llr. 185 Der Siegelt« «Weint täglich, nutzer Sarcv unb feiertags. Bcattgsprtlfe: Monatlich Werk 3.60 unb m. - .651 rä^erfo^n, oi«te1j«hrkich4tr»rk 10 80 unbMk.l.SSTrägerloh«; durch die Post viertel, jährlich Mark 12.— ausfcht»«HIich Bestellgeld, ^ernsprech. Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehe». Posts cherttoato: Zrmttfnrt e. M. H686 Montag, 9. August 1920 170. Jahrgang ÄRnahme von Anzeigen für d.e Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derdindlichkeit. Preis für 1 mm ls-he für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mro Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20°,. Aufschlag, .^auptschristleitkr^ Aug. Goch. Verantwortlich für Politik: Aug. Voetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenletl: $5- B«k, sämtlich in Bietzen. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheßen ümd und Verlag: vrühi'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchristlertnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstratze 7. die Revolution zu untcrftüßcn, tot: den rnonarchi- par- all in An auch teil* hk» bis- biefcm ^iege die ihm durch den Versailler Vertrag übertragenen Ausgaben zu erfüllen. Gras 5sorza über die Politik gegenüber Rußland. Oesterreich und Rumänien. Wien, 7. Aug. (Wolff.) In B u karest begannen die Verhandlungen der österreichischen Delegierten mit der rumänischen Regierung über ein provisorisches H a ub^l s- ab kommen. Von österreichischer Seite wurde der Entwurf eines Abkommens überreicht, der gegenwärtig von den rumänischen Stellen geprüft wird. Die rumänische Presse begrüßt die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Oesterreich und Rumänien warm. Die rumänische Regierung ist bemüht, die den Handel mit dem Auslande hemmenden Beschränkungen zu beseitigen und hat einen Gesetzentwurf über die Aufhebung der Ausfuhrverbote eingebracht. Revolution in Persien? Paris, 8. Aug. (Wolff.» Nich ter „Chiea-- gioer Tribüne" will t Konstantinopler Blatt „Sabch" erfahren haben, in Persien sei die Republik erklärt worden und der Schah habe abgedankt. Tie prsische BoffclZatt in Konstantinapel erkläre, keine derartige Nachricht erhallen zu haben. solle, auf der nach Beendigung der^Wasfer standsoerhand'ungen über Frieden zwischen ! schau und Moskau beraten werden ]ole. dieser Konferenz würden wahrscheinlich Deutschland und die Dftfce ft (taten nehmen. Dieser Beschluß bedürfe noch der uehmigung der franzö i'chen Regierung, die her noch nicht erngetroffen sei. A m st e r d a m , 7. Aug. (Wolff.) Ter lamentarische Korrespondent des „Trines" meldet zu der gestrigen Unterredung zwischen Lloyd George und den russischen Vertretern daß der Inhalt der Note Kamenews in allen Einzelheiten durchgesprocheit worden sei. Außerdem seien die Bedingungen des Waffenstillstandes zwischen Polen und Rußland erörtert worden. Ueber das Ergebnis der Unterredung werd? Ka- mcneiv direkt nach Moskau berichten. Von Lenins Antwort aus diese Mitteilungen werde es abhängen. HavaSnote zu folg? will manBen slst ixTur gefunden haben, daß die letzten Streiks der Angestellten des öffentlichen Dienstes im Saar g e riet durch den Heimatdienst, den deutschen offiziellen Propagandadienst, aus Bctriiben bei. beut» sä^en Negierung h?rvvrgerusen wurden. Bet dem ehemaligen Reichstagsabg-'ordneten Ollmert, der von Berlin zurückkehrte, habe man ein wichtiges Llktenbündel gefunden, das eilten ganzen Aktious- und Agitationsplan für das Saargebiet enthielt. Tie Note führt weiter aus, daß dieideutsche iRegie- rung für das Jahr 1920 eine Unterstützung von 5 Millionen Mark bewilligt habe, um durch die alldeutsche Propaganda im Saargebiü den Völkerbund mit allen Mitteln daran zu hindern, in Paris, 8. Aug. (Wolff.) Die Pariser Morgenpressc bespricht den Schritt, den der deutsche Gesandte in Warschau, Graf Obern- d o r f s, wegen der lebhaflLN Agitation der pol- nischeir nationalistischen Elemente gegen die Einwohner deutsche Mstammung in den abgetretenen Gebieten bei der polnischen Regierung unternommen hat. Ter „Petit Parisien" sagt, man tolle sich hier eine Gelegenheit schassen, wieder m den Besitz Posens imb des Korridors von Danztg zu kommen, sür den Fall, daß die Erfolge der Bol- sä)LN)isten andauerten. Das besiegte Polen werde alsdann wiederum eine Beute derjenigen, die es schort einmal unter sich aufgeteilt hätten. Das „Journal" erklärt in Besprechung der deutfaren Note, das einzige Mittel, die Gefahr zu beseitigen, sei, Polen zu retten und eine solide Barriere aufzurichten, die der Frieder.svertrag Don Versailles nur habe skizzi?rett können. Der „Matin schreibt, Deutschland protestiere gegen die Dal- tung der Polen gegenüber der deutlchen Bevölkerung. Zu gleicher Zeit kündige es den Alliierten an, daß es Schutzwehreu in Ostpreußen bilde, und Reichswehrtruppen in den Bezirk Allenstem entsende, d. h., daß es für jeben Fall an der Grenze Rußlands und Polens Truppen aufstelto und bereit sei, zu handeln. Es sei unmögliu,, zwi scheu der deutschen Methode und der bojicfe1 wistischen Methode nicht eine eigenartige Gleichförmigkeit zu erblicken. Der „Matin" wetst auch aus die Acußerungen des Sowjetvertreters Kopp bin, er habe mit der deutschen Industrie verhandelt. Die deutschen Generale hätten mit rum sch^n Generaleir verhandelt. Deutschland sei über- und gefährlich abgelehnl haben." General Hoffmann scheint zu der Gruppe derer zu gehören, die für die deutschen Interessen aus der neuen Entwicklung im Osten sich nichts versprechen. Indessen scheint uns die Neutralitätspolitik in der Form, wie der Reichsminister Dr. Simons sie vertritt, dennoch richtig und weitausschauend zu sein. Es schadet nichts, wenn die Entente den Eindruck gewinnen sollte, daß ihre bisherige Politik Deutschland schließlich zu verzweifelten Schritten drängen könnte. Biel nutzloser wäre eine Erklärung gewesen, die heute von der „Deutschen Zeitung" gefordert wird. Das Blatt sagt nämlich: „Hätten wir von vornherein klar erklärt, daß wir unter keinen Umständen daran denken, mit den Bolschewisten in freundschaftlichen Verkehr zu treten, so hätten wir den Franzosen ein wirksames Agitationsmittel entzogen." Dazu wäre zu fragen: Was wäre mit einer solchen Erklärung wohl gewonnen! Die Franzosen würden wahrscheinlich in ebensolcher Weise Hetzen, wie sie es jetzt tun, und schließlich hat man sich ja zu fragen, ob solche Hetze Frankreichs nichts schließlich gerade die Engländer und die Amerikaner zur Besinnung bringen muß. Es ist durchaus wünschenswert, daß der ungebändigte Haß des westlichen Nachbarvolks bei der richtigen Gelegenheit rechtzeitig zur Ohnmacht gebracht wird. Das ist auch ein Ziel, an das wir im Zusammenhang mit der Verwicklung im Osten denken müssen. Paris, 8. Au«. (WTB.) Die Konferenz zwischen Millerand und Lloyd George begann in Hylhe heute vormittag 10 Uhr 15 Minuten unb bauerte bis 1 llhr 30 Minuten mittags. Um 2 Uhr 30 Minuten nmrbc folgendes CommuntquS an5 englischer Quelle veröffentlicht: Die englifdje Regierung hat von den Sowjets eme endgültig- Antwort auf die Note, die ihnen am cffeitag überreicht wurde, nicht erhalten Indexen erhielt sic Andeutungen über die Absichten der Bvlschermsten und sic lassen voraus etzen, daß d:e: sich weigern, der vorgeschlagenen Einigung 3u.1i' stimmen. Man weiß, daß nach der Konferenz, die "loyd Gev'g?, Bonar Law und Lord Curzon am Freitag mir keu