Nr. 5 Ter Siebener Ihrstigtt ericteint täglich, armer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: Monatlich 'DiL 2.30, Dierteljdbrltcb Mk. 6 f>0 einlchlreblichderBestell- gelbg; durch die Poft vierieljäbrlich 'Dif. 6.— ausschließlich Bestellgeld, stiernsorech - Anschlüsse: für die cdirntleitunfll 12 Btrlcm.Weschüf.ssleUeS! Anschrift fü rTtahhmcb* nd)ien: aujtiger 6lt6ee. poftschecklonto: Srenflurt a. M. 11686 Erstes Blatt HO. Jahrgang Mittwoch. 7. Januar 1920 Sichener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhesten ZwMiNgrrnnd-nlck u. Verlag: vruhl'sche Univ.-Vuch- u. Stemöruderei R.Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle n. Druckerei: Zchulstr. 7. Zunahme von Lnzrige« f. die ingegiunnmec ot$ zum Nakdmiuag vorder ohne jcbilxTbinv'Iichtett S-ets Iflt l mm höhe tür n Zeigen u.34mm Breite örili t) 25 ßt, auSivärtS 30 P«.; für 31 et In ine- Anzeigen von 70 mm vrene 90 Pf. 'M Platz- Doi (d)nii20e/ A"isctttag. Hauvtschri Neuer: Slug. Goeg. Perautioortlich für Polit'k: Ang. Äoeq; für ben übrigen leit Dr. Reindold 3eiy;Jur den Anzelgentett: ü. Beck, sämtlich in (Sieben. Notgesetze - Schnellgesetze. Einer unserer Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Der verstorbene große Kriminalist Franz v. Liszt schrieb noch mitten im Kriege im Dezember 1916: „Wir werden nach dem Kriege mit einer gewaltigen Steigerung der Kriminalität zu rechnen haben." Wie wahr ist dieses Wort geworden, erst recht wahr angesichts des mehr als unglücklich beendeten Krieges! Wir stehen vor einem Meer von Korruption und vor einer Hochflut des Verbrechens. , Wir müssen unsere Strafjustiz darnach einrichten. Die drei Reformgesctze, die Reichsjustizminister Schiffer jetzt der Nationalversammlung zugehen läßt, sind in jedem Sinne des Wortes Notgesetze. Sie sind geboren aus der Not der Zeit. Sie rechnen mit unserer Not an Geld, an Zeit und an Mensches, (ö. h. Richtern. Minister Schisser sagte es ja selbst in seiner Begründung vor den Vertretern der Presse: Die Gesetzesvorlagen sollen es dahin bringen, daß weniger angeklagt und verurteilt, weniger cingesperrt, weniger geschrieben, weniger gelesen, weniger mit Beamten, mehr mit Laien gearbeitet werde. Diese Ersparnisse an Kraft, Zeit und Personal sollen, ohne die Rechtsfindung zu beeinträchtigen, die schwere Lage, in der wir sind, erleichtern helfen. Also Erleichterungsreformen! Diesem Zwecke dient die Ausschaltung der Strafkammern als erste Instanz, die Ausdehnung des vereinfachten Verfahrens vor dem Amtsgericht ohne Schöffen, die revisio per saltem, d. h. die Möglichkeit der Rechts- rüge gegenüber dem Amtsgericht unter Ueberspringung der Berufungsinstanz, der Fortfall der staatsanwaltlichen Verfolgungspflicht für geringfügige Vergehen, die private Eigenklage, die erweiterte Stellung des Schiedsmannes, sowie die Möglichkeit, Schadensersatz bis zu 20000 Mark gleich im Strafprozeß mit einzuklagen, endlich die Niederschrift der Urteilsgründe nur bei Anfechtung oder auf Antrag. Alles dies dient der Vereinfachung. Und wenn auch manche Reform aus sozialpolitischen Gründen hinein- gearbeitet ist, so z. B. die Heranziehung der Frau und des Volksschullehrers zum Sckwffenamt, besonders bei den Jugendgerichten, so ist doch auch das Laienelement in den Reformentwürfen so stark herangezogen, weil es billiger ist und weil sich rascher damit arbeiten, weil sich mehr damit bewältigen läßt, als mit dem bisherigen Richterstamm. Liegt hierin aber nicht auch eine Gefahr? Kommen wir damit nicht zu einer vielleicht recht bedenklichen Schnell- und Schablonenjustiz? Derselbe Reichsminister Schiffer, der jetzt zur Eile und Vereinfachung antreibt, hat einst als nationalliberaler Abgeordneter im Reichstag, es war nicht lange vor dem Kriege, eine Rede über die Tugend der Geduld gehalten, die der deutsche Richter mehr üben müsse als bisher. Man werde, so führte Schiffer damals aus, natürlich nicht verlangen können, daß jedes endlose Gerede vom Gerichtshof endlos angehört rverde, und gewisse Schranken müssen unbedingt eingehal- rcn werden. Aber es sei unendlich wichtig, das rechtliche Gefar der Parteien zu sichern. Denn erst im Verfahren, bei dem die Partei das Empfinden hat, mit allem gehört worden zu sein, was ji? für wichtig hält, schaffe das Recht, das wir haben wollen. Erst der innerliche Kontakt, das Sichaussprechen vor Gericht gebe das Zutrauen zum Richter, das wir brauchen. Nichts sei bitterer, besonders für den Mann aus dem Volke, als das Gefühl: Ich bin nicht zu Worte gekommen, ich habe mich nicht aussprechen können, es ging zu schnell. Schiffer kam damals zu dem Schlüsse, daß es besser sei, unsere Prozesse lieber etwas länger dauern zu lassen, als die tiefinnersten, natürlichen Rechte der Parteien zu beschneiden. Heute ist der Sinn der Schifferschen Strafprozeßreform, vielleicht gegen den innersten Willen des Ministers, — Vereinfachung, Beschleunigung, Verbilligung, Typisierung. Nach den Jahren des Ruhens ist eine gewisse Nervosität über die Reform gekommen. Herr Schiffer sagt es selbst: Er habe die Arbeitskraft seines Ministerium auf das äußerste angespannt und er erwarte die gleiche Arbeitsschnelligkeit auc, vom Rcichsrat. Wie werden die Vorlagen dann erst durch die Nationalversammlung gepeitscht werden? Haben wir an der Erzberger- schen Steuergesetzmacherei nicht genug des Schrecklichen erlebt? Und an dem übereilten und verpfuschten Glücksspielgesetz? Recht und Gericht sind die Grundsäulen des Staates, erst recht in der politischen Not des Vaterlandes. Gute Gerichte sind fast wichtiger als gute Finanz und gute Diplomatie. Hoffentlich sind wir nicht auf dem Wege, unsere Strafjustiz durch überhastete Reformen zu verschlimm^ bessern. §teht Deutsch land vor einer Hungersnot? I Berlin, 7. Z^n. (MTB.) Ohne Unterschied | der Parteien beschäftigen sich die Blätter mit der Zukunft unserer Ernährung und erleben die Frage, ob wir vor einer Hungersnot stehen. Ter Ber- Ihrer Magistrat erklärte, daß ih.n nach dem Ergebnis der Unterredungen mit den Rcichsbehörten schwere Besorgnis verblieben ist. Die Reichs- g e treibe st eile besitzt zur Zeit einen Vorrat, der nur noch für ungefähr 15 Tage ausreicht. Anfangs F.bruär wüche die Reichsgetreixstelle leer sein. Die Besorgnis des Magistrats wird durch eine bei der Reichsgetreidestelle eingezogene Erkundigung des Berliner „Lok.- Anz." bestäligt. Die Vorräte, über die die Reichs- getreibestelle verfügt, reichten nicht mehr für einew Monat. Tie einzige Hoffnung auf eine Auffüllung der Vorräte berulr in den Eingängen, die man infolge ter Ablirferungsprämie erwartet. Tritt solche Wirkung nicht ein, so ist eine Katastrophe unabwendbar. Ter Berliner ErnÄftungs-Physiologe R u b- irer führte gestern abend vor einem großen Kreise von Aerzten aus, die Aufgabe brr Zukunft sei einen Wiederaufbau des Körpers der städtisck^en Bevölkerung in die Wege zu leiten. Wichtiger noch sei die Wiederherstellung der Freiheit in der Ernährung unter Voraussetzung eines zureichenden Angebotes unserer Volksernährungsmittel. Tei Widerstand gegen die Zwangswirtsckxllt wächst auf dem Lande. Bei dieser Sachlage sei cs ausgeschlossen, eine Politik de r geschlossenen Grenzen z u treiben. Ein Zusammenbruch werde erfolgen, wenn die Arteitsverweige- rung in der Industrie und in den Betrieben der Städte nod) länger anfalle und etwa gar noch die Landwirtschaft wieder in die Bewegung hineingerissen wird. Sicher sei, daß wir unsere Interessen für die Nahrungsverforgung nicht mit dem ausschließlichen Import aus dem Westen befriedigen könnten. Wir müßten die alten kontinentalen Kanäle öffnen. Für ein paar Nahrungsmittel, wie Brotgetreide und Kartoffeln, könnten wir, wie die Sachlage jetzt liege, die Zwangswirtschaft noch nicht entbehren. Im übrigen aber müßte die Befreiung der Volksernährung von jeder beengenden Fessel gefordert werden. Die deutschen Uriegrverlufte. Berlin, 6.Jan. (Wolff.) Der „Vorwärts" verbreitet eine Ueberficfjt über die deutschen Krieg s »erlu ste. Darnach betragen die Verluste des Heeres an Toten insgesamt 1 718246, davon 1 655 553 Mannscfaften und 62 693 Offiziere, an Verwundeten 4 234 107, darunter 116 015 Offiziere, an Gefangenen un£> Vermißten 1073 619, davon 1050 516 Mannschaften und 23 104 Offiziere, zusammen 7 025 972, die Verluste der Marine an Toten 24 112, an Verwundeten 29 830, an Gefangenen 11654, zusammen mit den in neutralen Staaten Internierten und an Krankheiten Gestorbenen 78342. Die pariser Verhandlungen. Paris,?. Jan. (WTB.) Havas. Am Dienstag nachmittag wurden die Besprechungen bezüglich der Uebergabe ter Regierungsvollmocht in den Abstimmungszonen zwiscl-en der durch General Lerond präsidierten alliier'en Kommission und der imtcr dem Vorsitz von Sims o n stehenden beirtfefan Kommission fortgesetzt. Eine neue Sitzung soll heute, Mittwoch morgen, stattfinden. Man hofft, daß die Arbeiten der für die Inkraftsetzung des Friedei's^ ertrag', s bestimmten Kömrnisftoncn noch vor Samstag teenbet werten können und daß der Austausch der Ratifikationsurkunden noch am Nachmit ag des 10. Januar erfolgen kann. Morgen wird sich auch die mit ter Uebernahmc der Oberhoheit von Memel und Danzig betraute Kommission versammeln. Eine RachlieserungSpfticht für Deulfchland? Paris, 6. Jan. (Wolfs.) Havas. Nach dem .Journal" roirb Deutschland für die Nachlieferung über die 172 000 Tonnen hinaus eine Frist von 30 Monaten gewährt werden. Die bei Scapa Flow versenkten Schiffe. London, 7. Jan. (WTB.) Havas. Zu ter Nachricht, nach ter die Alliierten beschlossen hätten, die in der Scapa-Flow-Bucht versenkten deutschen Schiffe zu sprengen, teilt die Agentur Reuter mit, daß bei den maßgebenden Stellen f ine Bestä irung ter Nachricht zu erfüllen sei. So vi l man amte faxen könne, ist rn dieser Hinsicht bisher noch fein Beschluß gefaßt nwrten. Tiefe Frage werte, so glaubt man an- nefaten zu können, erst in ter nächsten L-ltzung ter Friwensfenferenz verhandelt werten. Die deutsche Abwehr gegenüber den Tschechen. Prag, 6. Jan. (WTB.) „Bohemia" meldet: Tie Verwaltungskommission des Eger Vertret u n g s b e z i r kes tefchloß, ter tschecho- sloivafischen Regierung eine Enrfchlletzung oorzulegen, in ter auf die Verfügung hingermeien wird, die darauf.abzielt, tei ten Aemtern an Stelle Der deutschen Sprache die, tlch.chuK Amtsfpraäie einzuführen, das Schwlnx'.en zu tschschnteren und überfrnipt das ganze Gebiet feines rein deut,chen Charakters zu berauben. Die Kvmmifswn verlangt, daß all dicstemglichen Verfügungen ter tschechoslowakischen Behörden sofort rückgängig gemacht werden. Die polnische Armee in Tünaburg. Warschau, 6. Jan. (Wolff.) Eine polnische I amtliche Mitteilung bestätigt, daß die po 1 utsche Armee unter dem Oberbefehl des Generals Szcp- ticky die Befestigungen der Stadt Dünaburg genommen fate. Die tiefte Verbindung zwischen ten Polen, den Lcttm uno de'. Estländern werde erwartet. Die fettifefa Armee werte im Norden, und die polnische Armee üu Osten von Dünaburg vorrücken. Bryan al» Präsidentschaftskandidat. Paris, 6. Jan. (WTB.) Das „Echo de Paris" meldet aus Washington, daß der ehemalige Staatssekretär Bryan immer mehr an