8reitag, 11. Juni 1920 170. Jahrgang Erstes Blatt nr. 155 Der Giehener Anzeiaer erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: Monatlich Mark 3.60, Vierteljahr lichMark 10 80 einschließlich des Bestellgelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech -Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derbiu dlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz- vorfchrijt 20% Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnMer General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag- Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Lteindruckerei H. Lange. Schriftleilung, Seschästsstelle und Druckerei: Schulstratze 7. Einkommensteuer-Erklärung und Veranlagung, liebet die Veranlagung zur kommenden Reichs- einfommenfteu -r herrscht in der Allgemeinheit noch reichliche Unklarheit. Es erscheint daher angebracht, in gemeinverständlicher Form den Zusammenhang dec Dinge einer kurzen Betrachtung zu unterziehen. Ohne daß man zunächst eine besondere Ein- kommenssteuecerklärung abzugeben braucht, ergeht von Amts toegen an diejenigen, deren Einkommen sich im letzten Jahr vermut.ick wesentlich erhöht hat, demnächst ein vorläufiger Steuerbescheid. Diesem Steuerbescheid wird zugrunde gelegt das Einkommen, mit dem man für das Rechnungsjahr 1919 seinerzeit veranlagt worden ist, jedoch mit der Maßgabe, daß drc höheren Steuersätze des neuen Reichsein- kornmensteuer-Tarifs auf dieses Einkommen Anwendung finden. Diejmigcn, bei denen eine Ein- kommenscrhöhung nicht vermutet wird, erhalten lediglich ein Ausforderungsschreiben des Finanzamtes, in dem ihnen bi: Zahlung der bisher geschuldeten Elnkommensteuerüeträge auferlegt wird. Eine Ausnahme wie d c Zugrundelegung des für 1919 veranlagten Einkommens findet aber statt, wenn dec Steuerpflichtige glaubhaft macht, daß sein Einkommen im Jahre 1920 sich voraussichtlich um mehr als den fünften Teil des für 1919 veranlagten Einkommens vermindern wird. In diesem Falle hat das Finanzamt auf Antrag die Steuer dem mutmaßlichen Einkommen entsprechend zu ermäßigen. Dieser Antrag wird zweck- mäßigerw.'ise alsbald, noch vor Erlaß des vorläufigen Steuerbescheides zu stellen sein, damit in diesem von vornherein die voraussichtliche Mnrde- rung des Einkommens berücksichtigt werden kann. Im Januar 1921 ist sodann die Einkommensteuer-Erk. ärung über das im Jahre 1920 bezogene Einkommen bei dem Finanzamt einzu- veichen. Auf Grund dieser Steuer-Erklärung nimmt das Finanzamt erstens die Berichtigung des ergangenen vorläufigen Steuerbescheides bzw. des Aufforderungsschreibens vor, worauf je nach dem Ergebnis der Berichtigung Rückerstattung bzw. Anrechnung zuviel gezahlter Steuern oder Nach- forderung zu wenig entrichteter Steuern eintritt. Das bei der Berichtigung festgestellte Einkommen des Jahves 1920 dient nun zweitens zugleich der Einkommensteuec-Veranlagung für das Rcch- MNgsjahc 1921 als Unterlage, so daß also das Einkommen des Jahres 1920 zweimal für die Veranlagung maßgebend ist, für die Rechnungsjahre 1920 und 1921, während das Einkommen des Jahres 1919 ganz au-scheidet. Eine Sonde r- bestimmung gilt für das sog. außerordentliche Einkommen (z. B. Lotterieg winne und unter gewissen Voraussetzungen G winne aus einzelnen Veräußcrungsgeschä ten). Soweit nämlich aus Grund dec Berichtigung des vorläufigen Stener- bescheids außerordentliche Einnahmen, die im Kalenderjahr 1920 bezogen worden sind, für das Rechnungsjahr 1920 (1. 4. 20 bis 31. 3. 21) bereits der Einkommensteuer unterlegen haben, bleiben sie btt der Veranlagung für das Rechnungsjahr 1921 außer Ansatz. Zweifel treten häufig auch auf, welches Einkommen als im Jahre 1920 bezogen gilt. Hinsichtlich des Einkommens aus Kapital, Arbeit und Grundbesitz, sowie bei außerordentlichen Einnahmen gilt unterschiedslos das Einkommen, das im Kalenderjahr 1920 vereinnahmt wurde, wobei es ohne Bedeutung ist, pb der Betrag dem Steuerpflichtigen tatsächiich bereits zugeflossen ist oder noch geschuldet wird. Für das Einkommen aus Gewerbe ist folgendes zu beachten. Fällt Kalender- und Geschäftsjahr des Getverbetreibenden zusammen, so sind die Ge- schästtergebnisse des Kalenderjahres 1920 maßgebend, wie sie sich beim Bilanzabschluß am 31. Dezember 1920 herausstel.ten. Weicht Geschäftsjahr vom Kalenderjahr ab, läuft a so ersteres z. B. vom 1. Oktober 1919 bis 30. September 1920, so ist das Ergebnis dieses Geschäftsjahres als bezogenes Einkommen zugrunde zu legen. Auf keinen Fall ist es ab.r notwendig, daß das Geschäftsergebnis bei der im Januar 1921 abzugebenden Stmererklärung festgestellt ist, es genügt vielmehr, daß es bei der Vornahme der Veranlagung feststellbar ist. Liegt auch im Zeit- Punkt der Veranlagung noch kein Bilanzabschluß vor, so kann diese entweder noch ausgesetzt werden, bis der Abschluß erfolgt ist, od'r das Ergebnis kann im Wege der Schätzung ermittelt werden. In letzterem Falle wird wiederum ein vorläufiger Steuerbeschud erteilt, dec berichtigt wird, sobald dec Abschluß vorhanden ist. Das bei dieser Berick>- tigung festgestellte Einkommen regelt nunmehr di? Veranlagung für die Rechnungsjahre l$20 und 1921 endgültig. Für Arbeitnehmer jeder Art (Staats- ober Privatbeamte bis zu den höchsten Stellen hinauf, für Arbeiter, Dienstmädchen, Handwerksgeiellen, kaufmännische Angestellt n) erfolgt mit Wirkung vom 25. Juni dieses Jahres ab bekannt ich die Steuerentrichtung durch Verwertung von ©teuer» marken in Höhe von 10 Pro;, des bei der Lohnzahlung zufließenden Arbeitslohnes. Soweit hiernach der Wert der verivendeten Steuermarken den durch Steuerbesch id festgesetzten Steuerbetrag übersteigt, hat das Finanzamt den übersckftis igen Betrag dem Steuerpflichtigen sofort nach der endgültigen Veranlagung in bar zu erstatten: cr- reidnn die Steuermarken den endgültig festgesetzten Steuerbetrag nicht, so hat Nachzahlung der Differenz durch den Steuerpflichtigen zu erfolgen. Die Anrechnung der eingeklebten Steuermarken erfolgt jedoch bereits früher, wenn der Arbeitnehmer eine besondere Aufforderung zur vor äufigen Zahlung dec Neichseinkoinmensleuer erhalten hat. Die Verwendung dec ©teuermatten bedeutet also nur einen Modus für die Steuerzahlung, ist aber aus die Veranlagung und Festsetzung des Steuerbetrages ohne Einfluß. Das V.wahren der Steuerzahlung durch Steuermarken erleichtert zwar die Nachprüfung der Steuer-Erk.ärung-n, kann unter Umständen auch nützliche Dienste bei einem Steuerst rett von Angesteut nkreisen leisten, wird aber voraussichtlich das Vestrebcn h rvorrnfen, ähnlich wie bei der Invaliden- und Kranken Versicherung, die Steuern auf die Arbeitgeber abzuwälzen und so zu neuen Lohnbewegungen und Preissteigerungen führen. Bemerkt sei schließlich noch, daß auf Antrag des «Arbeitgebers die Steuerbehörde gestatten kann, daß die Verwendung von Steuermarken unterbleibt. In diesem Falle hat der Arbeitgeber in bar oder durch Ueberw isung den lOproz. Lohnabzug der zuständigen Finanzamtskane zu übermitteln, wobei er j idoch die Pflicht hat, dem Arl-ettnehmer auf d ssen Verlangen monatlich eine Bescheinigung über den ausgezahlten Lohn und den zucückbehalten n Steuerab,ng auszustellen. Dieser Antrag wird den Arb.itgebern sehr zu empfehlen fein, weil die durch das, LohnabzugS- verfal-ren ben Arbeitgebern entstellende Be-f lastung, wofür ihnen trotz verschiedentiicher Eingaben von Verbänden, übrigens eine fiskalische Entschädigung bis er nicht z.ig'sagt ist, durch den Fortfall der wöchentttchen Mark.nkleberei und Entwertung erheblich gemildert wird, überdies auch manche Belästigung, die durch etwaigen Verlust der Steuerkarten entstehen kann, erspart bleibt. Die versuche einer Mehrheiisbiidung. Berlin, 11. Juni. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" spricht heute von einer Zuspitzung der kritischen Momente. Nur durch ein nachgiebig^ Abweickten der Sozialdemokratie von ihrem bisherigen Standpunkt könne die Möglichkeit eröffnet werden, zur bisherigen Mehrheit die Deutsche Volks Part ei heranzu- ziehen. Die erste Erklärung von Seiten der demokratischen Partei, welche davauf hinausgebt, J)ie Schuld an der gegenwärtigen Lage den bisherigen Oppositionsparteien zuzuschieben und diesen Parteien an heim zugeben, jetzt Wege zu finden auf denen sie eine aktionsfähige Regierung sinder.« könne, kann, wie das Blatt meint, Feinen Abschluß, sondern nur eine Etappe auf dem Wege der weiteren Beratungen bedeuten. Vorläufig sei die Aussicht auf eine Wiederherstellung der alten Koalition, wenn auch in einem sehr geschwächten Umfange, noch keineswegs völlig aus dem Bereich der Möglichkeiten ausgeschaltet. Die „G ermania" fugt: Erst nach den Aussprachen der vollständig versammelten Fraktionen werde man wissen, ob die Absagen einer Mitarbeit mit anderen ganz aufreckfterl)älten würden. Im übrigen glaubt das Blatt, daß Zentrum und Demokratie sich ohne weiteres brveitfinden lassen werden, sich zu der alten Fraktion wieder zusammenzuschließen. Der am nächsten Sonntag zusammen tretende Parteitag der bape- rischen Volkspartei und die Fraktivnsverhand- lungen der Deutschen Volkspartei wurden vielleicht dazu beitragen, die jetzt noch vorhandenen Schwierigkeiten herabzumindern. Der „Vorwärts" fragt, ob die von den Unabhängigen neuerdings aufgestellten Bedingungen die Regierungsbildung erleichtern würden. Der Standpunkt, bim bie Unabhängigen jetzt einnehmen, sei viel Dcmünftigtr als der ursprüngliche, denn damit werbe bi: Verantwortung für das Scheitern einer Linkskoalitivn den bürgerlichen Mittelharteren zugeschoben. Die sozialdemokratische Fraktion werde die Bedingungen annehmrn. Beide sozialdemokratischen Parteien würden dann ihre Bedingungen als gemeinsames Programm den bürgerlichen Mittelpatt eien nnterbrii^n. Lehnten diese ab, so sei es an ihnen, dm Regievulng ohne Sozialdemokratie zu bUoen. Karlsruhe, 10. Juni Der Parteiaus- s.chuß der badischen Sozialdemokra- t i e war gestern hier versammelt, um zu der neuen politischen Lage Stellung zu nehmen. Es wurde beschlossen, dem Part^ivorstand in Berlin und der Reichstagsfraktion die Auffassung der badischen Sozialdemokratie dahin zu präzisieren: 1. Für eine Weiterführung der bisherigen Koalitionspolitik besteht nach dem Ausfall der Wahlen eine lragfähige Mehrheit nicht mehr. 2. Eine Verbreiterung der Kvalilionsbosis nach rechts durch Beizug der Deutschen Volkspactci kommt für die Sozialdemokratie nicht in Frage. 3. Zu erstreben ist die Bildung einer Koa- litwnsregierung aus den bisherigen Regierungs- parteien unter Beizug der Unabhängigen. 4. Weigern sich die Unabhängigen, an einer Regierungsbildung teilzrmehmen, fo ift eine Beteiligung in der neuen Regierung für die Sozialdemokratie ausgeschlossen. * Eine vernünftige englische Stimme. Amsterdam, 10. Juni. (Wolff.) Die „Daily News" schreibt zu dem Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen: „Die wirtschaftliche Lage Deutschlands luar ein Mühlstein am Halse der bisherigen Regierung. Für di.se tragen tatsächlich die Alliwrten eine größere Verantwortung als die deutsche Regierung. Selbst wenn sich in Deutschland hervorragende Staatsmänner fänden, würde dies doch wenig helfen, w nn die Alliierten die in den letzten Monat n rio.'gte Politik fort setzen. In diesem Dalle wäre die Auflösung Deutichlands unvermeidlich. Ein Aufschub der Konfer n; von Spaa kann dem neuen deutschen Ministerium, falls ein solches zustande kommt, ermöglichen, die Lage zu klären, verlängert aber auch die Zeit lähmender Ungewißheit, bie an ber Hoffnungslosigkeit und Apathie der Deutschm schuld ist. Wenn die Alliierten in Spaa unmögli ch< Forderungen stellen, wie man sie täglich aus Frankreich hört, so wird jede deutsche Regierung, die nichts als dies Wahlergebnis hinter sich hat, binnen einem Tage verschwinden. Keine PräsidentschaftSkanoidatur Eberts. Berlin, 11. Juni. Der „Lowlanz." will von unterrichteter Seite gehört haben, daß Reichs- pväsident Ebert nicht von neuem für die Präit- dentsclwft zu Eanbibieren brach ickstgt. Er finde innerhalb seiner Partei gewisse Widerstände gegen seine Person und empfinde es als ungerechtfertigt, da seine Kritiker anstt-eiumd übersehen, daß er als Reick)spräsident nicht sowohl in erster Lmie Parteiintevesseu als vi.lmehr den Interessen des gesamten deutsck)en Volkes zu dienen habe. Eine Nate der Alliierten? Paris, 10 Juni. (WB) Nach dem „Jn- transigeant" ber i dm die Al i erten geg-nwä-yig eine äußerst energische Note vor, d:eDeutschland alle Verletzungen des Versailler Vertrages, die es bis jetzt in wirtschaft ttchrr Hinsicht begangen hat, in Erinnerung rufen wird. Tie Deutschen sind in der Tat durch Verleihung verschiedner .Konzessionen dazu gelangt, ihre frü- beven Verbündeten und de Neutralen zum Schaden der Sieger zu begünstigen. Die Finanzkoufereuz von Brüssel. Paris, 11. Juni. iWTB.) Das „Journal des Tebats" erkurrt, daß man in diplomatischen Kceiseir mit der Möglichkeit zu rechneir 'VW, die intern ti nale Finan zkonferenz von Brussel entgegen den bisch, igen Bestimmungen Vor der Konferenz von Spaa ab^u'bjlten. Die Zusammenkunft in Spaa fömrte überftüssig inerben, wenn in Brüssel amvcljen den Alliimten ein Crn- verständnis erzielt würde. Es fei aber ivoch nichts endgültiges entschieden. Der Schleswigvertrag. Berlin, 11. Juni. Bon zuständiger Seite wird bestätigt, daß die deutsche Regierung um eine unbef iftete BerlÄngerung der Ännckhmeftist für den Schleswigvertrag nad)grfud)t hat unbt ihre Stellungnahme durch Gegenvorschläge zum AnÄnrnck bringen wird. Protest gegen die Clausen^sche Linie. Flensburg, 10. Juni. (WTB.) Der Kreis- tag des Landkreises Flensburg legt einstimmig schärfste Verwahrung dagegen ein, daß als neue deutsch-dänische Grenze die fegenanntc Clausen s che Linie in Aussicht genommen worden ist. In dieser Verwahrimg heißt es: Diese Linie widersprickft dem Natioualitätenprinziv, schafft geographisch und wirtschaftlich uckhaltl>are Berhält- nisse imb legt den Keim zri neuen nationalen Verwicklungen. Der vorgelegte Entwurf findet keinerlei ©tüt« in dem Versailler Vertrag und schießt ein Verbrechn in sich gegen das Deutschland der Nordmark, wie es schmachvoller nicht gedacht werden kann. Es sckrafft zwischen den beiden Nachar- völkern Gegensätze, die sich niemals werderr überbrücken lassen und früher oder spitzer ein Ende mit Schrecken nehmen müssen. Der Kreistag verlangt einstimmig, daß alle Forderungen, die im Ver- failler Friedensdiktat keine Begründung finbeit, abgelehut werden. Eine BotlznstsratSsitzuug des Bv kerbundrates Paris 10. Juni. (Wolff.l Es wird bestätigt, daß ber Vollzugsrat des Völkerbundrates am 14. Juli in London zusammentritt, um das Ersuchen um Intervention des Völkerbundes bezüglich des Eindringens der Bolschewisten in Persien zu prüfen. Lloyd George werde wahrscheinlich Großbritannien, Bourgeois Frankreich ner'rettn. Amsterdam, 10. Ju i. (Wolff.) Im englischen Unterlaufe erklärte auf eine Anfra n Bv - n a r L a w. Die Besatzung von Rescht sei zurückgezogen worden, en spreche^ch dem Bestreben, Eimlands Verantwortlichkeit im Osten möglichst einzuschränken. Tas armenische Mandat. Amsterdam, 10. Juni. (Wolff.) Im eng- lisck>en UittFistius sagte Bon ar Law auf eine Anfnage, falls der Pväsident der Vereinigten Staaten das armenische Mandat abletine, glaube er nicht, daß England bereit sei, es zu überne'stmen. Die Truppenstärke in der neutralen Zone. Berlin, 10. Juni. (Wolff.