Nr. (55 Der Siebener Anzeiger erftfreini täglich, außer Sonn« und Feiertags, vezugrpreise. Monatlich Mark 3.60 undMK.-.65Trägerlohn, vierteljährlichMark 10 80 undMk.l.95Trägerlohn; durch die Post viertel, jährlich Mark 12.- ausjchtiehlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: ftr die Schriftlertung 112; Derlag.Eeschäftsftelle51. Anschrift für Drahtnach. richten: Arneiger Siehrn. pofifchecklonlo: Kraniftirt a. M. U68i> Erstes Blatt 170. Jahrgang Montag, 5. Juli 1920 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesien Druck und Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- und Stemdruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulsttahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag voi her ohne jede Verbindlich! it. Preis für l mm hol •? ilr Anzeigen d. 34mm T .eile örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz, vorfchrist 20" 9 Aufsch ag. Sauptschriftleiter: Äug. Goetz Verantwort ich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ur. Reinhold Fenz; für de« Anzeigenteil: f). Deck, sämtlich in Dietzen. i Das deutsche Gutachten für Spaa Berlin, 3. Jrlli. (WTB.) Tas eingel^end: Guttrchten der deutschen wirtschaftlichen Sackwer ftikubigen über Tentschlands wirtschaftlich? Leü- ftungsMig^eit, das am 30. Juni dem Obersten Rat neben zwei amtlichen Tenlschriften über die Zahlungssähigkft Deutschlands uni) über die Stcuerbelastamg in Deutschland von der deutschen Regimmg- als Material für die VerhaMungen in Spaa überreicht worden ist, enthält in seinem ersten Teil eine ausführliche Darstellung der wirt- scyastlichen Lage Deutschlands. Es werden zunächst die vernichtenden wirtsclxtftlichen Wirkungen der Waffenstillstands zeit geschildert, weiter die Linderung der deutscleu tw.'dukliven Kräfte durch dm Vertrag von Per a lles und ihre verhäng-aisrvllen Folgen in allen ihren Einzelheiten. Tas Gutachten geht kurz auf den Jusband der dentsck-en Finanzen und auf die durch die neuen Stenern verursachte Belastung der t-eutschen Volkswirtschaft ein. Ter zweite Teil des Gutaclftens b. schäf.igt sich'mit den Voraussetzungen zur Feststellung des Wiederent- machung.betrages und behandelt zunächst das Angebot der deutscl>en Friedenslelegation in Versailles vvm 29. 9Jkii 1919, worin Deutschland srck zu Zahlungen bis zu einem Höchslbetrag von 100 Milliarden O'-otb verpslich en wo lle. Tie Sachverständigen hallen au sich den Grundgedanken des Angebots und die Erwägungen, von denen es aus- ging, im Prinzip auch Heu e noch für richtig, eine Wi^-evl-elung des Angbvts könne jedoch l/eute nicht mehr cr'olgen, tveil einmal von den damals als integrierender' Teil des deutsche Angebots aufgezäli cu Vvraussetzungini vor allem Belassuirg Oft-'und Westpceußett, Oberschlesien und des Saargebiets. Selbst.estimmungisrecht für Deutsch-Oester- reich, 'Belas ung der Kolonien als Mandatnr des Völkerbunt-es, Verzicht auf Auslieferung der Han- delschotte, keine Okkupation deutschen Gebiets) auch nicht eine einzig- er.Ält worden sei, sodann aber auch die gesamte äussere imb innere Wirtschaftslage Teut'schlckbds sich unter erl,edlick>er Mitschuld der alliierten und asoziierten Mächte wesentlich verschlechtert 'hob.'. Bei der Erörterung der Mög> lichkcit deutscher Leistungen bezeichnen cs die ^Satti- verständigen 'als ihren Wunsch, ilwe Erörterung der Wiedergutmachungsfrage einem festen Vorschlag soweit an^uiräh-ern, als es überhaupt in einer wirtschaftlichen G-eamtlage möglich ist, bei der nicht nur die bekannten Fahren sclaon beforgniserrcg»ond genug sind, sondern zugleich weitere wesentliche Faktoren sich überhaupt der Erfassung durch Rech- nung oder Schätzung entziehen. Sie kommen-dabei zu der Auffassung, daß die Bemühungen laller Beteiligten auf die Lösung der einzig "wirtlich großen Fragen konzentriert werdm sollten, die der Kählcn- Ueserungen und der Be eiligung Deutschlands am Wiederauft-au Fran'.reichs im eigen'lichen Sinne. Bei ,der Kohlenliesermrg bleibt nach Ansicht der Sachverständigen äem anderer Ausweg, als den gegnerisä rn Staaten, insbesondere also Frankreich, zwar eine Option aus bestimmte Kiohlenmcngan 'zu gctvähren, ietoch unter der Voraussetzung, dass die Liesening auf der Basis der im 'freien Wettbewerb sich bildendem deutschen bzw. errglischen Ausful-r- preisc'tatsächlich bezahlt werde. Deutschland würde sich dann verpflichten müssen, die Einkünfte aus t-iesen Kosten in erster Linie für'die Erfüllung der in Geld auszudrückenden Wiedergutmach-ingslei- stungen sicher zusteli en. Weiter ist erforderliche, daß Teutsttiland, ta cs nicht genügend exportieren kann, einen "Teil seiner lebendigen Kräfte ins Ausland sendet, um t-nrch werbende "-Arbeit einen weiteren Betrag an ausländischen Zahlungsmit eln zur Abgeltung seiner Wietergutnmchungsschrl) zu erkalten. T ie Sachver- Andigmi 'halten es, solang.! andere Betätigungsmöglichkeiten -größerer Bcvölkerungs- masfen im Auslarrd den Deutschnr durch Kolonien nicht gewährt werden, für unerläßlich, daß die Verhandlungen über die Arbeitsbeteiligung beim Wicoerausbcm 1 Frankreichs mit allem Nachdruck fortgesetzt und eifern greifbaren Ergebnis zu geführt, werden. Erne weftere Notwendigkeit für Deutschland -ist die Einfuhr derjenigen Warenmengen, die für die unmittelbare Wiederherstellung der menschlichen 'Arbeitskraft und die Landwirtschaft nötig -sind. Ter unbedingte Einführbedarf für die Zeit vom 1. Juli 1920 bis zum 30. Juni 1921 beträgt nach der Berechnung der Sachverständigen über 41/» Millionen Tonnen Nahrungsmittel und mindestens 300 000 Tonnen Rohphosphat. Dafür benötigt Teutschlcmd ausländisch- preüilc in Fornr einer Nvtanleche. Die näh/ren Bedingungen dieser Kredithilfe würden im übrigen in mimdlick-en. Verhandlungen festgelegt werden können, deren baldige Einleitung den Sachverständigen äußerst dringlich erscheint, ’ivie überhaupt nach Auffassung der Sachverständigen die alsbaldig.- Aufnahme von wirtschaftlichen V erlMrdlungen dazu bei tragen lvürde, lene Atmosphäre ton rul-iger Sachlichkeit und ver- antwvrtulrgsbetvußter . G-emeinschasisarbeit l-erzn- stcllen,'dhnc diO'der Vertrag von Versaillesl niemals die ihm fehlende Kraft, cm wirklicher Fried.- zu sein, -evbalten würde. Schließlich beschäftigt sich die Denkschrift mit den Borausietzungen für die Abgabe eines neuen deutschen Ang-bots und >vmmt iu_ dem Ergebnis, daß ein solches Angebot nur möglich ist. roenitsjn Ausführung des Vertrages von Versailles von folgenden Vorausfetzung.n aus- äegangcn wird, die allerdings eine abschließende Auszählung nicht darstellen: Deutschland wird int Acge her tz^gonseitigl'eit Meistbegünstigung, wirt- w'attliche Gleichberechtigung uw. Reckes siche rhei t tm Ausland gewährt. Der Wirtschaftsseiten wird durch die ausdrüttlitt) zuzusagende Nichtanwendung . Aepres aiiensiausel gesichert Deutschlands Wtrtschaftslohci' im Inland bleibt unangetastet. Peutiä-lanis Eiül)cit als Zollgebiet tviro durch rernerlel. Eingrifte gefährdet. Freier Verkehr mit Ostpreußen wird gewährleistet. Tie Lasten aus der Okkuprtiou werden durch ihre Bcgrvnzmrg gc- mubert Tie Retzllmiouen der aus ben besetzten Gebieten wegg führten Gegenstände müssen in das | System der Wied-rgutmach.ingsschuld eingegliedert werden. Tie finanzielle Auscinandersetzung mit | den einmaligen BundesMvosen wird unter der Mitwirkung der Entente ermöglicht. Deutschland wird der zu seiner Existenz notwendige- Schiffsraum zur Verfügung gestellt. Ter Gegemvert der bereits liquidierten und das Eigentum an noch nicht liquüierten deutschen Nettsten und Interessen im'Auslande bleibt den Berechtigten zu unmittelbarer Verfügung erhalten. Tie Erl-altuatg von Oberschlesien bildet die unerlä.lidye Voraussetzung jeder Wie >crgutmachung>;reA>flichtung für T-utsch- land. Sollte wieder alles Erwarwn die Abstimmung gegen Deutschland aulsfallen, so würde die Abg be des deutstt-en Wied ig- trnochnngs-ung-bv's binfäl.tg werden müssen, ba die ilinfäch^gstit Deutschlands zu nennenswerten Leistungen ohne Gegenleistung ohnehin für alle Welt erkennbar seilt würde. Tas Gutachten schließt: Selbst nach Erfüllung dieser Vvvuars' c amgcn bleibt Teutfchlands Lage ungeftärt und gefährdet. Es besteht für noch nicht absehbare Zeit keine and re Möglichkeit, als den Nolwon ügkcÄen des Staatshaushalts, soweit äußerste Einschränkung und ftärCi'iC Sreiieranspur- nung Nicht ousreitt-en, durch Hemmung.läse Ausgabe neuen Papi?rge-ldes zu genügen. Tie,es 'Versalien läßt sich wegen dechlvzialen Wirkungen,üud, ständigen Preisveränderungen noch kurze Zeit stortsetzen. Was dann kommen wird, ist ungewiß Ohne den raschen Beginn eines wahrhaft solidari- stt^n Zusammenarbeiiens der Völker sind die in der gestör.en Weltoronu:tg liegenden llrwchen der Wirtschasts- und Währungsn ü - Berlin, 5. Juli. Zu dem deutschen Sach- verständigen-Gutachten äußert von den wenigen Blättern, die am Montag Morgen erscheinen, die „Deutsche T a g e g 5 e i t u n g": Die deutschen Sachverständigen b tont n als eine der Laupt- lvdingimgen. das; endlich ein wirklicher Friedenszustand P atz greife. Es müßte die fortgesetzte Drohung mit Nepressalien aufhören Und die wirtschaftliche Gleichberechtigung Deutsttstands zur Tatsache werden. Dies ist nicht allein wirtschaftlich nötig und politisch, sondern vor allem auch moralisch. Solange die deutstt)e Wirtschaft von einem zum andern Tag nicht weiß, ob das dem Deut- sttiert Reich noch gebliebrne Gebiet injangetaftct bleiben wird, ob nicht die Unzulänglichkeit der vorhandenen Truppen einen netten ruinösen Umsturz herbei führt, ob nicht eine neue Blockade in rrgendwelcher Form verhängt wird, solange wird die notwendige moralische Schwungkraft im deutschen Volke fahr wirtschaftliche Leistmrg n nicht eintreten, sondern statt ihrer Dosfnnngslosigkeit, Mangel an Unt.-ntehmung.gcist, auch vielleicht an Arbeitslust bestehen bleiben. Die „K r e u z z e i t u 11 g" möchte es für am besten halten, wenn die deutsche Regierung die Materie in Spaa mit Kälte und Nüchternheit anfaßt. Tas Gutachten der wirtstt-aftlichen Sachverständigen und die Denkschriften über die Zahlungsfähigkeit und über die Steuerbelastung in Deutschland geben darüber, rote das Blatt schreibt, genügen!) Aufschluß. Will die Entente auf diese Sprache nicht hören, so wird es sich empfehlen, die Aktendeckel wieder zuzuklappen und abzuwarten, ob der Partner noch weiter verhandeln will. Es wird an Einschüchterungsversuchen nicht fehlen. Man soll sie ignorieren oder besser mit dem nüchternen Hinweis auf unsere sprechenden Zahlen erwidern. Mit Gewaltplänen wird die Entente lein-m Pfennig aus uns heraus- presseit, und wenn uns nicht zur Aufrechterhaltung dec Ordnung und Staatsautorität das 200 000- Mann-He?r gewährt wird, so roerb.n die Teilnehmer der Brüsseler Vorchnferenz von Spaa mit leerem Beutel nach Hause zurückkehren müssen. Der deutsche Standpunkt. Spaa, 5. Juli. (WTB.) Alle Delegationen zur Konferenz sind angekommen. Die erste Sitzung wird heute vormittag 10 Uhr stattfinden. Wir geben nachstehend die erste Meldung unseres Sonderdienstes aus Spaa wieder: Spaa, 4. Juli. Der Minister des Aeu- ßern Simons äußerte sich heute vor einigen ausländischen Pressevertretern über die bevorstehende Konferenz und erklärte u. a., nach dem Vertrag von Versailles sei der Betrag, den Deutschland an Wiedergutmachungen zu leisten hätte, im Mai 1921 festzusetzen. Aber wie die Dinge lägen, könnten weder Deutschland noch seine Gegner bis dahin warten, da sonst die Feststellung vernünftiger Budgets praktisch unmöglich sei. Es sei vielmehr im Interesse der ganzen Welt, die nur durch internationale Zusammenarbeit vor dem völligen Zusammenbruch bewahrt werden könne, notwendig, schon jetzt zu einer Einigung zu kommen. Soweit Deutschland in Frage komme, werde es bereit sein, alles zu tun, um dieses Zusammenarbeiten zu fördern. Bon einem der Pressevertreter befragt, ob Deutschland bestimmte Vorschläge mitbringe, erwiderte der Minister: Eine bestimmte Summe zu nennen, die Deutschland unter allen Umständen zahlen könne, sei natürlich vollständig ausgeschlossen. Aber wenn es durch eingehende mündliche freimütige Verhandlungen gelinge, volles Einverständnis über gewisse Voraussetzungen zu erlangen, so werde Deutschland wohl in der Lage sein, ein festes Angebot zu machen. Der Minister bemerkte weiter, er habe im vorigen Jahve, als der Lectrag von I^rsailles unterzeichnet wurde, seine Stelle int Reichsdienst aufgegeben, da er der Ansicht genwsen sei, daß Deutschland die furchtbar harten Bedingungen nicht erfüllen könne. Seither hätte er einen wichtigen Posten in der deutschen Industrie inne gehabt und habe Gelegenl)cit gehabt, eingehend zu studieren, bis zu welchem Grade Deutschland den Vertrag von Versailles zu erfüllen in der Lage sei. Jedenfalls werde er nichts unterschreiben, als was seiner Ansicht nach Deutschland erfüllen könne. Er betonte weiter, daß Deutschlands Erfüllung in der Hauptsache in Arbeit bestehen würde und daß diese Arbeit von drei Bedingungen abhänge: Rohmaterial, Lebensmittel und innererFriede. Diese Bedingungen, die ebenso grundlegend seien wie die Zukunft O b e r s ch l e s i e n s, seien die wichtigste Voraussetzung, über die man sich zunächst einigen müsse, ehe Deutschland ein festes Angebot machen könne. Der Minister erklärte am Ende seiner Darlegungen, es sei der feste Wille Deutschlands, zu einer Verständigung zu kommen. Die Konferenz von Brüfiel. Brüssel, 3. Juli. (Wolff.) Der Sonder- 10 Uhr trat der M i n i st e r r a t zur Prüfung der Lage zusammen. Brüssel, 3. Juli. (Wolff.) Millerand begab sich heute vormittag 11 Uhr nachdem Palasthotel, wo er mit General We ygand eine kurze Unterredung und darauf eine Besprechung mit Lloyd George und Graf Sforza hatte. Brüssel, 3. Juli. (WTB.) Die Konferenz bet Minister Frankreichs, Englands und Italiens, der nach Schsiiß des belgischen Minsiterrats auch noch die belgischen Vertreter beiwohnten, dauerte ron heute vormittag 11 Uhr bis 1/22 Uhr. Sie beschäftigte sich neuerdings mit der Frage der Verteilung der deutschen Wiedergutmachungen. Es wurde ein Abkommen auf folgender Grundlage erzielt: Frankreich wird 52, England 22, Italien 10, Belgien 8, Serbien 5 Prozent erhaft n, der Rest gelangt an die übrigen Mächte, Rumänien, Portugal und Japan, zur Verteilung. Italien soll überdies Kompema- tionen roirtscbaftlitt>er und finanzieller Natur er- halteir. Um ö,30 Uhr wurden die Verhandlungen wieder ausgenommen. Es haben sich daran lediglich die alliierten Minister mit je einem Sekretär beteiligt. Es