der Dragoner-Kaserne m der Holzhosallee und der Negimentskammerbestände in ber Magda- lenensttaße betraut war, ist gestern nachmittag nach Babenhausen abgerückt. Somit ist Darmstadt vollkommen ohne veguläes Militär, ein Zustand, den sich früher wohl nie ein hessischer Bürger Vorstellen konnte. = Singen, 11. Jmn. In der heuttgen Sitzung der Frankfurter Hand-ls.ttmmrr madjte Baurat Köster dao-on Mitteilung, datz an ein? Ver tiesung des Binger Lochs wegen der gewaltigen Kosten, me'hr als 100 Millionen Mark, in ab ehbarer Zeit wirbt zu denken sei. Nach dem Fredensvovansd?'ig hätte die Arbeit 10 b's 12 Millionen erfordert. Dagegen würde wckhrsck«inlich durch eine Verttefung der Rhem-- riime bet Gingen ein Provisorium geschahen werden, das etwa eine Mfllion erheische. = Mainz, 11. Juni. Der Ausbau ber Kostheimer Schien se soll nach MitteilnnK.m I in der Fr> nfurter Hardebtammersitzung mit größter Beschleunigung durck-gesüsrt werden. Hessen-Nassau. --Frankfurt a. M., 11. Junr Die Kriminalpolizei nahm den 14jährigen Schüler Edgar Glücksmann, Wollgraben 6, wegen Schieberschwin- deleien großzügigster Art fest. Das Bürschchen machte bei zahlreichen namhaften Weinhandlungen Besuche und bot diesen Zucker in großen Mengen und ungewöhnlich billig an, nämlich 5.80 Mk das Pfund. Sämtliche Geschäfte, ohne Ausnahme, fielen aut den schwindel herein und bestellen nicht nur Jucker, sondern gaben dem Dreikäsehoch auch Vorauszahlungen bü zu 2000 Mk., ohne auch nur irgend eine Sicher hell von dem Jungen mit den Unschuldsaugen zu verlangen. Der Zucker aber blieb aus. Mit dem Gekde aber lebte der Junge einen guten Tag, versäumte es andererseits aber auch nicht, der Haushälterin feiltet Vaters, der übrigens von dem Treiben nichts wußte, wertvolle Gesck)enke zu machen. Am Donnerstag wurde ber hoffnungsvolle Schwindler festgenommen. — Frankfurt a. M., 11. Juni. Tie Teutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämp- sung hat chren ^ritz nach Frankfurt verlegt und wird hier ihre während des Krieges begonnene Bekämpfung tierischer Schädlinge durch Blaugas in erheblich erweitertem Maße als gemeinnütziges Unternehmen forts^tzen. ä , Frankfurt a. M„ 11. Juni. Dre Stadt Wiesbaden, bk in'olge des Milchlteferungs- strei ks seit Tag'm ohne Milch ist, wird während d'c'er 3 it vom hiesigen Lebensmrttelamt mit tag» 1500—2000 Litern Milch, die aus dem Bezirk Kassel kommen, versorgt. Auf die streikenden Milch» lieserantm läßt die Wiesbadener Regierung schwere Strafte eil? und Hast Verfügungen niederpraste.'n. Jeder Strcik.ag wird mit 1000 Mk. Strafe geahndet. — Im Kreise wurde ber Streik beigelegt. Die Strafbeftble folen zurückgezogen fern. So teilte das hiesige Lebensmittelumt rn einer Presse- fonfereni mit. VerinNchtes. Fuchtdares Grubeumlzlüä in Ungarn. Teuresvar (Ung.), 11. Juni. (WTB.) Agent. Nvmian. Auf der Grube „Hungaria", in dem ber Staatsbahnbesellfchaft gehörigen Bergwerk von Anina, ist das Dynamitdepot der Grube aus unbekannter Ursache in die Luft geflogen, gerade in dem Augenblick, als die Arbeiter den Schacht verlassen wollten. Vis jetzt wurden 17 3 Leichen geborgen. Außerdem wurden 36 Bergleute mit schweren Verletzungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht. 26 Bergleute werden noch vermißt. HkuschrtScnplatse in Spanien. Madrid, 12. Ium. (WTV.) Nachrichten aus Logrono und verfdrieibenen benachbarten Orten besagen, daß ein großer Teil der Ernte durch