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, liegen vom 10. Juni san in der 5 0 K i l o mete r - Z o ne, wie von der Entente bestimmt, nur noch zehn Bataillone, fünf Schwadronen und eine Batterie. Diese Verbände bilden einen Teil des llcbergangsheeres, dessen Herabminderung auf 200000 Mann durchgeführt worden ist. Folgen französischer Nebergriffe. Oppeln, 10. Juni. (Wolff.) In der Nacht zum Mittwoch verbuchten v i e r F r a n z o s e n ein. Hochzeitsgesellschatt auf der Bol oinstl zu stören, wurden ab?r daran gehindert. Auf der Rückfalwt über die Oder entstand im Boot zwischen den Franzosen, dem Fätzrmann und seinen zw. i Söhnen ein Handgernenae, das angeblich du eck) Getvehrseuer von am Ufer stel^nden Franzosen verursacht worden war. Dabei wurden die drei Franzosen ins Wasser geworfen; einer ist ertrunken. Demission de; österreichischen Kabinetts. Wien, 11. Juni. (WTB.) Tie so-ialdemo- kratische Korrespondenz veröffentlicht siolgende öjjmmunicque: Tie Verhandlungen zwiscl^n den Koalltiionspacteien über die Bermögensabgtrbe lrr- ben bisl.er zu keinem Abschluß geführt. Auch bei den Veihmdlungen der R g erir. g über die Ber- fassungsreform war es bi^l^r nicht mög ich, die schvoffen Meinungsverschiedench iten zu überbrücken. Tie Organisation Port bewaffneten. Heimwehr en durch fubrenbe Männer der christlich-sezialen Partei in Tirol und Salzburg W die Gegensätze durchairs verschärft. Auße'tzolb der, Nationalvev-' sammlung erheben die christtich-sozialen Partes sührer gegen die Regierung, an ber die christlich- soziale Partei teilnimmt, die schiversten uusach- lick-en Vorwürfe. Tie aus dieser Ursache entstandene Krise der Koalition wuvde^ durch die Vorgruge m der gestrigen Nationalversammlung wesentlich verschärft. Tie ck;rißlick>-soziale und die großdeutsche Koolttion traten g^cn l«ii Sbaats- fefietär für Heerivesen auf und stellten die unon-- nähinbare Folgerung, bar, der Erlaß über die Vertraue smänner der S. l aten zurückgeogen werde. Ter äMstlich-svziale Parteiführer Kuusck>ak beleidigte nicht nur bent Sbaatsseiv.ttä ' für Heerwesen gröblich, sondern dro'hte auch offen mit ber Kündigung der Koalition. Tie Dvv'hnng wurde von allen Parteien mit deinonstrchw'M Be fall aufgenommen. Angesichts dieser Umstäche ersuchte Stoatskcmzler Renner und die softaldrmokva- tischeu Staatssekretäre und Unterstzaatssetretäre bert Verband der soziaÜEmokratisck;en Abgwrdmten um bie Ermächtiguirg, zu demissionieren. Der Verband nahm diese Absicht zur Ketrntmis. Demission des polnischen.siabinctts. Warschau, 10. Juni. (Wolff.) Deutsch-Pol- nisck>er Pr. s ebienfL Die Regierung hat ihr R ü ck- tri11sgesuch eingereicht. Der,Stc.a.schef nahm es an unb bat die Regierung, die Geschäfte vorläufig weiterzufühven. In dem polnisckien Heeresbericht vom 9. heißt es: Im Norden schreitet unsere Gegenoffensive trotz sestgestellter Heranziehung neuer bolschewistischer Kräfte und trotz erbitterten Widerstandes fort. Unsere Abteilungen erreichten nach blutigen Kämpfen die Linie des Flusses Socz. Bei Gorwal wurden Kindliche Durchbruchsversuche zurückgewiesen. In der Ukraine kämpftm unsere Truppen «aft unb ausdauernd gegen überlegene feind- cäfte, die um jeden Preis versuchen, unsere Front zu durchbrechen. Auflösung der italienischen Kcmmtr. Rom, 10. Juni. (WTB.) Die Zeitungen melden, daß der von vielen Senatoren gestellte Antrag gegen die Politik Nittis auch von dem Generaliisimus Tiaz unterzeichnet war. Das Ministerium war schon vor Beginn ber Sitzung infolge des Msal es dec liberalen Demokraten zum Rücktritt verurteilt. Man versichwt, daß irgendeine Persönlichkeit mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt wird und vom König ein Ttzkret zur Auflösung der Kammer und zur Anberaumung von Neuwahlen erhalten wird. Rom, 10. Juni. (WB.) Ter K"nig besprach sich am Tonne-s ag morgen über die Minister- krise mit Tfttoni und Orlando. Nachmittags empfing der König Gioliltt und darauf Luzzattt, Salandva und Meda. Die Wahlen in Rumänien. Amsterdam, 10. Juni. (Wolff.) D -e „Times" meldet aus Bukarest: Durch die allgemeinen Wahlen in Rumänien hat General Averesru eine große Mehrheit erhalten. 215 Abgeordnete gehören zu ber Volkspactei unter General Averescu, während die Opposition 127 Mitglieder zählt. Lodge Vorsitzender des republikanischen StaatskonventS. Rotterdam, 10. Juni. (WTB.) Wie der „Nieuwe Rvtterdamsck;e Courmlt" aus Chicago meldet, wurde Lodge zum endgültigen Vorsitzenden des republikanisckien ©ta-otsw-nvents gavÄUt. Die Wirtschaftsvcrhandlungen mit Rußland. Haag, 10. Juni. (Wolff.) Der „Nieuwe Courant" meldet aus London: Der ständige Ausschuß des Obersten W i r t s ch a f t s r a t e s, der gestern erstmalig mit Krassin zusammenkommen sollte, hielt eine Sitzung ab, an ber Krassin nicht teiluahm, da Lloyd George seine Absicht geändert hatte. Haag, 10. Juni. (WTB.) Einem Londoner Bericht des „Nieuwe Courant" zufolge wird l>ilb- amtlich gemeldet, daß die Schvierigi'ei.en, die der sof-ottigen Wiedch:ouftialMe des Hontels vif eben England und Rußland im Wege stckl-en, letzt beseitigt sind. Offenbar sollen Gold u.id Platin bei der ersten Abreckmung als ZälXungsmittel dienen. „ Rus Sowjet-Rußland'. Am st er da m , 10. Juni^Wvlsf.) „Telo- grnaf" meldet ans Lo.donst^D-'? De egatron dec englischen ter Partei, bie Nutzland leucht hat, ilygc.ern abc;.i> nach Lvn- d)N zurückgekAwt. Der Vorsitzende ber Abordnung, Ben Turner, sagt 4cti einem Interview, in Rutzlmid l e rsche viel niuci ig 'eit zwr'chen dem flackien Land? und denHStü>!>en, meil letztere den Bavern für die LehMnii tel Lei c Dau'chmitt^ bieten können. TuuMr gab zu, bi|J i i Rußland der rate TerraJf lerrsck.c aber I? igib als VergckMlrg tatb aH F^lge des weitzeir Terrors, Ter allgemeine Eindruck der Delegation sei der, baß der Grundsatz der R ä te re g ie ru n g für ein dem o kratisches we Enga. d n i ch t s t a u g e Es liege sicher viel gutes ui tem ©treten der Boifck^ivisteii, ater sie berücksichtigten de menschlich.' Natur nicht, und so viel schü'. es der Kommunismus in vielen Dez.eliungen amu einschlietzc, so l'ömie ec doch erst'm einigen G.- neratiouen verwirk,icht nxrten. Ter Delegation siel aut, bi6*unter der bolscheivistisck-en Regierung feine industrielle Freiheit te eht, u d teß d e Artel s i der egimg nicht ge atet wir . Turnei sge jum Schluß: Tie Be.ökerung ds tlad/en Landes fief.e dem Bolschewismus nicht sowohl freu dich als vielmehr g ci lgül ig geg.m-- üter, dagegen sei die große Mehrheit der Bevölkerung oon Petersburg, wo am meisten gehungert werd', unftr ütg auf Seiten der Boljchewisten. Rotterdam, 10. Juni. (WTB.) Wie der „Nieiiwe Rvtterdamsche Courant" aus Lond.m meldet, sagte der Füteer ter englischen Arteitcrad- ordnung, die die russischen Zustande mrtersucht, u. a. noch, die Bolscliewisten hätten zug'geten, daß wchheeud ter Schrecken szrit ungfül/r 8 5 00 Menschen hingerichtet tvorden seien. Tiefe Sckreckens'teristtest sei jetzt zu Ente. Ater die Todesstrafe sei für Spionagefälle wieder eingefülwt. Rußland leite Mangel an Lebensmitteln, K.ei- düng, Roh.tofsen und Transpor'Mitteln. Fünfzig. Prozent ter EinwolMer hungerten. Gegen die epidemischen 5k rank heilen, tesomers ge- ge nten Typhus und die Pocken, werte ein Ber- rweiflungskanipf geführt. Aus dem Reiche. Au.fchrkitungkn bci KiApp. Essen, .11. Juni. (WTB.) Am 9. Juni, nachmittags, zogen ire'.r re Hu tert Arteiter vor d-.s De wnl.u, g. gebaute ter Ztzruppsckieil Friedrich- Alf rete 5). tie in Rhi /h u en und ter.uMni ton ter Werk, t uiig di. sv ortige Zusag-? von Lshai- erhichung n zu et-zwingen. Die B ru> l ung er- klärie, A'.'rüter nur mit dem Betriebsrat als ter ge ermäßigen Dertretnng ter Arteiterschaft, verhandeln zu müsten. Tie vor dem Gebäude ternon- sirerente Menge wir izwisck-eu stark angewach en und legte nach einigen Roten ihrer Führer fosort das g e s ia m t e W e r k st i l l. Tie Arteitswillig^ n wurden aus den Dterkllätten vertriuten und te- Ai'siülirung ter Not st andsar beiten mit Gewalt verhindert. Es flam zu Aus- lchreitu ngen u d M i st b a n d l u n ge n. D e Friedrich-?llftes-Hütte mit 8500 Mann Belegschaft liegt völ'ig still. K inerte- NotsandSirbeg.en werten m-rrichel. Der Betnel'srat der Hütte war von ter ?lktion nicht verständigt Worten mid vermocht bisher wenig Einfluß auf die Tumultonten auszuüben. Der Schrtern wird schon setzt auf mehr als eine halbe Million teredpuet. Ein Dementi Scheidrmnnns. Berlin, 10. Jmii. (Priv.-Tel.) Der frühere Reichskanzler und jetzige Oberbürgermeister von Kassel Scheidemann, sollte in der Stadtverordnetenversammlung eine Erörterung über die mutmaßliche Biidung der neuen Regierung mit der Bemerkung abgeschnitten haben, dass Deutschland spätestens in zwei Monaten eine neue Revolution haben würde. Dem gegenüber stellt Scheidemann in der „B. 3 " fest, daß er von einer Revolution nicht gesprochen, sondern lediglich in einer streng vertraulichen Sitzung dem Optimismus eines Deutschnationalcn gegenüber bemerkt habe, die Lage sei trostlos und wir könnten in kurzer Zeit wieder den Bürgerkrieg haben. Die Kohlenförderung Oberschlcfien». Beuthen, 10. Juni. (Wolff.) Nach ter „Obe richtest.chm Morgenpost'" b trug die Kohlenförderung Oberschlesiens im Mai 2 238 320 Tonnen, ter Hauptbahnversand 1510 301, ter Kohlenbestand 236 359 Tonnen. Die Wagenstellung war gut, es fehlten nur 0,1 Prozent. Nach polnischen Blättern hat die Kohlenkommission des Obersten Rates di' bisherige Zuteilung von oberschlesisch n Kohlen an Polen um 150 000 Tonnen monatlich auf 400 000 Tonnen erhöht. Die Erhöhung soll dem Wiederaufbau ter polnischen Industrie, besonders ter Exportindustrie, dienen. Berlin, 10. Juni. (Wolff.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat der StaatSsekrelär im Reichsmehrministerium, Stock, am 8. Juni dem Reichspräsidenten seinen Rücktritt angcboten. Der Reichspräsident hat das Rücktrittsgesuch angenommen, aber Stock gebeten, das Amt fortzufühccn, bis eine neue Regierung gebildet wird. Vie Londtagrwahlen. Berlin, 10. Juni. (Priv.-Tel.) Wie bv Abendblätter vielten, eririden Bei ten Weh'-m zum O'-eamtlanbtage in O lden bu r a die Teutsckie Vollspartei 15, das Zentrum 11, die Demokraten 7, de Mel r.-i s ozialisen 10, bte Un.bl irgizen 5 und ter Landbuud und die Teutschncftivnalen je einen Sitz. Bei den Rrick^stagSmahlen sind im Wachskreis 3 (Po sd m 121 >6 i te t ch nt onale S inunen a » teteb.-u Worten . Demnach ist auch Gnu Westnrn, ber Fülwer ter aLen Vouservati'v'n Reichstags» frattion, gestvählt. Brauns chw eig, 10. Juni. (WTB.) In der Sitzung ter Landes Versammlung, in der die Bildung ter neuen Regierung aus ter Tagesord nnng stand, tourte ein Antrag ter Rechten die Wahl ber Landesregierung solange onszusetzen, bis die Bildung ter neuen Reick^regierung «geklärt sei, abgelehnt. Die ^lbstimmung über den Antrag ter Unabhängigen, chu? Regierung aus drei Unabhängigen und zivri Mebrheitssozialisten zu bilden, ergab die Besäjlustunsähigkeit des Hau ses. Es fehlte ter größte Teil ter Fvaktion des Landeswalil verbautes Die Wahl ber Regierung wurde aus morgen vertagt. Dresden, 10. Juni. iWTB.) Die beiden sächsischen Regierungsparteien Sozialtemokrattm und Demokraten veröfseiitlichrn folgente (rrflfinnig: Die briben sächsischen Re^rierimg sparten find aewillt. die Folgeimgen aus dem Ergebnis ter Reicltesoi-> e mü en die Verfassung, zu dwen Erledgrung bi. > >nm . gewühlt toorbiii ist, die ifiJübern achter Wort, zu erwartende Wahlgesetz vorbag^ ’ohrt (Vante steuergesetz für die t^cmetndefi > vc vadfa^n'te'. tocn>w. Au- Stabt und Land. Gießen, dm 11. Juni 1920. Veranstaltungen. Freitag 11. Juni: Llck.spielhaus: „Nero" und „Die neueste Wochenschau". — Lichtspiele Seltersweg: „Das rollende Hotel", „Er, ter Herrlichste" und „Bonaparte, das Kindermädchen". ** Amtliche Per sonal Nachrichten. Am 4. Juni wurde dem Hv'tekai Heinrich Sckü» 1 e r zu Bad-Nau hei in t«i? Stelle -ri.es Amtsgehilfen (Timers) bei ter Bote- iuü> Kurveriva l- tung BadMcMlteim mit Wirkung vom 1. April ab übertragen. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu teieBeute Sckjulslelle zu Vilbel. ** Wahl eines neuen Beigeordneten. Tie „Oberhess. Volkszeitung bringt in ihrer gestrigen Ohimmct solgente OUckiz: Tie Ltadtverordnetenversammlung nahm in der nichtöffentlichen Sitzung am Dienstag die Wahl eines iveileren besoldeten Beigeordneten vor. Bon 34 abgegebenen Stimmen sielen 20 Stimmen aus den Stadtamtmann Tr. Frey in Dresden, 11 aus den Magistratsassessor Keller in Stettin 3 Zettel waren unbeschrieben. Dr. Frey ist somit gcivählt. — Die Unabhängigen erklärten, sich an ter Wahl nicht beteiligen zu wollen, weil sie einen Techniker als Beigeordneten gewünscht hätten. Wir send es unseren Lesern gegenüber schuldig, estzustellen, warum ter „Gießener Anzeiger" die gleiche Nachricht bisher noch nicht gebracht hat. Die Wahl fanb tu einer nichtöffentlichen Sitzung tatt, über deren Verhandlungen das Amtsgchcim- nis gewahrt loerben must. Die Nachricht war von ter Stadtverwaltung für die Oejfeutlichkeft noch nicht frei gegeben, tveil man erst abtoorten wollte, ob der neu gewählte Beigeordnete die Wahl annimmt. Wenn die „Obeich. Bztg." die Nacl/rickte dennoch brache, so ist dies unter Verletzung des Amtsgeheimnisses g sch den, an das auch öerr Vettersin seiner gleichzeitigen Eigen- chait als Redakteur des Blattes und Sbu-tvevorte tetcr gebunden ist. Wir ergreifen mit dieser Fest- "teUinig die Flucht in die Oessentlichkeit, weil es nicht der erste Fall ist, baß unter Perletzmig des Amtsgeheimnisses in der „Oberhess. Volkszeitung" voreilig über noch nicht publikationsreife Angelegenl-eiten berichtet wurde und weil wir uns versck-icteiitlich vergeblich an die Stadtverwaltung mir ter Bitte gewandt haben, diesem Miststaute abzutelsen. ** I n der letzten Stadtverordnet e n s i tz u n g wurde von Frau Stadtverordnete Kramer vor Eintritt in die Tagesordnung olgende Erklärung abgegeben aus derer nachträgliche Wiedergabe Frau Kramer Werl .egt: In der Protestvcrsanimlirng der USP. am 28. April 1920 wurde das Säuglingsheim in einer Weise erwähnt, die mich zwingt, als ste lv. Vorsitzende das Wort zu ergreifen. Ein Körnchen Wahrheit war Grund eine Schmntzwelle über das Säuglingsheim gehen zu lassen. M. H. u. D., es hat in jedem Betrieb schon ungetreue Diener gegeben inrb wird immer wieder Vorkommen, das wissen wir alle. Nach Kenntnisnahme einer Untreue (die Sache spielte vor zirka 1 Jahr) timrben bie mißliebigen Kräfte ausgeschieten. Sie können sich denken, m. H. u. D., dost cd beit Vorstanb peinlich berührt, in einer öffentlichen Versammlung biese Anstalt, bie so segensreich wirkt, herabgesetzt zu sehen unb wäre es jebenfalls von Ihren Parteigeitos'en angemessener gewesen, bem Vorstanb biese Melbung zu machen. Der Vorstanb konnte bies Verlangen, denn für welche Gesellichaftsklasst besteht dieses Säuglingsheim? Doch nur für die ärmsten Ihrer Parteigenossinnen denen niemand Tur und Tor öfsnet, wenn s.c verhärmt mit ihren Kinderchen ank opsen. Ohne Frage nach <5taub iutf> Pa. t i tix rc-i Ci; Kinder aufgenommen, gepflegt und für sie gebangt und das ist der Dank dafür. Ick hoffe, m. H. u. D., Sie werten Ihre Partei jenosstn belehren unb in Zukunft anbere Mittel unb Woge finben ihre Kritik ausziiübeu. — 2. Pimkt. Gefahr ber Weiterausgabe ter sterilisierten Milck. wegen Slrommangels. 3. Besck eunigjng ber Herstel'uug tes zukünftigen Hosci a s, bcssen sackjgemüste Einrichtung unb Anstel.ung einer Schwester. ** Ein ungeratener Sohn. Am verflossenen Samstag entwendete ein Sohn seinem Vater 8700 Mk., die er innerhalb zwei Tagen mit noch einem Freunde bis auf 300 Mark verjubelte, die man bei seiner Festnahme noch bet ihm vorfand. ** Vom Schieber zum Einbrecher. Der vor einigen Tagen erfolgte Eiubruchsdiebstahl, dem Wurstkonscrven zum Opfer sielen, sow.e die vorgekommenen Kellereinbruche haben ihre Aufklärung gefunden. Zwei hiesige Personen konnten durch die Kriminalpolizei als Täter und drei als Hehler festgenommen werben. Die Hehler hatten die Konserven an eine Fabrik verkauft, wodurch man dem Diebstahl auf die Spur kam. Bei der Vornahme von Durchsuchungen beiden Hehlern fand man Gegenstände, die auf die Kellereinbrüche schließen ließen, wodurch man diese auch ausklären konnte unb die Diebe ihrer wohlverdienten Strafe entgegensehen. Als Diebe kommen hiesige unb eine auswärtige Person in Frage, die erst vor kurzem aus dem Gefängnis wegen ähnlicher Straftaten entlassen worden war. Die hier wohnenden Täter haben sich bisher mit Schiebergeschäften befaßt; da diese nun nicht mehr gehen, wird zu Diebstählen gegriffen, ein Fall, der nicht einzig bastehen wird. _ @ i n amerikani scher Freund des deutschen Volkes ljatde in Reclawd Universum Erkundlgirngeii nach einer in Olerl essen letenten Fami.ic mit Flamen Kv rell ein je. en lassen. Daranflnn mosteten sich 12 Personen, denen dann je 270 Mk. ans Amerika üb.rsandt tourten. In seinem B^'eitsckweiteu sagte ter Wohltäter, der noch nicht einmal in Deutschland, fjittem in Rußland aeboren ist, baß man sein Geschenk uidtt a's Almosen betrachten möge. Er habe tes geeinte, w"il er mit bem teut äten Bo ke fühle, und glaule, dte» am bester dadurch zum Au.- brurf zu bringen, teß er An-cchörigen einer Fa- I milie, die feinen Namen tca<>? und mit der feine '?Hnten vor Hunbcrien von Ialwen vielleicht hrr- | iwinbr n*.ire i, eine f ei e Freude lernt. M^r I zu geben fei er als G2jähriger Arb iter leitet **DieBahntarifebleibenhin- Itcrbcn Ausgaben zurück. Die Taris- | crwuiuiflCi' ter Eisenbahnen erreichen noch lang', nicht die Steigerungen der 'Ausgaben. Gegen den Friedenszustand sind die Tarife I bis jetzt um 490,64 Prozent gesteigert wordcn; die Ausgaben sind dagegen um etwa 600 Prozent gestiegen. An sich läge schon jetzt Grund genug vor, die Tarife abermals zu erhöhen. Es ist bereits persichert worden, baß derartige Absichten augenblicklich bei den zuständigen Stellen nicht bestehen. Das schließt nicht au^ baß die Weiterentwicklung bet Dinge schließlich doch wiederum zu einer Erhöhung der Fahrpreise und der Frachten führen werden. Ob eine Steigerung der Sätze in Wirklichkeit höhere Einnahmen bringen wird, ist allerdings eine offene Frage. Es ist mehr als zweifelhaft, ob die deutsche Wirtschaft noch größere Lasten in koieser Beziehung zu tragen fähig sein wird. ** B e si tzw e ch se l. Frau Maria Berhge verkaufte ihr Anwesen Rügelpfad Nr. 37 an Julius Wohl mann für 29 000 Mk. ** Milch von maul- und klauen- seuchen kranken Tieren. Nach einer Zei tungsnotiz soll in Rhriirhessen ein 2jähriges SViub am Genüsse von Arilch von maul- und klauen seuchekranken Tieren erkrankt und sogar gestorben sein, obwohl angeblich diese Milch gekocht genialen sein soll. Diese Angaten sind insosern unrichtig, als die Milch tatsächlich nicht getodjit, sondern lediglich erhitzt war. Wirtlich durchgekochte Milch eiith .lt keine lebenden Bakt.rnen noch Gijtstoffe von solchen mehr, sie ist vielmehr unschädlich und für den mcnMichen Genuß durchaus zulässig. * * Cef feu 11 i dj < Büche r hall e. Im Mai wurden 2143 Vante ausgegeben. Da on kommen auf: Erzä.lente Li.eratnr 1376, Zeitschriften 127, Iugenbschriften 130, Liicrutur- ge^.'üch te 15, Gebi hte und Dramen 37, Länd r- unb Vö.keteirnb' 74 L'rirlturg^schichte 28, Ge chickie unb Biogreip .te.i 63, Kuus.geschi.' c 26, Natur Wissenschaft unb Techi-o'ogie 87, Heer- und S.o- ne en 2, Haus- und Lanbwiri cha t 16, Gesui d h-eitslechte 19, Rcti iion und Pi i a orchie 41, St at - wisstnschFt 28, -Lprachmgmschaft 20, Fremd sprachliches 31 Bände. Nach auswärts kamen 28 Bande. * * Anträge auf Befreiung vorn 7. unb 8. Gemeindesteuerziel sind im Siadt- >iiid, Zimmer 2, Mcnitags bis Freitegs jdxr Lteck/C von 8—12 U'hr v-ormitte.gs zu stzl en. * * D i e Schuld der K i r ch e n s y st e m e am Weltkriege im Lichte der Bibel, lieber dieses Thema wird am Samstag, 12. Juni, 71/2 Uhr, im Saale des Hotels „Einhorn" Dr. Karl Kiel sprechen. * * Lichtspielhaus, Bahnhosstr. Nero, der große historische Film, der von Hute ab gegeben wird, spielt zur Zeit ter Ehristenver- fo.'gung in Rom. Auf einem stotz-düsteren Hintergrund entrollt sich das Schicksal eines Narren und Verbrech'rs auf bem Kaiserthron. Es ist ein Ausstattungsstück im vollsten Sinne tes Wortes, nach historischen Quellen tearb itet unb mit a lern Prunk der dama.igen Zeit erfüllt. Der Film dürfte auch wegen ter prachtvollen italienischen Landschaften großes Interesse erwecken. Landkreis Gießen. - m. Hungen, 11. Juni. Ter in ben 60er Jahren steh arte, über 40 Jahre bei ter Firma Slug. Schäler, Hol^hardung, als Fülmnann beschäftigte HrinriM Würz von hi-r, verunglückte geä-ern im Walde. Beim Ausladen von schweren Stammen tuaf ihn ein zurückrolleud r Stamm so unglücklich im Rücken unb an den Deinen, baß <1 schwere B r etzungen teiontrug. - m. Ste in heim, 11. Juni. Beim Einfahren von Heu | (teilte das Pferd eines hvchbe- lateitcn Wagens und ging mit diesem durch. An einer Wegkrümmung stürzte der Wagen um und begrub eine ältere Frau, die auf bem Heu saß, unter sich .Sie würbe mit Müte hervorgeljolt unb in ihre Wohnung gebracht. Ihre Verletzungen l'iirb jebod) anscheinenb nicht ernster Natur. Sie dürste mit dem Schrecken davongekommen sein. Kreis Büdingen. * * Hirzenhain, 10. Juni. Vom Deutschen Metal arbei.er-Bcrlanb, Verwaltungsj e.'e Hirzenhain, wird zu unserer Notiz in ter letzten Samslagmimmer berichtigend mitiet.'ilt, „daß die Geschäftsführung von Herrn I. Scheibe! übernommen wurde. Derr Scheitel war bisher Mitglied des Vorstandes ter Ortsverwa tung imd hat sich durch seine E.ierzie und umsichtige Tätigkeit das Vertrauen ter Ärbeit,rjchast erworben. Der Unabhängige Dißmann kann für diese Stelle nicht in Betracht kommen." h. Nidda, 11. Juni. Lehrer Wolf, ter fünf Jahre in russischer Gesangens ckaft in Sibirien weilte, Kehrte am Mitnvoch bm 9 in seine Heimat »urück. Mit ihm ist ber ll.tztc ber Kriegs- gesangenen aus Nidter zurück.gekehrt. Starkenburg und Rheinhessen. mc. Langen, 10. Juni. Auf entern Grundstück in ter Nähe von Langen in Hessen tourte Muttererde gefunden, bie nach Untersuchungen im chemischen Institut ter technischen Hochschule in Darmstadt und ter Universität Frankfurt sta r k rabiumhaltig fein soll. Es schtveben noch Unterhandlungen, ob die Gewinnung tes in ter Erde enthaltenen Radiums rationell sein würde. s.to. Mend7)ausen, 9. Jir.ii. Z.vci Männer überfielen einen mij dun Felde arhitenbm LandwiN imb beraubten ihn seiner sämtlichen K eiter, die er auf bem Leite trug. Darauf ver- schnxlfide'i sie im Wald, woher sie gekommen waren, ahne erRumt ju werten. ma. Aus Rheinhessen, 8. Juni. Die Tatsache, daß jede größere Massenansammlung von Menschen der weiteren Ausbreitung der verheerend auftretenden M a u l- 11 n b Klauenseuche noch weiteren Vorschub leistet, hat die Landwirte in den verseuchten Gebieten veranlaßt, in der Abhaltung von Festlichkeiten die größte Zurückhaltung zu beobachten. Aus diesem Grunde werden auch die da und dort schon fälligen Kirchweihfeste meistens auf eine spätere Zeit verschoben. Kreis Wetzlar. ra. Braunfels, 10. Juni. Gemeindevorsteher Jakob Gaul in Oberbiel wurde durch Erlaß des Oberpräsidenten zum Bei- gcorDr.etcn ter Landbürgermeisterei bestätigt. ra. Wetzlar, 10. Juni. Die ungeheuren Preisschwankungen lasen die Ausführung von Aufträgen, die vor der Revolutionszeit hiesigen Firmen erteilt worden sind, zur Unmöglichkeit werden. Infolgedessen sind auf hiesigen großen Werken viele Arbeiter anderen Betrieben überwiesen worben. Hessen-Nassau. ge. (51 d) io ege, 9 Juni, -lurcb Großfeuer wnrten gci.cm in bem ten idjb.irtcn To Je Großburschla Waguhäu ec uns Wirt es s cbdute ter Landwirte Sch-nck^t uns Ho^ach vollüLckig emgeäfchen. X Bad Orb, 8. Juni. Ter Kreistag des Kreises Gelnhausen bitte sich u. a. auch nut Der Wieder besiedeln ng ter frülc.en Ge>- meinteu Ikttgeiibrunn und Vil bach zu leschästigen Ve.de Lrtschasten sind beiiamit.ich bei ter Errichtung des Truppenübungsplatz s für d.iS 18. Armeekorps abgeb.oche.i, tec An een uns 6/rui.b ü.e g.ößteiile..s inteig et rtorteu. Das Reichs schätz- iiiini,.tiium hat nun enidn-ten, daß eine Ber- äu[>e«iing tes Trupp.nübuags, l'tzes rickl flutt» finben soll. Tie ten Gemeinten Oternterf, Pfasse.rhause.i ur.i> Lohrhaupten ftüter gehörigen Län- .ereien sol e.i an diese buigsrilig verpacktet Den, ebcm 0 de früheren Or.szem^rkui.gen Lettgm- urumi unb Bill buch. Es sol.e.r dabei in erster Linie berücksichtigt to.rbcn die VorLeitzer, bann einzelne wm Reick-sn>ehrmini ijerium ans gewühlte ehemalige Heeu sau gehörig, irnö schiß.i^i el äs- sische öLidytringe. Ter Kreistag be ckjlivß, an das Ministerium b.refi eine E..tschliegung ciiizure.- chen, in dec b r Reickskonz er er ucht wi.d, un» bringt dafür eftrz itr.te.l, daß nach nunmehr te» schlossener Austebung der n i i.ärifu en B.rwen- cur.g >.es Truppe.iubung vle.tz s de für lanUtnr.- schaftliche Dei.utzung lut ter fie.fiKrtei bcn, Cem Reche ^böenbeii Gru. d ücke ter frühe en G-- niej.tegcntarf.ingen Lerigenbrunn unb Villlach in erster Linie den bei Einrichtung b.s Truppenübungsplatzes vxm ihrer h.imagicken Schalle gewaltsam leitrietenen Ben>SlM:rn li: er Olt chch- ien, soweit sie sich noch nid)1, anderweitig augr siegelt haben, zum Eigentum üiertragen w ra und biß nui b.c_ fr.mad) nb igbleitenlen Grundstücke jür anle;e Sietelungszne^c Benvendung ftn en. — Frankfurt a. M., 10. Juni. Weshalb in Frank urt die L ebens mittel preise sich fortgesetzt auf beträchtlicher Hötze ha ten, erfährt man aus dem neuen stä^tisckM Hausha tlpan, d.r für das Lebensmittelamt an Au: gaben a l in runb 11 Millionen Mark vorsieht. A lein an Gehältern sind 8 Millionen Mark za zahlen. Die vorjährigen Unkosten beliesen sich auf 4 Mcklion n Mark. Ob überhaupt das Leteusmit.clamt in si.sem gewaltigen Umsange — 2000 Angestellte — bei ter allmählichen Fi-eigabe ter Lebensmittel noch nölig ist, wird in Stadtverordnetenkreis n ernst ist bezweifelt. Denn seit cintgin Tagen sind auch u. a. Kartosfeln zu 40 Pf. das Psund überall im freien Hantel zu haben. Der wirklichen Zwangsbewirtschaftung ituterlicgcn nur noch Milch und Fleisck — Auch die Rhein-Mainische Lebcns- mittelsielle ist vollständig überflüssig geworden, da alle angeschlos enen Orte sich dieser Körperschaft kaum noch bedienen. Trotzdem verfügt diese Stelle noch über 20 eingerickstete Amtszimmer, mehrere Direktoren und einen Schwarm von Angestellten. die alle, alle nichts zu tun haben. Die Vurcauräume ter Stelle befinden sich im ehemaligen Hotel „Union", das wiederum Eigentum des Direktors der LebenSmittelstelle ist. mc. Frankfurt a. M., 8. Juni. Zu einem eigenartigen Streit ist es zwischen den Frank- fur.er militärischen Abwicklungsstel- l e n unb bem Magistrat gekommen Während ber französischen Besetzung mußten bic Militär- betörten bic Kaserne in ber Gutleutstraße räumen. Sie würben in ber Schwanthalerschule unter- gebracht. 9hm sollen sie lüieber aus bem Schulgebäude heraus. Sie erklären aber, daß es ihnen gar nicht einfalle, zumal die Schule viel schöner fei, wie die alte abgenutzte Kaserne. Der Magistrat wüt nun bie Schule zwangsweise räumen lassen, wenn sie nicht bis zum Anfang nächster Woche vollkommen gesäubert ist. ge. Gun tershau seit, 9. Juni. Aus ter Eisenbilirstvecke Kastel—Debra stürzte der Ciftr- bahich l'sb.e nser Schnriber a s Me uugen oon einem Güd.rziisse ab, wurde üb r‘ä.,rcn u.ib getötet. — Bei b:m Aus.ateu von Gto eiToigen auf de.n Bckhi 1> f M l uugen schug de Sliulcl einer Winte plötz ich zurück unb traf ten Arbeiter Reinecke aus Kassel-Wolf, eiten mit einer ssl'chcn Wucht an den .Kopf, baß Reinecke sofort getötet wurde. [1 Marburg, 9. Juni. Die Stadtverordneten beschäftigten sich gestern abend in mehrstündiger Sitzung vor üterfü.ricm Zuhöoer- raum mit ber Vorlage betreffend bic Zahlung von Vorschüsen auf die neue Vesoldungs- orbnung der städtischen Beamtem, die Gleichstellung mit ten Staatsbeamten u r on en, sowie den Sondervergütungen an die stästischen Angestellten. Der Stadtverordnck nvorsteher erinnerte an ben Fehlbetrag von 3 238 600 Ml., den ter Haushaltungsvoransch ag zeige und wovon 2 058 600 Mk. auf de neue Besolsu.igsorb.iung zurückzuiübren [ein würden. Hiervon kamen allerdings 1 400 000 Mk auf die Gehalt.'erböl,uugen an ben höheren Schulen, bie nicht zu umgehen seien. Nack reger Auseinantersetzuni über bie Declungsmöglichk iten mürbe ter Magistrat antrag, 100 000 Mk. für bie Peamten unb 73 000 Mk. als Vorschub ohne Verbmblichkeit üuszuzahlcn, angenommen. 