Dienstag, 6. Januar 1920 Erstes Blatt <70. Jahrgang offene Frage. Ur. 4 ter dtefcerer Anzeiger erscheint täglich, außer Lonn- und ^etcriag5. vrzoysprelr: Monn tilch 'Dif. 2.30, vielteljäbrl'ch Mk. 6 90 einschließlich des Bestell- flplbe; Dm cb die Post Ditfitcljnhrlid) Mk. 6.— aueßtzließlich Bestellgeld. Fernsvrech - 'Jlnlcblüfie: für bie scbviiikuunqi 12 U'nlafi.^eid-.uf.vfKlleöl Anlchrist für 2 ralunach- rrchten: Anzeiger Siege». postscheittsnto: Zrmrsfnrt a. M. 11686 Den Mensäien unserer Heit fe'ilt so sehr der tont, datz die b.m^gllch: Arbeitswille. Man gibt dem Krieg die Schuld, streckten deutschem Allste aus Das mag zum Teil berechtigt, {ein; aber auch die l brauchbarer Kreuzer urrbWmgt angcwLien Mi. hiuuiqmt pon Anzeigen s. Die Lagesuumnter Die zu,n Nachmittag vorder ohne iebiikrbtn'lid)feit Dreis für 1 mm höhe für An »eigen v.34mrn Ereilt Örth 1) 25 6i, auSivLi tS 30 P'.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm krene 90 Pf. Platz- voilchrii>20*/ A>>ifchlag. Hauvtschri tleiler: Ang. Äoeiz. ünaiitiDortlid) Kn Polit'k: Ang. <ä»otv,; für den übrigen Teil: Dr. Remholo Zenz; für den Anzeigenteil: i>. Beck, sämtlich in Gießen. Jng ter I eilte deutsche Note über die Besatzung-, fitt'.itfje I tvuppcn in dcn AbsiimniungSgcbictcn. zu er-1 Berlin, 5. Ian. (Wollf.) Der Vorsitzende der deutschen Frredensdele- ä a t i o n in Versailles besprach am Samstag ein- lelne bei den Verhandlungen zu regeüite Fragen mit dem Generalsekretär der^^tenskonferenz, Lerrn Dutasta, nochmals mündlich. Bei dieser Gc- leaenheit wurde H-rm Dutasta^eine Auszeichnung übergeben, in der bte Stellung der deutschen Regierung zu dreien Fragen kurz gekennzeichnet wird. Zur Besertrgung der Schwre- rmFrifrn die sich aus der Rrchtbeterlrgung Amen- M her Ätmig des ersten Vr°t°k°lls über die Niederlegung der Natiftkattonsurkunten er- «geben ist Deutschland bereit, weitgehendes En t- qegen'komisten zu z.igm. Es wird sodann iwcknna s feiWtet(t, daß Verkäufe deutichen Dafenmatenals ins Au.l-ind nach dem 3. 11 gestellten Ermittelungen Nicht stattg^funden haben. Fenrer nnrd erneut Berührung dangen eingelegt daß die Besatzungen der deutschen Krieg_>ichtss. tu Scapa Fchw, die sich in Vertrauen ans dre Ate fted^dä Waffenstillstandes in ten Machtbcrnch der Gegner begabm gewaltsam fKZÄL'test den Weiter wird bi? Erwartung ausg^prochen datz die sechs steinen Kreuzer, bte nach dem Fr'.edtms- vcrtrag Deutschland verbleiten, folcfe Schste sein werten, deren En atz durch N it iXtaten Nicht schm in wenigen Jahren notwendig wird. E- nnrd be> ' daß die teroeg litte Verteidigmig der langge- ans dem besetzten Gebier. Ausschreitungen fran?>ösischr Soldaten. Mainz, 5 Jan. (2Mf.) Gestern abend bei ä Fügten drei angetrunkene Iran« zösische Soldaten aus der Au u ruerstraße mehrere Frauen und Mädchen unb suchten fie von ihren Breitern ab,udrängen. Em diese Belästigungen verbat, erhielt von einen Die Reife des italienische« Minister. . Präsidenten. Paris, 5. Jan. (Havas.) Der italie. nische Ministerpräsident, begleitet vom Minister des Auswärtigen und dem italienischen Botschafter, hat heute morgen 10.20 Uhr Paris verlassen, um sich nach L o donzu begeben. Holland für unterernährte deutsche Kinder. Haag, 6. Jan. (WTB.) Wie das Korve- spondenzbureau meldet, wird Mitte Januar, wahrscheinlich am 12., ein Extrazug für unterernährte deutsche Kinder von den Niederlanden nach Thüringen abgehen. Der Prinz der Niederlande wird in seiner Eigenschaft als Versitzender des niederländischen Rollen Kreu- zu erhalten. Line Rede Churchills. Paris, 5. Jan, (Wolsf.) Laut „Jntour- igeant" hat Winston Churchill gestern in einer Rede erklärt/ wenn Deutschland zusammenbreche, dann werde die Lage in Europa chwierig werden. Man dürfe Deut.chland nicht in bat Abgrund stoßen lasten. -Im allgemeinen fei anzuerkennen, daß bie deutsche Regierung ttn letzten Jahre ehrlich und korrekt bie Vedingungen der Alliierten ersü.lt habe. Möglicheripeije be- refe eine Entente zwischen dem kaiserlichm Militarismus und ban deutschen Bolscheivismus, Um die deutsche Republik zu zerstörai. Man müsse darüber wachen, daß nichts derart gesckiche. Rotterdam, 6. Jan. (WTB.) Laut „Nieuwe Rotterdamschen Courant" sagte Cch u rchi l l in seiner schon erwähnten Rede noch: Der englische Ausfuhrhan- d e l wachse von Monat zu Monat an.Wert und Umfang. .Cs regne Bestellungen in fast allen größeren Industriezweigen, nicht nur für die inländischen, sondern auch für die ausländischen Märkte. Churchill drang nachdrücklich auf Einigkeit und sagte, das Auseinanderfallen der Kräfte/'hie die jetzige Regierung stützen, könne nur die Folge haben, daß die Arbeiterpartei ans Ruder komme, die sich noch in ihrer Entwicklungszeit befindet und dal)er vollkommen ungeignet sei, die Verantwortung für die Negierung zu tragen. Churchill betonte die Notwendigkeit, eine genügend große Flotte zu haben. Uebcr die furchtbare Katastrophe in Rußland sprechend, sagte Churchill, daß der Schatten des russischen Bären Unruhe in Indien erzeuge. Die Heere K o l t s ch a k s seien säst verschwunden und die Den i k i n s in großer Gefahr. Ihre Vernichmng würde böse Folgen zeitigen, unter denen hauptsächlich England leiden würde. An diese Dinge müsse man denken, wenn man sich die Lage in Deutschland ansehe, die auch fürEnglandeineGefahr bedeute. Tie Dienste eines großen Teiles der fähigsten, fleißigsten und menschlichsten Rasse könne man nicht entbehren. Man müsse aufpassen, daß man sich durch Deutschland nicht irreführen lasse. Man dürfe Deutschland jedoch auch nicht zum Aeußersten treiben. Wenn Frankreich bereit sei, mit Deutschland Handel zu treiben, so dürften die Engländer nicht beiseite stehen. England müsse dafür sorgen, daß es seinen Anteil am deutschen Markte, der vor dem Kriege von so unermeßlichem Interesse für die Wohlfahrt Englands gewesen sei, nicht verliert. (Eine internationale Anleihe. Amsterdam, 6. Jan. (WTB.) Der„Nie m>e Courant" meldet aus Newpork: Sir Paish erst arte in einer Unterredung, daß eine internationale Anleihe von 35 Mill ton en Dollars notwendig sei, um das gettöfte G-eicb- gewiÄt in Europa wiederlerziKellen. Dree Summe Irene von al.en Unreneichuern tes B-xkerb md- oertraaes garantiert werden müi'ien. Die Vereinigten Staaten werten 15 Milliarden, Großbritannien 5, Frankreich, Italien, Japan, Chma 5taat§drenstpflrcht. Wir haben in unserem Leitaufsatz „Zur Jahreswende" in Nr.305 eine Arbeitspflichtzeit für die Jugend, rote sie audj Bulgarien Linzuführen im Begriffe ist, empfohlen. Hierzu schreibt uns Herr H. L. Fuchs-Darmstadt: Tie Wilterausrichtung Deutschlands ist eine Ausgabe, die in gleicher Mannigfaltigkeit und Verworrenheit ber Probleme die Weltgeschichte noch keinem Volke zu lösen gegeben hat. Zu den Nöten der Gegenwart gesellt sich eine ernste Zukunftssorge Man macht sich heute noch wenig Gedanken über den schnell schreitenden Rückgang der Volksgesundheit, insbesondere in bezug auf bie Heranwachsende Jugend. Eine kürzliche Verösfent- lichung des preußischen Wvhlsahrtsministeriums wirst ein scharfes Licht auf die ungeheuren körperlichen Leiden imb Schäden (besonders Rhachitis und Tuberkulose), die unsere Jugend durch die Hungerblockade erlitten hat. Die kommende Generation wird körperlich und geistig schwer an den Folgen der Entbehrungen der Kriegsjahre zu leiden haben und dadurch den Gegnern im Wirtscbafts- kampse unterlegen fein. Tie Entente hat damit ihr Ziel erreicht. , Zur Abwehr der drohenden Degeneration habe ich bie Einführung einer einjährigen „Staats- dienstpslicht" („Staatsdienstpflicht, ein Weg zur Dolksaesundheit." K. Wielands Verlagsdruckerei, Darmstadt) gefordert. Nach beendeter Schul- bzw. Fortbildungsschulpflicht soll jeder junge Deutsche ein Jahr lang seine Kräfte in den Dienst des Staates, seines Volkes stellen. Diese Dienstzeit wll kein Arbeitsjahr sein, in dem an der Jugend Raubbau getrieben wird, sondern die körperliche Arbeit soll ein Mittel zur Erziehung und Gesundung des Heranwachsenden Geschlechts sein. Jeder zunge Mann soll ein Dienstjahr ableisten. Kranke und Arbeitsunfähige kommen zunächst in Krankenabteilungen, in denen unter Leitung tüchtiger Spezialärzte unter Akvvendung ^aller der Wissenschaft zu Gebote stehenden ärztlichen Hilfsmittel bei sachgemäßer Verpflegung diese das Volksvermögen mid Wirtsckfastsleben nutzlos belastenden Erwerbsunfähigen nach Möglichkeit zü brauchbaren Gliedern des Volkskörpers herangebildet werden. Können auch nicht alle Krankheiten in einem Jahr geheilt werden, so werden das Leben und die Vorbildlichen Methoden der Krankenabteilungen doch einen nachhaltigen Einfluß auf das weitere Verhalten bcr jungen Leute ausüben. In den Arbeitsabteilungen wechseln Sport und Leibesübungen aller Art mit körperlicher Arbeit. Als solche sind Arbeiten gedacht, die im Interesse der Allgemeinheit liegen, für die der Staat aber nicht genügend Arbeitskräfte und kein Geld hat: Oed- laitd- und Moorkulturen, Meliorationen, Kanalund Notwohnungsbauten. Zur Erläuterung will ich nur den letzten Punkt herausgreifen. Das Wohnungselend der armen Bevölkerung in den Großstädten und die damit eng zusammenhängende politische Anarchie kann durch die ^dienstpflichtigen ^ungmannen in Kürze behoben werden Der Staat und die Gemeinden mögen der Juugmannschaft schlechte Erziehung und die fälschte Auf'a'sung Etterupslicht trägt ihr Teil Schuld. Es ist s' Pflicht der Eltern, ihre Kinder zur Arbeit zu . ziehen, nicht aber ihnen die Arbeit aus dem Wege zu räumen und sie so schon früh znrn Nichtstun, zum Schlendrian zu erstehen. In den Arbeitsabtci- lungen soll Lust und Liebe zur Arbeit geweckt werden; der Sohn des Arbeiters lebt und schifft gemeinsam mit dem zukünftigen Gelehrten und Beamten; es gibt feinen Klasscnunterscfe eb, die jungen Herzen werben sich verstellen und schätzen lernen: was bie Einheitsschule niemals fertig bringen wird, erreicht hier die Zusammenarbeit für das gemeinsame Vaterland und Volk. In den ersten Kriegsjahren wurde oft der schöne Wunsch laut, baß die treue Kameradschaft, die aus Not unb Gefahr im Schützengraben erwuchs, in unserem Volke auch im Frieden erhalten d.eiben möge. Die Staatsdienftpflicht. ist die demokratischste Einrichtung, wie keine zweite geeignet, die Klassenunterschiede zu verwischen, die Jugend zur Arbeit, zur Arbeit für das Allgemeinwohl zu ergeben, die 2trfx zum gemeinschaftlichen Mutterboden, zu Heimat und Volk in die aufnahme- ähigen Herzen einzupflanzen. Die wichtigsten Ausgaben der Gegenwart und Zukunft können durch diese Einriästpng leicht gelöst werden. Zur. Ver- wirkliäMNg bedarf es nur eines festen Willens. Ob die Regierungen noch den Willen und die Kraft besitzen, das Volk zu erlösen, das ist eine Holz, Lehm, Werkzeug unb Material — alles das ist vorhanden — zur Verfügung