Nr. 209 J'V. (Siebener Lazeiaer crfdjeitd tätlich, außer Sonn« und Feiertags. Sezugrprcise Monatlich ?I.aek 3.60 undMb.-.65Trägcrlohn, rierlkljährlicbAlock 10 80 undMk.l.95TrLgerlohn; durch die Post viertel« jährlich Mark 12.— ausschlietzllch Lest ell gelb. Fernsprech «Anschlüsse: sürdieöchriftteitung 112; Derlag^tzefchäftssteüeSI. Anschrift für Drahtnachrichten: Btndger Ziehen. posUche^SNlo: -lairffwrl a. M. 11686 Erstes Blatt 170. Jahrgang Druck und Verlag: vrühi'sche Univ.Vuch- und Stctndruderd R. Lange. Zchnftleittmg, Scschästsftelle und Druckerei: Schulstrahe 7. 45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20° 9 Aufschlag. Lauplschrfftleiter: Äug. Goetz. Derantwortlich für Politik. Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3«*3: für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Dietzen. Montag, 6. September 1920 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts GiehenerAiizeiger General-Anzeiger für Gberheffen Der rote Krieg in Italien. lieber Lugano-Basel wird uns aus Italien geschrieben: In Italien gehen unheimliche Dinge vor sich und man weiß nicht, soll man sie als politische Umwälzung ober als wirtschaftliche Auslösung ansprechen. Mit einem unbestimmten Gerücht sing es an: Die Industriellen hätten eine Sperre der Fabriken beschlossen. Tatsächlich war einer der größten Mailänder Metall- betriebe eingestellt worden. Die Arbeiter der anderen Fabriken glaubten, einer allgemeinen Sperre zuvorkommen zu müssen und besetzten ihre Arbeitsstätten militärisch, und zwar geschah das in allen italienischen Städten, die Industrie besitzen. Wie ein lodernder Brand entzündete sich die Bewegung auch in Turin, in Spezia (Fiatwerke), in Savona (Eiseih- werke), in Bergamo, Brescia, Venedig, Livorno, Novarra, Piacenza, Rom, Neapel. Ueber- all wehen auf den Werkstätten rote Fahnen mit gekreuzter Sichel und Dammer. Ueberall bewaffnete Posten, Kommandos und Ablösung wie vier Jahre lang im Felde. Es wimmelt von roten Kommissaren. Diese erklären die Fabrikherren ihres Eigentums für verlustig, bilden Räte und nehmen Direktoren und Ingenieure als Geiseln gefangen. Das Ganze macht einen revolutionären und bolschewistischen Eindruck, und es erscheint unfaßlich, wie der Arbeitsminister Lab r io la dazu kommen konnte, diese gewalttätige Umwälzung als wirtschaftliche und unpolitische Erscheinung zu behandeln und fürs erste die Neutralität der Regierung zu erklären. Ja er versicherte einer Abordnung des katholischen Arbeiterverbandes, die die Umwandlung der Fabriken in Betriebe der Arbeitergenossenschaften befürworte, die sei auch sein Programm. Was aber zurzeit in den Betrieben geschieht, ist nicht friedliche Sozialisierung, sondern ungesetzliche Enteignung, und mit Recht fordert das Verbandskomitee der Industriellen von der Regierung den Schutz des Eigentums. Doch die Regierung versagt. Sie hilft ficfi mit der Ausrede, die Arbeiter würden wohl das Unsiw- niae ihres Treibens bald selber einsehen und sich mit den Fabrikherren wieder vertragen. Aber bis dahin haben eben die politischen Wühler, die Kommunisten und Sowjetagenten, ihr Werk getan, und alles kann zusami- menstürzen. Nitti meinte, daß die Nervosität, die moralischen Schwankungen, von denen der soziale Körper ergriffen ist, die natürliche Folge oes äußerst anormalen Zustandes seien, in dem Italien sich vier Jahre lang befunden hat, und er schloß daraus, daß mit der Zeit das Werk der Wiederherstellung und des Friedens sich von selbst ergeben würde. Seine Politik bestand darin, die Kräfte der Natur wirken zu lassen, im Vertrauen darauf, daß die Auswüchse automatisch wieder zurückgehen würden. Währenddessen organisierten sich die verschiedenen Klassen und Partei-Interessen, schufen sich eigene Autorität, setzten eigene Zen- lralorganisationen ein, stellten ein Netz von Einflüssen und Kontrollen auf gewerkschaftlichem, verwaltungstechnischem, finanziellem, industriellem und landwirtschaftlichem Gebiet her, und um diese Bewegungen und innerhalb dieser Bewegung gibt es ein chaotisches Gären von Ungebulö, Rebellion und Einzel- und Massenwahnsinn. Der bekannte Politiker Dal- mo Carnevali hat kürzlich in einem Artikel, der auch durch die deutsche Presse ging, die Ansicht vertreten, es handle sich bei den immer wiederkehrenden Unruhen in Italien nicht um Revolution, sondern um Desorganisation. Das war solange richtig, als die planmäßige Bearbeitung der italienischen Arbeiterschaft durch die Seninmffnner noch nicht eingesetzt hatte. Das ist aber jetzt geschehen. Die Arbeiter sind bolschewistisch geschult^Sie werden tagtäglich in allen Zweigen des Sow- jetsystems unterrichtet. Ihre Räte beschließen rein revolutionär. Die Vertreter der radikalen Räte sind dieser Tage in Bologna zusammengekommen und haben die Einführung des russischen Sowjetprogramms in Italien verkündet. Gewiß ist die ganze Umwälzung bis jetzt unblutig verlaufen. Aber ist sie deshalb keine Revolution und keine Gefahr für das ohnehin schwer genug leidende Land? Die Or- ganisarion der Arbeiter ist so stark geworden, daß der neueste Beschluß der Industriellen, die Aussperrung für ganz Italien, mit Hohn- gelächter beantwortet wird. Die Arbeiter arbeiten und besitzen die Fabriken. Sie werden sie in kurzer Frist zugrunde wirtschaften. Bisher hörte man in allen Nöten den Stoßseufzer: Giolitti wird schon helfen! Aber, auch Giolitti scheint machtlos geworden zu sein. Mailand, 5. Sept. (Wolff.) Tie Bewegung 0er Metallarbeiter geht werter und erreichte jetzt wohl ihren Höhepunkt. Es wurden weitere 6abrikbetriebe besetzt. In Terni haben Arbeiter die bedeutenden Stahlwerke dieser «tadt besetzt. Wie der „Secolo" aus Rom meldet. ist die Regierung entschlossen, sich in dem Konflikt neutral zu verhalten. Rom, 5. Sept. (WTB.) Stefani. Ter Konflikt mit den Metallarbeitern ist noch nicht gelöst. Ter Sonntag ist ohne Zwischenfall verlaufen. Im Lause des Nachmittags besprachen sich die Minister L a b r i o l a unb Meda. In M ailand traten die Arbeiterdelegierten zu Besprechungen mit dem Präfekten zusammen. Tie Arbeiter beabsichtigen, den Sonntag in den Fabriken zuzubringen, da sie befürchten, nicht wieder znrückkehren zu können, wenn sie die Betriebe verlassen. Tie Schwierigkeften der Arbeiter infolge des Rohmaterials steigen. Gestern wurden keine Löhne ausbezahlt. Paris, 5. Sept. (WTB.) Havas berichtet aus T r i e st, daß sich die Arbeiterbewegung immer noch ausdehnt. In Triest ist der Generalstreik proklamiert worden. Man meldet Zusammen- st ö ß e zwischen Streikenden und Soldaten. Paris, 5. Sept. (WTB.) Wie der „Temps" meldet, haben die bolschewistischen Schiffer in Genua sich aller im Hafen liegenden Schiffer bemächtigt unb drohen, alle Kriegsschiffe, die den Versuch machen sollten, in den Hafen einzusahren, zu beschießen. Drei Weissbücher über Gberschlefien. Berlin, 5. Sept. (WTB.) Amtlich. Der auswärtige Ausschuß des Reichstages hat die Reichsregierung ersucht, chm eine Zusammenstellung der einwandfrei feststellbaren Tatsachen über Öberschlcsien zu übermitteln. In Erledigung dieses Ersuchens werden drei Weißbücher zufammengestellt. Das erste wird eine authentische Schilderung aller von den Aufständischen verübten Gewalttaten und Morde enthalten. Das zweite wird Beweise dafür erbringen, daß ein Teil der in Oberschlesien verwandten interalliierten Truppen es nicht nur unterlassen hat, gegen die Aufständischen einzuschreiten, sondern datz sogar an einigen Stellen von der Truppe offen für die polnischen Banden Partei genommen worden ist. Das dritte Weißbuch wird sich mit den Vorbereitungen beschäftigen, die polnischerseits für die Organisation des Ausstandes getroffen wurden. Das Weißbuch wird sich im wesentlichen auf polnisches Material stützen, das durch die Wachsamkeit unerschrockener deutscher Zollbeamter einem widerrechtlich die Grenze überreitenden Kurier Korfantys abgenommen worden ist. Eine neue deutsche Beschwerdenote. Berlin, 5. Sept. (WTB.) Die Reichs- regierung hat dem Präsidenten der F r i e - de nskvnferenz am 21. August eine Note über Oberschlesien zugehen lassen, in der die verbündeten Regierungen aus den Ernst der Lage im Abstimmungsgebiet, sowie darauf hinge- niefen wurden, daß bie Bildung be.vasfneter Banden aus der ortseingesessenen Bevölkerung sich mit den Bestimmungen des Friedensoertrages ebensowenig vereinbaren läßt, wie die Anwesenheit ortsfremder bewaffneter Elemente. In einer weiteren Note, sie am 25. August überreicht worden ist, sind die alliierten Regierungen erneut auf die bedrohliche Entwicklung der Tinge in Oberschlesien aufmerffam gemacht worden und daran erinnert worden, daß die interalliierte Kommission nach den Bestimmungen des Friedensvertragcs ixm Versailles die Pflicht hat, das Land zu schützen, die Ordnung auftech'zuerhalten unb die Bewohner vor Schaden an Leben und Eigentum zu bewahren. Die Note fordert, daß ohne Verzug die eindringenden Insurgenten vollständig entwaffnet und die über die Grenze eingedrungenen Unruhestifter des Landes verwiesen werden, die Sicherheitswehr wieder in ihre Rechte eingesetzt und die Verwaltung der infur giert en Kreise und Orte den gesetzmäßigen Behörden zurückgegeben werde. Numnehr ist eine Anzahl einwandfrei fe st gestellter besonders empörender Gewalttaten gegen Deutsche in Oberschlesien zur Kenntnis des Präsidenten der Fric- denskonferenz gebracht und ist hierbei nachstehende Note überreicht worden: Tie Nachrichten über Gewalttaten gegen Deutsche in Oberschlesien mehren sich Der deutschen Bevölkerung im Abstimmungsgebiet wie im übrigen Reiche, hat sich infolgedessen eine steigende Erregung bemächtigt, die eine Atmosphäre zur Beruhigung und Arb«t nicht aufkommen läßt, vielmehr zu Gewalttaten unb Gegenmaßregeln auf- ruft. Die deutsche Regierung ist es dem deutschen Volke schuldig, Klarheit über den tatsächlichen Sach verhalt herbeizuführen und das ihrige zu tun, damit Abhilfe erntrtt. Nach den Abmachungen von Paris ist sie nicht in der Lage, durch ihre eigene Organe in dem von der interalliierten Kommission verwalteten Gebiete Feststellungen corncbin^n zu lassen. Durch private Beauftragte kann di«,nicht gescbehen. Würden aber die Erhebungen der interalliierten Kommission überlassen bleiben, so wäre mit Sicherheit anzunehmen, daß das Ergebnis von der erregten Bevölkerung nicht als unparteiisch anerkannt würbe. Ter erstrebte Zweck wird nur zu erreichen sein, wenn eine an Den Vorgängen in Oberschlesien unbeteiligte Stelle die Ausgabe übernimmt. _ Tie deutsche Regierung beehrt sich daher vorzuschlagen, eine ton Deutschland, Polen und den alliierten Hauptmächten zu wählende Kommissionaus Angehörigen solcher Staaten, die nicht zu den Signatarmächten des Vertrages von Versailles gehören, mit der Feststellung des Sach Verhaltes zu betrauen. Sie fofft, daß die Tätigkeit einer solchen Kommission auch dazu beitragen wird, in Oberschlesien die VvMus- I setzung zu schaffen, unter denen allein eine Dem Sinne und dem Wortlaute der Verträge ent- sprechende Abstimmung erfolgen kann." Tie Regierungen in Paris, London, Rom und Warschau sowie der päpstliche Stuhl werden von dem Inhalt der Note in Kenntnis gesetzt. Lin Telegramm sämtlicher deutschen Parteien an General Lerond. Beuthen, 6. Sept. (WTB.) Sämtlich.' deutschen politischen Parteien richteten an General Lerond in Oppeln folgendes Telegramm: Die Liste der Deutschen, die nach der deutsch- polnischen Verständigung ermordet worden sind, verlängerte sich um mehre« Namen. Ueber dem Lairde liegt ein Meuter Schnecken. Das mit freier, frecher S im einherschveit>mde Verbrechen versagte allein aus benf Kreise Pleß und Dem Kreise Rrchnik 120 Grubenbeamie und 12 000 teutschgesinnte Arbeiter. Selbst die gütlichen Zureden einiger polnischer Arbeiteiffühver, die von der Prinzengrube schmählich vertriebenen 13 B? triebsbeamten wieder enrzusetzen, inaren gegen Die wilde Auflehnung der fanatisierten Arbeiter vergeblich. Tie Masse ist den Führern entglitten unb von dem Gifte des Aufrührs durck-drängt. Bon Blutrausch hingerissen lebt sie sich nunmeor aus, beim sie fühlt keinen Willen, der Ftar und fest ist und der die Machst hat, ihr entgegenzutreten. Nachdem die Bestie im Menschen einmal geweckt ist, legt sie sich nicht von selber imeder schlafen. Tas Land soll die fri^>liche Arbeit wieder auf» nahmen und die geflüchteten Deutschen sollen wieder zurückkehren. Nach 18 Tagen des Aufstandes wäre es wahrhaftig an der Zeit. Der Gemeindevertreter Pont aus Kars, der von polnischen Bewaffneten aus seinem Hause gehetzt, im Bahnhofsgebäude unter einem Tisch hervorgezerrt und viehisch erschlagen wurde, unb der Sohn Pa du j ch e k's aus Bobrek, der aus der elterlichen Wohnung hervorgeholt und anderen Tags mit ausgestochenen Augen auf der Straße ausgefunden worden ist — der Tod hat ihn inzwischen erlöst — sind Märtyrer ihres Vertrauens in unsere Veveinbarun- gen mit den Polen und in Ihrem Willen, Herr Präsident. Beide waren geflüchtet. Es drückt uns die eigene Schuld, daß wir durch Vereinbarungen mit den Polen beiden Grund gegeben hatten, an den Frieden zu glauben und heimzuvehren. Solange dieser Auf st and dauert, hat kein französisches Gewehr auch nur einen Schuß auf die Rebelten abgegeben. Die französischen Soldaten haben mit den polnischen Gewehrträgevn Händedrücke ausgetauscht. Französische Offiziere haben neben polnischen MascAncngewehven gestanden. Französische Waffen sind in Jnsurgentenhänden gewesen. Die Bandenführer haten sich gebrüstet, irn Auftrag der Franzosen zu handeln, um auf dem Lande Ordnung zu schaffen, während es die Franzosen in den Städ« ten taten. Das ist auch die allgemeine Meinung bei den Polen unb den Deutschen. In der Weltgeschichte ist kein Aufstand wie dieser bekannt, der lohne Zusammenprall mit der Staatsgewalt unb ohne Konflikt mit der bewaffneten Macht sich entwickelt und 18 Tage dauert. W i r dulden nicht die Verschiebung der klaren