Heuschrecken vernichtet ist. Die Bevölkerung von Stadt und Lai d hat den .Kampf gegen die Heuschreckenplage -ausgenommen, die jedoch immer weiter um sich greift. Denkuialsschändlmg. * Breslau, 11. Juni. (Wolff.) Der „Ober- schlesischen Morgenzeitung" zufolge wurden heute Nacht in R 0 s d z i n-S ch 0 ppinitz die Denkmäler von Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich von Bubenhand durch Dynamit beschädigt. * Charlervi, 11. Juni. (Wolff.) Gestern abend stürzte in ber Kohlenzeche von Chatalmeau ber Förder korb ab. Sechs Bergleute wurden getötet. SPielPlan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Soimtag, 13. Juni: „Fra Diavolo'. Mon.ag, 14.: „Mignon". Dienstag, 15.: „Die Gezeichneten". Mittwoch, 16.: „Undine". Donnerstag, 17.: „Der Bettelstudent", Freitag, Versorgungsunternehmen von den ehemaligen Krieg-samtssliellen, jetztaen Kvhlenwirtsck^aftssücklen, oder dent Reichsöommiisar für die Kblflenvert-eillMg erteilten Besreiungen Dx>n der Emschränkutlg des Verbrauchs ■ei und Zubehör *aJ! Buchwald? niMit) Kaffee roh Ia.Quaft daS beste OßOO was eS gibt Pfd. Kakao Pfd. 22.00 8t. Kartoffeln Pfd. 1.60 8t. Zwievcln , 1.80 Salzgurke« Stck. 0.35 Sanerkrant Pfd. 0.35 ZtochküfePsd.-Dofe 10.00 Bohnerwachs, 10.00 Kognak Vi Fl. 45.00 Hrch.Kalbfleisch Televbon 885. Friseuse empfiehlt sich in n. außer dem Haufe zum Frisieren Ondulieren und Maniküren. Ella Kindmarnr Bahnhofstraße 17. Möbsbatirik Conr. Sauer Söhne, Fulda Braunfels U'.D (Gründung 1882) zu Gietzen früher Felsenteller 2. 010689 3. Großes Konzert Stabt Marburg 6471 Heuchell)«im, den 29. Mai 1920. *«*D Anschluß. CafeWmend Tanzvergnügen Sonntag morgen wer ist Buchwald? 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Shrträge. Die Mitglieder des Vereins sowie alle Freunde des Obst- und Gartenbaues werden hierzu ec- gebenst cingeladeu. Der Hauptversammlung soll eine Besprechung dec Baumwärter des Kreises um 2l/i Uhr in dem gleiten Lokal vorausgehen, wozu diese hiermit ein^lladen werden. Wiederbringer erhalt gute Belohnung. Dr. Krnnk, Heil- und Pfleaeanstalt Wiche». w» Tageso rdnung: Rechenschaftsbericht. Wahl des Vorsitzenden und fernes Stellvertreters. Rechnungsablage für 1. April 1918 bis 31. Marz 1920. Voranschlag für 1920. Vortrag des Gartenmeisters Rentsch zu Friedberg: „Die Arbeiten an Obs:bäumen in den (totiHdikä Äkoirr billig au verkaufen Nord-Anlage 11. Gäste willkommen. Es ladet ein Hand Äirzinger. I Geschäftshaus mit Lade« und Hinter- aebände in bester Lage, 1 g!T mit fficrlftott 1 Hau» mit Hinterae- bäude für Landwirte geeignet unter günstigen Bedingungen zu verkaufe». Schrtstl. Angebote unter 6478 ort den Giest. Anz Redegewandte Herren u. Damen z^Vertr. ein. neuen, tägl. t. 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In dem Aufruf zur Bildung eines erweiterten he ssis chen Staates (Landes) im Nahmen der Neichsverfassung tmcb eingangs betont, das; die Neugliederung des Reiches aus dem Boden dieser Versa sung nicht nur eine der wichtigsten politischen und sozialen Aufgaben in Deutschland sei, dessen Wiederaufbau die FeÄer der Vergangenheit ausmerzen und eine glücklichst Zukunft ermöglichen soll, sondern auch eine Notwendigkeit und das einzige Mittel, um aus dem Chaos des Zusammen bruck-s endgültig lterauszu- Lommen. Selbstverständlich muß. in dieser rein deutschen Angelegenheit jeder von außen vommkmde. Einfluß ausgeschaltet bleiben. Grundsätzlich ist die Neickseinheit