0 »Marburg, 9. Juni. Seit 6 SB orten hat es in unserer Gegenb wenig ober gar nicht g c regnet. Die Fluren sinb völli, ausg.trocknet unb bie Aussichten für eine gute Obsternte werben in manchen Lagen immer schlechter. In ben letzten Nächten sinb strichuHeise Bohnen unb Gurken er froren. Ein burtteringenter Regen wäre sehr nö in. ge. Treysa, 9. Juni. In ci icc Lehmgrube wurden bie beiden Sähne tes Lan"toirts Keller aus dem Torfe Mrzhaucu durch herab stürzende Eibmasien verschüttet Liner tx>n i nen tourtzc kherbei » tötet, ber andere lebensgesächr ich verletzt. --AusdemTaunus, 10. Juni. In den Tagen ivom 7. bis 9. Juni sank bic Nachttemperatur so tief, baß überall schwere F r 0 st- schäben in Gärten und Feldern entstanden sind. An vielen Stellen sind bie Kartoffeln, Bohnen unb Gurken erfroren. Das Thermometer zeigte an den ungeschützten und dem Nordostwind ausgesetzten S.ellen bis zu 5 Gr. unter Null. Auch aus dem benachbarten Westerwald werten erhebliche Frostschäden gemeldet. 0 Wetter, 10. Juni. In Roda im Burgwald begingen die Eheleute Lai.dwirt Heinrich Nau- ntarm und Frau, geb. Waßmurh, goldene Hochzeit. — In isachlenberg tourten einem Kaufmann für 10 000 Mk. Stoffe gesteckten. ge. Aus Waldeck, 9. Juni. Tfct' Guts» l'esttzer Tli te aus Horgut Dielüein te-. Men gering» teru'en ttmxb? b i einem Jagdansckng ton dem Fleisckermriüer Marioch aus Meng'ringhau'en aus airö Unvorsichtigkeit durch einen Schr^lckuß g » tötet Junten, Spiel und Sport. ** V. f. B. Dem rührigen Spielausschuß des Vereins für Bewegungsspiele war es gelungen, die Ligamannschaft der Fußballabteilimg Germania 9-1 des Frankfurter Turnvereins von 1860 zu einem Propagandaspiel zu. verpflichten. Und was die Germania-Mannschaft zeigte, war im wahrsten Sinne des Wortes Propaganda für das Fuß ballspiel. Die Zuschauer, es mögen wohl über 2000 gewesen sein, tarnen gern z auf ihre Kosten. — Um 4 Uhr gab der Schiedsrichter Lösch vom V. f. R. 1900 das Zeichen zum Ansturm, und es entwickelte sich sofort ein flottes Spiel, das durch gegenseitige schnelle Angriffe wechselte. Germania wußte jedoch seine Vorteile besser auszunutzen und so kam es, daß der Mittelläufer Mahn in den ersten 15 Minuten kurz hintereinander zweimal aus ca. 20 Meter Entfernung, für den kleinen Torhüter Ruppel unhaltbar, einschießen konnte. Das Spiel ging weiter, bis Fcanksurt durch schönes Kombinationsspiel das Resultat auf 3:0 stellt. Die V. f. B.-Mannsckaft setzte nun alles daran, um auch zu einem Erfolg zu kommen, und bei einem gut eingeleiteten Angriff konnte Bruchhäuser einen Ball einsenden. Germania zeigte nun große Beweglichkeit, und immer war es Schnürte, der durch technisch vollkommenes Spiel das Tor der hiesigen in Gefahr brachte. Halbzeit 3 :1 für Frankfurt. In der zweiten Hälfte führten uns die Frankfurter ein Spiel vor, das an Kombination und Ballbehandlung vorbildlich war. Der Ball wandert von Mann zu Mann, bei der Verteidigung sieht man nur befreiende Stöße, wenn es Not tut. In der fünfzehnten Minute nach Ha.bzeit umspielte Schnürte nicht weniger als vier Mann und schoß aus fünfzehn Meter Eittsernung glatt in die linke Ecke. Eine Glanzleistung, 5 Minuten später schoß er wieder ein, somit das Resultat auf 5:1 stellend. Schnürte ist ein ausgezeichneter Techniker, sein Umspielen und Freistellen ist einfach vorbildlich. Er dürfte neben Seidev.'r-Fürth wohl der beste Mittel- Äürmer Südd-eutschlands sein. Aus dem Amtsverkündigungsvlatt. ** Das A m ts v er kündigungsbla tt Nr. 78 vom 10. Juni enthält: Bustoffbefchrffung. — Darlei./rs lassen,chchne. — Ausschluß tom Handel. — Sratif.ik über Sivils. — Gewährung einer Beihilfe an ehemalige Kriegsteilnehmer von 1870/71. — Bekleidung für ruffifche Keiegsgef-an- geite. — Maul- und Klauenseuche: Quarantäne für eing führe.s Nutz- und Zuchtvieh. — Feld- bereinigung Heuchelheim. Darlehns ka j senscheine. Bon oerscht- denen S.icen ist darüber geklagt worden, daß ine umlaufe den Dar.ehns.'as en'chelnc int Werte oon 1, 2 uiu) 5 Mk. sich großenteils in fttjr abgenutztem und unsauberem Zustande befinden, so daß sckon aus hygieinfchen Gründen eine häufigere Erneuerung der Scheine geboten sei. Der angestrebt' Zweck wird wesentlich gefördert, wenn die Kassen dle bci ihn.n eingehenden Zahlungsmittel der bezeichneten Art ni.ht mehr ausgeben, sondern bei sich ansammeln und oon Zeit zu Zeit der Hauptverwaltung der Darlehirslässen in Berlin zur "Erneuerung (inenden. Hi.ibei ist noch auf folgendes Anzuweiscn: In neuerer Zeit wird umlaufendes Papiergeld vielfach zu Zwecken politisckiec Propaganda mit Aufschriften, Aufdrucken ober auf- geklebten Zet:e n versehen, deren Inhalt in weidm Bevölkerungs r i en Aergernis er>egen muß. Tas Nescks.bank-Ttlektorium hat hierzu in einer Veröffentlichung darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichsbanliansalten solch? in ungehöriger Weie für den Umlauf untauglich gemachten Scheine md?t ohne weiteres einlvsen. Tie Erstattung des Gegen- ivertes von B'.nknoten kann erst nach einer nur lei dec Reicks auptba k in Berlin aus'ührba en und däl.er mit erheblichem Zeitrerlust verlüüpft-en Prüfung der Echtheit dr Roden erfolgen. Für TarlehnsVassenscheine lehnt die Reichsbank seve Vermittlung des Einzugs üb?rhaupt ab. Derartige Scheine sind vielmehr von den Ergenttn-tern selbst bi: eil an die Haupt' ertvallung dec Tar- lehnskasseu in Ber.in zur Prüfung und Umivech- selung einzufendcn. Ausschluß vom Handel. Gemäß Verfügung des Kreisamts Gießen vom 5. Junt 1920 ist der Landwirt und Händler Wilhelm Artus zu Lang-Göns als utizuveeläsfige Per'on bont Handel mit ländlichen Erzeug-.äsfen ausgeschlossen worden. Bekleidung für russische Kriegs- gefa ngene. In letzter Zeit kommen wteder täglich ruf'i'che Kriegsgefangene in das Lag r Niederzwehren, um Kleid.r umzutausck>en, ohne daß sie von filtern Deutschen begleitet werden. Es ist verboten, Russen, die nach wie Var Kriegsgefangene sind, ol/ne Begleitung dorthin zu schicken. Hat ein Kriegsgefangener Kleidung nötig, so hat der Arbeiig ber oder ein von ihm Beauftragter die Kleidung zu holen. Quarantäne für erngesührtes Nutz- und Zuchtvieh. Wegen der im Kreise herrschenden Maul- ui.d Klauen euch: werden folgende Anordnungn ge.raffen: 1. Sämtiicl^s in den Kreis von außerhalb Hesfens eingesührt werdendes dttch- und Zuchtvieh ist einer siebentägigen Quarantäne zu unterstellen. 2. Die d.r Quarantäne unterliegenden Tiere sind tun.ichst schon oor ihrer Einfuhr, jedenfalls >abcr vor ihrer Einstellung der OrtsfoliziberörLe des Ortes anznmefden, in de'sen Gemarkung die Einste lung erfolgen soll. 3. Mit der Eienbahn ankommende Viehtransporte dürfen oom Bah.iho'e durch den Empfänger nicht eher weggebrack-t w rden, bevor dieser bei ber für den Bahnhof zuständigen Orts- polizeibshörd? sich darüber ausgewiesen hat, daß entweder die Tieve einer Quava>itänevorschrift nicht unterliegen, oder daß sie an ihrem Bestimmungsort für die Quarantäne angemeldet sind. 4. Wer Wiederkäuer und Schweine innerhalb des Kreises auf 'die Eisenbahn verladen will, hat dies bet der für den Bahnhof zu? ä digen Orlsponz i Behörde anzuzeigen. 5. In gleicher Weife wird die Quarantäne für al e in dm Freistaat Hefseii ein- gr'ikhrten Schafherden angeo’.bnct. 6 Ter Durch- trieb wande.Er Schasle den durch ben S aat ist verboten. 7. Schafherden, die in den letzten Monaten innerhalb einer 'des i'chm Gemarkung zur We d? g gingen si d. bür "e t diese Ge narku g, wenn sie nicht an einer nahegelegenen EistnbNh - station innerhalb derselben Ge larttmg verluen werden, nur verlassen, wenn ihre Seuckfenfreihnt durch den beamteten Tierarzt fest gestellt ist. hochscbulnaehrrel)ten< Protest der Studentenschaft gegen Schundliteratur. EinS chreibenandas Landesbildungsamt. Tie Studentenschaft ber Technischen Hochschule zu Tarmstadl erhebt in aller Form Protest gegen die sich mehrende Verbreitung von Schunderzeugnissen jeglicher Art. Tas deutsch? Volk wird &ur Zeit von Erzeugnissen des Buchhandels und der Filmindustrie überschwemmt, die offenbar nur darauf berechnet sind, die niedrigen In- stintte der Mensck)eii zu Riefen Verdiensten auszu- nutzen. Diese Zuslände 'erfordern schnelles und rücksichtsloses Eingreifen. Die Regierung darf vor den allerschärfsten Mastnohmen nickst zurückschreck-en. Geben die Gesetze nicht die nötige Handhabe, so mühen neue geschaffen werden, um dem zerstörenden Unwesen Erstellt zu.tun. Auf keinen Fall darf Rücksicht auf die wirtschaftliche Einbuße der von den Maßnähmen getroffenen Verdienerkveise: genommen werden. Tie Studentenschaft glaubt, daß das Landesamt für das BildungÄvesen Mittel und Wege finden wird, um Abhilfe zu schaffen. Tas Landesamt soll versichert sein, daß es bei allen seinen Maßnahmen in dieser Hinsicht stets bi? Unterstützung der Studentenschaft der Technischen Hochschule finden wird. Der Ausschuß der Studentenschaft. Neu müll er, 1. Vorsitzender. Flegl er, 1. Schriftführer. Tie Antwort des Landesbildungsamts. Wir sind durchaus mit Zehnen der Mufsassung, daß alles geschahen muß, um b~r sich meinenden Verbreitung von Schunderzeugnisfen leglicher Art entgegenzuwirken. Wir 'hal^n deshalb durch unstne Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen in den bei ihr crng'erickstetest Ausschüssen für das „volkstümliche BüchereiwZen" und für das „Kinbwesen" diese Fragen schon vor einiger Zeit eingehend prüfen lassen. Sachverständige auf diesem Gebiete haben eingehende Referate erstattet. Ti? im Anschluß daran gefassten Beschlüsse wurden dem zuftündig.m Reichsminifle- rium des Innern unterbreitet. Inzwischen ist nun am 15. April in der Na'ionalverfammlung nahezu einstimmig das Lickstspielgefetz augnvommen worden. Es wird wohl demnächst in Kraft treten. Gewiß bleiben durch das Gesetz manckferlei Wünsckst imerfüUt. Trotzdem bietet es allen, die an dem geistigen und sittlickfen Wiederaufbau unseres Volkes ein Interesse 'toben, geeignete HanÜl-äben, wenigstens die schlimmsten Auswüchse zu beseitigen. Wir haben es deshalb lebhaft b-grüßt, daß die Jugend aus sich 'heraus energisch Front macht gegen den Schmutz und Schund in Wort und Bild. Xircbe und Schule. * Die 36. Allgemeine Versammlung der ev angelischen'Geistlichen der Provinz Oberhessen si bet MittUVchden 16. b. Mts. vormittags 10'/» Uhr im Saal der Johanne?- kirche zu Giessen statt, lieber den HauptgegenstMrd der Verl>andlu'-gen: „Kirch? und Gen rnschast" berichien Psarr r Weber- Long-Göns und Pfar rer Beckcr - Mariensckstoß. Aunft und Wissenschaft Deutscher Expressionismus. RMK. T a r m st a d t 10. Juni. Die mit der Spannung erwartete Kunstausstellung „Deutsch e r E x pr e s f i o n i s 'm u s" unter künstlerischer Leitung der Tarmstäsdter Sezession in Verbindung mit dem ständigen Rat zur Pflege der Kunst in Hessen und dem Verband der bildenden Künstler in Hessen mit pekuniärer Unterstützung des Staates und der Stadt in den Räumen der KniistlerLolonie auf der Ma.'Hilden ho he veranstaltet, wurde heute in Anwefenljelt zahlreicher Gäste feierlich eröffnet. Auch Staatspräsident Ulrich, Vertreter der Regierung, der Stadt ufw. sowie zahlreiche Damen waren anwesend. Bürgermeifter Müller begrüßte die Versammlung im Namen des Arbeitsausschusses und sprach der Regierung, der Stadt forme den Künstlern für ihre Unterstützung Tank aus. Dann gab der Präsident der Darmstädter Sezession Kasimir E d s ch m i d ein Bild über die Entwicklung und Bedeutung der Sezession und der Ausstellung im besonderen, die eine Etappe auf dem weiten Ent- wickelungswege bedeute, den sie durchzumachen habe. Sie müsse in ihrer Einheitlichkeit als Bekenntnis betrachtet und beurteilt werden, unbeirrt aller verspottenden Kritik werde sie als Toiüment deutschen Geistes ihcen Weg machen. Ihm folgte ber Präsident des Landesbildungsamtes Tr. Strecker, der im Namen dcr Staats- regierung Glückwünsck-e überbrachte und dabei aus- fü'tjrle, daß sie in der jetzigen schweren Zeit als Erlebnis zu bettachten sei, durch das wir uns, nackchem wir durch den Materialismus den Krieg verloren chrben, durch Idealismus wieder zu neuer Kraft ergeben sollen. Für die Rcichsregierung sprach dann der aus Berlin T)erbetg.eilte ReichsSnfiNx-rt Tr. Reds- l io b seine Anerkennung über die Einheitlichkeit be'onders gegenüber der Düsfe.dorfer Msstellung ans. Ee e-tüber der politichen Hoclllponnung be- dente sie in ihrer stillen, rsthtgen Sachlichkeit einen entschiedenen Schritt nach vorwärts in der ganzen Bewegung. Tie Ausstellung sei dcs einzige Gegen- geoicht gegenüber dem politischen Parteigemebe und Darmstadt gebühre das V rdienst, auch Vier eine führende Rolle zu spielen. Wenn auch nicht alle Bicher Meisterwerke seien, so ge'fc doch eine gewisse Freudigk.it und Vornähm^heit, ein Stilwille per neuen Zeit aus allem heroor, aus dem sich die sog. Mitläufer bald ausfckxiden würden. In diesen ©inne müsse man die Ausstellung beurteilen. Tann wurde ein Rundgang ang? treten. Es sind nach dem Katalog etwa 675 Kunstw-erüe, Biller, Zeichnungen, Plastiven, ferner eine moderne Bücherstube sowie be'onber? Kineerzeich iungen aus dem Form-Unterricht Lang-Schubert-Darmstudt zur Ausstellung gebracht. * — Reger-Fest in Jena. Am 2.