Volkstümlichkeit gewinne und Aussicht habe, der Kandidat der demokratischen Partei für die Präsidentschaft zu werden. Er trete für Annahme des Friedensvertrages mit dem Vorbehalten Lodges ein. Die ttommunistenvcrhastungen in Amerika. Berlin, 7. Jan. Nach dem „Berliner Lokalanzeiger" meldet die „Daily Mail" aus Neuyork, dckß der Justizminister bekannt gab, daß im ganzen über 4000 Kommunisten und andere Revolutionäre im ganzen Lande jetzt verhaftet worden sind. Aus ben beschlagnahmten Schriftstücken geht hervor, daß die Kommunisten in engster Verbindung mit Rußland standen und die Gründung einer Sowjet-Republik in Amerika erstrebten. Amerika für Ausrechtcrbaltung der Blockade gegen Rußland. London, 6. Jan. (WTB.) Davas. Der Washingtoner Korrespondent des „Daily Expreß" telegraphiert : Lansing veröffentlicht ein vom Staatsdepartement ausgearbitetes Memorandum, das Erklärungen über die Daltung der Regierung gegenüber Sowjetrußland entfall und sagt, daß die Blockade gegen Sowjetrußland vor'ichtsfalbcr infolge der Tätigkeit Trotzkys und Lenins, bvren Ziel die Organisation einer allgemeinen Revolution gegen die demokratischen Regierungen sei, auftecht- erfalten werten soll. * Die Reise Lloyd Georges «ach Pari». Paris, 6. Jan. (Wolff.) Havas. Wie dem „Petit Journal" gemeldet wird, wurden die für die Reise Lloyd Georges getroffenen Anordnungen abgeöntert. Mit Rücksicht auf gewisse interne Fragen, die dem Premierminister zur Prüfung unterbreitet werden müssen, wird er erst am Sonntag ober Montag nach Paris abreisen. Es ist wahrscheinlich, daß die Kabinettsmitgli der, die ihn begleiten müssen, zwei ober drei Tage früher in Paris eintreffen werten. Vie Abreise der nnoarischen zriedenrdelegaiion. Budapest, 6. Jan. (Wolff.) Ungarisches Korr.-Dur. Die erste Gruppe ter ungarischen Friedensdele gier ten unter Führung des Grafen A p p o n y i ist am 5. Januar früh nach Daris abgereift. Zur Verabschiedung sand sich auch der Ministerpräsident Huszar auf dem Bahnhöfe ein. Er hielt eine Abschiedsrede. worin er aus führte: „Was unser fa-rt, wird nickst nur für das Schicksal des Ungartums, sondern auch für die Dauerfaftigfeit des Friedens entscheidend sein. Ein gerechter Friede wird die Ruhe und Sicherheit ter europäischen Zivilisation bedeuten. Ein ungerechter Friede wird neuen Zündstoff anhäufen, ter nicht nur Ungarn, sondern ganz Europa einer neuen Katastrophe zu'ühvm könnte Wir vertrauen ater da-auf, daß die zivilisierten westlichen Völker ten großen Prinzipien des Selbst- bestimmungsrechfes der Völker nicht untreu werden. Wir hoffen, daß der Friede die Wiedergeburt ter Nation und ihren Weiterbestand zu sichern vermag." Für die Liga zur Verteidigung der territorialen Integrität sprach ter evangelisckfe Bischof Raffay, welcher erklärte: „Wir stellen nicht um Gnade, sondern verlangen Gerechtigkeit. Bevor man die verstümmelte, gebemütigte Nation begräbt, möge man uns wenigstens anhören. Bisher hörte man nur auf unsere Verleumder. Jetzt muß man auf uns hören. Wir vertrauen auf die politische Weisheit und die christliche Moral ter über uns zu Gericht sitzenden mächttgeren Nationen." Graf Apponyi erwiderte: „Was immer auch die Zukunft bringt, das Schicksal der Nation wird nicht bei diesem Friotensschluß erledigt werden. Eines könne man Ungarn’ nicht rauben: den durch ein Jahrtausend erprobten unverbrüchlichen Willen zum Leben. Wir wollen uns nicht dagegen empören, Lasten auf uns zu nehmen, die der im Kampfe Besiegte zu tragen genötigt ist. Aber unsere Ehre fat im Kriege keinen Schaden erlitten. Wir werden dokumentarisch nachweisen, daß wir erst in ben Krieg gingen, als er unvermeidlich geworben war unb ihn wirklich zu Ente kämpften, um nicht zu Verrätern zu werben. Wenn bas unsere Schulb sein fott, |o muß id) erklären, baß ter Verrat nicht zu unseren natto- nalen Traditionen gehört. Was bas Ergebnis unserer Reise sein wird, wissen wir nicht, aber daß unser Vorgehen ter nationalen Ehre keinen Abbruch tun wird, dafür garantieren mir." Unter Eljenrusen und Abfindung ter ungarischen Hymne setzte sich darauf ter Zug in Bewegung. ♦ Ter oberste Rat in Pari» nttb die Altoholsrage. Paris, 6. Jan. (Lfolff.) Havas. Ter Oberste Rat erklärte den Verkauf von 93 i e r für ungesetzlich, das über 23/< Prozent Alko- tol entfalt Ter Oberste Rat enlscksted ferner, daß das Gesetz, welches ten Genuß von Alkohol unb Likören verbietet, nicht vcrsassungswch-ria sei. Ein bolschewistischer Angriff auf bett bulgarischen Ministerpräsidenten. Bukarest, 6. Jan. (WB.) , Die Tele- grapfanagentur Dacia mdtet aus Sofia: Ministerpräsident Stambulinowski wurde auf seiner Rückreise von Belgrad von Bolschewistenbanden angegriffen. Er entkam mit großer Mühe. Seine Belgrader Mission ist vollkommen mißlungen, da die Belgrader Regierung fein Vertrauen zu Bulgarien hat. Die bulgarische Regierung ist frirrüd getreten. Die Sozialisten find bestrebt, mit Danew das Kabinett zu bilden. Aufhebung deutscher KonfulatL Bern, 6. Jan. (WB.) Ans Anorimung teS Auswärtigen Amtes in Berlin ist das deutsche Konsulat in Bern aufgehoben worden. Die Geschäfte dieses Konsulates geben auf die beutfdje Gesandtschaft in Bern üter. Auch dos Konsulat in Schaffhausen muric au geboten; dort verbleibt bis auf weiteres eine kleine Paßstelle. Die granffurter Lis-ndahnerbewegung. <= Frankfurt a. M., 6. Jan. Im Eisew- balmbirefeionsgebäute fand am Dienstag eine Konferenz statt, tee sich mit ter Eiscnfahnerbewegung beschäftigte und an ter auch Staatssekretär Gräf- Berlin tiünafar. Zur B.rfandlung stund in erster Linie die Wirtschaftlichkeit der Werk,- ft ättenbet riebe, tie infolge ter finferben Leist ungsfähigfeftt ter Arteifer, ter mangelnden technischen Einrichtungen und ter Uebcrbeietuutg ter Werkstätten feine Friedensguvten mehr bangt. Jedoch stellte man übereinstimmend feit, faß die Arbeitsunlust nicht schuld an ben dRißstänteu sei. Twtztem habe sich die Pvoduktion letzthin gehoben. Ter Tätigkeit ter Arteiterausschü.se stellte ment das beste Zeugnis aus. Präsident Tr. Statt ff bezeichnete die gegenwärtigen Löhne unb Teuerungszulagen für Beamte und Arbeiter als jtnju^ reichend und ersuchte den Unterstaatssekretär, in Berlin kraftvoll für eine Besserung ter Lage em- zutreten, wenn nicht in kürzester Ze:t ter Zusammenbruch erfolgen solle. — Von e iner Schließung der Betriebe sah man ab. Doch befarre die Arbeiterschaft nach wie vor auf ihren Forderungen. T ie Aemter des Dlrek- tionsbezirks Frankfurt frben sich letzt ausnahmslos mit bem Vorgehen ter Frankfurter Gifenbabner f-olidarisch erklärt. Auch liege, bereits ans T arm stad t und Mainz Zusttm- mungserklärungen vor. , x _ Hagen, 7. Jan. (Pnvattelegr.) In etna Versammlung ter strei kenben Eisenbahner wurde beschlossen, ben Streik unter allen umständen bis zur Bewilligung ber g stellten Forte- rungen burchzusühren. Die Beamten des vagener Bahnhofes ließen ihre Zusttrnmuna mitllüeir ner würbe beschlossen, baß jeder, der wahreird des Streiks Sabotage ausübe, vom Dienst brr ter Eisenbahn ausgeschlossen wirb. m , K Berlin, 6. Jan. (WTB9 Die Verhcmte lungen über den Eisenbahnlohntarlf sind bei ten sachlichen Beratungen in einem nnchttgen Punkte zu einem Ergebnis gelangt. Als oberste Wirtschaftsllasse würbe eine solche vereinbart, m ber ber Stunbenlvhn für einen Arbeiter von über 24 Jahren aut 3,50 Mk. festgesetzt wirb. Darüber hinaus soll jedoch eine Ausnahme allem für Berlin gebildet werden, tn ber dreier Lohn 3,60 Mk. betragen soll. Man hofft auf rüstiges Fortschretten ber Verfanblungen, ba auf briben Seiten das Bestreben vorhanden ist, ten umfangreichen Stof, möglichst bald zu erledigen. Berlin, 7. Jan. Nach oem „Berliner Lokal- anjeiger" hat die Ausstands bewegung der Eisenbahner zu weiteren Sttllegungen rm Bezirke Düsseldorf unb Hagen m Westfalen geführt. Auch in Sachsen finb bre Ersen- bafaer in den Streik eingetreten Doch rst man in ten bortigen Verwaltungskrersen ter Ansicht, eine baldige Einigung zu erreichen. Das englische Ersetz gegen feindliche Auziänder. . Unter bem Druck der Weihnachtspause ist bas Fremd enge setz rascher verabschredet worben, als man wegen seiner Verquickung mit einem Streitgang zwischen den beiden Trägern ter Gesetzgebung ter dritte, gekrönte, kommt sachlich kaum noch tn Betracht — wohl angenommen hatte. Das Unterhaus hat sich in die einige Milderung ertnög- lichenden Beschlüsse des Oberhauses gefügt. Sowohl um der Sache selbst willen tüte als Merkmal der Gesinnung, durch die stch dte Mehrfait der Lords voc ter Mehchett ter Herren Gemeinen auszeichnet, mag sich etn kurzer Blick auf die Aenderungen lohnen. Auf der Stufe der Berichterstattung hatte das Unterhaus in den Entwurf eine Verschärfung der Ausweifungsbestimmunaen gegen Deutsche und andere frühere feindliche Ausländer eingeschaltet. Das Haus ter Lords strich emtge der größten Schroffheiten, wonach sich fo gen- I der Vergleich aufstellen ließ: Gememfam tft auf beiden Seiten, daß solche Ausländer, dte 11918 und 1919 kraft Urteils ter beratendea Ausschüsse von der Einsperrung oder Heiiw- fcnbung verschont blieben, auch jetzt diese Frefr heit genießen. (EL sind ihrer nicht allzu viele.) Weiterhin aber verlangt das Unterhaus, daß sonstige Ausländer (immer mit der hierher- gehö enden Einschränkung „früher feindliche" zu nehmen) ausgelviesen werden, falls nicht» ganz besondere Gründe für das Gegenteil nachgewicsen sind, wie hohes Aller, Gebrechlichkeit, Verdienste um die britische Sache. Das Oberhaus dagegen verschiebt die Beweislast, indem es den jetzt noch im Lande wohnhafi- ten Ausländern das Verbleiben gestattet, wenn nicht im einzelnen Falle bewiesen wird, daß dieses Verbleiben für das öffentliche Wohl unerwünscht ist. Das Haus der Gemeinen wollte also eine selbsttätige Auspumpungs- mafchine einrichten — Ejektoren heißen sie in der Technik —, der nur in eigens zu begründenden Ausnahmesällen ein Opfer entzogen werden könnte; die Lords dagegen kehrten das Verfahren um und verlangten für jeden einzelnen Fall den vorherigen Nachw.is, daß das Wohl des Staates die scharfe Schneide des Gesetzes nötig mache. Der durchgreifende Unterschied springt in die Augen. Mit 236 gegen 118 Stimmen hatte seinerzeit das Unterhaus die rücksichtslose Einschaltung beschlossen, mit 124 gegen 31 — man sieht, wie dünn das Haus noch besetzt ttwr — fügte es sich jetzt den gegenteiligen Beschlüssen des Oberhauses, wenn auch nicht ohne manchen lebhaften Einspruch gegen die vermeintliche Anmaßung des zweiten Teilhabers an der Gesetzgebung. Es wäre falsch, in dieser Nach- gi bigkeit eine Gesinnunasänderung zu sehen. Richtig bleibt vielmehr, »oas der Abgeordnete Sir E. Wild aussprach: Unser Volk ist keineswegs genullt, die Deutschen in Zukunft so ungefähr als Freunde zu bdyxxv dein, wie Lord Phillimove meinte. Der Abgeordnete für die Universität Oxford (der menschenfreundliche Lord Hugh Cecil) und andre Mitglieder des Hauses, die sich gern etwas besonders dünken, mögen eine soläx allgemeine Stimmung bedauern, aber damit ist an der Sache nichts geändert. Auch Lord Salisbury, wenn er bel^auptet, diese Volksstim- mung sei eine vorübergehende Gemütsivallung, tonnte damit nur