zu betonen und in allen allgemeinen Angelegenheiten des Reiches auszubaueir. Andererseits aber dürsten die Länder nicht zu bloßen Verwaltnngs Provinzen des Reiches werden, son-, bern sollten kulturelle Zentren auf dem Boden stammesgeschichtlickter und wirtschaftlickier Zusammengehörigkeit sein. Tie -einseitige Enttwicklung eines bureattkratisä>en Zentralismus würde eine Gefahr für Deutschland bilden, dessen natürliche Gliedentng nach goographischi-en und völkischer Grundlagen feilten eiginiflten Reichtum und feine innerste Lebenskraft aus macht. In bent Aufruf heißt es weiter, daß neben den stammesg- schichilick.en Ve; !t durch die innere Regierungskrise sowie auf Meldungen von einer Wiener Kabinettskrisis. Es erfolgten teilweise Abgaben, die zur Mschwachung führten. In Auslanos- papieren blieben die Umsätze eng begrenzt. Deutsche Petroleum 591 bis 590. 'Schautungbahn 628, (minus 2 Pro-.). Von Mond.npapiecen nuti^rten Deutsch-Lunemburg 276 bis 273, Phönix Bergbau 391, Rleinisch: Stahl 3011/», Kali Westeregeln 640. (Aektr. Deutsch ltebersee 7u0 (minus 5 Proz.), Hamburg Paketsahrt gaben 1 Proz. nach, 183V3. Nordd. Lloyd 176. Chem. Bad. Anilin bewahrten feste Haltung, 451. HolMerkohlung gewannen mit 320 5 Proz., Farbwerke Höchst mit 3513/4 l3/* Proz. Bleistifts. Faber stellten sich auf 350, plus 5, Fränkische Schuhs, auf 200, plus 2 Proz. 5proz. Silber Mexikaner bess-wten ihren Kurs um 5 Proz. auf 250. 5proz. Reichsanleihe 793/<, 4proz. Spar- Prämien-Anleihe 911/*. Frankfurt a. M., 11. Ium. Devisenmarkt. Geld Vries Geld Drlef Datum: Amsterdam • Rotterd. Brüssel-Antwerpen . Christ, anla Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London New-York Paris Schweiz Spanien Wien (alter) .... Deutsch-Oestrrr. adg Prag......... Budapest Bulgarien stonstantmopel. . . . (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Ein Kabinett Giolitti? Rom, 11. Juni. (WTB ) Zu der Mrnist er- krise schreibt das „Giornate d'Jtalia", es lerrsche die Meinung vor, daß Givlittr mit der Bteüung des Kabir-elts betraut nxrbc. Dieser werde ein Müller'sche Badeanstalt. Wasserwarme der Lahn am 12. Juni 17 Grad R. Handel. Berlin, 11. Juni. Börsen stimmungS- bild. Tie Börse eröffnete in fester Haltung, ivas namentlich durch ein-e Steigerung Sei Monbewerte, Farbik.ten, Ele?t.izilätÄverte Pet.o.eum- Akijen und se.ncr, namentlich tniofg.* bei Be.- sernng der Tcvi>npreiß, durch :«ne Erhöhung er Val ckrpaPiere juni Ausdruck kam. Tas G'-- schäst r.eitmnn aber nn- ^-ocnfjeli --ine gewis'e Lebhastigl'eit, während im übrigen oic Zurück- iKltung ackhelt. Eine f-m>ägrWeiui» Aktien stellten sich norüt>-rgeoenh 47 Proz. hölxr. Schisfahrtsak.ien waren vernachla'sigt uno nach- gebend. Spät rhin' nxir die B re allgemein schw'.ch, weil neben Irr Un t Per eit d:r inner- politisckten Lage auch die Me.du gen über di Kab'inetisTrisen in Rom und Wien fanroe über G -- rüchle von Unruhen in Wien vcrslimmten. Ti. flKericbtHaal. Berlin, 12. Juni. Ter „LvkalanFeiger^^ meldet aus Rosench.im in Oberbayern, daß der Stadtrat und Groß kau smann Frz. Graff wegen Zurückhaltung zugeiei ter Kommunalverbands- Margarine, die von 5 auf 8 Mark getrieben werden sollte, zu 18 000 Mark Geldstrafe verurteilt worden ist. Berlin, 12. Juni. Dem , Berl. Tagebbatl^ zufolge findet die kriegsgericht rchc B?rhundlmlg gegen die 14 Marburger zeitfreiwil-- ligen ©tubenten, gegen die aus Anlatz der Erschletzui'g von 15 Thol'r Sürgern während der Mörz-rmrühen in Thüringen Anklage wegen Dod'chlr.gs erhaben worden ist, vom 15. bis 18. Juni in Marburg statt. Butzbach, 11. Juni. Zu unferm Bericht über die Prozeßverhandlung in Marburg bittet uns Prof. Werner (Butzbach) um Aufnahme fol- Igender Ergänzung: ,,1. Professor Werner hatte Widerklage erhoben, die aber für hinfällig erklärt wurde, weil Professor Werner am 27. Mai zum Termine wegen der Wahlarbeit nicht erscheinen formte und fein Ausbleiben begründete und entschuldigte. 