Erstes Blatt 170. Jahrgang Der Schmuggel blüht. Man schreibt uns: lieber unsere traurigen Finanzverhält- itwfe braucht wohl kein Wort verloren zu werten. Darüber haben ja die verschiedenen Er- flrrungen des Reichsfinanzministcrs in der ätzten Zeit hinreichend Aufklärung gegeben. !Uit so mehr hätten wir allen Grund, von ^matswegen uns keine Mark entgehen zu lassen, die die gewaltige Ebbe in unserem Ltaatssäckel wenigstens etwas auszugleichen in her Lage wäre. Man hat sich bei uns schon k-elfach damit abgefunden, daß es aus ein paar Millionen hin oder her im gegenwärtigen «lugenblick gar nicht mehr ankommt. Trotzdem n't dieser Standpunkt der verkehrteste, den es seien kann: denn irgendwo muß doch einmal mit dem Sparen angesangen werden. Nicht wenige Millionen sind es, die Deutschland durch die Unterschlagung von iZollbeträgcn an den Grenzen, vor allem an kl holländischen Grenze, entgehen. Dec Lchmuggel hat dort in den letzten Monaten kinen Umfang erreicht, der nicht mehr als -TNöhnlich angesehen werden kann, und der Regierung zu energischem Eingreifen ge- a!5 cm imentfd'ulbigtes Fernbleiben vom Amte dar und har zur Folge, baß der Beamte für die Zeit des Streiks Wines Ttenstrinkommens verlustig gcht Auch bat er die Einleittmg eines förmlichen Tffzv- plinversahrens mit dem Ziele der Timfteutlaw fur.g zu gewärtigen. Dadurcki werden keine berechtigten Interehen der Beamte« verletzt, denn ihnen stehen anbere Mittel zur Verfügung, um ihre Wünsche nachdrücklich zur Geltung zu bringen. ,Ta über die DerwalttuJen des Staates die Bötksverttetungen und über die der Gemeinde-- DCibäabe deren Lertretrotgen em duvchoreilendcs Seschwerdenoten der (Entente wegen deutscher Minifterreden! , Berlin, 7. Dez. (Wolff.) Dem Mimmr des Aeußeren wurden gestern von dem lisch en und französischen B o t- ^Hafter und dem belgischen Ge» 1 bubten die im Wortlaut übereinstimmen- sind und wie auf diesem Standpunkt der Gewalt- politik Engländer und Fran-osen noch zusammenhalten ! Ter „Frkf. Ztg." wird aus Berlin noch mitgeteilt: lieber den Vorgang berichtete heute abenb ein deutschnationales Blatt, das als Wortführer der Entente bei der lieber gäbe der Note der englische Botschafter ausgetreten sei. Das ist, nrie wir erfahren, unrichtig: vielmehr erschien der französische Botsckxffter, Derr Laurent als Sprecher der drei Vertreter. Die Amerikaner haben sich, obwohl ebenfalls Besatzungsmacht, an dem auffällig sck>arfen Schritt nicht beteiligt. Die Neichsregierung ist auf die Demonstration nicht ganz unvorbereitet gewesen, da in einer Rede ttcs Ministerpräsidenten Leygues bereits eine Andeutung enthalten war, und ferner der hiesige französische Botschafter bei einem Besuche schon auf derartiges hatte schließen lassen. Ein eigentliches Radeverbot, wie von deutschnationaler Seite berichtet wird, enthalten die Noten nicht. Aber sie legen dem Kabinett in nicht mißzu- verstehender Form nal-e, künftig von Aeußerungen gegen die Entente innerhalb des besetzten Gebietes abzusehcn, weil solche die Sicherheit imb Ruhe in diesem Gebiet, für welche die Alliierten verantwortlich seien, gefährden könnten. Die Reichsregierung wird die Note in allernächster Zeit beantworten, natürlich, indem sie gegen ihren Inhalt Stellung nimmt. Die rechtliche Deduktion wird dem Minister des Aeußern überlassen bleiben, dessen Stärke gerade die juristische Beweisführung ist. Zur Rückberufung König Konstantin». Athen, 8. Dez. (WTB? Nach offiziösen Mitteilungen haben an der Volksabstimmung über die Rückberufung König Konstantrns 300 000 Männer mehr teil genommen als an den fürilicben Wahlen für die Kammer. Von der gesamten Wählermasse haben sich nur 2 Proz. gegen Konstantin ausgesprochen. Are» Hessen. rm. Darmftadt, 7. Dez Das hessische Gesamtministerium hat an bte Beamtenschaft mit sofortiger Wirkung einen Erlaß gerietet, worrach fernerhin Dienftreisen nur in der dritten Eisenbahnfahrklasse auszuführen sind utw bei Ausstellung der Tiätenrechnungen nur t-iese Klasse verrechnet bzw. vergütet werden darf. Ausnahme, d. h. die Denützimg der, zweiten Klasse soll nur in widsti^n Fällen gestattet sein, die besonders nac^uwersen find. So in es z B. gestattet, daß ein Beamter, der eine Tteninxtic in Gesellschaft eines nickst hessischen Kvll.gen auefuhtt,. auch die zweite Fahrftasse benützt, wenn der Kollege sie benützt. Eingehende Begründung ist in jedem Falle bet-ufügen. ladezu herausfordert. Aber bisher haben allo Nittel versagt, und die Schmuggler wissen iaht wohl, daß die deutsche Regierung nicht in der Lage ist, ihren Machenschaften zu feuern. Das hat eine ganze Reihe von Leu- lm, die bisher dem Schmuggel ferngestanden baten, in die Arme dieses unlauteren Gewer- bej getrieben, und es ist bezeichnend, daß sich n Holland direkte Organisationen für den schmuggel nach Deutschland gebildet haben, das Geschäft geht glänzend. Denn die Kon- iwllorgane der deutschen Zollbehörden, die an > sich schon höchst unzulänglich sind, versagen inis mehrfachen Gründen. Insbesondere gilt bic5 von den Zollhilfsbeamten, die nur die überaus geringe Besoldung von 18 Mk. tag- 16) erhalten und die infolgedessen nicht den »tigen Diensteifer haben, um den zweifellos «schwer lichen und nicht minder gefährlichen [fr en ft an der Grenze zu versehen. Ist es doch h der letzten Zeit verschiedentlich vorgekom- IseTt, daß die Schmugglerbanden von einem lM-en Aufgebot Bewaffneter begleitet waren und regelrechte Feuerüberfälle auf die I Soenzbeamten eröffneten, bei denen es Tote Imfc Verwundete gab. Zu berücksichtigen ist | nid), daß die Beamten sich vielfach in kleinen Ivctschaften befinden, wo sie wegen der Versor- liung mit Lebensmitteln vielfa^ von ihren I^uartiergebern abhängen und oeshalb genößet sind, nicht bloß ein, sondern zwei Augen I ^zudrücken. Run hat die Regierung seit eini- I |tr Zeit fliegende Radfahrerpatrouillen ein» I > richtet, um dem Treiben der/Schmuggler Itiiligermaßen en!gegenzuwirken/Abec der Er- li-Li dieser Einrichtung bleibt vorläufig doch I rochst problematisch, weil die Organisation Die» Itr Radfahrerpatrouillen erst im Entstehen | ^griffen und die Zahl der^ Kontrollbeamten Ixrhältnismäßig viel zu gering ist. Richt un- Idchentlich zur Steigerung des Schmuggels Iträgt natürlich die ständig fallende und stei- »lmde deutsche Valuta bei. Die Grenzbevölke- IniTB war. t nur auf den Augenblick, wo die |R(r! tief stcht — und dazu hatte sie in der |f|ten Zeit allerhand Gelegenheit — um Ikßkvde und Rindvieh aller Art, die wir in »Deutschland äußerst notwendig brauchen könn- »>ev, über die Grenze zu schmuggeln. Bei der »Besserung des Markkurses wird dann dieEin- Ihijr umso stärker betrieben, die hauptsächlich Itaffee, Kakao und Tabak uxnfaßt. Die Men- Icmi, die auf diese Weise ohne Zoll aus Deutsch- Waid hinausgehen und hereinkommen, sind Wnueswegs gering, und der Schaden, der dem Iliiich dadurch erwächst, beträgt, wie schon er» |®4mt, viele Millionen. I Niemand, der die Verhältnisse an der 1 ^tenje kennt, ist sich Der Schwierigkeiten der • hterbinoung des Schmuggels bewußt. Mer i$öa§ es in der bisherigen Art nicht weiter scheu kann, darüber ist man sich vollkommen tntg. Es wird der Reichs reg ierung nichts an» tee‘5 übrig bleiben, als eine erhebliche Verwirkung Der Gcenzzollbeamten bei der Eu- •tite Durchzusetzen. Diese macht ja hier lewer H überall Schwierigkeiten. Es ist aber Mießlich nicht einzusehen, warum Deutsch- u>id immer und überall indirekte Kriegsent- Wdigungen zahlen soll, die der Oeffentlichkeik Mr im einzelnen nicht so voll zum Bewußt ’^n kommen, in ihrer Gesamtheit aber Doch Nillionensummen auswachen. Cr. 289 rer tiefcceet Nnzelaer r*beint täglich, außer <5^01, und Feiertags. Btwgsprtif? ^»nat lid) Mari 3.60 ^VNl.- 65Trägerlohn, »-«rteljährlichMark 10 80 ir.bTlb.l.OSlrägetlobn; -nrch die Post viertel. .Mrkch Mark 12.- AchKehIich Bestellgeld, ^ern sprech-Anschluss«: iflrbie5d)riftlehungll2; 2rrlag,iSeschäftsstelle51. LÜchrift für Drahtaach. .iüten: Initiier Kietzen. postsche-Üants: ieawfhiri e. M. H68S tenRoten übergeben, in denen über die R e - den des Reichskanzlers und des Ministers des Aeußeren im besetzten Gebiet Beschwerde erhoben wird. Die Roten werden dem Reichskabinett zur Stellungnahme vorgelegt. Man sieht aus dem Fall wieder einmal, wie ungeheuerlich die Anmaßungen der Entente geaen- über dem von ihr rechtlos gemachten Deutschland Eine Wendung der bolschewistischen Politik? Stockholm, 7. Dez Am 20. Dezember tritt der allrussische Rötel ongreß in Moskau zusammen. Die Frage des tritt chaftlichen Wiederaufbaues wird im Vorbernrunb der Erörterung stehen. Die lebhafte Diskussion, die zur Zeit in der Sowptpresse und den Verjammlungen ürir die Kon e sfron en vo l i tik geführt wird, läßt barauf schließen, daß diese Frage eine große Rolle spielen wird. Man gewinnt den Eindruck, daß die Sotoictrcgiming ihre Anhänger butd) eine umfangreiche Propaganda für ihre Kompromiß- Politik, welche bnrd> die Gewährung von Konzessionen an Ausländer gekennzeichnet wird, nach' brücklich bearbeiten lässt Finnisck^ Meldungen, die aus Aeußermrgen der Sowjetpresie Bezug nehmen, Nolle auch davon wissen, dast die gemäßigtere Richtung in der Sowietregierung stark an Ein- sluß gewonnen habe. Das ist vielleicht nicht ganz richtig.' Doch gibt die völlige Niebcrringung der Gegenrevolution und die sehr große Wittschastsnot des Latrdes ftaglos der Sowjettegierung allen Anlaß, auf Mittel zu sinnen, durch die sie Rußland besseren Zeiten entgegenführen kann. Sic cheint ein-usehcn, baß sie mit itycem koinmunisti- chen Latem tatsächlich am Ende ist unb iiriliigt ein, vorerst einmal den ausländischen Kapitalismus durch die Sintert üre der Konzessionen wieder nach Rußland herein zu lassen. (F. Z.) Ein politisch gefährlicher Steinwnrs. Wien, 7. Der. (Wolff.) Ausständige Metallarbeiter, die gestern abend auf dem Schwarzenbergplatz eine Versammlung abhiellen, zertrümmerten durch S t e i n w ü r f e cäc Fenster- djeiben mehrerer Kaffeehäuser. Ein Steinwurf traf, wie das „Nette Wiener (Tagblatt" meldet, das gerade vorvcifahrende Automobil des französischen Generals Hallier, der mit seiner Gemahlin von der französischen Gesandtschaft kam, und verletzte Frau Hallier. Der Gtaicral ftchr zur GesRndtschaft zurück, wo Frau Hollier är^ttidT $>ilfc erhielt. Laut einer amalxben Meldung drückte die Reg-erun«, sobald sie von dem Vorfall erfuhr, ihr Bedauern aus. Wien, 7. Dez. (Wolff.) Zw Verletzun»^ ferner Gemahlin erklärte der franko-,t;d?c General Hollier der .