Grundlage des Rechts und des Schutzes die- s.es Landes. Tie hohe Kommission hat den Schutz des Landes übernommen und außerdem die Verpflichtung, für die öffentliche Ordnung zu sorgen. Für die öffentliche Ordnung sind Sie, Herr Präsident, uns und vor der Welt verantwortlich. Darum fordern wir nochmals nachdrückliche Sicherung des Lebens und des Eigentums durch die bewaffnete Macht. Wir fordern, daß die Truppen, statt die ruhigen Städte zu erfüllen, mit Wachen das Land überziehen. Wir fordern, daß die frei um her l au fen den Bandenführer sofort festgesetzt werden. Wir warnen Die hohe Kommission! Der Tatendurst der verbrecherischen Instinkte glimmt Weiler, und die Anzeigen verdichten sich, daß in einigen Tagen, spätestens am 18. dieses Monats, der Aufstand neu losschlagen soll. Wir fordern die militärische Besetzung der Gruben. Eine andere Sicherung ist zur Zeit nicht möglich. Die durch die Initiative der hohen Kommission gebildete Abstimmungspolizei hat der französische Kommandant in Myslowitz auf Drängen der Polen bereits desavouiert unb zurückgezogen. In diese Sorge hinein platzt nun die Verordnung der hohen Kommffsion vom 25. August, wodurch dem besonderen Gerichtshöfe zu feinen bisherigen Zuständigkeiten noch eine lange Reihe von Straftaten unterworfen wird, hierunter im Falle einer dahingehenden Erllärung des Ober- regierungsanwaltes die durch nationalen Haß hervorgerufenen Verbrechen unb Vergehen. Die öffent- licte Meinung bei den Deutschen und Polen geht dahin, daß hiermit eine praktische Amnestierung der von den Rebellen verübten Missetaten erfolgen soll. Ter besondere Gerichtshof, der bisher aus einer einzigen Kammer bestand mit einem eigenen Staatsanwalt und einem einzigen llntersuchungsrichter, zusammengesetzt aus drei verschiedenen und dieses Landes fremden Nationalitäten, hat in seinem viermonatigen Bestehen nur eine sehr geringe Anzahl von Strafverfolgungen bis zum littet! zu bringen vermocht. Es handelte sich dabei fast durchweg um einfache und klare Sachen und nur um eine oder zwei bemerkenswerte Beweisaufnahmen. Die Strafverfolgung dieses Aufftandes, dessen Morde allein das Hundert voll machen oder überschreiten dürste, wird umfangreich und verwickelt sein. Einen erheblicheren Teil 'davon durchzuführen, ist der besondere Gerichtshof praktisch außerstande Herr Präsident, dieses Land, gerühmt wegen der Frömmigkeit seiner Bewohner, hat bis vor einem halben Jahre in hoher Kultur von der schweren Arbeit gelebt, deren Segen die Adern von Mittelund Osteuropa füllt. Nur auf dem Fundament der Gerechtigkeit kann die fnid)tbringenbe Arbeit gedeihen. Wer die Gerechtigkeit erstickt, hißt das Banner der Blutrache. Ndit der letzten Glut unserer Seele und mit dem äußersten Llufgebot unseres Willens erheben wir uns gegen ein System, das in seinen Auswirkungen ein hochsteh endes und gesittetes Volk in einen Zustand der Wildheit zurückwerfen würde. Ms die erste Kunde von den 10 Leichen im Walde von Josephstal tarn, soll ein hoher Offizier dec Besatzungstruppen gesagt haben, er fürchte, die Deutschen würden mm nicht mehr zlu hallen: sein. Wir haben sie gehalten, haben sie 18 Tage gehalten. In • übermenschlicher Selbstbezwingung haben die Unfrigen außgeljarrt. Aber mit Fug und Recht fordern wir, daß Ihre Führer mit der blanken Waffe die Wiederiehr des Rechtes und dec moralischen Kraft erzwingen. Das Pl^iszitkommissariat für Deutschland: Dr. Urbane cf für die katholische Volks Partei, U l i tz k a für die sozialdemokratische Partei, Franz für die deutsch demokratische Partei, Dr. Bloch für die deutschnationale Partei und von Brockhausen für die Deutsche Vvlkspartei. * Berlin, 4. Sept. (Wvlff.) Aus Oberschlesien wird gemeldet, daß die drei englischen Kreiskontrollenre in Darnoivitz, Gvoß- Strehlitz und Beuthen ihre Entlassung eni* reichten mit Rücksicht auf die in ihnen Bezirken! von französischer Seite geübte Parteilichkeit. Den K^-iskontrvlleuren in Tarno- witz und Groß-Stvehlitz wurde die Entlassung bereits bewilligt. Vie Sühnesorderung für Breslau. Berlin, 5. Sept. (WTB.) Zu den Forderungen, die wegen der Vorfälle in BreSlau von der französischen Regierung gestellt worden find,! gehören auch militärische Ehrenbezeigungen durch eine Kompagnie der Reichswehr bei der Wiedereröffnung des französischen Konsulates. Aus den Verhandlungen des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten ist bekannt geworden, daß sich die Vertreter aller Parteien in voller Würdigung der Schwere dieser einem Teil der Wehrmacht auserleyten Ausgabe dahin ausgesprochen haben, daß die Forderung nicht abgelehnt werden könne. Die Regierung verläßt sich auf den Gehorsam und auf das kPstichtbewußtsein der Truppe, die berufen sein wird, ihrem Eide gemäß, die Weisung der Regierung auszuführen. Sie rechnet bei allen Angehörigen der Wehrmacht auf Verständnis für die schwierige Lage, in der wir uns befinden. Pflicht der Bevölkerung wird es sein, der Truppe die Erfüllung einer Aufgabe, die sie mit Selbstverleugnung auf s i ch nimmt, nach Kräften zu erleichtern. Simons und Severing beim srauzöfischeu Botschafter. Berlin, 5. Sept. Ter Reichsminister des Auswärtigen Dr. Simons und der preußische Minister des Innern Severing suchten heute mittag den französischen Botschafter auf. Tr. Simons erklärte Herrn Laurent folgendes: „In der Note vom 30. August haben Euere Exzellenz der deutschen Regierung die Bedingungen mit geteilt, unter denen die Regierung der französischen Republik die Beilegung des Zwischenfalles herbeifülnen will, der sich auf dem französischen Konsulat in Breslau am 26. August ds. Is. zu- getraaen hat. Zugleich haben sie auf eine Reihe von Kundgebungen und Angriffen gegen zivile und militärische Vertreter Frankreichs in Deutschland hingewiesen. Tabei haben Euere Exzellenz betont, daß die Regierung der französischen Republik mit der deutschen Regierung in einer Atmosphäre der Beruhigung und der Arbell friedliche Beziehungen zu unterhalten wünsche.- Derselbe Wunsch erfüllt die deutsche Regierung. Sie mißbilligt auf das entschiedenste diese Vorkommnisse, die, wie die Vorgänge in Breslau durch gewisse Umstände utzid Ereignisse erllärt, aber nutzt gerechtfertigt werden können. Die deutsche Regierung bedauert alle Zwischenfälle, deren Opfer französische Vertreter oder Staatsangehörige geworden sind, und wird die in der Note vom 30. August geforderten Genugtuungen gewähren." Ter französische Botschafter erwiderte: Im Namen der Regierung der Republik nehme ich Kenntnis von der Erllärung Euerer Exzellenz unb der Zusage der Reichsregierung, daß sie die ihr mitgeteilten Widergutmachungsforderimgen erfüllen wird. Lassen Sie mich, Herr Minister, der Hoffnung Ausdruck geben, daß sich ähnliche Zwischenfälle nicht wiederholen, iptb daß die Beziehungen Deutschlands und Frankreichs sich von nun an im Geiste friedlicher Zusammenarbeit gestalten werden, der für die wirtschaftliche W jederaufrichtung und das Gedeihen beider Teile so nötig ist." Sodann machte der Reichsminister von den durch die Reichsregierung, der Minister des Innern von den durch die preußische Regierung in Erledigung der französischen Forderung (tetroffenen oder eingeleiteten Maßnahmen Mitteilung. Hauptmann v. Arnim. Berlin, 4. Sept. (WB.) Eine heutige Mir- tagszeitung brachte die Nachricht, dieBersetzung des Hauptmanns von Arn im,sei auf seinen Antrag erfolgt. Ti Nachricht iit nicht zutreffend. Tie Versetzung erfolgte auf Beschlutz oes Reichskabinetts. Ein Antrag von Arnim aus Versetzung liegt nicht vor. e^nArrfarnnienstosrpomerelMcherTruppen mit kougretzpolnifchen Truppen. Danzig, 5. Sept Wolff) Wie der „Danziger Zeitung "aus Gvautenz berichtet rtnrb, wurden gestern morgen gegen 7 Uhr der Bahnhat und sämtlickie öffentlichen Gebäude der Stadt Graudenz von den Po merellr schon Truppen besetzt. Tie Kongreßpolen wurden gewaltsam entfernt. Gegen 10 Uhr wurden die noch sehr schwachen Besetzungen von einer kvngoeß- polmschen Schwadron überrumpelt und enttvoffnet. Etwa 300 bis 400 Mann der pomerellischen Truppen wurden von den Kongreftpolen veichaftet. Wie gerüchtweise verlautet, werden aus Posen 800 Munn Truppen erwartet, um Graudenz und sämtliche ehemals preußischen Gebiete von den Kongreßpolen zu säubern. Berlin, 5. Sept. (Wolff > Zu der Meldung über den Zusammenstoß pomerellisrl^er Truppen mit kongreßvolnischen Truppen in Graudenz bemerkt die „Boss. Ztg ": Tie in Pofen maßgebende nationialdem okratische Richtung wirft der Regierung Pilsudskis vor, daß sie die Verschärfung der Bezi.hungen zu dem Teutschen Rricte zu vermeiden wünsche. Tie Autonamiebestrebungen der Posener Polen bedeuten also unter Leinen Umständen eine Erleichterung des schweven Druckes, den die Teutschen im abgetretenen Gebiet zu erleiden haben. Ein französischer TruppentranSport- dampfer gescheitert. Paris, 5. Sept. (WTB.) Aus London wird gemeldet, daß der französische Dampfer „Camrauh" mit 7 00 Soldaten und 6000 Tonnen Ladung an Bord auf der Höhe des LeuckiturTnes von Horsburg gescheitert ist. Man ist jetzt dabei, die Soldaten und dle Ladung auf' den französischen Tampfer „General Gal- lieni" 'hinüber zu schaffen. * Llohd George in der Schweiz. Luzern, 5. Sept. (WB.) Lloyd George ist heute nach Zermatt abgereist, wo er sich einige Zeit aufhalten wrrd. Die russisch-polnischen Friedens» Verhandlungen. Riga, 5. Sept. (WTB.) Die Eröffnrmg der rnssisch-'volnischen Verhandlungen in Riga ist für den 9. September vorgesehen. Tie Sowjetregierung hat einige Bedingungen gestellt, die von der lettischen Regierung angenommen wurden, nämlich freie telegraphische Verbindung in Ehifftetelcgrammen und Immunität für dle russischen Test gierten. Ein russisches VollSkommissariat für den auswärtigen Handel. Moskau, 4. Sept. (WTB.) Durch Funk- spcuch. Hier wurde ein Volkskommissariat für derr auswärtigen Handel gebildet. Es soll nach einer amtlichen Kundgebung bei Erfüllung feiner Aufgaben das Alte mit dem Reuen, das kommunistisch- mit dem kapitalistischen System auSgleichen Und ist Aufsichtsorgan für die Ein- und Ausfuhr. Das neue Volkskommissariat ist auch das einzige verteilende Organ. Mle aus dem Ausland eintreffenden Waren werden von ihm an das zuständige Wirtschaftszentrum weitergeleitet. Es kauft die verschiedenen Waren auf und verkauft sie weiter. Außerdem tritt es mit Handrisgesellschaften in Verbindung, welche ausschließlich kapitalistische Ziele verfolgen und knüpft mit ihnen Beziehungen an. Rußland und Rumänien. Moskau, 4. Sept. (WTB.) Durch Funk- svruch. Tschitscherin machte die rumänische Regierung, die die Friedensverhandlungen mit Rußland auf einer Londoner Konferenz verbinden wollte, darauf aufmerksam, daß die Verhandlungen zwischen Rußland und Polen sowie Rußland und Finnland ohne die Teilnahme' anderer Staaten stattfänden und auf der Londoner Konferenz nicht stattfinten werden. Infolgedessen bleibe, wenn Rumänien sich nicht weigere, Frieden mit Rußland zu schließen, nur der Weg direkter Verhandlungen offen. Aus Reiche. Eine Konferenz der Finanzminifter. T arm stad t, 5. Sept. Am 3. und 4. September fand in Tarmstadt unter dem Vorsitz des Reichsfinanzministers Tr. Wirth eine Konferenz der Finanzminister der größeren Länder statt, in der über den Referentenentwurf einer Abänderung des Reichsbesoldungs- aesetzes sowie über die aus dem lieber gang der Steuerverwaltung auf das Reich sich ergebenden Fragen verhcachelt wurde. Gegen den Entwurf wurden wegen der Rückwirkung auf die Desoldungs- ordnungen der Länder erheolÄ-e Betenden geltend gemacht; der Reichsrat wird in den nächsten Tagen ans Anlaß der Frage der Vorschußzahluny Stellung hierzu nehmen. Ter EÄaß eines Sperr- gcsetzes, das die Länder bindet, mit chren Bewl- dungsgesetzen nicht über die Reichsgesetzgebimg hiuauszugchen, fand allseitige Zustimmring. Zm Zusammenhang mit diesen Fragen wurde auch bie allgemeine Finanzlage des Reiches besprochen. Tiefe Aussprache stützte die allseitig ausgesprochene Nvtwendigkett, an die Besoldungssvagen mit äußerster Vorsicht und Zuruckl>altung heranzutreten, wenn die Finanzen des Reiriics vor einem völligen Zusammenbruch bewahrt werden sollen. Die Technische Nothilfe in Alwna. A l to n a , 6. Sept. (WTB.» Aul Anforderung des Magistrats wurde in Altona gestern abend die TechnischeRot Hilfe zum Entladen von Fischdampfern eingesetzt. aus dem besetzten Gebiet. Die Forderungen der Freien Bauernschaft der Pfalz. Speyer, 4. Sept. (Wolff.) Amtlich. Der Reichsernährungsmini st er hat heute mit Wirkung vom 1. September 1920, also vor Einlauf der bekannten neuesten Erklärung der Freien Bauernschaft der Pfalz, sich damit einverstanden erklärt, daß für das besetzte Gebiet der Preis für 'Roggen, Gerste und Hafer um 110 Mark, für Weizen um 125 Mark für die Tonne erhöht wird. Darnach ergibt sich für das besetzte Gebiet ein Preis von 1710 Mark für die Tonne Roggen, 1765 Mk. für die Tonne Weizern und 1660 Mk. für die Tonne Hafer und Gerste. Dieser Preis gilt auch für die bereits abgelieferten Mengen. Französische Justiz. Ludwigshafen, 4. Sept (Wolff.) Wegen des Auftretens der Mannheimer Kommunistin, Frau Dr. Stern, am 13. August in einer Versammlung in Ludwigshafen, wobei die Genannte beleidigende Aeußerungen gegenüber der Entente ausgesprochen haben soll, wurde der Versammlungsleiter Willi e l m y und der unabhängige Vorsitzende Sommer vor das französische Polizeigericht zitiert. Obwohl Wilhelmy der Rednerin sofort ins Wort gefallen war und daher für die Entgleisungen der Frau Stern nicht verantwortlich gemacht werden kann, verurteilte das französische Polizeigericht Wilhelmy und Sommer zu je 2000MarkGeldstrafe. Das Gericht vertrat die Auffassung, daß der Rednerin nicht das Wort hätte erteilt werden dürfen. — Vor dem gleichen Polizeigericht wurde der Kommunist G a s ch o, der nach dec Versammlung die Verhaftung der Frau Dr. Stern verhindert haben soll, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. — Frau Dr. Stern wurde in Abwesenheit zu der gleichen Strafe verurteilt.