wurden die Berichte der Militär-' und Luftschiffahrts-Sachverständigen über die Verletzungen des Friedeusvertrages von Versailles entgcgnugrommcn. • Ter Oberste Rat wird sich heute nachmittag über die Taktik auf. der Konferenz von Spaa entscheiden, damit eine einheitliche diplomatische Front der Alliierten gewahrt bleibt. Auf Anfrage hat der Präsident der ' Wiedergutmachungskommission Dubois " erklärt, daß nach seiner Meinung keine Diskussion mit den Deutschen stattfinden würde, sondern daß diese nur Vorschläge cinzubcingen hätten. Die deiltschen Anerbieten feien bisher durchaus unbefriedigend gemefen. Dubois erklärte, daß die Konferenz, die über die bvlschewisttschen Erfolge gegen Polen beunruhigende Nachrichten erhalten hat, sich^mit der militärischen Lage des neuen Staates beschäftigen werde. s2In die Marschälle Fach und Wilson wurden in diesem ©inne Anfragen gerichtet. Tie deutsche Delegation wird am Sonntag die Grenze überschreiten und nachmittags in Spaa ein treff en. Brüssel, 3. Juni. (Wolff.) Ter Sonderberichterstatter der „Agence Havas" meldet: Nach Schluß ber ge~X Q n Vvrmi tagsLcmf re.'z setzten die Sack>verslMiL>ige.i für die S ch 1 s l a h r t - imö Luftschiffahrtsfragen den Text einer Note fest, die der deutschen Telegation in Spaa überreicht werden soll. Ter endgültige Wortlaut wird wahrscheinlich durch den Obersten Rat festgesetzt werden. Wir glauben zu wissen, daß die Note insbesondere auf die Notwendigkeit der Ablieferung von Kriegsmaterial bestehn wird, das den Mliierten bisher noch nicht mis- geliesert worden ist, und daß ferner von der deutschen Regierung die BerofferlttittMng eines Gesetzes verlangt wird, daß die M i l i tär p fli ch t im Teutscheu Reiche abgeschafft ist. gmviß dem Versailler Vertrag, und schließlich hririchelich der Reduzierung der deutschen Armee auf 100000 Mann, die bis zu dem rorgeseheneii Termine am 10. Juli nicht durchgeführt.werden kann. SttsiieUich müssen die 100 000 Mann reguläre Truppen, die Teutschland zu kalten bered? igt ist, auf neuer Grundlage verteilt werden, so daß sie von einem Tage zum anderen große Heeresteile nicht bilden körrnen. In dieser Hinsicht wurde vollkommene Einigung erzielt. Tie Sitzung am Nachmittag beschäftigte sich mit der Fv?ge der Verteilung der von Teutschland an die Alliierten zu zal/leorden Entsch-ädi- gn ngs summe. In dieser Frage wurde keine Einigung erzielt und die Vertreter der 4 interessierten Mächte sahen sich g^wungen, auf ein Komprv miß hinzuarbeiten. Gestern abend wnroe noch keine Entscheidung getroffen. In der heutigen Sitzung werdeir die Führer der Telegativ- nen vv-n neuem versuchen, zu einer Einigung zu gelangen unb ein Stiftern der Versöhnung zu finden, was in offiziellen ftanz-östschen Kreisen als sicher angenommen wird. Am sterda m, 3. Juli. (Wolff.) Nach einer Havas-Reuter-Meldung aus ®rüffel wird ut amtlichen Kreisen darauf bingcwiesen, daß die Aus- fpradjc biZher ei»« offwjai Ch^aLer trug und daß -der belgischen Regierung noch kein 0 ff t* zieller Vorschlag g.-macht to.irde. Nich's':cii>- weniger scheine der Verlauf der Besi-rechu gen bie Besorgnis des belgisckxn Müüsterpräsidentcn zu rechtfcrtigen,der am Abend er.Härte, von ber gegenwärtigen Wendung, die die Tinge goi nommen, peinlich berührt tvordcn zil sein. Brüssel, 3. Juli. (WTB.) Havasreuler. Nach gjlittcihmgen aus guter Quelle ist in der Frage der Wielxrgutmachrlngen iwch keine Regelung erzielt worden. Die Erörterungen sollen in privaten Zusammenkünften fortgesetzt werden. Es besteht die Hoffnung, daß man dort zu einer Einigung über die Frage gelangen wird. Die Konferenz von Brüssel ist beenbet. In der letzten Sitzung wurde von den Berichten der Sa ch v erst ä n d 1 g e n a u s s ch ü s s e über die militärischen, maritimen und Luftfahrtangelegcnheiten Kenntnis genommen, nach denen sich die deutsch-.- Regierung offenbar mit deck ihr durch den Friedensvertrag auferlegten Berpflichttlngen im Rückstand befindet. Sodann wurde der voraussichtliche Verlauf der Verhandlungen von Spaa geprüft. Es wurde bestimmt, daß die nächste Sitzung Montag 11 Uhr vormittag in Spaa stattfindet. Die deutschen Delegierten werden eingeladen, daran t.-il- zunehmen. Schließlich trat die Konferenz in die Prüfung der amtlichen Mitteilung des Wiedergutmachungsausschusses, die sich aus den Rück- stano Deutschlands m der Kohlen lieferung bezieht, ein. Brüssel, 4. Juli. (Wolff.) Havas- Reuter: Lloyd George erklärte bei einem Empfang belgischer Journalisten, die Deutschen hätten kein Recht, auf der Konferenz von Spaa den Versailler Vertrag zur Erörterung zu bringen, sondern hätten nur ihre Absichten über die der A u s f ü h c u n g dienenden Wtaß- nahmen kundzutun. Bezüglich der Entschädigungsfrage sprach Lloyd Oöeocge das Vertrauen aus, daß man zu einem Einvernehmen gelangen werde. „Wir zeigen alle unseren, guten Willen", sagte er. „Es gibt nur ein einziges Land, das bezahlt, und es gibt viele Gläubiger. Es ist also zu verstehen, daß einige Schwierigkeiten entstehen, bevor eine Einigung erzielt ist." Lloyd George erklärte weiter: „England hat sich mit einer gewissen Verminderung seines Anteils zugunsten Belgiens einverstanden erklärt." lieber die eventuelle Beteiligung Englands an dem geplanten französisch-englischen Militärbündnis befragt, erklärte Lloyd George, int Augenblick handele es sich nicht um diese Frage. Br üssel, 3. Juli. (Wolff.) ,L>avas" meldet: Bezüglich der Frage des Anteils Belgiens art der Entschädigungssumme rerzögericn sich heute Durch einen unvorhergeseh.-nen Zwischen-all die Arbeiten der Konferenz. Mau versichert, daß der Zwischenfall durch das Auftreten der italienischen Regierung hervorgerufen würbe, die verlangt habe, daß Belgien zu Gunsteii Italiens auf einen Teil seines Entschädigungsanteils verzichte. Der belgische Ministerpräsident habe irt dieser Angelegenheit lange Unterredungen mit Lloyd George und M i l l e r a n d gehabt. Ta eine Einigung nicht erzielt wurde, stellte es sich als unmöglich heraus, die Konferenz in der verabredeten Weise wieder zusammen- zurusen. Der belgische Ministerpräsident wird über die Angelegenheit mit dem König vor dem freute abend im Palais zu gebenden Essen eine Besprechimg haben. Paris, 4. Juli. (Wolff.) Nach „Chicago Tribüne" sollen die Verbündeten dahin übereingekommen sein, Belgien die P r i 0 r i - tat für 2V2 Milliarden Goldmark zu gewähren. Der voykott gegen Ungarn. Amsterdam. 3. Juli. (Wolff.) Wie das Sekretariat des internationalen GewerksclxrstSpundes mitteilt, wird in der Sitzung des internationalen Bureaus, das anläßlich des Kongrefses des belgischen Gewerkschaftsbundes vom 3. bis 7. Juli in Brüssel zusammen tritt, die weitere Haltung des Internationalen Gewerffck-aftsbundes in der Frage des Boykotts geacn Ungarn näher festgestellt werden Inzwischen wird der Boykott ungeschwächt fortgesetzt. Die beteiligten Organisationen iverden ausgesordert, Maßregeln für eine eventuelle Verschärfung des Boykotts zu treffen. Lemberg in den Händen der Noten Armee? P a r i s , 3. Juli. (Wolff.) „Daily Mall" meldet aus Brüssel: Nach der letzten Meldung aus Polen soll Lemberg in die Hände der Roten Armee gefallen sein. Aus dem Reiche. Der Proteststreik gegen den Steuerabzug. Aschaffenburg, 4. Juli. (Wolff.) Gewerkschaftskartell und die Betriebsräte von Aschaffenburg haben den Streik auf der Dettinger Zeche ,G u ft a v", durch den Aichaffenburg, Darmstadt und vierzig andere Orte leit zwei Tagen ohne Licht und Strom sind,lgen die Teuerung der Lebensmittel. mit allen unabhängigen und mchrheits- handeln. Kreis Büdingen. ver- In einer Versammlung aus dem Marktplätze wurde beschlossen, die Lebensmittelpreise aut die Hälfte herobzusetzcn und diesen Beschluß den Händlern sofort mitzuteilen. In den Ge- schästen wurden die Lebensmittel daraufhin tatsächlich um 50 Prozent herabgesetzt und zu diesen Preisen von den Demonstranten sofort selbst verkauft. Zu Ausschreitungen kam es itgliedern klubs auf oen tpDi7eiuuyvu4/i, iw i*“/ ^.reiben entfaltete. Die Leitung des festes hatte der Zwergverein Hoherodskopf. Ter Volkskammerabgeordnete, welcher bekanntlich im vorigen Jahre bei Gelegenheit des Versuchs der Gründung einer rhein. Republik durch Dorten in Mainz ausgewiesen, wurde und jetzt in Offenbach wohnt, wurde dieser Tage in Wiesbaden, wo er zu kurzem Besuche war, durch die Franzosen verhaftet. Bund hessischer G-erneindebeamten. -4- Hirzenhain, 4. Juli. Der Imker- knrsus wurde gestern im Beis.in des Vorsitzenden des Oberhessischen Bi-menzückstervereins, Lehrer Buß-Leihgestern, geschlossen. Der Kurins dauettr eine Woche und zählte 18 Teilnehmer. Leiter war Lehrqx Hensel von hier. Kreis Lauterbach. Aus Stadt uttd EanH. Gießen, Den 5. Juli 1920. Veranstaltungen. Montag, 6. Ium 5. Juli: Hotel Einhorn, M/» Uhr, Gastspiel Paul Vuchwald (Programm- Wechsel). — Freiwillige Feuerwehr, 8 Uhr, Hauptübung. — Lichtspieltheater wie gestern. Tie am 19. Juni in Frankfurt ia. M. lanstaltete Versammlung ton Vertretern der Gemeinde beamten aller l-essischen Städte und Kreise hat die Vovarbeiten für die Gründung des Bun- des hessischer Gemeindebeamten be- endet und die Gründungspersammlung für S o n n- sich, selbst als sie dabei betroffen wurden, mit Re- tiolctm zur Wehr. Erst als die Besitzer und das Feldschutzpcrsonal sich bewaffneten (mit Hacken, Sensen, Dreschflegel usw.) und zu größeren Trupps vereinigt waren, gelang cs an verschiedenen Abenden, ine Kerle trotz ihrer Schußwaffen festzu- nehmen. An Ort intb Stelle bekamen sie dann jedesmal gründliche Prügel. Dieses System war wirksam. Die Plünderer jch.in.n vor den Prügeln einen heillosen Respekt bekommen zu haben und sind seit dieser Zeit spurlos verschwunden. wz. Worms, 3. Juli. Wegen Beteiligung an den Plünderungen sind bereits umfangreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Um eine Wiederholung der Unruhen zu verhüten, hat der Oberbürgermeister das Betreten der Straßen nach IOV2 Uhr verboten. Hiervor sind nur ausgenommen Personen, die sich in dienstlichen oder geschäftlichen Angelegenheiten von ihrer Wohnung nach dem Orte ihrer Tätigkeit und zurück begeben und sich hierüber genügend ausweisen können. Das Umherziehen Neugieriger wird untersagt. dt. Bingen, 5. Juli. Als Folge der A k - tion für den Preisabbau wurde hier in einer Versammlung von Vertretern der Gerne inde- behörden, der Kaufmannschaft und Verbraucher laut Rliein- und Nal>e zeitung beschlossen, für die Dauer von drei Wochen emm Preisabschlag von 25 Prozent eintreten zu lassen. — Nach der Rhein- und Nahezeitung soll der ab Samstag emtretenbe Preisabsch ag von 25 Prozent für alle Bedarssartikel für drei Monate und für die gesamte Bevö.kerung ol)ne Au. nähme gelten. Berlin, 3. Juli. In Berlin kam es gesetzes. Bezüglich der Ueberschüsse aus der Zwangswirtschaft haben die Abg. Herbert, Hofmann und Genossen eine dringliche Anfrage an die Regierung gerichtet, in welcher sie um Auskunft bitten, ob die Regierung bereit ist, dem Landtage über den Vermögens st and der Landes- Milch- und Fett stelle, der Landes- Eierstelle, der Landes-Kartoffelftelle sowie der L a n d e s - O b st st e l l e zu erteilen und welche Verwendung dieser Mittel beabsichtigt ist? Abg. Hofmann richtet ferner eine Anfrage an die Regierung bett, die Verzögerung der Verhandlungen bei dem Verkauf von fiskalischem Gelände in Seligenstadt zur Errichtung von Kriegerheim- 'tätten. Eine dringliche Anfrage des Abg. Dr. D e H4'in g er betrifft den Holzbedarf der hessi- chen Wagnermeister, welche das Recht verlangen, hren Holzbedarf direkt zu beziehen und durch einen Vertrauensmann rechtzeitig im Walde aussuchen zu dürfen, auch verlangen sie dieselben günstigen Zahlungsbedingungen, wie die Hvlzhändler. Aus Hoffen. Vorlagen und Anfragen. R. M. K. Darmstadt, 4. Juli. Das Ministerium des Innern hat dem Landtag einen E n^t - warf zur Genehmigung vorgelegt, der den Ankauf eines Hauses neben dem Regierungsgebäude in der Schillerstraße in Mainz um den Kaufpreis von 300 000 Mark betrifft und dem eingehend dargelegten Raummangel abhelfen soll. Eine weitere Regierungsvorlage betrifft eine Verordnung über die H^u- und Grummetverfteige- r ungen 1920, die den ungeheuren Preistreibereien, die ins Ungemesfene gehen, von vornherein entgegenzuwirken. Danach sind die gewerbsmäßigen Händler von der Versteigerung ausgeschlossen. Die Zahl der Steiglose kann für ortsansässige und fremde Bieter beschränkt werden. Eine weitere Vorlage betrifft die Verlängerung der Ermächtigung für die Gemeinden uui> Gemeinde- verbände, nach Maßgabe des Bedürfnisses Wechselverbindlichkeiten einzugehen. Ein Antrag des Abg. Riegl betrifft die Aenderung des Fürsorgttassen- tag, den 11. Juli, zu Darmstadt an- bevaumt. Hinsichtlich der Besoldungsordnung wurde eine Entschl ie ßrm g einstimmig angenommen, bte feen Ministerien sofort übergeben worden ist und in der eS u. a. heißt: Die hessische Gemeindebsamtenschast vertritt grundsätzlich den Standpunkt, daß mit Rücksicht auf die Eigenart des Gemeindedienstes die Sätze der Reichs- und Staatsbesoldungsordnung mindestens and) für die Gemeinde bamten Anwendung zu finden haben. Diese Forderung wird auch von der Großorganisation — dem Reichsverband der Gemeindebeamten Deutschlands — erhoben. Gegen den Versuch Der Staatsregierung, die Staatsbeamten über die Genleindebeamten Ruauszüheben und die einzelnen ^meindebeamtengruppen je eine Gehaltsklasse niedriger einzuvei'hen als die gleich zu adjtenbm Beamten gruppen beim Staat, erhebt bte Versammlung entschi Ärmsten Protest. Tie Herabwürdigung der Gemeindebeambm zu Beamten zweiter Klasse ist durch nichts begründet und auch auf sa chl i che Erwägungen nicht zurückzuführen. Tie Gemeind - beamtcn in den Städten waren immer besser besoldet als die Staatsbeamten und können diesen Anspruch auch heute nach mit voller Begründung erheben. Tas Vorgehen irr Sta-atsregierung, das nebenbei einen Eingriff in die durch Geetz feftgekgle Selbstverwaltung bedeutet, hat in der Gemeinde- beamtenschast die größte Beunruhigirng hertor- rerufen. Die 'hiesige Gememdebsamtenschaft wird mit allen NackDruck gegen das beabsichtigte Unrecht Stellung nehmen und auch eine Stellungnahme des des Reickjsvwbandes der Grneinl ebsa mten Deutschlands auf seiner Berteterverfammlung am 3. Juli d. Js. in Dresden ^herbeizuführen. Die Gemeindebeamtenschaft tun Hessen emxtrliet jedoch noch in letzter Stunde von der Staatsregierung, daß diese der besondwen Eigenart des Gem?iin»ebermteildien- stes Rechnung trägt und nicht die Hand zu einer