^.len Freien Presse" zufolge, daß aus dem Vorfall keine Konseanenzen sieben werd», da es sich amgenscheinlich um eine unüberlegte Tat von aufgeregten Menschen lxrndle und ein unglücklicher Arfall eine Rolle dabei spielte. Die Reid)$regitrung gegen veamtenftreik. Berlin, 7. De-. (WTB.) Amtlich. Gegeru- über der in den letzten Tagen eingetretenen passiven Residenz einiger Gruppen von Beam ten nimmt die Reichsregierung Veranlosnmg zu betonen, daß sie in der Frage des Beamtenstrerks nach wie vor auf dem Boden der von der preußischen Staatsregierung iiy Einver- ftänbni5 mit der damaligen Reick)sregierung am 20. Februar 1920 abgegebenen Erklärung steht. Tie Erklärung hatte svlgenden Wortlaut: „Tie am 10. November 1918 gebildete preußische Regierung Hal in ihrem Aufruf an das preußische Volk vom 13. November 1918 die Durchführung der uneingeschräitkteu Koalitions- fteiheil für alle Staatsarbeiter unb Beamte als eine ihrer Aufgaben bezeichnet. Auck; die gegenwärtige preußische Staatsregicrung erkennt das Koalitionsrecht der Beamten an. Mit bem Begriff des Koaliftonsrechts ist aber das sogenannte Streik- recht nicht untrennbar berfnmben Der Streik ist nur eines der Mittel, bte Erlangung besserer wirt schaftlicher Bedingungen durchzusetzcn und nickst das einzige zu diesem Zweck. Dafür, ob biefd5 Mittel angewendet werden darf, finb die aus dem Dienstverhältnis sich wechselseftig ergebenden Rechte und Pflichten entscheidend. Ist Damit eine allgemeine Arbeftsniederlegung nicht vereinbar, s» ist das sogenannte Stterkrecht nicht verlielstu. 3n ihrer Anwendung auf das Beamtenverhältnis füh ren diese Grundsätze oazu, daß der Beamte nicht streiken darf. Das Beamtenverhälmis rft ein Treuverhältnis. Da ber Staat ohne Beatttten cviigcortetet^ Leben nickst führen und üb'rhaupt seinen Willen nicht äußern kann, muß er mit den Beamten ein Verhältnis cingeben, das diese zur völligen Hingabe an den Staat verpflichtet. Die'es Treuverhälttris tritt auch dadurch tu die Erscheinung, daß der Beamte den Diensteid leistet. Die Gi-ienart d's Beamten Verhältnisses kommt in wesen tlickvn Beftim- ntunren des Beamtenrechts zum Ausdruck. Mft > Rückfickst auf di- ihm der Alftiememheft gcgenülrr obliegende Pflicht ist dem Beamten das Recht V:v • lagt, fein Amt willkürlich y.t v. rlassen. Demgemäß ’ ist auch die Mehrzahl der Beamten aut Lebenszeit angestellt und kann ran im Wege des gesetzlich go ■ regelten TisziÄinarverstch-rens cndaiSen werden. Ferner sind die Rechte der Beamten auf ein b> stimmtes Gehall, aut Ruhe«ebalt und Snuterbtie» benenfün'orae gesetzlich geregelt uitb durch die ■ Reichsverfaftung beonders gewährleistet Bei die- . fern besonders gearteten Verhältnis von Rechten ■ imb Pflichten bricht ein Beamter, der streikt, , feinen Eid unb verletzt bie Amtsvflichi. • oie er übernommen hat. Tas Streiten stellt ftch 45 Vf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dreue 150 Pf Platz» vorfchrift 20°, flufJAlag. L)ouptfchriftletter- Aug. tzoetz 'jJerüntnwtM) für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: h. SMA, sämtlich in Dietzen. Mittwoch, 8. Dezember 1920 Annahme von Anzeige« für d.« Tagesnummei oi» yk ▲ zum Nachmittag vorher ohne jede iieetnndtzchkmt. ; T jgXÄ jtlr fk|an Wtfte Li B jr M Anzeigen v. tz4mn> Breit« H ■ örtlich 35 Pf., aufwärts Kvntrollreckst au5tibcn, fo Txrt bet föcnmte em bc* fonbers wirksames Mittel, um mit Sxlfc dreier Berttetungen feine Klagen abstellen yi laiien. Die Auffassung der preußisckten StaalSregte- rung in dieser Frage deckt sich'mit der der Rnd>s- regienmg Tie Staatsregierung betäubtet es all ihre scllstlverstänblickte Aufgabe, pflidiltreue xk* amte vor bem Terror Streikender »u schützen, und wirb alle hieran notwendigen Maßnahmen ergreifen. Tie Reichsregienmg Tenn r-imi: Unter- fdieb anerfemieit zwischen bem Fernbleiben von ber Arbeitsstätte unb einer Vergingerruig der Arbeit auf ber Arbeitsstätte, zwisckeir bem Strmk mtb logenanntcr passiver Ressisteir». Fn allen birfen Fällen verletzt der Beamte die, ihm obl«ktende Dienstpflicht. Infolgebes en hat er auch in allen biesen Fallen die Einleitung eines Des»iplmav^ versahrens mit bem Ziele der Dienstentlaffung mtb dem Verlust des Diensrernkommens zu gewärtigen. Berlin, 8. Dez. Wie das „B. T." meldet, haben bie Postbeamten in Heidelberg erklätt, baß sie wegen Nichterfüllung ihrer firoti*- niugcn nur das allentotwendigfte Maß von Arbeft leisten würden. Dic Fotvkrungen der Eisenbuhner. Berlin, 7. Dez. (Wolfs - Tie Vettudie des Deutschen EisenbahnerDerbandes, tcictte Verhandlungen über die Erhöhung berlcucrungv- zutage herbeizuführeti, erreichten, daß morgen nadmittag im Reickistag sehen beu einzelnen Verdänben unb Veeteetem ber beteiligten Rnd>5- miiiifterien über bie Forderungen der Eisenbahner verhandelt w.rd. Der Vorstand des deutsthen Eise-n- bahneroerbandes tritt morgen vormittag zu cuwr Sitzmtg zusammen, in ber bie Mrnimalforderunsar festgesetzt werden sollen. Die Teuerungszulage. Berlin,?. Dez. (Wolff.) DieMehrheitü- sozialistische Fraktion des Reiche-aas be- sckstoß gestern, zu bei Debatte über bte Erhöhung der Teuerungszulage für die Beamten einen Abänderungsantrag zu stellen, der auch eine (Erhöhung ber Zuschläge zum Grundgehalt und Ort»- zuichlag bis zur Grenze von 8700 Maft örunb» gehall vorsieht. Wie ber „Vorwärts" hört, wollten bie Regierungsparteien ihrerseits eine mäßige Erhöhung des Zuschlags zum Grundgehalt und Ortszuschlag beantragen. Dabei sollten allerdings, nne das Matt sagt, die unutr btt rötete* Beamte* leer aus gehen. Aus dem Reiche. Parlamentarischer Abend beim Reichskanzler. Berlin, 7. Dez. (WB.) Der Reichs^,zler Fehrenbach hatte zu heute abend Einladungen zu einem parlamentarischen Abend ergehen lasten, bie ab V»9 Uhr eine Fülle von Gästen in den unteren Räumen des Kanriechauses vereinigten. Reidispräsibent Ebert, tnc ReühSmttn- fier L>einzc, Kvch, Giesbetts, Gröner, Hermes, Scholz, Geßler, -ahlreiche Abgeordnete aller Parteien des Reichslags, bte Mitgtieder des preußi- l'dm Staatsministeriums sowie Vertreter bes Handels und der Zndustrte waren erfdntnrn. An- kleinen runden Tisckten wurde ein 5*mbih gereicht,, und es entwickelte sich eine lebhafte Unterhaltung, die bis in bie späten Abendstunden Hinern wckhrle. Ein neuer Staatssekretär des Reichswehramts. Berlin, 7. Dez. lWTB.) Wie der „Reichs- anzeigcr" mitteilt, ist ber Generalmajor v. ye l d- mann vom Reichspräsidenten zum Staatssekretär bes Reichswehrministeriums ernannt worden. Gegen Den Schleichhandel. Berlin, 7. Dez iWolff.) Der Rechtsausschuß des Reichstags nahm von dem Gcsetz- entivurf über bie Verschärfung Der Strgien gegen den Schleichhandel den Paragraph 1 an, ber besonders schwere Fälle mit Zuchthaus bis zu 15 Zahcen unb Geldstrase von mindestens 20 0Ö0 Mark bedroht. Ebenso nniroe Paragraph 2 angenommen, ber Schleichhanbel, Preistreiberei aus Habsucht, Ausbeutung wirtschaftlicher Notlage unb Verschiebung ins Ausland als besonders fchweve Falle, bezeichnete. Die RegierungSbiDung in Sachfen. Berlin, 7. Dez. (WTB.) Bei den Beratungen über bie Regierungsbildung in Sachsen erklärten laut „Berl. Tagebl." die Unabhängigen, daß sie mit drei Ministerien (Älltus, Arbcft und Finanzen, nicht zu» friedengeftellt seien unb unbedingt darauf 1 bestehen müßten, daß das Innenmrnistermm von einem ihrer Kandidaten besetzt werde. Diese Fordo- rung rief lange, erregt? Debatten hervor, weil die Mehrzahl der Mehrheitssozialisten mit ebensolcher 1 Bestimmtheit crflärte, auf das Jmvuminifterüim nicht verzichten zu können. Schließlich mußten bie ' Mehrheitssozialisten bem Druck ber Unabhängigen nachgeben und ihnen bas wichige 1 Innenministerium zubilligen. Es ‘ würbe von Lipinski übernommen. Die neue Entente-Konferenz. London, 7. Dez. (Wolff.) Die „Times" meldet, daß für die nächste Woche eine neue Zusammenkunft zwischen LloydGeorge und Leygues und zwar diesmal in Frankreich beabsichtigt ist. Es soll bie Frage der Wiedergutmachung besprockren werden, lieber den Zeitpunkt und den Ott der Zusammenkunft wurde noch keine offizielle Erlläamg abgegeben, jedoch verlautet, daß als Ott Nizza in Frage steht. Es imrb erklärt, baß die Zufammenkunst ber beiden Ministerpräsidenten in Deinem Zusammenhang mit der Konferenz von Brüssel stehe und sich auch in keiner Weise in bas schon biftierte Programm für bte Diskussion ber 2Btebcrgutmad)ungen Deutschlands einmische. Die Frage der deutschen Kabel. A m st e r b a m, 7. Dez. (WTB.) Dem „Tele- graaf" zufolge schlug I a pan vor, bie Fva-te der deutschen Kabel in ber Südfee dem Völkerbunde zu unterbreiten. Amerikas Protest gegen die „Schwarze Schmacht. Neu York, 18. Dez. Auf Grund von Be- ttchten, wonach audj im Gebiete des früheren Großherzvgtums Hessen- aus dem sich die Mft» glieder des Vereins rekrutieren, die Zahl der Untaten ber schwarzen Franzosen eine sehr große ist, hat der Hessen-Darm stäbter Volksfest v e r e i n in einer Sitzung auf Antrag von Wm. E. Sttauß einstimmig beschlossen, ein Spe-- sialtomitee einzusetzen. Das Komitee soll feinen und seiner großen Anhängerschaft Einfluß^ bei ber Bundesregierung dahin geltend machen, daß sie sich für die Entfernung ber schwarzen Truppen aus dem besetzten Gebitt Deutfchlanbs und die Be- schützung weißer Frauen und Mädchen vor den sckMarzen Unholden verwenden soll. Das Komitee wirb )ich mit den Vereinigten Deutschen Gesellschaften sofort in Verbindung setzen, um bte ein» geleiteten Protestversammlungen tatkräftig zu unterstützen, um die Wahrheit vor bas amettkanische Volk zu bringen. , w . Der Beschluß crwlgte nadi Aufklärung uno eindringlichste Fürsprache des Mitgliedes Dr. Ludwig Oberndorf, eines geborenen Heppenheimers. Dam Protrstausschuß gehören ferner an: Präsident Christ, C. Gerhardt, Vizepräsident |Dtto Rres ,Wm. Strauß, Val. Mann, Jos. Dickescheid und Henry Köppler. Die Handelspolitik