2. Wäre, nach dem Gerichtsurteil, die Widerklage Werners gegen Knoeckel zur Verhandlung gekommen, dann >oäre Knoeckel weit schärfer bestraft worden als Werner, der schließlich nur „der Ordnung halber" 75 Mark Strafe erhielt. 3 Nach dem Urteil des Gerichts steht fest, daß Knoeckel dem Professor Werner ben Vorwurf 'der Lüge, Feigheit und Gemeinheit machte, ohne dafür irgenh einen durchschlagenden Bew i s zu erbringen Dr^ Beweis material des Gegners Werners wurde vom Gericht als ganz unzureichend gekennzeichnet. 4. Die Angriffe Knveckels gegen Werner wurden — nach dem Urteil des Gerichts — bei kaltem Blut hingeschrieben und sind ganz anders zu bewerten als die Werners in erregter Versammlung, als Werner gezwungen wurde, auf Ehrabschneiderei und Verleumdung heftig zu erwidern. 5. Knoeckel hat Werner zuerst beleidigt. Das ganze Verhalten Knoeckels vor und in der Gerichtsverhandlung brachte das Gericht ru dem Urteil, daß die moralisch größere Schuld auf Seite ndes Klägers Knoeckel lie-e. Wer demgemäß „verurteilt" wurde, braucht ni b; mehr besonders betont zu werden. 6. Professv Werner hat sofort Men das Urteil Berufung eingc egt und das Material der Widerklage zu einer neuen Klag<, gegen den Schriftleiter der „Hess. Landeszeitung", Knoeckel, zusammengefaßt und gestern dem Gericht in Marburg übergeben. und Behörden auf, sich mit diesem Aufruf einverstanden zu erf.ärcn. Dieser soll der Reicksregie- cung, den Regierungen d.r beteiligten Bundesstaaten sowie der Nationalversamin.ung und den sonst in Betracht kommenden Stellen unterbreitet werden. Kabinett aut der breiten Grundlage einer demokratischen Koalition bilden. Exkaiser Karl. Wien, 11. junt (WTB.) Tie „Arbeiterzeitung" veröffentlrcht eine Meldung aus Rotterdam, wonach in tzelgisck^en Kreisen verlaute, ExLriser Karl habe sich an die Ententeregiem'.igen mit der Bitte gewendet, feine Rückkehr nach Ungarn zu gefnatten. Ter Exkaiser lx'lMisXet, daß er wegen Geldmangels nicht mdhr in der Schtveist bleiben könne, Ehrend er in Ungarn als Privat manu auf seinen Gütern leben kö nie. Zentralisierung der französischen Kriegsindustrie. Paris, 10. Juni (Wolff.) Die französische. Regierung hat die Zentralisierung der Kriegsindustrie beschlossen und zum Gouverneur für diesen Jndust.tezweig den Abgeordneten d'Anbigntz in Aussicht genommen. Die Umsatzsteuer in Frankreich. Paris 10. Juni. (Wolff.) Der Finanzausschuß der Kammer Hai gestern beschlossen, die Umsatzsteuer auf dem Siand von 1 Prozent und nicht wie der Senat beschlossen hat, auf l1/? Prozent zu erhallen. Tumultszenen im tschecho-slowakischen Abgeordnetenhaus. Prag, 11. Juni. (WTB.i Im Abgevrd« netenhaiis kam cs gestern während der Rede des slow k scheu Abg ordneten Iurrga zu großen Tumulten. Juriga friti iert. schärfst.enS S;e tschechische Bor.eer.chuft in der Slowakei uitb erklärte, d-itz fei:ie Partei auf Grund des Pittsburger Ber.rag s auf einer weite st gehen den Autonomie