Degradierung der Gemerndebamten bietet. sozialistischen Stimmen gegen die Stimmen weniger Kommunisten auf das atler- schärfste verurteilt. Diese lokalen wilden Streiks schädigten nur die Arbeitersache und die Arbeiter selbst. Morgen soll in einer erneuten Versammlung Stellung gegen den Streik genommen und die Möglichkeit eines Abbruchs des Streiks erörtert werden. Die sozialistische „Volkszeitung", die schon den jüngsten wilden Streik auf der Gewerkschaft „Gustav" verurteilt hat, schreibt von der neuen lokalen Aktion der Hanauer Kommunisten, sie sei direkt antisozialistisch. Wie das genannte Blatt erfahrt, wurde der Dettinger Streik in einer kommunistischen Parteiver- san.mlung bzw. im kommunistischen Gewerk- schasiSlartell am letzten Mittwoch beschlossen. Wie das „Berliner Tageblatt" aus München meldet, wurde dort der unabhängige Sozialist Lining, der im Gewerkschafts- haus ben Plan eines neuen Generalstreiks vortrug, verhaftet. Bergarbeiterstreik in Niederschlcsien. Waldenburg, 3. Juli. (WTB.) Der Verein bergbaulicher Interessen teilt mit: Tie Streitigkeilen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern der niedenchlcsischen Steinkohlen neh- men jetzt eine sehr bedrohliche Gestaltung an. Tic Arbeiter verlangen Entfernung von 2 5 Beamten aller Klassen. Die Grubär gaben nickst ohne weiteres nach und verlangten eingehende Prüfung der Beschwerden. Ohne das Prüfungsergekmis ab» zuwarten, traten die Arbeiter der Fuchsgrube, etwa 6000, in passiven W i der st and. Die Kohlenförderung beträgt nur ein Fünftel gegen früher. Der Widerstand hat gestern auch auf die Nachbargruben übergegrifsen imd droht das Ge- samtrevier von 25 000 Bergarbeitern zu erfassen. Schon jetzt ist die Gasversorgung des ganzen Inda sttiegcbietes mit über 30 Ortschaften unterbunden. Welche Folgen der Streik für die deutsck)e Kohlenvcttorgung haben wird, ist nicht abzusehen. Den Gruben, die in Niederschlefien bis an die äußerste Grenze des Entgegenkommens gegangen find, ist es unmöglich, verdiente Beamte auf die Sttaße zu setzen. sonst nicht. _ , ntz. Kreuznach, 5. Juli. (Mz.) Infolge des Arbeiterstreiks hielten zahlreiche Ge- sMstsleute gänzlich gusckstvssen. Andere hatten aus- verkauftt weitere sind ständig überfüllt, so mb em großer Teil der Bürgerschaft, namentlich der M 11; telstan b, ohne alle Lebensrnittel bastelst und ohne die MöglrchLeit, solche zu erhalten. Tie Pr.rs- heral'setzung beweist -also, daß , das eingistchlag-ene Verjähren eine recht verderbliche Wirkung tat. Uetrigeiiy macht das Per sona l einer hiesigen Gvoßfirma bekannt, daß es sich nicht weiter an der Ruinierung ihres Ehefs beteiligen werde, zumal deshalb nicht,, weil der Arbeiter ldii- sum- und der Beamtenkonsumverein bic Waren nicht für die ermäßigten Piteife, 50 Piwzent Nacl)- laß, abgebe. Um sich daher nkcht stlbst stellentas zu machen, legt das Personal bet Firma bis MM Eintritt gaort-neter Verhältnisse die Arbeit nieder. — Weiter wird in Ergänzung, unserer Notiz in der Samstagsnummer noch gemeldet, daß die von der Arbeiterschaft erzwungene Herabsetz.'nig oc.r Preise um 50 Prozent nur f ü r 0 r g a u i s i e r t e Arbeiter Geltung habe, der meist viel gck-lechter gestellte kleine Beamte tiber Angestellte hat also leinen Teil an der Vergünstigung. F r c i b u r g i. Br., 3. Juli. (WTB.) Zu einem Akt der Se l b st h i l f e des Publikums kam es heute auf dem sWochenmarkt. Eisenbah-, ner und organisierte Arbeiter erschienen heute morgen aus dem Markt und setzten die Preise für die Waren fest. Es ereigneten sich aber sonst keine Ausschreitungen. rr. Schlitz, 3. Juli. Die Klage des Vor- standes des hiesigen Wahlvereins der Deutschen Volkspartei gegen den Vorsitzenden der hiesigen Ottsgruppe des Hessischen Bauernbundes wegen einer angeblichen Beleidigung, die in einem von diesem verfaßten Flugblatt anläßlich der Reichstagswabl enthalten g.w.stn sein soll, wurde nunmehr noch außergerichtlich durch einen Vergleich erledigt. Kreis Schotten. 4- Schotten, 4. Juli. Das Hoherods-- ko Pf fest lockte beide tausende von M und Freunden des Vogelsberger Höhen' den Hoherodskopf, wo sich lebhaftes Tre Die Lebenrmittelteuerirng. n Friedberg, 3. Juli. Heute nachmittag Z Uhr" fand in der großen Allee auf der Kaiser- ftrafc eine von der sozialdemokratischen Partei einberufene Versammlung statt, welche eine Protestkundgebung gegen den lOprozen- Ligen Steuerabzug vom Lohn und besonders noch gegen die hohen Preise aller Lebensbedürfnisse, b sonders der Lebensrnittel, sein sollte. Nachdem vier Redner, darunter der Stadtverordnete Raube gesprochen hatten, wurden zwei Entschließungen gegen die erwähnten Punkte angenommen: darauf zogen die Teilnehmer, deren Anzahl wohl einige Hunderte betrug, in geschlossenem Zuge auf das Kreisamt und das Rathaus, wo sie von Regievungsrat Herberg und Bürgermeister Dr. Segel empfangen wurden: von beiden Heroen wurde möglichste Berücksichtigung der vvrgebrachten Beschweren zugesagt. Don allen Rednern wurde betont, daß die Teilnehmer sich zu keinen unbesonnenen Schrit- ' ten hin reißen lassen sollten und daß vorerst der Abbau der Preise auf gütlichem Wege versucht werden solle. Tatsache ist es, daß hier in Fried- ■> berg, im Herzen der gesegneten Wetterau, Obst und Gemüse, beispielsweise die Kirschen, teurersind wie in Berlin und anderen Großstädten und daß in dieser Beziehung wohl eine Besserung mit Recht angestrebt werden kann. dt. Worms, 5. Juli. Eine richtige Schlacht mit Kirschenräubern haben seit Wochen die Besitzer imd das Feldschutzpersonal im nahen Klein-Niedesheim auszuf.chten. Zweifel- - haste E.emente. bah n die dortigen umfangreichen Kirschenamagin allabendlich geplündert und setzten abends 8V4 Uhr, in die neue Aula ein, wo Frau M. Kraus am; M)'d über jede Hausfrau intern essierende Fragen sprechen wird. *”• Lichtspielhaus Bahn h 0 s st r. 34. Ein Film, der schon einen besseren Besuch verdiente, wird nur noch beute zur Vorführung gebracht. „Harikari", die Liebesgeschichte einer klei--' neu Zapanerm. Hauptdarstellerin Lil Dagoocr als Osakr San ist in ihrem Spiel ausgezeichnet. Ihre gemessenen Bewegungen harmonieren wundervoll zum ganzen osdasmtijchen M.lieu. Besorrders ber- vorzuhebeil sind die japanischen Baitten und Ausstattungen sowie sehr reizvolle Wasserfest. 0 Grünberg, 3. Juli. Aus Grünberg befinden sich noch zwei Mann in russischer Gefangenschaft, Schreibgehilfe Georg Schombett und Landwirt Karl Henkel. Nachdem nun kürzlich Schombert durch einen zurückgekchtten Gefangenen den Seinen ein Lebenszeichen geben konnte, traf am Freitag auch Nachricht von Henkel ein. Ein Heimkehrer teilte der Fran mit, er befinde sich in dem Lager Djelabad in Ostturkestan (Asien). Landkreis Gießen. -m. Hungen, 5. Juli. Am Samstag nachmittag entluden sich mehrere schwer-e Gewit- t e r teilweise über unsere Gemarttmg und brachten uns im Gefiolge endlich, nack) monatelang.-r Trocken- Ijeit, einen recht ergiebigen, wenn auch wicht durchweichenden Regen. Auch bte folgende Nacht brachte noch geringere Niederschläge und in der Sonntag- nacrt folgte ixntn ein melyrere Stundensancholtender, sthr ausgiebiger Regen. Tie Gewitter.zogen, ohne Sckaden anzurichien, weiter. Im benachbarten Biliingen riß der stark einsetzende Sturm mehrere Obstbäume um. In Feld und Garten stecht nun alles wieder frisch und neugeftM, so daß man nun mit etwas größerer Hoffnung der baldvM Ernte entgegienfeb-en kann. Auch die Futteraussuch- ten sind besser geworden und das Obst, das unter der Trockenheit sehr gelitten hat und teiüveise ab-> fiel, kann mm auch noch einen befriedigenden Ertrag liefern. 0 Grünberg, 3. Juli. Hier macht die JugenoJagdauf die Kohlweißlinge. Um einer drohenden Raupenplage zu beggnen, hat nämlich der Obst- und Gartenbauverein bekannt- gegeben, daß er für jeden Schmetterling 1 Pfennig bezahlt. Ter Verein hat zu diesem:Zwecke von der Stadt den Betrag von 100 Mark erhalten. In den ersten Kriegsjachren ist dieses Mittel schon einmal mit gutem Erfolge angewandt worden, nur wurden 'damals erst für je 5 Kohlweißlinge 1 Pf. vergütet. OGrünberg, 3. Juli. Am Samstag nachmittag ging endlich, wül-rend hier meh.ere Gewitter vorüberzogen, ein schwacher Regm nieder. Ein Regen in der Woche, am Dienstag, war kaum von Bedeutung. Ein flioßer Teil der Titkum^, die schon lange hätten fttzen mü.sen, war noch nicht gepflanzt, da man immer auf Regm 'hoffte. Aber schließlich waren die Leute gmötigt, dve Arbeit doch vorzunehmen und dabei Wasser zu geben, da ein längeres Hinausschieben nicht mehr gut anging. Hoffentlich sorgt der heutig' Regen, dem nock> andere trachfolgen mögrm, dafür, daß die geletzten Pflanzen anwachsen. Auch die ausgedörrten Wiesen sowie die Felder bedürfen noch ausgiebig des Regens. 4- Lich, 4. Juli. Sicherem Vernehmen nach will Bürgermeister Fuhr nach erst kurzer Amtsdauer sein Amt niederlegcn. — Gestern hatten wir ; einen ausgiebigen Gewitterregen, der endlich das ; ersehnte Naß brachte. „ _ • tt. Treis ab. Lda., 3. Julr. Du btefige Gemeinde erlöste bei der Versteigerung der Kir- ' sch en, die auf Wunsch der Steigerer baumweise : vorgenommen wurde, 2500 Mk. — Hier scheint : sich eine Diebesbande aufgetan zu haben. . Während in der vorigen Woche einem Arbeiter 1 durch nächtlichen Einbruch der ganze Rest feiner ; Hausschlachtung entwendet wurde, erbrachen du ' Diebe in einer der letzten Nächte die Arbeiterbude t der Firma H. Amend und stahlen die dort aufbe- . wahrte Arbeitskleidung der dortigen Arbeiter. In : beiden Fällen scheint es sich um mehrere Täter zu ** Den langersehnten Regen hat nun endlich am Samstag auch Oberhessen erhalten. Von 5 bis 7 Uhr entluden sich mehrere Gewitter mit kräftigen Niederschlägen, so daß aus den Wegen und in Ackerrurchm noch längere Zeit das Wasser stand. Nun ist auch wieder auf beiRres Grünsutter zu hoffen, und die Landwirte können ihre letzten Gemüsepflanzen und Nunkeln letzen. In der Samstagnacht setzte sich der durchweichende Regen bis in die frühen Morgenstunden fort. Nach einem schönen klaren und warmen Sommersonntag setzte gegen abend wieder kräftiger Regen ein, der abermals bis gegen morgen anhielt. ** Ein Waggon Kirschen kommt am Donnerstag, 8. Juli, nachmittags 3 Uhr, an der städtischen Verteilungsstelle in den Marktlauben voraussichtlich zum Verkauf. Die Kirschen werden in kleineren Mengen und korbweise (etwa 30 Pfund) abgegeben. Preis l,85 Mk., korbweise 1,80 Mk. das Pfund. Näheres siehe Anzeige. ** Unterschiedliche P r e i s e In Fraickfurt a. M. tostet das Pfuiild Schmalz 19 Mk in Kronberg 15 Mk. und in Wiesbaden, das sich sonst nicht durch billige Preise gerade auszeichnet, kann man es in diesen Tagen ischon für 12,50 Mk. erhalten. ** Auch höhere Neb en gebühren beim Fernsprecher. Die Einführung b;T hohen Fernsprechgebühren am 1. Juli wird von Ausführungsbestimmungen und Verwaltungsvor- schristen dazu begleitet, die viele neue wichtige Bestimmungen und weitere höhere Gebühren briMcn. ^Nebenanschlüsse der Berivattung kosten 80 Mark jährlich, bei Reihenschaltungen je nach der Zahl oer Amtsleitungen 140 bis 180 Mk. Für jede Ne- benftene in den Wohn- oder Geschäftsräumen einer anderen Person ioirb ein Zuschlag von 40 Mk. erhoben. Im Teilnehmerverzeichnis kostet lebe Zett', über, brei je 20 Mk., die Verlegung einer Sprechstelle in demselben Raunre 24 Mk., im selben Gebäude 40 Mk., nach einem anderen 100 Mk., em besonderer Wecker 12 Mk., ein zweites Mikrophon 20 Mk. Die Mindestdauer des Vertrages beträgt ein Jahr. Ein Vorortgespräch kostet 80 Pf., das Herbeirufen einer Person 1 Mk. Bei nachweisbarer Mittellosigkeit des Änschlußsuchers wird Vorauszahlung des Jahresbetrags der Grundgebühr verlangt. Die Uebermittlung der Wettervorhersage kostet im Monat 4 Mk., ein Vierteljahr 9 Mk., ein halbes Jahr 16 Mk., einzeln 40 Pf. Die Gebühren für die Genehmigung von Privattclegraphen betragen 20, 40 und 80 Pf. ** Postsendungen nach Otten in den Kreisen Eupen und M a l m e d y, die nach dem Friedensvettrag u. 11. an Belgien abzutreten sind, sind nach den Weltposwereinstaxen frerzumac^n. Unzureichend sreigemacht: Sen>ungen verursachen den Empfängern erbchttch: Unkosten. Bei Zweifel über die Sage der Bestimmungsotte oder über die Höhe der Gebühren wende man sich an die närhste Zostanstalt. ** Der Gießener Reiter verein veranstaltete gestern vormittag in der Universitätsreitschule auf dem Brandplatz eine kleine, aber würdige Gedenkfeier zu Ehxen, ferner bem Kriege zum Opfer gefallenen Mitglieder. Näben den Angehöttgeii dieser Kriegsopfer und den Mitgliedern des Vereins hatten sich auch eine Anzahl Gäste eingefunden. ,Die Feier wurde durch em der Sttmmmig angepaßtes Diusikstück eingeleitet. Ter 1. Vorsitzende des Reidervereins, Herr Schwan, begrüßte darauf die Erschienenen, gedachte der Gefallenen und übergab die an der Reitbahn angebrachte Gedenktafel, die mit ’ebönem Flaggenschmuck umrahmt war, dem anwesenden Vertteter der Landesuniversität, Herrn Pros. Dr. Gisevius. Dieser übernahm die Tafel im Romen der Universität und gedachte dabei der guten Beziehungen, die Universität und Reiterverein verknüpften: beide sähen in der körperlichen Ertüchtigung .der Jugend eine ihrer vornehmsten Aufgaben. Die Gedenktafel toetn folgende Namen auf: Kttegsfreiwilliger Werner Bick>ler, Leutnant Adolf Fischer, Stabsvetettnär Professor Dr. Gmeiner und Hauptmann d. L. Kreis Friedberg. == Bad-Nauheim, 2. Juli. Stadtv. Emil gtosenthal, der aus einer größeren (Stiftung seines in Amerika wohnenden Bruders schon rme- berbott größere Summen zu wohltätigeii Zweckm, verwanbt, &it iieiierdings wieder ansehnliche Be-. träge an die Ortsgruppe des Reichsbun«S der z^negsbeschädigten für bedürfttge Kriegsbe,chlttngta und Hinterbliebeiie überwiesen. — ^m Parrl)vdel haben Kurgäste gelegentlich etner Veranstaltung im Hotel 1600 Aiark gesammelt, die dem Elisabethenhaus zugcführt wurden und dazu ^r- wandt werden, armen Kindern eme btefige Kur zu ermöglichm. , . ... u 4 Bad-Nauheim, 3. Juli. Unser Bad ist um eine Unterhaltungsstätte reicher geworden: das „Kleine Theater", das seit Winter als größerer Neubau im Garten des „Europäischen Hofes" entftanben ist. Die gestrigen und vor- gesttigen Eröffnungsvorstellungen, die gebiegertie Kleinkunst und prächtige Lichtspiele boten, waren stark besucht und versprachen dem neuen Unternehmen eine gute Zukunft. Starkenburg und Nheinhessen. wz. Worms, 3. Juli. Gestern vormittag stürzte in der Gewann Kelterhohl, Gemarkung Hochheim, ein brennendes Flugzeug ab. Die beiden Insassen haben sich durch rechtzeitiges Abspringen gerettet. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 3. IM. (Wolff.) Der Regierungspräsident in Wiesbad.n hat durch Ber-. iügung vom 18. Juni 1920 die P0lizei.stunde K. Schön. ** Der Verband Deutscher Eisen- bahnwerkstätten-Werkführer, Ortsgruppe Gießen, hatte am 2. Juli die Vorstände der Gsenbahnervereinigunaen zu einer Versammlung im Felsenkeller eingeladen, um die Gründung einer freien Eisenbahner-Fachschule in Gießen zu besprechen. Diese Fachschulen, von denen zur Zeit 25 bestehen, sind im Einverständnis mit ber Eisenbahnverwaltung ins Leben gerufen. Me Schulen haben den Zweck, sowohl dem Bildungsbedürfnis der Eisenbahner Rechnung zu tragen, als auch gleichzeitig Gelegenheit zu geben, das fjir die Prüfungen erforderliche Wissen zu erwerben. Großes Interesse weckten vor allem die Ausführungen des Werttührers Uckert aus Berlin, ber Mitbegründer der ersten Fachschule in Berlin ist. Man mußte aus [einen Worten die Heber» zeugung gewinnen, daß der Gedanke großartig organisiert ist und sich zugleich unter sachgemätzer Leitung in die Wirklichkeit umsetzen läßt. Wir fügen noch an, daß die Gießener Gewerbe- nnd M as ch in e nbau s chu l e Räume und Lehrkräfte für die allgemeinen und technischen Fächer zur Verfügung stellen wird, die übrigen Lehrer sollen aus den Reihen der Eisenbahnbeamten gewonnen werden. Die Schule wird voraussichtlich am 1. November eröffnet werden. ** Der Deutschvölk. Schutz- und Trutzbund, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Donnerstag, 8. Juli, a6enb5 8‘/2 Uhr tm Hotel Grobherzog einen öffentlichen Vortragsabend. Pfr. Werner-Frankfurt a. M. (Paulskirche) wird über den Edelgehalt germanischer Götter- und Heldensagen sprechen. ♦* Die Deutschnationale Juyend- grup pe veranstaltet am Mittwoch, 7. Juli, abds. 8 Uhr, im Postkeller eine Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Herrn Oberst v. b. Goltz und ein Bericht des Vorsitzenden über die Reichstagswahlen und die politische Lage. ** Der Gieß euer Haus fr auenverein fordert die Hausfrauen auf, sich zusammenzuschließen und lädt auf Donnerstag den Jun, heute laut Alendb'ätter auf dem Obstmarkt auf dem Winterfrldtplatz zu Ausschreitungen der Käufer. Marktstände wurden umgeworfen und das Obst am Boden verstreut. Braunschweig, 2. Juli. Ms Rdißnahme gegm die fortschreitende Teuerung und die bedrohliche Erregung der Bevölkerung beschloß die Stadt- vewrdntten-Versammlung aus Veranlassung des Oberbürgermeisters die Einsetzung eines Preisüber- iraÄung Ausschusses Diesem aus Verkäufern und Konsumenten zu bildenden Ausschuß wirb die Fest- setzimg imb Uederwach'.mg der Preise für Lebens mittel und 'onftige Be'xirfsartikel übefragen. Jeder, Der bic sestBchetzlen Preise in ber Stadl Braunschweig überschre t t, wirb sofort dem Wuchergericht zur Bestrafung Üvefviesen. Ilmenau, 3. Juli. (Wolff.) Gestern nachmittag kam es hier zu Kundgebungen ge- "ler, 34. n Lil iS? öei* ;'Nd8"yi3 ueren JSJta uhSSs Ätw ;-ktcn BrjcmÄ^ A& «in jWfcJ» ?Ä** Emg imb ^WtS? durch. JLr Sonntü» N^llenöa oI^ Ä.^Ät \Ä W mm V^' b H MM R8*t bolbim 2®fc.ta unter ü inti) teiMie &. desrielrigenden Er- die wetUtn-e.llm : W xggnen, hat NMverrin tetornt, rttiterling 1 Pfennig ton bet Mars erhallen. In es Mittel schm ein- Mnbt worben, nur Wweiklinge 1 U Am Zamstag nach- 1 hier mehrere He- achn Regn, nieder. Dienstag, war kaum Teil der TiKou», ijen, war noch nicht Reg'n hoffte. Ader Nötigt, bis Arbeit Laser zu geben, da chr mehr yp MMtz. liegen, ixm noch an» ir, daß die grienen e Msgedörrtrn Mr» i noch wsMg des M Lmiehmm nach h erst kurzer Amts- Gestern hatten wir en, der endlich das ;uli Die hiesige Gr- eigerM der Sir/ Stägerer baiinW M. - Si-r scheint aufgetan zu haben 3o& einem Werler »ergänze Aestserm wurde, erbrachen du ächte die Arberlerbude tollten die dort * dortigen Arbiter. Zn um mehrere Tater ,u ngen. Juli. Ter Imkers . liSSg Säs: ***JS herein «r X in einem lv.scn W ‘ §cr- ich durch emen « '\9flnnn ^vtgtiebenf ML s» zrstige tweö ^(fjotd ejeri'." Aeranffat^ ASÜx S-*: 3. -K-k-E dewE Keltbch'llg z^ffges iaif«“;i(L Ö-HA »»*’ hatte Gelegenheit genug immer die Zügel schieße ;en zu lassen, und wenn es beurteilen zu können. zz. Proben, Proben, Proben, Proben. prachtvoll erfaßt. Tie Spielleitung Rudolf Golls bürgte im vornherein dafür, daß nicht die kleinste humoristische Wendung verloren ging und er selbst als Anton Schwalbe, dem Hochschulnachrrchten. Berlin, 4. ^uli. (Wvlff.) Bon zuftän- d i g e r Stelle wird mitgr?teilt: Ter Enttvurs einer Verordnung über tnc Bildung von Studentenschaften an Universi- löten rnb Technischen Hochschulen ist, nachdem die ösfentlrche Erörterung Fu einer gewissen KlJirnng rd zum 1. ob. 15. Seot. zu alleinst. Dame gesucht. Zu erfr. Siid-Aulage 5 II -wisch. 6jt 8 Uhr abends, ons» Srörnkl. »Sen zum 1. Ang. gesucht. 7(m Apotheke in Lollar. In kl. 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Sie haben da einen sehr niedlichen Plan ausgeheckt, der, nebenbei gesagt, zu nichts führte: in der Meinung, die Gräfin habe ihren Wagen gesandt, um mich nach Queens Gate holen zu lassen, sollte ich in irgend eine Falle gelockt totrbat, wo ich Gott weiß was für Niederträchtigkeiten unterworfen worden wäre, damit ich mir das Geheimnis der Gräfin entreißen ließe, von dem Sie glaubten, daß es nun mein eigenes geivorden war. Lügen, Lügen, nichts als Lügen! brüllte der Graf, nunmehr sinnlos vor Wut. Sehr wohl, sagte ich, ich fasse dies lünglich als eine scharfe Meinungsäußerung auf. Und nunmehr muß ich mit Ihnen diese Angriegenhrit ins reine bringen! Damit zog ich den Rr/ck ans und stülpte meine Hemdsärmel auf. Dieses Mal, rief ich, braucht es keine Degen. Wir wollen die Sache auf gute, alte englische Art abmachen. Wer, rief er was soll ich denn tun? Sie sind ja viel größer und stärker als ich! Dann werde ich nur meine halbe Kraft an- wenden, sagte ich, und legte meinen linken Arm auf den Rücken. Mit der Rechten aber schlug ich ihm dermaßen ins Gesicht, daß chm das Blut aus der Nase sprang. Ich hätte meinen Gegner besser kamen sollen: wie der Blitz zog er einen Dolch aus der Brusttasche und mit einem pantherartigen Satz Überfiel er mich und stieß mir mit der Waffe mit aller Gewalt nach der Brust. Ich konnte mich gerade noch abwenden, um dem tadlichen Stich zu entgehen. All das verlief so rasch wie ein Blitz, so daß ich dem Stahl nicht ganz entging; er drang mir in die Schulter ein und traf einen Knochen, wie ich an dem Klirren des Twlchs erkannte. Dann packte ich meinen Gegner beim Arm und hörte den Knochen krachen, als ich ihm denselben fürchterlich verdrehte; ich packte den Kerl, ich weiß nicht wo, so sinnlos wütend war ich in diesem Augenblick, hob ihn in die Luft und schleuderte ihn in die schlammigen Tiefen seines eigenen Brunnens, so daß das Wasser hochauf spritzte. Nunmehr wandte ich mich an den kreideweißen, zitternden Pasquale und sagte: Sie sind Zeuge des Korgesallenen. Vielleicht ist es besser, wenn Sie eine Zeitlang hier bleiben und die weitere Entwicklung abroarten. Damit verließ ich den Garten, durchschritt den großen Hof und war gerade oben auf der breiten Treppe an gelangt, als die Gräfin Maria in Tränen aufgelöst, den GanA heruntereilte. Oh, wie bin ich ftoh. Sie gefunden zu haben. Die alte Gräfin ist vor wenigen Minuten gestorben. Dreißigstes Kapitel. Da mjr die Nachricht keineswegs unerwartet kam, sagte ich nut: „Die arme Serie!" und folgte Der Gräfin schweigend und, wie ich hmM- fügen darf, unter großen Schmerzen, in das Boudoir, wo ich mich sehr schwach fühlte, mich daher in einen Lehnstuhl fallen ließ und um Branntwein bat. Jetzt erst bemerkte die Gräfin, daß mein Vorhemd von Blut gerötet war. Sie stieß einen Schreckensschrei aus. Gleichzeitig begann das Gemach und alles, was darin war, sich vor meinen Augen rundum ^u drehen, bis ich in Ohnmacht siel. Als ich wieder zu mir kam, sah ich von neuem das weiße, erschreckte Gesicht der Gräfin; ich selber lag aus einem Diwan, unb der römische Arzt war über mich gebeugt. Mit besorgtem Micke suchte er das Blut zu stillen, das mit aus der gerade unter meiner Achselhöhle befinolichen Wunde, über der das Hemd w^ggeschnitteu war, herausdrang. Die englische Wärterin kniete an meiner Seite und hiett ein Wassergesäß m den Händen. (Sortierung sorgt.) Mio 269. W die Hier an ltzBock 9tb. ©alter. ll)t 8.3ufi 1920. OUI* l eines gesunden ergebest an Wellmann geb. Völzing. öne Aussicht 41 M 1920. IM I angenommen Schmitt ne geb. Putz. Juli 1920. 611114 iiuiiiiii.,.,...........-r ......................... ijettr Vermählung in ;tn Aufmerksamkeiten « hnM<« T"ni- Helm Bepler itfe geb. Äreiling 1920. «n»* AM 920, abends 8 Uhr Postkeller Sammlung. Lage. - Nr. 155 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Montag, 5. Juli 1920 Deutscher «eichrtag. Berlin, 3. Juli. Am Reglenmgstisch: Reichswehrminister Geß- fer. Hans und Tribünen sind nur schwach besetzt. Zrrr Interpellation Ledebour über die Bor- Sängc in Thal bei Ruhla und daS Mar- ur g e r Urteil erklärt Rrick^welTrnriniskn: Geßler, er sei offenbar mißverstanden worden. Er habe mit seiner Erklärung nur sagen wollen, daß die Regierung eine Beantwortung der Interpellation in diesem Äugenklick ablehne, weil sie nicht durch eigene Aeußenin- gen m ein schwebendes Verfahren eingreisen wolle. Er bedauere den Vorgang überaus und glaube, Krall) das UrteÜ, gegen das Berufung eingelegt , rechtskräftig geworden fei, eine Antwort in Aussicht stellen zu.können. Abg. Ledebour beantragt fofertige Besprechung. Sie wird nach längerer Geschäftsordnungsdebatte mit 182 gegen 142 Stimmen abge 1 ehnt. Es folgt die Interpellation der Kommunisten über ein amtlich organis iertes Spitze l- wesen, das angeblich Putschpläne der radikalen Parteien erfindet, Putsche provoziert und meuchel- mörderische Beseitigung von Arbeiterführern betreibe. Rrichsminister Koch erklärt, die Interpellation in der vorgeschriebenen Frist beantworten zu wollen. Abg Hamm (Dem.- begründet sodann seinen Anttag auf Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung des Geschäftsgebahrens, der Ergebnisse und der Frage dec Liquidierung der Kriegsgesellschaften. Er bedauere, daß ein dahingehender Beschluß der Nationalversammlung unausgeführt geblieben sei. Die Undurchsichtigkeit des ganzen Geschäftsgebahrens der Kriegsgeiellschaften mache dem ehrlichen Kaufmann einen Wettbewerb un> möglich Abg. H io f (Svz.) begrüßt den Antrag. Abg. Blum (Ztr.) erklärt, es müsse mit dem Abbau der Kriegsgesellschaften sofort begonnen werden. Die fteiwerdenden Wohnungen würden dringend gebraucht. Abg. Iaud (Bahr. Vpt.1 verlangt gewissenhafte Nachprüfung des Geschäftsgebahrens der Kriegsgesellschasten. Abg. Bruhn (D.-Nat.) wundert sich, daß die Regierung die Kriegsgesellschaften solange für unentbehrlich gehalten habe. Reichswrrtsck)aftsminister Scholz erftärt, den Anregungen nach Möglichkeit entsprechen zu wollen. Uebrigens sei bte Zahl der Angestellten ab Januar d. I. von 16 000 auf 7000 zurück- yegangen. Der Anttag Hamm wird einstimmig angenommen. Es folgt die Beschußfassung über die Einsetzung eines Unterausschusses auf Grund des Artikels 3 4 der Verfassung. Abg. W a r m u t h (D.-Nat.) warnt davor, die Parteigegensätze durch einen solchen Ausschuß noch zu verschärfen. Abg. R ie ße r (D. Vpt.) sieht keine ersprießliche Tätigkeit des Ausschusses, da die unentbehrlichen Archive der anderen Völker ihm nicht offen stehen. Abg. Dr. Breitscheidt (Unabh.): Auch in seiner Partei seien anfänglich Zweifel an der Zweckmäßigkeit des Ausschusses laut geworden, weil die meiften Beisitzer den Parteien angehörten, die selbst die Schuld am Ausbruch des Krieges trügen. .Seine Partei habe sich aber dennoch für Wiedereinsetzung des Ausschusses ausgesprochen. Fvau Schuch (Soz.) erklärt, das Boll habe ein Recht darauf, sestgestellt zu sehen, daß die Schuld an der Katastrophe dem kapitalistischen System zuzuschveiben sei. Abg. Reile (Dem.) stimmt der Wiedereinsetzung des Ausschusses zu. Ter Antrag wird mit allen gegen die Stimmen der Deutsch-Nationalen und der Deutschen Volkspartei angenommen. Der Reichsnotetat wird ohne Debatte in zweiter Sefimg angenommen. Präsident Löbe dankt dabei dem Auslande für die Liebesdienste an unseren Kindern im Namen des Reichstages und des deutschen Volkes. Bei der anschließenden dritten Lesung erllärt Abg. Crispien (Unabh.), die Annahme des Notetats komme einem Vertrauensvotum gleich, deshalb lehne seine Partei ihn ab, obgleich einige Poften auch seinen Beifall hätten. Der Notetat wird sodann in dritter Lesung gegen die Stimmen der Unabhängigen ange- n o mmen. Es folgt die Beratung des von dem Abg. Müller-Franken eingebrachten Gesetzentwurfes be- tteffend die Aufhebung der Militärgericht s- b a r l e i t. Abg. Dr. Rosenfeldt (U.) bedauert, daß bie solange an der Regierung gewesenen Par- teien nicht die Kraft aufgebracht hätten, diese Militärgerichtsbarkeit zu beteiligen, die im Volke l^^Verständnis finde. Gegen solche Justiz rufe ct bie Arbeiter auf. Die Binde vor den Augen habe bte Justiz nicht gehindert, dem Kapitalismus Handlangerdienste und gegen die Arbeiter Schergen dien ste zu leisten. Abg. Warmuth (D.Nt.) erflärt, sein Anttag auf Uebenoeifimg an einen Ausschuß von 28 Mitgliedern richte sich nickt gegen den Entwurf selbst, sondern wolle 'an alle und jede Ueberstürzung verhindern. Schutz und Ordnung eien das Programm des Wiederaufbaus, dazu gehöre auch die Militärgerichtsbarkeit. Abg. Schöpflin (S.): Jegliche Verschiebung werde das Zustandekommen des Gesetzes gefährden. Abg. Ritter v. Schoch (D. Vp.) schließt sich ben Ausführungen des Abg. Warmuth an und verweist auf die Militärstrafgesetze Frankreichs und Englands. 