Amerikas. Washington, 7. Tez. (WB.) Staate- jefretär Colby begründete bte Bermehrw'g ber Voranschläge für das Staatsdepartement um nahezu drei Millionen Dollar mit dem starken Han- delswettbewerb anderer Nattonen, bie ihre Anstrengungen, bte ausländischen Märkte zu erobern und bie früher von den feindlichen Machten kontrollierten Märkte zu gewinnen, verstärken. Um einen höheren Grad wirtschaftlicher Erzeugung zu erreichen, sei daher ein größerer Stob von Sachverständigen notwendig. — ‘xer für bie Unter« fudmng der Etnwanderungsfrage einge- letzte Ausschuß des Repräientontenlxruie^ beschloß, über die vom Vorsitzenden unterbreitete Einwon- derungsbill zu berichten. General-Anzeiger für Gberhefsen druck und Verla-: Vröhl'sche UniV.'vnch' und 5teindru«lerei R. Lange, '-chnftleitun-, HeschastrsteLe und Druckerei: Zchulftratze 7. Ares Statt «nd Land. Gießen, d« 6. Te^ 1920. Die neue Oet-Nasseneinteilung und die amtlichen Lcuerna-ozahle« für Hieße». Die Ortsgruppe Metzen des Deutschen Bewm- ten-BirndeS schreibt uns: Die deutsche BMnrtenschaü begleitet mit größtem Interesse die Verhaudlungen über Ausstellung eines neuen Ortsklassenverzeichnisses. Tie Gießen nohrihaften Boomten haben ganz befortbere Veranlassung, der Einreihung ihres Wohn- und Dienst- ortes im neuen Ortskbanenverzeichnis mit Spannung entgegenzusehen, da Gießen bisher zu Unrecht mit billigeren »Städten und sogar cd d in Sorten der Ortsklasse 0 zugeteilt war. t£in Erlaß tm Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsan zeiget: vom 12. August 1920 kündigt zwar leider an, daß das neue Ortsklassenverzeichinis l e - b i g 11 d) auf Grund der amtlich-statistischen Ermittelungen erfolgen soll, also ohne Mitwirkung der örtlichen Bomnlenorganisation. Es darf aber trotzdem noch erwartet werden, daß die von den Gießener Peamlenvertretungen zur Aufklärung der maßgebenden Stellen seit Jahren geleistete Arbeit diesmal dazu fuhren wird, eine gerechte Behandlung in dieser Frage zu erreichen. So hat doch schon der LaudtagSabgeordiicte Köhler-Langsdon in einem längeren Aufsaß im Gießener Anzeiger vom 16. März 1909 sich für Hebung Gießens in tue OrtÄliasie B entschieden, wobei er erwähnt, daß die hessische Regierung in dem damaligen Entwurf Gießen und Darmstadt aus Grund der amtlichen Eohebungen im Jalsre 1907gleich- gestellt hatte, wcsl-ilb auch das hessische Woh- nungögeldzuschußgeseb vom 28. März 1907 ebenfalls Gleichstellung sestsctzte. Jnfolgedesien bezogen die Bolksschullehrer für Gießen seit 1908 einen Wohnungsgeldzuschuß von 600 Mk., während die Deiä's- und preußischen Beamten nur 520 Mt. erhielten. Mar es sck>on damals ein Unrecht, Gießen in die Ortsklasse C einzureihen, so wäre es fetzt eine neue Schädigung aller Reichs- bzw. Staatsbeamten in Gießen, wenn die höhere Einreihung wieder ausbliebe, trotzdem Gießen durch die Reichsregierung seit April'1919 in die Liste der teueren Orte ausgenommen ist, wodurch doch anerkannt 'wurde, daß die Verhältnisse ui Gießen nicht mehr denjenigen der übrigen Städte tn Ortsklasse G gleichzuachtcn sind, vielmehr Einrethuirg Gießeiis in Ortslbasie B gleichberechtigt erscheinen muß. In dem im vorigen Jahve gesammelten Material znm Beweise der tatsächlichen Teuerungs- Verhältnisse in Gießen mißbilligten sowohl die Provmzialdirektion als auch der Oberbürgermeister die Einreihung Gießens in die Ortsklasse C und befürworteten bie Aufnahme in die Liste der teueren Orte und Ortsklassen. Beide Stellen bemerken ausdrücklich, daß die Zeiten vorbei sind, in denen Gießen gegenüber Darmstadt als billigere Stadt angesehen werden konnte. Im Hinblick auf diese beiden Arußermigen der allein maßgebenden Behörden muß es deshalb höchst erstaunen, wie spätere „amtliche" Erhebungen au Ergebnissen führen tonnten, die die Einreihung Gießeiis ht B fraglich machen sollen. Wie ober oben schon erwähnt, sollen allein die amtlich fest gestellten Teueriawszahlen für die Klasseneinteilung maßgebend jein, so daß große Gefahr besteh^, daß das seit 1909 der Gießener Beamtenschaft voventhaltene Recht auf höhere Einteilung auch diesmal nicht gewährt wird. Die Ortsgruppe Gießen • des Deutschen Beamtenbundes, m der über 2000 Beamte vereinigt sind, kann diese amtlichen Zahlen nicht als Grundlage für eine so wichtige Maßnahme anerkennen und fordert drinaend, daß die seit 1909 bestehende Härte endlich beseitigt wird. Die Gießener Beamtenschaft hat den Land- und Reichstagsabgeordneten aller Parteien dos gesamte Material bereits anfangs Oktober zugesandt. Jetzt liegt das letzte Wort vor der Entscheidung bei den Herren Abgeordneten und ihren Parteien. Die Beamtenschaft, die jetzt noch in allen Parteien organisiert ist, verfolgt diese Angelegenheit mit großem Interesse, da die Ortsklassmeinteilung Und der sich daraus ergebende Ortszuschiag noch nie so einschneidend aus die Besoldungsordnung ein.wirken tonnten, wie diesmal. Den Parteien und ihren Vertretern ruft deshalb die Gießener Beamtenschaft in letzter Stunde zu: „Gedenket der zu Unrecht schmachtenden Be- amtenscknrft Gießens, gedenket aber auch der politisch fühlenden Beamtenschaft, jetzt und bei den kommenden Wahlen." WeihnachtSpakttverkehr. Bei den zuM Teil noch bestehenden Betriebs- fchNieriäkeiten, die sich für die Postverwaltung namentlich aus dem Mangel an Beförderungsgelegenbeiten ergeben, läßt es sich nicht umgehen, wie in den Vorjahren, *ur Bewältigirng des Weih- nachtspäckereivettehrs für kurze Zeit eine Besch r änkung der Wertpa ketbeförde- r nn g eintreten zu lassen. Für die Zeit vom 13. bis einschließlich 24 Dezember werden deshalb die Postanstalten zur Beförderung unter Wertangabe von Mehr als 500 Mark von Privatpersonen nur solche Pakete annehmen, die — abgesehen von den den Jnbalt betreffenden Mittelungen — ausschließlich bares Geld oder Wertpapiere, Urkunden, Gold, Silber, Edelsteine oder daraus gefertigte Gegenstände enthalten. Wertpakete von mehr als 500 Mark mit anderem Inhalt müssen während der angegebenen Zeit von der Versendung unter der höheren Wertangabe ausgeschlossen werden. Die Sperre erstreckt sich, nicht auf Wertpakete bis 5 00 Mark sowie auf Eilsendungen und dringende Pakete. - Die glatte Abwicklung des Weihnachtsverkehrs kann burf. Beachtung naärstehaider Punkte wesentlich erleichtert werden. Die Pakete sind unter Verwendung guter Veipackungsswfft recht dauerhaft he^ustellen; die Aufschrift ist deutlich, vollständig und haltbar anzubringen, der Name des Bestimmungsortes unter näherer Bezeichnung der Lage besonders groß und kräftig anzugeben: die Weih- nachtssendlingeu sind nröglichst srühzeittg oufzu- liefern. Auf die Beachtung der Vorschrift, auf . dem Paket den Namen und Wohnort nebst Wohnung des Absenders anzugeben unb in bas Paket obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen, wird besonders hingewiesen. Gartenkunst in eiter und neuer Zeit. -liebet dieses Thema sprach am Dienstag abend inr großen Hörsaal der Universität Professor Küster in einem interessanten und anregenden Vortrag. Einleitend bemerkte er, daß der Garten zu allen Zeiten nicht nur eine von ÄLenschenhand willkürlich zusammengestellte Vereinigung von Pflanzen war, sondern der Ort, an dem die Natur von Menschenhand so geformt wurde, daß sich bas Lebensgesühl fleigert und die Genußfähigkeit wächst Die Vergänglichkeit aller Gartenkunst bedinge es freilich, daß uns von früheren Zeiten feine Denkmäler dieser Kunst ü5erfommcn sind. Ersatz bieten aber die Werke der bildenden Kunst, die uns auch sagen, wie sich die verschiedensten Zeiten, ben idealen Gatten dachten. An L>and vieler Einzelbeispiele und einer reichen Fülle van zum Teil sehr fernen Lichtbildern gab der Vortragende einen ausführlichen Ueberblick über die Entwicklung der Gartenkunst. Er ging vom Mittelalter aus, nicht allein, weil sich bort die primitivsten Anfänge der Gartenkunst finden, fonbem auch, weil uns 'au§ der hochstehenden Gartenkunst der Antike leider zu wenig Material überkommen ist. Es sei jedoch sehr wahrscheinlich, daß die herrlickren Gärten der.Renaissance sich zum großen Teil an antike Vorbilder anlehnen. Im Mittelalter wurde der Garten in Deutschland und auch in Italien nur durch einen verhältnismäßig Üeinen wiesenförmigen Ausschnitt ans der Natur gebildet, der, etwas erhöht, gleichzeitig als Bank biente. Diese sogenannte Vorzeit der Gartenkunst war zu Ende als man den Garten gliedern lernte. Diese Gliederung ist aber vorerst noch rein geometrisch, anfangs durch gerade Linien, dann durch Kurven. Diese geometrischen Gärten wurden allmählich, feinen Stickereien gleich, zu wahren ornamentalen ftünfttoerfen ausgebildet, arteten aber später in dekorative Spielereien aus. Dann kam ein neuer Stil auf, der architektonische Garten. Dieser suckt Haus und Garten als eine Einheit zu behandeln und setzt das fort, was im Haus begonnen ward Im Garten finden sich also Korridore, Säle, kleine Zimmer usw., selbstverständlich ohne Dach und alles gebaut aus lebendiger Vegetation. Als Uebergang 'wurde der Garten der Architektur eingefügt, wo die Architektur das eigentlich Reizvolle des Bildes war. Tann aber löst sich der Garten ganz von der Architektur und baut sich selbst bie britte Dimension, zunächst mit Hilfe des Geländes: es entstehen Derrassengärlen. Im alten Garten von Versailles wurde bann ein architektonisches Gartenkunstwerk ohnegleichen geschoßen. Noch bilden aber die Pflanzen, vornehmlich Bäume als Majse, als geschlossene Einheit die Architektur. Erst spater kommen die Formbäume auf, die einzelnen Pflanzen werden durch die Schere des Gartenkünstlers in plastische Zwangsformen gebracht wozu sich besonders Heckengttvächse eignen. Wieder spät'r wirb das Wasser zur Raumbildung herangezogen. Zunächst durch die Kontrastwirkung zwischm gerader und senkrechter Fläche und durch die Spiegelung, später durch Springbrunnen und Kaskaden. Ta gibt es denn ganze lebende Alleen aus Bäumen und Springbrunnen, die zum Beispiel im russischen Petershof von märchenhafter Wirkung waren. Hilfsmittel tmrb bann auch die Plastik, die mVer- bininmg mit der lebenden Vegetation seine Wirkungen vor allem in der Billa Albani erzielt. Der Barock endlich befreit den Garten aus