für sich allein sprechen. Salisbury hatte unter anderm bemerkt, England könne nickft den Wunsch hegen, unglückliche Frauen nach Oesterreich in den Hungertod zu schicken. Eine merkwürdige Nebenerscheinung, die sich aber aus der Sachlage rasch erklärt, zog sich durch die Sckstußverhand- lung. Im allgemeinen ist das Oberhaus den Angriffen der liberalen und arbeiterfreundlichen Abgeordneten ausgesetzt; diesmal traten diese Volksvertreter ivarm für die menschenfreundliche Tätigkeit der Lords ein und nahmen sie in Schutz gegen deren sonstige Vorkämpfer auf den Bänken der Unionisten. Die Regierung selbst hielt sich dem Streite möglichst fern; ihr war es l)auptsächlich um die rasck^e Erledigung des Gesetzes zu tun, das noch immer genügende Waffen gegen seindlick-e Ausländer bietet Demokratischer Parteitag In Württemberg. Stuttgart, 6. Im. Die Deutsche Demokratisrte Partei Württembergs veranftalte e in Stuttgart einen Parteitag, wobei der Vorsitzende der Gesamtpartri, Abg. Dr. Petersen (Hamburg) in einem Referat über das Jahr 1919 folgendes ausführte: Die Deut cte Demokratiscte Partei bekennt sich zum wirtschaftlichen und konsessivnel en Ausgleich. In der fttalition ist die demokratische Fralt on Cem notwendiger mehrheitsbildender Faktor: Sozialdemokratie und Zentrum haben allein die Mehrheit in der National versammllmg. Die Demokritie kann daher nur durch das Gewicht ihrer Gründe, durch ihre Bedeutung für das neue Deutsch!rn) wirken. Bei der Notwendigkeit, die Koalition im Inte.esse des Vaterlandes autred)huertalten, muß sie sich an einzelnen Stellen oamxt begnügett, Schlimmeres zu verhüten. Auf internationalem Gebiet her richt noch der Grund,atz der (tewalt und Unge.echiigkeit. Es gilt für die deutsche Nation, trotz ihrer Niederlage, ja gerade aus bicfer Nfrw:r- lage heraus, den höheren Mensch!)ritsäielen zu dia- neu. Dieses Ziel kann nur auf dem Wege der weiteren Durchsührung des Rechtsgelx.ne.is im Dienste sozialer Gerechtigkeit geschel/en. Die teitt ch Nation tarnt die.em Oktanten nur mit Erfolg dienen als Glied eines Völkerbundes, der nur gleichberechtigte Nationen und Staaten ernennt und zur Mitwirkung an dem Aufbau neuen und besseren internationalen Rechtes beruft. Hierauf sprach Kultusminister Tr. Stiebet über die geistigen Kräfte. Er bemerfte zunächst zu dem Beichlnß der preußischen Lantestar- sammlung über die Errichtung des deutsäten Ein- lxilsstaatcs, daß dieser Beschluß zu begrüßen sei als Absa-?e an den alten deutschen Geist des Par- tilnlarismus. Wir wollen auch im Süden ehelich ein einiges Deutschland, wir lehnen aber die Ber- liniricrung Deutschlands ab! (Lebltaste Zustimmung.) Tie Fragestellung: Ernl-eitssaat über Bundesstaat? ist heute nicht mehr jutreiWb; sie ist fr-ute ersetzt durch die andere: Zentrnlisierunt? oder Selbsttxrwallung? Es muß eine Dezentralisierung gefuttert wetten, die zugleich Selbstverwaltung fein muß, bei ter die einzelnen Stellen unter eigener Verantwortung handeln. Es war eine unauschi'bbare Notwendigkeit, auch die Bildungsfragen unter dem Gesichtspunkte zu be- Ixinbcln, daß das deutsche Kulturgut als eine Einheit gepfl gt, dem. Bi lke zum Bewußtsein und nach Außen in Erscheinung gebracht wird. Wir btatüten eine nationale, eine deutsche Kulturpolitik! Es bedarf auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft einer bewußten Zusammenarbeit vvn Reich und Einzelstaaten. Wenn in Fragen wie ter ter Schulpflicht und der äußeren Scknttorganifation tie Reichsgesetzgebung das Heft in die Hand nimmt, so tonn das nur als ein Fortschritt begrüßt werden. (Zustimmung.) Nur muß im inneren Schulbetrieb und in ter inneren Verwaltung die Landes- und Stammeseigenart ihr Recht behalten und der einzel- ftaatlirf)eu Schulverwaltung eine gewi.se Selbständigkeit verbleiten. Eine innere Reform unseres gesamten Bildungswesens ist notwendig. Eine höhere deutsche Schule als vierte gleichberechtigte und gleichwertige Lehranstalt neben Gymnasium, höherer Rcal- anftalt und Realgymnasium muß geschaffen werten, in deren Mittelpunkt die gesamte beutfdje Kultur steht. In Zusammenhang damit steht Die Umwandlung der bisherigen Lehrerbi.dungsanstal- ten in solche höhere deutsche Schulen. Tie Schule muß in den Dienst staatsbürgerlicher Erziehung gestellt werden. Der Grundsatz muß fein: Der Deutsche Darf fein eigenes Volk niemals und unter 'einen Umständen verleugnen! Tie Trennung von S aal und Kirche muß in schonend,:er Form, keinesfalls in religionsfeindlichem Geiste, vollzogen werten. Aus die Dauer kann kein Volk ohne religiöse Kultur geteilten! Schließlich wurde nach kurzer Begründung durch Rcchtsamva t Augst (Heidenheim) einstimmig folgende Resolution angenommen: Tie Deutsete dernvkrati.che Partei erklärt: 1. Die außenpolitische Haltung tes Reiches hat sich zu richten in erster Linie nach den wirt- sck-aftlichen Lebensbedürfnissen Deutschlands, nach tem Maiß seiner Wiodererstnrkung und nach ter Haltung ter anteren Staaten. Sie muß in entschlossener Wahrung der nntwnalen Würde, offen uni) frei vvn Hintergedanken, eine Revision ter unerfüllbaren Teile tes Versailler Frieden sver- trages durch einen unparteiisch zu gestaltenden Völkerbund anstreben. 2. Die innere Lage sor.ert eine einheitliche P» litik ter verfassungstreuen Parteien und baldige Feststellung des Vottswil ens in Neuwahlen nach vorler g?r Vcr es e amg les Veri.ültnisna l eetz.s. Tie Regierungspolitik ist auf die Heoung der Volkswirtsckxlft mid ter WahrungÄerfrättuisse ein* Miftellen. Gegen die im Ge>)lg.' tes Zusammenbruchs und ter Wicterlage sich entrtri(feinten Auswüchse auch innerhalb ter SdaatK.e.tvattung, insbesondere gegen die K rrup bmterfcheorungrn, ist sclwnungs os e nzufchreiten. Tas UeLtrmucbern ter Behortemorgani a.ionen und ter HeereHgutterwa- tungsgesellschaften fordert durchgrrisende Maßregeln. 3. Die Partei muß die Arbeit am Staat, an der Gesellschaft und an der eigenen Gemeinschaft Man mäßig und entschlossen leiten, ffroe Kräfte durch Arieits.e llmg fruchtbar machen und die Wahlvorbereitungen treffen. 4. Die Losung für die nächsten Wahlen muß fein: Wirtschaftliche Entwickluirg, sozialer Ausgleich, Verteidigung ter Reichsverfassung und des Parlaments geg n rechts und links und die Sammlurrg aller Deutschen um den taut- scheu Gedanken und die deutsche Kultur, 2lu* Hein Nciche. Die Kohlennot. Berlin, 6.Jan. (Wolff.) Infolge der ein- getretenen Kohlennvt sah sich die Direktion der Siemens-Werke sowie ter Siemens- Schuckert A.-G. gezwungen, den Betrieb bis aus weiteres ein zu st eilen. Handgranattnnnschlog gegen eine Zeitung. Unna, 7. Jan. (WTB.) Heute nacht nurte gegen den Hettweger Anz igcr und Boten ein Handgranatenanschlag verübt. Von zwei gegen den Maschinensaal gnuorfenen Handgranaten explodierte eine im Gang. Durch den Luftdruck wurden sämtliche Fensterfchiben des Saals zertrümmert. Verletzt wurde niemand, trotzdem sich sämtliche Angestellte in der Setzerei befanden. Die Polizei falmbet noch nach tem Täter. Angeftelltenstreik in Eisenach. Berlin, 7. Jan. Wie dem „Berliner Lokalanzeiger" aus Eisenach gemeldet wird, find dort fämtlidje Privatangestelltenver- bände wegen abgelehnter Tarisforderungen in den Generalstreik getreten. Die Erfassung der Schuldfrage. Berlin, 7. Jan. Im neuesten Heft der „Deutschen Juristenzeitung" schreibt Pros. Kahl (Staats rechts Professor): Tie Häufung von Material zur Erfassung der deutschen Kriegsschuld ist nicht der Weg zur Wahryeit und Gerechtigkeit. Arr» StaM und Land. Gießen, den 7. Jan. 1920. Alte Klinik — Neue- Stadthaus? Wie wir von ter Stadtverwaltung erfahren, wird die als Lazarett dienende Alte Klinik in der Liebigftvaße Mitte Februar von Der Heeresverwaltung geräumt werten. Dadurch wird die Stadtverwaltung in die MöglickMt versetzt, gemäß dem Beschlüsse ter Stadtverordneten-Ver- fammlung vom 16. Oktober 1913 die zerstreuten städtischen Aemter in der Allen Klinik zu vereinigen. Tic Vvranschläge und Pläne für die Meter-- herstellungs- und Umbauen beiten werten in tem nächsten Tagen fcrtiggeftellt fein. Es ist bin» reichend befannt, daß Di? seit Ja Ixen völlig un- zulänglick-en Raunrverlültnisse ter Stadtverwaltung durch die stetige Vermeh.'ung ter städttscheu Ausgaben so unteilbar geworden, daß nunmehr sofortige Ablnlfe geschaffen werten muß. Die kurze Information ter Stadtverwaltung ist nicht besonders klar gefaßt. Man vermißt darin vor allem eine unzweideutige Angabe, ob bin Plan, die zerstreuten Aemter in ter Alten Klinik zu «r einigen, nur ein Provisorium zur vorüber- gehenden zweckmäßigen Ausnützung der Kliniksräume sein soll, oder ob nach früheren Absichten die „Alte fflinit" zum „Neuen Stadthaus" ge- mackst werten soll. Man wird die Pläne und Voranschläge umso krittscher beurteilen müssen, als die Herrickrtungs- und Umbautosten eine schwindel- baite Höhe erreicht haben. Die Umbautosten waren es aber, die fdym in günstigeren Jahren das Projekt „Alte Klinik — Neues Rathaus" als umoirtsck-aftlich erschinen ließen. Man wird daher auf die städtischen Pläne sehr gespannt fein dürfen. Wirtschaftliche Flluflon-politil. Die Teutschnationale Partei hatte am Montag abend zu einem Vortrag von Fa- brikant Dr. ing. Klingspor über „Wirtschaftliche Jllusionspoliti^ cingelaben. Vorsitzender K ohlhase begrüßte in feiner E o fnungs- anspracfx ten Redner, dessen Vaterstadt Gießen ist, und beglückwünschte i!m zu der kürzlich erfolgten Ernennung zum Ehrendoktor. Darauf führte ter Redner selbst, unter Zuziehung torfäietenartig-ftrn MatermlS, etwa aus: Bis in die Kreise hinein, die vordem dte Revolution begrüßten, werde heute vor ten Gefahren eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs grtöbirnt Wenn demgegenüber Erzberger unb Rei«hswirl> idyafteininiiiet Schmidt eine zuveriickstttckre 9Jiieit2 zur Sck>au trügen, so ließen sie es an dec Offen* heit fehlen, die man von ter allen Regierung so dringlich verlangte. Hier solle fttarljeit gegeben netten über Die drohenden Nöte au| wirtschaftlichem Gebiet und Klarheit über die Mittel zu ihrer Beseitigung. Die Frage, wie w.r einer wirtschaftlichen Katastrophe unb Hungersnot entgehen können, sei fite Schicksalsfrage tes deut scheu Voltes und damit auch für jeden einzelnen. Der Tiefstand unserer Valuta fei die ernsteste Warnung. Deren wellens Sinken dürfte tem Etaatsbantorott in ter verschleierten Form der beständigen Entwertung tes Papiergeltes entgegenführen und werte seine Auswirkungen bis in die entlegensten Bauernwohnungen zeigen. Br dem Kriege konnten wir unsere Einfuhr nahezu mit unserer Aussuhr bezahlen. Heute dagegen stemme sich tem wi tschaftlickren Wieteraufstieg ein beängiligcnteö Mißverhältnis zwisck)en Ein- und Ausrülp: entgegen, das groß endeils durch eine Bankrvtteur- iuivtfd)ait verursacht Worten fei. Wir hätten unsere Emnahmeguellen aus ter $>anb gegeben; fo Erzlerger, ter durch feine diplomatischen Künste den Sterluft ter Deutfdxn SlXiuifabrteiflotte ter» schultet habe. Da tonne man sich nidjt nmntern, wenn unsere Valuta, ter Prüfstein unserer wirtschaftlichen Weltstellung, auf ein Zehntel van einst gesunken sei und roeitn Schveizer Banken Deutschland ihre Kredite auf beutjdx Staatsrapiere