stellen. Wie schnell können bann an der Peripherie der Städte auf städtischem oder staatlichem Boden, ober auf dem Land, wo gerade Erwcrbsmöglichkeiteu vorliegen, Notbauten erstehen; Küche mit 2 Stuben; Abort, Stall für Ziege, Hasen unb Hühner nebenan. Wer im Felde wär, weiß, wie behaglich mit wenig Mitteln ein Unterstand — hier eine Wohnung über bcr Erde auf einige Jahre — hergerichtet werden kann. Bon der Peripterie der Großstädte führt fine Feldeisenbahn die Arbeiter und Schulkinder ber Kolonien in die Stadt. Wenn im.Kriege alles möglich war, warum soll es jetzt nicht zu machen fein? Ich will ein anderes Arbeitsgebiet nehmen: Kanalteuten. Da hegt z. B. Darmstadt den frommen Wunsch, durch einen Schiffahrtskanal mit dem Rhein verbunden zu sein. Der Kanal bleibt für absehbare Zeit ein unerfüllbarer Wunsch. Eine genügende Zahl Jungmannsck>aften unter geeigneter Leitung fachgemäß nach gutem Plan augesetzt, wird dieses Projekt zehnmal schneller verwirklicht haben als der Staat auch nur den Plan ausgearbeitet haben wird. Solche und ähnliche Projekte hegt fast jeder Gimelftoat, jeder Kreis; ober solche Pläne werden vielmehr in bie tiefsten Gefächer ber Aktenschränke zurückgelegt worden fein. Ter Einwurf, daß durch die Arbeit der Jung- mannschaften den Berufsarbeitern Brot entzogen oder die Löhne gedrückt werden könnten, ist hinfällig. Denn für sogen, „schwere Arbeit" gibt es fast keine Hilfskräfte; und bei den gegenwärtigen Löhnen ist die Ausführung großer Unternehmungen wie die gedach:en Kanal- ob.r Notwdhnnngs- bauten unausführbar. Im Interesse der Allgemeinheit aber liegt es, ba& gewisse durchgreifende Maßnahmen ausgeführt werten. Tie Staatsdienst- Pflicht bietet die Möglichkeit dazu. In technischen Abteilungen sollen die jungen Leute in praktischem .Hilfsdienst für alle Zweige des technischen Wirtschaftslebens ausgebildet werden. Tas ist die bereits bestehende technische Not- . Hilfe, bie überall da erngreiien kann, wo durch politische Streiks für bie, Allgemeinheit lebenswichtige technische Einrichtungen (Eisenbahn, Schifffahrt, Gaswerke, Molkereien ufro.) im Betrieb gefährdet sind. Die Entscheidung über bas Eingreifen der Nothilfe darf natürlich nur einer höchsten verantwortlichen Stelle zustteen. da die Staatsdienstvilichtigen niemals als Streikbrecher verwandt werden sollen. Vie letzten Verhandlungen o»r dem Austausch der Aalifila ionsurtunden. Paris, 6. Jan. (WTB.) Havas. Am Montag nachmittag rourbc der Text der vom Obersten Rat angenommenen Formel bezüg- ich der Kompensationen für die Zerstörung der Scapa-Flow-Flotte Herrn von Le r s ne r überreicht. Man hat sich mit der deutschen Delegation über die Formulierung endgültig geeinigt, so daß der Unterzeichnung des Ratifikationsprotokolls des Friedensvertrags nichts mehr entgegensteht. Der Austausch der Ratifikationsurkunden wurde aus Samstag, 10. Januar, nachmittags- festgesetzt. Paris, 5. Jan. (Havas.) Die vom Obersten Rat heute morgen angenommen* Formel über bie Kompensationen für Scapa Flow sieht die sofortige Lieferung von 192000 Tonnen schwimmenden Materials vor. Die Alliierten erklären, baß sie bereit sind, Reduktionen vorzunehmen, falls die Lieferung der verlangten 400 000 Tonnen die Lebensintere,sen der deutichen Schifffahrt geführten würde, ober falls die Schätzungen ter Alliierten sich als überschätzt Herausstellen werden. In allen Fällen werten die vom Obersten Rat zugestandenen Reduktionen eine bestimmte Zahl nicht übersteigen. Die näheren Angaben sind in einem von Clemenceau namens der Alliierten unterzeichneten Schreiben enthalten, das nach dem Austausch der Ratifikationen Herrn v. Lersner übergeben wird. Da nun die Grundlagen für die Ratifizierung durch daS Abkommen mit Herrn v. Lersner festgelegt find- sind somit die letzten Schwierigkeiten in dieser Angelegenl>eit aus dem Wege geräumt. Die vom Obersten Rat angenommene Formel wird übrigens schon heute nachmittag offiziell Herrn von Lersner mitgeteilt werden. Der Austausch der Ratifikationen wird nunmehr nur noch verzögert durch die vorbereitenden Maßnahmen, bie zuc Inkraftsetzung bes Frietensvertrages nottven- dig sind. Es ist bekannt, baß diese Maßnahmen sest- geftellt sein müßen, damit fie vom Augenblick Der Inkraftsetzung des Vertrages an ihre Wirk- Hjmtiit haben können. Tie Komnn,Nonen haben ihre Arbeiten in dieser Angelegenheit jedoch noch nicht beendet. Man tofft aber, sie bis zum Ente ter Woche zu Ente führen zu können. Die durch General Lorvnd brä.ibierte Kommission wird mit Herrn v. Simson über die noch zu lösen- ten-administvativen Fvagm eine neue Besprechung' haben unb die Mililärexperten werten ebenfalls mit den deutschen Delegierten Bötticher und Michaelis Besprechungen haben. erhalten. Die deutschen Truppen in Lberschlesien. Berlin, 5. Jan. (WBO Botschafter Dutasta hat am 2. Januar in Versailles eine Note übergeben, in ber bar auf hingewiesen wird, daß in OterscAesien in mit ben Verhältnissen nicht in Einklang zu bringendem Umfange Zu sam men- ziehungen von Truppen ftattfänben. Dazu ist festzustellen, daß während ter letzten Monate keinerlei Truppen Verstärkungen in Ober- fdjlefien ftattgefnnten haben, fonterit daß im Gegenteil Truppen aus Oberschlesien besonders nach Ostpreußen zum Grenzschutz abgezogen worden sind. Vor allem muß festgestellt werten, daß von den aus dem Balttkum kommenden Truppen keinerlei Formationen nad) Oberschlesien verlegt Worten sind. Wenn solche Rückkehrer nach Oter- sckrlesien glommen sein sollten, so kann es sich nur um einzelne dort beheimatete Leute hanteln. Wenn sc^iießlich in ter Note von einer Marine- brigate gesprochen wird, so ist diese Marine- brigate niclsts anderes, als ein Teil der in Oberschlesien stationierten Reichswehr. Die knappe mUi- tärische Belegung Oberschlesiens reicht nur mit Ttübe hin, um dort Ruhe und Ordnung aufrecht dem Leiche. Die Angestelltenbkwegung in den Arrsiche- rungtfte trieben. Berlin, 6. Jan. Tie gefeinten Abstim» immgen in ben Versicherungsbetrreben ergaben etwa 87 Prozent der abgegebenen Stummen für ben Streik. Die Entscheidung, ob in ten Ausstand getreten werten soll oder nicht, wird im Zentral verband ber Angestell en erst in Laufe te$ Tienstag er folgen. Man will sch, falls es zur Arbeitsnieterlegung kommt, nicht allein auf Ber-- [in beschränken, sondern bie Angestellten im ganzen Reich sollen gemernfam in ben Streik treten. Sympal bichmbgebungen find ita. auch aus Köln unb Magdeburg eingetroffen. Abends fand in ten groben Bürger sä len eene Pro test Versammlung ter Angestellten in ten Reichs- und Staatsbetrieben, sowie in ten Heeresbetrieben statt, an ter etwa 3000 Personen; teilnabmen. Nach Schluß ihrer Buveaustuntew hatten sie sich am Tome, am Denkmal Friedrichs des Großen und am Schloß versammelt und waren in geschlossenen Zügen unter Sorantragcn von Plakaten rmch ihren Versammlungslokalen Tie Redner wandten sich scharf gegen bte 93er- säigcrung des Reick^tariss, über den bereits im Dezember v. Js. iie Verhandlungen begonnen hätten. Nach Schluß ter Kundgebung &og man nach! ter Reichskanzlei, wo eine Rewlution abge^ geben wurde, in ter die schleunige Aufstellung te<$ R-eichstarifvertrages gefordert wird und vor bas Palais Leopold. Unter fßfutruitn auf btt Regie-- rung gingen bie Versammelten darauf auseinander. Betriebsschließung tvegen Kohlenmangels. Bremen, 6.Jan. (WTB.) Die Aktiengesellschaft Weser schloß gestern n^gen Kohlenmangels ihren Betneb, well die K^- lemvjrtschastsstelle angeordittt hatte, daß dttWerft- inbuftrie eine Woche lang nutzt mtt Kohlen beliefert werte. Während ter Betrietzsschbr^nung wwd eine Anzahl Arbeiter mit eiligen und Notstands- arbeiten beschäftigt werten. Aus der Werft werten zur Zeit 6600 Arbeiter beschäftigt, von denen für die Weiterbeschäftigung 500 bis 700 in Frage kEE'rl in, 5. Jan. (»153.) Zu der SBiitter« mrtteing, daß die tutts-ändige Stillegung des Eisenbahnverkehrs in.Thürtnyeu be- oorftefe, erfahren wir, daß die Meldung m dieser Farm nicht richtig ist. In Jena haben am Samstag ledislich die SBcrfftäitenarbeiter, nutzt tJte Betriebsarbeiter, beschlossen, bei Nichterfüllung ihrer &>bnfo'rterun^ai in ten Streik zu treten. Tie Forderungen ter Eisenbahtarbeiter, über bte fjeute tee Verhandlungen wieder ausgenommen werten, würden bn vesck^'er Erfüllung etn» Tariferhöhung sowohl im Güter- rote im Perwnenvev- kehr von mindestens 150 Prvz. notwendig machen Berlin, 5. Jan. (WB.) Dke deutsche Regierung ließ ter Friedens.onserenz ein« Note übergeben, in der daraus gedrungen wird, daß das Aufgebot von Besatzungstruppen in ten Absiimmungsgebieten mit Rücksicht aus die Finanzlage Deutschlands aus das den Verhältnis.en nach erforder.ichc Maß imbebinqt be- schräitkt bleibe Hinsichtlich ter Abtveirnungsgebiete vmt Danzig und Memel wird die Erwart-uitg ausgesprocheit, daß weder die künftige Freistgot Danzig noch das Gebiet von Memel-mit ten Kosten für die Besatzung belastet werten, da bereit Leistungsfähigkeit 'hierfür bei weitem nicht ausreiche. Die Stärke ter pon ter Entente für Danzig geplanten Besatzimg würde den bis' erigen Bestand JS-rieten^ efafcung erheblich überschreiben; tuch in Memel würde eine geringere Besatzung hin- reichen, um die Ruhe und Ordnung aufrecht zu und Argentinien sowie die anderen Länder zu- ammeit 15 lütilliarten dazu beitragen müssen. Er erklärte nackHrücklichst, er spreche ni.fe in amt* lid)er Eigenschaft, sondern von feinen eigenen Plänen. Die Amerika-Linie. Hamburg, 4. Jan. (Welfs.) Hier traf ter Vizepräsi ent ter American Line, Mister I. I. Mc. Glone em. Tie American Line bcabMtigt vorläufig ausschließlich einen regelmäßigen 14* Tagedienst nach Hamburg einzurichtc-t, ten die 20 000-Tonnen-Tampser „Manschuria", „Mvng-olia" und „Nansemond" beriefen sollen. Tie Ähi fe fassen 10003 Tonnen Frachtgut und können 1400 Zwischenteckpassagiere mi.ncfenen. Tie „Manschuria", die am l- Januar in der Elbe eingetwffi-n ist, fährt am 28. ds. Mts. nach Newark ab. Sie steht zur Annahme von Frachtgütern und Post für die Vereinigten Staaten bereit. Am 7. Januar geht die „MonM'lia" von Newyork ab. Tie American Line, die später Wochendienst einrichten will, ist gewillt, die guten alten Beziehung gen zwischen Deutschland und Nvcd-Amerika wieder aufiunefernen und zu fördern. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen SwnilitgsnmWrud u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such. u. Sttinirudtrei «.Lange. Sdjrlftleihing, Seschüftrstelle u.Drnierti: Schnlftr. 