^ Mainz, 6. 9. (WTB.) Das seit 1V3 Jahren hier in Deutscher und französischer Sprache erscheinende Wochenblatt „Le Rhin Illustre" kündigt sein vorläufiges Eingehen an, um demnächst in einer neuen Form zu erscheinen, die angeblich besser geeignet sein soll, dem gesteckten Ziele zu dienen, das nach seinem Programm u. a. in einer Annäherung zwischen Rheinländern und Franzosen besteht und wirtschaftlichen Interessen dienen soll An» Stadt und Land. Gießen, den 6. Sept. 1920 Um die Kartoffel. Jrn „Mainzer Journal" finden wir folgenden beherzigenswerten Ausruf, der die roeitefte Verbreitung auch in den beiden Provinzen Oberhessen und Starkenburg verdient. Billige Kartoffeln für Minderbemittelte! Ein Wort an die Landwirte Rheinhessens Von Direktor Dr. Rompel. In Ochsenfurt a. M. haben sich, wie die „Frff. Ztg." meldet, viele Landwirte bereit erklärt, bestimmte Mengen Kartoffeln (bis zu 1000 Zentner der Einzelne) der Stadt Würzburg zum Preise von 10 Mk. statt 30 Mk. je Zentner zur Verteilung an Minderbemittelte zur Verfügung zu stellen. In vielen Gegenden Mitteldeutschlands haben die Landwitte ähnliche Erklärungen abgegeben. Könnte nicht ein Gleiches für die Mainzer Minderbemittelten unb Armen geschehen? Landwirte Rheinhessens! Die Not Die gelbe Zchmach. Tie schwarze Schmach, die ständige Bedrohung dec ftauzösischen Besatzungzone am Rhein ist durch Notschrei und Proteste ans Ohr des Weltgewissens gedrungen, fteilich ohne es zu tatkräftiger Abhilfe aufrütteln zu können. Wer aber weiß, selbst im unbesetzten Deutschland von der gelben Schmach der amerikanischen Besatzungs- zone. Es sind nicht etwa afrikanische ober asiatische Horden, die hier ihr Unwesen treiben sondern es macht sich unter den Besatzungstruppen Amerikas Abschaum breit die Rowdies, Indianer, Wild- West oder nach der Farbe der Uniform: die Gelben, wie sie der Rheinländer in seiner Verachtung bezeichnet Was die amerikanische Welle bei ihrem vlbfluten als Besatzungstruppen zurückgelassen hat, besteht zu nicht geringem Prozentsatz aus arbeitsscheuem Gesindel, das auch in Amerika nicht gut tun würde und beim hohen Valutakurse des Tollars viel zu viel Geld in Händen hat. um nicht übermütig zu werden. Zwar die unglaublichen Zeiten sind vorbei, da der Dollar auf 100 stand und der einfache Soldier die Geldscheine bündelweise in die Taschen pfropfen konnte. Aber das Geld reicht immer noch soweit um deutsche Frauen und Mädchen, die nach den Hungenahren des Krieges von der Erfüllungsmöglichkeil langverdrängter Wünsche fasziniert werden, an sich zu locken sie moralisch und körperlich zu verseuchen. Wer durch Koblenz geht, wird auch am Sonntag kaum einem deutschen Pärchen begegnen. Tie deutschen Mädchen erscheinen den ainerllansscten Herren als selbstverständliche Siegedbeir.c. Die durch Entbehrung gliederte Moral i)t durch Arne rifad Ueberiluß vollends zersetzt woreen. Ein Pfarrer, der wegen Beleidigung der amerikanischen Armee dafür mit Gefängnis bestraft wurde, kennzeichnete diesen Vorgang von der Kanzel berab mit den Worten: Dem Vater wird die Pfeife gestopft, der Mutter Speck in den Kochtopf getan und der Tochter ein neues Kleidchen umgehängt — imb die Moral ist zum Teufel. Manches Mädchen mag sich Hoffnungen auf eine Heirat machen Nicht immer mit Unrecht. So lieft man z. B., gestern ging ein Transport von 6000 Amerikanern nach Amerika zurück, darunter 163 verheiratete Frauen und Kinder, meist Deutsche", .aber von wiewelen, die das Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit ihrem Vaterlande vertauscht haben, >veiß man schon, daß sie über die tatsäckilichen Verhältnisse ihres amerikanischen Ehemanns gröblich getäuscht waren. Wieviele verlassene Bräute sitzen in Koblenz, die von ihrem Bräutigam überhaupt nichts mehr gehört haben. oder in höhnischen Worten erfahren mußten, daß der Bräuttgam drüben längst verheiratet ist und das deutsch? BUidchen ihm gerade gut genug war, ihm die Zeit totschlagen zu helfen. Tie Leichtsinnigeren versuchen, einmal an amerikanischen Luxus gewöhnt, ihr Glück bei emem anderen Gentleman von drüben und geraten allmählich in die große Horde derer, die sick) daran gewöhnt haben, in d?m Amerikaner nur einen zahlungsfähigen Kavalier zu sehen. Ihre Zahl ist überhaupt nicht adzuschätzen und rekrutiert sich bei weit?m mcht allein aus den Einheimiscten. Tie Anziehungskraft des Dollars reicht weit über den Brückenkopf hinaus und lockt alle „Damen" an, die aus der Liebe ein Geschäft zu machen verstehen. Tie Zuzugserlaubnis wird allen allein- unter der städtischen Bevölkerung ist 'ungeheuer. Fünf Jahre der schlimmsten Entbehrung hat |te schon getragen, ihre Ersparnisse sind längst aui- gezehrt. Das „tägliche Brot" ist schon zu teuer und reichlich schlecht. Es gibt Famüien, die selbst das ihnen zustehende Brot nicht mehr kaufen können. Genügend Kartoffeln möchten sie doch wenigstens haben. Aber können sie den hohen Kartoffelpreis (das Zehnfache des Friedenspreises) zahlen? Wie kann ein Kriegsinvalide, eine Kriegerswitwe den erforderlichen Jahresbedarf z. B. für eine fünfköpfige Familie decken? Bei der sehr bescheidenen Kopfquote von 4 Zenttiern müßten 600 Mari, ohne Transportkosten, gezahlt werden. Die Bevölkerung der Stadt Mainz (rund 110000 Einwohner) muß jetzt rund 13,2 Millionen Mark (stall 1,3 Millionen Mari vor dem Kriege) für Kartoffeln aufbringen. _ Gewiß, die Pvodukttons- kosten sind gewaltig gestiegen, und der Preis von 30 Mark für den Zentner ist Euch amtlich zu- gesichert worden. Die Regierung ging bewußt bei der Preisfestsetzung über die Deckung der Produktionskosten hinaus, um einmal mit aller Gewalt der jahrelangen Kartoffelkalamität ein Ende zu machen. Die Ernte ist gut. Jetzt sind genügend Kartoffeln da, aber gerade die, die sie am dringendsten benötigen, können sic nicht kaufen. Laßt Euch durch den Schein nicht trügen! Wenn Ihr in die Städte kommt, so seht Ihr vielleicht volle Restaurants, Konditoreien und Kinos, aber das Hungerelend seht Ihr nicht. Tas Hungerdrama des 60jährigen Arbrtters, der sage und schreibe mit „Teuerungszulagen" eine Invalidenrente von 160 Mk. pro Monat erhält, oder der 70 Jahre alten Witwe, die von 3000 Mk. Zinsen im ganzen Jahre leben soll, wird still und allein ausgriämpft Rheinhessische Landwirte! Ihr habt einen goldenen Grund und Boden. Tas Jahr 1920 ist ein gesegnetes Erntejahr. Ter Städter ist von allen Gaben der Natur enterbt. Der Lohn seiner Arbeit und Mühen ist nur Papiergeldscheine, mit stark verminderter Kaufkraft. Wenn der finanzielle Zusammenbruch kommen sollte, würdet Ihr diese schrecklich Katastrophe am leichtesten überstehen. Die städttsche Bevölkerung ist heute, mit geringen Ausnahmen, eine große, besitzlose Masse. Gebt wenigstens den Aermsten das Allernotwendigste zum Leben? Veranstaltungen. Montag: Casä Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. — Hotel Ein- lyom, 81/? Uhr, Gastspiel Buchwaid. — Lichtspieltheater wie gestern. ** Personalnachrichten. Ernannt wurde am 30. August 1920 der Gouvernementssekretär Karl Wagner, zurzeit in Alsfeld, zum Amtsgerichtssekretär bei dem Amtsgericht Alsfeld. Ernannt wurden am 28. August 1920 die Gefangenwärter an der Zellenstrafanstalt in Butzbach Heinrich Birkenfeld von Rockenberg, Wilhelm Keil von Bleidenrod und Josef S ch i n d l i n g von Höchst a. M. zu Strafanstaltswachtmeistern bei obiger Anstalt mit Wirkung trom 20 September 1920 an. ** Milchbelieferung. Infolge ungenügender Belieferung der Stadt Gießen mit Milch können Dienstag den 7. und Donnerstag den 9. September die auf V» Liter lautenden Milchmarfan nicht beliefert werden. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Walzarbeiten toirb die Frankfurter Straße von dem Wetzlarer Weg bis zur Klinikstraße von Montag dm 6. d. M. ab auf einige Tage für dm Fuhrwerks- und Radfahrver'ehr gesperrt Tie Sperre des Wetzlarer Weges ist wieder aufgehoben. ** Freibank. Dienstag den 7. Sept, werdm von 1—3 Uhr die Nrn. 2001—2100 beliefert. ** Maul- und Klauenseuche in Gießen. Tie Maul- und Klaumseuche ist in Gie ßen werter in folgenden Gehöften amtlich festgestellt wvrdm: 1. Riegelpfad Nr. 30, 2. FranL- flurter <5traf$e Nr. 49, 3. Neustadt Nr. 78. Die Sperrmaßregeln sind angeordnet. ** Ter Hausbesitzer-Verein veranstaltet morgen ckbmd 8 Uhr im Hotel Großherzog eine Mitgliederversammlung. Tie Tagesordnung enthält u. a. Bericht des Vorsitzenden über den Verbandstag in Magdeburg und Stellungnahme gegen die Anträge des Mieterveveins. ** D ie Deutschnat ionale Volkspartei veranstaltete am Samstag im Einhorn- Saale einen vaterl ändischen Abend. Die Feier solle, wie Herr Kohlhaase in seiner Begrüßungsansprache betonte, Zeugnis davon ab- legen, daß der nationale Gedanke, von dem die Wiedergeburt unseres darnieder liegenden Vaterlandes zu ephofftn sei, noch immer lebe. Im Mittelpunkt des Abends stand die Festrede von Professor Dr. Werner-Butzbach. Der Redner beschäftigte sich mit all dm Fragen, die die Not der Zett gebiert, denn der Tag von Sedan sei heute nicht nur ein Tag schmerzlichen Erinnerns, sondern auch ein Tag des inneren und äußeren Erkennens, und deshalb dürfe er nicht in der Nacht des Vergessens untertauchm. Was wir beute bvauck)- stehenten Frauen und Mädchen versagt, die nicht eine einwandfreie Beschäftigung nachweisen können. Und doch befinden sich Tausende dieser Geschöpfe in Koblmz. Ein Unterkommen finden sie trotz der Strafe von 6 Monatm Gefängnis, die auf Kuppelei steht, dmn sie können, ohne mit der Wimper zu zucken, 3—500 Mk. monatlich für ein möbliertes Zimmer auf den Tisch legen. Wenn ein solches Mädchen auf ihrem Paß ein festes Verhältnis mit einem Amerikaner nachweisen kann, ist es geschützt. Auf die fogenannten „Wilden" aber veranstaltet die M. P., die ame- rikanischc Militärpolizei, allnächtliche Treibjagden, und morgend liest man in der Zeitung: . . . „ferner wurden vergangene Nacht 18 Frauenzimmer, vier ans Koblenz, zwei aus Neuwied, zwei aus Köln, drei aus Berlin usw. auf» gegriffen, die der gemerb lieben Unzucht dringend verdächtig sind." Die Notiz erscheint jeden Tag, nur die Zahlen ändern sich, manchmal sind es weniger als ein Dutzend, meist aber mehr. Aufgegriffene werdm ärztlich untersucht und sind fast alle krank. Dmn unter dm Amerikanern, die äußerlich sehr auf Hygiene halten und aus Furcht vor Ansteckung vor die Türm und Fmster der von ihnen beschlagnahmten Hotels überall Fliegendraht gespannt haben, find die Geschlechtskrankheiten in hohem Maße verbreitet. Jche Woche iverden deshalb Hunderte nach Amerika zurück- geschickt. Die ärztliche Behandlung ist ein Massenbetrieb, wie alles bei den Amerikanern. Die deutschen Aerzte halten nichts von der Kurpfuscherei, die dabei betrieben wird, die Krankheitssymptome mit Radikalmitteln unterdrückt, die Krankheit iclbft aber weiter bestehen läßt Kein Wunder, daß die Geschlechtskrankheiten daher auch unter ten, sei völkisches Bewußtsein, starke sittliche Kräfte, starkes Sozralgefühl, an dem es bie besitzenden Kreise leider heute noch häufig fehlen ließm. Wir müßten weiter erkennen lernen, daß die Menschheit unterschiedlich _ fei, daß es eine Gleichheit nicht gebe und daß es daher gelte, Persönlichkeiten sich herausarbeitm zu laNewAul- stiegmöglichkeiten seien zu schaffen: dec Menich müsse durch eigene Kraft und süchtig kett etwas erreichen und erhoffen können. Vor allem mäste der nationale Gedanke hochgehaltm und gepflegt toerten. Das dmtsche Volk, das den trotzigen Willen zum Sehen habe, dürfe und könne nicht untergehm. Aber es mülje nach innen ein Ivztal befriedetes Volk, nach außen ein Volk mit starker nationaler Macht werdm. In biejem Sinne mit Wort und Tat zu arbeiten, )e; unsere und unterer Kinder Pflicht, und man möge doch nach dem deutschen Osten blickm, wo die große nationale Not alle Standes- und Parteigegmsätze überbrücke und alle Deutschen in dem harten Kampfe um das Deictschttim eine. Das reichhaltige Programm des Abends bot des weiteren musikalische, Gesangs- und Gedichtvorträge, um deren Ausführung sich mit gutem Erfolg besonders Fräulein Marie Grisee und Fräulein Aenne Schüttler sowie die Herren Julius Hahn, Alfred Kohlhaase und Kruse mühtm. Kreis Alsfeld. M. Merlau, 30. Aug. Mit großer Freude wird es hier begrüßt, daß jetzt bei Beginn der langen Abende auch unser Dors in elektrischem Licht erstrahlt, das in der vor dem Dorf gelegenen Herrenmühle durch Wasserkraft erzeugt wird Unser „Liessest" am Sonntag vor 8 Tagen wurde tes- balb zu einem Freudenfest für jung und alt. Von besonderer Anziehungskraft warm für bie Kinder die farbigen Birnen. Bei genügender Stromerzeugung ist es vorgesehen, dm Stoorn auch an das benachbarte Flensungm abgegeben. gegenul . _______ _ , , . 