gekündigt baten. Die Gefahr wirtsck)aftlicher Vcr- sllavung drücke sich in ten immer zahlreicheren Aufkäufen teutsck>er Grundstücke und deutscher Aktien durch Ausländer aus. welche durch die Valuta deutschen Käufern ^überlegen seien Heute schon seren grvße teutsck>e Jndustriewerke in die.Hände tes Auslandes ütergegangen. Dazu säßen als Führer im WiÄ>eraufbanministerium Männer, deren ganze 93ergangenbeit ein einziges Zeugnis zersetzender Tättgkeit fei. Als Beispiel für die Dillettantenwirtschaft in ter Reichstoitung dienten die durch ihre SckstvächlickxZeit wirkungslosen Maßnahmen zur Behebung ter Verschleuderung teutidj-'r Waren nach dem Auslaute. Weiter feien Fehler in Fmgen ter Zucker-, Tabak- und Gummiindustrie begangen wvvden, da man keine Rohstoffe ins Land ließ zu einer Zeit, als diese zu günstigen Preisen zu erlangen gewesen wären, trotzdem die Industrie sie bringend brauchte und trotzdem fackrmärmische Kreise bei ter Regierung auf Einfuhr drängten. Kohlen, die wir in Deutschland so sehr benötigten, 'habe man vor Ratifizierung freftvillig der Entente geliefert, fveil man diese dadurch mild zu stimmen hoffte. Von dem Versuch, ausländische Balutaanleihm aufzunehmen, dürsten wir uns keine Rettung verspreck)7n; dies betaute nur vorübergehende Hilfe und steigere letzten Endes die Sckmltenlast Deutschlands. Eine Erhöhung unserer Erzeugung und Ausfuhr fei die einzige nxilyrc Hilfe, bstonters gelte das für die Kohlmerzeugung. Wie verderblich aber da Streiks wirtten, erhelle daraus, daß durch ten Ausstand an ter Ruyr im Frühjahr der Ausfall das Vier^ zehnfache von tem betrug, was während ter zwei- wöckngen Einstellung tes Personenverkehrs befördert wurde. Der Kohlenmangel müsse für alle Zweige Ixt Industrie von ten schlimmsten Folgen inerten. Heute schon lägen eine ganze Reihe von Papierfabriken still. Das Fehlen von Kchlen Der- hintere die ausreichTNde Herstellung von Baumaterialien und nehme uns so Die Möglickitoit, tem Wolmungsmangel durch Bauen abzutelfen. Bei unserer Regierung bestehe keine Aussiait auf tatkräftiges Zugreifen. Keine Fachleut?, stünden an ter Spitze, sondern Parteileute, die ihr Amt ihrer politiscten Tätigkeit, iljrat agitatorischen Verdiensten verdankten, und denen die Gunst ter Massen das Wicküigste fd>eiite. Die heutige Regierung halte noch fest an einer Jlluftonspolitik, die auf den Sieg ter Geveck>tig keit im Volker verkehr hoffe. Sie strebe nach Klasseni-ersöhnung durch ein Belricbsrätegefetz, das in Wirklichkeit ten Ruin bringen müsse, weil man durch derartige Nachgiebigkeit den Leuten ter Straße gegenüber nicht mein die nötige Widerstandsfähigtoit finden werte. Die Nachgiebigkeit von Demokratie und Zeillrum gegenüber ter Regierunassozialtamokratie lass« sich daher nickft damit entschuldigen, daß das Reich dadurch vor viel Schlimmeren bewahrt werde. Wenn dieselben Leute, die früher eine tägliche Arbeitszeit von drei Stunden für genügend erklärten, und die „Akkordarbeit ist Mordarbeit" Die Entwicklung der 3e tung;an; ige. Als Gütermakler und Vermittler zwischen Ar- feitgeber und Arb itnehmer auf ten Stellenmarkt wie als Bringer ter neuesten Fami iennachrickrten und Vergnüguiigsnachwelse er (fr int uns heute die Zeittmgsanzeige so unentbehrlich, daß wir uns kaum eine Zeit vorst llen können, in der sie in ten Blättern senke. Abr auch auf diesem Genet fuhr früher ter Fortschritt nicht im hurtigen Automobil, sondern in altväterliche: Postkutsche sehr bedächtig zum Ziel. Wie erst b inahe 2J0 Jahre nach Erfindung ter Buchdruckerkunst mit ter vom 30. Mai 1631 äb erseh:enmon Pariser „Gazette" die erste Zeitung in Frankreich entstand, so bauerte es dort fast weitere anderthalb Jahrhunderte, bis ein Tageblatt, das 1777 gegründete „Journal de Varis" regelmäßig einen Anzeigenteil brachte. Freilich bestand fefron seit 1751 ein Organ, bi.* „PetitcS Asfichcs" eines Abb4s, das Annoncen veröffentlichte, doch war dies k ine eigcntlidie Zeitung, sondern ein reines Anzeigenblatt. Daß das späte Auf- tonrmen von Zeitungsanzeigen nicht etwa auf ein mangelndes Bedürfnis zurückzuführcm ist, zeigte der Erfolg ter von tem Arzt Renaudot, tem Gründer ter erstm französischen Zeitung, in Paris eingerichteten Adresstmbrrreaus, in denen Käufer und Verkäufer für allerlei Güter nachgewiesen wurden. Als älteste Zeitungsanzeige in England gilt das 1649 im „Moderate" verössrntlichte Ersuchen um Rückgabe eines von der Weide gestohlenem Pferdes. Aus tem nachstm Jahre stammt folgendes originelle Inserat König Karls II. über den Verlust seines Lieblingshuntes: „Ter Finder möge in Wmtelw l Anzeige erstattet: temn ter Hund war bei Hose besser bekannt als die, die ihn gestohlen haben. Wird man denn niemals aufhöccn, Sciue Majestät zu teste!In? Kann er feinen Hund halten? Dieses Huntes Stelle — obwohl besser, als manche glauben möchten — ist die einzige, um die niemand bettilt!" In Deutschland ist bisher die ält ste Anzeige im 4. Stück tes Jahrganges 1665 ter Ber Inter „Einkommentan Orbttari Postz ftungen" nachgewies.m, während das erste Anzeigenblatt erst aus Dem zweiten Viertel des 18. Jahrhmtterts stammt. ©uLfre reinen Anz igenl lütter, iie vor allem auch amtliche Bekanntmachungen brarlüen, hießen Jrttelligenzblätter. Tas erste war das 172, durch eine ftäbinettoorter gegründete „Preußische Jntelligenzblatt". .Erujprechertd tarn fl.inen Le.erlrcis tat damaligen Blätter wird auch ihren Anzeigen kein, weitreichender Einckuß zuzuschr i'en sein. Immerhin spiegelt sich berritö internationaler Verkehr in ] einer Anzeige im Jahrgang 1751 ter deutschen „St. Petersburger Leitung", in ter ein Privatmann in Mantua ein „ansehnlietes Kabinett von alten griechischen und römi ch.m Mrchai len in Ertzt und Silber" anbietet. Von kulturg! sckrichtlich'm Interesse ist die erstmalige Erwähnung tes Tees in dem englischen Blatt „Mercurius Politicus" vom 33, September 1658. UelierHaupt sind die Zeitungsanzri-en früherer Jahrhunderte als Kulturdokumente nicht zu unterschätzen. Ihre Würze liegt nicht gerate in ber Kürze, sondern in tarn häu'ig, vor allem ii Frankreich, belustigenden Inhalt. Den Umfang eines wirklich ausgi -igen Liebesbriefes, nicht r e liger als 270 Druckzeilen, nahm das erste in Deutschland in einer Zritungsanz.rige erschienene Heiratsgesuch din. Es war die Anz ire eines vermögenden jungen Mannes im Hamburgischim Unparteiischen Korrespondenten vom 23. März 1792, ter sein moralisches Glaubmöb kenntnis in die Worte Gleims kleidete: „Es Hilst zum höchsten Glück der Liebe kein Ri t'rgut, es Helsen zarte, keusche Triete unb frisches Blut." Etenso braucht ein w itschtvei- figer Pariser 1759 im Ganzen 174 Worte, um einen neuen Tamenfächer anzupreisen: „Da die Neugier bei b iten Gefchlech ern ziemlich gleich stark entwickelt ist unb Di: Damen sich fast ebenso gern wie wir ten G^enstänten nähern, die ihnen interessant e -schrinen, so fr t mm ein Mitdtt gefunden, dieses Bedürfnis zu tefrieMgen, ohne gegen die Bescheid mheit zu verstoßen: in den Fächer ist eine Lorgnette eingelaf en, bereu st h unsere Damen bedienen können, ohne sich dabei bloßzuste lei usw. In einem anderen Inserat aus jener Zeit wird in 178 Worten rote Schminke mit dem Hi lwiis daraus angepriesen, daß sich fdjon die Göttin Juno ter Schminke bedient hätte. Noch vor 100 Jahren konnte man auch in beutftfen Blättern ziemlich wei'schvei iAnz^ien finden. So beginnt ein Kaufmann, D-t den Tod "einer Frau mitt ilt, mit folgtmten übcrschwäng- lirfjen Worten: „Tie tagb l.tanlen Moree-ifttah- len des 13. d. Mts. fenb-ten sch.nerzlickte Vernick>- tung gehegter Hoffnungen unb unvergängliche Trauer in mein Leb.n." Der Kaufmann geicinnt Iater allmählich doch die Oberhand über den untrost- lidjcn Gatten, und so schließt er: „Ich empfehle mich aller Verwandten unb Hanbelsjreunde fernerer Freundschaft und Wohlwollen unb bemerke, daß ich als einziger Destamentserte ter Verewigten die bisher bririebenen Handelsgeschäfte ohne 9[bänberung unter ter fortbestehenten Firma Braun et Co. fort setzen werde. Tie frühesten Ansätze zu einer großzügigen und modernen Ansprüchen entsprechend i Regelung tes Annoncenwesens findet sich in Frankreich Dort beschritt Emile be Girardin mit seiner 1836 gegründeten Zeitung „La Presse" einen neuen Weg, intern er das Jahresabonnement von 89 auf 40 Franks herabsetzte und den Ertrag aus ten Anzeigen zur finanziellen Hanpt- g imblagc sein s fünfen Untcrnelm ns zu machen teschloß. Der Er olg gab ihm recht. Tas billigste Blatt ward zunächst das g?lefenfte. Die Mehrzahl ter übrigen Zeitungen mußte in olgedessen e en- falls das Jahresabonnement herabfetzen. Zwei Jahre nach ter Gründung ter „Preise" betrug Die Einnahme aus ter Annoncenracht schon 150 009 Franks, für damalige Sktbältnifie eine erk eckliche Summe. Mög.ichst knapp und inhaltsreich war die Lösung. Es bildete sich eine Ge elli'chaft, die ten Anzeigenteil der Zeitungen pachttte und vom 1. Juli 1845 ab in Paris 218 Bureaus eröffnete, in denen das Publikum Inserate au getan konnte. Die Verbi!I gung tes Abonnementsgeltes ließ die Auflagrziifern ter Blätter mächtig steigen. 1828 waren in Paris im Ja'we 28 Mi lionen Zritungs- e-emplare augesetzt roorce t, 1836 erhöhte sich die Zahl auf 42 Millionen und bis 1846 auf 80 Millionen. Tie erwähnte Anzeigengese Ischa't bot gleichzeitig in ten drei Pariser Blättern „Journal tes Dsbats", .„Constitutionnel" und „Presse", die zusammen 60 0O0 Abonnenten le a'en, 1815 eine 60 Buchstaben lange Annoneenzeile für 6 Franks. Der nächste große Schritt zur Zentralisation tes französischen Annoncenlvesens erfolgte 1856, als sich ter Leiter des französischen De- pesck^enbureans Havas mit tem Gründer ter Paris r Anzeigenexpedirionen Pu lier zusamm ntat, ber te.t Anzeigenvertrieb fast a ler Prorinzblätter in Händen hatte. Havas trai mit rund zweihundert der beteutendsten Provinz'>ei ungen rin Abkomm'M, wonach er ihnen täglich sein Nachrichtenmaterial übersandte und da üc von ihnen statt Geld eine bestimmte Zeilenzahl aus ter 3. unb 4. Seite ter Blätter uncntgclt ich zur Verfügung gestellt erhielt. Aus diese Weise breitete Havas ein nicht lange vorher in Paris eingerichtetes Depeschenbureau auch auf die Provinz aus. ^n England schlug die Entwicklung tes Anzeigenwesens, das besonders unter tem Protektorat einen kra tigen Au schwung nahm, andere Wege ein. So hatte in London seit 1802 jede größere Zeitung eine le onbere Annon ensteziali- tät. In ter „Morningvostt" fand man hauptsächlich Anzeigen über Waaen unb P erbe, im ..Publie Ledger" in,eeierten ?ie Scfrisfsr^tar und Großhändler von überseeischen Güttcn. Grund-- stückskäuse unb Verkäufe suchte man vor allem im „Mörning Herald" unb in der „Times". „Mor- uhtg Adoertiser" war das Blatt ber Gasßvirte vvn London, „Morning Chronicle" das der Buchverleger. Heute haben sich bie.e Unterschiede ziemlich verwischt. Wie ein Anz-.igenbedürfnis direkt zur Gründung von Tageszeitungen führte, zeigt folgendes Deispivl. Tas Londoner Blatt mit höchster Auflage war 18J2 die „Morning Post". Ta es infolgedessen auch, die meisten Anzeirenanfträge erhielt, so mußte es öfters die Veröffentlichung vvn Anonncen 8—10 Tage