der Architektur, indem er tien Mick in die Fevnle öffnete* oder die Grenze zwischen Garten und freiem Gelände überhaupt verwischte. Tann werden malerische Werte angestrebt, man komponierte die Gärten nach Gemälden und umgekehrt. Daneben kommt eine naturalistische Tendenz zum Wort, die die Natur einfach kopiert oder man bildete romantische Gärten, intern man die freie Landschaft im Prinzip zu wiederholen suchte, nur veredelt, durchgeistigt. Alle diese Begrifft, malerisch, naturalistisch und roman- tisch bedeuten im wesentlichen dasselbe, was wir unter dem sogenannten englischen Garten verstehen. Leider kommt es bann zu Ausartungen, vor allem, weil «u viel Literarisches in ber Gartenkunst Eingang findet. Der Garten soll möglichst viel erzählen, soll eine bestimmte Idee zum Ausdruck bringen, tote „neues Leben blüht aus den Ruinen" usw. Damit kann die Geschichte der Gartenkunst als abgeschlossen betrachtet werben. Unsere Zeit Heck nichts toefeittlich Neues gefdjaffm. Im allgemeinen werden in der Gegenwart malerische Gärten be- vorttrgt. Tas Neue der Zett liegt höchstens in der Oeffentlichkeit der Gärten: Ausstellungsgärten, Promenaden, Stadtparks, Frftdhöft usw. Veranstaltungen. Mitfwoch: Stadtthsater, 7 Uhr, „Die Raschhosss". — Neue Aula, 8 Uhr, öffentliche Hauptprobe der Jahreszeiten^'. — Cafe Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Chiemfeer. — Stabtmission, Löberstvaße, 8V< Uhr, Vortrag über „Die Toten mid das Jenseits". ^LichtspieltyafteL, wie gestern. Wettervoraussage für Donnerstag: Vorwiegend bedeckt unb dunstig, zeitweise leichte Niederschläge, etwas milder, südöstliche Winde. Das Hochdruckgebiet hat sich etwas weiter östlich über Nordrußland verlagert. Sonst ist wenig Aenderung in der Wetterlage eingetreten, so daß Fortdauer der bestehenden Witterung zu erwarten ist. ** Städt. Seefischmarkt. Morgen Donnerstag früh trifft lebenofrische Nordseeware wie Kabeljau, Schellfisch, Schollen uno Rotbarsch ein und kommt tu ben Marktlauben zum Verkauf. Der Verkauf beginnt erst von 9 Uhr ab. ** Hafer und Kleie. Bei der städtischen Futtermittelftelle ist eine größere Sendung Haftr sowie Kleie eingetroffen. Bezugsscheine werden auf dem Lebensmittelamt, Zimmer 13, verausgabt. Die Kasse des Städt. Lebensmittelamts wird mit Wirkung vorn 15. Te° «mber geschlossen. Die Kassengeschäfte gehm von diesem Tage an auf die Stadtkasse über. •• Die Allgemeine Ortskronken- fasse veranstaltet am Freitags 17. Dezember, abends 8y2 Uhr, im Postkelftr eine Ausschußsitzung ** Dess 1 scheBereinrguugsürV 0 lks- künde. Montag abend fand hier im Uuiversitäts- gebaube ein Vortrag des Herrn Pfarrer Schöilte- Großen-Lmden über „Oberhessisck« G ocken" statt. Unter dem Gesichtspunkt ber Volkskunde behandelte- der Redner Zweck, Mter, Inschriften unb Atomen der Glocken. Er führte aus: Die Glocke, da§ Symbol der Ruhe und des Friedens, bildet ein wichtiges Sttick des dörflichen hebend. Sie bient der Kirche, indem sie die Gemeinde znm Gottes- bnmst und zu ben gottesdienstlichen Handlungen ruftaber auch zu weltlichen Zwecken ist sie c ' ^"t das Zeichen zum Beginn der Schule, Versteigerung, Feuersbrunst usw Aus die)em ®rit™ c ^ueriennen, daß das Ministerium bei Abgabe der Glocken im Kriege bestrebt mar, icoer Gemeinde wenigstens eine Glocke zu belasten. I $ie der Glocken im allgemeinen I ,I)r ntiiHlahfttet wb ihr qescknchtliürer Wert • maßgeveno Mon ben drei 'hcssisckicn Provinzen Wi in der glücklichen Lage, an die Einwohnerschaft zur Bereitung des Weihnachtskuchens eine Soiidcrzuweiung von Mehl und Zucker verteile zu können. Glückliches Höchst!! ?ir heute beobadjb k «r Tendenz a Mr: Toller ■ fnümungsbi tzsWsftwdM K« mtrfiid) m <ßerid>tsfaal. Zweibrücken, 7. Dez. (Wvlft.s Dor dm Schwurgericht der Pfalz ging heute nmht 1 Uhr em weiterer Landsriedensbiuchprozev aus der Bad i schen An i lin-u nd Sodafabritrn LudwigÄhasen zu Ende. Drei Arbeiter: Philip» Löffler, Gustav Temhardt, beide aus Franken- fbal, und Johann WöUrnerer aus Ludwigshafen, standen als Rädelsführer vor den Geschoorv- neu. Im Verlaufe einer Demonstration von mehreren tausend Arbeitern der Fabrik z.vecks Lohnerhöhung vvang am 21. Mai eine große Menge in bas Ttrekttonsgebäude ein, zerstörte Fenster, Türen usw. unb mißhandelte mehrere Tireftoter durch Fußtritte, Würfe mit Tintengläfern, Ge- schästSbüchern und Stühlen, lodaß einer ber Tire!' toten blutüberströmt zusammen stürzte. Tie Haupt» schuldigen, die fast nur aus jugendlühen Burjcher bestanden, konnten ebensowenig ermittelt werd« wie die herüber ber Körperverletzungen. Temhacht erhielt 2 Jahre Gefängnis mit Bcwährungsfrtil noch Verbüßung von 9 Monaten, Löffler erhietl 9 Monate, während der dritte fteigesprochen wurde Acrlin, 7. jlld. Die Mrsr vtir? Bchlrifuns «li Mt in voller * Znimsfes ftar Ä-MM: ho: tzjißahrtÄvertm S R bann alktbin jM Atetfahr stMit «besser äs mit Ausna! llvzml getotn p. kaliwette 1 Bi Dar das Ä iWnb fest. 5t an Tf u r ist Obethessen dft an alten Glocken reichste. An zweiter Stelle steht Starkenburg, an dritter Rhein- hefien. Die älteste Glocke Hessens besitzt das Dorf Wenings, Kreis Büdingen; sie soll aus dem Iahte 1200 stammen. Gießens älteste Giocke ist die aus dem alten Rathaus, die 1493 gegossen wurde. Die Inschriften aus ben Glocken teilte ber Referent in vier Gruppen: 1. Solche allgemeinen Inhalts, 2. folche, bie auf ben Ziveck der betreffenden Glocke Hinweisen, 3. Inschriften mit besonderen Zeitangaben, 4. solche, die die Glocke als Trägerin übernatür fieber Kräfte - und Gaben erfcbeinen lassen. Er erläuterte seine Ausführungen durch zahlreiche üitmffante Beispiele. In lakholischer Zeit wurden bie Glocken nach Heftigen benannt. Heute gibt ber Zweck ber Glocke ihr den Namen. Betglocke, Schulglocke, Sterbeglocke, Sturmglocke u. a. Der Vortrug zeigte, baß em gutes Stück Volks- und Heimatssmn mit unseren Glocken verknüpft ist. Zu bedauern war nur, daß verhältnismäßig wenig Zuhörer sich erngesunden hatten. ** Der evan gelis che Arbeiterverein hielt am Soimtag den 5. Dezember feinen ersten diesjährigen Vottragabend. DKtglftd Kaufmann Scholz referierte über das Thema „Gesundheitspflege in der Familie". Der Redner sprach einleitend über den hohen Wert ber Gefundlseftspslege und bereu Beziehungen zum Schicksal, zur Krankheit, zum Alter und Tod. Er führte bann werter aus: Die Familie fei bie geeignetste Stätte, um Gefundheitspflege praktisch treiben zu können. Schon bas kleinste Kind muß an die Pflege seiner Gesundheft gewöhnt toetben. Die Leitung der Gefundheitspflege in ber Familie sollte die Fran übernehmen, nachdem sie sich die notwendigen Kenntnisse erworben hat. Um sich und die Seinen gesund zu erhalten, ist besonders nötig: Eine gesunde, d. h. sonnige unb luftige Wohnung (soweit dieses in gegenwärtiger Zeit möglich ist). Das beste Zimmer sollte als Sctzlaszimmer genommen werden. Reinlichkeit und Hautpflege seien selbstverständliche Bedingungen. Abhärtung des ganzen Körpers durch Luftbäder unb individuell anMpasscnde Wasseranwendungen. Der Nahrung und deren Zubereitirng müsse besondere Aufmerksamkeit geschrnkt werden. Man sollte unbedingt auf feine Verdauung achten und dafür sorgen, daß dieftlbe immer in Ordnung ist. Tägliche Atemübungen in guter Luft seien unerläßlich. Die Kleidung sei bequem und luftdurchläsfig. Genügend Nachtruhe ist genau so wichtig wie zwecftnt- sprechende Bewegung. Den geizigen und leiblichen Kräften angepatite Arbeit abwechftlnd mit rechter SrMung unb Vergnügen in Gottes schöner Natur. Willenskrnrheit und Lckcnsfreudigkeft fö dem alle Lebensregungen, und das Gftichg-ewicht ber Seele führt zu einer frohen Lebensbejahung. An diese Ausführungen schloß sich eine Aussprache. ** Von der Deutschen Volkspartei wird uns nritaeteilt: Am Montag den 6. Dezember veranstaltete die Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei einen gut befudrten Diskusftonsabenb Abg. Kommerzienrat Klingsvor erstattete Bericht über bie Tätigkeit der Fraktion ber Hessischen Volkskammer unb beleuchtete die Stellung ber übrigen Parteien. Die rege Aussprache zeigte bie volle Einigkeit ber Ortsgruppe mit ber Fraktion. Syndikus Dr. Krause erstattete kurzen Bericht über ben Nürnberger Parteitag, mit dem sich ber nächste Dtskussionsaoend eingehend beschäftigen wird. Als nächste Veranstaltung Hübet am 16 Dezember eine öffentliche Versammlung im Einhorn statt, in welcher der Vorsitzende der Landespartei Abg. Dingel- bet) über die politische Lage int Reich und in Hessen sprechen wirb. Landkreis Gießen. Sch Trais-Horloff, 6. Dez. Mit gütiger Unterstützung des Lanoestheaters Darmstadt war es dem hiesigen Volksbildungsverein möglich, das Schauspiel „Der Schmied von Ruhla" zur Aufführung zu bringen, das auch bei mehrmaliger Aufführung großen Anklang fand. — Nächsten Sonntag, 12. d. M., wirb Herr Lang- heinz, Mitglied des Landestheaters Darmstccht einen heiteren Vortragsabend veranstalten. Gleichzeitig wird dem Plan, Grünoung einer Theatertruppe von Berufsschauspielern und Dftettan- ten, näher getreten werden. — Nach Weihnachten hat Dr. meb. H. Nosenhaupt vom Rhein-Mai- nifchm Verband einen Lichtbftdervortrag über das Thema: ,,Luft, Licht und Wasser als Heftmittel" in Aussicht gestellt. Kreis Schotten. e. Schotten, 7. Dez. Professor Weißgerber von Gießen hatte am Fuße des Hoherodskopses ein einfaches Blockhaus stehen, in dem er seit Jahren des öfteren mit seiner Familie die Ferien verlebte. Durch Einbruch wurden nun aus dem Hause fast bie gesamten Haushaltungsgegenftünde entwendet, darunter 2 Zinkbütten. Bettzeug, Vorhänge, lieber» rüge, Kochgeräte, Kaffeeservice usw. Der Geschädigte setzt 200 Mk. Belohnung aus. Man wundert sich stier weniger über den Einbruch — in dieser einsamen Gegen sind die Diebstähle und Einbrüche eben leider an der Tagesordnung — als darüber, daß diese brauchbaren Dinge solange ungestvhlen blieben. B. Kaulst 0 s, 6. Dez. Hier wird die Fas- hmg einer neuen Quelle trorgemnnmen, da sich ber Wasserbehälter für bie Gemeinde schon immer als zu wenig ergiebig gezeigt hat. In ber letzten Zeit war bei ber Trockenheit bie Wasserversorgung für ben Ort überhaupt nicht mehr ausreichend. E. Lau back, 6. Daz. Die Stadt