7. Franzosen ernt Ohrfeige. Darauf ftd dieser mit anderen Zivilisten über die Soldaten her und verprügelte sie. Deutsch? Schutz eilte nahmen die Soldaten fest und brachen sie vor der er* bitterten Menge in Sicherheit. (Westdeutscher Zeitung-dienst.) Ludwigs Hafen, 3. Januar. (WTB) Westdeuls6)er Z.i.nng-dienst. D.e Neichsver- ordnung vom 23. Dezember 1918 über Ta- risverlräge, Arbeiter- und Angestelltenausschüsse und Schlichtung von Arbeüerftreitig- kei.en ist jetzt endlich von der französischen Militärbehörde in der Pfalz für vollziehbar erklärt worden. Die beutkfcn Behörden haben die Vornahme der Ausschußwahlen sofort angeordnet. Die Eisenbahnerbeweyung. Frankfnrta. M., 5. Jan. Tie Drohungen des Ministers der ösfentlichm ArlreitenH mü Sdsttztzung ter Ci enbahnwerktzä ten hat die 9lr» beiteridyah nicht abgelulten, aui Grund ihrer Bc- fd)lüiie vom 31. Dezember „streng nach ten vvr- geidjrieb. ncn Bestimmungen" zu arbeiten. Tie Ar- beiter |üti) der Hoftnung, datz das Ministerium seine Entsdsti sangen in letzter Stunde ändern Wied, und zwar in entg-.>g?nkenrmendem Sinne, haft ferner di? Verwal ung von den angedrobteil M<ßnolnncn keinen Gebrauch macht. Tenn eine Schließung der Frankfurter 'Betriebe würde dazu führen — tie Anzciäien liegen bereits vor —, daß das rennt!e preußisch-lxssische Eisenbahnge- biet in Milleidensdyaft gezogen wird.. Die Z>lge wa e dann der Zusammenbruch des ge am'en Vr- kehcslebens, dessen Folgen unübersehbar sind. Wie wir hören, finbet Dienstag irütjeine Äon» f c r c n j jwisdyrn den Arbei ervertretern und den Werksä tenv. r .elrrn über die Arbe'i.sl.i ungen in ihren Beziel/ungen zu den tedmisä-en Einrich- tun gen der Eisenbahrwerksät'en fta:t. Tas Ci enbah-ü-irek ^nsg-lä-ide ist seit heute mit Ncid)sivel)rtruvven und P« li ei Mannschaften Iv'etzt. Bor txnn Get«rude patv uil ieren ständi- dien. Tie Arlei cr'dioft verh.l: ,ich vollständig rul-ig; es tarn noch nirgends zu Zwischenfällen. Aur fta'f uitö Cnnd. Gießen, den 6. Jan. 1920. Herabsetzung der Wochenkartoffclmenge. Die bisherige Wockyenkartofse!menge von süni Pfund kann infolge ungenügender Anlieferung nicht mehr aufrechterhalten werden. Die jeweils aufgeruseiren Wod^nkartoffelmarken werden l>e- lieserl mit: 3 Psd. Kartof eln zum Preise von 14 Ps. pro Psd., 3 Psd. Erdkohlra'en zum Preise von 12 Pf. pro Psd. — Die Wochenkartossel- marfen Nr. 26—43 der 51. Woche werden beliefert beim Konsum-Verein in sämtlichen Filialen Die Marken können bis einschließlich Mittwod; den 7. Januar 192J eingelöst werden. i Veranstaltungen. Dienstag: Großer Hörsacst der Universi- 12t, 6 Ulw, Volkstümliche Vorlesung des Pro,. Gotschlich über Ge.undheitspsle. e. — Licht Pie - haus, „Reidjsgräsin Gisela" und „Ja, da mutz bad) in der Leitung ..." — Lichtspiele, Seltersweg, „Die Tod)ter des Mohamed" und „Der Dolch des Malayen". * , ** Kreisansschnßsitzung. Am Mittwoch den 14. Januar 1920, ttorm. 10 Uhr, findet im Regierungsg--bände zu Gieuen eine Sio^ng des Krrisausscl-us.es statt. Aus Der Tagesordnung stellt: Klage der Triel»verksbesitzer Ko ch L B e ch - tel gegen die Provinz Oberhessen. fr. Beerdigung des Geheimen Kir - chenrats v. Eck. Gestern nachmittrg 8 Uhi amrde au, dem neuen Friedhof der Geheime Kirdienrat Pros. D. Dr. E ck zur letzten Ruhe gebettet. Die Beteiligung aus allen Kreisen d?r Bevölkerung war groe» sie wäre noch größer gewesen, hätte nicht das harte Wetter Manchen zurückgel-alten. Aus beiden Seiten des Sarges und im Mittelgang der Kapelle hatten die Chargierten der studentischen Verbindungen mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Die geistliche Handlung vollzog der mit dem Verstorbenen seit den Jugendjahren in treuer Freundschaft verbundene Geheim?- rat D. Dr. UI Öring aus Darmstadt. In zahlreichen Reden kam die hohe Verehrung, die 0. C ck als Mensch, als Lelwer, als Gelehrter, als Vaterlandsfreund genossen hat, zu warmem Ausdruck. An Stelle des durch Unwohlsein im letzten Augenblick behinderten Rektors der Universität verlas Geh. Hosrat Prof. Dr. Sievers dessen tieifr empfundene Gedächtniswvrte. Daraus entwarf Mr Prodekan der theologischen Fakultät Pros. I). Dr. Bousset m längerer Rede ein größzügiges Bild von Ecks theologischer Wirksamkeit in Wort und Schrift. Er zeigte, wie der in Albrecht Ritichls Schule Ausgewachsene zwar die mädrigen Anregungen, die er vom Meister und seinen (Streiten empfangen hatte, lebenslang dankbar in sich per- arbeitete und Änderen weiter gab, wie er aber auch die Einseitigkeiten der Schule zu überwinden wußte, indem er seine Arbeit hineinbaute in einen durch Religionsphilosophie und Religionsgesd>id)1e emziterlcn Gesichtskreis. Daß er bei dieser Arbeit sich auch als Mitglied der philosophiscl-en Fakultät gefüllt habe, deren Ehrendoktor er war, rühmte der Dekan Pros. Dr. Weber. Die theologische Fakultät der Universität Marburg widmete ihrem Ehrendoktor durch den Mund seines Freundes Pros. v. R a ck e warme Worte. Für den Ausschutz der Studentenschaft sprach stud. rer. pol. Estenfeld, nach besten Worten sich die Fahnen über dem Sarge senkten, für den Akademisch-theologi- saxm Verein und dessen Alt-Herren-Verband fhib. theol. Guyot. Als Vertreter der Landesshnade, der Eck burd) lange Jahre angehörte, sprach Pros. D. Dr. Diehl aus Friedberg, für den Kirchen- vorstond der evangelischen Gesamtgemeinde P^arcr BechtolSheimer, name?s der demokratischen Partei Lehrer Fischer. Die Stadt Gießen hotte der Witwe des Verstorbenen und der Landesuniversität schriftlich ihr Beileid ausgü>rückt und einen Kranz überbringen lassen. Unter den Klängen der Mujik, die die Feier mit einem Choral eröffnet , hatte, wurde der Sarg zu Grabe geleitet Roch einmal senkten sich die Fahnen, der Geistliche sprach die Abschiedsworte, und aus die Rnlestätie des gelitten und ceceljrten Mannes rollte di? Erde. ** $n bee Deutschnotionaken Volksvorter sprach gestern ab nb Fabrikant Dr. Kl in gspor über ..Wirtscha stliche Jllusionspoliti k". Aus die intercffanlcn, mit starkem Beifall aufgenommenen Dusführüngen werden wir erst morgen zurückkommen können. * * Seinen 70. Geburtstag feiert am Mittwoch Jakob Neustädter, Lindenplatz511. * • Diebstahl. Gestern abend gegen V,7 Uhr wurde einem Dien st mann in der Henielstratze, von seinem Wagen, während er Gepäck in ein Laus trug, ein bcaiuter Kärlon, 65x40 cm grob, mü Kleioungsstücken im 2ßirte von 875.Mk. ge> ftoblen. Bei den K.ridungsuücken besand sich eine hellb.aue gestrickte wollen« Damenjacke (Siveatcr) mit weistem Kragen.und Mansä-elten und eben- foldKT Rodelmütze mit bauern yiaiib und weistem und blauem Kiwpf. * * D i e Ortskohlenstelle weist erneut daraus hin, daß für abhanden g kommene Brenn- stoff-Bezugs scheine Ersatz in keinem Falle mehr gegeben rvcrden kann. *♦ Evangelischer Arbeiterverein. Wie frulxr, fo will auch in b.e,em Winter Oer Verein innen Volksunterhaltungsabend Pcnutüal en und zwar oiesntal in Form eines „Bunten Abends". Gesang und Musik vclkstüm- lidKr Art, ernst und b itcr, sollen tji; rbei zu Worte kommen, außerdem sind theare.lifche und turnmidje Austül-rungm iotuie Zauberversul-iun- gen in Aus, übt genommen. Neben den eignen Kräften, die >ich wi? in früheren Zeiten zur Bor sügung stellen, ist uie Unter tützung und Mi mir hing weiterer Kreise, insbesondere Musikfreunde, gesichert, so dost der Abend, der voraus>üh.lich am S-nntag den 25. l. Mts. ftottfuibet, das Beste verspricht. Landkreis Gießen. * * H 0 l z he i m, 5. Ion. Am 2. Weihnachts- feiertag hielt ter hiesige Turnverein nach 4 Jah.e,,- seine erste AbcmUnterhaltung ab, wobei unter anderem das B» lksstück „Ter Be t^lb ini" zur Au führen?, «g't rad)i wurde Auf al , i ise.i Du i ch wir» das S.ück Sonntag den 11. Januar nochmals gespielt. Kreis Büdingen. t). Nidda,. 3. Jan. (Senern abend veranstaltete t4e Irrige Ortsgruppe des dcntsch-nat. Jug.n.^undes i..en Wol)llätigkeitsabend zu Glini.en der Kriegs blinden im Saale des Eain- brinils. Zur Mi.wirknng hat en sich Schüler und 5d}ükunnen der höheren Leh.an>.al en von l*i r, Bü.ingen und Gie^m vereinigt. Obirrealchl.lcl Reinh. Ringsl-au.en von lyter begrüii e die Gäste. Zur fMu'fu.ong lang en der Schulichnank .,Jn der Mch-d-enklasse" und znxü Lustsl.i.le „Tas Pul- verlast" und „Das Babv". Die Darsteller spielten ilne Rollen mit gnofj m Geschick und ernteten reichen DeiÄll, Tie „Lieder zur Laute" von Frl. Di.>»l-Bümngen, die Vii linsolos von Derrn E. Port Uier, ivwie das Tvonrpeter'olo von Derrn Wiegleb lner zeugten von gutem muiikalijchem Können. Gvosten Lachersvlg erzielten die Gym- nastasten Tamn- und Kal^h.mn-< üdingen durch ihve komi'ckien Dorträge. Tas ftnanziclle Erged- ins für den guten Zweck war recht giuiüig. Krri) Leu erbach. oz. Lauterbach, 5. Ian. Im Jähre 1919 wurden standesamtlich eingetragen: Eheschließungen 58 in 1918 14), erb falle 74 (in 1918 80, Geburten 69 iin 1918 29). vz. Schlitz, 5. Jan Kirchlich getraut und eingef/gnet wurden 49 Paare gegen 10 in 1918. Kirchlich beerdigt oder eingesegnet wurden 48 Personen, darunter 1 Ki id, 22 Männer und 25 Frauen, gegen 52 in 1918. Krkis Schotten. Lehverh.im Dcgclsbers. < n. Schotten, 4.Jan. Das Lehrerheim „Vogelsberg", im Jahre 1895 von einem Sdiotlener Lehrer gegründet und später in hilfsbereiter Weise von dem Verein „Lelwerheim Vogelsberg" übernommen, ging am 1. Janudr an den neuen Besitzer, Ingenieur Paul Lehmann von Lanau, über. Er wird das Deim unter dem Namen ,L>aus Luginsland, vormals Lehrerheim Vogelsberg" als Sommerfrisdie in der bisherigen Weise weitersühren. Das Lwus bleibt Sommer und Winter für Touristen und Kur- fremde geöffnet. Die Nachricht, da st das Heim in ein Sanatorium umgewandelt werden sollte, entspricht keineswegs den Tatsachen. w e. Schotten, 5. Jan. Die hiesige Kreis- korn stelle ist seit dem 1. Januar auch für die Kartoffelversorgung tätig und führt dcmgemäst die amtliche Ve^ichuung Kreiskartoffelstelle. — Nach sechsjähriger Unterbrechung feiert der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen- k l u b s in der Turnhalle am 17. Januar das altgewohnte Dekorierungsfest. Strtiö Friedberg. ** Butzbach, 6. Jan. Die Ziele und Bestrebungen der Liga zum Schutze der deutschen Kultur, die parteipolitisch vö lig neutral i't, finden allenthalben grössten Anklang und Verbreitung. So hat sich auch hier am 2. Januar eine Ortsgruppe der Lrga gebildet, deren Leitung Oberlehrer M. Wemer — nicht zu verwechseln mit dem bekannten Parteifülwcr Prof. Dr. Werner — übernommen hat. Die von der Liga in in* deren Städten mit so grobem Erfolg eingerichteten Unterrichtslurse für Arbeiter und Angestellte werden hier in engem Zusammengehen mit der Volkslwchschule statttinden und beginnen am 5. Januar. Oberlehrer Werner ist als Vertreter der Liga Mitglied des Ausschusses des Volksbildungs*. Vereins und wird selbst den volkÄpirtsch-iftlichen Unterricht erteilen. nt. Torhei m, 5. Jan. Schon seit geraunter 3dt wurden in unserem Orte und in ber^ganjen Umgegend sortssdetzt Gcflügelbiebs'Ll/e berbunben mit anderen Nönl^icn, verübt. Freitag früh gelang es nun, ein Tichesrävchen auf frischer Tat -M ertappen, als es den Ziegcnstall des