Däuptdekegierten rer -o.iffe.» regierung t.i Xtonbon hatten, ein Memorandum nach Moskau gesch'ckt wurde, um den Abschluß einer Waffenruhe für die Zeit von zehn Tagen an der russisch-polnischen Front zu erlangen, unter der Dedingimg, daß man beiderseits in den Stellungen verbleibe, ohne si» während die "er Zeit zu vr- befiern. Da sich di: Sowjets weigern, die Operationen, zu unterb)\-cfjen, fand den ganzen Vormittag ein reger Meinungsaustausch über die zu Der Zusammenbruch Polen;. Köln, 7. Aug. (WTB.) Unter der Ueberschrift „Dec Zusammenbruch Polens" läßt sich die „Kölnische Zeitung" von ihrem Warschauer Berichterstatter folgendes berichten: Die Lage Polens entwickelte sich zu einer militärischen Katastrophe und zum völligen innerpolitischen Zusammenbruch. Selbft die militärischen Ratgeber Polens, die Franzosen, gaben am Donnerstag mittag ihren Schützling preis und bestellten bei dem deutschen Generalkonsulat für sämtliche Missionsmitglieder schleunigst Pässe zur Abreise. Wegen Personalmangels bei den deutschen Behörden übernahmen drei französische Majore die Schreibarbeil im deutschen Generalkonsulat. Die einzige militärische Hoffnung Polens, die von General Haller aufgestellte Freiwilli^enarmee, leistete in den ersten schweren Kämpfen, die sie Anfang dieser Woche mit dem Feind an oer Nordfront hatte, zwar teilweise unter ungeheuren Verlusten Heldenmütiges, versagte teilweise aber auch vollkommen. Zersetzend wirkte besonders die eigenartige Stellung der französischen Generalstabsoffiziere, des Generals Weygand, die als Berater den höheren Stäben beigegeben waren. Das militärische Ehrgefühl der Polen sträubt sich dagegen, sich von den Franzosen bevormunden zu lassen. Häufig wurden von den polnischen Führern des einen Abschnitts Befehle ousgeführt, im Nachbacab- schnitt aber außer Acht gelassen, so daß das Endergebnis dieser sogenannten französischen Hilfe-eine heillose Verwirrung der Kommandoverhältnisse an der Front war. Am Dienstag und Mittwoch wurde das letzte Hindernis für den Vormarsch gegen Warschau, der Flutz- lauf des Bug, in vierzig Kilometer breiter Front zwischen Janow und Drohyychin überschritten. Hierbei wurde eine Brigade der Freiwilligenarmee derart auseinandergetrieben, daß die Trümmer in aufgelöften Trupps bis Warschau zurücksluteten .und a gerrsfen, ermattet, verwundet oder gemnd, Aer ohne Waffen, in Rudeln von 20 bis 40 Mann, Eine Rede der Re'chrfinanzministerr. Frankfurt a. M., 8. August. (WTB.) Nelchsfinanzminister Dr. Wirth be* handelte heute auf einer Konferenz der Zentra mspartei eine Reihe nichtiger Fra^ gen der äußeren unb inneren Politik. Im russisch-polniscl>en Kriege nmßte Deuts chlmid „ruhig Blut und unbedingte Neutralität" bewahren. Will hätten keinen Anlaß, uns für> den französisclien Kapitalismus in einen Krieg zu stürzen. Anderer-' seits aber könne man auch nicht alles fceil vom Osten erwarten. Was die Genfer Konferenz bringen werbe, fei noch imgewiß. Jedenfalls tömiien die in französischen Zeitungen genannten phantastischen Summen von Deutschland ganz unmöglich bezahlt werben, selbst toenn es hundert Jahve auf das schwerste schaffte. Die itoge im Innern gebe der äußeren an Schwierigkeit iund Gefährlichkeit nicht nach. Bei einer Schuldenbist von 240 Milliarden Mark stehe der finanzielle Zu^ sammenbruch drohend vor der Tür. Die über 40 Milliarden Reichsschulden für die Uebernahme bet Eisenbahnen sind in dieser Sunrmc noch nickst einmal enthalten. Für die Beschaffung von wenigstens einer Million neuer Wohnungen müßten weitere 50 Milliarden aufgebracht werben. Bei einer Sabotage der Einkommensteuer, wie fid bereits mehrfach versucht wurde, sä der Zusammenbruch unvermeidlich. Trotz aller düsteren Aussicht ten wolle die Regierung mit aller Kraft und Zähigkeit roeiVerarbeiten, um wenigstens die Anfänge der Wege zur Rettung und Gesundung zu bahnen. Die Schaffung der sozialen Republik iioerbc zu ihrer Lösung noch das ganze 20. Jahrhundert in Anspruch nehmen und könne überhaupt nur dann gelöst werden, wenn jedep deutsche Mann unb jede deutsche Frau daran mitarbeite, daß ein neuer Geist das deutsche Volk mit dem Ideal werktätiger Nächstenliebe erfülle. ob die Krisis gelöst werden könne. Paris, 8. Aug. (Wolff.) Wie der . Matin" mrs 2ouboit meldet, 'hatte Lloyd George gestern lukbenim eine lange Unterredung mit SB a - jneuDto und Krassin. Mm glaube, die eng» lisck)e Regierung sei bereit, ihren ersten Standpunkt mifrechtz!uerhalten,d . h. die Eröffnung von Waffenstillstands- und Friedensverhutoümgen anzuraten. In Londoner 'offizielle Kreisen sei man heute etwas optimistischer. Meinungsaustausch in Washington. Lorndon, 8. Aug. (Wolff.) Reuter. Zwischen Washington, London unb Parts findet fortgelebt ein reger Meinungsaustausch über die polnische Frage statt. Es ist bekannt, daß die Alliierten veriuchswn e den P an für eine von Amerika an Polen zu gewährende Hilfe in Vorschlag brachten: die Einzelheiten werden mdessen sorgfältig geheimgehalten. Pariser Hetzereien. slawicns an bet Lösung noch viel großer. Ter Streitfall ist nicht unlösbar, wenn der italteitifdun Mäßigung auf der anderen Seite Verständnis für die unerläsüickie Notwendigkeit entspricht, daß Italien an seinen Grenzen Garantieii hal^n muß. aus die es nicht verziclsten kann, und füifc>.< Orilige fpvtwendigkeit, daß der freie Wille von Siädttm gewal-rt wird, die nach Rasse und Enrrffuoden italienisch sind. Rom. 7. Aug. (Wolff.) '.'lnläßlich der Beratung über den Frieden von St. Germain in der italienischen Kammer führte Wrai Sforza weiter aus: Bon den beiden Möglich feiten einer Politik gegen Rußland hat diejenige einer Stachelbrähtabsperrmig überall Löcher be- Ännnen. Tie Blocbadepolitik aber brachte Ruklano mehr moralischen Vorteil als gr ifbaren schaden. Diese Politik ist nicht nach dem Sinne des 'iialrem- sckren Volkes, das gern mit den Regierungen und Völkern fühlt, denen nach inner Meinung Gewalt geschieht Tas kommunistische Experiment muß sw) in Rußland bis zu Ende ungestört entwickeln und der Bdlschckwismus soll aus eigener Kratt fortbestehen oder unter gehen; er daN aber nicht zum Märtyrer gemacht werden. £e ungehinderter der Verkehr mit Rußland ist, um so fester to:rb hrm-re gesunde und klare lateinische Denkart an den fieberen und schnellen Entwickelung unserer Jahrhunderte alten Ueberlieferuug toshalten. Teswegen haben wir mit der Regierung in Moskau ein Abkommen getroffen, das die Zulassung eines russischen Agenten in Italien und eines italienischen Agenten in Moskau betrifft. Tiefe Agenten sollen tm der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Landern arbeiten. Ter russische Agent wird erwartet unb wir werben seine Reise erleichtern und er wird in Italien das freieste sGast- reckt genießen. Natürlich versteht es sich ganz von selbst, baß dieser russische Agents sich nicht in »ore inneren italienischen Angelegenheitcn einmpchcn darf. Gleichgültig, ob die Russen ste wollen oder nur ertragen, führ Graf Sfor-a fort, — die Regierung in Moskau besteht und wir können nicht wünsKn, daß Europa die Einbildung, als ob Rußland nicht ba fei, länger fvrtsetze. _ lieber die ad r iatische Frage tagte Gras toneraien oervanoeir. aeuvcyiano iti uuti- Sforza: Wenoi^ Italien euch ein Jnt-ercsff der Rußland; bolschewfftisch in Moskau, anti-» Lösung dreier ^age hat, io r|t bas ^tterciiefSu d- Die neuen