82 000 Mann der Reichswehr hätten sich übrigens für die Beibehaltung der Militärgerichte ausgesprochen. (Zuruf: Schwindel! Große Unruhe.) Abg. Boltz (Z.) hätte lieber ohne Kom- missionsberatung das Zustandekommen des Gesetzes gesehen. Seine Partei werde jedoch der Korn missionsüberweisun g zustimmcn. Abg. Waldstein (Dem.) schließt sich dieser Erllärung an. Abg. Enningen (Bayr. Bp.) stimmt der Kommissionsüberweisung zu. Abg. Levi (K.) ergreift das Wort zu einer heftigen Au^inanVersetzung mit der Rechten. Di« Militärjustiz sei ein Rechtsverbrechen. Justizminister Dr. Heinze protestiert gegen diese Unterstellung und erklärt namens der Regierung, daß die Justizpflege nicht abweichen werde vom Pfade des Nichts. Der Gesetzentwurf wird schließlich einem Ausschuß von 21 Mitglieder^ überwiesen. Vizepräsident Dittmann ruft nachttäglich den Abg. Dr. Rosenfeldt wegen einer beleidigenden Aeußerung gegenüber dem Abg. Hrifferich zur Ordnung. Das Haus vertagt sich sodann auf Montag nachmittag 2 Uhr: Interpellationen. Schluß 3'/- Uhr. Berlin, 3. Juli. (Wolsf.) Der vom 9Ibg. Müller-Franken (Soz.) im Reichstag ein gebrachte Gesetzentwurf betr. A u fhebu n g der M i 1 i t ä r- gerichtsbar keit wurde einem Ausschuß von 21 Mitgliedern überwiesen. Ber 1 in, 3. Juli, (Wolff.) Die letzte Sitzung des Reichstagsausschusses für auswärtige Angelegenheiten am Donnerstag abend mußte sich nach der Rede des Ministers des Aeu- ßern vertagen, weil dieser dienstlich anderweit in Anspruch genommen war. In der heutigen Sitzung fand eine ausgedehnte Besprechung der Ministeriellen Erllärungen über die vorbereitenden Verhandlungen von Spaa statt. Aus den Beratungen des St-eUeraus- schusses des Reichstages kann als allgemeine Auffassung festgestellt werden, daß mit Ausnahme der USP. von keiner Fraktion die Aufhebung des § 45 des Änkommenstenergesetzes (Erhebung der Steuer an der Quelle) vertreten wird, dagegen dessen schablonenhafte Anwendung gemildert werden soll. Es soll versucht werden, durch Erhebung eines Pauschalbetrages in einer der Steuerleistung nahekommenden Höhe eine Erleichterung des Abzuges herbeizuführen. Demgemäß konnte der feste Satz von zehn Prozent nicht unter allen Umständen aufrechterhalten werden. Zur Beschlußfassung ist es noch nicht gekommen. Die Angelegenheit wurde einem Unterausschuß überwiesen. Zur Abstimmung in Gberschlesien. In absehbarer Zeit soll die Entscheidung über die Zukunft Oberschlesiens fallen. Schlesien hat sich in allen seinen Teilen stets als deutsches Land gewußt und gesuhlt und bildet mit allen fernen Teilen eine wahre Einheit des Lebens. Sogar die polnische Bevölkerung in den oberschlesischen Bezirken 'Hal seit 800 Jahren nie zu Polen /gehört. Die deutsche Wirtschaft Ginn die oberschlesische Kohle nicht entbehren. Die deutsche Heimat schrene uns nicht mehr dieselbe, sondern verarmt unb verkümmert und um einen wunderbaren Schmuck gebracht ohne die schlesischen Berge. Die Schlesier bilden unter den Deutschen einen besonderen Stamm mit ausgeprägtem eigenen Charakter, den man nicht zerreißen darf- Hierzu kommt, daß bas wirtschaftliche Interesse nordöstlichen Deutschlands viel zu sehr mit Oberschlesien verknüpft ist, als daß man es über völkischen Gesichtspunkten ganz vergessen könnte. Denn Nordastdeutschland ist im allgemeinen ein rein landwirtschaftliches Gebiet, da die Rohstoffe, auf die sich ein Fabrikwesen aufbauen könnte, fehlen. Und wenn es schon sonst für ein strebendes Volk schwer ist, sich auf die Pflege der Landwirtschaft besckwänkt zu sehen, Osteibien müßte, wenn es dazu gezwungen wäre, mehr als andere Länder verkümmern, da sein Boden vielfach wenig fruchtbar und die Winter länger firtb als im übrigen Reiche. So ist es für fein wirtschaftliches Leben von der höchsten Bedeutung geworden, daß es in Schlesien Anschluß nicht nur an das kleine Kohlenbecken in Waldenburg, sondern vor allen Dingen auch an das vberschlesischc Revier mit seinen unerschöpft ichen Kohlen-Flözen gefunden hat. Das Gewerbe fast ganz Nordostdeutschlands wird in seinem Nerv getroffen, wenn ihm die Verbindung mit Oberschlesien durch eine lingünstige Vesör- derungs- oder gar Zollpolitik cridtmert wird. Im Jahre 1913 entfielen 23 Prozent d.r reichsdeutschen Kohlengewinnung auf das oberschleftschc Becken. Vom gesamten Kohlenversand des Regierungsbezirks Oppeln gingen 51 Prozent nach ostelbisckien Provinzen. Auch Erze bat Oberschlesien. Von der gesamten Förderung Deutschlands -an Blei-, Silber- und Zinkerzen kamen auf West-, Mittel- und Süd- deutschlarck im Jahre 1913: 1331811 Tonnen ober 46 Prozent, alles übrige entfiel auf dos ober« schlesische Becken (1 552 917 Tonnen oder 54 Prozente Vorwiegend handelt es sich dabei um Zink, von dem Oberschlesien zwei Drittel der Erzeugung Deutschlands liefert, und bann um Blei (geschätzter Metallgehalt seines Anteils 1913: 203 430 Tonnen Zink und 49 386 Tonnen Blei). Wie unent-- brifriid) es auch ans diesem Grunde für den wirtschaftlichen Gesamt körper des Reiches ist, leuchtet ein. Andererseits genügen Oberschlesiens Eisenerze heute nicht mehr für dm Bedarf der Hütten, die sich dort angesiedelt haben, und ihre Förderung geht sogar von Jähr zu Jahr zurück. Statt dessen müssen die Erze vor allem aus Schwebst bezogen werden. Eben aus diesem letzten Umstand erhellt, wie Nordvstdeutschland an der Verbindung mit Oberschlesien interessiert ist, so naturgemäß Oberschlesien an der Verbindung mit Nord ostdeutsch!and, das nicht nur sein bester Kunde ist, sondern ihm auch durch die Ostseehäfen den Anschluß an den Weltverkehr vermittelt. Daß unter den Ostseehäfen vor allem Stettin der Haupthasen des oberschlcsischen Reviers ist, wird sich noch mehr lnach Vollendung des Ausbaus der Oder zeigen. Noch mehr wird sich dann jedem die Erkenntirts aufdrängen, daß der natürliche Markt für das ober- schlesische Becken, obschon es im Herzen des Festlandes liegt, nicht gleicherwetse in allen Himmelsrichtungen gesucht werden kann, sondern zunächst im stLordwesien. Im Jähre 1913 gingen nach Dolen, Galizien und der Äikowina nur 12 Prozent des vom Regierungsbezirk Oppeln versandten Tonnengewichts, bei Kdhhen insbeßondeve auch 12 Prozent, bei Eisenierzeugnissen noch nicht 3 Prozent, krnd was den Bezug von dort anlangt, so ist ter inoch unbedeutender. Nur bei Holz kommt er in Bettacht, da Oberschlesien eine beträchtliche Quote seines Grubenholzes von dort erhält. Im ganzen kamen nur 12 Prozent des Donnengewichts aller vom Regierungsbezirk Oppeln empfangenen Waren aus diesen Ländern. Tie Provinz Schlesien bildet in ihrem heutigen Umfange einen außerordenllich wichtigen, ganz und gar notwendigen Faktor für das ganze deutsche Wirtschaftsleben. Durch ihre geschlossene Änheft, welche Landwirtschaft, Jnousttre, Handel und Wissenschaft stets gebildet haben, war sie imstande, den an sie gestellten Aufgaben, bezüglich Ernährung des deutschen Volkes, Förderung von Rohprodukten, sowie Erzeugung fertiger Fabrikate, gerecht zu weiden. Unter dem Einfluß des Deutschtums, welches eine einheitliche Grundlage für alles Schaffen, Wirken Schlesiens bisher gebildet hat, gelangten die einzelnen Erwerbszwerge zu höchster Blüte. Oberschlesien hat in dem letzten halben Jahrhundert unter der Betätigung des deutschen Geistes einen AuUchwung genommen, der mit einmal die noch Dorbanbcnen ausländischen Zeitschriften möglichst allgemein zugänglich machen, dann aber möchte es auch auf diese Weist oerhindern, daß eine Zeitschrift 10—20 mal, andere vielleicht nicht weniger wichtige, überhaupt nicht gehalten werden. Sein Bestteben gebt dahin, daß jede wichtigere ausländisck)e Zeitsänift wenigstens in erneut Exemplar an irgend einer deutschen Bibliotl)ek erreichbar ist. Aus biefent Grunde hat sich das Auskimfts- bureair zunächst an die deutschen Bibliothekrii gc- tvandt, die vor dem Jriiege am Gesamt-Zeft- schriften-Verzeichnis mitgrarbritet haben. Indessen »perden dadurch bei weitem nicht alle auslän- dischett Zeitschriften erfaßt, die zur ;}eit noch in Teutschland yehalten werden. Es fehlen vor allem die vielen Zeitschriften, die von lleinerett Bibliotheken mit mehr oder weniger privatem Charakter, Jnstitutsbiblio- theken, Verein sbibliothekcn, Bibliotheken industrieller und kaufmännischer Unternehmungen n s w. gehalten werden. Tein drohenden Hebel wird aber nur dadurch ernstlich gesteuert, menn auch diese Bibliotheken ihre -Bestände an ausländisäxn Zeitschriften nach Möglichkeit weiteren Kw'isen zugäng.ich machen. Es ist dafür durchaus nicht nötig, daß diese Bibliotheken nun ihren Präsenzcharaktln amgeben. Es genügt, daß sie sich wenigsten5 bnvit erklären, in AusTrahmefällen diejenigen ausländisclAM $eib schriften auszuleihen, die an keiner öffentlichen Bibliothek Deutschlands vorhaitden sind, und sollte selbst auch dies nicht möglich sein, so ist es immerhin auch sck/on von Bedcuttmg, zu wissen, daß eine Zeitschrift an einer bestimmten Bibliothek vorhanden ist. Tas Auskunstsbureau der deutschen Bibliotheken (Berlin N. W. 7, Unter den Linden 38), richtet daher an alle beutfeben Bibliotheken und Büchereien, einerlei ob öffentlich, ober privat, ob Ausleihe- ober Präsenzbibliothek, die dringende Bitte, ihm im Interesse der deutschen Wissenschaft mitzuteilen, welche ausländischen Zeitschriften sie zur Zeit noch besitzen oder deren Eingang in sicherer Aussicht steht, einerlei ob burd) Kauf. Tausch ober Geschenk. Es wird geb.-ten, bei jeder Zeitschrift Titel und Erscheinungsort anzugeben. • — Der zweite allgemeine Stuben- tentag deu tscher H o chschulen in Göttingen. Wie im Vorjahre in Würzburg, so tritt die gesamte deutsche Studriitenschaft auch in diesem Jahre zu einem allgemeinen ©tubententag beut scher Hochsckwlen zusammen. Die Vertreter sämt licher Hochschulen versammeln sich in den Tagen vom 22. bis 27. Juli in der zum Tagungsort gemähten Universitätsstadt Göttingen. Die Tagung zerfällt in mehrere Sitzungen bet gesamten Vertreterschaft aller Hochschulen, in die Ausschußsitzungen der zahlreichen Unterausschüsse und in einen geselligen Teil. Die Tagesordnung enthält auch in diesem Jahve außerordentlich interessante Punkte: besprochril wird die Notlage der Akade mifer, der Studenten und der kleinen Hochschulen. Weitere Vorträge erfolgen über die Fragen „Be ruf unb Studium", „Hochschulreform", „Ziele unb Wege akademischer Erziehung" unb „Aufgaben ber beutfdyen Studentenschaft". — Zwisft)endurch werben dann die wesentlichen unb bedeutenden Beschlüsse der Ausschüsse (bett. Wohnungen, Ausländer, Verfassung, Leibesübungen, Ehrenordnung, Disziplinavorbnung unb Wirtschafts fragen) durchberaten unb zum Schluß bas wichtige Thema „Student lirnd Politik" behandelt. Bekannte Per- sönlichkeiten werden in ben Referaten sprechen. GeriehtssaaL. Das Urteil im Philippi-Prozetz. mc. Frankfurt a. M., 4. Juli. Die Strafkammer verurteilte die Fabrikanten und Inhaber der Maschinenfabrik Wiesbaden G. m. b. H. Karl und Rudolf Philippi, die für rund sechzehn Millionen Mark Holzrahmen für ben Stollenbau an ben Pionierheerespark geliefert hatten, wegen Preisüberforderung zu je 10 000 Mk. Geldstrafe. Das Gericht verfügte die Einziehung des übermäßigen Gewinns von 1 460 443 Mk. Teilhaber ber Fabrik war der Regierungsbaumeister a. D. Heinrich Philippi, der als Leiter des Heeresparks Mainz seinen Brüdern die enormen Lieferungsausträge zuwies und Vorschüsse in Höhe von 160000 Mk. aus der Fabrikkasse dafür bezog. Er mürbe seinerzeit wegen Bestechung vom .Kriegsgericht zu brei Jahren Gefängnis verurteilt, infolge ber Amnestie brauchte er die Strafe aber nicht ab^isitzen. Äs bie Lieferungsverträge des Heeres- parks von ber Kriegswucherftelle revibiert wurden, ergaben sich bei einer Anzahl Firmen erhebliche Preisüberforberungen. Dreißig Firmen zahlten im Vergleichs weg bte übermäßigen Gewinne zurück unb auch bie Brüder Philippi willigten in einen Vergleich, demzufolge sie zwei Millionen Mark zurückzahlten. Nach Schluß der Verhandlung erkundigte sich Rudolf Phllippi, ob sie denn angesichts der schon geleisteten Zahlung der Vergleichssumme nun auch noch die ly2 Millionen Mark zahlen müßten, auf deren Einziehung erkannt wurde. Dar- Die Gräkin. Roman von G. SB. Appletou. ^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 69. Aus einem schändlichen Grunde, den ich jetzt ganz genau kenne, haben Sie sich, Herr Erbgras, fett mehreren Jochren als rin grausamer Feigling gegen Ihre Schwägerin, die Gräfin (Sierra, benommen. Weil Sie diese arme, bemitleidenswerte Dame beleidigt unb geschlagen haben, hat mein Vater Sie gerechterweise gezüchttgt, wie ich ober jeder anständige Menlch es auch getan haben würde. Dann flamten Sie, wie ich annehme, über Ihre Ehre und schickten ihm Ihre Sekundanten. Mein Vater, statt Ihnen eine zweite Tracht Prügel zu verabreichen, war schwach unb gutmütig genug, auf Ihren nieberträchtigen Vorschlag rinzu- gehen und wurde in der Folge auf unehrenhafte Weise umgebracht. Nunmehr schäumte der Graf vor Wut. Hüterr Sie sich! Sie wissen, daß dies eine Beeidigung ist. Beleidigung! Pah! rief ich. Unterbrechen Sie mich nicht! Und dann, mit diesem Verbrechen auf dem Gewissen, verfolgten Sie von neuem die alte Gräfin, und dies ging jahrelang so weiter, bis ein glücklicher Zufall mich — den Sohn Ihres Opfers — Ihnen in den Weg führte. Soll ich Jhnar noch den Rest erzählen? 333,65 Rettet unsere Kinder OSGK-G ^DWOSG»SO! an Vergnügen 679,70 613,15 22,53 25,78 86,72 23,78 16,25 12,10 l F 2.7. 14,65 7,55 16,25 12,10 440 629,35 619,35 831,65 162,30 227,25 148,97 37,45 316,65 675,30 614,35 23,47 25,97 86,02 23,47 329.65 621,85 618,35 834,15 164,80 226,25 149,22 37,70 678*30 611,85 22,47 25,72 86,52 23,72 Zürich . . . Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm Wien Prag 330,35 623,15 619,65 835,85 165,20 226,75 149,52 37,80 630,65 620,65 833,35 162,70 227,75 149,27 37,55 317,35 676,70 615,65 23,53' 26,03 86,22 23,53 Brüssel-Antwerpen . lkhristiania Kopenhagen Stockholm Helsingfors. Italien . London. Aero-Pock...... Paris . . Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch-Oesterr. abg. Prag - . . Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . . KUNSTSTEIN PLATTEN D. R. P., vorzüglich geeignet als Bodenbelag aller- art, insbesondere für Hausflure, Küchen, Maschinenräume, Stallungen und Aborte, im Format 25x25 Ztm. in roter und schwarzer Farbe in groben Mengen; außerdem haben wir ab Station Treis a.d.8da. bet Gienen ca. 460 Zeatner gelüaeitea 6rankalk wett unter Preis abzugeben. 7298 H. Anend, G. m. b. H., Hanau. Marknotierungen. Datum: 3.7. 14,70 VSrsenknrse. Frankfurt Berlin Abend- Schluß Schlüße Schluß- Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34. Weiße Bettdamaste 130 cm breit M. 55.— und M. 60.— 160 cm breit HL 75.