Laubach steht im Zeichen be5 H a u sderka u f s und infolgedessen des Wohnung-Ztoochftls wie kaum ein anderes Städtchen von derselben Gröhe. Sind schon tm Laufe der letzten drei bis vier Jahve mehrere Wohnhäuser und die schön gelegene Bftla des verstorbenen Mftlionärs Albers durch Verkauf in andere Hände übergegangen, so hat sich der Hausverkauf in der letzten Zeit, besonders aber im Laufe der vorigen Woche wieder um drei Siebener Stadttheater. Am Tage des Gerichts. VolVschauspiel von Peter Rosegger. Gießen, 7. Dez. 1920. Petri Kettenfeier Rosegger, der sich tn* wandernden Schneiberlehcling zu einem der liebtesten Volksschriftstelln emporgeschwunc>en, » ein zu braver Poet, als daß man mit seiM unseres Wissens einzigen dramatischen VerM „Am Tage des Gerichts" emstlich zu Gerichte geftn ' toll. In seiner Art steht das Stück zwischen den Vollsstücken oberbayrischer Wandertruppen um einem dramatisierten Gartenllrubmronmn. Aber und aus diesem Grunde bann es sich noch auf der Bühne halten — einige Gestalten sind treffli« gezeichnet unb bieten dankbare Rollen. Wie bei Wohnhäuser vermehrt. Das GeschästShaus des Kaufmanns Karl Emelius ging mit sämtlichem Inventar zmn Preise von 70000 Mark an den Kaufmann Katz jr. über. Das Wohnhaus des Gräflicken Karnmemats a. D. am ..Schiefen Hain- bevg" kaufte der Rottenführer Leioner für 15 000 Mark Das Wohnhaus der verstorbenen Witwe Bourree verkauften bie Erben zum Preise von 16 000 Mark. Das Wohnhaus mit Schuhgeschäft der Witwe Karl Wagner in der Oberen Lang- gaffe, beten Ehemann eins der ersten Opfer tm Weltkriege war und die nach Mainz übersiedeln will, kaufte ein Bruder des Gefallenen Tür 22000 Mark. Das kleine Wohnhaus des Gemeindeschäsers Kohlet in der ..Unterlipp" wurde zum Prefle von 9500 Matt an den Weißbinder Von Eiff verkauft, nachdem Köhler ixr$ Haus der Witwe Calzni-ann zum Preise von 25 000 Matt erworben halte. Klifaner 810 b vikaner 664.— M gaben 14 Pro toten 13 Prvj ; 1 f~hen vte VF „arictn Ss 'S KääS 7, MAIN W ^jtn W * u WG K-in», '•* ta-» B8»s S. De Kauf 3 Kreisen anjufc Kwgtntünnnni, I SkBlMrr.em natnfrciiai |«W WberHreise nti xtant iDurben, ix xtm ben lebten HiMn, W etsatzpatt der ftüheren Eisvibahnbrigade hatte Unfalls ruhig m große Vorräte von Material aufzuweisen, die bd W btionberä in ! Auflösung der Heeresverwaltung an das Rn«^- ' ' ' ' oertücrhrngdamt übergingen. Das ReichSvermittln gsamt übergab die ganzen Bestä:we einet Reichstreuhand-Aktiengesellschast, die idrersefts des gesamte Material an die Firma Orenftein & Koppel in Berlin veräußerte. mc. Höchst a. M., 7. Dez. Die Stabt tfl Sttahl-Toni, fein Weib, unb die beiden Arrestanten Soberer unb Gteifftl, die ledialich aktaus- füllenbe Episobensiguren des dramatisch überhrmp überflüssigen zweiten Aktes find. Sie wurden vo» Rudolf Goll und Richard Hellbotn mit köstlichem Humor gesegnet. Im Straßl-Toni hat» Oskar Feigel eine Gestalt gesunden, die et psychologisch fein unb folgerichttg ausgestaltet! konnte. So vermochte er es auch, int letzten Ard die „große Szme" von innen heraus zur Wirkung zu bringen. Hervorragendes Spiel bot Ra!' Rubnet als gehetztes Bettclweib. Der Enge! des Stückes, die Frau des erschossenen Oberförsters ist in der Zeichnung zu blaß, als daß aus bet Rolle viel herausgeholt werden könnte. Rofe Erikc von © r an b e cf tat, was in ihren Kräften stand. In Nebenrollen waren beschäftigt Margarete Wernicke, Cläre Türk, Karl Juhnke, Hein; Bechsftin Karl Volck, Harry Noebert, Wladimir Brands, 1 Franz Bandis, Georg Heding, Paul Mehnerl, I Wilhelm Ruppett, Wolf Lcutheiftr und Hermam e. Ulfa, 7. Dez. In einem feierlichen tesdienste wurde bie dem Andenken unserer fallencn Soldaten gewidmete Gedächtnis- täfel unter großer Beteiligung ber Gemeinde etnZ geweiht. Die Tafel hat in der Kirche einen Ehrenplatz gefunden. Die würdige Feier rouroe durch des hiesigen Lehrers Schönheit, einä Knegsbeschäbtgten, unb bes Männergesangvrrems verschönt. Kreis Friedberg. r. C1 $ o hl -Göns, 7. D^. Als in einer hie- sigen Famftte bie Hausfrau am Abend in ben Keller ging, um etwas zu holen, bemerfte sie, dak sich dort ein fremder Mann verborgen hieto Schnell entschlossen schloß sie die Türe ab unb als der Hausherr nach Hause kam und mit anderen Leuten sich in den Keller begab, fanden s» emen aus dem Zuchthaus zu Butzbach entsprungenen Sträfling, der nach seinem Geständnis tagsüber in der Scheuer sich oufgb- hatten und den günstigen Moment abgeixißt hatte um sich im Keller zu verbergen. Unter sickeren,' Geleite wurde er nach Butzbach zurücktransportiert. Kreis Wetzlar. d. Dornholzhausen, 7. Tez. Eine gegnung mit einem verdächtigen Menschen hatte ein hiesiger Bahnarbeiter, als er am Donnerstag morgen früh an die Arbeit ging. Am Ausgange des Dorfes nach Hochelheim stand plötzlich eine in eine Decke gehüllte männliche Person vor ihm, die ein Gespräch anzuknüpfen suchte. Auf die Frage, was er denn schon so früh hier mache und wo er hey, komme, erwiderte der Fremde, daß er aus dem besetzten Gebiet stamme und nach Hörnsheim unb von da nach Gießen wolle, er — der Bahnarbeiter — möchte doch ein Stück Weg mit ihm gehen und ihm den Weg zeigen. Der Arbeiftr ging jedoch seines Weges weiter. Erst als bekannt wurde, daß in Butzbach fünf Sträflinge aus der Zellen- strafanstalt entwichen seien, konnte man sich den Vorfall so erklären, daß es sich jedenfalls um einen ber entwichenen Sträflinge handelte, bei den Arbeiter, wenn er ihm gefolgt wäre, wahr- scheinlich überfallen und ihn feiner Kleider beraubt hätte. Inzwischen hat Wachtmeister Fuchs von Lang-Göns einen der Sträflinge im Walde zwi» fchen Holzheim und Lang-Göns aufgegriffen. Hessen-Nassau. Eine deutsch-nationale Versammlung gesprengt. Frankfurt a. M., 7. Dez. Tie von bet der Deutschnationalen Vvlkspartei für beute abend einberufene Versammlung, in der Reichstagsabgv' orbneter v. Gräfe sprechen sollte, wurde kur; nach Beginn von Sozialdemokraten und Kommunisten gesprengt. Es wurden Stühle gegen ben Dorstandstisch geworfen uno dieser schließlich gestürmt, so daß der Redner den Saal verlassen mußte. Darauf nahm ein Kommunist das Wort, um darzulegen, daß gerade bie Gesimiun^- genossen Grases an der Not der Zeit die Hauptschuld hätten. Die inzwischen erschienene Sämtz Polizei verhaftete zwei Leute, die an dem Sturm auf den Vorstands tisch beteiligt gewesen sein sollen. X Hanau, 5. Dez. Der int Nebenersatzpark ausgeführte Diebstahl von Materialien tm Werte von einer halben Million Mark hat zur Festnahme weiterer Personen geführt. Der NebenBekar vN BefÄuh NAnvom 1( § ^bei M Mhen von 8,^- Mm SW können Mgen ii; Bekni Sä ■ vei rnbet 192( •eC glicht re- ten ' UW . Ä g W ietört- KZ. 477,- 473,- 471,50 472,50 161,901163,70 1166,30 1168,10 964, 961,60 Berlin Obti Hfeninb, öchördliche Anzeigen. rtHtaM- findet nicht statt Eingaben an mich oder an die Reichsoetreidestelle sind zwecklos. ie Bäckereien, Kleinhandelsgeschäfte ufto. alten van Baerles 22,47 84,50 15,35 264,70 257,7') 75,42 442,05 27,47 84,27 14,98 158,20 265,30 258,30 75,58 442,95 162,20 265,30 262,80 75,17 442,05 161,80 264,70 262,20 75,17 442,05 Börsenkurse. Frankfurt Abend- Abend- 966,- TL53 84,70 15,39 L 963,50 22^3 84,47 15,02 Betr.: Reisebrotm arken. Dui Anordworg des Direktoriums der Reichs- eidestelle w R. M. 2270 B 22 vom 19. No- 'n im Nrbmriy Don MotMLr lillion Mar! ?. i n geführt. Der b ismbabnbriM k il MiriMlsen, s, itimg an bei & . Das Rei^« cnjtn BeW« i lhaft, die ihrtrrti Firm Lrwm ' Tr». Die Sjj n die lachtslucheiH [ und Mer tci ilH Deutsche und Orient» Teppiche Vorlagen, Läufer, Felle Divan- und Reisedecken gültig. S. Ein Umtausch der alten T? artet in neue Chrisiiania. . . Kopenhagen . Stockholm . . . §elsingfor». . . leiten . . . . London. . . . Rew-Pork. . Pari»..... Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Deutsch-Oeflerr. Prag..... Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel Datum: 5 •/, Deut Xriegsanl. 4*/, Deut. Reichsanl. 3 */, Deut. Beichsanl. 4*/e Preutz JUnfnls Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto Gesellschaft Dresdener Dank . . Rationalkank f. D. . Mitteid. Treditbank. H..»merik. Pakets. . Norddeutscher Loyd . Doch Gußstahlwerk . D.» Cuftmb. Dergw. Gelsenkirch. Berg». . Harpener Bergbau . Oberschi. Lisenk.«D. . PHSnix.Dergb Akt. . Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerk«. Llektr. L. T. bild Die Börse verlief nicht einheitlich. Die v»itere Versteifung der Devisen wirkte sich eben* IqlÜ nicht in vollem Maße aus. Im Vordergrund H Interesses standen wieder löarpener, die bis IM anstiegen; Lohen lohe 7 Prozent höher. Von öckiffohrtswerten .Hamburg-Süd vvn'ibergehend bis 472, dann allerdings wieder auf 462 nackgcbcnd, baägen Paketfahrt vernachlässigt 197, Lloyd um 3 Prozent «bessert. Chemische Werte wenig verändert mit Ausnahme von Goldschmidt, die weitere y) Prozent gewannen. Elberfelder Farben schwä- ter Kaliwerte nicht einheitlich. Am Einheits- ir-aztl war das Geschäft recht lebhaft, die Tendenz üäeomegcnb fest. Frankfurt a. M., 7. Dez. Börsen- 41 m m u n g s b i l d. Tie vorübergehend lebhafte teschüftsb-iregung hatte gegen Schluß der Mittags- iörse mcrtlid) nachgelassen. Die Abendbörse blteb Unfalls ruhig und neigte zur Abschvüchung, welche sch besonders in AuSlandspavierrn fühlbar machte, die heute beobachtete Unsichwheit tmdUneinheitlich- kit der Tendenz am Devisenmarkt verstimmte um« snnehr; Dollar weiter ermattet. 5 Proz. Gold- verikankr 810 verloren 30, ö Prozent Silber- lerilancr 664.— 20 Pro», und 4Vi Irrig. Anleihe KO gaben 14 Pro» nach 6 Proz. Tcduantrpec 625 butten 13 Prozent niedriger, Montanaktien Banöcl. Frankfurter Warenbörse. Fd Frankfurt a. M., 7 Dez. Mit der Artigen Warenbörse war zugleich die Fachbörsc für Bäte und Volz verbunden In Iuteaeweben und ^cteii leiden die Preise infolge dec Marktbericht' ul Kalkutta und der allgemeinen Kaufzurückhal- «. |_Ttg. Bet starkem Angebot in Jutegewebe, Segel- \jta* und ßii.