Bal7r,ch>fs-. Vorstehers zur Schwarzschlachiung benutzen wvllter<. §>rsse"-Nassgu. Die Stromve' s^rrftung Mar'bursts. hl. Marburg, 5, Jan. Das Schiedsgericht, welches in den Streitigkeiten zwischen dem Staat, den BuderuSschen Eisemverken und der Stadt MarbuAi die Entscheidung zu fällen hat. foni durch emstweilkge Ber^ü"ung angeordnet, datz bis zur endgültigen Entscheidung die Stadt Marburg und der Staat für diejenige elektrische .Kraft, die von den Buderusfchen Eisenwertcn bewgen wird, für jede Mark, um die sich der Kohlenpri'is erhöht hat und noch erhöhen wird, 0,2 Pfennig mehr zu zahlen hat. Cs bedeutet dies, dast die Stadt statt bisher ungefähr 6 Pfennig, nunmehr ungefähr 24 Pfennig bei dem ie"ijen Kohlenpreis für die Kilowattstunde zu zahlen hat Diese erhöhte Zahlung erstreckt sich auf den Strom, der von den Buderus:ch?u Eisenwerken be-ogen wird, zur Zeit also auf den gesamten Strom, da die Stadt von der Edertalfpe.t? noch keinen Strom ermatten kann. Fa ls der Anschlust an die Ed?r al- I sperre, wie vom Staat in Aussicht gestellt ist, «vom 15.Februar ab möglich sein soll, wird dann auch von der Edertalsperre bissigerer Strom bezogen werden föiiiien. Die Stadt hat sich infolge der einftrociligen Verfügung genötigt gegeben, den Strompreis tüt Licht^rom um 10 Pfennig zu erhöben. Es schweben jetzt Verhandlungen zwischen Staat, Buderus und Stadt, die das ganze Ver- tragsverhältnis aus eine andre Basis stecken wollen, und nach bene« die Stadt den Strom nut nod) von der Edertalsperre beziehen sock. Fa.ls diese Verlwndlungen zu einem güni.ijen Ergern.s führen, würde die Stadt in der Lage fein, den geiamten Strom zu einem geringeren Preise bc- ztclren zu können. K. h'^nnot in Frankfurt. me. Frankfurt a. M., 5. Jan. Am 'ommeitben Mittwoch wird der Straßenbahn betrieb wegen gänzlick)en Fehlens von Kohlen eingesteckt. Auch die Äbzabe von Gas tvird aus ein Mi .imum verringert. Wenn keine Koh.en ein!reffen, so kann ab Donnerstag überhaupt weder Gas noch Strom abgegeben werden, da das wenige, was noch Da ist, zum Heizen der Gasöfen benutzt werden muß, die sonst vollkommen unbrauchbar werden. • hl. Biedenko pf, 5. Jan. KLpitLnleutnant Mohr wurde zum Kreisrat dahier ernannt. Seine Tätigkeit umfaßt die Crganilatioinit der Ein- wohnerwehr^m des Kreises. — Sein silbernes Amtsjubiläum konnte unser Bürgermeister Fer- dinand Grünewald feiern. me. F r a n k j u r t a. M , 5. Jan. An der Gutleutstraße wird eine große Kleinwohnungskolonie errich et, die aus 47 Einzelhäusern mit 248 Kleinwohnungen bestellen soll. dz. Frohnhausen, 5. Jan. Zu der Mitteilung, döst in der Neujahrsnackrt hier die Fenster Der Kirclx eingesdwssen worden seien, erfährt dic „Dillzeitung", datz die Fairster i>urd) die Expiosion einer Dynamitpatrone, die vermutlich über die RLauer aus den Friedhof geworfen mürbe uut> etwa 2,5 Meter von der SHrd)? niedcn?fiel, zertrümmert wurden Mit Dynamitpalronen wurde in der Neujahrsnackst hier überhaupt großer Unfug getrieben. So warf man die qeiälnlidieu Spreng Körper in die Dietzhölz, so datz bei ber Explosion das Wasser hapÄwd) (geschleudert^ itntrbe. Der Sdxrden an der Fisd^ei kümmerte die Burschen nid-t. Den Gipfel der Unvorsichtigkeit beging ein Schütze, der mit einem Karabiner die Bahickwft slratze hinabsd-otz. fm. Fulda, 5. Jan. Im 71. Lebensjahre verschied bi r Provinzial-Rabbiner Tr. M. Cahn, t>cr l-ier 42 Jah.e icincn Am siitz hatte. Mit il.«m ist ii'i geis.iger Fül/rer des or.häboxen Judentums da l-ing». gangen. ur. G u n t c r s h a u s e n, 3. Jan. Seltene Bente n-ad> c bei dnem 3aj* ^rang ein ö»?rr. Der einen Kampf znnfchen einem großm Raub.'og' l und einem Fischreiher beobachtete. Bei dem Raubvogel handelte ti sich um ein m Steinadler mit eüter Flügel- ipanniueite von über zwei Metern. vor 100 Jahren. Au- dem Wirtschastslkden der Stadt Gießen im Jabre 1820. (Nach alten S4ad-trechnungen.) Bon Tr. 5). Bergsr. Nachdem die Fvigen der Kriegsereignisse von 1813—1815 und die Nöte der Mißernten tvn 1817 und 1818 überstanden waren, pulsierte das Wirtschaftsleben ter Stadt Gieszen wieder im alten Geleise. Ackerbau und Di-lnuckst bildeten neben dem Klein»-werbe die tzauptbesd.«s irung der da- maligm Bürger. Tnrck) das Schrien der ehc- maLg.m Festungstmille war neues Gartenland für Obst- und Gemüsebau vor den Toren der Stadt grnxmnen worden. 700 Personen Hutten Trieb- viertel in Bewirtsckxts uns und saljt en für das Ackerviertel je 1 st. (1,71 Mk.). Aus verpachteten s:a tisdien Wiesenvierteln wurden 818 fl. <1398 Mk.) grlöft Bei der Versteigerung von Trieb- und Wiesen vierteln gingen 500 st. (855 Mark, ein. Ti? Verpack,tung der städtichen Ackergrundstücke erbrachte 80 st. (141 Mk.). > Ter Schuh der Gi?tzener Gemar'.'uns war 13 Feldhütern an- rvrtraut, die je 57 st. (97 Mk.) iälyrlid> als Lohn .erhielten. Tie städtischen Mühlen an der Lahn: Ober-, Unter- und Neumül^e, sorfl-en für das von den Bewolmern benötigte Mehl. Tie Inhaber der Mühlenbetriebe waren auf längere Zeit non der Stadt als Pächter angenommen, wofür sie je 25 st. (42 Mk.) jährlich an „Destnndgelo" bezahlten. Ausserdem hatten sie der Stadt zu liefern: 154 Malter Korn, 190 Malter an Mvlter- frudjt, 157 Malter Weizen und 25 Malter Malz. Nach Abzns der nötigen Naturastieferunsen an ihre Beamten und Ansesdell en verblieb der Stadt noch cm Erlös ans verkauftem Getreide von 1760 fl. (3009 Mk.). Tasür batte aber auch die Stadt die nicht unbedeutenden Kosten der Unter» Hal tuns der Mühlen zu tragen. Tie Frucht preise rtaren gegen die Bre erheblich zurückgegangen. Man zMte für das Mal'er Kvm (157 Pfund durchschnittlich 6 st. (10,30 Mk.), für das Malter Weizen 7 fl. (12 Mk.), 'für das Malter Daser 3 fl. 5 Kr. (5,28 Mk.) gegen 17 fl. (29 Mk.), 19 fl. (32 Mk.) und 4 fl. 30 Kr. (7,70 Mk.) in den Jaliren 1817 und 1818 Tas Pfund RL-ggenmchl testete 10 Pf., das Pfund Weizenmehl 14 Pf. In Gi s)en hittbe 1820 bedeutende Viehzucht getrieben. Von 103 Stück Rindvieh und 200 Stück ©dnife wurde 514 fl. (878 Mk ) Sutg.ld erl>o(«en. Ter Viehzucht entsprechend mären auch de Fle i s ch vre i s e. 1 Plund Ochsensteisch kostete 33 Pf-, 1 Pfund Rindfleisch 24 Pf, 1 Pfund Schweinesteisd» 30 Pf., ebcn‘ioüi.1 auch 1 Pftind Wurst. Genänckwrter Sch'nken war für 66 Pf. ein Pfmch eEÄtlich. Für 15 Ps. erhielt man 8 Eier, für 60 Pf. 1 Pfund Butter. lieber Mangel an Sxtwngi»material 'hatte man damals nvck) ri-bt zu klagen. Ter „große Stabt- nah", „der W- ld im Dang.'nstcin", der „Ferne- nald" versorgen nicht nur genügend die Be- ndyner der Stadt mit Holz, svick>crn lieferte noch für die gmojjen Magaziire beim Stadtturm und auf der Wiese bei der Neumühle reickstickien Vorrat. Ein Revierförster und drei WaldlMer sorg en für Pflege und Schutz des Waldes. Jorstf-cevel naren tduiiyr als fcute. Wiederholt begegnen wir in den Rechnungen Ausgabeposten „für Au'va sen auf die Holz revlcr". Ei:e besondere For'tkas e wurde von dem Wa dinft'e tor g? ichrt Die Kas e sch jetzt 1820 ab in Einnahme mit 13 931 il. (23 817 Marktz in Ausgabe mit 5606 st. (9‘>83 Mk.). so da"; ein Ueberschutz von 8321 st. (11234 Mk.) verblieb. Die Ucb?tfd)ül" e der Forst"a'e wurden an die städtische Schulden-Tilgungs.as.e abgeiührt. Die Stadt hatte damals bet den Bürgern eine Kapitalschuld von etwa 340110 Mk. zu 4*/2 Prozent ausgenommen, wofür jährlich aus der Stadtkasse 15 362 Mk. an Zinsen zu zahlen waren. Ter Schuldentilgungs'asse wurden 1ö2J 2123 fl. (3630 Mk.) übvrioieien. A.c Kommun al steuern n ur en 5944 st. (10164 Mt.) er./ouen, an Becvgcld 8j3 st. (1453 Mk.), an Standgeld von den 6 Jahrmärkten: 577 st. (916 Mk.). 18 fremd zugezogene Personen, die in diesem Jahre sich das Bürgerrecht erwarben, zahlten durchschnittlich 7 i(. (12 Mk.) Eintrittsgeld und l st. 15 alb. (3,20 Mk.) zu den Feuer- gerät,cha.ten. 71 Personen werden in der Rechnung als „Belsasien" auigeiührt. Sie tonnten bei ihrer Niederlassung nicht das nötige Vermögen nachweisen und ha ten datier nur durchschnittlich 3 Mark zu zahlen, hatten dafür auch weniger Rechte als die eigentlidjen Bürger. Vom Kriegskommissariat gingen an Vergiftung für ent andene Krebsschäden ein 2998 st. (5126 Mk.), da unter 1395 jl. (2335 Mk.), für die im Mai 1815 an durchpassierende Truppen abgegebene Fourage. Die Jahresrechnung von 1820 schließt ab in Einnahme mit: 21 741 fl (37 177 Mk.), in Ausgabe mit: 23 116 fl. (39 528 Mk.), ülfthin lieber- zahlung: 1374 sl. (2249 Mk.), die aus den Rück- iiduoen der Vorjahre gedeckt werden. Für Stratzenreinigung und Straßenbeleuchtung ha te jeder Bürger selbst zu sorgen. Nur für das Rottums, den Stadtturm und die Feuerwache stellte die Stadl Lichter und Del, woraus ihr nur die Ausgabe von 183 st. (313 Mk.) erwuchs. Die Armenkasse vereinnahmte aus Stiftimgen und Armenbüchsen 553 < il. (9468 Mark) und verausgabte 6235 st. (10 747 Mk.). Für die wöchentliche Unterstützung der Armen wurden ausgegebe.i insg?samt: 1841 sl. (3148 Mk.), lür die Versorgung mit ärztlicher &i(ie und Arzneien 794 st. (1376 Mk.). 1956 durchreisende Dandwerksgesellen wurden mit je 6 Kr. (17 Ps.) und 4 Kr. (12 Pi.) unterstützt. — Im Jabr^ 1819 wurden 66 Paare kirch.ich getraut; es mürben geboren v232 Kinder, es starben 215 Personen. Es amtierten 2 evangelische Geistliche, 4 Lehrer waren an den städtischen.Volksschulen tätig. Der Umbau der Siaöt.irchc wär iroch nicht vollendet: es wurde noch Gottesdienst in der ackeröschwacken Burgtirche hinter dem botanischen Garten gehalten. Konservativ m Sitten und Gebräuchen, ein* sach in Kleidung und Lebensführung bet beschränkten Wohtiungsverhä. tttisien, führte . bet Gietzeiter Bürger vom gelehrten Pro efsor bis zum schltchten SDanöiverter ein besckieidenes, aber zufriedenes Dasein. Man stand iwch am Vvrahend des Zeitalters des Dampfes und der Erfindungen mit leinen Vortck en und Nachteilen. Kriegs- und Wirtscha td.iö.e wurden ruhig ertragen und durch Fteitz und Arbeit üd?rwuitde>r. In diesem ^alire erhielt S)ejen als einer der ertzeu bcutidyen Staaten eine landesständische Verns ung mit Volks* Vertretung, aui die Preußen noch bis 1849 weiten mutzte. Nach der neuen Ver assung wurde auch iu Gietzen die neue StäDteoronung eingeführt. Aus dem NmtHverkündi^un-H-latt. ** Das AmtsverkändigungSblatL Nr. 2 vom 5. Jmr. 1920 eiltbält: Ablieferungsprämien für Brotgetreide. — Vekanuttnachung betr. den Höchstpreis für Mehl und Brot. — Be- kailntmacknmg betr. BerbrauchSregelung der in die öffentlidx: Bewirtscha.tung genommeucn Nährmit» tel; hier: Bezug der bestellten Nätzrmtttel. — Die im Kreis befindlichen weiblrchen Pf.egepersonen (SchN'ef.ern). — Fleischbe.chau-Ordnung. — Er> werlslo.enfürsorge. — Sdrei enkadurrh in Sa-fen. — Jeldbereinigung Ober-Besfingen. — Feldbereinigung Steinlieim. — Ortssatzung über den Bezug von Wasier ans dem Wgsierwerk der tite»*- meinte Bellersheim. AblieferungSprSmien