-4. Jult wird Frau Reger nach dniadriger Pause wiederum ein Reger-Fest, d s dritte, geben. Zur Aufführung kommen Chöre, Kammermusik, Orgelwerke, Klavierstücke, Lieder u. a. Als Mitwirüend? wurden gewonnen: Frau Jracema Brügel mann, Adolf und Fritz Busch, Paul Grümmec, Jos. Pembnur, Alf. Si'tarb, Phil. Dreisbach, das Busch-Quartett, dec Phikharm. Chor von Jana und der Jenaer M änner-Gesangverein. (ß^ricbt^faal. Eine Mage gegen Professor Werner. [1 Marburg, 10. Juni. Eine deutsch- völkische Versammlung, die vor einiger Zeit in den Stodtfälen abgehalten wurde, sand 'freute in einer Klage gegen den txnnafigen Redner, den bek.unten NeickBtugsrbgeordneten Professor Werner aus Butzbach, vor d?m überfüfiten Zu- börerraum des Schöffengerichts ein Nachspiel. Kläger nxir Schriftleiter Knoeckel von der Landesz imng, b?r in der Vers-ammlung mit dem Bortrage chen n>?ren einer in einer Fvankfurt-er Ze tcmg (MittrgSb.att) geschi dnckeu deutfckr-vrlki- scheii Versammlung, die in Frankfurt stattgefunden, in de Hoare geraten war. Nach Vernehmung einer ganzen Reihe Zeugen und einer sehr rmsgiebig?n Auseinandersetzung über die strittigen Punkte verurteilte dis Gericht ben Beklagten zu 75 Mk. Geldstrafe. Tie milde Strafe wurde damit begrün» bet, daß ber B klagte durch dielen und andere Artikel, die der Kläger gegen ihn geschrieben, sehr gereizt worden sei. V" rnt. Dar m stad t, 10. Juni. Das Schwurgericht verhmrdelte heute gegen den 20 Jahre alten I. K. Molinbrosa und den 22 Jahre alten Schlosser P. Sckncckmtaarn, beide aus Zwingenberg a. B., wegen Totschlag. Sie sfttd beschuldigt, ben Gendarmeriewachtmeister Pied, einen tüchtigen Beamten erschossen zu hüben, als er sie gemeinsam mit einem Kollegen beim ^Verkauf gestohlener Schreibmaschinen festnehmen wollte. M. ist ein ae- sährlick-er Bursche und hat schon vorher gedroht. den Gendarmen kalt zu machen, wenn er chn festnehmen wolle. M. war mit dem Gendarmen xxt der Dimkelheit (es war am 14. März) ^Agonem geworden und gab einen Schuß aus emer Parabel- lumpiftole auf B. ab, der den Tot nach wenrge» Stunden zur Folge hatte. M. versucht zu leugnsr und täuscht auch Schwachsinn vor. Nach eingehender Zieu gen Vernehmung werden die Angeklagten für schuldig erkannt und M. zu 5 Jahren, Zucht Haus und Sch zu 9 Monaten Gefängnts verurteilt. M. wrrd 1, Sch. 2 Monate Haft ange rechnet. _. rm. Heppenheim, 10. Juni. WegenSrtl- lichkeitsverbrechens wurde durch dre Staatsanwalt gestern ber 61jährige Nikolaus Neher in Unterhambach verhaftet. = Höchst a. M-, 10. Juni. Drei Einwoh? ner aus Langenhain wurden vom hiesigen Sck>öffen- gericht wegen DiebstaUs eines Obstbaumes zu je 5000 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Gericht taxierte den Holzwert auf 500 Mark und ine Höhe des wirtschaftlichen Nutzungswertes anr 5000 Mark. Vermischte». Die Teuerung in Wien. * Berlin, 11. Juni. Wie ber „Lokalanz." aus Wien meldet, haben die Straßenbahner Wiens neuerdings wieder große Lohnforderungen gestellt. Infolgedessen wird ernUich erwogen, den Fahrpreis auf vier Kronen festzusetzen. Der neue Fahrpreis soll Ende dieses Monats in Kraft treten. Die nassauische Fürstengruft erbrochen. * Berlin, 11. Juni. Einer Meldung des „Lokalanz." aus Saarbrücken zufolge wurde bij nassauische Fürstengruft von Einbrechern lieimgesucht, welche Abendmahlsgefäße sowie Taufgefäße stahlen. * Berlin, 11. Juni. Nach dem „Lokalanz." meldet der „Nieuwe Rotterdamsche Cour." aus Neuyork, daß Gartso einen Verlust von einer halber: Million Dollars erlitt, indem Diebe ihm ein? Kassette mit kostbaren Jrrwelen stahlen. Saarbrücken, 10. Juni. (WTB.) Gestern abend wurde Unter der Ulanenkaserne die Leiche eines Mann'es mit einem Schuß im Halse mifgefunben. Ter Getötete ist nach seinen Aus- toeispapieren ein französis cher Staatsangehöriger. Etwa 100 Meter davon entfernt fand man die Leiche eines deutschen M L d - cbens, das eine Schußwunde im Kopf batte. Nach den an gestellten Ermittlungen swrdelt es sich um ein Eifersuchtsdrama, in dessen Verlauf jedenfalls zuerst der Mamr und darm das Mädchen auf der Flucht erschossen wurden. Ermittlungerr der d«ttschen Kriminalpolizei hinsichtlich des Täters sind rm Gange. * Tokio, 10. Juni. (WTB.) Reuter. An Bord des Leichters „Kobe" explodierten 4500 Fässer Gasolin. Der angerichtete Schaden wird auf eine Million Yen geschätzt. BAD-NAUHEIM direkt oegentber der Bäder. Telephon 65. Rnnfplfi Rg”“ Eine Sehenswürdigkeit! Eis- „nilplUlll Ufli getränke, Liköre, Mokkastube. Rltnfplrl nip|pu tonangebend. Nachmittagstee „nuplulll ululu Gesellschaft!.Veranstaltungen MM Weinstuben“ Her™Ska^ne. „Hupfelds Privat-Botel“ AÄeKÄR. ...... r m —i—iiiw»— Büchertisch. — Ho fhiwara, Roman von Hermione von Preuschen, gebunden in Ganz-Pergament mit illustriertem Schutzumsckstag, Preis 20 Mk. Verlag von Ott-o Janke, Berlin. — Tas Buch ist der erste Roman, den Hermione von Pvcnsck)en schrieb, die uns aus ihren Bildern, kleineren Arbeiten und Reiseskizzen, beftmnt ist Tie. Verfasserin gibt eine Weltansck)auung ber Borurteilssreiheit, die eine neue Ernsbellung auf die sexuelle Fräse im Sinne des Orients fordert. Airehliche Nachrichten. Israel. Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, d. 12. Juni 1920. Borvbd. 7.45, morg. 8.30, Predigt, abds. 8.55 u. 9.35 Uhr. Israel. Religions-Gesellschaft. Sabbatseier d. 12. Juni 1920. Freitag abb. 7.45. Samstag vorm. 8.00, Predigt, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.35. — Wochengottesdienst: morgens 6.30, abds. 8.00 Uhr. KW -Kinösr und Erwachsene - erboten sickr durch öeu wgLlMListigSTr Gebrauch) Dr.OeLkerÄ EiweH-Nabrung ^Sr$tt£cdS ^mx>fc>6Ken. S#ct»rfrn a. ytogerirQ. oo oiÄ. aenU taan fixt» an MigtgSSUChS |! Dauermictcr sucht sofort — 1 cm nut möbl.Zimmer in rlihiger Loge bei guter Familie. Schrisll. An geb. imt. 01(>ä49n. b Gieg Anz. Richigcs und kinderloses Ehcvaar iud)t :i3immcr ob. 1 Zimmer mit Küche. Schrisll. Angebote unter Q1O534 na den CMicg. Aiiz. Milbl. 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Don Blumenspenden und Beileidsbezeigungen bitte ich absehen zu wollen. höh bin tid nu au Ei mi tiu Frieda Bieker Karl Stein Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau M. Conrad geb. Leuttner. ünf Al dorl ttn IDOS 1!6 mit U sche ron 16 ( um velt lach bet zui bild 9 Steseir.- fleieUsck. GabeJsjerger und teier vkch olttt Jag: eines Sti Arti ®nfe hxtri der der um Mt ihm aber i»ho Hebe iu t bä) brii ME ibn bi^ scn Gel näti bed (du Mn da MO nti Sta Tc> liÄ in' Tei eini Llls Olli ans «mg M hier W gem W ierrn, nicht unter 25 I. zw gemeinsch. Spaziergänge und GedankeuauS» tnuschS. Schriitl. Ana. u. 010581 an den «test. Anz. Xelgnnaaehe, Dime, Ans. 30, aus guter uerm. Büraersam., schöne vornehme vellblonde Erschein.. sehr bänSl. veranl., sucht mit geb. Herrn mit vorn, tiefernster Lebens- "lX"r Heirat bet zu werd. Akad. ob. höh. Beamt, beuorz. Schr.Ang. n. 0105B an den G. Anz. 41« Siehrn eine kleine WeschästS- kiste verlöre». Wederbringer erhält gute Belohnung. diah. bei Herio, Mitt. 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Friedensware, eins. Auszug, zu verk. Oi..mi Frankfurter Str. 7611L Ein kleiner Kachelofen Statt Karten. Für die erwiesenen Aufmerksamkeilen anlählich unserer Vermählung sagen wir Allen unseren herzlichsten Dank. Heinrich Stephan und Frau Clisabethe geb. Gans. Großen-Buseck, den 11. Juni 1920 6ieS51 Moltkestrakc 28 II. Sromi. StiiunriHfiut mit Lcderband u. Einsass. für 60 Ai. zu verk. Olruei Nord Anlage 13 1. Friedensware, «pOlCIOl, mit neu, preiswert zu verkaufen. Schriitl. Angeb. unter 010554 an den (Niest. Anz. WoMnm neu, ff. Friedensstoff und Mastarb., für mitil. stärk. Figur zu verk. [01(1553 S ch i ffe n b erg.Wea 56 p. 1 Paar Schaftstiefel (4‘1) zu verkaufen. [010568 Wolfstraste 15, L Ein noch gut erbolieuer Burschen Anzug u. ein Cboe preiswert zu verk. Neue» Bane 2 II Nr. 135 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Hreitag, II. zuni 1920 Die Gräfin. Roman von G. W. App le ton. ^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 55. Kurze Zeit darauf erschien Marie wieder mit einem Briefe Er war von Perkins und lautete: Geehrter Derr Klol.e^e! Ich 1)obe mir heute nacht zwei Stunden lang die Füße tu Jhr.r MrglUjen 2£o mmg ff* ttärmt. Ein entzückendes Plätzchen! Wenn Sie nunmehr geneigt nxiren, einen werteren Handel mit mir abzuschlietzen, würdr ich das Haus, wc es fttejt, mit ter ganzen Einricht rng nebst den, Tienstper owtt über einen. Hebe legen £v. ich die Sache! Ich werde morgen Punkt 11 Uhr im Sprechzimmer ftta. Es tut mir leid, bi.ß ich fort mutzte, da ich Ihnen gerne erzäch.t batte, wie ich mich teube als Ihr Vertreter zurecht gefunden l;abe Es ist nämlich olles nach Wunsch verlaufen. W Assistent ist ein angenehmer Mensch, und die Patienten mögen ja arm sein, sch.e.i'st gekleidet und alles mög iche, aber ftc haben mir twtzdem gefallen und mich mit gvotzer Hockiackstung (>e.?rnbelt. Ich bin nun z-ufrieden- gestellt und mit Eifer an ter Arbeit. Hvch»achtungsvoll Ihr Ur. James Plnkins. Ich mutzte von Herz-n lachen. Armer P r'ins, dachte ich t>d mir selber, du stehst erst am Anfang, mein Lieder! Jetzt platzt er Noch vor Sto^z, „mit großer Hochackftung testaM» L" woiden zu sein. Na, er ist ja bei Jenkins (so hietz mein Gehilfe) aut aufgeUi. Und w nn ec für einen arm^n Leusel ein Todesurteil in Form eines Rezeptes Au» Hessen. Richtlinien über Arbeitslöhne in der Lanö- wiilschast. Am die dringende A..scuge des ^Ibg ordneten Dr. D e h l i n g e r ist so.g-.nde Regchrui.gsuntlvorl ereiltt worden: Die Arbeiisucrlstilt^ ise in der Landwirtschaft bedürfen s.il längerer Zeit einer K.ämng. Immer bringender l'titb die Tjefiifd^en Landarbeiter mit dem Wunscl-c an uns tecmi getreten, dafür zu sorgen, datz auch ihnen ein entsprechend.s Entgeld für ihre 'harre Arbit gezahlt wird. Tatsächlich sind biSi-er dort Löhne g-baden worden, die in keinem Verhältnis zu dmi all. rnvtivcudigsten Lebensbedarr stehen. Tie wachsende Unzufrioixmheit in den .Kreisen der Landarbeiter und die hiermit steigende Gefahr eines Streiks, der bei den schwierigen Er-- nährungsverhällnissen des Lances und Reick)s unbedingt vermieden werden muh, veranaßte uns schon vor längerer Z-cil, durch Be pre.lMNg mit den matzgeb.ndeu Stechen, ten Dari'gianKen ti der LandwinschZast aus jede Art und Weise zu fördern. Leider hatten unsere Bemühungen nur teilweisen Erfolg, da die Arbeitgel»er in der Provrnz Starfenburg einem Zusammen schmutz witerstr bten. Tagten g lang es dem Verba: d landwirischaft- lick^ec Arbeilg.ter für Lassen und Nachüargcbicte, in Ober Hessen und Rheinhessen den größeren Teil der Arbeitgeber in ehier Organisation zu vereinigen. Die Arbeitnehm.-r sind bei Streitig keilen uns dem Arbeitsverb-ältnis auf di: Sch i.httmgs- ausschüs'e ange.viesen. Um nun den Schlichttmgs- ausschüssen einen gewissen Anhalt zu bieten, welche Löhne ungefähr unstnem Dafürhalten nach as ongemesien zu tetirichlen si.d, bat bas Landes- Arteirs- und Wirt sch?, stsamt gewisse Richlinien hjeniber aufgestellt und ten Schlichtungsausschüssen zugehen lässen. Die Richt d> den wurden in einer gemeinsamen Mtzung der Bet-iligten, nämlich der Landwirtschastschnnmer für Hefen, des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband.'s für Hes'en und Nachbargebiete und dem Deutschen Landarbeiter- verband Gau XX aufgestellt. Allerdings hnrrien hierbei von ersteren teiten hinsichtlich mancher Sätze Widerspruch erhoben. Wir betauen, datz die Richtlinien lediglich Anhaltspuutte für die Sch ichtungsausschüsse ixir» stellen sollen, datz diese aber in keiner Weise an bie dort niedi'rg.l?gteii Sätze gebunden sind. Wir halten aber die Richtlinien als das Mmdestmatz dessen, was den Landarbeitern bei den heutigen teuren Lebensverl)äl nisten unbedingt gewährt tverten mutz. Tie Regierung mzkhae aus die eit Gründen z. Zt. von einer Nachprüfung dieser Richtlinien ab» schm. * rmk. Darmstadt, 9. Juni. Zur Verdoppelung des Schulgeldes an den höheren Schulen auf Anordnung des Landesbildungsamtes hat der Abg. Knoll einen dringlichen Antrag an die Kammer gerichtet, durch welchen er ersucht, die Verordnung des Präsidenten für das Bildungswesen aufzuheben und dafür nachstehende, nach dem Einkommen der Eltern bemessene, staffelsör- mig bemessene Sätze zu bestimmen: 1. Bis zu einem steuerbaren Einkommen von 12 000MI. bleibt das Schulgeld in bisheriger Höhe, 2. das Schulgeld wird erhöht bei einem Einkommen von 12—14 000 um ein Viertel, von 14 bis 16 000 um die Hälfte, von 16—18 000 Mark um dreiviertel, von 18—20000 um das Doppelte, bei höheren Einkommen um das dreifache. 3. Für minderbemittelte, begabte Kinder sind ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen, um denselben eine völlig freie Ausbildung angedeihen lassen zu können. (flericbtsfaaL Schuldig erkannt und doch freigesprochen! NN. Darmstadt, 9. Juni, ©inen unerwarteten Schlich nahm die heutige Schmrrgcrichts- vethandlung. An get agt waren die leiden 20 Jalwe alten Spengler Wilh. Weitz aus Mainz unb der Taglöhner Franz Vitzdorf ans Hirschhorn, wegen eines am 9. Oktober 1918 dahier begangenen Straßenraubs. Sie waren damals bei der Artillerie 'hier eingestellt und hatten einen vor ter Kaserne fein Ge'chäft treibenden Zucker- unb Back- Warenhändler, als <-r abends nach Hause fuhr, mit der elektrischen Straßenbahn ver'oigt und ihn in der Luisenslraße vor deiner Wohnung überfallen, um ihm sein Geld abzunehmen. B. hitte ihn gepackt und ihm den Mund zugcchalten und her andere ihm das Geld abverlangt. Ter Ncberfaklene Konnte aber noch einen Schnei ansstotzen, worauf W. tevonlief, während B. nock, geatzt werden konnte, lieber die Urheberschaft suckln sie sich gegen).'ittg zu belasten, sind aber irn allgemeinen geständig. Tie Geschwovenen bejahten die an sie gerichtet» Frage des versuchten Raubes, bes-astten aber auch de auf Antrag der V.rtndlgung gestellt? zweite Frage: auf freiwilligen Rücktritt vor Ausführung der Tat. Tanach fann nach dem Gesetz eine Drrurtei ung nicht erso gen und würben d.e b.iben Angeku gten dem Antrag des StOiatsanwalies entsprech«'..d freigespvoa-en, was sie wähl selbst nicht erwarteten. Die Kasten trägt die Staatskasse. — Idstein, 10. Juni. Wegen Verchei rn - lichung größerer Ka r t v ffe l vv r rä t e batten zahlreiche Landwirte in Hrftrich Strafbefehle über 800—5500 Mark erhalten Das hiesige Schösfenger-ichl sprach die Beschuldigten auf i'teen Einspruch Hin frei, tnobbem der Amtsanwalt die Arifrechtevhlaltung der Straste höhle beantragt hatte. Tas gleiche Glück batte ein Mühlcnbesitzer mis Wörsdorf, der einem Frankfurter Kaiifnunm 230 Pfund Weizenmehl ahne KaNen verkauft und tes- telb einen Strafzettel über 500 Mk. erhalten batte. Ter Einspruch des Müllers endete vor Gericht mit Freisprechung. Tie Kosten dieser Vost- spieligrn Verfahren trägt ter Staat. Handel. Der angebliche Preisrückgang am Tabak- markt. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: I In Nr. 133 J'hres geschätzten Blattes brachtest Sie im Handelsteil vvn Frnnffurt a. M., 8 Juni, einen Artikel, der m. E. Ilnrichtigleisen in Menge enfliält und gerade am hiesigen Platze, einer Zentrale der DaL-^sabriltttion,! der Mstlärung dringend bedarf. Ich nrifl nicht dem widersprechen, datz ein grober Teil der Zigmweckyandlmrgen und auch ter Zigarrenlabriflanten die Verbaufspveise der Waren in letzter Zeit ermäßigt hat, ob bis zu 40 Pvoz, bezweilfe ich. Wo dies bei Fabrikanten ter Fall war, dürfte es sich, soweit nicht billigere Rohtabak einMtfe infolge des Steigens des Markkurses in Fwage kommen, um Preiskorrekturen w folge der steigenden Krnikurrenz. die wiederum durch den Konsumentensttreik oder oas Nachlassen der Kaufkraft der Berbnaucher 'hervorgerufen wurde, hanteln. Tie reelle Fabrikation hat zu Pveiser- müstigungen absolut keinen Anlah, im Gegmteil, fo lange die leider immer noch ttt ter Tabakini- dustrie bestehende Zwangswirtschast anteuert, fann an eine Verbilligung des Fabrikates lciter nicht gedacht werten. Ich sage: leider: denn darüber ist sich jeder denkende Fabrikant klar, daß er bei ter trotz unseres lieberslusses an wertlosem Papiergeld von Tag zu Tag sinkenten .Kaufftxrft unseres Volkes, nur bei bescheidenster Aufmachung seines Nutzens fernerhin noch weiter eriflieceit kann. Bei der Herabsetzung ter Preise bei den Händlern kann es sich nur um alte, anfgestopelte Vorräte handeln, die noch unbanteroliert sind und wahrscheinlich früher mit zu großem Nutzen verkauft luorten sind. Alle Zigarren, die seit Inkrafttreten des Vantevolgesetzes vvm Fabrikanten cingetkmft sind, müssen tendewliert sein: die Ba idevolc trägt deutlich den Andruck des Kleinverkaufspreises und jeder Händler, ter diesen nicht ercktzält, macht sich strafbar. Auch die Nack)iricht über die erschöpfte Aufnahmefähigkeit ter badischen Fabrikanten ist direkt unrichtig. Wie schon vcsther erwLi/nt, lastet auf ter Tatekinbiistne noch immer ter schwere, unter heutigen Beihpltnissen fast unerträgliche Truck ter Ztvangswirtscl-aft, und es dürfen auch heute nur noch 40 Prvz. des Quantums Rohtabak in ter Zigarrenindnstrie verarbeitet werden, das im Jähre 1913 verarbeitet wurde. Anstertem aber erWlt jeder Fabrikant nur Einkausserlaubnis für vier Mvnate. Wie unter diesen Umständen die Lager über füllt sein können, — in Friedens-citen hatte jeder nur einigermaßen bedeutende Fabrikant ein Rv^htatellager für 1, 2 Jähre und noch mehr — ist mir em Rätsel, und ich bann mir mir denken, daß der Schreiber des bett. Artikels ferne Nachrichten ans Schieberkreisen hat. H. S. Berlin, 11. Jimi. Utter die Lage ter bergt fd^en Jndu ftrie wird dem ,Lokalcmz." aus Solingen versichert, daß die Arbeitseinstellungen zunehmen, die Aufträge ans- bleiben und die bereits ab geflossenen Aufträge zum größten Teil wieder zurückg^ogen werden. Zürich, 10. Juni. (WTB.) Der internationale B a u m wol l kvn g re ß, ber wn 16 Ländern beschickt wurde, ist gestern hier eröffnet worden. Berlin, 10. Jnni. B örsenstirn mun gs- bild. Große Zurüu'h.ltung gab auch dem heutigen Börfenverl?l-c das kennzeichnende Gepräge. Eine eintet liche Tendenz trat nicht hervor. Tie Kursgestaltung blieb mireylmäfcig und mar meist vom Zufall abhängig. Jnrmerhin herrschte am Montan markt eine Außvär sbcw. gm g vor, woran beionters Obersclstesiscte Werte beteiligt waren. So waren Ka.tawitzer 3 Poozent und Bismarckhütte 2 Prozent (jöber. Farbwerte waren billiger Mige- teten. Badtsck/e Anftin verloren 13 Proz. Elek- tritzilätsakrien erfu'te-en nur gerrngfugfige Aente- rungen bis auf Teutsch-Ueteri«, die 20 Pvoz verloren. Bon Sästfial-rtsaltien besserten sich nur Hansa. Auslandspapiere und Kolonialwerte gaben mit Rücklicht auf die AbschoLckwng ter ^Auslands- devifen nach. Jedoch nxtren SckMttungbatet-'Attien am Anlagetnackt ettvo 9 Pvcz ftilyer. Sonst am Anlagernarkt nichts von Bedeutung. Frankfurt a. M., 10. Juni. (Börsen- stimmungsbild. Die Abendbörse verlies bei ruhtgem Geschäft und gut behaupteter Haltung. Auslandspapie^ beroegten sich aus ihrem Schluß- Niveau ter Mittagsbörse. Deutsch.' Petroleum 590 bis 595. Otaoi Minen 550. Südsee-Phosphat 1925. Schantung waren mit 680 3 Proz. hölier. Hamburg Paketfahrt konnten sich 1 Proz. befestigen, 185. Montanpapiere lagen ruhig. Phönix Bergbau schwächten sich 2'/s ab, 390. Buderus 2531/2, plus 3Vs. Bad. Anüin wurden auf regere Käufe 7 Proz. gesteigert, 440. Sch'iteanstalt notieren 50i. Ma.chf. ^larlsnche 231, pns 3Vs, Daimler Motov-n 210^/z, plus 71/2. Bankaktien, besonders Deutsche Bank und Nationa'bank für Te.ttschlund lagen fest. Int ftrieu B «r wuD° den Heldburg lebhaft gehantelt. Der Kurs schwankte zwischen 232 bis 235. Ausländisch- Anleihen mäßig befefhgt. Sckiriftgießevei Stempel verloren 10 Proz. auf 400. 5proz. Reichsanleite 793/*. An ter Nach- börse A. E. G. 280, plus 59/4. Frankfurt a. UL, 10. Fuut. Devisenmarkt. Datum: Amsterdam - Rotterd. Drüssol-Nntwerpen . (khristianla Kopenhagen Stockholm Helfingfors Italien London Rew-Pork...... Paris Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch.Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . . Geld Brief Geld Brief 9. Juni 10. Juni 1448,50 1451,50 1398,60 1401,40 317.15 317,85 314,65 315,35 704,30 705,70 669,30 670,70 856,60 858,40 179,80 180,20 229,75 230,25 153,80 154,20 39,07 39,17 304,70 305,30 714.30 715,70 634,35 635,65 28*22 28*28 86,65 88,85 22,47 22,53 674,30 675,70 649,35 650,65 834,10 835,90 174,80 175,20 224,75 225,25 151,80 152,50 38,70 38,80 299,70 300,30 699.30 700,70 626,85 628,15 19,47 19,78 28,22 28,28 87,40 87.60 22,47 22,53 BSrsenkurse Berlin 283,50 277,75 280, Kitrs 40.6. 79,75 170,- 141,50 390, 440, 190,- 186,50 235,- 270,- 290,- 264,- 188,- 229,- 380,- 210,50 253,50 277,50 173,— 380,- 218,50 250,50 Kurs 9. 6. 79,75 74,20 65,80 74,75 164,50 279,75 283,- 200,- 171,50 140,- 156,50 189,- 184,- 270,- 287,- 266,- 188,50 224,- 385,- 435,- 341,- 275,- 179,- 390,- 216,- 249,- 224,- 86,75 295,50 141,25 157,50 185, — 176,- Kurs 9.6. 79,75 74,55 66,- Kurs 10.6. 79,75 74,20 65,60 Datum: S'^Dent.Krtegranl. 4^Dent.N«ichsanl. S^Dent.BechTanl. 4% Pr-uh. Konsol, Darmstädter Bank Deutsch« Bank,. . . Divconto- Besellsch. Dresdener B mk. . Nationalbank f. V. Alitteld.Treditdank H.-Amerik.-Pakctf. NorddeutscherLloyd Doch. Guhstahlwrk. D.-Luremb.Bergw. Telsenkirch.Bergrv. Harpener Bergbau Oberschl. Eisend.- 8» Oberschles.Eisentnl^ Phönix-Brgb.-?lkt. 23ab.2lniItn-u.Soba Höchster Farbwerk« Ülekir. 2t. E. G. . . Schuckert-Werke. FeltenLGuitleaum« Daimler Bub.»Lisenw..^kt. Äblerwerk« .. . . 4% Hejs. Saatsanl. Electron Griesheim 154,75 280,50 201,50 173, - 140,25 157,50 183,50 176,- 241,- 276,50 297,- 272,- 188,50 240,- 391,- 436,- 344,- 277,75 17b,- 397,- 208,50 251,- 227,— 86,50 287,50 Frankfurt Abend- Äteitd- Schluß- Schluß- Niarlnoiternnge«. Datum: 9.6. 10.6. Zürich 12.70 14,20 Amsterdam 6,62 7,17 fiopen'agen ' 15,25 15,75 Stockholm 12,- 12,25 Wien 425,- -,- Müller'sche Vadeanfdalt. Wasserwärme ter Lohn am 11. Juni: 16® R. Bnchertisch. — Das Abonnement auf die Meg- gendorser-Blälter Cann '.oterz^it begonnen werten, f&itetiungen nimmt ;cve fQudxlrtmoliing und lete-s Postamt entgegen, ebenso auch ter 4xp* lag in Münck-en, Perusastr. 5. D.-r Abonnementv- preis tetrhgt vi:rreljäl)rlich nur 7 Ml. toW Porto), die einylne Nummer ßoitct 70 Ps. Porto). Tie seit Beginn eines Vierte jahres be- rej.s crschi.i e e.i 9hnnmern 1 verteil neuen Aboa- nenten auf Wunsch nackMlie,ert. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Konferenz von Spaa in Frage gesteltt. Paris, 10. Juni. (WTB) Eme Havas- no te verweist aus die neuerdings ein getretene Verwicklung der europäi> chen politischen Lage durch ten Rücktritt tes neuen italienischen Kabinetts und die in Deutschland durch die Wahbim herbe, geführte Regierungskrise und bemerkt: Angenchts die,er AnS ichten frage ma:u sich tu offiziellen oliv ievteu Kreisen, ob tes italienische und das teutsche Stebinett sv rechtz itig gebildet werten, datz sic sich noch vor Anfang Juli, dem Datum der Zu- lammeiiCirnft ter Alliierten in Brüssel als Bor- bereitung aus Spaa, tem Parlament vorllellen llömrtcn. Sollte düs nicht ter Fall sein, so müßte die Konferenz in Spaa von neuem vertagt werten. Cs sei teter möglich, datz unter dsesen Umüänten die Führer ter Alliierten Regierungen genötigt seien, aui eine Zusammenkunft zu verzichten. In diesem Falle könne die intcr- nat!0i!- gewicht in Europa wied r herzusel en und die Turchsührung ter Be.ingamssm tes Frietensver- trages zu sichern, vor allem durch die Ausgabe^ einer internationalen Anleihe. Die alliierten Re- g.erungen und i Nep raiio süommi,u>n untrten natürlich die Besthlüse gutheitzen, die als unumgänglich notwendig cmgest'len imtoten, Toenii mall in kurzer Zeit ten wtrt'chastlicten Wiederaufbau Europas in Älngtifs nehmen wolle. PolnifchAitau'isckie Streitfragen. Kopenhaaen, 10. Juni. (WTB.) „Ber- lingske Titente'^ meldet aus Kowno: Aus War-i schau sind die Führer ter nationalen Volks Partei und ter sozialdemokratischen Vollspartei. die im polnischen P arlament die Mehrh.'it besitzen, hier eingetroffen Bei ten Verlwndlungeit mit der litauischen Regierung und tent Nationalversammlung hielten fte an der Fordwmg fest, daß die Streitfrage übet Wilna durch eine allgemeine Volksabstimmung eutschieten werten soll. Von litauischer Seite wurde mit ter unbedingten Forderung geantwortet, daß die Anecstnuung Wilnas als Hauptstadt Litmcens unerläßlich sei. Auch ter polniscte Vorsch ag auf Errichtung eines föderativen Bimtes zwischen Litaucn imb JBot-cn, tem Wilna, Kowno und Grodno als selbständige Kantone angehöven sollen, warte abgeiehnt. Die Verhandlungen sind somit ergebnis'te gebli bm. Ter britische Kommissar für dis baltischen s2lngelegarbeiten ist aus Riga in Kowno eingetroffen, um mit der litauisck/en Regierung Über die polnisch- litauischen Stveitfragen zu Derbanteln. Holländische Stimmen zur ReichslngSwohl. Rotte r da m,9.Jum. (WTB. Der,,N ieu we Ro l ter darn sche Eou ra n t" sch :ib! in ciuem Leitartikel: Das Ergebnisder Reichstagswahlen ist ungünstig, da die Wahicic die Grundlage, woraus eine Regierung mö-g ich »rar, vernichten, ohne eine neue zu schiffe-.i. Deut-schl-emd gellt aller Wa'hrsck^inliuEit nach noch einer Benote avotzer Schwierigkeiten entgegen. Bisher war die Bildung ter häufig umg-formten Kabinette schwierig genug. Aber man wutzte doch wenigstens immer, wo die geeigneten Leute zu finden, waren. Das ist jetzt nicht mehr ter Fall. Für die ruhige Entwickelung, die Tentschland in erster Linie nötig hat, mutz dieser Zustand vtedängi.isboll "ein. Haag, 9. Juni. (WTB.) Der „Nienwe Courant" meint, die Unzufrietenheit des deutschen Volles, das nach Rettung 'ausschaue und deshalb von jeder Aenderung eine Verbesserung erhoffe, sei die Urfach' der Erstarkung ter t tremen Parteien. Doch sei gerade eine gemäßigte Regierung die einzige Rettung für Deutschland. Nur eine solche gebe ihm Aussicht darauf, das Vertrauen bei ten wichtigsten Läutern, England und Amerika, einigermaßen zurückzugewinn.n Das Blatt bespricht die bekannten Schwierigknten, die unter den heutigen Verhä tniss n ter Bi'dung eiter Regierungsmehrheit cntgegaiflc^en, schießt aber mit den Wottm: Nur eine Ko al itionsreg ierung könne Deutschland retten. unterschreiben sollte, wird JenKns lächeln, die Dosis um das Nölige verringern unb im übrigen den Schnabel hatten. So Rim es, tetz Perkins Schlag elf Uhr in meiner Dcrusswoch. img rorsprach. Ich f eilte ihn al en Pauenheu als meinen Nachso ger vor. 3h*- sällig war an diesem Vormittag img wohnlich viel zu tun. Pecckins sprach sich hochbefri^digt aus, als alles erledigt nur. Und mein Sie jetzt, sagte er, mit mir zur Adarnstratze hinüber kommen wollen, könnet wir d e ganz? Anff lcgeckh.it i s reine bring n. Ich ül-emehmc die Praxis mit allem Tmm mii) Dran unb stelle Ihnen einet Sch-'ck aud, ter bette sckwn fällig ist. Wie stimmt dts mit Ihren Wünsch-m ül»erein, die Geschiüte ins reine zu btingm? Vollständig, Pe lins, erwiderte ich unb hielt eine vorüdrsah.e..te Dvosckck an. Als ich ettoa eine Stnnde später mit meinem Scheck über eine an'ehnliche Summe in ter Da che nach Hause zurückketet', sand ich dort em Telegramm vor Es enthielt nur br i Wo.te: Kommen ©ie. Frangipani. Daher stand ich Punkt vier Uhr ter (Gräfin gegeuüter. Sie empsi g mich mit eiter Wärme, de meinem Selb'bewußt sein nicht wmtg schm-.t- chelle: mit auSgestveckten £>anbei ei.te sie mir entgegen. Cs war sete l>bensivü'dig von Ihnen, begann sie, mich so prompt zu benackurichtigen. Ich rcrff 'te vvr Neug erd . Nehmen Si. f?tzt Platz unb erzählen Sie mir! Und als ich mich setzte, fuhr sie ganz atemlos fort: Also hat mich ter Erb traf doch belogen, be er Schurke! Und ich habe ihm mein Vetreuw geschenkt! Das schmerzt und kränkt mich, Sie wisßn gar nicht wie! Ich bin eine Schaute für Boston. Don Rechts wegen kann ich mich tert nicht mel’T seinen lassen. Aber b'eft gute, geauäl e, s- n^erte arme Seei-', die Gräsiu! Welch mvcrhörte ^.oalttat! Weche Sckermächftg n E fern abj'amm» leit, in te» höck-ften Schocken versetzt wurten. Meine liebe Gräfin, erklärte ich, es hantelte sich wirklich nicht um e'nelt Ulk. Di? Männer, als Mamter betrachtet, erschreckten uns kein bißchen. Tick und ich hätten das ganze dlusgebot die Treppe rascher hinabbesöctem können, als ein Psairar „Amen" sagt. Lachen Sie nicht! Dbct doch, bitte, lachen Sie noch einmal! Tiefe letztere B rnerkung war mir miwillkürlich entschlüpft. Entzückt betrach'ete ich ter Gräfin glänzeudwcitze Zahn reihen, die bei ihrem Lachen sichtbar waren. Einen Augenblick schaute fte mir fest ms Gesicht. Tann legte ftc mir die Hand leicht auf ten Arm. Bitte, fahren Sie fort, sagte sie, nachdem Sic mir vergeben haben, das hcitzt, toenn Sie es können. Wiederum lachten mich die milchweißen Zähne zwischen ihren halbg. ö f. clen roten Lippen köstlich an. (Fortsetzmig folgt.) Auskunft erteilt J. Kugelmann, Gießen, Sfephanstr. 46. WfWdwrunfibrilond über K)OMillioe>enMeHi °WeD av«'dene,eves, betvefsend Kauimanns- gencyre, vom 6. ^uli 1904. Vom 12. yjtoi 1920. Auf Grund des Gesetzes über eine vereinfachte Form der Gesetzgebung sur Die Zwecre oer u.ebergangSwiriici)aft vom 17. April 1919 (Reichs-Gesetzvl. e. 394) rotro von oer Reichsregierung nut Zustimmung des Reichsrats und des von der veriasiunggevenoen Veulschen ^cauionatveriammlultg gewählten Ausschusses sotgendes verordnet: Artikel I. Tos Gewerbegerichtsgesetz vom 29. Juli 1890 bzw. 30. Juni 1901 in der Fasiung oer Vetanntmochung vom 29. Leptemver 1901 (Reichs-Geiepot. S. 353) wrro wce sotgt geändert: 1. ^m § 3 Avs. 2 ist on Stelle von „zweuauiend" zu setzett „sunfzetM tausend". 2. § 13 Äv>. 2 ist am Sckstusse anzufügen: „Sie findet nach den 0wunD>atzeu der Verhällniswahl derart statt, datz neben den 1>Reyc Heils gruppen auch die Airnoert-ellsgruppen entsprechend ihrer Lchluiie anzusügen: „Areibltche Personen sind zur Teilnayme an den Wahlen berechtigt." 