für die Slowa ker bestehe into das'elbe auch für Böhmen, Mähren und Schlesien verlange. Die B merkung des Red- ne s, drtz eilte tsckxclw-slowack che Sprache nicht bestehe, rief einen nicht enden wollenden tzirck^tbaom Lärm T/erü g ich et. T- s Auscckr- anderpralteu der Meinungsgeg» wätze läTmc den guten Willen in jcdcm Lande. Tie deutschen Wahlen zeigten ein vernnrrtes Bo f. das in Parteien gespeckten sei, die einen sv'fnuitgssto'en Kampf ge.Tew'inander führten ohne klare Zie.e, und ohn: datz. es eine Stimme gebe, die chles übertön;. Vis jetzt sagte er, haben wir eine Katastrophe tm Lande vermiede.,; aber die gw.ze Welt ist erschüttert, und bi? Kirch?n können allein die Menschen vor beit Ka a'roplen behstten, ti? folgert we 'den, wenn diese Anarchie sich weiter berbrntet. Amerikas Beute anteil an drr deut chen Flotte. Amsterdam, 10. Juni. (Wolfs.) Wie aus Wafhinsston gemeldet wird, werden das Schlachtschiff „O stfriesland" und der kleine Kreuzer „Frankfu r t", drei ehemalige deutsch)« Zerstörer, Mitte Juli nach den Bereinigten Staaten übergeführt werden. Das Blutbad in Amritsar. Amsterdam , 10. Juni. lWol f.) Nach englischen Blättern verlangce der Ails.chnß des all- indischen Kongresses beim G w ral ekredrr des indisck-en Nalwnalfo-ngresses die gcrichtlickie 2lb- urteilung des Generals Tyer und der anderer! für das Blutbad i n Am ritso. r verantwvrt- iichen Offiziere und die Abberufung des Vizekön igs Lord Caelmssord. Eine Elsenbahndicbobande verhaftet. Düsseldorf. 11? Juni. (WTB - Durch bie Eisenbahntriminalabtlilung v«m Düsteldorf sind umfangreiche Gü te rdie bst ähle aller Art, bte feit drei Jahven auf dem Düstes.vcfer £>jiu?t» beit 45 Beamte und Arbeiter verhaftet, borurter ein Ober bah a' i ent, sechs Rangiermeifter, 9 Rrngicrer, 5 Liokon'.vtivsülwer, 2 Deizer, 7 Wichenstelter ufw. Der ber Eisew- bahnrerwaltung enti'br.iix.'nc Schaden wird auf mehrere Hunderttausend Mark geschätzt. Wegen Geschästsveränderung und Aufgabe des Ladengeschäfts verkaufen wir unsere gesnüilcu Lagerdeslö^e zu bcSeulknii herabgesetzten Preisen! Göbel&Appel,Seltersweg73 M>c Reparaturen von 010512 Automobilen, Motorrädern, Maschinen aller Systeme werden billig und schnell ausgeführt. Maschinenwerkstatt H. 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Juni 1920. 6508B Ter CffcrbtorrmriFter ri$e6en#mitteUnnt< Maclin afler irt Ansstattiag tiC/ala a. p-ni®. Wert ahrt M. 90.—, 8tagtge Rückfahrkarte M. 135.—, Kabtneilkarte M. 50.— Zuschlag Mittwochs und SamStaaS von Twiuemünde 3.00 v. lAnfchlnhzug ab Berlin Stell. Bahnbos Dienstag- und Freitags 10i34 n > Montags n Donnerstags von Danzia 800 v., von Zovvot 9.00 o. tRilckkunfl in il>erlin Stell. Bahnhof Dien)tagö und Freitags 8.00 $.) Fahrkarten u. Auskünfte an Bord des DamvferS, bei den Vertretungen deö Norddeutschen Lloyd, des Mllteleuroväifchen RetsebureauS LMERi. den gröberen Eisenbahnstationen und der Abteilung Seebäderdienst desNordd.Lloyd,Bremen Jacob J^fxxck Hachfolger, Hanau a/7Tt Vertreter: Aog. Weidlg» Gießen, Slelnstraße 50. HtüzM'VkrAkigkrsstz ötr Still Sitzet. Montag den 14. Juni und Dienstag den 15. Juni soll bas jßeugras von den städtischen Wiesen aufgrund der vom Hessischen Ministerium erlassenen Verordnung von 15. Mai 1920 meistbietend verstei« gert werden, und zwar: Montag den 14. Juni: a) vormittags SUhr, Zusammenkunft am Schlachthof, von den Wiesen im NeuftSdter Feld; b) vormittags 107, Uhr in der