für Brotgetreide. Der Kreisausschuß hat in feiner Sitzung vom 31. Dezember 1919 mit Wirkung vorn l. Januar 1920 ab die Preise für das vvm Kommunalverband an die Stadt Gießen sowie an die Landgemeinden des Kreises abzugebend.' Mehl wie folgt festgesetzt: 1. Roggenmehl, 82prvzent. Ausmahlung, 116 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack, 2. Weizenbrotmehl, 80pro,r,ent. Ausmahlung, 124 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack, 3. Krankenmehl, 65prozcnt. Ausmahlung, 150 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack. Für Rücklieferung der leeren Mehlsäcke bleibrn die Bestimmungen in Kraft. Höchstpreis für Mehl und Brot. Vom 1. Januar 1920 an sind für die Landgemeinden des Kreises bis auf weiteres folgende Höchstpreise festgesetzt: 1. für Brot bei überwiegende Verwendung von Weizenbrotmell für den 4-Pfd- Laib 2,20 Mk., für den 2-Pid-Laib 1,10 Mk. IL Für Mehl beim Weiterverkauf durch Händler oder Bäcker an die Verbraucher: RoggenmM 63 Pf. das Pfttnd, Weizenbrotmehl 67 Pf. das Pftnw, SVranfrnmeW 80 Pf. das Pfund. Das Ber- kaussgewicht des Brotes muß nod) 24 Stunden nach seiner Ferttgstelluna borfoanben sein. Bezug der oe st eilten Nährmittel. Es entfallen: 1. Auf die Nährmittel karte B (rote- Farbe) Marke 58 250 Gr. Grieß, 0,92 Mk. pro Pfund, )25 Gr. Reis, 2,25 Mk. pro Pfund, Marke 59 250 Gr. Zwielxuk in Päckclpn von ca. 125 Gr., ä 0,65 Mk., 2. aut die Nährmittel- karte G (blaue Farbe) Marke 68 150 Gr. amerit. Haferflocken, L90 Mk. pro Pfund, 150 Gr. Teig^ waren, 1,18 Mk. pro Pftmd, Marke 69 2H0 Gr. Graupen, 0,71 Mk. pro Pfund. Mit dem 25. Januar 1920 verlieren die Marken ihre Gültigkeit. Erwerbslosen sürforge. Personen, die in Unterfudmngs oder Strafhast ge ommen sind, kommen für die Erwerls osenmrlerilützung nicht in Frage, da bei ihnen die Möglichkeit einer Arbeitsaufnahme nidjt vorliegt. Es können daher auch den Angehörigen solcher Personen die Familien- zusdrläge der Erwerls o enfür o ge richt gemährt wertem: sofern bie e Angehörigen durch die Festnahme ihres Ernülwers in bedrängte Lage ge^ taten, können sie nur aus anderen Mitteln unter stützt werden. Der ansteckende Scheidenkatarrh imter dem Viehbestände in Saos.m ist erlosch?n. Die an geordneten Maßnahmen sind auf gehoben yochkchul'rachvrchtcn. Marburg, 5. Jan. Infolge der außerordentlich zurückhaltenden Haltung der Einwohner- sckwft Marburgs wird es kaum mäglich sein, die Motzen Mengen andrän g-nder neuer Studenten unterzubringen. Das Wohnungsamt gibt sich die größte Mühe, allen Wünsch?n d?r Studentmschäft entgegen zu kommen, doch sind im Augenblick alle Bemühungen vergebens. Dienstag, 6. Januar 1920 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheflen) Zweiter Blatt IM (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 22. Geegespenfter. Roman von Anny Wothe. JUsetoeisciiei Copyright 1918 by Anny Wotbe-Mihn, Leipzig P. s. Solltest Du mich irgendwo zur mündlichen Aussprache treffen wollen, so bin leben Augenblick zur See oder M Lande zu einer Zu- fammenhmft fcrrit Fassungslos starrte Bent seine Schwägerdt an. Peter aber, nur einen Augenblick verwirrt, polterte: Das hört sich alles furchtbar großartig an. Ich Inn nicht der Mann, aus schöne Worte anzu^ beiden und an ungeschehene Tat^n zu glauben^ Die echte, stolze fteilxitS)urittge Friefenfeau, km du jetzt sein willst, die würde sich schämen, ihrem Manne einfach davon zu laufen. Sie hält auS in Sturm und Not, Freiheit, wie du fte meinst, kennen die Friesen trauen nicht. Doch genug der Worte sind gewechselt. Mach dich fertig. -Jn emer Viertelstunde fahren nur." „Mit dir nicht, nie!" gab Estrid zmück, Me Mutter, die sie beruhigen wollte, zurilckschrtben^ „bu hast mich selbst gehen heißen und damit rst die Siche erledigt." „Da irrst du gewaltig. Ich habe nicht'Lust, zum Svott der ganzen Insel herum zulau ,en, toeu mich meine Frau aUrin um den £>ot nahm un» den anderen liebte. Du wirst zurückkehren, deme Pflichten als Hausfrau erfüllen und dem Zs.rnd tat Gottestoog zur Welt bringen. .Patzt es dir dann dort nicht mehr oder befragt btt ine Behandlung nicht, die ein Mann seiner Frau angedcihen latzt, die ihn beträgt, so kannst du gehen, wohin du willst, aber das Kind bleibt bei mir." Estrid lachte krampfhaft auf. „Ich möchte den sehen, der es mir nehm« könnte Was ’tefrt Ihr denn so stumm und steif da. Deut Bonken? Ahnt Ihr endlich waS mir blüht, wenn ich als „gehorsam Weib wuDer m daS Daus komme, in dem Peter Banken herrscht d Nein, lieber in den Tod." (Farietzung felgt.) strich er mit der großen öanb über seinen rötlichen, lichten Bart, dann sagte er kurz: „Mag fein, daß ich dir im Augenblick unrecht tat Willst du es leugnen, datz auch sie dich befreit hat und die grötzte Lust verspürt, es noch weiter iu tun?" . „Du verkennst die Eigenart deiner Frau, wandte Bent ernst ein, während Mutter Wtbk» I>eimlid) und dringend aus Estrid einsprach, die ime ein Steinbild verharrte und fein Mied richrtr. „Frauen wie sie wollen verstanden fern. Ihre Psyche zu begreifen erfordert vielleicht einen .ganz besonders feinen Sinn." „Und bej geht mir ab," höhnte Peter. „Du hast recht, Jung, von solchem Kram verstehen wir ehrlichen Land- und Schiffsleute, die wir still aut der Insel leben, nicht viel. Dazu mutz man weife Reisen gemacht haben und die Frauen aller Lander und Meere kennen. Mir patzt die Wirtschaft nicht. Treu und Glauben, die gelten auf der das ist Friesenart und Wahlspruch." „Und Freiheit!" tönte es vom Fenster her. „Frei ist der Friese und will es bleiben. Wie ein Heiligtum verteidigte er von jeher seine Freiheit Mann wie Weib. Das will ich rum iud) tun, mit dem ganzen stolzen Bewußtsein meines Volkes. Du, Peter Donfen, hast es mich gelehrt, was ich mir und meinem Kinde schuldig bin. Es ist das Einzige, wofür ich dir danken Hochausgerichtet stand Estrid da. Nicht wie eine Schuldige, sondern wie eine junge Königin Ihr Goldhaar gleißte um den feinen Kom und die blaßroten Lippen leuchteten m dem durchsichtigen Gesicht mit ben unerfründlichen Augen in einer fast übcrirbifdjcn Schönheit. **®er Verein der Gießener Kunst- re u n d e (Vereinigung der Freunde des kunstwissenschaftlichen Instituts), der Ende Dftober gegründet wurde, zählt bereite über 160 Mitglieder und Stifter, ein Zeichen, wie notwendig Und zeitgemäß der Verein allen Kunstfreunden unserer Stadt erscheint. — Der erste Bereinsvortrag findet Dminerstag den 8. Januar im Großen Hörtaal .der Universität 8V» Uhr abends pünktlich statt. Ein Küchen-Kleinod in dieser fett- und fleischarmen, für jede Hau» (rau sehr schweren Zeit ist die Reine Speisenwiirze Nr. 550 Sie gibt nur mit Wasser gekochten Suppen und sonstigen Speisen höchsten W ohlgeschmack. als ob sie mit Fleischbrühe zubereitet waren. Ein \ ersuch kostet nur M. 1.70 und wird jeden so ort von dem hohen Wert d- Speisen würze Nr. öoO für die Ktkhe u.Enifthrung überzeugen. Die Flasche von lange ausreichend, überall erhält!., wo nicht, direkt vorn Herkules-Nährmittel werk in Gelnhausen. Gi ** Londorf, 4. Jan. Vorgestern fanb die diesjährige Generalversammlung des Turnvereins im Vereinslokal bei Gastunrt Gustav Bo^pn statt. Nad'dem der 1. Vorsitzende W. Schomber die Versammlung eröffnet hatte, gab der Rechner folgenbat Bericht: Einnahmen 1311,10 Mk., Ausgaben 865 Mark, das Vereinsvermögen beträgt 1529,06 Mr. Im nächsten Augenblick aber schrie Estrid aut. Leichenblaß stierte sie zum Fenster hinaus, wo ein Wagen mit zwei feurigen Braunen daher^ rCl%ct Wagen hielt vor dem Haufe. Bent hörte es auch „Was ist Euch, Frau Estrid, Ihr zittert ja? Estrid gab keine Antwort. Mit geweiteten Augen sah sie nach der Tür, hinter der jetzt eilige Schritte und Worte laut wurden. Ehe Bent noch alles recht begriff, wurde di' Tür aufgerissen und in ihr stand zornrot, groß und breit, Peter Bonfen und lachte höhnisch ruf. , Da hast du ja dein Vorhaben schnell wrhr gemacht," spöttelte er, „dich losort einem, „brr mir nahe steht," an den Hals yu werten Hast wohl nicht gedacht, daß ich gleich Euer Stelldichem stören würde?" .Bruder!" rief Bent, auf Peter zustürzend und ihn wild an der Brust packend, „wie kannst du deine Frau und mich so beleidigen?" „Na, sie wird wohl zu tragen wissen und du —“ ernst und voll Schmerz, doch nicht zornig sah er den Bruder an, „du mutzt mir zugeben, datz es höchst verwunderlich ist, dich hi.'r zu finden, nro du mir gesagt hast, daß du in Vift bist." „Soeben komme ich von dort. Ich ivvllfe Söl- ves Adulter nur Nachricht von ihrem Verblech geben, und erst frier erfahre ich, was sich in dieser Nacht im Gotteswog zugetragen. Ich versuchte lochen, Estrid zu bewegen, mit mir in den Gotteskoog zu dir znrückzufehren." Die ruhige A. ttvort d.s Karitäns trug so überzeugend den Stempel der Wahrheit, d^ß Peter ein leises Gefühl der Scham bcsch.ich. Verlegen Mit besten Grützen Willy. Mit dem Bündnisangebot Eng- lands beschäftigt sich, ein als privat und streng vertraulich bezeichneter Berliner Bries vom 30. Mai 1898. Er lautet: Liebster Niki! Mit einer nicht ganz imerwarfetcn Plötzlichkeit sehe ich mich vor eine Entscheidung gestellt, die von lebenswichtiger Bedeutung für mein Lmid ist und die so weit reicht, daß ich die äußersten Konsequenzen nicht vvraussehen kann. Die Tradittonen, nt denen ich von meinem geliebten Großvater gesegneten Andenkens in Bezug auf unsere beibm Säufer und Länder auferzogen wurde, sind, «ne Du mir zugeben wirst, meinerseits stets als cm heiliges Vermächtnis von ihm aufrechterhalten worden, und meine Loyalität Dir und Deiner Famifte gegen* über steht, tote ich mir schmeichele, über jedem Verdacht. Ich komme deshalb zu Dir als meinem Freund und Consident, um Dir die Angelegenheit zu unterbreiten wie -einer, der auf eine offene unb chrliche Frage eine offene unb ehrliche Antwort erwartet. Anfang April -haben die Angriffe auf mein Land und meine Person, die bis dahin von der britischen Presse und dem Volk auf uns hagelten, p l ö tz l i ch n a chg e l a s se n. Es trat, wie Du jfemertt haben wirst, ein zeitweiliger Stillstand ein. Das überraschte uns einigermaßen, und wir waren um eine Erklärung verlegen. Durch eifrige Nachforschungen ermittelte ich daß Ihre Majestät die Königin selbst'durch einen ihrer Freunde eine Nachricht an die britische Presse »hatte gelangen lassen, sie wünsche, daß dieses unvornohme falsche Spiel aufhöre. Das in dem Land der „freien Presse". Ein so ungewöhnlicher Schritt führte und natürlich zu dem Schluß, datz etwas in der Luft liege. Bericht: Einnahmen 1311,10 Mk., 7-isgaben 865 Mark, das Vereinsvermögen beträgt 1529,06 Mr. Die Mitgliederzahl stieg auf 130. Ms 1 unb 2 Vorsitzender blieben die bisherigen Wilh. bdpnv- ber und Heinrich Rohrbach, ebenso Schriftführer Konvad Schnecler wie auch Kontrolleur und Zeug» foart Wilhelm Stange