Besprechungen Lloyd Georges und Millerands. Heber die neue Konferenz zwischen ben leitenden Staatsmännern Englands und Frankreichs liegen heute ziemlich wider- ipruchsvolle unb unklare düachrichten. vor. Die Melbungen aus französischer Quelle bemühen sich, ben Ernst ber Lage nach Gebühr herauszustreichen, wobei ber Wunsch nach einem offenen Konflikt mit Rußlanb, in ben auch Englaub eüblich hineingez-ogen werden soll, ber Vater bes Gedankens ist. Auch das 'Kommunique, das aus Paris mitgeteilt wirb unb angeblich aus englischer Quelle stammen soll, atmet biesen Geist bes Komslikts. Auf tzer anbereu Seite werben aber Meldungen verbreitet, bie auf bie Fortsetzung eines sehr regen Meinungsaustausches zwischen ber Entente und Rußland hinauslaufen. Es heißt sogar, es seien bereits aussichtsreiche Festsetzungen über das Zustandekommen eines baldigen Waffenstillstandes erreicht worden. Die Lösung der außerordentlichen Spannung wird aber erst dann ein treten, wenn wir genauer wissen, welches die Ziele Sowjetruß- lands sind, und ob die Herren Lenin, Trotzky und Tjchitscherin geneigt sind, an vertragliche Abmachungen sich auch ernsthaft zu halten. Die biplomauichen Noten Tschitscherins sind, was seine Endziele anlangt, in ein ebenso zweideutiges Dunkel gehüllt als es die Kundgebungen der früheren Diplomaten Rußlands schon immer waren. Es klingt, als sollte die Entente leise verspottet werden, wenn von Moskau aus versprochen wird, Polen solle seine Freiheit und Hnabhänaigkeit behalten und womöglich uoch weitere Grenzen erhalten als die Entente ihm ciiigeuäumt habe. General Hoffmann, der bekanntlich die deutschen Unterhandlungen mit Sowjetrußland in Brest-Litowsk geführt hat, soll dieser Tage einem Vertreter der amerikanischen Presse gegenüber erklärt haben, die Moskauer Sowjetregierung werde grundsätzlich an keine von ihr vertraglich übernommene Verpflichtung auch nur vorübergehend sich hallen. Ihre Zwecke seien Weltrevolution und Welteroberung. „Hätte ich," so sagte der General, „zur Zeit der Verhandlungen in Brest- Litowsk die Sowjetregierung so gut gekannt, Ivie ich sie jetzt durchschaue, so würde ich schon damals jede Verhandlung mit ihr als nutzlos Der Vormarsch aus Warschau. Warschau, 9. Aug. (WTB.) Havas. Es werden starke bolschewistiscye Truppenkonzentrattonen vor Warschau und im Norden der Stadt gemeldet. Man erwartet einen weitausholenden Angriff der Roten Truppen, um den Bormarsch auf die Hauptstadt zu versuchen. Die deutsche Kolonie in Warschau. Berlin, 7. Aug. (WTL.) AaS Warschau wird gemeldet, daß ein großer Teil ber de irischen Kolonie bie Stabt verlassen hat. Ter deutsche Ges an die Graf Oberndorfs verblieb auf seinem Posten. Ein öfterreichisch-rnsfischer Gehcim- bcitrog? Am st er da in, 7. Aug. (Wolff.) Wie die „Times" aus Newyork erfährt, hat der amerikainsck>e Staatssekretär Evlby einen Geheim v ertrag veröffentlicht, der zwischen O e st e r r e i ch und Sowjetrußland abgeschloff.'N ur'rcert fern soll. Nach dem Verborge verpslichlket sich die öfter» reicksts-che Regierung zur vollkommenen Neutralität bei jedem neuen Kriege gegen Sowjet-Rußland imb zur Verweigerung der Durchfuhr von Kriegsmaterial zu Gunsten der Feinde ber Sowiet- republif. Ferner soll ber Vertrag bie Wieder.nff- nähme der frn-mziellcm, wirtschofilichen imb polnischen Bezickhimgen enthalten und außerdem bühnt» men, daß alle ehemaligen Mitglieder der imgari- scheu Sowjetregierung, die sich jetzt in Oesterreich aufhalten, frei gelassen imb nach Sowjetrußlaird zu- rückbefördert werden sollst. Rußland und Rumänien. Paris, 7. Aug. (WTB.) Nach einer Havas- melbung aus London hat die russische Re g ie- rung einen Funkspruch an bie r itinänil d>c Regierung gerichtet, tu dem sie sich bereit er» flärt, Verhanblungcit aufzunchmeil. um bie schve- benben territorialen unb wirtschaftlichen Fragen zu lösen. Tie Solchetregierung schlägt als Verband» lungsort Charbaw vor. ben Worten: Die Lage ist ernst. Lonbon, 8. Aug. (WTB.) Nach einer Reutermelbung ivird keine Auskunft über bie heute nachmittag in Hythe abgcl-altenen, Beratungen gegeben. Es sei wahrscheinlich, datz bt< Beratungen ber Konferenz noch morgen den Mmzen Tag in Anspruch nehmen toenäen. P aris, 9. Aug. eiden Miitister sowi? Oberpuäsident Tr. Sie'hr übech-ie grundlegende Bedeutung und die unb&tiigbe Mtwendtgte. > Cer inneren Geschlchsertheit der Provinz, deren conerne-. Förderung sich die Reichsregierung stets bewwers angelegen sein lassen 'irerix. Tie Aufrochüm ralrmlg, der von der ReichSoegierung verkünDeten.NeutraU- tät, die auch die Notwendigkfft des Äbusnayn«^ zusiandes für Ostpreußen i-erbcigefuhrt habe, Jet eitie Lebcnsiro.gc für die Provinz. Besonders wurde beruorgeljoben, daß alle Arbeit, die auf dem Gebiete des .Selbstschutzes der Provinz -mtter Beteiligung aller mir dem Boden her Berfassimg stehenden Teile der Bevölkerung zu leisten sein würde, nur unter der Aussicht des Oberprästdenten erfolgen könne. ,Tie Rückreise der Mmtster nach Berlin findet 'beute abend statt. Deutsche Auswanderer nach Rußland. Moskau, 7. Aug. (Wolff.). Ter VoMom- missar für auÄvä-Nige Angelegenheiten der L?owic1- republik, T sch 1 t sche r in, gibt stilgsiches bekannt: Auf Grund einer Mitteilung des russischen Ber- ireters, Kopp, l'eUiglich ter in Berliner Tageszeitungen durch unperanyvortliche Personen äus- gestreuten Nachrichten, daß Tausende von deutschen Auswanderern in der nächsten Zeit nach Rußland a b r e i sen tonnen, wird hiettxurch bekannt- gegeben, daß Transporte nrit AnÄvanderern, ebenso wie einzelne Personen, die -ohne die vorherige Erlaubnis der russischen Sowjettegwrung und, ohne die erforderlichen Paßso-rmationen bei der russischen Vertretung erfüllt zu 'haben, die Abfahrt rnis Tcutsckiland unternslfmen, bedingungslos von der russischen Grenze z u r ü ck g e s ch i ck t werden müssen. Ter am 1. .August von Ste11inf abgegangene Transport ist von den russischen Behörden über» ivommrn icorben nur unter Berücksichtigung der äußerst schwierigen Lage der angeäomnieren Auswanderer, die in Unkenntnis der Einveisebedingun- gen sich zur Fährt verleiten ließen, die jedoch hinter den gegebenen Umständen mit Weiteren Schwierigkeiten zu rechnen 'haben tverden. Aris Vern Reiche. Der Befchl zur Verminderung des Heeres. Für die Verminderung des Heeres ist jetzt der Befehl des Reichsweh r m i isi st e r i u m s ergangen. In jedem Wehrkreise wird die Division gleicher Nummer gebildet. Im 3. Wehrkreise werden außer den zwei reitenden Abteilungen als 4. und 5. Abteilung des Artillerieregiments 3, im 5. eine reitende Batterie als 11. Batterie des Artillerieregiments 5, im 6. der Stab einer reitenden Abteilung und zwei reitende Batterien als 4. Abteilung und 11. und 12. Batterie des Artillerieregiments 6 gebildet. Die schweren Geschütze sind bis zum 10. August an die Reichstreuhandelsgesellschaft abzugeben. Aus den außerdem bts zum 31. Dezember zugebilligten 50000 Mann bleiben im Wehrkreise 3 die 5. und 8. Reichswehr-Brigade, im 4. die 4. Reichswehr-Brigade bestehen. Sanitätsabteilungen werden bei der 5., 8. und 4. Reichswehr-Brigade nicht gebildet. Es werden so mir 28308 Mann in Anspruch genommen. Aus den verbleibenden 19 692 Köpfen können noch eine Reihe von Formationen gebildet Inerben, lieber bie Wahrung der landsmannschaftlichen Zusammenhänge soll besonders bestimmt werden. Die Umbildung