Restauration von Melchior Schäfer Wwe., Kaiser-Allee 4, von den Wiesen im Heegstrauch; c) nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wieseck- tal, von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag den 15. Juni: a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle an der Rödger Straße von den Ochsenwiefen, von den Wiesen im Stolzenmorgen, am Utersbrunnen und Altentisch; b) nachmittags 1 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesen, wärter Dellof, Wolfsttaße 15, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemein- den werden ersucht, vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. 63186 Giehen, den 6. Juni 1920. Ter Oberbürgermeister. I. V.:vr. Rosenberg. —r. Dienstag ben 22. Jimi R—Z Mitttvoch den 23. Jun Answeisrarlen zum Bezüge von Gtto Seeger o. Hess. Handelskammer Gieren öffentlich angt- stelltet und beeidigter Bücherrevisor Hießen,ebelstr.11,1. LllWhruW- Md Vilanzen, Uebenvach- nngen, zweckentsprech. vuchführungorinr 7t., Gutachten, Zinanzier., Auseinandersetzungen, vergleiche,Liquidation. Neuzeitllche Setriedo- oeganisat. u. KeName, Steuersachrnbearbrit. Direetion der Diseonto - Gesellschaft Zweigstelle Gietzen «471 0 Postscheckkonto ffranlifert a. M. Nr. 25491. Fernsprecher Nummer 62 und 2089. MMMW verkauft J. llappel.i Mtiblltraste 18. 57001 Zopfe Locken, Dreher, sowie sämtliche Haararbeiten werden schön und dauerhaft anaeferttflt. 163 termann Plank Wwe. ve^ial- Haar - Wcfcbtif'. Grsßk Mobiliar-Vttsiklßkrllilis. Dienstag den 15. Juni nachmittags 2 Uhr pünktlich kommen im Saale des Hotel Felsenkeller, Bahnhofstraße, meistbietend gegen Barzahlung zur Verweigerung: 1 Hochs. Bettschrank, 1 Sofa u. 1 Sessel (blae), 2 g. Sofas, 1 Salongamltiir (Sofa und 6 Sessel), div. antike Liege- ünb andere Sessel, 1 eleganter Trumeau (Mahagonis, 1 SchreibschrSndchen, 1 eleg. Kommode, 1 Schreibtisch u. 1 Bücherschrank (dunkel Eiche), 1 Pa. Nußbaum Büfett, sowie: 2 la. kompl. Betten m. Mattatze und 3teil, dito, schw. und br. Säulen, 1 vorzügl. Tee- ttsch mit Äannen, Kessel, Gläser usw. (Kupfer), 1 antike Porzellanuhr und 2 Figuren, 1 Goldspiegel, 1 kl. Tisch u. 1 ov. Tisch (Nußbaum), 1 gr. 3teil. Bücherregal u. 1 dito einfach für Lexikon, 2 moderne elehtr. Lüster, 1 elntfir. Kleiderschrank, ferner: 2 fast neue la. Teppiche (wunderbare Stücke, 1 Gas-Badewanne und Ofen, div. Stühle, Herrenhemden, Kragen und Stiefel, 1 Kopierpreise, außerdem: einige gute goldene Uhren, vieles Haus- und Küchengerät, Bilder, Spiegel, Nippsachen u. v. a. Bekanntmachung. Betr.; An-- und Abmeldungen im Viehkataster. Der Z 2 der Bekanntmachung, bett. Einsührunr von Viehkalastern vom 18. März 1919 verpflichtet die Viehbesitzer, die Zu- und Abgänge ihres Viehbestandes anzvmelden. Diese Verpflichtung trifft auch die Mitglieder des Oberhesstschen Viehhandelsverbandes, selbst dann, wen» sie ein Stück Vieh mrr vorübergehend in ihren Stall nehmen. Das Vieh von Viehhändlern wird nicht anders behandett, als das Vieh der Landwirte. Wir machen unsere Mitglieder ausdrücklich wiederholt darauf aufmerksam, da chnen sonst Strafe und Einziehung der Ltsweiskckrte droht. Die An- und Abmeldungen im Kataster haben sofort und auch bei nur vorübergehendem Besitz des Tieres zu erfolgen; der betreffende Erlmckmis- schein ist sofort nach dem Zu- und Abgang des Tieres dem Katasterführer zur Bestätigung der An- oder Abmeldung vorzulegen. 