und Heinrich Pfeiff MS neu nniTben gewählt 1. und 2. Turmvart Philipp Höchst mid Heinr. Kämmerer, als Rechner H«nr. Gott. Obwohl der Verein 21 der bvften Tumor 1018 u- t den ßCMUto ’M»««' 112 Mki?Qf^. Grifts • V* VÄTaOn $cr- 9j 11. (sÄfW nut , tmjudw, M-Z ■nteriiüöung LäklW» y 7 3m Sabrt 1819 i’1 es |Dnrb2 narben 215 ®m0L ky«iK. »r,M 1 '^olUldmltn tätig. JW.BÄ nicht üoiltnttl; "111" .ixt a.tcroidnüadxn botanilchen öQtten «n unb GebrSuchni, ein» Lefensführung bei be* '[Wen, jflbrte .bet leWen Sro e.for bis jum n Wbtnrö, a'xr u- Itanb noch am 'Üotahtnb W und ber IfeinbuitQcn Nachteilen. unb crira^en und durch unben )n öiefem 3oiire b« ttf.tn bwM iiaa» t ’Skiaiu'.ia mit Volks« ifen nach bä roadtn n toiiung mürbe auch 5täOto)Ci)nuiig äineiübti. Jubiläumsjahr wurde dieser Grundsatz sogar in Verse gebracht: England brauch.' Line xkrbünDc- ten, le caö erfreant könne allein die ganze Well bekämpfen mit folgendem Refrain: We ’oe got tl/c shchs, we 've got tfre man, roe 've tfre ntoneq too. Die Antwort war, daß Die Ansichten s i ch vollkommen geändert hätten unb dieses .Angebot die Folgerung daraus sei. Nach Ostern iwurde das Ersuchen dringend erneuert, aber aui meinen Befehl kühl und dilatorisch in farbloser Fassung bcantnrortet. Ich dachte, die Angel genheit fei nun zu Ende. Jetzt aber ist das Griii djen zum dritten M a l in so unmißverständlicher Weife ioiri>erfrolt worden, wobei ein bestimmter kurz^-r Termin für m-ine endgültige Antwort goste.lt unb so ungeheure Anerbietungen hinzngesügl wurden, die meinem Landeine weite und große Estrid schlug langsam die Augen mit den seidigen Wimpern auf. In ihnen Augen flackerte nn irres Licht, als sie antwortete. „Nein, Käpten, Ihr habt mir zu wenig Thit. Ich gebe zu, cs machte mir Spaß, zu erproben, toi’ ireü meine Macht über Euch reichte, doch mit Euch spielen, tote Ihr meint, um Euer Herz zu erwerben, das lag mir fern." „Ihr macht gar feine Unterschiede, Frau Estrid, die ein einfacher Seemann wie ich nickst versteht. Indessen genug von mir, darauf kommt es ja gar nicht an. Ihr müßt in den Gottes- loog zurück, ehe Peter Euch mit Mwalt holt und es ein Aufsehen auf der Insel gibt. Kommt mit mir, ich bringe Euch heim. Ich will versuchen, in Keitum einen Wagen aufzutreiben, denn ehe die Flut kommt, vergehen noch Stunden. Macht Euch fertig." Estrid rührte sich nicht. Bent stampsfe imgeduldig mit dem Fuße. „Treibt es nicht zum Aeußcrstrn — Ihr dürft es nicht, schon Eures Kindes wegen nicht, Frau Schwägerin." • r c p Merkwürdig, feitdem Bent wußte, daß Estrid em Kind haben würde, seines Bruders Kind, konnte er ganz ruhig in iljre Nsrenaugen blicken, bernt Glanz und Schimmer ihn oft verwirrt hatte. „Ge-bt Euch feine Mühe, Bent Bonfen, ich Heibe." lung berufenen Sachverständigen Geh. Baurat Th. ! Ävehn-Berlin aufmerksam macht. Danach betragen I nach sechsmonatiger Leistung die gesamten nutz^ : baren Wasstrkräf.e D.utjck,lands 1 Gu9 5OU PS unb bei sechsnu) na tiger Leistung 1 327 0U0 PS an der Turbiiieiuoelle gemeiieu. Den Haupt an teil haben 1 Preußen mit 29, öaijem mit 50 und Baden mit 7,5 Prvz. Hessen steht an 6. Stelle mit 25 000 bzw. mit 18000 PS unb 13 Pro», der Gesamt- Wasserkräfte Deutschlands. Diese recht mü>edeutende Zahl gestaltet sich günstiger, wenn man die Pferde. krastzahlen mit dem Flacheninlialt (in Quadratkilometer) der Länder, in denen sie gewonnen werden können, in Beziehlmg bringt.. Neunmonatige Leistung vorausgesetzt, p.rl>ält sich dann der Flächeninhalt Preußens zu feinm Das^erkraft- Pferdeftärfeii wie 1: 1,1. Bei Baharn ist das Verhältnis 1:9, bei Baden 1:1,75, bet Hessen 1:2,5, Hessen hat danach verhältnismäßig mehr Wasserkräfte als Preußen. Neue Vestimmungen für Schüler» monotofartcu. Die Bestimmungen für Schülermonatskarten sind neu ausgestellt worden. Sie werden 2. und 3. Klasse im gleichen Umfange wie die Monatskarten ausgegeben, und zwar an Besucher und Besucherinnen von Hochschulen, von höheren und niederen <5d}uten, von Fort- bilomtgs-, Gewerbe-, Handels- und Industrieschulen, auch von privaten Lehransdaften sowie zum regelmäßigen Besuche von Lehrgängen zur Erlernung von Hansl ickfen oder Hai'darbeiten, für Zöglinge von Lelsrer- und Lehr^rtnnenseminaren, Präparandei anstalten und für Konfirmanden. Auch erioachsene oder selbständige Personen können sie zum Besuckfe von Fortbildnngs-, Gewerbe- und FachsclM- len, Einzelunterricht, Fortbildungslel)rgän- gen hir Lehrer und Handwerker erhallen, so- I fern Der Unterricht lediglich die AusbiFonng für einen künftigen Beruf oder Erwerb bezweckt. Für Geschwister werden je besondere Karten ausgestellt. Sie können auch für ver- sckftedene Strecken und Wagenklassen lauten. Für Schulkinder unter 10 Jahren werden weitere Bergirnstigungen nicht gewährt. Um Ostern herum sandte ein berühmter Politiker aus eigenem Antrieb plötzlich zu meinem Botschafter und bot ihm a brüle-pourpvint einen Bündnisvertrag m if England an. Graf Hatzfeld, äußerst verblüsst, sagte, er könne sich nicht erflärcn, wie das möglich sei nach allem, was sich seit 95 zwischen uns ereignet habe. Die Antwort lautete, das Angebot sei in vollem Emst er» felgt und aufrichtig gemeint. Mein Botschafter sagte, er werde berichten, aber er bezweifle sehr, daß das Parlament je einen solchen Vertrag akzeptieren werde, da England bisher jedermann, der es hören wollte, nicht Darüber im Zweifel gelassen habt, daß es nie und unter keinen Umständen ein Bündnis mit einer kontinentalen Macht ringtfien werde, wer es auch sei, und zwar deshalb nicht, weil es seine Dandlungsfrerhrit wafrven müßte. 1897 im MdigunMatt. rfiifbigunfliblitt Ü eiWU . < — Mehl uni) tfool - xuidiSttgtiung ber in tne g gtiwmnvntrt NÄwitz ülten AWvitttl. — Die roeiblutien Mege-vsom fe^cfriu-Lrdnung. - p sdiei-enkurrb tn jef'&iiingen. - J - LrlsstM liier btn i dm Wemrk bet (fe* prSmirn für vrot- Wdjuh fei nt inner *1919 mit 8 it®i «6di-$mit “MW® di! Stabt ©trtet W» »nies RiMNmehl. KMM i \S btn WW® Ltmeh(, 80-r^Ml ?ben DopäJ , 65pto>ntl ipeljentn« oW L n äJZttiliäde bkibJi btt « unb öroi in sind'« SKta®*'}, d« »’Ä— >ie WÄ W r. ■;Wn-S .«ft 250 ®;. 'Wit dttN 25' 3 L Mt" J1■«>er ortfl. bv tzL-S MS« E A«s Stadt «nd Land. Gießen, den 6. Jan. 1920. Die BevSlkerung Hessens betrug nach vorläufiger Feststellung am 8. Oktober 1919: 1290 356 Personen gegen 1282 051 am 1 Dez. 1910, und zwar 616 301 männl (639 198 rst 1910) und 674 055 weibl. (642 853). Die Zahl der männlichen Personen 'frat demnach um 22 897 angenommen, die der weiblichen um 31202 zugenommen, so daß sich eine Seine Gc- samtztmahme von 8305 Personen ergibt. Würde die Bevölkerung im gleichen Maße gewachsen fein wie in dem Zeitraum 1905 bis 1910, so müßte die männliche Bevölkerung 701243, die weibliche 709 555, die gesamte 1410 798 betragen, daS ist rin Ausfall von 84 942 Männern, 35 500 Frauen, 120 442 Personen überhaupt. In dreier Zahl wäre der Gesamwerluft an Atenschm enthalten, den der Krieg unserem Staat gebracht, und zwar sowohl infolge von Sterbesällen wie von Gebnrtenausfall, wie endlich von noch nid# erfolgter Rückkehr aus der Gefangenschaft. Diele Zahl ist aber wahrschrinlich etwas zu hoch, ,veil die Beoöllerungsvermehrung f.it 1910 üuolge des stetig steigenden Geburtenrückganges vor dem Ätfeg nicht mehr so groß gemeiert sein wird wie in dem vorausgegangenen Jahrfünft. Die Wassertrüste Hessens. Da r m stad t, 3. Jan. Unter der Ueberschrift: „Die Ausnutzung der Wasserkräfte Hessens" veröffentlicht Bauinspektor Händel-Worms einen Artikel, in dem er unter Brtonung der erhöhten Bedeutung der „weißen Kohle", der Wasferkraft und des Sozialisierungsgesetzes vom 23. März 1919 auf das Gutachten des durch die Nationalvcrsamm- Dttrehe und Schule. tt. Treis a. L., 4. Jan. Der aus frtou zösischer Gefangenschaft zurückgefefrrte Mission« Walther aus Beuern predigte beute vor? und nachmittag in ber hiesigen Kirche und schilderte daf>ei die Not ber Äammeruner (Eingeborenen m allerlei Krankheitsfällen, denen sfe hilflos gegen« überstehen. Auch sprach er von feinen traungwi Erfahrungen, die er in Dahome und NtarvkV als deutscher Kriegsgefangener bei der Behanb- lung durch die Franzosen gemacht hotte, ^solche Unmenschlichkeiten und Grausamkeüen, wie sie dort täglich gegen die wehrlosen und zum Teil kranken Teuftchen begangen wurden, um sie zum Wlder- stand zu reizen und sie bann wegen Ungehorsams gegen die Vorgesetzten zu erschießen, spotten teber Beschreibung. Büchcrtisch, — Die Aussöhnung ntit England Von Fregattenkapitän Robert Trapp. 7,40 Mk, — Rus fische Zu kunft. Bon Hermann Rosen. 2,25 Mk. Theodor Litzner Verlag, Berlin. Zukunft eröffnen, daß ich es für meine Pftickst gegen Deutschland halte, grfrdrig zu überlegen, bevor ich antworte. Ehe id) es aber tue, komme ich frei und offen zu Dir, mein geschätzter 3-reunb und Vetter, um Dich davon zu unterrichten, bo ich fühle, baß es sich um eine Fraye sozusagen über Leben und Tod handelt. Wir beide haben dieselben Ansichten, wir roünfd>en den Frieden, unb wir haben ihn bis freute erhalten und bewahrt. Was die Tendenz dieses Bündnisses ist, mirit Du gut verstehen, da ich unterrichtet Kn, daß es sich um ein Bündnis mit bet Triple- Allianz und mit Einschluß von Japan imd Amerika handelt, mit denen bereits Vorverhandlungen begonnen worden sind. Welche Chancen in der Ablehnung ober Annahme für uns liegen, magst Du selbst betedpum. Nun bitte ich Dich als meinen alten ustd vertrauten Freund, zu sagen, was D u mir bieten konnst und tun willst, wenn ich adle hne. Bevor ich meine endgültige ISittfdrtbung treffe und meine Antwort in dieser schwierigen Sage absende, muß ich imstande fein, klar zu sehen, und klar und offen ohne Hintergedanken muß Dein Vorscküag fein, so daß ick beurteilen und in meinem Same vor Gott verantworten taut, wie ich das Nduß abzuwägen habe, was den Frieden preines Vaterlandes und ber Well zum Nutzen bient. Du brauchst ferne Befürchtungen für Deine Verbündeten zu hegen bei irgend einem Vorschlag, den Du machst, falls er in eine von Dir gewünschte .Kombination gebracht wird. Mit diesem Brief, liebster Niki, setze ich mem volles Vertrauen aus Dein Stillschtvrigcn und Deine Diskretion Jedermann gegenüber unb schreibe, wie in alten Zeiten mein Großvater an Deinen Großvater Nikolaus I. gricfrricben haben würde. Möge Gott Dir Helsen, die richtige Lösung und Entscheidung M finden. Es geschieht für die folgende Generation, aber es drängt, deshalb antworte bitte bald. Dein ergebener Freund Willy. Schmidt, gewonnen, der über die deutsche Porzellankunst im 18. Jahrhundert (unter Vorführung von Lichtbildern) sprechen wird. Gäste md willkommen. r ♦* Die Stenographen gesell schäft „Gabelsberger" und Damenabtrilung Gießen, E. B., hielt am 3 Januar 1920 ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Die Kassenvcrhallnisfe