des Heeres ist in den nächsten Wochen vorzubereiten, so baß sie im Laufe des Septembers durchzuführen und mit dem 30. September 1920 vollendet ist. Sie soll die Bereitschaft und Schlagfertigkeit des Heeres bei der Durchführung so wenig wie möglick herabsetzen. Die Lehrörigabe Döberitz wird zum 15. August aufgelöst. Aufdeckung eines PferdetzchmuggelS an der dänischen Grenze. Berlin, 7. Aug. (WTB.) Den Beamten des Reichs beauftragten für die Ueberwachung der Em- und Ausfuhr an der dänischen Grenze war bereits seit einiger Zeit aufgefallen, daß inständig zunehmendem Umfange dänische Pferde ohne Einfuhrbewilligung nach Deutschland eingeschmuggelt tourben. Trotz aller Bemühungen gelang es zunächst nicht, derartige Pferdetrans- borte zu fassen, weil die beteiligten Schieber mit außerordentlicher Vorsicht imd Geschicklichkeit zu Werke gingen. Als kürzlich ein Kontrolleur des Reichsbecmftragten durch ein ihm gemachtes unlauteres Angebot von einem neuen Schmuggel Kenntnis erhielt, sah er sich veranlaßt, scheinbar aus bas Angebot emzugchen, um endlich diesem Treiben ein Enbe zu machen. Er teilte sein Vorhaben bent zuständigen Landrat mit mid traf die erforderlichen Maßnahmen. Es gelang ihm, die Beschlagnahme eines größeren Transportes mit insgesamt 109 Pferden herbeizuführen. Wenn auch bedauerlicherweise für den Kontrolleur des Reichsbeauftragten dieses verdienstvolle Eingreifen unangenehme Folgen hatte, da er auf der Zoll- ftetion in Tondern auf Veranlassung der betroffenen Schieber verhaftet und erst nach eingehender Vernehmung durch die dänischen Richter frei- gelassen wurde, so ist doch durch sein tatkräftiges Erngveifern bat Schiebern ein fühlbarer Denkzettel erteilt worden, der seine abschreckende Wirkung hoffentlich nicht verfehlt. Hu$ dem besetzten Gehret. Proteststreik gegen französische Uebergriffe. sd. Frankfurt a. M., 8. Aug: Das Personal der Biebrich-Wiesbadener Straßenbahn ist in den Streik getreten, der sich nach einer öffentlichen Erklärung der Ausständigen gegen das ungehörige Ver- haltenfranzösischerZivil-undMili- tärpersonen auf der Straßenbahn gegenüber dem Personal richtet. Durch das Verhalten der französischen Fahrgäste kommt es fortgesetzt zu Zusammenstößen mit dem Personal und zu schweren, Bestrafungen der Schaffner, von denen sogar verschiedene in Haft genommen worden sind. Ihre Freilassung bezweckt der Ausstand ebenfalls. Bec- haftimgen wurden, wie behauptet wird, u. a deswegen vorgenvmmen, weil ein Schaffner bei einem plötzlichen Ruck des Wagens gegen einen französischen Offizier getaumelt war. Französische Justiz. fd. Höchst a.M., 8. Aug. Ein hiesiger Gastwirt, der dem Verbot zuwider an Truppen der Besatzungsarmee Alkohol verkauft hatte, wurde vom Militärpolttei- gericht in Wiesbaden zu einem JahrGe- s ä n g n i s und 3000 Mark Geldstrafe verurteilt. Aus HeFen» Die Druschprämie. rm. Darmstadt, 8. August. Einen dringlichen Antrag betr. die Drujch- prämien hat der Abg. Dorsch der Volts- Kammer zugehen lassen, in welchem er beantragt, das hessische Staatsministerium möge beim Reichsernährungsministecium dahin wirken, daß die Fristen, die zur Gewährung der Frühdruschprämien vorgesehen luw, brs zum 1. Januar verlängert werden, damit einesteils die kleinen Landwirte, anderntetT, die spät erntenden Gebiete, wie ber Vogelsberg und der Odenwald, auch in den Genuß der Druschprämie kommen können. Zum Schutze des Landtags hat die Regierung des Volksstaates Helsen rm Einvernehmen mit dem Präsidenten des yeffi- schen Landtags gegen revolutionäre Angriffe einen genau befriedeten Bannkreis desLand- lagsgebäubes in ber Rheinstraße festgelegt. Innerhalb dieses Bannkreises dürfen nach reichsgesetzlicher Vorschrift Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge ohne Erlaubnis des Landtagspräsidenten nicht statt- finden. Den, der an hiernach verbotenen Versammlungen ober Umzügen teilmmmt, treffen bie Strafen bes Auflaufs unb des Landfriebensbruchs. Wer zur. Veranstaltung solcher Versammlungen ober Umzüge auffor- bert, wirb mit Gefängnis bestraft. Wer vorsätzlich Anorbnungen übertritt, bie ber Prä- sibent bes Lanbtagsgebäudes über bas Verhalten in dem Gebäude erläßt, wird mit.Gefängnis bestraft. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. August 1920. Beranstaltungen. Montag, 9. Juli: Hotel Einhorn, 8V2Uhr, Gastspiel Buchwaw. — Lichtspieltheater wie gestern. ** Amtliche Perjonalnachrichten. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzenbe Schulstelle zu Stumpertcnrvd, Kreis Schotten. Mit der Stelle ist Orgamsdenbienst verbunden. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Tas nächste Sommergastspiel sieht eine Wiederholung des mit so großem Beifall aufgawmmeuen Schwankes „Zwangsein q uartier ung" vor. vor. Am gleichen Tage, nämlich Dienstag, den 17. August, kommt auch für bie Kinderwelt eine Neueinstud-ierung des Kindermärcl?ens „Hänsel und Gretel" um 3Vs Uhr nachmittags bei kleinen Preisen zur Aufführung. ** Ober hessischer Kunstverein. Nachbem die Ausstellung ^hessischer Mnstler geschlossen ist, soll in nächster Zeit noch eine Au s- stellung.graphischer Werte ^»lgrn. Für die Eröfffiungs-Ausslelliung iml Herbst tif.gcn bereits zahlreiche Anmeldungen bekannter Künstler vor, so auch der Münchener Ahuavellisten mit einer Son- bevausstelllmg. ** Gestohlen wuroe am letzten Freitag in einer außerhalb der Stadt gelegenen Wirtschaft ein fekrgrüner Gummimantel, der unter dem Aushänger die Firma „Sweby London" trägt. Bor Ankauf wind gewarnt. **Der Gattenmörde.r Rein begnadigt. Der Ofsizierstellvertreter Rem, der seine Frau bei Büdingen ermordet und die Tat unumwunden zugestcmdcn hatte, wurde bekanntlich durch Urteil des Schwurgerichts Gießen zum Tode verurteilt. Nachdem ine Revision verworfen war, hatte der Verteidiger ein Gnadengesich) emgercicht. Das Gericht, die Staatsanwaltschaft hatte sich gegen bie Begnadigung ausgesprochen. Das Gefamt- mini'stecium hat nunmehr laut Beschluß vom 23. Juli dem Gesuch stattgegeben Und den Verur- ieAcn zu le benslänglechem Zuchthaus begn abigt. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Juli wurden 1999 Bande ausgegeben. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1298, Zeitschriften 66, Jugendschristen 184.Literaturgeschichte 10, Gedicbte unb Dramen 50, Länder- unb Völkerkunde 24, Kulturgeschichte 28, Geschichte und Biographien 100, Kimstgeschichbe 24, Naturwissenschaft und Technologie 91, Haus- und Landwirtschaft 18, GesundheitSlckhre 15, Religion und Philosophie 40, Staatswissensch-fft 17, Sprachwissensclxaft 17, Fremdsprachliches 17 Bände. Nach auswärts kamen 18 Bände. ** Bei ber stabt. Obst- und Gemüse st elle, Marktlauben, ist heute wieder ein Waggon Weißkraut, Karotten unb Awie- beln eingetrvffen. Ebenso trifft täglich frisches Obst ein, wie Aepfel, Birnen, Mirabellen unb Fallobst. Verkauf täglich bis nachmittags 5 Uhr. ** Sämtliche Getreibe-Selbst- versor ger ber Gemeinbe Gießen werben aufgeforbert, sich am 9. unb 10. August auf bem Stabt. Lebensmittelamt, Zimmer 8, währenb ber Dienststunben anzumelben. ** Stäbtischer Schuhverkauf. Tie Anmcldeftift für bie sogenannten „BolVwMstiefel" läuft morgen ab. ** Die Gießener freiw. Fcu erwehr, die während der Kricgsjckhre ihr 60jährigos G r ü n- bungsja'hr nicht feiern konnte, beabsichtigt in diesem Jahre das 65jährige Jublläum in größerem Rahmen zu begehen. Von