5. Ter 8 lo Aos. 1 Satz 3 ist %u streichen. ■ 6. Im 8 55 Abs. 1 Satz 2 ist an Stelle von „einhundert" zu setzen „eintausend". Artikel!!. Tos Gesetz betreffend Kaufmannsgerichte vom 6. Juli 1904 wird wie folgt geändert: 1. Zm 8 4 ist an Stelle von „fünftausend" zu setzen „ftinf- zehntausend". 2. Im 8 13 Abs. 1 ist an Stelle von „sünsundzwonzigste" §u setzen „zwanzigste". 3. <>m 8 13 Abs. 2 ist hinter den Worten „§ 10 Abs. 1" ein- zuschal^en „Nr. 2 bis 5". 4. Im 8 15 Abs. 3 ist on Stelle von „fünftausend" zu setzen „sünszehn tausend". 5. Im 8 15 Abs. 1 ist on Stelle von „dreihundert" zu setzen „eintausend". Artikel III. Tie Bestimmungen des § 11 Abs. 1 Satz 1 des Gewerbegerichtsgesetzes über den Empfang und die Nichterstattung von Armenumerstützung und des § 11 Abs. 1 Satz 2 desselben Gesetzes über das Erfordernis einer mindestens zweijährigen Tauer des Wohnens oder der. Beschäftigung fiiiDen für Die erste Wahl nach dem Inkrafttreten dieser Beiordnung keine Anwendung. Artikel IV. Tie Bestimmungen des § 10 Abs. 2 des Gesetzes, betreffend Kaufmannsgerichte, über den Empfang um> die Nichterstattung von Armenunterstützung und des § 10 Abs. 3 desselben Gesetzes über das Erfordernis einer mindestens zweijährigen Tauer der Handelsniederlassung oder der Beschäftigung finden für die erste Wahl nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung keine Anwendung. Artikel V.~“ Als Zeitpunkt der Beendigung des Kriegszustandes im Sinne der Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Besetzung der Cewerbegerichte, der Kaufmannsgerichte und der Jnnungsschieds- gerichte während des Krieges, vom 12. Juli 1917 (Reichs -Ges etzb l. S. 606) wird der 10. Januar 1920 bestimmt. Soweit die Neuwählen nicht bis -um 10. Juli 1920 durchgeführt sind, wird die Amtsdauer der Beisitzer bis zur Durchführung der Neuwahlen, jedoch längstens bis zum 31. Tezember 1920 verlängert II l»f» ■ . Artikel VI. Tiefe Verordnung tritt mit dem 10. Mai 1920 in Kraft. In Ansehung der Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Gewerbegerichte und der Kaufmannsgerichte, die vor dem 10. Mai 1920 verkündet worden sind, sinden die bisherigen Vorschriften Anwendung. Berlin, den 12. Mai 1920. Tie Reichsregierung. Müller. Gesetz zur Abänderung des Betriebsrätegesetzes vom 4. Februar 1920 (Reichs-Gesetzblo.it S. 147). Vom 12. Mat 1920. Tie verfasiunggebende Deutsche Nationalversammlung hat dos folgende Gesetz beiajtoifen, dos mit Zustimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird: I. 8 80 Absatz 3 des Betriebsrätegesetzes vom 4. Februar 1920 (Reichs-Gesetzblatt S. 147) erhält folgende Fastung: „Ist die geltende Arbeitsoronung vor dem 1. Januar 1919 erlassen, jo ist späiestens bis zum 1. September 1920 eine neue Arbeitsordnung zu erlassen." II. Dieses Gesetz tritt nut dem Tage der Verkündung in Kvaft. Berlin, den 12. Mai 1920. Ter Reichspräsident: Ebert. _________ Ter Reichsarveitsmtnister: Schlicke._____________ Bekanntmachung betreffend das Verbot der Ausfuhr von Waren des achten Abschnitts des Zolltarifs (Geflechte und Flechtwaren aus pflanzlichen Stoffen mit Ausnahme der Gespinstfasern). Auf Grund der Vevoronung über die Außenhandelsklontrolle vom 20. Tezember 1919 ftReichs-Gesetzbl.- S. 21^8) wird verordnet, ivas folgt: 8 1. Tie Ausfuhr sämtlicher Waren des achten Abschnftts des Zolltarifs (Geflechte und Flechtwaren aus pflanzlichen Sdoffen mit Ausnahme der Gespinstfasern) ist ohne Bewilligung des Reichslommtsiars für Aus- und Einfuhrbewilligung verboten. 8 2. Tiefe Bekanntmachung tritt on die Stelle aller bisher auf Grund der Kaiserlichen Vevoronungen vom 31. Juli 1914 über Ausfuhr erlassenen Bekanntmachungen, soweit sie Waren des achten Abschnitts des Zolttarifs zum Gegenstand haben, die insoweit hiermit ausgehoben werden. 8 3.. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 15. Mai 1920 in Kraft. Ausfuhrsendungen, für die bis zum Inkrafttreten dieser Bekanntmachung eine Ausfuhrbewilligung nicht erforderlich ist, dürfen bis zum 25. Mai 1920 ohne Ausfuhrbewilligung überdie Grenze gelassen werden, sofern sie spätestens am 14. Mai 1920 zum Versand aufgegeben worden sind. Berlin, den 11. Mai 1920. Ter Reichswirlscksafisminister. I. V.: Dr. .Pirs ch. Bekanntmachung. Aui Grund der Bekanntmachung über die Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Arbeit vom 9. September 1919 wird bestimmt: Zu 8 1, „Verbrauchsregelung", Absatz 7: Sämtliche den StromversorgungsunterndlMen von den ehemaligen Kriegsamtsstellen, jetzigen Kohlenwirischaftsstellen, oder dem Reichskommissar für die Kählenverteilung erteilten Befreiungen von der Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Arbeit verlieren am 31. Mai 1920 ihre Gültigkeit.. Anträge aus weitere Befreiung sind mit eingehenoer Begründung über Die zuständige Kählenwirtschaftsstelle beim Reichskommissar für die Kähkenverteilung, Abteilung Elektrizität, einzureichen. Berlin, den 7. Mai 1920. Ter Reichskommissar für die Ko'hlenvertrilung. \ I. B.: Ziekursch. Verordnung zur Einschränkung des Stellenwechsels ausländischer Wanderarbeiter. Vom 26. Mai 1920. Auf Grund des § 2 Nummer 3 und des § 5 der Verordnung über die Errichtung eines Neichsamts für Arbeitsvermittlung vom 5. Mai 1920 Meichs-Gesetzbl. S. 876) wird verordnet was folgt: 8 1. Ten gewerbsmäßigen Stellenvermittlern ist jeoe Tätigkeit zur Vermittlung ausländischer Wanderarbeiter untersagt. Wer diesem Verbot -uwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. 8 2. Wer als Arbeitgeber selbst oder durch einen Beauftragten oder wer im Auftrage oder zugunsten eines Arbeitgebers beiterklasse abzittoehren und iveift z. B. auf die Fragen des Achtstundentages, der Streikfreiheit, des Ausbaues der wirtschaftlichen Räteorganisation, hin. Dann fährt der „Vorwärts" fort: „Das ist auch uns gewiß: Die Wirtschaft einer Rechtsregierung, würde in kurzer Frist einen Umschwung in der Volksstimmung zugunsten der Sozialisten tzerbrisühren, vorausgesetzt, daß die Sv-- zialisten in der Opposition eine vernünftige Politik trieben uiih durch Wiederherstellung ihrer Einigkeit ihre Reife zur Führerschaft bewiesen. Eine Neuwahl, die nicht erst in 4 Jckhren stattzn finden brauchte, würde dann eine sozialistische Mehrheit ergeben. — Aber weniger zuversichtlich könn^ ten wir in die Zukunft sehen, wenn auch in der Opposition die Zerjplrttermrg der Arbeiterbewegung, andauerte und wenn ein Teil von i'hc den Erfolg auf dem Wege der Gewalt suchen würde. Tarnt würde die Recht s- regierung kein Zwiscl-enspiel bleiben, und die äußerste Linke könnte sich dann des Erfolges riitmim, der Reaktion nicht nur die Stühle der Diacht angeboten, sondern sich auch auf ihnen für .alle absehbare Zeit befestigt zu feben." Aber gelten diese letzten Sätze, dre für den „Vorwärts" ausschlaggebend sind, nify auch für den Fall einer „rein bürgerlichen" Regierung überhaupt? Dann wurde die Oppositionslage der Sozialdemokratie ja dieselbe sein! Der „Vorwärts", der den Sä)lußsatz hinzusügt: „Die Situation ist ernst, aber nicht verzweifelt, wenn weiter keine Dummheiten gemacht werden", scheint also dartun zu wollen, daß die Mehrheitsfoziatisten in der Koalition bleiben sollten. In einer anderen Nummer hat das Blatt aber im Hinblick auf die Deutsche Volkspartei gesagt, „daß für ein Zusammenarbeiten mit einer Partei mit unverhültten kapitalistischen Tendenzen und monarchischen Bestrebungen die gemeinsame Plattform für die Sozialdemokratie zu schmal ist". Liegt darin eine Neigung einge- hüllt zum Verhandeln, zur Ausstellung eines Mindestprogramms"^ «vrv inmiWHU» 1.WXW WW Es tut Not, daß die Parteien ohne Ausnahme sich innerlich erneuern. Es liegen so viel nahe und dringende Aufgaben vor uns, von deren sachgemäßer Erledigung das Wohl des Vaterlandes, ja, nur dessen notdürftige Erhaltung, abhängt, daß fernliegende Grundsätze alter Ueberzeugung zurücktreten müssen. Die Streitfrage „Republik oder Monarchie" z. B. muß ruhen. Richtig verstandene demokratische Forderungen können nicht einfach verworfen werden. Auf der anderen Seite hört man doch auch schon aus der demokratischen Partei Stimmen, die aus ihrer Wahlniederlage richtige Folgerungen ziehen. Demokratisierung bedeutet, so bekennen solche Männer, Emporhebung der Massen zur mitverantwortlichen Tätigkeit im Staats!^ ben, sie bedeutet aber nicht eine Herab- ziehung unseres politischen Lebens auf ein tieferes Niveau, wie sie leider auf so vielen Gebieten wahrzunehmen ist. Wenn es ein demokratischer Gedanke war, in der neuen deutschen Republik die Kluft zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft zu überbrücken, so war dieser Gedanke richtig. Bei der Uebertragung dieses Gedankens in die Tat siftd aber bisher schwere Fehler gemacht worden. Der eine Brückenpfeiler darf nicht auf dem Randstein der Straße des Bürgertums aufgerichtet werden, sondern er muß getragen werden von stärkeren Fundamenten, von einer für unsere fttzigen traurigen Verhältnisse bemessenen, wohlerwogenen Wirtschaftspolitik, einer wirklichen Arbeitsgemeinschaft der schaffenden und arbeitenden Stände. Die Lohnfragen müssen auf diesem Boden einqx gerechten, arbeiterfreundlichen Lösung zugeführt werden. Stetigkeit und Planmäßigkeit müssen Willkür und Maßlosigkeit, die bisher vielfach «vorherrschend waren, ablösen. Und für die Arbeiter aller Stände muß etwas dabei 1 Herats kommen. zur Niederhaltung des ProletarwtS dm Milfta.ts- rnus neu belebt und stärkt, wie es die bisferiga Koalitionsregierung getan hat. Der Em'ritt der Unabhängigen Sozialdemok.atte in eine solche Regierung würde eine Unt rstützmtg der konterrevoiu tionären Polittk bedeuten, die sie gnmdsätzlich bekämpft hat und wäre eine Preisgabe ihres Programms und Verrat an den Interessen der Arbeiter, Angestellten, Beamtm, Klein?.ew-wbe- treibeitden und Weinbauern, die der Unabhängigen Sozialdemokratie bei der Reichstagswahl Stimme und Vertrauen geschenkt hab n für die Fortsetzung ihrer Polittk des rücksichtslosen proletarischen Klassenkampfes, mit dem Ziel der Beseitigung der kapitalistisch-militaristischen K attenherrsfeft-, Zur Erkämpfung dieses Zieles ist die Unabhängige Sozialdemokratie zu Beginn der Rerolutiuvi tn eine gemeinsame Regierung mit der vechsozur- listischen Partei ringetceten. Tvotzdem ine,e Partei versprochen 'battr, d.s so iali'i chc Programm zur Grundlage ihrer Regiermtgspo.itik zu macken, laben ihre B rtvktec nnaus^setzt ei e ToLtu d s Kompromisses mit dm Skrtverrat der alten swat- lidien Bürokratie, d r kapitalistischen Par evm und des alten Mi imrismns getrieben, so daß bte unabhängige Sozialdnnokvatst gczwangen nmr, aus der Regierung auSsutreten, um nützt mitchnchig zu werden di der Wed:rbelebimg des Kapttalts-- imis, des Militarismus und drr von ihnen ms 4H?er? gee!p-n blutigen Gew-cktpolftik g-.-genüdr der revolutionänn Arbeiterschaft. Die seitdem b - ttiebnre 'echts o i listi'che Kvali ionstvltttl' mit ka- vitalistifcken Parteien tzat dazu geführt, dre uulnn MachttertzSltnissi- zu tr.r'cfiricm und bk Arbetter- klasie in ihrem Bormarch zu bechnrdorn. Die Erstarkung der R^ktiv-n, wie es bei den Rrickjstags- n».if)tcn zum Ausdruck geBommen ist, i|t nur bte Folge der rechtssnsia'istischen Kornprom stpolink mit dctrr geschworenetisFrindein derArbeiterklasst nyd kann, nicht bekämpft tuerben durch die ForZ'tzung der das Pwletan'at verwirrenden und spa tenhen Koa- litivnspolitik, sondern nur durch eine g rmichätzlich, klare und fonfequente sozialistisch Politik, die die IBesitzergreifung der poli'nschn Macht durch das Proletariat und dcs'en A l.inh.-rrschaft bis zur Ber n-irklichung des Sozialismus erstrebt. E gibt sich aus der Entwickeltmg der Revvmlion die Notwen digkeü einer sozialMchen toeriuiß, so kommt für Samstag, \2. Zunr 1920 1: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Perbir>dlichkeit. Sreis für l mm höhe für nzeigenv. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platzvorschrift 20% Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Jenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. Eine Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Mitterand. Amsterdam, 11. Juni. (Wolff.) Nach einer Londoner Meldung ist für den 2. Jult eine Zusammenkunft zwischen Lloyd George und M i l l e r a n d in Brüssel als Vorbereitung für die Konferenz in Spaa vereinbart worden. Paris, 10. Juni. (Wolff.) Laut „Petit Parisien" liegt in offiziellen Kreisen noch keine Bestätigung der Nachricht vor, daß Lloyd Gevrge und Millerand sich in Bologna sur Mer in der letzten Juniwoche, treffen wollen. Unabhängige Sozialdemokratie als Uebergang eine rein sorialistftÄe Regierung in Betracht, »er sie die Mehrheit hat, ben bestimmenden Em- ; ausübt und in der ihr Prog amm die Grund- : der Polittk bildet. Durch diese Antwort dürfte h nach Ihrer Ueberzeugung die von Ihnen g e - nschte Aussprache gegenstandslos «oroen fein. Berlin, 12. Juni. Verschiedene Blätter ftn- , daß die Ablehnung des Versuches, mit den abhängigen zusammen eine Regierung zu en, inziemlichbrüskerForm erfolgt ist. Der „Vorwärts" sagt, die Unab häng i- t hätten mit der Ablehnung die Bildung c:n*r chtskoalition erzwungen. Ihre Beeidung dieses Schrittes enthalte eine Häufung falschen Voraussetzungen und Unwahrheiten, hätten ihre Bedingungen stellen können, nm Sozialdemokratie in ihrem Bestreben, Das ner iveiter nach links zu drehen, zu unter-- ,en. Die Unabhängigen erklärten auch jetzt, ftschland ganz allein regieren zu wollen, obwohl am 6. Juni ivur 4,8 Millionen Stimmen für abgegeben wurden und 20,4 Millionen gegen und obwohl bei den Reichstagswahlen 5,5 Mill, mmen für die Sozialdemokratie abgegeben wur- gegen die 4,8 Millionen Stimmen für die whängigen. Das deutsche Volk werde jetzt die sierung bekommen, die die Unabhängigen gewollt ten, nicht die unabhängigen Wähler, die über Erfolg ihrer Stimmenabgabe vor Erstaunen den Rücken fallen werden. Die ,,T ä g l'i ch e R u n d s ch a u" würde den sschlnß einer arbeitswilligen Sozialdemokratie . der Regierung für einen„ schveren Fehler ten. Der Sozialdemokratie ständen alle Tore n. Wenn sie sich weigere, einzutreten, falle ihr Verantwortung allein zu. Wie dem „Lo k al an z e i g er" mitgeteilt d, dürfte der Reichspräsident kaum vor nächsten nntag einen anderen Parlamentarier mit der ibildung des Kabinetts beauftragen. Die am imtag stattfindende Sitzung der s o z r a l