sind zufriedenstelfend. Die Mitgliederzahl tft auf über 600 gestiegen. Der bisherige Vorstand durfte ftck> feiner einstimmigen Wfederwcchl erfreuen. ll .Bori Karnback, 1. Schristf. Kopp, 1. Rechner S«bert Ferner wurden tofedergewShlt: 2. Bors. Kuhl, oct- tungswart Frl. Zink, 1. Bris. Jöckel und Grave- lius, neu hinzu ber 2. Schrifts. K. Heß als Dücher- toart Frl. Anna Singel. Die Anfänger-, Fortbll- dungs-, Redeschrift- und Diktatkurse ^nehmen am Montag, 5. Januar, wieder ihren Anfang. Landkreis Gießen. ** Trais-Horloff, 3 Jan. Am zweiten Wrifrnachtssriertag vemnstaltrten Schüler der frü» sigen Bolksfchule unter Leitung von Seminarist Schnxrrz einen in allen Teilen toofrlgelungenen Weihnachtsabend, in bef.cn Mittclpunkt ein zweiaktiges Wrihnachtsmärchenspiel stand. — Im Anschluß, daran wurde die Gründung emes Volksbildungsvereins beschossen, lieber 80 Ortseinwofrner sind bis jetzt dem neuen Bevein beigetreten Seine Hauptaufgabe wird leJeten in Theatepaufführungen, beehrenden Vorttägen usto. Starkrnvurg unD stiheitthessen. rm. Darmstadt, 5.Jan. Die Lehrervereinigung der Handtoerkerschulen in Hessen hielt ihre diesjährige Hauptversammlung in Darmstadt unter dem Vorsitz des Architekten «Georg Kug^l (Darmstadt) ab. Der Besuch aus allen Lande st eilen war gut. Es wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Die Hauptversammlung tebauert, obwohl die Lehrer an den Handwerkerschulen während des ganzen Krieges und bis heute selbst unter den schwi-ngsten Die Kailtrbrkfe. Berlin, 3. Jan. Ein vom 12. November 1896 datierter Brief Wilhelms II. enthält bemer- fensw^rte Acußcrungen des >taisers über den Fürsten BtSmarck im Anschluß an bie Ende Oktober 1896 bekannt gewordene Äünoigung bcs Nückveriicklerulmötrtstrages zwischen 2feut|chland unb Nußland. Der Brief lzat folgenden Wortlaut. Letzlingen, 12. November 1896. Liebster Niki! ..Ich bin tief traurig über Bismarcks schreckliches Benehme, daÄ^ob^erch es. ,/nn Coup- ist, der sich lediglich gegen, mrch Persons nicksts desto weniger cnum Bruchs Loyalttat gegen seine Regtorung auf dem Gedächtnis meines geliebten Groß«itrts SI auT km Äin-s gelüMen Saterä surütflafet Ich habe meinen Dnfel, den Kanzler, bereits vert standigt, was im Parlament zu faptft,.unb i* hoffe, Du wirst zumeden fern mit ber Art, wie bie ganze verräterische Angelegenheit ^handelt wird. Ich nehme an daß bei diesem letzten Schlag des rr: .Liefern von Trvinrrchverr f-780 Mart „ ,, Verbiudmr^Sstücteii 35 Onar „ „ Ptündu«!gsftückeu l Änmhvvr non Rvhrezi MO Ztr. Goaben- und RohrvnlLgmtgsarbeÜLU 3700 Meter Sttfmt von Pflöcken 100 Stück. Die Herd i n gung*uut-er lagen liegen am der Bürgermeisterei Münster offen, wo die Angebote mit entfyretfcstber Aufschrift versehen, ocdmloffcn unb postfrei bis zum iSrbffnungdtermin M on - tag den 12. Januar, nachmittags 3 Ubr, einzureiären sind. Gießen, beit 2.Januar 1920. Hessische Kulturinspektiou Gießern ___&, Steinbach, Baurat.___1166 Bekanntmachung. Betr.: Antrag des Arl'ritnehmerverlxmds des Friseur- und Haargewerbes, Zweigvereins Gießen, gegen die Zwangs- tniantg der Friseure wegen Tarifvertrags. Die Beteiligten haben vor dem Staatskom- mrssar für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen zu Darmstadt am 30. Dezember 19J9 eine Beveinbarung getroffen, durch die der Schiedsspruch des Schlichtwlgsausschusses vvm 13. Dezember 1919 mit den im Tarif ^stgcfetzten Löhnen anerkannt worden ist. Im übrigen erstreckt sich die Vereinbarung auf Punkte des Tarifvertrages, die bei der Verhandlung des Schlichtungsaus- schusses van den Parteien nicht zur Erörterung gestellt worden sind. 1966 Gießen, den d.Januar 19*20. Schlichtungsausschuß der Provinz Obtthefsen. I. 9L: Raa b_______________ Bekanntmachung. Studierende, welche sich um das Kommerzten- rat-Slegmund-HeichLlheim-Stipendiun'. im lähr- lichen Betrage von oOO Mark btipetben wollen, haben ihre Gesuche bisjaim 15. April d. 3-sthnft- lick an den Engeren e-enat zu richten unter Beifügung von Zeugnissen über Befähigung, Klertz und ÄermogeltSverhältnisse. . Zur Bewerbung licrechrigl und diesmal chrrn- lichc Stubürendc der Universitär Gießen, sowie der bisherige Znhaber des Stipendiums. Gieße::, den 2. Januar 1920. 169D Der Rektor der Ärndesuniveriität. ______vr. Kalbfleisch._____________ Bekanntmachung. Die bisherige Wo chc nkarto s fe l menge von 5 Pfund kann infolge ungenügender Au- liefcrimg nicht mehr aufrechterhalten werden Tie ieweils aufgerufeuen Wochenkartoffelmarken Tocrben beliefert mit : 3 Psd. Kartoffeln zum Preise von ll Pf. MD Pfd , 3 Pfd. Erdbohlraben zum Preise von 12 Pf. pr. Pfh Gießen, den 5. Januar 1920. 183B Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Versteigerungs-Anzeige. Dienstag' den 13. Januar, vormittags 10 Uhr beginnend, werden in dem Atelier des Herrn Photographen Lartmann dahier, Ludwigstraße 21, infolge Geschäftsaufgabe sämtliche zum photographischen Betrieb erforderlichen Apparate und Utensilien einer fveirEigen Versteigerung gegen Barzahlung ausgesetzt. Sämtliche Gegenstände Hub gut erhalten und Braten täglich von 10 bis 1 Uhr besichtigt werden. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Bad-Rau he im, den 5. Januar 1920. 217 Weißel, GerichtSvollKiehrr r. T. Bekanntniachnng Betr.: Antrag des Deutschen Metallarbeiter- uetbattby, Ortsvenoaltung.Gießen, gegen die Schlosserverernigung Gießen wegen Üohnregelung. 2dachdem auch die Schl«slertterecmgimg den Schiedsspruch vom 22.9dvvember 1919 anerkannt hat, ist der Antrag aus Berbindlicherklärung des Schiedsspruchs gegenstandslos geworden. Gießen, den 5. Januar 1920. Schlichtungsausschuß der Provinz Obertzessen. J.Ä.: Raab.1958 Bekmintmachnng. Die Wochenkartosfelmarken Nr.26 bis 4 5 der 51. Woche roerben beliefert bei: Konsum-Verein in sämtlichen Filialen. Tie Marken können bis einschließlich Mittwoch beit 7. Januar 1920 eingelöst werden. 1848 Gießen, den 5. Januar 1920. Der Oberbürgermeister (Lcbensmittelamt). Mtzholz-Versteigerung. Freitag den 9. Januar d. I., vormittags 9V3 Uhr, kommt aus dem Gemeindewald Frankenbach nachbezeichnetes Nutzholz zur öffentlichen Versteigerung: Distrikt Steinen. Fichrenftämnie: 48 St. mit 8,09 Fskn. Fichtensbangen: 268 St. L, 791 St. 8., 749 St. 3., 145 St. 4. Kl. Distrikt Gerthe Heck. Fichrenftämme: 5 St. mit 1,02 Fstm., Fichenstangen: 179 St. 1., 341 St. 2., 713 St. 3., 637 St. 4. Kl. Zusammenkunft auf der Straße FvaukenSecch— KtrchverS. 35D Weber, Bürgermeister. Bekanntmachung. Wir weifen erneut darauf Tyht, daß für ab- Händen gekommene Brennstoff-Bezugscheine Ersatz in keinem Falle mehr gegeben werden kann. Gießen, den 5. Januar 1920. ~ 193E OrtsLohlenstellc der Stadt Gießen. Betr.: Belohnungen von Dienstboten. Bekanntmachung. Soweit es die Verhältnisse zulassen werben, sollen auch im nächsten Jahre wieder Belohnungen an Dienstboten des Sparkassenbezirkes verteilt werden. Belohnungen können uon 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten im engeren Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Wohnung haben und sich darüber sowie über gute Führung durch Zeugnisse auswcisen können. Von Vollendung der 5 Tienst- jabre kann nur bann im letzten Dienstiahve abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Ein- bemfimg zum Heeresdienst, durch Auflösung des Hauslmlts oder durch Gründung emes eigene» Haushalts erfolgt. . ■*-; Es werden hiernach dCL diejenigen Dienstboten, wclchc nach diesen Bedingungen auf eine Belohnung glauben Anspruch erheben zu können, aufgeforbert, sich unter Vorlage der vorhandenen Dienstbücher, tym. eines Anmeldeausweises, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen SparSasstmbuchs (die Angabe der Nummer des Buchs genügt ebenfalls) bei unserer Kasse oder der Büraermeistevei des Wohnorts bis zum 31. Januar 1920 zu melden. Die Bürgermeistereien dßs Bezirks 'verdea ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf geeignete Weise zur Kenntnis der Ortseimvvhner zu bringen Gießen, den 31. Dezember 1919. Bezirkssparkasse Gießen. 3ad>ei5. 36D Iferaier Geber Mreiinile Holz,Tors,Braunkohle flkMvjgW der Freunde des kenslw ssenscM. iKtitots) Ö8A Oiste sind willkommen. u ,8eD Der Vorstand. 1D2D CHR. SCHMIDT II 214 XA1 Nfolz -Handschuhe i< _________________ Grosse Auswahl Beste Fabrikate Wir bringen unseren verehrt Abonnenten und Inserenten hiermit zur Kenntnis, dass wir Herrn J. WEINERT auf eigenen Wunsch und in freundschaftlicher Weise von der Führung der Agenturgeschäfte unseres Blattes entbunden und die Agentur Herrn S. Loeb, Bahnhofstr. 59a Unter Bezugnahme auf vorstehende Mitteilung bitte ich das meinem Vorgänger, Herrn f. Weinert, entgegengebrachte Vertrauen auf mich übertragen zu wollen. 'foeb, 'Bahnhofstrasse 52 a. Frankfurt a- M., den /. Januar 1920. *SeschdftssteUe ud)iüd)en, trt), Achm-ilng von L GnindMvkrkäusen, n und Hlitl|ad)tn. Wc i mein seit bctricbaies ier- und r^setift ichmidt Wetter Datum 74 3 ! 76 5 1 84 3 Viiebrigfte 5. 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Die KurseinbusLN betrugen ansänglich zWischer 2 und 4 Proz. ^geschwächt waren fern.er Adler Meyer, 277. Bon Schnffahrtsaktren blieben Nordd. Lloyd gefragt. Lombarden standen in regerem Verkehr. Die l)auptiäc!)ltÄsten Ko o ia'w r e Wetz l a r überwiesen worden. As Dr. im Kriege ein Mftitärrinkommen von 7000 Mk. und eine jährliche Rente von seiner Schwieger- mutter in Hohe von 4000 Mk. bezogen hatte, vom Bürgermeister zu W. für das Steuerjahr 1917 zui Zahlung von Äemeindeeinkommensteuer veranlagt wurde, beschritt er nach fruchtlosem Einspruch den Weg der Klage im Berwa tungsstrt-itver.ahren mit dem Anträge auf Freistellung, indem ei die Anrechnung der zur Au rechterhaltuna des orthopädischen Instituts in Frankfurt a. M gemachten Aufwendungen verlangte; letztere haben fick in dem fraglichen Jahre an, mein: benn 10000 Mark belaufen; für Amortifatron [eien 6500 Mk., für Bedienung 63t Mk., Telephon 50 Mk., Jasti- tul^mictc 3210 Mk. und Dad Lagern des ^noen- LaiÄ 483 Mk. ausgeweirdet worden. Der Bürgermeister vertrat hingegen txm Standpunkt, daß feine Veranlagung, tvelch.