— Fritz Nowack. tjauOel. Mainzer WarcErse. Main z, 2. Juli. Die Warenbörse war sehr gut besucht. In Hülsensrüchten und Hafer war bei vorwöchigen Preisen ziemliches Angebot. Nach Saaten war infolge der vorgeschrittenen Saison wenig Nachfrage; lediglich Herbstsaaten waren etwas gefragt. Heu und L>troh waren ziemlich un- vercachert. * — Mainzer Lederbörse. Zur Eröffnung der Mainzer Lederbörse, die am Freitag • vormittag 117« Uhr im Kasino, Hof zum Gutenberg" in Verbindung mit der Mainzer Warenbörse stattsand, war eine große Juteressentenzahl erschienen. Berlin, 3. Juli. Vör senstim mung s- bild. Das Hauptinteresse der Börse wandte sich Mondän- und Petrolrumpa vieren zu. Tie starke Aufwärtsbewegung dieser Werde gab vielfach dem Verkehr das Gepräg-s großer Festigkeit. Von Hüttenaktien waren wiederum Oberschlesische am meisten bevorzugt. Es gewannen Bismarckhütte 30, Hohenlohe 7, Laura Hütte 6, Oberschles. Eisenbedacf 9 und O bersch les. Eisenindustrie 6 Prozent. Von • rheinisch-westfälischen Werten sind Bochumer mit 6pvoz. Steigerung und Gelsenkirchener sowie Phönix mit meiner Steigerung von 10 bzw. 11 Proz. hervorzüheben. Rombacher Hütte geivannen 13, Buderus 17 Prozent. Von Spezialwerten stellten sich Goldschmidt 25, Deutsche Waffen 17 und Hirsch Kupfer um 14 Prozent höher. Sehr bedeutend Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 2. Juli 3. Juli Amsterdam-Rotterd. 1331,15 1333,851331,151333.85 ----- ----------33435 auf 'erwiderte der Vorsitzende: „Das Gesetz gestattet nicht, diese Zahlung zu berücksichtigen. Die Kosten des Prozesses, der bekanntlich schon das Reichsgericht beschäftigte, dürften gering ge- rechiret, auch auf eine l>albe Million Mark kommen, da einer der Verteidiger allein 80 000 Mark erhalten l-aben soll. Milliomnfchi-chung mit Kognak. X. Vor dem unterfränkischen Schwurgericht hat ein Prozeß gegen 11 Angeklagte wegen Urkundenfälschung und Betrug usw. begonnen. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Millionenschiebung mit Schnaps und Kognak. Angek:agt sind Kaufmann Josef Amelunxen in Stuttgart, Kaufmann Robert Klemens Lange in Chemnitz, Schreibbureauinhaber Friedrich Äar: in München, Student Hans Pleyer in Nürnberg, Kaufmann Helmut Deutscher in Chemnitz, Kaufmann Arno Kurt Barth in Chemnitz, Fabrikdirektor Adolf Kämpfer in Rhens, Kaufmann und Archäologe Hans Josef Moser in München, Kaufmann Emil Kaltenbach in München, Student Bruno Gallion in München und Rent- amtspraktikant Adolf Leonhardt in München. — In der Nacht vom 5. zum 6. Nov. 1918 hatte sich Gallion in den Amtsräumen der stellv. Intendantur des 1. Bahr. Armeekorps während eines Nachtdienstes Stempel und Siegel heimlich , verschafft und damit Abdrucke auf Briefbogen hergestellt. Nun wurden Bestellscheine auf Schnaps hergestellt und großzügig gearbeitet. Es handelt sich um Posten von je über 100 000 Liter. Auf Grund eines solchen gefälschten Bestellscheins hatte man auch bei der Reichsbranntweinstelle des preußischen Kriegsministeriums in Berlin versucht, Branntwein von 250 000 Liter frcizubekommen. Als die Reichsstelle sich in München nach der Echtheit des Bestellscheins erkundigte, brachten Gallion und Leonhardt in den Dienstränmen der Jnterrdantur zu München das Berliner Schreiben an sich, vernichteten dasselbe und sandten eine gefälschte Rückanttvort ab. Die Reichsbranntweinstelle überwies nun am 27. Nov. 1918 21 000 Korbflaschen und 400 Kisten .Kognak, die in Hanau lagerten, nach München. Bei diesen Manövern standen alle AngMagten miteinander in Verbindung. Der Kognak rollte nun in 22 Eisenbahnwaggons in Hanau ab, in Würzburg wurde er beschlagnahmt. Die Angeklagten wollten den Rumverschnitt und Brandy, den sie um 2,96 bzw. 4,50 Mk. erhalten hatten, zu 12 bzw 20 Mk. Weiterverkäufen und den Verdienst teilen, wch>ei Provisionen bis zu 200 000 Mark versprochen worden waren. — Zu dem Prozeß sind 50 Zeugen geladen. V ermüd? ifCSe * Wien, 4. Juli. (Wolff., Der Personenzug 585 fulir gestern abend bei der Einfahrt in den Südbahnhof auf einen Prellbock auf, wodurch zwei Wagei: entgleisten. Vierundvterzig Reisende wurden leicht verletzt. Der'Unfall soll auf Versagen der Vakuum-Bremse zurückzuführen sein. Büchertisch. - Emil Norini: ,^a, das Herz'." Ernste und heitere Theatererlebnisse. 2. Bond der Humoristischen Bücherei, Verlag der Freude, Wolfenbüttel, geb. 6 Mk. Norini der klarblickende imb doch einschmeichelnde Wiiener, reißt den Vorhang auf, den die Welt des Seins von der des Echems trennt. Seit Max Grübes Theatererinnerungen, hat fein Bühnenkünstler das große Publikum durch ein so köstlich eingestelltes Periskop hmter die Kulissen der Schmieren-, Provinz- odcn Hos- theater blicken lassen. Wenn er auch das Humorvolle und Sonnige des Lebens bewußt in den Vordergrund stellt — und ber_ Leser ist rhm in dieser traurigen Zeit dankbar für den sich .bieten- den beschaulichen Ruheplatz! — so gibt er bei allem Drang zum scharfen Pointieren stets mehr als den. Spiegel der Karikatur oder der bloßen Anekdote. lieber allem liegt die, Offenbarung der drei Faktoren, die sein Leben bestimmten: Herz Gemüt und Frohsinn, und die hält ihn fern von Loema- tionshascherei, wie wir sie sonst bei Mimen, dre sich selbst Kränze flechten, so oft finden. Müller'sch.' Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn: 17 Grad R. Konsumverein II Watzenborn e. 8. m. b. H. in Liquidation. Der Konsumverein H Watzenborn e. ®. m. b. H. ist IL Beschluß der außerordentl. Generalversammlung vom 24. April 1920 am 1. Juli 1920 in Liquidation getreten. Wir fordern deshalb alle Gläubiger auf, etwaige Forderungen an die Genossenschaft geltend zu machen. Konftinwereinll Watzenborn e.G.m.b.h.ln Liquidation. Die Liquidatoren: 3. Günderoth. Gg. Jung IV. waren die KmÄerhShungen in Pewoteumaktten. Deutsche Erdöl wurden etwa 100 Prozent höher und stiegen. auf 1225. Deutsche Petroleum erreichten 790. Stearva Rinvama 1080. Im übrigen, waren die Umsätze meist beschränkt, Kolo-malwerte eher schwächer. Am Anlagemarkt waren preußische Konsuls etwas ermäßigt. 3prvz. deutsche Reichsanleihe waren l1/» Prozent erholt. Frankfurt a. M., 3. Juli. Borsen- stimmungsbild. Tie Geichäststätigkett nahm nur in einzelnen Werten einen größeren Umfang an. Die Haltung war vorwiegend fest. Am Montanmarkt setzten Oberbcdarf 9 Prozent Hölzer em. Auch Phönix und Gelsenkirchener fest. Als gebessert smd Daimler Motoren und Zellstoff WaMof anzuführen. Bon chemischen Werten fanden Theodor Goldschmidt erneut Beachtung, plus 40 Prozent. Badisckie Anilin, Scheideanstalt und Höchster Farben verbesserten ihren Kursstand um 2—4 Prozent. Elektrowerte meist unverändert. Deutsch-Uebersee 28 Prozent höher. Norddeutsche Llovd und Hapag konnten sich befestigen. Am Markte der Auslands- Werte Schantungbahn 10 Prozent höher. Kauft Interesse bestand für Deutsche Erdöl, die ansehnlich itiegcit (bis 1230). Deutsche Anleihen unterlagen im allgemeinen nur geringen Pve.sloer ander un gen. Türkische Werte blieben ge,ucht. Im weiteren Verlauf blieb der Verkehr ruhig. Doch war die Tendenz allgemein fest. Privatdiskont 4 Proz. und darunter. Frankfurt a. M., 5. Juli. (In einem Teil . Auflage wied:rholt.) Einr bundesstaatliche Besprechung. Berlin, 2. Jnli. (WTB.) Amttich. Heute vormittag 11 Uhr trat die stteichsregierung mit ben Min i sterprösidenten der Länder und den Ber- treter;; der Freien Städte zu einer mehrstündigen Aussprache zusammen. Den Vorsitz führte der Reichskanzler. Minister des Aeußern Dr. Simons hielt einen Vortrag über die bevorstehenden Verhandlungen in Span. Die Aussprache, in der insbesondere der Reichöwirtschaftsminister, der Reichsminister der Finanzen und der Reichsminister des Innern das Wort nahmen, ergab volle lieber» einstimmung. — In Uebereinstimmung mit einer Entschließung der früheren Reichs re gierung wurde beschlossen, solche Besprechungen künftig regelmäßig mehnnals jährlich stattfinden zu lassen. Reichswirtschaftsrat. Berlin, 2. Juli. (Wolff.) Im vorläufigen Reichswirtschaftsrat trat gestern Nachmittag der wirtschaftspolitische und sozialpolitische Ausschuß, Die aus je 30 Mitgliedern und 30 Stellvertretern bestehen, zu einer gemeinsamen Beratung zusammen, um die Verhandlungen über den Nnttag Wissell toegeu Betriebsstillegung und des Ausbaues der jetzigen Erwerbslosenfürsorge zu einer produktiven vorzubereiten. Die versammelten Ausschüsse traten auf Vorschlag des Antragstellers Wissell nicht sogleich in eine sachliche Besprechung des Anttages ein, sondern beschäftigten sich nur mit der Bildung eines Unterausschusses, der nach dem Borschage WisseNs aus 18 Mitgliedern, je neun aus jedem der beiden Ausschüsse, zusammengesetzt werden soll. Der Unterausschuß konstituierte sich sofort und wird seine Arbeiten am Samstag beginnen. Aufhebung der Käfcbewirtfchastung. Berlin, 3. Juli. (WTB.) Ter Abbau der Zwangswirtschaft und das Anhalten des besseren Balutastandes gestattet zunächst, den berechtigten Wünschen der Äwölverung nach Erleichterungen auf dem Gebiete der Zwangswirtschaft, insbesondere nach eiweißhaltigen Nchrungsmitteln und schmackhaftem Zubrot, Rechnung zu tragen und daS Verbot der E i n fu h r von St ä 1 e aus dem Auslände bis auf weiteres aufzuheben. Sollte sich wider Erwarten die Valuta erheblich verschlechtern, so wird im Interesse unserer Zahlungsbilanz die §urücknahme der Einfuhrgenehmigung vvrbchalten. ie Händlerkreisc werden darum gut tun, keine langfristigen Verträge zu schließen, sondern damit zu rechnen, daß eintreteudensiallS die Aufhebung der Einfuhrqenehmigung mit kurzer Frist von etwa einem Monat erfolgt. Bon der allgemeinen Freigabe der Einfuhr bleibt Weichkäse ivegen der Schwierigkeit der Kontrolle und wegen des Anreizes zur Verarbeitung von Vollmilch im Jnlande ausgeschloffen. Im Anschluß an dir Aufhebung des Einfuhrverbotes soll auch die Bewirtschaftung von Käse im Jnlande frei gegeben und die Höchstpreisverordirung aufgehoben toerfcen in der Erwartung, daß infolge der Besserung der Valuta die Einfuhr ausländischen Käses p-veismildernd auf die gegenwärtig! zum Teil unerhörten Schleich- Handelspreise für einheimischen Käse einwirkt. Ms ilt wieder in heftet Qualität, zu Haben i 5 Akte. HildeWorner^M6:61 Ei& Mädcbea ans guter Familie। 4 Akte. 7800c Datum. Kurs 2.7. Kurs 3.7. Kurs 2. 7. Kurs 3.7. 5*stDeu1.ffrieq,anl. 79,60 79,73 79,60 72,70 79,70 4°stDeut.Reich?anb —• e — —, — 72,60 3°^Deut.Reichsanl. — e — — . — 60,- 62,50 4% Preutz. Konsol« — . — 70,- 67.70 Darmstädter Bank —>. — — , — 154,— 153,- Deutsche Bank. . . — 9-- — . — 259,- 257,50 Disconto« Gesellsch. —, — 203,25 203,- Dresdener Bank. . -* Ä — - — 173,- 174,- Nationalbank f. D. — — 147,50 148,50 Mitteld.TreditbanK —. — 142,- 141,50 ?,..Amerik.'Pakctf. 185,- 186,75 185,25 186,50 NorddeutscherLloytz 181,75 183,- 181,- 180,50 Doch. Gußstahlwrk, — » —• 273,- 273,- 280,- D..Luremb.Dergi». Gelsenkirch.Bergm. Harpen er Bergbau 276,- — , —" 275,- 279,- 301,50 —. — 295,- 291,- — —E 289,- 287,50 298,- Oberschl.Eisenb.-'L Oberschles.Tisentn^ — _ — - r“ 193,50 194,- — . — 254,- 256,- Phönix.Brgb..Akt. 409,- 410,- 410,- 410,- Bad.Anilin.u.Soda 427,- 431,- 428,- 429,- HvchsterFarbwerk« 341,- 343,- 344,“ 341,- Elektr. Ä. E. G. . . 269,50 272,50 270,75 274,75 Schuckert-Werke. . — _— 166,- 167,- 168,- FeltenLGuilleaum» — _ — 385,- 385,- Daimler...... — . — 207,50 207,75 209,75 Bud.-lkiftnw.'2lkt, _ — — . — 243,- 261,— Adlerwerke .... — e ■* 216,- 226,- 4•/„ Hess. Saatsanl. — . — — . — — . — Electron Grierhei« — . —1 284,- 281,- 283,50 AmtsverlüMgungMatt für die Provlnzialdireition Gberheffen und für dar Kreisamt Gießen. Erscheint nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich. Nr. VH,___/ _ .steter_________________5. Juli ___________ ' »LV2V Znhaltr-Uebersicht: Sitzung des Provinzialtags - Provisionen. - Masznahmen gegen Wohnungsmangel. - Fleischversorgung. - Druschkohlen.- Viehseuchen. - Polizei-Verordnung betr. die Badeanstalten in Gießen. - Bekanntmachung der neuenFasjung der Reichsgetreideordnung (Fortsetzung). Bekanntmachung. B e l r.: Tie ordentliche Sitzung des Provinzialtags iin Jahre 1920. Montag den 12. Juli 1920, vormittags 10‘/2 Uhr, linbet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen die diesjährig»' ordentliche Versammlung deS Pnovinzialtags mit folgender Tages ordnung statt: 1. Rechnung u. Beriixillungebericht der Provinzialkasse für 1918. 2. Vorlage über die Besloloung der Beamleir und Angestellten der Pvovinz. 3. Voranschlag der Pvovinziallasse für 1920. 4. Rechnung und Berwaltungsbericht des Pvooinzialniasseriverks Inheiden für 1918. 5. Voranschlag des Pvovinzialnrasserwcrks Inheiden für 1920. 6. Rechnung und Verwaltungöbericht der elektrischen Ueber- landanlage für 1918. 7. Rechnung und Verwaltungsbericht über den Bau der clektr. Uebertandanlage (vom 1. Oktober 1911 —'30. Juni 1918,. 8. Voranschlag der elektrisä)en Uebertandanlage für 1920. 9. Antrag des Provinzialausschujses auf Erhöhung der Tage- gelder für die Mitglieder des Pwornzialausschusses und des Provinzialtags.1 10. Mündliche Berichterstattung über die Elektrizitätsversorgiing der Provinz. Gießen, den 29. Juni 1920. Ter Vorsitzende des Pvovinzialtags. Tr. U sing er. Bekanntmachung. Betr.: Provisionen. Gemäß § 2 Absatz 5 der Satzung für die Regelung, des Vieh- ankausS für die Provinz Oberheschn bestimmen wir nut* Genehmi gung des Hesfiscl»en LandeserirährungsamteS vom 15. Juni zu Nr. L. E. A. ,832: 1. Tie Händler Provision wird festgesetzt für Rinder, Schweine, Sck-afe auf 2 Prozent, für Kälber auf 14 Mk. pro Stück. 2. Tie.Gesamtvergütung, die die Kommuitatverbände der Pvo- viitz Obeihessen an den Oberhessischen Viehhandelsverband zu zahlen haben, wird festgesetzt für Rinder, Schweine, Schafe auf 4 Prozent, für Kälber aauf 17,50 Mk. pro Stück.' Gießen, den 30. Juni 1920. Provinzialdirektion Oberhessen. Tr. U s i n g e r. Betr.: Maßnahmen gegen Wohimngsmangel. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger- meistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Hinweis auf die Bekanntmachung zum Schutz der Mieter vom 23. September 1918 — Gießener Anzeiger Nr. 267 vom 13. November 1918 —, die Bekanntmachung über Maßnahmen gegen den Wo hnungs mangel vom 23. September 1918 — Gießener Anzeiger Nr. 269 vom 15. November 1918 und das Gesetz über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel vom 11. Mai 1920 — Amtsverkündigungsblatt Nr. 82 vom 17. Juni 1920 — bringen wir die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung vom 12. Juni J920, betreffend Ausführung des Reichsgesetzes über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel (vom 11. Mai 1920 zur Kenntnis. Sie wollen dieselbe alsbald ortsüblich bekanntmachen lassen. Tie betreffenden Bestimmungen find in der Beilage zur Darmstädter Zeitung Nr. 136 vom 14. Juni 1920 abgedruckt. Mit Rücksicht auf § 1 der Bekanntmachung vom 12. Juni 1920 ist es erforderlich, daß alle von den Gemeindebehörden auf Grund der .Bekanntmachung über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel erlassenen Verfügungen den Betroffenen schriftlich gegelt Zustel- lungsbescheinigung zugestellt werden. Gießen, den 22. Juni 1920. Kreis amt Gießen. I. V.: Dr. Heß. Bekanntmachung die Ausführung des Reichsgesetzes über Maßnahmen gegen Mvhnungsmaügel vom 11. Mai 1920 betreffend. Vom 12. Juni 1920. Auf Grund der Vorschrift unter I, Art. 4 b des Reichsgesetzes über Maßnahnien gegen Wohnungsmangel vom 11. Mai 1920 (Reichs-Gesetzblatt S. 951) wird zur Ausführung des genannten Gesetzes folgendes bestimmt: 8 1. Gegen eine von der Gemeindebehörde im Einzelfall getroffene Veriugung steht den Beteiligten innerhalb von tünf Tagen seil Zustellung der Verfügung das Recht der Beschwerde zu. Tie Beschwerde ist bei der Gemeindebehörde einzureichen; sie l)at ausfchiebende Wirkung. 