64878 Gießen, den 10. Juni 1920. Oberhessischer Viehhandelsverband. Der Vorsitzende: Prof. Rosenberg. empfiehlt »ein reichhaltige» Lager fertiger Denkmäler einfacher und moderner For- Ne^iaHe^ArnAn mea in den verschiedensten ■att beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpsa^tc in den öffentlichen Tcx> muten vorgeiteltt werbm. . Die Impflinge müssen mit remer Wäsche und rem gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird n u r an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft Kinder aus Familien, m denen ansteckende Krankheiten herrichen, dürfen nid), in vi. Termine gebracht werden Glcsteu. den 9. Juni 1930 6464V Ter Oberbürgermecsier. I. B.: Grenzten Ufür Weikbindcr u- Maurer jedes Quant, frei Haus ob. ab Waggon *”4 zei.250. 6. Rllbsme». MiM SwelWellm ----------------leim litt---------------- aus Satz- mtz Schrslebeelfev, Saufet, vnmze mrOMmIkitnD, rofe zerdto-yeoe n-aefurungene maWaea- nnö IBerhmfeiie, Zahrigürghweu unO sonst. Teile, OausbüirungsgegeaSdnOe ulro. SüHiiltiCMÄtt gehäuie in allen ©töieu nnö 5iflrfen roeröen sachgemäß auseefflört AMm S»ese & 6o., Sieben Wilhelmftroöe 45. S4M leieuöcn 2028. StaM. £eben$mtitelamt Waren-Ausgabe für dis Woche vom 14.—20. Juni. Nicht rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. 1. Brot: 1850 Gr. Brot oder 1370 Gr. Mehl. Brot Kg. 2.15 Mk. Brötchen 15 Pf. Weizen- brotmehl Kg. 2.60 Mk. Weißbrot Kg. 2.45 Mk. Weißbrothäcker: Emil .'öanke, Riegclpsad, Ludwig Rühl, Marktplatz. Mehl für Kranke: Kgr. 3 Mk. (Verkaufsstelle siehe unter Nr. 8). 2. Fleisch: Wochenabschatitt 24. Mrtzaer für Fremde: Philipp Senkler, Frankfurter Sttaße. Die Fleischpveise siitd lt. Beschluß der Stadt. Lel^nsmitteldepiitation wie folgt festgesetzt: Rmk^ 9 Mk' E^bfleisch und Hammelfleisch das Pfund 3. Karto ff ein:' Markenfreier Berkaus bis auf weiteres. 4. Butter: Marke 24. 50 Gramm Butter >u 1.95 Mk. 125 Gramm Margarine zu 3.25 Mk. 5. Speiseöl: V< Viter ju 5L0 Mk. Ausgabezeit: 15. bis 28. ^um 1920. Belieferung burch die Kleinhandelsgelckäste gegen Abgtwe des BezugsabschnitteZ 7 der Lebensmittelkarte. Die Klelnhandelsgelchäste haben die Abschnitte bis 1. Juli 1920 abKuliefecu. . 6. Nährmittel für Juni: Noch nicht erngetrosfen. 7. Zucker für Juni: Noch nicht em- gettolsen. 8. Mehl, Nöhrmittel,Lebensmittel und Zucker für Kranke, Zugezogene Sl1t?Arem?e: Jstrw, Rittergasse 11; Hch. Kalbfleisch, Liebigstr. 71: Ernst Noll, Roonstr. 2; (Sfor. £>aubad) Nachs., Schützenstr. 2. _ 9. Seife: Marke für Juni. Anteil 125 Gr. K.--A.-Seisenpulver das Psd. zu 1.20 Mk. 10. P e troleu m und Spiritus: Ausgabe erfolgt in den bekannten Geschäften. Petroleum das Liter 3.30 Mk. Spiritus das Liter 4.75 Mk. (ohne Glas). , i sche: Verkaufsstelle in den Marktlauben. Mrtte der Woche yj. Tagespreisen. 12. Gemüse: Verkaufsstelle in ben Markt- tauben Täglich frische Spargel zu Tagespreisen. Sonstiges Gemüse je nach Zufuhr. 13. Bohnen «weiße): Verkaufsstelle in den Marttlauben das Psund zu 2 Mk. . 14. Futtermittel: Törrgemüse 60 Pf. das Pfund; Zuckerrüben schnitzel 85 Ps. das Pfund. Ferner wird Kleie an die Viehhalter verteilt. BezuMcheine Zimmer 6 deö Lebenömittelamts gegen Vorlage der L bensmittelanöweiskarte. Aufgabe bei C. C. Pseisser, Skinftr. 11. 65O7B Marken-Ansgabe. Montag den 21 Juni, Ausgabe von Aohlenbezugstatten für das Jahr 1920/21. 