einer größeren Feier soll abgesehen werden. Doch linrb an einem der nächsten Sonntage eine große Uebung mit sämtliche 1 Löschgeräten stattfin0'2N. Dieser Uebimg gdht eine Familienfeier für die Feuierwe'hrleute voraus. Für das nächste Ja'hr ist aber aus Anlaß des O b e rhe s s i- schen Feuerwehrtages eine größere Veranstaltung, verbunden mit einer Ausstellung von Feuer wchrgeräten und sonstigen neuzeitlichen Feuerwe'hrausrüstungen geplant. Kreis Büdingen. fd. Hirzenhain, 8. Aug. Durch Demonstrationen unb Drohungen erzwangen bie Arbeiter der hiesigen Bude- r u s s ch e n Werke von dec Direktion Lohn- zugeständnisse unb bie Wiedereinführmrg ber vollen Arbeitszeit Wegen Mangel an Aufträgen sollte vom 1. August ab nur an vier Tqgen ber Woche gearbeitet toerbeiu Kreis Friedberg. ** Bad-Nau heim, 9. Aug. In Bad- Nauheim findet am 27. August und folgendm Tagen ein großes allgemeines Lawntennis- Turnier statt. Wertvolle Preise werden auch dieses Jahr wieder zur Verfügung stehen,. xkl. Nieder-Mörlen, 7. Aug. Ein 12= jähriger Junge von hici' warf gestern Nachmittag einen Trahi auf die Starkstromleitung der Ueberlandaul'age in der Nähe des Ortes und wurde dabei auf ber Stelle von dem Starkstwm getötet. Starkenburg und Rheinhessen. dz. Darmstadt, 9. Aug. Die Verwaltungs- Abteilung der Hess. Lau des-Gemüsestelle wird mit Wirkung vom 10. August aufgelöst Ihr Vorsitzender ist mit der Abwicklung ber noch laufenden Geschäfte beauftragt. Hessen-9tassan. fd. Frankfurt a. M-, 8. Aug. Nach einer Mitteilung des Oberarztes Dr. Samson am Stäbtischen' Krankenhause tritt in letzter Zeit eine vorher n0 ch nicht b.e 0 b achte te Krankheit, Knochenerweichung, bei jungen Leuten von 20—22 Jahren auf. Sie trifft hauptsächlich junge Leute mit zurückgebliebenen körperlichen Anlagen, ist äußerst schmerzhaft unb erfaßt bei Jünglingen bie Rippen, bei Mädchen bie Beckenknochen. Lebertrankuren unb reichliche Nahrung sind die Heilmittel. fd. Oberursel, 8. Aug. Die Arbeiter der Oberurseler Motorenfabrik verlangten von der Direktion eine Lohnerhöhung zur Deckung des zehnprozenttgeu Steuerabzugs unb traten, als ihnen diese Forderung nicht sofort bewilligt wurde, am letzten Dienstag in Streik. Als der Ausstand auch nicht zum Ziele führte, Aog Donnerstag mittag die gesamte Arbeiterschaft vor die Direktton und erzwang für bie Akkord- arbeiter eine Lohnerhöhung von 10 Prozent unb für bie Lohnarbeiter eine solche von 15 Prozent. Anßerbem erwirkte sie bie Auszahlung einer entsprechenben Ausgleichssumme für bie burch bie verkürzte Arbeitszeit entstandenen Ausfälle. Die vewirtschaflnng der Lebenrmittel. X Hanau, 8. Aug. In einer Pr eis- abbaubefvrechung,bie unter bem Vorsitze bes Lanorats Dr. Voigt stattsanb, erklärten sich bie Landwirte für eine Senkung bes Preises für bie Herbstkartoffeln auf 20 Mark für ben Zentner. Diese Ermäßigung soll auch auf die schon abgeschlossenen Kartossellieserungsverträge ausgedehnt werden. Spotrt. ** F u ß b a l l s p 0 r t. Anr Sonntag spielte bie 3. Mannschaft bes Vereins f. Rasenspiele 19(X gegen 2. Mannschaft des Fußballklub Wallau. Da Spiel endete mit 5:3 Toren zu Gunsten Gießens Anschließend spielte die 2. Mannschaft des V. r. R. gegen bie 1. Mannschaft von Wallau. Auch hier war die Gießener Mannschaft mit 1:0 Toren siegreich. Gerichtssaal. ga. Grünberg, 7. Aug. SCm vergangenen Mittwoch 'batten sich vor dem hiesigen Schöffm- gettcht 6 Milchfälscheriunen und 1 Milch falscher aus verschiedenen umliegenden Dörfern zu verantworten, denen je nach ber Schwere ihrer Vergehen bedeutende Strafen zuerkannt wurden. L>ie betrugen außer ben Kosten der Verfahren 600 Mk., 500 Mk., in drei Fällen 400 Mk., 100 !Mk. und 50 Mk. Tas Geriäst 'wies in ben Uttellsbegrün- dungen auf die Gemeinheit der Gesinnung hin, die der Handlungsweise der Verurtellten zugrunde liege. Hochschnlnachrichten. Hk. Frankfurt a. M., 7. Aug. Wie ttür erführen, hat Pvof. Dr. jur. Franz Beyerle in Basel einen Ruf an die Universttät Fran kfurt a. M. >als Nachfolger von Prof H. Planitz auf den Lehrstuhl für deutsche Nechtsgeschickste, deutsches Privatrecht, deutsches bürgerliches stiecht unb Handelsrecht erhalten. — Wie wir 'hören, ist das Ordinariat der Geographie an der Frankfurter Universität (anstelle von Professor N. 'Krebs) oem Würzburger Geogratchieprv- fessor T r. Karl Tlieodor S a p p e r angeboten worden. Der bekannte Geographie- und Forschnngs- reisende ist ein geborener Bayer (geb. 1866 zu Wittislingen bei Tillingen). vermidchtes. * Dortmund, 8. Aug. (Wolfs.) Heute vormittag riß auf ber Zeche „Kaiserstuhl" in Schacht 2 ern Förb ers eil unb ber För- berkorb stürzte 350 Mitev in bie Ttese. Fünfunbzwanzig Bergleute sind to t. * Rom, 8. Aug. (WTB.) Stefani. Der,Er» preßzugWien — Udine — Triest ist inder Nähe der Station Rcana del Rojale entgleist. Die Wagen stürzten fast sämllich um. Es gab fünf Tote unb zahlreiche Verletzte. Lokomotivführer imb Heizer des Zuges befinben sich unter den Schwerverletzten. .... Äjwnmm» " ■ — hessische Volkskammer. Darmstadt, 7. Aug. Die heutige Beratung nnrb kurz nach 10 Uhr durch Präsident Adelung eröffnet. Zunächst berichtet Abg. Eiigelmaim über eine Negiecungsvor- lage, betr. den Bauarbeiterschutz, die ohne Aussprache Annahme findet. — Dann wird die Regre- rungsvorlage, betr. die Dienstverhältnisse ter Schreibgehilfen, nach Bericht durch Abg. Dr. Büchner angenommen. — Es folgt dann die Beratung der Regierungsvorlage, betr. Entwurf eines Gesetzes zur AusMrung des Landfteuergesetzes und oes Gemeindeumlagengesetzes. Abg. Reiber (Deni.) bedauert als Benchter- statter, daß es mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit nicht möglich mar, einen schriftlichen Bericht zu erstatten Im Ausschuß haben sich von vornherein grundsätzliche Bedenken gegen das Gesetz »>11 ft** cklung bet {J ?'A N y^* rtltt nt lehth «»mr, $ E zurück öußerr äts Wwigjfo Die Arbeite °mfabrv " nne Lohn WWnHto 5 lhnen buj( ■9t wurde, an 1 der Aussig >9 Donnerstai lchast vor bt ii die Akkord Dn 10 Proz« ne solche vvi te sie die Au» n Ausaleütz kürzte Arbeit» lebtvM einer Preij^ unter dem & t stattsand, er ‘ eine Senfwij itartoffeh. ner. Diese & on abgeschwsse je ausgeöehi Sonntag iN Ra'ensviele 191 M Wallau. D NunsM Giete nschast des 6. n Wallmi. A ft mit l.'f TM Arn vemany^ hiesigen * en und 13JHÜ enden Törjern Ähiocre ihrer v: mti wurden. • nsadren 6$ Rt 100 m- . 6. Pl-M- »“4 « i« ö le von W Tn. bah kW ein Finanzminister :ch gemacht. £r Srcnhftict a. M., 9 August. 6. Slug e»rf verwahrt jidt in einer persönlichen Bemerkung, daß er (Fenchl> in einer Versammlung erklärt habe' Die L-andwirte Hühneraugen Homha ul, jchvtelen u.Wirz eß’ , /^beseit^xlniell>di2rcjduKdfl5 XJ । . | lOOOOOfürhbrw&t Kukirol • Preisri.2^0.- In Apotheken «jyroderienerhülM Drorerie SeU, B»hnhof»tr»ße 51. Mg Detters (Soz. ivill nicht alles, was in jener Versammlung gesprochen wurde, gehört 699,30 699,30 946,55 146,85 233,75 166,05 45,32 332,65 751,7.5 679,30 2 ,97 23,84 83,90 24,22 430,- 294, 314^0 369,- 233^0 270,- 440,- Devlsenmarkt. Geld Brief Geld Brief 7. Aug. 6.8. 13 35 6,15 14.25 10^0 ,536,- 354,65 704,30 704,30 959,- 151,80 234,75 168,30 46,57 332,65 764/25 684,30 23,72 24,09 84,- 24,34 Stors 6.8. 79,70 68,90 60,40 64,50 142,50 264,- 197,- 162,50 149,- 142,- 179,- 170,25 437,- 294,- 313,- 370,- 240,- 274,75 440^0 453,- 355,- 291,- 204.