-aigcroebe waren u. a. Pauiergew be Hiu6t. Auf dem Holrmarkt stilles Geschält bei tztigen Preisen. Infolge des Wassermangels lie- ren die Sägewerke nur schlecht. Kiefern- und j iubenhölzer 280 Mk. pro I^stmeter ab Station lirtzbach, Fichtenstämme 300 Mk.: ferner an» «toten Eichen, Kirsch- und Nußbaumhölzer. — tut dem Texttlwaven markt ruhiges Geschäft bei junger Kauflust. Auch auf dem £d>en8nnttdmartt i das Geschäft noch immer flau. Angeboten waren "tonig, Heringe, Reis, Fett und Hülsensrüchte jeder ytä. Auf dem Chemtkalienmarkt herrsch ebenfalls txrte Zurückhaltung. Bei stellemveis lebhaft wech« tuten Preisen herrsch keine Kauflust. VI. L^erbürsentag in Mainz. Mainz, 7. Dez Tie heute hier abgehaltene ^ederbörse verlief bei mittlerem Besuch ab- rirtend und rulrg. Große Vorräte sind nich vor- ; rben, auf der anderen Seite ist aber auch der k 'öarf nickt so dringend, daß starke Nachfrage her- Kitritt. Die Käufer hoben Zett, bte Entwtckluug yfi Marktes abzuwarten und versuchen zu billigv- rn Preisen anzukommen, ohne hierbei besonderes bügegenkonnnen zu finden, da alle Gerbereien rite Rohware eingrarbeitet haben. In den 83er» stauchersrcisen sieht man der weiteren Entwicklung K- Marktes mit Ruhe entgegen, da man auch bei lebhaftem Geschäftsgang an ein Heberschreiten der Cftobct^ßreife nich glaubt. Soweit Lcdcrpreise Festlichkeiten Das große Kaffce*Reitssrant, mit Tanzgelegenheit für ca. 160 Personen, ist an Silvester, 1. Januar und Fastnachtdienetag sowie an mehreren Wochentagen noch zur Abhaltung von Vereinsfestilohkelten zn vergeben. Podium und Flügel stehen zur Verfügung. Neueste Ofenheizung»-Anlage. gffchek. — Die SpiÄlrftung Oskar Feige! gab hd alle Mühe, den Eindruck eines Rührstückes ^pschwächen. Trotzdem wurde der letzte Akt durch terti6rtto Schneuzen ün Zuschauerraum erheblich Vleichfoda thb stet- in gleicher Güte und KcfrbaffenbcU -Wieste Üt. Man verlange daher van Baer le» 81'ichioda. da nach ,tt-rcinabe des Wortes Bleich- durch die Reichsbehärdc beute auch ganz mmber» denige Produkte unter der fälschlichen Benennung iütichjoüa verkauft werden. Paket Pi. L60. 1* * van Baerle A Co.« Worms a. Rh. Tapeten, Teppiche, Linoleum Gegründet 1637 Telephon7tr.36 Brandplatz \, Ecke Schioßgasse schwächer. Galtetkirchen stellten sich 398.— (—71 Larpener 568 — (— 11), Cberbcbarf 333.— (—7 Prozent). Phönix 670 —, Adlernantung- bahn 620. Es notierten ferner Metall-Btngwerkc gaben 5 Prozent nach 298.—. Elekirizitäts- und Chemische Aktien blieben behauptet. Rütgerwerk^ 443, Holzverkohlung 619V,. Zellstoss Waldhot ge- wannen 6 Proz 470.—. Metall Aetzwcrke 2593,«. Gummüvarenf. Peter fest 423.—. 5 Proz. Neichs- anleihe 77V«. M iltwo ch, 8. Dezember, bleibt die Börse geschlossen. Fra nkfaet a. M., 8. Dez. Berliner Devisenmarkt. * Geld Brief Geld Bries Datum: 6. Dez. 7. Dez fö. rÄ LW AZ ÄÖ « 001 idv J Z bönchj^ r ~ btt . mit üg*. ft bthnitt n «St aus btt £, tagt man » ’ R itbntiajj. ^Bt banb^L Qtfolgt Mr, J [twtt fflebtr bette Jtmeifttt , W int Qöibf n auigcgnifei lau. bttamt wurden, bewegten sie sich in den Grenzen kr ht ben letzten Tagen von den übrigen Börsen ^weldetcn Notierungen. — Die anschließende tzchlteversteigerung brachte wahlHu die Preise der AllgkweiiikLrtskraliktiiWKikhkü Einladung zur Ausschutzsitzung auf g-rtltag den 17. Dezember d. I. abends 81/, Uhr im PostKeller. Tagesordnung. 1. Wahl des Aueschußvorsitzenden. 2. Abnahme des Jahresabschlusses pro 1919. 3. Satzungsänderung (§§ 1,17, 18,19,25,27, 42 tt.57). 4. Wahl der RechnungsprüfungsKommisfion. Der Vorstand. A. D o l z, 1. Vorsitzender.12980c saal. tej. (WEN» salz ging fr111® MsbnMmikgl-r nb Sobald»^ . Heide au itt au« Wg -er vor M l?,,6 !t Jabnk AA Mal tffltjys ein, AS tu irtMtl tinff 1,1 UIIVIVIBUUJ K-D X.IUIWIIUIIUI UVL ul.vi.vMf- JSntt ««idestrlle zu R. M. 2270 B22 vom 19. No- Gier 1920 ordne ich an: L Tie Reisebrotm a rken alten Musters (großes Format) verlieren mtt Ablauf des 31. Te- Aembtt: 1920 ihre Gültigkeit. Dom 1. Januar 1921 sind dcmgemätz nur noch die neuen Marten (kleines Format) ausschließlich M'g -nnM efmenw*" Die ymarxvTrciot-ireiic unv ywauvs. I TtE' Die Backereien, Klcinbandclsgeschäftk M 1Ä kfrn die eingelbsten Reisebrot marken iett' jJrliÄ ’ klrsters bis spätestens 5. Januar 1921 an das 2*L- WS»Xidm':----- •«£8 ill »L aÄ !««Ä iiff Bekanntmachung. Aus Beschluß der städtisc^n Lckensmitteb» Deputation vom 10. November 1920 närd die Kasse te Städtischen Lebensmittelamts mit Wirkung vm 15. Dezember 1920 geschlossen. Die Kassen- rschäfte gehen von diesem Tage an aus die Stodt- b’"< über. Zahlungen an das Städtische LebenS- rättelamt können alsdann nur noch durch die ktadtkasse erfolgen. 129868 Gießen, ben 7. Dezember 1920. , Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Bekanntmachung. Kurs Kurs L-urs Kurs 6.12. 7.12. 6.12. 7.17. 77,50 77,50 77,50 77,50 —»— — . a» 66,80 68 80 M . MB 67,50 67,50 ■■ N 64,20 64,30 OB . * 180,- 180,50 — . — — . — 323,50 328,- -1 “ 242,50 247,- 218,- — . — 219,50 219,50 —. — 2Ü2.25 202,25 178,- —- . —■ 179,50 180,- —— — _ BM 197,75 165,75 - - . — MM 190,- 196,- ~f — — — 499,50 503,12 400,- — , MB 398,50 39)1,75 * — 398,- 400,25 400,- 575,- 569,50 - » . M» 575,- 336,50 333,- 339,- 338,- 309,- 307,- 301,75 307,- «38,- 670,- 693,- 687,- — . — — —— 570,- 578,- 439,50 437,50 438,- 438,- — . —. 314,- 309,- 315,50 —» _ — 272,50 274, — 505,50 _ —— — _ — 500,- 260,50 266,- 264,71 270,- ■B « — 949,- * M E— — , — 820,- 329,- 834.- 378.'- 390*- - ** 7.12. 437 Züricher Devisennmrkk. Büchertisch. 2. 3. 12952D Wetterhahn. $ Kr. 100 100 100 100 100 1 100 100 100 100 100 von Be- 7,25 746,- 6.12. 8,77 4,50 10,10 London.^ . . Italien . . . Brüssel . . . Budapest. . Rew-Pork. Agram . . . 7. 12. Schweizer 195.30 8.15 1.875 7 20 37.70 2218 22 60 39.80 1.325 645.- 4.40 8. 12. Franken Fl. = Mk. -- Ar. = Är. = Fr. --- £ — ß. = Marknotierungeu. Datum: Gieken, Babnhos'tr. GD Tel. 1097. - Gegr. 1909. Am 6. Januar Beginn eines neuen halbjahrerlnrsus Mmeivg.lSgl.Vlosn.scei. Wechsel auf: Holland ....... Deutschland..... Wien......... VMml-SMrls-SüM — nr-mn,H Bericht über die derzeittge Lage der Gewerkschaft. Beschlußfassung über die weitere Stundung her fällig gewesenen unv bis zum 1. Januar 1921 fällig werdenden Zinsen bis Ende 1921. Beschlußfassung über die Sistierung der Auslosungen von Schuldverschrerbungen für die Jahre 1920/21 und die weitere Stundung der «is früheren Verlosungen rückständigen Beträge bis Ende 1921. Darmstadt, den 1. Dezember 1920. Gewerkschaft Kur-Cöln. Der Dorsitzende des Gruben Vorstandes: Zürich . . . Amsterdam. Aopenhageu Stockholm Wien . . . . Ö”/.V Nrw-l)ork — Eros und bic Evangelien Waldemar Bonsels. Verlag Rütten und ning, Frankfutt — Dieser ziveire Band der „Notizen eines Vagabunden", ein unabhängig für sich bestehendes Buch, ist im Geist und in der Pferd everfteigenmg. Donnerstag den 9. Dezember 1920, vor- mittags 11 Ubr, versteigere Id) für Rechnung dessen den es angehv auf dem Hofe der Pulver- tnüblcTu Sieben (Gastwirt Jochem) Rodhetmer eiraste „ , 1^942 6 Arbeitspferde darunter 4 schwere und 2 leichtere. Versteigerung bestimmt. Heßler, GerichlSvoüzieber in Gießew Bahnhofstraße 29. Wir beehren uns, die Besitzer von Schuldverschreibungen unserer Gewerkschaft gemäß § 6 des Gesetzes vom 4. Dezember 1899 bzw. 14. Mai 1915 zu einer Samstag, den 8. Famiar 1921, vormittags 9 Uhr, in dem Geschäftslokal der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank, Darmstadt, Sands!raße 34, stattfindenden Versammlung mit nachfolgender Tagesordnung einzuladen: künstlerischen Gestaltung dem Wesen des ersten Bandes, „Menschenwege", verwandt. Der Vagabund erzählt von seiner weiteren Wanderung, oic ihn mit neuen Lebensgefährten zusammenbringt und dem eigenen Schicksal entgegen führt. Er erlebt die Liebe in ihrer bleibenden Form, tief von innen her geschaut und empsimden, und die im Spiegel lockender Sinnlichkeit gesehene Liebe in ihrer ganzen Veraänglichkeit. Auch dieser neue Bonsels wird dieselbe begeistette und zahlreiche Lesergemeinde finden, wie die anderen Werke des Dichters. — Ter Schwab, der Schneider unb der liebe Herrgott. Unter diesem Titel ist in der Elwettschen Verlagsbuchhandlung ein entzückendes Märchenbuch erschienen. (Preis 5 unb 6 Mk.) Zwar die Märchen selbst — , Vom Schwaben, der das Leberlein gefressen" und ^.Der Schneider im Himmel" von Grimm bzw. Bech- [tein — sind Wohl jedem Kinde wlThlbekannt. Was Dem Bändchen aber besonderen Wett verleiht, sind die Bilder von Ubbelohde, die man sich bei aller Schlichtheit nicht feiner und passender zu den einfachen und gradlinigen Märchen denken kann. Mit wenigen Strichen und bilderbogerlmäßigen Farben bat ilbb'lohde das Märchen in all seiner Innigkeit und Naivität Bild roeroen lassen. Diese Bilder leben dem Volksliede gleich eigentlich längst schon im Volke und man ist erstaunt, daß in einem modernen Künstler solche Töne Form werden, die ebensogut von einem nnttelalterlicken tzolrschneider herrühren konnten. — Im gleichen Verlag ist auch erschienen: „Nebelreich und Rosenland, bunte Seidenfäden der Märchenmuhme Martha Frohwein-Büchner, her Versasiettn der bekannten „iöessespäß" und anderen Dialektdichtungen in Vers unb Prosa. Dieses Märchenbuch ist von K. Bantzer illustriert, dessen Zeichnungen an Schwind erinnern, ohne dieses Vorbild jedoch ganz zu erreichen. — W asser vogel leben. Bon Professor Dr. A. Voigt. 