500 Fälle geschätzt. Wieviel blühmdes Volksgut auf diese Weise zugrunde geht, ist unübersehbar. Genau so wie ht der Stadt sieht es auf dem der einheimischen Bevölkerung rapide um sich greifen. Im Bereiche der Landesberatungsstri^ Koblenz wird eine jährliche Progression der LueS < — — - —nc {ten wit Lande aus. Ein Landstädtchen in der Nähe von Koblenz soll noch verseuchter sein als die frühere Residenzstadt. Der Dollar untergräbt überall die Moral. Die Unzucht, die in ter Stadt keinen Unterschlupf findet, flüchtet aufs Land. Nach einwandfreier Feststellung find vor kurzem in einem Bauernhof allein 6 Amerikanerpärchen aus geboten Worten, die für die Unterkunft in einer Nacht 50 Mk. zahlen mußten. Und trotz ter rrichllchen Gelegenheiten, die amerikanischer Cant durch rne Kaufkraft des Dollars ter Unmoral zu verichmm weiß, sind dennoch unsittliche Uebersälle auf grauen und Mädchm keine Seltenheit. Der rheinische Jüngling und junge Mann ter noch Ehrgefühl besitzt ist ein Frauen Verächter geworden, und wenn man die Berhältnpse nut eigenen Augen betrachtet, kann man es ihm mcht Derbenfen. Er meidet jede Geselllgkect, lebt als Einsiedler und schließt sich höchstens nut Gleichgesinnten zu Wanderhorten zusammen, tum angesichts der ewig schönen Rheintäler und -höhm die Liebe zur Heimat ivieterzusinten, die ihm durch die gelbe Schmach verekelt wird. Der eine Wunsch brennt immer heißer in seiner Seele, daß der Rhein wieder frei werde von ter Invasion pharisäischer Kulturbringer, temrt „teutiche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wem und deutscher Sang" ihren alten guten Klang juirüderbalten können, der vorn Siegesllang des Dollars übertäubt und verfälscht ist. Kreis Friedberg. Fr iedbera, 2. Sept. Die hiesige Ortsgruppe ter Deutschen Bolkspartei wollte ten 2 September nicht vorübergehen lassen, ohne des Taaes vor fünfzig Jahren, wenn auch nur tn einfacher Weise, zu gedenken Und so versammelten sich denn eine größere Anzahl männlicher und weiblicher Mitglieder im Ratskeller, wo der Vorsitzende, Oekonomierat Spieß, die Grfcbtenenen nut einer ter Bedeutung des Tages enffprecheichm Aw spräche empfing und einen Vergleich zwischen ernst und jetzt anstellte. Nach dem meisterhaften Vortrage des Gedichtes von Paul Warncke „Vergessen" durch Frau Stadw. Kloos ergriff Herr Dr. med. Gwß, früherer Marine-Stabsarzt, das Wort, um in frischer, anschaulicher Weise über seine Erlebnisse auf einem Flußkanonenboote in China zu berichten Was an diesem Vortrage besonders interessiert, war die Feststellung, datz die eigentliche Ursache des fürchterlichen Weltkrieges in nichts anderem zu suchen sei, als in ter wachsenden Bedeutung des deutschen Handels tm Auslaute, welche ten britischen zu überflügeln drohte Starkenburg und Rheinhessen. dt. Ar heil gen, 3. Sept. Unsere Metzger sind nun wieder mit edlem, was das Herz begehrt, versehen. Allenthalben ist markenfreies Fleisch, sowohl Rindfleisch als auch Schweinefleisch zu haben. Die Preise sind allerdings auf ter Höhe. Schweinefleisch zu 20 Mk. und Rindfleisch zu 14 Mk. das Pfund ist doch für die meisten Sterblichen, besonders für ten Mittelstand, etwas unerreichbares. Hessen-Nassau. Städtische Steuern. mc. Frankfurt a. M., 5. Sept. Die Pferde- steuer wurde auf 500 Mk. pro Pferd erhöht., Tte Genehmigung haben ferner erhalten die Mintestein- kommensteuer, die Besteuerung ter Dienstboten, die Vergnügungssteuer und die lOprozenttge Frem- tensteuer. In Vorbereitung befinden sich Steuervorlagen über die Erhöhung ter Konzessionsgebüh- ren und eine Besteuerung der Lurnsgärten. Krieg tzbeschädigten-Demonstralion. fd. Frankfurt a. M., 5. Sept. In einer wn Tausenden besuchten Versammlung auf dem Börsenplatz forderten die Kriegsbeschädigten nach einem Referat des Vorsitzenden Sauer vom Reichs- bimb ter Kriegsbeschädigten in einer längeren Resolution die Beseitigung ter nachteiligen Bestimmungen des Reichsvewrdnun gsgese tzes. Ein Telegramm in diesem Sinne wurde an die Reichsregierung gesandt. An die Versammlung schloß sich ein TemvnstrationAug muh Römer, wo eine Abordnung mit dem Diagistrat eine Besprechung über örtliche Wünsche hatte. Störungsversuche von kommunistischen Demonstranten schetterten an der Besonnenheit ter Mehrheit. Der Magistrat bewilligte ten Kriegsbeschädigten die gewünschten Lieferungen von Holz und .Kartoffeln und stellte außerdem 450 000 Mk. für Unterstüt- jungen bereit. Tuberkulose Kriegsbeschädigte sollen in weitestem Maße als Anlagen-Aufseher Verwendung finden, und Kriegsbesck>ädigte im Wohlfahrtsamt zugezogen werten. Die Versammluns löste sich ixntn in ttotfBommener Ordnung auf. Posi- Am Frankfurt a. M., 5. Sept. mc. gestrigen Samstag wurde Deutschlands größter Sportplatz am Riederwald eingeweiht. Nigeten. un von Berlin Abenb- Sckiluh- Schluß- Schluß- 8 7 6 6 5 5 4 3 3 2 2 Nr. 1920). 187,85 (Frkf. Ltg.) Beifall. Turnen, Spiel und Sport. Deutschlands größter Sportplatz. 999,- 169,80 231,25 177,55 49,75 345,65 817,65 741,75 22,27 22,27 82^)2 19,88 4.9. 12,30 159,80 231,25 178,05 50,07 346,65 821,65 744,25 22,27 22,34 82,02 19,73 3. 9. 12,15 6,30 14,15 10,05 366,60 367,40 716,75 718,25 716,75 718,25 die hochgk letzten Au treten bro' 3°rtch . . . Amsterdam. Kopenhagon. Stockholm. Prag.... Wien.. . London . . 371,60 372,40 724,25 725,75 718,25 719,75 999,- 1001,- vörsenkurse. Frankfurt 14,15 10,- 1001,- 170,20 231,75 177,95 49,85 346,35 819,35 743,25 22,33 22,33 82,22 19,12 wurden sieben Angeklagte, denen man eine tive Beteiligung nicht Nachweisen konnte. -1*1 Drgnm te 'tem htobe Mg und al, 1 für di» weißen Material zwei recht hübsche Wendungen dar. Die Ausgabe ist trotz der vier Züge sehr einfach und erfreut durch hübschen ersten Zug. Ebenfalls sehr wenig Material hat der andere Dierzüger, eine Aufgabe, die beinahe ebenso berühmt ist, wie das „indische Problem". Nr.29. Frhr.v. Holzhausen. (Dtsch. Wochenschach 1911). [3n einem Teil der Auslage wiedkrtzolt.) Die WaffenstillstanLsvcrhandlungen. Paris, 4. Sept. (WTB.) Nach einem Radiotelegramm aus Warschau hat der polnische Minister des Aeußern erklärt, daß er mit dem Abschluß eines Waffenstillstandes bis Anfang nächster Woche rechne. Die polnische Delegation wird am 7. September nach Riga abgehen. Matt in vier Zügen. Nr. 30. Th. Herlin (um 1860). Weiß: Kd6, S c8, L d4, B a3, c4. Schwarz: K a6, B a4. Matt in vier Zügen. feier Finanzkonferen- Schwierig'.eilen ergeben Cvn diesem Falle würde ein Aufsdrud not» (ßcricbtsjaal. mc. Da rm stadt, 5. Sept. Bor der gestrigen Strafkammer wurden die grofecn Bandendieb- stLhleaus dem Darmstädter Güterbahn- Hof verhandelt, die sowohl von Arbeitern wie Beamten ausgeführt wurden. Die 2lngeklagten waren größtenteils geständig. Er erhielten der Güter- bodenarbeiter Marlin Schneider 3 Jahre Gefängnis, die Arbeiter August uni) Enders Und Ludwig 'Kilian je 2 Jahre Gefängnis, ein Installateur wegen Hehlerei 2 Jahre Zuchthaus. Ferner oer Arbeiter Rausch 7 Monate Gefängnis Frei gesprochen Losungen: 27. 2L Äraemer (Deutsche Tageszeitung Schachecke. Unsere heutige Aufgabe, ein Dierzüger von Frhr. Holzhausen, stellt bei äußerst eingeschränktem 1. T e2-b2, L b6! 2. D e4-d4H Nr. 28. Dr. E. Pahloska (T. F. Schach). 1. De8-b5!! mc. Bad Homburg, 5. Sept. Der Haus- baltungsplan der Stadt schließt vorerst mit einem Fehlbetrag von einer halben Million ab. Tiefe müssen durch neue Steuern usw gedeckt wett-en. Jedoch ist sich der Magistrat über die Mittel und Wege, die er zu diesenr Zweck ein» Klagen will, noch nicht Var. Die Schuldenlast der Stadt beträgt 17 130000 Mark. • mc. Bad Orb, 5. Sept. Am Freitag kam rat Schuljunge aus Wächtersbach der von Bad Orb 169,20 231,75 178,45 50,17 347,35 823,35 745,75 22,33 22,40 82,22 19,77 Sept. Die Mch- jferd erhöht. Sit [tenbteWdto । der Tienfiboa lOprozentige Fr» stndm sich Stx r KonzestzonsgM — Allgemeines Tennis-Turnier Bad-Nauheim Das am 27. August beginnende Turnier ist von Spielern aus allen Tellen Deutschlands besucht. Die Nennungen haben die Zahlen der früheren Tourniere bedeutend überschritten. Die gesamte Sondervasse ist vertreten. Das Turnier hatte bis jetzt sehr unter der schlechten Witterung zu leiden. Trotzdem gelang es der Turnierleitung des Hauptmanns H. Nonn und E. Zchrmann, die Spiele recht weit vorwärts zu bringen. Bad-Nauheim, 3. Sept. Allgemeines Tennisturnier. Das etwas bessere Weiter half dazu, die Abwicklung der Spiele des Turniers außerordentlich zu fördern, so daß einige Konkurrenzen bis zu den Schlußrunden gediehen sind. Die Kämpfe waren sehr interessant. Es spielten u. a. Kreuzer, der Gast mit 6:2, 3:3 bezwang, Froitzheim siegte Über Dessart mit 6:0, 6:3, so daß sich jetzt Kreuzer-Froitzheim im Herren-Einzelspiel um die Meisterschaft von Hessen gegenüberstehen. Im Damen-Einzel kommen nunmehr Frau Dr. Fried- leben und Frl. Toni Weihermann zum Schlutzspiel. Spannende Momente lieferte das Spiel in Herren- Doppel zwischen Kveuzer-Froitzheim und Dessart- Kvemer, das elftere mit 6:0, 6:3 gewannen. heinhessrn. pt. Untat Wt k s das her, beybrt I markensieitt I risch ale b so versammelten l männlicher und illet, wo btr Bon e Erschienenen mit -ativrechenden An- leich zwischen ring neisterhasten Bor. l Äarmke „Bei- loos ergriff hm lre-LtabSarzt, bti icter Weise über ßkanonenboote ii fern Vortrage be> RtiWme, bv nchterlichen 8di> hen sä, olä in ter Ischen handtll m en zu übefein hat aus die Untemch mun gslust an der Börse doch etwas dämpfend eingewirkt imb in Verbindung mit dem Dochenschlutz die Realisatwnsneigung in emigen Papieren verstärkt. In der Gesamtheit war die GrUNdstimnrung trotz verschi.'dener Schwankungen anfangs noch ziemlich fest, höher waren be- onders Schiff ahrtsaktien. Am Montaninarkte wurden Bochumer gehandelt, doch überwogen eui diesem Gebiete sonst die Kursrückgänge und Neigung zu Glattstellungen trat hervor. Später war dies noch deutlicher sestjustellen. In chemisclten Werten war die Kursbildung uneinheitlich. Elektrowerte waren mit wenigen Ausnahmen gut gehalten, Maschinen und Metallaktien notierten une Gebr. Böhler und Augsburg-Nürnberger zumeist etwas höher. Von Kalutapapiercn setzten Baltimore und Canada ihre Steigerung fort. Petroleum-, Bank- und Kolonialwerte lagen stiller, erstere nach festem Beginn auch schwächer. Der Rentenmarkt war zumeist unverändert. Frankfurt a. M., 4. Sept. Börsenstimmungsbild. Eine nein spekulative Beger- sterung erfaßte die am Wertpapierchandel beteiligten Kreise, und das Publikum hatte seine Ge- -vlgschast für eine Beteiligung an den Unternehmungen nicht versaigt. Besonderem Interesse begegnete gegen Börsenschluß der Markt der Schifs- fahrtsaktien. Die Börse erinnerte sich daran, das; der ?luswandeververkechr nach den herein tgten Staaten vor dem Kriege das Rückgrat unsere, großen Schiffachrtsgefellschäften blldele, und nun soll dieser Verkehr wieder auf genommen re.ro cen. Es fanden lebhafte Käufe in Nordd. Llioyd und Hapag statt. Ehemische Scheideanstalt 5 Proz. gebessert. Anilinwerte behauptet. Elektro Bergmann sowie Licht und Kraft gingen zu gebesserten Kursen um. Felten und Guilleaume mit 420 preishallend. Abgabencigttng bewirkte eme Ab- schwächung in Harpener, minus 6 Pro.;. Phönix Bergbau 494, minus 5 Pwz. Rheinsbahl 402, minus 5 Proz. Mannesmann fester, plus 4 Proz. Teittsch Lrrremburger gesucht, 324, plus 4 Proz. Gelsenkirchener 333. Die Nachfrage nach Kolonial- papieren hielt an. Neuguinea 730. Auch Otavr Minen lebhafter. In Deutschen Petroleum nnnen wieder lebhafte Umsätze KU verzeichnen. Steaaa Romana ca. 1700. Deutsche Erdöl 2025. Am Markte der nichtnotierten Werte wurden noch folgende Kurse genannt: Benz 206, 186, Deutsche Maschinen 242. Mexikaner wenig verändert. Anatolische Prioritäten weiter anziehend. Ter Einheitsmarkt verkehrte in gut behaupteter .Haltung. Die Geschäftstättgvrit wurde später ruhiger bei fester Grundstimmung. Privatdislv.it 4 Pvoz. und darunter. Frankfurt a. M., 6. Septbr. Debisenmarkt. Polizei nicht weniger als 28 Personen jeden Alters und beiderlei Geschlechts eingeltefiert, die bei Einbrüchen und Tiev stählen tags zuvor «bgefaßt warben waren. Das Ende des Generalstreiks in Hanau. X. Hanau, 6. Sept. In Hanau haben sich 11** 41? (1? ' i!- SH 7#^ I -chA-" * । jt lit Geld Dries Geld Dries 3. Sept. 4. Sept. 1588,40 1591,60 159\4O 1596,60 Hühneraugen Hornhaut, 5chvielm u. Sf/axtKv । /^btoeihi5lxhndl.5idieru-KhiD!Bls x/ |Z | . | 100000MiMti Kukirol -Preisri-3.— [nApetheken a-Droiierietierhfllllich Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. Es ist eine Schöpfmig des Turnvereins „Eintracht' und befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Radrennbahn. Zwei Fußball selber, ein Hvckeyplatz, Plätze für Rugbyspiele, Kricket, Tennis und Faustball sind vorhanden, ferner Turnplätze und eine Laufbahn von 400 Metern mit einen Gerade von über 120 Metern. Die Herstellungskosten des Platzes betrugen über 600 000 Mk. Datum-. 5"„Deut.Ariegsanl. 4°/„Deut.Neichsanl. 3°/gDeut.Reichsanl. 4° ,, Preuß. Konsols Darmstädter Bank Deutsche Bank. . . Disconto» Gesellsch. Dresdener Bank . Nationalbank J. D. Mitteld.Treditbank H.»Amerik.>Pake1f. NorddeutscherLloyb Boch.Gußstahlwrk. D.-Luxemb Bergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschl. Eisend.-B. L?berschles.Tisenind. Phönix-Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda HöchsterFarbwerke Elektr. A. E. G.. . Schuckert-Werke. . Felten-Guilleaume Daimler Dud.'Eisenw. • Akt. Adlerwerke .... 4°/.Hess.Staatsanl. Electron Griesheim vlarknotleruugea. Datum: Handel. Die Leipziger Messe. Leipzig, 4. Sept. (Wolff.) Tas geschäftliche Ergebnis der soeben zu Ende gehenden Messe, die von 15 590 Ausstellern besucht war, befriedigte infolge der Zurückhaltung der Einkäufer die meisten Aussteller nicht. Tie redmifdr und tzen toriiegenben Aufträgen Beschäftig-ungsMöglichkeit vorhanden sei. Die Arbeiterschaft verlangte restlose Wiedereinstellung sämllicher streifenden Arbeiter und Erscheinen der Arbeitgeber am 85er- lianblungstische. Diese Fvöderung wurde abge» lehnt, worauf der Wbruch der Berhandlungeit erfolgte. Die Arbeiterschaft beschloß Fortsetzung des Generalstreiks in verschärfter Form. Am Sonntag vormittag traten die Arbeitgeber unter dem Vorsitze desOberbürgermeisters erneut zusammen imb einigten sich zu dem Angebot, alle streikenden und entlassenen Arbeiter wieder ernzu stell en unter Nichtbezahlung der Streiktage. Die anderen Forderungen Killen in Verhandlungen mit den Gttvervchaften geregelt werden Die Arbeiterschaft hat besckMfen, dieses Angebot als Erfolg der Arbetter au buchen und anz u nehm en. In einer großen Volksversammlung auf dem Marktplatz wurde dieses ?