zurücksttllen. Ta dar Blatt ber Ansicht war, daß Bücheranzeigen am längsten warten könnten, io wurden diöse am stiefmütterlichsten behandelt. Darob große Entrüstung ber Buchhändler, die daraufhin ein eigenes Morgen- blatt „British Preß" unb ein Abendblatt „©tote" gründeten, um ihre Inserate veröifeiUlichen zu können, wenn es ihnen betagte. Tie an unb für sich schon nicht geringen Einnahmen ter größeren englischen Blätter ans ten Anzeigegebuhren erhöhten sich tocitcrlyin natürlich burch die Aushebung ber Inseraten- unb Annoncensteuer in ber Parlaments'ession von 1853, ter 1855 d e Mschaffung ter Stcmpel- tare und 1861 die Beseitigung der Papiersteuer folgten. Auf dem Festlante hatte nur Oesterrrich eine Annoncensteuer bis 1874. In T rammen. Es wurde beschlossen, Laser soweit ab- ! lömmlich nicht unter 20 Prozent unter dem Tages preis, mindestens aber mit 65 Mk., abzugeben Ferner fall verlangt werden, daß die aus dem Laser bereiteten Nährmittel zu nicht M holten Preisen der Vvlksemährung zugättglich gemacht werden. Tie Ablieferung von Erbsen sei ausgeschlossen, weil diese längst aufgekauft seierr. Bezüglich des Flachses wurde gefragt, wo die Löchstprcise für Leinwand geblichen seien, man solle daher die Ablieferung verweigern e Ein MunitirmsskanLal. gergetxnkstätte. Kreis Friedberg. = Friedberg, 6. Jan. Lier wird vvm Hessischen Bauernbund eine „Freie Bauern- fchulgemeinde Wetterau" (Wetteran- fchule) eingerichtet, in der von berufenen Männern an zwei Nachmittagen der Doch? jun« Bauern- Ete der Wetterau durch volkswirtschaftlichen und tsbürgerlichen Unterridxt zu Führern in ihrem Beruf herangebildet roerben sollen. Auch junge Bauerntöchter sollen an den Lehrgängen tcllnehmen. Hessen-Nassau. Der Kamps der Bau rn gegen dir Zwangs- Die Tarifvertzandlunm.i. Berlin, 5. Jan. (WB.) Amtlich. Die Tarifverhandlungerl zwischen der Eisen- bahnverwaltung und den Gewerkschaften der Eisen- babnarbeiter sind heute nachmittag wieder ausgenommen worden. Heute fand eine allgemeine Aussprache statt. Atorgen beginnen tvieder Einzelbera hmgeu, die nunmehr ohne Unterbrechung weitergeführt werden sollen, um den Taris so schnell wie möglich fettigzustellen Der französische Geschäftsträger ht Deutsch» land Paris, 4.Jan. (Wolft.) Der „Petit Pa» risien" bestätigt, daß der ehemalige französische Generalsimsul in Genua M arei l l v, bet vor einigen Tagen den Rang eines bevollmächtigten Ministers erhielt, zum Geschäftsträger Frankreichs in Berlin ernannt wird Nitti über die italienischen Ansprüche. Paris, 6. Jan. (WTB.) Der ttalienische Ministerpräsident Ritti empfing am 4. Januar einen Vertreter der Pariser Presse und erklärte, für die Italiener sei Fiume ein Symbol. Es sei fein größtes Bestreben, in der Adria frage zu einem Einverständnis zu kommen Mer das adrig» tische Meer sei nichE entere^ wenn er nicht ginge, Mi» nistet Noske gehen müsse. Man habe ihm ent* gegen komm en wollen, dadurch, daß man ihn zum General ernannte, wenn er feinen Abschied sofort ein reichte.' Er lehnte dies ab. Em neuer Prozeß wegen Mißbrauch* brr Dienftgewalt. Berlin, 5. Jan, Laut „Berliner Lokal-A»- zeiget" bat gestern vot dem Lttegsgericht in Hall, (Saale) der Prozeß gegen den ehemaligen Militär bevollmächtigten des Hallescheu Soldaten rotes Fetchlandt, roeoen Mißbrauchs der Dienst gemalt, unbefugter Bildung von bewaffneten Haufen, Freibettsbetaubung, Mißharchlung Untergebener und von Zivilpersonen, sowie Aufwieglung und Ungehorsam begonnen. Der Prozeß wird ungefähr 14 Tage bauern. Heringe für Deutschland Kristiania, 5. Jan. (WB.) „AftrNposten ' erfährt aus Bergen, daß 20 — 30 deutschc Schiffe mit gesalzenen Heringen von der Westküste NorwegmS nach Deullchland abge- Miigen sind, eint größere Partie ist auch nicb Polen abgegangen. Die LrdruSmittelversorgung Grost-Brrlius. Berlin, 6.Jan. Im Auftrage der Groß- Berliner Gemeinden begab sich gestern ein Abordnung unter Führrma des Oberbürgermeisters Wermuth zum Reichskanzler, um die neue fri tische Lage zu kennzeichnen, in der sich». 3t die gesamte LelkenSmitterversarg?.mg Groß-BerlinS schon tefunben habe, irrtb die rrumnechr durch die Stockung der Getreidezufuhven eine noch weitere bedenkliche Verschärfung erfährt. Den Befürchtungen der »?'Ä siegst ters-Ä S * Ä- unb tu Ä M ein von einst .»htaMS* iRygwiwn. tun fewfefift i J^^^tfungalofcn MAuSlandr.Weit« feien unß da mau keine Rod n kmer Zeit, als bkk zu i frangen gemefen wären, btaud)te und 1 ffmit fei bet Regierung MMN, bie mit ui Teutsih l- M>e man vor Ralifizie- ntmte Zitiert, iwil man fhmmen hoffte. Von bem Maanleih.-n auszunchrnen, ! Rettung terspreäxn,' bies ; 'benbe öilfe und fitiqtrc ' benlaft Deutschlands. Änc u$mu) unb Aittfch sei bie ^onbeti gelte bas iüt btt verderblich atei ta Slrciks s, baß durch ben Ausstand wbr der Ausfall bas Lier- ng, was während der M- des Personen reckebrs be- hlenmangel müsse für alle on den.schlimmsten Folgen gen eine ganze Reihe von is Fehlen von Kohlen ver-- tzerslellung von Baumate- i so die Mögt Mit, dem ) Banen a^uhelsen. Sei -he krm AuchA auf tob eine Faäfruit. stünden w .Ttcileute, bie ihr Amt mrer ihren agitatorischen «er- uiü) denen dir Gunst der te scheine. Die heutige Re. st an einer Zlluilonspoutlk, ikad)tigfeil im Lölseroetkehi Aaffeniersöhming durch em \ in 23irflid&tt ben Rum man durch dnartige ift Ärahe üÄslS rmiWiatbmotatlrhy d-S «s " SÄ ga’.g«' iSr.« in9^J unb V-crde, im r W und w?< 3k Grund- vor allem im ®.SSx Vonung Aufträge tv sSs« * iur*»& im Vi*. L-üiM-bn * t«”" yandet Berlin, 6 3toL Börsenstrmmungs- bild Die Börse nxir von Unsicherheit bech-rrfcht und daS Geschäft war gering. Die Ikutsbenxgtmg wat ungleichrnäßig und schioankend AuSl^moS. Papiere und Ävlonialwerte neigten anfangs vorwiegend zur Schwäche, dagegen waren Montan- werte zum Tett um 10 Proz gebessert, ivie Katto- witzer, Bismarckhütte und Rbcrnstahl und spätet- lstn auch Phönix. Schifsahrtsaktien lagen fest: Hansa gewannen 10 Prvz. Späterhin machte sich eine Ermattung bemerkbar, angeblich infolge der Verschärfung der Kohlenkrife, bu schon zur Stilllegung der SiemenSwetVe und der Siemens- Schuckettwerke geführt hat. Einzelne Kolonial- werte, wie Nen-Guinra, Otawi und South Dest- africa konnten sich aber beträchllich erholen. Der Anlage markt war im allgemeinen ruhig und kaum vet ändert: nur Merikaner waren deiner talswert höhet. Die Börse schloß still. Die EinheitSkurfe der Jndustriewerte stellten stch vielfach höher. Frankfurt a. M., 6. Jan. Abendbörfe. Am Markt der Kolonialpapiere herrschte ein regercS Teiben, sonst bewegte sich das Geschäft in ruhigen Bahnen bei vorwiegend fester Tendenz. Bevorzugt waren Neu-Guinea, welche 105 Proz. anzogen, 880. Otavi Minen Genuß verschwächten sich um 20 Mk. auf 490 ab. Otavi Minen gingen 82 Mk. höher, 540. South West gewannen mit 476 —24 Proz. Im übrigen sind zu erwähnen Rhein. Stahlwerke, welche 11 Pro», anzagen, 215 bis 219. Steaua Romana lebhaft 965—973, + 33 Prvz. Gelsenkirchen sanden aus Rückkäufe eine Kursbesserung von 2V* auf 3271/*, Phönix gaben 4 Proz. auf 316 nach. Schantungbahn gegen den Schlußkurs 15 Prvz. höher 565. Bon Jn- dustrieaktien stellten sich A. E. G. 253 2 Proz. Deutsch llcbersee 5 Proz. (710), Daimler Motoren 5 Proz. niedriger, 273. Löher gingen u. a. Fein- medianif Jettet auf 560, 4- 40 Proz. Gummi- roarenf. Peter sind 8 Proz. erholt (290), AicherS^ leben geloannen 17 Proz. (369), Farbwerke Höchst gaben 4 Proz. nach, 285. Schissahrtsakhen ab» geschwächt, Nordd. Llohd 1391/a, Hapag 1293/<. Bochumer stellten sich auf 261, — 3 Prvz. Canada ca. 990 Darmstädter Bank mit 127 —2 Proz. höher. Itanft und w-ssenschaft. Berlin, 6. Jan. (WTB.) Tas Orchester der Staat so per hat beschlossen, nicht mehr unter Weingartners L.i ung zu f treten. Ter Be- stlilltß wurde Weingartner durch den Intendanten von Schillings mttgeteilt: er ist hwvorgeruf.m duvch die Aeust-rung Weingartners gegenüber einem franzö^ichen Journalisten, in der Weingartner bedauert, 1914 die bekannte Erklärung deutscher Künsllw und Gelehrter mit unterfcrhgt zu haben unb hinzufugte, daß man den Amerikanern Tank schulte, weil sie den deutschen Militarismus 5atrinnmcrt hätten. vermlschte». ! Magdeburg, 6. Jan (WTB.) In der Eisenpanzer-Gießerei des hiesigen ! sttuppwertes, wo schwere Ge chütze eingc chmolzen werden, erlolgtc heute nachmittag eine schwere Explosion, durch die drer Arbetter getötet und zwei tödlich verletzt wurden. feu m hält am Sonntag, vormittags UV« Uhr, Ausden GeNreindewaldungen, die in Frie- tm Hörsaal des Liebiigmuseurns ihre 9. Bolksvor-1 densteiten inrr einige tausend Mark Erlös erbrach- lesimg. Professor Dr. Schaum wird über 3 a » tat, «wird die Gemeinde lbci den diesjal)rigrn Brenn- cobus Henricus van't Hoff sprechen. und NutzholzvcrstiägLrungen etwa 400000 Mark ♦* Frauengruppe der deutschnatio-l erzielen. nalen Volkspartei. Der Vortrag: Weg zu! --- Frankfurt a. M., 6. Jan. Die W e r - einer volkstümlichen Gesinmmgs- und Arbeitsge-! hunge n für die Frem denle gion wer- lmcinschaft findet erst am Samstag abend 8 Uhr I ben von französischen Agenten im hiesigen Haupt- im „Poftkeller" statt. bahnhof nach rote vor mit großer Kühnheit und Landkreis Gießen. j Schamlosigkeit unter der deutschen Jugend be- -m. Lungen, 6. Jan. Die durch das Land-1 trieben, leider vielfach mit Erfolg. Die armen siedelungsgesev vorgesehene Verteilung von! Opfer werden zunächst in das französische Grundstücken aus herrsckzaftlichem Besitz (Fi- Abschnittkommando, Taunuüanlage, ge» 'teifommiffen, Gütern usw.) sindet nun arten!» I führt, dort gespeist, halb betrunken gemacht und hallen ihre proltisckie Durchführung. So ist im I bann unter blendenden Versprechungen ins fran- ficrarfijarten Inheiden den Interessenten schon daS I zösische Trupvenlager Griesheim bei Darmstadt Ackerland zugeteilt worden. Nimmehr ist man mich oder nach Mainz zum Abtransport nach Afrika hier mit Feststellungen beschäftigt unb es hat sich! geführt. — Und was sagen bie deutschen Be- qer-eigt, daß hier ein wirklickns Bedürfnis für I lwrden dazu, unter deren Augen das täglich Siedlnngsland vorhanden ist. Es wurde eine Liste! passiert? Sirr Einzeickmung der Ackerland oder Wiesen wün- = Grenzhausen, 6. Jan. Ms Mörder sckxnden Arbeiter und Landwirte ausgestellt, in des Kaufmanns August Wort mann ermittelte die sich fiter 100 Leute, teils für einen halben die Polizei einen gicwissen Hahn und einen Mann bis zwei Morgen, teils auch für bis zu 20 Morgen, namens Schmenzler aus Sayn. Beide gestan- eingetragen haten. Ob diesen großen Wünschen, ben die Tat bereits ein. Lahn gab auch zwei wettere meist frldxr, die schon eine ansehnliche Menge Morde und einen Mordversuch zu. Anstifterin des Land als Eigenhim oder in Pacht bebauen, Rech-1 hiesigen Mordes war die Ehefrau Schmenzler. mmg getragm werden kann, muß abgewartet wer- toa. Siegen, 6. Jan. Die Bergarbeiter den. Aunädjft sollen bie VoNeile dieses GesetzesI der BraunLol-lengruben im oberen Wester- benienigen zugewendet werden, die überhaupt nochl wald hoben beschlossen, jede Woche eine Schicht kein Land besaßen und ben kleineren Landwirt- einzulegen, bannt bie Elektrizitätswerke im Betrieb