- 410,- 214,75 314,50 22X50 293^ — Kurs 6.8. 79,60 Landes alchelfen yi können. 9lbg. Dorsch (&eff. Bp.) ved^ertigt den Widerstand seiner Fva-cion und widerlegt die Au^ Mrungen der Redner der anderen P.rrleien, durch d^efe Steuer werde fern Abbau erfolgen. Man dürfe auch nicht vergessen, daß die Bewertung der gro- zen Güter im Führe 1912 gegenüber dem Klern- besitz id>r vorteiHaft war. Die Ersparnisse der Bauern müssen jetzt alle für die Anlagen, die jetzt sehr teuer sind, u-ieder angelegt werden. Die gro- I jen Ausgaben der Städte, die der Bauer bezaülm oll, machen ihn bedenkliä). Ter ^n^mminiOrr habe sich seine Berechnungen schr lein, ... verwahrt sich dagegen, daß der ft-inanjmimfter die letzten Arbeiterunrichen, mit den berechtigten bäuerlichen Agitationen vergleiche. Tie Bauern sind gegen Sfouervorschläge d«s foerm ft-inanMinisters mißtrauisch geworden, nachdem er das tommmnskjch mnnutenüe Wort geprägt hat: „Ter Grund und Boden ist Gtememgut aller!" l3n einem Teil der Auslage imeti-rtplt) Die VölkertzuttSsfasiadt. San Sebastian, 7. Aug. (WDB? 'Der ständige beratende Ausschuß deS B ö l ker b und - s für foeeix*, Marim- in» Lustfahrvonge'.e,iaüU-i ten hielt gefbem ywi Sitzungen ad. Er l»eiprach beu Eirtwurf eines Rsglements tef Völkerbundes dm- sichtlut» der tzeereSstärke und der Bewaffnung derienrgen Staaten, die letzt ihre Aufnahme m den Itdlterbuni) beantnun haben, ferner die Mkmtanie des $>anbeU mit Wafßm und Bdminon imd des Gebrauchs von Stickgosen und die Pflicht zur ^lus- übung des Beaussichtigungsrechts, das von Deutsd»- land durch den Artikel 213 des Friedenwenragas 1539, - 1517^0 1520,50 ----- 352,15 352,85 Datum-. Amsterdam • Botterb. Drüsiel-Antmerpen. L-ril 1920 kerne Mo-tichlnl mehr haben, Ern- tommenfteui-r und VernEriuiigssteuer zu erheben — Mit )Jtürffid)t auf die Unsicherheit der Berechn raeecn soll die Regelung nur etne vorläufige fern. $tne roriitre Aufgabe nxn die Beschaffung der Deckung ter Schul lasten rrnd der Sicher heitspvli--n — Der Artikel 4 des Ausführungsgeletzes, der bi; Zuschläge ju der Grund- und Gewerbesteuer festlegt, habe die meisten SchwierrgSeilen gebradyi -Der scheinbare große Unterschied ztoischen der B- iheueamg. die nach der Regierungsvorlage bei bei Gewerbesteuer einen Zuschlag von 10 Ps.. bei der Gebäudr-steuer 25 Pf. und für landwirtschaftlich tenuBtcr Boden 1,25 Mk. von ie LOO Mk. des si-stSkste!lten Wertes betrage, sei in WrrMchkeil nichi vorhanden, da man brach en müsse, daß der 'lädtische i?aus- und Grimdbeiitz ohnedies außer ordentlich schwer belastet ist. Der von einer S-,t' DorgcbtQtbtt Vorschlag au, Herabsetzung des Satzes von 1,25 Mk aus 70 oder 75 Pf. halt' cint^i Ausfall gebracht, den die Regv^ing nicht gut= heifr.’ii tonnte, auch tne Mehrheit des Ansschu>s' auf 1 Mk für landwirtschaftlichen Besitz, 25 Pt V". schloa für Gebäude und 15 Pf. bei der Gewerk'« {teuer. Ferner werde der angeblich durch Art. 14 entstehende starke Eingriff in das Seibstvenval tungsrecht drr Gemeinde bekämpft Wichtig rst du Bestimmung, daß der Gemeinde schon letzt du- .'tosten ihres Schulwesens und ih« Polini.asten vom Staate erstattet werden. Sei dem Grmeindc- umlageiigesty haben sich einige Schnei,rk tltn ergeben, hier itrurbc fefbgelegt, daß die Ü)öhe der Steuersätze 60 Ps. für L>ausbesitz, 1 Mk für land- NnrlschafUichen 0>ruirdbrsitz und 60 Pf. den Gewerbebetrieb nicht überschreiten darf men angenommen. Heiuttransport uon Italienern. Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Dec Abtransport der italienischen Truppen aus dem Abstimmungsgebiet Marienwerder und Alltn- stein wird voraussichtlich am 10. August in drei Zügen stattfinden, die über Schneibe- mühl, Küstrin, Frankfurt a. O., Breslau und Oderberg geführt werden. Die Oeffentltchkett wird hiervon heute in Kenntnis gesetzt, um unliebsame Zwischenfälle bei dem Transport zu vermeiden. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich lediglich um den Heimtransport von Truppen handelt, nicht aber um irgendwelche Truppenverschiebungen nach Polen. Silberschiestungen. Koblenz, 7. Aug. (WTB.i^ Bor einiger Zeit waren bekanntlich in einem 0-Vuge von Bingerbrück nach Saarbrücken zwischen Mr । meb mr^lür-« kismühl von Polizeibeamt.n griße M.tüei Süber- münzen und 110 000 rumänif.-;. L'.i m Silber be- sck>lagnahmt werden. Tie Trager d.r ^ilbermunzm waren in Haft genommen worden, itxil der Verdacht vorlag, daß sie die Dilbermün.zen noch dem Aus- lande verschieben wollten. Vor ter Koblenzer Strafkammer hatten sich nun am 5. Lluguik 11 Angeklagte dieserhalb zu oerontwarten. Sie behaupteten, daß das Silbergeld in Wiesbaden -richt meljt sicher genug aufgehoben gewesen sei, weshalb sie es noch Saarbrücken hätten »erbringen -vollen. Tw An- geklagttn stammen aus Wiesbaden, ^larbrüxten, Metz und Paris, auch befindet sich ein SUntnnarm Nathan K. ous Frankfurt unter ihnen. Die Strafkammer hat nun folgendes Urteil gefällt: 3roci ber Angeklagten wurden freigesprochen. Die ubngm wurden bestraft, einer mit 6 Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, ein meit?rec 1 Mmat Gefängnis und 5000 Mark, MN weitere K zwei Monate unb 10000 Mark, ein weiterer 2 Monat« uni) 7500 Mark, ein weiterer 4 Monate unb 20 OOP Mark, der Kaufmann aus ftranffnrt 1 M-onat tmb 4000 Mark, her Haupkmstifter, ein Händler namens Noe H. aus Wwsbaden 6 Monate und 50 000 Mark Geldstrafe. Außerdem wurde die Einz-ehu»« der beschlagnahmten Silbemrünzen unb ber 110 000 rumänischen Lei verfügt. Ttreik auf der Wiesbadener Straßcnblchu. Marn-, 7. Aug. (WTB.) Seit heute früh streiken die 2kngestcllten ber Wiesbadener Straßenbahn Süddeutsche EicenboHngeseN- schäft-. Die Linien Mainz—Wiesbaden unb Brcb- rjch—Wiesbaden vertohren daher nrcbt. Abg. Brauer (Hefs. Vp.): Als üt der vorigen Wach' von feiten der Kollegen die l)od)ftTeben» den, hochfahrenden und tostfpieligeii Pläne bez. der Vorbildung an den Volksschulen eiitwickelt wurden, fiel mir unwillkürlich ein Zwischenruf des früheren Finanzmmisters Weber ein: „Wir schwimmen im Geld!" Welches Bild entrollt uns itun heute diese Vorlage? Sie stellt den bevor- ftetiertixn Bankerott der Großstädte unabwendbar in Aussicht, wenn nicht rasch' Hilfe gebracht würbe. Tiefe soll nun das flache Land bringen, mdem man den Landwirten ganz uiigeheueriiche unb ungerechte Steuern aufbürden will. Diese Notlage ist die Folge der Erzbergerschen Reich- ilCTierrcfocm, die alle anderm Länder und deren -'-roßstüb^ in gleicher Weise trifft. Während man tn Preußen es den Städten überläßt, sich selbst m hei-eu, gebt Hessen, rote bei ber Verfassung und dem Landgesotz, selbständig vor, obgleich es sich damals als ganz verkehrt herausgestellt hat. Nachdem nun Hessen in Verfolg der Miquelsck>en Steuerreform im Anschluß an Preußen die Grimd- mtd Gewerbcsteurr als Staatssteuer abgeschafft unb au diese Stelle die Vermögenssteuer gesetzt hat, soll jetzt durch diese neue Steuer nicht nur ber m 1900 letztmalig erhobene Betrag von 3,2 Millionen, sondern nach der Regierungsvorlage der siebenfache und nach dem Ausschuß- inürage der fast sechsfache Betrag mit 17 Millionen Mark erhoben werden. Wie stark diese neue Belastung wirkt, mag daraus ersehen werden, daß iietspielSweise eine Genreinde mit 1500 Morgen !anb- mid forstwirtschaftlichem Grundbesitz bei Bewertung mit 1000 Mark pro Morgen eine jährliche Gnmdstcuer von 15 000 Mark zu entrichten bat, eine