&t« gebot verlesen und der Beschluß gefaßt, den Generalstreik abzubrechen. Alle Redner feierten den Ersvla der Arbeiterschaft als Lohn ihrer Geschlossenheit. — Die städtischen Arbeiter sollen Lohnsätze erhalten, die den in Frankfurt gezahlten Sätzen anzupassen sind. l Landwirtschaft, her Verbraucher usw. wegen Er- nährungsangelegenheiten statt. Ter Sitzung wohnte auch Oberpräsident Dr. Schwander aus Cassel bet 0 Marburg, 3. Sept. Rach einer dem Magistrat zugegangenen Mitteilung der Heeresverwaltung werden sämtliche Kasernengebäude auch in Zukunft für militärische Zwecke benbtigt und können nicht als Wohnungen zur Versüguna gesteift werden. Es verlautet, daß ein Lehrbataillon hierher kommen soll. Ob auch die Jäger noch hier bleiben, ist nicht gesagt. mc. Unterliederbach, 5. Sept. Der Arbeiter Franz Hahling erlitt auf dem Wege zum Schuhmacher einen tödlichen SchLaganfall. 800 Strafbefehle. fd. Frankfurts M , 5. Sept. Nicht we- mae- als 800 Bauern der Landkreise Wiesbaden, die im Juni d. I. fid> an dem Mil chliefenm gsfftrerk nach Wiesbaden beteiligten, erhreiten jetzt Sttas- befebte über je 500 Mk. Ter Landrat von Wics- bajci hat sich im Verein mit dem Magistrat von KieSbak-en mit einem Gnadengesuch an den Justizminister gewandt. Sine Einbrecherj«sd im Großen. fb Frankfurt a. M., 5. Sept. Tie Wache der Sicherheitspolizei im Polizeipräsidium wurde Samstag früh ourch einen Mowrradsahrer auf Einbrecher ausmerksam gemacht, die das Geschäftshaus der „S u l a", in der Savignystraße 63, aus- zuplündern begonnen hatten. Die Polriei sperrte durch etwa 40 Beamte den ganzen Häuserblock ab und besetzte die Nachbackächer, eine Maßnahme, dir sich als zweckmäßig erwies, da die Einbrecher den Rückzug über die Dächer versuchten. Nachdem diese Sicherheftsmaßnahmen getroffen waren, wurde das große fünfstöckige Geschäftshaus systematisch durchsucht. Tie Einbrecher halten die großen Eiseittüren bereits gewaltsam erbrochen und in den Lagerräumen für Zigarren und Lebensmittel schwere Plünderungen vorgenommen. Im ersten Stock sand man unter Säcken und Kisten zunächst drei Einbrecher, die nach langem Leugnen gestanden, daß außer ihnen noch zwei Personen beteiligt seien. Im Dachgeschoß entdeckte man dann weitere »wei Einbrecher. Bei der Bande fand man em wahres Arsenal ausgezeichneter Einbrecher- werkzeuae, darunter Instrumente zum mühelosen Ausbrechen von Geldschränken. Einen Teil des Tiebeswerkzeuges entdeckte man aus dem Dach. Die ganze Bande wurde gefesselt und unter starker Begleitung dem Polizeipräsidium zugeführt. Tie Jagd, die die ganze Nachbarschaft auf die Beine gebracht hatte, nahm etwa vier Stunden in An- pruch Ster der Einbrecher sind jugendliche Per- onen, der fünfte ist ein etwa 60jähriger Photograph aus Epinal in Frankreich. fb. Frankfurt a. M., 5. Sept. Irr der Nacht zum Freitag sichren Diebe mit Rotz und Wagen vor ein Geschäftshaus der Firma llatfdxi in der Obermainstuaße vor und stcchlen aus den tech der Wegscheide führenden Drahtseilbahn zu tetK Tas Seil schnitt ihm den einen Firß glatt ab. mc. Frankfurt a. M., 5. Sept. Nunmehr haben die Unruhen am Rathaus noch ein sechstes Opfer gefordert. Der schwerverletzte Arbeiter Franz Wächtersbach ist feinen Verletzungen 3klassc gebUöet werden solle Jetzt gäben dic Bolschewisten offen zu, daß die? chne heimliche Absicht g.-hrfen sei, intb daS britische Parlament werde ans diese Weise in den Wahn versetzt, daß Polen ferne Unabbängigfeit behalten solle. Die brirische Note sagt weiter in einer Auseinandersetzung über Tschitscherin, in nicht zur Sache gehävmde Bemerkungen und Behauptungen über die Sowjets könne nicht rin getreten werden. Die Jrcnkämpfe. Amsterdam, 4. Sept. (WTB.) Nach einer amtlichen Dubliner Meldung wurden in der Woche vom 23. bis 31. August i n B e b- fastLOPersonengetötet und 279 verwundet. Von den Opfern sind 145 protestantisch und 134 römisch-katholisch. Der Hungerstreik des Bür-ermeisters von Cork. Paris, 4. Sept. (WTB.) Nach einer Havas- meldimg aus London nehmen die Kräfte des Bürgermeisters von Cork immer mehr ab. Am Freitag haben die S^rtreter der Arbeiterpartei einen stammenden Aufruf zur Freilassung des Bürgermeisters veröffentlicht. Sie sei ein Gebot politischer Klugheit und der Mensch- lichfeit. Zum erstenmal seitdem der Bürgermeister in den Hungerstreik getreten ist, klagte er gestern feiner Frau gegenüber über Erschöpfung. Smist ist er nicht mehr imstande, mit seinen Familienangehörigen zu sprechen. Der Generalstreik in Hanau X. Hanau, 4. Sept. Unter dem Vorsitz des Obe rpräs identen der Provinz Hessen-Nassau haben am Freitag Einigungsverhmtdlungen mit der im Gene r al streik befindlichen Arbeiterscl-aststattgefunden. Die Arbeiterschaft verlangte restlose Wiedereinstellung der am Generalstreik beteiligten Arbeiter, Bewilligung einer lOvrozentigen Lohnerhöhung aller freigewerkschastlich organisierten Arbeiter Hanaus, Lohnbczahlung der lÄeneralstreik- tage. Die Verhandlungen währten von mittags 11 Uhr mit ganz kurzen Unterbrechungen bis niedre 12 Uhr. Heute vormittag wird zwischen dem Arbeitgeberverband und der Generalstreikleitung über tue WicdeveinftÄlung aller Streikenden und über die Bereitwilligkeit zu weiteren Verhandlungen beraten werden. Von dem Ergebnis dieser Der- handlamgen wird es abhängen, ob der Generalstreik weiter fortgesetzt wird ober nicht. Die Auseinandersetzung unter den Unabhängigen. Berlin, 3. Sept. Tie Reichs ko nferenz der Unabhängigen konnte gestern wegen Der großen Zahl der Wortnieloungen noch nicht tzu Ende geführt iverden. Für den Anschluß an die dritte Internationale und für die Unterwerfung unter die Moskauer Bedingungen sprachen sich von den Bekannteren ans: Tüwell, Adolf Hossmann, Eichhorn imb Braß, dagegen erklärten sich Dißmann, Toni Sender, Hilstrdmg, Breitscheid, Henke und Frau Zietz. Die vielfach ins Persönliche verlausende Debatte wurde durch ein ein geschobenes Referat Ballods wieder jum Grundsätzlichen zurückgebracht. Ballod war früher Professor in Berlin, schloß sich nach der Revolution ^en Unabhängigen an und wurde ein begeisterter Anhänger Sowjet-Rußlands. Er hat mtt seinen Artikeln, die er von Rußland aus in der „Freiheit" erscheinen ließ, wesentlich dazu betgetrngen, daß bte deutsche Arbritersckiaft große materielle Unterstützung von Rußland erchifft. Tie Tatsachen haben ihn nun bekehrt. Die Transportkrise fei gegen das Vorjahr etwas besser, aber das Transportwesen könne nicht im Entferntesten den Anforderungen gc- recht werden. Die industrielle Produktion sei ungefähr auf ein Fünftel bis ein Sechstel der Frie- densprodukrion $urü cf gegangen. Ballod zieht den Vergleich nrit Deutschland, das als Grtrrideeinfuhr- land vier Jahre gegen die Weltblockade Stand gehalten hat. Äe russischen Arbeiter waren tm Anfang durchweg syndikalistisch gesinnt, sie dachten nicht an ihre Arbeitsgenossen, sondern nur an sich. Es ist heute genau der alte Amtsschimmel, der Bureaukratismus, der auch unter dem Zi- rismus geherrscht hat. Man kann, sagt Ballod, zu ben Russen stehen wie man will, sie haben nicht den Beweis erbracht, daß sie in ihrem Lande den Sozialismus aufzurichten im Stande smd. Tas Schlußwort erhielt der auf 'kommunistischem B?- ben stehende Stöcker. Er erklärte die von Titt- mann imb Bollot geschilderten traurigen Berhäli- nisse in Rußland mit sechs Jahren Bürgerkrieg, die das Land durchwühlt hätten. Stöcfer gerät in heftige Auscttumdersetzimgen mit Lede bour, den er einen Reaktionär nennt, uno spricht von antibolschewistiscben Reden, die auf ihn und seine Freunde feinen Eindruck machten. Dte Tritte Internationale sei beraten, das Weltpvole- tariat in den Kampf zu leiten und zum Siege zu führen. Stöcker schloß: Es lebe Me kommunistische Internationale! — Er fand nur schwachen der u a. einstimmig weitgehende Ausschaltung l sich durch das Znfcnnmenßrllen^mit der Drül- kapttal Mischer Gewmnc im ftx> bien berg bau fordert, • it I e r ^tnanifonferenn Scvwierig'.eilen er Berlin, 4. Sept. Börsen st immungs-i gierung hat rtzre Bereitwillig keil hmbgegeben, Ver- bild. Der Bericht der Sozialisierungskommissron, I treter zu entsenden. Es ist ixbcilen möglich, datz Datum-. Amsterdam - Notterd. Drüstel-Dntwerpea tkhristiania Kopenhagen ... Stockholm.... Helstngfor«. . .. jtalien London. New-Port Pari» Schweiz Spanien Dien (altes) . .. Deutsch-Oesterr. a6g. Prag. ..... Budapest.... Bulgarien .... 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Sevtbr. 1920 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme von nah u. fern bei unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreiche:: Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Kniever am Grabe sagen innigen Dank die trauernden Hinterbliebenen- Frau Martha Schmidt Ludwig Schmidt und Familie Kail Schmidt und Familie Wilhelm Schmidt und Familie P U- t v\ H ■X1/ R 1 1 1 s Ä. P 'S' i * bi i w ■ fr.> ft ■ t fr?' Kassenöffnung 3 Uhr. Ende gegen 5 Uhr. Kassenöfsnung 6'/, Uhr. Ende gegen 9*/2 Uhr. [9201c auch am Spieltage von 3—4'/, Uhr. erbeten. 9270A Vlldcrlis'sche Eiseswerkr, Wktzlsr Leistungsfähige Spiralbohrerfabrik im Rheinland sucht überall [wna 9485V bnrg unter 8. F. 24649. ah verkaufen. 015058 Hungen 9462 zur Ablieferung nach dem 15. September d. I. Angebote mit Angabe des äußersten Preises und der verfügbaren Mengen werden baldigst Vorverkauf: Sonntag vormittag von 11—12'/, Uhr, Montag und Dienstag von 10—1 Uhr, außerdem Gervöhnl-Preise! Abends 7 Ubr Gewöhnl.Vreise! 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September 1920. Dienstmädchen ob. Mädchen tagsüber ge- sucht Steinstr. HP. ow We Me« für Nachtwachen sofort gesucht. Med. Klinik, Zimmer 29. 9488c JöHiero VerkäHferin gesucht. 9484 Lanx&Wiederateln Glas- u. Poriellauhaudl. Helferin zum 15. 9. gesucht. Putzfrau vorhanden.Angebote mit Bild au Fran Dr. Soeder-Christaller. vuuhtayuuiuifi bietet Lebensverficherungsgesellschast überall tüchtigen und gut empfohlenen Herren mit nachweislich allerbesten Aussichten als Direktions- generalagcnt für Werbe- und OrganisationS- arbeit. Vorurteil für den Kenner höchst unangebracht. Geeignet auchfürNebenbetrieb, insbesondere für Vertretungen anderer Versicherung-- und Wirtschaftszweige. Gesellschaft leistet Hervorragendes. 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Tec Abbau der Zwangswirtschaft, so fuhr der Minister fort, legt zwei Gedanken besonders nahe, und zwar erstens, daß wir bet Aaff- l-ebung der Zwangswirtschaft unter allen Umstünden ein gemeinsames Vorgehen der Länder und des Reiches erzielen müssen. Es würde äußerst bedenklich sein und nicht bloß das Interesse dos 9tad)C£>, sondern auch die Jntevefien der Länder gefährden, warn Sonderaktionen sich bei dem Abbau entwickeln sollten. Ich darf $u meiner Freude festste! len, daß es bisher gelungen ist, diese Einheitlichkeit aufrecht zu erhalten, und da, wo Sonderaktionen eingeleitet waren, ein einheitliches Zusammengehen wieder herzusüÄen. Wir alle müssen zmserc Bestrebungen dalstn richten, caß Sondern ktionen irgendwelcher Art in Zu- finrft unterbleiben und daß einzelne Wünsche dem Gesamtbedürfnis untergeordnet wecken, wie überhaupt das Gesamtbedürfnis des Volkes und des Reich.s allgemein maßgebend sein must. Zum zweiten ist daraus zu verweisen, das; mit der Aufhebung der Zwangswirtschaft die Verantwortlrchkctt 6er deutschen Latckwirtschnft eine größere und unmittelbarere itnrb wie zur Zeit der Zwangswrrt- schast. Die Landwirtschaft muß sich in allen ihren Gliedern ihrer Verantwortung bewußt sein und für sich daraus die Aufgabe teil eiten, einen Verbrauchers chuh zu organisieren, d. h. das deutsche koniumierende Volk vor einer übertriebenen Preisbildung und üor einem Mangel t genau über sehen und wissen könne, über weldx Mengen man verfügen werde. Tie meisten Vertreter der Länder schlossen sich der Forderung nach einer Verminderung des ?lusmter gab zunächst Pros. Tr. Kaiser an Sxmb einer großen Reihe von Lichtbildern einen Uebecklick über die bergbauliche Bedeutung von Südwestafrika und die damit zusammenhängenden geologischen und morpholo-- gisck.en Ericheinungen. Besonders wurden die charakteristischen Wüstenformen und die damit eng verbundene wichtigste Mineralgewinnung, nämlich die der Tiamanen, vor geführt und erläutert. Die fesselnden Ausführungen des Vortragenden, die sich auf fünfjährige erngehende Erfvrsdmng jenes Gebietes während der Kriegszeit grünben, fanden lebhaften Verfall und Tank der Dersammlung. — Sobaim erörterte Prof. Tr. §>arrässowitz an Harrd ausgesucht schöner Stücke den Begriff, die .Bedeutung und Entstehung der sogenannten ,,Ver- wi 11 e run g sla g er stä 11 en". Er wies besonders auf die Wichtigkeit dieser Lagerstättenart in Heften hin und eröffnete habet einen Ausblick auf die neuen Aufgaben, die der geologischen Forschung in unserem engeren foeimargebtet harren. Anknüpfatd an diesen ebenfalls mit großem Beist ll auf genommenen Vortrag betonte Bergrat Kv brich die Wichrigkeft der geologischen Mitarbeit für den hessischen Bergbau und wies auf eine Reihe von Fragen des praErifdxn Betriebs hin, die zu ihrer Erlckigung einer solchen Mi.arbeu nicht vntratcit lönncn. Daher sei eine ftäitjigc enge Fühlung der Betriebsleiter mrt den Vertretern der geclogifdxtn Dissenscliaft unerläßlich. Tern jetzt schei.