8 2. lieber die Beschwerde entscheidet das Mieteinigungsamt nach billigem Ermessen: es kann insbesoiideve eine Beschlagnahme für unwirlfam erklären oder eine Frist für die lieber lan'iutg bestimmen oder besondere Bedingungen festletzen. Tas Verfahren ist gebührenfrei: das Mieteinigungsamt bestimmt, wer die Auslagen des Verfallens zu tragen hat. Tie Entscheidung des Mieteinigungsamtes ist unanfechtbar. T a r m st a d t, den 12. Juni 1920. Hess. Landes-Arbeits- und Wirtscfeftsamt. Raab. Bekanntmachung. Betr.: Fleischversorgung. Um Ileiscfe und Wurstwaren vor dem Verderben zu belvahren, ordnen wir an, daß solche spätestens Freitag abend einer jeden Woche von den Versorgungsberechtigten bei den Metzgern abzu holen sind. Gießen, den 1. Juli 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Siegert. Tie Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden angewiesen, vorstehende Bekanntmachung sofort ortsüblich veröffentlichen zu lassen. Gießen, den 1. Juli 1920. __________Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Sie g ert.__________ Betr.: Drusch kohlen. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Insoweit Truschkohlen eingegangcn sind, bringen wir unsere Verfügung vom 22. April ds. Js. in Erinnerung und erwarten umgehende Anzeige. Gießen, den 1. Juli 1920. __________Kreisamt Gießen.' I. V.: Tr. Siegert.__________ Bekanntmachung. Betr.: Oferderäude. Tie Räude unter den Pferdebeständen des Wilhelm Wallenfels II. in Allendorf a. d. Lda., Nickolaus Seip in Beltershain und August Sehrt in Ober-Bessingen ist erloschen. Tie Sperrniaßnahmen werden aufgehoben. Gießen, den 30. Juni 1920. _________Kreisamt Gießen. I. V.: v. G e m m i n g e n._________ Bekanntmachung. Betr.: Schweinevotlauf zu Grünberg: hier: unter dem Schweinebestand des Jakob B o n - E i f f daselbst. In dem Gehöfte des Jakob Von-Eiff in Grünberg ist die Rotlaufseuche'(Backsteinblattern) festgestellt worden. Tie Sperrmaßregeln sind angeordnet worden. Gießen, den 24. Juni 1920. Kreisamt Gießen. I. V.: v. Gemmingen. Bekanntmachung. Auf die nachstehenden Bestimmungen der Polizei-Verordnung, die Badeanstalten zu Gießen betreffend, vom 28. August 1885, machen wir erneut besonders aufmerksam: I. Tie polizeiliche Aufsicht über die Badeanstalten und die öffentlichen Badeplätze an der Lahn steht dem Polizeiamte zu, welches dieselbe durch die ihm unterstellten Vollzugsorgane'ausübt. Ten Weisungen der diensthabenden Polizeibeamten (s. I.) ist in jedem Falle, unbeschadet des Rechts der Beschwerde beim Polizeiamte, »unweigerlich Folge zu leisten. III. Jeder Unfug im Wasser und in den Badeanstalten ist untersagt. Ebenso ist jede Beschädigung der Badeanstalten, -"der Uferbauten an denselben, der Nachen, sowie allen dazu gehörigen Geräten und Einrichtungen untersagt. IV. Tas Mitnehmen von Hunden in die Badehäuser ist nicht gestattet. V. Bon dem letzten, unterhalb der Pulvermühle gelegenen Badehause an, stromaufwärts bis zum sogenannten Schäferbrunnen, ist »llyrie ovn jotttw. "Dir orct vemicften Delegierten haben an der äußersten Linken des Konferenztisches Platz genommen, zuerst Feh- renbach, dann Simons unb Hermes. Spaa, 5. Juli.« (WB.) Die erste Besprechung der Konferenz sand heute vormittag 11 Uhr im Schosse de la Freineuse unter dem Vorsitz des belgischen Ministerpräsidenten D e l a- croir statt. J?üi der Konferenz nahmen teil von belgischer Seite Ministerpräsident Delacroix, der Minister des Aeuß.rn Hymans und der Minister des Innern Jaspar, von englischer Seite Premierinunfer Lloyd George, Staatssekretär des Aeußern Lord Curzon imb Sir L. Wvrthington Evans, von französischer Seite Ministerpräsident Millerand, Fincrnzminister Marsal und dar Minister der öffentlichn Arbeiten l'Trocquer, von italienischer Seite brr Minister des Aeußern Gras Sforza intb Bertolini, von japanischer Seite ter Botschafter in London Graf C Hinte. von deutscher Seite Reichskanzler Fehrenbach, Minister des Aeußern Tr. Simons, Finanzminister Dr.Wirth und Ernährnngsminister Hermes. Sofort nach Eintreffen der deutschen Delegierten, denen an ter linken Seite des hufeisenförmig aufgestellten Tisches Plätze neben den Japanern reserviert waren, mürbe ohne formelle Begrüßung in bic Verhandlungen eingetreten und -unächst die Tagesordnung festgesetzt, welche die folgenden Punkte umfassen soll: Durchführung der militärischen Bedingungen des Friedensver- trages, die Frage der Wiedergutmachungen, die Kohlens rage, die Frage der Durch- tührung ter Bestrafung der sogenannten Knegsverlwechen, 'die Danziger Frage. Fehrenbach erklärte hieraus, nachdem er seiner Genugtuung über das Zustandekommen kvn- ttadiktvrischer Verhandlungen Ausdruck gegeben hslte, daß es ter feste Wille ter deutschen Delegation und des ganzen deutschen Bottes sei, die Frieteusbedingungen loyal durchzuführen Zur Behandlung der militärischen Fragen würde allerdings die Anwesenheit des Reichswehr- Ministers *im£> tes Generals v. S e e ck t notwendig .;ein, die, als man gestern von ter bevorstehenden Erörterung der militärischen Frage erfahren habe, sofort dringend herbeigebeten worden seiet!, aber nicht vor morgen nachmittag cintreffen Könnten, Die Konferenz beschloß, die Ankunft vertrag jair aiie teMscyen yoroTrungen wi -rur>- land beseitigte. Die Folge dieser Verschuldung war die Valutaentwertung, die ihrerseits M einer Steigerung des Preisniveaus führte. Die Lebenshaltung ist durch diese Erscheinungen auf einen Grad der Teuerung geführt, der als unerträglich bezeichnet werten muß. Wie sehr allein die Teuerung auf die Gestaltung des Steuerbedarfs in Reich, Gliedstaaten und Gern inten nrirfen mußte, zeigt em Posten im Reichshaus halt, nämlich die Ausgabe von 3 Milliarden Mark für Besoidungs- aufbesserungen. Aber das Ziel ter großen Steuerreform in Deutschland dürfte im Hinblick auf die veränderten wirtsckxntlichen und sozialen Grundlagen nicht allein darin liegen. Einnahmen zu erschließen. Es kam vielmehr die zweite, für die ruhige staatliche Entwickelung Deulschands unerläßliche Voraussetzung hinzu, nämlich den gewal- tigen Steuerdruck nach bett Prinzipien ter Leistungsfähigkeit auf die Steuerpflichtigen und ihre Wirtschaft zu verteilen. In erster Linie stand daher die Reform der direkten Steuern auf Vermögen, Einkommen und Vermögenszurvachs-, Wenn auch die indirekten Steuern vorerst nur eine sekundäre Rolle spielten, so bedeutet das nicht, daß sie nicht ausgefchöpft werden. Das geht fdyon aus dem Vergleich ter Erträgnisse zwischen den direkten und indirekten Stauern herlwr. Es werten nach den amtlichen Schätzungen aufgebracht in einem Beharrungszustand, d. h. also in einer Lage, die als stetig bezeickmet wird, folgende Summen: 1920 1913 in Mi.lernen in Mil ronen Direkte Steuern . . . 15 2 0 2130 Indirekte Steuern . . 13 200 1328 Zölle ....... 2 .'00 679 30 950 4137 Es 'halten sich also die direkten Steuern aus ter einen und die indivttten Steuern mit den Zöllen auf ter unteren Seite etwa das Gleich- gciütd t. Dieses Steuerau flommen soll erveicht werten, denn ter Bedarf von Reich, Findern und Gemeinten, ter auf tvenigstens 32 Milliarden veranschlagt ist, kann aus keiner anteron Quelle befriedigt werden als aus den laufenden direkten und inderekten Steuern und Zöllen Die Ersparnisse auf ter Ausgibeseitc sind strengstens durch- gesüyrt, aber sie lajfen sich bei emar Reihe vM 'Steuer, das storpeigcyastsiveuergeiey, .jraratn ttagsfteuergesetz, Erbschaftssteuergeetz, Umiatz- steuergefetz, Tabaksteuergefetz, Sprellartmstmerge- setz, Zündwarensteuergesetz, GrunderwerbssteUnr- In der Anlage gibt die Denkschrift eine Ueber- sicht über sämtliche Steuern, direkte und indirekte Reichssdeuem nach dem Staute ter neuesten Gesetzgebung. Die einzelnen Steuern sind nach ihrem materiellen Aufbau und nach ihrem Tarif bärge» [egt Daneben werden auch Urteile über bie mog liefen Eichungen ter etny Inen Steuern spwcken. Im Anhang werden umfaisende Tabellen über die Steuererträgnisse und die Belastung durch die einzelnen Steuern fottxie über die Rnchsschuld mib ihre Entwicklung gegeben. (WTB.) Vie Zahlungsfähigkeit Deutschland;. Berlin, 4. Juli. In ter Denkschrift über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands für die Wiedergutmachung, die von der Deutschen Regierung der Entente Dor der Konferenz von Span übergeben wurde, wird dargelegt, daß das deutsche Volksvermogen vor dem Kriege von vielen Seiten überschätzt worden ist. Auf Grund ter Veranlagung zaun Wehrbeitrag wird man es für die Zeit vor tem Kriege auf etwa 220 Milliarden Mark Gold beziffeim dürfen. Dieses Vermögen ist durch ten Verlust der Kolonien, ter Unternehmungen im Auslände, der Mtre- tnngen usw. durch die Wirkungen von Krieg und Kriegsfolge sehr stark vermindert worden. Auf diesem verminderten Vermögen ist die Wiedergutmachung zu leisten. Da Deutschland seiner Schiffe und seiner Auslandsguthaben verlustig gegangen ist, taut iw? Zahlung im wesentlichen nur durch die Ausfuhr von Waren be- glichen werten. Ist die deutsche Volkswirtschaft imstande, die mit ter Wiedergutmachung verbundenen Lasten zu tragen ? Die Bevölkerung ist an Zahl und Loistimgs- fähigkeit zurückgegangen. Anstelle ter früheren Arbeitsfreudigkeit ist Unruhe und Arbeitsunlust in viele Kreise getreten. Die Denkschrift schildert den Zustand ter verschiedenen Zweige ter deutschen Bolkswirtsclufft. Die deutsche Landwirtschaft hat einen großen Teil ihrer LeffvmgsjähigLett verloren- Dienstag, (>. Zull 1920 Annahme von Anzeigen ei: Zchulstrahe 7. |ür d.e Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher o h ne j c d e B er bin d I. ch kc it. Preis für l mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtLd) 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame, Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Plah- vorfchrift 20° ,, Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Berantworllich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen. ___________ .—"g Die deutsche Jüdusttie hat eine dreifache Aust be zu lösen. Sie muß ter industriellen Bevöl- ung, die nicht auswantern kann, Arteitsge- enheit g-eben. Sie muß nach Wegfall ter aus hiffahrt und Kapitalanlagen im Ausland stam- nben Einkünfte die Bezahlung ter teutidieit nfuhr ermöglichen: sie muß überdies bic Ware : bie Wiedergutmachung liefern. Auch bie teut- e Industrie hat aber eine ihrer Grundlagen, len, fast zu drei Viertel verloren. Die tentjcljc hlenproduktion ist 1919 auf 108 Millionen ?r 57 Prozent ter Förderung von 1913 ge- tken. Durch den Verlust von Oferschlesien würde tutschlond mint-estens die Verfügung über wei- e 18 Millionen Tonticn im Jahre rxiHc.cn. e Wirkung jeder möglichen Steigerung ter Für- :ung würde dadurch aufgehoben. Abgesehen von wenigen begünstigten Jndu- iett, wie etwa der chemischen Jndllstrie, wird deutsche Industrie mehr und inehr zu einer retelungsindusttie. Diese Be.edetungsindusttt: tß ihre Iiohstosse durch die Ausfuhr von Fertig- iriKitbon bLz- hlon. Nur 1pen.it die Induf..r.e mit Her blraft arbeiten kann, wird sie das können b habet genügend Ware für ten inneren Markt c Verfügung haben. Tas deutsche VerkebrÄve'en ist y'rrü'tcf. Tem deutschen Hanvel ist durch de-t Kr eg und ne Folgen ein gutes Teil seiner Kachtalkraft iiontmen. Hat man daher wie eingangs erwähnt das ckksvermögen vor bc.;: Krieg.' mit 22 ) Milliar- i angenommen, so wird man heut nach den Ab- ■tungen im Osten und West.n, nach Vc-rlust ter iamten Handelsflotte, nach Äb'.vßen ter aui- tbifden Wertpapiere, nach Verbrauch aller areitüorräte und nach sechsjähriger Abnutzung er Produkt.onsmittel höchstens von 10) Milliar" i reden t.nnen. Davon sind nou) Auslands' ulden abzuziehen, die 8—10 Milliarden er- ck)en dürsten. Ten verminderten produktiven Kcä ten steht ein aus dem Warenverkchr eine Ve.schuldnna n etwa 50 Milliarden Mark gegenib r. Diese areu sind teils auf Kredite g kau t, teils mit rnknoten bezahlt worden, von beim etwa 20 illiarten Mark im Ausland sein bür ten. Für : nächste Zeit wird man mit ein r beutlrficn issuhr von vielleicht 3")—40 Mil.iarden Mark ipier vechnen können. Ihr stebt eine Einfuhr von Gleicht 80 Milliarden Mark an Leb nsmittttn :b Rohstoffen gegenüber. Die beutfdje HandelS- anz ist also pas.iv. Sie kann nur a'tio narben, mn die deutsche Industrie in so großem Umfang arbeiten vermag, daß sie zur D'cktmg des neren Bedarfs ausreicht und bie gesamte Ein- hr bezahlen kann. Sie kann erst wieder aktto wten, wenn Deutschland sich völlig erholt hat. Im Gegensatz dazu setzt aber bie Erfüllung s Friedensvertrages eine aktive 5)ande.sbilanz raus. Alle Leistmigen der deutschen Volkswirtschaft andere Vo.kswirtschaften müs en sch i ß.ich aus m Haushalt tes Reichs bezahtt w.rden, dem r Steuerzahler die nötigen Mittel zur Bergung stellen muß. Gelingt es nicht, so muß t- wilde Kreditwirtschast mit zunehmender Jn- ttion eintreten. , ,, Die Gesundung der deutschn Volkswictlchafl ohne Gesundung des deutsche Geldw' ens nicht öglich. Die Gesundung des deutsch n G'ldwe.cns ngt von ter Regelung ter deutschen Finanzen, sbesondere von der Regelung der schwebenden huldeii ab. Die Regelung des Finanzwesen- rd endlich von ter Höhe und ter Form bei ^itschädigiingsverpslichtung bedingt. Die Steuern, insbesondere die direkten Steuern, sind sehr itarl angeschwollen. Die indirekten Steuern lassen sich zur Zett nicht wesentlich erhöhen. Man kann nicht durch Verlrauchsabgaben den Konsum vert uern, wa- rend man gleichzeitig 10 Milliarden Mark zu seiner Verbilligung einsetzen muß. Die kritische Lage tes deutschen Finanzwesens kann auch nicht durch das Gewaltmittd eince Staatsbankrotts gerettet werten. Da gwtzc Stengen Kriegsanleihe in ten Händen kleiner Leute und, die ein Staatsbankrott in das Lager ter sozialen Anarchie treiben würde und das ganze deutsche Wirtschaftsleben aus Kredit au g . aut ist, so würde ein Staatsbankrott den vö.'igen Zusammenbruch