d e m o- itischen Fraktion bckde den Angelpunkt Krise. Erklärungen der Parteien. Berlin, 11. Juni. Gestern hat der demo- i tische Parteivorstand seine erste mng abgehalden, imb über das Ergebnis wird teioffiziell folgendes mitgeteilt: Die üt-ereinsttmmende Auflassung aller Vor- idsmitgliedec geht dahin, daß die gegmwärtige ,e durch die maßlose Agitation der bisheri- n Oppositionsparteien, der Deutsch- ionalen Volkspacttt, der Deutschen Voik.'partei » der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei, schuldet ist. Auf diesen Part.ien liegt in erster ie die Verantwortung für die heutige Situation. mögen jetzt Wege finden, auf denen sie ihre /lversvrei^n er üllen und der de t chen Repu ' eine alt onssä ige Regi rung schassen körnen. Gleichzeittg mit der Demokratische Partei tritt hdie Teutschnationale Volksparte- : einer partewEvsen Kundgebmrg, 'hervor, in es heißt: Tie Teutschnationale Vokkspartei fermt in rc Lage wie der gfsgenwärtigen nur rin Ziel: Wiederaufbau des niedergebrochenen Vater- des. Sie !iat auch als Opposickmspartei um- enbe Vorschläge für ben Wiri>eraufbau gemacht; dieser Hinsicht braucht nur auf die Rede des rteiftllwers Staatsminister Hergt in der Preu- hen Landesversammlung über das Ovdnungls-i Programm und die nationiale Ern'l-ritsftont ver-, wiesen zu werden. Es zeugt für den Wert dieser programmatischen Kundgebung, drH sie auch 'feutc noch als Grundlage für positive Arbeit durchaus geeignet erscheint. Wie der Haupkvorstand in dieser ErNttrung vom 9. April 1920 bereits betont, ist die Partei bereit, bei der Arbeit am Wiederaufbau des Vaterlandes' mit allen zusammenM- ge'len, die guten Willens sind, bei der Wiedecher-, firiluno v-on Arbeit, Wirtsck-aft und Ordnung in Deutschland zu felsen. Für die Bildung der neuen Regierung darf nach ihrer Ueberzeugung nicht Ab- neigun-g oder Zuneigung der einzelnen Parteien, sondern nur das große vaterländische Arbeitsziel maßgebend sein. Tie Deulschnativwale Dolksjartrii würde demnach bereit sein, unter Zurückstellung ihrer versassimgspolftischen 'Wicusche Mit jeder Partei sufammensugefeit, mit der sich ein gemeinsamer Boden für praktischen Wiederaufbau finden läßt. Tas Vaterland stellt für sie in der g-<-m- wärtigen Not noch mefe als sonst über der Partei. Ebert als PräsidentfchastStandiVat. Berlin, 11. Juni. (Wolfs.) Ter „Lokalan- zriger" behauptet von linrterrii-f ttfter Seite zu hören, der Reichspräsident Ebert gedenke nicht noch einmal für die Präsidentschaft zu kandidieren, besonders weil sich gewisse Widersprüchle' inurifelb seiner Partei geltend gemacht hätten. Es feudelt sich bei dieser Meldung um eine reine Kombination ohne jede talsächlick)e Unterlage vehördliche Anzeigen Bekanntmachung. In unser Landes reg-ister Abt. 8 wurde hei bezüglich der Mitteldeutichm Creditbank Frar surr'am Main, Filiale Sfteßen eingetixz^n: D Bankbeamten Wilhelm Tonnr und David Rubi beide tn 0Heben, ist G.samtprokura mit 2? schränkung aus den Geschästsbetrreb der Filic Gießen dergestalt erteilt, daß jeder von ihn in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitglied ob einem stell vertretenden Vorstandsmitglied betet riqt ist, die Filiale iSießen zu vertreten. Gießen, den 7. Juni 1920. 645( __Hen'isches Amtsgericht._____________ Betrifft: Erhebung eine» 7. und 8. Ziel, Gemeindesteuer. Anträge auf Befreiung vom 7. und 8. Gemeint steuerziel sind im Stadthaus, Zimmer 2, Monta, bis Freitags feder Woche von 8—12 Uhr vorm tags zu stellen. Bescheinigung über das derzeiti Einkommen ist bei der Antragstellung vorzulegen Gießen, den 10. Juni 1920. 643! ______Der Oberbürgermeister._____________ Bekanntmachung- Tie Voranschläge brr Gemeinde und bet Mt Moschen heim für 1920 Rj. liegen vom 15. I. Ml an eine Woche tattg auf unserem Bureau z Einsicht der Interessetven und Erl)eüung von Ei Wendungen offen. Es wird eine Umlage erhöbe zu der auch die Ausmärker beUntcagen hüben. Muschen'tzeim, den 10. Iivri 1920. Bürgermeisterei Muschercheim. __________________Becker.______________«4, Ter Voranschlag der Gemeinde Winmwod f das Rj. 1920 liegt vvm 12. l. Mts. ab er Woche lang zur Einsicht der Interessenten m Erhebungen von Einwendungen auf unserem B reau offen. Es wird eine Umlage erhoben, der auch die Ausmärker berzutragen ^haben. Bersrod, den 10. sZuni 1920. Hessische Bürgermcistevei Bersrod für Winnerv __________________Becker._______________64- Berfteigernng. Samstag den 12. Jmri d. Fs., vorm. 10 Ulj versteigere ich am allgem. Güterbahnhof in Gieß, gegen bar für Rechnung dessen, den es angeht einen Waggon Kartoffeln. Versteigerung bestimmt. 64- Deckenbach, stellvertr. Gerichtsvollzieher in Gieß« Vermögens-BilaNj vom 31. Dezember 1819. Aktiva. J4 Kassebestand 6325.! Wertpapere .... M. 158 700.- Abjchreibnng . . M. 900. - 157 800. Aktiv-Wechsel (diskontiertes . . . . 80000. Geschäftsmobiliar und Utenfiken ... 50. Bank 'Guthaben 649 627. Guthaben in lauf. Rechnung bei Genossen 70 868.1 Darlehen auf Schuldschein«..... 176 417. Hypotheken.......... 30312S. Kaufschillingc.......... 46 045. I Imsenreste, fällige (2lktiv-) und oorans» v bezahlte (Passiv-) Zinsen .... 18548.1 * Stückzinsen (nicht fällige Zinsen von Aktiv- Kapitalien) ......... 2 799. Ausstehende Gerichtskosten .... .5. Summe der Aktiva 1 611 617.i Passiva. X Reservefonds 22 880. Detriebsiücklage 8 8711 Geschäftsguthaben der Genossen ... 58 112.: Spareinlagen 1 281 358. Bankschuld.......... 855. Schuld in laufender Rechnung: an Genossen . . M. 100 765.86 an Vereine usw. . M. 31 118.40 131 884. Stückzinsen (nicht fällige Ö'nlen von Passiv-Kapitalien) 439. Summe der Passiva 1 504 402. Reingewinn 7 214. Gesamtkasieumsatz in 1919 M 3157 732.- Mttgttedcrstand Ende 1919 1 Zugang in 1919: 8, Abgang in 1919: 3 Mitgliederstand Ende 1919 137 Die Geschäftsguthaben der Genossen haben sich im Laufe des Geschäftsjahres vermehrt um M. 441.62, di« Haftsumme um M. 5000.-. Gesamthaftsumme der Mitglieder End« 1919 M. 137 000.-. Lich, den 5. Juni 1920. 6351 Spar- und Darlehnskasse eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Heller, Direktor. Sch nabel, Rendant. Biirni m 31. Jejennet 1919. Soll Kasienbestand Vorschüsse gegen Bürgschaft.... n » » ,, Kaufschillinge. . . « „ Wertpapiere . . . , „ zedierte Forderungen Lauftnde Rechnungen...... Effekt en-Konto Ausstehende Zinsen . . Mobilien-Konto Guthaben bei Banken X 22 536.26 6 945.29 149 050.- 1 650.- 900.- 120.- 22 802.- 200 900.- 11 121Z25 114.41 80 816.76 496 955.97 G es chästsanteile...... 2 250. - Spar.Einlagen * 242^64 Laufende Rechnungen .....** 19 505.52 Reservefonds 9 784^82 Effekten.Reservefonds 1 575 Reingewinn.......... 2 597*99 496 955.97 Der Stand der Mitglieder blieb mit 45 Mit- gliedern in 1919 unverändert. Die Haftsumme blieb mit M. 90 000.- in 1919 unverändert. Die Rechnung liegt von heute ab 8 Tage lang bei Rechner Schlapp zur Einsicht offen Mainzlar, 9. Juni 1920. 6436 Spar- uiiö vorsAuhlafle zu Mainzlar Der Vorstand: Vogel, Brück. Der Rechner Schlapp. einen ausländischen Wanderarbeiter zur Lösung eines Twnsrvcr- l^ältnifjes zum Zwecke des Eingehens eines neuen Tienwverhätt nis.es in dem eigenen Betriebe oder in dem des Auslraggebecs oder des begüningten Arbeitgebers aufforden, werd, wenn uaraut- hin die Lömng des Tienitverhättnisjes erfolgt, mit Geldstrafe bis zu zehntausend Akark beitrast. 8 3. Tic Verordnung tritt am 15. Juni 1920 in Alraft. Berlin, den 26. iUlüi 1920. Ter Präsident des Reichsamts für Arbeitsvermittlung Tr. Sy c up. Bekanntmachung über Abänderung der Preise für Meie nno die bei der Lieferung von Miete verwendeten Säcke. Vom 19. Mai *920. Auf Grund des § 12 der Verordnung über Meie aus Getreide vom 19. Tezember 1919 (Reichs-Gesetzbl. S. 2109) wird bejlimntt: Artikel I. § 1. § 6 Abs. 2 und 3 der Verordnung über Kleie aus Getreide vvm 19. Tezember 1919 (Reichs-Gei etzbl. S>. 2109) er Hilt folgende Fassung: Bei Lieferung einschließlich Sack darf der L>ackpreis bei Gewebeiäaen nicht mehr als vierzehn Mark, bei mindestens dreifach geliebten Papiersäcken nicht mehr als sieben Mart für 100 Kilogramm betragen. Tie Sackpreise schließen die Vergütung für die Sackbänder mit ein. Bei Lieferung in eingesandten Säcken darf der Lieferungspflichtige für die Sackbänder dreißig Pfennig für 100 Kilogramm berechnen. § 2. Im 8 10 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über Kleie aus Getreide werden die Worte „ZweihunderMeunzig Mark" durch die Worte „Treihundertsiebenundnemizig Mark fünfzig Pfennig" ersetzt. Artikel II. Tie Bekanntmachung über Abänderung der Preise für Kleie und die bet der Lieferung von Kleie verwendeten sacke vom 28. Februar 1920 (ReichS-Gesetzbl. S. 280) tritt außer Kraft. Artikel III. Tiefe Bekanntmachung tritt mit Wirkung vom 16. Mai 1920 ab in Kraft. Berlin, den 19. VLai 1920. Ter Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. In Vertretung: Tr. Huber. Bekanntmachung die Gebühren der Schornsteinfeger betreffend. Infolge ein getretener Lohnerhöhung ist die erneute Gewährung eines Teuerungszuschlages zu den Fcggebühren der Schornsteinfeger notwendig geworden. Zu den unter I der Bekanntmachung vom 30. Januar ds. Js. — Reg.-Bl. S. 29 — festgesetzten Gebühr en der Schornsteinfeger wird daher mit Genehmigung des Hesftscken Cesamtministeriums bis auf weiteres a) in den Kehr bezirken der Städte Tarmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz, Worms ein weiterer Teuerungszuschlag von 40 v. H.; b) in den übrigen Kehr bezirken ein solcher von 30 0. H. bewilligt. Schornsteinfegermeister, die keine Gesellen oder Lehr- linge beschäftigen, dürfen nur die Hälfte des Teuerungszuschlags erheben. Tie hiernach von den Zahlungspflichtigen zu erhebenden Gebührenbeträge können auf volle fünf und zehn Pfennige nach oben abgerundet werden. T a r m st a d t, den 4. Juni 1920. Hessisches Ministerium des Innern. Tr. Fulda. Betr.: Wie oben. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger- mcistereien der Landgemeinden des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald ortsüblich bekanntgeben. (S. auch Bek. v 30. 1. (5. 2.) 1920 — A. V. Bl. Nr. 20 vom 9. 2. 20.) Gießen, den 7. Iunr 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. Heß. Bekanntmachung. Ter Landtagsabgeordnete Franz Gruber hat infolge Wegzugs von Alzey nach Kreuznach sein Mandat zum Landtag niedergelegt. Feststellung des Ersatzmannes für den aus dem Landtag Ausgeschiedenen findet durch die Landeswahl Kommission am Donnerstag den 10. Juni 1920 mittags 12 Uhr im Beratungszimmer des Kreisausschusses des Kreises Tarmstadt, dahier, Neckarstvaße 3, in öffentlicher Sitzung statt T a r m st a d t, den 4. Juni 1920. Ter Landeswählkommissar. Fthr. Löw. Betr.. Lehreroersammlung. An die Schulvorstände des Kreises. Montag, den 14. lf Mts., vormittags 81/» Uhr, soll eine ätonserenz mit den Schulverwaltern und ^chutverwalrerinnen des Mreiies in Gießen Schuli.uus Schcklerltra»-- abgetönten werden. Wir cmpfelcken Ihnen, dre in Bettacht kommenden Lehrt' äfte hiervon umgehend zu benachrichtigen. Gießen, den 8. Juni 1920. Kreisschulkommission Gießen Dr. U) in ge r. Bekanntmachung. In Anbetracht der Wichtigkeit der diesjährigen dritte für ine Bollsernährung ist das Lagern von Heu, Stroy, Frucht, Grummet usw. unmittelbar an BalMörpern der Feuersgeiahr loegcn zu vermeiden. ließen, den 7. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: W e l ck e r. Bekanntmachung. Betr.: Wiederösmung der Mühle Karl Frey-Lollar für Selbstversorger. Tie Mühle oes Karl Frey, Lollar, ist ab 16. Juni 1920 zum Vermahlen von Getreide für Selviwerzorger wieder zugetanen. Gießen, den 9. Juni 1920. Kreisamt Giegen. I. V.: Tr. Sieger t. Bekanntmachung. Betr.: Neuorganisation der Kriegsbeschädigten- und Kriegs Hinterbliebenen-Fürsorge. Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Bezirks fürsorgestellen mit Wirtting vom 1. Juni l. Js. an ausgehoben worden sind. Sie Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen 1 Derben auf gefordert, ihre etwaigen Wüniche und Antrag.' künftig bis au, Weiteres bei den Bürgermei>tereien vorzubringen. Auch können Anträge und Wünsche unmitteloar bei uns, Zimmer Nr. 24 des NegierungsgebändeS zu Gießen, gellend gemacht werden, insbesondere gilt dies für Kapitaiabftnouugsaittväge. Tie Bürgermeistereien der Landge mein den des Kreises wollen vovstxljende Bekanntmachung ortsüblich veröfsentlichen. Gießen, den 8. Juni 1920. l Amtliche Fürsorgestelle für Kriegsbesckjädigten- und Kriegs hinterbliebenenfürsorge. j I. B.: Ur. H e ß. Bekanntmachung. Betr.. Maul- und Klauenseuche in Torf-Güll. In Torf-Güll ist die Maul- und Klauenseuche sestgestellt worden. Torf-Güll wird dal-er zum Sperrbezirk erklärt und scheidet damit aus dem anläßlich des Ausbruches der Maul- und Klauenseuche in Holzheim gebildeten Beobachtungsgebiet aus. Tas anläßlich des AuSbruchs der Maul- nno Klauenseuche in Holzheim, Eber stad t und Lich gebildete Boobachtungsgiebiet bleibt bestehen. Es bleiben somit im Beobachtungsgebiet die Orte Grüningeu, Ober-Hörgern, Lang-Göns, Leil-gestern, Ain fck-enhcim, 'Hol-Güll, Arnsburg, Albach, Steinbach, Langsdorf, Birklar, Ober-Bessingen, Nieder-Be,singen. Es haben Geltung unsere Bekalmtmachungen vom 12. Mai 1920 in Nr. 64 des Amtsverkündigungsblattes, vom 14. Mai in Nr. 65 des Amlsverkündigungsblattes, vom 26. Mai in Nr. 72 des Amtsverlündigungsblattes, vom 29. Mai in Nr. 74 des Amtsverlundigungsblatles und vvm 4. Juni 1920 in Nr. 76 des AmtsverkündigungsblatteS. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit hohen ©trafen geahndet, wenn sie wissentlich begangen sind, au, Grund des § 328 Strafgesetzbuch sogar mit i'^erino nisstrafen. Gießen, den 9. Juni 1920. Kreisamt Gießen I. B.: v. Gemmingen. Betr.: Wie oben. An die Bürgermeistereien Torf-Güll, Grüniiigen,Oder-Hörgern, Lang-Göne, Leihgestern, Atuschenheiin, Hof-Güll, AinSbnrg, Albach, Steinbach, Langsdorf, Birklar, Ober-Beffiugen, Aieder- Besfingen. Wir machen Sie auf vorstehende Bekanntmachung ganz beson ders aufmerksam. Tie Bürgermeistereien wollen oie erlassenen Anordnungen ortsüblich bekanfttmackstn und außerdem Biehhind-, ler und Metzger, die in den Gemeinden wohnen, schriftlich oder zu Protokoll noch besonders auf diese Vorschriften Hinweisen. Gießen, den 9. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen. Druck der Brühi'ilpen Univeriitär^-Duch- und -tnörudicrei R. Lange, G"7 WüiHui-wu-due *♦<* 010551 Für Kinder, Kranke u. 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