sckraften, um diese rentabler zu gestalten. In einer! bleiben und die Gruben im -viegerländer Erzrevier Versammlung am Sonntagabend wurden die der! nicht ersaufen Kommission an^uge hörenden Mitglieder, sowie I ---------- deren Vertreter in Vorschlag gebracht. Die befand Uutz dem AmtSverkÜttdigUNgsblatt. ttve Wahl sindet später statt. Die schriftlichen! T - Amt«nerkündiaunasblatt Ä mhtor ' ” W-id°, erfünb ♦ Jtorhorf r cAnk I über die Preise von Milch, Butter, Quark unb Saale M Käse vom 18 Dezember 1919. — Antrag der Abg. ^öeinSd®cl4> und G-mstz,. ter. Einsühnmg des Acht. -us Marburg von der ‘Monaten »olks- WalLIk Partei einen Vortrag über die gegenwärtige Sage ?00''" aus dem Wasterwcrk der Gemeinde Aet unb über bie Parteien hielt. Am SiAuß würbe I tersherm. __________ Anregung xur Biltung einer Ortsgruppe gemacht. Eine Anzahl Einwohner von Nordeck unb Winnen Stenographie. unterzeichneten. I ** Gießen, 7. Jan. Ter Grrbelsberger Ste- StnS Lauterbach I rvographenvrr in von 1861 und Taineiwerein erösi- rr. Schlitz, 6. Jan. Auch im Schlitzerland l rtn morgen atenb 7V> Uhr, in der Bezirksschule, sind in fast allen Dönern zum Teil recht starke West-Anlage, einen Ansängerlehvgang in Gabels- Ortsgruppen des Hesslschen Bauernbundes gegründet worden. In den letzten Tagen entstanden solche in Willofs, Sandlofs und Schlitz Zum Vorsitzenden der Schlitzcr Ortsgruppe wurde Landwirt Heinrich Hermann und zum Schrist- füljter Landwirt Friedrich Zöller gewählt. — Kaufmann Oskar W ö l m in Hamburg, bet vor bem Kriege hier gelebt hatte, übermittelte an Stabhfarrer Boeckner 200 Mk. als Beitrag zur Errickttung der in unserer Stadt geplanten Kr ie- wirlfchost. llMarburg, 5. Jan. Fm großen Saale des Sck'loß.^rtens Hilt heute unter großer Be- - - -- - . - « - teiligimg bet Hessische Bauernverein, 7- Ter neue Merkur, «erbag nem ernt Vertrauensmänner- und zugleich eine Gc-j Merkur, München. Preis des Einzelheftes 2,75 Provinzial -- AuSschußsitzung.! « Frankfurt a. M., 6.Jan. Durch An- SamStag, 10. Januar 1920, vormittags 9 Uhr, zeigen, die durch Bücherptüfungen unb 8cugsm> fmbti im Sitzungssaal des Regierungsgchäudes zu Vernehmungen ihre Bestähgung finden, r,t jetzt Gießen eine öffentliche Sitzung des Prvvinzialaus- nachttäglich ein M un 11 io n s f ka nd al aufge- schusses mtt folgender Tagesordnung statt: 1. Bür- deckt worden. Es handelt sich um die hiesige Arma- germeisterwahl Ettingshauftn. 2. Mage des Otts- tuvenfabrik Heidelberger, die im Kriege im armenverbandes G.lnhaat gegen bat Ortsarmen- großen Umfang Munition hetstellte. Die Firma verband Reick-elshrim t b. W. gegen Unterstützung wird tiefdjulbigt, Zünder, die als unbrauchbar der Satarine Komp. ! zurückgewiesen waren, trotzdem verwenvtt unb ** Verkehr mit WildundHühnern. I dafür weit HSHeve Preise erlangt zu haben. Das Die Borschttst, daß ein Teil der Jagdbeute, war ihr natürlich nur im Zusammenwirken mit tn-besondere bei Sreibiagben, staatlichen Wttdab-- den nnlttättschen Abnahmestetten möglich. Die Annahmestellen zur VerfüMmg gestellt werden mußte, «elegenhett hat bisher zur Verhaftung des Fabrik- ist durch Verordnung der Reichsvegierung ausge-- besitzers, seines Bruders, des Prokuristen, eines tzobe^ worden. Aus^rbem ist die Rativnierunv Regierungsbaumeisters unb eines Majors der bett, der .Lüliner aufgehoben, weil sie praktisch ohne Adnal-rnestellen gefühtt. Weitere Verhaftungen in Bttechterabteilung; Donnerstags: Danienab- leilnna Der Vorstand. gin jungte Sugntt für Wagenbau gesucht. Dauernde Stellung. *” Wagenfabrik ft. Srevban,Gr. Bmeck. Mottiog für Herrn au verk. Schr. Ang, nnt. 0359 an d. G. A. 02<5J Ein Baar neue ömMMfWr loernick.-lt) zu öerriutfen. Sckiffenb.Wegltz Hth.v. Goldene l’ar «*. goldene Brosche lbestehend aus 3 «eibenen Goldstücken) z. verk. Schr. Ang. unt. 0332 an d. G. A. Für unseren Bügelsaal suchen wir für sofort eisie erste Büglerin (älteres Fräulein oder Witwe) die auch eine Anzahl Büglerinnen beaufsichtigen kann. 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Die' lern sestzusiell «Met werden werden. M d iLtsächtich « wch Anteil . , "M \ »^üer ^derken e Bit °°wb erbebt, l^."^tchdn mid) n, hÄ WTO r c Ä. x l, y n er £ alt ck 10/ 1fr (fr in tollt na- Rorgrn r-n,ersas heu 8. Jaioar Im Jet’ elnsbeim IMöUet Hol, Schanaensttabe: Vereins abend. Erscheinen aller al Iven Mimliedtt wüniÄtDerSpHMM«: n r« fti :b. «• K lt m Gf.‘ w tn ne ia- 3 3 x ■ I»** KZ-L iafl'«bonnC^;fl Kindertrag01J,e •ÄS. ^"Älksvre'^ DE ^^vonÄrkner. l DOn wo 7 ubr: , . Schwarzes ««« Ä sw6'’’tia«»- •ESSjStat i« S'.:Ä. KsKL WKm' *®n möai *‘ein ^eof enn5fiufeirifc 4?set Jfhi &hÖ0c,d,lo5 *rWh^r~-e^-Mü w la. eDan^.,mh'" ^‘‘•UOe? «'tiDfobn.uaulfln ober roirS Wbbe,Qnnt $4r‘hLC?na?hlt6L LZKÄ? s’SÄ-S -tz'-rL »re E ÖsßiW äää§ tz!^Gr°LAK glichen io und 12 Ubrln ter oberen Sieiniirahe Amilten Schon- u. iiiot- feS*fc> nrünte ? °,n.^ aenvm men hat, wirb »ebeien, ihn Mein»tpa6eM||. Qbiuiieben.__M BibermüfT Schnlitt.-Eelier^weg- «pftbefirane titrieren Abzuqtd. nen. ^eloumms I Goklbeürahe »r I. WW nichwarjlrbernei mit In. bah im Siadivoslami am Aenstag mittag liegen 1 gelassen. Gegen hohe tie* lolmimn nbnujeben beim '■Holiieiitmt. M I Vereine | MMUM Ta- Turne» beginnt wieder ab 7. d. Mts. Tienstogö u. Freitags. aÜiveTulneru.Mimner- »*c abteilunv , Mitwochs.'Lchihnabtef luna u. FechteradtetlunL ronnerbtantz.Damenav- . leitung. Ter Äorllaod. Witali'- oemmmltlttg !„$,*»/«'N®«K «/° n« 'JgL-^sg Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen) Zwettez Blatt Ur. 5 lMttrvoch, 7. Zanuar (920 Aus Statt und Land. Dietzen, den 7. Jan. 1920. Tie bicrbewirtichastung. Das LandesernährungSamt erläßt imtenn 3. Januar eine Sfetarritmachunq über dar Lerkehr mit Eiern, der in 19 Paragraphen, u. a. an rrrtmet: Die Bewirtschaftung der Eier steht unter der Landeseierste UL in Offenbach. Sie teilt jeder Gemeinde auf Grund der letztermiüelten ftübneryity die Pflichtmenge von Eiern mit, du uon den Hülpterhaltem in der Gemeinde aufzu bringen find Die Einsammlung der Eier erfolgt durch die Sammelstellen und deren Aufkäufer, die noch An hören der Kreisämter anzustellen sind Wer in Hessen, ohne bestellter Aufkäufer zu fern. Eier für eine Gemeinde, die nach dreier Bekannt- mochung der Bewirtschaftung nicht unterliegen, erwerben, verarbeiten oder haltbar machen will, lttarf einer «-sonderen Erlaubnis, die von der Landeseterstelle erteilt werden Unnt. Die Bürgen meisteret bestimmt eine Umlegekomission, welche dem Hühncrhalter mitteilt, wieviel Eier er <ä> liefern bat. Rach dem festgestellten Lcrndesvednrs wird für jedes Huhn eine durchschnittlirte Ablieferung von je zehn Eiern angenommen. Heber diejenigen Eier, die der Hülmerhalter über dic festgcfetzte Pslichtmenge erhält, darf er frei verfügen. Bis zum 1. Mai mutz mindestens die Halste der Eier abaeliesert sein, die für das ganze Jahr abzuliesern sind. Die Kontrolle der Sammelstellen wird durch die LandeSeierstelle einem Vertrauens mann übertragen. Für ein Ei wird ein Preis von 60 Pf. bezahlt. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis dis zu einem Jahve und mit Geldstrafen bis zu 1OOOO ML bestraft. Gegen die hohen Preise d-r Schuhmacher. lieber hohe Preise der Schuhmacher wird nach wie vor geklagt. Die Aushebung der Avangswirt- schäft hat auch die Richtlinien außer Kraft gesetzt, die von der Gutachterkommission für Schuhwaren- IFteife erlassen worden waren. In Geltung sind «der nach wie vor die allgemeinen Vorschriften «egen Preistreibereien, wie auch die Preisprü fungsstellen noch in Tätigkeit sind. Als Anhalt für deren Preisüberwachung können nach einer Mitteilung des ReichSwirtschastsministeriums wich jetzt noch die Richtsätze der Gutachterkommission dienen. Alach diesen dürfen sich die Ausbesse- rungSpreise nur auS drei Teilen, zusammensetzen: Stosskoften, Arbeitslöhne und Unkosten zuzüglich Gewitrne. Die Preise für Leder sind bei den Händlern sestzustell«. Schnittverlust kann nicht berechnet werden, da die Abfälle wieder verwendet werden. Für bat Arbeitslohn ist ebenfalls nur der tatsächlich gezahlte Lohn maßgebend, Zeitlöhne »ach Anteil ZuschneLen, «modellieren und der- gleichen darf nicht besonders berechnet werden, thifoer bei einer ungewöhnlichen Form des Futzes. Bei den hohen Stoffpreisen und Löhnen ist ein Zuschlag von Z0 bis 25 v. H. für Unkosten und Gewinn als angemessen und ausreichend anzu- fehar, für neues Matzschuhwerk 25 bis 30 v.H. Mißstände im Postpatetverkehr. Die Unregelmäßigkeiten im Paketverkehr der Post rühren z. T. davon her, daß die Pakete oft längere Zeit unbeaufsichtigt auf den Bahnsteigen lagern, so daß sie dem Zugriff Unbefugter ausgesetzt sind. Dann werden sie bei Regenwetter nicht immer genügend vor Nässe geschützt. Immer wieder wird auch darüber geklagt, daß die Pakete beim Stert laden zu wenig schonend behandelt werden. Auch werden die Laderäume in den Bahnpostwagen nicht vollständig zur Paketbefördcruna ausgcrtutzt. Die Wagen fahren oft nur tei£ weise beladen ab, weil die vorliegenden Pakete nicht rechtzeitig sortiert sind. Zur Beseitigung dieser Uebelstände hat das Reichspostministerium eine neue Verfügung an sein Bereich gerichtet. Die Bahnpostwagen und Sackwagen sollen restlos für die Beförderung der Pakete ausgenutzt werden. Mit dem Sortieren der Pakete auf den Bahnsteigen soll stets früh genug begonnen werden, damit den Bahnpostwagen und Sackwagen soviel Sendungen zu- geführt werden können, wie sie zu fassen ver>- nwgen. Hilfskräfte, die mit ihrer Aufgabe nicht hinreichend vertraut sind, sind im eigentlichen Sortierdienst nicht zu verwenden. Beim Verladen müssen die Pakete möglichst von Hand zu Hand gegeben werden. Sie dürfen nicht geworfen werden. Es ist dafür zu sorgen, daß die Pakete auf den Bahnsteigen stets beaufsichtigt und vor Regen geschützt werden. Mißstände sollen mit allen Mitteln beseitigt, Ordnungswidrigkeilen mit Nachdruck verfolgt werden. • ** Zur Fördernng der Vermißten - nachforschung werden alle aus der Kriegs gefangenfdyirt 3urütfgefeierten, die die Vermißten listen erhalten haben, gebeten, im Interesse ihrer Kameraden imb deren 4lngehörigen diese Listen, die sie niete mehr brauchen, dem Zentralnacfeveis- amt für Kriegsverluste und Kriegergräber, Berlin NW 7, Dorotheenstoaße 48, umgehend zu übersenden. Die Listen werden hier dringend benötigt. Jeder einzelne ^cimgcfeiyrte Kriegsgefangene wird gebeten, die kleine Mühe zur Rückfendung nicht ju scheuen. Jeder Hilst damit am allgemeinen Werk, den Verbleib der vermißten Kameraden festzustellen. ’♦ Kriegs st iftung für die Angehörigen der Reichs-Post- und Tele- grapyenverwaltuna. Unter dem Personal der Reichs-Post- und Tetegraphcnvernxlltung ist eine Gelrsmntmlung vevansüaltet werden, die insgesamt etwa 3% Millwnen erbracht hat. Hiervon nttb rund 1950 000 Mk. zu gcnv.innützigen Kriegs- LDblfehtts-lvecken verwende! morden. Aus Item Restbeträge der Sammlung, der sich einschließlich der Zinsen auf 1,7 Millionen beifiuft, ist am 25. slüovember eine „KricgSsttftung für die Angehörigen der Reichs-Posd- und Telegraphenverwal- hmg" errichtet worden. Zweck der Stt.tung ist die Unterstützung der durch den Krieg geschädigten Beamten, Angestellten, Dostillione und ständigen Arbeiter der Postverwaltung sowie ihrer Angehörigen» und Hinterbli.benen. Tic Bewilligungeit sollen bestehen in laufenden ober einmaligen Unterstützungen, in Beihilfen zu Kuren zum Zwecke der Wieder- 5erHeilung der Gesundheit, in Zuschüssen zu den reichsgesctzlichen Bersorgungsgebülwnissen oder Hinterbliebenenbezügen, in Freistellen in Vcrsvr- guugs-, Heil-, Genesungs- vder Erzietznngsan stallen «oder in Beihilfen zur Aufnahme in oder ähnlichen An stellen fetot: in sonstigen Zuwendungen zur Ersüllurtg des Stiftungs-wecfes. x.ie Stiftung wird von einem Berwaltungsrat verwaltet, an dessen Spitze der Wirkl. Geh. Ober-Posttxtt Bor- beck steht und in dem die Organisationen der höheren, mittleren, weiblichen und unteren Beamten vertreten sind. »* Oeffentliche Bücherhall< Im Dezember wurden 1596 Bände ausgeg-chen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 901, Zeitschriften 176, Jugendschriften 151. Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 32, Lander- und Bölker- kunde 39, Kulturgeschichte 27, Geschichte;tnb Biographien 66, Kunstgeschichte 15, Natttrwissenschast und Technologie 83, Haus- unb Landwirtschaft 5, GeslmdheitÄtchre 9, Religion und Plstiosophie 34, Staatswissenschaft 12, Sprachwissenschaft 11, Fremdsprachliches 28 Bände. Nach auswärts kamen 31 Bände. ** Der ©ertrag „Dentsche Porzellan k u n st im 18. Jahrhundert, den Professor Dr. Robert Schmidt, Frankfurt, Direktor des dortigen Gewerbemuseums, im Verein der Gießener Kunstfreunde am 8 Januar im großen Hörsaal der Universität 8Vr Uhr abends pünkllich halten wird, bflrite die weitesten Kreise interessieren. Es handelt sich einmal um den feinsten Ausdruck der hochentwickellen Rolokbotultur, sodann dürfte eS kaum Familien geben, die nicht Porzellanfiguren oder -gruppen besitzert, die unter Umständen großen Wett haben können, lieber alles Wissenswerte der Porzellankunst zu unterrichten, ist der Zweck, den der Vortrag des bekannten Kunstgclel-r-en teriolgt. Da auch Gäste willkommen sind, ist es jedermann möglich, leine Kenntnisse in Sachen des Porzellans"zu erioeitern. ** Die Demokratische Fra uen- §ruppe veranstaltet Frettag, 9. Januar, abends Uhr .im Gasthaus „Zum Löwen" einen Dis - kussionsabend, zu dem alle demokratisch gesinnten Frauen eingeladen sürd. Landkreis Gießen. OGarbenteich, 6. Jan. In seinen letzten Sitzungen regelte der Gemeinderat die Der- Seegespenster. Roman von Anny Wothe. ,*JHcrikMfsdies CepydgM 1018 by Aany Wethe-Mahn, Leipzig (Nachdruck verboten.! Fortsetzung 23. „Faßt Euch doch, Frau Schwägerin, es wird sich alles finden. Begreift doch, daß Petcr Bonkm außer sich ist. Ihr und er werdet rühiger werden." „Peter Banken hat recht," mischte sich Wibfe Wedderken ein, ,chte Frau gehört zu ihrem Mann, du gehst mit ihm." Estrid sah ihre Mutter mit einem so entsetzten Blick an, daß das Herz der alten Frau darob erbebte. „Auch du, Mutter," sagte sie und ihre Stimm, bebte in Tränen, „weisest mich von dir? Dann werde ich wohl wandern müssen mit einem, der mich in vierzehn Tagen holen wollte und von dem Peter Honken felbst gesagt: ich gehöre zu ihm. Bei Jngewatt Ferks ist also mein Platz, dem Gonger, der den Tod verheißt." Ein herzzerreißendes Weh, ater auch eine stille Festigkeit klang aus den Worten der Frau, die für Bent und die Mutter etwas Erschütterndes hatten, nur in Peter kochte der Zorn. „Wage es, mit meinem Kinde zu beinern alten Liebhaber zu gehen, und du sollst mich kennen lernen. Du folgst mir jetzt!" Mit roher Kraft erfaßte er ihren Arm und zwang sie so einige Schritte durch die Stube. „Keine Gewalt, Peter," mahnte Bent, „laß Estrid Zeit." „Misch dich nicht in Sachen, die du nutzt verstehst. Wir beide reden auch noch mitsammen, und du," wandte et sich an Estrid, „du tust jetzt, was ich fordere, ober ich brauche wirklich Gewalt. Ich will nicht, daß mein Weib sich rote eine Dirne auf der Insel aufrfiljrt, die heute hier mit meinem Bruder ein Stelldichein hat und morgen zu ihrem alten Liebhaber läu't. Ich roerbe dir zeigen, was sich für eine ordentliche Friesenfrau sckiickt." Bent hatte die letzten Worte nicht mehr vernommen. Er war still htnausgegangen. Auch Stumm, ohne ein Mort zusammen zu sprechen, waren die Brüder über die Heide gcsahren. Halb tot hatte Peter die Braunen gejagt. Ungeduldig wart er im GottesÄvg den Knechten die Zügel zu und sagte zu Bent: ,^d> möchte dich sofort sprechen, komme m den Pesel." , . „Das ist auch mein Wunsch," gab Bent zurück, „ich bin sofort zur Stelle." Und dann standen die beiden Bruder ,tch tn dem we.ten Raum, in dem die Abendsonnr durch die breiten Fenster flutete, gegenüber. Hier waren sie einst getautt worden. Hr:r hatte des Vaters und der Mutter Sarg gestanden. Hier war Trauer und Freud« gewesen. Wibke Wedderfen war ihm zögernd gefolgt, das Ehepaar war nun allein. Gelassen setzte sich Estrid wieder in ihren. Stuhl. Ihre feinen, roten Lippen preßten sich fest aufeinander. Unter den hall>g Turnen. ** Burkhardsfelden, 5. Januar. Sn Sonntag hielt der Turnverein Gut-HeÄ Jahtesschluß ab. Man gedachte der 15 gefallene« Kameraden und begrüßte die heimgekehtten Ktiegs« gefangenen. Bei ber Neuwahl des Vorstände- wurden gewählt: 5um 1. Vorsihenden Christian Mübus, 2. Vorsitzrnden Frt.drich 'Stu rtipf, Schuft» führet Heinr. Möbus, Rechner Christian Brück ILj Kontrolleur Ludwig Schmidt, Zeugwatt Joh. Heuser. Als erster Turnwart wurde Christian Rühl als zweiter Christian Brück gewählt. Vermischte». Koblenz, 5.Jan. Im Schlo« durch ant 3. Januar ein Brand aus, durch bat die Kapelle beschädigt imb ein großer Dell der wertvollen Bücherei des Landgerichts, die in dem Gebäude unter gebracht ist, zerstött wurde. * Amerikanische „Mammut-Zei4 tun gen". Ter UirntrnÄder gwßenameriLint.chrn Zeitungen ist toä-Iircnb be» Krteges und dem damit Deroimbencn Auischroung des Änzeigenwe.ens^ i«S Ungeheure gewachsen. Fast alle führenden Blatter klben ihren Uurfeng mehr als verdoppelt. Als Beispiel fei angeführt, daß eine Neuyorker Zetttorg- die noch wahrettd des Krieges 276 Spalten rtbab ll.mellen Text in ihrer SvnntagSmmrmer brachte^ numnehr den Text auf 446 Spall en erroctterl Eine anbete Tageszeitung, die früher an Sonn- toflcit mit 294 Spal:en erschien, druckt jetzt eine Ausgabe von 475 Spalten. Die Chiorgv Tttbune rühmte sich kürzlich, daß sie für eine einzige Ausgabe 670 Tonnen Papier brauche, das ist 2% mal fo viel, als der Gesarntpapferoerbrauch sämtlicher in Kanada erscheinenden Zeitungen für eine AuS^ gäbe betrögt. Man «hat berechnet, daß die zroanzigl führenden Zeitungen Amerikas 38 Proz. des geflamten ameukanischen Papiervorratcs derbrauchor- Diese Entwicklung ist für die kleineren Zeitungen fe bÄrohlich, baß man im Abgeordnetenhaus cür Gesetz eingebracht hat, daß ben Umfang der Zev- tunoen auf ftn bestimmtes Höchstmaß fcstlegen will, um dadurch Papier für die kleineren Zeitungen zw sparen. In der Begründung des Gesetzes wird go* fegt, daß die Papierknapphctt für die nächsten zwölS Monate auf ein Minus von 200 000 Tonnen geschätzt wird und baß 3000 Provinzzeitungen gezwungen fein würden, ihr Erscheinen einzustetten, weil das ganze Papfer von ben Besitzern der großen Blätter aufgekauft sei. was du sprichst, würde ich anders mit dir umgehen, aber ich nehme Rücksicht aut deine Gefühle und will zu vergessen suchen, was du mir zufügtest, um heute noch einmal als Bruder mit dir zu reden." „ Peter sah unsicher dem Jüngeren ins Gnicht. Er hatte ja recht. Wie einem Wahnsinnigen war ihm zu Utute. Er dürstete förmlich darnach, überall Streit vom Zaun zu brechen und andere zu kränken. _ Denc trat schnell auf den Bruder zu. Fast zornig packte er ihn an der breiten Brust. „Glaubst du an mich?" forderte er. „Glaubst du, daß. ich, selbst wenn ich deine Frau heiß liebte, irgend etwas getan hätte, sie tnr zu entreißen? Ist das Bonkei sche Att, bes Nächsten Weib zu begehren? Antworte," drohte er erregt, als Peter erschreckt und betreten schwieg. Peter fuhr sich ein paar Mal durch das wirt« Haar und feh seinen Bruder mit einem unl» schreiblichen Ausdruck in das erregte Gesicht. Dann umwßte er mit krampshajt.m Druck BentS braune Hand und ungewöhnlich sanft, mit tiefem Atemzug»: sagte er; „Verzeihe mir, Bent, ich bin wirklich gan> von Sinnen. Nein, ich holte dich einer solchen Schlechtigkeit gar nickst für fähig. Aber als ich dich bei Estrid fand, faßte mich eine solch sinnlofe Wut, baß cs meiner ganzen Selbstbeberrschimg bedurfte, nicht ganz anders dazwischen zu fahren." Bent hielt des Bruders Hand fest umschlossen. „Ich danke dir, Peter, ich wußte ja, daß dü an mich glauben würdest, aber ich wnß auch, daß bu dir selbst mit eigener Hand dein Glück zerstörst. Frauen wie Estrid vertragen feine rauhe Hand. Du selbst scheuchst sie von deinem verzen. „Sic soll schon meine Hand fühlen." fuhr Peter Banken auf. „Ihr Herz, das will ich nicht mehr Es liegt mir nicksts daran, mit anderen zn teilen. Mag sie es $ngemärt F?rks oder sonst wem zuwenden, aber sie selbst sie gehört mir. Du kannst sie doch nicht durch Hätte »der Gewalt zwingen, zu dir zurückzukehren." (Forsetzung felgt.) Beide dachten sie daran. Auch »ran, daß schon vor mein: als hundert Jahren hier lebet Zwist, jede Mißstimmung in ber Familie zum Aus trag gebracht wurde. Und oie Feierlichkeit dieser Stunde beschlich sie mit ehriürdftem Schauer. „Du wolltest mich sprechen, Peter," begann Bent mit verhaltener Stimme, „bevor du aber tt- was sogst, möchte ich dich fragen, wie bu zu ber unerhörten Bel-auptung kommst, sch hätte mit mit deiner Frau ein Stelldichein bei chrer Mutter gegeben!" In Peters ehrliches Gesicht stieg ein leises Rot. „Eben darum will ich ja mit dir reden." „Na, dann los, nackstrem du mir meine Frage beantwortet hast." Peter wurde etwas unsicher. „Muß ich das nicht denken," stieß er hervor, „wenn Estrid bei Nacht und Nebel aus dem Haufe läuft und ich finde dich, von dem ich annehmen muß, daß du in List bist, bei ihr?" Auf Bents brauner Stirn schwoll die ZomeS- ader. „Das gibt dir noch lange kein Recht, deine Frau und mich in so niebriger Weife zu verdächtigen. Ich verbitte mir das ganz energisch." „Du trägft die Stirn recht hoch," spöttelte Peter „Willst du es leugnen, daß Estrid dein Herz bezaubert hat? Willst du es leugnen, daß bu, hin geraten von ihrer Schönheit, sie an dich gerissen hättest, wäre Estrid nicht gerate teincg Bruders Weib gewesen?" Bent hob die großen, grauen Augxn frei zu dem Bruder empor. „Ich leugne nicht, daß das rätselvolle Wesen imb ber eigentümliche Zauber, ter von Eftrid ausgelst, mir zuweilen den Sinn verwirrte, das wird vielleicht auch anderen Männern so ergeben, aber begehrt habe ich sie nickt. Ganz abgesehen davon, daß Estriv deine Frau ist, hat sie mein Herz nie gefesselt, imb deine Verbäästigungen sind so beleidigend, daß ich eigentlich feiort ten GotteS- koog verlassen mußte, um nie wieterzufehrcn. Wenn ich nicht bedächte, daß bu gar nicht weißt. bei im „Postlellcr" statt. —D »fit de« Vorstand: 2240 MIO MWMSMMW (letzter Tag!) 026! Der Vorstand Der Vorstand» 2M Der Vorstand hierzu einaeladen. Der Vorstand. SlKNHlIf.Umi 3ü beziehe« durch