2luf dem Brernlstvffamt werden an Haushaltungen ohne Zentralheizungen Kohlenberugskarten ausgegeben, und Mar Bezirk 12: Anfangsbuchstaben A—G Montag, 14. Juni 1920, „ H—O Dienstag, 15. Juni 1920, P—Z Mittwoch 16. Juni 1920, Bezirk 2: dllrsai igshtrrh stabe ii A—G Donnerstag, 17. Juni 1920, „ H—O Freitag, 18. Juni 1920/ h P—8 Saru-tag, 19. ^mi 1920. Die Ausgabe der Karten erfolgt nur in der Jett von 8-12 Uhr vormittags. Die Lebensmittelausweiskartc ift mitzubringen.. Zur Belieferung wird freigegeben: Nr. 1 der H (Haushaltkarte > mit 5 Ztr. Kohlen oder Koks oder lOZtt. Braunlohlen. Nr. 1 und 2 der Z (Zusatzkarte) mit je 1 Ztr. Kvhlen ober Koks oder je 2 Ztt. Braunkohlen. Die Kvhlenbezugskarten sind bis zum 1. Mai 1921 gültig. Da Ersatzkarten nicht gegeben werden, empfiehlt es sich, diese gut aufzubewahren oder den Kohlenhändlern zur verantwortlichen Aufbewahrung zu übergeben. Die ausgedruckten Nummern von 1—6 bzw. 1—5 werden nacheinander &Belieferuna freigegeben. Die auf die einzelnen imern enlsalleTiden Mengen richten sich nach Unsere Geschäftsräume befinden fnrftfbEivrtfrO 1 Q sich vom 14. Juni 1920 ab l V CH 4 U 0 10 Ecke Iohannesstr , in den für unsere Zwecke neu eingerichteten Lokalitäten. Vermietung von Stahlschrnnkfächern in unserer den neuzeitlich techn. Errungenschaften gemäß feuer-, diebes- und einbruchficher hergeftellten Stahlkammer- und Silberkammer-Anlage. Sorgsamste und vertraulichste Erledigung aller bankgeschästlichen Aufträge. Diseonto Gesellschaft Stammsitz in Berlin. Vertreten an allen gröberen Platzen. W Bau- md ÄischiM L Vetter Keiner-Allee 15 fertigt ssiürichstlWev mS WeiMel in allen Hotzarlen nach eigenen und gegebenen (Entioürfen an. 010702 Alte Eichene und Ruköaummöbel werde» iach- acmSK renoviert. Aufpoliere» v. Einrichtungen. Feldpolizeiliche Anordnung. Auf Grund der Artikel 36 und 43 des Feld- strafgefetzes vom 13. Juni 1904 wird nach Anhörung der Stadtoerordneten-Bersammlung und mit Genehmigung des Hess. Kreisamts Wehen vom 6. Juni 1917 für die Feldgemarkung der Stadt Gießen angeordnet, daß sämtliche offenen und eingefriediglen bepflanzten Grundstücke in der Zeit vom 15. Juni bis 15. Oktober 19 20 von abends lOUHrbis morgensb Uhrund vom 16. Oktober 19 20 ab von abends 9 Uhr bis morgens 6 Uhr geschlossen sind und deren Betreten allen Personen, auch den Eigentümern, verboten ift. Ausgenommen sind Flächen, die als Hausgärten dienen und mit dem Wohnhausbcsitz unmittelbar verbunden sind. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis »u 60 Mark oder mit Haft bis $u 14 Tagen bestraft. Diese Anordnung tritt mit dem 15. Juni 1917 in Kraft. 64588 Gießen, den 11. Juni 1917. Der Oberbürgermeister. I. B.: Grünewald. Auswerskatten zum Bezüge von Bollm.lch| Die mindern Städtischen Lebensmittelamt in Ver- jhto oor,uitgen. : binbuna stehenden Geschaittleute werden gebeten, ^i^rionen, bie die rrrffaeitige Abbolung der stch schon jetzt de bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu 1 ??; B-'z^rkm zw:ima! ver'äumt lxiben, bedienen, damit späterhin keine Störungen in der müllert ber p-tor hnt-meu verspättten Mholimi! glatten Abwicklung der Geschäfte eintreten. Tur jefe -^ben ^m .tt lcu.'wciskLTlv eine i'rhitim.Kt* 1 (Bieh»r.. h#n 10 luni 1Q2O flsnäR strafe von „Hansa“M ÄSynnitlMM Tfinfnm * Kaufmann und ttipiUlu- ^anbel^lebrer (Siesten, Seltcrdtt>ca73. Blnrige Schale am Plates, deren Inhaber xngL 8- hnl- lolter, Lehrer c.Faehm.lsL Inges- and Avesvkiirfe in allen faufm. Fächern u. Sprachen. — Akad. 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