Summe, die vielfach den Bedarf für ihren Gememdevorauschlag übersteigen dürste. Ich lami deshalb die bei der Generaldebatte von Präsident Hebel gemachten Ausführungen nur wiederholen. Die hier voraeschlageiien firnen Steuern legen der Landwirtschaft so schwere Lasteii auf, daß wir es nicht betontroorten können, soivohl im Interesse des Bauernstandes, als dec gesamten Volkswirt schäft dieser Vorlage Mise« Zustimmung zu geben. Wir werden sie ablehnen. (Beifall Handel. Berlin, 7. Ang. Bür senstim m un g s bild. Der Mittelpuntt des BörsenverlEbrs bilbclc die anfangs stürmische AufwänSbewegung der deutschen Petvoleumaktieii, die mehr als 100 Prozem gavaraten und bis 1130 stiegen, bann aber wieder 20 Proz verloren. Man sprach von dem Zustandc- ßjrnmm eines rirnanzabUonrmens mit bollänri scheu Firmen. Die übrigen Petroleum>oene profilierten bei ruhigem Geschäft je.xich wenig, auch io»st war die Stimmung fest. KnrSerl)öhiMgen überwogen, eroet :tm aber mir vereinzelt eineii größten Umfang. Kolonial Ivette nuten gebessert, -cochan- tungbahn unten anfangs se'hr begehrt und erziclleu eine mehr als lOprs^eivtige Besserung, wcro-on je- doch nur ein kleiner Teil behauptet werden tonnte. Rheinstcchl luaren im Anschluß an die gestrige Nacv- börse bei leblxirtev Kauflust 10 Proz. steigend^ Pho nix <> Proz. höher. Bismarckhütce nach den starken Rückgängen ter letzten Tage nur »mwesentlich um 6 Pvoz. crlrolt. Die politisck^ Vage wirkt tm allgemeinen lähmend auf bas Geschäft. Am Aartogc- markt nxir das Geschäft ruhig und rrur ivenig verändert. Teutsche Anleihen dxr fester. An der Boris entwickelte sich schließlich mietet ein lebhaftes Ote schäft in Schantung^Attieu, tue bis 685^ stt. gen, bann lauf 681 yrrüdgingen. Bezüglich ber Teutjdjen Petvolcmngesellichaft sprach man m beni Verkauf des gesamten Unternehmens an ein ausländisches müßten pro Morgen 125 Mk. Steuer zahlen. Dies Stockholm..... fei nicht wahr Wenn der Minister seine Bchaup-' Helsingsor«. .... tung auch bahin abzuschroäck>en suche, baß er es in Italien....... einer Zeitung gelefen lrobe, müsse er doch dagegen i London....... Protest erheben. Andere Leu«, wie z. B. ber Abg.' New-Yoek...... Petters, müßten doch diese Behauptung and*, tn Pari,....... jener Versammlung gehört habst. . Schwei,........ — —JLx '—3 — Spanien....... Wien (altes) . . . Deutsch-Oesterr. abg. Abg. Dr. Osann (Dtsch. Vp.- stellt fest, baß man die ersten Erfolge ber ReiEmmzreform bei den Arbeiterunrühen in ben verschiedenen großen Betrieben gesehen habe, bic eine Beriveigerung des Steuerab^i.ts und Weitere Vorteile für die Arlvtter auf dem ^Bege bet Gewalt gebracht haben. Eine zweite *)luflöge erlebe man bei ber jetzigen Vot-- lage, die als Füge ber Finanzreforrn in Erschein mntg trete unb die den lebhaftesten Widerspruck her» tiurrure Ter Grmldsatz der Reichsgesetzgebung, daß der Schuldabzug verböten sei, müsse als ein Unding bezeichnet >rerden. Den Genieinden seien nur weiiige Brockum geblieben. Der frühere Grundsatz der Unablmngigteit der Gemeinden sei vollständtg nufgegeben. Seine Freunde empfinden diesen Sprimg nach rückwärts für sehr betenflidk Die Gemeinten seien vollständig geknebelt, man wolle aber die Berantwirtung für eine strikte ?lbltbnung rnrot übernehm.n. Mali sollte atrntchmen, baß ber Fehlbetrag von 34 Millionen durch bie Uebenorifungen des Reiches eingd^i. Allerdings seien die Bedürfnisse ter Regierimg in kurzer Zeit außerordentlich i«nxnhsen; num 5ann sich aus die Berechnungen ter Regierung überhaupt nicht mehr.vetlas,en. yoter Unprrt' ihre Stellung gegen früher geändert hab-. Tie Forderungen seien n«ht geschoben l)ätle. Abg. Eißnert (Svz) hält es für falsch, ab- zuroarteu, was das Reich tut. Die Gemeinden können nicht länger hinousrezogeit werden: die Landwirtfcbaft werde nicht übertostet, und man habe alle Fragen berücksichtigt: ten Ertragswert könne man jetzt nicht zugrunde legen. Abg. Oiann habe nur ans ag totorischen Grünten die Inter essen ber Landivirlschaft ü ei'treten Der Redner wendet sich weiter gegen die Uusführimgeu des Abg. Brauer. — Er nimmt die Städter gegen die Vorwürfe ter Vertreter vom Land in Schutz. Die Städter hätten vielfach Lasten, bve für das Land nicht in Frage kommen. Er geht noch auf die neueren Lohnbewegungen ein, die darin ihren Grund haben, daß die ^Arbeiter bei dem Steuer*- ob-zug gegenüber teil sestMsoldelen im Nachteil eien Obwohl btt Vorlage auch feiner Fraktion nicht ganz genüge, werde man zustimmen, in ber Hoffnung, daß eine baldige Revision erfolge Abg. Dr. Büchner (Dem.) glaubt iridyt, daß die Aussprache eine gute Wirkung im Lunte habe. Hauptaufgabe tes Parlaments sei, ausgleichend rwisdsen Stadt und Land zu wirken. Wenn, sich ter Landwirt weigere, die Steuern zu zahlen, ^so werte öies auf die Arbeiter ansteckend wirken Schweren Herzens habe man ben jetzigen Sätzen tm I^trresse des Ganzen zu gestimmt. Man hoffe der 9totlagc des werte Man wolle ferne neue Stauer, N*nbem nur ein (irfatz für die vorn Reich beieitigte Bcr- rnögensteuer. Bei ber Gagrenchafi ocrgeife man, teß bei den Zustkrläsen nich: ter heutige Wert, sondern ter von 1912 in Ansatz gebracht werd? Auch sei tec Wert teS landimrtichatriuix'n Grünte befitzes viel mehr uw ter slübt. Haus besitz gewarte sen Tie Landwirtschaft habe auch feine Ertrags- zujchläge yi zahlen Tie h»?r geforderte Steuer mäche aiii den Zentner Kartoffeln ettoa 12 Pf., auT Den Pkargen etwa 5—6 Mark aus. Bei diesem Witerimndt brauche mm sich über die Unruhen nut>i zu wundem, ganzltefoiPers nicht diejenigen, die noch etwas w vertieren haben. Man forten- nur, was das Recht uns tmforlege. Abg Hofmann nergeht auf die VerhaudtunEm im dbrsschnß näher ein. Er habe sich durch ben o-manz Minister terou übeneugen lassen, daß man mit den geringeren Sätzen nicht ausüommen_ könne Ter frühere Grundfatz, daß man die Schulten abzichen tonnte, habe Line Bervchtiauug Es fei seinen Freunden R'tyr sympathisch, daß na Beisc- vung ter Verhältnissen eine Reform itattfmben solle. Wohl werte in ber ersten Zeit gegen bas Gesetz Sturm gelaufen, aber jeine Freunde werten Vorwürfe zu er trugen wissen, teren man stelle das Stoatttnlereile über die Partei. Man müsse die Steuer dort holen, wo sie »u holoii for. Eigen lümlich sei, baß von der einen Seile*.bie 'starke H8e- fteuerung tes Lautes, auf ter anderen Seite bie zu starke Belastung ter Stadt ins Treffen geführt luerre Bei einer Revision des Gesetzes könne mau bestehente Mängel befoitfoen. — Er gibt eine Resolution der Zentrumsttaktion betannt, nach welcher sie unter Berückfichtiauna aller Umflänte in der Vorlage Ltne praktische Löiung frndet und lieber ein-? ^rcchsthi-edung der Vorlage hinauS- anertamtt jpirtbc. Die Mitglieder des Aussdursses sind nach Schluß der Beratungon in ihre Heimatländer zurückgefehrt. Die Sekretäre es Auochusfes, ter seinen Sitz in Loitdon bat, haben sich tentbwi begeben. Die nächste Sitzung .es Gesamte"lus- scknlffes unb des militäriscten Unterausschusses roivb in Brüssel tagen. Geteilte Meinungen zwischen Paris und London. Paris, 7. Aug. (WTB.) Bei dem Obersten Rat ist letzt en« dritte Note der deutschen Regierung eingetroffen, in der zu in Ausdruck gebracht wird, daß sich an der. deutsch- volni scheu Grenze Schutzwehren gebildet hätten und über die die deutsche Regierung die Kontrolle in die Hand nehmen müsse. Die deutsche Regierung