^enden, nach Münckien berufenen Prof. Dr. Kaiser galt der besondere Tank ber Versammlung für seine seitherige Mitarbett an der Entwicklung des Ijeffi- fckcn Bergbaues. — Sodann wurde über die schon mehrmals bebaitbelte Mar kscheiderfra ge ge sprachen. Tre Niederlassung eines Marksd^iders in Gießen ist nunmeln zum 1. Oktober gesichert. Tie weitere Ausgestalnmg der damft zulammen- llängenben geschäftlichen und Vertrags fragen wird bis dahin erledigt sein. Mit einer Reihe von Heineren Mitlellungerr schloß die Konferenz. Kirche und Schule. O Evangelischer Presjetag 1920. Ter in den Tagen vom 10. bis 13. September in Hannover sbrttfindcnde 2. Evangelische Pres 1 etag wick die Vertreter der evangelischen Preßoerbände, der eo>ang.lisd)en Tagespresse, der Sonntags presse, der Gemeinde- blattpresse, der evangelischeir Vereins- und Fachpresse, ferner die Glieder des freien evangelischen Schrifttums, sowie in Betracht kommende Parlamentarier zusammcnfühven. Am 10. und 11. September wird zunächst dft alljährliche Berufsarbeiterkonferenz der Evangelisdien Preßverbände stattfinden. Der Haupttag, der 12. September, ficht Gottesü' in ben größeren Kirchen Hannovers, sowie te e st g 0 t t es d ren st in der Aegidftnkirche vor mit dem Prckrgtthema „Kirckte und Presse". Für die Beratungen sind 3 Gegenstände vorgeschen: „Grundforderungen christlicher Presftarbeit, an den Grundsätzen des Ehrisientums gemessen", „Die Notlage ber evangelischen Presse und die Mittel ihrer Bekänrpfung", „Berickst über die Ausführung der Dresdener Beschlüsse (Presse und Kircl.enbe'hörden), September 1919". Bei einem geplanten großen Volks- abend sollen außerdem rod? Vorträge gehalten werden über die Fragen: „Was müssen die Evangelischen von ihrer Presie fordern?" und „Wie müssen die Evangelisd)en ihre Presse unterstützen?" Am letzter: Dag finden noch S 0 nderk 0 n feren- zen der berfdziebenen Fachgruppen statt, deren Zweck ein engerer Zusammenschluß zur Wahrung der Fachinteressen ist. mc. Mainz, 5. Sept. Am heutigen Sonntag fand hier ein großer katholischer Arbeiter^ t a g für den besetzten Teil des Fveistaates .Hessen statt. Ans allen Orten tarnen die Arbeiter in großen Massen, trotz der zweiselhasteir Witterung, und hörten im hohen Dome das Hochamt nm Grabe des großen Sozialbffchoss Frhr. Emma- nuel v. Ketteler. Die Berattmgen währten dann den ganzen Tag und behandelten u. a. die wichtigen Fragen „Kirche und Arbeiterin ferner „Die Notwendigkeit der katholischen Arbeiterbewegung", „Arbeiter und Sozialismus" usw. Auch ans den weiter entfernten Orten Rheinhessens waren große Arleiterfcharen nach Mainz gestckmt. Aunft und Wissenschaft Die Darmstädter Sezession. rm. Darmstadt, ?,. Sept. Die Frage ber Tarmstüdter Seceffion wurde in der heutigen Sft- zung ber Stadtverordneten noch einmal angeschnitten, nachdem sie vor vierzehn Tagen ein ganz gründliche Verurteilung erfahren hatte, was den Präsidenten der Ausstellung veranlaßte, eftien Brief an den Oberbürgermeister zu schreiben und ihn in der Presse zu veröffentlichen. Der Oberbürgermeister Dr. Glüssing teilte nun den Stadtverordneten mit, daß er in Uoberemstimmunn mit dem Ergebnis einer Besprechung mit der von den Stadt- verordneten bestellten Kommission an den Präsidenten der Ausstellung Herrn Kaffimir Edschmü) folgende Antwort gerichtet halbe.' „Ich beehre mich, Ihnen den Empfang der gefälligen Mitteilung vom 26. August zu bestätigen, die sie an mich für die Darmstädter Secession richteten. Ihrem Wunsche entsprechend, wecke ich den Einlauf der Mitteilung der Städtvewckneterr-Ver- sammlung zur Kenntnis bringen. Zur Sache selbst darf ich das Folgende Mitteilen: Wir sind mit der auch von Ihnen gegebenen Anregung einverstanden, von einem ?lnkauf von Kunstwerken abzusehen. So sehr im übrigen Veranlassung gegeben zoarc, auf die Ausführungen I'hrer gefälligen Mitteilung einzugehen, unö hierbei u. a. irrige Annahmen klar- zustellen, so trete ich doch auf den Boden Ihres Standpunktes, der eine weitere Erörterung ablehnt." Ter Abgeordnete Kollmann (USP.) versuchte noch für die moderne Kunst, die doch ihrerr Weg mache, vergeblich eine Lanze zu bredjen, während Stadtv. Hütsch iSoz.) die Angelegenheti als einen „dunllen Punkt" in der Gescküchte Tarnfftadts be>- zeichnetc, dock) sand die Stellung des Cberbürgev» mristers im übrigen Die Billigung der Versammlung. • mc. Wiesbaden, 5. Sept. In der Nacht vorn Freitag zum SamStag ist der Direkwr der inneren Abteilung des städtisd^n ÜrantenhauseS. Professor Tr. W. Weintraub plötzlidi ge» torben. Weintraub genoß als Rrckiziner Weltruf. Seine wisftnschastlichen Arbcften waren mit das Beste, was auf dem Gebiete der inneren Medizi» geschrieben wurde. vermischte». 88 tötlichc Pilzvergiftungen in 14 Tagen. Dor Geschäftsstelle der Pilz- und Kräuter- zeittrale, einer gemeinnützigere ^-orschungs- rmd Arbeitsgemrinsdaft von Pnzforsdiern, Pilz- und Kräuterfremckm (Sitz Lrilbromc a. 92.) wurven in der Zeii vom 28 Juli bis 13. August, also in nur 14 Tagen, au£ 51 Orten nicht weniger als 55 Pilzvergiftungen, die 165 Perionen be* trafen, gerne (bet. 9Hdjt iwnigcr als 88 tneivuc Vergiftungen en beten tödlich, die ohne B’iwifd iu>d) durst, iveitere Sterbcfäl'e unter den Brttwf- fernnt erhöht wecken. Dazu kommen njd) solche Fälle, von denen bie Pilz?» itnb iriäutcr-^tnilc nichts erfahren hat. Genaueres über diese rosst reckende Zahl von Pilzvergiftungen möffent» listt die oben crioälmte gemeinnützige Gese'.lsst^ift in der AuiMstnummer ihres Organs „Ter Pilz- unb Kräuterfteund", auch ist in dem gleichen £>rit an einen typischen Fall ber heimtückische Verlauf der Vergiftung durst» den Knollenblätierpllz beschrieben, bei welcher die Vergistungserschrinungm erst 10—20 Stunden nach den, Genüsse eintreten, um tonn fast ausnahmslos tödlich zu enden. Ebenso sindet fist) in dem erwähnten freft die Beschreibung der Bergiftungsersstreinungen durst) einen neu.nl- berften Giftpll» Inocybe Satararia (ziegelroter Rißpilz), von dem kein einziges Pilzbuck) etwrs berichtet, außer das in diesen Tagen neu erschienene Bademecum von dem ersten Pilzfulcher Deutschlands, Pfarrer h. c. Ricken, der aud) ermm weiteren sehr giftigen Pilz, den Lärchenmilchlmg (Lactarius Porninsis) darin beschreibt. Sollen uns nun diese Pilzvergiftungen oom Pilzgenuß abtzalten? - Minestvegs, cbenfonxntg wie Gasvergiftungen ünd Tötungen durch etet* Irischen Starkstwm uns veranlassen, van den Segnungen dieser Fortschritte keinen Gebrauch ^u masten. Unsere Nahrungsmittelnot ist groß, unsere Wälder bergen aber in den Pilzen Unmengen kostbarer Nahruitgsmittel, die wir nicht nur um oes Bauches willen auf jede nur mögliche Weise aus- nutzen sollen, pnbern auch, um dazu beizntragen, uns vom Aicsland .unabhängig zu machen. Aber die Volksmassen müssen über Wesen und Art ber Pilze in viel vollkommenerem Maße aufgertärt werdet), als dies bisher geschah. In die bisherige Art ber Aufklärung mengte sich infolge der leider vorhandenen Unzulänglichftiten unserer Pilzliteratur viel Wahres und Filsches, und da ist es nun eine besondere Aufgabe aller Bolkserzicher, der Aerzte, der Apotheker und in besonderer Weise Aufgabe der Schule und der Lsthrerfchaft, für einen regelrechten Pilzunterricht zu sorgen, damit sich den Massen unwillkürlich einprägt, was ist giftig, was eßbar. Es handelt sich hierbei nicht um Liebhabereien, sondern um Tinge von ganz beträchtlich volkswirtschaftlicher Bedeutung. Tie erwähnte gemeinnützige Forschungs- und Arbeitsgemeinschait „Pilz- und Kräuterzentrata" hat es sich zur besonderen Mfgabe gemacht, in rein gemeinnütziger Tätigkeit durst) einen regelrechten Forschungs- und Erfahrung^ 111 stau sch aller Pilzfvrsst?er, Pilzfteunde und Sammler dis bisher so unzulängliche Wissen von den Pilzen zu vertiefen, auszubruen, es weileren Kreisen zugänglich zu machen und die Verwertung der eßbaren Pilze, deren es viel mehr gibt, als gemeinhin bekannt ist, im Interesse des Volksganzen zu fördern. Tie Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Gesellschaft in .'Heilbronn a. N. versendet die oben erwähnte Nummer ihres Organs „Ter Pil>- und Kräuterfreund" sowie sonstiges AuMärungsmatk- rial an alle Pilzforscher und Pilzfreunde, jebodj muß sie als Beitrag zu den entstehenden .Koste« für diese Einftmdung 1 Mk. erbitten, womft Dw wirklichen Unkosten der Sendung bei 1 veilem noch nicht gedeckt sind. hSo V rohrb wiederholt ans die am ^tonetttoe* Mittwoch, dem 8. ds. Mts., tm Bahnhofs-Hotel stattfindenden Sorechnunden des Erfinders der vorzüalich bewährten Selbstunter- richiSmethode hingewiefen. Da Herr Warnecke tn nächster Beit in Gießen keine Svrech'tnnden wieder abhalten kann, ist der Besuch drinaend zu emviehlen. (Siebe Inserat in der Nummer vom 3. dS. MtS.) Blinder Hatz. Roman von Alfred Sassen. Machdruck verboten.) Fortsetzung 25. Starr und tall lag er im Sarg, er, der sie noch vor wem gen Tagrn aus seinen Augen voll glühender Lidenschaft angeb'.itzt hatte. Nicht etn armes Fünkstien nxir zurückgcklreben von dieser glühenden Leidenschaft. Vorüber — alles vorüber! An diesen Sarg sollte sie nun treten — mit all den Stimmen in ihrer Brust, die ihr zuschrren: »hättest du aur jene Reise verzichtet, so lebte der Ünglückliche noch!" _ Und das Gleiche sprach wohl auch,der Mtmd der immer neu von zermalmenden Schtcksalsschlägen geprüften Blinden! Sie mußte es hören--es war ihr Gericht! . . . Sie schritt hin zur Tür. Sie öffnete sie. Und zog sie hastig hinter sich zu, aus dem erschütternden Blld, das sich ihr bot, bereit, eines zu erraffen wie mit hungernden und dürstenden Augen! Jäh war ihr beim Dürern des Zimmers Anna Reinsdorfs Wort eing- m im Gesicht des Toten sei Frieden! Diar C) n ?! Sie meinte aut einmal, bann könne auch ihrer zerrütteten Seele ein Hauch des Friedens nicht versagt bleiben! Don der Schwelle schon schickte sie das Auge und alles Begreifen hin zu dem bleichen Gesicht auf 'dem weißen Attaskissen — — ja, ja, bi eie vollendeten Züge zürnten und drohten nicht mehr! Weichheit lag darüber ausgegossen — und eine Milde, toie sie sie nie von dem Lebenden gekannt! Ein Wunder war geschehen, und das Wunder wirkte ein anderes! Wie erlöst kam sich das junge Mädstxm vor. Der Tote verdammte sie nicht. Sie fühlte es. Er hatte ihr vergeben. So war ihr roch die Blinde zur Richtenn gesetzt. Und Rena sah sie an, diese Richterin. Da freilich war es, als wollte eine madtfoul! sich ^her oorstrecken.de Riefenfaust den köstlich aufge- gangenen Erlösungssstftin in ihr wieder ausdrück^a und das vorige Dunkel der Verzweiflung und Trostlosigkeit heraufbeschwören! Wie sah die Blinde aus! Nicht wie etne trauernde Mutter. Nein, nein, ganz, ganz anders! Ja, wie beim?! Rena fragt sich's in gjrer erschauernden Seele, fand aber keine Antwort. Doch! Es sah ans, als sitze sie und warte — ja, worauf? Auf ein Opfer. Tas junge Mädchen fand keine andere Auslegung dem Unheimlichen gegenüber, das aus Dem Gesicht der Unglücklichen aur sie einsprach. Es lag scheinbar die gewohnte, steinerne Ruhe darüber, tot und leer starrten die Augen wie sonst auch — aber dos alles war nur wie eine Maske — etwas Ungeheuerliches mußte im nächsten Augenblick Darunter hervorbrechen! Rena wurde von wilder Furcht geschüttelt und hätte am liebsten fliehen mögen. Allein sie mußte bleiben, und sie vergaß urplötzlich auch ihre Furcht. Uebermädjtig quoll ein andres Gefühl m ihr auf, das ja doch das natürliche war —: Das unsägliche Mitgefühl mit dreier ärmsten Frau und ärmsten Mutter, die vom Schicksal beraubt worden war, wie vielleicht nie zuvor eine andere . . « „Wer ist da?" fragte setzt die Blinde. „Tante —" gleich einem Aufwimmern tarn das Wort von den Lippen Rcnrrs, sie stürzte hin zu der Unglücklichen und umfaßte ihre Knie. „Steh auf," gebot die alte Frau hart, „ober ich muß auffteben und hinausgehen aus dem Zimmer. Du wirst mich aber wohl nicht vnn Srrg meines Sohnes vertreiben wollen." „Nein, nein," schrie das junge Mädd-en zurückweichend auf und erhob sich trumelnd. „Tu bist zurückgekehrt. Was wlllst du hier?" fuhr Die Blinde in dem gleichst, ehern harten Ton fort. „Mit dir trauern, Tante." „L>a, ha, ha!" Grell schallte das schneidende Lachen durch den stillen Raum. Mit einer erschütternden Gebärde, als wolle sie Verzeihung erbitten für diesen Ausbruch, tastete die Blinde nad) dem offenen Sarg, nach Den Länden des.Taten. Dann sprach sie in gedämpfterem Ton: „Geh wieder. Ich bedarf Deiner nickst." „Sckicke mich nicht fort, Tante — nicht so schicke mich fort!" „Dein eigenes Gefühl sollte dich von brefer Stätte scheuchen. Entweihung bedeutet deine Gegenwart für sie." „Um aller Barmherzigkeit willen, Tante," flehte Rena, „kein solches Wort mehr — du weißt nicht, wie es mir die Seele zerreißt!" „Und die meine —?!" lohte es jetzt unheimlich in dec Stimme der Blinden auf. „Glaubst du, sie fei nicht zerrissen? Das Letzte, was mir noch angetan werden formte, ist mir durch den Tod meines Sohnes geschehen! Nun bin ich ganz beraubt — zerschlagen, nackt und bloß stehe ich da. fein Stecken und Stab leitet mich mehr m memer Finsternis! Und wer tat mir auch dies Letzte, Bitterste an? Meine Feinde, die du tannft, und mit denen du dich verbündet hast! Um dieses Bündnisses willen aber ist jede Brücke abgebrochen zwischen dir und mir! Und wenn du auch die Tochter meiner Schwester bist, wenn ich dich auch gäiebt habe wie mein eigenes Kind — ich kenne dich nicht mehr! Noch einmal rufe ich dir zu: Verlaste diesen Raum, in Dem ich meine Totenfeier halte! Du entwechst ihn! Geh, geh, geh!" Zu ihrer vollen majestätischen Größe aulgereckt, stand die Unglückliche ba, mit den machtvoll drohen- ben Gebärden einer zürnenden blinden Prophetin. Die Schauer, die von ihr aussttömten, drängten wirklich, wie mit unwiderstehlicher Gewalt, die arme Rena zur Tüve hin. Ta aber klammerte sie sich mit beiden Händen fest und rief: „Tante, Tante, ich begreife ja, daß dir in deiner schrecklichen Nacht meine >Haß enLstich mildern wecken," (Fortsetzung folgt) (Beschluß d. Stadt. Lebensmittel-Deputation v. 31.8.20.) Bohnen, grüne und gelbe das Pfund Mk. 0.40 —0.60 9421B 0 30-0.40 Los 1,74 5 --- Die Gebote sind zu Festmeier, 9391B 9389V | Aul Heine Schrill-Weiten erlaube mir besonders hlnznwelsen Verlobte in Darmstadt 8371V 129 Einhorn © a 015010 getrennt nach 14. September Stück Pfund 33,87 3,41 Emilie Fricke Hans Geist 23 86 117 5 2 = 3 -- 4 = Karotten, ohne Kraut Kohlrabi, oberirdisch Weißkraut Wirsing Nömisch-Kohl Zwiebel, ohne Schlotten Menggemüfe Salat Gurken Tafel-Aepfel Tafel-Birnen Kochbirnen Falläpfel Zwetschen Mirabellen Reineclauden Pfirsiche Falzziegel, Biberldjtuanze, Firft= Ziegel u. ljintermauerungsfteine können noch in gröfi. Mengen abgegeben werden Kermes Giessen Bahnhof sfr. 60 Farnspr.1097 IM , * «I M , II , V . Gießen, den 7. September 1920. Trauung: Pension Grünewald, West-Anlage. 