jede Buchhandlung Ptodi A Ofc, Bertie SW. 0&. HanS Mrziaaer. Ergeben ft ladet ein Sie deuWen Dokumente rum Kriegsausbruch vernichtet verblüFend Graf Max MontgetaS au- Professor Walther Gchückmg Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Bürgermeister W. Frentzen Therese Frentzen geb. Teipel Zahle pro Zahn nicht unter 4-12 Mark. Brennfiiste 30, 50 bis 70 Mark. Platin von 90 Mk. bis 115 Mark. Wieseck 171 m« u i nnu < h jiiiiiB.iinwiMi I rc-enprel« der 1 SSnde M »art Hie wieHetlelteoie GeleMell! Vckanntmachnng. In das GenvsscIfickrrftSvegister wurde heute dem Spar- und Bo r schu tz verei n auswärtige« Mitglieder schriftlich. Gietzen, den 2. Januar 1920. Hessisches Amtsgericht. uiter, 2 Techniker, 1 Bäcker. Weidlich« Adteilnn«: ES können eingestellt werde«: Der Vortrag: Wege za einer volkstümlichen tiesinnung»-u.ArbeitNgeEnein*chalY findet erst am Samdtag abend 8 Uhr Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Helene Oppermann Emil MünKer Bergwerksdirektor und DipL»3ng. Gesellschaft Liebig-Museum 9. Volksvorlesung Sonntag den II. Januar 1020 »ontull1/«ttbr yünftL im Hörlaat des Ltevigmuseumö, Liebtgftr. lL Dortrag von Herrn Prof. Dr. Schaum: Jacob, henricur van't Hofs StilWraht-llirSWßkmstrchll in guten Qualitäten und lebet GrShe fabriziert als Spezialität Ernst ilatt, waUtorstratze 37 Wiede rverkänser Rabatt. «* Gemüsesamen, Blnmensameu Landwirtschaftliche Samen KokoSstrilte — Raifiabaft — BaumwachS 2 Hirse — Vogclsutter — Blumendünaer emvs. Wilh. Belte, Samenhandl^Lich SM M ttll lZlMtl Hl 1) von 9 bis 5 Uhr aez. Dr. Werner. Bros. Dr. Sommer. Arthur Schönfeld Paula Schönfeld geb. Meyer Vermählte MM w $RÖ8e SöemalW Meitai »ge! .CMWM.GlllWolzell M WÄ, A MMweusavür SenHuretimamneri? sselwmwmi • Matzteilillger § Oevsschea Verlagsgefessschaft für politit und Geschichte M.V.H. Shartottendueg / SchMerftrahe 110 Slee«**h*6eniMtrterT*i»«»ee|**w*«M» »rite Mrt WWxfeml 1123 «rtmflitfcn, de» Dr thwP» 3 Maa. »es deockch-»fireerichisch-7iimantsch«, Itemee, bWÄcridrtf der bepcrt^ in ZkrtM»»« 125 Dokmente von derKand Wilhelms ll. De« «*gSWee «wrfflW* Bild der D-rySo-e vom 3«« 1014 -idl alleln die vollständige Aktensammlung des Auswärtigen Amtes Xft* IReftrta'flee tat Ofnern etwr Mw» DreflKhe, Wie rt Rauwre ent* wetitq ecrfndrt fr* •W'tto w* zofthSvfen und unprrtetisch tiftchrf eM Metzger, 1 Crgelbuncr, ! Schuhmacher, 13 Kauf» ieuie und Schreiber, ri Eleklrouwaleure u. »lech- Tanz-Unterricht! Am 16. 3&ru, abends 8 Uhr, beginnt ein neuer Tanz- Kursus. 08» Anmeldungen werden In meiner Wohnung, Lieber Str., Erke Wolfstr. entgrgengenomm. Privat-Uiiterricht zu jeder Tageszeit. Th. Häulke, Tanzlehrer MitgLd-Bund. deutsch-TanzlehrerlSitz Berlin) Kesselbach 7. Januar 1920. m jahrrlauser Praxi» — vorzügliche Srsolr«. Unten, lencileiBoeg, Aaswsrf. •X^Woexkt. 6tt* t* Ulztes e. Bn»stlchmrr, HSN«, «fl; 1W«W «ab ÄtrpeteewW >eteu stch tato; eSfotrt*« peOte stch «iw. eiMttfto V» SAcWt 4« 4.— «. In aBen «parheM,; exei ntotewtoe. o»ch wtrett ». «es Mit« m|. ScrtaeHf^ete. »«efAtzeich« Be»to*w d^ech; Verein lir tenepiele M e. V. Donnerstag- 8. Januar 1980, abend- 8*/t Nbr im.Aauarium" Monatdverfammlnng. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Zssldsa (skt Leid (Bayerische Bserhallen). Täglich im vordere« Lokal »eine beliebte« Chiemseer mit ihrem ßckSne» Programm w. einzig dastehender Raturechtheit. 0326 Gebirgskomödieu au» den bayr. Alpen, gttitei «.SivStüß zroßc SertinSMlüftikn. Gäste willkommen. Sonntag: Uonzert im großen Saal. WMMPiMH Die Preis- und Lohn-Tarife sind fertiggestellt und können durch unseren Rechner Herrn Christian Magnus bezogen Bekanntmachung. In daS Genosst«, chaft-relftier roorb- deute bei dem ©txn> mrd Borscknttzoerein vcthsestecn, entfett. Genoftensckvft mit unbeschr H^ftpssichl, rin getroffen: Die Landwire Georg Schmidt und Jichmrnes Seipp XIII. sind aus dem Bocsbrnd au6gefdrre$x3t und an töte Stelle Bilttzaiar Schäler und Irchannrs Hetz in den Borstond gewätrit. Gietzen, den 30. Desember 1919. $66 ß 5-sach stark, «ruchlos, tntt kropfwasch-Tablettea Fl. fwlPoKnM.2,7S,far2-3 Personen M.4F0 nur in rotgelber Packung in Apotheken u-Droger. Bekanntmachung. In unser Handelsvegis-er Abt. A wurde heute Veznglich der Firma Ludwig Kröll in Gietzen eingetvagen: Die Firma ist erloschen. 269B Gietzen, bett 2.Januar 1920. Hessisches Amtsgericht. West-Anlage 81, Teleph. 2054. ES können eingestellt werben: a. bei diesige« Arbeitgehern: 1 Holzbildhauer, 3 Schreiner, l Schneider, 1 Glaser, 1 Buchbinder, 2 Schästemacher, 1 Ptatzoertretcr, 1 Schreiner für Fabrik. Lehrlinge: 1 Steinbauer, 2 Schmiede. b. hei auswärtige« Arbeitaeber«: 4 landw. Knechte und Arbeiter, Autoniobil'Motorsrblosser, 1 älterer Elfendreder, 1 älterer Älaschinenschlosser, 1 Dachdecker, 6 Schreiner, 1 Friseur, 5U Feld, bereintaungsarbeiter, 2 Schneider, 1 Schuhmacher, 5 rdesselschnnede. 1 Schlosser, der autogen schlvei-- hen kann, l stüfer, 1 Schwei^erdegen, 1 Wiegemeister, 100 »rankenträaer, 400 steinbruch- arbetler, 120 Mechaniker, 20 Metallgraveure, zehn Polsterer (oiiichlUage». Lehrlinge: 1 Bäcker. Vs suchen Arbeit: 7 Backer, l Schriftsetzer, em Schweizer, Atnnilcute, Schreiber und weisende, Packer, HauSburschen und AnSläuser, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Mechatliker, 2 »onditorea, 1 Gräser, 1 Spengler u. Installateur, 6 Heizer, 1 Wagner. 1 Urankenpfleaer, 3 Lchmiede, Weth- binder unb Anstreicher, 2 Cbansseuce, 1 treib» rtetuenlatticr. 2 Dreher, 4 Tapezierer u. Polsterer, 4 Maschinillen, 4 Metzger, 1 Architekt, 2 Techniker, 1 Küchenchef, 1 Oberkellner, 1 Kellner, 1 Gvid- arbelier und Uhrmacher. Lebrliuge: 1t Schlosser, 1 Gärtner, 8 Schreiner, ein Kellner, 1 Dreher, 2 Friieure, 1 Schuhmacher oder Schneider lKrtegsbeschädiglerl, 3 Mechantker, ein Hals- 0. Lingealeiden tflet en, «He Itattn^n, te6etful8fee «zftewtiragew. «to«« «.La. «ittilen tDle »aNkei* Sttttetieeeea eea tritt*, tfrt^eteo! er» t>‘ben»r* eti*w*»f«t kettle*, stQwr Rotolin-Pillen Haben wieder einige gebt., gut erhaltene Nähmaschinen abzugeden. 0345 1 P. Motto & Scheint Reuenw.lv, a-Kreuzol. Lager in Rähmafchia.- Ersatzteilen. — Eißeae Repararurwerkstatte. werden. / 348 Einhorndiele —। Täglich Fünf - Uhr-Tee p" l I mit Künstlerkonzert . *VTuh’rfb Künstler-Kapelle! « ♦Sw, F. 8EEBOLU 0104 1 S Miß! WotOilieo Mise« and MW! Am Donnerstag, dem 8. d. W- adendS 8 llbr sinder int Bereinslokal Wllrttemherger Hos eine MsW MMl««S statt. Tagesordnung: VMi 8ver Den aOgeldHoffenen Muksrls. Um zablrelche» Erscheinen aller hier am Orte beschäsUgtea Kollegen und rrollegi tuten wird ersucht. Bekanntmachung. In das GenossenfchaftSwffistrr ttwitbe henteSel dem Kreditverein tu tz -uc^lheim, eingrtr. Gv-> mossenschafl mit beschränkter K>afwsltcA »u Heuchel heim, eingervagen: In den Sorftonb wurde ach Stelle des .Jüdrb Kvnlarg IV., vnichelheim, deL IeVod Kreiling VI., Heuchelheim, MM Direktor gewählt. 265E Gietze», den 2. Januar 1920. Hessisches Amtsgericht. Gietzen, 7. Januar 1920. ,,----------------------—----------rrr. Wieseck, eingetragene Genvssenschaft mit unbr- (dfräitlter Haftpflicht zu Wieseck, eingetragen: In den Vorstand wurde an Stelle des Philipp Hilde- Voandt III., Wieseck, der Daniel Erb IL, Wieseck, zum Kontrolleur oewühlt. 268B Gietzen, bat 2.Januar 1920. Hessisches Amtsgericht. Magdeburg Gießen Januar 1920 Jugendgruppe besonder- einaeladen. grmtcnpwt !>. LtWnationalcvMkMtti. zlltcrtjscllgtllitillsAst öcr zivil-AllgtAtlltkil bei milttarif^en JitGelltü im ehernal. 18. A.-A. Vrt4grnppe Gietzen- MMll'WnMvß am Donaergtaa, dem 8. Jan. d. Js., iw GewerkschastSba^Z Eeferent: Kollege Sauer, MlW a. BL vom RelchszcntralauSschui; d. VertrasAangestelltea. Anfang vlinktlich, 7 Mb;. Mitgliedsausweis mitdringen. Der Vorstand. 3te das Seuosfin schaftsrvffistrr wurde tjaxte bei dem Spur- und Avrschutzverein zu Treis an der Surnbc, dngetr. Genossenschaft mit mrbeschc. Haftpflicht, erngetvagen: Di; Genossenschaft hat sich in etne solche cn: beschränkter Haftpflicht umscwanoctt. Die Firma lautet jetzt: Spar- und Borschutzverrin Treis Vers erteilte« Ermächtigung des Hess. Landes-Arbeits-- und Dirtschaftsamrs vmn 22. Dezember 1919 zu Nr. L.«. & W 19142 verordne ich für den Bezack der Stadt Gießen folgendes: Artikel 1. Die Vermietung, Ikberiaifitng und Sfastbrawfb» nähme 9on benußten und unbenutzten Wohrr- räumen, Läden und Werkstätten ist nur mit vorheriger Zustimmung des städtischen Wvhmmgs- amtes zulässig. Die Zustimmung wird durch eine schriftliche Bescheinigung erteilt. Mietverträge über Wohnräume. die ohne Zustimmung des Wshnung-- amts geschlossen werden, sind rechtsungültig. Artikel 3. Mit Gelbstvafe big zu eintausend Mark wird bestraft, wer den von mir erlassenen An- mtmimgen zuwider ohne vorherige Zustimmung des städtischen Wohnungsamtes Wohnräume vermietet, überläßt ober in Gebrauch nimmt, eine Anzeige nicht oder nicht vechtzeitig erstattet oder wissentlich unrichtige ober unvollständige Sn» Arben macht und wer zwang-vemmelete Räume nicht innerhalb der vom Mieteungungsamt oder vom Wohnungsamt bestimmten Frist räumt und dem ihm bezeichneten Mü-ter üderlätzt. Artikel 3. Vorstehende Verordnung tritt mit dem $flae ihrer Verkündung in Kraft. 1668 Gießen, den 2.Januar 1920. Ter Ober Bürger maffet. I V. Kren-i ?v. Für bit Feldbevcirrwunp Ettingshausen, sollen verschiedene Berschlerfungsarbetben, veraw- schlagt zu 12500 Mk., in mehreren Losen zu» alsbaldigen Ausführung vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf der Bürgermeisterei lhtingshausen offen, wo auch die Angebote mit emsvmchenser Aufschrift versehen- verickzlossen und post frei m Prozenten des Kostenanschlags einMreichen sind. Er-sfunngstermin: Donnerstag den 15. Januar 1920, vormittag- 11 llhr, aus dem Rathaus xa Ettingshaustm. 226® Gietzen, den 3. Januar 1920. . Hessische Kulturinspektion Gietzen. _________H. Steinbach, Baurat._________ Bekanntmachung. Ab 1. Januar 1920 erfolgt die Fiührmw deS Bcehkatasters für die Stadt Gießen auf dem Städt. Lebensmittelamt. An- und Abmeldungen haben für die Ifotge daselbst auf Zimmer 6 zu geschehen. 246V Gietzen, den 6. Januar 1920, Der Oberbürgermeister lLebensmittelamt). de4 Arbcitnchmer-Verdande- i» vietzen. Verein der Gastwirte von Gietzen ».Umgegend (E.V.) Donnerstag de« s. yau«ar, 3•/, llbr «achm.. findet im Hotcl ^Grotzber»og von Oelfce* eine wichtige Besprechung statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt aeneben. — Auch Richtmitglteder werden Bekanntmachung 1 Stadt. Arbeitsamt Gietzen Oie vollständigen DortriegS-Mten! I Susammevgrstcllt m Aantsttz a. bei btestaen Arbeltaebern: t laudrvinfchattl. Dien st niädchcn, Mädchen tagsüber, nümädchen, Laufirauen und -mädchen, Punftauen, tüchltge Allemmädchen, 1 Flickerin, eine Waschfrau. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirtschaftliche Dienumädchen, Dienstmädchen, Hau«- madchen. 1 einfache Stütze, AUeinmäbchen. GS suchen Arbeit: 1 Verwalterin für Kantine eoentL auch als Köchin, 1 Fräulein tflr Buck)- süvrung rür die Abendstunden, I Iran für halbe 1 Tage nu Kindern, 1 Lehrmädchen für Damen- s schneidern. *2376 • «e mit tflnffllflie ZWe Hl» 81113t Misst.