ersuche daher um die Genehmigung, Reichsivehrtruppen durch die Abstimmungsgebiete nach der Grenze ribaifai ;u können Die beiden anderen Noten der deutschen Rcgiermig in ter gleichen Angelegenheit sind bisher von den Alliierten noch nicht bcanlwortet worden, weil zwischen Paris und London in ter Auffassung der Angelegenheit geteilte Meinungen herrsch»m. Eine wettere Konfeicn; mit den Russen in Lonoon Paris, 7. Aug «WTB > Wie die Margen- blätter ans Londou meite^L fand gestern zroisckxm Lloyd George unb B war Law einerseits und Krassin und Krmeuero ante-rseilö r:iu? Untertebimg statt, bie von 3> 2 Uhr nachmittags bis nach 9 Uhr abends andauerte. Auf englischer Seite nahmen an te*r Uitteneoung tisch Churchill und Marschall Wilson teil. Ein Beschluß ber französischen Sozialisten Paris, 7. Aug. (WDB) Die französische sozialistische Part i hat gemein* lam mit dem allgemeinen Arbeiterverband noch der „Humanitee" gestern nachmittag den Beschluß gefaßt, gegen alle Unternehmungen zu protestieren, die von der französischen Regierung gegen Sowjetrußland unternommen werten. Ein Militärbündnis zwischen Belgien und Frankreich. Paris, 7. Aug. (WTB Ter „Temps" nut- bet, daß die Militärallianz zroisck)eii Bel- g i en und Frankreich vor ihrem llbschluß stehe. Das Abtommen soll burrf) Delacrofo unb Mille* rand unterzeicht'et werden. Das neue Irengeseb. Lvndon, 6. Aug. (Wolfs.) Das Unterhaus hat hi zweiter Lesung das Gesetz ü b e r I r l a n d mit 289 gegen 71 ©hm* Auch das Gemeindeamtlagengesetz findet mit dem gleichen Stimm Verhältnis Annahme. — Ferner werten die Resolutionen des Zentrums unb der Demokratischen Partei hierzu angenommen. Dann wirt' bie Regierungsvorlage betr tee Bewilligung von Zuschüssen an die Alioe-Eleonoven stlrule zu Darmstadt und die Fviuenarbeitssämle zu Main, beraten. — Abg. Bauer sSoz.) fordert gleichmäßige Behaiidlung beider Anstalten. — Abg. Urstadt (Dem.) wünscht auch Beruckfich- tigung ber Gießener Schube. — Abg. Etß- nert (Soz.i stellt fest, daß Maur; nur 30000 Mark verlangt habe — Nach wetteren Bemerkungen des Äbg. Bauer iSoz.) und des Prafr- denten Dr. Strecker, ber aud Tütet daß tn der Verteilung der Beträge zwischen^ Std>t und Land das letzte Wort noch nicht gei pro(ten fei, empfiehlt Abg. Schorn mit Rücksicht am die Not der Anstalten die Genehmigung auf ein Jahr. Abg. Knoll (Ztr.) beantragt, daß bie R^re- nmg ermächtigt wird, Mainz in gleicher Wetfc zu behandeln wie Darmstadt. Auch fragt er an, welchen Einfluß die Regierung bei solchen Zuschüssen habe — Prasitent Dr. L>trecker gibt entsprechende Aufklärimg. — Abg. Reiber (Dem.) ist dagegen, daß man Mainz mehr bewilligt rote es gefordert Hal — Abg. Urstadt (Dem.) stimmt dem Abg. Reiter zu. Wenn der Antrag Knoll nicht zurückgezogen nnrd, muß er ben Frankfurt latente Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Konsortium. Frankfurt a. M., 7 Aug. Börfen- stimmungsbild. Die Börse war auch teute roie in ben letzten Tagen uieliadjen Schwanlungen misgesetzt, wozu die politikte Lage den Anlaß bot. Die Besorgnisse, daß ernstere Verroicklunyen im Bereich" der Möglichkeit lägen, ließ sich nicht ganz verscheucktzm. Zu Beginn herrschte toiebet größere Zurückhaltung, die dem Umfang ter Ge- ichäftstätigveit sehr enge Grenzen zogen. Die Haltimg selbst roar freundlich. Vereinzelt traten Befestigungen m Mvntanpapieven ein. Gebeffert gingen Mannesmann, Oterbebart und Phönix bertror, während Buderus imb Caro lchwächer lagen. Elektro ©chuckert unterlagen Llngebvt und gaben 5i/2 Proz. nach Ar chemisch-m Aktien blieb die Kursbewegung beichriten. Elektron Griesheim und Höckstter Farben fchvächer. In Transportwegen roar der Verkehr gering. Schantuug- bahn waren vorbörslich lebhaft 4jd)entelt, 680 bis 685. Schiffahrtsaktien blieben gänzlich vernachlässigt. Lebhaftes Geschäft «itnndelte sich in Deutschen Petroleum, die ihre ©teigenmgen forte setzten mtb -zu 1085 gehandelt wurden. Sie flutgen bis 1090 und streiften zeitweise sogar den Kurs von 1100. Teirtfcte Erdöl fest, 2050. Otavi- minen-Anteile erzielten eine ztzurserhohung von 15 Proz. Südseeplwsphat 2015, dann schwankend. Am Renlenmarkt Brizproientige preußisch Üvn- sols gebessert. Mexikmler behaupteten ihren Kursstand. Infolge der großen Geicbüftsstille trat später Abschwächung ein. Privatdiskont 4 Pcvz. ■■ , > I Heute letzter Tag: G Morel Z.Teil! I 013205 ’ Anstreicher- 1 Weißbinder-Gesch. . A. Belitz L Liebigstraße 83 1 Xk Tel.2134 y EberskrAkigerimg. Mittwoch, den II. August soll a. d. 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P/8 Uhr in Lang-Göns statt. 8508 Im Namen der trauernd Hinterbliebenen; Frau Marie Riebel geb. Wenzel Heute Nacht 2 Uhr entschlief sanft nach langem, geduldigem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Johannes Riebel Gendarm i. P. und Veteran von 1870/71 Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß meine liebe, gute Frau, treusorgende, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Weidenhaus geb. Schmidt am 6. August morgens 7*/t Uhr plötzlich und unerwartet infolge Schlaganfalls verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen: J. Weidenhan«, Zugführer 1. R. H. Weidenhaus, Friseur 9. W'eldenhaus geb. Herrmann. Gießen (Mühlstraße 26), den 9. August 1920. Die Beerdigung findet Dienstag 10. August nachmittags 2 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. 18484 Todes-Anzeige. Gestern morgen .legen 11 Udr entschlief nach langem, schwerem Leiden untere gute Mutter, Schwiegermutter, Groy- mutter, Urgroßmutter und Schwägerin MMgMkiMeb.Ml im Alter von 78 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Mandler. Wieieck Familie Pfeffer. Öber-Obmen. Wieseck, den 9. August 1920. Die Beerdigung findet DieuStag den 10. August nachm. 3 Uhr vom Sterbehaufe Philosopyenstrahe 1 aus statt, t8400 MllllMNlMWle in Köln gegründet 1965 Viertekiabrskurie für Monteure, Installateure, Schlosser u,'w. Beginn der Kurse: 3. Oktober, 3. Januar, 3. Avril, 3. Juli. 76ÄD Auskunft und Lehrvlan kostenlos durch die Schulleitung, Kein, Molltestrahe 8. SMkM ! SlllSlMIsM Gebr. Wolf, Gießen Lahnstrcche 9. Fernruf 283. Glasschleiferei :: Spiegelfctbrik Grabplattenfabrik, Gedenktafeln Kunsttverkstätte für Sandbläserei, mod. Glasreklame, Anfertigung von Spiegeln und Glasern für Laden- u. 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Juli 1920 bleibt die Zwangsbewirt- schastung für Brotgetreide und Gerste im Wirtschaftsjahre 1920 bestehen. Sämtliche Selbstversorger der Gemeinde Gießen werden hiermit ausgesordert, sich am 9. und 10. August 1920 aus dem Stadt. Lebensmittelamt, Zimmer 8, während der Tidnststunden anzumelden. Als Selbstversorger gelten alle Unternehmer solcher landwirtschaftlicher Betriebe, deren Brot- getrcidevorräte für sie selbst und die gemäß § 8 der Reichsgetreideordnung sür die Selbstversorgung in Frage kommenden Personen oder eines Teils derselben, bis mindestens 15. September 19 20, oder volle Monate darüber hinaus (d. i. jeweils vom 15. bis 15. der nächstfolgenden Monate) ausveichm. Es wird hierbei lesonders darauf hingewiesen, daß Gerste nicht als Brotgetreide anzusehen ist und deshalb eine Selbswcriorguny mit Gerste an Stelle von Brotgetreide unzulässig und strafbar ist. Gießen, den 5. August 1920. 8487B Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). 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