01 »043 Grundstücke Verpachtung. Tie leihfällig gewordenen fiskalischen Güterstücke in der Gemarkung Staufenberg werden Mittwoch den 8. September, vorm. von 9 Uhr ab, neu verpachtet. Gleichzeitig wird das Lwlz von zwei dürren Zwetschenbäumen und einem abgängigen Birnbaum versteigert. Zusammenkunft am neuen Friedhof. Treis a. d. Lda., den 2. September 1920. Weilburg z.It. Gießen, Süd-Anl. 13 Oberförstern Treis. Schneider. 0.20-0.30 0.50-0.60 0.50-0.60 0.25-0.30 0 60-0.70 0.30 0.12-0.20 0 06-0.12 0.50-0.75 0 50-0.75 0.30-0.50 0.15-0.25 0.25-0.40 1.20-1.50 1.00-1.20 2.50. behördliche AnZeigeN. Gemüse- und Obst-Nichtpreise in der Stadt Gießen. Rechtsanwälte Geh. Justizrat Dr. Reis Beni Bendheim, Dr.GustavReis haben ihr Bureau zur gemeinsamen Ausübung der Praxis vereinigt. Das Bureau befindet sich Casinostr. 31, Ecke Bismarckstr. erteilt. Gießen, den 30. August 1920. Dessischcstz Amtsgericht. Buchdruckerei Nitschkowski Ludwigstr. 4 :: GIESSEN :: Fernspr. 724 Versteigerung. Dieuslaa den 7. Leut. Von L Uhr ab versteinere ich Brandgasse 3: 1 Vertiko, 1 Kleidcr- schrank, 1 Wein>eugschrank, 1 Qüdicnfliront 1 vrima Herren-Schreibtisch, 1 AuSuehtilch, 1 .Qüdienicbmnt in.Auisatz. beidessehraii!, 14!ach«schränkcbeu, 1 Sessel, 1 Kvusolschrank in. Svienel-Auisatz, 2 große Bilder (150x90), 1 Feldbett, mehr. Betten, 1 neue Bettdecke, ein-. Ober- u. Unterbetten, 1 Cbaiselonane, 1 Sofa, 2 Brntkrvvven, 6 Cinmachtövie, 1 Waschlovs, mebr Tische, Stübie, Küchengeräte, Gläser, 1 große Kiste, 1 Part. Dielen sow. vcrsch. and. Ferner 1 BriSmen- sHeldüecher, 1 Part Zigarren (bess. Marken), 1 Oken, 1 Maienmäber, 1 Waschmangel. Tnfeliücher mit zwölf Servietten, 1 Taschenuhr Versteigerung bestimmt. H. Benner II., Auktionator, Krosdorser Str 9. Aaeahse v. VereteigeruMi. all. Art aach eins. Stacke. Nh. ftür Liebhaber eines lehr guten Klaviers, schwarz. Fabr. A-örfter-Lich, fit d. Zusammenkunft um ß Ufjr ^renzplatz nm Mettenhetmerschen Hause. s>,^ Tontuerk Guttenberg Ini).: Oskar will 5eihgestem,^t3t.6rolfen-5indsn „ HL » IV. Kiefernstämme III. Gießen Wolssttaße 8 Losen, bis spätestens Dienstag den ds. Fs. mittags 12 Uhr bei dem Unterzeichneten einzureichen und müssen den Vermerk enthalten, daß sich Bieter den hier gültigen Holzverkaufsbedingungen Verlobungsbriefe Verlobungskarten aparte Muster grolle Auswahl Mlöfccg L.1, Sckflnschrotbsn n. HandelslSchor. Ta^es- und Abendkurse. LumslS.tilg'.. Prosp.freL Obstversteigerung. Nächsten Mittwoch den 8. September wird das Obst der Gemeinde Torf-Güll, bestehend in Zwetschen (600—800 Ztr.), Aepfel und Birnen, darunter senrstes Tafelobst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Anfang morgens 10 Uhr am Ortsausgang der Straße Torf-Güll—Garbenteich. 3475 Hessische Bürgermeisterei Torf^üll. Schmidt. (Nr. 1457-1462) 4 Kiefernstämme IV. (Nr. 1462-1465). Künstlerkapelle. Heute letzter Tag: „Darwin“ Ab morsen bim inkl. Freitag Henny Porten unterwirft. Krofdorf, den 1. September 1920. Der Bürgermeister. 9441D Statt Karten. Albert Adler Leni Adler geb. Gutmann Vermählte Zwetschenversteigerung. Mittwoch, den 8. September, vormittags 9 Uhr, soll die diesjährige Zwetschen- emte der Stadt Gießen in 35 Losen öff^itl^,versteigert werden. Händlern, soweit sie nicht mnegs- beschädigte sind, ist das Mitbieten unterlagt Tie Zusammenkunft findet um 8V» Uhr am SchlEhof statt. 9453B Gießen, den 3. September 1920. Ter Oberbürgermeister. I. B.: vr. Rosenberg. Großes Licht spiel in 5 Abteilungen nach Olga Wohlbrücks Roman. Außerdem: das gntgewähte Beiprogramm. Trotz der enorm hohen Filmkosten keine Preiserhöhung. Wir bitten, nach Möglichkeit die Nach- mlttagsvorstellg. besuchen zu wollen Frische BrtttelMe empfehle zu billigsten Preisen. 8,79 C. G. llleinhenn Bahnhofstraße 59. Die Gemeinde Wißmar verkauft im Wege des schriftlichen Angebots folgende Holzlose aus dem Disttikt 17, Asselbach, an den Meistbietenden (Nr. 1226-1252, 1254-1335, 1337-1376, 1378 bis 1396, 1398-1445, 1447-1456): Fichtenstämme II. Klasse, 30,21 fm 60,60 „ Steruzwirn ä 20 Meter Leinen 100SI.S» M. Glanz'garn 100 St. 48 M. la. la. Schuhsentel Mako u. Eiseugarn 100 lang, per GroS 75 M. (Yrossiücu Nabatt! MWse.VMe»-«. Postsch.-ütonto 81043 Cöln. 10 MarkPortosicherhett bei Bestellung. 9452 Reine« ganze« Pfeffer per Bfd. Dl. 12,50 empfiehlt 9419 Heinrich Driesch Selters weg 70. MMWlW! Schützt eure Tiere vor Ansteckung und rettet die erkrankten Tiere von der jetzt überall sehr bösartig auttretenden Maul-und Klauenseuche' Zu diesem Zwecke verlangt möglichst rasch das vielfach erprobte Heil- und Schutzmittel „OHA“ das sich bisher überall gegen dies« Seuche laut zahlreichen Zeugnissen und glänzenden Gutachten ausgezeichnet bewährt hat. „Oha" mit Gebrauchs- anweisung, ausreichend für mehrere Tiere, franko geg. Nachn. M. 28.20. Prospekt« a. Wunsch sofort gratis. Zu beziehen aus d. St. Georgs-Apotheke von Apotheker Armin Hirth in Heidingsfeld b. Würzburg. Vertreter werden überall gesucht. 0290 Bekanntmachung. In unser Handelsregister A wurde heute die Firma Gebrüder Chambre in Lich, offene §xrndels-> gesellschaft, die am 15. August 1920 begonnen fcat, und als deren persönlich haftende Gesellschafter die Kaufleute Max (shambre II. und ©iegrnuno Chambre in Lich eingetragen. Angegebner (9e- schäftszweig: handel mit Getreide, Futter-i und Zurückgekehrt Dr. med. Wasle ttoetheetraße 30 °“*w Facharzt für Maut- und Belnleiden und Geachlechtekranke Spreehstunden eur weoheotags lOV.-ll'/. tu 1-3 Bekanntmachung. Nächsten Donnerstag, den 9. September, werden die den Gemeinden Lwlzherm und Bergheim gehörigen Zwetschen (mehrere Hundert Bäume) an Ort und Stelle meistbietend versteigert. ■ Zusammenkunft für hie Gemeinde Holzheim morgens 9 Uhr am Ortscursgong nach Butzbach und für die Gemarkung Bergheim nachmittags um 3 Uhr am Ortsausgang von Holzheim nach Torf-Gml. 9459 Holzheim, Kr. Gießen, bat 4. Sept. 1920. Hessische Bürgermeisterei. Wetz. n Ja m PWeMeZerlligsbWWMW Gieße« Soeben wurde auSgegeben: V. HrW / hnsliWe Milte in Wetteraucr Mundart. Auswahl. M. 8.50. Endlich konnte daS so beliebte, seit Jahresfrist vergriffene Bändchen in neuer Ausstattung herausgebracht werden. (Seibel ist Hessens bedeutendster Mundandichter. Hier werden wirkliche Heffe-Sväk und echte Hausmannskost geboten, man lese nur „E GäulSkur" und „Wann m'r e ftraa buot däi staucht"! UcberaU in Stadt und Land wird man das Büchlein besitzen muffen, denn gerade in der jetzigen Zeil wirkt solch Humor erfrischend und befreiend. 9487 In allen Buchhandlungen erhältlich. ZmenlSseikWSOe 5 cm dick (billiger und besser alv Gipsdielen- wände) solid.AuSsübrung, LingesumpsLerDeitz- halfo, Gips, Zement, Zement-ielen und Marmorzement stets auf Vager. Aafderiaaaer & Laberenz, <»)ivöornamentengeschäft, Gießen. Vahnslr. 5. (Uan Erhalte jetzt täglich prima frische Seefische jeweils zu billigsten Tagespreisen. August Wallenfels Tel. 262. 8191 Marktpl. 17. Bestellungen nach auswärts finden prompte Erledigung. Gießen, den 2. September 1920. 9432B Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). "Bekanrrtmachüng-T' Be t r.' Die Rabb nrer-Dr.-Levi-Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 1. Oktober d. I. die Jahreszinsen mit 156 Mk. zu einem Drittel an -wri Arme der israelitischen Religionsgcmernde Gießen, zu einem Dritdel an zivei arme Israeliten der Provinz Oberhossen, -u einem Drittel an zwei christliche Arme der Stadt Gießen zu verteilen. Bewerber um diese Gaben wollen sich bis xum 20. September l. I. schriftlich hierher wenden. Gießen, den 2. September 1920. 9455V Ter Vorstand der israÄ. ReligionsgememdeGießen. I. V.: M. S t r a u &. Düngemitteln sowie Tabakfabrikaten. Lich, den 30. August 1920. Hessisches Amtsgericht. Stammholzverkauf Milchbelieferung. Infolge ungenügender Belieferung der Stadt Gießen mit Milch können Dienstag den /, und Donnerstag den 9. September i>ie auf /z Liter lautenden Milchmarken nicht beliefert werden Gießen, den 6. September 1920. 9491B Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Arbeitsvergehung. Für die Feldbeveinigung Allendorf an der Lumda sollst die zur Ausführung von 7000 Meter Drainagen erforderlichen Graben- und Nohr- verlegrutgsarbeiden, Fuhrleistungen, Maurerarbeiten, sowie das Liefern der erforderlichen Ltbsteck- pflöcke auf dem Submissionswege vergeben toerden. Angebote find verschlossen bis zum Dienstag, den 14. September d. Js., vormittags 8 U b r, auf Hess. Bürgermeisterei Allen- darf a. d. Lda. einzureichen, woselbst die Eröffnung in GegMwart erschienener Bieter statt findet. Gießen, den 2. September 1920. 9423c Hessische Kultnrinspektion Gießen ______I. B.: Krause, Reg,-Gaum eister.______ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: Die Firma Friedrich Eikmeier, Tabak- fabrikate Gießen. Inhaber Friedrich Nkmeier. Kaufmann, Gießen. Der Friedrich Eikmeier Ehefrau, Else geb. Benner in Gießen ist Prokura Obstversteigerung. Am Mittwoch den 8. September, vormittags 10 Uhr, sollen in Kloster Arns- turg die Aepfel an der Straße sowie die Zwetschen öffentlich meistbietend versteigert werden. 9376V Gräfliche Gartenverwaltung Arnsburg. Obstversteigerung. Freitag, den 10. September, vormittags um 10 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Grün in gen gehörige Obst, stehend aus Aepfelir, Birnen und Zwetschen, öffentlich meist- Eietciti) versteigert werden. Zusammenkunft am Ortsausgana nach Steinberg. 9463 Grünrngen, den 4. September 1920. Bürgermeisterei Grüningen. Bingel. Heute letzter Tag des großen T nnd erfolgreichen Spieiplans i. Stuart Webbs o Cwi Pua die berühmte deutsche 2. LVI UVd Detektivin in DieAugenalsAnkläger Jstahaiupiiilipaa Authentische Aufn hmen von den _________Verhandlungen. Ab morgen: 9473c l.Der große IlichardOswald-Film Oer Zeigen Ein Werde gang i. 6Akt. L dHauptrolle Paul Wegener. Asta Nielsen Conrad Feidt, Ed. v. Winterstein. 2. ClaireWalldorftXiX““ fttaeimSctaitaler Lustspiel in 4 Akten. 111 Verstärkte* Orchester 111 Siebern Sie sieh zu diesem Pracht spiel plan rechtzeitig Hitze! Anfang ‘/,4 Uhr letzte Vorführung 8/,9 Uhr. M gM. MM für die Ueberdachung eines größeren Fabrik- Hoses zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preisangabe unt. 9468D an den Gietz. Anz. ©ioeüöüüeeeeee© l Lichtspielhaus BahnhofstraBe 34. Amtsverlimdiguiigrblatt für die Provinzialdirektion Oberhessen und für dar Kreisomt Gietzen. Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen MK. 2.50 vierteljährlich. Nr. 127 6. Teptember 1920 Inhalts Utbcrsicht: Aenderung der Verordnung über die Dampfkessel. - Dritter Nachtrag zur sechsten Ausgabe der deutschen Arzneitaxe. - Hessische Rückwandererhilfe zu Darmstadt. - Termin für die Einsendung der Kirchenrechnungen. - Viehseuchen - Dienstnachrichtcn. - Gefunden, verloren. - Feldbereinigungen Hausen, Röthges und Langd. Verordnung betreffend die Aenderung der Verordnung vom 8. November 1909 über die Dampfkessel. Vom 26. August 1920. Aut Grund des Artikels 3 Absatz 2 des Gesetzes vom 26. März 1902, die Dampfkessel und Dampsgefäße betreffend, wird hiermit in Abänderung der Verordnung vom 9. Dezember 1919 «Regie rnngsblalt S. 453 folgendes verordnet: 8 1. Tie Gebühren für die vvrgeschriebenen Begutachtungen der Genehniigungsgesuchc und die technischen Untersuchungen der Dampfkessel wie sie in § 91 der Verordnung vom 8. November 1909, die Dampfkessel betreffend Regierungsblatt S. 297), und in £ 1 der Verordnung vom 2. Mai 1912, die Abänderung der Vewrdnung vom 8. November 1909 über jbie Dampfkessel betreffend lRegierungsblatt S. 385 , festgesetzt sind, werden bis ans tveiteres um 300 vom Hundert erhöht. Die in den vorerwähnten Verordnungen vorgesehenen Ermäßigungen der Gebührensätze bleiben nach wie vor aufgehoben. £ 2. Diese Vewrdnung tritt mit Wirkung vom 1. September 1920 in Kraft. Darmstadt, den 26. August 1920. Hessisches Landes-Arbeits- und Wirtschaftsanit. I. V.: Ur. Wagner. Bekanntmachung betreffend den dritten Nachtrag zur sechsten Ausgabe der Deutschen Arzneitaxe 1920. Vom 1. September 1920. Aus Grund des § 80, Absatz 1 der Gewerbeordnung jür das Deutsche Reich bestimmen wir, das; mit Wirkung vom 1. September 1920 ab ein dritter Nachtrag zur sechsten Ausgabe der Deutschen Arzneilaxe 1920 in Hessen in Kraft tritt. Der Nachtrag ist im Verlag der Weidmannschen Buchhandlung, Berlin SW. 68, Zimmerstraße 94, erschienen uni) kann durch die Besitzer der Arzneitaxe 1920 von der genannten Buchhandlung zum Preise von 0,80Mark bezogen werden. T a r m st a d t, den 28. August 1920. Hessisches Ministerium des Innern. I. V.: H ö l z i n g c r. Tcr Hessischen Rückwandererhilfe zu Darmstadt ist von dem Ministerium des Innern die Erlaubnis erteilt worden, zur Linderung der Not reichsdeutscher und reicl>sstämmiger Rück ivanderer im Freistaat Hessen bis zum Ende dieses Jahres mittels Aufruf in den Zeitungen, durch Werbebriefe und durch Sammlungen von Haus zu Haus, jedoch unter Ausschluss bezahlter Agenten, Geldspenden zu sammeln. Zur Veranstaltung der Haussammlungen bcdars es jeweils der besonderen Erlaubnis der Ortspolizeibehörde. Betr.: Ten Termin sür die Einsendung der Kirchen rechn un gen für 1919. An die Kirchenvorstände des Kreises. Ter späteste Termin für die Ablieferung Her Kirchenrcchnung an Sie ist auf Ende August festgesetzt. Wir beauftragen Sie, die Rechner entsprechend zu bedeuten und zur sofortigen Ablieferung anzuhalten. Bei Nichtanhaltung dieses Ablieferungstermins »vollen Sie alsbald berichten. Tie Rechnungen sind voir Ihnen bis spätestens Ende September an die Oberrechnungskammer, Iustifikatur II. Abteilung, einzureichen. Nach dem Ausschreiben des Oberkonsistoriums vom 28. Juli 1915 — Verordnungsblatt Nr. 12 voir 1915 - ist der Nachweis über den an den cvang. Zentralkirckrenfonds abzulieferrrden lieber - schus; des Einkommens der Pfarrstelle nicht mehr, wie bisher, an uns, sondern an den evang. Zentralkirchenfonds ohne Begleir- bericht einz-usenden. Ter bis spätestens zum 15. Oktober l. Is. zu erstattenden Anzeige über die erfolgte Ablieferung der,Kirchenrechnung an die Oberrechnungskammer ist von dem Kirchenvorstand ber Vermerk beizusügen, dass, wann und mit welchem ablieferungspflichtigen Betrag der Nachweis über das Erträgnis der Pfarrstelle an den evang. Zentralkirchenfvnds abgesandt worden ist. Gießen, den 2. September 1920. Kreisamt Gießen. Dr. Ufinger. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche in Oppenrod. 3n Oppenrob ist die Mauk- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Oppenrod und ein Beobachtungsgebiet, bestehend aus den Gemarkungen Burkhardsfelden und Reiskirchen. Unsere Bekanntmachung vom 25. August in Nr. 122 des Amts- verkündigungsblattes findet sinngemäße Anwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, ivemi sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des 8 328 des Str.G.B mit Gefängnis. Gießen, den 4. September 1920. KreiSamt Gießen. I. 93.: Hemmerde. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche in Gießen. Tie Maul- unb .Klauenseuche ist in Gießen weites in folgenden Gehöften amtlich festgestellt tvorden: 1. Riegelpfad Nr. 30, 2. Frankfurter Straße Nr. 49, 3. Neustadt Nr. 78. Tie Sperrmaßregeln sind angeorönet. Wir weisen erneut ans unsere Bekanntmachung vom 24. August ds. IS. 'Amlsverkündigungsblatt Nr. 121 und die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 25. August ds. Is. Amtsverttrndi gungsblatt Nr. 1221 hin. . Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit lw'hen Strafen geahndet, und ztvar, weint sie wissentlich begangen werden, gemäß 8 328 RStrGB. mit (Gefängnis. Gieße n, den 4. September 1920. Polizeiamt Gießen. Laute schläger. Dienstnachrichtcn des Kreisamtes. In der Gemeinde Rixfeld, Kreis Lauterbach, ist die Maul- und Klauenseuche fest gestellt worden. Tie Gemarkung Rixfeld ist zum Sperrbezirk erklärt worden. In O p p e r s ho f e n, O ck stad t, I l b e n st a d t ist die Maul und Klauenseuche amtlich fest gestellt tvorden. Tie genannten Gemeinden lind Gemarkungen werden zum Sperrgebiet erklärt Ins Beobachtungsgebiet fällt die Gemarkung Ober-Rosbach. Hermann Hahn zu Bettenhausen wurde von uns zum Kommandant der Pflichlfeuerwehr in Bettenhausen ernannt und verpflichtet. Ludwig Metzger wurde von uns zum Kommandant und Karl Raab II. von Inheiden zum Stellvertreter des Kiom- m and an len der Pflichtfeuerwehr zu Inheiden ernannt und verpflichtet. Karl Schäfer von Utphe wurde von uns zum Stellvertreter des Kommandanten der Pflichtfeuerwehr zu Utphe ernannt । und verpflichtet. Bürgermeister Karl Becker zu M u s ch e n h e i m wurde von uns zum Markmeister der Gemeinde Muschenheim eidlich in Pflichten genommen. Heinrich Nagel von R e i s k i r ch e tt wurde von uns zum Feldschützen der Gemeint Reiskirck;en verpflichtet. Heinrich Weber aus Utphe wurde von uns Dum Wiegemeister der Gemeinde Utphe verpflichtet. Bekanntmachung. In der Zeit vom 15. -31. August wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Vorstecknadel, 1 KrawattennadeU 1 Bleisti fthalter, 2 Paar Glacehandschuhe, 1 Brosche, 1 otürf Seidenband, 1 Metermaß, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Tamenuhr mit Anhänger: verloren: 1 braune Brieftasche mit Lebensmittelkarten, 1 Notiz biid> in schwarzes Wachstuch eingewickelt, 1 Mäppckien mit 600 Marl Papiergeld, 1 Papiergeldtasche mit einigen Geldscheinen sowie Rechnungen von hiesigen Geschäftsleuten, ein braunes Portemonnaie mit 20 Mark, verschiedenen Zetteln und 1 Bild, 1 braunes Portemonnaie mit 200 Mark, zwei i all en i sehen Geldstücken, 1 Münze 'Mnttergottesbild', sowie MTper dis eine «*r wramglven / ÄUfgaven oeg Staates. Wie reimt sich das zusammen? Ans allen diesen Gründen fordert der Zentral- verband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener die gänzliche Beseitigimg der Paragraphen 63 und 64, deren Durchführung für den Staat mit ganz unverhältnismäßigen hoben 93er- »valtungskosten und einer sehr starken Arbeitsbelastung der 93ersovgungsbehörden verbunden ist. Bum mindesten aber sollten die Paragraphen so lange außer Kraft gesetzt werden, bis eine em= schneidende Besserung der wirtschaftlichen Gesamt-, läge Deutt'chlands eingetreten iji Die jetzige Form der Ansgleichsznlage nach tz 28 kann ebenfalls keinen Kriegsbeschädigten und keine Kriegshinterbliebene restlos befried^en. Tem Prinzip, die sozialen Verhältnisse, in welckien die Versorgungsbevechtigen leben, zu berücksichtigen, stimmt der Zentralverband ohne weiteres zu. Dir glauben aber, daß eine solche Berücksichtigung schon gewälnleistet ist, in § 25, Abs. 1, der ausdrücklich die Berücksichtigung der Lebensverhältnisse, Kenntnisse und Fähigkeiten des Beschädigten bei der Bemessung der Minderung der Erwerbsfähigkeit dorsieht. Im übrigen muß aber doch wohl in erster Linie dafür gesorgt werden, daß 'den Vollerwerbsunfähigen durch die Rente ein würdiges Existenz- uunimum gewährleistet wird. Auch nach dem neuen Gesetz erhalten aber jene, für die eine soziale Aus- gleichszulage nicht in -Frage kommt, feine Voll- :cil(e in einer Höhe, daß damit das Existenzmrnt- tnum erreicht wird. Ueberaus große Bedenken haben totr gleichfalls gegen die jetzige Fassung des 8 "25 Ws. 3. Danach erscheint die Sicherstellung einer ^gemessenen Rente für die Kriegsbeschädigten, die pbar eine erhebliche Beschädigung erlitten Haven, ln ihrer Erwerbsfähigkeit aber nicht oder nur wenig beeinttächttgt sind, keineswegs gewährleistet. Nach den schon ersch cnenen Ausführungsbestimmungen, welwe ohne Mitwirkung der Organisationen vom Reichstag angenommen worden sind, wird in gün- w.gstem Falle eine Rente von 50 Prozent gewährt, ®ua) tvenn mehrere Beschädigungen (Arm- und **uiDerlu|t 5.93. Zusammentreffen. Infolge des 8v3 bleibt der Beschädigte aber nicht einmal im yuijrer oer voinnryen ^nnrrgenien, oer im «eiiß der Ausrüstungsstücke des ermordeten Unterwacht- meisters Hoffmamt war, ein führendes Mitglied der polnischen Bürgerwehr. Daß auch dort, wo die paritätische Polizei in Tätigkeit ist, für die polnischen Mitglieder Partei ergriffen wird, beweist ein Bor trag in Bogutfchütz, wo am S nm tag Abeno als Abschluß der viertägigen Tagung des ßlewerk- schaftsbnndes der Angestellfen eine Festlichkeit im Hotel „Gras Reden" stattsand. Um Vsl Uhr nachts drangen 40 bis 50 Polen in das Lokal ein und verursachten wüste P r üge l szenen. Die neue AbstirnrnungsPolizei griff nicht ein, vielmehr ließ ein polnisch sprechender Polizist die Eindringlinge erst in das Hotel ein. Die zu Hilfe gerufene französische Sicherheitswache erschien nicht. Auch sonst geht der twlnische Terror imbebinbert weiter. 3« der Prinzengrube bei L a z i s k setzten die Polen 13 deutsche Beamte ab und stellten auch dort polnischen Ersatz ein. Tie 93ermittetungSoerbanbhmgen des polnischen Plebiszitkvmnnssariots und der r«ol- irischmr Gewerkschaften, die von der Grubenleitung an gerufen waren, waren bisher vergebens. Die Werksleitung wandte sich auch an dvn General Le- rond, ter es jedoch attebnte, sich in „wirtschaftliche Differenzen" eimnmisch-en. Als die Werksleitung erklärte, daß sic dann die Grube schließen müsse, erklärte Lerond, dann dürfte sie die Veranttvor- tung tragen. Der 93crtreter der Werksleitung erklärte darauf: Die werde ich tragen. Die Gesetze befehlen mir die Schließung der Gruben, wenn ferne bergbehördüch anerkannte Beamte da srnd. Auf die Frage des Vertreters der Werksleitung, ob die Kommission bei der Schließung der Grube die deut- sckrndlungen beendigt. Sie griffen vielmehr die litauischen Truppen bei Auguswwo an, drängten sie zurück und braitgen tief in litauisches Gebiet ein. Me litau- ifd;e Heeresleitung wurde gezwtmgen, diesen Einfall zurückzuweisen. Ta die litauische Regierung weiteres Blutvergießen zu terbincern wüirstht und Polen dm Beweis ihrer friedlichen und freundlichen Politik ihm gegenüber geben mochte, schlägt fte vor, die Feindieligkeiten soforteitt- zu fiel len und Delegierte, die mit den nötigen Vollmachten versehen sind, zu entsenden, um eine Demarkationslinie zu b e stim m e n._Tie Telegierien können sich in Mariampol treuen. Festlegung der Temarknionslinie wäre, die litauische Regierung sofort bereit, in Verhandlungen zwecks Lösung aller strittigen Fragen ein» wtceten. Die litauische Regrerung nimmt als Basis dieser Verhandlungen die schon kürzlich aur der Konferenz von Riga von bat lstauisthen Delegierten bestimmten Punkte an. Die Unruhen in Italien. Mailand, 6. Sept. sWTB3 Die Metallarbeiter haben beschlossen, die Beschlüsse der In- ditstriellen bis zum 10. d. M. abzuwarten. Alsdann soll eventuell die Besetzung der Fabriken in ganz Italien erfolgen. — Der gestrige Tag ist ruhig verlausen. Mailand, 7. Sept. tWTB.) Ein Triester Telegramm des „Secolo" meldet, daß es infolge des Generalstreiks zu Zusammenstößen zwischen bewaffneten Sozialisten unb Mitgliedern des bürgerlichen Blockes kam, bei denen es Schwerverletzte gab. Tie Karabinieri veranlaßte Haus- suchunaen in den Räumen der sozialistischen Partei und der bürgerlichen Blockparteien. An b- und Stein druck-rei R. La o q e, (Btc^cn zi^yvi u. ijimermdut'nmybjmiw können noch in gröfi. Mengen abgegeben werden Karotten, ohne Kraut Kohlrabi, oberirdisch Weihkraut Wirsing Nömisch-Kohl Zwiebel, ohne Schlotten Menggemüfe Salat Gurken Tafel-Aepfel Tafel-Birnen Kochbirnen Falläpfel Zwetschen Mirabellen Reineclauden Pfirsiche 015010 Rechtsanwälte Geh. Justizrat Dr. Reis Beni Bendheim, Dr.GustavReh haben ihr Bureau zur gemeinsamen Ausübunj der Praxis vereinigt. Das Bureau befindet sic) Casinostr. 31, Ecke Bismarckstr 0 30-1 0.20-1 0.50-l 0.50-( 0.25-l 0.60-1 0.30 0.12 —( 0 06 —t 0.50-( 0 50 —( 0.30-l 0.15 —( 0.25-1 1.20- 1.00-: 2.50. behördliche Anzeige! Gemüse und Obst-Richtprei in der Stadt Gießen. Ter Borsland der israet.RÄigwnsgemeMdeGiest I. V.: M. Strang. MdeM Srünbe J W link burffl nLttgeAu It5 int Mc Mhmle p, könnte rfanen, n> Atzung fei [kB sfe zur ^eihaupt i | Von A |frt Krieg rinftimmig s» Tontperk fjüttenberg Intj.: Oskar Will £eihgeftem,Stat.6roßen=£inben Zurückgekehrt Dr. med. 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Es find dies. 1 Der Melioratwnsplan nebst Protokoll über die Veränderungen am Wegnetz bei der Zuteilung. 2. Acht Zuteilungskarten. , . 3. Ein Band ZuteilungsPerzeichnis. 4. Zwei Bände Gütergeschosse. 5. Ein Heft Zusammenstellung der Gutergesckwsse. 6. Zwei Bände Gütergeschvsse mit Zuteilungsplan. 7. Ein Band ObstbaumPerzeichnis. 8. Ein Band Obstbaumgesck)vsse. o_ . 9 Abschriften der Kvmmiffionsbefchlusse vom 27. Marz und 4. August 1-920 über Zuschläge zum Geldausgleich. San fahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt am Montag, den 4. Oktober 1 920, mvrmittags 10—11 Uhr, auf dem Rathaus zu Hausen, wozu ich die Beteiligten mit der Androhung einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Tie Eimvendungen tollen schriftlich und mit Gründen versehen eingereicht werden. Tie Vorzeigung der neuen Grundstücke findet statt: an 4Jtt und Stelle am Mittwoch, den 29. September 1920. Zusammenkunft um 9 Uhr vormittags am Rathaus zu Hausen. Friedberg, den 27. August 1920. Der Hessische Feldbereinigungskommissar. I. V.: Dr. Koch, Regierungs-Assessor._____________ Frische MWWs empfehle zu billigsten Preisen. 81,9 C. G. llleinhenn Bahnhofstraße 59. SWMWW Schützt eure Tiere vor Ansteckung und rettet die erkrankten Tiere von der jetzt überall sehr bösartig austretenden Maul-und Klauenseuche: Zu diesem Zwecke verlangt möglichst rasch das vielfach erprobte Heil- und Schutzmittel „OHA» das sich bisher überall gegen diese Seuche laut zahlreichen Zeugnissen und glänzenden Gutachten ausgezeichnet bewährt hat. „Oha" mit Gebrauchsanweisung, ausreichend für mehrere Tiere, franko geg. Nachn. M. 28.20. Prospekte a Wunsch sofort gratis. Zu beziehen aus d. St. Georgs-Apotheke von Apotheker Armin Hirth in Heidingsfeld b. Würzburg. Vertreter werden Überall gesucht. 0380 Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Röthges: hier den Zuteilungsplan. In der Zeit vorn 1. bis einschließlich 14. September 1920 liegen im Hause des Bürgermeisters Meckel, Hausnummer 5, zu Röthges, die Arbeiten des Zuteilungsplans Mr Einsicht der Be- teiligten offen. Es sind dies: A. FürGemarkungRöthges: 7 Zuteilungskarten, aus denen auch die Bewertung der Zu- Versteigerung. Dienstaa den 7. Sevt. von 2 Uhr ab versteinere ich Brandmasse 3: 1 Vertiko, 1 Kleiderschrank, 1 Weiß>eugschrank, 1 Küchen schrank, 1 vriina Herren-Schreibtisch, 1 Ausziehtisch, 1 Kiichenschrnnk in.Auisatz. beides sehr n»!, i Rach'schränkchew l Sessel, 1 Konsolschrank in. Svienel-Auisatz, 2 große Bilder (150x90), 1 Feldbett, mehr. Betten, 1 neue Bendecke, einz. Ober- u. Unterbetten, 1 Chaiselongue, 1 Sofa, 2 Bratkrovven, 6 Einmachtövse, 1 Waschtovf, mehr. Tische, Stühle, Küchengeräte, Gläser, 1 große Kiste, 1 Bart. Dielen sow. versch. and. Zerner l BriSinen- Feldstecher. 1 Bart. Zigarren (bess. Marken), 1 Oien, 1 Rasenmäher, 1 Waschmangel, Tafeltücher mit zwölf Servietten, 1 Taschenuhr Bersteigerung bestimmt. O. 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Wir bitten, nach Möglichkeit die Nach- mlttagsvorsteHg. besuchen zu wollen f^^LKermes Giessen Bahnhof sfr. 60 rnspr10ff7 Wäteßg LW:. Schflnschroibsa n. BandeisISohM-. Tages- and Abendkurse. LumslS.itlgl. Proep.ireL ©e©®®©öiei®eeeee i Lichtspielhaus' Bahnhofstraße 34. •“•c Giehen, den 2. September 1920. 9432B Der Oberbürgermeister (Lebensmittela ^BLkanntmachung. Betr.: Die Rabbiner-Dr.-Levi-Stiftmig. Aus obiger Stiftung sind am 1. Oktober b. die Jahreszinsen mit 156 Mk. zu einem Drittel an zwei Arme der israelitisc Religionsgemrinde Giesten, zu einem Drittel an zwei arme Israeliten Provinz Oberhessen, zu einem Drittel an zwei christliche Arme Stadt Giesten zu verteilen. Bewerber um diese Gaben wollen sich bis z 20. September L I. schriftlich hierher wenden. ■ | ladende f i J? Dhiti'ch ÄS < fit . lerne 6‘