sozial und politi ch zur Folge haben. Die Ausführung tes Frsttensvertrages in der jetzt vorliegcnten Form wird die tentiefe Finanz- Wirtschaft noch .veiter geführten. Ge'ht man von einer rein finanziellen Belastung von nur 60 Mil- liarben Mark Gold durch den Fri-tensvertrag-aus so würde ein Hausl-alt von vier Kop en etwa 40 000 Mark schulden, das macht zu einem Latz von lechs Prozent 2400 Mark im Jahr. Ta die h-Mige Besteuerung bereits einen Beters von über 30 Mil-- liarben Mark im Jahr vor sieht, würfe ter Haushalt von vier Personen unter ten bcsteferiten B.n- aussetzungm mit Jahrosleislungen von 4E Mark belastet sein. Datei l.atten im Jahre 1918 81,21 Prozent der preußischen Steurrzalster ein Einkommen von nickst über 3000 Mark. Jnsgeßtntt ivür- ten mindestens 2,4 Milliarden Mark, Gold oder 24 Milliarden Mark Papier das teut c. ? Budget belasten. Tas llann unter ten feutigcn Berbalt n, en nur dadurch geschehen, daß bie deuticho Regienkng neue schvebente Schulden ausaibt , Tie Zerrüttung d^ deuOcken Fananzweiens ist das naturgemäße Ergebnis tes Krieg's und feiner Folgen. In dieser Beziehung ist die Vag. xeuW laoids von derjenigen anderer Länder uichigruiite sätzlich üerschicten. Ter grmidlegende Unter,ckned seiner Stellung liegt dann test ^ tmolge des Friedensoorttages Nicht die Mogltch^it btt, Mittel und Wege frei zu wählen, d.e zur Ge.undung .ein.s Wirtschaftslebens und zur Rettung :einer Finanzen ^Okme''^wirtschaftliche Bewegungsfteihnt und wirtschaftliche Suyammcnarbeit mit ante reu Bol-, ans erwiderte der Vorsitzende: „Das Gesetz c stattet nicht, diese Zahlung zu berücksichtigen Die Kosten des Prozesses, der bekanntlich sch das Reichsgericht beschäftigte, dürften gering c rechnet, auch auf eine l-albe Million Mark toi men, da einer der Verteidiger allein 80 000 M< erhalten l)abcn soll. Millionrnschi-'bung mit Kognak. X. Vor dem unterfräiikischen Schwurgerickst l ein Prozeß gegen 11 Angeklagte wegen Urkunde fälschung und Betrug usw. begonnen. In Wrrkli, keit handelt es sich um eine Millionenschiebung n Schnaps und Kognak. Angek.agt sind Kaufma- Josef Amelunxen in Stuttgart, Kaufmann Roku Klemens Lange in Chemnitz, Schreibbureauinhal Friedrich Kar! in München, Student Hans Pier in Nürnberg, Kaufmann .Helmut Deutscher Chemnitz, Kaufmann Arno Kurt Barth in Che, nitz, Fabrikdirektor Adolf Kampfer in Rhens, Kcu mann und Archäologe Hans Josef Moser in Mü chen, Kaufmann Emil Kaltenbach in Münchs Student Bruno Gallion in München und Rer amtspraktikaut Adolf Leonhardt in München. In der Nacht vom 5. zum 6. Nov 1918 hatte s Gallion in den Amtsräumen der stellv. Jntenda tur des 1. Bayr. Armeekorps während eines Naci dienstes Stempel und Siegel heimlich verscha und damit Abdrucke auf Briefbogen hergestellt. N. wurden Bestellscheine auf Schnaps hergestellt u großzügig gearbeitet. Es handelt sich um Poft von je über 100 000 Liter. Auf Grund eines si chen gefälschten Besteltscheins hatte man auch I der Reichsbranntweinstelle des preußischen Krieg Ministeriums in Berlin versucht, Branntwein v 250000 Liter freizubekommen. Als die Reichsfte sich in München nach der Echtheit des Beste scheins erkundigte, brachten Gallion und Leonhai in den Dienfträumen der Intendantur zu Münch das Berliner Schreiben an sich, vernichteten do selbe und sandten eine gefälschte Rückantwort < Die Reichsbranntweinstelle überwies nun c 27. Nov. 1918 21 000 Korbflaschen und 400 Kist .Wgnak, die in Hanau lagerten, nach München. s2 diesen Manövern standen alle Angeklagten m einander in Verbindung. Der Kognak rollte n in 22 Eisenbcchnwaggons in Hanau ab, in Wü> bürg wurde er beschlagnahmt. Die Ängeklagt wollten den Rumverschnitt und Brandy, den um 2,96 bzw. 4,50 Mk. erhalten hatten, zu bzw. 20 Mk. Weiterverkäufen und den Verdiei teilen, wobei Provisionen bis zu 200 000 Mc versprochen worden waren. — Zu dem Pro? sind 50 Zeugen geladen. * Wien, 4. Jicki. (Wolff.- Der Personenz 585 fuhr gestern abend bei d.r Emfabrt in d Südbahnhof aus einen Prellbock' auf, wodurch zr Wagen entgleisen. Bierundrierzig Reisen wurden leicht verletzt. Der' Unfall soll c Versagen der Vakuum-Bremse zuruckzufüh ren se ^anOcl. Mainzer Warenbörse. Main z, 2. Juli. Die Warenbörse war se gut besucht. In hülsensrüchten und Hafer w bei vorwöchigen Preisen ziemliches Angebots Nc Saaten war infolge der vorgeschrittenen Sais wenig Nachfrage; lediglich Herbstsaaten waren । was gefragt. Heu und Stroh waren ziemlich u verändert. * — Mainzer Lederbörse. Zur Erö mmg der Mainzer Lederbörfe, die am Freit . vormittag lV/2 Uljr im Kasino, Hof zum Gute berg" in Verbnrdmrg mit der Mainzer Warenbö stattsand, war eine große Jwteressentenzahl < schienen. Berlin, 3. Juli. Börsenstimmung bild. Das Hauptinteresse der Börse wandte s Montan- und Petrolemnpapieven M. Die stai Aufwärtsbewegung dieser Werte gib vielfach di Verkehr das Gepräge großer Festigkeit. V Hüttenaktien waren wiederum Oberfchlesische c meisten bevorIirgt. Es gewannen Bismarckhütte L Hohenlohe 7, Laura Hütte 6, O.berschles. Eisenbed-. 9 und Oberschles. Eisenindustrie 6 Prozent. V rheinisch-westfälischrn Merten sind Bochumer n 6pvoz. Steigerung und Gelsenkirchener svv Mönix mit einer Steigerung von 10 bzw. 11 Pr> hervorAüheben. Rombacher Hütte gewannen 1 Buderus 17 Prozent. Von Spezialwerten stellt sich Goldschmidt 25, Deutsche Waffen 17 und hir Kupfer um 14 Prozent höher. Sehr bedeute das Baden in der offenen Lahn '(außerhalb der Badehäuser), sowre das Entkleiden an beiden Ufern verboten. Bei dem Baden in offener Lahn, sowie innerhalb der Badeanstalten haben sich die Badenden, falls sie sich nicht in einer geschlossenen Zelle baben, ohne Ausnahme der Badehosen zu bedienen. Tie Benutzung von Seife, das Waschen van Kleidungsstücken innerhalb der Badeanstalten, sowie jede sonstige Verunreinigung der Badezellen und hallen ist uuttrsagt. x Tie Badehäuser dürfen von Personen, welche nicht abonniert sind, oder das Bade'houovar nicht bezahlt haben, nicht betreten werden.! „ In die Frauenbäder dürfen Knaben «mcht mitgenommen werden. Zuwiderhandlungen werden, soweit nicht die einschlägigen Strafbestimmungen des Reichsstvafgesetzbuchs und des Polizelstras- gesetzes zur Anwendung zu kommen haben, mit einer Geldstrafe von einer dis dreißig Mark geähudet. Gießen, den 31. Mai 1920. Polizeiamt Gießen. L a u t e s ch l ä g e r. Bekanntmachung der neuen Fassung der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1920. Vom 21. Mai 1920. (Fortsetzung aus Nr. 91 des Amtsverkündigungsblattes.) § 55. Mehl darf ohne Zustimmung der Reichsgetreidestelle weder von dem Konlmunalverbande noch von anderen aus dem Bezirk eines Kommunalverbandes in den eines anderen abgegeben werden. t Mehl darf innerhalb des Bezirks eines Kommunalverbandes ohne Zustimmung der Reichsgetreidestelle nur nach Maßgabe der für den Kommunalverband bestehenden Bestimmungen über die Verbrauchsregelung abgegeben werden. Die Rücklieferung von Mehl an die Reichsgetreidestelle nach § 36 unter a wird hiervon nicht berührt. § 56. Wird Getreide von einem Kommunalverband oder von einem Selbstversorger zum Ausmahlen zugewiesen, so ist die Kleie an den Kommunalverband oder an den Selbstversorger zurück- ?ugeben. Das gleiche gilt für die Spelzspren. Die Reichsgetreidestelle hat die beim Auswahlen ihres Getreides entfallende Kleie der Bezugsvereinigung der Deutschen Landwirte, G. m. b. h., zur Verfügung zu stellen. Die aus dem Getreide der Reichsschatzverwaltung entfallende Kleie ist der Bezugsvereinigung der Deutschen Landwirte, G.m. b. h., zur Verfügung zu stellen, soweit sie nicht von dieser Verwaltung für den eigenen Bedarf beansprucht wird. VI. Verbrauchs'rcgeluna. 1. Allgemeine V o rschriften. § 57. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt, wie viel von den Vorräten der Reichsgetreidestelle an Gerste und Hafer der menschlichen Ernährung und der Verfütterung dienen soll, insbesondere wie viel Hafer der Reichsschatzverwaltung überweisen ist. § 58. Die Kommunal verbände haben den Verbrauch von Getreide und den daraus hergestellten Erzeugnissen in ihrem Bezirk zu regeln, insbesondere die Verteilung von Mehl an Bäcker, Konditoren und Kleinhändler vorzunehmen. Dabei darf insgesamt nicht mehr Mehl abgegeben werden, als die von der Reichsgetreidestelle für den Zeitraum festgesetzte Menge. § 59. Die Kommunal verbände haben a) Höchstpreise für die Abgabe von Mehl und Brot an Verbraucher festzusetzen, b) Händlern, Bäckern und Konditoren die Abgabe von Mehl und Backwaren außerhalb des Bezirks ihrer gewerblichen Niederlassung oder des Kommunalverbandes vorbehaltlich der Vorschrift im § 18, Abs. 1c, zu verbieten; soweit es besondere wirtschaftliche Verhältnisse erfordern, darf der Kommunalverband Ausnahmen von dem Verbote zulassen, c) eine behördlich geleitete Mehlverteilungsstelle für ihren Bezirk einzurichten, d) durch Ausgabe von Brotkarten eine Verbrauchsregelung ein- zusühren, die den Verbrauch des einzelnen wirksam erfaßt, e) anzuordnen, daß derjenige, der Getreide oder daraus her- gestellte Erzeugnisse außerhalb der behördlich geregelten Verteilung zum Zwecke der Weiterveräußerung erwirbt oder Verträge abschließt, die solchen Erwerb zum Gegenstand haben, binnen drei Tagen nach dem Erwerb oder dem Vertragsschluß dem Kommunalverband Anzeige zu erstatten hat, f) die Ueberwachung des in ihrem Bezirk eingeführten ausländischen Getreides und Mehles sowie des aus ausländischem Getreide im Inland hergestellten Mehles zu sichern, g) die von der Reichsgetreidestelle nach § 18, Äbs. 1g, st, Absatz 3 getroffenen Festsetzungen öffentlich bekannt zu machen. 8 60. Die Kommunalverbände haben den Preis für das von ihnen abgegebene Mehl so festzusetzen, daß ihre Kosten gedeckt werden. Etwaige Ueberschüsse sind für die Volksernährung zu verwenden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft kann Grundsätze für die Preisbemessung aufstellen. § 61. Die Kommunalverbände können ferner insbesondere a) anordnen, daß Backwaren nur in den von ihnen bestimmten Bäckereien hergestellt werden dürfen, b) anordnen, daß nur Backwaren von bestimmter Form, Zusammensetzung, Größe und Gewicht bereitet werden dürfen, c) die Abgabe und die Entnahme von Mehl und Backwaren auf bestimmte Abgabestellen und Zeiten sowie in anderer Weise beschränken. 8 62. Die Kommunalverbände haben nach Anweisung ber Reichsgetreidestelle für die Tierhalter, die nicht gemäß ß 8 versorgt sind, den Futterausgleich mit den dazu von der Reichsgetreidestelle überwiesenen oder mit Zustimmung der Reichsgetreidestelle zurückbehaltenen Vorräte an Futtergetreide vorzunehmen. 2. Besondere Vorschriften für Selbstversorger. § 63. Die Kommunalverbände können mit Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde nähere Bestimmungen darüber erlassen, wer als Selbstversorger (§ 8) anzusehen ist. Insbesondere kann das Recht der Selbstversorgung mit Brotgetreide auf solche landwirtschaftlichen Betriebe beschränkt werden, deren Vorräte zur Ernährung der Selbstversorger bis zum 15. August 1921 ausreichen und die das zur Ernährung der Selbstversorger erforderliche Brot entsprechend ihrer bisherigen Gewohnheit selbst Herstellen. Die Kommunalverbände können mit Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde bestimmen, daß die Herstellung von Grünkern (§ 10) nur mit Zustimmung des Kommunalverbandes zulässig ist. Die Zustimmung kann insbesondere davon abhängig gemacht werden, daß die Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe s^ viel Dinkel und Spelz übrig behalten, wie sie zur Ernährung der Mlbst- versorger und zur Bestellung der zum Betriebe gehörenden Grund--- stücke verbrauchen dürfen. § 64. Die Kommunalverbände haben ausreichende Maßnahmen ' zur Ueberwachung der Selbstversorger und der-Betriebe, die ge- . werbsmäßig Getreide verarbeiten, zu treffen. Dabei ist insbesondere anzuordnen: a) das; die Verarbeitung von Getreide zu Mehl, Schrot, Grieß, Grütze, Graupen, Flocken und ähnlichen Erzeugnissen sowie zu Futtermitteln, das Gerben von Spelz (Dinkel, Fesen) und die Weiterverarbeitung von Schrot, Grieß, Grütze, Graupen oder Flocken zu Mehl in eigenen oder fremden Betrieben von der Ausstellung von Erlaubnisscheinen (Mahlkarten, Schrotkarten, Gerbkarten) abhängig ist; d) daß die Erlaubnisscheine vom Kommunalverbande selbst oder den von ihm mit Zustimmung der Landeszentralbehörde bezeichneten Stellen ausgestellt werden, und daß sie nur innerhalb der auf ihnen vermerkten Fristen gültig sind, die nicht länger als zwei Monate und nur im Falle dringenden Bedürfnisses mit besonderer Genehmigung des Kommunalverbandes bis zu vier Monaten laufen dürfen; c> daß die Verarbeitung jedesmal höchstens zur Schaffung eines Vorrats für den nach b festgesetzten Zeitraum gestattet wird; d) daß jedem Unternehmer eines landwirtschaftlichen Betriebes von dem Kommunalverbande der Betrieb angewiesen wird, in dem er Getreide verarbeiten lassen darf, und daß ein Wechsel des Betriebes nur mit vorheriger Zustimmung des Kommunalverbandes zulässig ist; 6- daß die Betriebe Getreide von Selbstversorgern nur zum Zwecke sofortiger Verarbeitung und nur in den Mengen annehmen dürfen, die durch einen ihnen gleichzeitig ausgehändigten ordnungsmäßig ausgestellten Erlaubnisschein belegt sind; 1) das; die Betriebe Getreide oder daraus hergestellte Erzeugnisse des Inhabers oder Leiters des Betriebs nur in den Mengen in den zum Mühlenbetriebe gehörenden Räumen lagern dürfen, für die ordnungsmäßig ausgestellte Erlaubnisscheine vorliegen; g) daß die Betriebe Getreide von Nichtselbstversorgern zur Herstellung von Futter nur annehmen und verarbeiten dürfen, menn ihnen gleichzeitig ein vom Kommunalverbande selbst oder der von ihm mit Zustimmung der Landeszentralbehörde bezeichneten Stelle ausgestellter Erlaubnisschein ausgehändigt wird; h) daß die Betriebe Aufträge zur Verarbeitung von Teilen der auf dem Erlaubnisscheine verzeichneten Mengen nur annehmen dürfen, wenn der Auftraggeber gleichzeitig schriftlich auf die Verarbeitung des Restes verzichtet, und daß die Betriebe die hergestellten Erzeugnisse nicht in Teillieferungen zurückgeben dürfen; i) daß alle in den zum Mühlenbetriebe gehörenden Räumen lagernden, mit Getreide oder daraus hergestellten Erzeugnissen gefüllten Säcke mit Anhängezetteln versehen sein müssen, auf denen der Name des Eigentümers sowie die Bezeichnung und das Gewicht des Inhalts des Sackes vermerkt sind, (Fortsetzung folgt im nächsten Amtsverkündigungsblatt.) Diuik der Lrüyl'ichen Unioersitärs.Buch' und St<«nörud