109 Setten. Gebunden 5 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1920. — Heelk-Ieetrwwente — Stellte fftr bm» Weyarame« albertet' U« chf.lU^ FraattTt c FitrfMw W. aerwtrr. »aafa «W. » wieseck. W-I: aendfrennd' per Pfund M. 15.50 enwfieblt Oscar Kippet, 020354 Televhon AI. DCTleibt selbst angebnut Tabak sowie jed Ersatz feinst. Aroma u. Wohlgeschmack. Zu haben Drcg. Schaaf, J.W. Harz Lackt., Kausladt-DroB- ■---—--■ (In dnem Trfl brr Aussage wirderhokt.) Feststellungen deö .stönigs Konstnntm. Paris, 7. De^ (WTB) Sönig Sonftan- tin erllätte tinrm Vertreter der Agentur SXiba5, er wolle kerne politticbe ErÜLrung adgeben. Tas sei Sache seiner Regierung, beim er sei in konstitutioneller Monarch Aber er könne vor der Geschichte die Unoenamgteüen und Ungerechiigkeiten Nicht htttnehmen, deren ein Teil der öffentlichen Meimmg ihn anklagt. Er wolle, daß die Kriegs- ereignive vollkommen aufgeklärt würden. Er werde sich nicht widerietzen. wenn die briirsche Re^rierung die (Einfrtamg eines unpatteiiichen, vom Bölter- bunb ernannten 11 nter udmn^:crbi ch-gnechischen Bündnisvertrag verletzt zu haben. Als dieser Vertrag abgeschlossen wurde, hätte niemand lwraus- sehen können, daß er int Falle eines Weltbrandos angcnxinbt werden solle. Die Serben bitten die 150 000 Mann, die bet Vertrat vorgesehen habe, an ine gttechisckg Grenze gestellt. Durch die Neutralität Grieckemlands hätten die 'Alliierten Zeit gehabt, ihr Sxec in Saloniki mtfzust^len Denn Griech-nland im Jahre 1915 in den Krieg ein getreten wäre, wäre es nicht bi der Lage gewesen, bi: Anstrengungen zu machen die man jetzt in Kleinasien von ihm t>?rtangv. Viermal habe Griechenland der Entente angeboten, an ihrer Sette in ben Krieg einzutreten. Die Entente habe aber die Noten seiner Negirrung uw beantwottet gelassen. Dem Sonderberichterstatter des ,,Motin", Sauerwcin, gegenüber erklärte Röntg Konstantin, daß er jedenfalls anfangs nächster Woche nach Gnechenland yuriufTclyrcn werde, vorausgesetzt, daß die gnechische Kammer, die am Donnerstag gu- fammextritt, nicht beschließe, ihit durch fine De^- galion in Luzern ab Holm zu lassen. Die englische Regierung habe erflärt, sie rechne darauf, daß das qttechische Heer seine Arbeiten in Kleinasien fort- setze. Auch er tue dtts. Er sei immer populär int Heer gewesen Griechen!arch werde sein Werk in SUrinafien fortsetzen unb nichts ausgeben, was ihm der Vertrag von Sevres >uspricht. Athen, 7. Dez. ?DTB.^ Tie Volksabstimmung tn Athen ergab 99 Pro- für und mir 1 Proz. gegen die Rückkehr beS Königs Konstantin. Die Ai hl der Sttm menthaltungen ist ganz unbebeutmb. Dte ©traben sind geflaggt und es herrscht eine festliche Stimmung. Deutsche Sänger m Spanien Madrid, 6. Dez. (Wolff.) Tas gestern bfr nonnene, für etwa zwei Monate berechnete Gast- Ipiel deutscher Sänger und Sängerinnen, die hier unter der Leitung deS Dirigenten Eortv- lozzi aus Karlsruhe Wagner-Aufsülnungen veranstalten, sinden reges Interesse. Aufgefuhtt werden „Ter Ring des Nibelungen", „Tannhäuser" unb „Tristan und Isolde". Die Förderung im Ruhrgebiet. Essen, 6. Dez. (WTB_> Tie Förderung des Ruhrgebiets einschließlich der linksrheinischen Zechen wird im November nach ben vorläufigen täglichen Schätzungen in 241/« Arbeitstagen 7,83 Millionen Tonnen betragen. Ersah- rungsgemäß erhöht sich bie »orläufiy Schätzung allmonatlich bei ben enbgültigen Feststellungen um etwa 200 000 Tonnen, so daß mtt einer Förderung von etwas über 8 000 000 oder arbettstäglich etwa 329 800 Tonnen im November zu rechnen ist. Bor dem Kriege (November 1913) stellte sich die endgültige Förderung in 23'/, Arbeitstag»m auf 8,93 Millionen aber arbeitstäglich 386 261 Tonnen. Die arbeitstägliche Förderung wirb mithin vor- aussichllich noch etwa 56 00Ö Tonnen niedriger als im November 1913 sein. f Tuchhandlnng A BAUER Sollt8slr22-fen»pf26$ i Qualitätsware 1 xu bi Ilgen Prelti«. 0eute,t)onner5tag itSrrttig Kabeljau Seelachs g Rotbarsch ° grüne Heringe Stinte »u äuß. Tagespreisen bei ßtorgMenfds Marktvlan 4t, gegenüb. der Engelavotheke. Kernfprech'Nr. 942. Stcrfenbe geg. Nachn. -fahmüMmi Sflörraö-Hlönte 59.- 65.- 73.- ffll. Kim« 85 ö. 93 Bll (geölrgsüeden 95.- n. 105.- Olt 3aönaö-5d)l0o(6e 19.- ü. 23.- IRL ettrn prima 26 MIL (ari Kaulmaan o Beste Bezuasaueüe für Wieberverkäufer. ““c Karns Backpulver unb Backzutaten flnb in bester Qualität zu haben. Central-Drogerie, i»ic Schulftrahe. £oq15 EoiUenötiget Bietzen 92 Nevkllweg 22 lem 176. lufrtnlMgg1 cvllwell, Hohptoeurtni ge- öiondiL mahnen u.IrflB»- mifnonro, wüWd. Sonder-Angebot Kleiner Posten erstklassioe Slofie Gerbadine Tuche -- Cheviot. Hervorragende Qualität sehr preiswert. M» to 14 Bahnhofstraße 14. 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Lebensjahre. J Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied plötzlich und unerwartet meine über alles geliebte Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Frau Frisör. Schreiner, Katharine geb. Deissmann im Alter von 55 Jahren. Friedrich Schreiner Emmy Boller geb. Schreiner Frieda Schütte geb. Schreiner Richard Boller l2967D Dr. med. Theodor Schütte und 3 Enkel Gießen (Seltersweg 73), Darmstadt, den 7. Dezember 1920. Die Beerdigung findet Freitag den 10. Dezember um 2 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt Von Beileidsbesuchen bitten wir dankend absehen zu wollen. - 020362 verkaufen. nicht ligung Hin; gesucht 020340 Excenter xcenter, W FriktionS- und zu verkaufen 12983 Rodbeimer Stratze 6. Wiieu.LAulelM r 020370 za verkamen Wehsteiustratze 36. Raulel-PeWkln (ftontii) billig zu verk. ausgeschlossen. Schrift!. Angebote unt. 020367 an den Gieh. 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Ein württembergischer tcmbfctrt hat nicht mit Unrecht behauptet, daß H ju 50 Prozent des Getreides durch Hamsteret 'M hohe Preise und durch Abgabe an Vettern :nb Basen bis in den 30. Gvad einschließlich neweg abgingen. Die Einschätzung der Ernte sollte Bauern selbst überlassen bleiben. Der An- nz zur Ablieferung muß gehoben werden. Tte :it kilm, daß ich nicht nur im Smne des Gatten und ierSchägerin des Verstorbenen gehandelt habe — „Auch ihrer Schwägerin, des Fräulein Gerda ncr?" .^Jawohl. Sie vor allem ist es, dte mir etner --.^Öffnung besteht. Außerdem aber hat auch Den Bernhard Falkner, der noch tm Verlauf der ___ durch mich von dem Vorgesällenen unter- Met wurde, dem gleichen Verlangen sehr energisch ÜLdruck gegeben." Germering vcvhartte ein paar Sekmü>en lang "chveigend. Dann fragte er werter: „Sie glauben an eine Dergifttrng f . „Ta Spuren äußerer Gewall an der ^euye 'ittt zu ffntat waren, ist dies wohl dte etnjtg nogliche Annahme." „Tie von Ihnen in Fhrem Schnftsatz rftot Anhaltspmffte erscheinen mir sehr meweuhg intb unzulänglich. Ste tonnten ebensowoyl mit 6ne auf natürlichem Wege erfolgte Herzlohmung ^«deuten." „Darüber Klarheit zu schaffen, ist eben dte ärfgabe der Sttttou." Turnen, Spiel und Sport. * Bad-Nauheim, 6. Dez. Der Männer- tt'rnverem bot gestern der Allgemeinheit einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend im Saalbau „Thalysienhof" der die zahlreichen Besucher kaum f aff en formte. Im Vordergrund standen turnerische Vorführungen der Turner und Turnerinnen, die viel Anllang fanden. Flott gespielt wurden auch zwei Theaterstücke: „Die schwarze VIfra" und „Dr. Kranichs Sprechswnta', ebenso em musikalisches Gesamtspiel „Die musikalische Kvckffchule". So konnte der noch junge Verein einen schönen Erfolg buchen, trotzdem ihm vom „Konkurrenzoerein" dem Turnverein 1860, der sein großes Vereins Haus bisher allen hie ff gen Vereinen, auch dem Sportverein, für festliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt hat, die Benutzung der Turnhalle verweigert worden war. Diese Wlehnung durch den , Bruder- verein" hat den Männetturnoerein veranlaßt, alte Beziehungen zum Turnverein 1860 abzubrechen und m turnerischer Beziehung nunmehr seine eigenen Wege zu gehen. Da ein solches Verhältnis zwischen zwei denselben Verbättden angehörenden Turnvereinen in einer kleinen Stadt dem Ansehen der Deutschen Turnerschast nur schaden kann, wäre es im Interesse unserer Turnsach? nur zu wünschen, wenn die -wischen beiden Ver einen bestehenden Differenzen baldigst befestigt würden. Vielleicht kann die Gaulestung einmal klärend eingreifen. = Waltenrod, 5. Dez. Der 4. Bezirk (Alsfeld-lfoitterbach-Schlltz) im Turngau Hessen hielt heute hier eine gut besuchte Bezirts- vorturnerstunde ab. Im Bezirk bestcht allgemein Der Wunsch, daß auch in dem vom Verkehr abgelegenen Gebiet des nordöstlichen Ober» IHessens möglichst bald ein Lehrgang zur Aus- bildung von Vorturnern und Turrawrrtcn abgetzal- ten werden möge, nne er im vergangenen Monat in Gießen staltiand und für den Januar auch für die nöiblichen Vereine des Gaues in Pkarburg geplant ist. Ter Kursus m (Sieben konnte aus unferem Bezitt ?aum besucht werden, Marburg ist aber nockr schwerer zu erreichen. Gerade für untere Gegend wäre die Abhaltung eines solchen l'ohrgangs eine dringende Notwendigkeit, da nadi dem Kriege tm östlichen Vogelsberg eine ganzc Anzahl neuer Turnvereine entstanden sind, bet denen das Geräteturnen im Verhältnis zu den volkstümlichen Ucbungcn noch viel zu wenig gepflegt wird. Wegen feiner Lage alS VcrkehrS- mittelpunlt käme als Ort einer derartigen Veranstaltung Lauterbach in Frage. Bcreiuc und Veranstaltungen. * Watzenborn, 7. Tez.^Der Gesangverein „Germania" begeht kominenden Sonntag Ülbend dst Feier fernes 52jährigen SttftungSfeftes. Rebe» Gesangs- werden rhcatralische Votträge fcur Ver- fchönerung der Feier beitragen. । „Natürlich geschieht vorläufig alles unter Dem I Siegel der Amtsverfchwtesenhest Damit, daß ich zu Ihnen kam, tat ich ja eigentlich schon mehr als ich durfte. Aber auch ich bin eben überzeug^ daß h,er von einem Verbrechen, wie es der Herr Sani- tätsrat allen Ernstes zu vermuten scheint, nicht die Rede sem tarnt." Er wollte sich verabschieden, doch (Sermermg bat um Die Erlaubnis, sich ihm anxuschlietzen, da er fogleich zur Lintarhöhe hinaus wolle. Als sie die Treppe hinabstiegen, stand der Apotheker Brandt in der offenen Haustür. 