-r 7/ip des Militäreinkom- inenS und die Rente von 4000 Mk. zugrunde liege, zu Recht ergangen sei. Der Bezirksausschutz biUigte Dr. L. eine Ermästigung um zwei Steuerstufen zu und machte geltend, im Hinblick auf § 20 des Einkommensteuergesetzes erscheine es angemessen, den Steuersatz um zwei Steuerslusen zu ermäßigen, da aus einer Mitteilung des Vor- sitzenden der Veranlagungskommisfton hervorgelie, datz im Steuerjahre 1912 bei der Veranlagung von Dr. L. 16 000 Mk. für Unkosten in Abzug gebracht worden seien. Dieses Urteil griff Tr. L mit ter Re.ision beim O ber ve r wa l t u n gs- geriet an, welches auch die Vorentscheidung aufbob und Dr. L. dem Klageanträge entsprechend gänzlich von der geforderten Steuer freistellte. IP. Reitstiefel,'^ IP.List«sten8iefel,U z vk. OT“ Irdkieterwee M. 2031 (Ein Paar hohe Filzstiefel zu verkaufen. tßieierf, Ktrchftratze 24. Ein nut erhalt., schwär». Konfirmanden-inzug preiswert abzuaeben. -« Eetterswea 79e PCL SricfFaftcn 6er Nedaktto«. ks. IH. G. Nach der Verordnung vom 27. November 1919 ist die Zulagerente auch für Unfall- rentenemp ttnd?r( die 66’i Prozent und mehr er- werbsdechrönkl find, auf 20 Mark erhöht icurccrt und zwar rückwirkend vom 1. Okwber 1919. Sie werden hierüber von der Berufsgenossenschäft wohl in Kürze weitere Nachricht erhol.en. Letzte Nachrichten. Ein Vortrag Fchrenbachs. Berlin, 5.Jan. In einer Zentrumsversammlung in Freiburg sprach der Präsident der Nationalversammlung, Fehrenbach, und sül/rte "ns, datz die heutige politisch: Lage das Bekenntnis zur Republik als notnxnbig fordere. Ein Zusammengel;en mit den ReckstsParteien sei solange nickst möglich, wie diese gegen die Regierung arbeiteten. Von den Sozialdemokraten trenne das Zentrum mancher Unterschied, namentlich in der Frage der Religion, gleichwohl könne das Zentrum mit fthnen und den Demokraten eine Koalitionsregierung bilden. Zur Verabschiedung des Obersten Reinhardt. Berlin, 5. Jan. Uetzer seine Verabschiedung schreibt Oberst Reinhardt m verschiedenen Blättern: Exzellenz von Lüttwitz lsttbe ihm gesagt, datz, wenn er nicht ginge, Minister Noske gehen müsse. Man habe ihm entgegenkommen wollen, dadurch, datz man ihn zum Gmeral ernannte, wenn er seinen Abschied sofort einreichte. Er lehnte dies ab. Ein neuer Prozch wegen Mitzbrauchs der Dienstgrivalt. Berlin, 5. Jan. Laut „Berliner Lokal-Anzeiger" hat gestern vor dem Kriegsgericht in Lalle (Saale) der Prozeß gegen den ehemaligen Militär- bevollmächtigten des Halleschcn Soldatenrates, Fer chlandt, wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt, unbefugter Bildung von bewaffneten Hausen, Frcil)«itsberaubung, Mißhandlung Untergebener und von Zivilpersonen, sonne Aufwieglung und Ungehorsam begonnen. Der Prozeß wird ungefähr 14 Tage bauern. Heringe für Deutschland Kristiania, ö. Jan. (WB.) „Aftenposten" erfährt aus Bergen, datz 20 — 30 beuts che Schiffe mit gesalzenen Heringen von der Westküste Norwegens nach Deutschland abge- gmtgen sind: eine größere Partie ist auch nach Polen abgegangen. Die Lebensmittelversorgung Groß-Berlins. Berlin, 6.Jan. Im Auftrage der Groß- Berliner Gemeinden begab sich gestern ein? Abordnung unter Führung des Oberbürg.-rmeisters Wermuth zum Reichskanzler, um die neue kritische Lage zu kennzeichnen, m her sich ». Zt. die gesamte Le'.-ensmitteklersorgung Grotz-Berlins schon befunden fyib*, und bie wmrnvchr durch die Stockung der Getreidezufuhren eine noch weitere bedenkliche Verschärfung erfährt. Den Befürchtungen der städtischen Vertreter gegenüber versickerte der stieichskanzler, daß die Versorguna mit Brot und NälTNuitteln. sowie mit Kartofselersatz bis Mitte Februar voll gesichert sei. Der Fehlbetrag der sächsischen Staatsbahnen. Berlin, 5. Jan. Laut „Berliner Lokal-Anzeiger" haben die sächsischen Staatsbahnen im ab» gelaufenen Jahre einen Fehlbetrag von fast 300 Millionen Mark gehabt. Karbid emöfleblt Bdrar Borrinann. Eisenhandluug. (n Büchcrtisch. — Generalob.rst Freiherr von Hausen, (Erinnerungen an den Marnefeldzug. Mit Bild des Verfassers und mehreren Aufmarsch- und Gesech!s-Skiz-en. Leipzig, K. F. Kvelstcr, Verlag. Preis geb. 20 Mk. Die Tarifvetchandlungen. Berlin, 5. Jan. (WB.) Amtlich. Die Tarifverhandlungen zwiscken der Eifcn- bahnverivaltung und den tzstiverlichtsten her (Siien- babnarbäter sind heute nachmittag uneber ausgenommen worden, veute sand eine allgemeine '.'lus- sproche statt. Diargcn beginnen wrcder Ernzeltzera- tungen, die nunmehr ohne Unttrbtcdjcing iveitcr* geführt iverben sollen, um den Tarif so schnell wie möglich fertigzustellen. Der französische (-eschäststräger iu Deutschland. Paris, 4.Jmr. Wolfs. Der „Petit Pa- risien" bestätigt, daß der ehemalige französische Generalkonsul in Genua Marei11Y, der vor einigen Tagen den Rang eines bevollmächtigten Ministers erhielt, zum Geschäftsträger Fran kreichs in Berlin ernartnt wird Nitti über die italienischen Ansprüche. Paris, 6. Jan. (WTB.) Der italicniftix Ministerpräsident Nitti empfing am t. Januar einen Vertreter der Pariser Presse uub erflärte, für die Italiener sei Fiume ein Symbol. ES sei sein größtes 'bestreben, tn der Adriaftage zu einem Einverständnis zu kommen Ader das adria- tische Meer sei nichts anderes als ein Nein«, ein lokales Meer und habe also nicht die Bedeutung des Mittelm«ros, dessen Wege allen Nationen offen stünden. Dem itolicntidm Bolle müsse gegeben werden, was es vom Kriege erwartet trabe, denn Italien habe den Krieg gewollt Man müsse immer bedenken, was cs erduldet habe. Sonst würde das italienische Voll immer die Frage ft eilen, für was eS 700000 Tote geopfert habe. Der Telegraphenv?rkehr mit den Niederlanden Köln, 6. Jan (Privattelegr.) Die Schwierigkeiten und Stockungen im Telegraphenverkehr mit den Niederlanden find in der Hauptsache auf die überaus* starke Verkehrszunahme zurück;uführen. Auch sind mehrere durch das Rheinland führende d> utsch niederländisck>e sowie einige dem Verkehr zwiickien Südwestdeutschland und dem übrigen Deutschland dienenden Leitungen von den Bcsatzungsbel>örden beschlagnahmt und ihrer Bestimmung entzogen worden. Inzwischen sind aber neue Telc. graphenverbindungen zlvischen Deütsch ümd uni) den Niederlanden eingerichtet worden. Eine weitere Verbesserung ist von b<* bevorstehenden Eröffnung des Schnelltelegraphenbetriebes zwst sckstm Düsseldorf und Amsterdam zu erwarten Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung Dir Eisenbahrrerbcwegung in England. London, 5.Jan. (Wolff.) Havas. Der vor längerer Zeit ausgekommene Konflikt zwischen den Eisenbahn gesell schäften und ihrem Personal ist endgültig beigelegt worden. Die Gehälter der Eisenbahner werden wöchentlich um 38 Sckstlling erhöht. Diese Regelung kann, je nach den Lebenskosten, Beränderunaen erleiden, darf aber vor dem 3. September d. I. auf keinen Fall vermindert werden Das abgeschlossene Abkommor äußert sich auch über die Streiks. Die Organist krönen haben sich im Falle eines Konfliktes an eine Sonderkommission zu wenden, die zu entscheiden hat. In einer Rede in Birmingham äußerte sich Thomas, daß die erlangten Konzessionen nicht ganz den gestellten Forderungen entsprächen, daß die Vorteile jedoch nennenswert seien. Die Kümpfe ht Rußland Amsterdam, 6. Jan. (WTB.) Die „Times" melden, daß General Semenow zum Oberbefehlshaber der Truppen von I r- kutsl und der gesamten Front südlich des ; Baikalsees ernannt worden ist. Die $offnyjifl der russischen Bolschewisten. Berlin, ü.Jan. (WB.) Der „Vorwärts" । reröffentlicht eine Neujahrsproklamalwn der Sowjetregierung an baä ruffifdje Volk, in der die ■ Hoffnung auf die Welt re vo7utron und das Einsetzen von Sowjets auch in Berlin, , Washington, Paris und London ausge- - drückt wird. Die Proklamation schließt: Es lebe das Revolutkonsjahr 1920! Kunft «nd Wissenschaft. me. Frankfurt a. M., 5. Jan. Ter Magistrat beantragt bei der Stadtverordnetenversam m- lung für die Stadtt Heater einen weiteren Zuichuß von 633 (XX) Mark bereitz»stellen, außerdem das Deftzit des Jahres 1918/19 von 255 000 Mark auf städtische Rechnung zu übernehmen. Sines Objektiv, Zein oder loerit, au kaufen gesucht. R. Engel. Berlin. AndreySltr. 40 k. (ITSss Kognak - Desltzkll lauft Beangnfse «. 186 Datum: Holland...... Dänemark..... Schweden..... Norwegen..... Schweiz...... Wien (altes). . . . Deutsch-österr.abg. Budapest...... Prag........ Helsingfors .... Spanien...... „FXBreak mit Paient-Achsen, 1 und 2fvännig au fahren, au ocrlnnlen bei Lodwig Kuhl. 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Für die erwiesene Anteilnahme an oetn Heimgänge unserer lieben Ent- schlasenen sagen ,vir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Donnerstag abend 8 Uhr Autzerordentliche Hauptversammlung im Bereinslokal, Schiv kavaß, Bahnhosstraße 7. Uebungsabende jeden Donnerstag abend VjS Ubr. 173e Der Vorstand. Zwei tneinandergeyende möbl. Zimmer zu vermieten. 0271 Goetheftraße 54 II. Tüchtiger mes Kaulabakspinner für dickes Gespinst nach Offenbach a.M. gesucht. Angeb. unter F. D. 0. 466 an Endol! Meiee, Fraikfirt a.B. gOOfiBl-Wot. günstigste Gelegenheit für Großabnehmer, aaran- ticrt 40'7«. reiner Wein- brand. Jedes Quantnm iosork u. dauernd lieferbar frankoBabuh.Trier. Nur solvente Firmen belieben sich zu wenden a. F.Katser, | a. Zt. Hagci la Weilt., 1 Blumenstratze 17. 021,5 Ziehnngsttfteu bei Borausahlung M. 1.20 für alle 5 Klassen.50D Mittwoch abcnd. MillitSnerssiiiNlillz. Pünktlich 8 Ubr. 215 Der Vorstand. 15. Fähnrich Wey l am 23. 10. 18 bei Poix du Nord. Auch diesen 15 Kameraden, mit denen sich die Zahl der aus den Reihen des Offizierkorps den Heldentod fürs Vaterland Gestorbenen auf 122 erhöht, werden wir ein ehrendes und dank-, bares Andenken bewahren. Stephan Major. /8 /4 __ä m 5.25 10.50 21.00 42.00fiU,fc Porto 20 Pfennig mehr sind zu beziehen durch die staatlichen Lotterie- Einnehmer in Giehen: Tüchtiger Fuhrmann für 2 Pferde gesucht. 0195 C. Rübfamen. SlhSsel WMV Für die Gemeinde Hausen, KreiS Giehen. wird em zuverlässiger, erfahrener Schöler, dem cütL das Mittreiben von 00 bis 80 Schafen gestattet werden kann, für sofort gesucht. Etwaige Bewerber wollen sich möglichst persönlich baldigst bei der Bürgermeisterei melden, woselbst auch die Bedin- aungen usw. zu erfahren Weihes Brauttleid ah leihen gesucht. SchristL Ang, u. 02)2 an d. G. A. Nachtrag zur Ehrentafel des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" (2. Grobherzoglich Hessisches) Nr. 116. Wge Beiläuferin sowie Lehrling u. Lebr- müdchen zum baldigen Eintritt gesucht. 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Leutnant Licht am 21. 10. 18 bei Nachrichtenmittel - Abteilung des 4. Gards-Rgts. zu Futz 10. Leutnant Ermarth ? bei der 36. Reserve-Division 11. Leutn. d. R. Duseberg ? . __ 12. Leutnant d. R. Zimmermann, verw. 24. 8. 18, gest. 3. 9. 18 tn engL Gefangenschaft 13. Leutnant d. R. Bohn, verw. am 27.9. 18 bei Ucvillers beim Inf.-Rgt. 442, gest. 1. 11. 18 14. Leutnant Käswurm, verw. am 20. 10. 18, gest. 7. 11. 18 in engl. Gefangenschaft 15.WW'MMe WW-Mlie. Die Ziehung der 1. Klaffe dieser Lotterie beginnt wieder am 13. Januar. Hauptgewinne nud 2 Prämien in S Klaffen 2 ^500000,2 ^300000,2^200000, 2 ^150000,«ä^lOOOOO,4^75000 uf». Lose Diejenige Perlon, die in der gestrig.Abottnements- Vorstellung im 2. Rang links ein FernglastPerl- mutter-Einfaff. i. schwarA. (Stui) an sich genomin. hat. wird gebeten, selb, an der Theaterkasse abzug. (0263 | Empfehlungen! Rohrstühle werden mit echtem Rohr geflochten bei 8. 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