'Sr war aschgrau im Gc- subt und hatte fast das Aussehen eines alten Mannes. Um den beiden Herren den Turchgang freizugeben, trat er einen Schritt zur Teste. Er grüßte den Vorangehenden Anstsrichter mit einer ' Verbeugung. Tr. Germerings stummen Gruß aber erwidette er nicht. * Daß das Landhaus auf der Lintarhöhe Über ' Nacht zu einem Haufe der Trauer geworden war, mußte sich schon dem (Emtretentat offenbaren. Tie Dienstboten gingen mit verstörten Gesichtern und auf teisen Sohlen umher: Gespräche wurden nur mit gedämpften Stimmen geführt, und ern süßlicher Blumenduft erfüllte die Vorhalle. Als Tr ' Germering die große Wohndiele betrat, sah er tn ■ ihrer Tiefe die schwarz gekleidete Gerda in leiser Unterhaltung mit Erika Neuhoff. Sie blickte auf, ' als er sich ihnen näherte; aber sie beantwortete fernen Gruß nur mit einem kaum merklichen Nei- > gen des Kopses und versckxvand, ohne feine Anrede abzuwarten, in der Tür des nächstgelegenen i Zimmers. Erika aber kam ihm um einige Schritte j entgegen und reichte ihm, wenn auch in sichtlicher l Befangenheit, die Hand. So ttef war der Eindruck, ' den Gerdas sellfames Benehmen aus ihn gemacht hatte, i>Jj die unerläßlichen Worte bet Teilnahme Aus dem Amlsverkündiqungsblatt. *• Das Amtsverkündigu na-blatt Nr. 178 vom 7. Dezember enthält: Nacktrag zur deutschen Arzneitaxe. — Das Schulinventar. — Unfallverhütung. und den Arbeiterfch-utz bei Hoch- und lief bauten. — Höchstpreise für Obst. — Einsendung her Gemeinde-, Mark- und Stiftungsrechnungen für 1919. — Feldbereinigung Ettingshausen. — Dienstnachrichten. Höch st preise f ü r Ob st. Unter Bezugnahme auf die Verfügling vom 13. September 1920 tm Aintsverkündigungsblatt Nr. 132 werden bie Höchstpreise für Obst wie folgt geändert und feft- gesctzt auf: Taseläpfel 1. Sötte 90 Pf., 2. Sötte 75 Pf., Tafelbtrnen 1. Sötte 100 Pf., 2. Sorte 75 Pf. . Dienst Nachrichten des Kreisamts. Wcgeii der in drei Gehöften der Stadt Wetzlar herrschenden Maul- und Klauenseuche fällt der am Mittwoch den 15. ds. Mts. stattfindendeV i e h- markt aus. — In der Stadt Wetzlar sowie in der Gemeinde Re i s k i r ch> e n Ereis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestollt worden. Die Schutzmaßnahmen sind angeordiiet. — In Eichelsachsen, Ei na r t s h a u s en und Eschenrod (Kreis Schotten) ist die Maul- und Klauenseuche ouSgebrochen, ferner in Ilschhausen und Wetter (Kreis Marburg). — In Ronhausen, Heskem, Oberweimar^ Nordeck, Warzenbach, Sandmühle bei Hachborn (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Lotterie. Das Dkinisterium des Innern hat dem KaninchenTuchwerein Gernsheim die Erlaubnis erteilt, zum Zwecke der Hebung und Förderung der Kaninchenzucht eine Verlosung von Zuchttieren ufw. zu veranstalten. Ziehungstermsti: 12. Dezember 1920. Der Mllchmangel beruht zum größten Teil auf dem Mangel an Kraftfutter. Dst Mstchpreist sind noch viel zu mcorig, wenn man den Nährwett der Mstch mit dem des Bieres vergleicht. T« Antrag der Sozialdemokraten unb die Rede Brauns zeigen, daß die ^Sozialdemokratie auf agvarpolitischein Gebiet Fortschritte gemacht bat. Es ist richtig, daß die erhöhte Anwendung der künstlichen Tüngemittkl die Ertragssähigkeir Steigert, doch sie allein tut es nicht. (Sehr ttchtig! rechts.) Andere Dinge spielen mit. Auch meine Freunde beantragen eine Verbilligung der Düngemittel, aber nicht aus dem Wege der Verstaatlichung. Die Verwendung der Erwerbslosen für Saisonarbeiten ist sehr schwiettg. Sie . verstehen die Arbeit nicht. Abg. D u sche (D. Bpt.): Wir müflen unsere landwittschaftlichc Produktion steigern, um un? vom Auslande unabhängig yu machen. Innerhalb des Düngerjahres sollte inan den Preis nicht ändern, aber man sollte davon denken, ihn Mich dem 1. Mai zu senken. Phosphorsäure muß ein- geführt werden. Erfreulich ist es, daß die Reaio- mnq hierbei ihre Unterstützung zugesagt hat Die Sozialisierung der Tstiigemsttel nach Herrn Braun würde eine Verminder-.mg und Verteuerung derselben herbeiführen und bis dahin würden wir alle verhungern. (Zwischenrufe bei oen Soz Glocke des Präsidenten.) Jeder Landwirt, der nicht feine Schuldigtest im Interesse der Ernährung des Volkes tut, muh an den Pranger gestellt werden. Freststh ist die Ernte an Brotgetreide eine schlechte, aber der letzte Zentner an überflüssigem Roggen muß abgefiefert werden. Wir sind bereit, in Erwägungen über das Umlagcverfahren ein lutreten. Der Zucker muß unter Zwangsbewirt schaffung bleiben, west man die Zuckerrndustrst noch nutzt ben Schwankungen des Welttmrtttes ausfetzen darf. Der Reichstaa muß über die Mst- lionengewinne der Kriegsgestllschaften verfügen zum Nutzen der Allgemernyeit. Ein Neichs-Land- wittschastSfaNrmergesetz muß geschaffen werden, ebenso fordern wir eine Novelle zum Reichsvsth- seuchengesetz. Der Landwitt muß entschädigt werden für den Schaden, den uns die durch tat Krieg einaeschleppten Seuchen gtt»racht haben mit rück- mitten der Kraft Abg. Herz (USP.) legt Verwahrung gegen das Auftreten des Reichskanzlers ein, der in die Rechte der Abgeordneten eingegriffen habe Der Abg. Braun habe als Minister nur seinen Staatssekretär Ramm in Schutz genommen. Der Reichskanzler hätte seine Ansicht im Reichskabinelt ober im preußischen Kabinett äußern können. Die Autorität des Reiches ist durch nichts so unter» graben worden, wie durch die Haltung der Regierung in dem vorliegenden Falle und durch die Haltung des Ministers Hermes. Die Aufllärung der Angelegenheit im Ausschuß svar einseitig. Wir beantragen einen Untersuchungsausschuß, der die gegen den Minister Hermes erhobenen Vorwürfe zu prüfen bat. Minister Hermes hat den Brief Ramms nicht vollständig zitiett unb nicht in fernen entscheidenben Stellen ausgefühtt. Ramm war es ernst mit der Aufdeckung der Korruption. Warum erhebt Dr. Hermes nicht Klage gegttt Ramm wegen seiner Aeußerung von niederträchtiger Verleumdung. Die Zwangswittschaft muß bestehen bleiben, solange die Nachfrage das Angebot nicht übersteigt. In Pommern, in Preußen, in Bayern wird der Drusch hintongehalten und dst Ablieferung unterlassen. Ebenso weigern sich die Müller, ihre Pflicht p tun. Alle Angriffe gegen den Minister, dst fetzt die linken Blätter bringen, haben schon vor einem Jahre in der „Poftt" gestanden. Die rechten Mütter schwiegen von tan Augenblick an, wo Dr. Hermes Mi- Psund M-, «ZK -?yW xt reiu g» flÄ Der Täter lebte mit den (Eltern in Unfrstden. Er wollte die 9lbwesenhest des nach Berlin versetzten Vaters benutzen, um von der Mutter Geld zu erhalten, das sst verweigerte. Nach der Tat legte er dst Leiche Der Mutter >aus bad Bett in her Mädckenkanrmcr, fesselte ihre Hände, steckte ihr einen Knebel in den SDhmb, um einen Ucberfall vorzutäuschen. Bis Mitternacht trieb er sich in der Stadt imb auch in einem Kino umher Als er gegen Mitternacht versuchst, in Der elterlichen Wohnung zu übernachten, wurde er fest genommen Er ist geständig. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt alter unter dieser Ruvttl stehenden Attikl übernimmt dst Redaktion bem Publikum gegenüber keiwrlei Verantwortung.) Zur „Abwchr des Herrn Prof. D. Dchkui (in Nr. 287, 2. Bl.) Herr Prof. Schian spricht in der von rhm angeführten Stelle seiner Gedächtnisrede von „einem Bund, der geschaffen ist, um und nieber- zuhalten". Nach dem gaiizen Zusammenhang tarnt damit nur Der Vö l kerbund gemeint sein. Es gibt nun Teutschc, die an dem Glauben festhatten, daß dieser Bund vielleicht doch einmal umgebildet werden könne zu einer „Völlergemetnschaft. in der ein Volk gleichberechttgt neben tan andern leben werde". Sie halten an diesem Glauben fest, weü fte tn die,ec N>ee eines echten Völkerbwides eine, vom FrlÄmns- und Liebesgeist des Ehnften- t um d geforderte Idee sehen, unb weil fte rat Kennzeichen echt deutschen 3tarhdimi4 dann erblickrä, an Ideen, deren Wett einleuchstt, fest- zrchalten^auch wenn deren Verwirklichung ichern- bar umiberwindliche Sck-mettgkeiten entgegen stehen. Alles Große m der Wett war zuerst ,^möglich"^. Ich frage nun: 1. Ist die Stellungnahme zum Völlerbund nicht eine wichtige Frage unserer aus- wättigen Politik? 2. Deckt sich nicht btt Haltung des Herrn Schian tn dieser Frage mit Derjenigen bet rechtsstehenden Parteien? 3. Ist eine akademische Feier der Ott, parteipolitische Ansichten zu vettrestn und dazu mit den höhnenden Worten: „Wir werden nicht satt von den Träumen in den Köpfen der Seit» beglückt"?!" Tas Urteil darüber, wer mit der „agreffwen Patteipolitik" an gefangen hat, Herr Strecker oder Herr Schian, kann meines Erachtens „allen loyal Tenkenden" überlassen werden. Ich frage endlich: waren jene höhnenden Worte am Platze in einer Gedächtnisrede für die Gefallenen am Tostnsoimtag? Sinh nicht unter diesen Gefallenen manche gewesen, die mit dem Glauben an eine Völkergemeinschaft tn Den Tod gegangen sind? Unb sind nicht unter Den .Hinterbliebenen viele, dst m dem Glauben an diese Idee ihren einzigen Trost finden? — _________________________Mos A. M. Werdende und stillende Mntter nehmen nach ärztlichem Urteil dauernd und regel- mäßig Capbolactin (miich-vboövborsaures Kalk- präonrat). In tbm find dte Stoße enthalten, bereu der werdende kindliche Organismus und der Säugling bedarf, und welche er bem Körper der Mutier entzieht. 252 Tabletten für eine vierwöchenUiche Stur Mk. 16.— Erhältlich in allen Apotheken. Deutscher Reichstag. 43. Sitzung. Berlin, 7. Dez, 1920. Präsident Löbe eröffnet dst Sitzung um 3V, Uhr. Aus der Tagesordnung stehen zunächst kleine ■'/nfragen. Auf rare Anfrage von Seiten der Deut- (•vn Volks Partei, betreffend Entschädigung der verhüben en Elsaß-Lothringer wegen Verlust ihres '«tSrats, wird regierungsseitig geank«vottet, daß ' t betreffende Gesetzentwurf nächster dem '-ich-rat zugehen wird. Eine Anfrage des Abg. it Philipps (T.-Natl) über dst Art und Weise, :l< eine Eingabe eines Wiesbadener Burgers der rrnzösisetzen Besatzungsbehörde bekannt geworden ßk'. erklärt dst Regstrung für eine preußrsche An- > ikgenheft, da dst (Eingabe aus tan Gewahrsam iiußischer Behörden den Franzosen zur Kenntnis i bmmen sei. Aus eine Anfrage von sozialdemofrattfcher tete antwortet ' 1 Staatssekretär Schulz, daß ein Gesetzentwurf Ihtr die Lehrerbildung nach Klarstellung der Frage ti Kostendeckung dem Reichstag unverzüglich vor- jfQgt werden würde Auf Anfrage des Abg. Thiel (D. Bpt > wegen mgenügenber Unterstützung des Zentral-Nachweis- irnes wird regierungssettig ertfäxt, daß tm Er- Mungshaushalt eine Million Matt dafür äugt- ediert werden würde. Ter Entwiirf erneS Rayonsteuergesetzes wird Kl Steneraussckjuß überwstsen. Der Gesetzentwurf , tett. weiterer vorläufiger Regelung des Reichs- pusHalls für 1920 wird dem Haushaltsausschuß rtnviejen. Das Haus setzt dst »wette Beratung y) Gesetzentwurfes bdr. den Reichshaushalt fort , sei dem Reichsmtuisterlum für Ernährung und 3uetirafltn’ meine tÜbitfr- 'ftein. aus IS ».ütitiiKjifr itorbn.$etb.toJ n; unter 25 B MtemtßJieto, m 22. o. ObTi tT.8.-®ön»/9r..»*. ir»DV.:9on>ht8 ttLiiinb.ile'iflfur irlWeuilL-Hu' nbemf.anj.erl hfc litBen, Vesjlin.te! WasistPsygmä? Heuchelheim, ben 8. Dezember 1920. Kohlen-Ersparnisse und 12959A J. A.Topf & Söhne, Erfurt la Getränke. 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